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moneyeditorial

EDITORIAL

Böse Impfung,

schlimme Börse?

GEORG MECK

Chefredakteur

FOCUS-MONEY

was empfinden Sie, wenn Promis sich vor laufender Kamera um Kopf und

Kragen reden? Erfasst Sie das pure Entsetzen oder obsiegt die Häme? Die Rede

ist von Linken-Star Sahra Wagenknecht und Allzweck-Philosoph Richard

David Precht, bis dato beide geniale Selbstvermarkter und Stammgäste in den

Talkshows. Nun sind sie gleich zu zwei Fragen unangenehm aufgefallen:

Gesundheit und Geld. Beim Thema Covid-19 schwurbelte sich das Duo in Richtung

Impfgegner. „Ich würde Kinder niemals impfen“, gab der medizinische

Laie Precht zum Besten, Wagenknecht unterlegte ihr Bekenntnis, sich selbst

nicht impfen zu lassen, mit finsteren Andeutungen darüber, was die Impfstoff-Hersteller

Pfizer, Biontech & Co. im Schilde führen. Das Publikum ist

irritiert und enttäuscht: Warum nur, warum?, tönt es aus der Fan-Basis.

Mehr Nachsicht dürfen Wagenknecht und Precht erwarten, wenn sie mit kruden

Thesen die Börse und die sich gerade erst regende Aktienkultur verdammen.

So geschehen neulich auf einer Unternehmertagung am Tegernsee, als

die beiden sich auf der Bühne die Bälle zuspielten, getrieben vom Eifer, alles

verächtlich zu machen, was in Richtung einer kapitalgedeckten Altersversorgung

geht. Börse? Gefährlich. Aktien? Teufelszeug. Anlass für diese Attacken

sind die erfreulichen Signale aus den Ampel-Verhandlungen. Die deuten einen

Schwenk in der Rentenpolitik an, wie ihn die FDP vor der Wahl skizziert

hat. Die löbliche Idee dahinter: Der Staat setzt Anreize, damit die Bürger Aktien

für die Altersvorsorge entdecken, als Ergänzung zum staatlichen Umlageverfahren,

das an seine Grenzen stößt. Wenn immer weniger Junge immer

mehr Rentner finanzieren müssen, kann die Rechnung nicht aufgehen, erst

recht nicht, wenn sie so einseitig konstruiert ist, wie die jüngsten Rentenerhöhungen

nahelegen. Schon seit Jahren springen die Steuerzahler mit Milliarden

ein, 2020 überstieg der staatliche Zuschuss an die Rentenkasse erstmals

die 100-Milliarden-Euro-Schwelle. Horrende Zahlen! Die Konsequenz

kann nur sein: Bürger, bildet eigenes Kapital fürs Alter! Oder in der Sprache

der marxistisch geschulten Sahra Wagenknecht: Die Arbeiterklasse beteiligt

sich am Produktivvermögen. Am einfachsten gelingt dies über günstige,

breit streuende ETFs. Die Indexfonds sind ziemlich sicher und tun

überhaupt nicht weh. Was also ist schlimmer: Aktien oder Impfen?

Falsche Frage. Beides macht das Leben leichter und ist daher dringend

zu empfehlen. Bleiben Sie gesund!

Herzlich Ihr

Aus aktuellem Anlass!

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Liebe Leserinnen und Leser,

nach 16 Jahren wird Angela Merkel demnächst die

Kommandobrücke verlassen. Was ändert sich unter dem

neuen Bundeskanzler? Und vor allem: Wie geht es an den

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FOCUS-MONEY 46/2021

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Foto: F. Röth Composing: FOCUS-MONEY

3


moneyinhalt

50

Aktienanalyse

Qualcomm ist einer der führenden Hersteller von 5G-

Chips, die unter anderem in jedem iPhone stecken. Kann

der US-Konzern seine starke Position weiter behaupten?

moneykompakt

6 Brennpunkt: Das Betongold wirft

Blasen. Wie groß ist die Gefahr?

98 Andis Börsenbarometer:

Gleichgewichtete Indizes sind die

cleverere Art, breit zu streuen

moneytitel

8 Die Zäsur der Fed: Die US-

Notenbank sendet geldpolitische

Signale in die ganze Welt. Stichwort:

Tapering

12 Die Immer-Gewinner-Methode:

Das perfekte Portfolio – mit dieser

Strategie sind Verluste unmöglich.

Plus: Das FOCUS-MONEY-Sahnehäubchen

16 Eine neue Welt: Rosarote

Aussichten und enorme Kurspotenziale

– Top-Perspektiven

mit Kryptoaktien

8

Zeitenwende

18 Noch eine Runde Dividenden:

Dürfen wir vorstellen? Die besten

und verlässlichsten Ausschütter

mit aktuell bis zu 8,5 Prozent

Dividende

22 Gigantische Preismacht:

Schutzschilde gegen die Inflation.

Diese zehn Konzerne sind

resistent gegen Preissteigerungen

25 Kolumne: Tilmann Galler über die

26. UN-Klimakonferenz und was

sie für Anleger bedeutet

moneymarkets

26 Dax-Trio: Siemens gibt es im Dax

gleich dreimal. Ein Faszinosum

und eine Top-Möglichkeit für

Anleger. Hier die Aktienanalysen

30 Vonovia: Sachwerte als Versicherung

gegen steigende Preise. Bei

Vonovia trifft das doppelt zu

32 Deutsche Nebenwerte: Hiesige

Smallcaps punkten nicht nur in

inflationären Zeiten. Drei Top-Picks

Anleihenkäufe ade, hallo Zinserhöhung? Die US-Notenbank Fed hat wie erwartet

die Weichen ihrer Geldpolitik neu gestellt. Was die Auswirkungen der wegweisenden

Entscheidung sind und was das alles für Anleger bedeutet

36 Interview: „Die Höhle der Löwen“-

Juror Georg Kofler hält Aktien für

unschlagbar. Plus: Der jüngste

Megadeal des Unternehmers

40 Italien: Die Börse im Süden zeigt

dem Dax die Rücklichter. Vier

besonders aussichtsreiche Aktien

44 Schweiz: Viele eidgenössische

Unternehmen sind in Bestform.

Wo es noch Chancen gibt

48 OTE: Griechenland wird digital.

Perfekt für den Telko-Riesen OTE

54 Russland: Das Land steht am

Scheideweg. Die Börse zeichnet

immerhin eine positive Zukunft

57 Crowdstrike: Der Spezialist für

Cybersecurity setzt auf künstliche

Intelligenz. Mit viel Erfolg

58 Zertifikate: Express-Indexanleihen

Protect Pro – klingt

kompliziert, bringt aber üppige

Zinsen

61 Musterdepots: Jaensch erwartet

globales Wirtschaftswachstum

4

Titelfotos: iStock, RTL / Bernd-Michael Maurer FOCUS-MONEY 46/2021


10. NOVEMBER 2021 www.money.de

26

Die beste Siemens-Aktie

Das Traditionsunternehmen Siemens gibt es

im Dax inzwischen dreimal: als Siemens AG,

Siemens Energy und Siemens Healthineers.

Was die Chefs der drei Teile vorhaben

moneyyou

50 Aktienanalyse: Was hat es mit

der Qualcomm-Aktie auf sich?

Kaufen, halten oder verkaufen?

53 Chartanalyse: Ausbruchs-Chance

beim US-Outdoor-Ausrüster Yeti

Holdings

53 Börsenwissen: Was steckt hinter

der „dreieckigen Schafsweide“?

moneyanlegerschutz

62 Wirecard: Die Börse wirft das

Unternehmen aus dem regulierten

Handel – Aktionäre reagieren jetzt

moneysteuern&recht

64 Gebühren: Ihre Bank weigert sich,

zu Unrecht erhobene Gebühren zu

erstatten? So wehren Sie sich

moneyservice

66 Fonds: Aktiv oder passiv? Der vermeintliche

Gegensatz ist oft gar

keiner. Die Fondstypen im Check

70 Stationäre Zusatzpolicen: Wer

mehr will als medizinisch notwendig,

greift zu einem der Top-Tarife

74 Justiz: Streitigkeiten vor Gericht

können teuer werden. Außer mit

der richtigen Rechtsschutzpolice

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

32

And the winner is . . .

. . . der SDax. Denn dieser schnitt in

den vergangenen Jahren oft

besser ab als sein großer Bruder,

der Dax. Zu Recht, wenn man sich

anschaut, welche Perlen in dem

deutschen Nebenwerte-Index

stecken. Hier sind drei Favoriten

36

„Es gibt keinen ,Free Lunch‘ – weder im Leben

noch an der Börse. Aber wer bereit ist, Risiken

einzugehen, der wird am Ende belohnt!“

GEORG KOFLER, UNTERNEHMER

FOCUS-MONEY 46/2021

Fotos: Adobe Stock (2), iStock, Siemens (3), RTL/Bernd-Michael Maurer Composing: FOCUS-MONEY 5


moneytitel

TITEL

ZEITENWENDE

DIE ZÄSUR

DER FED

Anleihenkäufe ade, hallo Zinserhöhung! Die

US-Notenbank hat die Weichen ihrer Geldpolitk

neu gestellt. Was die Auswirkungen

sind und was das für Anleger bedeutet

FISKALISCHES MACHT-

ZENTRUM: Die US-Notenbank

sendet geldpolitische

Signale in die ganze Welt

8

FOCUS-MONEY 46/2021


Steil rauf, um dann zu sinken

Die Rendite der US-Staatsanleihen stieg mit

der Tapering-Ankündigung des damaligen US-

Notenbank-Chefs Ben Bernanke nach oben,

ebbte mit Beginn der Reduktion aber wieder ab.

10-jährige US-Staatsanleihen 2013 bis 2014

Rendite in Prozent

Quelle: Bloomberg

Tapering nur Randnotiz für S&P-500

Sowohl Ankündigung wie auch Vollzug des Taperings

ließen den US-Leitindex S&P-500 nur kurzfristig

zusammenzucken. Nachdem er sich geschüttelt

hatte, folgte er weiter seinem Weg nach oben.

Quelle: Bloomberg

Wellen aus Übersee

Das US-Tapering wirkte sich ähnlich auf den Euro-

Stoxx-50 aus: erst nach unten, dann nach oben. Die

Korrektur ab Mitte 2014 war eigenen Problemen

auf dem europäischen Kontinent geschuldet.

Quelle: Bloomberg

Bernanke kündigt

Tapering an.

Tapering beginnt.

2013 2014

S&P-500 2013 bis 2014

Kursindex in Punkten

Tapering beginnt.

Bernanke kündigt

Tapering an.

2013 2014

Euro-Stoxx 2013 bis 2014

Kursindex in Punkten

Tapering beginnt.

Bernanke kündigt

Tapering an.

2013 2014

3,0

2,6

2,2

1,8

1,4

2000

1800

1600

1400

3300

3100

2900

2700

2500

Die USA, und das muss man neidlos anerkennen, sind

Trendsetter! Ob es sinnvoll ist oder nicht, ob es sich

nun um Halloween, Babyshower-Partys oder Fast

Food handelt– häufig dauert es nur eine bestimmte

Zeit, bis ein Trend nach Europa rüberschwappt. Will

sagen: Die US-Amerikaner sind meist einen Schritt

voraus, die Europäer ziehen später nach. Das trifft nicht immer zu,

aber vermutlich öfter als andersherum.

Jetzt, in der geldpolitischen Weichenstellung, übernehmen die

USA wieder eine Vorreiterrolle. Denn während die Europäische

Zentralbank (EZB) um Antworten ringt, ob das Anleihenkaufprogramm

APP erhöht wird, wenn das 1,85 Billionen Euro schwere

Covid-19-Aufbauprogramm PEPP voraussichtlich im März 2022

ausläuft, skizzierte die US-Notenbank (Fed) am 3. November einen

Ausweg aus ihrer lockeren Geldpolitik. Das Signal: Es wird

Schluss gemacht mit der Alimentierung der Finanzmärkte und

dem Aufblähen der Notenbank-Bilanz, deren Umfang mittlerweile

bei über acht Billionen US-Dollar liegt und die sich seit 2019 verdoppelt

hat. Das Credo der Fed: langsame Abgewöhnung statt kalter

Entzug. Damit ist das sogenannte Tapering gemeint, das

Fed-Präsident Jerome Powell ankündigte und das bereits Ende des

Monats beginnen soll. Der Terminus, der dem Sport entlehnt ist

und eine Belastungssteuerung meint, steht für das schrittweise Zurückfahren

der Anleihenkäufe. Schließlich pumpen die US-Währungshüter

zur Stimulation der Wirtschaft aufgrund von Covid-19

seit März 2020 monatlich rund 120 Milliarden US-Dollar (Aufteilung:

80 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen, 40 Milliarden US-

Dollar hypothekenbesicherte Wertpapiere) in den Markt. Nun werden

die Wertpapierankäufe um monatlich 15 Milliarden US-Dollar

reduziert, bis sie im Sommer 2022 auslaufen und bei null angekommen

sind. Ein Hintertürchen lässt sich die Fed offen: Bei Bedarf

erlaubt sie sich Tempoanpassungen, wie sie verlautbaren ließ.

Mit ihrem allmählichen Ausstieg reagiert sie auf die Arbeitsmarktentwicklung,

das bisherige Wirtschaftswachstum und die steigende

Inflation, deren Wert im September bei überraschend hohen 5,4

Prozent lag (s. Grafik S. 10). Das Ziel der fiskalischen Zeitenwende:

ein Überhitzen der Wirtschaft und ein Überschießen der Inflation

infolge der Geldschwemme frühzeitig zu verhindern.

Der schmale Grat. Allerdings riskiert die Fed mit ihrem Beschluss

einen Rückschlag bei der Konjunkturerholung. Denn trotz des wirtschaftlichen

Aufschwungs in der Post-Corona-Zeit lag die Zahl der

Beschäftigten im September noch immer um 5,3 Millionen unter der

von Februar 2020 und damit des Vorkrisenniveaus. Ferner fiel das

Wirtschaftswachstum im dritten Quartal geringer aus als erwartet.

Demnach legte das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September

gerade mal um 0,5 Prozent zum Vorquartal zu, was Analysten

als enttäuschend bezeichneten. Eine Gefahr, die durch das Tapering

ebenfalls entstehen könnte, wären steigende Hypothekenzinsen.

Hintergrund: Als 2020 die Hypothekenzinsen trotz der radikavon

MARC BÄCHLE

FOCUS-MONEY 46/2021

Foto: Bloomberg Illustrationen: VectorStock Composing: FOCUS-MONEY 9


moneyservice

FONDS

Aktiv oder passiv?

CHECK AM KÜCHEN-

TISCH: Fonds und ETFs

haben gemeinsame

Stärken – so sind beide

Sondervermögen

Der

EINSTIEG

Teil 1

VERMÖGEN AUFBAUEN & ERHALTEN

ETFS

&

FONDS

VERMÖGEN AUFBAUEN & ERHALTEN

Teil 2

66 Foto: 123RF

FOCUS-MONEY 46/2021


Eine Gemeinschafts-Aktion von

und

Dominante Aktienfonds

In Deutschland sind Aktien- und Mischfonds die

Fondstypen mit dem höchsten Vermögen. Das liegt

vor allem an der guten Entwicklung der Aktien.

Verteilung des Vermögens in Publikumsfonds

Anteile in Deutschland, in Prozent, 1. Halbjahr 2020

Geldmarktfonds 2 3 Sonstige

Immobilienfonds

9

Traditionelle, aktiv gesteuerte Fonds oder

passiv verwaltete ETFs? Der vermeintliche

Gegensatz ist oft gar keiner. Beide Fondstypen

haben spezifische Stärken

von ANNA-MARIA BORSE und ULI KÜHN

Rentenfonds

Quelle: BVI, Stand 30.6.21

16

Mischfonds

27

43

Vermögen in europäischen ETFs

in Mrd. US-Dollar, Stand:30.9.2021

331

2012

395

13

438

14

487

15

542

16

762

17

Aktienfonds

Gefragte Indexfonds

Das in ETFs verwaltete Vermögen wächst seit Jahren

kaum gebremst. Allein in europäischen ETFs

stecken heute schon 1,4 Billionen Dollar.

Quelle: ETFGI, Stand 30.9.21

726

18

974

19

1194

20

1412

2021

Noch vor wenigen Jahren wussten nur wenige Anleger,

was ein börsennotierter Indexfonds (ETF) ist. Inzwischen

hat sich die Welt verändert. Jeder vierte Erwachsene

in Deutschland hat schon einmal in einen ETF investiert,

berichtete gerade die Ebase nach einer Umfrage. Mehr

als 60 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, in den

nächsten drei Jahren erneut in ETFs zu investieren. Der

Durchmarsch der ETFs zeigt sich auch an den Mittelzuflüssen

der Fonds. Im ersten Halbjahr 2021 flossen 16 Milliarden

Euro in deutsche Aktien-ETFs, berichtet der Fondsverband

BVI. Aktiv gesteuerte Aktienfonds konnten nur drei

Milliarden Euro mehr anziehen. Haben also traditionelle,

aktiv von einem Portfolio-Manager gesteuerte Fonds bald

ausgedient?

Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig, doch letztendlich

eindeutig. „Indexfonds oder aktive Fonds: Das ist

Indexfonds oder aktive Fonds: Beide Fondsformen

haben ihre Berechtigung und ihr Einsatzgebiet“

ANDREAS KASBAUER, CONSORSBANK

EXPERTEN-TIPP

Fonds preiswert kaufen

■ Traditionelle Fonds kaufen Anleger am besten

über ihre Bank oder ihren Broker direkt bei der

Fondsgesellschaft. Bei guten Online-Banken gibt es

oft mindestens 50 Prozent Rabatt auf die Kaufgebühr

(Ausgabeaufschlag).

■ Indexfonds (ETFs) werden wie Aktien über die

Börse ge- und verkauft, wobei jeweils Gebühren anfallen.

Vor allem bei Online-Banken sind die Ordergebühren

sehr niedrig, wenn bestimmte Börsen

oder Handelsplattformen gewählt werden.

FOCUS-MONEY 46/2021

kein Entweder-oder, beide Fondsformen haben ihre Berechtigung

und ihr Einsatzgebiet“, sagt Andreas Kasbauer,

Senior Manager Investment Products bei der Consorsbank.

Zudem: Bei allen Unterschieden haben ETFs und aktive

Fonds einige ganz wichtige Vorteile gemein. So investieren

beide immer gleichzeitig in viele Wertpapiere und streuen

dadurch das Risiko. Beide sind durch einen ähnlichen gesetzlichen

Rahmen geschützt, denn rechtlich gesehen handelt

es sich bei beiden um ein Sondervermögen, das den Fondsanlegern

auch bei einer möglichen Pleite der Fondsgesellschaft

erhalten bleibt. Auch der Zugang und die Mindestanlagesumme

sind bei beiden Fondstypen ähnlich niedrig.

„Es kommt immer auf den konkreten Anlagezweck an“, erklärt

Dr. Rolf Tilmes, Professor für Finance und Wealth Management

an der EBS Business School und Vorstandsvorsitzender

des Financial Planning Standards Board Deutschland.

Erst auf dieser Basis lasse sich wirklich beurteilen, ob ein aktiver

Fonds oder ein ETF die bessere Wahl sei. Nach seiner

67


moneyservice

JUSTIZ

Alles, was

Recht ist

Viele Streitigkeiten mit Arbeitgebern, Vertragspartnern, Vermietern, Nachbarn landen vor Gericht.

Mit der richtigen Rechtsschutzversicherung sind die Kostenrisiken eines Prozesses gedeckt

von GREGOR DOLAK

BÖSER MANN AM ZAUN:

Zoff mit dem Nachbarn ist

oft ein Fall für den Anwalt

74 Foto: Adobe Stock

FOCUS-MONEY 46/2021

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