FOCUS_44_2021_Vorschau

FOCUS.Magazin

AUSGABE 44 30. Oktober 2021 € 4,70 EUROPEAN MAGAZINE AWARD WINNER 2021 POLITICS & SOCIETY /// INFOGRAPHIC

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Aktien,

Gold, ETFs

oder Bitcoin

Worauf es

wirklich ankommt:

ab Seite 68

WIRTSCHAFT

Der Adidas-

Chef und die

Fußball-

Milliarden

KULTUR

Das Comeback

von New York

Wohin mit

meinem Geld?

Inflation und Minuszins: Wie Sie Ihr Erspartes

jetzt umschichten sollten


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EDITORIAL

Ein Preis für Pioniere

Von Robert Schneider, Chefredakteur

Fo t o : P e t e r R i g a u d / F O C U S - M a g a z i n , J e n s H a r t m a n n / H B M

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

wenige Stunden bevor die zwei

Kabinettsmitglieder am Dienstag

ihre Entlassungsurkunde

von Bundespräsident Frank-

Walter Steinmeier erhielten,

nahmen sich Wirtschaftsminister

Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister

Gerd Müller

(CSU) noch Zeit für FOCUS. Zeit

für Zukunftsprojekte, die ihnen

am Herzen liegen.

Peter Altmaier eröffnete mit

seiner Rede das Champions Dinner

anlässlich der Verleihung des

FOCUS Innovationspreises 2021,

zu dem Sie auf den Seiten 124

und 125 mehr erfahren. Mit der

Auszeichnung ehren wir nun schon im

zweiten Jahr unternehmerische Pioniere,

deren neue Produkte oder Dienstleistungen

Branchen bewegen, Chancen schaffen

– Chancen nicht nur für Einzelne,

sondern für viele. Chancen für die Gesellschaft.

Ja, es ist uns ein Anliegen,

die Kraft, den Mut aber auch die Lust

zur Erneuerung zu fördern. Und unsere

Jury, in der Entrepreneure wie der Textilunternehmer

Matthias Mey oder die Wirtschaftsweise

Prof. Monika Schnitzer sitzen,

hat aus fast 500 Bewerbern für diesen

feierlichen Montagabend einen Sieger

gekürt: Es ist das Start-up Selfapy, dessen

App Kurse für Menschen in seelischer

Not anbietet.

Der FOCUS Innovationspreis ist mit

einer Million Euro Werbevolumen in den

Medien des BurdaVerlages dotiert – und

schafft, da bin ich mir sicher, jene Aufmerksamkeit

bei unseren 35 Millionen Magazin-Konsumenten

in Deutschland, die

für dieses junge Unternehmen wichtig ist.

Verrückt übrigens, was mir der Selfapy-

Mitarbeiter Thomas Kuchling zwischen

Vor- und Hauptspeise erzählte: Viele ihrer

Geschäftsabschlüsse mit Kliniken oder

Krankenkassen laufen immer

noch nicht digital, sondern per Fax.

Die Firma arbeitet deshalb nun an

einer Software, die Telefaxe lesen

und einordnen kann – 2021 ist das

Herzlichen Glückwunsch Thomas Kuchling (2. v. l.) von

Selfapy, Gewinner des FOCUS Innovationspreises 2021,

neben Leonhard Kruck und Vanessa Zaccaria, Gewinner des

Nachhaltigkeitspreises, Martin Weiss (Burda-Vorstand, rechts)

und Robert Schneider (li.)

Internet für einige also nach wie vor Neuland,

was für eine Welt.

Den Innovationspreis für Nachhaltigkeit

übergab bei unserem Dinner in

München der Wirtschaftswissenschaftler

Stefan Schaltegger, Professor an der

Leuphana Universität Lüneburg (Forschungsgebiet

Nachhaltigkeitsmanagement).

Er zeichnete das Berliner Unternehmen

Unverpackt Umgedacht aus und

Wochen der Entscheidung

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Widerrufsrecht.

lobte die Idee des Start-ups als

„so einfach wie radikal“.

Einfach, radikal und überparteilich

war auch der Vortrag des

Entwicklungsministers Gerd

Müller am gleichen Tag und

Ort. Auf der Bühne des „Munich

Transition for Tomorrow“-Summit

sprach er neben vielen anderen

hochkarätigen Gästen wie

Bayerns Ministerpräsident Markus

Söder oder auch Edeka-Chef

Markus Mosa über die Chancen

und Herausforderungen einer

nachhaltigen Finanz- und Wirtschaftswelt.

Bevor an diesem

Wochenende in Glasgow der

Weltklimagipfel beginnt, wurde

in München in verschiedenen

Panels diskutiert, wie genau die

Transformation in den Bereichen Politik,

Finanzen, Lebensmittel, Mode, Verkehr

und Verpackung gelingen kann. Durch

die Konferenz, die der BurdaVerlag zum

ersten Mal im Rahmen seiner Initiative

„For Our Planet“ veranstaltete, führte die

Fernsehmoderatorin Dunja Hayali – mehr

ab Seite 42.

Von der Umwelt zur digitalen Welt:

Wäre Facebook mit seinen fast drei Milliarden

Nutzern und Nutzerinnen ein Land,

es wäre das größte und mächtigste der

Welt, und eine Diktatur. Mark Zuckerberg

herrscht allein, sein Wort gilt. Damit

entscheidet er ein Stück weit darüber, wie

unsere Gesellschaft tickt, was wir sehen,

was wir wissen, was wir glauben. Jüngste

Enthüllungen einer Whistleblowerin zeigten

nun endgültig, dass ihm diese Verantwortung

egal ist, dass er für den Profit Fake

News in Kauf nahm und weiter streute

und die Gesundheit von Jugendlichen

gefährdete. Ausgerechnet Zuckerberg will

nun das Metaverse bauen, also die Welt,

die nach den sozialen Medien kommen

wird. Wie das aussehen soll und wo die

Gefahren liegen, lesen Sie in unserem

Agenda-Teil auf den Seiten 22 bis 26.

Herzlich Ihr

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FOCUS 44/2021 3


Abschied

Nach 16 Jahren

Kanzlerschaft

überreicht Bundespräsident

Frank-

Walter Steinmeier

Angela Merkel die

Entlassungsurkunde.

Eine

politische Zäsur

Seite 28

Aufatmen

New York, die

Stadt, die niemals

schläft, lässt

Sehnsuchtsträume

wieder

wahr werden

Seite 106

Aufbruch

Adidas-Chef

Kasper Rorsted

über bremsende

deutsche Bürokratie

und beschleunigende

Philosophie

Seite 52

Auferstehung

Im wieder eröffneten Speisetempel

„Tantris“ locken Delikatessen wie

die legendären Hechtklößchen

Seite 120

Anspruch Nilam Farooq in der Filmrolle ihres Lebens Seite 94

4 FOCUS 44/2021


Titelthema

INHALT NR. 44 | 30. OKTOBER 2021

Wissen

74 Deutschland, deine Überflieger

Wenn Weltraummissionen gesellschaftliche

Umbrüche widerspiegeln

80 Fangen, um freizulassen?

Manche Angler fischen nur, um mit ihrem

Fang zu posieren. Eine umstrittene Praxis

85 Tierschutz mit Krypto-Kunst

Der WWF legt digitale Werke auf

Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

60 Wohin mit dem Geld?

Wer Geld auf dem Konto hat, muss immer

öfter Minuszinsen zahlen. Wie sich Sparen

neu denken lässt

Kultur

86 Die Streitbare

Philosophin Svenja Flaßpöhler überprüft,

wie viel eine liberale Gesellschaft aushält

Titel: Getty Images/Composing Focus Magazin

66 Banker auf Kuschelkurs

So versuchen die Berater der ING, den Zinsfrust

der Kunden zu lindern

68 Zinslos glücklich

Wer nicht draufzahlen will, muss riskieren.

Worauf es bei der Geldanlage ankommt

Agenda

22 Willkommen im Metaverse

Um Facebooks Ruf aufzupolieren, wagt

Zuckerberg den Schritt in eine neue Welt

92 Hollywoods heimlicher Herrscher

Die seltsame Filmwelt des Wes Anderson

94 Eine Frau gibt „Contra“

Nilam Farooq spielt sich im neuen Film von

Sönke Wortmann ins Rampenlicht

98 Licht ins Dunkel

Die besten neuen Filme, Bücher und

Alben für lange Herbstabende

Leben

Fotos: Sonja Och, Steffen Roth/ beide für FOCUS-Magazin, Markus Schreiber/

dpa, Michalakis Ppalis/ddp images, dpa (2)

Politik

28 Abschied und Aufbruch

Angela Merkel tritt ab. Das Protokoll eines

Zeitenwandels

34 Kampf ums Finanzministerium

Lindner und Habeck wollen Scholz beerben.

Es geht um mehr als nur einen Posten

38 Make la France grande again

Der neue Star der Rechtsextremen – und

warum er so erfolgreich ist

42 Wege aus der Klimakrise

Auf der Munich Transition diskutieren

Wirtschaftslenker über die Zukunft

46 Unantastbar und unbesprechbar

Die Autoren Stefan Aust und Adrian Geiges

über Chinas Druck auf deutsche Unis

48 Der digitale Datenstrudel

Barack Obama dankt Angela Merkel, und die

Grüne Jugend posiert vor dem Bundestag

Wirtschaft

52 Gegen die digitale Trägheit

Adidas-Chef Kasper Rorsted spricht über

den Fortschritt – und Schuhe aus Pilzen

72 Geldmarkt

FOCUS 44/2021

106 Comeback der Welthauptstadt

Wir feiern die Wiedereröffnung der USA mit

einem Kurztrip: 48 Stunden in New York

110 So geht Secondhand

Schenken, Tauschen, Weiterverkaufen:

Vintage ist in – und gut für die Umwelt

114 Elf mit einem Streich

Wie der SC Freiburg mit Trainer-Original

Christian Streich die Bundesliga rockt

118 Reste-Cuisine

Yotam Ottolenghi rettet altes Brot

120 Darauf einen Bollinger

Das legendäre Münchner Restaurant

„Tantris“ feiert seine Wiederauferstehung

122 Nimm das, Tesla!

Der BMW i4 M50 ist eine Kampfansage

3 Editorial

6 Kolumne von

Jan Fleischhauer

9 Nachrichten

10 Fotos der Woche

16 Grafik der Woche

Halloween

18 Menschen

84 Echt irre

Rubriken

Titelthemen sind rot markiert

99 Mein Salon

100 Buch & Welt

100 Bestseller

124 Die Einflussreichen

126 Leserbriefe/

Impressum

128 Nachrufe/

Servicenummern

130 Tagebuch

NACHHALTIGKEIT

SITZT IMMER.

Das staatliche Siegel

GRÜNER KNOPF für

sozial und ökologisch

hergestellte Textilien.


WIRTSCHAFT

„Wenn wir wie Gesundheitsämter

arbeiten würden, hätten wir längst

dichtmachen müssen“

Adidas-Chef Kasper Rorsted glaubt an Turnschuhe aus Pilzen,

will das Wettbieten im internationalen Fußball nicht weiter

befeuern und schämt sich für die digitale Trägheit der Deutschen

INTERVIEW VON CARLA NEUHAUS UND THOMAS TUMA FOTOS VON SONJA OCH

52 FOCUS 44/2021


U N T E R N E H M E N

Stimmiges Ambiente

Im Adidas-Headquarter

„Arena“ erinnern viele

Design-Spielereien wie

diese Spinde an die

Wurzeln des Geschäfts:

den Breitensport

Sportsmann

Seit Kasper Rorsted

Adidas-Chef wurde,

sieht man ihn nur noch

selten in Anzügen, fast

immer aber in Sneakern

der eigenen Marke

53


WIRTSCHAFT

Wohin mit

Seit Generationen bringen die

Deutschen ihr mühsam Erspartes

zur Bank. Weil die daran aber

kaum noch verdient, verlangt sie

von immer mehr Kunden

Minuszinsen. Ein Schock für die

Deutschen - und eine Chance,

Sparen neu zu denken

TEXT VON KATHARINA HAHN

UND CARLA NEUHAUS

Alles im Griff

In den Tresor

kommt niemand

rein. Drinnen

arbeitet ein

Roboter, der das

Schließfach nach

oben befördert

60


TITEL

Wahre Werte

Colin Solberg vermietet

Schließfächer. Er spürt den

Trend zu Gold und Bargeld

dem Geld?

Fo t o s : D o m i n i k B u t z m a n n f ü r F O C U S - M a g a z i n , K h u o n g N g u y e n

Gut verstaut

Statt im Keller

gelangen Kunden

im „Diskretionsraum“

an ihre

Wertsachen

FOCUS 44/2021

61


LEBEN

NACHHALTIGKEIT

Ein zweites Leben

Was für den einen unnütz ist, ist für den anderen genau das, was er schon lange gesucht hat.

Wenn Konsumgüter einen neuen Besitzer finden, verlängert das die Lebensdauer von Produkten.

Über die ökologische Seite des Weiterverkaufens, Schenkens und Tauschens

Kleiderkreisel Die eine schafft Platz im Schrank, die andere freut sich über ein schickes Schnäppchen: eine echte Win-win-Situation – auch für die Umwelt

Diese braune Lederjacke

da, fast noch

neu“, sagt Heinz

Buttke, einer der

ehrenamtlichen Mitarbeiter

im Sozialhaus

in Pankow im

Norden Berlins. Er sitzt an einem runden

Tisch im hinteren Teil des kleinen Kaufhauses.

Lebensmittel, Geschirr, Bücher,

CDs, sogar Fernsehgeräte stehen dicht

an dicht in den Regalen. Es sind ausrangierte

Produkte aus dem Einzelhandel

oder Secondhandwaren von Privatpersonen.

Mehrere Helfer packen an diesem

Samstagmorgen gerade Lebensmittel aus:

Gurken, Tomaten und Brot. „Die Leute

schmeißen alles weg. Die Produkte genauso

wie ihre Ehepartner“, bedauert

eine Frau mit dunklen Haaren, während

sie sorgsam Tomaten in eine Kiste legt.

„Ich bin vierzig Jahre verheiratet. Aber

mit vierhundert Euro Rente kann ich mir

die Sachen in den normalen Läden kaum

leisten. Das hier ist gut für uns.“

Sozialkaufhäuser sind eine von unzähligen

Möglichkeiten, Produkten ein zweites

Leben zu schenken. Auf Flohmärkten,

Onlinemarktplätzen wie Ebay, Vinted

oder Momox bekommt man Gebrauchtes

zum kleinen Preis. Oft steht der soziale

Aspekt der Zweitnutzung im Vordergrund.

Aber eine längere Lebensdauer von Konsumgütern

ist auch eine der wichtigsten

Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit.

Unser Konsum schadet der Umwelt

„Wir sehen das am Earth Overshoot Day“,

sagt die Umweltwissenschaftlerin Clara

Löw vom Öko-Institut in Freiburg. Der

Erdüberlastungstag ist jener Tag im Jahr,

an dem die Menschheit die Ressourcen

verbraucht hat, die der Planet innerhalb

eines Jahres regenerieren kann. „Jedes

Jahr rückt dieser Stichtag weiter nach vorne.

Wir leben immer mehr auf Kosten des

Planeten. Der Grund dafür ist der massive

Konsum: Die Leute verbrauchen immer

mehr in immer kürzerer Zeit.“ Dieses Jahr

verstrich der Earth Overshoot Day bereits

am 29. Juli. „Produkte länger zu nutzen

ist deshalb das Wichtigste für mehr Nachhaltigkeit.“

Dann entsteht weniger Abfall,

es werden weniger Treibhausgase und

Schadstoffe freigesetzt, weniger Wasser

wird verbraucht und belastet.

Denn selbst wenn Güter recycelt werden,

erfordert das Energie und setzt

Schadstoffe frei. Dagegen ist die unmittelbare

Zweitnutzung eines Produktes,

I l l u s t r a t i o n : J o s e p h i n e Wa r f e l m a n n f ü r F O C U S - M a g a z i n

110 FOCUS 44/2021

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