kunst:stück Magazin c/o Osnabrück + Münsterland | issue 92

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Osnabrück + Münsterland für die Monate November und Dezember 2021

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

in der Region Osnabrück

und dem Münsterland

issue 92 | November / Dezember 2021

Julia Charlotte Richter, Standbild aus Promised Land, Ausschnitt – Lichte Momente 2021


. grußwort

Kunsthaus

Kloster

Gravenhorst

vvAUS

SCHREI

BUNG 23

Winterlicht – plants and plastics

Nils Völker | Eröffnung: 04.12. um 16 Uhr

Projektstipendium KunstKommunikation

bis Jan. 22 RÜCKBLICK! Kunstprojekte 21

»Portraits von Tagen und Orten« Kati Gausmann | »BANG! BOOM!«

Carola Rümper | »Self Service Selfie Box« Janina Schmid

»hard working / soft working« Julia Arztmann

bis Febr. 22 AUSBLICK! Kunstprojekte 22

Ausstellung der Entwürfe aus der Ideenwerkstatt

17.02. AUFTAKT! Start der Projekte 22

bis 21.11.21 »Kunst in der Region 21«

Gemeinschaftsausstellung zeitgenössicher Kunst*

04.12.21 – 13.03.22 Winterlicht – plants and plastics * Nils Völker

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Klosterstr. 10 | D-48477 Hörstel | T +49 (0) 2551 6942-00

*gefördert durch: Kreissparkasse Steinfurt

Mitmachen

und Mitdenken

Bewerbungsschluss

für 2023: 26.01.2022

#DAgoeson

2 kunst:stück

Bewerbungsunterlagen:

www.da-kunsthaus.de


. grußwort

Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Foto: Dana Lorenz

We are open!

Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück

www.kunsthalle-osnabrueck.de

Was für ein Jahr haben wir hinter uns!

Kunstinstitutionen deutschlandweit waren

über so viele Monate geschlossen.

Nach dieser Zeit fühlt sich jede reale Eröffnung

immer noch wie eine kleine Sensation

an. Auch wir freuen uns am 6. November

von 16.00 bis 21.00 Uhr wieder

zwei neue Ausstellungen und ein inklusives

Filmprogramm in der Kunsthalle

Osnabrück zu eröffnen. Im Rahmen unseres

Jahresthemas „Barrierefreiheit“

behandeln wir dabei unterschiedliche Ausgrenzungsmechanismen

in unserer Gesellschaft.

Dies schließt natürlich auch uns als

Kunsthalle mit ein, denn auch in Kunsthäusern

herrschen oft einschränkende Verhaltensregeln,

exkludierende Vereinheitlichungen

und eine einseitige Teilhabe. Daher

stellen wir uns gemeinsam mit den eingeladenen

Künstler:innen die Frage: Kann es eine

Gesellschaft ohne Barrieren geben? Da heißt

„We are open“ dann eben nicht nur „Wir

haben geöffnet“, sondern beinhaltet auch

die Frage, für wen wir offen sind und wie wir

uns an dieser Stelle verbessern können. Und

wie dies alles mit einem fünf Meter hohen

Holzkatapult zusammenhängt, das Glitzer-

Bomben in den Kirchenraum schleudert, die

eine großformatige Videoprojektion in Bewegung

versetzen, auf der ein Katzenwesen

die Besucher:innen zur gemeinsamen

Qigong-Sitzung einlädt – kommen Sie vorbei

und finden Sie es selbst heraus!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Herzlich – Ihre Anna Jehle und

Juliane Schickedanz

kunst:stück 3


. grußwort

© Ako Salemi, Afghanistan: The Color Awakens (Ausschnitt),

nominiert für den Deutschen Friedenspreis für Fotografie

4 kunst:stück

3.10.21 – 6.3.22

Museumsquartier Osnabrück

Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück

www.museumsquartier-osnabrueck.de

www.felix-schoeller-photoaward.com


. grußwort

Joran Yonis und Monika Witte, Kuratorinnen der Lichte Momente

Lichte Momente 2021

Monika Witte und Joran Yonis, Kurator*innen

www.lichtemomente-osnabrueck.de

Wir alle kennen das Gefühlt von etwas beeinflusst,

bestimmt oder beengt zu sein. Es

ist eine Erfahrung, die uns unterschiedlich

trifft und betrifft. Sie begegnet uns nicht

gleichartig und hat nicht dieselben Konsequenzen

für jeden. Oft geht diese Erfahrung

mit Machtstrukturen einher und ist überall

zu finden.

Das diesjährige Outdoor Videoprojekt Lichte

Momente zeigt Arbeiten, die sich mit solchen

Erfahrungen auseinandersetzen. Dabei

hat Lichte Momente 2021 nicht den

Anspruch, diese Themen allumfassend zu

verhandeln und zu besprechen, sie zeigt

eher eine Erfahrung, die den Videoarbeiten

der Künstlerinnen Julia Charlotte Richter,

Yvon Chabrowski und Zoyeon – Sangah Jo

gemein ist.

Vom 20. November bis 31. Dezember 2021

präsentiert Lichte Momente zum vierzehnten

Mal Videokunst im öffentlichen

Raum. In einem Jahr voller Einschränkungen

– auch im musealen Bereich – gewinnt diese

Darstellungsformen erneut an Relevanz.

Wir laden Sie ein, die eigenen vier Wände

zu verlassen und natürlich unter Einhaltung

des gebührenden Abstands, durch die Osnabrücker

Altstadt zu flanieren, um sich dort

die an Häuserfassaden projizierte Videokunst

anzuschauen.

Wir freuen uns Ihnen drei international ausstellenden

Künstlerinnen mit fünf bewegenden

Arbeiten vorstellen zu dürfen.

Monika Witte und Joran Yonis

kunst:stück 5


. inhalt

03 Grußwort

03 - Anna Jehle und Juliane

Schickedanz, Direktorinnen der

Kunsthalle Osnabrück

05 - Joran Yonis und Monika Witte,

Kuratorinnen der Lichte Momente

06 Inhalt

06- Impressum

26 Osnabrück

28 - Bramsche

32 - Mettingen

38 - Tecklenburg

40 - Rheine

44 - Hörstel

48 - Nordhorn

50 - Neuenhaus

52 - Lingen

54 - Sögel

56 - Petershagen

58 - Herford

70 - Lüdinghausen

60 Münster

xx Spezielles in dieser Ausgabe

08 - Lichte Momente 2021

Osnabrück

10 - lichtsicht 7 projektions-triennale

Bad Rothenfelde

12 - Deutscher Friedenspreis für

Fotografie, Museumsquartier

Osnabrück

68 - Nimmersatt?, Kooperation

von Kunsthalle Münster, LWL-

Museum für Kunst und Kultur

und Westfälischem Kunstverein,

Münster

DAS TITELBILD

Julia Charlotte Richter, Standbild aus

Promised Land, Ausschnitt

Lichte Momente 2021

Lichte Momente 2021

20.11.-31.12-2021 | Osnabrück

www.lichtemomente-osnabrueck.de

→ Seite 8

Das Outdoor-Videokunst-Projekt

Lichte Momente ist eine Veranstaltung

im öffentlichen Raum. Videoprojektionen

und Installationen

in Fenstern sowie an Fassaden im

Heger-Tor-Viertel konfrontieren ein

breites Publikum mit Videokunst,

die es sonst eher im Museum zu

sehen gibt. #Heger-Tor-Viertel/Altstadt

Osnabrück

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM

H2 Werbeagentur + Verlag

Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 8599900

mail@kunststueck-magazine.de

Redaktionsschluss Osnabrück + das

Münsterland für die Ausgabe

Jan / Feb : 15. Dezember 2021

6 kunst:stück


Kunsthalle

Osnabrück

. grußwort

We Cannot Di/Tue–So/Sun

11:00–18:00

Skip This Part

26.06.21–27.02.22

Barrierefreiheit/

Accessibility Candice Lin

06.11.21–27.02.22

Katrin Mayer

06.11.21–27.02.22

www.kunsthalle.osnabrueck.de

kunst:stück 7


. osnabrück

start 20|11|21

Lichte Momente 2021

Das Outdoor-Videokunst-Projekt Lichte Momente ist

eine Veranstaltung im öffentlichen Raum. Videoprojektionen

und Installationen in Fenstern sowie an Fassaden

im Heger-Tor-Viertel konfrontieren ein breites

Publikum mit Videokunst, die es sonst eher im Museum

zu sehen gibt.

20. November bis 31. Dezember 2021, tägl. 17–22 Uhr

www.lichtemomente-osnabrueck.de | Heger-Tor-Viertel/Altstadt Osnabrück

In diesem Jahr zeigt Lichte Momente Videoarbeiten der Künstler*innen Julia

Charlotte Richter, Yvon Chabrowski und Zoyeon–Sangah Jo. Eine Auseinandersetzung

mit der Erfahrung von etwas eingeschränkt, beengt, beeinflusst

oder gefangen zu sein, ist ihren Arbeiten gemein. Diese Enge geht oft mit

Machtstrukturen und dem Gefühl von Ohnmacht einher. Es sind unsichtbare

↙ Julia Charlotte Richter, Standbilder aus Promised Land ↓

8 kunst:stück


. osnabrück

↑ Yvon Chabrowski, Installationsansicht, Standbild aus

DYNAMICS – Video-Skulptur, Full-HD, Loop, 20 min Farbe,

Ton lebensgroße Projektion auf zwei MDF-Platten jeweils

157,5 × 280 cm, 2015/16

© Yvon Chabrowski & VG Bildkunst, 2021

und sichtbare Grenzen, die auf unser Leben

einwirken. Viele davon sind erlernt

und werden von uns als selbstverständlich

wahrgenommen. Sie werden mit Kultur,

Tradition und gesellschaftlichen Entwicklungen

begründet. Andere von ihnen

sind sichtbar und erkennbar. Gegen einige

lehnen wir uns auf oder beklagen sie. Sie

betreffen und treffen uns unterschiedlich

und ziehen verschiedene Konsequenzen

nach sich. Aber sie betreffen uns immer.

Die eingeladenen Künstlerinnen setzen

sich mit diesen Fragen auseinander. Mal

sehr abstrakt, mal etwas konkreter.

Eröffnung 20.11.2021 um 17.30 im Foyer der

Kunsthalle Osnabrück unter Berücksichtigung

der 2G Regelung.

→ Führungen: Die Projektionen sind vom

20.11. bis 31.12.2021 täglich von 17–22 Uhr

zu sehen.

→ Öffentliche Führung: samstags, 17.30

Uhr, Treffpunkt: Kunsthalle Osnabrück

→ Weitere Führungen können nach Absprache

gebucht werden unter:

M. 0179 6831402 + M. 0157 53226492 +

info@lichtemomente-osnabrueck.de

– – –

Stay Save

Besucher:innen der Lichten Momente

2021 sind verpflichtet, die zum Zeitpunkt

ihres Besuchs geltenden Coronabedingten

Abstands- und Hygieneregeln

einzuhalten!

– – –

→ Weiter Infos unter:

www.lichtemomente-osnabrueck.de

Zoyeon–Sangah Jo, Standbild aus Jungfrau vs. Jungfrau↓

kunst:stück

9


. bad rothenfelde

lichtsicht 7 projektions-triennale

Videoprojektionen auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde

www.lichtsicht-triennale.de | 22. Oktober 2021 – 20. Februar 2022

lichtsicht 7

Die zweite Welle der Corona-Pandemie

setzte der lichtsicht 7 projektions-triennale

am 1. November 2020 nach nur zehn

Tagen Laufzeit ein jähes Ende. Jetzt wird

das „große Welttheater“, wie diese siebte

Ausgabe in der Fachpresse für Medienkunst

betitelt wurde, komplett wiederholt

und soll erneut ein Besuchermagnet sein.

Die markanten Wahrzeichen von Bad Rothenfelde

sind zwei historische Gradierwerke,

die ursprünglich zum Salinenbetrieb

gehörten. Heute besitzen sie eine

touristische Magnetkraft für Tausende Besucher.

Nun bilden sie eine gigantische und

weltweit einzigartige Projektionsfläche.

Nicht nur die Achse des 1 km langen Kunstparcours,

sondern auch der Wechsel von

feinen Verästelungen und Verkrustungen

in der Oberfläche der Dornenwände erzeugt

eine facettenreiche Strahlkraft der

Projektionen. Renommierte Künstler dieses

Genres haben seit 2007 diese Chance

ergriffen, ihre Werke über mehrere

Monate im Bad Rothenfelder Kurpark zu

präsentieren. William Kentridge, Robert

Wilson, Kanjo Také, Veldhues und Schumacher,

Klaus Obermaier sind nur ein Auszug

der großen Namen.

Für Bad Rothenfelde hat sich dieses einzigartige

Kunstevent zum unverzichtbaren

Kulturereignis entwickelt. Es ist eine

ideale Symbiose: Die Heilkraft der Sole,

die sich mit der Leuchtkraft der lichtsicht

verbindet. Kulturelle Erlebnisse sind eine

Kraftquelle für den Geist – und gerade im

hochprädikatisierten Heilbad ist aus therapeutischer

Sicht der künstlerische-kulturelle

Aspekt untrennbar mit dem Erfolg

einer Kur- und Rehamaßnahme verbunden.

Diese Kunstform hat zusätzlich eine Anzie-

10 kunst:stück


. bad rothenfelde

Abb. links: Conrad Veit mit 100 Jahre Caligari // rechts oben: Julius von Bismarck mit Fire With Fire // darunter: Lydia Hoske

(Kunstwerk in der Fontaine), Essenz // unten: Eija Liisa Athila mit Horizontal // alle Fotos: Angela von Brill

hungskraft, die weit über die touristische

Region des Osnabrücker Landes reicht.

Garant für diesen hohen Anspruch ist der

künstlerische Leiter und Kurator Professor

Michael Bielicky, der selbst als Medienkünstler

zwei Mal an der lichtsicht projektions-biennale

teilgenommen hat. Ihm zur

Seite stehen der Projektleiter Tim Rossberg

und der technische Leiter Christian Meyer.

Mit der lichtsicht 7 setzt Michael Bielicky

neue, aufsehenerregende Akzente und

konnte große Namen wie Jeffrey Shaw,

Julius von Bismarck, Refik Anadol und Lu-

Yang gewinnen, die zusammen mit

Vertreter*Innen der neuen Generation

Kunstwerke in derselben Galerie:

auf der 10.000 qm großen Leinwand

der Gradierwerke sowie im

Areal des Kurparks präsentieren.

Die Intention „Narrative der vermischten

Realität“ zeigt sich in

der Auswahl der Künstler*Innen.

Das klassische Medienkunstverständnis

wird mit dem Netz-Medienverständnis

lehrreich und spielerisch

erweitert.

Christian Meyer verwendet die neueste

Beamertechnik. Die Auflösung der Geräte

erreicht fast 4K-Niveau und verleiht den

Kunstwerken an den Gradierwerken eine

nie dagewesene Plastizität. Der neu hinzugewonnene

Farbraum erreicht dabei

Kinoqualität.

Lichtsicht 7

Gradierwerke. Bad Rothenfelde

kunst:stück 11


. osnabrück

Deutscher Friedenspreis für Fotografie

Emeke Obanor gewinnt „Deutschen Friedenspreis für Fotografie”

der Stadt Osnabrück

Ausstellung „Deutscher Friedenspreis für Fotografie” und

„Felix Schoeller Photo Award” im Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück | 3. Oktober 2021 bis 6. März 2022

www.museumsquartier-osnabrueck.de

Dem nigerianischen Fotografen Emeke Obanor

wurde am 2. Oktober 2021 der „Deutsche

Friedenspreis für Fotografie“ der

Stadt Osnabrück und der Felix Schoeller

Group verliehen. In der virtuellen Preisverleihung

im Museumsquartier Osnabrück

beglückwünschte Osnabrücks Oberbürgermeister

Wolfgang Griesert den Fotografen

zu dem mit 10.000 Euro dotierten

Preis. Obanor setzte sich gegen eine international

hochkarätige Konkurrenz aus 95

Ländern mit seiner Arbeit „Heroes“ durch.

Über den Titel „Beste Nachwuchsarbeit“

des Felix Schoeller Photo Awards darf sich

die in Teheran geborene Shirin Abedi mit

ihrer Arbeit „May I Have This Dance?“ freuen.

Mit dem Nachwuchspreis zeichnet die

Felix Schoeller Group fotografische Nachwuchstalente

aus.

Die Siegerserien wie auch die Arbeiten der

Nominierten der beiden Preise werden in

einer Ausstellung vom 3. Oktober 2021 bis

6. März 2022 im Museumsquartier Osnabrück

präsentiert.

Zum zweiten Mal hat die Stadt Osnabrück

gemeinsam mit der Felix Schoeller Group

den 2019 in Leben gerufenen „Deutschen

Friedenspreis für Fotografie“ vergeben.

Die Initiatoren haben den Preis aus der

besonderen Geschichte der Stadt Osnabrück

ins Leben gerufen. Als Ort des Westfälischen

Friedensschlusses von 1648 versteht

die Stadt Osnabrück ihre Geschichte

als Auftrag für friedenspolitisches Engagement.

Das gilt auch für die kulturellen

Angebote, die die Stadt entwickelt – über

regionale Grenzen hinaus.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hob

die internationale Bedeutung des Deutschen

Friedenspreis für Fotografie hervor:

„Es ist ein Symbol für die Hoffnung

auf Frieden in einem Land, das seit Jahrzehnten

von Krieg und politischen Umbrüchen

geprägt ist. Der ‚Deutsche Friedens-

12 kunst:stück


. osnabrück

Foto linke Seite → Emeke Obanor – NG, Heroes // Foto oben → Emeke Obanor,NG, Portrait // Fotos unten v.o.n.u.: → Hamed

Sodachi, IR – Sunrise // → Reto Klar, DE – Life between home and hell: Refugees in Camp Moria on Lesbos // → Reyad Abedin,

BD – The Name of my City is dust and smoke and life

preis für Fotografie‘ wird dafür sorgen,

dass diesem Symbol international Kraft

und Aufmerksamkeit zuteilwird. Denn in

dieser Zeit der weltweiten Krisen bekommen

Utopien für ein friedliches Zusammenleben

eine neue Dimension.”

„Emeke Obanor zeigt uns mit dieser herausragenden

Arbeit nicht nur seine hoffnungsvollen

Heldinnen, sondern auch ihren

weiteren Weg in eine selbstbestimmte

Zukunft in Frieden“, kommentiert der Jury-Vorsitzende

Michael Dannemann den

Juryentscheid. „‚Heroes‘ ist eine starke

und beindruckende Fotoserie, die den

Deutschen Friedenspreis für Fotografie

in wunderbarer und beindruckender

Weise repräsentiert“, so der international

renommierte Porträtfotograf Michael

Dannenmann weiter.

„Und auch darum geht es mir beim Deutschen

Friedenspreis für Fotografie: ein

Signal nach innen zu senden. Die Augen

dafür zu öffnen, dass wir nicht nur ein

deutsches Unternehmen sind, sondern ein

internationales, global aktives. Es geht mir

darum, um Verständnis für andere Völker

und Ethnien zu werben, und damit auch ein

Signal für den Frieden zu senden”, betont

Hans-Christoph Gallenkamp, CEO der Felix

Schoeller Group.

kunst:stück 13


. osnabrück

→ Preisträgerin Beste Nachwuchsarbeit: Shirin Abedi, DE – May I Have This Dance?

Deutscher Friedenspreis der Fotografie

für Emeke Obanor

– – –

In seiner Arbeit „Heroes“ zeigt der Nigerianer

Emeke Obanor von der Terrororganisation

Boko Haram entführte Mädchen,

denen eine Rückkehr in die Freiheit gelungen

ist. Obwohl die Mädchen während ihrer

Gefangenschaft radikalisiert wurden,

haben sie nicht den Glauben und den Mut

verloren, für ihre Ausbildung und damit eine

bessere Zukunft zu kämpfen.

Für Emeke Obanor ist die Kamera ein Mittel,

soziale Ungerechtigkeit aufzudecken

und so Veränderungen zu bewirken. Seit

drei Jahren arbeitet er professionell als

Fotograf in seiner Heimat Nigeria, wo er

zugleich mit seinem Hilfsprojekt „Greenleaves

Heritage“ ein Zentrum für Opfer

von Gewaltkonflikten und sexuellem Missbrauch

aufbaut.

Die Fotografie treibt den 48-jährigen aus

Effurun (Nigeria) an, weil sie die Macht hat,

Veränderungen herbeizuführen, Emotionen

zu wecken und möglicherweise sogar

die Weltanschauung der Menschen

zu verändern.

Emeke Obanor hat an der Universität von

Calabar in Nigeria studiert. Er hat bereits

eine Reihe von internationalen Auszeichnungen

erhalten. Weitere Informationen:

http://emekeobanor.com/

Die Begründung der Jury

„Dem nigerianischem Fotografen Emeke

Obanor ist es mit seiner Arbeit Heroes gelungen,

den Gräueltaten der Sekte Boko

Haram anmutige und klare Bilder entgegenzusetzten.

Konzentriert auf wenige

Bildelemente porträtiert er junge Frauen,

die in der Hoffnung auf ein besseres und

freies Leben, den Mut haben wieder in die

Schule zu gehen. Ein Globus, bunte Stifte

oder ein Buch verdecken ihre Gesichter,

um sie in ihrer Anonymität zu schützen und

stehen gleichzeitig auch als Metaphern für

Weltoffenheit und Aufbruch durch Bildung.

Obanor besitzt ein außergewöhnliches Gespür

für feinfühlige und tiefgehende Portraits.

Durch die ästhetische Schlichtheit

seiner Portraits, die lesbaren Details im

Bild und dem Hintergrundwissen zum Leid

dieser Mädchen, baut sich dem Betrachter

eine Spannung auf, die nachdenklich

macht. Emeke Obanor zeigt uns mit dieser

herausragenden Arbeit nicht nur seine

hoffnungsvollen Heldinnen, sondern

auch ihren weiteren Weg in eine selbstbestimmte

Zukunft in Frieden. Heroes ist

eine starke und beindruckende Foto-Serie,

die den Deutschen Friedenspreis für Fotografie

in wunderbarer und beindruckender

Weise repräsentiert.“

Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

14 kunst:stück


. osnabrück

13.11.2021 – 15.01.2022

GENDER

PIRACY

Eine Ausstellung zur

Dekonstruktion von Geschlecht

Mit Cassils, Mary Maggic, Luki von der Gracht,

JJ Maurer, Anna Olkina, Joran Yonis

Mit freundlicher Unterstützung

Kunstraum hase29

Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V.

www.hase29.de | mail@hase29.de

kunst:stück 15


. osnabrück

Candice Lin, La Charada China, The Hammer Museum, Los Angeles, 2018, Courtesy: Candice Lin, The Hammer Museum,

François Ghebaly Gallery, Foto: Ian Byers-Gamber

Barrierefreiheit

Ausstellungen von Candice Lin und Katrin Mayer

neues Filmprogramm von Inga Zimprich

6. November 2021 bis 27. Februar 2022

Kunsthalle Osnabrück | www.kunsthalle.osnabrueck.de

Eröffnung: 6. November 2021, 16–21 Uhr, innerhalb des Jahresthemas Barrierefreiheit neue

Ausstellungen von Candice Lin und Katrin Mayer sowie neues Filmprogramm von Inga

Zimprich mit Edna Bonhomme, Karin Michalski, Nnenna Onuoha, Romily Alice Walden

Ab Samstag, den 6. November zeigt die

Kunsthalle Osnabrück mit zwei neuen

Ausstellungen und einem inklusiven Filmprogramm

den zweiten Teil ihres Ausstellungs-

und Vermittlungsprogramms

Katrin Mayer, Sabina von Steinbach, Steinmetzin, 13. Jhd., 2021

Barrierefreiheit. Die unterschiedlichen

künstlerischen Positionen werden auf poetische

Weise noch einmal verstärkt den

Fokus legen auf gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen

durch Exotisierung

oder herrschende Gesundheitsparadigmen.

Gleichzeitig werden in den jeweiligen

Positionen Strategien der Selbstermächtigung

aufgezeigt.

Die in Los Angeles lebende Künstlerin Candice

Lin wird für die Kirche der Kunsthalle

eine neue raumgreifende Installation entwickeln,

die sich mit den kolonialgeschichtlichen

Kontexten von heute beschäftigt.

Insbesondere verweist sie auf global verbreitete

Waren und angeeignetes Wissen

wie Sprache, Spiritualität, Edelmetalle,

Gewürze oder Drogen, die sich erst

durch Sklaverei, Ausbeutung und Protektionismus

weltweit etablieren konnten.

Text, Skulptur, Zeichnung, Keramik und

16 kunst:stück


Osnabrück

. osnabrück

Video werden dabei gleichwertig zu einem

Raumbild zusammengeführt. Assoziierte

Materialien wie Gold, Silber, Kupfer oder

Opium verwandeln die Kunsthalle in einen

verwunschenen Ort, der die Ideale von Heilung

und Wohlstand als fortwirkende Zeichen

von Macht und Ungleichheit in der

Geschichte spielerisch demaskiert.

Katrin Mayer wird in ihrem Ausstellungsraum

den Wandel vom Kreuzgang als Wandelhalle

hin zum Ausstellungskorridor der

Kunsthalle künstlerisch thematisieren. Dabei

wird die Institution als historischer, sozialer

und infrastruktureller Ort in verschiedenen

Ebenen freigelegt. Die Geschichten

der Mitarbeiter:innen der Kunsthalle stehen

gleichberechtigt neben Abbildungen

von Frauen in der Kirchengeschichte, die

unter anderem daran erinnern, dass das

erste Dominikanerkloster ein Kloster für

Frauen war oder dieser oft vergessene Teil

der Geschichte gleichermaßen unsere Gegenwart

mitgestaltet hat.

Die Künstlerin und Kuratorin Inga Zimprich

übernimmt das Filmprogramm der Ausstellung

„We Cannot Skip This Part“, die gestaltet

wurde von dem Künstler:innenduo

die Blaue Distanz im Dialog mit dem Behindertenforum

Osnabrück. Die Filme sind in

Deutsch, Englisch, einfache Sprache, Gebärdensprache,

Audiodeskription sowie in

Braille übersetzt. Das Programm wird sich

noch einmal verstärkt mit den Fragen von

Teilhabe, Körpernormierung und Fürsorge

als solidarische Praxis in unserer Gesellschaft

beschäftigen.

Ein umfangreiches digitales und analoges

Vermittlungsprogramm und eine Publikation

mit Textbeiträgen von Lydia Lierke

und Ariana Savoji, Natasha A. Kelly, Katharina

Klappheck sowie von Katrin Dinges

und Stefanie Wiens von der Initiative

ergänzen das umfangreiche

Programm von „Barrierefreiheit“.

Aufgrund der Fassadenrenovierung gewährt

die Kunsthalle Osnabrück allen Besuchenden

bis zum Ende der Laufzeit freien

Eintritt in alle aktuellen Ausstellungen des

Jahresprogramms Barrierefreiheit.

Hintergrundinformationen

Ausgehend von der eigenen Geschichte

beschäftigt sich die Kunsthalle mit

den Ein- und Ausschlussmechanismen

in der Gesellschaft und in der Kunst. Wir

We Cannot Di/Tue–So/Sun

11:00–18:00

Skip This Part

26.06.21–27.02.22

Barrierefreiheit/

Accessibility Candice Lin

06.11.21–27.02.22

Katrin Mayer

leben in einer Gesellschaft der Vielfalt

und gleichzeitigen Ausgrenzung. Nicht

alle Menschen haben gleichberechtigt

Zugang zu Wohnraum, Bildung oder

Sichtbarkeit. Normierungen lassen selten

06.11.21–27.02.22

sich unterscheidende Bedürfnisse

und Wahrnehmungen www.kunsthalle.osnabrueck.de

zu. Daher stellt die

Kunsthalle mit ihrem Ausstellungs- und

Vermittlungsprogramm gemeinsam mit

den eingeladenen Künstler:innen die Frage:

Kann es eine Gesellschaft ohne Barrieren

geben?

Im ersten Teil des Jahresprogramms wurden

vom 26. Juni bis 03. Oktober 2021

bereits Einzelausstellungen und Neuproduktionen

gezeigt von Alison O‘Daniel,

Slavs and Tatars sowie von Sabrina Röthlisberger.

Seit Juni wird das Programm

von einem großformatigen Banner von

Natasha A. Kelly und Hannah Marc an der

Fassade der Kunsthalle begleitet.

Candice Lin

The Glittering Cloud

→ 6. November 2021–27. Februar 2022

Katrin Mayer

Flurfunker:innen

→ 6. November 2021–27. Februar 2022

We Cannot Skip This Part

Künstlerisch gestalteter Filmraum im

Neubau der Kunsthalle

Raumkonzept: die Blaue Distanz im Dialog

mit dem Behindertenforum Osnabrück,

Filmprogramm kuratiert von

Inga Zimprich mit Arbeiten von Edna

Bonhomme, Nnenna Onuoha, Karin

Michalski, Romily Alice Walden

→ 26. Juni 2021–27. Februar 2022

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

Öffnungszeiten: Di.-So., 11-18 Uhr

→ Aufgrund von COVID-19 sind alle Informationen

unter Vorbehalt – Änderungen

unter www.kunsthalle.osnabrueck.de

kunst:stück 17


. osnabrück

↑ Cassils, Filmstill aus: Fast Twitch/Slow Twitch (Zweikanal-Videoinstallation), 2011–2013

Gender Piracy

Die Vielfalt der Geschlechter sichtbar machen

13. November 2021 (Eröffnung: 17–22 Uhr) bis 15. Januar 2022

Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de

Es gibt nicht nur zwei, sondern viele Geschlechter.

Wirklich gesellschaftlich anerkannt

ist das aber nicht. 2018 wurde zwar

in Deutschland der Geschlechtseintrag divers

für inter*Personen eingeführt, nichtbinäre

und trans*Personen bleiben von

der Regelung jedoch ausgenommen. Ihr

Anliegen wird in der politischen und gesellschaftlichen

Diskussion nach wie vor

übersehen, und sie werden häufig immer

noch marginalisiert und sogar pathologisiert.

Und auch inter*Personen wird der

Zugang zu Sichtbarkeit oft verwehrt.

Die Ausstellung „Gender Piracy“ im Kunstraum

hase29 vom 13.11.2021 – 15.1.2022,

bricht die traditionelle Vorstellung von

Geschlecht mit sechs künstlerischen Positionen

auf. Gezeigt werden Arbeiten

von internationalen Künstler*innen, die

Körper und Verhaltensweisen modifizieren

und transformieren. Denn besonders

queere Kunstschaffende haben vielfältige

Ausdrucksformen gefunden und treten so

mit progressiven und unkonventionellen

Arbeiten für sich und ihre Lebensweise ein.

Ausgewählt hat die Arbeiten Performance-

Künstler*in und Kurator*in Joran Yonis:

„Es geht darum, queeren Menschen mit

dieser Ausstellung eine Stimme zu geben,

aber auch um Fragen von Mut und

Offenheit.“ Die Arbeiten - Fotos, Videos,

Malerei und Installationen - dekonstruieren

geschlechtliche Körper und erschaffen

sie neu. “Sie verwirren, lösen auf und

machen queere Menschen sichtbar”, so

Joran Yonis.

Stellvertretend für das Anliegen der Ausstellung

steht der Titel von Luki von der

Grachts multimedialer Installation „Coming

to Voice“, in der Videos mit Liedern

und gesprochenem Text aus einer Sounddusche

verbunden sind. Der Niederländer

will mit seinem Werk andere queere Menschen

empowern und beschäftigt sich in

diesem Zuge mit Fragen von Identität,

Gender und Zugehörigkeit. Aber auch die

Transgender-Geschichte und die damit einhergehende,

oft verletzende Mediale Darstellung,

werden in den Arbeiten von Luki

von der Gracht thematisiert.

18 kunst:stück


. osnabrück

↗ Luki von der Gracht, Detail aus: Coming to Voice (Installation), 2021

↓ Luki von der Gracht, Untitled (Red and Pink Face), 2021

Künstler*in Cassils macht in einer Videoinstallation

den eigenen Körper zur Skulptur

und formt allein durch eine veränderte Ernährung

und Sport aus einem als weiblich

geformt verstandenen Körper eine

als männlich-muskulöse gelesene Figur.

„Cuts: A traditional sculpture“ heißt diese

Arbeit, die 2016 bei der Ausstellung „Homosexualität_en“

in Münster für Aufregung

sorgte. Die Deutsche Bahn weigerte

sich damals, das Werbeplakat mit Cassils

Arbeit aufzuhängen. Nur ein Jahr vorher

war das in Berlin kein Problem gewesen.

Humorvoll auf die Spitze getrieben ist Mary

Maggics Video „Housewives Making

Drugs“, in dem es um den Versuch geht,

Östrogen aus Urin zu gewinnen. Die Russin

Anna Okina zeigt mit ihrer Malerei, dass es

mehr als zwei Geschlechter gibt. Auf ihrer

Portraitmalerei ist eine queere Person zu

sehen, die in der traditionellen burjatischen

Tracht gekleidet ist. JJ Maurer entwickelt

eigens für die Ausstellung in der hase29 eigene

Fotoarbeiten. Außerdem steuert Joran

Yonis selbst eine Installation bei.

Sachbüchern und auch Kinder- und Jugendbüchern.

An diese Zielgruppe richtet

sich außerdem der Workshop „We Are

Everywhere - Gender-nonconforming und

trans*-idente Künstler*innen und Vorbilder

in der Geschichte und heute“ mit

Luki von der Gracht, in dem die Teilnehmenden

sich spielerisch mit den Themen

Geschlechtsidentität, Rollenbilder und ihre

Darstellung in den Medien, der modernen

Kunst und im Alltag annähern.

hase29

Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

Die Ausstellung richtet sich auch an junge

Menschen. So besteht sie neben den

künstlerischen Arbeiten aus einer Bücherecke

mit Romanen, Biografien und


. osnabrück

3D’21

Gruppenausstellung

6. November bis 31. Dezember 2021

skulptur-galerie Osnabrück | www.skulptur-galerie.de

Noam Ben-jacov, Sunset

Osnabrück trifft Haarlem

Nach dem Erfolg der Ausstellungen drei.de

2020, Dreidimensional 2019, Junge Plastik

2018 und Kleinskulpturen 2017 zeigt die

skulptur-galerie Osnabrück die nächste

Gruppenausstellung mit dem Titel „3D’21“.

Die eingereichten Arbeiten dokumentieren

eine Vielfalt in Materialen und Themen.

Damit gibt die von Dagmar von Kathen

kuratierte Ausstellung einen Einblick in

die aktuelle dreidimensional arbeitende

Kunstszene in der Region Osnabrück und

Haarlems.

Eine Jury, bestehend aus Dr. Ulrike Hamm,

Wolfgang Knaup, Dagmar von Kathen, Eva

Hilde Foks, ohne Titel

Preckwinkel und Jens Raddatz hat aus 30

Bewerbungen folgende 19 Künstler:innen

ausgewählt: Noam Ben-jacov (Haarlem),

Manfred Blieffert, Dik Box (Haarlem), Thomas

Bühler, Alexej Eisner, Hilde Foks (Haarlem),

Monika Hamann, Marjan Jaspers

(Haarlem), Joachim Jurgelucks, Werner Kavermann,

Gijsbert Lameijer (Haarlem), Linda

Molenaar (Haarlem), Bernd Obernüfemann,

Nadia Pereira Benavente, Elfi Plashues, Aaron

Rahe, Ian Paul de Ruiter (Haarlem), Margit

Rusert, Antje Wiewinner.

Die Ausschreibung für die Teilnahme an

der Ausstellung erfolgte an Künstler:innen

aus der Region Osnabrück, mit Bezug zu

Osnabrück und an die Mitglieder der „De

Vishal – Kunst op Kantoor“ in Osnabrücks

niederländische Partnerstadt Haarlem.

Die Vishal ist ein Ausstellungsort im Herzen

Haarlems (Grote Markt) für aktuelle

bildende Kunst, eine Institution, die von

Künstler:innen getragen wird. Eine Mitgliedschaft

bei De Vishal ermöglicht, dass

sich Künstler:innen zeigen, vernetzen,

sichtbar werden. Das Experimentieren

wird in De Vishal groß geschrieben.

www.devishal.nl

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr /

Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage

skulptur-galerie.de

Bierstraße 2, 49074 Osnabrück

20 kunst:stück


Zur Abwechslung mal

www.klartext-grafik.de

750

Jahre

DIE

BURG.

VISCHERING

Lars Reiffers, Fleur de Lys, 2019,

Kunstdruck auf Hahnemühle Fine Art Papier,

signiert und nummeriert, Auflage 50, 39 x 46 cm

© Lars Reiffers

ART

Vischering

VERKAUFSAUSSTELLUNG

AUF BURG VISCHERING

10.

OKT

21


23.

JAN

22

BURG VISCHERING

MUSEUM. KUNST. KULTUR.

Berenbrock 1 | 59348 Lüdinghausen

burg-vischering.de


. osnabrück

Joachim Jurgelucks, Komposition 99, Holz, 36x32x19cm, 2021, Foto: Joachim Jurgelucks

Still

Joachim Jurgelucks / Skulptur und Johannes Gervé / Malerei

5. November (Eröffnung: 19 Uhr) bis 4. Dezember 2021

Kunst-Quartier des BBK | www.bbk-osnabrueck.de

In einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren

Joachim Jurgelucks und Johannes

Gervé neue Werke. Es geht um Form und

Fläche, sinnlich begreifbar, ohne Ablenkung,

ohne Verspieltheit. Stille und konzentrierte

Reduktion zeichnet ihre Arbeiten aus.

Joachim Jurgelucks ist seit 2008 als freischaffender

Künstler tätig. Der Autodidakt lebt

und arbeitet in Melle.

Johannes Gerve studierte an der Staatlichen

Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

Seit 1991 als freischaffender Künstler tätig,

lebt und arbeitet er in Karlsruhe/Ettlingen.

– – –

Wilhelm Plogmann

Horizontei

10. Dezember 2021 (Eröffnung: 19 Uhr)

bis 8. Januar 2022

DieAusstellung mit aktuellen Arbeiten des

Künstlers findet anlässlich seines 80. Geburtstags

statt.

Kunst-Quartier des BBK

Bierstraße 33, 49074 Osnabrück

Johannes Gervé, early yellow, Tempera/Leinwand, 120x240cm, 2021, Foto: Johannes Gervé

22 kunst:stück


. osnabrück

Neustart am Theater Osnabrück

Städtische Bühnen Osnabrück, Domhof 10/11, 49074 Osnabrück

www.theater-osnabrueck.de

Die neue Intendanz am Theater Osnabrück

um Ulrich Mokrusch ist nach anderthalb

Jahren Vorbereitungszeit gestartet. Zur

Eröffnung gab es vor dem Theater einen

Beach zum Kennenlernen und bis Ende Dezember

eröffnet ein Open Space am Rande

des Zentrums. Das engagierte neue Team

sorgt für einen programmatischen Neustart

des Theaters. Es hat sich mit dem Slogan

„Transkulturell, Maßlos, Gemeinsam”

auf den Weg gemacht. Das Theater Osnabrück

wird sich noch weiter zur Stadt hin

öffnen: Es wird mehr Partizipation geben,

zahlreiche spartenübergreifende Projekte

und in jedem Jahr ein besonderes Partnerland.

Im ersten Jahr wird dies Syrien sein.

Transkulturell steht für das Miteinander

in der Begegnung unterschiedlicher Kulturen.

So eröffnet das Verschwinden von

festen Gewissheiten hin zu einem offenen,

fließenden Bild von Identitäten Räume für

unerwartete Begegnungen. In Romanadaptionen

wie „1000 Serpentinen Angst“

von Olivia Wenzel oder in „Herkunft“ von

Saša Stanišić erzählen wir Geschichten

vom Aufwachsen in Deutschland aus verschiedensten

migrantischen Blickwinkeln.

Maßlos richtet sich an das Denken und

Spielen mit den künstlerischen Möglichkeiten

und dem Erzählen. Hier reicht die

24 kunst:stück


. osnabrück

→ Neustart am Theater Osnabrück

Fotos von links nach rechts und von oben nach unten: The Writer · Schauspiel von Ella Hickson (Foto Joseph Ruben),

Fremde Erde · Oper von Karol Rathaus (Foto: Stephan Glagla), Dance Company Osnabrück (Foto: Uwe Lewandowski),

Fortune · Schauspiel von Simon Stephens (Foto Joseph Ruben), 1000 Serpentinen Angst · Schauspiel von Olivia Wenzel

(Foto Uwe Lewandowski)

Palette von der aktuellen Version

des Faust-Mythos „Fortune“

über die Opernrarität

von 1930 „Fremde Erde“ von

Karol Rathaus bis zur berühmten

Oper „Lucia di Lammermoor“.

Gemeinsam meint sowohl

gemeinsam mit dem Publikum

in der Stadt und der Region

als auch gemeinsam im

Austausch der Kunstformen.

Diese Gedanken finden sich

auch im Spielplan wieder

und schaffen neben dem bestehenden

Kanon der Werke

auch Raum für Unbekanntes.

Also spannt das Theater Osnabrück

einen Bogen von

„Singin‘ in the Rain“ und

„Mord im Orientexpress“ bis

zum großen spartenübergreifenden

Projekt „Songs for

Days to Come“, einer Uraufführung

des syrischen Komponisten

Kinan Azmeh.

www.theater-osnabrueck.de

kunst:stück 25


Lise de la Salle

Ragna Schirmer

Ensemble Polyharmonique

Pablo Barragán

04.09. – 12.12.2021

KLOSTER MALGARTEN

Danke!


Kartentelefon 05461/ 99 630

www.malgartener-klosterkonzerte.de

Niniwe

Dorothee Mields

Leonkoro Quartett

Matthias Kirschnereit

Veranstalter


. bramsche

Kunst Stoff

Ausstellung der Gruppe quiltARtnet

11. Dezember 2021 bis 13. Februar 2022

Tuchmacher Museum Bramsche | www.tuchmachermuseum.de

Die Gruppe quiltARtnet – Renate Dellenbusch

(Osnabrück), Rebecca Roth (Schramberg)

und Annette Rußwinkel (Osnabrück)

– zeigt in der Ausstellung „Kunst Stoff“, die

vom 11. Dezember 2021 bis zum 13. Februar

2022 im Tuchmacher Museum Bramsche zu

sehen ist, traditionelle Patchworkarbeiten

und Art-Quilts. Die Ausstellungseröffnung

findet am Freitag, 10.12.2021, 19 Uhr, statt

(unter Vorbehalt). Der Eintritt ist frei.

Patchwork hat auf allen Kontinenten eine

lange Tradition. Seit den 1970er-Jahren entwickelte

sich aus der traditionellen Handarbeitstechnik

eine eigenständige Textilkunst

– die Art-Quilts. Weltweit gibt es eine aktive

Szene mit Patchwork-Gruppen und Organisationen.

Auch die Mitglieder von quiltARtnet

sind überregional mit anderen Gruppen und

Textilkünstler*innen vernetzt: „Wir inspirieren

uns gegenseitig und nehmen gern an

Weiterbildungen teil.“

Seit ein paar Jahren präsentieren Renate Dellenbusch,

Annette Rußwinkel und Rebecca

Roth ihre Patchworkarbeiten gemeinsam

in Ausstellungen. Die Gruppe lässt sich in ihren

Art-Quilts häufig von aktuellen Themen

beeinflussen: So beschäftigt sich Renate

Dellenbusch in ihren Arbeiten mit Fragen

des Klimawandels oder den Auswirkungen

von Umweltkatastrophen, während Annette

Rußwinkel in ihren Werken die Folgen der

Corona-Pandemie reflektiert. Andere Quilts

der Ausstellung zeigen Interpretationen zu

den Themen Vernetzung und Globalisierung,

28 kunst:stück


. bramsche

Abb. v.l.n.r.:

Annette Rußwinkel, Vernetzung weltweit, Foto: Annette Rußwinkel // Renate Dellenbusch, Cavex, nach einer Anleitung von

Anke Wechsung, Foto: Renate Dellenbusch // Rebecca Roth, Bauhaus Inspiration, nach Sonja Delaunay, Foto: Rebecca Roth

aber auch Bauhaus, Bewegung, Mode, Illusion

und Mathematik.

„Unsere Arbeiten sind unsere Art, uns textil

auszudrücken, ob politisch, zeitgenössisch,

themenbezogen, bunt und dezent, modern

oder ein wenig traditionell.“ Die Mitglieder

der Gruppe arbeiten fast ausschließlich

frei. Neben überwiegend handgefärbten

und handbedruckten Stoffen werden auch

Materialien wie Organza, Tüll, Evolon oder

Filz verarbeitet. In einigen Arbeiten finden

auch bewusst gebrauchte textile Materialien,

wie alte Wäsche oder Kleidungsstoffe,

Verwendung.

Alle Gruppenmitglieder können auf eine

rege, überregionale Ausstellungstätigkeit

und Wettbewerbserfahrung zurückblicken.

Rebecca Roth gibt zudem seit vielen Jahren

ihr enormes Fachwissen über die Grundlagentechniken

des Patchworks bis hin zum

Handfärben von Stoffen in Kursen weiter.

Zum Abschluss der Ausstellung besteht

für alle Interessierten die Möglichkeit, an

einem der beiden Workshops von Rebecca

Roth teilzunehmen.

→ Samstag, 12. Februar 2022, 12–16 Uhr

geht es beim Workshop „Lust auf einen

Farbenrausch?“ um experimentelle Färbetechniken.

→ Sonntag, 13. Februar 2022, 10–14 Uhr

widmet sich der Workshop „Durch Stempeldruck

zum eigenen Stoffdesign“ einer

Technik des Stoffdrucks.

Die Kursgebühr beträgt für einen Termin

50,00 Euro. Informationen zur Durchführung

und Anmeldung werden auf der

Homepage des Tuchmacher Museums veröffentlicht,

www.tuchmachermuseum.de

Tuchmacher Museum Bramsche

Mühlenort 6, 49565 Bramsche

kunst:stück

29


. bramsche

Niniwe © Michael Neugebauer ↑

Internationaler Malgartener Musikherbst 2021

Zum Festivalabschluss erklingt noch zweimal Vokalmusik

Kloster Malgarten Bramsche, Am Kloster 1a, 49565 Bramsche-Malgarten

www.malgartener-klosterkonzerte.de

Am Sonntag, den 07. November 2021 findet

das nächste Doppelkonzert (16 Uhr & 18

Uhr) im Rahmen des „Internationalen Malgartener

Musikherbstes 2021“ statt. Doch

anders als alle anderen Festivalkonzerte

findet dieses Konzert nicht in Malgarten,

sondern in der Alten St. Alexanderkirche

in Wallenhorst statt.

Und die ist wie gemacht für die intime

Besetzung an diesem Nachmittag: Mit

Dorothee Mields kommt eine der herausragendsten

Sängerinnen Deutschlands für

die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ins

Osnabrücker Land. Begleitet wird ihr verzaubernder

Sopran von den Musikern des

Dorothee Mields © Annelies van der Vegt ↓

Concerts Royal. Im Konzert dreht sich alles

um himmlische und irdische Liebe in der

Musik. So erklingen Werke von Georg Philipp

Telemann, Henry Purcell, Georg Friedrich

Händel u. a.

Die vier Sängerinnen von Niniwe gestalten

das Abschlusskonzert des Festivals

am Sonntag, den 12. Dezember 2021, das

gleichzeitig das traditionelle Adventskonzert

im Kloster Malgarten ist. Um 15 Uhr

und um 17 Uhr sind in der Klosterkirche alte

und neue Weihnachtslieder in „neuem

Gewand“ zu hören. Die Konzertbesucher

können sich auf „Weihnachtslieder mit Tiefe

und Glanz“ freuen, so die Leine Zeitung.

Eine Stunde lang heißt es: sich berühren

lassen, innehalten und in weihnachtliche

Stimmung geraten.

Karten für die Konzerte sind nur im Vorverkauf

erhältlich beim Veranstalter Intern.

Arbeitskreis für Musik e. V. (Tel. 05461.99

630 oder per E-Mail: info@iam-ev.de).

Detaillierte Konzertinformationen unter

www.malgartener-klosterkonzerte.de

Für Konzertbesucher gilt die 3-G-Regelung:

vollständig geimpft, genesen oder

nachweislich negativ getestet (max. 24

Stunden alt).

30 kunst:stück


. osnabrück

of Tradition

Breaking out

Japanese Lacquer – 1890 to 1950

23.9. –

12.12.2021

Die Ausstellung ist eine Kooperation

mit dem Rijksmuseum, Amsterdam

Eine Einrichtung der

BASF Coatings GmbH

www.museum-fuer-lackkunst.de

Windthorststraße 26

48143 Münster kunst:stück 31


. mettingen

Touch

28. November 2021 bis 27. Februar 2022

Draiflessen Collection | www.draiflessen.com

Was bis vor Kurzem noch völlig alltäglich,

ein selbstverständlicher Akt der menschlichen

Begegnung war, ist dies plötzlich

nicht mehr: die gegenseitige Berührung,

die Umarmung oder der Handschlag zur

Begrüßung. Diesen Moment und die Bedeutung

dieser menschlichen Verbindung

thematisiert der niederländische Künstler

Daan Roosegaarde (*1979) in seiner eigens

für die Draiflessen Collection entwickelten

raumgreifenden Installation.

In dem 4.300 m³ fassenden Ausstellungraum

des Museums hat Roosegaarde

mit TOUCH ein interaktives Kunstwerk

entstehen lassen, das die Besucher*innen

beim Betreten in seinen Bann zieht, Verwunderung

entstehen lässt und ohne

Worte zum Handeln auffordert und inspiriert.

Dass unsere Wahrnehmung und

Handlung gezielt auf diesen besonderen

Akt der Verbindung gelenkt werden,

enträtselt sich genau im Moment der Berührung:

Diese ist der Schlüssel zu einer

imposanten visuellen Explosion, die uns

und unser Gegenüber in ein neues Universum

versetzt.

„Roosegaarde hebt eine Handlung hervor,

die wir nie wieder als selbstverständlich ansehen

dürfen. Er lässt uns einen kulturell

und persönlich wichtigen Akt kontrolliert

ausführen und öffnet uns im selben Moment

die Augen. Statt Angst vor der Zukunft

zu haben, weckt er bewusst die Neugier

auf die unendlichen Möglichkeiten der

Zukunft, lenkt den Blick geschickt nach innen

wie ebenso auf unser Gegenüber und

lässt uns damit Teil eines Universums werden.“

(Museumsdirektorin Dr. Corinna Otto)

Die Installation TOUCH macht fühlbar, dass

selbst die kleinste gemeinsame Interaktion

eine große Wirkung haben und die Welt

um uns herum verändern kann. Sie lässt

uns spüren, wie wichtig es ist, Teil einer Gemeinschaft

zu sein, welche Kräfte dadurch

entstehen können, bewusst zusammenzuarbeiten,

und öffnet die Augen dafür, wie

eine gemeinsame Zukunft gestaltet werden

kann. Licht ist dabei für Daan Roosegaarde

ein wesentliches Gestaltungsmittel.

„Licht ist das Symbol für Neuanfang. Um

eine bessere Welt zu schaffen, müssen wir

32 kunst:stück


. mettingen

Alle Abb.: Daan Roosegaarde, Touch, 202 © Draiflessen Collection/Daan Roosegaarde, Foto: Peter Hübbe

sie uns erst einmal vorstellen. In TOUCH

reichen wir uns die Hände, um über unsere

gemeinsame Zukunft nachzudenken.“

(Daan Roosegaarde)

Der niederländische Künstler und Designer

Daan Roosegaarde (* 1979) entwickelt seit

2007 Projekte, die Technologie und Kunst

ebenso wie Kunst und Betrachter*innen

miteinander verbinden. Er entwickelt dabei

neue physische und gedankliche Räume,

die den Blick auf eine alternative Welt

eröffnen.

Upcycling von Weltraummüll) und URBAN

SUN (Reinigung öffentlicher Räume vom

Coronavirus).

www.studioroosegaarde.net

Draiflessen Collection

Georgstraße 18, 49497 Mettingen

Als Social Design Lab verbinden Roosegaarde

und sein Team Menschen und

Technologie in Projektentwürfen, die das

tägliche Leben im urbanen Bereich verbessern

und gleichzeitig die Fantasie anregen.

Das Studio hat zahlreiche internationale

Designpreise gewonnen. Zu den

international anerkannten Arbeiten gehören

WATERLICHT (eine virtuelle Überschwemmung,

die die Kraft des Wassers

zeigt), SMOG FREE PROJECT (der weltweit

erste große Luftreiniger für den Außenbereich,

der Smog in Schmuck verwandelt),

SMART HIGHWAY (Straßen, die sich

tagsüber aufladen und nachts leuchten),

SPACE WASTE LAB (Visualisierung und

kunst:stück 33


. mettingen

Lucas van Leyden,

Die Dornenkrönung, 1521

© Draiflessen Collection/

Tuliba Collection,

Foto: Stephan Kube

Passion Kunst

Kabinettausstellung

24. November 2021 bis 15. Mai 2022

Draiflessen Collection | www.draiflessen.com

Lucas van Leyden (ca. 1494–1533) ist eine

der außergewöhnlichsten und herausragendsten

Künstlerpersönlichkeiten der

niederländischen Renaissance. Wie Albrecht

Dürer (1471–1528), mit dem er in regem

Austausch stand, konzentrierte sich

Van Leyden auf die Charakterisierung von

Menschen und deren Verhalten.

Mit viel Fantasie und erzählerischem Talent

sowie ungewöhnlichen Sicht- und

Herangehensweisen schuf er aus allseits

bekannten Themen unkonventionelle grafische

Meisterleistungen. Vor allem strebte

er nach künstlerischen Lösungen und Innovationen.

Kein Wunder, dass er – zeitgenössisch

schon als „Wunderkind“ betitelt

– damit völlig neue Maßstäbe setzte und

vielfach kopiert wurde.

Die Kabinettausstellung im Studiensaal

Liberna widmet sich Lucas van Leydens

14-teiliger Kupferstichserie zur Passion

Christi. Alle Grafiken dieser Serie stammen

aus dem Jahr 1521; feiern also 2021 ihr

500-jähriges Jubiläum! Warum aber galten

die Stiche vor 500 Jahren als innovativ und

inspirierend, warum Lucas van Leyden als

überlegen und unvergleichlich? Ist diese

Relevanz auch heute noch sichtbar? Oder

(wieder) erfahrbar?

Draiflessen Collection

Georgstraße 18, 49497 Mettingen

34 kunst:stück


3 D’21

GruppenausstellunG

Noam Ben-jacov, Manfred Blieffert, Dik Box , Thomas Bühler, Alexej Eisner, Hilde Foks,

Monika Hamann, Marjan Jaspers, Joachim Jurgelucks, Werner Kavermann, Gijsbert

Lameijer, Linda Molenaar Bernd Obernüfemann, Nadia Pereira Benavente, Elfi Plashues,

Aaron Rahe, Ian Paul de Ruiter, Margit Rusert, Antje Wiewinner.

06. november − 31. Dezember 2021

© Hilde Foks, o.T.

. osnabrück

Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück · www.skulptur-galerie.de * Mo – Fr 11–18 Uhr, Sa / So 11–16 Uhr

Kultur aus der region

www.KunststuecK-magazine.de

24/7

das Magazin für Kunst & Kultur

aus der region – gedrucKt iM handlichen

taschenforMat oder als app – iMMer dabei

regionale ausgaben

c/o osnabrücK + Münsterland

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o breMen+ oldenburg

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o ostwestfalen

(Movin verlag, bielefeld)

muensterlandfestival.com

Druckgrafik-Ausstellungen

ab 10.10.21

Kloster Bentlage | Rheine

ab 14.10.21

Museum FARB | Borken

Kooperationspartner:

Druckvereinigung Bentlage

FARB Borken und

kunst:stück

Kloster Bentlage

35


making

places

distinctive

colorful

pro office Büro + Wohnkultur

Sutthauser Str. 287, 49080 Osnabrück

Tel.: 0541.33 50 63 0, Fax: 0541.33 50 63 3

www.prooffice.de


usm.com


. tecklenburg

Karel Dierickx, La mer IV, Gouache auf Papier, 29,5 x 42 cm

Karel Dierickx

Illusionäre Landschaften

Malerei, Zeichnungen und Bronzen aus drei Jahrzehnten

02. Oktober 2021 bis 28. Februar 2022

Otto Modersohn Museum Tecklenburg | www.ommt.de

Karel Dierickx (1940–2014), im flämischen

Gent geboren, studierte Malerei an der

dortigen Koninklijke Academie voor

Schone Kunsten, wo er auch später als Dozent

lehrte. 1984 vertrat er den belgischen

Pavillon auf der 41. Biennale in Venedig.

Landschaften haben einen großen Stellenwert

in Dierickx’ Œuvre. In Form von

Reisen, etwa nach Südamerika, und auch

bei dem von ihm so geschätzten „Ferien

machen“ in der Bretagne oder auf der

niederländischen Insel Tholen erschloss

er sich immer wieder besondere Gebiets-

Formationen, eigenwillige Vegetation und

spezifische Lichtverhältnisse. Aber ihm

diente das Gesehene nur als Ausgangsmotiv,

er fühlte sich durch die sichtbare

Welt inspiriert, und erst dann begann seine

ureigenste Auseinandersetzung damit.

Dierickx äußerte sich im Darlegen innerer

Regungen, seine Malweise war impulsiv,

gestisch, so finden sich auf mehreren seiner

Gemälde taktile Spuren seiner Hände.

Das Malen war für ihn ein (fast) nie

endender Prozess, er fand hier eine Analogie

in seinem Bemühen, etwas von der

Vergänglichkeit festzuhalten. So zerstörte

und überlagerte er die Oberflächen seiner

Werke zigfach aufs Neue, bis eine verblassende

Ahnung vorherrschte. Bei aller

intimen, sehr persönlichen, suggestiven

Kraft, die in seinem Werk vorherrscht,

war Karel Dierickx ein großer Kenner der

flämischen Tradition, setzte sich weitreichend

mit der Kunstgeschichte auseinander.

Er erwähnt immer wieder Breughel,

Ensor, Cézanne, Morandi und Giacometti

als Vorbilder. Das Phänomen der Natur

erwies dem Künstler sein gewünschtes

Spannungsfeld der realitätsbezogenen Figuration

einerseits und der Überführung in

eine gegenstandslose Kunst andererseits.

Die in den Jahren 1996 – 2010 entstandenen

Gemälde, Zeichnungen und Bronzen

zeigen gattungsübergreifend Dierickxs

„Formen der Modellierungen“. Sein Erfassen-Wollen

der Welt, die sich gibt und doch

verweigert – eben illusionär verbleibt.

„Er ist der Maler des Lichts, das sich

versteckt“ (Roland Jooris)

Öffnungszeiten:

Mi+Fr 14–18Uhr, Sa+So 11–18 Uhr

Führungen nach Anmeldung.

Mi 15.00 + 16.30 Uhr, So 11.00 + 12.30 Uhr

Otto Modersohn Museum Tecklenburg

Markt 9, 49545 Tecklenburg

38 kunst:stück


. tecklenburg

11. September 2021 bis 16. Januar 2022

Am Kindergarten 2

32052 Herford

Stiftung Ahlers Pro Arte

Freitag bis Sonntag 12 bis 17 Uhr

Führungen jeden Samstag 15 Uhr www.ahlers-proarte.com

Bitte informieren Sie sich auf unserer Internetseite über die aktuellen Zugangsbestimmungen

Jan Henderikse, $-Shirt, 2017, ahlers collection, © Jan Henderikse

kunst:stück 39


. rheine

Malerei 21

26. November 2021 bis 13. Februar 2022

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Das Ziel der Ausstellungsreihe „Malerei“,

die 2004 startete, ist es, zu präsentieren,

wie sich das Medium der Malerei immer

wieder selbst infrage stellt und auch erneuert.

Sie zeigt, wie Malerei bei allem technischen

Fortschritt der künstlerischen Medien

einerseits über alle Diskussionen bei

sich bleibt, andererseits an den zeitgenössischen

Entwicklungen teilnimmt und daraus

eine Zukunftsperspektive entwickelt.

Für diese Ausgabe wurden Arbeiten von

Tuğba Durukan, Theresa Heitfeld, Haakon

Neubert und Nette Pieters, durch eine vierköpfige

Jury ausgewählt.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe

(LWL) unterstützt die Reihe seit ihrem

Start. Damit fördert er einerseits den

künstlerischen Nachwuchs aus der Region,

zum anderen ist es Aufgabe der allgemeinen

Kulturförderung des LWL, möglichst

viele Menschen an der Kultur in der Region

teilhaben zu lassen. Das Konzept, eine

sorgsam kuratierte Malerei-Ausstellung

mit jungen Positionen an jährlich wechselnden

Orten in Westfalen zu zeigen, passt

ideal zu diesem Auftrag.

Haakon Neubert, Freischärler der Liebe, Acryl auf Leinwand, 2021 // Jean Claude Escoulin, Exode

Jean Claude Escoulin

Von Nahem betrachtet

12. Dezember 2021 bis 16. Januar 2022

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Wer sind wir? Wer wollen wir sein? Wo

wollen wir hin? Der persönliche Lebenszyklus,

den wir durchlaufen, ist nicht gradlinig.

Beeinflusst von politischen und ökologischen

Veränderungen müssen wir uns

immer neue Standpunkte suchen und unser

Leben danach ausrichten.

Diese Gedanken prägen die Kunst von Jean-Claude

Escoulin. Seine Ausbildung erhielt

der gebürtige Franzose in Paris. Seit

vielen Jahren lebt er als Bildhauer und

Maler in Rheine. In seinen Arbeiten konzentriert

er sich auf die Darstellung von

Emotionen, die geprägt sind von der Dichotomie

von dunkler Seele und bunter

Welt. Die Ausstellungsreihe „Von Nahem

betrachtet“, die seit 2017 Künstler:innen

aus dem geografischen und dem gefühlten

Nahbereich des Klosters präsentiert,

zeigt vor allem seine oft mehrteiligen Holzskulpturen.

Von teilweise monumentalen

Tierdarstellungen hat er sich immer stärker

abstrakten Formen zugewandt, in denen

er auf sehr berührende Art und Weise den

Menschen und die Themen Flucht und Vertreibung

ins Zentrum stellt. Demgegenüber

finden wir aber auch frohe Momente,

wie beispielsweise sein Reigen von im Spiel

versunkenen Kindern.

Kloster Bentlage

Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

40 kunst:stück


11.12.2021 – 13.2.2022

Ausstellung der Gruppe

quiltARtnet

Mühlenort 6, 49565 Bramsche

Tel. 0 54 61/94 51-0

www.tuchmachermuseum.de

Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr


. rheine

prINT

Grafikprojekt im Münsterland Festival

10. Oktober bis 14. November 2021

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Von der Idee bis zur Skizze auf dem Papier,

übertragen auf einen Druckstock aus Holz,

Metall, Karton, etc. – die Druckgrafik war

und ist ein spannendes Feld. Die Druckvereinigung

Bentlage hat sich seit über 20

Jahren die Förderung der Druckgrafik und

Buchkunst zur Aufgabe gemacht und betreibt

dafür am Kloster Bentlage in Rheine

zwei gut ausgestattete Werkstätten, in

denen zahlreiche Grafikprojekte, Fachtagungen

für ein sowie Workshops durchgeführt

werden.

Das Münsterland Festival ist von Beginn

an eines der wichtigsten Kooperationsprojekte,

in dem sich die Druckvereinigung

und das Kloster Bentlage mit dem Grafikprojekt

prINT engagiert. Künstler:innen

aus den Partnerländern des Festivals arbei-

ten gemeinsam in der Druckwerkstatt des

Klosters Bentlage in Rheine – und nicht nur

das. Sie leben auch vor Ort und lassen sich

von den dortigen Einflüssen inspirieren.

In diesem Jahr gibt prINT vier Künstler-

:innen aus dem Gastland Österreich die

Gelegenheit, den Besucher:innen mit ihren

Ausstellungen in der Scheune am Kloster

Bentlage und im Museum FARB in Borken

die Vielfalt und Kraft der künstlerischen

Druckgrafik vorzustellen. Neben Arbeiten,

die im Laufe der vergangenen Jahre entstanden

sind, werden auch druckfrische

Exemplare gezeigt, die sie während ihres

zweiwöchigen Arbeitsaufenthalts Anfang

September in den Werkstätten der Druckvereinigung

am Kloster Bentlage produziert

haben.

Hermann Willers

Ansichtssache

verlängert bis 31. Dezember 2021

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de

Bekannt geworden ist der Fotograf Hermann

Willers vor allem durch seine einfühlsamen

Stadtportraits von Rheine,

Tecklenburg, Münster und Berlin. Außerdem

durch den Bildband „florales“, seinen

Hymnus auf die Vergänglichkeit der Flora.

In staunenswerter Weise brachte er darin

das Kunststück fertig, durch Weglassen

mehr zu zeigen. Mit sicher fokussiertem

Blick blendete er das ganze laute Drumherum

aus und konzentrierte sich streng

auf das wesentliche Detail. Indem er das

Kleine groß und das Große klein zeigt, stiftet

er den staunenden, hinterfragenden,

suchenden Betrachter zu entdeckendem

Hermann Willers, Ansichtssache, Ausschnitt

Sehen an. Mit seinem neuen Projekt „Ansichtssache“

geht er nun aber noch einen

entscheidenden Schritt weiter.

Bei wiederholter Betrachtung seines über

mehr als zehn Jahre angewachsenen Bilderschatzes

kommunizierten Motive plötzlich

miteinander und bildeten einen stimmigen

gedanklichen Einklang. Den machte

Hermann Willers zu seinem neuen Thema

und stellte verwandte Motive paarweise

zusammen. Bei den Paaren muss man sehend

Denken und tiefer hinschauen, um

ihren poetischen Zusammenhang zu ergründen.

42 kunst:stück


. osnabrück

www.draiflessen.com

DAAN ROOSEGAARDE

TOUCH

28. November 2021–27. Februar 2022

PASSION

KUNST

KABINETAUSSTELLUNG

24.11.2021–15.05.2022

kunst:stück 43


. hörstel

44 kunst:stück


. hörstel

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

↗ Veranstaltungen | www.da-kunsthaus.de

Klosterstraße 10, 48477 Hörstel

04.12.21 –13.03.22 | Winterlicht – plants and plastics | Lichtinstallationen

von Nils Völker | Eröffnung: 04.12.21 um 16 Uhr

*Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

Die Reihe „Winterlicht“ hat im DA, Kunsthaus

Kloster Gravenhorst bereits Tradition:

seit 2008 sind in den historischen Innenräumen

und/oder auch im Aussenraum des

ehemaligen Klostergeländes Licht- und Videoinstallationen

von wechselnden, international

renommierten Lichtkünstlerinnen

und Lichtkünstlern zu erleben.

Sie interpretieren die Räume mit Licht und

Farbe und begeistern in den Wintermonaten

mit beeindruckenden Lichtinstallationen.

In dieser Saison wird der Künstler

Nils Völker unter dem Titel „plants and plastics“

mit leuchtenden Installationen neue

Sichtweisen schaffen.

Planschbecken, Zimmerpflanzen, Mülltüten

… In seinen meist großformatigen Arbeiten

nutzt der in Berlin lebende Künstler

Nils Völker (*1979) die Eigenschaften

der Dinge. Er verwandelt Alltagsgegenstände

und -materialien in kinetische Installationen,

die leuchten, surren oder knistern.

Durch serielle Aneinanderreihung

verortet der Künstler unseren Blick auf die

gewählten Objekte neu und schafft mittels

Elektronik und Programmierung sich

wandelnde, nahezu organisch anmutende

Oberflächen. So beispielsweise in der imposanten

Arbeit paddling pools (2018), deren

Anordnung und Lichtchoreographie

zahlreiche neonfarbene Planschbecken

eindrucksvoll in Szene setzt.

Für die Ausstellungsreihe Winterlicht des

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst entwickelt

Völker außerdem zwei gänzlich neue

Arbeiten. Im Remter des Klosters treffen

die BesucherInnen auf eine „atmende“

Säule aus blauen Müllsäcken. Das Gewölbe

beherbergt eine Auswahl an typischen

Zimmerpflanzen, deren minimalkinetische

Beleuchtung dem Sonnenstand des jeweiligen

Herkunftsortes folgt. Die Ausstellung

plants and plastics setzt Kunststoffe und

natürliche Materialien in eine spannungsreiche

Beziehung, eröffnet Kontraste und

zeigt zugleich Parallelen auf.

Installationen von Nils Völker sind in öffentlichen

Sammlungen in Deutschland,

China und den Niederlanden vertreten.

Inspiration zur Lichtkunst von Nils Völker

auf www.nilsvoelker.com

← Nils Voelker, Paddling Pools

↙ Kunst in der Region, Blick in die Ausstellung

09.10. – 21.11.21 | Kunst in der Region – Gemeinschaftsausstellung

zeitgenössischer Kunst | *Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

Mit der jährlichen Gemeinschaftsausstellung

»Kunst in der Region« präsentiert der

Kreis Steinfurt seit 1990 einen Einblick in

das aktuelle Kunstschaffen in der Region.

Jeweils zum Sommer gibt es einen Bewerbungsaufruf

für Künstlerinnen und Künstler

aus dem Münsterland, dem Gebiet der

EUREGIO mit den angrenzenden Niederlanden

und dem Osnabrücker Land.

Eine jährlich wechselnde Fachjury bestehend

aus je einem Vertreter der Kunstakademie

Münster oder der ArtEZ Enschede/

Hengelo, einer regionalen Kultureinrichtung

und einer Kulturinstitution, die ihren

Sitz nicht in der Region hat, wählt anhand

von Originalwerken die Arbeiten für die jeweils

aktuelle Ausstellung aus, die immer

im Herbst im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

präsentiert wird. Ziel der Ausstellung

ist es, die facettenreichen Aussagen

der bildenden Kunst zu zeigen und

zu einem spannenden Dialog zwischen

Künstlerinnen, Künstlern und Besuchern

einzuladen.

Durch jährliche Ankäufe aus dieser Ausstellung

hat der Kreis Steinfurt eine umfangreiche

Sammlung des regionalen

Kunstschaffens aufgebaut, die in den

Kreishäusern in Steinfurt und Tecklenburg

dauerhaft ausgestellt ist.

kunst:stück 45


. hörstel

09.10.21 – Januar 22 | RÜCKBLICK! Projektstipendium Kunst-

Kommunikation 21 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken

Die Stipendiatinnen präsentieren ihre

Kunstprojekte in den Ateliers des DA:

„hard working / soft working“ von Julia

Arztmann, „Portraits von Tagen und Orten“

von Kati Gausmann, „BANG! BOOM!“

von Carola Rümper und „Self Service Selfie

Box“ von Janina Schmid.

→ Film „TEATIME – Churchy & Super-Gravi in

Action“ von Julia Arztmann auf YouTube:

https://youtu.be/9ep7qw5-yt8

hard working / soft working von Julia Arztmann

Foto: M. Jezierny

09.10.21 – Februar 22 | AUSBLICK! Projektstipendium Kunst-

Kommunikation 22 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken

Künstlerinnen und Künstler haben die

Chance auf eines der bis zu vier Stipendien.

Gefördert werden Kunstprojekte, die die

Besucher zur Partizipation und Interaktion

anregen. Die Entwurfsausstellung zeigt

alle Projektentwürfe, die in einem zweistufigen

Bewerbungsverfahren von der

Fachjury ausgewählt wurden und die sich

für die Endauswahl des Projektstipendiums

2022 qualifiziert haben. Darunter sind

auch die Kunstprojekte zu sehen, die 2022

umgesetzt werden.

Fachjuroren Projektstipendium KunstKommunikation

Foto: M. Jezierny

Bis zum 26.01.22 | Projektstipendium Ausschreibung Kunst-

Kommunikation 23 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken

Das neue Bewerbungsverfahren für das renommierte Projektstipendium KunstKommunikation

23 ist gestartet! KünstlerInnen und Künstlergruppen haben nun wieder

die Chance ihre Projektvorschläge bis zum 26. Januar 2022 beim DA, Kunsthaus Kloster

Gravenhorst einzureichen.

Ausschreibungsunterlagen mit allen wichtigen Informationen auf: www.da-kunsthaus.de

Projektstipendium KunstKommunikation

Als Herzstück des DA, Kunsthaus Kloster

Gravenhorst fördert der Kreis Steinfurt

mit dem deutschlandweit einmaligen

Projektstipendium Kunstkommunikation

partizipatorische Kunstprojekte und Interventionen

im ländlichen Raum auf internationaler

Ebene.

Getreu dem Motto »Mitmachen und Mitdenken«

sprechen die Kunstprojekte seit

über fünfzehn Jahren eine breite, regionale

Öffentlichkeit an und laden dazu ein,

aktiver Teil des Kunstgeschehens zu sein.

Lebensnahe Themen bieten im DA und in

der ganzen Region Anlass für künstlerische

Projekte, Aktionen und Interventionen,

die oft in Kooperation mit Betrieben, Vereinen

und Schulen der Region durchgeführt

werden.

Das DA, Kunsthaus ist die erste Institution

in Deutschland, die Kunst zwischen Partizipation

und Intervention im ländlichen

Raum zeigt und auf internationaler Ebene

fördert. Ausschreibungsunterlagen auf:

www.da-kunsthaus.de

46 kunst:stück


. bremen . hörstel

Lichte

Momente

Mit Arbeiten von

Yvon Chabrowski,

Julia Charlotte Richter

und

Zoyeon

Eröffnung am 20.11. um 17:30

in der Kunsthalle Osnabrück*

* Der Zutritt in die Kunsthalle erfolgt unter Einhaltung der aktuellen 2G-Regel.

Videokunst im

Heger-Tor-

Viertel

20.11.— —

31.12.

2021

www.lichtemomente-osnabrueck.de

kunst:stück 47


. nordhorn

»Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2020«

Andreas Koch

Manchmal ist es besser nach draußen zu gehen

25. September bis 21. November 2021

Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine

Einzelausstellung des in Berlin lebenden

Künstlers Andreas Koch, der 2020

mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn

ausgezeichnet wurde. Die Kunst von Andreas

Koch bewegt sich in einem komplexen

Geflecht von Bild, Raum und Mensch.

Ausgangspunkt für seine Erkundungen

ist häufig das persönliche Umfeld von

Wohnung oder Atelier sowie umgebene

Stadtteile. Doch was zunächst als präzise

Wiedergabe erscheint, offenbart häufig

Täuschungen oder Widersprüche. Architekturen

und städtebauliche Elemente

werden stark vergrößert oder verkleinert,

so dass der menschliche Maßstab nachhaltig

irritiert wird. Fotografien und Videos

erzeugen Perspektiven, die zwar denkbar

erscheinen, jedoch in der Realität nicht

möglich sind.

Für die Ausstellung in Nordhorn konzentriert

sich Andreas Koch auf eine Werkgruppe,

die innerhalb seiner Arbeit seit

langem eine wichtige Rolle spielt. Die gezeigten

Werke beschäftigen sich mit dem

Motiv einer Wohnung in Ost-Berlin, in die

Koch Anfang 1993 als junger Kunststudent

einzog. Die Ausstellung umfasst verschiedene

Techniken – von Bleistiftzeichnung,

über großformatige Fotografien bis hin zu

Skulptur und Video. Eine Wiedererkennbarkeit

oder ein Stil ist nicht auszumachen,

vielmehr untersucht Koch anhand seiner

unmittelbaren Umgebung Formen der visuellen

Wahrnehmung sowie deren kognitive

Verarbeitung und Speicherung. Die

Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven

und Maßstäben fordern dabei die eigene

aktive Wahrnehmung der Betrachter

heraus. Andreas Kochs filmische und foto-

48 kunst:stück


. nordhorn . bremen

grafische Arbeiten vollziehen sowohl mögliche

als auch unmögliche Blicke nach. Sie

führen multiperspektivisch und scheinbar

endlos scharf in Bildräume, die so nur im

Kopf existieren, und genau deshalb umso

realistischer erscheinen. Die erstmals

in einer Ausstellung zusammengefassten

Werke sind über einen Zeitraum von mehr

als 20 Jahren entstanden. So lassen sich

auch wichtige Entwicklungsprozesse in

Kochs Werk sinnlich erleben.

Andreas Koch (*1970 In Stuttgart) studierte

bildende Kunst an der Universität

der Künste in Berlin bei Dieter Appelt und

Christiane Möbus und machte 1998 seinen

Meisterschülerabschluss. Neben seiner

künstlerischen Tätigkeit ist Andreas

Koch auch Buchgestalter und Herausgeber

der Zeitschrift »vonhundert«. Er lebt

und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung wird gefördert durch das

Land Niedersachsen und den Förderkreis

Städtische Galerie Nordhorn e.V.

Abb. oben links: Andreas Koch, „Mein Balkongeländer im

Maßstab 2:1“, 2010, Stahl, verzinkt, 221× 404 × 164 cm © Andreas

Koch // rechts: Andreas Koch, „Wohnzimmer“, 2008,

C-Print auf Aludibond, 245 × 115 cm © Andreas Koch // Abb.

unten: Andreas Koch, „Eine Falte meines Kopfkissens im

Maßstab 20:1“, 1998, MDF, Flugzeugsperrholz, Siebdruck,

120 x 160 x 130 cm © Andreas Koch

Weitere Informationen zu den Corona-

Schutzmaßnahmen unter:

www.staedtische-galerie.nordhorn.de

Städtische Galerie Nordhorn

Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück

49


. neuenhaus

Tuğba Şimşek, BAYRAM 2016, 5 Zeichnungen, Kreide, Tafellack, Holz

Tuğba Şimşek

Ramba Zamba

30. Oktober 2021 bis 23. Dezember 2021

Kunstverein Grafschaft Bentheim | www.kvgb.de

Der Kunstverein Grafschaft Bentheim zeigt

seine „Atelier auf Zeit“ Ausstellung dieses

Jahr im Herbst. Tuğba Şimşek öffnet die Türen

des Kunstvereins ab dem 23. Oktober

2021. Passant*innen und Besucher*innen

sind dazu eingeladen einen Einblick in den

Prozess der Künstlerin zu erhalten: Sie

können erleben wie sich die Räume des

Kunstvereins nach und nach in eine Zeichenbühne

verwandeln.

Tuğba Şimşek installiert im Kunstverein eine

Bühne, die für vielerlei Aktionen dient:

Ein Rautenmuster mit schwarzen Karos

durchzieht die Räume. Auf der Bodeninstallation

tanzt eine Tänzerin. Sie hinterlässt

Kreidespuren. Die Künstlerin lädt das

Publikum ein, an den Wänden des Kunstvereins

mit Kreide zu zeichnen. Die Vergänglichkeit

dient Tuğba Şimşek als ein

Ausgangspunkt: Die Kreide als Material

ist ephemer. Eine Arbeit mit Uhrzeiten

aus Kreide reflektiert den Augenblick, die

Vergangenheit oder die Zukunft. In ihrer

Einzelausstellung RAMBA ZAMBA bezieht

sich Tuğba Şimşek zudem zeichnerisch

auf ihr neues Zuhause: Neuenhaus. Mit

zahlreichen Veranstaltungen möchte die

Künstlerin die Menschen erleben lassen,

dass Kunst mit viel Spaß und Lebensfreude

verbunden sein kann.

Tuğba Şimşek (*1986 in Grünstadt) studierte

Freie Kunst an der Hochschule für

Bildende Künste in Braunschweig. Zurzeit

absolviert sie ihren Quereinstieg als Kunstlehrerin

am Lise-Meitner-Gymnasium in

Neuenhaus. Ihre Werke waren bereits u.

a. in Metz, Frankreich und in Los Angeles,

USA zu sehen und zuletzt in der Herbstausstellung

2021 im Kunstverein Hannover.

Kunstverein Grafschaft Bentheim

Hauptstraße 37, 49828 Neuenhaus

50 kunst:stück


. ausstellungen weiter . bremen weg

kunst:stück

51


. lingen

Laura Gerte, Collage 2019

Foto: Taner Tümkaya

Mon coeur mis à nu

(Mein Herz entblößt)

09. Oktober bis 28. November 2021

Kunsthalle Lingen | www.kunsthallelingen.de

Das Verhältnis von Kunst und Mode ist

komplex, und oft auch von Komplexen haus, um nur einige Beispiele aus der klassischen

geprägt. „Der Kunst das Ewige, der Mode

Moderne zu nennen, haben nicht

die Vergänglichkeit“ lautete lange Zeit nur die Auflösung der Grenze zwischen angewandter

das Unverträglichkeitsparadigma. Die Erweiterung

und hoher Kunst vorangetrie-

des Kunstbegriffs und die Entauratisierung

ben, sondern die Mode und das Modische

des Kunstwerks durch seine im Kunstbetrieb tief verankert. Seither ist

technische Reproduzierbarkeit wie sie zu die Zeitgenossenschaft als Kriterium künstlerischer

Beginn des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen

Qualität aus der Kulturökonomie

wurden, haben wesentlich dazu ebenso für Mode als auch für Kunst nicht

beigetragen, dass sich Mode und Kunst gegenseitig

mehr wegzudenken. Beide Bereiche re-

miteinander auseinandersetzten. flektieren aktuelle Aspekte wie Identität,

Dadaist*innen, Vertreter*innen des Suprematismus

Genderfragen, Rollenspiel, die Grenze zwi-

und Künstler*innen im Bauschen

freier und angewandter Kunst

auf

52 kunst:stück


. bremen . lingen

ebenso gemeinsame wie unterschiedliche

Art und Weise.

Die Ausstellung „Mon coeur mis à

nu (Mein Herz entblößt)“ besteht aus

mehreren Elementen, die sich formal

und inhaltlich auf einander beziehen,

um vor allem eine Offenheit für verschiedenste

Lesarten zu eröffnen,

die sich um die Komplexe „Mode“

und „Kunst“ drehen. Den Auftakt

des Projekts bildet eine theatralisch

inszenierte Modenschau, innerhalb

derer Modedesigner*innen

und Goldschmied*innen Teile ihrer

Arbeit präsentieren. Beteiligt sind

Anne Bellinger und Laura Gerte aus

Berlin, Florentina Leitner aus Wien,

Ferencz Borbàla aus Budapest, Anouk

van Kampen Wieling aus Utrecht

und Théo Lalis aus London.

Ihre Mode ist jeweils individuell

und basiert teilweise auf dem

Prinzip nachhaltiger Produktion.

Diese Show wird von dem

Künstler und Modefotografen

Taner Tümkaya gefilmt, dieser

Film sowie von ihm gefertigte

Fotografien sind ebenfalls

Bestandteil der Ausstellung,

das Set Design der Ausstellung hat die

Künstlerin und Modedesignerin Anouk

van Kampen Wieling entworfen.. Weiterhin

wird Schmuck von den Goldschmiedinnen

Marlies Behm aus Lübeck und

Angela Geisenhofer aus München präsentiert.

Während der Laufzeit der Ausstellung

bieten die Designer*innen und

Marlies Behm jeweils einen öffentlichen

Wochenendworkshop an, an dem jede*r

teilnehmen kann, entstandene Kleidungsund

Schmuckstücke werden im Rahmen

einer Abschlussshow öffentlich präsentiert.

An einem Abend wird das inhaltlich

komplexe Thema „Mode versus Kunst“

öffentlich durch Expert*innen aus beiden

Bereichen verhandelt. Zur Ausstellung erscheint

ein Booklet.

Teilnehmer:innen

Marlies Behm, Anne Bellinger, Ferencz Borbàla,

Laura Gerte, Angela Geisenhofer, Anouk

van Kampen Wieling, Théo Lalis, Florentina

Leitner, Taner Tümkaya

Kuratiert von:

Meike Behm und Taner Tümkaya

Kunsthalle Lingen

Kaiserstraße, 49809 Lingen

MON COEUR MIS À NU

Workshops

# Anmeldung erforderlich

# Kosten pro Workshop pro Tag:

25 Euro + 5 Euro für Material und Verpflegung

→ Sa, 13. und So, 14, November 2021 :

Workshop mit Laura Gerte, Berlin

Upcycling und Stoff Manipulation

Jeweils 13 bis 17 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 8 /

Mindestalter: 18 Jahre

– – –

Im Rahmen des Workshops, geleitet von

der Berliner Modedesignerin Laura Gerte,

geht es um das Prinzip des Upcycling und

der schnellen und leichten, aber wirkungsvollen

Manipulation von Stoffen. Laura

Gerte zeigt den Teilnehmer*innen unterschiedliche

Möglichkeiten, wie sie alte Kleidungsstücke

dazu nutzen können, neue attraktive

Stücke entstehen zu lassen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 10. November 2021

→ Sa, 20. und So 21. November 2021:

Workshop mit Anouk

van Kampen Wieling, Utrecht

Makramee Deine Materialien zusammen

Jeweils 11 bis 17 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 12 /

Mindestalter: 12 Jahre

– – –

Während des Workshops von Anouk van

Kampen Wieling aus Utrecht werden unterschiedliche

gebrauchte Kleidungsstücke

durch verschiedene Seile verbunden. In

diesem Workshop wird erlernt, eigene

Kleidung durch Nutzung unterschiedlicher

Techniken wie Makramee, Filzen und Weben,

zu fertigen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 17. November 2021

kunst:stück

53


. sögel

Advent auf Schloss Clemenswerth

vor barocker Kulisse

Weihnachtsmarkt in Sögel lädt zum Besuch ein

4. und 5. Dezember 2021

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de

Am 2. Adventswochenende (4./5.12.) findet

am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

– nach coronabedingter Pause –

wieder der Weihnachtsmarkt „Advent auf

Schloss Clemenswerth“ statt. Vor barocker

Kulisse laden rund 75 Stände mit individuellen

Geschenkideen und besonderen

Gaumenfreuden zum Bummeln und Verweilen

ein. „Trotz der mit der Pandemie

verknüpften Regeln und der damit gebotenen

Vor- und Umsicht möchten wir an

die Atmosphäre der Vorjahre anschließen

und die Vorweihnachtszeit stimmungsvoll

einläuten“, unterstreicht Museumsdirektor

Oliver Fok.

Das Erfolgskonzept des Marktes macht

zum einen die Mischung aus weihnachtlicher

Landpartie und heimeligen Budenzauber

aus sowie der Mix aus Kunsthandwerk

und kulinarischen Genüssen. Ein

Besuch lohnt sich nicht nur in den späten

Nachmittags- und Abendstunden, wenn

das Schloss in ein Meer aus tausend Lichtern

eintaucht, sondern schon ab Pfortenöffnung

am Samstag ab 13 Uhr und am

Sonntag ab 11 Uhr. „Besonders zu den

früheren Marktstunden hat man Gelegenheit,

ganz entspannt auf Geschenkekauf

zu gehen“, betont die Eventverantwortliche

Ramona Krons. Die Angebotspa-

54 kunst:stück


. sögel

Adventsmarkt auf Schloss Clemenswerth © Manfred Bergmann

lette – für jeden Geschmack und Geldbeutel

– reicht von selbstgemachten

Süßwaren über Dekorationen für Haus

und Garten bis hin zu Holzarbeiten sowie

Schmuckunikaten. Gerahmt wird

die Veranstaltung von u.a. Straßenorgelklängen,

weihnachtlicher Blasmusik und

dem Nikolaus-Besuch.

→ Der Eintritt kostet 5 € / Erw. und 1 € / ermäßigt.

Es findet die 2G-Regel Anwendung,

d.h. Zutritt erhalten nur Geimpfte

und Genesene gegen Nachweis*.

→ Geöffnet ist der Markt am Samstag

(4.12.) von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag

(5.12.) von 11 bis 19 Uhr. Kostenlose

Parkplätze stehen zur Verfügung.

Wie in den vergangenen Jahren gilt aufgrund

der großen Besucherresonanz eine

geänderte Verkehrsführung für den

Ort Sögel. – Busgruppen und kleineren

Gruppen wird empfohlen, ihren Besuch

anzumelden und die Möglichkeit des Kartenvorverkaufs

mit 10% Rabatt zu nutzen:

Tel. 05952-932325 oder schloss@clemenswerth.de.

Alle Informationen auch unter:

www.clemenswerth.de

*Es gilt die aktuelle Corona-Verordnung

des Landes Niedersachsen. Aufgrund

der Pandemie kann es ggf. zu Änderungen

kommen. Bitte informieren Sie

sich vor Ihrem Besuch auf der

Museums-Homepage. Vielen Dank!

kunst:stück 55


. petershagen

Gläserne Miniaturen

Christbaumschmuck aus dem Thüringer Wald

Adventswochenenden 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Fotos: M. Holtappels/lwl

Kunstvoll bemalte Reflexkugeln, zierliche

Glasvögel oder üppige Dekore – der

Christbaumschmuck aus dem Thüringer

Wald entfaltet seine Pracht in vielen Gestalten.

An den vier Adventswocheneden

zeigt das LWL-Industriemuseum Glashütte

Gernheim eine Auswahl der zierlichen

Kunstwerke, die dort auch erworben werden

können.

Die kunstvollen Miniaturen des traditionellen

Glasbläserhandwerks haben inzwischen

Weltberühmtheit erlangt. Seit der

Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Thüringer

Wald, insbesondere die Stadt Lauscha,

Zentrum der Produktion der gläsernen

Kostbarkeiten. Sie werden in der Region

traditionell vor der Lampe – einer kleinen

Gasflamme – geblasen, geformt und dekoriert.

Dazu werden Kugeln, Reflexe und

Formsachen versilbert, bemalt, mit Glimmer

bestäubt oder mit lyonischen Drähten

umsponnen.

Das Angebot reicht von den klassischen

„Reflexen“ – Glaskugeln mit einem eingedrückten

Hohlraum, der das Licht besonders

kunstvoll fängt - bis hin zu naturgetreuen

Glasvögeln. Mit feinen Drähten

umsponnene Miniaturen fangen Märchenmotive

ein, traditionelle Formen lassen

die Spielzeuge des 19. Jahrhunderts wiederaufleben.

Vertreten sind die Werkstätten Magdolna

Hähnlein / Marolin, Steinach (Thüringen);

Formgeblasener Christbaumschmuck

Michael Haberland, Lauscha; Glasbläserei

Thüringer Weihnacht Helmut Bartholmes,

Neuhaus a.R.; Glas-Ambiente Hausdörfer,

Sonneberg; Glasphantasien René Möller,

Siegmundsburg

Ausstellung / Verkauf sind an den Advents-

Wochenenden von 10-18 Uhr geöffnet:

27./28.11., 4./5.12., 11./12.12., 18./19.12.2021

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim

Gernheim 12, 32469 Petershagen

56 kunst:stück


. bremen

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

CAMOIN MARQUET MANGUIN MATISSE

9. 9. OKT

BIS BIS

16. 16. JAN

2022

Picassoplatz 1 | 148143 | Münster | T.: | T.: 0251 0251 / 414 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de

| www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | Dienstag | bis bis Sonntag: 10 10 – 18 – 18 h h

kunst:stück 57


. herford

Fetische des Blicks

Mode und Verführung

11. September 2021 bis 16. Januar 2022

Stiftung Ahlers Pro Arte | www.ahlers-proarte.com

Mode geht heute – auch als Folge des gewachsenen

Wohlstands – längst über unsere

rein funktionalen Bedürfnisse hinaus

und ist tief mit unserem Alltag verwoben.

Die Strategien der Verführung in Gestaltung

und Vermarktung werden immer raffinierter

und statten Kleidung und Accessoires

mit einer emotionalen Qualität aus,

wodurch sie viel mehr werden als bloße

Mittel zum Zweck.

Um die komplexe Beziehung zwischen den

Menschen und ihrer Dingkultur zu erfassen,

ist der Begriff „Fetisch“ zu einem

Schlüsselbegriff geworden. Ursprünglich

wurde er um 1750 im religiös-ethnologischen

Kontext entwickelt, um Rituale

in afrikanischen Stammeskulturen zu beschreiben.

Im 19. Jahrhundert wurde er

dann in einen neuen Kontext übertragen

und in dem Gespinst von Wünschen und

Projektionen verortet, das sich in die Konsumwelt

einschrieb, als die Kaufhäuser zu

Kathedralen der Waren wurden. Bereits

Karl Marx warnte in Das Kapital (1867) vor

ihren verführerischen Illusionen.

Heute charakterisiert der Begriff vor allem

die Art und Weise, wie sich Menschen von

mystisch aufladbaren Gegenständen aus

ihrer Lebenswelt faszinieren lassen. Denn

es ist die Mystifikation und Emotionalisierung,

die den besonderen Reiz und die

„Erlebbarkeit“ von Dingen ausmacht. Die

ihnen zugeschriebene überhöhende Bedeutung

im Sinne von Exklusivität, Schönheit

oder Macht hat sich längst zu einem

wesentlichen Antrieb der Konsumgesellschaft

entwickelt und ist seit den 1960er

Jahren auch zum Thema in der bildenden

Kunst geworden. Künstler*innen eignen

sich die Dingkultur der erfüllungsverheißenden

Scheinwelt an und treiben ihren

Anbetungscharakter auf die Spitze, sie ent-

58 kunst:stück


. herford

Abb. oben v.l.n.r.: Henri de Toulouse-Lautrec, Mademoiselle Marcelle Lender, en buste, 1895, ahlers collection // Römer + Römer,

Fashion addicted, 2010, ahlers collection © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // Mario Testino, Madonna, 1996, ahlers collection

© Mario Testino // Abb. unten: Christo, Package, 1963, ahlers collection © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

schlüsseln die Strategien von Vermarktung

und Verführung, erschaffen Sinnbilder

oder konfrontieren ihr Publikum mit dem

eigenen Überfluss.

Die Ausstellung, konzipiert und kuratiert

von Wiebke Hahn, thematisiert die Mystifizierung

und kultische Überhöhung als

große Spielwiese der Modewelt. Sie hinterfragt

das Spannungsverhältnis zwischen

der den Dingen zuerkannten Geschichte

und ihren Besitzer*innen, erkundet, wie

Objekte Bedeutung konstituieren, und

macht Mode als ein zentrales Element

unserer theatralen Kultur erfahrbar. Die

Ausstellung fokussiert sich bis auf wenige

Ausnahmen auf Werke aus der ahlers

collection. Anhand von Arbeiten von der

frühen Moderne bis in die Gegenwart ermöglicht

sie eine vielfältige Auseinandersetzung

mit lebenspraktischen Fetischen

aus den Bereichen der Religion, des Aberglaubens,

der Waren- und Geldkultur sowie

der Erotik und Sexualität. Werke der Objektkunst,

der Fotografie, der Zeichnung

und der Malerei geben Denkanstöße im

Hinblick auf die Theatralisierung der Warenwelt

und unsere Verstrickung darin.

Die Schau findet in Kooperation mit dem

Marta Herford statt, das zur gleichen Zeit

mit der Ausstellung „Look! Enthüllungen

zu Kunst und Fashion“ andere Facetten

dieses vielschichtigen Themas beleuchtet.

Eröffnung: Fr, 10. Sept. 2021, 19.30 Uhr

Einführung: Wiebke Hahn, Kuratorin

der Ausstellung

Öffnungszeiten: Fr – So, 12–17 Uhr

Führungen: jeden Samstag 15 Uhr

Katalog: erhältlich bei der Stiftung

Ahlers Pro Arte

Begleitend zu der Ausstellung finden

zwei Abendveranstaltungen statt

(Anmeldung erforderlich):

– 22. Oktober 2021: Vortrag von

Prof. Dr. Barbara Vinken

– 26. November 2021: Vortrag von

Wolfgang Ullrich

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen

finden Sie zu gegebener

Zeit auf der Internetseite:

↗ www.ahlers-proarte.com

Stiftung Ahlers Pro Arte gGmbH

Am Kindergarten 2, 32052 Herford

Tel.: 05221 9797842

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem

Ausstellungsbesuch auf unserer

Internetseite über die aktuellen

Zugangsbestimmungen.

kunst:stück 59


. münster

60 kunst:stück


. münster

Breaking out of Tradition

Japanische Lackkunst 1890 – 1950

23. September bis 12. Dezember 2021

Museum für Lackkunst, Münster | www.museum-fuer-lackkunst.de

Die Sonderausstellung im Museum für

Lackkunst präsentiert anhand von nahezu

60 Objekten eine Zeit des Umbruchs in

der japanischen Lackkunst. Zwischen 1890

und 1950 durchliefen Lackkünstler auf der

Suche nach einer veränderten Identität

und Ausdrucksweise bahnbrechende Entwicklungen

und Veränderungen. Von großer

Bedeutung waren dabei Innovationen

in den Lacktechniken und Experimente mit

unterschiedlichen Materialien sowie neuartigen

Pigmenten.

Die Ausstellung „Breaking out of Tradition“

lässt den Besucher die richtungsweisenden

Entwicklungen der Lackkunst Japans

in der Zeit des ausgehenden 19. bis

in die Mitte des 20. Jahrhunderts erleben

– einer Epoche, die von politischen und

kulturellen Umbrüchen geprägt war: traditionelle

Werte und moderne, vielfach

aus dem Westen kommende Strömungen

standen einander gegenüber.

Nachdem sie jahrhundertelang ihre Traditionen

gepflegt und von Generation zu

Generation weitergegeben hatten, begannen

die Lackkünstler zu Beginn des

20. Jahrhunderts diese erstmalig kritisch

und zugleich kreativ zu hinterfragen. Damit

setzten sie wegweisende Impulse in

der japanischen Kunst.

In diese Zeit fiel auch die Gründung von

Kunstgesellschaften und Akademien, die

zur Herausbildung eines individuellen

Künstlertums beitrugen und bedeutende

Künstlerpersönlichkeiten hervorbrachten.

Gleichzeitig veränderte sich die Wahrnehmung

der Lackkunst: sie entwickelte sich

zu einer eigenständigen und anerkannten

Kunstform und erlebte so eine Blütezeit.

Die Ausstellung, deren Idee vor einigen

Jahren im Gespräch mit dem Sammler und

Kunsthistoriker Dr. Jan Dees entstand, ist

eine Kooperation mit dem Rijksmuseum

in Amsterdam.

Öffentliche Führungen:

Während der aktuellen Sonderausstellung

„Breaking out of Tradition. Japanische Lackkunst

1890 – 1950“ bietet das Team des Museums

jeweils dienstags und samstags um

15.00 Uhr eine öffentliche Führung an.

Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 5,- €,

die Führungen sind kostenfrei.

Kuratorinnen-Führungen:

→ Fr, 26. November, 17 Uhr (deutsch)

Dr. Patricia Frick, Kuratorin im Museum

für Lackkunst

→ Do, 2. Dezember, 17 Uhr (englisch)

Dr. Gudrun Bühl, Direktorin des Museums

für Lackkunst

Öffnungszeiten:

Dienstag–Sonntag von 12–18 Uhr

Museum für Lackkunst

Windthorststraße 26, 48143 Münster

Abb. von links oben nach rechts unten: Uono Jisei (1883–1941), Schreibkasten mit einem Dekor von Kiefernschößlingen

(1931), 6.4 x 24.4 x 26 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star // Tsujimura Shōka (1867–1929), Teedose mit Nelkendekor

(1927), 7.5 x 7.4 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star // Moriya Shōtei (1890–1972), Schreib- und Papierkasten

mit einem Dekor von Erbsenpflanzen, (1930), 13.1 x 19.6 x 28.6 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star //

Uematsu Hōbi (1872–1933), Dose mit einem Dekor traditioneller Textilmuster, 13.5 x 14.6 x 21.6 cm, um 1924, Privatsammlung

// Kōmo Tōzan (1882–1955), Schreibkasten mit Auberginen-Dekor, 10 x 23.5 x 26 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der

Star // Furuyama Eiji (1889–1969), Schreibkasten ‘Asiatic Dayflower’ (1940), 4.2 x 21.5 x 23.5 cm, Privatsammlung Jan Dees &

René van der Star // Koshida Bizan (1874–1941), rundes Tablett mit hohem Fuß; der Rand mit stilisierten Pflanzen verziert, 10

x 37.3 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star

kunst:stück 61


. münster

Iberischer Salon & Fetisch

Winterzeit im ARTLETstudio

ARTLETstudio Münster | www.artlet-studio.com | artlet.online

Das ARTLETstudio verabschiedet das Jahr

2021 mit einer virtuellen und einer realen

Ausstellung. Zum Einen klassische Moderne

aus dem Süden Europas (»IBERISCHER

SALON«) mit Skulpturen, Malerei und

Druckgrafik, zum Anderen ein spannendes

Fotografie-Projekt (»FETISCH«) aus Erfurt,

das den Bereich von Obsessionen und Fetischen

zum Thema hat.

Zudem sind die letzten Virtuellen Ausstellungen

und Kunstpavillons nach wie vor

online zu besuchen. Die Zugänge finden

sich auf der Website der Galerie, die somit

zum Portal nicht nur galerie-eigener Ausstellungen,

sondern auch zu den neuen

Künstlerpavillons (siehe z. B. die Ausstellung

»FACES« von Andrea Kraft oder die

kommende Fotoausstellung »FETISCH«

von Anna Kant) geworden ist.

Die virtuellen Ausstellungen sind somit

nicht mehr nur Ergänzungen physisch existenter

Präsentationen, sondern bilden ein

eigenständiges Ausstellungsformat, das

Künstler auch unabhängig nutzen können.

Iberischer Salon

Das ARTLETstudio lädt am ersten Adventssonntag

zu einer kleinen Vernissage (28.

November, 13:00 bis 16:00 Uhr) ein. Es werden

Bilder und Objekte von Künstlern gezeigt,

deren Heimat die Iberische Halbinsel

ist. Die Galerie pflegt schon seit vielen

Jahren intensive Kontakte zu Partnern in

der Umgebung von Barcelona, Madrid, Malaga,

etc. und präsentiert hier eine kleine

Auswahl von Bildern und Skulpturen. Weit

mehr gibt es dann ab Anfang Februar in

einem eigens gestalteten VIRTUELLEN SA-

LON zu sehen, der auch in der Folge immer

62 kunst:stück


. münster

Abb. oben: Anna Kant, ohne Titel, aus der virtuellen Ausstellung FETISCH

Abb. unten: Jesus Curia, Millenium II, Bronze, handpatiniert

wieder aktualisiert wird. Hierzu wurden

ergänzend weitere Künstler eingeladen

(s. u.). Bereits mehrfach wurden Arbeiten

der folgenden Künstler im ARTLETstudio

vorgestellt:

Marc Figueras ist ein sehr zurückhaltender

Künstler, berührend, liebevoll und voller

Respekt anderen gegenüber. Seine intuitive

Malweise spiegelt diese Eigenschaften

deutlich wider. Er gilt als einer der hervorragendsten

Vertreter der berühmten katalanischen

Hyperrealismus-Schule, und seine

Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Er kennt Barcelona wie seine

eigene Westentasche und fängt die Atmosphäre

der Stadt mit größter Hingabe ein.

Raum, die Bewegung oder die hieratische

Haltung hervorheben, aber in seinem Fall

ist das Endergebnis unendlich viel besser

als die Summe seiner Teile.

Mireia Serra schafft kleine, sinnliche Bronze-

Skulpturen, die die Schönheit von Momentaufnahmen

aus dem Leben zeigen, voller

Emotionen und Gefühle auf ihrer Reise

durch das Leben. Ihre kleinen Kunstwerke

erfassen die Schönheit eines Augenblicks.

Die Skulpturen von Jesús Curiá wecken

mehr als nur ästhetisches Vergnügen. Man

kann sein Werk rational analysieren und

die Qualität der Texturen und Patinas, die

Rundheit der Formen, die gewagte Kombination

der Materialien, das Spiel mit dem

kunst:stück 63


. münster

Gustavo Díaz Sosa, Para Encontrar A Dios, Radierrung, Aquatinta

Der 1959 in Barcelona geborene Maler

Modest Almirall zeigt uns ganz besondere,

fast abstrakte Oberflächen mit kleinen

Figuren darauf, die er mit Nadel und Lupe

malt. Der Künstler platziert die winzigen

Protagonisten seiner Arbeiten in architektonische

Konstruktionen, die globale

Themen wie die wachsende Tendenz zum

Individualismus oder Rassenkonflikte versinnbildlichen.

Die Bilder und Radierungen von Gustavo

Díaz Sosa vermitteln seine Wahrnehmung

von Staat, Macht und allem, was

mit menschlicher Unterwerfung zu tun hat.

Sie dienen nicht nur als soziales oder ausdrückliches

Protestmanifest, sondern sind

auch eine existentielle Projektion unserer

drohend heraufziehenden Zukunft im Licht

der modernen Geschichte.

Marc Figueras, Shining Through, Oel auf Leinwand

Außerdem zeigt die Galerie Arbeiten von

Javier de la Rosa, Teresa Riba und Didier

Lourenço. Zu der im Februar folgenden

deutlich umfangreicheren virtuellen Ausstellung

wurden als special guests u. a. Monica

Castanys und Carlos Díaz hinzugeladen.

Das ARTLETstudio möchte mit dieser kleinen

iberischen Bilder-Schau etwas Licht in

die dunkle Jahreszeit bringen und zudem

die Hoffnung machen, dass im kommenden

Jahr das Reisen in die sonnigen Gefilde

Europas und der persönliche Besuch der

Künstler dort wieder zu einer lang vermissten

Selbstverständlichkeit werden.

Fetisch virtuelle Ausstellung

Im Dezember wird der neue VIRTUELLE PA-

VILLON der Erfurter Künstlerin Anna Kant

ins Netz gestellt. Die Fotografin präsentiert

hier einen Teil der Fotografien ihres neuen

Projektes, das sich mit vielen Aspekten

von Obsessionen aller Art befasst. Anna

Kant schlüpft wieder tief in verschiedene

Rollen, bis sie mit ihnen verschmilzt, bis

sich Wahrheit und Fiktion, Authentizität

und Inszenierung nicht mehr voneinander

trennen lassen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, die

Bilder sind über den Webshop der Galerie

zu beziehen. Einzelne Arbeiten wird

das ARTLETstudio auch vor Ort in seinem

Schauraum präsentieren. Begleitend wird

es verschiedene Online-Veranstaltungen

mit der Künstlerin geben. Genaue Termine

zur Ausstellung und den weiteren Aktivitäten

finden sich immer tagesaktuell auf

www.artletstudio.online

ARTLETstudio

Harsewinkelgasse 21, 48143 Münster

64 kunst:stück


. münster

kunst:stück 65


. münster

Albert Marquet, Frauen aus Laghouat, um 1921, Öl auf Leinwand, Centre Pompidou Paris

Musée national d'art moderne - Centre de création industrielle

Rendezvous der Freunde

Camoin, Marquet, Manguin, Matisse

9. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in

Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Die vier französischen Künstler Charles

Camoin, Albert Marquet, Henri Manguin

und Henri Matisse lernten sich in den

1890er-Jahren in Paris kennen. Sie fanden

als junge Studenten während ihrer

künstlerischen Ausbildung im Atelier

von Gustave Moureau freundschaftlich

zusammen und blieben sich ein Leben

lang verbunden. Immer wieder malten

sie zu verschiedenen Zeiten Seite an Seite

und tauschten Hunderte von Briefen

aus, die neben den Kunstwerken die

engen kameradschaftlichen Bande belegen,

die sie untereinander knüpften

und kultivierten.

Die Ausstellung zeigt rund 120 Gemälde,

Zeichnungen und grafische Arbeiten

der vier Künstler und spürt gleichzeitig

ihren gemeinsamen Inspirationsquellen

nach. Ihr Werk ist geprägt vom französischen

Impressionismus, deren naturalistische

Landschaftsschilderungen sie jedoch

zu Gunsten einer intensivfarbigen,

ausdrucksvolleren Ästhetik überwanden

und weiterentwickelten. Mit ihrer expressiven

Malerei lösten die vier Künstler der

66 kunst:stück


. münster

„Moureau-Gruppe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Skandale aus. Kritiker bezeichneten

ihre Kunst als „wilde Malerei“, was

ihnen den Spitznamen der „Fauves“ (die

Wilden) verlieh.

Nach ihrer gemeinsamen fauvistischen

Stilperiode beschritten die vier Männer

in ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung

individuelle Wege. Ein ständiger

Briefwechsel zeugt jedoch von

den weiterhin freundschaftlichen Beziehungen

zwischen Matisse und Camoin

einerseits, sowie Matisse und Marquet

andererseits.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt

durch die jeweilige stilistische Entwicklung

der vier Maler, gemeinsame Themen sowie

ihre gegenseitige Inspiration. Die Präsentation

stellt darüber hinaus auch ihre künstlerische

Individualität und die stilistischen

Besonderheiten jedes einzelnen heraus.

In diesem Zusammenhang werden auch

Werke ihres gemeinsamen Lehrers Gustave

Moreau präsentiert.

André Villers, Pablo Picasso, La chèvre aux gravois, Diurnes, 1962 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Picasso

Fotografie und Mythologie

9. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

„Im Grunde gibt es nur einen: Matisse.“

Picassos berühmtes Urteil über den großen

Konkurrenten und späten Weggefährten

drückte sich auch in bildkünstlerischer

Hinsicht im Schaffen des Spaniers aus: Zu

Beginn der 1960er-Jahre adaptierte er das

von Matisse zur Perfektion gebrachte Verfahren

des Scherenschnitts für die Gestaltung

des ungewöhnlichen, in Zusammenarbeit

mit dem Fotografen André Villers

entstandenen Künstlerbuches „Diurnes“.

Picasso, der dem jungen Fotografen seine

erste Rolleiflex schenkte und Villers,

der den Künstler in Südfrankreich in zahlreichen

Kampagnen porträtierte, verband

eine enge Freundschaft. „Diurnes“ repräsentiert

den Höhepunkt der gemeinsamen

in den 1950er-Jahren begonnenen fotografischen

Experimente. Im Rahmen der

Ausstellung treffen die 30 Lichtdrucke des

Künstlerbuches auf im zeitlichen Umfeld

entstandene Werke aus dem Eigenbestand

des Picasso-Museums.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Picassoplatz 1, 48143 Münster

kunst:stück 67


. münster

Nimmersatt?

Gesellschaft ohne Wachstum denken

Gruppenausstellung in Münster nimmt aktuelle Krisen in den

Fokus. Eine Kooperation von Kunsthalle Münster, LWL-Museum

für Kunst und Kultur und Westfälischem Kunstverein

26. November (Eröffnung: 16 Uhr) 2021 bis 27. Februar 2022

lwl-museum-kunst-kultur.de | kunsthallemuenster.de | westfaelischer-kunstverein.de

Die Ausstellung "Nimmersatt? Gesellschaft

ohne Wachstum denken" eröffnet Ende

November in Münster. Als Kooperation der

Kunsthalle Münster, des LWL-Museums für

Kunst und Kultur sowie des Westfälischen

Kunstvereins thematisiert die Ausstellung

in den drei Institutionen, wie menschliches

Handeln und andauerndes Wachstum das

Zusammenleben und die Umwelt verändern.

Die rund 30 künstlerischen Arbeiten

bieten Raum für ein Nachdenken über die

Gegenwart und mögliche Zukunftsszenarien.

Die Eröffnung findet am Freitag (26.11.)

ab 16 Uhr in den drei Orten mit verschiedenen

Gesprächen statt.

Die Teilhabe der Künstler:innen an der Gesellschaft

bestehe unter anderem darin,

dass sie Zustände sichtbar machen und

Visionen entwickeln, so die Kuratorinnen

Merle Radtke (Kunsthalle Münster), Kristina

Scepanski (Westfälischer Kunstverein)

und Marianne Wagner (LWL-Museum

für Kunst und Kultur). Die künstlerischen

Arbeiten der Ausstellung nehmen Bezug

auf aktuelle Krisen, soziale Ungleichheit,

Klimaveränderung, Krankheit, Krieg,

Fluchtbewegungen, Fremdenhass und damit

einhergehende Entwicklungen. Mit

unterschiedlichen künstlerischen Mitteln

folge die Ausstellung der Frage, welche

anderen Optionen als die des Wachstums

bestehen. Denn Wachstum sei endlich und

baue auf sozialer Ungleichheit sowie einer

Ausbeutung von Menschen und ihrer

Umwelt auf.

An allen drei Orten begegnen die Künstler

:innen aktuellen Zuständen mit Visionen

als auch Utopien, die Gesellschaft ohne

Wachstum denken. Gezeigt werden Videoinstallationen,

Zeichnungen, Fotografien

und Skulpturen sowie Arbeiten im öffentlichen

Raum. Neben einer Reihe von Leihgaben

präsentieren die Häuser mehrere

Neuproduktionen, die im Dialog mit den

Kuratorinnen entstanden sind und erstmals

gezeigt werden.

68 kunst:stück


. münster

Abb. v.l.n.r.: Georges Adéagbo, La Lumière qui fait le bonheur..., 2021, Ausstellungsansicht KINDL - Zentrum

für Zeitgenössische Kunst, © Georges Adéagbo und Kulturforum Süd-Nord, VG Bild-Kunst Bonn,

2021 // Die Kuratorinnen von "Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken" erarbeiten erstmals

gemeinsam eine Ausstellung. V.l.n.r.: Kristina Scepanski (Westfälischer Kunstverein), Marianne Wagner

(LWL-Museum für Kunst und Kultur), Merle Radtke (Kunsthalle Münster).Foto: LWL/Hanna Neander //

Anita Molinero, Sans titre, 2009, Reifen aus Natur-und Synthesekautschuk mit Rußzusatz, Behälter aus

Polyethylen, Kabel, 150x160x130 cm, Centre dâart Bastille (CAB) Grenoble, Courtesy die Künstlerin, Galerie

Thomas Bernard, © Adagp, Paris, 2021, Foto: Christophe Levet

→ Die Kunst: drei Beispiele

In der Kunsthalle Münster thematisiert

die amerikanisch-libanesische Künstlerin

Marwa Arsanios (*1978) in ihrer Video-Trilogie

"Who Is Afraid of Ideology?"

(2017/2019/2020) Bodennutzungsrechte

und Saatgut. Kuratorin Merle Radtke:

"Arsanios' Filme nehmen kleine Initiativen

im Irak, Nordsyrien und Kolumbien in

den Blick. Die Künstlerin zeigt, wie Frauen

Recht auf Land einfordern und sich mit

dem Streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit

auf unvermittelte Weise mit

der Natur verbinden. 'Part III - Micro Resistencias'

(2020) bietet mit der Idee der

lokalen Stärkung schließlich einen Weg, die

Diskussion um Saatgut und dessen Besitz

nicht in die Hände transnationaler Konzerne

zu legen."

Der beninische Künstler Georges Adéagbo

(*1942) stellt im LWL-Museum für Kunst

und Kultur in seiner neuproduzierten,

raumgreifenden Installation konkrete Bezüge

zu Münster her. Dazu bringt er gefundene

Objekte und Tafelbilder, die er bei

Kunstmaler:innen in seinem Herkunftsland

Benin in Auftrag gibt, in einen Dialog. Kuratorin

Marianne Wagner: "Die Beziehungen

der Artefakte veranschaulichen einen kulturellen

Austausch und plädieren für die

Anerkennung unterschiedlicher kultureller

Wurzeln anstelle von Hoheitsansprüchen

des Globalen Nordens. Adéagbos Arbeit ist

auch ein Vorschlag, voreinander zu lernen

und klischeeverhaftete Vorstellungen und

Hierarchien zugunsten eines gleichwertigen

Miteinanders aufzulösen."

Eine Skulptur aus Plastikcontainern der

französischen Künstlerin Anita Molinero

(*1953) rückt den Umgang und die Wertvorstellungen

von Rohstoffen vor dem Eingang

des Westfälischen Kunstvereins in

den Fokus. Kuratorin Kristina Scepanski:

"Nicht die traditionell mit dem Erscheinungsbild

von Skulpturen verbundenen

Materialien wie Marmor oder Bronze sind

die Stoffe, die für das 21. Jahrhundert stehen,

vielmehr ist es der Müll. Mit wachsender

Tendenz vermehrt sich Abfall auf

Kosten anderer tagtäglich und symbolisiert

für Molinero so den Horizont menschlicher

Aktivität."

→ Künstler:innen: Georges Adéagbo, Mathis

Altmann, Marwa Arsanios, Andrea Bowers,

Alice Creischer, Cao Fei, Thirza Cuthand, Nina

Fischer & Maroan el Sani, Johan Grimonprez,

Christine & Irene Hohenbüchler, Karrabing

Film Collective, Eva KoÅ¥átková, Elke

Marhöfer, Anna McCarthy, Anita Molinero,

Matt Mullican, Maria D. Rapicavoli, Lerato

Shadi, Andreas Siekmann, Radha DâSouza

und Jonas Staal, Sophie Utikal, Raul Walch

→ Kurator:innen: Merle Radtke, Kristina

Scepanski, Marianne Wagner

kunst:stück 69


. lüdinghausen

ART Vischering

Verkaufsausstellung auf der Burg Vischering

10. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

Burg Vischering | www.burg-vischering.de

Im Rahmen der über den Jahreswechsel

stattfindenden Kunst- und Verkaufsausstellung

„ART Vischering“ präsentiert die Burg

Vischering wieder Grafiken, Gemälde und

Objekte von renommierten, aber auch von

jungen aufstrebenden Künstlerinnen und

Künstlern. In der Ausstellung stehen große

Namen wie Joseph Beuys, Markus Lüpertz,

Per Kirkeby, Jörg Immendorf, A.R. Penck

und Armin Mueller-Stahl neben denen von

Kunstschaffenden aus der heimischen Region,

zum Beispiel Doris Kastner, Gabi Dahl

und Gan-Erdene Tsend.

So vielfältig wie die vertretenen Künstlerinnen

und Künstler sind auch die Gattungen

und Stilrichtungen, die bei der

„ART Vischering“ zu sehen sind: In den vergangenen

Jahren standen Pigmentdruck,

Papierschnitt und Serigrafie selbstbewusst

neben Lithografie und Unikaten auf Papier

oder Leinwand. Mischtechniken und Skulpturen

runden die Ausstellung ab.

„Die Bandbreite des Kunstspektrums, das

Wechselspiel der Werke mit dem Ambiente

der historischen Wasserburg und die mo-

70 kunst:stück


. lüdinghausen

Abb. oben v.l.n.r.: Milan Peschel, o.T., 2021 Farbserigraphie © Galerie Roy // Armin Müller-Stahl, Da steh ich nun ich armer

Tor, 2014, Farbsiebdruck © Galerie Roy // Elizabeth Kaufmann Granada, Lola, Druck mit Blattgold © Elizabeth Kaufmann Granada

Art // Abb. unten links: Beate Höing, Halali, 2021, glasierte Keramik, Fundstücke aus Porzellan © Beate Höing // unten

rechts: Antonia Thürich, Dialog, Wandobjekt, Keramik mit Schichtungen von Engobe, Glasur und Acryl © Antonia Thürich

deraten Verkaufspreise machen den besonderen

Reiz der Kunstausstellung aus,“

erläutert Kulturreferentin Swenja Janning.

Nachdem die Ausstellung im letzten Jahr

pandemiebedingt rein virtuell stattfinden

musste, freuen sich die Veranstalter dieses

Jahr wieder auf realen Publikumsbesuch in

den Ausstellungsräumen der Burg Vischering.

Ein Teil der Kunstwerke wird zusätzlich

online auf www.burg-vischering.de zu

sehen sein.

Teiner, Antonia Thürich, Gan-Erdene Tsend

und vielen mehr.

Öffnungszeiten der ART Vischering:

10. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022

Dienstag bis Sonntag 10.00–18.00 Uhr,

Eintritt: 3,50 € / 2,00 €, erm.

Burg Vischering

Berenbrock 1, 59348 Lüdinghausen

Mit Werken von:

Mechthild van Ahlers, Ochirbold Ayurzana,

Joseph Beuys, Gabi Dahl, Isa Dah, Duvan,

Markus Fräger, Dorthe Goeden, Andreas

Gorke, Antonius Höckelmann, Beate Höing,

Jörg Immendorff, Barbara Jänke, Barbara

Kämerei, Elisabeth Kaufmann-Granda,

Doris Kastner, Min Clara Kim, Per Kirkeby,

Sala Liber, Markus Lüpertz, Armin Mueller-

Stahl, Sigrid Nienstedt, Noah Omer, Sebastian

Osterhaus, A. R. Penck, Mathias Perlet,

Stefan Pietryga, Sandra Pulina, Lars Reiffers,

H. A. Schult, Norbert Tadeusz, Ingrid

kunst:stück 71

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine