Hygiene Report 5/2021

InternationalPublications

HYGIENE Report ist das Forum für Qualitätssicherung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In Zusammenarbeit mit hochkarätigen Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft berichtet das Periodikum anwenderorientiert und praxisnah zu allen relevanten Aspekten rund um das Thema Qualitätssicherung.

Themen sind beispielsweise Hygiene Management, Messtechnik, Berufskleidung, Reinigung, HACCP, Personalhygiene und mikrobiologische Nachweise mit all ihren rechtlichen und gesetzlichen Problemen.

ISSN 1618-2456

Internationale Fachzeitschriften

5·21

Qualitätsmanagement in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Themen

Trinkwasser-/Getränkehygiene · Schnellmethoden · Baumaßnahmen · Berufskleidung


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Report

Inhalt

Editorial

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Schwerpunkt: Trinkwasser-/Getränkehygiene

Von Edelstahl über High-Tech-Sensoren bis

zu Schadstoff-Schnelltests reicht das Arsenal

Hygiene ist in allen Kanälen ein Muss

Wissenschaft

Mit „molekularen Fingerabdrücken“ Betrug mit Walnuss & Trüffel auf der Spur

Wirkung und Test von UVC-Luftdesinfektionssystemen

Hygienic Design

Gesamtkonzept für höchste Produktsicherheit

Interview

Stefan Hammel (Geschäftsführer Harema):

In der Lebensmittelbranche gilt: „HACCP muss täglich gelebt werden“

Aktuelles

Neues Referenzlabor für Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen am BfR

Desinfektionsmittel kann ins Auge gehen!

News kompakt

Ethylen in Sesam, E401 in Gelee

Technologiezentrum „Proteine der Zukunft“ eröffnet

Berufskleidung

Vorgeschriebenen Workwear-Wechsel im Hygienebereich einhalten

Hygieneorientierte Baumaßnahmen

Hygieneschutz verhindert Tröpfcheninfektion

Qualitätsmanagement

Effizienz des Betriebes durch QM steigern

Schnellmethoden

Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks

AOAC-Zertifikat für foodproof-LyoKits

Praxis

Reinigungsoptimierte Wägezelle unterstützt Reblochon-Produktion

Geschmackvoller Hygieneboden für die „gläserne Bonbonfabrik“

Fachforen/Messen

Weniger Gluten, mehr Ballaststoffe: Plädoyer für modernen Weizen

Positiv geladene Oberflächen desinfizieren sich biozidfrei selbst

Produkte & Partner

TÜV-Zertifikate für 18 HG-Reiniger

Steam Hero – ein Dampfsauger für Einsteiger

Berührungslos keimfrei:

Frontmatec erweitert Handreinigungsbecken/-rinnenserie

Richtige Fußmatte sorgt für Hygiene-Plus im Betrieb

Veranstaltungen

Sicherheit mit PSA, CSE und DVS

Mikrobiologie-Probleme in Betrieben

Horst Buchmann

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich sind Jubiläen ja ein Grund

zum Feiern. Mitte Oktober wurde das

vom Bundesamt für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit

den Bundesländern ins Leben gerufene

Internetportal www.lebensmittelwarnung.de

zehn Jahre alt. Weniger erfreulich

für Hersteller und Verbraucher: Seit

dem Start wurden darauf 1603 Meldungen

publiziert – v.a. zu Lebensmitteln,

seit 2019 auch zu kosmetischen

Mitteln und Bedarfsgegenständen.

Häufigste Gründe waren mikrobiologische

Verunreinigungen z.B. mit Bakterien

wie Salmonellen, Campylobacter

oder E. coli. In vielen zurückgerufenen

Produkten wurden auch Fremdkörper

wie Glas- oder Metallsplitter gefunden.

Aus Sicht des BVL belegt diese Bilanz

einen positiven Wandel im Umgang der

Unternehmen in Sachen Produktsicherheit,

Transparenz und Verbraucherschutz.

Für mich zeigen die hohen Meldungszahlen

aber auch: Hygie ne in der

Lebensmittelproduktion ist kein Selbstzweck.

Wer sich nachlässig zeigt und

deshalb am Pranger steht – ob wegen

Spülmittelresten in Bierflaschen, erhöhten

Sulfit-Werten in Dosensuppen oder

fehlenden Allergenkennzeichnungen

–, verliert Umsatz und riskiert die Existenz

seines Unternehmens. Denn das

Internet vergisst nichts, und Verbraucherschutz

ist technologisch stets up

to date: Lebensmittelwarnungen gibt es

längst auch via Twitter oder RSS-Feed.

Dazu darf man jedenfalls gratulieren.

Ihr

3


schwerpunkt

5·21

Von Edelstahl über High-Tech-Sensoren bis

zu Schadstoff-Schnelltests reicht das Arsenal

Mehr als saubere Kessel und Flaschen: Innovationen zur Trinkwasser-/Getränkehygiene

Trinkwasser ist eines unser wichtigsten Grundnahrungsmittel – und der entscheidende Rohstoff für die vielfältigen Erzeugnisse

der Getränkeindustrie. Ihre Sauberkeit und Hygiene sicherzustellen, ist ein komplexes Unterfangen entlang der

gesamten Prozesskette. Um die strengen Vorgaben der EU für die Produktion von Mineralwasser oder Limonaden, Bier

oder Mischdrinks einzuhalten, Kontrollen der Überwachungsbehörden ohne Beanstandungen zu überstehen und Getränke

ohne Gefährdung der Verbraucher herzustellen, sind weit mehr als nur reine Kessel und saubere Flaschen notwendig. Von

der „Hardware“ in Förderung und Transport über die Überwachung der Produktion und die Reinhaltung ihres Umfelds bis

zur mikrobiologischen Laboruntersuchung von Zutaten und Endprodukten: Wer Keimen und Bakterien im Trinkwasser- und

Getränkebereich den Kampf ansagt, braucht dafür ein Arsenal, das von korrosionsresistenten Edelstahl-Leitungen und

EHEDG-konformen Pumpen über High-Tech-Sensoren und aseptische Füllanlagen bis zu Schadstoff-Schnelltests und

vollautomatischen Analyseverfahren reicht. Wir haben namhafte Hersteller zu ihrem Produktsortiment und ihren Neuheiten

2021 befragt und geben Ihnen im Folgenden eine Übersicht über diesen für die Betriebshygiene so wichtigen Markt.

Aschl

Damit Kleintiere, Blätter und

Äste nicht in Wasser- und

Abflussrohre gelangen können,

ist eine mechanische Sperrvorrichtung

notwendig. Sogenannte

Froschklappen verhindern, dass

Rohre verstopft werden, und

dienen so der Reinhaltung des

Trinkwassers. Entwässerungsspezialist

Aschl (Pichl/Oberöster

reich) fertigt Froschklappen

komplett aus widerstandsfähigem

Edelstahl für eine möglichst

lange Lebensdauer.

Froschklappen werden an

Auslässen und Überläufen von

Wasserwerken, Wasserbehältern

oder Quellfassungen zur Trinkwasserversorgung

installiert.

Die Aschl-Klappen aus eigener

Produktion sind mit Anschlussmuffen

für alle gängigen

Abflussrohrdurchmesser lieferbar.

Durch das Eigengewicht

schließt sich die Edelstahlklappe

automatisch und schützt bei

längeren Nutzungspausen der

Leitungen auch vor belastenden

Gerüchen. Strömt Wasser von

innen heran, öffnet sich die

Klappe von selbst. Die Aschl-

Froschklappe ist zusätzlich mit

einer EPDM-Dichtung ausgestattet,

die für eine einfache

Rückstausicherung sorgt.

Eine Edelstahl-Froschklappe (oben)

und der KFE-Hahn FLOW!TWO mit

Sicherungs-Verschluss für besten

Trinkwasserschutz. Fotos: Aschl

Seit rund acht Jahren produziert

Aschl auch Kesselfüll- und Entleerungshähne

(KFE) aus Edelstahl

– und 2021 als Innovation

den KFE-Hahn FLOW!TWO mit

Sicherungs-Verschluss-System

für noch bedienerfreundlichere

Installation sowie eine lange

Lebensdauer. Damit lassen

sich Trinkwasseranlagen noch

schneller und sicherer installieren.

Das revolutionäre Kesselfüll-

und Entleerungsventil

besteht aus korrosionsbeständigem

Edelstahl 1.4408 und

besitzt ein Verschluss-System,

das verhindert, dass die bei

Messing-Hähnen übliche

Verbindungskette reißt und die

Verschlusskappe verloren gehen

kann. Dank des frei justierbaren

Handhebels ist die Flussrichtig

leicht erkennbar. Durch das

werksseitig aufgeraute Gewinde

spart der Installateur zudem

einen Arbeitsschritt.

www.aschl-edelstahl.com

Freudenberg Filtration

Milch oder milchhaltige Flüssigkeiten,

Sahne, rohe Fruchtsäfte,

vegane Soja-Drinks, zuckerfreie

Limonaden – die Risikominimierung

bei der Verarbeitung

solch empfindlicher Lebensmittel

erfordert ein hohes Maß an

Hygiene. Ein Einfallstor für Bakterien,

Hefen und Pilzsporen

können Silos und Tanks sein, in

denen flüssige Nahrungsmittel

vor der Weiterverarbeitung bzw.

Abfüllung zwischengelagert

werden. Eine potenzielle Kontaminationsquelle

ist unreine Luft,

die z.B. über offene Lüftungsschlitze

in Behälter eindringt.

Das Tank-Überdrucksystem

TPU 500 von Freudenberg Filtration

Technologies (Weinheim)

hält Keime und schädigende

Partikel dauerhaft von den wertvollen

Flüssigwaren fern.

Das Kürzel TPU 500 steht für

Tank Pressure Unit. Es schafft

eine von Bakterien, Hefen

und Schimmelpilzen keimfreie

Luftdecke über den flüssigen

Roh-, Zwischen- und Endprodukten.

Ein leichter Überdruck

stellt sicher, dass keine unreine

Außenluft in Kontakt mit den

Lebensmitteln kommt – selbst

beim Entleeren der Tanks und

Silos. In Abfüllanlagen der Getränke-

und Lebensmittelindustrie

funktioniert das Hygieneschutzsystem

laut Freudenberg

ebenso betriebssicher.

4 www.hygiene-report-magazin.de


november

schwerpunkt

Das Tank-Überdrucksystem TPU 500

schützt Flüssigkeiten in Silos vor

Kontamination. Foto: Freudenberg

Die TPU-Konstruktion besteht

aus verschweißten Edelstahl-

Gehäuseteilen, die mit Verschlussriegeln

verbunden sind.

Die Modularität ermöglicht einfachen,

sicheren Wechsel der

Luftfilter. Der kontinuierliche Volumenstrom

regelt sich vollautomatisch.

Die TPU 500 überwacht

die Druckentwicklung

und zeigt nötige Filterwechsel

an. Zwei Stufen aus Vor- und

hochabscheidendem Endfiltern

sorgen für hygienische Luftqualität,

erfüllen die Normen der

Lebensmittelkonformität und

EHEDG-Empfehlungen.

www.freudenberg-filter.de

IDEXX Water

IDEXX Water (Newmarket/England)

ist ein weltweiter Anbieter

von Wassertestprodukten, die

Laboratorien und Wasserversorgern

den Erhalt einfacher,

schneller, genauer und kostengünstiger

Informationen über

die Wasserqualität ermöglichen.

Wassertests von IDEXX können

zur Überwachung von Quelloder

Prozesswasser bei der Herstellung

von Lebensmitteln und

Getränken eingesetzt werden,

u.a. in Molkereien, Brauereien

und beim Abfüllen von Flaschenwasser,

sowie bei der Bewässerung

und beim Waschen

von Obst und Gemüse.

Zu den benutzerfreundlichen

und einfach auswertbaren

Testverfahren im IDEXX-Portfolio

zählen: Colilert ® -18 für den

gleichzeitigen Nachweis von

Gesamtcoliformen und E. coli

in Wasser gemäß ISO 9308-

2:2012 mit bestätigten Ergebnissen

nach 18 Stunden

und Pseudalert ® für den Nachweis

von Pseudomonas aeruginosa

in Wasserproben nach

ISO 16266-2:2018 innerhalb

von 24 Stunden.

Colilert-18 und Pseudalert

basieren auf Flüssigkeitsan-

Schnelltests ermöglichen den Nachweis von Keimen

und Bakterien in Wasser und Getränken. Foto: IDEXX

reicherung und verwenden

Reagenzien in Einheitsdosierungen.

Dadurch entfällt die

Vorbereitung der Medien und

ermöglicht den Mitarbeitern

die Vorbereitung von Proben

vor Ort in weniger als 1 Minute.

Diese Testverfahren sind laut

Hersteller besonders genau und

zuverlässig, die Auswertung

der Ergebnisse beschränkt sich

auf die Feststellung eindeutiger

Farbveränderungen. Die

Verfahren liefern endgültige

Ergebnisse ohne zusätzliche

Bestätigungsschritte und

können für den Nachweis bzw.

die Quantifizierung mit IDEXX

Quanti-Tray ® und Quanti-

Tray ® /2000 zur Bestimmung

der wahrscheinlichsten Zahl

(MPN, Most Probable Number)

verwendet werden.

2021 hat IDEXX mit EasyDisc

eine neue Plattform für die

Bestimmung heterotropher

Keimzahlen (HPV, Heterotrophic

Plate Count) in Wasser

auf dem Markt eingeführt.

EasyDisc ist eine einfache

Lösung für die Quantifizierung

heterotropher Bakterien ohne

Agarvorbereitung bei weniger

als 1 Minute Handhabungszeit

für die Bearbeitung einer Probe.

Die zwölfmonatige

Haltbarkeit reduziert

den Bedarf

an regelmäßig

durchgeführten

Qualitätskontrolltests

und die Tests

stehen bei Bedarf

jederzeit zur Verfügung.

www.idexx.de/de/

water/

JUMO

Eine Standardmessgröße in

vielen Branchen ist der Durchfluss.

Dabei kann abhängig vom

Messmedium, der Genauigkeit

und den Prozessbedingungen

eine Vielzahl von Verfahren zum

Einsatz kommen. Die Produkte

flowTRANS US W Serie von

JUMO (Fulda) sind hochpräzise

Ultraschall-Durchflussmessgeräte

für leitfähige und nicht

Hygienisch penibel.

http://branchen.jumo.info

Lösungen für Hygienische Anwendungen

Sie suchen hygienisch designte Sensoren mit modernen digitalen Kommunikationsprotokollen? Unsere Sensoren

für Druck-, Temperatur- und Leitfähigkeitsmessung mit IO-Link und JUMO digiLine bieten Ihnen die perfekte Lösung.

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schwerpunkt

5·21

leitfähige Medien. Sie können

in unterschiedlichsten Prozessen

eingesetzt werden und

sind resistent gegen korrosive

Medien. Zusätzlich zur reinen

Durchflussmessung stehen Varianten

mit einem Drucksensor,

Bluetooth, IO Link oder JUMO

digiLine zur Verfügung.

So misst z.B. der flowTRANS

US W01 absolut verschleißfrei

bei Genauigkeit von +/- 2 %

vom Messwert; ein zusätzlicher

Temperatursensor ist integriert.

Sein metallfreies Gehäuse

und das Kunststoffrohr in den

Nennweiten von DN 15 bis 32

machen einen flexiblen Einsatz

möglich. Die Nenndrücke

können bis PN 16 betragen,

die Mediumstemperatur bis zu

80 °C. Mit geringerer Genauigkeit

sind sogar Messungen bei

Temperaturen von bis zu 95 °C

möglich. Er kann unkompliziert

in Anlagen integriert werden.

Deutlich erweiterten Funktionsumfang

bieten weitere Varianten

des JUMO flowTRANS US W.

In vielen Branchen einsetzbar: die

flowTRANS US W Ultraschall-Durchflussmessgeräte

für Flüssigkeiten.

Neben den Basis-Features

verfügen sie über Display und

Bluetooth-Schnittstelle, die

Genauigkeit liegt bei +/- 1 %

vom Messwert. Zudem kann mit

diesen Ausführungen Druck gemessen

werden. Auch eine App

wurde für die Geräte entwickelt.

Eine Variante kann mit dem

digiLine System, einem smarten

Sensor-Netzwerk für Flüssigkeitsanalyse,

genutzt werden.

Die neuen JUMO-Druckmesszellen

CEROS S02 M und C02

M sind aktive Bauteile mit

Die Druckmesszellen JUMO CEROS

S02 M und C02 M arbeiten besonders

energiesparend. Fotos: JUMO

integrierter Signalaufbereitung,

die ab Werk ein temperaturkompensiertes

und kalibriertes

digitales Ausgangssignal für

Druck- und Temperaturwerte

liefern. Sie sind v.a. für Low-Power-Anwendungen

geeignet. Es

steht sowohl eine piezoresis tive

(CEROS S02 M) als auch eine

Keramik-Dickschicht-Variante

(CEROS C02 M) zur Verfügung.

Die erstgenannte ist in Messbereichen

von 100 mbar bis 100

bar relativ und von 1 bis 100

bar absolut verfügbar, die zweitgenannte

in Bereichen von 1,6

bis 60 bar relativ. Die Einsatztemperaturen

liegen zwischen

-40 und +125 °C. Eine weitere

Besonderheit sind die äußerst

geringe Stromaufnahme und

der niedrige Energieverbrauch.

Das macht sie ideal für Anwendungen

mit geringem Energiebedarf

wie Hand-Held-Geräte

mit Batteriebetrieb.

Da JUMO CEROS S02 M und

C02 M komplett kalibriert und

abgeglichen geliefert werden,

kann auf zusätzliche Vorrichtungen

wie Kalibriersysteme

und Klimaschränke verzichtet

werden. Die neuen Druckmesszellen

können z.B. in Druckmessumformern,

Pegelsonden,

Datenloggern oder Digitalmanometern

eingesetzt werden.

Durch die geringe Oberflächenrauhigkeit

ist beim CEROS S02

M auch eine Anwendung in hygienischen

Bereichen möglich.

www.jumo.net

KHS

Sensitive Getränke stellen hohe

Anforderungen an eine hygienische

Abfüllung, damit der

Konsument sie frisch genießen

kann. Die KHS Gruppe

(Dortmund) ist ein führender

Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen

für Getränke

und flüssige Lebensmittel.

Aktuell tragen insgesamt sieben

Optimierungen für ihre modular

aufgebauten linearen KHS-

Aseptikfüller dazu bei, insbesondere

deren Effizienz und

Flexibilität weiter zu steigern.

High-Tech, mit Neuerungen weiterentwickelt: der lineare

Aseptikfüller Innofill PET ACF-L. Foto: KHS

Die Nachrüstung bestehender

Maschinen um diese Komponenten

ist größtenteils möglich.

Die linearen aseptischen

KHS-Füller lassen sich sehr

platzsparend mit einer rotativen

Streckblasmaschine verblocken

– z.B. mit der InnoPET Blomax

V. Dafür entwickelte KHS ein

Transfermodul, das den kontinuierlichen

PET-Flaschenstrom

mit dem schrittweisen Füllprozess

harmonisiert.

Die zunehmende Produktvielfalt

in der Getränkeindustrie führt

dazu, dass manche Produkte

aufgrund ihres Schaumverhaltens

bei der Abfüllung aufwändiger

sind als andere – hier ist

Flexibilität gefragt. Ein neues

Umschaltventil

steuert das

Vo lu men des

Zustroms zum

eigentlichen

Füllventil und

ermöglicht so

vier verschiedene

Zulaufgeschwindigkeiten.

Waren bisher

unter mikrobiologischen

Aspekten

Abgestimmt: Keramik-Außenlager

& Tankplatte. Foto: Kyocera

in relativ kurzen Abständen

Wartungen erforderlich, die

jeweils fünf bis acht Stunden

in Anspruch nahmen, wurden

die Wartungsintervalle jetzt so

verlängert, dass diese nicht

häufiger als ein- bis zweimal pro

Jahr stattfinden müssen. Komplementiert

wird die aseptische

Fülltechnik von KHS durch ein

umfassendes und praxisbewährtes

Portfolio

an prozesstechnischen

Maschinen.

Man stellt die

gesamte Bandbreite

an Technologien

und Serviceleistungen

bereit, die

zur Herstellung der

gefragten Getränke

im Bereich der

sensitiven Produkte

erforderlich

sind – von der Rohstoffannahme

des Konzentrats über das

Design der Flasche und ihrer

Komponenten bis zur Abfüllung

und Verpackung des Produkts.

www.khs.com

Kyocera

Kyocera (Mannheim) hat die

Entwicklung von Gleitlagern

v.a. für magnetgekoppelte

Rührwerke verstärkt und bietet

unterschiedliche Keramiken

für diese Anwendung an. So ist

die sichere Rückverfolgbarkeit

der Werkstoffe garantiert. Dies

ist besonders wichtig z.B. bei

der Lebensmittelproduktion.

Bolzen und Lagerring werden

aus unterschiedlichen Keramikmaterialien

ausgeführt. Die

Gleitpartner sind

perfekt aufeinander

abgestimmt,

strenge

Toleranzen

und Oberflächenanforderungen

werden

eingehalten.

Kyocera hat mit

weitreichenden

mechanischen

Bearbeitungs-

6 www.hygiene-report-magazin.de


november

schwerpunkt

Kompromisslose Hygiene

mit NETZSCH-Pumpen

anlagen hochwertige Oberflächen mit

minimaler Reibung im Betriebsmodus

sowie mit reduziertem Bruchrisiko unter

Trockenlaufbedingungen entwickelt.

Bei der Produktion z.B. in der Lebensmittelindustrie

werden verschiedene Stoffe

wie Pulver und Flüssigkeiten zur Verwendung

in aseptischen Anlagen gemischt.

Das macht vollständige Sterilität aller

mechanischen Komponenten in solchen

Anlagen erforderlich. Bei derartigen Geräten

werden üblicherweise Magnet rührer

eingesetzt, bei denen es keine mechanische

Verbindung zwischen Motor und

dem Rotor des Rührers gibt, wobei das

Drehmoment mittels eines Magnetfeldes

übertragen wird. Magnetisch angetriebene

Rührwerke ohne mechanische

Dichtungen wie Gleitring oder Stopfbuchspackung

minimieren das Risiko

einer Verunreinigung des Endprodukts.

Die Härte der Gleitlager

von Kyocera

sorgt für eine lange

Lebensdauer und

verhindert Partikelabrieb.

Dank der Sterilität

und Trägheit der

Keramik herrscht im

Tank maximale Sauberkeit.

Keramiklager

benötigen keine

zusätzliche Schmierung.

Die Beständigkeit

beider Keramiken

gegen Temperaturschwankungen

ermöglicht die Reinigung und Sterilisation

vor Ort (CIP/SIP). Alle für die Lager von

Kyocera verwendeten Materialien entsprechen

geltenden FDA-Anforderungen

und USP Class-VI-Klassifizierungen.

www.kyocera.de

L&R

Biofilme, Kesselstein, Kalk, Korrosion,

Schlamm…: Die Liste möglicher Verunreinigungen

im Prozesswasser ist lang.

Fremdstoffe und Ablagerungen beeinträchtigen

die Leistungsfähigkeit des

Kälte-/Wärmetransfers. Zudem besteht

die Gefahr des Eintrags in den Hauptprozess.

Als Hersteller von Kälte- und

Rückkühlanlagen für die Industrie hat

L&R (Sundern) breite Erfahrung in der

Wasseraufbereitung und über Jahre diverse

Aufbereitungstechnologien erprobt

Kompakt: Das Aufbereitungsmodul sorgt

für sauberes Prozesswasser – ohne Chemie

und Verbrauchsmaterialien. Foto: L&R

und eingesetzt. Dabei stellte sich eine von

Bauer WT Systems GmbH entwickelte

als besonders effizient und praxistauglich

heraus. Auf deren Basis entwickelte L&R

ein Wasseraufbereitungsmodul, das ohne

Chemie auskommt und sich universell in

der Prozesstechnik einsetzen lässt.

Kernelement ist eine kompakte Einheit,

die das Wasser permanent mit wechselnd-pulsierenden

elektromagnetischen

Feldern beaufschlagt. Dadurch werden

kristalline Strukturen (Ablagerungen von

Kalk/Korrosion) und Biofilme/Verschlammungen

im Wasserkreislauf abgelöst und

im Wasser gehalten. In zirkulierenden

Sys temen werden gelöste Verunreinigungen

durch Hochleistungs-Industriefilter

zurückgehalten, bei offenen Systemen

werden sie sukzessive herausgespült.

Das Modul arbeitet ohne Chemikalien

und ist – abgesehen

von den Filterelementen

– wartungsfrei.

Es gewährleistet

laut Hersteller eine

dauerhafte Verbesserung

der Wasserqualität

und damit eine

ebenso dauerhaft

hohe Effizienz bei

der Wärme- bzw.

Kälteübertragung.

Damit reduziere der

Anwender seinen Energieverbrauch

und

erhöhe die Produktionssicherheit.

www.lr-kaelte.de

Metrohm

Metrohm (Filderstadt) hat mit TitrIC flex

ein System zur Wasseranalyse vorgestellt,

mit dem vollautomatisch das gesamte

Spektrum der im Wasser vorhandenen

Ionen bestimmt werden kann. Dazu kombiniert

TitrIC flex Titration, Direktmessung

und Ionenchromatographie. Die Ergebnisse

aller drei Methoden werden in einer

Datenbank gesammelt und in einem

gemeinsamen Report bearbeitet. Für

maximale Effizienz werden Titration und

Ionenchromatographie parallel durchgeführt.

TitrIC flex ist vollständig automatisiert

und integriert einen OMNIS Sample

Robot. Dieser modulare Autosampler

kann Schritt für Schritt erweitert werden,

um bis zu 175 Proben aufzunehmen, die

7

Schonende Förderung von

hygienischen Produkten

Pumpen entsprechend EHEDG-,

QHD-, 3A- und GOST-R-Richtlinien

konstruiert, gefertigt und geprüft

FDA-zertifizierte Elastomere

Produkt- und Reinigungstemperatur

bis 150° C

Explosionsschutz nach ATEX

CIP- und SIP-fähig

Jahrzehntelanges Know-how für

kompromisslose Hygiene

NOTOS® Schraubenspindelpumpe,

NEMO® Exzenterschneckenpumpe und T.Sano®

Drehkolbenpumpe im hygienischen Design

NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH

Geschäftsfeld Nahrung & Pharmazie

Tel.: +49 8638 63-1030

info.nps@netzsch.com

www.netzsch.com


schwerpunkt

5·21

Mit TitrIC flex lässt sich automatisch das Ionen-

Spektrum im Wasser bestimmen. Foto: Metrohm

völlig unbeaufsichtigt bestimmt

werden. Die Proben werden automatisch

filtriert, um den IC vor

Kontamination durch Partikel zu

schützen. Auch physikalische

Parameter wie Trübung und

Farbindex sind integrierbar.

TitrIC flex ist selbstüberwachend.

Der Anwender wird

au to matisch informiert, wenn

die Kalibrierung der Elektrode

oder die Bestimmung des Titers

durchgeführt werden soll, um

zuverlässige, reproduzierbare

Ergebnisse zu gewährleisten.

Auch werden Check-Standards

nach beliebiger Anzahl von Proben

automatisch injiziert. Das

System wird automatisch neu

kalibriert, wenn die Prüfung außerhalb

der Spezifikation liegt.

Folgende Parameter können

mit TitrIC flex (TitrIC flex II für

Anionen und Kationen) automatisch

überwacht werden: pH-

Wert, Temperatur, Leitfähigkeit,

p- und m-Wert, Härte (Calcium/

Magnesium), Kationen (z.B.

Lithium, Natrium, Ammonium,

Calcium ...), Anionen (z.B.

Fluorid, Chlorid, Bromid, Nitrit,

Nitrat, Phosphat), Ionenbilanz.

www.metrohm.com

ProMinent

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie

sind die Ansprüche

in Bezug auf Reinheit und

Sauberkeit sehr hoch. Hygienegerecht

konzipierte Anlagen und

Systeme ermöglichen eine einfache

Reinigung und verhindern

Kontaminationen im Produktionsprozess.

Diesen Ansprüchen

wird die neue

Motor-Membrandosierpumpe

Sigma

X im Hygienic Design

von ProMinent

(Heidelberg) gerecht.

Sie gewährleistet ein

genaues und hygienisches

Dosieren von

Reinigungsmitteln,

Desinfektionsmitteln,

Additiven sowie

Zusatz- und Hilfsstoffen,

wie Farb-, Geschmacksund

Konservierungsstoffe. Die

Fördereinheit ist CIP-fähig bei

Temperaturen bis 130 °C und

einem Vordruck bis max. 2 bar.

Dosiermengen von 25 bis 1000

l/h bei Gegendrücken von 10

bis 4 bar sind möglich.

Hygienic Design: Die Sigma Membrandosierpumpen

sind totraumoptimiert und in sensiblen

Anwendungen einsetzbar. Foto: ProMinent

Der einfache Aufbau und die

glatten, medienberührenden

Oberflächen bilden die Grundlage

für das nahezu spaltfreie

und totraumoptimierte Hygienic

Design, das eine leichte Clean-

In-Place (CIP)-Reinigung und

schnelle Demontage ermöglicht.

Die Dichtflächen sind gemäß

neuesten Richtlinien gestaltet

und mit den geforderten Mindestradien

versehen. Optimierte

strömungsdynamische Eigenschaften

der neuen Kugelrückschlagventile

gewährleisten

eine optimale Verwirbelung an

kritischen Stellen. Alle medienberührten

Werkstoffe sind

physiologisch unbedenklich

gemäß FDA und EN Richtlinie

1935/2004 ausgeführt. Zusätzlich

wurden die Oberflächen

in einem finalen Arbeitsgang

elektropoliert und weisen Oberflächenrauhheit

von Ra ≤ 0,8

μm auf. Über einen Tri-Clamp

Anschluss nach DIN 11864-3

wird die Pumpe in den Produktionsprozess

eingebunden.

Der Dosierraum ist hermetisch

dicht und ohne Wellendurchführung.

Eine PTFE-Mehrschichtmembran

mit Membranbruchüberwachung

bietet

zusätzliche Prozesssicherheit.

Wie alle intelligenten ProMinent-

Dosierpumpen ist die Sigma X

Baureihe flexibel vernetzbar.

Eine Anbindung an Prozessleitsysteme

erfolgt über potentialfreie

Kontakte bzw. über ein

0/4-20mA Normsignal oder

Vernetzung über die integrierte

PROFIBUS, CANopen Schnittstelle.

www.prominent.com

Seepex

Die Hygienepumpen-

Baureihe BCFH von

SEEPEX (Bottrop) für

die Getränke- und

Lebensmittel industrie

ist EHEDG-zertifiziert

und erfüllt höchste Anforderungen

hinsichtlich

Hygiene, Reinigung

wie auch Sterilisation. Das

ist wichtig, denn im globalen

Wettbewerb der Nahrungsmittel-

und Getränkeindustrie gilt

es, steigenden Hygiene- und Sicherheitsstandards

sowie hohen

Ansprüchen aufgeklärter Konsumenten

zu entsprechen. Wenn

im Produktionsprozess Medien

mit höherer Viskosität wie z.B.

Sirup oder scherempfindliche

Zutaten wie Molkereiprodukte

oder Säfte gefördert werden,

EHEDG-zertifiziert: die Hygienepumpen-Baureihe BCFH.

spielt die Exzenterschneckenpumpe

ihre Vorteile aus. Dies

gilt für Transport wie Dosierung

gleichermaßen.

SEEPEX gehört zu den weltweit

führenden Lieferanten zertifizierter

Exzenterschneckenpumpen

in der Lebensmittelindustrie.

Mit seinen Produkten

bietet das Unternehmen aus

Bottrop technologisch führende

Lösungen an, um u.a. Milchprodukte,

Smoothies, Obsterzeugnisse

oder Getränke hygienisch

und mikrobiologisch einwandfrei

zu fördern. Die pulsationsarme

Förderung von Exzenterschneckenpumpen

erreicht stabile

Volumenströme – ein entscheidender

Vorteil, wenn es darum

geht, sehr geringe Mengen z.B.

als Zusätze zu dosieren.

Die Baureihe BCFH bietet eine

Kombination aus EHEDG-zertifiziertem

Hygienic Design und

Maintain-In-Place Wartungskonzept.

Das strömungsoptimierte

Design der Pumpen ermöglicht

somit eine schnelle und sichere

Clean-In-Place-Reinigung, die

Zeit, Energie und den Einsatz

von Chemikalien zur Reinigung

reduziert. Durch das Wartungskonzept

wird zudem die

Service-Zeit auf ein Minimum

reduziert. Der Pumpenspezialist

bietet zudem innovative

Möglichkeiten zur Vernetzung

von Produktionsanlagen – für

höhere Produktsicherheit und

Transparenz durch Datenerfassung

und -nutzung sowie optimierte

Prozesse zur Senkung

der Betriebskosten.

www.seepex.com

Foto: SEEPEX

8 www.hygiene-report-magazin.de


november

schwerpunkt

Hygiene ist in allen Kanälen ein Muss

Gesec: Regelmäßige Maßnahmen im Trink- wie Abwasserbereich gegen Keimreservoirs

Im Rahmen des „Water Safety Plans“ formuliert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klar das Ziel, Trinkwasser in größtmöglichem

Umfang zu bewahren und sauber zu halten. Auch in unseren Breitengraden kommt es zu Verschmutzungen

z.B. seitens der Landwirtschaft, weil Keime aus der Düngung von Wiesen aufgrund durchlässiger Böden ins Trinkwasser

gelangen – ein Thema, dessen sich Gesetzgeber und Wasserversorger annehmen. In diesem Zusammenhang fordert die

WHO eine weitergehende Betrachtung des Wassersystems in Gebäuden. Dort rückt das Abwassersystem zunehmend in den

Fokus von Infektionen im Trinkwasserbereich. Im Gegensatz zur Legionellenproblematik im Trinkwasser und in raumlufttechnischen

Anlagen wurde dies bisher stiefmütterlich behandelt. Die Gesec Hygiene + Instandhaltung (Augsburg), mit

Hygiene-Dienstleistungen in diesem Fachgebiet Partner diverser Branchen, erklärt in diesem Fachbeitrag die Hintergründe.

Zur Sicherstellung der Versorgung

mit sauberem Trinkwasser

wurden bislang v.a. Trinkwasserleitungen

untersucht. Diesbezügliche

Präventionsstrategien

für das Trinkwassersystem sind

seit Jahren ausgearbeitet und

finden immer mehr Durchdringung

in der Praxis. Langwierige

Infektionsepidemien brachten

aber einen weiteren Aspekt zu

Tage: das Abwassersystem. Untersuchungen

in jüngerer Zeit

zeigten eindeutig Infektionen,

die sich speziell darauf zurückführen

lassen.

Eine häufige Keimquelle im Abwasserbereich:

der Waschbeckenabfluss.

In beiden Leitungssystemen

können sich Mikroorganismen

für lange Zeit festsetzen und

halten. Für das Abwassersystem

aber fehlen entsprechende

Strategien weitestgehend. Es

muss ein Anliegen sein, sämtliche

wasserführende Einheiten

ebenso wie das Lüftungssystem

hygienisch zu überwachen und

rein zu halten.

Eine ganzheitliche

Hygienestrategie gefordert

Wissenschaftler fordern eine

ganzheitliche Hygienestrategie,

die das gesamte System

Wasserinstallation und Sanitärhygiene

umfasst. Der

Deutsche Verein des Gas- und

Wasserfaches (DVGW) hat z.B.

festgestellt, dass 50 Prozent der

Wasserzähler mit Pseudomonas

aeruginosa infiziert sind. Dieses

Bakterium kann selbst in destil

liertem Wasser bei kleinstem

Vorkommen organischer Spuren

überleben und wachsen. Dabei

ist das Spektrum an Krankheiten,

die v.a. bei Menschen

mit schwacher Immunität

ausgelöst werden, umfangreich

– darunter Lungenentzündung,

Gehirnhautentzündung, Harnwegs-

sowie Darminfekte.

Besonders gut untersucht

sind die Zusammenhänge im

Bereich der Krankenhaushygiene.

So konnte ein Multispezies-

Ausbruch in einer deutschen

Klinik im Jahr 2014 sowohl auf

Ursachen im Patientenbereich

als auch in der Küche zurückgeführt

werden. Erst als man

die Abwasserkanäle beider

Bereiche vollständig trennte,

ließ sich das Problem beheben.

Die Keime hatten sich über die

Kanäle verbreitet und tauchten

deshalb in verschiedensten

Abschnitten im System auf.

Der erste Schritt zur Trinkwasserhygiene heißt regelmäßige

Probenentnahme und Untersuchung auf Keime.

Klar wird an dieser Stelle: Es

besteht eine Notwendigkeit, in

regelmäßigen Abständen Maßnahmen

in abwasserführenden

Systemen durchzuführen, um

Keimreservoirs entgegenzuwirken

und zu reduzieren.

Stauwasser und mangelnder

Ablauf fördern Bakterien

Wo aber gelingt es Mikroorganismen,

sich in wasserführenden

Systemen einzunisten und

zu vermehren? Überall dort,

wo sich Wasser staut oder raue

Oberflächen ein reibungsloses

Ab- und Weiterfließen verhindern,

besteht Potenzial für das

Wachstum von Keimen. Dies ist

auch der Fall bei Kalkablagerungen

und Verkrustungen und

dort, wo sich bereits Biofilme

gebildet haben, wie in den

Spülrändern von Toiletten und

Urinalen sowie den Siphons von

Waschbecken. Ebenso besteht

Gefahr,

wo Wasser

durch

Windungen

und Engpässe

geleitet

wird und wo

Standwasser

entsteht.

Aber auch

Armaturen

bieten

Gelegenheit

für Bakterienwachstum

durch Kalkablagerungen, Engpässe

und Wasserstagnation.

Gerade in Siphons von Waschbecken

und Toiletten halten

sich über Jahre hinweg Keime,

dies ist erwiesen. Besucher von

Sanitäranlagen sind der denkbar

intensivsten Kontamination

durch aerogene (durch Luft

übertragene), perorale (durch

den Mund übertragene) und

fäkale (durch Ausscheidungen

übertragene) Keime ausgesetzt.

Verschärft wird die Situation

noch dadurch, dass der bei

jedem Spülgang erzeugte

Aerosolnebel die Oberflächen

9


schwerpunkt

5·21

Kontaminationsweg – über die Dach-

Schalldämpfer eines Kühlturms.

kontaminiert, die wiederum

durch die Nutzer der Sanitäranlagen

berührt werden.

Erst kürzlich wurde nachgewiesen,

dass sich auch in Abwasserkanälen

einige Spezies von

Bakterien offenbar hartnäckig

halten. Feuchtigkeit, Wärme

und Dunkelheit in Verbindung

mit für die Reinigung schwer

zugänglichen Stellen sind beste

Voraussetzungen zur Bildung

von Nährböden für Mikroorganismen.

Unter diesen befinden

sich potenziell krankheitserregende

(pathogene) Keime. In

Kliniken spielt zusätzlich die

Übertragung von Antibiotikaresistenzen

eine große Rolle.

Über Jahre hinweg tauschen

die Bakterien ihre Resistenzen

aus, sodass das Entstehen

multiresis tenter Keime hier eine

Ursache finden könnte.

Lüftungsanlagen als

potenzielle Infektionsquelle

Mikrotröpfchen in der Luft über

den Waschbecken und Toiletten

sowie in Duschen führen darüber

hinaus zu weiteren Möglichkeiten

für Infektionen, wie es bei

den über die Medien bekannten

Legionellen der Fall ist.

Ebenso sind Lüftungsanlagen

eine potenzielle Infektionsquelle.

Sie bergen die Gefahr vor

allem, wenn Verdunstungskälteanlagen

eingebaut sind und

sich dadurch wasserführende

Einheiten im System befinden.

Das dort vorherrschende feuchtwarme

Klima ist prädestiniert für

Bakterien und Schimmelpilze,

die mit der Luft in die Räume

gelangen. Mit der VDI 2047,

Blatt 2, wurden die Rahmenbedingungen

für einen hygienischen

Betrieb von Verdunstungsanlagen

geschaffen.

Außerdem kann es zu Querkontaminationen

durch unsaubere

Lüftungsschächte kommen.

2014 war beispielsweise ein

Trinkwasserversorgungsnetz

mit E. coli belastet. Ein unzureichend

abgesicherter Belüftungsschacht

stellte sich als

Übertragungsweg heraus. Er

lief in einen Schacht aus, der

auch das Wasser aus einer

gedüngten Wiese aufnahm.

Die Beispiele zeigen, dass

die Übertragung tatsächlich

schädigender Keime auf allen

Kanälen erfolgt. Ein Anliegen

muss es deshalb für (Lebensmittel-)Unternehmen

wie für

Privathaushalte sein, sämtliche

wasserführende

Einheiten ebenso wie

das Lüftungssystem

hygienisch zu überwachen

und rein zu

halten. Hier lohnt

es sich, Partnern

zu vertrauen, die

sämtliche Übertragungswege

im Blick

haben.

Gesec Hygiene +

Instandhaltung bietet

einen Rundumservice an: Die

Spezialisten überprüfen das im

Gebäude ankommende Wasser:

Die Qualität des Trinkwassers

wird nach den Forderungen der

Trinkwasserverordnung untersucht

und ggf. notwendige Maßnahmen

empfohlen und umgesetzt.

In den Sanitärbereichen

werden sämtliche Sanitäranlagen

wie Waschbecken, Urinale

und Toiletten demontiert. Die

Maßnahmen beginnen an den

Spülrändern von Toiletten und

Urinalen, Waschbeckenüberläufen,

den Wandanlageflächen

der Installationen, der Siphons

sowie den Fliesenfugen. Anschließend

werden Abflussrohre

bis in die Fallleitungen hinein

freigefräst, um einwandfreies

Ablaufverhalten zu gewährleisten

und der Vermehrung von

Bakterien vorzubeugen.

Dasselbe gilt für die Lüftungsanlagen

und deren wasserführende

Einheiten: Es werden nicht

nur Schmutz, Kalk und Rost

in den Lüftungskanälen durch

eine Spezialreinigung entfernt,

sondern auch die Ablagerungen

und Biofilme in Verdunstungskälteelementen

und Umlaufsprühbefeuchtern

beseitigt.

Individuelle fachliche Beratung

gehört mit zum Service.

Oberflächenhygiene

allein reicht nicht aus

Die Schlussfolgerung, die für

alle hygienerelevanten Bereiche

gleichermaßen gilt, ist, dass

Dem Blick oft verborgen: unhygienische Ablagerungen

am Spülrand einer Toilette. Quelle: Gesec

die reine Oberflächenhygiene

nicht reicht. Überall dort, wo

sich Mikroorganismen halten

können, befinden sich auch

Übertragungswege für gesundheitsschädliche

Keime.

Einwandfreie Oberflächenhygiene

ist mit glänzenden Arbeitsflächen

und fleckenfreier Keramik

ein wichtiges Indiz dafür, dass

ein Betrieb sauber arbeitet. Wer

die Hygiene aber nur an diesen

Oberflächen misst, gibt sich

einer Illusion hin. Hinter den

Kulissen von wasserführenden

Anlagen – wie Trinkwasserhähnen,

Abflüssen, Sanitäranlagen

und raumlufttechnische Anlagen

mit Befeuchtung – wartet

ein hohes hygienisches Risiko.

Die Durchführung von umfangreicher

technischer Tiefenhygiene

ist der einzige Weg, um

Ansatz- und Vermehrungsstellen

zu beseitigen und diese Infektionsketten

zu unterbrechen

bzw. auszuräumen. Technische

Tiefenhygiene beginnt dort,

wo die tägliche Reinigung und

Wartung aufhört. Sie blickt

hinter die Kulissen und umfasst

all jene Bereiche, in denen

wasserführende Systeme im

Verborgenen liegen. Gesetzliche

Forderungen werden eingehalten

und in den betreffenden

Bereichen eine „Gute Hygiene-

Praxis“ umgesetzt.

Der erfreuliche Nebeneffekt

für den Auftraggeber: Im

Rahmen der Maßnahmen

werden Dichtungen ersetzt und

geschmiert, im Bedarfsfall auch

Reparaturen durchgeführt. Die

Installationen funktionieren anschließend

besser und erhalten

eine längere Lebensdauer. Das

verbesserte Ablaufverhalten bei

Urinalen erspart hohe Kosten

für die Verstopfungsbeseitigung.

Mit professionellen Hygiene-

Dienstleistungen lassen sich

damit Betriebskosten und

Reparaturarbeiten sparen. In

raumlufttechnischen Anlagen

werden z.B. auf Wunsch und

bei Bedarf Filter ersetzt oder

Korrosionen entfernt.

Gesa Hygiene-Gruppe

Gubener Straße 32

D-86156 Augsburg

www.gesa.de

10 www.hygiene-report-magazin.de


ASR A1.5/1.2

R9 – R13

„Ein kleiner

Schritt für Sie …

Maximal belastbar und dauerhaft hygienisch

Remmers Bodenbeschichtungen für die Lebensmittelindustrie

Die High Performance Böden von Remmers bieten maximale Hygiene und einen sicheren Tritt für viele Bereiche der

Lebensmittelindustrie: Herstellung von Milchprodukten, Fisch- und Fleischverarbeitung, Süß- und Backwarenherstellung

sowie Getränkeherstellung und -abfüllung.


Hier erfahren Sie mehr

zu den leistungsfähigen

Bodensystemen für die

Lebensmittelindustrie

… aber ein großer Sprung

Richtung Sicherheit für Ihren Boden.“

Beschichtungen für starke

und moderate Belastungen

Perfekt eingestellt für jeden Bereich der Lebensmittelindustie

Remmers PU-Beton-Systeme

Die PU-Beton-Systeme von Remmers sind extrem widerstandsfähige

Böden für alle Bereiche, in denen der Boden

enormen thermischen, chemischen und mechanischen Belastungen

ausgesetzt wird. Dank der Flexibilität und Vielfalt

dieser Systeme können unterschiedlichste Anforderungen

in lebensmittelverarbeitenden Industrien bedient werden.

Die Oberflächen können z. B. durch das Einstreumaterial

rutschhemmend strukturiert werden, sodass der Boden

den Anforderungen der jeweiligen Arbeitsstättenrichtlinie

entspricht.

Remmers Epoxy-Systeme

Bereiche wie Flure, Labore, Verpackungsläger oder z. T.

Bereiche der Konfektionierung benötigen häufig ebenfalls

einen Bodenbelag, der für die Verwendung in der Lebensmittelindustrie

geprüft und zertifiziert ist. Hier bewähren

sich seit Jahren Produkte und Systeme auf Epoxidharzbasis.

Mit der Kombination aus speziellen Bindemitteln

und abgestimmten Füllstoffen lassen sich wirtschaftliche

Systeme passend für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete

realisieren.

Remmers GmbH • Bernhard-Remmers-Straße 13 • 49624 Löningen • Tel.: +49 (0) 54 32 / 83 - 0remmers.com


november

wissenschaft

Mit „molekularen Fingerabdrücken“ Betrug mit Walnuss & Trüffel auf der Spur

Sind die Walnüsse in Lebensmitteln

tatsächlich Walnüsse und die Trüffel kulinarisch

wertvoll oder nur minderwertige

Arten? Um dies eindeutig nachweisen zu

können, nahmen Partner aus Wissenschaft

und Wirtschaft im Verbundprojekt

„Analytische Werkzeuge zur experimentellen

Überprüfung der Herkunft und Identität

von Lebensmitteln (FoodProfiling)“

molekulare Fingerabdrücke von Lebensmitteln

und erarbeiteten ein nachhaltiges

Datenmanagementsystem sowie erste

Praxisanwendungen. Damit können Tests

entwickelt werden, mit denen sich Lebensmittelbetrug

zukünftig einfacher und

kostengünstiger nachweisen lässt.

Produktfälschungen, wie die Um- oder

Falschetikettierung von günstigeren zu

Premiumprodukten oder das Strecken von

Lebensmitteln mit kostengünstigeren Bestandteilen

ist ein zunehmend kritisches

Thema in der komplexen globalen Beschaffungskette.

Der verursachte Schaden

liegt im zweistelligen Milliardenbereich.

Angaben zur geografischen oder botanischen

Herkunft und zur chemischen

Identität von pflanzlichen Rohstoffen können

über Frachtpapiere oder Rechnungen

überprüft und rückverfolgt werden. Jedoch

hat sich dies in der Praxis v.a. bei geschickten

kriminellen Manipulationen oft

als nicht ausreichend erwiesen. Deshalb

müssen sichere analytische Strategien zur

Authentifizierung von Lebensmitteln wie

das Food Profiling entwickelt werden.

Datenbank mit DNA, Proteinen & Co.

Forschende der Universität Hamburg,

des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-

Systembiologie an der TU München, der

Universität Hohenheim und der Universität

Tübingen nahmen hochaufgelöste Daten

(Fingerabdrücke) auf allen relevanten zellulären

Ebenen (DNA, Proteine, Stoffwechselprodukte)

der Lebensmittel auf und

komplettierten die Untersuchungen mit

hochaufgelösten Element- und Isotopenprofilanalysen.

Die Ergebnisse speisten sie

in ein eigens entwickeltes Datenmanagementsystem

ein, das auch für künftige

Fragestellungen zur Rückverfolgbarkeit

von Lebensmitteln herangezogen werden

kann. Anhand der unterschiedlichen

Datenprofile wurden bereits erste unkomplizierte

und in der Praxis anwendbare

Methoden zur Authentifizierung entwickelt.

Im Fokus standen zunächst Trüffel und

Walnüsse. Trüffel zählen zu den teuersten

Lebensmitteln und sind häufig

von Fälschungen betroffen. Walnüsse

stellen aufgrund ihres hohen Fettanteils

eine herausfordernde Matrix dar. Mit den

wasserreichen, fettarmen Trüffeln und

den wasserarmen, fettreichen Walnüssen

können die Forschenden eine große Bandbreite

abdecken und ihre Erkenntnisse auf

andere wirtschaftlich relevante Lebensmittel

übertragen. Dazu zählten innerhalb des

Projekts z.B. die Unterscheidung verschiedener

Fischarten, Gewürze oder „Superfoods“

wie Chia-Samen und Quinoa.

www.food-profiling.org

Alternative zu Zucht und Fang: Zellbasierter Fisch aus dem Bioreaktor

Schon heute gelten laut UN-

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation

rund 90 %

aller Fischbestände als maximal

befischt oder überfischt. Doch

angesichts der wachsenden

Weltbevölkerung sind immer

mehr Menschen auf Fisch

als Proteinquelle angewiesen.

Eine Lösung für das Problem

hat die Bluu GmbH – eine

Ausgründung des Fraunhofer-

Entwicklungszentrums für

Marine und Zelluläre Biotechnologie

EMB: Das Unternehmen

hat sich auf die Produktion von

zellbasiertem Fisch spezialisiert.

Er wird aus echten Fischzellen

hergestellt und im Bioreaktor

gezüchtet. Im Gegensatz zu wild

gefangenem Fisch geht dies

nicht zu Lasten des Tierwohls.

Bluu Biosciences ist das erste

Unternehmen Europas, das

sich auf Entwicklung und

Herstellung von zellbasiertem

Fisch spezialisiert hat. Ziel ist

es, die mithilfe modernster

Biotechnologie produzierten

Produkte im ersten Schritt über

Restaurants auf den Markt zu

bringen. Später sollen auch

Cryoprobe von Fischzellen aus dem

Stickstofftank. Foto: Bluu GmbH

Supermärkte beliefert werden.

Die Markteinführung wird für

Ende 2023 prognostiziert. Zum

Portfolio gehören zunächst

hybride Produkte wie Fischbällchen,

Fischstäbchen und

Fischtartar, die sich aus einem

Mix aus Zellkomponenten und

pflanzlichen Proteinen zusammensetzen.

Fischfilet wird erst

zu einem späteren Zeitpunkt

marktreif sein. Hier bedarf es

noch weiterer Forschungsarbeit.

Die Herausforderung besteht

darin, die porösen Gerüststrukturen

derart aufzubauen,

dass ausreichend Nährstoffe

und Sauerstoff an die Zellen

gelangen. Sie werden aus einer

Biopsie, also aus einem Stück

adultem Fischgewebe, isoliert

und im Labor in einer In-vitro-

Kultur vermehrt. Da sie nicht

altern, können sie sich unendlich

häufig teilen. Anschließend

werden die Zellen im Bioreaktor

mit einem Nährmedium ernährt.

Die Vorteile der zellbasierten

Fischproduktion sind vielfältig.

Die Schlachtung von Fischen

entfällt und idealerweise ist eine

Biopsie nur einmalig erforderlich.

Die Verschmutzung der

Meere durch nicht landbasierte

Aquakultur mit Massentierhaltung

würde vermieden. Weitere

Vorteile sind hoher Nährwert,

Verfügbarkeit und damit verbundene

kurze Lieferketten.

Fischprodukte aus Fischzellen

sind frei von Gentechnik,

Antibiotika und Umweltgiften.

Sie können bedarfsgerecht

dezentral produziert werden.

Anders als Aquakultur kann

eine zellbasierte Fabrik weltweit

überall aufgebaut werden.

Aktuell konzentrieren sich die

Forschenden auf Optimierung

der Medien, um eine kostengünstige

Produktion der Fischzellen

sicherzustellen und Zellcharakteristika

wie Geschmack

und Textur zu verfeinern.

www.fraunhofer.de

13


wissenschaft

5·21

M. Eng. Johannes Knaus, Dr. Petra Vatter, Prof. Dr. Martin Hessling

Wirkung und Test

von UVC-Luftdesinfektionssystemen

Untersuchung an TH Ulm belegt Effizienz der Technik – Surrogate für Viren & Bakterien

Im Juni 2020 kam es in einem Schlachthof in der Nähe von Gütersloh zu einer der größten Coronavirus-Masseninfektionen

in Deutschland mit über 1000 infizierten Personen. Der Betrieb musste stillgelegt werden, bis effektive Maßnahmen zur

Luftdesinfektion installiert waren. Die tatsächliche Wirkung von Luftdesinfektionssystemen für Lebensmittelunternehmen

und andere Einrichtungen ist seit Beginn der Corona-Pandemie ein viel diskutiertes Thema. Hersteller von entsprechenden

Geräten können die erhoffte Reduktion von luftgetragenen Viren und Bakterien schon aus Sicherheitsgründen nicht selbst

ermitteln. Geeignete Dienstleister, die über Labore mit der notwendigen Schutzstufe verfügen, sind nicht zahlreich und

schrecken vor der Verneblung von Pathogenen in ihren Laboren auch eher zurück. Die Verwendung von nicht-pathogenen

Surrogaten für Viren und Bakterien ist eine mögliche und sinnvolle Alternative, die an der Technischen Hochschule Ulm

untersucht und hier an einem UVC-Luftdesinfektionssystem vorgestellt wird.

Hintergründe

zur Luftdesinfektion

Es gibt Infektionserreger, die

überwiegend über die Luft übertragen

werden. Bis 2019 waren

Tuberkulose und Grippe die in

dieser Hinsicht bedeutendsten

Erkrankungen mit ca. 1,5 Millionen

bzw. ungefähr 500 000

jährlichen Todesopfern weltweit.

Seit Beginn der Corona-Epidemie

Ende 2019 in China ist mit

dem SARS-CoV-2-Coronavirus

ein noch bedeutenderer Erreger

in Erscheinung getreten, der mit

ca. 5 Millionen Opfern innerhalb

von zwei Jahren die Welt buchstäblich

„in Atem hält“.

Infizierte atmen die Coronaviren

in Form von Tröpfchen

und Aerosolen aus und andere

Menschen in der näheren

Umgebung, z.B. in Büro, Bus,

U-Bahn, Aufzug oder Klassenzimmer,

atmen diese ein und

infizieren sich. Auch Masken

bieten dagegen keinen 100-prozentigen

Schutz.

Mit Luftdesinfektionssystemen

kann die Keimbelastung in

abgeschlossenen Räumen und

damit auch die Ansteckungsgefahr

deutlich reduziert werden.

Eine Möglichkeit, das zu erreichen,

ist die Verwendung von

physikalischen Filter-Systemen,

die in der Lage sind, kleine Partikel

wie Coronaviren mit einem

Abb. 1: links: Typisches DNS-/RNS-Absorptionsspektrum und Emissionsspektrum einer Niederdruck-Quecksilberdampflampe;

rechts: beispielhafte Darstellung einer DNS-Schädigung durch UVC-Strahlung.

Durchmesser von nur ca. 150

nm effektiv zurückzuhalten.

Aber auch andere Viren, Bakterien

und Pilze verbleiben im

Schwebstofffilter, genauso wie

Staubpartikel aus der Luft, was

auf Dauer dazu führt, dass der

Filter regelmäßig ausgetauscht

und fachgerecht entsorgt werden

muss.

UVC-Strahlungsdosen

Die Desinfektion mit UVC-

Strahlung ist

eine Alternative

zur Vermeidung

der Verbreitung

von luftgetragenen

Krankheitserregern.

UVC ist ultraviolettes

Licht im

Spektralbereich

200-280 nm.

Als Strahlungsquellen

werden

bisher meist

Quecksilberdampflampen

verwendet, die

das Maximum ihrer Emission

bei 254 nm aufweisen. Diese

Wellenlänge liegt nahe der

maximalen Absorption von DNS

und RNS (Desoxyribonuklein-

14 www.hygiene-report-magazin.de


november

wissenschaft

säure und Ribonukleinsäure),

den „biologischen Datenträgern“

von Bakterien, Viren und

Pilzen, auf denen alle Erbinformationen

in Form eines Codes

aus vier möglichen Basen

gespeichert sind, so ähnlich wie

dies in Computern durch Nullen

und Einsen realisiert ist. Bei der

Absorption von UVC-Strahlung

durch DNS oder RNS werden

diese Erbinformationen teilweise

zerstört und führen zur Inaktivierung

des Mikroorganismus

oder Virus (Abb. 1).

UVC-Strahlung zeigt eine sehr

starke Wirkung gegen mikrobiologische

Krankheitserreger. Die

bisher ermittelten UVC-Empfindlichkeiten

verschiedener

Mikroorganismen können sehr

unterschiedlich sein und auch

noch von Umgebungsbedingungen

abhängen, aber bereits

ca. 5 mJ/cm 2 reichen aus, um

Corona- und Grippeviren oder

auch das Mycobacterium tuberculosis

um mindestens 90 % zu

reduzieren. Bereits 10 mJ/cm 2

genügen für eine 99-prozentige

und 15 mJ/cm 2 für eine Reduktion

um mindestens 99,9 %.

Zur Veranschaulichung: Diese

Bestrahlungsdosen sind das

Produkt aus Bestrahlungsstärke

Abb. 2: Die potenziell mit Krankheitserregern belastete Luft gelangt ins UVC-

Luftdesinfektionssystem, in welcher die Krankheitserreger mit ultraviolettem

Licht bestrahlt und weitgehend inaktiviert werden sollen.

und Zeit. Eine Bestrahlungsdosis

von 5 mJ/cm 2 lässt sich

daher z.B. innerhalb von 5 s erreichen,

wenn die Bestrahlungsstärke

1 mW/cm 2 beträgt. Liegt

die Bestrahlungsstärke aber

z.B. bei 10 mW/cm 2 , reichen

0,5 s, um die 90 %-Reduktionsdosis

zu erreichen.

Aus technischer Sicht wäre

es möglich, einen Raum, z.B.

durch UVC-Strahlungsquellen

an der Decke, innerhalb von

Sekunden praktisch virusfrei

zu bekommen. Leider ist das

trotzdem nicht sinnvoll, weil die

Strahlung nicht nur die unerwünschten

Krankheitserreger

schädigen würde, sondern auch

menschliche Zellen. Tatsächlich

gibt es Ansätze, bei denen

gezielt nur die oberen Bereiche

von Räumen mit UVC-Licht bestrahlt

werden, in der Hoffnung,

dass die Luft im Raum zirkuliert

und immer wieder Erreger in die

bestrahlten Bereiche transportiert,

wo sie dann inaktiviert

werden. Diese Technik ist aber

immer mit der Befürchtung verbunden,

dass es im Falle eines

Unfalls zu einer unbemerkten

Bestrahlung von Menschen mit

möglichen negativen Langzeitfolgen

kommen kann. Das begrenzt

die Anwendungen dieses

Ansatzes.

Anforderungen an ein

UVC-Luftdesinfektionssystem

Sicherer in der Anwendung sind

Luftdesinfektionssysteme, in

denen die UVC-Quelle in einem

abgeschlossenen Gehäuse

untergebracht ist, so dass keine

Strahlung nach außen dringt.

Die zu desinfizierende Luft

strömt aktiv durch das Luftdesinfektionssystem

(Abb. 2),

wenn möglich in unmittelbarer

Nähe zur Lampe, um möglichst

hohe Bestrahlungsstärken zu

erreichen. Diese hohen Bestrahlungsstärken

sind notwendig, da

die Luft schnell durch das UVC-

System strömen soll – in der

Regel in einer Zeitspanne unter

1 s – und dabei trotzdem einer

Bestrahlungsdosis von mehreren

mJ/cm 2 ausgesetzt sein.

Festgelegte Bestrahlungsdosen

oder Virus-Reduktionsanforderungen

pro Durchströmung

gibt es nicht und wären auch

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15


wissenschaft

5·21

Die Autoren

M. Eng.

Johannes Knaus

hat an der Technischen

Hochschule

Ulm ein

Masterstudium

der Medizintechnik

absolviert. Mit der vorgestellten

Arbeit zur Reduktion von

Corona-ähnlichen Viren mittels

UVC-Luftdesinfektionssysteme

wurde er sowohl mit dem

Förderpreis von Pro! Technische

Hochschule Ulm als auch mit

dem Förderpreis des Vereins

Deutscher Ingenieure (VDI) ausgezeichnet.

Zuvor wurde bereits

seine Bachelorarbeit zum Thema

Prävention von nosokomialen

Pneumonien mit dem WGKT-

Innovationspreis prämiert.

Dr. Petra Vatter

hat in Tübingen

und Ulm

Biochemie

studiert und

promoviert

und war anschließend

über zehn Jahre als

wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Institut für Pharmakologie

und Toxikologie der Universität

Ulm tätig. Seit 2016 arbeitet

sie an der Technischen Hochschule

Ulm an verschiedenen

Forschungs- und Entwicklungsprojekten

zur Anwendung neuer

Desinfektionsansätze. Außerdem

ist sie Lehrbeauftragte für

Grundlagen der Molekularbiologie

im Studiengang Medizintechnik.

Prof. Dr. Martin

Hessling

hat Physik und

Medizintechnik

studiert und ist

seit über 15

Jahren Leiter

des Biotechnologielabors des

Instituts für Medizintechnik und

Mechatronik der Technischen

Hochschule Ulm. Seit über zehn

Jahren beschäftigt er sich in

anwendungsnahen Forschungsprojekten

mit Strahlungsdesinfektion

im Spektralbereich 200-

280 nm (Far-UVC bis zu blauem

Licht). Das Ergebnis sind bisher

ca. 100 Veröffentlichungen zu

verschiedenen Anwendungen von

Licht mit Strahlungsdesinfektion

als großem Schwerpunkt.

nur begrenzt sinnvoll, da in

der Anwendung u.a. noch das

Raumvolumen und die Raumluftzirkulation

eine Rolle spielen.

Wenn man sich als Beispiel ein

UVC-Luftdesinfektionssystem

vorstellt, das bei einer einmaligen

Durchströmung nur 70 %

der Erreger reduziert, aber dies

in einem Raum, der so klein ist,

dass die Luft im Mittel alle

5 min einmal durch das System

strömt, sind bei einer vereinfachten

Betrachtung nach

10 min mehr als 90 % und

nach 30 min mehr als 99,9 %

der Mikroorganismen oder Viren

inaktiviert. Umgekehrt kann ein

Luftdesinfektionssystem, das

bei einer Durchströmung sogar

99 % Reduktionsleistung zeigt,

effektiv zu höheren Keimkonzentrationen

in der Luft führen,

wenn der Raum so groß ist,

dass die Luft weniger als einmal

pro Stunde desinfiziert wird.

Bei der Auslegung eines Desinfektionssystems

spielen daher

das Luftvolumen im Raum

eine Rolle, die Strömungsgeschwindigkeit

durch das

Desinfektionssystem und die

Desinfektionsleistung des UVC-

Systems. Das Raumvolumen ist

in einer konkreten Anwendung

in der Regel bekannt und mit

sogenannten CFD-Programmen

(Computer Fluid Dynamics)

lassen sich Luftströmungen im

Raum simulieren und damit optimale

Aufstellorte für Luftdesinfektionssysteme

ermitteln.

Schwieriger ist die Frage nach

der tatsächlichen Desinfektionsleitung

oder effektiven Bestrahlungsdosis

des UVC-Systems

bei einmaliger Durchströmung.

Die Bestrahlungsstärke im Luftdesinfektionssystem

hängt von

der Entfernung zur UVC-Quelle

und der Fluiddynamik ab. Es

kann passieren, dass Teilströme

deutlich kürzer und mit

geringerer Intensität bestrahlt

werden, als das im Mittel der

Fall ist.

Die Mittelwerte eignen sich immerhin,

um einen Anhaltspunkt

für die erreichbare Desinfektionsleistung

zu erhalten, aber

für verlässlichere Aussagen sind

mikrobiologische Tests notwendig

– und bei diesen Tests

sind verschiedene Aspekte zu

beachten. Die bedeutenden Erreger,

die es zu reduzieren gilt,

sind pathogen und daher dürfen

solche Tests nur in geeigneten

Laboren durchgeführt werden.

Die Anforderungen an Labore,

die mit SARS-CoV-2 arbeiten,

sind sogar besonders hoch:

Arbeiten mit diesen Viren sind

nur in Laboratorien der Sicherheitsstufe

3 zulässig, da es in

der Vergangenheit beim ersten

SARS-Coronavirus zu Laborunfällen

gekommen ist. Die

Gefahr eines solchen Unfalls

steigt, wenn solche Viren oder

andere pathogene Krankheitserreger

nicht nur in begrenzten

Flüssigkeitsvolumen aufbewahrt,

sondern sogar gezielt

für Versuche in der Luft verteilt

werden. Daher ist es praktisch

kaum möglich, alle UVC-Luftdesinfektionssystemen,

die seit

der Corona-Pandemie auf den

Markt gekommen sind oder sich

aktuell noch in der Entwicklung

befinden, mit hochinfektiösen

Coronaviren oder anderen

relevanten Krankheitserregern

in der Luft zu testen.

Teststand für UVC-

Luftdesinfektionssysteme

und Test mit Surrogaten

Eine Abhilfe können hier Tests

mit sogenannten Surrogaten

bringen. Dabei handelt es sich

um biologisch oder strukturell

verwandte Mikroorganismen

oder Viren, die nicht oder zumindest

weniger pathogen sind

und von denen bekannt ist oder

angenommen werden darf, dass

Abb. 3: Schematische Darstellung des entwickelten Teststands für UVC-

Luftdesinfektionssysteme. Nach Verneblung der Mikroorganismen gelangen

diese über eine Aerosolkammer in das UVC-Luftdesinfektionssystem. Durch

Probenahme vor und nach der UVC-Bestrahlung kann auf die Effizienz des

UVC-Luftdesinfektionssystems geschlossen werden. Eine weitere zusätzliche

physikalische Filterung sorgt für Sicherheit im Labor.

sie sich ähnlich verhalten wie

die gefährlicheren Erreger.

Zum Test der Wirkung eines

kommerziellen UVC-Luftdesinfektionssystems

mit einer

16 www.hygiene-report-magazin.de


november

wissenschaft

Abb. 4: 3D-Darstellung des entwickelten UVC-

Luftdesinfektionsteststands.

60-W-Quecksilberdampflampe

haben wir das Bakterium

Staphylococcus carnosus und

das Virus Phi6 verwendet. S.

carnosus wird hier als Surrogat

für den Methicillin-resistenten

Staphylococcus aureus (MRSA)

eingesetzt, der im Krankenhausbereich

problematisch ist.

Phi6 ist wie SARS-CoV-2 ein

behülltes RNA-Virus, aber mit

dem Unterschied, dass Phi6

nur Bakterien infiziert und damit

für den Menschen unbedenklich

ist.

Diese beiden Surrogate werden

in einem Desinfektionsteststand

(Abb. 3) getrennt voneinander

vernebelt und durchströmen

das zu testende UVC-Luftdesinfektionssystem.

Direkt vor

und hinter dem Desinfektionssystem

sind Halterungen für

Petrischalen, welche mit einer

neutralen Salzlösung befüllt

sind, angebracht. Ein Teil der

Mikroorganismen im Desinfektionsteststand

gelangt durch den

mittels Vernebler erzeugten Volumenstrom

auf die eingelegten

Petrischalen und setzt sich in

den Salzlösungen ab. Durch die

anschließende mikrobiologische

Analytik kann eine

quantitative Auswertung

vor und nach

der UVC-Bestrahlung

erfolgen.

Für das Bakterium

S. carnosus erfolgt

die Auswertung,

indem ein definiertes

Volumen der bakterienhaltigen

Salzlösung

auf geeigneten

Nähragarplatten ausplattiert

wird. Bakterien,

die die UVC-

Strahlung überlebt

haben, vermehren

sich und bilden nach

24 h kleine, zählbare

Kolonien. In Abb. 5

sind mit Bakterien

vor und hinter der

Bestrahlungseinheit

bewachsene Agarplatten dargestellt

und die Reduktion der

Kolonien ist deutlich erkennbar.

Die Bestimmung der Virus-Konzentrationen

erfolgt ähnlich, benötigt

aber zusätzliche Schritte,

da die Viren für ihre Vermehrung

Wirtzellen benötigen. Phi6

vermehrt sich mit Hilfe eines

Pseudomonaden-Stamms. Befallene

Pseudomonaden lösen

sich auf. Damit können die Viren

über Löcher („Plaques“) in

einem Bakterienrasen sichtbar

gemacht (Abb. 6) und ebenfalls

gezählt werden.

Die quantitative Auswertung der

Versuche zeigt, dass S. carnosus

bei einer einmaligen Durchströmung

durch das getestete

UVC-Luftdesinfektionssystem

um 99,74 % reduziert wird, und

es kann angenommen werden,

dass die Wirkung auf den

gefürchteten Methicillin-resistenten

Staphylococcus aureus

ähnlich ist.

Das Virus Phi6, das hier als

Coronavirus-Surrogat verwendet

wird, wird beim einmaligen

Durchlauf um 85,10 % reduziert.

Coronaviren und Phi6 sind

ähnlich aufgebaute behüllte

RNA-Viren, aber mikrobiologisch

oder genetisch nicht

miteinander verwandt. Eine

Abschätzung der Bestrahlungsdosis

aus mittlerer Bestrahlungsstärke

und Bestrahlungsdauer

führt dazu, dass Phi6

mit ca. 4,4 mJ/cm 2 bestrahlt

wurde. Daraus ergibt sich, dass

eine Dosis von 5,7 mJ/cm 2 für

eine 90%-Reduktion notwendig

gewesen wäre. Dieser Wert liegt

deutlich über den zuletzt publizierten

Daten für Coronaviren,

daher wäre die Desinfektionsleistung

des getesteten Systems

für Coronaviren vermutlich

deutlich besser.

Dieses vorgestellte Beispiel

zeigt, dass UVC-Strahlung sehr

wirksam gegen Bakterien und

Viren ist und dass schon eine

einmalige Durchströmung eines

kommerziellen UVC-Luftdesinfektionssystems

den größten Teil

der Erreger inaktivieren kann.

Der tatsächliche Wirkungsnachweis

ist schwierig, aber mit

Hilfe von Surrogaten, die eine

vergleichbare oder geringere

UVC-Empfindlichkeit aufweisen

als die relevanten Pathogene,

kann die Desinfektionsleistung

eines UVC-Luftdesinfektionssystems

anwendungsnah ermittelt

werden.

Abb. 5: links: typische Agarplatte mit Kolonien von S. carnosus vor dem Luftdesinfektionssystem;

rechts: Agarplatte mit Kolonien von S. carnosus hinter

dem Luftdesinfektionssystem; die Reduktion der Staphylokokken ist deutlich

zu erkennen.

Abb. 6: links: durch Phi6 verursachte Plaques in einem Bakterienrasen aus

einer Probe vor Bestrahlung mit dem UVC-Luftdesinfektionssystem; rechts:

durch Phi6 verursachte Plaques in einem Bakterienrasen aus einer Probe

nach Bestrahlung mit dem UVC-Luftdesinfektionssystem; die Reduktion der

Viren ist deutlich zu erkennen.

Quelle: TH Ulm

Literaturnachweis und

Referenzen auf Anfrage!

Kontaktadresse der Autoren:

Prof. Dr. Martin Hessling

Technische Hochschule Ulm

Institut für Medizintechnik

und Mechatronik

Albert-Einstein-Allee 55

D-89081 Ulm

E-Mail: Martin.Hessling@thu.de

17


hygienic design

5·21

Gesamtkonzept für höchste Produktsicherheit

Lödige: Hygienic Design in der Mischtechnik reicht von Konstruktion bis Mitarbeiter

Prozesstechnische Maschinen und Anlagenteile in der Lebensmittelherstellung oder in der pharmazeutischen Produktion

wie die von Lödige Process Technology (Paderborn) müssen bekanntermaßen höchste hygienische Standards erfüllen. Doch

wie lassen sich diese in der Praxis umsetzen? Anders gesagt: Welche potenziellen Risiken bestehen und wie lassen sich

diese systematisch vermeiden? Antworten liefert der im folgenden Fachbeitrag beschriebene umfassende Ansatz eines

hygienischen Designs (Hygienic Design) für Mischer in diesen hoch sensibel produzierenden Industriezweigen, der konstruktive

Details ebenso berücksichtigt wie die Produktionsperipherie und das Mitarbeiterverhalten.

Beispiel Mischer: Garant

für Lebensmittelqualität

Was hygienisches Design in der

Praxis konkret bedeutet, zeigt

das Beispiel Mischen: Es ist

eines der elementaren Verfahren

in der Prozess industrie.

Mischer bürgen für Qualität von

Lebensmitteln ebenso wie für

immer gleiche Dosierung von

Inhaltsstoffen oder pharmazeutisch

wirksamen Komponenten.

Ein wichtiger Aspekt des hygienischen

Designs ist deshalb

die reinigungsgerechte

Gestaltung des Mischers

inklusive aller produktberührten

Bauteile. Denn nur

wenn eine Reinigung wirklich

rückstandsfrei erfolgen

kann, lassen sich Verunreinigungen

durch Mikroben

und unerwünschte Partikel

im Endprodukt sowie Kreuzkontaminationen

bei Produktwechseln

zuverlässig

ausschließen. Nicht zuletzt

wird dadurch in der Lebens-

oder Arzneimittelherstellung

die Haltbarkeit von

verderblichen Produkten

entscheidend erhöht.

Je nachdem, welche Stoffe

verarbeitet werden, kann aber

auch der Schutz von Personal

und Umwelt eine Rolle spielen.

Besonders in der Produktion

pharmazeutischer Wirkstoffe,

aber auch in Branchen wie der

chemischen Industrie müssen

Mitarbeiter z.B. vor dem Kontakt

mit Zwischen- und Endprodukten

geschützt werden, die

bei falscher Anwendung oder zu

hoher Dosis gesundheitsschädlich

wirken können.

Konkrete Vorgaben

für hygienisches Design

In jedem Fall haben zwei Faktoren

entscheidenden Einfluss

auf die Eignung für Produktionsverfahren

mit hohen Anforderungen

an die Hygiene: die

Wahl geeigneter Werkstoffe und

die geometrische Gestaltung

der Betriebsmittel. Erfahrene

Anbieter von Mischern und

anderem Produktionsequipment,

die wie Lödige über das

nötige verfahrenstechnische

Know-how und Fachwissen zu

hygienischem Design verfügen,

entwickeln ihre Maschinen und

Anlagen nach klaren Kriterien.

Hierzu zählen beispielsweise die

folgenden Punkte:

• Eingesetztes Material

• Materialpaarungen

• Geometrie

• Verbindungstechnik

• Konstruktive Details

• Eingesetzte Komponenten

• Fertigungstechnik

• Oberflächen/Beschichtungen

Zwei Faktoren haben entscheidenden Einfluss auf die Eignung für Produktionsverfahren

mit hohen Anforderungen an die Hygiene: die Wahl geeigneter Werkstoffe

und die geometrische Gestaltung der Betriebsmittel.

Quelle: Lödige

All diese Aspekte werden

hinsichtlich ihrer Eignung für

den Einsatz in hygienischen

Produktionsumgebungen untersucht

– z.B. Schweißnähte.

Im Mischraum müssen sie in

möglichst hoher Oberflächengüte

ausgeführt werden, um zu

verhindern, dass sich während

des Mischens Stoffe ansammeln

könnten. Gleiches gilt für

die Ausführungen von inneren

Winkeln und Ecken: Horizontale

Flächen und rechte Winkel

können zur Ansammlung von

Produktresten führen – und somit

zu potenzieller Verkeimung.

Auch Anlagenkomponenten wie

die Abdichtungen von Türen

und Klappen, Kabelkanäle,

Durchführungen und Rohrverbindungstypen

sind in totraumarmen,

hygienegerechten

Ausführungen verfügbar.

Ein weiteres Kriterium, das

Know-how erfordert, ist die

Reinigbarkeit. Ob Washing-in-

Place, Cleaning-in-Place oder

Sterilization-in-Place: Nur wenn

alle Stellen in der Anlage ungehindert

von Reinigungs- und

Desinfektionsmitteln erreicht

und benetzt werden können, ist

die hygienegerechte Ausführung

gewährleistet.

Produktionsperipherie

und Mitarbeiterverhalten

Hygienisches Design betrifft

nicht nur die primären Prozessbereiche

wie den Mischraum.

Auch die nähere Umgebung

des verfahrenstechnischen

Equipments muss auf Totraumfreiheit

und gute Reinigbarkeit

hin ausgerichtet sein. Neben

der Beachtung der eingangs

erwähnten Aspekte – wie

die Gestaltung von Winkeln,

18 www.hygiene-report-magazin.de


november

hygienic design

Schweißnähten, Oberflächen

– stellt etwa die Schwarz-Weiß-

Trennung einen wichtigen

Faktor dar: Durch sie kann die

Verschleppung von Kontaminationen

verhindert werden.

Technisch bedeutet das z.B.,

den Motor zum Antrieb eines

Mischers oder einer anderen

verfahrenstechnischen Maschine

räumlich von der Maschine

selbst zu trennen. Auf Mitarbeiter

angewendet, bedeutet das

Schwarz-Weiß-Prinzip, dass ein

Eintrag von Krankheitserregern

in die Produktion vermieden

wird, indem Umkleideräume mit

Dekontaminationseinrichtungen

ausgestattet sind.

Auch die äußeren und peripheren

Oberflächen von Maschinen

und Anlagen müssen

hinsichtlich des hygienischen

Designs betrachtet werden.

So sollten Materialien, die sich

leicht statisch aufladen, vermieden

werden, um der Anhaftung

von Staub und Produktrückständen

entgegenzuwirken.

Ebenfalls entscheidend für

mögliche Ablagerungen ist die

Oberflächenrauheit. Gemäß

EHEDG-Empfehlungen sollte

diese geringer als 0,8 µm sein.

Dies gewährleistet, dass auch

Mikroorganismen, die trotz

Kontakt mit Desinfektionsmitteln

nicht vollständig abgetötet

wurden, bei der Reinigung

zuverlässig von der Oberfläche

abgewaschen werden.

Neben dem Einhalten von

Abläufen wie der Dekontamination

vor dem Arbeitsbeginn

unterstützen Mitarbeiter die

hygienegerechte Produktion

durch konformes Verhalten.

Hier gehört etwa eine Benutzerverwaltung,

mit deren Hilfe

alle Benutzertätigkeiten (wie das

Einloggen oder die Änderung

von Produktionseinstellungen)

jederzeit personenbezogen

nachvollzogen werden können.

Institute und Normen

bürgen für Sicherheit

Für die Eignung bürgen Richtlinien

unabhängiger Institute, die

klare Empfehlungen, Konzeptions-

und Designvorgaben enthalten.

Zu diesen zählen z.B.:

• FDA (U.S. Food and Drug

Administration)

• EHEDG (European Hygienic

Engineering and Design Group)

• ISPE (International Society for

Pharmaceutical Engineering)

• ISO (International Organization

for Standardization)

• DIN (Deutsches Institut für

Normung)

• GMP (Good Manufacturing

Practice)

• 3A Sanitary Standards

• HACCP (Hazard Analysis and

Critical Control Points)

Einige Organisationen wie ISO

oder DIN arbeiten branchenübergreifend.

Andere hingegen

fokussieren sich speziell auf

bestimmte

Branchen.

Institute

wie 3A oder

EHEDG

vergeben

Zertifikate

an Maschinen-

und

Anlagenbauer,

mit

denen diese

die Eignung

ihres Equipments

für

den Einsatz

in hygienischen Produktionsanlagen

nachweisen können.

Dabei gelten teilweise unterschiedliche

Anforderungen. So

benötigt z.B. eine 3A-Zertifizierung

nur eine theoretische

Überprüfung der Designanforderungen,

während für ein

Ob Washing-in-Place, Cleaning-in-Place oder Sterilization-in-Place: Nur wenn alle Stellen der Anlage

von Reinigungs-/Desinfektionsmitteln benetzt werden, ist hygienegerechte Ausführung gewährleistet.

Eine „Schwarz-Weiß-Trennung“ (z.B.

von Motor und Mischer) kann schädliche

Kontaminationen verhindern.

EHEDG-Zertifikat das Design

nicht nur theoretisch, sondern

auch in Form praktischer, standardisierter

Hygie netests überprüft

wird. Beide Organisationen

verfolgen jedoch das gleiche

Ziel: die Sicherstellung einer

hygienegerechten Produktion.

Außer solchen Unterschieden

hinsichtlich der spezifischen

Anforderungen für Zertifizierungen

sind bestimmte Organisationen

v.a. für bestimmte Regionen

zuständig: z.B. die FDA,

deren Zertifikate v.a. für Produktionsanlagen

in Nordame rika

Bedeutung haben, während

DIN-Normen für die Produktion

in Deutschland gelten.

Qualität & Know-how für

sichere/konforme Produkte

Die Einhaltung der Richtlinien

für hygienisches Design stellt

nicht nur die Konformität mit

Gesetzen und Normen sicher,

sondern gibt Herstellern auch

Sicherheit: Die Produktion

verläuft stets sicher und sauber.

Das Produkt verlässt die

Betriebsstätte einwandfrei und

ohne Kontaminationen. Mitarbeiter

und Umwelt werden vor

möglichen Gefahren geschützt.

Spezialisierte Anbieter wie

Lödige stellen Produzenten aus

hygienekritischen Branchen

nicht nur die erforderliche

Misch- und Verfahrenspräzision

für ein optimales Prozessdesign

zur Verfügung, sondern unterstützen

mit jahrzehntelanger

Praxiserfahrung auch bei der

Umsetzung umfassender Reinigungssysteme.

Die Einhaltung

aller aktuellen internationalen

Vorschriften für hygienisches

Design bei Entwicklung und

Bau der Maschinen gibt z.B.

Unternehmen der Lebensmittelund

Getränkeindustrie Sicherheit

nebst umfassender Betreuung

auch nach Inbetriebnahme.

Ob kontinuierlicher Betrieb oder

Chargenproduktion, Mischen

oder Granulieren, horizontal

oder vertikal: Vom Labormaßstab

bis zur Produktionsgröße

gewährleisten solche Lösungen

höchste Mischgüte bei kurzen

Mischzeiten, wartungsarme

Konzepte für lange Standzeiten

und höchste Verfügbarkeit.

Gebr. Lödige

Maschinenbau GmbH

Elsener Straße 7-9

D-33102 Paderborn

www.loedige.de

19


interview

5·21

In der Lebensmittelbranche gilt:

„HACCP muss täglich gelebt werden“

Stefan Hammel (Harema) erklärt, warum Food Safety mit Nachhaltigkeit verknüpft wird

Das beste Regelwerk nützt nichts, wenn es nicht auch mit Leben gefüllt wird. Nach EU-Hygiene-Richtlinie sollen alle Lebensmittel

verarbeitenden und in Verkehr bringenden Betriebe gemäß HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points)

agieren. Das Instrumentarium an Maßnahmen – eng verzahnt mit dem Qualitätsmanagement – wird von vielen Betrieben

genutzt. Aber es muss auch jeden Tag neu gelebt werden und fest in Reinigungs- und Hygieneprozesse eingebunden sein.

Stefan Hammel, Geschäftsführer der Harema GmbH, einem Spezialisten für effiziente Reinigungssysteme und hygienische

Lösungen, berichtet aus der täglichen Praxis und erklärt, warum Hygiene immer mehr auch mit Nachhaltigkeit zu tun hat.

Redaktion Hygiene Report:

Manche Unternehmen fühlen

sich durch Auflagen zur „Food

Safety“ gegängelt und teils

überfordert. Sehen Sie auch

positive Tendenzen und Neuerungen,

die Mut machen?

Stefan Hammel: Verursacht

durch Covid-19 ist die Sensibilität

in Sachen Hygiene noch

einmal gestiegen. Händedesinfektion

findet nahezu überall

statt, selbst an Orten, wo man

es vor zwei Jahren nie vermutet

hätte. Dass die Sensibilität der

Verbraucher derart gestiegen

ist, unterstreicht eigentlich, dass

die derzeit existieren Anforderungen

und Auflagen angenommen

werden. Es zeigt, wie

wichtig Hygiene ist, vor allem

natürlich in der Lebensmittelbranche.

Hygiene Report: An perfekter

Hygiene führt in modernen

Betrieben der Lebensmittelbranche

ja kein Weg vorbei.

Wie und wann hat Harema

diesen speziellen Markt für sich

erschlossen?

Stefan Hammel: Wir bieten unseren

Kunden seit mehr als

50 Jahren für sämtliche

Bereiche moderner Gebäudereinigung

ein spezielles Produktportfolio,

das die Reinigung

Stefan Hammel

Geschäftsführer der Harema GmbH in Rodgau

ergonomischer, einfacher,

schneller und somit auch

wirtschaftlicher macht. Im Jahr

2000 haben wir damit begonnen,

auch Betriebe der Lebensmittelindustrie

mit speziellen

Produkten, Reinigungswagen

und Wischsystemen auszustatten.

Hygiene Report: Wie breit sind

Sie heute aufgestellt, was umfasst

Ihr Produktportfolio und

welche Branchen setzen Ihre

Produkte ein?

Stefan Hammel: Wir richten

unseren Fokus auf effiziente

Systeme, mit denen saubere

und hygienisch einwandfreie Lösungen

zu erzielen sind. Unser

Angebot richtet sich sowohl an

externe Dienstleister, wie Glasund

Gebäudereiniger, die diese

Produkte auch

in der Lebensmittelindustrie

einsetzen, als

auch an Großbetriebe

in

der Branche.

Das heißt, wir

sprechen die

Lebensmittelindustrie

auch

direkt an.

Denn viele decken

die Reinigung

oder

zumindest

bestimmte

Arbeiten in Eigenregie

oder

mit eigenen Mitarbeitern ab.

Das Produktportfolio für dieses

Kundensegment umfasst neben

den ursprünglichen Reinigungswagen

und Wischsystemen

sämtliche Arten an HACCPgeeigneten

Besen, Bürsten

und weiteren Hilfsmaterialien.

Außerdem bieten wir spezielle

Reinigungs- und Hygienemittel

für Großküchen und lebensmittelverarbeitende

Betriebe.

Hygiene Report: Was sind heute

– nach Ihrer Erfahrung – die

größten Probleme im Hygienemanagement

in Betrieben der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie?

Stefan Hammel: Das ist ganz

klar, die HACCP-Anforderungen

extern wie intern täglich zu leben.

HACCP ist eine Richtlinie,

kein Gesetz. So definiert jedes

Unternehmen und jeder Mitarbeiter

letztlich sein eigenes, persönliches

Qualitätsmanagement.

HACCP muss unternehmensintern

in ein Qualitätssicherungssystem

eingebunden sein. Oder

ganz einfach gesagt: Es reicht

nicht, eine HACCP-zugelassene

Bürste einzusetzen. Sie muss

auch mal gereinigt werden.

Hier liegt die Verantwortung bei

den Unternehmen und deren

Mitarbeitern.

Hygiene Report: Welche Tipps

würden Sie aus Ihrer Sicht

geben, um diese Probleme im

Arbeitsalltag zu lösen?

Stefan Hammel: Neben dem

passend zum HACCP-Konzept

ausgewählten Equipment

muss es für alle Bereiche feste

Strukturen und vor allem die

notwendige Zeit geben, um

entsprechend zu handeln.

Unternehmen müssen ihren

Mitarbeitern feste Zeitfenster

für die Umsetzung und die Do-

20 www.hygiene-report-magazin.de


november

interview

Hygiene, verknüpft mit einem Plus an Nachhaltigkeit: Die Tubeless-Handtuchpapierrollen

enthalten durch den Verzicht auf die Papphülsen 94 % mehr Papier.

kumentation einräumen. Darin

liegt meines Erachtens immer

wieder das größte Problem. Niemand

nimmt sich des Themas

nebenbei, in seiner Freizeit, an.

Hygiene Report: Lassen sich

hohe Vorgaben von Personalhygiene

bis Desinfektion überhaupt

100-prozentig realisieren

oder steht der „menschliche

Faktor“ dazwischen?

Stefan Hammel: Die Anforderungen

zu 100 Prozent umzusetzen,

ist mehr als ambitioniert.

Ganz klar steht der menschliche

Faktor dem im Wege. Menschen

machen Fehler. Das

exzellenteste HACCP-Konzept

nutzt nichts, wenn es nicht

auch so umgesetzt wird. Aber

nochmal: Gerade deshalb

braucht es in der täglichen

Praxis, in der Umsetzung der

Hygienemaßnahmen, Zeit.

Hygiene Report: Inwiefern

nehmen Sie auch gelegentlich

Rückmeldungen von den

Betrieben auf – und fließen

diese in die Entwicklung neuer

Produkte ein?

Stefan Hammel: Hier ist die Antwort

ganz klar ja. Wir versuchen

immer, möglichst nah dran zu

sein an unseren Kunden. Nur

so können wir deren Anfor-

derungen einschätzen und

beurteilen. Bedarfe und Trends

frühzeitig zu erkennen, ist ein

absolutes Muss und wichtig für

zukünftige Entwicklungen.

Hygiene Report: Könnten Sie

dazu ein Beispiel nennen?

Stefan Hammel: Ja, zum Beispiel

unser SC HACCP Oberflächenreiniger.

Kundenseitig

wurde an uns herangetragen,

einen Reiniger für Bäckereien

und Lebensmittel verarbeitende

Betriebe zu entwickeln, der im

einstufigen Reinigungsverfahren

einsetzbar ist. Es gibt zwar eine

Vielzahl an geeigneten Produkten

für diesen Reinigungseinsatz.

Aber fast alle müssen

laut Hersteller im sogenannten

zweistufigen Verfahren angewendet

werden. Zweistufig

heißt: Erstens Ansetzen der

Lösung im Eimer und Durchführung

der Reinigung mit entsprechender

Gebrauchslösung.

Zweitens Neutralisation der

gereinigten Fläche mit klarem

Wasser. Uns ist es gelungen,

eine Rezeptur zu erstellen, die

im einstufigen Verfahren eingesetzt

werden kann. Für diese

haben wir die Freigabe vom

SGS Institut Fresenius erhalten.

Hygiene Report: Welche Vorteile

hat dieses Produkt?

Stefan Hammel:

Das SC steht dabei

für Speed Cleaning.

Der Spezialreiniger

für den gesamten

Food-Bereich wird

einfach auf die abwaschbaren

Oberflächen

aufgesprüht.

Anschließend kann

mit einem sauberen

Reinigungstuch der

gelöste Schmutz abgewischt

werden. Das

mühsame Nachwischen

mit Wasser zur

Neutralisation entfällt.

Gerade bei eng

getakteten Arbeitsabläufen

in der Lebensmittelproduktion

oder in der Gastronomie

ist das ein großer Vorteil.

Zeitsparende Neuentwicklung: der SC HACCP

Oberflächenreiniger für das einstufige Reinigungsverfahren.

Fotos: Harema GmbH

Hygiene Report: Mit welchen

Neuheiten im hygienetechnischen

Bereich aus Ihrem

Hause können die Anwender

denn in naher Zukunft rechnen?

Stefan Hammel: Zukünftig werden

hygienische Anforderungen

verstärkt mit ökologischen

Anforderungen verknüpft werden.

Ein Beispiel dafür finden

wir in der Waschraumhygiene.

Nachfüllbare Spendersysteme,

ob mechanisch oder sensorbetrieben,

sind auf dem Vormarsch.

Hier werden höchste

hygienische Anforderungen

mit ressourcenschonender,

kosteneffizienter Technologie

verknüpft.

Zu nennen wären hier zum

Beispiel unsere Rollenhandtuch-

oder Toilettenpapiersysteme

der Tubeless-Linie.

Diese kommen ohne die sonst

üblichen Papphülsen aus. Ein

spezielles Verfahren ermöglicht

es uns, viel mehr Papier

pro Rolle unterzubringen. Das

bedeutet, bei gleichem Umfang

der Rolle haben wir mehr nutzbares

Papier. Außer, dass wir

dadurch weniger Müll produzieren,

Transport- und Lagerkosten

senken, wird auch der

Aufwand für Entsorgung und

Befüllung für das

Hygienepersonal

reduziert.

Hygiene Report:

Auf welche wichtigen

künftigen

Entwicklungen

bzw. gesetzlichen

Neuerungen

sollten sich die

Unternehmen im

Lebensmittelbereich

einstellen?

Stefan Hammel:

Aktuell sind wir

der Auffassung,

dass die Anforderungen

und Regelungen

mehr als

ausreichend sind.

Wichtig ist deren

Umsetzung. Dafür braucht es

Bewusstsein, Verständnis und

vor allem Zeit.

Harema GmbH

Maria-Goeppert-Mayer-Straße 2

D-63110 Rodgau

Tel.: +49 6106 8603-0

www.harema.de

21


Aktuelles

5·21

WWW.

Web-TIPP

www.bmel.de

Das Bundesministerium für

Ernährung und Landwirtschaft

(BMEL) hat auf seiner Webseite

unter den Reitern > Themen

und > Verbraucherschutz auch

eigene Rubriken zu „Lebensmittel-Hygiene“,

„Produktsicherheit“

und „Lebensmittelsicherheit“

eingerichtet. Dort finden

sich neben Verbrauchertipps

zum richtigen Arbeiten in der

Küche auch Wissen über rechtliche

Grundlagen für Unternehmen

und Direktvermarkter.

Detaillierte Informationen gibt

es z.B. zu Lebensmittelbetrug,

Lebensmittelkontrollen, „Novel

Food“, zu Rückständen und

gefährlichen Kontaminanten in

Lebensmitteln oder zum Risikomanagement

in Betrieben.

Neue EU-Grenzwerte für Cadmium und Blei in Kraft

In der Europäischen Union

gelten seit Ende August neue

Höchstwerte für die Schwermetalle

Cadmium und Blei in

vielen Lebensmitteln. Mit diesen

Maßnahmen soll im Rahmen

des europäischen Plans zur

Krebsbekämpfung die Aufnahme

krebserregender Schadstoffe

über die Nahrung weiter

verringert werden.

Laut Bundeszentrum für Ernährung

wurde im Jahr 2020 bei

2,7 Mio. Menschen in der EU

Krebs diagnostiziert, weitere

1,3 Mio. starben an der Krankheit.

Daher soll der Zugang zu

gesunden und sicheren Lebensmitteln

erleichtert werden.

Cadmium ist ein Schadstoff,

den Nichtraucher in erster Linie

über Lebensmittel aufnehmen.

Daher werden die Cadmium-

Grenzwerte u.a. für einige Obstund

Gemüsesorten, Getreide

und Ölsaaten gesenkt oder neu

festgelegt. Bei Reis sind z.B.

nur noch 0,15 statt 0,2 mg

Cadmium pro Kilogramm zugelassen.

Obst wie Banane und

Ananas dürfen höchstens 0,02

statt 0,05 mg/kg enthalten. Eine

dauerhaft hohe Aufnahme von

Cadmium kann nicht nur das

Krebsrisiko erhöhen, sondern

auch zu Nieren- und Knochenschädigungen

führen.

Auch Blei wird v.a. über die

Nahrung aufgenommen. Nach

neuen Erkenntnissen gibt es

keine Schwelle, unterhalb derer

gesundheitliche Schädigungen

für den Menschen sicher ausgeschlossen

werden können.

Daher sollte die ernährungs-

bedingte Exposition möglichst

gering gehalten werden.

Mit der neuen Verordnung

werden u.a. strengere und

zusätzliche Grenzwerte für Blei

in Säuglingsnahrung, Gewürzen

und Wildpilzen festgelegt. Fisch,

Meeresfrüchte und Nahrungsergänzungsmittel

enthalten

vergleichsweise hohe Mengen

an Blei. Aber auch Getreideprodukte

und Gemüse können

trotz relativ geringer Bleigehalte

zur Aufnahme beitragen, da sie

häufig verzehrt werden. Für die

meisten Salzsorten gilt nun ein

Höchstgehalt von 1,0 mg/kg.

Für Wein wird der Grenzwert

ab der Ernte im kommenden

Jahr von 0,15 auf 0,10 mg/kg

gesenkt.

www.bzfe.de

Neues Referenzlabor für Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen am BfR

Steckt echte Bourbon-Vanille in

der Eiscreme oder nur Ethylvanillin?

Welche und wie viele

Farbstoffe sind in Softdrinks

enthalten? Welche Süßungsmittel

süßen das alkoholfreie

Erfrischungsgetränk oder den

zuckerfreien Kuchen – ist

wirklich nur drin, was auf der

Verpackung steht? Für die

Beantwortung solcher Fragen

benötigen die Labore der

Lebensmittelüberwachung

geeignete Methoden. Das neu

am Bundesinstitut für Risikobewertung

(BfR) in Berlin eingerichtete

Nationale Referenzlabor

für Lebensmittelzusatzstoffe

und Aromen entwickelt dafür

Analysenverfahren und wirkt bei

deren Standardisierung mit.

Zudem wird geprüft, ob Aromen,

die den Geschmack eines

Lebensmittels bestimmen,

natürlichen oder synthetischen

Ursprungs sind. Aber auch die

Verwendung von nicht zugelassenen

Zusatzstoffen und

Aromen soll mit analytischen

Methoden nachgewiesen werden,

um nicht autorisierte Anwendungen

aufzudecken und

die Lebensmittelsicherheit zu

erhöhen.

Rund 320

Lebensmittelzusatzstoffe

dürfen

die Lebensmittelhersteller in

der EU zu technologischen Zwecken

einsetzen. Und mit etwa

2500 Aromastoffen dürfen sie

Lebensmitteln den gewünschten

Geschmack verleihen. Häufig

werden dabei gleichzeitig

verschiedene Stoffe zugesetzt.

Bisher gibt es aber nur wenige

standardisierte Analysenverfahren

für Lebensmittelzusatzstoffe

und Aromen. Die systematische

Überwachung ihres Einsatzes ist

in Deutschland und im gesamten

EU-Raum daher bisher nur

eingeschränkt möglich.

Die Bereitstellung validierter

und standardisierter Analysenverfahren

über ein nationales

Referenzlabor

ist ein wichtiger

Schritt für die

Etablierung

eines Monitorings

zur

Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen

und Aromen. Die

EU-Verordnungen schreiben ein

solches vor. Deutschland ist der

erste EU-Mitgliedstaat, der ein

Referenzlabor gemäß Kontrollverordnung

eingerichtet hat.

Entwicklung, Validierung und

Standardisierung von Nachweismethoden

sollen risikoorientiert

erfolgen. Ganz oben auf der Pri-

oritätenliste stehen Zusatzstoffe,

für die eine akzeptable tägliche

Aufnahmemenge festgesetzt ist.

Dazu gehören z.B. Konservierungsstoffe,

Farbstoffe, Süßstoffe

und Emulgatoren.

Das BfR wird für die neue

Aufgabe auf eigene Erfahrungen

zurückgreifen, etwa bei der

Analytik von Wein, Futterzusatzstoffen

und früheren Projekten

zur Prüfung der Echtheit von

Lebensmitteln. Aber auch auf

das bei nationalen und internationalen

Partnern vorhandene

Wissen. Die etablierten Analysenverfahren

sollen im Rahmen

der amtlichen Sammlung von

Untersuchungsverfahren oder

über Datenbanken nicht nur

Überwachungsbehörden, sondern

auch den Wirtschaftsbeteiligten

zur Verfügung stehen.

www.bfr.bund.de

22 www.hygiene-report-magazin.de


november

Aktuelles

Desinfektionsmittel kann ins Auge gehen!

IHO empfiehlt Hinweisschilder und Mitarbeiterschulungen

Seit Beginn der Corona-Pandemie

sind viele zusätzliche Spender für

Händedesinfektionsmittel an öffentlich

zugänglichen Orten platziert worden, um

jederzeit eine adäquate Händehygiene

zu ermöglichen. Diese Spender sind oft

in ca. 1 m Höhe positioniert und damit

auf Augenhöhe z.B. von Kindern oder

Rollstuhlfahrern. Der Industrieverband

Hygiene und Oberflächenschutz für die

Industrielle Anwendung

(IHO) weist

darauf hin, dass

bei der Nutzung

versehentlicher

Augenkontakt, verbunden

mit dem

Risiko von Augenschädigungen,

möglich ist. Durch

sofortiges Spülen

der Augen mit

sauberem Wasser,

kann dies häufig

vermieden werden.

Desinfektionsmittelspender stehen meist

in Geschäften und Shopping-Centern,

Restaurants und Sportanlagen, aber

natürlich auch in Industrie- und Produktionsbetrieben.

Verantwortliche für diese

Spender sollten sich Ihrer Sorgfalts-

Dieses Piktogramm warnt vor Augenkontakt

mit Desinfektionsmitteln. Quelle: IHO

pflicht gegenüber Anwendern bewusst

sein und vorbeugende Maßnahmen

treffen, erklärt der IHO. Dazu gehören:

u Anbringen von Hinweisschildern mit

Piktogramm und Sofortmaßnahmen

neben Desinfektionsmittelspendern

u Schulungen zur richtigen Platzierung

und Handhabung von Händedesinfektionsmittelspendern

durchführen

u Mitarbeiter sensibilisieren

u Möglichkeit zur

Spülung des Auges

mit fließendem Wasser

bereitstellen

Fallberichte unterstreichen

die

Wichtigkeit rascher

Behandlung nach

Augenkontakt mit

Händedesinfektionsmitteln.

Sollte

es dazu gekommen

sein, sind die Augen

bei geöffneter Lidspalte mehrere Minuten

mit fließendem Wasser zu spülen.

Anschließend sollte bei Bedarf ein Augenarzt

kontaktiert werden, rät der IHO.

www.iho.de

Leitfaden: Sicher umgehen mit Peressigsäure

Lassen

Sie sich

beraten.

Ihr textiles

Hygienekonzept

Schnell. Sicher. Im Leasing.

Peressigsäure (PES) ist ein hochwirksames

Desinfektionsmittel. Es kann

z.B. in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie,

in professionellen Wäschereien,

in der Krankenhaus- und

Veterinärhygiene sowie der professionellen

Tierhaltung oder zur Wasserund

Abwasseraufbereitung eingesetzt

werden. Für den sicheren Umgang

mit und den Transport von PES sind

wichtige Regeln zu beachten.

Um dies bei ihren Kunden zu gewährleisten,

haben die Mitgliedsfirmen

des Industrieverbandes Hygiene und

Oberflächenschutz (IHO) bereits 2013

einen Leitfaden veröffentlicht, der nun

aktualisiert und an den neusten technischen

Stand angepasst worden.

Zur besseren Lesbarkeit ist der Leitfaden

in drei Kapitel gegliedert:

• Hinweise zum siche ren Umgang mit

Peressigsäure

• Vorsicht beim Transportieren und

Lagern von Peressigsäure – besonders

in Großgebinden

• Selbstverpflichtung des IHO bei

Großgebinden für PES

Downloads als PDF: https://www.iho.

de/stellungnahmen/peressigsaeure/

Mietberufskleidung

Mietfußmatten

Waschraumhygiene

Mehr Informationen unter:

tel: +49 800 310 311 0 | www.dbl.de

23

23


Aktuelles

5·21

News kompakt

Antibiotikaalternative durch genetisch veränderte Bodenbakterien

Einem Forschungsteam der Universität Ulm ist es gelungen, mit

Hilfe gentechnisch veränderter Bodenbakterien (Corynebacterium

glutamicum) antimikrobielle Wirkstoffe in Reinform herzustellen.

Die so hergestellten Bacteriocine könnten als Antibiotika-Alternative

zur Bekämpfung bakterieller Krankheitserreger eingesetzt werden.

Und auch bei der Konservierung von Lebensmitteln könnten diese

antibakteriellen Peptide wertvolle Dienste leisten. Bisher werden

Bacteriocine ausschließlich mit natürlichen Bakterien in aufwändigen

Fermentationsprozessen hergestellt. So entstehen bestenfalls

halbgereinigte Präparate oder Rohfermente. Nun ist dem Ulmer

Team gelungen, das Bakterium Corynebacterium glutamicum

gentechnisch so zu verändern, dass es ein hochwirksames antimikrobielles

Peptid (Pediocin PA-1) in Reinform herstellt, welches besonders

gut gegen Listeria monocytogenes wirkt. Außerdem gelang

es dem Forschungsteam, die synthetische Bacteriocin-Produktion

vom Labormaßstab auf einen großtechnischen Pilotmaßstab für die

Industrieproduktion zu skalieren.

www.uni-ulm.de

Lebensmittelkontaktmaterial aus Papier setzt Chlorpropanole frei

Im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans (BÜp) 2020

wurde eine Vielzahl von Lebensmittelkontaktmaterialien aus Papier

auf die Freisetzung der Chlorpropanole 1,3-DCP und 3-MCPD

untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Thematik verstärkt

in der amtlichen Kontrolle berücksichtig werden sollte. Im Fokus

der Untersuchungen standen Lebensmittelkontaktmaterialien aus

Papier, die in Kontakt mit feuchten Lebensmitteln kommen. Hierzu

gehörten Backförmchen, Kaffee- sowie Teefilter, Servietten, Küchenrollen

und Trinkhalme. Die Chlorpropanole 3-MCPD und 1,3-

DCP können aus Epichlohydrin entstehen, das als Ausgangsstoff

für Nassverfestigungsmittel genutzt wird. Insgesamt untersuchten

die Behörden 256 Proben auf die Freisetzung der Chlorpropanole

3-MCPD und 1,3-DCP. Die Ergebnisse zeigen, dass 38 (14,8 %)

bzw. 17 (6,6 %) der 256 untersuchten Proben nicht den Anforderungen

der BfR-Empfehlung an die Freisetzung von 3-MCPD bzw.

1,3-DCP entsprachen. Besonders häufig wurden bei Trinkhalmen

die BfR-Empfehlungen nicht eingehalten. www.bvl.bund.de

Neuartiges Verfahren zum Nachweis hormonell aktiver Stoffe

Forschende der Universitäten Dresden und Leipzig haben ein

neues Verfahren zum Nachweis von hormonell aktiven Stoffen zum

Patent angemeldet. Das Verfahren weist hormonell aktive Verbindungen

mittels immobilisierter Sulfotransferasen und Mi kropartikel

nach und beinhaltet einen Kit für den Nachweis der Verbindungen

in Lebensmitteln, Kosmetika, Gewässerproben und vielem mehr.

Dazu wurde das Enzym des Östrogen-Stoffwechsels in einen

Biosensor implementiert, der als „Einfangsonde“ für östrogenartige

Verbindungen dient. In Abhängigkeit der Konzentration an östrogenartigen

Verbindungen in der Nachweislösung wird die Anbindung

von Mikropartikeln an einen Biochip verhindert und so auch

geringe Konzentrationen hormonell aktiver Stoffe schnell nachgewiesen.

Der Ansatz ermöglicht auch die Verwendung anderer

hormonmetabolisierender oder hormonbindender Proteine in einem

Multiplex-Assay. Dies könnte neue Wege eröffnen, um die gesamte

Komplexität der Bewertung der hormonell wirkenden Substanzen

ohne Tierversuche abzudecken.

www.tu-dresden.de

E-VITA – mit beschleunigten Elektronen zu gesundem Saatgut

Die Fraunhofer-Ausgründung E-VITA GmbH widmet sich der

chemiefreien, nachhaltigen Behandlung von Saatgut und Futtermitteln,

um es von Pilzen, Bakterien und Viren zu befreien. Das rein

physikalische Verfahren zur Desinfektion von Saatgut basiert auf

der keimabtötenden Wirkung von beschleunigten Elektronen. Erste

Entwicklungen zur Behandlung von Saatgut mit Elektronen starteten

in den 1980er Jahren und wurden vom Fraunhofer FEP mit

unabhängigen Instituten und Unternehmen zur industriellen Reife

geführt. Um das Verfahren auch für kleinere Mengen attraktiv zu

gestalten, war die Entwicklung ganz neuer Anlagentechnik mit zum

Teil neuartigen physikalischen Konzepten notwendig. Herzstück

dieser Anlagen ist eine vom Fraunhofer FEP entwickelte Elektronenringquelle.

E-VITA bietet interessierten Anwendern Anlagentechnik

zur Miete und zum Kauf an. Geringe Jahresmengen können direkt

vor Ort vom Kunden oder per Lohnauftrag auch durch E-VITA bearbeitet

werden.

www.fep.fraunhofer.de

Fälschungssichere Kennzeichnung belegt Echtheit von Produkten

Fälschungssicherer Produktschutz und resiliente Lieferketten sind

Ziele des Fraunhofer-Projekts SmartID. Die Fraunhofer-Institute

entwickeln dabei ein neuartiges Kennzeichnungssystem, mit dem

die Echtheit von Produkten per Smartphone und offline, also ohne

Zugriff auf eine Datenbank, erkannt werden kann. SmartID soll

in bestehende Track & Trace-Infrastrukturen eingebettet und mit

kommerziell verfügbaren Druckprozessen auf die Produkte bzw.

deren Verpackungen gedruckt werden. In SmartID wird jedes

Produkt eine einzigartige und fälschungssichere Kennzeichnung

erhalten. Das Fraunhofer IAP entwickelt für das Kennzeichnen

neuartige Materialien, welche per Smartphone detektierbar sind.

Die Fraunhofer-Institute SIT und FOKUS entwickeln eine spezielle

Software zum Auslesen und Verschlüsseln dieser Kennzeichnung

sowie eine App für Smartphones. SmartID ist so ausgerichtet, dass

sowohl QR-Codes als auch sogenannte Data Matrix-Codes und alle

weiteren ISO-normierte Barcodes verwendet werden können.

www.iap.fraunhofer.de

24 www.hygiene-report-magazin.de


november

Aktuelles

BVL: Wildpilze noch

immer strahlenbelastet

Eine Auswertung durch das

Bundesamt für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit

(BVL) zeigt, dass in den

Jahren 2015 bis 2021 70 von

74 überprüften Wildpilzproben

radioaktiv belastet sind. V.a. in

Süddeutschland treten immer

noch erhöhte Konzentrationen

von Radiocäsium (Cäsium-137)

als Folge der Atomreaktorkatastrophe

von Tschernobyl 1986

auf. Im Vergleich zu landwirtschaftlichen

Produkten sind

wildwachsende Pilze noch

höher kontaminiert – wegen

des sehr wirksamen Nährstoffkreislaufs

in Waldökosystemen.

In Deutschland ist es nicht

erlaubt, Lebensmittel wie Pilze

mit einem Cäsium-137-Gehalt

von mehr als 600 Bq/kg in den

Verkehr zu bringen, für den Eigenverzehr

gilt diese Beschränkung

nicht. Diesen Grenzwert

überschritt aber keine der

untersuchten Pilzproben.

www.bvl.bund.de

Ethylen in Sesam, E401 in Gelee

BVL-Bilanz 2020 zum Schnellwarnsystem RASFF

Über das Europäische Schnellwarnsystem

RASFF tauschen

sich die EU-Staaten zu potenziell

gesundheitsgefährdenden

Lebens-, Futtermitteln und

Lebensmittelkontaktmaterialien

aus. Laut einer Auswertung des

Bundesamts für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit

(BVL) wurden 2020 über

3800 Original- und mehr als

11.000 Folgemeldungen geteilt.

Der häufigste Warnungsgrund

waren Rückstände von Ethylenoxid

in Sesamsamen aus Indien.

Indien war das meist genannte

Herkunftsland, „Nüsse, Nussprodukte,

Samen“ die häufigst

gemeldete Produktkategorie,

Pflanzenschutzmittelrückstände

die häufigst genannte Gefahr.

Seit Jahren werden Gelee-Süßwaren,

sogenannte Jelly Cups,

die meist in Asien hergestellt

werden, in bunt bedruckten,

kindgerechten Verpackungen

auch in Europa zum Verkauf

angeboten. Diese enthalten

häufig Zusatzstoffe wie Natriumalginat

(E401), Carrageen

(E410), Johannisbrotkernmehl

(E410) oder Konjak (E425).

In der EU sind diese Stoffe für

Gelee-Süßwaren in Minibechern

verboten, da Konsistenz und

Darreichungsform Erstickungsrisiken

bergen. 2020 wurden

zwölf Schnellwarnmeldungen

erstellt und Rückrufe eingeleitet.

Im RASFF landen 2020 auch

acht Meldungen zu Salmonellen

in Hundekauartikeln. Besonders

brisant dabei: Die Gefahr für

die Tiere, durch Kauartikel an

einer tödlichen Salmonellose zu

erkranken, ist relativ gering – für

den Hundebesitzer aber birgt

der enge Kontakt beim Verfüttern

ein hohes Infektionsrisiko.

www.bvl.bund.de

Lebensmittelfarbe in

Spraydosen: Vorsicht!

Lebensmittelfarbe zum Sprühen

ist üblich z.B. zum Dekorieren

von Torten. Die Berufsgenossenschaft

Nahrungsmittel und

Gastgewerbe (BGN) warnt: Die

Spraydosen stehen mächtig

unter Druck – sie enthalten

bis zu 10 l Flüssiggas. Und da

bereits eine 2%-Mischung mit

Luft brennbar ist, reiche dies

bei ungünstigen Bedingungen

für 500 Liter explosionsfähiges

Gemisch. Die BGN rät

deshalb, beim Verwenden der

Spraydosen den Arbeitsplatz

gut zu belüften, Beschäftigte

zu unterweisen, Gebrauchsanweisungen

zu beachten, eine

Gefährdungsbeurteilung zu

erstellen und sie nicht in engen

Räumen, Nischen, Behältern

und Waschbecken, in der

Nähe offener Flammen oder

glühender Oberflächen und in

Richtung von Bodenabläufen

und Schächten zu verwenden.

www.bgn.de

BfR: Mehrheit meidet Zusatzstoffe

Entkeimungsvorrichtungen prüfen

Farb- und Konservierungsstoffe,

Emulgatoren, Süßungsmittel – in

Zutatenlisten von Süßwaren, Getränken

und anderen verarbeiteten

Lebensmitteln sind häufig

Zusatzstoffe enthalten. Eine

repräsentative Befragung des

Bundesinstituts für Risikobewertung

(BfR) zeigt: 55 Prozent

der Bevölkerung versuchen,

Zusatzstoffe beim Kauf von Lebensmitteln

zu vermeiden. V.a.

mögliche Unverträglichkeiten

sowie die Förderung von Krebs

und Übergewicht sind Risiken,

die von den Befragten mit Zusatzstoffen

verbunden werden.

Die Ergebnisse zeigen weiterhin,

dass die Bevölkerung ihr Wissen

über Lebensmittelzusatzstoffe

als gering einschätzt. Selbst

häufig eingesetzte Stoffe sind

vielen unbekannt. Jeweils über

40 Prozent der Befragten geben

an, den Geschmacksverstärker

Mononatriumglutamat und das

Süßungsmittel Aspartam nicht

zu kennen. Nicht allen ist auch

die Funktion einzelner Stoffe

bekannt: Zwar weiß die Mehrheit,

dass Carotin als Farbstoff

verwendet wird, bei Milchsäure

weiß aber nur etwa ein Viertel,

dass diese v.a. als Konservierungsstoff

genutzt wird.

Der Begriff Lebensmittelzusatzstoff

wird in der Verordnung

(EG) Nr. 1333/2008 definiert.

www.bfr.bund.de

VDMA-Hygiene-Merkblatt für Abfüllmaschinen

Das IVLV/VDMA-Merkblatt

„Hygienische Abfüllmaschinen

der Klasse V nach VDMA:

Prüfung von Packmittelentkeimungsvorrichtungen

auf deren Wirkungsgrad“

wurde überarbeitet. Es spezi

fi ziert Testkeime für die

Überprüfung von Entkeimungsvorrichtungen

dieser

Maschinenklasse und legt die

Vorgehensweise bei Durchführung

von Keimreduktionsbzw.

End-Punkt-Tests fest.

Dieses Merkblatt wurde 2002

unter dem Titel „Prüfung von

Aseptikanlagen mit Packmittelentkeimungsvorrichtungen

auf deren Wirkungsgrad“ im

VDMA-Arbeitskreis „Schnittstellenproblematik

bei Aseptikanlagen“

in Abstimmung

mit der Industrievereinigung

für Lebensmitteltechnologie

und Verpackung erarbeitet.

Die Fachverbandsschrift ist

in deutscher und englischer

Ausgabe verfügbar und kann

auf der VDMA-Website heruntergeladen

werden unter:

www.vdma.org/viewer/-/v2article/render/31699074

Hier gibt es auch eine Übersicht

aller Veröffentlichungen

zur keimarmen/aseptischen

Abfüllung mit Downloadlinks.

25


Aktuelles

5·21

Technologiezentrum „Proteine der Zukunft“ eröffnet

Quakenbrück: Bühler und DIL bieten Forschungs-/Test-/Produktionsanlagen

Der Schweizer Technologiekonzern

Bühler AG und das

Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik

(DIL) haben ihre

Partnerschaft weiter ausgebaut

und in Quakenbrück ein Technologiezentrum

„Proteine der

Zukunft“ zur Weiterentwicklung

von extrudierten Fleischersatzprodukten

eingeweiht. Es

bietet eine hochmoderne Forschungs-,

Test- und Produktionsinfrastruktur

für die Entwicklung

von Lebensmitteln, die

nachhaltige Proteine enthalten.

„Das Zentrum mit seinen fortschrittlichen

technologischen

Einrichtungen und Expertenteams

unterstützt unsere Kunden

in der Lebensmittelindustrie

sowie Start-ups, das Potenzial

neuer pflanzlicher Proteine

voll auszuschöpfen und neue

gesunde und umweltfreundliche

Lebensmittelprodukte für einen

wachsenden Markt zu entwickeln“,

sagt Johannes Wick,

CEO Grains & Food bei der

Bühler Group.

Kompletter Prozess begleitet

Das Technologiezentrum

„Proteine der Zukunft“ begleitet

Unternehmen während

des gesamten Prozesses vom

Prototyping neuer Produkte,

dem anschließenden Transfer in

den Produktionsmaßstab bis hin

zur Auftragsfertigung für erste

Marktphasen und umfassenden

Beratungsleistungen. In Kombination

mit den kompletten

Prozesslösungen von der Bohne

bis zum Burger von Bühler und

DIL können Ideen schneller in

komplette, auf Kundenbedürfnisse

zugeschnittene Anlagenlösungen

umgesetzt werden.

onstechnologie von Bühler. Der

Doppelschneckenextruder PolyTwin

BCTG und die Kühldüse

PolyCool bieten eine Produktionskapazität

von bis zu 1 t/

Stunde. Der Produktionszyklus

folgt den HACCP- und GMP-

Grundsätzen und -Richtlinien.

Zudem verfügt die Produktionseinheit

über hochmoderne,

nachgeschaltete Ausrüstung.

Die flexible Extrusionsanlage

eignet sich für eine breite

Das Technologiezentrum in Quakenbrück bietet eine hoch

moderne Forschungs-, Test- und Produktionsinfrastruktur

für die Entwicklung gesunder Lebensmittel, die aus nachhaltigen

Proteinen bestehen.

Foto: Bühler

Palette von Lebensmittelanwendungen,

wie etwa die Trockenund

Nasstexturierung von

Proteinen, die Verkapselung von

Wirkstoffen sowie die Kochextrusion

von Snackprodukten.

Das Mehrzweck-Schneidegerät

von Holac schneidet nass

texturierte Proteine in Streifen,

Würfel und Stücke. Ein kryogener

Trommelfroster von Air

Liquide sorgt für das schnelle

Einfrieren von nassen Texturen

in IQF-Qualität. Dabei bleiben

die Produkteigenschaften auf

höchstem Niveau gewahrt.

Weitere Lösungen für spezielle

Anwendungen sind verfügbar.

Abgerundet wird das breite

Angebot durch Labordienstleis-

Das Herzstück des Zentrums

ist die IFS-zertifizierte Extrusitungen

wie chemische, mikrobiologische

und physikalische

Analyse von Rohstoffen und

extrudierten Produkten. Dazu

gehört die Partikelgrößenverteilung,

Texturanalyse, thermische

und mikroskopische Analyse

auf diversen Längenskalen. Das

Zentrum bietet auch Beratungsdienste

für die Entwicklung und

das Prozessdesign von extrudierten

Lebensmitteln.

Das Technologiezentrum befindet

sich am

DIL auf dem

Food Science

and Technology

Campus

Artland in

Quakenbrück.

Hier

arbeiten über

250 Wissenschaftler

und

Technologen

sowie eine

wachsende

Zahl von

Spin-offs und

Start-up-

Unternehmen, die Lösungen zur

Verbesserung der Lebensmittelsicherheit

und -qualität entwickeln.

Technologieunternehmen

sind ebenfalls vertreten.

Die Proteinlücke schließen

Die Eröffnung wird von der

„Scale it up Innovation Challenge“

begleitet, die von Bühler,

Cargill und Givaudan ins Leben

gerufen wurde, um Innovationen

und neue Lösungen zur

Schließung der Proteinlücke zu

fördern. Start-ups können die

Infrastruktur des DIL und der

Partner nutzen, um ihre Produktinnovationen

zu skalieren.

www.buhlergroup.com

www.dil-ev.de

Virenrechner für gute

Raumluft aktualisiert

Seit Kurzem ist eine aktualisierte

Version des LuftHygienePro

Virenrechners verfügbar, die in

ihre Simulationen

die

Infektiosität

der hoch ansteckenden

Delta-Mutante des Corona-

Virus einbezieht. Betreiber und

Nutzer von Räumen erhalten

so noch genauere Hinweise

zur optimalen Belüftung ihrer

Räumlichkeiten. Die Nutzer

geben dazu lediglich wenige

Eckdaten ein, wie z.B. die

Raumgröße, die Art der Fenster,

das Lüftungsverhalten oder

die Anzahl der Personen im

Raum. Der LuftHygienePro

Virenrechner prognostiziert auf

Basis dieser Daten in Echtzeit

die Entwicklung der CO 2

- und

Aerosol-Konzentration in der

Raumluft in Abhängigkeit vom

Nutzerverhalten und kann so

Hinweise auf ein potentiell

erhöhtes Infektionsrisiko mit

dem Corona-Virus geben. Die

Ergebnisse werden in Form

einer CO 2

-Ampel und des

Raumklimakalkulators visualisiert.

Zudem ermöglicht der

Virenrechner, unterschiedliche

Maßnahmen zur Verbesserung

der Raumluftqualität in Echtzeit

miteinander zu vergleichen.

Der LuftHygienePro Virenrechner

ist Teil des Experten-Portals

LuftHygienePro.de, das mit

Infos und Tipps zum Thema

Raumlufthygiene und dem richtigen

Lüftungsverhalten während

Pandemien, etwa Corona

oder Influenza, versorgt. Das

Portal wurde im Herbst 2020 im

Rahmen der Corona-Pandemie

gegründet und agiert unabhängig

von Industrie-Interessen.

https://lufthygienepro.de/virenrechner/

26 www.hygiene-report-magazin.de


november

berufskleidung

Vorgeschriebenen Workwear-Wechsel im Hygienebereich einhalten

FAQs zum Thema Textilleasing – Oft als „Bonus“ für Fachkräfte – Dienstleister wie DBL unterstützen

Berufskleidung für das Team

im Lebensmittelunternehmen –

immer wieder eine Herausforderung.

Denn es muss nicht nur

die Anschaffung, sondern auch

fachgerechte Pflege, Reparatur

und Nachbeschaffung geregelt

werden. Der textile Mietdienstleister

DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing

GmbH (Zirndorf)

beantwortet die wichtigsten

Fragen, die immer wieder rund

um die Arbeitskleidung des

Teams gestellt werden.

1. Wie oft sollte Berufskleidung

gewechselt werden?

Generell und branchenübergreifend

gilt: Die Berufskleidung

des Teams sollte entsprechend

dem Einsatz und dem Verschmutzungsgrad

regelmäßig

gegen frisch gepflegte und aufbereitete

ausgetauscht werden.

Gibt es gesetzliche Vorgaben,

z.B. im Hygienebereich, sind

diese zwingend einzuhalten. Es

gelten also kundenindividuelle

Anforderungen bzw. anwendbare

Normen.

Bei den meisten Betrieben wird

die Wäsche im Mietservice im

wöchentlichen Turnus ausgewechselt.

In hygienesensiblen

Bereichen, wie z.B. der lebensmittelverarbeitenden

Industrie,

kann der Wechsel der Kleidung

täglich notwendig sein. Auch

hier werden für die Mitarbeiter

ausreichend frisch gepflegte

Kleidungsstücke bereitgestellt.

Individuelle Bedarfsanalysen

werden von den Kundenberatern

der Textildienstleistern

durchgeführt.

Das Prozedere: An vereinbarten

Tagen wird die gepflegte Berufsbekleidung

durch geschulte

Servicefahrer angeliefert bzw. in

die bestehenden Versorgungssysteme

einsortiert. Gleichzeitig

wird verschmutzte Kleidung

abgeholt. So hat das Team

immer saubere Berufskleidung

griffbereit. Beispiel: Bei einem

wöchentlichen Tauschturnus erhalten

Mitarbeiter eine dreifache

Ausstattung je Kleidungsstück.

Ein Teil wird getragen, ein Teil

wird gewaschen, ein weiteres

Teil liegt in Bereitstellung.

Mit CI-gerechter und sauber gepflegter Berufskleidung

gelingt der professionelle Auftritt. Leasinganbieter unterstützen

Unternehmen mit Full-Service. Quelle: DBL

2. Wer zahlt für die

Berufskleidung?

Die Kosten für gesetzlich vorgeschriebene

Schutzkleidung

(Persönliche Schutzausrüstung

= PSA) – z.B. Schweißerschutz

oder HACCP-konforme Hygienekleidung

– hat nach dem

Arbeitsschutzgesetz allein der

Arbeitgeber zu tragen. Er muss

auch ihre Pflege und Wartung

bezahlen.

Ist Schutzkleidung nicht gesetzlich

vorgeschrieben, sondern

wird freiwillig Arbeitskleidung

vom Arbeitnehmer getragen, um

sich mit Workwear eventuell vor

Schmutz zu schützen, müssen

Arbeitnehmer ihre Kleidung

selbst zahlen.

Legen Arbeitgeber im Sinne

der firmeneigenen Corporate

Identity Wert auf einheitliche Arbeitskleidung

– bzw. schreiben

hier arbeitsvertragliche Klauseln

oder betriebliche Regelungen

das Tragen einheitlicher Berufskleidung

vor – hängt die

komplette Übernahme

oder eine

Beteiligung des

Arbeitnehmers

an den Kos ten

immer von der

Art der dazu

bestehenden

Regelungen ab.

Aktuell gilt auch:

In Zeiten von

Fachkräftemangel

ist es für

viele Betriebe,

Unternehmen

und Institutionen

ein Zeichen von

Wertschätzung,

den Mitarbeitern

professionelle,

hochwertige und

auch frisch gepflegte Berufskleidung

ohne Kostenbeteiligung

zur Verfügung zu stellen.

3. Wer zahlt für die Berufskleidung

in der Ausbildung?

Dies ist ähnlich wie bei ausgebildeten

Arbeitnehmern geregelt.

Muss der Azubi gesetzlich

vorgeschriebene Schutzkleidung

(PSA) oder Kleidungsstücke aus

Hygienegründen tragen, ist der

Arbeitgeber in der Pflicht und

zahlt die Kleidung vollumfänglich

für seinen Auszubildenden.

Normale Berufskleidung zahlt

auch der Azubi selbst. Insoweit

gilt das oben gesagte sinnge-

mäß auch für Azubis, wobei

hier die Übernahme der Kosten

durch den Arbeitgeber die

Regel ist. Viele Betriebe bieten

heute einiges, um qualifizierten

Nachwuchs für sich zu gewinnen.

Dazu gehört auch die

Bereitstellung qualitativ hochwertiger

Berufskleidung bzw.

moderner Workwear.

4. Wo gibt es

Berufskleidung?

Technischer Handel, Online-

Anbieter, Mietdienstleister

– hochwertige Berufskleidung

vom Basis- bis zum Premiumsegment

ist vielfältig am Markt

erhältlich. Bei der Anschaffung

von Berufskleidung haben die

Betriebe, wenn sie die Kleidung

für ihre Mitarbeiter bereitstellen,

vor allem die Wahl zwischen

Kauf und Leasing.

Vorteile des Leasings

Hier werden neben der Anschaffung

vor allem das

einheitliche Erscheinungsbild

des gesamten Teams (Corporate

Fashion) und die Hygienestandards

sichergestellt. Die

fachgerechte Pflege wird vom

Mietdienstleister übernommen

– für einige Branchen ist

das unverzichtbar. Auch die

Entlastung bei der Organisation

rund um das Thema Berufskleidung

sowie bei den Kosten

– die Liquidität bleibt erhalten,

Austausch der Kleidung bei

Mitarbeiterwechsel ist gegeben

– sind durchaus starke Argumente

für das Leasing.

DBL – Deutsche Berufskleider-

Leasing GmbH

Albert-Einstein-Straße 30

D-90513 Zirndorf

www.dbl.de

27


hygieneorientierte baumassnahmen

5·21

RK bietet den Hygieneschutz in fünf Standardvarianten an: als Tresenaufsteller, für die Tresen-, Wand-, Deckenmontage und als freistehenden Ständer (v.l.n.r.).

Hygieneschutz verhindert Tröpfcheninfektion

RK entwickelte wirkungsvolle Barriere, variabel montierbar, aus Kunststoff oder Stahl

Wie durchdacht ein Produktbaukasten ist und wie kreativ die Produktentwickler eines Unternehmens sind, zeigt sich meist

in Krisenzeiten. Das mehrfach für hervorragendes Innovationsklima ausgezeichnete Unternehmen RK Rose+Krieger (Minden)

liegt hier weit vorn: Auf Basis seines industriellen Schutz- und Abtrennsystems sowie Produkten aus dem Linear- und

Verbindungs-Technik-Sortiment konzipierte der Hersteller auf die Schnelle variabel montierbare und nachhaltige Trennelemente

zum Schutz vor einer Tröpfcheninfektion mit (Corona-)Viren: den RK-Hygieneschutz.

Das mittelständische Unternehmen

ist auf die Entwicklung

von Linear-, Verbindungs- und

Profilmontage-Technik spezialisiert.

Abnehmer finden

sich u.a. bei Herstellern von

Lebensmittelverpackungen.

Die Idee für den nachhaltigen

Tröpfchenschutz gegen Vireninfektion

kam aus dem Bereich

des modularen, normkonformen

Schutz- und Abtrennsystems,

das typischerweise in der Industrie

zur Einhausung automatisierter

Produktionsprozesse und

damit zum Schutz von Mensch

und Maschine eingesetzt wird.

Basis für dieses Schutzzaunsystem

ist ein Baukasten aus

Aluminiumprofilen, Flächenelementen

– darunter Scheiben

aus Polycarbonat und Acrylglas

–, passenden Verbindungselementen

und Stellfüßen.

Günstige Standardelemente

Um bei der Preisgestaltung

marktgängige Größenordnungen

zu erreichen, fand man kostengünstige

Lösungen im eigenen

Produktsortiment. Als Rahmen

für die Standardausführung

des Tröpfchenschutzes wurden

Kunststoffklemmverbinder aus

dem RK-Rohrverbindungssystem

und C-Profile aus Aluminium

(30 mm Durchmesser,

8 mm Nut), die normalerweise

in der Lineartechnik als Gehäuse

einer Einrohrachse dienen,

verwendet. Dabei nimmt die

Profilnut eine Scheibe aus

Die Klemmstücke für den Tresenaufsteller (o.)

stammen aus dem RK-Sortiment an Kunststoffrohrverbindern,

auch auf Produkte aus der Verbindungstechnik

(u.) greift man zurück. Fotos: RK

klarem Kunststoff auf, die aus

dem Baukasten für Schutz- und

Abtrennvorrichtungen stammt.

Die Trennvorrichtungen sind damit

sehr stabil, aber vergleichsweise

leicht: ein Standardtresenaufsteller

(BxHxT = 850 x

852 x 320 mm) wiegt ca. 6 kg.

Der Tröpfchenschutz kann in

Größe und Design individuell an

Erfordernisse vor Ort angepasst

werden. Im Angebot sind fünf

Grundvarianten: schnell installierte

Thekenaufsteller, freistehende

Ständer und Trennelemen

te für Tresen-, Wand- oder

Deckenmontage. Den Standard-

Thekenaufsteller gibt

es in fünf Breiten

(550, 650, 750, 850,

950 mm) bei Höhe

und Tiefe von je 852

bzw. 320 mm.

Laut Hersteller lässt

sich der Tröpfchenschutz

mit einem

feuchten Mikrofasertuch

einfach

reinigen. Mit einem

trockenen Tuch

sollte man die Kunststoffscheibe

nicht

bearbeiten – das hinterlässt

Kratzer. Falls sie dennoch durch

unsachgemäße Pflege blind

wird, lässt sie sich auswechseln.

Im Sortiment ist auch eine

Edelstahlausführung des Hygieneschutzes.

Hier besteht der

Rahmen aus Edelstahlprofilen

und Edelstahl-Klemmverbindern

aus dem Standard Linear- und

Verbindungstechniksortiment

des Unternehmens. Die Trennscheibe

wird in diesem Fall aus

Sicherheitsglas gefertigt. Und es

gibt bereits Ideen für die Weiternutzung

des Tröpfchenschutzes

nach der aktuellen Pandemie

– z.B. als Werbeaufsteller oder

Whiteboard.

Gefährdung auch in Zukunft

„Eine Gefährdung durch aggressive

Viren wie SARS, H1N1

oder die Grippe kann auch in

Zukunft nicht ausgeschlossen

werden. Damit wird ein wirksamer

Schutz vor Ansteckung

immer wichtiger“, erklärt Michael

Neubaur, RK-Produktmanager

Verbindungstechnik.

Die stabilen, durchsichtigen

Trennvorrichtungen bildeten

hier eine wirkungsvolle Barriere

gegen Tröpfcheninfektion.

RK Rose+Krieger GmbH

Potsdamer Straße 9

D-32423 Minden

www.rk-rose-krieger.com

28 www.hygiene-report-magazin.de


november

qualitätsmanagement

Effizienz des Betriebes durch QM steigern

Trends Report 2021: Globale Software-Tools, Lieferqualität und Risikovorsorge gefragt

Vom strategischen Wandel des Qualitätsmanagements bis zur Priorisierung konkreter Handlungsfelder: Der aktuelle „2021

Quality Management Trends Report“ spannt einen weiten Bogen. Dazu befragte Engine Insights im Auftrag von Veeva

Systems (Frankfurt) über 250 Führungskräfte im Qualitätsmanagement für Lebensmittel, Konsumgüter, Kosmetik, Spezial-

und Agrarchemie. Eine der Erkenntnisse aus dem 57 Seiten starken Bericht lautet: Alle Unternehmen suchen intensiv

nach Wegen, ihre Effizienz und Effektivität zu steigern. Das Qualitätsmanagement gewinnt dadurch stark an Bedeutung.

Und: Globale Prozesse erfordern globale Tools wie eine effektive Qualitäts-Management-Software (QMS).

Die Umfragedaten zeigen, dass

sich die meisten Unternehmen

mit Nachdruck bemühen, ihr

Qualitätsmanagement zu verbessern.

Die, die bereits einen

hohen Reifegrad erreicht haben,

arbeiten mit standardisierten

Prozessen und haben ihre

Abläufe weitgehend automatisiert.

Verantwortlichkeiten sind

bei diesen

„Fortgeschrittenen“

klar geregelt,

neue Chancen

werden

systematisch

identifiziert

und genutzt.

Dazu setzen

sie spezielle

QMS

global in der

gesamten

Organisation

ein. Diese

sorgt für

hohe Transparenz:

sowohl intern als auch

entlang der Lieferkette. Denn

alle Nutzer greifen dabei immer

auf dieselben Daten als „Single

Source of Truth“ zu.

Viele der befragten Unternehmen

sind jedoch noch nicht

so weit: 42 % der Studienteilnehmer

gaben an, in diesem

Jahr erst eine entsprechende

Software einführen zu wollen.

Dahinter steht nach Aussage

vieler Befragter ein hoher Anfor-

derungsdruck, da die Kundenanforderungen

zu Transparenz

und Verantwortlichkeit immer

höher geworden sind.

1) Qualitätsmanagement und

Umwelt-, Gesundheits- und

Arbeitsschutz konvergieren.

Eine zusätzliche Motivation zur

Optimierung der Tools ergibt

Eine einheitliche Lösung für beides

Separate Lösungen, die miteinander verknüpft sind

Separate Lösungen, die nicht miteinander

verknüpft sind/sein müssen

Zwei von drei Qualitätsmanagern wünschen sich ein gemeinsames Tool für Arbeits-/Gesundheitsschutz

und Qualitätsmanagement. Quelle: 2021 Quality Management Trends Report/Veeva Systems

sich aus der Arbeitssituation

der Qualitätsfachleute. Fast drei

Viertel haben eine Doppelrolle:

Sie sind für Umwelt-, Arbeits-,

Gesundheitsschutz (EHS =

Environment, Health and Safety)

wie für Qualität verantwortlich.

Aber: Bei zwei Dritteln der befragten

Unternehmen kommen

getrennte Tools für Qualität und

EHS zum Einsatz. Die Mehrheit

der Befragten wünscht sich dagegen

eine einheitliche Lösung,

die beide Bereiche abdeckt.

2) Im Lieferantenmanagement

besteht dringender und weitreichender

Handlungsbedarf.

Hierbei zählen Mängel bei

der technischen Ausstattung,

unzureichende Compliance und

die Termintreue zu den größten

Herausforderungen. Allerdings

wurde jede dieser Kategorien

nur von 8 % mit Top-Priorität

bewertet. Fast gleich viele

Stimmen entfielen auf die Rückverfolgbarkeit

der gelieferten

Materialien, die Kommunikation

mit den Lieferanten, deren Qualifizierung

oder Verbesserungsmaßnahmen

mit je 7 %.

3) Die Pandemie erhöht die

Dringlichkeit von Risikomanagement

& digitaler Transformation.

Als Corona-Effekt hat sich laut

Studie der Schwerpunkt der

Budgetallokation verschoben

und die Schaffung neuer Stellen

an Bedeutung verloren. Die so

freiwerdenden Gelder könnten

stattdessen in die digitale Transformation

und den Aufbau von

QMS fließen. Diese Investitionen

würden eine Reihe von Herausforderungen

lindern, insbesondere

im Zusammenhang mit

dem Lieferantenmanagement.

Unternehmen benötigten dafür

allerdings eine QMS-Lösung

mit einem Zuliefererportal, das

auch Dokumentenmanagement

sowie Funktionen für Audits und

Bewertung mitbringt. Als weitere

Top-Investitionsprioritäten nennt

der Report Werkzeuge zur Visua

lisierung von Datenanalysen

und zur Automatisierung.

4) Der Verantwortungsbereich

von Qualitätsmanagern wächst.

Der Report zeigt, was für eine

zentrale Rolle Qualität heute für

das Erreichen der strategischen

und operativen Ziele eines

Unternehmens spielt. Zugleich

macht er deutlich, wie hart an

Verbesserungen gearbeitet wird.

Die komplette Studie kann kostenlos

heruntergeladen werden

unter https://www.industries.

veeva.com/quality-management-trends-report-2021.

Veeva Systems GmbH

Lindleystraße 12

D-60314 Frankfurt am Main

www.industries.veeva.com

29


schnellmethoden

5·21

Keimzahlbestimmung mit wenigen Klicks

Koloniezähler „Colony Star“ erleichtert Lebensmittelqualitäts-Kontrollen im Laboralltag

Regelmäßige Keimzahlbestimmungen gehören zu den Routineaufgaben zahlreicher Labors in der Getränke- und Lebensmittelindustrie,

um Kontaminationen der Produkte mit Bakterien, Viren, Hefen oder Schimmelpilzen während der Herstellung

auszuschließen. Hierfür werden Petrischalen mit Proben ausgewertet, um die Anzahl der gewachsenen Kolonien festzustellen.

Während bei der klassischen Bestimmung mit manuellen Zählern jede Kolonie einzeln markiert werden muss, können

automatische Geräte zahlreiche Petrischalen gleichen Typs zügig auswerten. Jedoch ist dafür eine zeitintensive Programmierung

und Vorbereitung notwendig, die sich bei überschaubarer Probenanzahl von wenigen Petrischalen am Tag kaum

lohnt. Abhilfe schafft hier der seit Juni erhältliche „ColonyStar automatic“ der Funke-Dr. N. Gerber Labortechnik GmbH

(Berlin). Das handliche Gerät, das mit einer Kamera und einem kabellosen, abnehmbaren Tablet ausgestattet ist, erlaubt

die schnelle und einfache Auswertung von Petrischalen. Besonders hilfreich ist dabei der Assistenzmodus: Nach dem Antippen

einer Kolonie per Touchscreen werden automatisch weitere Kolonien des selben Typs erfasst, markiert und gezählt.

Die Auswahl kann dabei jederzeit korrigiert werden. So behält der Laborant die volle Kontrolle und spart zugleich viel Zeit.

Im Rahmen des Hygienemanagements

und der Qualitätskontrolle

gilt die Gesamtkeimzahl

als eine der wichtigsten

Kennzahlen. Sie gibt an, wie

viele Mikroorganismen sich in

einer Probe befinden. Denn je

nach Keimtyp dürfen gewisse

Richtwerte nicht überschritten

werden, um den Verbraucher

vor Krankheiten wie einer Lebensmittelvergiftung

zu bewahren.

Deshalb werden routinemäßig

Proben auf Petrischalen

kultiviert, um die Keimkonzentration

nach einer gewissen Zeit

mittels Koloniezählung bestimmen

zu können.

Zeitraubende Tortur

mit Lichttisch und Lupe

Jedoch machen insbesondere

veraltete Geräte, bei denen mit

Lichttisch und Lupe jede Kolonie

einzeln betrachtet werden

muss, diese Aufgabe schnell zur

zeitraubenden Tortur. „So eine

Petrischale hat, wenn mit einer

richtigen Verdünnung gearbeitet

wird, zwischen 150 und 200

Kolonien“, erklärt Dipl.-Ing.

Konrad Schäfer, geschäftsführender

Gesellschafter der

Funke-Dr. N. Gerber Labortechnik

GmbH. „Bei einer manuel-

len Zählung muss die Fachkraft

hoch konzentriert bleiben und

jede Kolonie einzeln markieren.

So wird die Routinearbeit

schnell zur zeitraubenden

Anstrengung.“ Zudem lässt sich

die Markierung bei den bisherigen

Verfahren mit Koloniezählern

nicht rückgängig machen,

wodurch Doppelzählungen

wahrscheinlicher werden.

Der ColonyStar automatic ist für Petrischalen

bis 9,5 cm Durchmesser geeignet und

kann z.B. in mikrobiologischen Laboren

der Food-Industrie eingesetzt werden.

Zuverlässiger sind automatische

Geräte, die jedoch in der Regel

für große Chargen ausgelegt

sind und einen gewissen Aufwand

mit sich bringen. „Aufgrund

ihrer Komplexität bedeuten

solche Systeme einerseits

eine finanzielle Investitionshürde.

Andererseits sind für ihre

Programmierung zeitintensive

Vorbereitungen notwendig, da

für den automatischen Betrieb

Parameter wie Koloniedurchmesser

oder maximaler und

minimaler Kontrast festzulegen

sind“, so Schäfer.

Der „ColonyStar automatic“

von Funke-Gerber hingegen

wurde so entwickelt,

dass das Gerät die

manuelle Bestimmung

durch einen halbautomatischen

Zähl-Modus stark

beschleunigt. So sind für

die Markierung von z.B.

200 Kolonien lediglich 4

bis 15 Aktionen notwendig,

der Anwender behält

dabei aber stets die volle

Kontrolle und muss sich

nicht allein auf das Gerät

verlassen. Neben diesem

Assistenzmodus kann

das System dennoch auf

ausgewählte Kolonien trainiert

werden, wodurch vordefinierte

Proben auch komplett automatisch

gezählt werden können.

Schnelle und zuverlässige

Zählung im Assistenzmodus

Das Gerät ist für den Laboralltag

optimiert und besteht aus einer

Basis sowie einem abnehmbaren

Tablet. Im Gerät sind die

Kamera, die Belichtungseinheit

und die Probenaufnahme

untergebracht. Mit dem Tablet

und der darauf installierten

Bestimmungssoftware erfolgen

Markierung und Auswertung

der Probe. Die hochauflösende

Kamera erstellt nach Betätigung

des „Start“-Buttons ein Bild

der Petrischale und sendet

dies kabellos über WLAN an

das Tablet. Einzelne Kolonien

können mit dem Finger oder

einem Stift via Antippen (Touch)

markiert werden. Im Assistenzmodus

werden nun automatisch

weitere Kolonien desselben Typs

erfasst, markiert und gezählt.

„Kolonien sind dann gleichartig,

wenn sie in Farbe, Kontrast,

Größe und Form ähnlich der

vom Bediener gekennzeichneten

Auswahl sind“, erläutert

Schäfer. Dies wird durch einen

speziellen Algorithmus in Kombination

mit dem hochauflösenden

Kamerabild ermöglicht.

So „assistiert“ das Gerät der

30 www.hygiene-report-magazin.de


november

schnellmethoden

Fachkraft, was die Routinezählung

erleichtert. Dabei kann die

Markierung einer Kolonie, die

z.B. nicht eindeutig definierbar

oder erkennbar ist, jederzeit

aufgehoben oder korrigiert werden,

bevor die finale Zählung

als Bilddatei gespeichert wird.

Einzelne Kolonien können mit Finger oder Stift durch

Antippen markiert werden. Im As sistenz modus werden

nun automatisch weitere Kolonien des selben Typs

erfasst, markiert und gezählt. Fotos: Funke-Gerber

Darüber hinaus ermöglicht das

Gerät einen vollautomatischen

Zählbetrieb. Dabei ist das System

mit einer Lernfunktion auf

verschiedene Bakterienarten

und Agar-Sorten trainierbar.

Dafür kann man z.B. 10 bis

15 Petrischalen mit ein und

derselben Spezies auf dem gleichen

Agar auswerten und nach

Abschluss der Anlernphase als

Profil – etwa Salmonellen oder

Hefe – speichern. Später können

dann gleichartige Kolonien,

die mit diesem übereinstimmen,

automatisch ausgewertet werden:

Die Petrischale wird in den

Scanner gestellt und nach Betätigen

des „Start“-Buttons erhält

der Nutzer die entsprechende

Anzahl Kolonien. Anders als bei

reinen Vollautomatik-Geräten

ist hierbei kein umfänglicher

Fragenkatalog abzuarbeiten, da

das Gerät während der Zählung

automatisch trainiert wird.

Handlicher Aufbau

erleichtert den Laboralltag

Das intelligente, intuitive System

bietet dem Laborpersonal gro ße

Sicherheit. Es ist für alle Pe trischalen

bis maximal 9,5 cm

Durchmesser geeignet und

kann in sämtlichen mikrobiologischen

Laboren wie z.B. der

Food-Industrie, aber auch in der

Medizin, Forschung oder Veterinärmedizin

eingesetzt werden.

„Die Wiederholbarkeit liegt mit

97 Prozent sehr hoch, wenn der

Anwender die entsprechende

Kolonie auf dem Touch-Screen

einmal richtig identifiziert und

das Profil im Computer korrekt

hinterlegt hat“, so Schäfer.

Die einfache Bedienung macht

die Routineaufgabe auch unter

ergonomischen Gesichtspunkten

angenehmer, denn die Auswertung

kann via abnehmbarem

Tablet selbst im Stehen erfolgen.

Eine optionale Zoomfunktion

erleichtert die Auswahl bei sehr

kleinen oder wenig

eindeutigen

Kulturen. Zudem

ist das Gerät

preisoptimiert,

da auf unnötige

Peripherieprogramme

verzichtet

wird und

die Software mit

dem handelsüblichen

Endgerät

uneingeschränkt

arbeiten kann.

Weitere Optimierungen,

z.B.

in Bezug auf die Einbindung in

bestehende Laboranlagen, sind

denkbar. Ein erstes Upgrade

soll die Möglichkeit bieten,

Messergebnisse inklusive der

Bilddateien in tabellarischer

Form via USB-Kabel als PDF

auf andere Geräte portieren zu

können. Positives Feedback

hat Konrad Schäfer bereits von

ausgewählten Partnern erhalten,

die den „ColonyStar“ aktuell im

Arbeitsalltag testen.

Funke-Dr.N.Gerber Labortechnik

GmbH

Ringstraße 42

D-12105 Berlin

www.funke-gerber.de

AOAC-Zertifikat für foodproof-LyoKits

BIOTECON: Acht wichtige STEC-Gruppen nachweisbar

BIOTECON Diagnostics

(Potsdam) hat ein AOAC-

Zertifikat für seine foodproof

STEC Screening und STEC

Identification LyoKits

erhalten. Mit nur

zwei PCR-Reaktionen

können damit die Shigatoxine

(stx1, stx2),

der Adhärenzfaktor

Intimin (eae) und

die acht wichtigsten

STEC-Serogruppen

nachgewiesen und

einzeln identifiziert

werden.

Studie mit Rindfleisch

In Kombination mit einem

hauseigenen StarPrep Three

Probenvorbereitungskit

erhielten beide LyoKits eine

AOAC-RI Performance Tested

MethodsSM (PTM)-Zertifizierung

(Zertifikat Nr. 102004).

Eine Studie, durchgeführt

mit rohem Rinderhackfleisch

und Rindfleischstücken,

ergab, dass die Methode den

Standard für die vorgesehene

Verwendung erfüllt.

Kerngeschäft von BIOTECON

ist es, Schnelltests zu entwickeln

und in den Markt zu

bringen, die Lebensmittel und

Getränke sicherer machen

und zu vehindern, dass Menschen

an Infektionen erkranken.

Shigatoxin-produzierende

Escherichia coli (STEC oder

VTEC) wie E. coli O157, E. coli

O145 oder E. coli O104 sind

dafür bekannt, Krankheiten

wie Durchfall, hämorrhagische

Kolitis (HC) und das potenziell

tödliche hämolytischurämische

Syndrom (HUS)

zu verursachen. Die Kits

sollen helfen, die Qualität

von Produkten schnell und

einfach sicherzustellen. Die

Zuverlässigkeit und das hohe

Leistungsniveau der STEC-

Screening- und Identifizierungsmethoden

werden durch

das Zertifikat unterstrichen,

betont Dr. Kornelia Berghof-

Jäger, CEO von BIOTECON

Diagnostics.

Die foodproof STEC Screening

und Identification LyoKits

von BIOTECON Diagnostics

wurden im Vergleich zur USamerikanischen

Referenzmethode

USDA-FSIS MLG 5C.00

validiert. Die STEC-Methode

detektierte STEC erfolgreich

in rohem Hackfleisch und in

Rindfleischstücken nach

8 h und 22 ± 2 h Inkubationszeit

für 25 g Testportionen

sowie nach 12 h und

22 ± 2 h Inkubationszeit für

375 g Testportionen.

Workflow spart Kosten

Darüber hinaus kann das

mTSB-Anreicherungsmedium

ohne den Zusatz von Antibiotika

eingesetzt werden. Dieser

verkürzte Workflow mit nur

zwei PCR-Tests hilft Kosten zu

sparen und eröffnet weitere

Möglichkeiten, neue Anwender

zu gewinnen, insbesondere

in der Fleischindustrie.

In der Validierung konnte

außerdem gezeigt werden,

dass die STEC-Screening- und

Identifizierungsmethode auf

den PCR-Geräten LightCycler

® 480, LightCycler ® 96,

ABI 7500 fast, AriaMx und

CFX96 sicher und zuverlässig

anwendbar ist und damit ihre

Vielseitigkeit zeigt.

www.bc-diagnostics.com

31


praxis

5·21

Reinigungsoptimierte Wägezelle

unterstützt Reblochon-Produktion

HBM-Modell FIT7A erfüllt Hygieneanforderungen im Käsesektor

Hygiene und Qualität stehen obenan:

Blick in die Käseproduktion von Chabert

in Annecy-le-Vieux in Savoyen.

Die Käserei Fruitières Chabert (Annecy-le-Vieux) stellt seit drei Generationen Käse in der

französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes her, u.a. den berühmten Reblochon. Auf der

Suche nach neuen Technologien, um dessen Produktionsschritte – inklusive Sortieren und

Verwiegen – zu optimieren, setzt man auf eine von der Spezialfirma Fine-Spect (Chambéry)

entwickelte Lösung auf Basis der digitalen Wägezelle HBM FIT7A von Messtechnik-Hersteller

HBK (Darmstadt): eine besonders leicht zu reinigende Kontrollwaage, die die Verpackungslinie

effizient steuert und Produkte mit abweichendem Gewicht sofort aussortiert.

Fine-Spect ist ein Unternehmen,

das sich auf dynamisches

Sortieren, Kalibrieren und Wiegen

spezialisiert hat und auch

Maschinen für die Agrar- und

Lebensmittel industrie herstellt.

Es ist langjähriger Partner der

Firma Hottinger Brüel & Kjær

(HBK), die seit 1950 mit ihrer

Marke HBM Marktführer für

Messtechnik-Produkte ist und

Niederlassungen in 30 Ländern

hat. Die HBM-Produktpalette

umfasst Aufnehmer, Verstärker,

Messdatenerfassungssysteme,

Test- und Analysesoftware.

Das Problem bei Fruitières

Chabert in Savoyen lautete, die

Reblochon-Produktionslinien zu

optimieren, dabei bestehende

Qualitätsstandards einzuhalten

und die Anforderungen der Lebensmittelbranche

zu erfüllen.

Die französische Herkunftsbezeichnung

AOP (Appellation

d‘Origine Protégée), früher AOC

(Appellation d’Origine Contrôlée)

stellt strenge Anforderungen,

d.h. jedes ausgewählte Unternehmen

muss in der Lage sein,

sich für die Echtheit aller für

den nationalen/internationalen

Export seiner Produkte erforderlichen

Zertifizierungen zu verbürgen

und dabei lokales Knowhow

im Einklang mit regio nalen

Traditionen zu erhalten.

Was die Wäge- und Sortiervorgänge

betrifft, erfordert der

berühmte Käse ein hohes Maß

an Präzision und Zuverlässigkeit.

Der Reblochon

de Savoie AOP hat 13 cm

im Durchmesser und ein

Gewicht von fast 500 g.

Für Fruitières Chabert ist

das maschinelle Erfassen

des individuellen

Gewichts der Produkte

ein entscheidender Faktor.

Es liefert dem Käser

einen genauen Überblick

über die Tagesproduktion,

ist ein Indikator für

den Prozess des Entzugs von

Flüssigkeit und ermöglicht die

Steuerung der Erträge.

Herzstück der neu entwickelten

Kontrollwaage ist die digitale

Liebe und Hingabe gehen in die Herstellung

vieler regionaler Käsespezialitäten

von Chabert. Fotos: HBK

Wägezelle FIT7A von HBM.

Diese basiert auf dem Dehnungsmessstreifen-Prinzip

und

Herzstück der neuen Kontrollwaage bei Fruitières Chabert:

die digitale Wägezelle FIT7A von HBM.

bietet Top-Leistung im Bereich

des dynamischen Wiegens

in der Lebensmittelindustrie.

Jean Marc Dumont, Gründer

von Fine-Spect, erläutert: „Wir

mussten eine Wägezelle finden,

die den neuen Markterwartungen

und Spezifikationen

gerecht wird.“ Dazu gehörten

Leistungsfähigkeit auf rein

messtechnischer Ebene, extrem

schnelle Gewichtsermittlung zur

Anpassung an immer höhere

Verpackungsgeschwindigkeiten,

langfristige Robustheit

und Zuverlässigkeit, perfekte

Abdichtung und Korrosionsbeständigkeit

zur Erfüllung der

Anforderungen der Molkereiindustrie

hinsichtlich der Hochdruckreinigung,

Möglichkeit der

Anbindung an amtliche Stellen

und Kompatibilität mit in dieser

Branche verwendeten Standard-

Kommunikationsprotokollen.

All das erfüllt

die FIT7A.

Monsieur Favre,

Produktions leiter der

Käserei Chabert, unterstreicht

die Bedeutung

einer zuverlässigen

und langlebigen

Verpackungslinie

zum Sortieren von

Reblochon, bevor er

zur Reifung in den

Keller geht: „Diese Anlage wird

manchmal extremen Einsatzbedingungen

ausgesetzt sein,

etwa dem Auseinanderbauen

und der täglichen Reinigung

mit Hochdruckdampf nach

Lebensmittelstandards. Daher

ist es wichtig, dass die Geräte

robust sind und zugleich

höchsten Ansprüchen genügen,

damit unsere Techniker keine

Schwierigkeiten haben, Probleme

schnell zu lösen. Die von

nun erarbeitete Lösung sorgt für

Effizienz und Erfolg.“

Hottinger Brüel & Kjaer GmbH

Im Tiefen See 45

D-64293 Darmstadt

www.hbm.com

32 www.hygiene-report-magazin.de


november

praxis

Geschmackvoller Hygieneboden

für die „gläserne Bonbonfabrik“

Katjes nutzt reinigungsmittelbeständiges Remmers-Crete-System

Das macht Appetit auf mehr: In der „gläsernen Bonbonfabrik“ der Katjes Bonbon GmbH

& Co. KG in Potsdam können Besucher die Herstellungsprozesse hautnah erleben und

hinter die Kulissen schauen. Bei der kürzlich realisierten Erweiterung der Produktionshallen

setzten die Verantwortlichen auf eine Bodenbeschichtung mit hygieneoptimierten und strapazierfähigen

Systemen des auf die Lebensmittelindustrie spezialisierten Herstellers Remmers

(Löningen). Zum Einsatz kamen dabei dessen Produkte Crete TF 60 als Grundierung

in Grau sowie Crete SL 80 als kreuzgespachtelte Beschichtung und Versiegelung in Beige.

Die Grundierung Crete TF 60 (Farbton

grau) wurde auf kugelgestrahlten

Betonuntergrund aufgebracht.

Als traditionsreicher Hersteller

von vegetarischen Fruchtgummis

und Lakritz ist die Katjes

Bonbon GmbH & Co. KG seit

Jahrzehnten ein Trendsetter

und gilt als eines der drei größten

Unternehmen im deutschen

Zuckerwarenmarkt. Neben

der Marke Katjes gehören zur

Unternehmensgruppe auch die

bekannten Wick Hustenbonbons,

Ahoj-Brause und Sallos.

2006 wurde in Potsdam die

erste gläserne Bonbonfabrik gebaut.

Um dort künftig auch die

Wick-Hustenbonbons herstellen

zu können, entschied sich das

Unternehmen 2020 zur Erweiterung

der bestehenden Hallen.

In Maschinen auf dieser beschichteten Fläche werden

u.a. Wick Hustenbonbons hergestellt. Fotos: Remmers

Dabei sollte eine moderne und

zukunftsgerechte Produktionsumgebung

entstehen, die alle

Anforderungen an den sensiblen

Bereich der Lebensmittelverarbeitung

erfüllt.

Hohe Ansprüche an Hygiene

Ein wichtiger Bestandteil der

Planung war dabei die Konzeption

der Bodenbeschichtung.

Diese sollte zum einen leicht

zu reinigen, zum anderen aber

auch beständig gegenüber

Reinigungsmittel bzw. Betriebsstoffen

der Maschinen sein.

Zusätzlich sollte zur Gewährleistung

eines sicheren Arbeitens

auch eine ausreichende

Rutschhemmung bei trockener

Nutzung gegeben sein. Außerdem

spielte die thermische

Belastbarkeit eine wichtige

Rolle, denn bei

der Produktion

können Temperaturen

von bis zu

80 °C entstehen.

Nicht zuletzt war

die mechanische

Belastbarkeit ein

wichtiges Kriterium,

denn der

Boden wird täglich

von Flurförderfahrzeugen

und Rollwagen

befahren. Dazu

erarbeiteten die Katjes-Verantwortlichen

mit Andre Beck, Geschäftsführer

der ausführenden

Dynapox Spezialbau (Weimar),

und Rüdiger Scholz vom Remmers

Key Account Management

Nach Aufziehen der Beschichtung

Crete SL 80 (Farbton beige) wurde

mit Entlüfungswalze nachgearbeitet.

eine auf den Produktionsbereich

abgestimmte Lösung.

Als optimal für die definierten

Anforderungen erwies sich das

Beschichtungssystem Crete SL

80 von Remmers in der Variante

als 4mm-Glattbeschichtung. In

einem ersten Schritt trugen die

Verarbeiter eine Grundierung

mit Crete TF 60 auf. Danach

folgte eine Kratzspachtelung mit

Crete SL 80. Diese ist entscheidend

für die Herstellung einer

hochwertigen und porenfreien

Glattbeschichtung. Diese erfolgte

danach mit ca. 8 kg/qm

Crete SL 80. Die stumpfmatte

Oberfläche sorgt dabei für ausreichende

Rutschfestigkeit bei

trockener Nutzung und optimale

Reinigungsfähigkeit. „Der Verarbeiter

war begeistert von den

Verarbeitungseigenschaften und

der Bauherr vom Crete Farbton

Beige überzeugt. Katjes ist ein

bekanntes Unternehmen und

die gläserne Bonbonfabrik in

Potsdam ein besonderes Bauwerk.

Dieses Projekt ist für uns

ein echtes Bonbon in Sachen

Bodenbeschichtungen“, erklärt

Rüdiger Scholz.

Top-Produktionsbedingungen

Da es sich bei dem eingesetzten

Remmers-System um eine

fugenlose Fließbeschichtung

handelt, ist die Reinigung besonders

leicht und problemlos

möglich. Außerdem hat es den

Vorteil, dass die vielen Förderfahrzeuge

ab sofort deutlich

geräuschärmer bewegt werden

können als z.B. auf Fliesen.

Nicht zuletzt spielt auch die

hochwertige Optik in der gläsernen

Fabrik eine wichtige Rolle.

Fazit: Ein geschmackvoller

Boden mit Vorzeigecharakter.

Remmers GmbH

Bernhard-Remmers-Straße 13

D-49624 Löningen

www.remmers.com

33


Fachforen/Messen

5·21

Reuse-Konferenz: Mehrweg kann Einweg gut ersetzen

Einwegverpackungen können

praktisch überall durch wiederverwendbare

und klimafreundliche

Mehrweg-Alternativen

ersetzt werden. Das ist das Ergebnis

der europäischen Mehrwegkonferenz,

veranstaltet von

der Deutschen Umwelthilfe

(DUH), dem Europäischen

Verband der Getränkefachgroßhändler

(CEGROBB), dem

Verband Privater Brauereien

Deutschland und der internationalen

Plattform für Kreislaufwirtschaft

Reloop.

Die auf der „Reuse“-Konferenz

vorgestellten innovativen Mehrweglösungen

für Getränkeflaschen,

to-go-Essensboxen,

Kaffeebecher, wiederverwendbaren

Behälter für Kosmetika

und Desinfektionsmittel ermöglichten

den einfachen und hygienischen

Ersatz von Einweg

durch Mehrweg, hieß es.

Auf der Konferenz wurden der

niederländische Brauerverband

(Dutch Brewers Association)

und die Recup GmbH für ihre

europaweit beispielgebenden

Mehrwegansätze mit dem

Kreislaufwirtschaft: Mehrweg im

Bereich Getränke. Foto: DUH

„European Refillable Award“

und dem „European Reusable

Award“ ausgezeichnet.

https://www.duh.de/reuse2021/

Weniger Gluten, mehr Ballaststoffe: Plädoyer für modernen Weizen

Onlineseminar mit Prof. Friedrich Longin (Hohenheim): Längere Gärzeiten reduzieren FODMAP-Gehalt

„Macht Weizen wirklich krank?“

lautete das Thema eines

Online-Seminars der Arbeitsgemeinschaft

Getreideforschung

e.V. (AGF), bei dem Friedrich

Longin von der Universität Hohenheim

aktuelle Fragen rund

ums Brotgetreide Nummer Eins

beleuchtete. Unbestritten gibt

es anerkannte medizinische Zusammenhänge

zu Krankheitsbildern

wie Zöliakie, Allergie oder

Sensitivität, die jedoch jeweils

nur eine sehr begrenzte Anzahl

von Menschen betreffen: „Deutlich

über 90 % der Weltbevölkerung

haben keinerlei Weizenprobleme“,

sagte Longin.

Der Fokussierung einiger USamerikanischen

Bestseller-Autoren

auf „modernen“ Weizen als

Krankmacher trat der Hohenheimer

Professor mit wissenschaftlichen

Argumenten und

Studienergebnissen entgegen.

Die vielfach postulierte Hypothese

vom „guten alten Weizen“

sei aus agrar-biologischer Sicht

falsch, wie Longin anhand aktueller

Untersuchungsergebnisse

beispielhaft zeigte.

Der durchschnittliche Glutengehalt

von „modernem“

Brotweizen sei niedriger als bei

den alten „Urgetreide“-Arten

Dinkel, Emmer und Einkorn.

Neuere Weizensorten enthielten

im Mittel mehr Ballaststoffe als

früher, was jüngst z.B. für die

vom Mikrobiom verwertbaren

Fraktionen der Arabinoxylane

und beta-Glucane nachgewiesen

werden konnte. Züchtungsbedingt

– und ohne Gentechnik

– wiesen unsere heutigen

Weizensorten eine bessere

Resistenz gegenüber getreidetypischen

Pflanzenkrankheiten

auf. Der prozentuale Anteil von

„gesunden“ Sorten am heimischen

Weizensortiment sei

in den letzten beiden Dekaden

um 40 Prozent gestiegen: „Das

ermöglicht einen reduzierten

Pestizideinsatz und senkt das

Risiko, dass Körner mit Pilzen

bzw. Pestiziden belastet sind.“

Mit dem Statement „Wir essen

nicht Weizen, sondern Brot“

leitete der Referent zu einem

Sachverhalt über, mit dem sich

die Forschung in Hohenheim

aktuell intensiv beschäftigt: die

FODMAPs. Dabei geht es um

Die Arbeitsgruppe Weizen der Landessaatzuchtanstalt an der Uni Hohenheim

beschäftigt sich mit zentralen Fragen der aktuellen Weizenforschung und testet

die Eignung der Sorten für das Backen von Brot. Foto: Uni Hohenheim

möglichen Einfluss von fermentierbaren

Oligo-, Di- und Monosacchariden

(und Poly olen)

auf die Darmgesundheit (=

positiv) bzw. als Auslöser für die

Beschwerdesymptomatik von

Reizdarmpatienten (= negativ).

Das macht wissenschaftlich

eine differenzierte Betrachtung

notwendig. Fructane als Oligo-

(und Poly-)Saccharide der Fructose

gehören zu den Hauptvertretern

dieser Stoffgruppe

bei Getreide. Die Analytik zeigt,

dass Weichweizen und Emmer

mit etwa 1 g/100 g Trockenmasse

vergleichsweise niedrige

Fructangehalte aufweisen, bei

Dinkel und Einkorn liegen sie

um die Hälfte bzw. das Doppelte

höher. Aber für Betroffene

hat Longin eine gute Nachricht

aus der angewandten Getreidewissenschaft:

Schon Gärzeiten

von zwei Stunden bei der Teigbereitung

mit Hefe reduzierten

die FODMAP-Gehalte im Brot

um mehr als die Hälfte.

Sein Plädoyer für den Weizen:

„Weizen macht nur wenige

krank, vielmehr ist Weizen nicht

umsonst als Nahrungsmittel so

bedeutend und für die Ernährung

einer Weltbevölkerung

von demnächst über neun oder

zehn Milliarden Menschen nicht

ersetzbar.“ Praxisnaher Wissenstransfer

ist dem Hohenheimer

Wissenschaftler wichtig; er stellt

daher seine Ergebnisse auf

einer eigenen Website online:

https://beckawissen.de/

Weitere Infos: https://weizen.

uni-hohenheim.de

34 www.hygiene-report-magazin.de


november

Fachforen/Messen

Positiv geladene Oberflächen desinfizieren sich biozidfrei selbst

Livinguard präsentierte auf „Restart“-Kongress in Berlin neue Hygienetechnologie ohne Metallzusätze

Im Rahmen des Kongresses

„Restart“ in Berlin hat das

Schweizer Hygiene-Unternehmen

Livinguard die nach

eigenen Angaben weltweit erste

permanente biozidfreie Desinfektion

vorgestellt. Die neue

Methode arbeitet auf Basis

der bestehenden, patentgeschützten

Wirkprinzipien der

positiv geladenen Oberflächen.

Zudem wirkt die Technologie

dauerhaft selbstdesinfizierend

und kann über verschiedene

Verfahren auf vielen verschie-

auf dem Prinzip der physikalischen

Desinfektion: Oberflächen

werden mit dauerhaft

positiven Ladungen versehen,

die negativ geladene Mikroben

anziehen und deren Zellwände

beschädigen, wodurch diese

für den Menschen unschädlich

gemacht werden. So ausgestattete

Produkte sind über lange

Zeiträume wiederverwendbar

und damit um ein vielfaches

nachhaltiger als Einmalprodukte.

Aus diesem Grund wurde

der zertifizierten medizinischen

treffen wir die Wirksamkeit aller

konventionellen Technologien

und ermöglichen einen großen

Schritt hin zu einer nachhaltigeren

Lebensweise.“

Sicher für den Menschen

Die nun vorgestellte Technologie

ist aufgrund ihrer auf elektrischer

Ladung basierenden

Funktionsweise sicher für den

Menschen und so eine umwelt-

und ressourcenschonende

Alternative zu herkömmlichen

Desinfektionsmethoden.

achtet. In seiner Untersuchung

konnte er nachweisen, dass die

Gesamtkeimzahl auf mit Livinguard

Technologie behandelten

Textilien nach 48 Stunden

signifikant niedriger lag als bei

unbehandelten Stoffen. Auch

wenn das Keimwachstum nicht

völlig unterbunden wurde, so

lag auch dieser Faktor deutlich

niedriger als in der unbehandelten

Vergleichsgruppe. Daneben

wurde auch die versprochene

Geruchsreduktion auf Textilien

von Probanden bestätigt, ohne

Die Referenten des ersten Kongresstages (v.l.): Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier,

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Sanjeev Swamy, Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl,

Prof. Dr. Gerhard Hücker, Prof. Dr. Martin Exner, Dr. Eckart von Hirschhausen.

Die Referenten des zweiten Kongresstages (v.l.): Rohini Swamy, Shivani

Swamy, Dr. Gerhard Hücker, Dr. Torsten Koburger-Janssen, Wouter Pronk,

Dr. Mahsa Zabara, José Cuevas, Sanjeev Swamy.

Fotos: Livinguard

denen Materialien (u.a. Textilien,

Kunststoffen und Papier)

angewendet werden.

Permanente Wirksamkeit

Die Neuentwicklung ist laut Livinguard

dank der permanenten

Wirksamkeit und vielfältigen

Einsatzmöglichkeiten eine

bahnbrechende Innovation im

Bereich Hygiene und Nachhaltigkeit.

Die Technologie zerstöre

kontinuierlich und nachweislich

99,9 Prozent von Krankheitserregern

(Mikroben) wie Viren

und Bakterien. Dazu zählen u.a.

Influenza- und Gelbfieberviren,

SARS-CoV (auch das Coronavirus

SARS-CoV-2 und Varianten

des Corona-Virus), Tuberkuloseund

E. Coli-Bakterien, Staphylokokken

und Salmonellen. Die

Livinguard-Technologie basiert

Gesichtsmaske „Livinguard PRO

MASK“ im Herbst der renommierte

Award „Sustainability

Product of the Year“ verliehen.

Sanjeev Swamy, CEO und Gründer

von Livinguard: „Unser Ziel

ist es, Methoden zu entwickeln,

die unsere Produkte wiederverwendbar

und nachhaltig

machen. Die weiterentwickelte

Technologie ist ein Meilenstein

in der Geschichte der Hygiene,

besonders für den medizinischen

Bereich. Die überwiegende

Mehrheit der derzeit

auf dem Markt befindlichen

selbstdesinfizierenden Hygiene-

Produkte und -Lösungen verwenden

potenziell gesundheitsschädliche

Metalle wie Kupfer,

Silber oder Zink. Mit unserer

biozidfreien Desinfektion über-

Wissenschaftliche Tests, deren

Resultate im Rahmen des Kongresses

vorgestellt wurden, zeigen,

dass die antimikrobiellen

Eigenschaften ans Trägermaterial

binden und so weder durch

Zeitablauf oder andere Einflüsse

(z.B. Waschung) an Wirksamkeit

einbüßen. Ein weiterer

Vorteil: Da die Technologie auf

mechanischem Wirkprinzip basiert,

ist die Bildung von Resistenzen

sehr unwahrscheinlich

– ein Punkt, mit dem gerade

herkömmliche, auf chemischen

Lösungen basierende Desinfektionsmethoden

kämpfen.

Die Wirksamkeit der zugrundeliegenden

biozidfreien Technologie

wurde von Dr. Torsten

Koburger-Janssen (Hygiene

Nord GmbH, Greifswald) begut-

dass dies eine explizite Fragestellung

dieser Gesamtkeimzahl-

Untersuchung gewesen wäre.

Die Technologie findet in vielen

Bereichen Anwendung, darunter

in diversen Industrien. Derzeit

setzt Livinguard die biozide

und biozidfreie Formulierung

bei Gesichtsmasken, Kleidung,

Heimtextilien, Hygieneprodukten,

Computer-Hardware

sowie bei Luft- und Wasserfiltern

ein. Weitere Einsatzmöglichkeiten

sind in Entwicklung.

www.restartnow21.de

Livinguard AG

Gewerbestrasse 11

CH-6330 Cham (ZG)

www.livinguard.com

35


produkte & Partner

5·21

Sensible Produkte schonend behandeln

GEA: Neue Homogenisatoren für Labor und Lebensmittel

Blick ins Labor: Am Stammsitz von HG im niederländischen Almere werden

die Spezialreiniger entwickelt, getestet und produziert. Fotos: HG

TÜV-Zertifikate für 18 HG-Reiniger

Holländischer Hersteller mit vielfältiger Einsatzpalette

Schmutz ist nicht gleich

Schmutz. Folglich gibt es

dagegen auch keine Allzweckwaffe.

Deshalb entwickelt und

produziert die Firma HG seit

über 50 Jahren im niederländischen

Almere Reinigungsund

Pflegemittel für ganz

spezielle Herausforderungen.

Der TÜV Saarland hat nun

gleich 18 Produkte des Unternehmens

geprüft – mit der

starken Bilanz von 17 x Note

„gut“ und 1 x „sehr gut“.

Die TÜV-Testergebnisse:

Sehr gut: HG Glas & Spiegel

Spray - Glasreiniger mit schlierenfreier

Reinigungswirkung

Gut: HG flüssiges Rohrfrei

HG Schimmel Vernichter

Schaumspray

HG Schimmelspray

HG Backofenund

Grillreiniger

HG Kalk weg

Schaumspray

HG Haar Rohrfrei

HG Kochfeld-

Reiniger

HG Aufkleber-

Entferner

HG Fleckenspray extra stark

HG Waschmittelzusatz gegen

üble Gerüche in Sportkleidung

HG Entferner aller üblen

Geruchsquellen

HG Fett-Entferner

HG Superkraft Toilettenreiniger

HG Urinstein Entferner

HG Reiniger für stinkende

Waschmaschinen

HG Naturstein-Arbeitsplatten-

Reiniger

Der Hersteller hat mit der

breiten Palette die vielfältigen

Bedürfnisse der Nutzer im

Blick. John Zentveld, Senior

Product Manager von HG,

warnt, Reinigungsmittel falsch

einzusetzen. Es gehe darum,

Schmutz nachhaltig und ohne

Beschädigungen der Oberflächen

zu entfernen – lose,

feste oder auch farbige Verschmutzungen

von so unterschiedlichen

Oberflächen wie

Stoffen, Stein, Kunststoffen

und auch Metall wie Aluminium,

Edelstahl oder Kupfer.

Und für all diese

ganz besonderen

Probleme entwickle

HG Spezialreiniger

im hauseigenen

Labor – z.B. Toilettenreiniger

ohne

Salzsäure.

Christian Jung,

Projektleiter beim

TÜV Saarland,

zeigte sich beeindruckt

vom Prüfergebnis:

„Wir haben noch nie so viele

Produkte einer Firma mit

diesem Ergebnis getestet. Es

ist beeindruckend, dass alle

getesteten Produkte ein TÜV-

Zertifikat erhalten haben.“

www.hg.eu/de

Mit zwei neuen Modellen hat

GEA (Düsseldorf) sein Spektrum

im Bereich der Homogenisatoren

u.a. für die Milch-,

Getränke- und Nahrungsmittelbranche

erweitert.

Der GEA Ariete Homogenizer

3160

komplettiert

die Serie für

mittlere und

groß dimensionierte

Prozesslinien

und

bietet mit

bis zu 1500

bar eine

hohe Durchsatzkapazität.

Mehr als 300 Optionen erlauben

eine kundenspezifische

Anpassung für eine einfache

Integration in alle hygienischen

bzw. aseptischen Prozesslinien.

Die Modelle erbringen selbst

bei abrasiven und viskosen

Produkten Höchstleistungen.

Optionen wie das patentierte

Homogenisierventil NanoVALVE

oder das Oil Pure System zur

Messung von Kondenswasser

und Öl senken Strom-, Wasserund

Schmierölverbrauch.

Der GEA TriplexPanda Laborhomogenisator

ist eine Drei-

Kolben-Tischmaschine zur

Behandlung von Emulsionen,

Dispersionen und Nanopartikeln

für viele Anwendungen. Dank

Kombination von hochwertigem

Super-Duplex-Edelstahl und verschleißfesten

Materialien ist er

für viele Produkte geeignet, z.B.

klebrige oder hochviskose Emulsionen,

Präparate mit Mikround

Nanofasern sowie stückige

oder kristalline Produkte – ideal

für die Produktentwicklung

und kleine Produktionschargen

zwischen 1 l/h und 100 l/h.

Damit ist er auch für komplexe

Anwendungen wie Getränke auf

Pflanzenbasis, Nahrungsmittelbestandteile

und die Produktion

von Nanozellulose geeignet.

Der Zylinderblock garantiert

durch CIP-Fähigkeit vollständige

Reinigbarkeit ohne Toträume.

Die Einheit

ist in zwei

Ausführungen

bis

400 bar mit

maximalem

Durchsatz

von 100 l/h

bzw. 600

bar für bis

Gebaut für Einsätze in Lebensmittel-Prozesslinien:

der Ariete Homogenizer 3160.

zu 60 l/h

verfügbar.

Für kleine Chargen: der Triplex Panda

Laborhomogenisator. Fotos: GEA

Alle GEA-Homogenisatoren

werden nach EU-Sicherheitsvorschriften

(CE-Standards) entwickelt

und erfüllen Industriezertifizierungen

wie USDA, FDA,

3-A, ATEX, EHEDG und cGMP.

Im GEA Process Technology

Center für Homogenisierung in

Parma (Italien) können Kunden

mit GEA-Experten Produkttests

durchführen und alle Abläufe

in Videokonferenzen in Echtzeit

verfolgen. Für die beiden neuen

Homogenisatoren gibt es auch

On-demand-Webinare unter:

www.webinar.gea.com

GEA Group Aktiengesellschaft

Peter-Müller-Straße 12

D-40468 Düsseldorf

www.gea.com

36 www.hygiene-report-magazin.de


november

produkte & Partner

Steam Hero – ein Dampfsauger für Einsteiger

beam-Neuheit bietet Reinigungspower, einfaches Handling, Kosteneffizienz

Volle Dampfpower, Top-Hygiene

und ein Plus an Fassungsvermögen:

Das bietet das neue

Dampfsaugsystem Steam Hero

der beam GmbH (Altenstadt).

Der bayerische Hersteller lobt

das sehr gute Preis-Leistungs-

Verhältnis und die Innovation

als ideales Einstiegsmodell in

die professionelle Dampfsaugwelt.

Der Steam Hero sorgt im

industriellen und gewerblichen

Bereich für tiefenreine Oberflächen,

bietet einen 8 l großen

Schmutzwassertank und punktet

mit einfachem Handling.

Weil das Multifunktionsgerät

gleichzeitig dampft, saugt und

wischt, spart der Anwender laut

beam bis zu 60 % der Zeit, die

für die herkömmliche Reinigung

mit Eimer und Lappen nötig

wäre. Der Wasserverbrauch

reduziert sich um 93 %.

Der Steam Hero ist das neue Einstiegsmodell

in die professionelle

Dampfsaugwelt. Foto: beam

Mit einer Leistung von 3400

Watt, einem Druck von bis zu

10 bar und einer Temperatur

von bis zu 180 °C wird der

Steam Hero höchsten Hygieneansprüchen

gerecht und löst

härteste Verschmutzungen.

Im industriellen Bereich überzeugt

das Gerät mit seinem

Plus an Fassungsvermögen. Im

Frischwasserreservoir finden

3,8 l, im Schmutzwassertank bis

zu 8 l Platz. Vorteil für den Anwender:

Er muss selten Wasser

nachfüllen und entleeren, das

spart in der Praxis wertvolle Zeit.

Wie alle Dampfsaugsysteme von

beam kommt auch der Steam

Hero völlig ohne den Einsatz

von Chemie aus. Er wird ausschließlich

mit klarem Wasser

befüllt – Green Cleaning pur.

Und dank der Arbeit mit heißem

Trockendampf, sind gereinigte

Flächen sofort wieder trocken.

beam GmbH

Illertalstraße 3

D-89281 Altenstadt

www.beam.de

Velina Allerkamp neue

CDO Hygiene bei CWS

CWS, Lösungsanbieter für die

Bereiche Hygiene, Berufskleidung,

Brandschutz, Reinraum,

Gesundheit und Pflege, hat mit

Velina Allerkamp

(Foto)

seit 1. September

eine

neue Chief

Divisional Officer

Hygiene

(CDO). Die gebürtige Bulgarin

übernimmt die Geschäfte der

CWS Hygiene International

GmbH von Björn Kablitz, der

die Division seit September

2020 interimistisch geführt

hatte. Allerkamp kehrt damit

zu CWS zurück: Im März 2019

hatte sie hier bereits die Rolle

der Head of Corporate Development

übernommen, bevor sie

zum CWS-Mutterkonzern Haniel

Holding wechselte.

www.cws.com

Doppelspitze für Bodo

Möller Chemie Austria

TPE-Beschichtung schützt vor Flüssigkeiten und Fetten

Mit Jürgen Ihrybauer (Foto)

verstärkt die Bodo Möller

Chemie Gruppe (Offenbach)

die Geschäftsführung der 2003

gegründeten österreichischen

Niederlassung

in Wien. Der

erfahrene

Manager des

Spezialchemikalienunternehmens

bildet mit dem bisherigen

Österreich-Geschäftsführer

Frank Haug, der in Personalunion

auch Vorsitzender der

Geschäftsführung der Bodo

Möller Chemie Gruppe ist, die

neue Spitze für Österreich und

Südosteuropa (Länder Slowenien,

Kroatien und Rumänien).

www.bm-chemie.com

Die Thimm Gruppe

(Northeim) beschichtet

Rohpapierrollen

künftig mit der

neuesten Generation

thermoplastischer

Elastomer-Dispersionen

(TPE). Diese

Spezialpapiere bilden

im Bereich Barriere-

Beschichtungen eine

verlässliche Grundlage

für alle Wellpappen- und

Vollkartonhersteller. Hinsichtlich

des Recyclings sind die

beschichteten Papiere eine der

derzeit nachhaltigsten Lösungen

am Markt. Thimm stellt sie ab

sofort mit einer Arbeitsbreite von

bis zu 2,50 m her. Die Papiere

sind im sensiblen Lebensmittelbereich

und für sämtliche

Industriegüter einsetzbar.

Die neuartige Barrierebeschichtung ComBa ist hygienezertifiziert

und hitzebeständig. Foto: Thimm

Kontinuierlich steigt die Nachfrage

nach Alternativen zu

Plastikverpackungen: Papierbasierte

Monomaterialien sind hier

im Vergleich zu Verbundstoffen

oder Verbundverpackungen die

nachhaltigere Lösung. Unter

der neuen Marke „ComBa“

(= „Coated modular Barrier“)

werden in der Thimm-Druckerei

nun Frischfaser-Papierrollen mit

der neuesten TPE-Generation

beschichtet. Die nachhaltige

Beschichtung ist wasserbasiert,

frei von Emulgatoren sowie Lösemitteln

und schützt zuverlässig

vor Flüssigkeiten und Fetten.

Die Dispersionen erfüllen alle

Anforderungen an den Lebensmitteldirektkontakt

und haben

die entsprechenden FDA/EU-

Zulassungen. Im Kit-Test zur

Prüfung der Fettdichte erreichte

das Papier eine sehr hohe Bewertung

(KIT 10-12). Außerdem

ist die wasserbasierte TPE-Beschichtung

hitzebeständig.

THIMM Group GmbH + Co. KG

Breslauer Straße 12

D-37154 Northeim

www.thimm.de

37


produkte & Partner

5·21

„LUMiSpoc“ Innovationspreiskandidat

Partikelanalysesystem der LUM GmbH ist nominiert

Servicevertrag „all inclusive“

Paketangebot für alle Ishida-Röntgenprüfsysteme

Der „LUMiSpoc – Forward

and Sideward Particle Scattering

Analyser“ der LUM

GmbH (Berlin) ist für den

Innovationspreis Berlin Brandenburg

2021 nominiert. Eine

Jury hat aus

168 Bewerbungen

die

zehn besten

ausgewählt,

der Sieger

wird am

28. November

gekürt.

Das LUMi-

Spoc ist ein

hochentwickeltes Einzelpartikel-Analysesystem,

ähnlich

einem Durchflusszytometer,

das die Partikelgrößenverteilung

und Partikelkonzentration

von Nano- und Mikropartikeln

in Suspensionen

und Emulsionen mit einer

hohen Auflösung und einem

beispiellosen Dynamikbereich

misst. Die Entwicklung wurde

von der LUM GmbH mit der

Physikalisch-Technischen

Bundesanstalt (PTB) Berlin

begonnen.

Basierend

auf der SPLS-

Technology ®

(Single-Par-

ticle-Light-

Scattering)

erzeugt ein

innovatives

Lasermodul

mit

integrierter Mikrooptik einen

winzigen nicht-sphärischen

Fokus. Mittels Mikrofluidik

werden die Partikel vereinzelt

und passieren nacheinander

den Detektionsfokus.

www.lum-gmbh.com

Die Lebensmittelindustrie setzt

zunehmend Röntgenprüfsys teme

ein, um die Qualitätsanforderungen

des

Handels

zu erfüllen.

Viele

Hersteller

scheuen

jedoch die

Ausgaben

für

zusätzliche Schulungen und

den Austausch hochpreisiger

Komponenten wie Generatoren

und Zeilensensoren. Die Ishida

GmbH (Schwäbisch Hall) hat

daher Servicepakete für neue

Röntgenprüfsysteme eingeführt,

die über einen Zeitraum von

fünf Jahren eine Total Cost of

Ownership (TCO) von jährlich

weniger als 3 % der Anschaffungskosten

garantieren.

Das Servicepaket wird bei

Anschaffung des Röntgenprüfsystems

bezahlt und basiert laut

Ishida

auf einer

festen Gebühr

ohne

versteckte

Mehrkosten.

Ishida bietet All-inclusive-Serviceverträge für Enthalten

alle Röntgenprüfsysteme. Foto:Ishida sind nach

Aussage

von Ishida-Geschäftsführer

Oliver Blaha Leistungen wie

Servicetechnikerbesuche,

Kalibrierung und Validierung,

technische Unterstützung sowie

sämtliche Ersatzteile.

Ishida GmbH

Max-Planck-Straße 2

D-74523 Schwäbisch Hall

www.ishida.de

Berührungslos keimfrei: Frontmatec erweitert Handreinigungsbecken/-rinnenserie

Die Frontmatec Hygiene GmbH

(Beckum), hervorgegangen aus

der ITEC GmbH, einem weltweiten

Marktführer für Personalhygiene,

steht für innovative, konzeptionelle

Hygienelösungen in

der Lebensmittelindustrie. Gerade

in Zeiten der Corona-Pandemie

ist kontaktlose Handhygiene

in allen Bereichen unabdingbar.

Angesichts der starken

Nachfrage wurden die nun die

Handreinigungsbecken/-rinnen

der Serie 20550 modifiziert und

um eine top-moderne Touchless-Variante

erweitert.

Anstatt des bisherigen Armhebelspenders

I1000 setzt

Frontmatec bei dem bewährten

Handreinigungsbecken nun auf

sensorgesteuerte wie kontaktlos

eingebaute Seifen- und

Das Handreinigungsbecken vom Typ

20550 Touchless. Foto: Frontmatec

Desinfektionsmittelspender. So

können sich Nutzer die Hände

waschen und desinfizieren,

ohne Hautkontakt mit der Armatur

zu haben – Keimaustausch

wird vermieden und der Infektionsschutz

perfektioniert.

Das industrietaugliche Handreinigungsbecken

20550

Touchless wird als kompakte,

fertige Einheit verkauft. Der

hohe Feuchtigkeitsschutz gilt

als großer Vorteil zu anderen

herkömmlichen Systemen.

Der Seifen- und Desinfektionsmittelspender

enthält die

bewährte ITEC-Dosierpumpe;

ein Federdruckdeckel schließt

den 1l-Behälter hygienisch ab.

Die Serie 20550 Touchless ist

laut Hersteller robust und mit

optisch ansprechendem Edelstahldesign

in vielen Bereichen

und Branchen einsetzbar

– auch außerhalb der Lebensmittelindustrie.

Hygienisch ist

das 20550 Touchless in jeder

Hinsicht, denn es enthält eine

Aquaflow-Steuerung, die alle

72 Stunden nach Nichtbenut-

zung die Wasserleitung spült.

Mit dem verbauten Thermomischventil

inklusive Rückschlagventil

ist eine thermische

Desinfektion bei einer Wassertemperatur

von 70 °C möglich.

Die Handreinigungsbecken/-rinnen

20550 Touchless sind als

Einzelwaschplatz und Mehrfach-Waschrinnen

mit bis zu

sechs Waschplätzen lieferbar.

Optional gibt es Standfüße,

Rückwände, Durchlauferhitzer,

Medienanschlüsse, Handtuchspender,

Warmluftgebläse etc.

als Zusatzausstattungen.

Frontmatec Hygiene GmbH

Auf dem Tigge 60 b + c

D-59269 Beckum

www.itec-hygiene.com

38 www.hygiene-report-magazin.de


november

produkte & Partner

„Sichtbare Seife“ zeigt

den Händewasch-Erfolg

Die 2017 gegründete Heyfair

GmbH (Jena) entwickelt für

eine effektivere

Infektionsprävention

Hygiene

produkte, die

Fehler bzw. Erfolge

bei Hygienemaßnahmen

durch innovative

Farbstoffsys teme

einfach sichtbar machen.

Seit 2019 vermarktet man

„DesiCoach“ zum praktischen

Training der Händedesinfektion:

Mittels eines Farbstoffes wird

nach kurzer Zeit sichtbar, wo

lückenhaft desinfiziert wurde.

Im Juli 2021 wurde die sichtbare

Seife „VisiSoap“ am Markt

eingeführt. Inzwischen wurden

über 100.000 Trainings mit

diesen Produkten durchgeführt.

Kunden sind u.a. Kliniken und

Lebensmittelunternehmen.

www.heyfair.de

Richtige Fußmatte sorgt für Hygiene-Plus im Betrieb

MEWA: Sicherheit gegen Nässe und Schmutz – Logistik durch Mietservice

Konsequent eingesetzt, können

moderne Schmutzfangsysteme

einen wesentlichen Teil von

Schmutz und Nässe beim

Betreten eines Betriebsgebäudes

auffangen und

die Böden vor vorzeitiger

Abnutzung schützen.

Sie sorgen zuverlässig

für Sauberkeit und

reduzieren die Rutschgefahr

durch spezielle

Rückseitenbeschichtung.

Und: Ein gepflegter

Eingangsbereich ist eine

erste Visitenkarte jedes

Unternehmens.

Werden Fußmatten gekauft,

wird der Aufwand für Reinigung

und Austausch oft unterschätzt.

Denn sie müssen regelmäßig

und fachgerecht gewaschen

werden, um ihre Wirkung nicht

zu verlieren. Diese logistische

Herausforderung überlassen

viele Betriebe deshalb einem

spezialisierten Dienstleister

Per Mietservice sind im Betrieb stets saubere

Fuß-/Bors tenmatten im Einsatz. Foto: MEWA

wie MEWA (Wiesbaden). Die

verschmutzten Matten werden

im gewünschten Rhythmus

abgeholt, gegen saubere ausgewechselt,

in industrieller Textilwäsche

aufbereitet und wieder

angeliefert. MEWA wäscht

jährlich 2,9 Mio. Fußmatten

ressourcenschonend in eigens

entwickelten Waschstraßen.

Um Außen-, Übergangs- und

Innenbereiche sauber zu halten,

gibt es verschiedene Mattenarten.

Wo grobe Schmutzpartikel

auftreten, entfaltet die

hoch strapazierfähige MEWA-

Borstenmatte ihre vollständige

Wirkung. Für den Innenbereich

ist die klassische rutschfeste

und faltenfreie MEWA-Fußmatte

konzipiert. Zudem hat MEWA

eine Allzweck-Fußmatte für jede

Jahreszeit im Sortiment. Sie alle

sind in dezenten Farben und

diversen Größen erhältlich.

MEWA Textil-Service

John-F.-Kennedy-Straße 4

D-65189 Wiesbaden

www.mewa.de

KNAUER beruft Losch

in die Geschäftsführung

Die KNAUER Wissenschaftliche

Geräte GmbH (Berlin), Hersteller

von Hightech-Labormessgeräten,

hat Carsten Losch (Foto),

bisher Leiter

des weltweiten

Vertriebs, zum

Geschäftsführer

berufen. Er

begann seine

Karriere 2011 im

KNAUER-Vertriebsaußendienst,

übernahm 2013 die Leitung des

Außendienstes für die DACH-

Region und 2015 die Leitung

des weltweiten Vertriebs. Die

Eigentümerin und bis dato Alleingeschäftsführerin

Alexandra

Knauer übernimmt den Vorsitz

der Geschäftsführung und

wird das Unternehmen künftig

gemeinsam mit Losch leiten.

www.knauer.net

Feuchte, Schimmel & Co. vorbeugen

Teledyne FLIR: MR265 integriert Wärmebildfunktion

Messinstrumentenspezialist

Teledyne FLIR hat ein Feuchtemessgerät

mit Wärmebildkamera

auf den Markt gebracht.

Das FLIR MR265

mit Wärmebildfunktion

und

MSX (Multi-

Spectral Dynamic

Imaging) ist

darauf ausgelegt,

große Bereiche

auf Feuchtigkeitsprobleme,

Luftlecks und

elektrische Probleme zu scannen,

Wasserlecks und andere

Probleme wie Schimmel

schnell an der Quelle aufzuspüren

und zu lokalisieren.

Das Kombinationsmessgerät

kann dank Lepton-Wärmebildkamera

mit einer Auflösung

von 160 × 120 Pixel sowie

visueller Kamera, Laserpointer

und einem stiftbasierten oder

-losen Feuchtigkeitssensor

nicht

nur undichte

Stellen schneller

erkennen und

messen, sondern

bietet zudem

eine vereinfachte

Berichterstellung

mit der FLIR

Thermal Studio

Suite. Es kann sowohl mit als

auch ohne Stift eingesetzt

werden. Der Funktionsumfang

lässt sich durch sechs kompatible

Sonden und Sensoren

als Zubehör erweitern.

www.flir.de/MR265

Schur Flexibles im ESG

Risk Rating top-platziert

Die auf maßgeschneiderte

Hochbarriere-Verpackungslösungen

für die Lebensmittelindustrie

spezialisierte Schur

Flexibles (Wiener Neudorf/Österreich)

richtet sich ganzheitlich

auf Nachhaltigkeit aus. Im

unabhängigen ESG Risk Rating

von Sustainalytics erreichte die

Firma im August auf Anhieb

Platz 1 in ihrer Subindustrie und

Platz 2 in der gesamten Branche

„Containers & Packaging“.

Schur Flexibles erhielt ein ESG

Risk Rating von 9,0 und war

damit das einzige Unternehmen

der Branche, das ein „vernachlässigbares

Risiko“ in Bezug

auf wesentliche ESG-Faktoren

aufweist. Diese Top-Bewertung

baut auf der ganzheitlich

nachhaltigen Ausrichtung bei

Produkten wie Prozessen auf.

www.schurflexibles.com

39


veranstaltungen

5·21

Messekalender

15.-18. November:

Medica – Fachmesse für Medizintechnik,

Laborausstattung,

Diagnostika, Düsseldorf

17.-18. November:

Maintenance Schweiz – Leitmesse

für industrielle Instandhaltung,

Zürich (CH)

23.-24. November:

Free From Functional Food Expo

– Fachmesse für Free-Fromund

funktionale Lebensmittel,

Amsterdam (NL)

30. November - 2. Dezember:

Health Ingredients/Food Ingredients

Europe – Internationale

Messe für Lebensmittel-Zusatzstoffe,

Frankfurt, und zusätzlich:

22. November - 2. Dezember

als digitales Event unter

www.figlobal.com

1.-5. Dezember:

FOOD & LIFE – Messe für

Essen, Trinken & Genießen,

München

25.-27. Januar:

maintenance NEXT – Internationale

Fachmesse und Kongress

für industrielle Wartung und

Reinigung, Rotterdam (NL)

8.-10. Februar:

Lounges – Fachmesse für

Reinraum- und Pharmaprozesstechnik,

Karlsruhe

10.-11. Februar:

EUROTOI – Internationale Fachmesse

für mobile Sanitärsysteme,

Kalkar

16.-17. Februar:

Pumps & Valves – Fachmesse

für Pumpen, Armaturen &

Prozesse, Dortmund

Wegen möglicher Coronabedingter

Absagen gilt für alle

Termine: ohne Gewähr.

Von Chemikalienrecht bis „ED“

Fresenius-Expertentreffs in Präsenz und online

Am 18./19. November veranstaltet

die Umweltakademie Fresenius

in Dortmund ihr 12. Anwenderforum

„Chemikalienrecht

Aktuell – REACH und CLP im

Fokus“. Das Hauptaugenmerk

liegt auf dem European Green

Deal. Dabei wird erläutert, worauf

sich die Industrie und die

sogenannten „nachgeschalteten

Anwender“ in Zukunft einstellen

müssen.

Referenten informieren über

aktuelle Anforderungen des

Chemikalienrechts, den Stand

der Umsetzung, die neue Gefahrstoffverordnung

und Zulassungsverfahren

von Chemikalien

unter REACH. Diskutiert wird

über die zukünftige Entwicklung

der REACH-Verordnung und die

Auswirkungen des Brexits auf

EU-REACH und Industrie.

Nach den Lockdowns bieten

Mitglieder des Verbandes Technischer

Handel (VTH) wieder

Schulungen in Arbeitssicherheit

und Gesundheitsschutz für ihre

Kunden aus

Industrie und

Handwerk an.

Darunter sind

z.B. Seminare

zur professionellen

Abdichtung

von

Schlauchleitungen,

zum sicheren Umgang

mit Druckluft, zum Einsatz der

richtigen Antriebskomponenten

oder zur korrekten Vorspannung

von Riemen – in der eigenen

Werkstatt, beim Kunden oder

als Videoschaltung.

Mobile Trainingsanlage für Rettungsübungen.

Foto: Drägerwerk

Eine Fortbildung für Gewässerschutzbeauftragte

zum Thema

„WHG und AwSV aktuell“ findet

am 17. November in Köln statt,

eine Schulung zum Thema „Immissionsschutzrecht

kompakt“

am 2. Dezember online.

Zur 12. Internationalen Online-

Konferenz „Endocrine Disruptors“

lädt die Akademie

Fresenius am 23./24. November

ein. Experten aus Behörden,

Industrie und Wissenschaft

diskutieren u.a. aktuelle Probleme

bei der Anwendung der

EU-Kriterien, wissenschaftliche

Entwicklungen rund um EDs

und die Schilddrüse, „Thyroid

endpoints“ in Fischstudien und

XETA Tests (OECD TG 248).

Weitere Info & Anmeldung unter

www.akademie-fresenius.de.

Sicherheit mit PSA, CSE und DVS

Wieder VTH-Schulungen für Industrie-Kunden

In Trainingszentren zeigen Unterweiser,

wie man Persönliche

Schutzausrüs tungen zur Absturzsicherung

(PSAgA) richtig

auswählt und anlegt und sicher

klettert. VTH und

Dräger Safety bereiten

mit mobilen

CSE-Trainingsanlagen

auf Gefahrensituationen

in

engen Räumen,

Behältern oder

Schächten vor.

Mit Innotech Roth

werden DVS/EWF-Klebfachkräfte

ausgebildet, im Bereich

Wälzlager u.a. Montage- und

Demontageverfahren behandelt.

Nähere Informationen unter

www.vth-verband.de.

Kurse „CIP-Reinigung“

und „Hygienic Design“

Die Hygienic Design Weihenstephan

Akademie veranstaltet am

17./18. November in Freising

einen Kurs „CIP-Reinigung von

Rohrleitungen und Behältern“;

Themen sind Strömungsmechanik,

Behälterreinigungsmethoden,

Reinigungsmittelauswahl,

Sicherheit im Umgang mit

Reinigungsmitteln, Wasseraufbereitung

und CIP-Anlagenauslegung.

Vom 30. November bis

2. Dezember findet in Freising

ein Hygienic-Design-Grundkurs

gemäß EHEDG-Guidelines statt.

Er zeigt, wie rechtliche Anforderungen

bei Komponenten/

Anlagen umgesetzt werden; in

Workshops werden die Zusammenhänge

zwischen sicherer

Produktion und erforderlichem

Anlagendesign vertieft.

Nähere Infos unter www.x4com.

de/hygienic_design_akademie

Know-how fürs Labor

Unter dem Motto „Know-how

für Ihr Labor“ bietet die Dr. Klinkner

& Partner GmbH (Saarbrücken)

eine Vielzahl von Online-

Schulungen für Mitarbeiter

von Labors der Lebensmittel-,

Getränke- und Pharmaindustrie

an. Themen sind z.B. am

16.11. „Hygienisches Arbeiten

im Mikrobiologie-Labor“, am

18.11. „Arbeitssicherheit im

Labor/Chemielabor“, am 22.11.

„Messunsicherheit und Validierung“,

am 23.11. „Auditoren-

Training“, am 29.11. „Basiswissen

GxP – Good Manufacturing

Practice (GMP)“, am 1.12.

„SOPs und QM-Dokumentation

im Labor“ und am 7.12. „Moderne

Laborplanung“.

Details und Anmeldung unter

www.klinkner.de/fortbildung

40 www.hygiene-report-magazin.de


november

veranstaltungen

Mikrobiologie-Probleme in Betrieben

fairXperts-Fachtagung am 30. November in Nürtingen

Mikroorganismen können

in Unternehmen erhebliche

Schäden anrichten. Das

Spektrum reicht von üblen

Gerüchen über Probleme

bei Produktionsanlagen und

Qualitätseinbußen bei der

Oberflächenvergütung

bis zur

Gefährdung von

Mitarbeitern

und Umwelt.

Über die

Ursachen einer

unerwünschten

TÜV Süd: Meeting für

Lebensmittel-Experten

Der TÜV SÜD hält am Donnerstag,

18. November, von 14 bis

17 Uhr in Bielefeld ein Lebensmittel

Experten Meeting ab.

Fachleute berichten über Entwicklungen

bei den Standards,

Erfahrungen aus Audits und

Aktuelles aus der Branche. Themen

sind z.B. IFS Food Version

7, ISO 22000:2018 und FSSC

22000, HACCP nach Codex Alimentarius,

Revision 2020, Neue

nachhaltige Zertifizierungsstandards,

Remote Audits/Erfahrungen

aus der Zertifizierung.

Zielgruppe sind Entscheider,

Qualitätsbeauftragte und Mitarbeiter

im Qualitätsmanagement

aus der Lebensmittelbranche.

Der genaue Veranstaltungsort

wird noch bekanntgegeben.

Nähere Infos und Anmeldung:

www.tuvsud.com/de

Entwicklung von

Mikroorganismen,

akute und

langfristige Maßnahmen dagegen

sowie die Vorschriften, die

zu beachten sind, informiert

die fairXperts GmbH mit der

3. Fachtagung „Mikrobiologie

in Unternehmen“ am 30. November

– als Präsenzveranstaltung

im K3N in Nürtingen

und als Online-Event.

Schimmel, Schleim, Biofilme

und Legionellose sind durch

Mikroorganismen verursachte

Phänomene; sie besitzen

bei unkontrolliertem

Wachstum

das Potential,

technische

Anlagen

zu beeinträchtigen,

Material zu

schädigen,

Gesundheitsprobleme

zu verursachen. Bei

der Tagung zeigen Referenten

und Debatten Lösungs- und

Bekämpfungsmöglichkeiten.

Biofilme bilden den Nährboden

z.B. für Legionellen. Foto: Kunz

Weitere Info & Anmeldung

unter www.fairXperts.de.

Kurse zur Basishygiene

in der Käseproduktion

Der Verband für handwerkliche

Milchverarbeitung im ökologischen

Landbau e.V. (VHM)

in Freising bietet eine Vielzahl

von Workshops, Präsenz- und

Online-Kursen zu Themen von

Käseverarbeitung und -verkauf

über Produktuntersuchungen

bis zu Reinigung und Produktionshygiene

an. Aktuelle

Termine sind beispielsweise:

Grundkurs „Hofeigene Milchverarbeitung“

vom 15.11.-19.11.

im Kolping-Familienferienwerk

in Herbstein; „Die richtige

Starterkultur“ am 23.11. (Online

über Zoom-Videokonferenz);

Aufbaukurs „Basishygiene und

HACCP in Hofkäsereien“ am

7./8.12. (Online über Zoom-

Videokonferenz).

Weitere Info & Anmeldung unter

www.milchhandwerk.info

www.hofkaese.de

Webinarreihe „drinktec TALK“

Vier Themen ab 7. Dezember – Messe erst 2022

Die drinktec, Weltleitmesse für

die Getränke- und Liquid-Food-

Industrie in München, bietet mit

dem „drinktec TALK“ erstmals

eine Webinarreihe an. An vier

Terminen werden in kompakten

Online-Live-

Events Neuerungen

und

Lösungen

für die

Getränkeindustrie

vorgestellt.

Fachleute

finden damit

eine Bühne, um sich bereits

neun Monate vor der nächsten

Präsenzausgabe der Messe vom

12.-16. September 2022 über

Neuheiten und Entwicklungen

der Branche auszutauschen.

Die Webinarreihe wird live und

in englischer Sprache angeboten

und beinhaltet Vorträge und

Präsentationen von Branchenexperten

und Ausstellern. Teilnehmer

können im Anschluss in

einer offenen Q&A Session mit

allen Rednern in Dialog treten.

Bei der Premierenveranstaltung

am 7. Dezember 2021 geht es

um das Thema „Wasser und

Wasserbehandlung“. Die weiteren

Themen und Termine:

11. Januar 2022: „Nachhaltige

Produktion & Verpackung“;

1. Februar 2022: „Digitale Lösungen

& Digitale Transformation“;

1. März 2022: „Konsumentenwelt

& Produktdesign“.

Nähere Info unter www.drinktec.

com/de/online/drinktec-talk/

IMPRESSUM

ISSN: 1618-2456

HYGIENE REPORT

Verlag:

Dr. Harnisch Verlags GmbH

Eschenstraße 25

90441 Nürnberg

Telefon: 09 11/20 18-0

Telefax: 09 11/20 18-100

Email: hygiene@harnisch.com

www.harnisch.com

Geschäftsführer:

Dr. Claus-Jörg Harnisch

Benno Keller

Objektleitung:

Armin König

Telefon: 0911/20 18-230

Publisher:

Benno Keller

Redaktionsteam:

Horst Buchmann

Grazyna Schatton

Technische Leitung:

Armin König (-230)

Erscheinungsweise:

5 x jährlich – Februar, April, Juni,

September, November

Abonnement:

Marta Bletek-Gonzalez

Bezugspreis:

im Jahresabonnement

Inland: EUR 30,- zzgl. MwSt.

Ausland: EUR 35,-

Druckauflage:

18.000 Exemplare

Druck:

Herrmann GmbH Offsetdruckerei

90513 Zirndorf

Die in diesem Magazin enthaltenen Beiträge

einschließlich der Abbildungen

unterliegen dem Urheberrechtsgesetz.

Eine Verwendung ohne Zustimmung des

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verfolgt. Dieses gilt für jede

erdenkliche Form der Vervielfältigung.

Sonder- und Nachdrucke können gerne

auf Anfrage bestellt werden. Artikel,

die namentlich gekennzeichnet

oder durch ein Kürzel einem Autor zuzuordnen

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können nicht zurückgeschickt werden.

Wird ein Manuskript von der Redaktion

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ISSN 1618-2456

Internationale Fachzeitschriften

Themen februar

• Entkeimung

• Raumluft

• Qualitätskontrolle

• Hygienic Design

1·22

Die Veröffentlichungen des Dr. Harnisch Verlages

behandeln vornehmlich ausgewählte Themen der

Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Sie sind als interdisziplinäre Ratgeber für die

Führungskräfte der Industrie unentbehrlich. Der

Schwerpunkt liegt dabei in der Herausgabe von

internationalen Fachzeitschriften. Ein hochkarätig

besetztes Autorenteam unterstützt dabei

stets die Verlagsredaktion.

ISSN 1618-2456

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