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2021/43| Nachhaltig | Ausgabe Oktober 2021 !

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<strong>Nachhaltig</strong><br />

Wohin mit all den Batterien?<br />

Die wachsende Beliebtheit der Elektromobilität stellt Autobauer und Forscher vor neue Herausforderungen.<br />

Ein möglichst hoher Recycling-Anteil<br />

bei Batterien könnte<br />

in den kommenden Jahren zum<br />

mitentscheidenden Faktor für<br />

den Marktdurchbruch von Elektroautos<br />

werden. Dies legen Beratungen<br />

von Experten und Ergebnisse<br />

einer Umfrage nahe.<br />

„Wir müssen die Batterie als Teil<br />

eines geschlossenen Kreislaufprozesses<br />

sehen“, sagte Matthias<br />

Ullrich aus der Elektrik- und<br />

Elektronik-Entwicklung von<br />

Volkswagen am Rande einer Tagung<br />

in Braunschweig. Der Konzern<br />

untersucht in einer Pilotanlage<br />

in Salzgitter, wie sich die<br />

Mehrfachverwertung der Zellmodule,<br />

aber auch von Stoffen<br />

aus dem Batteriegehäuse wie<br />

Aluminium, Kupfer oder<br />

Kunststoffen industriell<br />

umsetzen lässt.<br />

95 Prozent Recycling<br />

werden angestrebt<br />

Noch handelt es sich<br />

um einen Testbetrieb<br />

– mittelfristig soll jedoch<br />

ein großangelegtes<br />

Batterie-Recycling<br />

entstehen. Ziel<br />

sei es, eine Wiederverwertungsquote<br />

von 95<br />

Prozent zu erreichen, so<br />

Ullrich: „Wir werden tonnenweise<br />

Material haben, das aus den<br />

Autos zurückkommt.“<br />

Das schwedische Bergbau-Unternehmen<br />

Eurobattery Minerals,<br />

das Batterierohstoffe verstärkt in<br />

Europa gewinnen will, legte eine<br />

repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts<br />

You-<br />

Gov vor. Demnach wird nachhal-<br />

Autobatterien können<br />

aus technischer Sicht<br />

recycelt werden, das<br />

Verfahren ist aber noch<br />

relativ aufwändig und<br />

teuer.<br />

© petovarga/Shutterstock.com<br />

tige Produktion von E-Auto-Batterien<br />

auch für viele Verbraucher<br />

ein zunehmend wichtiges Kriterium.<br />

Von denjenigen Befragten,<br />

die den Kauf oder das Leasing eines<br />

E- oder Hybridautos in Erwägung<br />

ziehen, gab mehr als die<br />

Hälfte (56 Prozent) an, dass ihnen<br />

eine möglichst wenig umweltbelastende<br />

Förderung von Batterie-Rohstoffen<br />

einschließlich<br />

guter Arbeitsbedingungen<br />

wichtig oder sehr wichtig<br />

sei. 35 Prozent erklärten,<br />

sie würden höhere<br />

Preise für E-Fahrzeuge<br />

akzeptieren,<br />

„wenn sie sicher sein<br />

können, dass Mineralien<br />

und Metalle der<br />

Batterie nachhaltig<br />

produziert wurden“.<br />

Autobauer<br />

werden selbst aktiv<br />

VW, Daimler und Opel wollen<br />

eigene Zellwerke errichten,<br />

BMW setzt vorerst weiter auf<br />

externe Lieferanten. Damit<br />

tatsächlich große CO ² -Einsparungen<br />

durch E-Mobilität<br />

möglich sind, ist es mit den<br />

Batterien allein allerdings nicht<br />

getan. Es muss mehr Ökostrom<br />

bereitgestellt werden. Und für<br />

umweltbewusste und nachhaltige<br />

Batterien muss die Gewinnung<br />

von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt,<br />

Kupfer oder Nickel schonender<br />

ablaufen. „Konfliktmineralien“<br />

aus Krisengebieten, in denen<br />

auch die sozialen Bedingungen<br />

des Abbaus teils dramatisch sind,<br />

sollen den Plänen verschiedener<br />

Autobauer zufolge vermieden<br />

werden – dies wurde im Juni im<br />

Lieferkettengesetz verankert.<br />

Der Chef des Geschäftsfelds<br />

Batteriezellen und -systeme bei<br />

VW, Frank Blome, sagt zum aktuellen<br />

Rohstoffbezug: „Bisher ist<br />

das vor allem unter der Kontrolle<br />

unserer Zulieferer. Aber wir beteiligen<br />

uns stärker. Und wir wollen<br />

sicherstellen, dass alles regelkonform<br />

ist.“ Die Feststoffbatterie,<br />

bei deren Entwicklung sich<br />

VW mit der US-Firma Quantumscape<br />

zusammengetan hat, werde<br />

bis zur technischen Reife und<br />

zu großen Stückzahlen noch eine<br />

Weile brauchen; „Aber wir investieren<br />

weiter. Wir glauben, dass<br />

die Feststoffzelle irgendwann<br />

zwischen 2025 und 2030 dann<br />

stärker kommen wird.“<br />

Ulm hat ein Batterie-Forschungszentrum<br />

Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien<br />

haben<br />

ihre maximale Speicherkapazität<br />

beinahe<br />

erreicht. In der Ulmer<br />

Wissenschaftsstadt suchen<br />

Grundlagenforscher<br />

und Praktiker deshalb<br />

nach Batterien der<br />

Zukunft. Dazu haben die<br />

Universität Ulm, das<br />

Karlsruher Institut für<br />

Technologie (KIT) sowie<br />

das Zentrum für<br />

Sonnenenergie- und<br />

Wasserstoff-Forschung<br />

(ZSW) die<br />

größte deutsche Plattform<br />

für elektrochemische<br />

Energieforschung,<br />

Celest, gegründet.<br />

Anzeige<br />

Kartons aus Recyclingmaterial und<br />

Folienverpackungen aus Müllsäcken<br />

Der Verbindungsspezialist KVT-Fastening aus Illerrieden arbeitet<br />

stetig daran, weniger Müll zu produzieren. Recycling ist der Schlüssel.<br />

Für die Zukunft<br />

unserer Region<br />

Die <strong>Nachhaltig</strong>keits-Initiative von LEW –<br />

für und mit Menschen, die aktiv einen Unterschied<br />

beim Thema <strong>Nachhaltig</strong>keit machen wollen.<br />

Informieren und initiativ werden<br />

unter bessermachen.lew.de<br />

Isa Güzel (rechts) und Pascal Zech mit einem Karton, der zu 100 Prozent aus recyceltem Material besteht.<br />

Im Versand von KVT-Fastening soll so wenig Müll wie möglich entstehen. Foto: KVT-Fastening<br />

Gelebter Umweltschutz bedeutet<br />

laut Isa Güzel vor allem: „Das<br />

Thema <strong>Nachhaltig</strong>keit mit Priorität<br />

verfolgen, die entsprechenden<br />

Stellschrauben identifizieren<br />

und an ihnen drehen.“ Als Head<br />

of Supply Chain Management bei<br />

KVT-Fastening/Bossard<br />

Deutschland rückt er dabei mit<br />

seinem Team immer wieder das<br />

riesige Lager des internationalen<br />

Verbindungsspezialisten am<br />

Stammsitz in Illerrieden in den<br />

Fokus – die jüngsten Maßnahmen<br />

betrafen die Kartonagen, in denen<br />

täglich über 2,5 Millionen<br />

Verbindungelemente (Einpressbefestiger,<br />

Blindniete, Verschlüsse,<br />

Schrauben, Muttern etc.) an<br />

insgesamt ca. 7.000 Kunden bundesweit<br />

verschickt werden. Das<br />

ist eine Tonnage von rund 12,5<br />

Tonnen pro Tag in weit mehr als<br />

500 Paketen, „die wir in kleiner,<br />

mittlerer und großer Variante<br />

verwenden“, so Pascal Zech,<br />

Group Leader Intralogistics.<br />

Recyclingquote bei den Kartons:<br />

zwischen 86 und 100 Prozent<br />

Das ist eine Menge Karton, die<br />

täglich benötigt wird und die<br />

reichlich Potenzial „für mehr<br />

<strong>Nachhaltig</strong>keit beinhaltet“. Man<br />

habe laut Pascal Zech deshalb<br />

nochmal an den Umweltschutz-Stellschrauben<br />

gedreht<br />

und den Anteil von Recyclingmaterial<br />

bei den kleinen Kartons<br />

von 70 auf 86 Prozent und bei den<br />

großen Kartons von 82 auf 88<br />

Prozent erhöht. Bei den mittleren<br />

Kartonagen gelang sogar ein<br />

„zu 100 Prozent recycelt“! Damit<br />

aber noch nicht genug: Auch bei<br />

den Folienverpackungen, mit denen<br />

Kleinmengen der Befestiger<br />

von Groß- in Kleingebinde umgepackt<br />

werden, gibt es eine umweltfreundliche<br />

Neuerung: Das<br />

Material einen großen Teils der<br />

Folien besteht künftig aus recycelten<br />

„Gelben Müllsäcken“.<br />

Im Idealfall haben alle etwas<br />

davon: Die Umwelt, das Unternehmen<br />

und die Mitarbeiter. Isa<br />

Güzel ist der festen Überzeugung,<br />

dass nur so Umweltschutz<br />

dauerhaft Wirkung zeigt und Erfolg<br />

verspricht. Und so trifft es<br />

sich gut, dass man als KVT-Fastening/Bossard<br />

Deutschland mit<br />

den Maßnahmen nicht nur etwas<br />

für die Umwelt tut, sondern auch<br />

den wirtschaftlich besten Weg<br />

geht.

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