sporting hamburg Sonderheft KIDS

sportinghh

Stadtsportmagazin

Herbst/Winter 2021

toll kostenlos

rauf,

runter, rum!

Winter,

zieh Dich

warm an!

Zusammen mit

Anzeige


mobil-krankenkasse.de

Editorial

IMPRESSUM

sporting hamburg

Stadtsportmagazin

c/o steuermann sport GmbH

Am Sandtorkai 1

20457 Hamburg

Telefon 040-432 08 45 20

info@sporting-magazin.de

www.sporting-magazin.de

Herausgeber

Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

martin@sporting-magazin.de

Redaktion

Martin Blüthmann, Andreas

Hardt, Marco Santoro, Victor

Sämisch, Lisa Staisch, Manuela

Tanzen, Lars Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

Manuela Tanzen

manuela@sporting-magazin.de

Art Direction und Layout

Arndt Grutke

arndt@sporting-magazin.de

Druck

Eversfrank Preetz

Frank Druck GmbH & Co. KG

Industriestraße 20

24211 Preetz

Auflage: 70.000 Exemplare

Anzeigen, Mediadaten

Telefon 040-432 08 45 20

anzeigen@sporting-magazin.de

© Foto: Justus Stegemann

Liebe Kiddies, Kids, coole Bros

und nice Girls – liebe Eltern,

wir kommen mit großer

Freude mit unserem

zweiten Kids­Special um

die Ecke.

Und wir haben gelernt, weil, wir sind auch selber

Eltern: Egal wie man Kids … anredet, es ist immer

irgendwie auch falsch und meistens uncool. Nun

gut. Fakt ist, dass das aber kein Grund ist, nicht

zu kommunizieren. Was wir eigentlich auch nur

bewegen wollen, seid Ihr.

Um’s kurz zu machen: U16 müssen mehr Sport

treiben. Und ehrlich gesagt, da braucht es zwar

Studien, um diese Aussagen zu validieren, aber man hört und sieht das ja selbst, zu

Hause, bei Freunden, in der Schwimmhalle, … – nicht gut. Und dann noch Corona.

Also haben wir uns entschieden, ein zweites Attacke-100-Kids-Special zu machen

und haben uns hierbei auf die Seite derer geschlagen, die da sagen, motorische

Grundausbildung macht Sinn. Turnen zum Beispiel. Und nicht, weil früher JEDES

Kind brav zum Turnen gegangen ist, Schulsport auch u. a. Turnen bedeutete und

nicht irgendwie vornehmlich Inlineskaten, oder weil es BMX nicht gab und man

mit Rädern ausschließlich von A nach B fuhr. Sondern weil es schade ist, wenn ein

Kind im Golf, Rudern oder Fussi brilliert, aber nicht rückwärts laufen kann. Nicht so

toll. Also findet Ihr in diesem Heft viele Dinge, die man so machen kann, und die

sind zum Glück überhaupt nicht vollständig, denn es gibt noch viel, viel mehr. Eine

Herzensangelegenheit ist darüber hinaus das Thema Selbstbehauptung. Denn schon

Selbstbehauptung, nicht Selbstverteidigung, hat einen sportlichen, motorischen Anteil.

Leserbriefe, Termine

und Kommentare

info@sporting-magazin.de

Viel Spaß beim Lesen.

Immer für euch da!

Wir sind da, wenn ihr uns braucht. Ganz gleich, wann oder warum.

Unser Versprechen – mehr Service, mehr Leistung und

mehr Wert – gilt in jeder Lebenslage. Mehr dazu gibt’s hier:

mobil-krankenkasse.de

Irrtümer und alle Rechte

vorbehalten. Nachdruck sowie

sonstige Vervielfältigungen nur

mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlags. Für unverlangt

eingesandtes Text- und

Bildmaterial wird keine Haftung

übernommen; der Verlag setzt

bei Eingang voraus, dass alle

Rechte und Honorarfragen

geklärt sind. Erscheinungsort

und Gerichtsstand ist Hamburg.

Martin Blüthmann

(martin@sporting-magazin.de)

Nachhaltig gesund.

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

© Titelfoto: Shutterstock

© Foto: steve libralon on usplash.com

3


sporting hamburg

Das ist

drin:

© Foto: Pixabay

Editorial/Impressum 3

Kinderturnen: Aaaachtuuunnnggg!!!

Kinderturnsonntag am 14. November 6–8

TC Hamburg

Die Turngarage 10/11

Basketball: Hamburg Towers

Wer ein Turm werden will … 12/13

Hüpfen, Toben, Klettern & Co I

ETV Kletterwelt: Toben erlaubt 14/15

Hüpfen, Toben, Klettern & Co II

Gehüpft! 16–19

Hockey

UHC- Ballschule 20/21

Wintersport

… oder eben Skifahren 22/23

Tennis

Ein Ass für Siggi 24/25

Rudern

Hier schreibt Victor 26/27

HSV Eishockey

Eis … in der Waffel oder im Becher? 28/29

Turnen

Oder in den Zirkus 30/31

Selbstbehauptung I

Auch Distanz lernen 32/33

Selbstbehauptung II

Die Polizei kommt 34

5


Kinderturnen

© Foto: Shutterstock

AAACCCHHHHTTTUUUNNNGGG!!!

Am 14. November ist

Kinderturnsonntag.

Wusstet Ihr nicht?

Tssss.

nie fehlen, denn jede Turnstunde ist auch eine gemeinsame Gruppenerfahrung.

Dabei ist es so eigentlich so einfach, kleine Kinder sind doch

© Fotos: VTF

In genau in 40 Hamburger Vereinen steht das Turnen für

Kiddies an diesem Tag an erster Stelle. Das ist toll, weil

ganz Hamburg-U8 (meint unter 8 Jahren) eingeladen ist.

Warum? Weil gerade die Lütten früh lernen sollen, wie cool es ist, sich

mit Spaß zu bewegen und spielerisch Springen, Hangeln, Klettern und

vieles mehr zu üben oder gar eine Rolle vorwärts zu machen. Cool

vor allen Dingen, weil sie später in der Schule damit später ganz groß

rauskommen, oder beim Hockey, Tennis, Mountainbiken. Und da gibt es

noch mehr: rückwärts laufen, Seil- oder auf einen Bock springen (was

war das eigentlich noch?). Motorische Grundfertigkeiten sind eigentlich

gesetzt, sollten sie sein, doch in unserer städtischen Welt gibt es längst

nicht mehr so viel Bewegungsmöglichkeiten wie eigentlich notwendig, um Bewegungskompetenzen

unserer Kiddies rundum zu entwickeln. Kaum kann der Nachwuchs laufen, ist der Bewegungsradius

in der Wohnung, auf dem Gehweg, zwischen Fahrrädern und Autos viel zu eingeschränkt. Jetzt ist

es an der Zeit, das Kinderturnen

zu entdecken, in einem Sportverein,

in einer Eltern-Kind-

Gruppe. Dort können Kinder

alles machen, was sie kaum

erwarten können: klettern, rutschen,

schaukeln, rollen und

vor allem allen zeigen, was sie

schon alles können!

Und es ist großartig, die Kinder

beim Kinderturnen zu beobachten.

Wenn sie über die schräge

Bank ganz nach oben zum Barrenholm

klettern, mit anderen

ausgelassen durch die Halle

flitzen oder gar stolz ihre erste

Rolle vorwärts schaffen. Zum

Schluss darf das Abschiedslied

sowieso so gut wie immer in Bewegung. Ein knöchelhohes Geländer, das

die Blumenrabatten von der Wiese trennt? „Balancieren“, rufen sie in

allen Sprachen dieser Welt. Eine kleine Mauer am Parkrand? Auf geht’s:

rauf und runter, rüber und zurück. Dieser Impuls ist weltweit derselbe,

einfach cool und vor allem gesund. Alle Kinder wollen am liebsten den

ganzen Tag lang rennen, springen, singen, tanzen, kullern und spielen.

Wenn sich Kinder bewegen können, dann sind sie begeistert bei der

Sache, denn sie entdecken damit die Welt, und auch sich selbst. Alle

Menschen brauchen Handlungsräume, in denen sie ihre Potenziale

entfalten können. Das gilt ganz besonders für Kinder. Kinder brauchen

und lieben Situationen, in denen sie etwas ausprobieren, etwas üben

und irgendwann schaffen können. So können sie Erfahrungen sammeln

im Problemelösen, daran wachsen und so Mut und Selbstvertrauen

entwickeln. Und nichts ist schöner als strahlende Kindergesichter,

wenn sie was geschafft haben. Das stärkt die Kids und den Oldies

bringt es große Freude, in doppelter Hinsicht: Stolz und so, und das

Bewusstsein, der Zwerg – der wird was.

Damit alle Kinder die Chance bekommen, sich nach Herzenslust auszutoben,

hat der Verband für Turnen und Freizeit (VTF) den Kinderturn-

Sonntag ins Leben gerufen. Es ist DIE Kampagne für das Kinderturnen,

die jährlich seit 18 Jahren vielen Hamburger Familien das Kinderturnen

nahebringt.

Infos und eine Liste der 40 Vereine, die am 14. November

ihre Türen öffnen und ihre Kinderturn­

Angebote präsentieren:

www.vtf­hamburg.de/veranstaltungen­qualifizierungen/kinderturn­sonntag

ALLE Kiddies sind herzlich willkommen, auszuprobieren, mitzumachen,

kennenzulernen oder einfach erstmal zu schauen. Die Übungsleitungen

sind vor Ort und stehen für Fragen und mit Hilfestellungen bereit. »

Unterstützt von: VTF

7


© Foto: Shutterstock

Die Vereine bauen Bewegungslandschaften sowie Spiel- und

Mitmachangebote unterschiedlichster Art für die Altersgruppen

1–7 Jahre auf. So können Kinder und ihre Eltern ganz unverbindlich

den Verein in ihrem Stadtteil kennenlernen.

© Foto: VTF

Das Hamburger Konzept des Kinderturn-Sonntags, das kann man

ja ruhig mal sagen, ist auch Vorreiter des mittlerweile seit 2017

zeitgleich stattfindenden „Tag des Kinderturnens“. Dazu

lädt nämlich der Deutsche Turner-Bund (DTB) in Kooperation mit der

Bewegungsinitiative „kinder Joy of Moving“ bundesweit alle Kinder

ein, in die Welt des Kinderturnens reinzuschnuppern. Das Highlight

findet in diesem Jahr in Hamburg beim Altonaer Turnverband von

1845 e.V. (ATV) statt. Von 10 bis 15 Uhr erwartet Interessierte beim

ATV ein erlebnisreicher Tag rund um das Kinderturnen.

Mit von der Partie: Das Turn­Team Deutschland

mit der Idee „Von und mit den Großen lernen“, der

aktuelle Vize­Europameister am Reck Andy Toba,

die mehrmaligen Deutschen Meisterinnen und

Meister im Turnen Kim Bui, Nick Klessing, Elisabeth

Seitz und Felix Remuta sowie die rhythmische

Sportgymnastin Helena Ripken.

Sie geben den Kids Tipps und Tricks bei den einzelnen Aktionen.

Neben dem Turn-Team Deutschland und dem „Das kann ich

schon!“-Abzeichen können sich alle Kids noch im „kinder Joy of

Moving-Turnparcours“ an abwechslungsreichen Turnelementen

ausprobieren.

Aus organisatorischen Gründen ist eine

Anmeldung für einen von drei möglichen

Zeitslots notwendig unter: www.kinderjoyofmoving.de/turnen/tag­des­kinderturnens/

anmeldung

Noch mal Achtung, und zwar hoch drei:

Sparen mit Active City und #sportVEREINtuns

beim Vereinseintritt

Tretet Ihr am Kinderturn­Sonntag in einen Verein

ein oder meldet Ihr Eure Kiddies an: Schwupps, kann

der Active City Starter­Gutschein der Kampagne

#sportVEREINtuns im Wert von 80 Euro genutzt

werden. Den Gutschein kann man über die Active City

Homepage oder die Active City App erhalten und bei

der Anmeldung im Verein einlösen. Coole Sache.

Unterstützt von: VTF

04.03 bis 20.03.2022

Weitere Informationen: www.tsg-bergedorf.de

per Email: tobias_muenster@tsg-bergedorf.de

oder Tel. 040 401136-500

8

tsg-bergedorf.de


Turnen

© Foto: TC Hamburg

Beim Deutschland Pokal in Esslingen erturnte sich Alena (2. von rechts) einen tollen 10. Platz, Janna kam bei den

Dt. Jugendmeisterschaften im Einzel auf den14., mit dem SHTV Team auf den 6. Platz.

© Fotos: sporting hamburg

Die

Turngarage

Nun wurde in diesem Heft schon viel getobt, geturnt, und

so. Motorische Grundausbildung ist hierbei ein Motiv.

Wenn sich aber Talent zeigt, der Spaß bleibt, wird Turnen

eine tolle, aber auch konsequente, toughe Angelegenheit.

Denn Turnen ist für Kids eine sehr beeindruckende, aber gleichermaßen

umfangreiche Veranstaltung, bis zu 16 Stunden – je nach Alter –

trainieren die Mädchen von den Trainerinnen Katharina Pommerening

und Jenny Goldberg nämlich, Tendenz mehr, Tendenz Erfolg. Wir

besuchen sie beim TC Hamburg, einem sehr jungen Turnverein von

2009, Richtung Nedderfeld. Der hatte sich damals gegründet, weil im

bisherigen Verein „Turnen auf Leistung unter anderen Aspekten und

Bedingungen gepflegt wurde. Wir wollten aber echtes Leistungsturnen

nach nationalen Standards, die sich ihrerseits an internationalen

Regeln orientieren“, erklärt Katharina Pommerening, „um auch in

Hamburg eine Heimat für Spitzenturner:innen zu ermöglichen“, zur

Zeit sind’s ausschließlich Turnerinnen – und viel Ehrgeiz. Den braucht

man aber wohl auch, wenn man sich sogar eine eigene Turnhalle,

im wahrsten Wortsinne, erschafft. Tatsächlich fahren wir nämlich

auf einen Hinterhof, die klassische (Schul-)Turnhalle sucht man

vergeblich, geturnt wird nämlich in einer angemieteten Halle einer

KFZ-Werkstatt, weiß getüncht, Weichboden, fest installierter Barren,

Schwebebalken, alles irgendwie auch eng, aber sehr konsequent und

fast privat. Ende Februar 2020 war die neue Heimat mit Bordmitteln

und in viel Eigenarbeit fertig, direkt danach kam Corona und sie

durften nicht mehr. Bitter.

Ingesamt sind es im TC Hamburg 50 Mitglieder, ein paar Gönner sind

dabei, die den Umzug und den Umbau ermöglichten.

„Wir haben aber gerade im sich entwickelnden

Breitensportbereich wegen

Corona wieder viel verloren“, schildert

Katharina die Situation,

das kommt nun gerade

wieder, es gibt tollen

Zulauf, dennoch: „Aktuell

arbeiten wir ehrenamtlich, sonst frisst

uns die Miete auf“, beschreibt sie die

Situation.

Die Leidenschaft fürs Leistungsturnen, die Motivation ist aber ungebremst

und offensichtlich groß. Drei reizende Mädels sind es gerade,

die da echte Kunststücke üben, der nationale Talentpokal steht an,

Alena (11) will in den Nationalkader. Teilweise bis zu 5 Stunden am

Tag wird da trainiert, mit 11, 13 Jahren. Der Ton

ist freundlich, aber konsequent.

Inzwischen haben sie sich wettkampfmäßig

dem Schleswig-Holsteinischen Turnverband

angeschlossen, können deswegen auch immer

mal nach Kiel ins Leistungszentrum, da gibt es

die einzige feste Fläche (12 × 12 Meter) nach

nationalem Standard fürs Bodenturnen – und eine große Kooperationsbereitschaft.

Besser als zu Hardcore-Corona-Zeiten, da haben sie

auf öffentlichen Spielplätzen trainiert, oder eben online, Grundlagen,

Kraft. Das brauchen sie auch. Alena will zu Olympia, wir rechnen,

das wäre dann L.A. 2028, wahrscheinlich. Nur noch sieben Jahre,

dann wohl mindestens fünf Stunden am Tag. Krass. Die Kleine drückt

aber das Kreuz durch, strahlt und macht den Flick-Flack, Spreizsalto

auf dem Balken, als wäre das gar nichts. Janna (13) hat sich für die

deutschen Jugendmeisterschaften in Esslingen qualifiziert. Auch

sie will in den Bundeskader, hat gute Karten, wenn sie denn ihre

Übung am Stufenbarren durchturnt. Das klappte gestern, heute

nicht, vielleicht liegt es an uns. Sie versucht es uns zuliebe noch

mal, sehr konzentriert. „Schon viel besser“, ruft Katharina. Weiter

geht’s auf den Balken.

Louise, Janna, Alena und Trainerin Katharina (v. l.).

Sie trainieren in einer umgebauten KFZ-Halle. Mal was anderes.

11


Basketball

Beim Training mit den Jüngsten stehen ausdrücklich Spaß und Teamplay im Vordergrund. Auch einfach mal schnacken.

© Fotos: Dennis Fischer

© Foto: Thorsten Schmieder

Wer ein Turm

werden will …

Basketball bei den Towers

ist auch angesagt, und

deswegen sprechen wir

mit Yannick Amoikon (28),

während er am Samstag

in der Geschäftsstelle die

Basketball ist angesagt, nicht erst, seitdem die Hamburg

Towers in Wilhelmsburg in die Bundesliga aufgestiegen

sind, jetzt aber wahrscheinlich noch viel mehr.

Trikots wäscht. Er ist bei den

Towers als Mini-Koordinator verantwortlich für die Jugendausbildung

bis zur U12. Man kann fast sagen, ganz frisch bis 12, denn die Jüngsten,

oftmals Geschwisterkinder, sind wahrscheinlich fast kleiner als der Ball.

Yannick ist hauptamtlicher Jugendtrainer. „Ich bin sozusagen eine der

Auflagen für die erste Liga“, lacht er. Aber sowieso hängen die sich in

Wilhelmsburg voll rein, anderswo natürlich auch. In Wedel, in Eimsbüttel,

da wird überall toll gearbeitet.

Yannick ist ausgebildeter Basketballtrainer, hat selber als Profi in

Norwegen gespielt, und er ist „immer auf der Suche nach großen

Jungs und Mädels.“ Aber viele Dinge sind ihm auf diesem Weg wichtig,

die uns dann doch fast überraschen. „Wir nehmen alle mit“, sagt er

unumwunden. „Aus Prinzip einerseits, andererseits kann doch keiner

sagen, ob der kleine Zwerg nicht irgendwann einen halben Kopf größer

ist als Justus Hollatz.“ Yannick weiter: „Basketball ist ein Sozialsport,

bringt allen was.“ Und: „Bei uns versagt niemand, wenn bei uns in

den Gruppen, sie sind bis zu 40 Kids stark, alle Spaß haben, ist das ein

Erfolg für mich“, sagt er ernst. „Und da ist richtig

Alarm“, lacht er wieder.

Die Kleinsten machen Ballsport, einmal die Woche,

montags. Die hauchdünn älteren, 7 Jahre bis U10,

kommen schon zweimal die Woche und nehmen

bereits an Punktspielen teil, 4 gegen 4. In jeder

Jahrgangsstufe haben sie Teams. „Wir könnten

mehr, aber es ist unfassbar schwer, in Hamburg

an Hallenzeiten zu kommen“, sagt Yannick. „Da

stehen wir, uns gibt es ja erst seit sieben Jahren,

ganz hinten an.“ Es müssten ja, gleiche Anzahl

Hallen vorausgesetzt, Hallenzeiten von anderen

Vereinen zurückgegeben werden, „das macht

keiner“, seine Auffassung. „Dadurch ist es schon

auch etwas schwerer, sich als Verein zu etablieren“,

fühlt er sich von der

Sachlage ausgebremst.

Ansonsten ist Yannick

die Motivation auf zwei

Beinen: „Ab U10 sieht

das schon richtig gut

nach Basketball aus“, sagt er zum Leistungsniveau. Einen „Wir-sind-die-

Towers“-Bonus gibt es nicht, „die Kleinsten haben das gar nicht wirklich

auf dem Zettel, dass wir auch ´ne Bundesliga-Mannschaft haben. Bei

den 10–12-Jährigen schon, die drehen sich schon noch mal um, wenn

einer der Profis über die Straße geht.“ Was ja im Grunde durchaus der

Grundidee der Towers entspricht, in Wilhelmsburg und überhaupt

auch Leuchtturm für Kids zu sein. „Und wir trainieren ja auch in der

gleichen Halle wie die Profis, das finden die Kids schon cool „Und bei

den Kleinen geht es mir mal gar nicht um Erfolg“, grinst er, „das treibt

die Jungs schon mal echt zur Weißglut, wenn ich den Spielstand nicht

gleich weiß“, lacht er. „Erlebnis vor Ergebnis ist meine Idee. Die Kids

sollen alle eine gute Zeit haben. Ich habe kein Interesse daran, in der

U12 Hamburger Meister zu werden.“ Yannick erzählt: „Ich habe schon

mal meine Jungs im laufenden Spiel zusammengetrommelt, damit die

andere Mannschaft punkten kann, damit die nicht zu Null verlieren. Hallo?

Das sind Kinder!“ Sie sollen, bis sie U16 sind, lernen, guten Basketball

zu spielen, mehr nicht, und das gilt

für alle. „Mein Ziel ist es, so viele

Kids wie möglich möglichst gut

auszubilden. Wie groß die Kinder

später werden, zum Beispiel, lässt

sich sowieso erst später erahnen“,

erklärt er. Und dann gäbe es da die

Jugend-Basketball-Bundesliga (U16),

so als Zielkorridor. Sehr spannend.

Marvin und Jan, die Geschäftsführer

der Towers, lassen ihn machen. Die

machen da was ganz richtig, haben

wir den Eindruck, und gute Leute

haben sie am Start. Gruß an Yannick.

5-mal pro Jahr gibt’s auch Towers Basketball-Camps. Yannick ist bei den Towers zuständig für die Kinder von Mini bis U12.

13


Hüpfen, Toben, Klettern & Co I

© Fotos: Justus Stegemann

Toben

erlaubt

Multifunktional ist ja fast ein doofes Wort für

diiiieeee Menge Rabatz, den man ab sofort

auch im ETV machen kann.

Im neuen Sportzentrum Hoheluft des ETV, das gerade eben eröffnet

wurde, hat sich der Eimsbütteler Platzhirsch und Hamburger

Großverein mit Stammhaus an der Bundesstraße neben einer neuen

Sporthalle, einem Fitness-Studio mit Sauna, diversen großzügigen

Kurs- und Yogaräumen, Facilities für die Tennis- und Fußballabteilung,

eine eigene sehr coole Kletterwelt gegönnt. „Alles für Euch“, sagen

sie sowieso, schielen mit der Kletterwelt auch nicht nur auf Kids.

Nach denen schreien aber die nigelnagelneuen HüpfTurnHangel-

RutschKletterSpringFallTob-Möglichkeiten am lautesten, deswegen

haben wir uns die ganze Sache mal eingehend vorgeknöpft. Wäre

doch wohl gelacht, wenn wir nicht auch die Hängebrücke, Röhrenrutsche,

Tunnel und Schnitzelgrube testen würden. Hausherren

sind im Grunde die Zwerge aus der vereinseigenen Kita gleich

direkt gegenüber. Was haben die für ein Glück?! Und direkt meint

nicht andere Straßenseite, sondern nächste Tür, sozusagen. „Wir

wollen aber auch eine neue Attraktion für den ganzen Stadtteil sein“,

sagt Friederike van der Laan, Pressesprecherin des ETV. „Wir sind

auch offen für andere Kitas, die hier ihre Kinder rumtoben lassen

wollen“, sagt sie.

schen Angebots, denn ein Restaurant gibt es

in dem neuen Sportzentrum natürlich auch.

Vereinskneipe war gestern. Die drei Ebenen

der Kletterwelt haben es aber offensichtlich

nicht nur den Kids angetan. Man munkelt,

dass die Fußball-A-Junioren aus der Bundesliga

auch heimlich schon die Schnitzelgrube

getestet haben (die 1.800 Schnitzel wurden

von der Floorball-Bundesliga-Mannschaft bezogen), und auch die

Parkour-Abteilung oder die Turner:innen freuen sich über die neue

Trainingsalternative. Es gibt lauter Krabbel- und Kriechgänge, Röhren,

Brücken zum Hangeln, einen Drachenhals, unterschiedlichste

Möglichkeiten und Höhen, in die Grube zu springen, zu fallen, zu

hüpfen. Toben ist der Plan, und zum Schluss geht’s mit einem

Affenzahn die Rutsche runter. Die hat es in sich.

Wer sich das Ganze einmal anschauen

oder gleich lostoben will, informiert sich

am besten direkt unter:

www.etv-hamburg.de/sportprogramme/

kletterwelt

Unterstützt von: ETV

Rumtoben hat hier aber eine neue Dimension: Neben der eigentlichen

Kletterwelt auf der einen Seite kann auf der anderen Seite sogar

gebouldert werden. Also Klettern hoch drei. Die Boulderabteilung

des ETV wird’s freuen. Offensichtlich, denn die ersten Boulderkurse

sind voll. Bouldern, Mut beweisen, Spaß haben können hier

aber nicht nur ETV-Mitglieder: Kinder ab 5 Jahren, 8 Kids machen

einen Trainer, immer unter Aufsicht, versteht sich, Schuhe aus, los

geht’s. Das Tagesticket kostet 5 Euro, für Nichtmitglieder 6 Euro.

Die Kindersportschule KISS des ETV ist hier am Start, aber auch

Kindergeburtstage sind hier möglich, die ersten sind angefragt,

Termine sind schon gemacht.

Inklusive eines gastronomi-

15


© Foto: SPRUNG.RAUM

Hüpfen, Toben, Klettern & Co II

mal ein Sprung richtig in die Hose. Wichtig also: Auch Fallen und Abrollen will gelernt sein.

Und wer sicher fällt, tut sich nicht weh und steht als Erstes wieder. Zackbumm. Springen,

Laufen, Klettern und Co haben auch was mit Mut zu tun. Traut Euch, lernt Euch selbst

kennen, überwindet auch mal ein wenig die Angst. Was glaubt Ihr, wie gut Ihr Euch dann

fühlt, wenn Ihr was geschafft habt, was Ihr Euch selbst zuerst nicht zugetraut habt?!

Überwindet Hindernisse wie bei Ninja Warrior oder lernt Kunststücke. Gerade in der

Gruppe macht so etwas richtig Spaß, wahrscheinlich traut man sich auch ein bisschen

mehr. Die Gemeinschaft dort ist jedenfalls super. DIE HALLE bietet fast täglich Trainings

für alle Altersgruppen, freie Trainings, Wochenendkurse, Feriencamps, fünf Tage am Stück,

und sogar Euren Kindergeburtstag könnt Ihr hier feiern. Unter www.diehalle.hamburg

macht Ihr Euch oder Eure Eltern schlau.

© Foto: sporting hamnburg

Gehüpft!

Gut über den Winter kommt Ihr auch im JUMP House. Denn dass

Hüpfen Adrenalin freisetzt, ist bekannt, also hüpfenhüpfenhüpfen

– und die kurzen Tage und das fiese Wetter nerven nur noch

halb. Zwei Standorte (besser Hüpforte) gibt es, in Poppenbüttel

und in Stellingen. Hier kann auch geturnt werden, ebenfalls

klasse: Akrobatik, die Ninja-Parcours, Trampolin-Basketball oder

3D Dodgeball – hieß mal Völkerball. In Poppenbüttel könnt Ihr

sogar Kurse belegen und ein professioneller Coach zeigt Euch

seine Tipps und Tricks. Weitere Informationen:

www.jumphouse.de/hamburg »

Anzeige

© Foto: JUMP House / Tom Menz

Mit viel Spaß und Spiel in Bewegung rabatzz.de + schwarzlichtviertel.de

16

Hey Kids, wisst Ihr was? Wann habt Ihr Eure Eltern das letzte

Mal hüpfen gesehen? So richtig hüpfen?! Was wäre das für

eine lustige Vorstellung.

Nun aber mal super ehrlich: Wann seid Ihr das letzte Mal gesprungen,

gejumpt, gehüpft? Wann haben Eure Lehrer:innen das letzte

Mal das Trampolin rausgeholt? Dabei ist das sooooo gut, macht

einfach Spaß. Man muss es nur einfach mal wieder machen. Nach

den letzten Corona-Monaten erst recht. Beim ETV kann man das,

wie gesehen, in der neuen Kletterwelt im Sportzentrum Hoheluft.

Auch im Oberhafen,

Nähe Hauptbahnhof,

sind echte Profis am

Start: DIE HALLE ist das

Zuhause der Parkour-

Community. Hier lernt

Ihr mit viel Spaß, wie

man richtig die Wände

hochgeht – und wieder

runterkommt. Oder Ihr

haut mal Eure Großeltern

an und die spendieren

Euch einen Nachmittag,

ne ordentliche

Session im rabatzz!, im

© Foto: sporting hamnburg

SPRUNG.RAUM oder im JUMP House. Was da abgeht, steckt

in den Namen. Uns ist wichtig, dass Ihr rausgeht, Spaß habt,

Euch bewegt, Mut beweist – und hüpft.

Zuerst haben wir DIE HALLE besucht. Nachdem der Verein

wegen Corona ca. 20 % Mitglieder verloren hat, geben sie

jetzt auch endlich wieder indoor voll Stoff. Die Parkour-Kurse

starten ab 5 Jahren, die Wartelisten sind bei den Jüngeren allerdings

besonders lang. In kleinen Gruppen trainiert Ihr spielerisch die

Grundlagen von Parkour, damit Ihr dann irgendwann mal echte

schräge Dinger hinbringt. Bei unserem Besuch haben wir gelernt,

dass auch Springen geübt sein will. Punktlandungen sind das Ziel,

denn außerhalb der

Halle gibt es keine

weichen Matten und

keine Schaumstoffgrube.

Also: Übung macht

die Meisterin, den Meister.

Die Kids haben uns

gezeigt, was sie schon

drauf haben. Die

Trainer:innen, passen

auf, feuern an und trösten

und motivieren,

wenn mal was nicht auf

Anhieb klappt. Denn das

ist ja klar: Es geht auch

ScHWARZ

LIcHT

VIERTEL

Kieler Straße 575a Kieler Straße 571


Hüpfen, Toben, Klettern & Co II

© Fotos: rabatzz! / Schwarzlichtviertel

© Fotos SPRUNG.RAUM

Auf über 5.000 m 2 könnt ihr

Euch auch im SPRUNG.RAUM

richtig auspowern. Und Auspowern

muss mal sein. 15

verschiedene Attraktionen

werden geboten. Neben dem

FREE.JUMP, dem FOAM.JUMP

(riesen Schnitzelgrube), dem

BigAirBag ® , DODGEBALL.IN-

TERAKTIV und einem richtig

krassen NINJA.PARKOUR gibt

es neuerdings sogar eine

interaktive Kletterwand. Für

die echten Könner gibt es drei

High Performance Trampoline, die Grand Master, es gibt sogar AIR.

SOCCER und AIR.NINJA. Die ausgebildeten Trainer:innen kommen

aus den Bereichen Parkour, Akrobatik und Tricking, haben natürlich

den Trampolinschein und sind immer für Euch da. Kurse, Geburtstage

buchen und mehr Informationen, auch über die überraschenden

Samstag-Abend-Events, findest Du hier:

www.sprungraum.de

Richtig Remmidemmi könnt Ihr im rabatzz! machen. Da ist der Name Programm, denn da

ist Toben, Rennen, Klettern, Krabbeln, Rutschen, Springen, Hüpfen angesagt: rauf, runter,

drüber, drunter – ein Paradies: Spiel, Spaß, Halligalli und Abenteuer an jeder Ecke in

Hamburgs größtem Indoorspielplatz. Gebt Eure Eltern im Bistro ab, drückt ihnen ’ne

sporting in die Hand und los geht’s auf die Riesenrutsche oder in den Hochseilgarten.

Und Eure kleinsten Geschwister sind auch versorgt: im Baby- und Kleinkindbereich Lilliputz.

Klingt doch super.

www.rabatzz.de

Anzeige


Hockey

© Foto: © Nadine Fotos: UHC Pohl

und immer-wieder-erforderliche Bereitschaft“, betont Charlotte, „die sind immer da, wenn’s

brennt!“. Und das, obwohl ein Hockeyschläger zunächst mal gar keine Rolle spielt.

Neben Werfen, Stoppen, Prellen, Kicken, Schlagen, Dribbeln, Ausdauer wird in vielen weiteren

Spielideen einfach der Ballbesitz „trainiert“. Die erklärten Ziele der Ballschule sind neben

der Einbindung in Sportspielgruppen nämlich Durchsetzungsfähigkeit, natürlich ganz viel

Spaß an sportlicher Betätigung und insbesondere: Motivation.“ Die Ballschule findet den

gesamten Winter draußen statt, auf Kunstrasen. Corona fordert das, schaden tut das aber

auch sowieso nicht. „Wir sind ja nicht aus Zucker.“

Balla Balla.

Jedes Kind darf sich zu Beginn einen Ball aussuchen.

Und wie geht’s dann weiter? Charlotte: „Wenn die

Kinder der Ballschule entwachsen, werden sie

gerne bei großer bis sehr großer Ballaffinität dem Hockey- oder Tennis-Kindergarten empfohlen.

Da die Ausbildung bis dahin aber sehr breit ist, kann es durchaus auch sein, dass es

Empfehlungen für Fußball, Handball oder Volleyball, … – im Grunde für jede andere Ballsportart

– gibt.“ Charlotte trommelt aber natürlich gern für ihren Sport, ihren Verein: „Im UHC

Hamburg können Kids vom Kindergartenalter über die Jugend bis hin zu den Leistungs- oder

Freizeitmannschaften der Erwachsenen Hockey spielen. Alles ist möglich, der UHC ist wie

eine große Familie. Dafür sind wir auch bekannt, jeder packt mit an. Und wir haben Spaß an

Erfolg. Also kann es durchaus auch schon mal vorkommen, dass das Training von einem/

einer Deutschen Meister:in/Olympiasieger:in geleitet wird“, lacht sie. „Bei der Ausbildung

unserer Kids geben wir uns sehr viel Mühe.“ Nämlich: „Die besten Spieler:innen werden –

idealerweise – aus dem eigenen Nachwuchs generiert.“

Weitere Informationen über die UHC­Ballschule unter:

www.uhc.de/ballschule

Anzeige

Hast Du kleines Kind und Ball, tritt das Kind gegen

den Ball. Garantiert. Das steckt wohl so in der Spezies

Mensch. Fliegt Dir ein Ball zu, wirst Du auch immer

versucht sein, ihn zu fangen.

Voraussetzung, und da fängt es

heute leider schon an: Dir muss

jemand einen Ball zuwerfen oder

einen Ball hinlegen. Es fehlt an

Zugängen, Spiel- und Entfaltungsmöglichkeiten,

es fehlt an

Motivation. Und es fehlt an der

Idee, wieviel Spaß ein Ball bereiten

kann. Oft.

In Kooperation mit der Hamburger

Ballschule macht sich der

Uhlenhorster Hockey-Club in

Hummelsbüttel an die schöne

Aufgabe, mit der Ballschule für

Kita-Kinder, auch dem zunehmenden

Bewegungsmangel der

Kinder entgegenzuwirken. „Un-

abhängig vom Hockeysport geht es zunächst mal

um den Umgang mit dem Ball“, erklärt Charlotte

Fransson vom UHC, „vielmehr sogar um die Freude

daran.“ „Eher Spielen als Üben, ist das Motto“, so

Jörn Rentzenbrink von der Hamburger Ballschule, „wir

holen die Kinder dort ab, wo sie stehen.“ Entsprechend

beginnt die Ballschule für die MINIs (3-5 Jahre) beim UHC immer mit

Aufwärmspielen wie „Ente, Ente, Gans“ oder „Fischer, Fischer, wie

tief ist das Wasser …?“, mit Ballspielen wie dem „Eichhörnchen- oder

Bärenspiel“ sollen die Kleinen viel Spaß an der Bewegung finden.

„Durch das Spiel werden Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft,

gegenseitiger Respekt und Durchhaltevermögen gefördert“, so

Charlotte. „Neben dem Sport ist das soziale Miteinander sehr wichtig.

Denn: Fitte Kinder können sich besser konzentrieren und bessere

Leistungen in der Schule zeigen.“ Aber zurück zu den Kita-Kindern:

Die Ballschulkurse für die 3–5-Jährigen werden an 4 Tagen der Woche

(Di–Fr) mit jeweils 2 Kursen/Tag angeboten und sind nicht aufeinander

aufbauend, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die 10–12

Kinder pro Gruppe werden von UHC-eigenen, zertifizierten und

ausgebildeten Übungsleiter:innen angeleitet, fast ausschließlich Jugendliche,

die immer wieder gerne Spiele, Abläufe und Bewegungsketten

erklären und auch vormachen. „Allen Ballschul-Übungsleiter:innen

gebührt ein dickes, fettes Dankeschön für ihre beispielhafte, flexible

20


Wintersport

Das hört sich immer wahnsinnig an, wahnsinning teuer,

wahnsinnig aufwendig und gefühlt wahnsinnig weit weg,

vor allem, wenn die eigenen Eltern keine Ski-Fahrer sind,

oder zumindest TanteOnkel … Muss aber nicht.

© Fotos: TSG Bergedorf

Oder eben

Skifahren

Ganz anderes macht es nämlich die TSG Bergedorf mit ihren Ski-

Freizeiten. Und dabei geht es sogar in die Schweiz, nach Leukerbad,

richtig hoch hinauf in die Berge (TSG Bergedorf ;-). Die Unterkunft

liegt nämlich auf 2.450(!!!) Meter. Da wird die Luft schon dünner, aber

niemand hört Euer Getöse, abgesehen von ein paar verschreckten

Gemsen. Das Gepäck kommt per Schneeraupe rauf, Ihr müsst

klettern – Scherz: Ihr dürft mit der Gondel gondeln, bis 2.600 Meter,

um dann 150 Meter wieder runter zu spaßen. Herrlich. Könnte sein,

dass Ihr einen Schneeball seht.

Nach Leukerbad fährt die TSG Bergedorf seit über 30 Jahren, wahrscheinlich

weil alles so schön, auch so schön ursprünglich ist. Die

Unterkunft ist natürlich kein 4-Sterne-Resort mit Spa und allem

ZippZapp, sondern Selbstverpflegung ist angesagt, Bad und WC

– auf dem Gang – ist ok. Sie liegt mitten im Ski-Gebiet, besser geht

es eigentlich gar nicht. Und wenn der Lift aufhört zu klappern, wird’s

still in den Bergen. Thorsten Wetter, Marketing-Chef bei der TSG,

sagt: „Das ist für viele Kids, die Jugendlichen sehr, sehr ungewohnt,

aber toll. Wir Betreuer lieben das, die Kids

gewöhnen sich dran, und natürlich macht so

ein Karaoke-Abend auch Lärm“, lacht er, und

für abwechslungsreiche Abendprogramme

ist gesorgt: Party, Filmabend (nicht Netflix),

Fackelabfahrt. Langeweile hat keine Chance.

schwarz = schwer, alles kann, nichts muss. Mittags ’ne Pause an der

selbst gebauten Schneebar: Sandwich, Schorle fassen. Nachmittags

ist freies Fahren und Fallen in Gruppen angesagt. Alleine Fahren ist

ein No-Snow, auch Alkohol und Co: No way to stay. Natürlich gibt es

Rules, die für große Gruppen in den Bergen zwingend angesagt sind.

Aber Vertrauen begleitet Euch dennoch. Erst recht das Vertrauen in

Eure Kochkünste ;-), denn täglich wechselnde Kochgruppen zaubern

was Leckeres, jeder ist zweimal dran (das ist ok) – und glaubt uns:

Kochen kann richtig Spaß machen.

Nach wenigen Tagen flitzen die meisten Anfänger:innen schon

die blauen Pisten runter, dann geht’s auf die roten, wir sind ja ein

Sportverein. Deswegen gibt es auch für die, die Lust haben, und

meistens haben alle Lust, zum Abschluss ein Ski-Rennen, wie sich

das gehört. Zwischendrin werden Iglus gebaut, Ski-Touren für die

Könner organisiert, es wird Lang-gelaufen, es geht in den Wellness-

Tempel im Tal, den Knochen eine Pause gönnen. Wenn Ihr neugierig

geworden seid, schaut einfach unter:

www.tsg-bergedorf.de/skireise

Denn auch Nicht-Mitglieder dürfen

mitfahren. Das ist doch mal ein Wort.

Das Torrent-Skigebiet ist sehr charmant,

unzählige Pisten, ein Snowboard-Funpark,

für jeden Könner-Anfänger-Grad ist was

dabei, jeden Morgen geht es um 9:30 Uhr

los. Bis zur Mittagspause stehen Ski- und

Snowboardunterricht auf dem Programm.

Die Teilnehmer:innen werden ihrem Können

entsprechend in verschiedene Gruppen

aufgeteilt und begeben sich auf die jeweils

passenden Abfahrten. Von blau = leicht bis

Das Skifreizeit-Betreuerteam, im TSG-Grün und mit schicken Brillen. Sieht nach Remidemmi im Schnee aus.

23


Tennis

© Fotos: Anne Freese

Ein Ass für

Siggi

Fragt man Sigrid Rinow, Jugendwartin der Spielvereinigung Blankenese

von 1903 e.V., warum man unbedingt Tennis spielen sollte,

kommt die Antwort schnell.

Und lang: „Tennis ist toll, absolut altersunabhängig. Man kann mit

3 Jahren Tennis spielen, aber auch mit 30 oder 70. Man bewegt sich

an der frischen Luft. Das ist gesund und macht sehr viel Spaß. Der

Bewegungsablauf ist komplex, stellt höchste Anforderungen an

Koordination und Kondition – man muss laufen, sich richtig positionieren,

braucht ein Gefühl für Schläger und Ball. Und dann ist da noch

das Miteinander, trainiert wird im Team, man tritt gemeinsam bei

Punktspielen an, misst sich dann aber auch untereinander. Denn das

ist gerade für Kinder wichtig, für die Entwicklung. Sie lernen nämlich

den Umgang mit Sieg und Niederlage.“

Eigentlich braucht man für den Start nur Sportschuhe,

keine Vorkenntnisse, und den Schläger stellt

zunächst der Verein – doch an wen wendet man

sich? Spiel wo Du wohnst, würden wir sagen. Am besten, Ihr sucht

Euch einen Verein in der Nähe, der ist über die Seite des Hamburger

Tennis-Verbandes schnell gefunden. Die meisten Vereine bieten

Schnupperkurse an: Gegen eine kleine Gebühr dürfen die Kids für

eine Saison ohne Mitgliedschaft trainieren. Die kleinsten Spieler:innen

nennen sich Bambinis und sind in Altersklassen eingeteilt, beginnend

mit der U8, zu der aber auch die ganz kleinen Zwerge zählen. Unter

der Anleitung tipptopp ausgebildeter Jugendtrainer:innen werden

sie vielfältig und spielerisch an den Sport herangeführt. Gestartet

wird z. B. mit etwas größeren, leichteren Bällen im Kleinfeld. So

kann die Technik sauber gelernt werden, ohne dass ständig Spinat

für dicke Oberarme auf den Teller muss oder Muskelkater droht. Im

Alter von 6–8 Jahren beginnen die ersten Punktspiele (im Kleinfeld).

Hierbei geht es aber nicht nur um das reine Match, auch koordinative

und Leichtathletik-Übungen gehen in die Wertung mit ein: Wie weit

gelingt der Ballwurf z. B. mit links? In der Regel gibt es pro Saison vier

Punktspiele, die Mannschaften spielen dabei je nach Qualifikation in

den Klassen 1–4. Die besten messen sich dann sogar in der Hamburger

Mannschaftsmeisterschaft. Hui. Zwischendurch gibt es aber immer

wieder auch clubinterne Turniere, bei denen die Kinder Fähigkeiten

und Spaß am Spiel unter Beweis stellen können. Da stehen dann

hin und wieder schon mal die Trainer:innen am Spielfeldrand, um

die neuen Talente zu sichten. Wer Talent und Lust hat, kann sogar

ins Fördertraining einsteigen, vielleicht erstmal eine Stunde mehr

in der Woche trainieren, ab der U12 dann vielleicht sogar vier Mal

mit Konditionstraining und allem Drum und Dran. Das erfordert

natürlich Power, Leistungsbereitschaft, Support von den Eltern und

vor allem richtig Bock.

Highlights des Tennisjahres sind die Sommercamps in den langen

Ferien: zwei Stunden Training am Vormittag, zwei Stunden am

Nachmittag, dazwischen Spaghetti Bolo und ein Eis. „Für die Kinder

das Größte!“ Sie lernen sich gegenseitig kennen, machen richtig

Tamtam mit den Trainer:innen und auch spielerisch entwickeln sie

sich enorm weiter.

Ob es an der guten Bolo liegt, dem netten Trainerteam, an Sigrid

Rinows Begeisterung, die bis in den Verein strahlt, der guten Organisation

oder einfach an dem tollen Sport selbst – die Spielvereinigung

Blankenese besitzt eine außergewöhnliche Anziehungskraft: Mehr

als 500 Kinder schwingen hier den Tennisschläger und freuen sich

darauf, sich mit kleinen Tennisprofis aus ganz Hamburg zu messen.

Anzeige

24

JETZT BUCHEN!

JUMPT

EUCH WARM!

Springt gemeinsam mit der Familie beim OpenJUMP oder feiert

den nächsten Kindergeburtstag als mega JUMP Party im

JUMP House in Stellingen oder Poppenbüttel. Kids toben sich

aus und Eltern gucken entspannt zu!

Jetzt buchen unter

jumphouse.de


Rudern

Fotos: Walter Schießwohl

Hier

schreibt Victor

Victor Sämisch ist ein 16-jähriger Ruderer, den wir befragen

wollten, wie er damals zum Rudern gekommen ist, ob der

Sport ihn verändert hat, was daran toll, was vielleicht scheiße

ist. Und dann hatten wir die Idee, lass den Jungen das man ruhig

selber schreiben. Und Victor blieb ruhig und schrieb:

Foto: privat

Hallo!

Ich habe mit dem Rudern im Kindersport bei der Fari (Anmerkung: das

ist der RC Favorite Hammonia) angefangen, als ich 12 Jahre alt war,

also 2018. Ich hatte damals in meinem Freundeskreis einige Ruderer

und dachte, dass es ein interessanter Sport wäre, da ich schon immer

gern am und im Wasser war. Eines Tages hat mein Vater mich also

in den Ruderclub gefahren. Ich bin dann ziemlich schnell und total

unkompliziert, von den Trainern im Motorboot begleitet, aufs Wasser

gegangen. Das Rudern hat mir von Beginn an sehr gefallen, da man

gerade am Anfang viele kleine Erfolgserlebnisse hat: Das erste Mal

selbstständig auf dem Wasser sein, das immer besser werdende

Bootsgefühl, das erste Mal im Skiff (Anm.: ein Einer) sitzen, Slalom

fahren usw. Ich denke, dass 12 das perfekte Alter zum Anfangen war.

Das Schöne am Rudern ist aber eigentlich, dass man damit in jedem

Alter anfangen kann und trotzdem eine richtige Routine bekommt.

In der Kindergruppe der Fari habe ich richtig schnell Anschluss gefunden,

bin sogar zu Regatten mitgefahren und habe tatsächlich auch ein

bisschen was gewonnen … In der Kindergruppe (Anm.: beim Rudern

bis 14 Jahre) konnte ich zum Glück auch viele neue Freundschaften

Rudern auf der Alster, die Trainer begleiten im Motorboot.

knüpfen und wirklich den Spaß an dem tollen Sport lernen. Die

Atmosphäre dort war locker, die Sportler und Trainer aber trotzdem

sehr engagiert und interessiert am Sport. Ich glaube, dass es kaum

jemanden gibt, der von sich sagen kann, dass er am Kindertraining

keinen Spaß hatte. Auch mich hat diese tolle Zeit überzeugt, den

Sport weiter zu verfolgen.

Bei den Junioren (Anm.: 15+) bin ich zunächst im Leistungssportbereich

gewesen, wie der Großteil meines Jahrgangs. Dort ist natürlich

im Vergleich zum Kindertraining ein ganz anderes Programm an

der Tagesordnung. Man hat sieben Mal in der Woche Training und

verbringt wirklich sehr viel Zeit im Boot, und noch mehr im Club. Das

braucht Ausdauer, kann aber auch sehr viel Spaß bringen. Neben

dem eigentlichen Training erfährt man dort auch sehr viel über die

sonstigen Aspekte des Sports: über die Boote, die optimale Energieeinteilung,

wann welches Training am meisten bringt und generell

darüber, wie man das Boot am schnellsten macht. Das bringt mir

auch heute noch viel :)

Der Leistungssport war für mich auf jeden Fall eine sehr wertvolle,

erfahrungsreiche Zeit, aus der ich viel mitgenommen habe. Auch

wenn man ihn nicht, wie andere aus meiner ehemaligen Gruppe es

tun, bis zu den Europameisterschaften oder gar Olympia verfolgt.

Mir war das zu viel.

Nach Corona bin ich also, u. a. meiner Freizeit wegen, in unsere

Breitensportgruppe gewechselt. Auch dort wurde ich zum Glück

schnell aufgenommen und bin seitdem in mehreren Booten und

Mannschaften mitgefahren. Was mir hier besonders gut gefällt, ist,

dass man einfach flexibler ist und unterschiedliche Bootsklassen

fahren und ausprobieren kann, statt immer in einem Boot, in der

gleichen Mannschaft zu trainieren. Man kann sich die Boote also nach

eigenen Wünschen zusammenstellen und auch mit seinen eigenen,

im Verein gefundenen, Freunden zusammen fahren. Breitensport

heißt aber keineswegs, dass der Sport nicht ernst genommen wird,

was letztendlich aber dem Spaß am Sport dient. Denn wer keine

Lust hat, sich für das Rudern ein wenig Zeit zu nehmen, egal ob auf

Leistung oder nicht, wird daran nicht so viel Spaß haben. Und auch

im Breitensport macht man gemeinsame Reisen und misst sich mit

anderen Vereinen, man kann aber andere Hobbys nebenbei haben.

Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich in meiner Gruppe.

Was vielen am Rudersport besonders Spaß macht, sind die vielen

erwähnten gemeinsamen Reisen und Ausflüge, die man mit der

Gruppe unternimmt, übrigens nicht nur in den Jugendgruppen. Man

fährt zum Beispiel auf Regatten, und zwar in ganz Deutschland (und

auch Nachbarländern) und geht außerdem auf Wanderfahrten, unternimmt

gemeinsame Aktivitäten etc. Dabei kommt man nicht nur

mit Leuten aus der eigenen Gruppe in Kontakt, sondern lernt auch

Ruderer aus anderen Vereinen kennen. Aus eigener Erfahrung kann

ich sagen, dass sogar der Kontakt zu älteren Clubmitgliedern sehr

interessant ist. Wenn diese zum Beispiel einen Steuermann brauchen,

wird man zuweilen auf Wanderfahrten oder Regatten mitgenommen

oder sogar für das Steuern auch mal bezahlt ;) Auch dabei kann man

dann die Geschichte seines eigenen Vereins erfahren, und man lernt,

große Boote richtig gut zu steuern. Das ist nämlich nicht einfach,

einen Achter, vielleicht sogar im Rennen, zu steuern. Ein Achter ist

sehr lang (Anm.: ca. 17 Meter)!

Ich hoffe, dass ich einige von Euch für den Rudersport begeistern

konnte und vielleicht bald auf der Alster sehe! Mein Club heißt Ruder-

Club Favorite Hammonia.

Mehr Info und Kontakte unter:

www.rcfh.de

26 Die Kindertruppe des RCFH hat Spaß und offensichtlich auch Erfolg.

27


Eis …

© Fotos: HSV/privat

… in der Waffel oder im Becher?

Mit Schlittschuhen

und Schläger, bitte!

ist schnell, Eishockey ist körperbetont, Eishockey

hat eine irre Dynamik!“ Eishockey ist also was für echte

„Eishockey

Kerle und toughe Mädels.

Deswegen solltet Ihr einfach Eure gute Laune einpacken und am

Montag, Mittwoch oder Samstag zur HSV Laufschule flitzen. Schlittschuhe,

Knie- und Armschoner gibt es vor Ort als Leihgabe, schon

geht’s ab auf die rutschige Fläche. Hinfallen, Aufstehen gehört alles

dazu, tut aber nicht weh, macht einfach Spaß. Unter der Anleitung

zweier Trainer klappen die ersten Schritte garantiert. Wer noch wacklig

auf den Beinen ist, nutzt eine Laufhilfe. So können auch schon die

Dreijährigen ihre Runden drehen, während die Größeren bereits erste

konkrete Aufgaben meistern. Ca. 20–25 Kinder sind meist dabei.

„Wir bringen den Kindern eine professionelle Laufart bei. Die ist

ruhig und kräfteschonend und die Basis für einen

guten Eishockeyspieler“, so Hauke Kuhn, der Leiter

der HSV-Eishockeyabteilung. Erst viel später kommt

dann der Schläger hinzu, das fordert von den Kindern

manchmal etwas Geduld, der Spieltrieb ist natürlich groß. Die

Laufschule ist für alle Kinder erstmal kostenfrei. „Uns ist wichtig,

dass die Kinder einfach mit Spaß dabei sind und schauen, ob sie

sich auf dem Eis überhaupt wohlfühlen. Wen es dann gepackt hat,

der kann anschließend eine Schnuppermitgliedschaft abschließen.“

Mit ca. sieben Jahren beginnt dann auch der Ernst des Lebens – es

werden die ersten Turniere gespielt. Mädchen und Jungen stehen

dabei gemeinsam auf dem Feld und jagen dem Puck hinterher.

Eine Mannschaft sollte möglichst aus 20 Spieler:innen bestehen,

jeweils ein Torwart und fünf Feldspieler:innen (2 x Verteidigung, 3 x

Angriff) sind jeweils in Aktion. Wie gesagt, Eishockey ist dynamisch,

macht ordentlich platt, deshalb werden die Spieler:innen häufig

ausgewechselt. Gespielt wird dann 3 x 20 min, bei Unentschieden

geht es in die Verlängerung.

Mehr-Generationen-Spaß auf dem Eis. Rechts: Hauke Kuhn, Leiter der HSV-Eishockeyabteilung.

Ganz wichtig: Kinder und Jugendliche spielen immer mit Vollvisier.

Abgefälschte Pucks können sonst schon mal ins Auge gehen … Ansonsten

sei Eishockey aber auch nicht gefährlicher als jeder andere

Sport, meint Kuhn. „Bei einem guten Spieler sind die Reaktionen

automatisiert, da kommt ein unkoordiniertes Aufschlagen auf das

Eis kaum vor.“ Eine Ausrüstung ist aber natürlich unabdingbar und

kann dann leider auch ganz schön ins Geld gehen. Da es in Hamburg

und Umgebung nur wenige Eisflächen gibt und die Instandhaltung

mit einem großen Aufwand verbunden ist, müssen für Turniere doch

recht weite Reisen in Kauf genommen werden, z. B. nach Hannover.

„Da muss man früh aufstehen, hat lange Tage, das erfordert Durchhaltevermögen.

Wer dann aber einmal dabei ist, der bleibt meist für

immer in der Eishockeyfamilie. Eins unserer Mitglieder ist stolze 72

Jahre alt und seit 50 Jahren auf dem Eis.“

Hauke Kuhns Botschaft an alle kleinen und großen Hamburger

Draufgänger:innen: „Einfach drauf los und gucken, ob Du’s magst!“

wEISs ich doch!

1. Wie kommt das Eis in die Halle?

Die Halle hat quasi ein Eisfach auf dem Boden. Unter

dem Eis verlaufen mit Ammoniak gefüllte Rohre,

dieses wird abgekühlt, dann wird Wasser in Schichten

aufgespritzt. Insgesamt ist das Eis am Ende 20 cm

dick. Diese Aktion dauert mehrere Tage.

2. Was machen Eishockeyspieler im Sommer?

Trockentraining, das heißt, sie machen Lauf- und

Krafttraining, spielen Feldhockey und manchmal

auch Inlinehockey.

3. Manchmal wird die Halle für andere Zwecke genutzt,

was passiert dann mit dem Eis?

Es wird einfach abgedeckt, da es zu aufwendig wäre,

es jedes Mal abzutauen und neu zu machen. Energetisch

ist das natürlich eine große Herausforderung

und sehr teuer. Deswegen gibt es nur ganz wenige

Eishockeyhallen in Deutschland.

4. Woraus besteht eine Spielerausrüstung?

Natürlich aus Schlittschuhen und Schläger, der sogenannten

Arbeitsausrüstung, dann aus einem Trikot

und der Schutzausrüstung: Schwitzwäsche, Tief-,

Bein-, Brust-, Mundschutz, Halskrause, gepolsterte

Hose, Stutzen, Handschuhe und Helm. Ganz schön viel,

der Torwart braucht sogar noch mehr … Wie lange

braucht man wohl, um den ganzen Kram anzuziehen?

5. Wie schwer ist die Ausrüstung?

Bei einem erwachsenen Feldspieler wiegt sie rund

8 kg, beim Torwart sogar bis zu 20 kg.

6. Welche Mannschaften gibt es in der Deutschen

Eishockey-Liga 2021/22?

Adler Mannheim, EHC Red Bull München, Eisbären

Berlin, Grizzlys Wolfsburg, Iserlohn Roosters,

Düsseldorfer EG, Kölner Haie, Fischtown Pinguins,

Augsburger Panther, Straubing Tigers, Bietigheim

Steelers, ERC Ingolstadt, Krefeld Pinguine, Nürnberg

Ice Tigers, Schwenninger Wild Wings

7. Und was ist mit Hamburch?

Die Crocodiles spielen in der Oberliga Nord, der HSV

Eishockey in der Regionalliga.

8. Und warum haben die Teams alle Tiernamen?

Das ist auf eine Tradition der nordamerikanischen

Profi-Ligen zurückzuführen. Zum einen kam das

Tier meist in den jeweiligen Stadtwappen vor, zum

anderen hat das aber auch einen ganz einfachen

Grund: Fanartikel verkaufen sich einfach besser mit

Tiermotiv.

9. Welches Team führt die Weltrangliste an?

Kanada, vor Finnland und Russland. Deutschland ist

übrigens auf Platz 5!

28

Team-Huddle, den Schlachtruf muss man sich dazudenken.


Turnen

© Fotos: Arne Steenbock

Oder in den

Zirkus

Was im letzten Jahr als Sommer-Academy seinen

Anfang nahm, hat sich beim SV Eidelstedt

zu einer festen, aber sehr bunten, entzückenden

Konfetti-Truppe etabliert. Denn die Kids

waren schwer begeistert: Zirkus!

Damals hatten bis zu

20 Kids eine Woche

lang echten Spaß

beim Jonglieren und

akrobatischen Pyramiden

bauen, auf

dem Schwebebalken

und dem Einrad, mit

Keulen, Tüchern, Diabolo

und Devil Sticks.

Und noch mehr Freude und Nervenkitzel hatten sie bei der finalen

Abschlussgala auf dem Zirkusfestival in Monaco, ok, es war in Eidelstedt,

und vor den Eltern und nicht vor Fürstin Charlène, aber deswegen umso

herzerwärmender und schöner. Nicht, weil die Eltern wahrscheinlich

stolz wie Bolle waren, sondern weil die Kids noch stolzer wie Bolle

waren. Und weil genau das so wunderbar und wichtig ist, hat der SVE

kurzerhand zweimal Zirkus ins wöchentliche Programm aufgenommen,

unter der Leitung von Zirkusdirektorin Carlotta Rabe.

„Insgesamt gehört der Zirkus zur Turnabteilung“, erklärt Arne Steenbock

vom SVE. Aber hier geht es ja um mehr: bunter, vielfältiger, feinmotorischer,

nicht Kastenspringen (auch toll), sondern Bänder wirbeln, Keulen nicht

fallen lassen, besser jonglieren, Einradfahren … Es sind natürlich viele

turnerischen Elemente am Start, Balance, Gleichgewicht, Geschick.

Aber eben sehr besonders, sehr abwechslungsreich, in einer anderen

Welt, sehr gut für die Konzentrationsfähigkeit – und sehr attraktiv. Denn:

Der Show-Effekt ist ein Effekt, der es in sich hat. „Die

strahlenden Gesichter müsstet Ihr sehen“, sagt Arne.

Das sagt alles und hat uns extrem motiviert, das Thema

Zirkus weiter auszubauen. Wir träumen sogar von

einem fest etablierten Mitmach-Zirkus für Eidelstedt.

Wer aktuell mitmachen oder einfach

nur seinen indischen Tiger

abgeben will:

Donnerstags , Schule Vermoor in

Lurup, um 16 Uhr die Minis (2–4

Jahre, we like!!!), um 17 Uhr dann die

viel Älteren (5–12 Jahre).

Wie schön das Leben sein kann.

Gruß nach Eidelstedt.

31


Selbstbehauptung

Auch Distanz

lernen

© Foto: sporting hamburg

Immer wieder kommen wir zum Thema

Sport mit tollen Menschen zusammen.

Auch im Rahmen des Themas Selbstbehauptung

hatten wir dieses Glück.

© Foto: Pixabay

© Fotos: VTF

© Foto: sporting hamburg

Wir treffen Khanh Hoang in Winterhude und sie hat uns schwer beeindruckt: Bescheiden, mit

Botschaft, bestimmtem, klarem, sehr freundlichem Blick, reagiert sie auf Knopfdruck und

referiert völlig enthusiastisch in der Sache über Selbstbehauptung bei Kids. Warum sie das

kann? Zum einen ist sie schwer überzeugte Trainerin mit B-Lizenz für Selbstverteidigung (sie

selbst ist Karateka). Und weil sie täglich am pulsierenden Leben in unserer Stadt teilnimmt,

mit offenen Augen ihre Umwelt wahrnimmt („Ich fahre S-Bahn, U-Bahn, sehe die Menschen/Kinder

auf Schul- und

auf Bahnhöfen.“), ist sie

einen Schritt zurück gegangen

und unterrichtet in zwei

Vereinen Hamburgs (dem SV

Wilhelmsburg und dem MTV

Blankenese) Kids in Selbstbehauptung.

Denn vor der

Selbstverteidigung,

kommt die Selbstbehauptung.

Die kann

nämlich Selbstverteidigung

verhindern.

Der eigentliche Treffpunkt

am Mühlenkamp war zu voll,

wir wechseln in einen pinken

Donut-Store mit reizender Verkäuferin. „Selbstbehauptung wird

immer wichtiger, weil die Menschen leider immer aggressiver

werden“, sagt Khanh. „Die Menschen haben immer mehr Druck, sind

immer gestresster, und dann haben sie jetzt Angst vor der dunklen

Jahreszeit“, ihre Kurse sind im Herbst und Winter immer deutlich voller

als im Sommer, „sind innerlich geladen, und wissen, gerade auch in der

Pandemie, oftmals keinen Ausweg.“ Wir alle haben sicherlich in den

letzten Monaten aggressive Stimmungen durch Menschen mit oder

ohne Maske erfahren. Und on top geht es hier gerade bei Kids auch um

fiese Schulhofsituationen, Mobbing, Abzocke und so weiter. Es ist so viel

Benehmen verloren gegangen, kaum wird noch Rücksicht genommen,

ein einziges Gedränge, die Menschen werden immer brutaler. Die Werte

aus ihrem Sport – wie Toleranz, Disziplin, Ehrlichkeit – verinnerlicht,

will sie auch bei ihren Kiddies Körper und Geist verbinden, beginnend

mit ganz ruhigen Dehnübungen, Konzentration auf die eigene Mitte.

Wenn möglich auch spielerisch, gleiches gilt für die Kondition. Ziel

overall: gerade Körperhaltung, aufrecht sitzen, aufrechter Gang. Es

geht aber auch um Dinge wie Sprache, um Mimik und Gestik, die sie

dann alle immer wieder in Rollenspielen üben: „Du, kleines Mädchen,

sitzt in der U-Bahn und ein großer Junge will Deinen Platz. Was tust

Du?" Wie befreist Du Dich aus der Situation: Deutliche Sprache, da

hinten ist auch noch ein Sitz, Kontaktaufnahme zu anderen, der Täter

wird kleiner, usw. Gleiches auf dem Schulhof: „Da will jemand Dein

Zack! Und schon ist sie imstande, sporting auf links zu drehen.

Handy, gib Antworten, widersprich, bleib groß, werde durch gerufene

Hilfe größer, ...“, damit Selbstverteidigung nicht nötig ist. „Die Kinder

müssen Distanz lernen“, sagt sie. Messlatte ist ein ausgestreckter

Arm. Überschreitet jemand den orange Bereich (Ampelprinzip: Grün

ist ok, Orange = Achtung, Rot = Stop), ist eine Maßnahme erforderlich.

Khanh zeigt mir, dass auch Kinder sich wehren können,

vielmehr, dass sie lernen, sich zu befreien.

Sie betont: „Man muss für Selbstverteidigungsbewegungen keine

Kampfkunst können.“ Sie baut sich mit ihren 1,60 m vor mir auf, ich

soll ihre Schultern packen, und sie dreht mir in Windeseile den Daumen

um, die liebe Donut-Frau kann mir nicht helfen, Khanh entlässt mich,

windet sich an anderer Stelle, die Tische hatten wir beiseite gestellt,

blitzschnell aus einem Klammergriff. Wir verstehen. Sind von ihr

schwer beeindruckt, feiern sie. Khanh lacht, das ist ihr nicht so recht.

„Das bin ich nicht, ich bin auch nicht auf Facebook und Co, ich bleibe

bescheiden, auch das lehrt mich meine Kampfkunst.“

Wer seine Kinder oder sich selbst auf den Weg zu Khanh machen

will, wendet sich am besten an den SV Wilhelmsburg oder den MTV

Blankenese, oder an uns. »

Khanh Hoang hat sporting-Chefredakteur Martin nachhaltig beeindruckt.

33


Selbstbehauptung

© Foto: Pixabay

Die Polizei

kommt!

Tatsächlich geht es um ein superwichtiges

Thema: Kindern

Wege aufzuzeigen, mit Gewalt

umzugehen. Dafür gehen 160

Mitarbeiter:innen der Hamburger

Polizei sogar nebenamtlich

zweimal pro Jahr in die Schulen,

unterrichten dort alle 5. bis 8.

Klassen für je eine Doppelstunde. Koordinator Martin Kobusynski:

„Mit 10 sind die Kinder schon oft allein unterwegs, z. B. zur Schule

oder zum Sportverein. Das ist gut so, sie sollen Vertrauen in sich

haben und eigene Wege gehen. Trotzdem sollen sie dabei mit wachen

Augen durch die Welt gehen. Gewalt ist oft niedrigschwellig:

Du stehst allein an der Bushaltestelle, drei Jugendliche umzingeln

Dich, wollen Dir das Smartphone abnehmen … was sollst Du tun?“

Martin Kobusynski und seine Kolleg:innen sensibilisieren für Gefahren

und geben Tipps für den Ernstfall:

1. Werde laut: „Lassen Sie das! Hören Sie auf, mich anzufassen.

Hilfe, bitte rufen Sie die Polizei.“ Durch das Siezen wird die

Distanz zum Gegenüber deutlich, es wird

erklärt, was passiert und wie andere konkret

helfen können. Sende auch optische Signale

(abwehrende Hand).

2. Hab’ einen Plan: Schaffe Dir einen Zufluchtsort,

an dem Menschen sind, denen Du vertrauen

kannst und die helfen oder Hilfe holen können.

Jetzt wird’s ernst. So ernst, dass

die Polizei kommt. Zu Euch.

In die Schule.

3. Gehe auf Distanz. Umgehe

vermeintliche Gefahren,

gehe auch aus bereits

vorhandenen heraus, verhindere

eine Eskalation.

Dazu braucht man Mut!

Höre auf Dein Bauchgefühl.

4. Als Beobachter: Mache das, was Du Dir zutraust, aber bringe

Dich nicht selbst in Gefahr. Hole Hilfe bei Polizei, Erwachsenen,

Deinen Eltern.

5. Als Täter: Du wirst nicht Opfer, sondern gerätst selbst in

die Rolle des Täters? Das passiert schnell, man will dazu

gehören, hat Angst, selbst in den Fokus der Gewalt zu

geraten. Wichtig: Auch als passiver Täter gehörst Du zur

Gruppe der Aggressoren. Höre auf Dein Gefühl, verlasse die

Situation, hole Hilfe.

Wichtig: Handlung und Strategie müssen leicht abrufbar sein. Im

Notfall ist man nervös, da braucht es eine klare

Anleitung. Deswegen ist es Martin Kobusynski auch

wichtig, Strategien gemeinsam mit den Kindern

zu erarbeiten. Und ihm ist wichtig: „Wann immer

Euch etwas falsch vorkommt, wählt den Notruf 110.

Nichts ist zu banal, um es anzusprechen! Sagt, was

passiert ist und wo Ihr Euch befindet, die Polizei

wird Euch helfen.“

© Foto: privat

34

Martin Kobusynski von der Polizei Hamburg


MEIN

Klaro hab’ ich das Seepferdchen,

war doch voll einfach.

MEHR INFOS

ZU UNSERER

SCHWIMM-

SCHULE:

baederland.de

Weitere Magazine dieses Users