Getränke! Technologie & Marketing 4/2021
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26. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034<br />
www.getraenke-tm.de<br />
TECHNOLOGIE & MARKETING 4 | <strong>2021</strong><br />
■ BRANCHEN REPORT Smarte Sensoren: Optimiertes Betriebsregime von Wärmetauschern<br />
■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Rohstoffe aus der Natur: Aromen, Vitamine und Mineralien<br />
■ IM FOKUS FACHPACK <strong>2021</strong>: Innovative und nachhaltige Verpackungskonzepte<br />
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PROZESSTECHNIK &KOMPONENTEN<br />
© NETZSCH<br />
Die branchenumfassende Medien -<br />
plattform für Anbieter und Anwender<br />
in deutscher und englischer Sprache<br />
Exklusive Informationen rund um die<br />
Pumpen-, Kompressorenindustrie,<br />
Systeme und Komponenten<br />
Entwicklungen und Trends<br />
Zukunftstechnologien aus erster Hand<br />
Ausgerichtet an internationalen<br />
Fachmessen für <strong>2021</strong><br />
Russische Sonderausgabe für den<br />
russischen Markt im Oktober<br />
Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com
EDITORIAL<br />
Gestärkt aus der Krise<br />
BENNO KELLER<br />
Verleger<br />
Verehrte Leserinnen und Leser,<br />
leider ist es noch zu früh, das Ende der Corona-Pandemie auszurufen.<br />
Im Dr. Harnisch Verlag sind wir mit einer geheilten Erkrankung glimpflich<br />
davon gekommen. Dem gegenüber steht ein ganzes Feuerwerk neuer<br />
Verlagsprodukte und eine intensive und kontinuierliche Entwicklung der<br />
Dr. Harnisch DIGITAL Publications.<br />
Oft habe ich in diesen Monaten an den „Innovations-Marathon“ einer<br />
bedeutenden Elektronikfirma anlässlich der Folgen der Finanzkrise 2009<br />
gedacht. Wenn man in Zeiten des gefühlten Stillstands seine Hausaufgaben<br />
macht, kommt man gestärkt aus der Krise. Ich hoffe, dass dies auch<br />
auf Sie zutrifft.<br />
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlags waren längere Zeit im Homeoffice. Alles hat funktioniert,<br />
keine Ausgabe war verspätet. Für mich eine Gelegenheit, mich auch einmal öffentlich bei allen<br />
zu bedanken, die uns durch die Coronazeit gebracht haben.<br />
Ein Tipp zum Schluss: Gehen Sie mal auf die Webseite des Verlags: www.harnisch.com. Dort können<br />
Sie jede aktuelle Ausgabe unserer Fachmagazine sehen, aber auch das Archiv mit den Ausgaben der<br />
letzten Jahre. Die Suchfunktion wurde in einigen Teilen erweitert, so werden Sie noch schneller fündig.<br />
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen<br />
Benno Keller<br />
Verleger
24<br />
36 41<br />
Inhalt 6 ZUM TITEL<br />
6 Digitalisierung:<br />
Messtechnik – Potenziale der Industrie 4.0 nutzen<br />
10 BRANCHEN REPORT<br />
10 Smarte Sensoren:<br />
Optimiertes Betriebsregime von Wärmetauschern<br />
14 Hygienic Design:<br />
Versteckte Kostentreiber in Produktion und Konstruktion<br />
16 Multikanaltransmitter:<br />
Effiziente Überwachung der Reinstwasserqualität<br />
18 Modernisierung bestehender 50.000er-MW-Linie:<br />
Lösung für Palettierbereich inklusive Palettentransport<br />
21 Aseptische Kartonverpackung:<br />
Innovative Verpackungslösung für Pflanzendrinks<br />
24 Leistungsstarkes Filterverfahren:<br />
Trenntechnik spart Brauerei Zeit und Geld<br />
27 ROH- UND INHALTSSTOFFE<br />
27 Wertsteigerung der Lupine: Pflanzliche Proteine in Getränken<br />
30 Rohstoffe aus der Natur: Aromen, Vitamine und Mineralien<br />
34 Werbesprachliche Wortneuschöpfungen: Bärige Ideen<br />
36 Variationen bei Weinen:<br />
Deutsche Weine – Rebsorten, Bouquet und Weinstilistik<br />
39 IM FOKUS<br />
39 INTERVITIS INTERFRUCTA 2022:<br />
Branchentreff und Informationsplattform<br />
40 SPS <strong>2021</strong>: Bringing Automation to Life<br />
41 FACHPACK <strong>2021</strong>: Nachhaltige Verpackungskonzepte<br />
42 Abfüllanlagen: Bewährte <strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />
44 Effiziente Logistik in der Getränkebranche:<br />
Transportsicherung ohne Zeitverlust und Beschädigungen<br />
46 Salztabletten: Neue moderne Salzanlage für Siedesalz<br />
48 MARKT<br />
48 ein.blick: Hilfsbereitschaft und Solidarität: Zeichen der Hoffnung<br />
50 Ressourcen – Nachhaltigkeit – Innovationen:<br />
Trends in der Verpackungsbranche<br />
52 Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />
56 90 Jahre ein verlässlicher Partner seiner Kunden<br />
IMPRESSUM<br />
ISSN 1431-4428<br />
Getränke! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />
Verlag<br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />
Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg<br />
Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0<br />
Fax: +49 (0) 911 2018 - 100<br />
gtm@harnisch.com<br />
www.getraenke-tm.de<br />
www.harnisch.com<br />
Geschäftsführung<br />
Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />
Benno Keller<br />
Objektleitung<br />
Brigitte Haulena<br />
Redaktion<br />
Dr. Günter Arndt<br />
Roland Hensel<br />
Bert Pflüger<br />
Dr. Burkhard Schäfer<br />
Sabine Straka<br />
Mediaberatung<br />
Thomas Mlynarik | D-A-CH<br />
Britta Steinberg | Digitale Werbung<br />
Carola Weise | Ingredients<br />
Edouard Costemend | Frankreich<br />
Gabriele Fahlbusch | Europa<br />
Bill Kaprelian | Nordamerika<br />
Technische Leitung<br />
Armin König<br />
Erscheinungsweise 5 x jährlich<br />
Bezugspreis<br />
Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben<br />
Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.<br />
Ausland: € 67,- inkl. Porto<br />
Bankverbindung<br />
HypoVereinsbank AG Nürnberg<br />
Swift-Code: HYVEDEMM460<br />
IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18<br />
Druck<br />
Schleunungdruck GmbH<br />
Eltertstraße 27 | D-97828 Marktheidenfeld<br />
Copyright © <strong>2021</strong><br />
Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH |<br />
Nürnberg<br />
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Messtechnik: Potenziale<br />
der Industrie 4.0 nutzen<br />
www.de.endress.com<br />
Foto: Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG<br />
Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt<br />
einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete Beiträ<br />
ge entsprechen dabei nicht unbedingt der Meinung<br />
der Redaktionskonferenz.<br />
4 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
ZUM TITEL | Digitalisierung<br />
NUTZUNG DER PROZESSINSTRUMENTIERUNG<br />
Messtechnik:<br />
Potenziale der Industrie 4.0 nutzen<br />
Vor 10 Jahren wurde von der Forschungsunion der Bundesregierung erstmals auf<br />
der Hannover Messe der Begriff „Industrie 4.0“ an die Öffentlichkeit getragen.<br />
Seitdem sind für die Prozessindustrie zahlreiche Lösungs ansätze entstanden.<br />
Endress+Hauser erschließt dabei mit seinem Industrie 4.0 Programm als technologischer<br />
Wegbereiter zusammen mit seinen Kunden und Partnern das Potenzial im Bereich<br />
der Prozessinstrumentierung. Was ist in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie hier<br />
heute bereits möglich und wo geht die Reise hin?<br />
Von TIM SCHRODT, Branchenmanager Lebensmittel, Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG<br />
Abb. oben:<br />
Smarte Sensoren sind der<br />
Schlüssel zur Digitalisierung:<br />
Durchflusssensoren<br />
der Proline 300/500-Familie<br />
besitzen einen integrierten<br />
Webserver und WLAN sowie<br />
Selbstdiagnosesysteme.<br />
Foto: Endress+Hauser<br />
E<br />
s war ein mutiger Schritt,<br />
der Prozessinformatik und<br />
der Idee von cyper-physischen<br />
Systemen bereits vorab das<br />
Poten zial einer vierten industriellen<br />
Revolu tion zuzuschreiben.<br />
Betrachten wir die Historie der<br />
drei vorangegangenen „Revolutionen“,<br />
so fällt besonders bei der<br />
Nutzung der Dampfkraft zur Mechanisierung<br />
auf, dass der Wirkungsgrad<br />
der <strong>Technologie</strong> über ihren<br />
Erfolg entscheidet. Die Dampfkraft<br />
benötigte vom Zeitpunkt<br />
ihrer Erfindung (1698, Dampfpumpe,<br />
T. Savery) rund 160 Jahre, um<br />
sich voll in der Industrie durchzusetzen<br />
und ihr Potential zu entfalten.<br />
Schauen wir uns den Stand der<br />
Digitalisierung 10 Jahre nach der<br />
Einführung des Begriffs Industrie 4.0<br />
genauer an.<br />
97 Prozent Daten<br />
aus der Feldebene<br />
werden nicht genutzt<br />
Ein moderner Produktionsbetrieb<br />
verfügt, abhängig von Größe und<br />
Branche, über ca. 50 bis 2.000<br />
Messstellen, um seine Produktionsprozesse<br />
zu messen, zu steuern, zu<br />
automatisieren und diese sicher zu<br />
machen. Die Messgeräte können<br />
heute schon neben den eigentlichen<br />
Messwerten weitere Daten und Informationen<br />
liefern, die aber nach<br />
Feststellung von Endress+Hauser<br />
zu 97 % nicht genutzt werden.<br />
Die Ursachen dafür sind unter anderem<br />
die fehlende Konnektivität,<br />
um die Daten aus den Geräten herauszubekommen<br />
und der hohe<br />
Engineeringaufwand, den es bedarf,<br />
um diese zu interpretieren.<br />
Hier setzt das Industrie 4.0 Programm<br />
von Endress+Hauser an, indem<br />
es aufeinander abgestimmte<br />
intelligente Prozesssensoren, Cloud<br />
Apps, Schnittstellen und Konnektivitäts-Komponenten<br />
kombiniert<br />
und in praxisorientierte Lösungspakete<br />
übersetzt. Besonders relevant<br />
für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
sind beispielsweise die Lösungspakete<br />
für den Anlagenüberblick,<br />
die Anlagenüberwachung und<br />
für das mobile Asset Management.<br />
6 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
ZUM TITEL | Digitalisierung<br />
Smarte Sensoren sind der<br />
Schlüssel zu Industrie 4.0<br />
Das Industrie 4.0 Programm von<br />
Endress+Hauser macht die Daten<br />
der smarten Feldgeräte verfügbar.<br />
Doch was macht ein Feldgerät zu einem<br />
„smarten Sensor 4.0“?<br />
Hier spielen Kommunikationskonzepte<br />
eine wichtige Rolle.<br />
Integrierte Webserver ermöglichen<br />
bereits heute eine direkte Bedienung<br />
und einen Datenaustausch<br />
mit einem Laptop. Der Kommunikationsstandard<br />
OPC UA erlaubt<br />
hersteller übergreifend die Einbindung<br />
von Mess- und Zustandsdaten<br />
in nachgelagerte Geschäftsprozesse.<br />
Auch das Produktportfolio an Geräten<br />
mit Ethernet-basierten Feldbussen<br />
wächst stetig. Mit dem cloudbasierten<br />
Radar-Füllstandsmessgerät<br />
Micropilot FWR30 ist sogar eine<br />
kabel lose Füllstandsmessung für<br />
mobile Behälter möglich.<br />
Sensoren mit geräteinternen<br />
Prüffunktionen<br />
Ein weiteres Kriterium, das einen<br />
Sensor zum smarten Sensor<br />
macht, sind geräteinterne Prüffunktionen.<br />
So bieten Messgeräte mit<br />
Heartbeat Technology Diagnose-,<br />
Verifikations- und Monitoringfunktionen,<br />
die mit datenbasierten Meldungen<br />
und Warnhinweisen Mehrwerte<br />
schaffen und eine vorausschauende<br />
Wartung ermöglichen.<br />
Besonders hilfreich zur Führung stabiler<br />
Prozesse in der Lebensmittelund<br />
Getränkeindustrie sind zusätzliche<br />
Informationen zur Gasblasen-,<br />
Schaum oder Belagsbildung. So sind<br />
beispielsweise die Radar-Füllstandsmessgeräte<br />
Levelflex und Micropilot<br />
in der Lage, Schaumbildung zuverlässig<br />
zu erkennen.<br />
Die Messgeräte nutzten die geräteinternen<br />
Daten auch zur permanenten<br />
Selbstüberwachung. So<br />
ist eine Verifika tion ohne Prozessunterbrechung<br />
möglich. Als dokumentierte<br />
Prüfung kann sie auch<br />
herangezogen werden, um Prozesse<br />
zu triggern, für die zum Beispiel<br />
die exakte Zudosierung von<br />
Rezepturbestandteilen essen ziell<br />
für die Produkt sicherheit ist – die<br />
Produktion läuft hier erst weiter,<br />
wenn das Gerät sich verifiziert hat.<br />
Ein weiteres Beispiel für einen smarten<br />
Sensor ist das selbstkalibrierende<br />
Thermometer iTHERM TrustSens.<br />
Dieses kalibriert sich beim Unterschreiten<br />
einer bestimmten Temperatur<br />
vollautomatisch selbst und<br />
gewährleistet somit die permanente<br />
Sicherheit von kritischen Produktionsprozessen.<br />
Somit stehen<br />
Anlagenbetreibern der Getränkeund<br />
Lebensmittelindus trie zahlreiche<br />
Möglichkeiten offen, smarte<br />
Sensorik über alle Messparameter<br />
in die Produktionsanlagen zu verbauen,<br />
an die Daten der Feldgeräte<br />
zu gelangen und mit verschiedenen<br />
Lösungspaketen direkt von der digitalen<br />
Technik zu profitieren.<br />
Lösungspaket Anlagenüberblick:<br />
alles überblicken,<br />
sicher entscheiden<br />
Bisher waren eine intensive Recherche<br />
und ein hoher manueller Aufwand<br />
erforderlich, um installierte<br />
Messgeräte einer Anlage für<br />
die Lebensmittel- oder Getränkeproduktion<br />
zu erfassen – ein sehr<br />
kostenintensiver und fehleranfälliger<br />
Prozess. Hinzu gesellte sich die<br />
mühselige Pflege der Dokumentation<br />
der installierten Feldgeräte. Die<br />
Kombinationen der einzelnen digitalen<br />
Tools aus dem IIoT-Ökosystem<br />
Netilion von Endress+Hauser ermöglicht<br />
eine effiziente Verwaltung<br />
der installierten Assets.<br />
Weiter auf der nächsten Seite.<br />
Heartbeat<br />
Technology<br />
▶<br />
▶<br />
▶<br />
Verlässlich und sicher durch kontinuierliche<br />
Selbstüberwachung vom<br />
Sensor bis zum Ausgangssignal<br />
Einfach und flexibel durch Bedienung<br />
über Vor-Ort-Anzeige, Webserver/<br />
WLAN oder alle gängigen Asset<br />
Management Systeme (bzw. SPS)<br />
Lückenlos und rückverfolgbar durch<br />
Zertifikat des TÜV bescheinigt gemäß<br />
ISO 9001<br />
Diagnose<br />
Verifikation<br />
Monitoring<br />
Permanente Prozess- und<br />
Geträtediagnose<br />
Dokumentierte Prüfung im<br />
eingebauten Zustand<br />
Information zur<br />
vorausschauenden Wartung<br />
Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />
sichere Prozesse<br />
Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />
reduzierter Prüfaufwand<br />
Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />
Optimierung des Prozess- und<br />
Wartungsstrategie<br />
Durchfluss<br />
▶<br />
▶<br />
Eindeutige und standardisierte<br />
Diagnosemeldungen mit<br />
klaren Handlungsanweisungen<br />
ermöglichen eine wirtschaftliche<br />
und zustandsorientierte<br />
Instandhaltung<br />
Die permanente Selbstdiagnose<br />
des Gerätes ermöglicht einen<br />
sicheren Anlagebtrieb mit<br />
verlängeren Prüfzyklen.<br />
▶<br />
▶<br />
▶<br />
Die Messstelle kann auch im<br />
eingebauten Zustand jederzeit<br />
verifiziert und dokumentiert werden.<br />
Mit einem einfachen, geführten<br />
Prüfablauf ohne Prozessunterbrechung<br />
werden eindeutig dokumentierte<br />
Prüfergebnisse erzielt.<br />
Das automatisch generierte Prüfprotokoll<br />
unterstützt den Nachweis<br />
bei Regularien, Gesetzen und<br />
Normen (z. B. ISO 9001).<br />
▶<br />
▶<br />
Die Bereitstellung von Geräteund<br />
Prozessdaten ermöglicht<br />
eine Trenderkennung zur<br />
vorausschauenden Wartung.<br />
Die Kombination von Geträte- und<br />
Prozessparametern ermöglicht die<br />
Analyse für gezielte<br />
Prozessoptimierungen.<br />
Heartbeat Technology:<br />
Durch permanente Geräte-<br />
Diagnose, Verifikation ohne<br />
Prozessunterbrechung und<br />
Monitoring werden Prozesse<br />
sicherer und effizienter.<br />
Grafik: Endress+Hauser<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 7
ZUM TITEL | Digitalisierung<br />
Die kostenlose Netilion Scanner<br />
App macht die manuelle Erfassung<br />
der installierten Basis kinderleicht.<br />
Die wesent lichen Daten des Feldgeräts<br />
lassen sich über einen QR-Code<br />
oder einen RFID-Chip einscannen.<br />
Zusätzliche Informationen wie die<br />
Lokalisierung der Messstelle können<br />
schnell und mühelos festgelegt werden.<br />
Mithilfe des Edge Device werden<br />
die Messgeräte sogar automatisch<br />
erfasst. Die Plug & Play- Lösung<br />
lässt sich schnell installieren und<br />
stellt eine sichere Datenverbindung<br />
zum Netilion Hub her. Alle Änderungen<br />
an der installierten Basis<br />
werden fortlaufend automatisch<br />
erfasst. Praktische Dashboards in<br />
Netilion Analytics erleichtern die<br />
schnelle Auswertung der installierten<br />
Feldgerätebasis. Das erlaubt<br />
eine nie dagewesene Transparenz.<br />
Entscheidungen können zukünftig<br />
aufgrund valider Daten schneller<br />
und sicherer getroffen werden. Hier<br />
werden auch Informationen über<br />
die Verfügbarkeit der Geräte angezeigt.<br />
Bei einem ausgemusterten<br />
Gerät wird auf Anhieb das geeignete<br />
Nachfolgeprodukt empfohlen. In<br />
Netilion Library steht die Dokumentation<br />
der erfassten Geräte jederzeit<br />
zur Verfügung.<br />
Hier entsteht ein digitaler Zwilling<br />
der Messstelle, der die historischen<br />
Lebenszyklusdaten und<br />
Dokumente wie die Betriebsanleitung<br />
oder den Kalibrierbericht aus<br />
dem Entwicklungs- oder Herstellungsprozess<br />
beinhaltet.<br />
Lösungspaket<br />
Anlagenüberwachung:<br />
schneller reagieren,<br />
zielgerichtet eingreifen<br />
Bei kritischen Ausfällen in der Lebensmittel-<br />
und Getränkeindustrie sind<br />
kurze Reaktionszeiten sehr wichtig.<br />
Eine zeitaufwendige Interpretation<br />
von Fehlermeldungen und das nervenaufreibende<br />
Suchen nach der relevanten<br />
Behebungsmaßnahme sind<br />
teuer. Eine automatische Interpretation<br />
der Geräte-Diagnoseinforma tion<br />
vereinfacht den Wartungsein satz<br />
in der Industrie 4.0 dagegen sehr.<br />
Die Gerätewartung wird dank integrierter<br />
Lösungen und klarer Handlungsempfehlungen<br />
hoch effizient.<br />
Die Ermittlung des Gerätestatus<br />
und seine Einstufung nach NE 107<br />
ist dank Heartbeat Technology in<br />
den Feldgeräten präzise. Das Edge<br />
Device leitet den Status und die<br />
Fehler diagnose über eine sichere Datenautobahn<br />
an den Online dienst<br />
Netilion Health weiter. Auf diese<br />
Weise sind alle Informationen zentral<br />
verfügbar. Der Onlinedienst<br />
Netilion Health unterstützt den Anwender<br />
mit über 25.000 Geräte-<br />
Diagnosen. Er zeigt zu den einzelnen<br />
Statusmeldungen den Diagnosecode,<br />
die Ursache und Handlungsempfehlungen<br />
an. Die mühsame<br />
Fehlerinterpre tation gehört der Vergangenheit<br />
an. Jede Fehlermeldung<br />
kann schnell und zielgerichtet bearbeitet<br />
werden. Dank der durchgängigen<br />
Zustandsüberwachung und<br />
der Übersicht nach NE 107 lassen<br />
sich Wartungsmaßnahmen analysieren<br />
und optimieren.<br />
Lösungspaket mobiles<br />
Asset Management: papierlos<br />
warten, mit und ohne Netz<br />
Wer kennt das nicht: Man steht vor<br />
einem Feldgerät mitten in der Anlage<br />
und benötigt die Bedienungsanleitung,<br />
die aber im Büro auf dem<br />
Schreibtisch liegt. Die Zeiten, in denen<br />
ein Dokument gesucht und<br />
manuell abgelegt werden musste,<br />
sind dank Netilion Library nun<br />
vorbei. Wenn zudem Netilion Library<br />
mit dem Tablet PC Field Xpert<br />
SMT7x kombiniert wird, vereinfacht<br />
sich nicht nur die Dokumentation<br />
Erhitzungsanlage als cyber-physisches System<br />
Die Technische Hochschule<br />
Ostwestfalen-Lippe testet<br />
eine Kurzzeiterhitzungsanlage<br />
für Getränke als cyber-physisches<br />
System.<br />
Grafik: Endress+Hauser<br />
8 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
ZUM TITEL | Digitalisierung<br />
Informatisierung von Produktionsanlagen:<br />
zur automatischen<br />
Erfassung der installierten Basis<br />
bietet Endress+Hauser Edge<br />
Devices an. Netilion Services<br />
helfen online bei Verwaltung<br />
und Instandhaltung der Geräte.<br />
Grafik: Endress+Hauser<br />
der Instandhaltung, sondern auch<br />
die Wartungsaktivitäten selbst.<br />
Field Xpert und Netilion Library erzielen<br />
eine papierlose Wartung und<br />
Pflege über den gesamten Lebenszyklus<br />
hinweg. Das Field Xpert-<br />
Industrie-Tablet ist ein regelrechtes<br />
„Schweizer Taschenmesser“ für<br />
Wartung und Instandhaltung. Hiermit<br />
ist die Konfiguration von Geräten<br />
unterschiedlicher Hersteller über<br />
verschiedene Schnittstellen möglich.<br />
Dazu gehören auch die WLANoder<br />
Bluetooth ® -Schnittstellen der<br />
Feldgeräte – und dies selbstverständlich<br />
auch im Ex-Bereich. Durch<br />
die Anbindung des Field Xpert an<br />
den Onlinedienst Netilion Library<br />
wird automatisch ein digitaler Zwilling<br />
angelegt.<br />
Dabei werden die in Netilion erfassten<br />
Feldgeräte mit spezifischen<br />
Dokumenten wie zum Beispiel<br />
Betriebsanleitungen oder technischen<br />
Informationen aus den<br />
Datenbanken der Hersteller verknüpft.<br />
Endress+Hauser stellt dazu<br />
die Datensätze von über 40 Millionen<br />
installierten Feldgeräten zur Verfügung.<br />
Dank der Verlinkung zwischen<br />
Field Xpert und Netilion ist ein<br />
nahtloser Wechsel vom Konfigurationsmenü<br />
zur Gerätedokumentation<br />
oder umgekehrt möglich. Das<br />
Tablet hält die Wartung und Dokumentation<br />
der Feldgeräte über ihren<br />
kompletten Lebenszyklus hinweg im<br />
Blick. Geräteberichte und Bilder vom<br />
Messgerät werden automatisch im<br />
Netilion Library Account abgelegt.<br />
Im Offline-Modus werden Wartungstätigkeiten<br />
auch ohne Internetanbindung<br />
nachverfolgbar aufgezeichnet.<br />
Exkurs: Cyber-physische<br />
Systeme in Forschung<br />
und Praxis<br />
Einen weiteren Beitrag zur Digitalisierung<br />
kann Messtechnik in cyberphysischen<br />
Systemen (CPS) liefern.<br />
Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe<br />
arbeitet u. a. mit<br />
Unterstützung von Endress+Hauser<br />
an einem Projekt, welches eine<br />
Kurzzeiterhitzungsanlage (KZE) für<br />
Getränke als CPS betreibt. In der<br />
heutigen Praxis wird der Erhitzungsprozess<br />
mit einem stark idealisierten<br />
Steuerungsmodell und hohen Sicherheitszuschlägen<br />
gefahren, was<br />
zulasten von Ressourcen (Zeit, Energie)<br />
und Produktqualität geschieht.<br />
Als Lösungsansatz für eine optimierte<br />
KZE-Steuerung wird während<br />
der Produktion das Produkt<br />
mittels Online-Analysemesstechnik<br />
vor und nach der Erhitzung charakterisiert<br />
und die Heißhaltetemperatur<br />
und -zeit mittels cloudbasierter<br />
Datenbank auf den potenziellen<br />
Schadmikroorganismus individuell<br />
an das Produkt angepasst. So ist sichergestellt,<br />
dass das Produkt die<br />
maximale mikrobiologische Sicherheit<br />
bei minimaler thermischer Belastung<br />
erhält. Endress+Hauser unterstützt<br />
dieses vom Bundesministerium<br />
für Bildung und Forschung<br />
geförderte Projekt.<br />
In der Praxis findet man zum Beispiel<br />
in einer süddeutschen Molkerei<br />
solch ein CPS in der Überwachung<br />
der Brauchwassereinleitung<br />
in den benachbarten Fluss. Dabei<br />
werden die Menge und Temperatur<br />
des einzuleitenden Wassers erfasst<br />
und mit Informationen aus dem Internet<br />
zu Pegelstand und Abfluss<br />
dokumentiert. Das System versendet<br />
automatisch die Berichte an das<br />
zuständige Wasserwirtschaftsamt.<br />
Datensicherheit wird<br />
groß geschrieben<br />
Das Thema Sicherheit spielt eine<br />
zentrale Rolle, die über Erfolg und<br />
Misserfolg der Digitalisierung in<br />
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
entscheidet. Aus diesem<br />
Grund hat Endress+Hauser das IIoT-<br />
Ecosystem Netilion nach den höchstmöglichen<br />
industriellen Sicherheitsanforderungen<br />
für Cloud-<br />
Computing zer tifizieren lassen.<br />
Auch die eingesetzte Bluetooth ® -<br />
Kommunikation zwischen Feld- und<br />
Mobilgerät weist eine deutlich höhere<br />
Sicherheitsstufe als Wireless-<br />
HART oder ein WiFi-Router mit<br />
WPA2 auf, wie das Fraunhofer Institut<br />
für angewandte und Integrierte<br />
Sicherheit (AISEC) bestätigt.<br />
Zusammenfassung<br />
Für die erfolgreiche Realisierung<br />
von Industrie 4.0 in der Prozessautomatisierung<br />
sind smarte Sensoren<br />
unabdingbar. Zieht man den<br />
Vergleich zur eingangs erwähnten<br />
Dampfkraft, so haben zahlreiche<br />
Inno vationen bei Hard- und<br />
Software den „Wirkungsgrad“ von<br />
Feldgeräten im Bereich der Informatisierung<br />
bereits schon wesentlich<br />
steigen können. Jedoch lässt sich<br />
feststellen, dass die Industrie 4.0<br />
in der Lebensmittel- und Getränkebranche<br />
noch lange nicht flächendeckend<br />
umgesetzt ist. Es liegen<br />
jedoch viele interessante Lösungsansätze<br />
vor, Pilotprojekte werden<br />
erfolgreich umgesetzt und einzelne<br />
Anlagen sind bereits in der Industrie<br />
4.0 angekommen.<br />
Das Projekt Industrie 4.0 wird in<br />
der Lebensmittel- und Getränkebranche<br />
mosaikartig zusammenwachsen.<br />
Viele Einzelelemente sind<br />
nicht neu und bereits schon vorhanden,<br />
es bedarf jedoch weiterhin vieler<br />
klugen Köpfe und Innovationstreiber,<br />
die das Potenzial zu Reife<br />
bringen. Daher sind große Anstrengungen<br />
zur Aus- und Weiterbildung<br />
und ein Ausbau des Kenntnisstandes<br />
über Anforderungen und Nutzen<br />
von digitaler Kommunikation in<br />
der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
genauso wichtig wie technische<br />
Innova tionen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.de.endress.com<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 9
BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />
TEMPERATURSENSOREN, DIFFERENZDRUCK- UND DURCHFLUSSMESSUNG<br />
Optimiertes Betriebsregime<br />
von Wärmetauschern<br />
Wie kann die Energienutzung in Wärmetauschern durch den Einsatz von smarten<br />
Sensoren verbessert und dabei auch noch schädlicher Temperatureinfluss auf die<br />
Produkt qualität verringert werden? Eine Antwort sind schnelle Temperatursensoren,<br />
eine temperaturunempfindliche Differenzdruckmessung sowie eine genaue Durchflussmessung<br />
als Basis. Nachfolgend wird aufgezeigt, wie diese Messgrössen für die nächsten<br />
Schritte zu einer optimalen Energienutzung in Pasteuren, Kurzzeiterhitzungen und<br />
UHT-Anlagen eingesetzt werden können.<br />
10 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
W<br />
ärmetauscher sind ein<br />
zentraler Bestandteil der<br />
Prozesse zur Lebensmittel-<br />
und Getränkeherstellung. Die<br />
meiste Aufmerksamkeit bekommen<br />
Wärmetauscher, die erhitzen, um<br />
definierte Prozessbedingungen herzustellen,<br />
Produkte zu pasteurisieren<br />
oder sogar zu sterilisieren, weil<br />
dabei große Mengen Energie aufgewandt<br />
werden. Diese Energie vollständig<br />
in das Produkt zu übertragen,<br />
ist das erklärte Ziel aller Anlagenbauer<br />
und -betreiber. Mit einer<br />
Isolierung der Anlagen wird zumeist<br />
den Strahlungsverlusten entgegengewirkt.<br />
Darüber hinaus kann aber<br />
auch die Automatisierung wesentlich<br />
zu diesem Ziel beitragen.<br />
Temperaturführung<br />
Messen bedeutet wissen. In diesem<br />
Fall, was in einer geschlossen<br />
Anlage passiert. Dieses Bild haben<br />
die meisten Anwender vor Augen.<br />
Aber auch Sensoren unterliegen bestimmten<br />
„Zwängen“. Ihr Verhalten<br />
muss berücksichtigt und richtig<br />
interpretiert werden, wenn ein<br />
Prozess optimiert werden soll. Für<br />
Temperatursensoren in Wärmetauschern<br />
ist dieses Verhalten hauptsächlich<br />
die T90-Zeit: die Zeit, die<br />
ein Sensor benötigt, um eine Temperaturänderung<br />
im Prozess wahrzunehmen.<br />
Sie gibt an, wann der<br />
Sensor 90% der tatsächlich im Prozess<br />
herrschenden Temperatur erkannt<br />
hat. Dazu kommt noch die<br />
Optimiertes Reinigungsregime mit Hilfe von Sensordaten.<br />
Foto: Baumer<br />
Zeit, die benötigt wird, um das<br />
Pt100-Roh signal des Messfühlers<br />
in einen analogen oder digitalen<br />
Messwert zu transferieren und auszugeben.<br />
Damit verursacht der Sensor<br />
eine Verzögerung in der Kette<br />
Sensor-Steuerung-Aktor. Der Aktor<br />
ist in diesem Fall das Ventil, das<br />
die Wärmezufuhr zum Wärmetauscher<br />
regelt. Auch die Reaktionszeit<br />
dieses Ventils hat einen entsprechenden<br />
Einfluss auf die Performance<br />
des Wärmetauschers.<br />
Jede Verbesserung in dieser Kette<br />
wirkt sich direkt auf das Ergebnis<br />
aus. Je schneller der Temperatur-
BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />
Grafik 1<br />
Zusammenhang der Reaktionszeiten von Temperaturmessung<br />
und Heizventil auf die Produkttemperatur.<br />
Grafik: Baumer<br />
sensor ist, desto früher kann die<br />
Steuerung das Ventil ansteuern.<br />
Wird ein Temperatursensor wie der<br />
Baumer PT20H direkt in das System<br />
eingebaut, beschleunigt sich<br />
die Ansprechzeit. Die reduzierte<br />
Spitze bringt so wenig Material als<br />
möglich zwischen das Platinelement<br />
und den Prozess. Der Sensor<br />
kann die real anliegende Temperatur<br />
mit einer Verzögerung von<br />
nur 1,1 Sekunden Reaktionszeit (für<br />
Messen, Wandeln und Signalübertragung)<br />
an die Steuerung ausgeben.<br />
Das Verhalten gilt sowohl für<br />
die großen Sprünge, als auch für<br />
die variierende Temperatur in einem<br />
hier beschriebenen Regelkreis,<br />
selbst wenn die Wirkung durch die<br />
kleineren Veränderungen etwas geringer<br />
ist.<br />
Da zur sicheren mikrobiellen Behandlung<br />
die Produkttemperatur<br />
immer oberhalb der gewünschten<br />
Mindesttemperatur gehalten werden<br />
muss, liegt der Regelbereich<br />
immer über dieser Temperatur (in<br />
Grafik 1: 72 °C). Je langsamer die<br />
Regelung ist, desto höher wird die<br />
Regelkurve nach oben ausschlagen.<br />
Dies verursacht einen höheren<br />
Energieverbrauch und das Produkt<br />
wird deshalb unnötigem thermischen<br />
Stress aussetzt. Diese eingeplante<br />
Sicherheitsmarge kann verringert<br />
werden, da schnelle Sensoren<br />
wie der PT20H eine fokussierte<br />
Regelung ermög lichen.<br />
In Grafik 2 wird beispielhaft ersichtlich,<br />
wie sich die geringere<br />
Höhe der Amplitude auf eine höhere<br />
Frequenz auswirkt und die Höhe des<br />
abgedeckten Regelkreises verringert.<br />
Das Volumen der abgeschnittenen<br />
Spitzen steht dabei für die<br />
eingesparte Energie und die flachere<br />
Höhe der Kurve für den geringeren<br />
Einfluss auf die Produktqualität.<br />
Reinigungsregime<br />
Damit ein Wärmetauscher optimal<br />
die Wärme übergeben kann,<br />
muss die Oberfläche so groß und<br />
die trennende Schicht zwischen<br />
Heizmedium und Produkt so gering<br />
wie möglich sein. In der Herstellung<br />
flüssiger Lebensmittel wird<br />
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BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />
Grafik 2<br />
Die schnellere Temperaturmessung komprimiert und<br />
beschleunigt den Regelkreis.<br />
Grafik: Baumer<br />
12 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
daher weitläufig der Plattenwärmetauscher<br />
verwendet, der beide Eigenschaften<br />
mitbringt. Der Plattenwärmetauscher<br />
kann seine Vorteile<br />
der größeren Oberfläche nur ausspielen,<br />
wenn diese frei ist.<br />
Die meisten Lebensmittel bringen<br />
Nährstoffe mit, die sich insbesondere<br />
unter Wärmeeinfluss gerne<br />
ablagern, wie Zucker, Fett und Proteine.<br />
Ein sanftes Erwärmen im Gegenstrom<br />
verringert dieses Phänomen,<br />
kann es aber nicht verhindern.<br />
Der sich bildende Belag behindert<br />
nicht nur die Wärmeübertragung,<br />
Exakte Durchflussmessung zur Sicherstellung der<br />
Heisshaltezeit. Fotos: Baumer<br />
Hochgenaue Druckmessung zur Bestimmung des<br />
Reinigungszeitpunktes mit dem Drucksensor PBMH.<br />
Schnelle Temperaturerfassung mit dem reaktionsschnellen<br />
und genauen Temperatursensor PT20H.<br />
er verändert auch die Regelparameter.<br />
Um die gleiche Wärmemenge in<br />
das Produkt zu transferieren, muss<br />
entweder der Durchfluss verringert<br />
oder die Wärmezufuhr erhöht werden.<br />
Eine Verringerung des Durchflusses<br />
ist jedoch der Anlagenleistung<br />
abträglich, während eine Erhöhung<br />
der Wärmezufuhr den Effekt<br />
zusätzlich beschleunigt. Es kommt<br />
also der Punkt, an dem es unerlässlich<br />
ist, die Anlage zu reinigen.<br />
Um den optimalen Punkt dafür<br />
festzulegen, kann man dies zeitlich<br />
steuern und alle vier Stunden reinigen.<br />
Allerdings kann mit den Messwerten<br />
aus der Anlage nicht nur der<br />
Betrieb kontrolliert, sondern auch<br />
der jeweilige Zustand bewertet werden.<br />
Hochgenaue Drucksensoren,<br />
die die Druckdifferenz zwischen<br />
Ein- und Auslauf messen, geben ein<br />
sehr gutes Bild darüber, was in dem<br />
Wärmetauscher passiert. Der Drucksensor<br />
PBMH von Baumer hat dafür<br />
nicht nur eine hohe Genauigkeit<br />
von 0,1 % und eine hohe Langzeitstabilität,<br />
sondern ist auch temperaturkompensiert.<br />
Hohe Prozess temperaturen haben<br />
dadurch keinen Einfluss auf die<br />
Genauigkeit, ebenso wie auf eventuell<br />
kältere Reinigungstemperaturen.<br />
Wenn ermittelt wird, wie der<br />
Produktdurchfluss und die Produkttemperatur<br />
mit der eingebrachten<br />
Wärmemenge korrespondieren,<br />
kann ebenfalls auf den Verlegungsgrad<br />
geschlossen werden. Der Produktdurchfluss<br />
wird, zur Sicherstellung<br />
der Heißhaltezeit, mit magnetisch<br />
Induktiven Durchflusssensoren<br />
wie dem Baumer CombiFlow PF75H<br />
meistens sowieso gemessen. Die<br />
Temperaturen des Produktes und<br />
des Heizmediums werden zur Regelung<br />
mit schnellen Temperatursensoren<br />
wie dem PT20H erfasst. Wird<br />
jetzt noch die zugeführte Energiemenge<br />
gemessen, kann aus den<br />
Werten darauf geschlossen werden,<br />
wie sehr die Oberfläche schon<br />
verlegt ist. Dazu bieten sich insbesondere<br />
bei heisswasserbetriebenen<br />
Systemen kalorimetrische Sensoren<br />
wie der FlexFlow PF20 an. Günstig,<br />
kompakt und einfach zu integrieren,<br />
benötigt es nur noch ein Temperatursignal<br />
aus dem Heizmedienauslauf.<br />
Wird im Einlauf mit dem<br />
PT20H gemessen, kann der PF20 in<br />
den Auslauf integriert werden und<br />
neben dem Durchfluss- auch ein<br />
Tempertatursignal abgeben.<br />
In Zukunft wird die Verknüpfung<br />
einzelner Messwerte zu relevanten<br />
Anlageninformationen im Rahmen<br />
von Industrie-4.0-Aktivitäten vermehrt<br />
eingesetzt werden. Die Bildung<br />
lokaler MTP-Netzwerke wird<br />
die Regelung noch schneller und<br />
näher an der Realität ermöglichen.<br />
Zusammenfassung<br />
Die Optimierung des Energieeinsatzes<br />
und der Verfügbarkeit von Wärmetauscher-Anlagen<br />
verläuft entlang<br />
der Entwicklung der zur Verfügung<br />
stehenden Sensoren und<br />
Aktoren. Je schneller diese werden,<br />
desto direkter wird die Regelung und<br />
umso weniger müssen Sicherheitsmargen<br />
in den Regelkreisen berücksichtigt<br />
werden. Smarte Nutzung zur<br />
Verfügung stehender Daten, ergänzt<br />
um wenige zusätzliche und deren<br />
gemeinsame Auswertung, werden<br />
nicht nur den eigentlichen Betrieb<br />
der Anlagen, sondern auch die Reinigungszeiten<br />
optimieren helfen. <br />
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BRANCHEN REPORT | Hygienic Design<br />
HYGIENEANFORDERUNGEN IN DER GETRÄNKEINDUSTRIE<br />
Versteckte Kostentreiber<br />
in Produktion und Konstruktion<br />
Nicht erst seit Corona sind Kontaktinfektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen ein<br />
Problem. Schon seit jeher werden in der Getränkeindustrie besonders hohe Hygieneanforderungen<br />
an die Arbeitsumgebungen gestellt. Unter dem Titel „Hygienic Design“<br />
hat die Europäische Union eine Reihe von Normen und Gesetzen erlassen, um Infek-<br />
tionen und mikrobielle Verunreinigungen des Endprodukts zu vermeiden.<br />
14 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
Die Konstruktion und Fertigung<br />
von Bedien- und<br />
Maschinenelementen unter<br />
Hygienic-Design-Bedingungen ist anspruchsvoll.<br />
Hier spielen die Auswahl<br />
der geeigneten Werkstoffe so wie<br />
die Konstruktion der Betriebsmittel<br />
eine entscheidende Rolle. Diese müssen<br />
leicht zu reinigen sein und antibakterielle<br />
Eigenschaften besitzen.<br />
Nicht selten lauern dabei Kostenfallen.<br />
Da nicht jedes Unternehmen<br />
über das notwendige Know-how<br />
und die Kapazitäten verfügt, kann<br />
es unter Umständen sinnvoll sein,<br />
auf Normelemente zurückzugreifen.<br />
Für besonders hygiene kritische Bereiche<br />
in der Getränke produktion liefert<br />
die Otto Ganter GmbH verschiedene<br />
Normteile wie Griffe, Bolzen, Kurbeln<br />
oder Spanner sowie Maschinenelemente,<br />
die alle Anforderungen<br />
an das Hygienic Design erfüllen. Bei<br />
der Entwicklung und Instandhaltung<br />
einer hygienisch einwandfreien Produktionsumgebung<br />
gibt es verschiedene<br />
Aspekte zu beachten.<br />
mieden und hygiene gerechtes Dichtmaterial<br />
verwendet werden. Außerdem<br />
gilt es, die konstruktive Distanz<br />
zum hergestellten Produkt sowie die<br />
definierte Rauheit der Oberfläche zu<br />
beachten, die unter 0,8 Mikrometer<br />
liegen sollte. Um die Anforderungen<br />
zu erfüllen, sollte als Standardwerkstoff<br />
für alle Bedienelemente gebürsteter,<br />
rostfreier Edelstahl verwendet<br />
werden. Dieser besitzt eine hygienisch<br />
aktive Oberfläche und kann für<br />
stufenlos montierbare Baugruppen<br />
hochpräzise verarbeitet werden. Er<br />
lässt sich in jeder gewünschten Rauheit<br />
herstellen und ist widerstandsfähig<br />
gegen jede Art von Reinigungsmittel.<br />
Damit wird der Bildung resistenter<br />
Bakterienstämme vorgebeugt.<br />
Herausforderungen<br />
in der Konstruktion<br />
Um den HD-Vorgaben zu entsprechen,<br />
können sich selbst einfache<br />
Elemente, wie Klappen oder Türen,<br />
in der Konstruktion sehr aufwendig<br />
gestalten. Scharniere, Verschlüsse<br />
und Bedienelemente machen eine<br />
ursprünglich glatte und leicht zu<br />
Foto: Otto Ganter GmbH<br />
Anforderungen an<br />
die Bedienelemente<br />
Bedienelemente – wie zum Beispiel<br />
Griffe, Hebel, Drehknöpfe oder Verstell<br />
kurbeln – wer den häufig von verschiedenen<br />
Personen berührt und<br />
bilden deshalb einen besonders kritischen<br />
Bereich für Verunreinigungen<br />
und Bakterien. Je komplexer ein<br />
Bedienelement gebaut ist, desto anspruchsvoller<br />
sind die hygienischen<br />
Anforderungen. Um die spezifischen<br />
Kriterien des Hygienic Design (HD) zu<br />
erfüllen, gelten für Bedienelemente<br />
daher besondere Bedingungen. So<br />
müssen beispielsweise Werkstoffe<br />
verwendet werden, die sich leicht reinigen<br />
lassen oder sogar hygienisch<br />
aktive Eigen schaften aufweisen.<br />
In Dichtungen sollen Toträume verreinigende<br />
Oberfläche immer zerklüfteter.<br />
Während einzelne Bauelemente<br />
noch die Anforderungen<br />
des Hygienic Design erfüllen, genügen<br />
sie im zusammengebauten Zustand<br />
jedoch nicht mehr den geforderten<br />
Kriterien. Wenn tatsächlich<br />
erst jedes kleine Teil entwickelt und<br />
konstruiert werden muss, können<br />
sich die hierfür benötigte Arbeitszeit<br />
und Fachkompetenz zu einem<br />
echten Kostentreiber entwickeln.<br />
Gerade kleinteilige Bedienelemente,<br />
wie Drehgriffe, Schlösser oder<br />
Scharniere, erfordern einen erheblichen<br />
Produktionsaufwand. Je kleiner<br />
ein Bauteil ist, desto schwieriger<br />
kann seine Herstellung sein.<br />
Für die Produktion von Bauteilen<br />
im Hygienic Design können in hygienisch<br />
kritischen Bereichen wie der<br />
Getränke industrie alternativ auch<br />
bestimmte Kunststoffarten mit FDAund<br />
EU-Zertifizierung verwendet<br />
werden. Bei der Herstellung komplexer<br />
Komponenten kann die Verarbeitung<br />
dieser weichen und gut bearbeitbaren<br />
Werkstoffe jedoch zu einer<br />
großen Herausforderung werden.
BRANCHEN REPORT | Hygienic Design<br />
HD-Zertifizierung<br />
Hygienic Design muss zertifiziert<br />
sein. Hierfür gibt es unabhängige<br />
HD-Zertifikate, wie beispielsweise<br />
EHEDG („European Hygienic<br />
Engineering & Design Group“),<br />
DGUV oder 3A für den US-amerikanischen<br />
Markt. Für diese Zertifikate<br />
ist ein Gutachten von einer<br />
akkreditierten Stelle erforderlich.<br />
Wird eine Produktionsumgebung<br />
unter HD-Bedingungen erweitert,<br />
muss ein bereits EHEDGzertifiziertes<br />
Produkt nach einer<br />
konstruk tiven Änderung erneut<br />
geprüft werden. Deshalb sollten<br />
möglichst baugleiche Bedienelemente<br />
verwendet werden. Werden<br />
verschlissene Bedienelemente<br />
durch gleiche Bauteile ersetzt,<br />
ist eine erneute Zertifizierung<br />
nicht mehr notwendig.<br />
Konstruktionslösungen<br />
Für eine kostengünstige und<br />
wirtschaftliche Konstruktion unter<br />
HD-Bedingungen stellt sich<br />
zunächst die Frage, ob das benötigte<br />
Bauteil tatsächlich selbst<br />
produziert werden muss oder<br />
ob es von einer fremden Firma<br />
hergestellt werden kann. Je<br />
mehr Norm- oder Serienteile<br />
von Fremdherstellern verwendet<br />
werden, desto geringer ist<br />
der eigene Konstruktionsaufwand.<br />
Allerdings müssen auch<br />
die verwendeten Fremdprodukte<br />
EHEDG- bzw. 3A-zertifiziert sein.<br />
In diesem Fall können die Zertifikate<br />
meist im Onlinekatalog des<br />
jeweiligen Herstellers runtergeladen<br />
werden. Außerdem können<br />
möglichst viele Bauteile standardisiert<br />
werden, was den gesamten<br />
Konstruk tionsprozess vereinfacht.<br />
Zukaufteile können leichter<br />
eingebaut und Normzahlen<br />
besser eingehalten werden.<br />
Werden HD-Normteile verwendet,<br />
entfällt durch die bereits<br />
vorhandene Zertifizierung<br />
zudem ein wesentlicher Teil des<br />
Prüfaufwandes am Endprodukt.<br />
Auch der benötigte Zeitaufwand<br />
für die Konstruktion reduziert<br />
sich erheblich: CAD-Dateien der<br />
Normteile können im Internet<br />
kostenlos heruntergeladen werden.<br />
Griffe, Knöpfe oder Hebel<br />
müssen somit nicht mehr selbst<br />
konstruiert werden, sondern<br />
können einfach in die Konstruktionsdaten<br />
eingefügt werden.<br />
Damit sind auch Irrtümer und<br />
Fehlmessungen ausgeschlossen.<br />
Zwar können Normteile die Kreativität<br />
bei der Konstruktion erheblich<br />
einschränken. Gleichzeitig<br />
eröffnet gerade diese Einschränkung<br />
gewisse Vorteile,<br />
denn Normteile erfordern eine<br />
Anpassung der Konstruktion an<br />
ihre Einbaubedingungen. So benötigen<br />
Griffe für einen sicheren<br />
Halt eine bestimmte Mindestdicke<br />
des verwendeten Bleches.<br />
Werden diese Bedingungen berücksichtigt,<br />
ist der Einbau weiterer<br />
Normteile umso einfacher.<br />
Vor allem bei der Serienproduktion<br />
spielen Normteile ihre Vorteile<br />
aus: Werden hohe Stückzahlen<br />
zugekauft, lassen sich<br />
durch die erzielten Preisvorteile<br />
die Kosten für das Endprodukt<br />
deutlich reduzieren. Viele<br />
Hersteller bieten umfangreiche<br />
Beratungen an. Auch Anpassungen<br />
und Individualisierungen<br />
der Normteile sind möglich.<br />
Die EHEDG bietet auch eine Direktberatung<br />
an. Die „EHEDG<br />
Guidelines – Hygienic Design<br />
Grundsätze“ können als PDF<br />
herunter geladen werden.<br />
Fazit: Mit dem Einsatz von HD-<br />
Normteilen können die Kosten<br />
für Konstruktion und Produktion<br />
sowie Einbau- und Folgekosten<br />
deutlich reduziert werden.<br />
Für viele wichtige und hygienisch<br />
kritische Punkte in der<br />
Getränke industrie können geprüfte<br />
und rechtssichere Normteile<br />
eingesetzt werden. Dadurch<br />
kann der Aufwand für die Konstruktion<br />
wesentlich reduziert<br />
werden – bei gleichzeitig höherer<br />
Profitabilität und Produktivität.<br />
Normteile müssen nicht erst<br />
im Unternehmen selbst hergestellt<br />
werden, sondern können<br />
sofort eingebaut werden. Erfahrene<br />
Hersteller, wie die Otto<br />
Ganter GmbH, kennen den Bedarf<br />
an Normteilen auch in sensiblen<br />
Bereichen und liefern gefertigte<br />
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BRANCHEN REPORT | Produktionswasser<br />
MULITKANALTRANSMITTER<br />
Effiziente Überwachung<br />
der Reinstwasserqualität<br />
Sauberes Wasser ist für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie essenziell. Die<br />
Reaktionszeiten bei manuellen Kontrollen sind jedoch lang. Eine automatische Überwachung<br />
und Auswertung der Sensordaten stellt eine optimale Qualität sicher und<br />
spart Kosten und Zeit.<br />
schlossenen Sensoren und überträgt<br />
sie an das Leitsystem oder wertet sie<br />
nach individuell definierten Vorgaben<br />
aus. Dabei übernehmen integrierte<br />
mathematische Funktionen den Vergleich<br />
der ausgewählten Messwerte.<br />
Die Installation wird einfacher<br />
Gereinigtes Wasser wird abhängig<br />
von Rohwasserqualität und Reinwasseranforderungen<br />
unter anderem<br />
durch Nanofiltration oder Umkehrosmose<br />
gewonnen. Exakte Qualitätsvorgaben<br />
stellen dabei sicher, dass<br />
Geschmack und Aussehen der Le-<br />
Der multiCELL-Transmitter, eingesetzt in der Champagner-Produktion.<br />
Fotos: Bürkert Fluid Control Systems<br />
In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />
ist sauberes Wasser für<br />
die Produktion unabdingbar und<br />
wird sowohl als Rohstoff für Produkte<br />
als auch für die Reinigung der<br />
Anlagen verwendet. Sauberes Trinkwasser<br />
in Lebensmittelqualität benötigt<br />
jedoch immer eine Vorbehandlung<br />
und ist ein nicht zu unterschätzender<br />
Kostenfaktor. Für eine sichere<br />
Produktion bei hoher Qualität ist die<br />
ständige Überwachung und Dokumentation<br />
der Wassereigenschaften<br />
und Volumenströme wichtig. Manuelle<br />
Kontrollen können fehlerbehaftet<br />
sein, kosten Zeit und Geld und müssen<br />
für die Automa tisierungstechnik<br />
erst erfasst werden. Ein kompakter,<br />
für viele unterschiedliche Sensoren<br />
geeigneter Multikanaltransmitter<br />
schafft neue Möglichkeiten und<br />
erleichtert die Wasserüberwachung.<br />
Prozesswasser wird kontinuierlich<br />
aufbereitet, in Speichertanks gelagert<br />
und von dort meist über Ringleitungen<br />
an die jeweiligen Entnahmestellen<br />
geleitet. So können problemlos<br />
auch mehrere Produktionskreisläufe<br />
von einer Wasseraufbereitung mit<br />
gereinigtem Wasser versorgt werden.<br />
Um die Wasserqualität dabei<br />
zu dokumentieren, kommen teilweise<br />
noch manuelle Qualitätskontrollverfahren<br />
zum Einsatz. Sensoren mit<br />
Display werden dabei an verschiedenen<br />
Stationen der Wasseraufbereitung<br />
und der Produktion abgelesen,<br />
die Werte dann manuell ins Leitsystem<br />
eingegeben oder nur schriftlich<br />
doku mentiert. Die Reak tionszeit<br />
bei Abweichungen ist relativ lang.<br />
Bürkert bietet mit dem kompakten<br />
multiCELL-Multikanaltransmitter<br />
Typ 8619 eine Alterna tive für die kontinuierliche<br />
Sensorauswertung. Das<br />
Gerät erfasst die Signale aller angebensmittel<br />
stets gleich bleiben. In der<br />
Produktion gilt es daher, unterschiedliche<br />
Wasserparameter schnell zu bestimmen,<br />
denn jede Abweichung<br />
kann zu Produktionsstillständen führen.<br />
Im schlimmsten Fall müssen<br />
ganze Produktionschargen verworfen<br />
werden, da das Wasser die Aromaentfaltung<br />
und das Erscheinungsbild<br />
beeinträchtigen kann. Hinzu kommen<br />
ungeplante Reinigungs- sowie<br />
Eine typische Reinwasserringleitung, die sich mit dem<br />
multiCELL-Transmitter einfach überwachen lässt.<br />
16 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
BRANCHEN REPORT | Produktionswasser<br />
Desinfektionsverfahren mit entsprechendem<br />
Material- und Zeitaufwand.<br />
Hier müssen bisher jeweils<br />
unterschiedliche Sensoren<br />
installiert, verkabelt und anschließend<br />
kali briert werden. Mit dem<br />
Multikanaltransmitter wird das<br />
leichter, denn die Sensoren werden<br />
einfach über den Transmitter<br />
an die Datenkommunikation angeschlossen.<br />
Dieser übernimmt<br />
die Sensorauswertung und Weiterleitung<br />
der Messwerte an die<br />
SPS. Bei der Parametrierung und<br />
Kalibrierung der Sensoren über<br />
den Controller können die einmal<br />
definierten Werte schnell über<br />
eine Speicherkarte auf weitere<br />
eingebaute Einheiten übertragen<br />
werden. Dies beschleunigt die Inbetriebnahme<br />
und Wartung zum<br />
Beispiel bei mehreren identischen<br />
Produktions linien enorm.<br />
Der Transmitter erlaubt dabei<br />
mit bis zu sechs frei belegbaren<br />
Steckplätzen den schnellen Anschluss<br />
sowohl von Sensoren mit<br />
Puls- oder Rohsignal, wie zum<br />
Beispiel pH-Wert, ORP, Leitfähigkeit<br />
oder Durchfluss usw., als<br />
auch von Sensoren mit analogem<br />
Ausgangssignal mit 0...20 mA,<br />
4...20 mA, 0…5 V oder 0...10 V.<br />
Letztere sind beispielsweise bei<br />
Druckmessung, Füllstand, Trübung,<br />
TOC oder Chlorgehaltbestimmung<br />
etc. üblich. Da der<br />
Transmitter Modbus TCP, PROFI-<br />
NET und optional auch EtherNet/<br />
IP unterstützt, lässt er sich einfach<br />
in die meisten industriellen Automatisierungssysteme<br />
integrieren<br />
und fügt sich damit nahtlos in die<br />
zukünftige Industrie-4.0-Umgebung<br />
ein. Zusätzlich zur vernetzten<br />
Datenübertragung erlaubt<br />
der multiCELL-Transmitter parallel<br />
auch die einfache Überwachung<br />
mehrerer Wasserkreisläufe durch<br />
das Personal vor Ort, ohne auf<br />
die SPS der Anlage oder externe<br />
Lese geräte zugreifen zu müssen.<br />
Erweiterte Möglichkeiten<br />
Neben der klassischen Sensoranbindung<br />
bietet der Typ 8619 weitere,<br />
praxisorientierte Fähigkeiten,<br />
um den Anwender zu entlasten<br />
und die Sicherheit der Anlage<br />
zu optimieren. Dazu werden eingehende<br />
Sensordaten nach anlagenspezifischen<br />
Vorgaben im<br />
Transmitter ausgewertet und bei<br />
Abweichungen wird ein Signal an<br />
einen Alarmgeber ausgegeben.<br />
Mathematische Funktionen wie<br />
Addition, Subtrak tion, Division<br />
und Multiplikation erlauben es,<br />
Prozessabläufe exakt zu definieren,<br />
Fehlerquellen frühzeitig zu<br />
erkennen und wichtige Vergleiche<br />
anzustellen. Damit erschließen<br />
sich für den Anwender neue,<br />
individuelle Möglichkeiten gegenüber<br />
der doch sehr begrenzten<br />
Funk tionalität herkömmlicher<br />
Lösungen. Viele Systemprobleme<br />
können so schneller erkannt<br />
und behoben werden, zum Beispiel<br />
im Fall eines unbeabsichtigten<br />
Wasseraustritts. So ein<br />
Leck in der Ringleitung bedeutet<br />
zum einen den Verlust von teuer<br />
gereinigtem Wasser, zum andern<br />
ist es eine potentielle Gefahr<br />
für Wasserschäden und eine<br />
mögliche Kontaminationsquelle.<br />
Durch eine konven tionelle Überwachung<br />
ist es außerdem nur<br />
schwer und meist nicht schnell<br />
genug zu erkennen. Entsprechende<br />
Systeme sind aufwendig<br />
und teuer.<br />
Der Transmitter mit seiner<br />
auto nomen Fehlererkennung arbeitet<br />
dabei mit den bereits vorhandenen<br />
Sensoren. Er kann nun<br />
mittels mathematischer Funktionen<br />
so programmiert werden,<br />
dass er im Falle eines Lecks in<br />
der Ringleitung einen automatischen<br />
Alarm ausgibt. Das erspart<br />
ein separates Warnsystem, nutzt<br />
bereits bestehende Installationen<br />
und erlaubt ein sehr frühes<br />
Eingreifen. Der Anwender kann<br />
schnell reagieren, die Produktion<br />
wird kaum beeinträchtigt und<br />
Folgeschäden lassen sich vermeiden.<br />
Über passende Algorithmen<br />
vergleicht der Transmitter dazu<br />
die Werte der Sensoren im Vorund<br />
Rücklauf und deckt so einen<br />
unerwarteten Wasserdurchsatz<br />
auf. Dabei werden natürlich die<br />
Zustände der Ventile an den Entnahmestellen<br />
berücksichtigt, um<br />
die reguläre Wasserentnahme<br />
mit einzubeziehen. Die Kombination<br />
aus mathematischer Auswertung<br />
und der Stellung der<br />
Ventile erlaubt dann die zuverlässige<br />
Leckagediagnose. Somit<br />
werden nicht nur Anlagenstillstände<br />
durch die Auswirkungen<br />
von Wasserschaden und Verunreinigungen<br />
minimiert, sondern<br />
auch mögliche Fehlalarme, die<br />
durch die passend ausgewählten<br />
Algorithmen praktisch ausgeschlossen<br />
sind. Je nach Anlage<br />
und Sensorbestückung können<br />
so über die individuelle Kombination<br />
der verschiedenen mathematischen<br />
Funktionen eine<br />
Vielzahl an Überwachungsszenarien<br />
einfach und effizient umgesetzt<br />
werden.<br />
Lokal und<br />
global informiert<br />
Mit den Typ 8619-Transmittern<br />
lassen sich alle relevanten Informationen<br />
bedarfsgerecht abrufen.<br />
So erlaubt die einfache,<br />
intuitive Bedienerschnittstelle<br />
mit großem Grafikdisplay eine<br />
schnelle Einrichtung von Sensoren<br />
und deren Auswertung sowie<br />
den Datenabruf vor Ort.<br />
Lokale visuelle Anzeigen können<br />
problemlos hinzugefügt werden<br />
und informieren das Produktions-<br />
beziehungsweise Wartungspersonal<br />
an beliebigen<br />
Stellen. Die SPS wird von Anfragen<br />
nach der Wasserqualität<br />
entlastet. Gleichzeitig können<br />
alle Daten ebenfalls über<br />
das Automatisierungsnetz abgerufen<br />
werden und mehrere<br />
Einheiten aus unterschiedlichen<br />
Wasserkreisläufen oder Produktionsräumen<br />
lassen sich miteinander<br />
verknüpfen und zentral<br />
auswerten. Bei Bedarf stehen<br />
so alle gewünschten Informationen<br />
jederzeit sowohl lokal für<br />
den Anlagentechniker als auch<br />
global (für die Produktionsauswertung<br />
oder Qualitätssicherung)<br />
zur Verfügung.<br />
Mehr Informationen<br />
www.buerkert.de<br />
Die intuitive Bedienerschnittstelle mit großem<br />
Grafikdisplay erlaubt eine schnelle Einrichtung<br />
beziehungsweise den Datenabruf vor Ort.<br />
Foto: Bürkert Fluid Control Systems<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 17
BRAUEREI ROTHAUS MODERNISIERT BESTEHENDE 50.000ER-MW-LINIE<br />
Lösung für Palettierbereich<br />
inklusive Palettentransport<br />
Hinter dem Erfolg der Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG stehen kurz zusammengefasst<br />
mindestens vier Konstanten: ein klares Bekenntnis zur Heimat, dem Schwarzwald,<br />
beliebte und weit über die Grenzen der Region bekannte Biere wie das Tannenzäpfle,<br />
eine über jeden Zweifel erhabene Qualität und nicht zuletzt: die stetige Investition in<br />
ihre technische Ausstattung. Im Jubiläumsjahr <strong>2021</strong> – Rothaus braut heuer seit stolzen<br />
230 Jahren – wird mit der Komplettmodernisierung einer 50.000er-Glasmehrweglinie<br />
ein neuerliches Großprojekt umgesetzt. Abgeschlossen ist dabei die Neugestaltung des<br />
Palettierbereichs inklusive Palettentransport.<br />
Von JOHANNES SEIDEL, Vertriebsleitung Süddeutschland, Österreich, Schweiz, BMS-Maschinenfabrik<br />
Im Jubiläumsjahr <strong>2021</strong> –<br />
Rothaus braut heuer seit<br />
stolzen 230 Jahren – wird<br />
mit der Komplettmodernisierung<br />
einer 50.000er-<br />
Glasmehrweglinie im Hochschwarzwald<br />
ein neuerliches<br />
Großprojekt umgesetzt.<br />
Foto: BMS-Maschinenfabrik<br />
Die Gründung der Brauerei<br />
Rothaus im Jahre 1791 diente<br />
einem wahrlich hehren<br />
Zweck: Martin Gerbert, Fürstabt der<br />
Benediktiner, wollte die Schwarzwälder<br />
so vom selbstgebrannten<br />
„Wässerle“ abbringen. Gleichzeitig<br />
war der Fürstabt für seine Zeit<br />
mit einem besonderen Geschäftssinn<br />
gesegnet: So wollte er „seine“<br />
Region konkurrenz- und wirtschaftsfähig<br />
machen und zu einer anderen<br />
Brauerei in der Region eine Alternative<br />
aufzeigen. Darüber hinaus<br />
gründete Gerbert eine der ältesten<br />
Sparkassen Deutschlands.<br />
Fünfzehn Jahre später, durch die<br />
Säkularisierung, übernahm dann<br />
der Staat das Ruder – und hält es<br />
bis heute in der Hand. Aus gutem<br />
Grund. Ausstoßzahlen werden<br />
zwar traditionell nicht gemeldet.<br />
Seit Jahren liegt der Umsatz<br />
von Rothaus aber relativ verlässlich<br />
zwischen rund 75 und 78 Millionen<br />
Euro. 2019 erzielte Rothaus mit seinen<br />
240 Beschäftigten beispielsweise<br />
einen Umsatz von 75,8 Millionen<br />
Euro und ein Ergebnis vor Steuern<br />
von 15,3 Millionen Euro. Auch<br />
in der Corona-Pandemie habe sich<br />
die Brauerei vergleichsweise gut behauptet,<br />
so hört man. Als Gründe<br />
genannt werden hierfür die steigende<br />
Relevanz regionaler Biere<br />
beim Endverbraucher, ein geringerer<br />
Fassbieranteil sowie der sonnige<br />
Sommer 2020. Es lohnt sich also<br />
fürs „Ländle.“<br />
18 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
Kompromisslose Hygiene<br />
mit NETZSCH-Pumpen<br />
„Trotz Corona lief die gesamte Abwicklung innerhalb des Projektumfangs<br />
im Vergleich zu den älteren Projekten einfach schneller ab.<br />
Da hat man einen eindeutig positiven Effekt durch LOP 4.0 gesehen.<br />
Sicherlich hat dazu auch die ‚Virtuelle Inbetriebnahme‘ beigetragen, “<br />
ROGER JÄGER,<br />
Leiter Abfüllung, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG<br />
Palettierung bereitete mehr<br />
und mehr Kopfzerbrechen<br />
Für die Ersatzinvestition in die Mehrwegabfüllung<br />
gab es gleich mehrere<br />
Auslöser: So war die Abfüllung Baujahr<br />
2003 und bis 2018 die Hauptanlage<br />
von Rothaus, vorrangig für das<br />
0,33-l-Tannenzäpfle. „Das bedeutet<br />
fünfzehn Jahre mit viel Dreischichtbetrieb.<br />
Das hat schon Spuren hinterlassen.<br />
Es war einfach an der Zeit“,<br />
blickt Roger Jäger, Leiter Abfüllung<br />
bei Rothaus, zurück. Die Palettierung<br />
stammte darüber hinaus von einem<br />
Anbieter, der längst vom Markt verschwunden<br />
ist. Zunehmend schwerer<br />
gestaltete sich entsprechend die Ersatzteilbeschaffung.<br />
Der Belader war<br />
außerdem mechanisch zu schwach<br />
ausgelegt. Jäger verdeutlicht: „Der<br />
hat beim Abbremsen regelgerecht gewackelt.<br />
Da mussten wir viel nacharbeiten,<br />
schweißen.“ Kurz: Die Palettierung<br />
bereitete Rothaus mehr und<br />
mehr Kopfzerbrechen, sie sollte im<br />
Rahmen der Gesamtmodernisierung<br />
demzufolge möglichst rasch ersetzt<br />
werden. Auch bei der Palettenetikettierung<br />
wollte Rothaus in diesem Zuge<br />
das Verfahren wechseln. „Uns sind im<br />
Lager mal bei über 200 Paletten die<br />
Folien des Etiketts gerissen. Wir entschieden<br />
uns aus diesem Grund für die<br />
Schnuretikettierung“, erläutert Jäger.<br />
Ein erstes Puzzle beim neuen Layout:<br />
„Der Folienetikettierer hat einen deutlich<br />
geringeren Platzbedarf. Da mussten<br />
wir schon tüfteln, bis wir eine passende<br />
Lösung hatten“, so Jäger.<br />
Nur demontieren und<br />
montieren – Schnittstellen<br />
weiter nutzen<br />
Rothaus wollte den Zu- und Abtransport<br />
der Kästen darüber hinaus nicht<br />
groß verändern. Daher lautete die Forderung:<br />
Im Palettierbereich durfte nur<br />
demontiert und montiert werden, bestehenden<br />
Schnittstellen galt es weiter<br />
zu nutzen. „Das war nicht ganz ohne,<br />
wurde dann aber nach einigen planerischen<br />
Varianten sehr gut gelöst“,<br />
stellt Jäger heraus. Eine weitere kniffelige<br />
Aufgabe wartete laut Jäger bei der<br />
Inte gration des bestehenden Palettenentsicherers<br />
sowie des Palettenaufzugs.<br />
„Die Maschinenrichtlinien, die hinsichtlich<br />
Sicherheit umzusetzen sind, sind<br />
mittlerweile eine wirkliche Herausforderung.<br />
Gerade bei Bestandsanlagen<br />
mit einer definierten Grundfläche. Wir<br />
haben die für die Reinigung und Wartung<br />
von uns geforderte gute Zugänglichkeiten<br />
zu den einzelnen Komponenten<br />
aber trotzdem erreicht.“<br />
Beim Palletenaufzug galt es ferner,<br />
eine ganz besondere Nuss zu knacken.<br />
Jäger im Rückblick: „Der Palettenaufzug<br />
war in die Maschinensteuerung<br />
des alten Beladers eingebunden. Das<br />
war uns gar nicht so recht bewusst, das<br />
war eine echte Überraschung.“ Hardwareseitig<br />
musste BMS also eine neue<br />
Stand-alone-Steuerung aufbauen. Die<br />
Steuerungssoftware wurde dagegen so<br />
weit wie möglich übernommen, um die<br />
CE-Zertifizierung erhalten zu können.<br />
Be- und Entlader in<br />
Säulenausführung<br />
Maschinenseitig geliefert wurden der<br />
komplette Palettentransport inklusive<br />
Palettenmagazin sowie der Be- und<br />
Entlader. Beides sind Lagenpalettierer<br />
in Säulenausführung Typ Unipal 108.<br />
Sowohl Be- als auch Entlader leisten<br />
2.700 24er-Kästen pro Stunde, 3.250<br />
sind es beim 20er-Kasten sind es stündlich<br />
3.250. Diesen Maschinentyp wählte<br />
Rothaus ganz gezielt aus. Erstens<br />
waren in der Altanlage bereits Säulenpalettierer<br />
installiert. Es war mit Blick<br />
auf das Layout folglich eine einfache<br />
und damit attraktive Lösung. Zweitens<br />
setzt Rothaus seit 2017 Palettierer des<br />
Unipal-Typs ein. „Wir wussten daher,<br />
dass sie überaus stabil konstruiert sind<br />
und zuverlässig und präzise arbeiten“,<br />
erläutert Roger Jäger. Für die Entscheidung<br />
der Maschinenwahl sprachen die<br />
Gemeinsamkeiten bei Wartung, Ersatzteilen<br />
und Bedienung.<br />
Verantwortungsbereich<br />
deutlich ausgeweitet<br />
Am 11. September 2020 wurde der<br />
Auftrag vergeben. Im Vergleich zu den<br />
bisherigen gemeinsamen Projekten<br />
Schonende Förderung von<br />
hygienischen Produkten<br />
Pumpen entsprechend EHEDG-, QHD-, 3Aund<br />
GOST-R-Richtlinien konstruiert, gefertigt<br />
und geprüft<br />
FDA-zertifizierte Elastomere<br />
Produkt- und Reinigungstemperatur bis 150° C<br />
Explosionsschutz nach ATEX<br />
CIP- und SIP-fähig<br />
Jahrzehntelanges Know-how für kompromisslose<br />
Hygiene<br />
NOTOS® Schraubenspindelpumpe,<br />
NEMO® Exzenterschneckenpumpe und T.Sano®<br />
Drehkolbenpumpe im hygienischen Design<br />
NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH<br />
Geschäftsfeld Nahrung & Pharmazie<br />
Tel.: +49 8638 63-1030<br />
info.nps@netzsch.com<br />
www.netzsch.com
BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />
weitete Rothaus den Verantwortungsbereich<br />
von BMS deutlich aus.<br />
„Bislang agierten sie vornehmlich als<br />
unser Maschinenpartner. Jetzt verantworteten<br />
sie das Komplettpaket<br />
vom Layout und den Komponenten<br />
über den Abbau und Verkauf<br />
der Altanlage bis hin zur Montage,<br />
der Automatisierung sowie der Inbetriebnahme<br />
inklusive Bedienerschulung“,<br />
fasst Jäger zusammen.<br />
Die Demontage der Altanlage startete<br />
dann am 6. Februar <strong>2021</strong>, der<br />
Produktionsanlauf erfolgte in der<br />
KW 8. Seither werden die Leergutpaletten<br />
wie gehabt über den Aufzug<br />
auf das Niveau der Palettierung<br />
gefördert. „Wir haben noch<br />
einen echten Flaschenkeller“, merkt<br />
Jäger schmunzelnd an. Es folgt<br />
der Entsicherer, danach der Entlader.<br />
Die Leerpalette läuft von diesem<br />
zum Magazin, wo sie gepuffert<br />
wird. Eine Schlüsselfunktion, denn:<br />
Aus Gründen der Lagerkapazität<br />
fährt die Badische Staatsbrauerei<br />
die Leergutpaletten sechs Kästen<br />
hoch ins Lager und so auch in die<br />
Abfüllanlagen. Das Vollgut verlässt<br />
die Abfüllung aber nur fünf Kästen<br />
hoch. Aufseiten des Vollguts entsteht<br />
demzufolge ein Palettenmangel,<br />
während beim Leergut Palettenüberschuss<br />
herrscht.<br />
Abgeschlossen ist bereits die Neugestaltung des Palettierbereichs inklusive Palettentransport und -magazin.<br />
Agierte BMS bislang vornehmlich als Maschinenpartner, so zum Beispiel im Bereich der Packmaschinen, wurde<br />
der Verantwortungsbereich in diesem Projekt deutlich ausgeweitet.<br />
Sowohl beim Be- als auch Entlader entschied sich Rothaus für einen Säulenpalettierer. Fotos: BMS-Maschinenfabrik<br />
Magazin puffert Paletten<br />
vollautomatisch ab<br />
Fehlende Paletten können manuell<br />
über eine Aufgabestation in das<br />
Magazin eingeschleust beziehungsweise<br />
auf zwei separaten Pufferplätzen<br />
gelagert werden. Bei auftretendem<br />
Palettenüberschuss (zum<br />
Beispiel beim Anfahren der Anlage)<br />
werden die überschüssigen Paletten<br />
im Magazin sowie in den Pufferplätzen<br />
zwischengelagert und<br />
dann bedarfsgerecht zum Belader<br />
transportiert. Herrscht weiterhin Palettenüberschuss,<br />
nimmt Rothaus<br />
die entsprechenden Blöcke manuell<br />
ab. Alternativ lassen sich über diesen<br />
Strang auch neue Paletten einspeisen.<br />
Nach dem Belader folgt die<br />
gewünschte Palettensicherung mit<br />
Schnuretikettierung. Die Vollgutpalette<br />
wird abschließend vom Aufzug<br />
zur Ausgangsebene transportiert.<br />
Belader verarbeitet bis<br />
zu drei Gebindestränge<br />
Als Be- und Entlader wurde hierbei<br />
die identische Maschine verbaut.<br />
„Wenn man sich die Palettierer<br />
anschaut, dann ist es ihnen von der<br />
Konstruktion her eigentlich egal, ob<br />
sie Voll- oder Leergut umsetzen“, ist<br />
sich Jäger sicher. Der Belader erhielt<br />
als Besonderheit drei Stellplätze.<br />
Jäger erklärt: „Wir haben in der Abfüllung<br />
die Möglichkeit, Leergut inline<br />
zu sortieren. In diesem Fall kommen<br />
zwei zusätzliche Kastenstränge<br />
auf den Belader.“ Konkret sind das<br />
erstens Rothauskästen mit Fremdflaschen<br />
und zweitens sortiertes<br />
Rothaus-Glas. „Unsere Kästen haben<br />
identische Abmaße, daher sind 0,5-<br />
l-er- und 0,33-l-er-Kästen auf den<br />
Paletten. Wenn wir jetzt beispielsweise<br />
0,5-l-er-Kästen füllen, dann<br />
laufen auf dem zweiten Strang unsere<br />
sortenreinen 0,33-l-er-Kästen.<br />
20 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />
„Das Komplettpaket vom Layout und den Komponenten über<br />
den Abbau und Verkauf der Altanlage, bis hin zur Montage,<br />
der Auto matisierung sowie der Inbetriebnahme inklusive<br />
Bediener schulung verantwortete BMS-Maschinenfabrik.“<br />
ROGER JÄGER,<br />
Leiter Abfüllung, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG<br />
Die Maschinenrichtlinien hinsichtlich Sicherheit sind bei Bestandsanlagen mit einer definierten Grundfläche<br />
und vorgegebenen Schnittstellen eine planerische Herausforderung. Foto: BMS-Maschinenfabrik<br />
Der dritte Strang ist das abgefüllte<br />
Vollgut, also in diesem<br />
Fall sind es 0,5-l-er-Kästen“,<br />
veranschaulicht Jäger. Je nach<br />
Situat ion auf der Pufferstrecke<br />
werden die drei Stränge entsprechend<br />
abgerufen und vom<br />
Belader auf Paletten gesetzt<br />
und anschließend in die Lagerlogistik<br />
transportiert.<br />
Corona – ganz neue<br />
Herausforderung<br />
Einer im wahrsten Sinne des<br />
Wortes echten Premiere galt es<br />
sich bei der eigentlichen Projektabwicklung<br />
zu stellen – den<br />
strikten Corona-Hygienemaßnahmen.<br />
Jäger in diesem Zusammenhang:<br />
„In dieser Phase<br />
mussten wir das gesamte Abfüllprogramm<br />
auf unserer zweiten<br />
Anlage abarbeiten. Daher war<br />
es entscheidend – und es hat<br />
auch funktioniert – dass trotz<br />
der erschwerten Rahmenbedingungen<br />
und eingeschränkter direkten<br />
Kommunikation alle Termine<br />
eingehalten werden.“<br />
Eine wichtige Rolle spielte hier<br />
das cloudbasierte Baustellenmanagementsystem<br />
LOP 4.0.<br />
Auf diese Cloud- Lösung können<br />
alle Projektbeteiligten über<br />
die BMS-Homepage mit einem<br />
Passwort zugreifen. Eine spezielle<br />
Software ist nicht erforderlich.<br />
Die Datensicherheit ist dabei<br />
immer gewährleistet.<br />
Diese digitale Plattform bildet<br />
den Projektstatus während der<br />
Baustellenphase von der Auslieferung<br />
bis zur Inbetriebnahme<br />
mit höchstmöglicher Transparenz<br />
ab. Dazu wird unter anderem<br />
graphisch dargestellt, wie<br />
viele Punkte zurzeit offen, in<br />
Bearbeitung oder abgeschlossen<br />
sind. Über eine Filterfunktion<br />
lassen sich Informationen<br />
darüber hinaus schnell und gezielt<br />
generieren. Außerdem gibt<br />
es eine digitale Material- Liste,<br />
die als „Push Client“ agiert.<br />
Des Weiteren ist LOP 4.0 eine<br />
offene Kommunikations- und<br />
Dokumentationsplattform.<br />
Hierbei kann jeder Projektpartner<br />
beispielsweise Fotos<br />
oder Videos hochladen, nächste<br />
Schritte zur Diskussion stellen<br />
oder einzelne Punkte priorisieren.<br />
Das stellt sicher, dass der<br />
Status aller Projektbausteine immer<br />
aktuell und klar verständlich<br />
abgebildet wird. Wechselwirkungen<br />
auf den weiteren<br />
Verlauf werden auf diese Weise<br />
sofort sichtbar. Dies reduziert<br />
Reibungs- und Abstimmungsverluste<br />
und führt zu einem hohen<br />
Grad an Planbarkeit.<br />
Eindeutig positive Effekte<br />
durch LOP 4.0 und<br />
„Virtuelle Inbetriebnahme“<br />
„Trotz Corona lief die gesamte<br />
Abwicklung innerhalb des Projektumfangs<br />
im Vergleich zu<br />
den älteren Projekten einfach<br />
schneller ab. Da hat man einen<br />
eindeutig positiven Effekt durch<br />
LOP 4.0 gesehen. Sicherlich hat<br />
dazu auch die ‚Virtuelle Inbetriebnahme‘<br />
beigetragen“, stellt<br />
Jäger heraus. Dieses computergestützte<br />
Simulationswerkzeug<br />
wurde von BMS ebenfalls<br />
in Eigenregie entwickelt. Es ermöglicht,<br />
dass der Maschinenbau<br />
und die Inbetriebnahme der<br />
Software parallel zueinender erfolgen<br />
können. Die reale SPS der<br />
Maschine wird dazu von einem<br />
simulierten Modell vor konkrete<br />
Aufgaben und Herausforderungen<br />
gestellt. Das virtuelle Modell<br />
gibt beispielsweise ein Signal an<br />
die SPS, die daraufhin einen virtuellen<br />
Motor schneller steuert.<br />
Der Inbetriebnehmer sieht<br />
also bereits vor der Baustelle, ob<br />
der Ist-Wert mit dem Zielwert<br />
übereinstimmt. Oder ob bei einem<br />
simulierten Sensordefekt<br />
alle Störmeldungen tatsächlich<br />
korrekt programmiert sind.<br />
Die Inbetriebnahme der Maschine<br />
oder Anlage beim Kunden<br />
wird auf diesem Wege durchaus<br />
entscheidend optimiert.<br />
Bleibt damit nur noch die Abschlussfrage:<br />
Ist Rothaus erneut<br />
zufrieden mit der Projektabwicklung<br />
und der Anlagenperformance?<br />
Roger Jäger fasst<br />
abschließend zusammen: „Wir<br />
sind abso lut zufrieden. Von der<br />
Planung bis zur Inbetriebnahme<br />
wurde alles sehr gut umgesetzt.<br />
Auch und gerade die Art und<br />
Weise, wie offen man sich eventuellen<br />
Opti mierungsarbeiten<br />
stellte, war einfach vorbildlich.“<br />
Hinter einem wichtigen Modernisierungsschritt<br />
des Jubiläumsjahrs<br />
kann die Brauerei Rothaus<br />
also ganz beruhigt den berühmten<br />
Haken setzen.<br />
Darauf gerne ein gemeinsames<br />
Tannenzäpfle.<br />
Mehr Informationen<br />
www.bms-maschinenfabrik.de<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 21
BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />
ASEPTISCHE KARTONVERPACKUNG<br />
Innovative Verpackungslösung<br />
für Pflanzendrinks<br />
Ob Smoothies, Premium-Fruchtsäfte, Wellness-Getränke oder Milchalternativen – die<br />
Nachfrage nach innovativen Getränken auf pflanzlicher Basis ist in den vergangenen<br />
Jahren vor allem in Großbritannien rasant gestiegen. Innovationstreiber sind dabei<br />
häufig kleinere, junge und dynamische Unternehmen, die ihre Pflanzendrinks zunächst<br />
in geringen Mengen produzieren. Nicht selten entscheidet dabei auch die richtige<br />
Verpackung über den Erfolg eines neuen Produkts.<br />
22 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
Für die Verpackung von pflanzlichen<br />
Getränken hat SIG die<br />
neuartige Kartonflasche combidome<br />
entwickelt. Sie erfüllt sämtliche<br />
Hygienestandards und ist praktisch<br />
in der Handhabung. Sie ist<br />
leicht, stabil, schön und einfach zu<br />
transportieren. Vor Kurzem hat SIG<br />
bei der Firma Framptoms, einem<br />
Spezialisten für Trendgetränke und<br />
Co-Packaging, eine combidome-<br />
Füllmaschine installiert. Mit dieser<br />
Maschine wird Framptoms kleine<br />
Unternehmen unterstützen, wie<br />
das britische Start-up Lilk. Damit ist<br />
Lilk eine der ersten Marken in Großbritannien,<br />
die ihre Pflanzendrinks<br />
in den neuen combidome-Kartonflaschen<br />
von SIG abfüllen wird.<br />
Die Partnerschaft zwischen SIG,<br />
einem führenden Anbieter für aseptische<br />
Verpackungen, und Framptoms<br />
bietet eine Plattform für neuartige<br />
Verpackungslösungen für den<br />
britischen und irischen Markt, um<br />
Produkte erfolgreich zu vermarkten<br />
und schnell und flexibel auf neue<br />
Anforderungen und Trends reagieren<br />
zu können. Durch die Kooperation<br />
mit Framptons hat Lilk nun die<br />
Chance, seine Produkte in der neuartigen<br />
Kartonflasche combidome<br />
zu verpacken und durch den gesamten<br />
Produktionsprozess begleitet zu<br />
werden, um so zwei neue Pflanzendrinks<br />
auf den Markt zu bringen: The<br />
Common Blend Oat & Rice und The<br />
Lush Blend Oat, Coconut & Quinoa,<br />
die aus Samen und Körnern hergestellt<br />
werden. „Wir sind die ersten in<br />
Großbritannien, die den auf Pflanzendrinks<br />
spezia lisierten Herstellern<br />
wie Lilk die Möglichkeit bieten,<br />
combidome zu verwenden. Sowohl<br />
die Ästhetik als auch die Funktionalität<br />
bedeuten Inno vation im Bereich<br />
der Kartonpackungen“, erklärt<br />
Will Martin, Business Development<br />
Director und Miteigentümer<br />
bei Framptons.<br />
Foto: SIG<br />
Von beidem das Beste<br />
Die neue combidome-Kartonpackung<br />
von SIG vereint die besten Eigenschaften<br />
eines Kartons und einer<br />
Flasche. Sie erfüllt sämtliche Anforderungen<br />
an Hygiene, Schutz, Sicherheit<br />
und Haltbarkeit und kombiniert<br />
die ökologischen und logistischen<br />
Vorteile einer aseptischen<br />
Kartonverpackung mit dem Aussehen<br />
und der Handhabung einer<br />
Glasflasche. Sie macht Produkte<br />
komfortabel, hochwertig und nachhaltig.<br />
Combidome ist leicht und<br />
trotzdem stabil. Durch ihre handliche<br />
Form, den mittig angebrachten<br />
Verschluss und die breiten Öffnung<br />
ist sie genauso einfach im Gebrauch<br />
wie eine Flasche. Nichts wird<br />
verschüttet, nichts tropft, kein Rest<br />
bleibt in der Packung übrig. Dank<br />
des wiederverschließbaren Schraubverschlusses<br />
ist combidome auch für<br />
unterwegs geeignet. Die aseptische<br />
Kartonflasche schützt den Inhalt vor<br />
Licht und Luft. Dadurch bleiben Geschmack,<br />
Aroma, Farbe, Vitamine<br />
und Nährstoffe erhalten. So können<br />
die Pflanzendrinks problemlos über<br />
längere Zeit ganz ohne Kühlung gelagert<br />
werden.<br />
Ansprechende Optik<br />
Die neue Kartonverpackung hat<br />
nicht nur viele praktische Funktionen,<br />
sie sieht außerdem gut aus.<br />
Durch die besondere Form, der Kombination<br />
aus Kartonpackung und Flasche,<br />
fallen auch die beiden neuen<br />
Lilk-Getränke in combidome sofort
BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />
ins Auge. Dadurch unterscheiden sie<br />
sich von anderen Produkten und Verpackungen<br />
und sorgen für Aufmerksamkeit<br />
im Verkaufsregal. „Unsere<br />
Partnerschaft mit Framptoms kann<br />
kleineren Innovationstreibern im Bereich<br />
der Pflanzendrinks die Chance<br />
bieten, ihre neuen Produkte auf<br />
dem Markt hervorzuheben und sich<br />
mit unserer Kartonflasche combidome<br />
deutlich von den Wettbewerbern<br />
zu unter scheiden“, sagt Russ<br />
Lisle, Key Account Manager UK & Irland<br />
bei SIG. Neben der guten Sichtbarkeit<br />
bietet combidome außerdem<br />
eine große bedruckbare Fläche mit<br />
viel Platz für Produktinformationen<br />
oder Markenbotschaften.<br />
Optimierte Logistik<br />
Schließlich ist das besondere Design<br />
der neuen Verpackung auch effizienter<br />
und damit kostengünstiger<br />
für die Logistik im Vergleich zu<br />
Standardverpackungen, wie beispielsweise<br />
eine Giebelpackung.<br />
Die combidome-Kartonverpackung<br />
ist sehr stabil und widerstandsfähig<br />
auch gegen höheren Druck, ohne dadurch<br />
ihre Form zu verlieren oder undicht<br />
zu werden. Befüllt sind die neuen<br />
Kartonverpackungen leicht zu stapeln<br />
und Paletten können maximal<br />
beladen werden. Die aseptischen Kartons<br />
können längere Zeit ohne Kühlung<br />
gelagert werden und ermöglichen<br />
einen platzsparenden Transport.<br />
Flexible Produktion<br />
Die Verpackungen werden als flach<br />
gefaltete Kartonmäntel zu den Produktionsbetrieben<br />
geliefert, eine<br />
versiegelte Längsnaht bietet zusätzlichen<br />
Schutz der Getränke. Mit der<br />
neuen combidome-Füllmaschine von<br />
SIG können verschiedene Zielgruppen<br />
beliefert, die Produktionszeiten<br />
verringert und das Produktionsvolumen<br />
erhöht werden. Die Abfüllmaschine<br />
ermöglicht durch einfachen<br />
Wechsel von Dekor, Füllvolumen<br />
und Produkt eine hohe Flexibilität.<br />
So können mit einer Maschine drei<br />
verschiedene Füllvolumen abgefüllt<br />
werden. Ein Volumenwechsel ist innerhalb<br />
weniger Minuten möglich.<br />
Dekoränderungen können ganz<br />
ohne Unterbrechung der Produktion<br />
durchgeführt werden, um so Verpackungskartons<br />
für verschiedene Länder<br />
zu befüllen. Je nach Format der<br />
Getränkeverpackung können mit<br />
der neuen combidome-Füllmaschine<br />
von SIG bis zu 24.000 Verpackungen<br />
pro Stunde abgefüllt werden.<br />
Gut für Umwelt<br />
und Verbraucher<br />
Kartonpackungen bieten bereits eine<br />
geringe Umweltbe lastung. Die aseptische<br />
Kartonflasche combidome ist<br />
eine nachhaltige Verpackung, die zu<br />
100 % aus erneuerbaren Materialien<br />
hergestellt wird. Sie besteht überwiegend<br />
aus FSC ® -zertifiziertem<br />
Rohkarton und ist vollständig<br />
recycel bar. Combidome verbraucht<br />
weniger fossile Brennstoffe und hat<br />
einen geringeren CO 2<br />
- Fußabdruck<br />
im Vergleich zu anderen Getränkeverpackungen<br />
wie Glas-, HDPEoder<br />
PET-Flaschen, Metalldosen oder<br />
Standbeutel. Damit erfüllt die neue<br />
Kartonflasche die Ansprüche vieler<br />
Verbraucher, die sich bewusst für<br />
pflanz liche Produkte entscheiden<br />
und zugleich eine verantwortungsvolle<br />
und umweltfreundliche Verpackung<br />
erwarten. ST<br />
Mehr Informationen<br />
www.sig.biz<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 23
LEISTUNGSSTARKES FILTERVERFAHREN<br />
Trenntechnik spart<br />
Brauerei Zeit und Geld<br />
Bis vor zwei Jahren erlebte eine Brauerei und Bourbon-Destillerie in Lexington, Kentucky,<br />
große Produktverluste, weil sie ein Filterverfahren verwendete, das zu leistungsschwach<br />
für die Produktion und ungeeignet für die geforderte Qualität war. Das Unternehmen<br />
übernahm eine neue Trenntechnik, mit der es mehr Produkte in höherer Qualität und in<br />
kürzerer Zeit produzieren konnte.<br />
Von CHRISTIAN PETTIT, Verkaufsleiter Bereich Brauereiwesen, Spirituosen und Wein, Flottweg Separation Technology Inc.<br />
Abb. oben:<br />
Bourbonfässer von Alltech.<br />
Foto: Flottweg<br />
Die Geschichte<br />
Nicht mehr als eine Stunde entfernt<br />
von 95 % aller Bourbon-Hersteller<br />
der Welt befindet sich die<br />
Alltech Lexington Brewing & Distilling<br />
Co., eine einzigartige Station<br />
auf dem weltberühmten Kentucky<br />
Bourbon Trail. Alltech gehört<br />
zu einer Handvoll Betriebe weltweit,<br />
die sowohl brauen als auch<br />
destillieren. Am Standort in Lexington<br />
steht neben der Town Branch<br />
Distillery eine Brauerei, die die Bierfamilie<br />
Kentucky Ale herstellt. Es ist<br />
die älteste Handwerksbrauerei von<br />
Lexington. Alltech-Gründer und Präsident<br />
Dr. Pearse Lyons erwarb 1999<br />
die 200 Jahre alte Lexington Brewing<br />
Company und erfüllte die bis ins<br />
Jahr 1794 zurückreichende Brauund<br />
Destilliertradition in Lexington<br />
mit neuem Leben.<br />
Im Herbst 2011 erfolgte der erste<br />
Spatenstich für die Town Branch<br />
Distillery, die 2012 in den Kentucky<br />
Bourbon Trail aufgenommen wurde.<br />
Heute produziert die Brennerei Town<br />
Branch Bourbon, Town Branch Rye,<br />
Bluegrass Sundown Likör, Kentucky<br />
Ale, Kentucky Kölsch und Pearse<br />
Lyons Reserve, den ersten Malt<br />
Whiskey, der seit der Pro hibition in<br />
Kentucky gebrannt wurde. Die Zentrifugenanlage<br />
scheidet die Flüssigkeit<br />
ab und leitet sie in einen Sammeltank,<br />
bevor es weiter zur Filtration<br />
geht.<br />
Alltech ist berühmt dafür, sein<br />
Bier in Bourbonfässern zu reifen.<br />
„Die Reise geht weiter und alles,<br />
was sich in diesem Fass befindet,<br />
wird Teil des Bieres“, sagte Ken Lee,<br />
Braumeister bei Alltech. Der Hersteller<br />
von Tierernährung produziert<br />
Nahrungsergänzungsmittel für Tiere,<br />
die durch Fermenta tion gewonnen<br />
werden. In den vergangenen<br />
zehn Jahren ist allerdings das Brauereigeschäft<br />
des Unternehmens<br />
stark gewachsen.<br />
„Als ich vor neun Jahren zu Alltech<br />
kam, betrug das Jahresvolumen<br />
3.800 Fässer“, sagte Lee. „Jetzt<br />
brauen wir mehr als 40.000 Fässer<br />
pro Jahr und eröffnen eine weitere<br />
Brauerei und Brennerei in Pike ville,<br />
die Bier auf die gleiche Art brauen<br />
wird, wie wir hier in Lexington.“<br />
Die Herausforderung<br />
Vor zwei Jahren stieß Alltech bei der<br />
Produktionszeit an seine Grenzen<br />
und entschied sich für die Installation<br />
einer Zentrifugenanlage. Das<br />
Unternehmen stellte fest, dass es<br />
gegenüber der Klärung im Tank oder<br />
der Verwendung eines Filters durch<br />
den Einsatz einer Zentrifuge seinen<br />
Durchsatz und Ertrag erheblich steigern<br />
konnte. Es verwendete einen<br />
kleinen Filter, der wegen der Hefeablagerungen<br />
häufig ausfiel. „Wir<br />
haben Bier verloren“, sagte Brauer<br />
Mitchell Pace. „Deshalb haben wir<br />
uns dafür entschieden, die Trenn-<br />
24 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen<br />
technik von Flottweg auszuprobieren.“<br />
Die Zentrifugenanlage unterstützt<br />
einerseits die Temperaturregelung<br />
und Klärung und minimiert<br />
andererseits den Druck während der<br />
Kühlung, da die Hefe bereits entfernt<br />
wurde.<br />
Die Lösung<br />
„Die Trommeltellerseparatorenanlage<br />
trennt die Hefe vom Bier, wodurch<br />
es leichter gefiltert werden<br />
kann. Beim Einbringen des Biers in<br />
Fässer ist es wichtig, eine zweite Gärung<br />
zu vermeiden“, sagt Pace, der<br />
seit vier Jahren bei Alltech arbeitet.<br />
Die Zentrifugenanlage scheidet die<br />
Flüssigkeit ab und leitet sie in einen<br />
Sammeltank, bevor es weiter zur Filtration<br />
geht.<br />
„Diese Zentrifugenanlage ist für<br />
unseren Betrieb sehr wichtig“, sagte<br />
Pace. „Fast alles, was wir produzieren,<br />
durchläuft diese Trenntechnik.“<br />
Die Anlage ist seit zwei Jahren<br />
in Betrieb und hat uns bislang keine<br />
größeren Probleme bereitet, merkte<br />
Pace an. „Sie unterstützt die Temperaturregelung<br />
und Klarheit des Produkts.<br />
Außerdem herrscht in unseren<br />
Fässern, wenn sie aus der Kühlung<br />
kommen, weniger Druck, weil<br />
die Hefe entfernt wurde. Der Einsatz<br />
dieser <strong>Technologie</strong> wirkt sich<br />
sehr positiv auf die Fässer und den<br />
Reifungs prozess aus. Die Anlage<br />
hilft uns, das erforderliche Volumen<br />
dauerhaft zu halten. Das spart<br />
Zeit, Geld und Kopfschmerzen. Wie<br />
bei allen neuen Geräten gab es zunächst<br />
einige Anlaufschwierigkeiten,<br />
aber Flottweg war stets an unserer<br />
Seite, um uns darüber hinwegzuhelfen<br />
und zu vermitteln, wie<br />
man sie effek tiv bedient.“<br />
Die gesamte Wartungsarbeit, so<br />
Pace, bestehe in einem gelegentlichen<br />
harten Reset, wenn die Anlage<br />
eine Weile ununterbrochen gelaufen<br />
ist. „Dieses System ist so einfach<br />
zu bedienen“, sagt Pace. „Sie<br />
drücken einfach die Start-Taste, drücken<br />
die Pause-Taste, drücken die<br />
Stopp-Taste – fertig. Der CIP-Prozess<br />
ist bereits integriert. Wenn Sie mit<br />
einem Durchgang fertig sind, können<br />
Sie die Taste ‚Clean‘ (Reinigen)<br />
drücken und dann mit ‚OK‘ bestätigen<br />
– und sofort startet der Reinigungsvorgang.<br />
Die Anlage entleert<br />
sich selbst. Weil während des gesamten<br />
Herstellungsprozesses keine<br />
Zeit verloren geht, können wir größere<br />
Produktmengen produzieren.“<br />
Der Einsatz dieser Zentrifugentechnologie<br />
wirkt sich positiv auf die<br />
Fässer und den Reifungsprozess<br />
aus. Die Anlage hilft, das erforderliche<br />
Volumen dauerhaft zu halten,<br />
und spart auf diese Weise Zeit, Geld<br />
und Kopfschmerzen.<br />
Funktionsweise<br />
Separatoren dienen der Trennung<br />
von Feststoffen und Flüssigkeiten<br />
und ermöglichen so eine hocheffiziente<br />
Klärung. Hierbei läuft das zu<br />
klärende Produkt über ein Einlaufrohr<br />
ins Innere der Trommel, wo es<br />
vom Verteiler schonend auf die volle<br />
Drehzahl beschleunigt wird. Durch<br />
das Tellerpaket in der Trommel teilt<br />
sich der Produktstrom in viele dünne<br />
Schichten auf und schafft auf<br />
diese Weise eine große Oberfläche.<br />
Innerhalb des Tellerpakets scheidet<br />
sich der Feststoff von der Flüssigkeit<br />
ab. Aufgrund der hohen Zentrifugalkraft<br />
setzt sich der Feststoff am<br />
Rand der Trommel ab. Über ein hydraulisches<br />
System im Unterteil der<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 25
BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen<br />
Effiziente Bierklärung durch<br />
den Flottweg-Bierseparator<br />
bei Alltech.<br />
Trommel werden die abgeschiedenen<br />
Stoffpartikel periodisch bei voller<br />
Drehzahl ausgestoßen. Die geklärte<br />
Flüssigkeit fließt aus dem Tellerpaket<br />
zu einer Schälscheibe und<br />
wird unter Druck abgeleitet.<br />
Eine hydrohermetische Abdichtung<br />
im Separator ermöglicht es,<br />
den Produktraum gegenüber der<br />
umgebenden Atmosphäre abzudichten.<br />
Auf diese Weise werden<br />
unerwünschter Sauerstoffeintrag<br />
und Schaumbildung vermieden.<br />
Die hydro hermetische Abdichtung<br />
erfolgt über eine Sperrscheibe,<br />
die in eine Flüssigkeit eingetaucht<br />
ist (zum Beispiel entgastes<br />
Wasser), wodurch der Trommelinnenraum<br />
von der Umgebung abgetrennt<br />
wird. Feststoffe werden über<br />
ein Austragssystem aus dem Separator<br />
abgelassen. Dieses System erlaubt<br />
eine extrem leise Selbstentleerung<br />
der Trommel.<br />
Die Rohre sind deutlich gekennzeichnet,<br />
um anzuzeigen, an welcher<br />
Position Bier ein- beziehungsweise<br />
ausfließt. Ein Gärtank wird mit<br />
Kohlendioxid gefüllt, um zu verhindern,<br />
dass Sauer stoff in den Behälter<br />
gelangt. Das Bier wird über die<br />
Rohre in die Zen trifuge geleitet. Die<br />
Anlage misst die Trübung, wobei die<br />
Einstellungen abhängig vom hergestellten<br />
Produkt angepasst werden<br />
können. Die Produktion wird von<br />
zwei Messgeräten mit Hintergrundbeleuchtung<br />
überwacht, sodass das<br />
durchlaufende Bier sichtbar ist. Von<br />
dort gelangt es durch Rohrleitungen<br />
in die Zentrifugentrommel. Während<br />
das Bier einfließt, werden feste Produktionsreste<br />
gegen die Trommelinnenwand<br />
geschleudert. Das abgeschiedene<br />
Bier wird von dem anderen<br />
Messgerät erfasst. Hopfen,<br />
Produktionsreste oder Hefe werden<br />
aus der Seitenkammer abgelassen.<br />
Hier befindet sich die Town Branch<br />
Distillery und eine Brauerei, die die<br />
Bierfamilie Kentucky Ale herstellt.<br />
Der Bediener kann jederzeit die<br />
Trübung des Biers (European Brewery<br />
Convention – EBC) überprüfen<br />
und stellt damit sicher, dass der Farbton<br />
den Spezifikationen entspricht.<br />
Ist das Bier zu trübe, kann die Flüssigkeit<br />
noch einmal durch die Anlage<br />
geleitet werden, bis das gewünschte<br />
Endergebnis erreicht ist.<br />
Bestätigt die Anlage die korrekte<br />
Trübung (EBC), wird die Flüssigkeit<br />
in den Ablauf geführt, wo eine Probe<br />
für die Qualitätsprüfung gezogen<br />
wird. Die abgeschiedene Flüssigkeit<br />
gelangt über die Auslassrohre direkt<br />
in die Tanks. Dies ist der Teil des Prozesses,<br />
in dem das Produkt für die<br />
Auslieferung vorbereitet wird.<br />
Die Ergebnisse<br />
Seit der Installation der Trenntechnik<br />
ist das Leben für Pace und<br />
sein Team von Bedienern einfacher<br />
geworden. „Heute habe ich<br />
ei nen Durchsatz von 14.000 Gallonen<br />
Bier“, sagte Pace. „Ohne<br />
diese Anlage gingen wahrscheinlich<br />
5.000 Gallonen verloren und es<br />
würde mindestens 48 Stunden dauern.<br />
Das Bier dreht sich sehr schnell<br />
mit 6.700 U/min und die Hefe wird<br />
auf den Boden geschleudert und<br />
danach in einen Stabilisierungstank<br />
mit weniger Hefe geleitet. Seit wir<br />
diese Anlage verwenden, ist das Leben<br />
viel einfacher.“<br />
Intelligentes Steuerungspanel<br />
von Flottweg.<br />
Fotos: Flottweg<br />
Mehr Informationen<br />
www.flottweg.com<br />
26 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
WERTSTEIGERUNG DER LUPINE<br />
Pflanzliche Proteine in Getränken<br />
In einem von der AiF geförderten Forschungsvorhaben konnten innovative Getränkegrundstoffe<br />
aus Lupinensamen für die Herstellung proteinreicher Getränken gewonnen werden.<br />
Von DR. ISABEL MURANYI, Wissenschaftliche Mitarbeitende, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising,<br />
und STEFAN RITTER, Wissenschaftlicher Mitarbeitender, TUM, Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, Freising<br />
Das mehrstufige Prinzip beruht<br />
auf der Proteinhydrolyse<br />
der in der Mälzerei<br />
gekeimten und getrockneten Lupinen<br />
(Lupinenmalz) mithilfe der bei<br />
der Saftherstellung produzierten<br />
enzymreichen Säfte. Dabei wurden<br />
die Verfahrensschritte so ausgerichtet,<br />
dass möglichst viele Proteine<br />
aus der ganzen Lupinensaat<br />
abgebaut, in Lösung gebracht werden<br />
und demzufolge im sauren pH-<br />
Bereich in Lösung bleiben. Bei der<br />
vorangestellten Keimung wurden<br />
außerdem antinutritive Inhaltsstoffe,<br />
insbesondere die Oligosaccharide<br />
der Raffinose-Familie, abgereichert.<br />
Durch eine Fermentation mit<br />
Milchsäurebakterien wurde schließlich<br />
das sensorische Profil mit fruchtig-frischen<br />
Aromen abgerundet. Für<br />
die industrielle Umsetzung ist eine<br />
Zusammenarbeit zwischen Saftherstellern<br />
und Mälzereien sowie Mut<br />
zu innovativen Verfahren seitens der<br />
Getränkeproduzenten nötig.<br />
Erfrischende Getränke<br />
mit pflanzlichen Proteinen<br />
aus der Region –<br />
aktuell eine Marktlücke<br />
Seit einigen Jahren ist ein zunehmendes<br />
Interesse an alkoholfreien<br />
Erfrischungsgetränken mit funktionellem<br />
Charakter erkennbar. Dabei<br />
sind im Einzelhandel neben Energydrinks<br />
sowie Sport- und Wellnessgetränken<br />
auch fermentierte Getränke<br />
wie Kombucha oder Wasserkefir<br />
immer präsenter. Ein wichtiger<br />
Aspekt im Lebensmittel- und Getränkesektor<br />
ist das steigende Bewusstsein<br />
der Konsumenten für die<br />
Nahrungsmittel und die damit einhergehende<br />
Forderung nach natürlichen<br />
Inhaltsstoffen. Der besonders<br />
in den Sport- und Wellnessgetränken<br />
oft ausgelobte hohe<br />
Proteinanteil wird zumeist durch<br />
die Nutzung von Molke erreicht.<br />
In Anbetracht des steigenden Anteils<br />
an vegan lebenden Konsumenten<br />
und der Zunahme veganer Produkte<br />
im Sortiment des Einzelhandels wird<br />
schnell ersichtlich, dass dem Einsatz<br />
von pflanzlichem Protein eine immer<br />
größere wachsende Bedeutung zukommt.<br />
Pflanzliche Proteingetränke<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 27
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
Abb. 1<br />
Abb. 2<br />
Abbildung 1, oben:<br />
Keimungsverlauf der Lupine über 10 Tage.<br />
Abbildung 2, links:<br />
pH-abhängiges Löslichkeitsprofil von pflanzlichen Proteinen<br />
am Beispiel der Lupine (adaptiert von Muranyi<br />
et al., 2016; doi: 10.1111/1750-3841.13515). Das<br />
Löslichkeitsminimum der Lupinenproteine befindet sich<br />
sowohl bei einem isoelektrisch gewonnenen (▲), als<br />
auch beim verdünnungsgefällten Proteinisolat (○) im<br />
sauren Milieu. Foto und Grafik: Fraunhofer IVV<br />
28 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
sind bisher jedoch fast ausschließlich<br />
in der Sparte der Milchalterna tiven<br />
zu finden. Vegane protein reiche Erfrischungsgetränke<br />
sind trotz der<br />
zu erwartenden Nachfrage bisher<br />
kaum am Markt erhältlich. Dies liegt<br />
unter anderem an der Löslichkeit<br />
des pflanzlichen Proteins, da diese<br />
im pH-Bereich der Milchalternativen<br />
deutlich höher ist als im sauren Bereich<br />
der Erfrischungsgetränke.<br />
Als Rohstoff für saure und proteinreiche<br />
Erfrischungsgetränke liegen<br />
Lupinen nahe. Sie eignen sich nicht<br />
nur durch ihren hohen Protein gehalt<br />
von über 30 % gut, sondern sind<br />
auch in Deutschland heimisch, wodurch<br />
weite Importwege umgangen<br />
werden. Ihr Anbau bringt durch die<br />
Stickstoffassimila tion zudem einen<br />
düngenden Effekt mit sich und dadurch<br />
wird die Notwendigkeit zum<br />
Ausbringen von Düngemittel in der<br />
Landwirtschaft reduziert. Lupinen<br />
sind zudem gluten- und cholesterinfrei<br />
sowie arm an Purinen. Über eine<br />
verfahrenstechnische Prozessschaltung<br />
sollen die Lupinenprote ine derart<br />
in das Erfrischungs getränk eingebracht<br />
werden, dass diese möglichst<br />
gut löslich sind, wenige begleitende<br />
Antinutritiva aufweisen und sensorisch<br />
ansprechend sind.<br />
Oligosaccharide in pflanzlichen<br />
Rohstoffen – natürlicher<br />
Abbau gelingt durch Keimung<br />
Lupinen, wie auch andere Leguminosen,<br />
enthalten Oligosaccharide der<br />
Raffinose-Familie (RFO) als Speicherstoffe.<br />
Diese RFO bestehen chemisch<br />
gesehen aus einer Saccharoseeinheit,<br />
an welche Galactoseeinheiten<br />
über α-1,6-glykosydische Bindungen<br />
gebunden sind. Je nach Anzahl der<br />
Galactoseeinheiten spricht man von<br />
Raffinose, Stachyose oder Verbascose.<br />
Da uns Menschen die notwendige<br />
Enzymausstattung fehlt, um die<br />
α-1,6-glykosydischen Bindungen zu<br />
spalten, können wir die RFO auch<br />
nicht verstoffwechseln. Folglich gelangen<br />
sie nach dem Verzehr in den<br />
Verdauungstrakt, wo sie von Bakterien<br />
der Darmflora unter Gasbildung<br />
verstoffwechselt werden. Daraus folgen<br />
die für den Verzehr von Bohnen<br />
typischen Flatulenzen, welche sich<br />
individuell bis hin zu abdominalen<br />
Schmerzen steigern können.<br />
Für die Nutzung von Leguminosen<br />
in sauren Erfrischungsgetränken<br />
sind die RFO eine besondere Hürde,<br />
da ihre flatulenzfördernde Wirkung<br />
potentielle Kunden abschrecken<br />
würde und daher untragbar ist.<br />
Deshalb gilt es diese Oligosccha ride<br />
durch möglichst natürliche Verfahren<br />
zu entfernen oder abzubauen.<br />
Als überaus wirksam hat sich die<br />
Keimung der Saaten erwiesen (siehe<br />
Abb. 1). Durch ausreichende Wasseraufnahme<br />
beginnt das Korn, seine<br />
Speicherstoffe abzubauen, um<br />
die notwendigen Nährstoffe für das<br />
Wachstum bereitzustellen. Je nach<br />
Dauer der Keimung können die<br />
RFO stark reduziert oder sogar vollständig<br />
abgebaut werden. Die dabei<br />
freigesetzte Saccharose steht für<br />
die nachfolgende milchsaure Gärung<br />
als Nährstoff zur Verfügung.<br />
Zur Sicherstellung der Lagerfähigkeit<br />
wird das Keimprodukt anschließend<br />
getrocknet.<br />
Aktive Enzyme<br />
aus Säften nutzen<br />
Frische Säfte aus Ananas, Papaya<br />
und Ingwer enthalten unter anderem<br />
die Sulfhydryl-Proteasen Bromelain,<br />
Papain beziehungsweise Zingibain<br />
in aktiver Form, welche kovalente<br />
Proteinbindungen spezifisch<br />
schneiden und so gewissermaßen zu<br />
einer „Vorverdauung“ des Proteins<br />
führen. Die Anwendung von Proteasen<br />
aus Pflanzenmaterial für enzymatische<br />
Fermentationen, etwa zur<br />
Bereitung von Milchprodukten oder<br />
zur Fleischzartmachung, lässt sich<br />
bis in die Antike zurückverfolgen. Bei<br />
der Anreicherung von Getränken mit<br />
sauerlöslichem Leguminosenprotein<br />
ist durch die Proteasen der genannten<br />
Früchte eine Löslichkeitssteigerung<br />
der enthaltenen Proteine zu erwarten.<br />
So konnte auch bereits in<br />
anderen wissenschaftlichen Studien<br />
erfolgreich eine Löslichkeitssteigerung<br />
von Erdnussprotein durch Papain<br />
und von Sojaprotein durch Bromelain<br />
nachgewiesen werden.<br />
Gut lösliche Inhaltsstoffe stellen eines<br />
der wichtigsten Qualitätsparameter<br />
eines Getränkes dar, andernfalls<br />
fallen diese als optisch un attraktiver<br />
Bodensatz am Flaschenboden aus.<br />
Pflanzliche Proteine zeigen ein U-<br />
förmiges Löslichkeitsprofil (siehe<br />
Abb. 2). Bis auf Conglutin γ weisen<br />
alle Lupinenproteine ein Löslichkeitsminimum<br />
im sauren Bereich bei<br />
pH 4,5 auf. Der Grund für die geringe<br />
Löslichkeit der Lupinenproteine<br />
im sauren Bereich liegt an der Größe<br />
sowie ihrem isoelektrischen Punkt.
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
Abbildung 3: Durch ein mehrstufiges Verfahren<br />
lassen sich sensorisch ansprechende und proteinreiche<br />
Getränkegrundstoffe auf Basis der heimischen<br />
Lupine herstellen. Foto: Fraunhofer IVV<br />
Am isoelektrischen Punkt ziehen<br />
sich die Ladungen der<br />
Proteinseiten ketten optimal an,<br />
dadurch aggregiert das Protein<br />
und sedi mentiert zu Boden. Ein<br />
saurer pH-Wert ist jedoch charakteristisch<br />
für Erfrischungsgetränke,<br />
wie Limonaden- und<br />
Cola-Getränke.<br />
Eine Möglichkeit, das Ausfallen<br />
der Proteine zu verhindern, ohne<br />
dabei auf den erfrischenden Charakter<br />
verzichten zu müssen, ist,<br />
die Proteine enzymatisch zu zerkleinern.<br />
Dies kann zum Beispiel<br />
über eine Aktivierung der endogenen<br />
proteolytischen Enzyme<br />
bei der Keimung geschehen.<br />
So kann beispielsweise die Verwendung<br />
von proteasereichen<br />
Frucht- und Gemüsesäften diesen<br />
Effekt auf besonders natürliche<br />
Art und Weise unterstützen.<br />
Im Forschungsprojekt wurde<br />
das Lupinenmalz zunächst geschrotet,<br />
um die Kotyledonarzellen<br />
aufzubrechen und mit<br />
den frisch gepressten Gemüseund<br />
Fruchtsäften vermischt. Dadurch<br />
wurden die Lupinenproteine<br />
optimal zugänglich für die<br />
Proteasen aus den Säften. Besonders<br />
bewährt für die Löslichkeitssteigerung<br />
der Lupinenproteine<br />
haben sich Ingwer- und<br />
unreifer Ananassaft. Sie waren<br />
nicht nur wirtschaftlich interessant,<br />
sondern ließen sich<br />
insbesondere bezüglich der<br />
Saftherstellung und technischen<br />
Verarbeitung gut umsetzen.<br />
Nach dem Abtrennen der festen<br />
Mehlbestandteile bleibt ein beträchtlicher<br />
Anteil der Lupinenproteine<br />
und löslichen Fasern im<br />
Saft zurück. Sensorisch sind jedoch<br />
Lupi nen- typische Aromaeindrücke<br />
wie bohnig, nach Pappe,<br />
käsig, erdig, fettig, metallisch<br />
und ein bitterer Geschmack<br />
wahrnehmbar. Der Grund dafür<br />
sind die neben den proteolytisch<br />
aktiven Enzymen auch im Saft<br />
enthaltenen lipolytischen Enzyme,<br />
welche die Öle und mehrfach<br />
ungesättigten Fettsäuren<br />
der Lupine zu spezifischen Aromastoffen,<br />
vorrangig aliphatische<br />
Aldehyde (n-Pentanal, n-<br />
Hexanal), oxidieren. Außerdem<br />
können die bei der Proteolyse<br />
entstandenen Peptide niedrigen<br />
Molekulargewichts in Abhängigkeit<br />
ihres Aufbaus und der Zusammensetzung<br />
einen bitteren<br />
Geschmack hervorrufen. Hydrophobe<br />
Aminosäurenreste scheinen<br />
primär für den bitteren Geschmack<br />
verantwortlich zu sein.<br />
Veredelung durch<br />
mikrobielle Fermentation<br />
Milchsäurebakterien sind in der<br />
Lage, den Zuckergehalt von<br />
Fruchtsäften durch nichtalkoholische<br />
Fermentation zu reduzieren<br />
und damit den Kaloriengehalt<br />
zu verringern. Sie bauen dabei<br />
vorrangig Glucose, Fructose<br />
und auch Saccharose ab. Doch<br />
nicht nur für den Abbau der enthaltenen<br />
Zucker erweist sich die<br />
Fermentation von Vorteil. Während<br />
der Fermentation werden<br />
auch Geschmacksstoffe (Genusssäuren,<br />
wie Essig- oder Milchsäure)<br />
und Aromen (Ethylacetat, Damascenon)<br />
gebildet, welche das<br />
Produkt mit fruchtigen Noten<br />
positiv verändern können. Die<br />
Aromaentwicklung hängt dabei<br />
primär vom ausgewählten Milchsäurestamm<br />
ab. Des Weiteren<br />
können Mikroorganismen die<br />
Bitterkeit reduzieren, da sie eine<br />
wichtige Quelle für Exopeptidasen<br />
darstellen, welche ins Medium<br />
abgegeben werden und das<br />
terminale Ende von Bitterpeptiden<br />
abbauen können.<br />
Durch gezielte Auswahl der<br />
Mikroorganismen konnte im<br />
Rahmen des Forschungsprojekts<br />
AiF 20386 N eine deut liche Reduktion<br />
des Zuckergehalts durch<br />
eine mikrobielle Fermentation<br />
erzielt werden. Dabei wurde<br />
erfolgreich der Einfluss der<br />
Fermentation auf die Reduktion<br />
der lupinentypischen Aromastoffe<br />
sowie der Bitterkeit<br />
genutzt. Das sensorische Profil<br />
des Getränks wurde durch<br />
fruchtig-frische Gäraromen abgerundet.<br />
Die dabei entstandenen<br />
organischen Säuren trugen<br />
entscheidend zum erfrischenden<br />
Charakter des Getränkegrundstoffs<br />
bei und erhöhten<br />
durch die Absäuerung gleichzeitig<br />
die biologische Sicherheit<br />
des Produktes. Nach dem Trocknen<br />
wurde ein sensorisch ansprechender<br />
proteinreicher Grundstoff<br />
erhalten, welcher optimal<br />
mit Fruchtsaftzubereitungen und<br />
Aromatisierungen kombinierbar<br />
ist ( siehe Abb. 3). <br />
Mehr Informationen<br />
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ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
ROHSTOFFE AUS DER NATUR<br />
Aromen, Vitamine und Mineralien<br />
Nahezu alle Zutaten eines Getränkes beeinflussen die Farbe des Endproduktes direkt oder<br />
indirekt. Bereits die Auswahl der Rohstoffe und deren Qualität nimmt direkten Einfluss<br />
auf die Farbe. Das Aussehen von Erfrischungsgetränken in transparenten Verpackungen<br />
ist oft erstes Kaufkriterium. Besonders in alkoholfreien Getränken hat der Trend zu mehr<br />
Natürlichkeit schon lange Veränderungen bewirkt. Hier kommen überwiegend färbende<br />
Lebensmittel oder Farben aus natürlichen Quellen zum Einsatz. Symrise bietet Vitamine<br />
und Mineralien in allen Formen an und legt den Schwerpunkt auf Rohstoffe aus der Natur.<br />
I<br />
m exklusiven Interview informieren<br />
Fachleute der Symrise AG die<br />
Leser der Getränke! <strong>Technologie</strong><br />
& <strong>Marketing</strong>, welche Inhaltsstoffe<br />
beispielsweise die Farbgebungen<br />
eines Getränkes beeinflussen<br />
und was bei der Produktentwicklung<br />
zu bedenken ist.<br />
? GTM: Wird mit bestimmten Inhaltsstoffen<br />
auch die Farbgebung<br />
beeinflusst? Können Sie bitte Beispiele<br />
nennen?<br />
30 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
! Hubertus Schauerte, Technical<br />
Manager: In transparenten Verpackungen<br />
entscheidet oft das Aussehen<br />
als erstes Kriterium über den<br />
Kauf eines Erfrischungsgetränks.<br />
Wenn dieses unappetitlich aussieht,<br />
bleibt es sehr wahrscheinlich<br />
im Regal stehen. Wie trübe ein Getränk<br />
aufgrund seines wertgebenden<br />
Fruchtanteils aussieht und auch<br />
seine Farbe spielen eine besondere<br />
Rolle. Denn das vermittelt bereits vor<br />
dem Verzehr, ob dieses Produkt besonders<br />
fruchtig, saftig oder frisch,<br />
eben lecker schmeckt.<br />
Nahezu alle Zutaten eines Getränkes<br />
beeinflussen die Farbe des Endproduktes<br />
direkt oder indirekt. Bereits<br />
die Auswahl und auch die Qualität<br />
der Rohstoffe nimmt direkten<br />
Einfluss auf die Farbe. Bei einem<br />
fruchthaltigen Getränk kann man<br />
über die richtigen Rohstoffe dem<br />
Getränk die gewünschte Trübung<br />
verleihen. Zudem kann man dem<br />
Getränk mit den jeweiligen Qualitäten<br />
auch eine hellere, dunklere oder<br />
intensivere Farbe verleihen. Mithilfe<br />
von zugelassenen Lebensmittelfarben<br />
kann man die Optik eines<br />
Getränks zusätzlich unterstützen,<br />
standardisieren oder verstärken.<br />
Bei Lebensmittelfarben denken Verbraucher<br />
oft an synthetische Farben.<br />
Dabei findet man diese heute viel<br />
seltener in Getränken als gemeinhin<br />
angenommen. Besonders in alkoholfreien<br />
Erfrischungsgetränken<br />
hat der Trend zu mehr Natürlichkeit<br />
schon lange Veränderungen bewirkt.<br />
Es kommen überwiegend färbende<br />
Lebensmittel oder Farben aus<br />
natürlichen Quellen zum Einsatz.<br />
▶ Färbende Lebensmittel: Zu den<br />
färbenden Lebensmitteln gehören<br />
Säfte und Saftkonzentrate<br />
sowie Frucht- und Pflanzenextrakte.<br />
Diese kann man zum Färben<br />
von Getränken einsetzen. Diese<br />
Stoffe gewinnt man direkt aus<br />
Nahrungsmitteln wie Trauben,<br />
gelben oder schwarzen Karotten,<br />
schwarzen Johannisbeeren,<br />
Paprika, Roter Bete und anderen<br />
Pflanzen. Färbende Lebensmittel<br />
gelten dabei als Zutat mit färbenden<br />
Eigenschaften. Somit entfällt<br />
das Kennzeichnen als Zusatzstoff<br />
mit E-Nummer. Zudem entfallen<br />
die in anderen Bereichen geltenden<br />
Höchstmengen. Aufgrund<br />
des Deklarationsvorteils bieten<br />
färbende Lebensmittel immer<br />
dann die ideale Variante, wenn<br />
Natürlichkeit im Fokus steht.<br />
Foto: Adobe Stock<br />
▶ Natürliche Farben: Natürliche<br />
Farbstoffe orientieren sich an<br />
der Natur. Man extrahiert sie aus<br />
unterschiedlichen Pflanzen, isoliert<br />
und konzentriert sie teilweise.<br />
Dazu zählen zum Beispiel Carotine,<br />
Anthocyane oder Chlorophylline<br />
und auch andere, wie<br />
Zuckercouleure. Wegen ihrer<br />
hohen Reinheit gehören diese<br />
Farbstoffe zu den Zusatzstoffen.<br />
Man muss sie daher mit entsprechender<br />
E-Nummer deklarieren.<br />
▶ Synthetische Farbstoffe: Sie stellt<br />
man mittels chemischer Verfahren<br />
her. Man muss synthetische Farbstoffe<br />
in Lebensmitteln ebenfalls<br />
mit E-Nummern kennzeichnen. Ihr<br />
Einsatz unterliegt präzise festgeschriebenen<br />
Höchstmengen. Zu<br />
ihren bekanntesten Vertretern in<br />
Getränken gehören Chinolingelb,<br />
Tartrazin, Allurarot oder Brillantblau.<br />
Aufgrund einer Änderung in<br />
der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung<br />
müssen in Verkehr gebrachte<br />
Lebensmittel mit bestimmten synthetischen<br />
Farbstoffen seit 2010<br />
bereits den Hinweis „Kann die<br />
Aktivität und Aufmerksamkeit bei<br />
Kindern beeinträchtigen“ tragen.
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
Die richtige Auswahl der geeigneten<br />
Lebensmittelfarbe muss<br />
man bei der Produktentwicklung<br />
bereits zu Beginn bedenken.<br />
Manche Farben eignen sich<br />
nur für bestimmte Produkte. Sie<br />
können mit anderen Zutaten in<br />
Wechselwirkung treten und die<br />
Stabilität beeinflussen. Ascorbinsäure<br />
etwa kann die Farbstabilität<br />
von Carotinen verbessern.<br />
Bei Anthocyanen oder einigen<br />
synthetischen Farbstoffen<br />
führt sie zu einem Verlust der<br />
Farb eigenschaften. Und auch äußere<br />
Einflüsse – wie insbesondere<br />
Hitze und Licht – nehmen<br />
Einfluss auf die Farbe. Das muss<br />
man zu Beginn der Produktentwicklung<br />
ebenfalls bedenken.<br />
Denn für die Auswahl einer geeigneten<br />
Lebensmittelfarbe spielt<br />
die Verpackung des fertigen Getränkes<br />
eine entscheidende Rolle.<br />
Für ein Getränk mit lichtempfindlicher<br />
Farbe sollte man<br />
idealerweise eine lichtundurchlässige<br />
Verpackung wählen.<br />
Darüber hinaus gibt es auch<br />
gewollte Farbveränderungen in<br />
Getränken. So macht sich ein<br />
Barkeeper die Abhängigkeit der<br />
Farben vom pH-Wert eines Getränks<br />
zunutze. So kann er wie<br />
mit Geisterhand aus einem<br />
blauen Gin mit Zugabe von Tonic<br />
Wasser einen pinkfarbenen Gin-<br />
Tonic zaubern.<br />
? GTM: Bieten Sie neue Getränkekonzepte<br />
mit natürlichen<br />
Vitaminen an?<br />
! Sandra Hemminger, Segment<br />
Lead Juice & Water: Bei<br />
Symrise sehen wir einen Trend<br />
zu funktionalen Getränken weltweit.<br />
Diese Funktionalitäten<br />
gehen mittlerweile über „immunverstärkend“<br />
oder „antioxidativ“<br />
hinaus. Sie berühren<br />
unterschiedlichste Bereiche, wie<br />
zum Beispiel „entgiftend“, „verschönernd“,<br />
„entspannend“,<br />
„beruhigend“ u.v.m., abhängig<br />
davon, was Verbraucher wünschen.<br />
Seit Ausbruch der Pandemie<br />
hat dieser Trend deutlich an<br />
Fahrt aufgenommen.<br />
Im Moment enthalten die<br />
meisten Produkte am Markt zugesetzte<br />
Vitamine oder Mineralien.<br />
Nur wenige davon sind mit<br />
Vitaminen aus der Pflanze hergestellt.<br />
Dabei lassen sich Getränke<br />
mit natürlichem Vitamin C aus<br />
Acerola oder natürlichem Provitamin<br />
A aus Karotte relativ einfach<br />
darstellen. Demgegenüber<br />
gibt es andere Vitamine, die sich<br />
speziell in Getränken nur schwer<br />
einarbeiten lassen, wie Vitamin D<br />
aus Pilzen oder tierischen Lebensmitteln.<br />
Neben dem natürlichen<br />
Vorkommen von Vitaminen<br />
in Lebensmitteln und deren Einsetzbarkeit<br />
in Getränken stellt oft<br />
auch der Preis dieser Rohstoffe<br />
eine Hürde für Verbraucher dar.<br />
Symrise bietet diese Vitamine<br />
und Mineralien in allen Formen<br />
an und legt den Schwerpunkt auf<br />
Rohstoffe aus der Natur. Denn<br />
gemeinsam mit unseren Nutrition-Kollegen<br />
können wir aktive<br />
Substanzen in unsere Produkte<br />
integrieren. Das haben wir in den<br />
vergangenen Jahren bereits gezeigt<br />
und wir wollen diesen Bereich<br />
weiter aus bauen. So können<br />
wir unsere Getränkekonzepte<br />
mit Polyphenolen aus Äpfeln,<br />
Erdbeeren oder Blaubeeren anreichern.<br />
Polyphenole sollen dabei<br />
helfen, oxidativen Stress zu verringern.<br />
Gleichzeitig schätzt man<br />
sie auch für die mentale Gesundheit.<br />
Ganz wichtig: Dabei gilt zu<br />
beachten, dass die Europäische<br />
Behörde für Lebensmittelsicherheit<br />
(EFSA) den Einsatz so genannter<br />
Health Claims, also Gesundheitsversprechen,<br />
bezogen<br />
auf Polyphenole noch autorisieren<br />
muss. Somit bleibt es spannend,<br />
wie sich die funktionale<br />
Landkarte in der Zukunft entwickelt<br />
und was wir in den Regalen<br />
aus den Getränkekonzepten und<br />
-lösungen von Symrise sehen.<br />
Wir bleiben auf jeden Fall dran<br />
und entwickeln ständig weiter.<br />
? GTM: Gibt es Konzepte<br />
zur Reduzierung von Zucker?<br />
! Natalia Khashkovskaya,<br />
Business Develoment Manager/Taste<br />
Modulation: Wir<br />
haben bereits zahlreiche Geschmackskonzepte<br />
für zuckerreduzierte<br />
Getränke mit unseren<br />
Kunden umgesetzt. Gleichzeitig<br />
setzen wir unsere Entwick-<br />
BETRIEBSKOSTEN SENKEN.<br />
PROZESSSICHERHEIT<br />
STEIGERN.<br />
SMART AIR INJECTION.<br />
Smart Air Injection von SEEPEX ist die effiziente Lösung, um Medien mit einem variablen Feuchtegehalt von 60 %<br />
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Energiebedarf<br />
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geringere Störanfälligkeit des Förderprozesses<br />
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variablem Feuchtegehalt<br />
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Durchlaufzeiten<br />
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ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
Aromaanwendung bei Getränken: Genutzt wird das reichhaltige Angebot der Natur mit Geschmackskonzepten<br />
für Getränke, die Natürlichkeit in allen Facetten adressieren. Foto: Symrise<br />
lungsarbeit in dem Bereich fort. Denn<br />
eine der am schnellsten wachsenden<br />
Nachfragen bezieht sich auf „besserfür-mich“-Getränke<br />
mit einem natürlichen<br />
und ausgewogenen Maß an<br />
Süße. Wir haben uns eingehend mit<br />
dem Verbraucherverhalten beschäftigt<br />
und haben uns darauf konzentriert,<br />
die Vielfalt der sensorischen Präferenzen<br />
zu erkunden. Wir haben Studien<br />
durchgeführt, um Geschmackslösungen<br />
zu entwickeln, die aktuelle Geschmacksvorlieben<br />
von Verbrauchern<br />
erfüllen. Die daraus resul tierenden Lösungen<br />
balancieren den Geschmack<br />
eines reduzierten Zuckergehalts vom<br />
Erfrischungsgetränk bis Cocktails aus<br />
und ermög lichen gleichzeitig den maximalen<br />
Genuss auf verschiedene Art<br />
und Weise und für vers chiedene Verbrauchertypen.<br />
Besonders hervorheben wollen<br />
wir unsere Studie zur Wahrnehmung<br />
von süßem Geschmack in Europa,<br />
Afrika und dem Nahen Osten, die<br />
wir kürzlich durchgeführt haben. Sie<br />
hat ergeben, dass es mehrere Wege<br />
gibt, den Zuckergehalt zu reduzieren<br />
und gleichzeitig die Geschmackspräferenzen<br />
zu erfüllen.<br />
▶ Route 1: Schmeckt genauso süß<br />
wie die Vollzucker-Version und<br />
33 % der Befragten bevorzugen<br />
sie.<br />
▶ Route 2: Schmeckt ähnlich und<br />
weniger süß und 20 % der Verbraucher<br />
bevorzugen diese Route.<br />
▶ Route 3: Die dritte Gruppe von<br />
etwa 22% verhält sich experimentierfreudiger.<br />
Sie suchen<br />
nach einer neuen, einzigartigen<br />
Geschmackskomposition und<br />
akzeptieren einen Geschmacksunterschied<br />
zur Vollzucker-Version.<br />
In einer weiteren Studie zum<br />
„ Idealen Süßegrad“ aus dem Jahr<br />
2019 für Cola CSD (kohlensäurehaltige<br />
Erfrischungsgetränke) in<br />
Deutschland hat Symrise den optimalen<br />
Süßegrad für verschiedene<br />
Zuckergehalte von 106 g/l bis<br />
75 g/l Zucker ermittelt. Die Studie<br />
bestätigte die Ergebnisse und zeigte<br />
zudem, dass Verbraucher eine<br />
Getränke probe mit 75 g/l als zu wenig<br />
süß wahrnahmen. Mit dem Wissen,<br />
dass Zuckerreduktion in Getränken<br />
das Gesamtgeschmacksprofil<br />
und die Dynamik des süßen<br />
Geschmacks im Mundgefühl beeinflusst,<br />
führte Symrise eine zweite<br />
Studie durch und versuchte, die<br />
Präferenz von Verbrauchern für zuckerreduzierte<br />
Produkte durch die<br />
Zugabe von Symrise Symlife ® , seiner<br />
Lösung zum Ausbalancieren von<br />
Geschmack, zu erhöhen. Den Experten<br />
gelang es, die Gesamtvorliebe<br />
für die zuckerreduzierten Cola-Versionen<br />
85 g/l und 75 g/l durch die<br />
Zugabe der Geschmackslösung von<br />
Symrise deutlich zu erhöhen.<br />
Losgelöst davon, welchen Weg<br />
Verbraucher bevorzugen und welche<br />
Zielgruppe Lebensmittelhersteller erreichen<br />
möchten, unterstützt Symrise<br />
seine Kunden bei der Kalorienreduzierung<br />
in einer Reihe von Getränkeprodukten<br />
– vom Eistee bis zum Erfrischungsgetränk<br />
– und bietet für alle<br />
drei Szenarien das Geschmacksprofil,<br />
das Verbraucher lieben.<br />
? GTM: Was sind die besonderen<br />
Herausforderungen und<br />
Chancen bei der Aromatisierung<br />
von Softdrinks?<br />
! Benjamin Werner, Materials<br />
Management, Projects & Operational<br />
Excellence und Melanie<br />
Wagner, Technical Manager: Die<br />
Herausforderungen sind, dass wir<br />
den Verbraucherwunsch nach mehr<br />
Natürlichkeit in Erfrischungsgetränken<br />
mit Produktstabilität, Kosten<br />
und sinkender Rohstoffverfügbarkeit<br />
in Einklang bringen müsssen.<br />
Die Chancen bei der Aromatisierung<br />
von Softdrinks sind, dass wir<br />
mit innovativen <strong>Technologie</strong>n authentische<br />
Geschmacksprofile liefern<br />
können, die Verbraucher mögen.<br />
? GTM: Sehen Sie neue interessante<br />
Anwendungen für Softdrinks?<br />
Wohin geht die Entwicklung<br />
bei den Softdrinks?<br />
! Benjamin Werner und Melanie<br />
Wagner: Erfrischungsgetränke entwickeln<br />
sich in unterschiedlichste<br />
Richtungen weiter: Natürliche Getränke<br />
erfreuen sich zum Beispiel<br />
großer Beliebtheit. Dabei geht es<br />
vorrangig um natürliche Zutaten.<br />
Wir nutzen das reichhaltige Angebot<br />
der Natur mit Geschmackskonzepten<br />
für Getränke, die Natürlichkeit<br />
in allen Facetten adressieren. Das betrifft<br />
sowohl Aussehen als auch Geschmack.<br />
Dafür nutzen wir sowohl<br />
bekannte natürliche Früchte und<br />
Gemüse, als auch überraschende,<br />
exotische Zutaten. Oder wir kombinieren<br />
bekannte Zutaten mit ungewöhnlichen<br />
Blumenaromen.<br />
Des Weiteren achten Verbraucher<br />
vermehrt darauf, welche Produkte<br />
sie wählen. Sie versuchen, ihren täglichen<br />
Zuckerkonsum zu reduzieren<br />
oder ganz auf zuckerhaltige Produkte<br />
zu verzichten. Die geringe Auswahl<br />
an zuckerreduzierten Produkten, als<br />
schlecht empfundener Geschmack<br />
oder fehlende natürliche Süße zählen<br />
zu den Hauptgründen, warum nur<br />
wenige Verbraucher tatsächlich zu<br />
zuckerreduzierten Produkten greifen.<br />
Infolge vermehrt auftretender<br />
Fettleibigkeit und chronischer Krankheiten<br />
wollen zahlreiche Regierungen,<br />
die WHO und Nichtregierungsorganisationen<br />
den Zuckerkonsum<br />
mit Gesetzen und Initiativen regeln.<br />
So haben mehr als 35 nationale Regierungen,<br />
Bundesstaaten und Städte<br />
bereits Zuckersteuern eingeführt.<br />
Nach der Veröffentlichung des Globalen<br />
Aktionsplans der WHO für die<br />
Prävention und Kontrolle nicht übertragbarer<br />
Krankheiten, für den Zeit-<br />
32 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />
raum von 2013 bis 2020 rückte<br />
die Zuckerreduzierung in den<br />
Fokus der Industrie. Als Reaktion<br />
auf diese Initiativen haben<br />
sich viele globale Marken dazu<br />
verpflichtet, den Nährwerts ihrer<br />
Produkte zu optimieren.<br />
In diesem Kontext helfen etablierte<br />
und neue Kennzeichnungssysteme<br />
wie das britische Ampelsystem<br />
oder der Nutriscore Verbrauchern,<br />
sich beim Einkauf zu orientieren.<br />
Gleichzeitig wünschen sich Verbraucher,<br />
dass Produkte mit weniger<br />
Zucker gut schmecken und<br />
im Idealfall weniger Kalorien enthalten.<br />
Eine Kaufsimulation zeigt,<br />
dass sich 75 % der Verbraucher in<br />
fast allen Produktkategorien für<br />
zuckerreduzierte Varianten entscheiden<br />
würden, wenn ihnen<br />
diese schmecken.<br />
Innovative und mutige Geschmackspaarungen,<br />
die Spaß<br />
und Spannung bringen, wie exzentrische<br />
Hybride, – Spaß und<br />
Verspieltheit liefern weiter die<br />
Triebfedern für Getränkeinnovationen,<br />
zum Beispiel mittels überraschender<br />
Kombinationen von<br />
Geschmacksrichtungen, Zutaten<br />
oder Kategorien.<br />
Qualität schlägt Quantität: Verbraucher<br />
entdecken vermehrt „erwachsene“<br />
Geschmacksrichtungen<br />
bei Erfrischungsgetränken als<br />
Alterna tive zu alkoholischen Getränken.<br />
Die Konsumanlässe verlagern<br />
sich von tagsüber mit der<br />
Familie zu geselligen abendlichen<br />
Treffen. Gleichzeitig trinken jüngere<br />
Verbraucher Spirituosen eher<br />
gemischt oder als Teil eines Cocktails.<br />
KEGs (kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke)<br />
gewinnen an<br />
Komplexität. Symrise kann dabei<br />
helfen, kohlensäurehaltige Getränke<br />
in eine Premium- Option<br />
zu übersetzen. Diese differenziert<br />
sich in puncto Inhaltsstoffe, Verfahren<br />
und Geschmack. Kunden<br />
erhalten eine Farbe oder einen<br />
Geschmack mit eigener Handschrift,<br />
die wir speziell für ihr Getränkekonzept<br />
entwickeln.<br />
▶ Anhaltender Trend zu<br />
Authentizität, Natürlichkeit<br />
und nachhaltigen Rohstoffen<br />
aus der Natur.<br />
▶ Kräuter und andere Pflanzenrohstoffe,<br />
denen man eine<br />
beruhigende Wirkung<br />
zu schreibt. Diese eignen sich<br />
für viel beschäftigte Verbraucher,<br />
die sich Getränke<br />
wünschen, die das psychische<br />
Wohlbefinden unterstützen<br />
(zum Beispiel Melisse,<br />
Thymian, Rosmarin, Salbei,<br />
Minze, Oregano, Wacholder).<br />
▶ Leckere, als gesünder geltende<br />
alternative Zutaten und<br />
die Zugabe und Kombination<br />
von funktionalen Inhaltsstoffen<br />
(wie beispielsweise<br />
Kaffee mit Vita minen, Bier<br />
mit Ginseng, Matcha-Wein,<br />
Limo nade mit Kombucha)<br />
▶ Kreative, spielerische Herangehensweise<br />
an Inhalts stoffe,<br />
Geschmacksrichtungen und<br />
Rezepturen, Vermischen von<br />
Getränkekategorien und<br />
angesagte Marken sowie<br />
interessantere alkoholfreie<br />
Alternativen<br />
▶ Kontrastierende Geschmacksrichtungen<br />
und Texturen<br />
sowie wechselnde Farben<br />
WIR WISSEN AUCH, WO.<br />
und Texturen für sensorische<br />
Überraschungen (dies<br />
sind beispielsweise fest und<br />
flüssig, weich und hart, süß<br />
und schmackhaft, von flach<br />
zu funkelnd, von durchsichtig<br />
zu bunt, wenn sie<br />
mit Luft in Berührung kommen<br />
usw.)<br />
! GTM: Für das Gespräch<br />
und die umfangreichen Informationen<br />
sagen wir Ihnen<br />
vielen Dank.<br />
Mehr Informationen<br />
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? GTM: Was sind die interessantesten<br />
Geschmackstrends<br />
aus Ihrer Sicht?<br />
! Michelle Schneider, Junior<br />
<strong>Marketing</strong> Manager BU Beverages:<br />
An künftigen Geschmacksrichtungen<br />
können wir<br />
Folgendes beobachten:<br />
Ihr KHS-Service für Linien optimierung<br />
holt neue Leistung aus Ihren bestehenden<br />
Anlagen.<br />
Je länger eine Maschine in Betrieb ist, umso mehr sinkt ihre Effizienz. Die Gründe dafür sind vielfältig und auf<br />
den ersten Blick nicht immer erkennbar. Unser Service für Linienoptimierung durchleuchtet Ihre Anlagen umfassend,<br />
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ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends<br />
WERBESPRACHLICHE WORTNEUSCHÖPFUNGEN<br />
Bärige Ideen<br />
Schattige Waldwege, dabei knirschende Kieselsteine oder weich-erdige Pfade unter<br />
den Füßen und fröhliches Vogelgezwitscher in der Luft. Wer in der Natur Ruhe und<br />
Entspannung sucht, um dem Alltagsstress zu entrinnen, dem verschafft eine abwechslungs<br />
reiche Wanderung durch Baum und Strauch die notwendige Erholung. Wie sehr<br />
sich allerdings im Lauf der Jahrhunderte die kulturelle Ansicht des Menschen über „die<br />
Natur“ geändert hat, zeigt ein Blick in die Kulturgeschichte: Bis zum 17. Jahrhundert<br />
galten die nicht vom Menschen besiedelten Wälder als unheimliche Wildnis, verlassen<br />
von Gott, die gefährlich war und in der nur Außenseiter noch Zuflucht fanden. Man<br />
denke dabei an die bekannte mittelalterliche Ballade des Gesetzesbrechers und Räubers<br />
Robin Hood, der in die Wälder geflohen war und dort sein räuberisches Unwesen trieb.<br />
34 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
Mehr Selbstbedienung<br />
Mittlerweile ist aber die Zivilisation<br />
weit in die Bereiche der Natur vorgerückt<br />
und selbst auf hohen Berghütten<br />
winken dem müden Wanderer<br />
oder Kletterer nach seiner ausgiebigen<br />
Tagestour eine passende<br />
Herberge sowie Essen und Trinken.<br />
Und die vergangenen Monate haben<br />
sichtbar einen Trend ausgeweitet,<br />
der sich bereits vor Corona hier<br />
und da langsam angedeutet hat und<br />
der dann aufgrund pandemiebedingt<br />
geschlossener Gastronomie und der<br />
erschwerten Verkaufsmöglichkeiten<br />
von Ladengeschäften immer mehr<br />
an Attraktivität gewann: SB-Automaten,<br />
die verschiedenste Lebensmittel<br />
und Getränke zur Auswahl anbieten.<br />
Hierbei kann der Konsument einfach<br />
seine gewünschte Ware eintippen,<br />
Geld einwerfen und vom Apfelschorle<br />
bis zur Leberwurst im Glas können<br />
die verschiedensten Konsumgüter in<br />
dieser Form angeboten werden. Dies<br />
funktioniert dazu noch 24 Stunden<br />
rund um die Uhr und ohne Aerosolbelastung<br />
in geschlossenen Räumen.<br />
Derart kann auch die Getränkeindustrie<br />
diese attraktive Verkaufsmöglichkeit<br />
für sich nutzbar machen.<br />
Schließlich profitieren davon<br />
ebenfalls etwa gastronomische Betriebe,<br />
deren Sitzplätze zu besonders<br />
stark frequentierten Zeiten alle<br />
belegt sind. Der durstige Kunde<br />
greift in dieser Situation alternativ<br />
zum SB-Automaten vor dem Lokal<br />
und wählt so zwischen der Holunder-<br />
oder Johannisbeersaft-Schorle,<br />
nachdem ihn Wanderung oder Spaziergang<br />
zuvor müde und vor allem<br />
durstig gemacht haben. Schließlich<br />
sind selbst auf diversen Berghütten<br />
mittlerweile Kaffee-Vollautomaten<br />
angekommen und so kann in luftiger<br />
Höhe die besondere Kaffeespezialität<br />
genossen werden.<br />
376 Jahre Tradition,<br />
748 Prämierungen, 24 Biere<br />
Wer im Verbreitungsgebiet der<br />
Schwarzbräu GmbH aus Zusmarshausen<br />
auf Schusters Rappen unterwegs<br />
ist, der trifft mit etwas Glück<br />
auf einen SB-Automaten oder einen<br />
gastronomischen Betrieb, der als<br />
Durstlöscher die leckeren Getränkekreationen<br />
des Zusmarshausener<br />
Familienbetriebs vorhält. Und tatsächlich<br />
kann sich Schwarzbräu mit<br />
dem Qualitätsmerkmal schmücken,<br />
Fotos: Schwarzbräu GmbH
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends<br />
Deutschlands meistprämierte<br />
Brauerei zu sein. Im Jahr erhielt<br />
2010 erhielt Schwarzbräu<br />
den Bundesehrenpreis und wurde<br />
2015 unter anderem als<br />
Deutschlands beste Brauerei<br />
ausgezeichnet. Und so können<br />
die Schwarzbräu-Bierbrauer mit<br />
einer stolzen Statistik aufwarten:<br />
376 Jahre Tradition umfassen<br />
748 Prämierungen und<br />
24 Biere. Auch im Mai <strong>2021</strong><br />
erhielten die emsigen Macher<br />
für alle vier ihrer eingereichten<br />
Biere einen Goldpreis beim International<br />
Craft Beer Award.<br />
Das bedeutet, die drei Weißbiere<br />
(Hell, Leicht und Dunkel) sowie<br />
das Schwarzbräu Light & Fit<br />
durften sich über die Auszeichnungen<br />
freuen.<br />
Doch nicht nur die alkoholischen<br />
Biergetränke von Schwarzbräu<br />
überzeugen. Auch die alkoholfreien<br />
Limonaden-Getränke<br />
müssen sich nicht hinter den prämierten<br />
Sorten verstecken, denn<br />
sie sind förmlich „bärenstark“.<br />
Unter dem Marken label „Alaska“<br />
ziert die Flaschen ein freundlicher<br />
Eisbär auf der Scholle.<br />
„Alaska – Für den Bärendurst“<br />
heißt hier der Claim folgerichtig,<br />
und dahinter stecken tatsächlich<br />
erfrischende Durstlöscher, die jeder<br />
Wanderung noch den besonderen<br />
Getränke-Kick verleihen.<br />
Ganz neu gesellt sich zu<br />
dieser erfolgreichen Reihe der<br />
Softgetränke seit Juni die Sorte<br />
„Holunder Schorle“, die mit<br />
Grüntee verfeinert ist und damit<br />
auch den Trend zu Tee-<br />
Softgetränke- Mischungen aufgreift.<br />
Ein Blick auf die Zutatenliste<br />
gibt Auskunft, was den<br />
Konsumenten bei dem diesjährigen<br />
„Newcomer“ erwartet:<br />
Wasser, Zucker, 4 % Apfelsaft<br />
aus Apfel saftkonzentrat,<br />
Kohlensäure, Säuerungsmittel:<br />
Apfel- und Zitronensäure, natürliches<br />
Aroma, 0,05 % Grünteeextrakt,<br />
Holunderblütenextrakt<br />
sowie karamellisiertes Apfelsaftkonzentrat<br />
und das Antioxidationsmittel<br />
Ascorbinsäure.<br />
Wer aber dem Gefühl von<br />
Bergwiesen-Aroma auf der Zunge<br />
durch das Holunder-Grüntee-<br />
Schorle ein Johannisbeersaft-<br />
Schorle vorzieht, kann bei der<br />
„Johannisbeer-Schorle Alaska<br />
Fitness“ zugreifen. Hergestellt<br />
aus herb-frischen Beeren und<br />
ohne Zuckerzusatz, stellt sich die<br />
Liste der Inhaltsstoffe wie folgt<br />
dar: 50 % Johannisbeernektar –<br />
bestehend aus Wasser, 12,5 %<br />
Johannisbeersaft aus Johannisbeersaftkonzentrat,<br />
Zucker und<br />
natürlichem Aroma – treffen<br />
auf 50 % Tafelwasser (Wasser<br />
und Kohlen säure). Eine prickelnde<br />
Mischung also, die als Klassiker<br />
wunderbar geeignet ist, den<br />
sommerlichen Wanderdurst zu<br />
stillen. Ob ein prämiertes, kühles<br />
Bier zum Feierabend oder<br />
die durstlöschende Schorle beim<br />
Ausflug oder Streifzug durch die<br />
Natur – mit Schwarzbräu rinnt<br />
qualitätsreiche Vielfalt durch die<br />
ausgetrocknete Kehle.<br />
Alles ganz schön crazy<br />
Ob der SB-Automat, das Wandkühlregal<br />
im Supermarkt oder<br />
der heimische Kühlschrank –<br />
wenn sich darin die Produktlinie<br />
„granini Sensa tion“ der Eckes-<br />
Granini Deutschland GmbH<br />
aus Nieder-Olm befindet, ist ein<br />
überraschender Geschmack im<br />
Glas garantiert.<br />
Granini hat für drei „Crazy<br />
Sorten“ verschiedene Wohlfühlkreationen<br />
ausgelotet und<br />
sich damit – in einer wunderbar<br />
durchdachten Mischung aus<br />
Altbekanntem und Trendigem –<br />
für bisher noch weitgehend unentdeckte<br />
Kombinationen entschieden,<br />
die Spaß ins Glas bringen.<br />
Diese Neu interpretationen<br />
von Saft kommen in den Sorten<br />
„Minty Melon“, „Rosy Berry“<br />
und „Vanilla Passion“ daher.<br />
Was steckt nun dahinter?<br />
Während sich bei „Minty Melon“<br />
Honigmelone und Mango<br />
mit dem kulinarischen Charme<br />
der Minze ergänzen, gehen bei<br />
„Rosy Berry“ rote Früchte eine<br />
geschmackvolle Liaison mit einem<br />
Hauch von Rose ein. Last<br />
but not least wartet die „ Vanilla<br />
Passion“ mit einem leidenschaftlichen<br />
Mix von Mango, Maracuja<br />
und Vanille auf der Zunge<br />
auf. Dabei ist für die Macher<br />
von „ granini Sensation“<br />
klar: Alles kommt bezüglich<br />
der Ingredienzien ohne künstlichen<br />
Schnickschnack in die<br />
Flasche, da die Minze und Vanille<br />
als Extrakte und natürliche<br />
Aromen zugefügt werden und<br />
die Geschmacksrichtung Rose<br />
allein durch natürliche Aromen<br />
den Weg in den Saft findet.<br />
Doch nicht nur in der Flasche,<br />
auch bei der Produktwerbung<br />
zeigt sich die Eckes- Granini<br />
Deutschland GmbH fantasievoll.<br />
Trickreiche Wortspiele sollen das<br />
Außergewöhnliche des Inhalts<br />
dieser drei „sensationellen Mischungen“<br />
verstärken und den<br />
Fokus auf den innovativen Charakter<br />
der Getränke lenken.<br />
Auf die rhetorisch gestellte<br />
Frage: „Was ist das Besondere<br />
an dem Produkt?“ erhält<br />
der Konsument drei verschiedene,<br />
auch sprachlich maßgeschneiderte<br />
Antworten. Da<br />
„ Vanilla Passion“ (Vanille, Mango<br />
und Maracuja) mit der neuartigen<br />
Kombination von Vanille<br />
Fotos: Eckes-Grannini Deutschland GmbH<br />
im Fruchtsaft glänzen kann, ist<br />
auch die Antwort darauf erst<br />
eine ungläubige Rückfrage:<br />
„ Vanillst Du uns auf den Arm<br />
nehmen?“ Denn es ist klar, dass<br />
Vanilla Passion mega lecker ist.<br />
„ Minty Melon“ (Minze, Honigmelone<br />
und Mango) spielt ebenfalls<br />
die „Erstaunte“ und antwortet:<br />
„Dass Du es jetzt weißt,<br />
ist doch wohl das Minzeste“.<br />
Und „Rosy Berry“ (Rose und<br />
rote Früchte) zieht selbstverständlich<br />
ebenfalls nach: Auf<br />
die rhetorische Frage des Herstellers,<br />
was ihre Besonderheit<br />
ausmacht, wird die Antwort in<br />
einem kleinen Gedicht vorgestellt:<br />
„Rosen sind rot, Veilchen<br />
sind blau, Granini ist lecker, das<br />
weißt Du genau.“<br />
Werbesprachliche Stilmittel<br />
Mit einprägsamen Neologismen<br />
(ergo Wortneuschöpfungen)<br />
als werbesprachliches Stil-<br />
mittel wird die Aufmerksamkeit<br />
des Konsumenten bereits seit<br />
längerem auf die außergewöhnlichen<br />
Produkteigenschaften gelenkt.<br />
Neologismen-Klassiker der<br />
Werbesprache, wie die „Aprilfrische“<br />
von Lenor aus den 60er<br />
Jahren, zeigen, wie die Unverwechselbarkeit<br />
eines Produktes<br />
dem Käufer auch sprachlich<br />
näher gebracht werden kann.<br />
Neue Fruchtsafterleb nisse und<br />
neue Wortschöpfungen – in einer<br />
Zeit, in der sich viele durch<br />
die letzten Monate ausgelaugt<br />
fühlen, klingt solch ein progressiver<br />
Weg des Neuen vielversprechend.<br />
Zudem werden<br />
die Granini- Sensation-Sorten<br />
seit Anfang August dieses Jahres<br />
ganz aktuell bildstark durch<br />
Werbe clips der Kreativagentur<br />
MAYD aus Hamburg begleitet.<br />
Fazit: Neuer Inhalt, frischer<br />
Wind und starke Worte als Leitlinien<br />
sorgen allenthalben für<br />
eine hoffnungsvolle Zukunft auf<br />
dem Getränkemarkt. Dr. B. Sch.<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 35
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromenvielfalt beim Wein<br />
VARIATIONEN BEI WEINEN<br />
Deutsche Weine – Rebsorten,<br />
Bouquet und Weinstilistik<br />
Durch die Variation von Rebsorte, Herkunft, Alter, weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen<br />
Faktoren ergibt sich bei Wein eine faszinierende Vielfalt an Düften. Dieser Artikel<br />
soll einen kleinen Einblick vermitteln, wie die Diversität zustande kommt und welchen<br />
Einfluss dabei die Rebsorte und der Ausbau der Weine – also alles, was nach Ankunft der<br />
Trauben im Keller passiert – haben.<br />
Von DR. RAINER AMANN, Referat Weinchemie, Staatliches Weinbauinstitut Freiburg (WBI), Freiburg im Breisgau<br />
Vinotorium der Oberkircher<br />
Winzer eG (Baden):<br />
Viele Meter unter der Erde<br />
residiert das Vinotorium, die<br />
„Kathe drale des Weins“. Ein<br />
vier Meter hohes Boden profil<br />
öffnet den unterirdischen Blick<br />
auf den Renchtäler Granitverwitterungsboden<br />
und das<br />
Wurzelwerk der Rebstöcke.<br />
Foto: Oberkircher Winzer eG<br />
(Baden)<br />
B<br />
is die Trauben in den Keller<br />
kommen, sind schon ganz<br />
viele Entscheidungen gefallen.<br />
Dabei ist es wichtig, dass die<br />
Traubenproduktion und die Weinbereitung<br />
gut auf die Vermarktungsmöglichkeiten<br />
ausgerichtet sind.<br />
Dies beginnt schon bei der Wahl der<br />
angebauten Rebsorten. Die Reben<br />
stehen zumeist 25 bis 40 Jahre. So<br />
weit kann niemand Änderungen<br />
beim Konsumverhalten voraussehen,<br />
auch langfristige Trends können<br />
sich plötzlich wieder umkehren.<br />
Traditionell war Deutschland<br />
ein Weißweinland, 1980 wurde nur<br />
auf 11 % der Fläche Rotwein angebaut.<br />
Dieser Anteil stieg bis 2006 auf<br />
37 % an, ging aber seitdem langsam<br />
zurück auf 33 % im Jahr 2020. Man<br />
braucht Intu ition und auch Glück,<br />
um die richtigen Anpassungen<br />
der Sortenstruktur durchzuführen.<br />
Der Grafik 1 zeigt die prozentualen<br />
Flächenanteile der zwölf am häufigsten<br />
in Deutschland angebauten<br />
Sorten, Rotweinsorten sind an<br />
Lemberger<br />
Trollinger<br />
Kerner<br />
Chardonnay<br />
Portugieser<br />
Sonstige<br />
der roten Schrift erkennbar. Die Sortenvielfalt<br />
und dazu noch die Aufteilung<br />
der Geschmacksarten von<br />
Grafik 1 | Die 12 wichtigsten deutschen Rebsorten nach Anbaufläche (2020)<br />
Silvaner<br />
Weißburgunder<br />
Dornfelder<br />
Grauburgunder<br />
Riesling<br />
Müller-Thurgau<br />
Spätburgunder<br />
Grafik: Dr. Rainer Amann<br />
36 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
Das Vinotorium ist einzigartig in der deutschen Weinkultur. Das moderne Gewölbe<br />
steht für die räumliche Entsprechung des Wein genusses. Authentischer kann ein<br />
Raum für besondere Genießer-Weinproben nicht sein. Zwischen den Lehmwänden<br />
fühlt man sich fast wie im Weinberg. Für dieses einmalige Ambiente wurde der<br />
erste Badische Architekturpreis verliehen.<br />
trocken über halbtrocken, lieblich bis zu<br />
süß machen den deutschen Wein für die<br />
Weinliebhaber besonders interessant, für<br />
das <strong>Marketing</strong> und viele Konsumenten aber<br />
auch sehr kompliziert. Immerhin nehmen<br />
die sechs wichtigsten Sorten zwei Drittel der<br />
Fläche von gut 100.000 ha ein. Einige der<br />
14 Anbaugebiete haben ein klar von einer<br />
Sorte geprägtes Profil, allen voran der Rheingau<br />
mit 78 % Riesling und die Ahr mit 65 %<br />
Spätburgunder, andere setzen auf Vielfalt<br />
oder mehrere Leitsorten. Der Klima wandel<br />
beeinflusst den Weinbau enorm und zum<br />
Teil auch hinsichtlich der Sortenwahl. Die<br />
interna tional sehr verbreiteten Sorten Chardonnay,<br />
Sauvignon blanc, Cabernet sauvignon<br />
und Merlot stehen inzwischen auf 5 %<br />
der deutschen Rebfläche.<br />
Trauben hoher Qualität<br />
Ziel im Weinbau ist natürlich, möglichst gesunde<br />
Trauben von hoher Qualität in den<br />
Keller zu bringen. Dabei müssen die Kosten<br />
der Traubenerzeugung im richtigen Verhältnis<br />
zum erzielbaren Verkaufspreis des<br />
Weines stehen. Auch ökologische Aspekte<br />
spielen nicht nur im Bioweinbau eine große<br />
Rolle. Durch präziser werdende Applikationstechnik<br />
kann man den Einsatz von<br />
Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Die über<br />
weite Strecken sehr nasse Vegetationsperiode<br />
<strong>2021</strong> zeigt aber auch Grenzen<br />
auf. Gerade im ökologischen Weinbau ist<br />
es aufgrund der eingeschränkten Auswahl<br />
an Fungiziden sehr schwierig und zeitaufwendig,<br />
in diesem Jahr einen ausreichenden<br />
Ertrag bei gleichzeitig hoher Qualität<br />
der Trauben zu erzielen.<br />
Die erzielbare Weinqualität wird in hohem<br />
Maß durch die Qualität der Trauben<br />
bestimmt. Ein Großteil der Trauben wird<br />
mit Ernte maschinen (Vollerntern) gelesen.<br />
Das kann nicht so selektiv erfolgen wie<br />
die personalintensive Hand lese. Ist der Gesundheitszustand<br />
der Trauben zu schlecht,<br />
dann kann man vor dem Einsatz des Vollernters<br />
faule Trauben per Hand auf den Boden<br />
schneiden. Inzwischen kann man die<br />
Selektion im Keller durch den Einsatz von<br />
vollautomatischen optischen Traubensortierern<br />
weiter verbessern. Dabei werden<br />
die einzelnen Beeren auf einem Förderband<br />
verteilt, faule Beeren und Verunreinigungen<br />
wie Stiel- und Blattteile optisch erkannt<br />
und aussortiert.<br />
Weine mit Persönlichkeit<br />
Den Weinstil kann man im Keller vielfältig<br />
beeinflussen. Für die Rotweinbereitung mit<br />
Maischegärung, bei der die Beerenhäute<br />
zusammen mit dem Saft vergoren werden,<br />
gibt es sehr unterschiedliche Techniken und<br />
Tankarten. Außerdem ist in Deutschland die<br />
Maischeerhitzung häufig zu finden, bei der<br />
Farb- und Gerbstoffe durch hohe Temperaturen<br />
schon vor der Gärung extrahiert werden,<br />
so dass anschließend wie bei der Weißund<br />
Roséweinbereitung nur der Saft vergoren<br />
wird. Bei der Maischeerhitzung hat man<br />
eine bessere Extraktion der gut wasserlöslichen<br />
Anthocyane (Farbstoffe), während bei<br />
der Maischegärung mithilfe des Alkohols die<br />
Tannine (Gerbstoffe) leichter aus den Schalen<br />
herausgelöst werden. Auch bei den Aromastoffen<br />
gibt es große Unterschiede, zum<br />
Beispiel mehr fruch tige Ester bei den kühler<br />
vergorenen Weinen aus Maische erhitzung,<br />
mehr Beeren aromatik bei Maischegärung.<br />
Lange lagerfähige Weine sehr hoher Qualität<br />
werden ausschließlich mit Maischegärung<br />
erzeugt, die erhitzten haben Vorteile<br />
in der früheren Trinkreife und dem<br />
schnelleren Durchsatz im Keller. Außerdem<br />
wirken sich Anteile an faulem Lese gut bei<br />
Maischeerhitzung deutlich weniger negativ<br />
auf die Weinqualität aus. Bei maischevergorenen<br />
Weinen spielt auch der Einfluss<br />
von Holz eine große Rolle. Neben der Reifung<br />
im Holzfass können gezielt Aromen<br />
von getoastetem Eichenholz in den Wein<br />
gebracht werden. Dies geschieht in höheren<br />
Preissegmenten oft durch Lagerung in<br />
kleinen getoasteten Holzfässern (Barriques,<br />
zumeist ungefähr 225 Liter), vorwiegend in<br />
mittleren Preissegmenten durch die Zugabe<br />
von getoasteten Eichenholzstücken (Chips).<br />
Lagerdauer, Toastungsgrad und andere<br />
Faktoren entscheiden darüber, ob zum<br />
Beispiel eher rauchige Aromen oder Vanille<br />
dominieren. Die geruchliche Ähnlichkeit<br />
ergibt sich hier dadurch, dass über das Holz<br />
teils die gleichen Substanzen in den Wein<br />
gelangen, die man<br />
▶ in Rauch (zum Beispiel Guajacol und<br />
Syringol),<br />
▶ in der Vanilleschote (Vanillin) oder<br />
▶ in der Gewürznelke (Eugenol)<br />
findet. Die Abbildung des Vino toriums<br />
der Oberkircher Winzer in Ortenau/Baden<br />
zeigt beispielsweise, dass man Barriques<br />
gleichzeitig zum Weinausbau und als
ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromenvielfalt beim Wein<br />
Traube der Sorte Sauvignon blanc. Foto: WBI<br />
Traubensortierer Grapesor<br />
der Armbruster Kelterei-<br />
<strong>Technologie</strong> GmbH zur<br />
optischen Sortierung.<br />
Foto: Armbruster Kellerei-<br />
<strong>Technologie</strong> GmbH<br />
dekora tive Elemente nutzen kann.<br />
Aus Rotweintrauben kann man neben<br />
Rosé durch schnelle Trennung<br />
von Saft und Schalen auch „farblosen“<br />
Wein gewinnen, der dann allerdings<br />
nicht Weißwein, sondern<br />
Blanc de noirs (weißer Wein aus<br />
schwarzen Trauben) heißt. Diese<br />
Vorgehensweise ermöglicht immerhin<br />
eine gewisse Reaktion auf geändertes<br />
Konsumverhalten ohne Änderung<br />
der Sortenstruktur.<br />
Aromastoffe<br />
Der Einsatz von getoastetem Eichenholz<br />
ist eine legale Aromatisierung,<br />
auch wenn er weinrechtlich nicht so<br />
bezeichnet wird. Ansonsten ist aber<br />
der Zusatz von Aromastoffen strikt<br />
verboten. Sortenunterschiede im<br />
Bouquet beruhen darauf, dass traubeneigene<br />
Aromastoffe in unterschiedlichen<br />
Mengenverhältnissen<br />
vorliegen. Die aromatische Sorte<br />
Muskateller hat zum Beispiel hohe<br />
Mengen verschiedener Terpene,<br />
die einzeln oft nach Citrus früchten<br />
oder blumig riechen. In der Kombination<br />
ergibt sich dabei oft ein Duft,<br />
der stark an Holunderblüten erinnert.<br />
Diese Aromastoffe kommen<br />
auch in vielen Blüten und Früchten<br />
vor und einige wie Linalool oder<br />
Geraniol werden sehr vielseitig als<br />
Duftstoffe zum Beispiel in Duschgelen<br />
und Badezusätzen verwendet.<br />
Riesling und Müller-Thurgau haben<br />
die gleichen Terpene wie Muskateller,<br />
allerdings in deutlich geringerer<br />
Konzentration. Außerdem liegen<br />
diese Terpene in der Traube hier<br />
größtenteils an Zucker gebunden<br />
und damit geruchlos vor. Sie werden<br />
erst während der Gärung freigesetzt,<br />
durch Zusatz von Glycosidasen<br />
(Aromaenzymen) kann man<br />
diesen Prozess verstärken.<br />
Trotz sehr viel Forschung zu den<br />
Aromastoffen von Wein kann man<br />
vieles noch nicht erklären. Bei hochwertigen<br />
Rieslingen findet man oft<br />
einen Geruch nach Pfirsich oder Aprikose.<br />
Bei diesen Früchten ist dafür<br />
gamma-Decalacton verantwortlich.<br />
Im Riesling ist gamma-Decalacton<br />
jedoch nicht in riechbaren Mengen<br />
vorhanden. Eine Vermutung ist,<br />
dass verschiedene Terpene im richtigen<br />
Mengenverhältnis „zufällig“<br />
einen ähnlichen Geruchs eindruck<br />
erzeugen. Dagegen ist schon<br />
lange bekannt, dass die Sub stanz<br />
1,1,6- Trimethyldihydronaphalin<br />
(TDN) für die kerosinar tige Komponente<br />
(Petrolton) von alten Rieslingen<br />
verantwortlich ist. Generell<br />
findet man im Most sehr wenige<br />
Aromastoffe im Vergleich zum<br />
Wein. Die meisten werden erst bei<br />
der Gärung durch die Hefe gebildet.<br />
Hinzu kommen bei einigen Sorten<br />
noch schwefelhal tige Aromastoffe,<br />
die zum Beispiel nach Maracuja<br />
(3-Mercaptohexanol) oder<br />
Cassis (4-Mercapto-4- methyl-2-pentanon,<br />
MMP) riechen. Auch diese<br />
liegen in der Traube noch geruchlos<br />
vor, in diesem Fall gebunden<br />
an Amino säuren. Diese Aromen<br />
sind sehr geruchsintensiv, schon einige<br />
milliardstel Gramm MMP sind<br />
in einem Wein der Sorte Sauvignon<br />
blanc deutlich wahrnehmbar.<br />
Im Gegensatz zu den Terpenen sind<br />
diese Aromastoffe sehr oxidationsempfindlich.<br />
Deshalb arbeitet man<br />
bei der Verarbeitung der Sauvignon-Trauben<br />
oft strikt reduktiv, zum<br />
Beispiel durch die Kombination von<br />
Traubenschwefelung, Zusatz von Ascorbinsäure<br />
und Kühlung mit Trockeneis.<br />
Außerdem ist für das Bouquet<br />
von Sauvignon blanc 2-Isobutyl-3-methoxypyrazin<br />
(IBMP) sehr<br />
wichtig, das in der Traube frei vorliegt<br />
und nach grüner Paprika riecht.<br />
Es ist exakt der gleiche Aromastoff,<br />
der auch in der grünen Paprika vorkommt.<br />
Bei der Cassis-Note ist dagegen<br />
eine strukturelle Ähnlichkeit von<br />
MMP mit dem wichtigsten Aromastoff<br />
der Schwarzen Johannisbeere,<br />
4-Methoxy-2-methylbutan-2-thiol,<br />
Ursache für den ähnlichen Geruch.<br />
Weiß- und Grauburgunder sind<br />
Beispiele für Sorten, von denen man<br />
bisher keine herausragenden sortenspezifischen<br />
Aromastoffe kennt.<br />
Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten,<br />
das Bouquet durch kellerwirtschaftliche<br />
Maßnahmen zu beeinflussen,<br />
zum Beispiel über die Maischestandzeit,<br />
die Gärtemperatur,<br />
die Wahl der Hefe oder die Lagerung<br />
in Barriques. In der Flasche finden<br />
auch noch viele chemische Reaktionen<br />
statt, so dass die Lager dauer<br />
einen großen Einfluss hat. Einen<br />
hervorragenden Überblick über die<br />
im Weinberg und Keller verfügbare<br />
Technik bietet die Messe Intervitis<br />
Interfructa, die vom 10. bis 12. April<br />
2022 in Stuttgart stattfindet.<br />
Mehr Informationen<br />
www.wbi.landwirtschaft-bw.<br />
de/pb/,Lde/Startseite<br />
38 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />
INTERVITIS INTERFRUCTA 2022<br />
Branchentreff und Innovationsplattform<br />
Die INTERVITIS INTERFRUCTA ist die internationale Technikmesse für Weinbau, Kellerwirtschaft und<br />
Brennereitechnik und findet vom 10. bis 12. April 2022 auf dem Messegelände in Stuttgart statt –<br />
mitten im Herzen der europäischen Anbauregion für Wein und Fruchtsaft.<br />
INTERVITIS INTERFRUCTA<br />
Die Messe findet als Hybridveranstaltung<br />
statt. Zahlreiche<br />
Programmpunkte werden digitalisiert<br />
und live per Streaming<br />
auf eine Internetplattform übertragen.<br />
Dazu zählen beispielsweise<br />
die Verleihung des Innovationspreises<br />
im Rahmen eines<br />
offiziellen Festaktes oder die<br />
beliebten Maschinenvorführungen.<br />
Sie steigern dank Studiotechnik<br />
vor Ort den Mehrwert<br />
für die Messebesucher und erleichtern<br />
auch die Teilnahme<br />
über das Internet.<br />
Produkte und Lösungen<br />
Zahlreiche Hersteller von Anbautechnik,<br />
Önologie, Abfülltechnik<br />
und <strong>Marketing</strong>konzepten<br />
nutzen die alle drei Jahre<br />
stattfindende interna tionale<br />
Messe, um dem erfahrenen<br />
Fachpublikum ihre Produktentwicklungen<br />
und Lösungen zu<br />
präsentieren. Neben eigenem<br />
Messestand nutzen Aussteller<br />
verschiedene Programmpunkte<br />
wie Maschinenvorführungen,<br />
Sonderschauen oder<br />
Fachforen. Ein Produkt wird<br />
daher auf unterschiedlichen<br />
Ebenen präsentiert und beantwortet<br />
jede Frage in Theorie<br />
und Praxis.<br />
Eine Schlüsselrolle spielt dabei<br />
auf der Messe der Innovationspreis,<br />
der vom Deutschen<br />
Weinbauverband (DWV) verliehen<br />
wird. Der Award zeichnet<br />
hochinnova tive technische<br />
Verfahren, Systeme, Produkte<br />
und Dienstleistungen in vier<br />
Katego rien aus:<br />
▶ Anbau- und Erntetechnik,<br />
▶ Verarbeitung und Prozesskontrolle,<br />
▶ Abfüll- und Verpackungstechnik<br />
sowie<br />
▶ Organisation und Vermarktung.<br />
Die Innovationen werden erstmals<br />
in Stuttgart präsentiert.<br />
Hygienekonzept<br />
Für einen sicheren Messebesuch<br />
hat die Messe Stuttgart<br />
bereits im Sommer 2020 ein<br />
umfangreiches Hygienekonzept<br />
entwickelt. Diese Maßnahmen<br />
sowie das hybride Veranstaltungsformat<br />
halten alle<br />
Foto: INTERVITIS INTERFRUCTA<br />
Optionen für eine barrierefreie<br />
Teilnahme vor Ort sowie national<br />
oder international offen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.intervitis-interfructa.de<br />
31. Internationale Fachmesse<br />
der industriellen Automation<br />
Nürnberg, 23. – 25.11.<strong>2021</strong><br />
sps-messe.de<br />
Bringing Automation to Life<br />
Erweitertes<br />
Vortragsprogramm auf der<br />
digitalen Eventplattform<br />
SPS on air<br />
Praxisnah. Zukunftsweisend. Persönlich.<br />
Finden Sie maßgeschneiderte Lösungen für Ihren spezifischen Anwendungsbereich und entdecken Sie<br />
die Innovationen von morgen. Unser umfassendes Hygienekonzept ermöglicht Ihnen einen persönlichen<br />
fachlichen Austausch sowie ein hautnahes Erleben der Produkte bei höchsten Sicherheitsstandards.<br />
Registrieren Sie sich jetzt! sps-messe.de/eintrittskarten<br />
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IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />
SPS <strong>2021</strong><br />
Bringing Automation to Life<br />
Bei der diesjährigen SPS vom 23. bis 25. November ermöglicht der Veranstalter durch die<br />
Verknüpfung der physischen Messewelt mit einer digitalen Ergänzung ein ganzheitliches<br />
Messeerlebnis. Auf diese Weise werden Interessenten weltweit die Möglichkeit geboten, an<br />
der SPS <strong>2021</strong> teilzunehmen. Der Veranstalter fokussiert sich nach einem Jahr wieder auf die<br />
Präsenzmesse, begleitet wird dies durch das digitale Konzept SPS on air.<br />
W<br />
ährend sich in Nürnberg<br />
die Teilnehmer<br />
Ende November wieder<br />
persönlich begegnen und austauschen,<br />
Produkte und Lösungen live<br />
erleben und tief in die Materie eintauchen<br />
können, wird zeitgleich im<br />
Livestudio auf dem Messegelände<br />
ein umfangreiches Angebot, bestehend<br />
aus hochkarätigen Keynotes,<br />
Vorträgen zu aktuellen Automatisierungsthemen,<br />
Diskussionsrunden<br />
und vor Ort Impressionen auf die<br />
Beine gestellt. Die Einbindung von<br />
Experten auf der Messe ermöglicht<br />
eine Bandbreite an Live-Beiträgen<br />
und Expertengesprächen.<br />
SPS on air setzt auf aktuelle<br />
Automatisierungsthemen<br />
Fachvorträge, Panel-Diskussionen,<br />
Experteninterviews oder themenfokussierte<br />
Workshops – die Bandbreite<br />
des Angebots ist vielfältig und<br />
wird gleichermaßen online sowie im<br />
Nachgang zur Messe einsehbar sein.<br />
Dabei fokussiert sich die SPS on air<br />
auf die Schwerpunktthemen<br />
▶ Industrielle Kommunikation,<br />
▶ Sicherheit,<br />
▶ Neue Logistikmethoden und die<br />
Integration von Robotern,<br />
▶ Datengesteuerte und intelligente<br />
Konzepte zur Steuerung und<br />
Visualisierung von Anwendungsfällen<br />
für KI<br />
Damit schafft Mesago eine Brücke<br />
zur physischen SPS. Viele Produkte,<br />
Innovationen und Lösungen, die<br />
die Besucher vor Ort erwarten, wer-<br />
den auf verschiedenste Weise auf<br />
der digitalen Plattform thematisiert.<br />
Digitale Besucher, Aussteller und Referenten<br />
haben des Weiteren die<br />
Möglichkeit, über die diversen Kanäle<br />
der SPS on air untereinander<br />
Kontakt aufzunehmen, Fragen zu<br />
stellen, zu diskutieren oder auch Beziehungen<br />
zu festigen und neue zu<br />
knüpfen. Die Teilnahme hochqualifizierter<br />
Aussteller und Fachbesucher<br />
ermöglicht einen Austausch auf Augenhöhe<br />
– dies garantiert eine erfolgreiche<br />
Messeteilnahme – vor Ort<br />
in Nürnberg sowie global über die<br />
ergänzende digitale Plattform.<br />
„Messen sind Orte des Aufbaus<br />
und der Pflege von Geschäftsbeziehungen,<br />
wo persönliche Kontakte<br />
geknüpft und das Erleben der Produkte<br />
und die Vielfalt des Angebots<br />
mit allen Sinnen möglich ist. Das<br />
kann ein digitales Format nicht vollständig<br />
ersetzen. Für wen eine persönliche<br />
Teilnahme an der SPS dieses<br />
Jahr aber nicht möglich ist, der<br />
kann die SPS <strong>2021</strong> zumindest digital<br />
begleiten und wird uns hoffentlich<br />
im nächsten Jahr wieder vor Ort<br />
besuchen können“, so Sylke Schulz-<br />
Metzner, Vice President SPS der<br />
Mesago Messe Frankfurt.<br />
Aktuelle Informationen<br />
zum Messebesuch<br />
Auf der Veranstaltungswebsite veröffentlicht<br />
der Veranstalter regelmäßig<br />
Updates rund um die Messe<br />
und das hybride Angebot. Interessierte<br />
können sich dort auch umfassend<br />
über einen Besuch der Veranstaltung<br />
informieren – vom Hygienekonzept<br />
über Öffnungszeiten<br />
Eintrittspreise und Anreise bis hin<br />
zu Social Media.<br />
Mehr Informationen<br />
www.sps-messe.de<br />
Foto: Mesago/bateau blanc<br />
Fördermöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen bei der SPS <strong>2021</strong><br />
Ende Juli gab das Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Energie (BMWi) bekannt,<br />
die Teilnahme kleiner und mittlerer innovativer<br />
Unternehmen an ausgesuchten internationalen<br />
Leitmessen in Deutschland<br />
zu fördern. Zu diesen Messen zählt auch<br />
die im November in Nürnberg stattfindende<br />
SPS – Smart Production Solutions.<br />
Unternehmen sind eingeladen, sich<br />
um eine Förderung für die SPS – Smart<br />
Production Solutions zu bewerben. Der<br />
Antrag sollte bis spätestens 8 Wochen vor<br />
Veranstaltungsbeginn eingereicht werden.<br />
Weitergehende Informationen zu<br />
den Fördervoraussetzungen sowie zum<br />
Antragsverfahren finden Interessierte auf<br />
der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft<br />
und Ausfuhrkontrolle.<br />
Mehr Informationen<br />
www.bmwi.de/Navigation/DE/Home/<br />
40 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />
FACHPACK <strong>2021</strong><br />
Nachhaltige Verpackungskonzepte<br />
Die FACHPACK, europäische Fachmesse für Verpackung, Technik und Prozesse, findet dieses Jahr vom 28. bis<br />
30. September <strong>2021</strong> im Nürnberger Messe zentrum statt. Rund 740 Aussteller – darunter renommierte Verpackungsmaschinen-<br />
und Packmittelhersteller – präsentieren aktuelle Entwicklungen, innovative Verpackungskonzepte<br />
und neueste <strong>Technologie</strong>n für die Getränkeindustrie. Damit ist erstmals seit zwei Jahren wieder der<br />
persönliche Erfahrungsaustausch zwischen Besuchern und Spezialisten der Verpackungs branche möglich.<br />
D<br />
ie FACHPACK ist Treffpunkt<br />
für Verpackungsprofis<br />
und Start-ups.<br />
Als wichtiger Wegweiser für die<br />
Verpackungs industrie und ihre<br />
Anwender geht es auf der Messe<br />
auch um aktuelle Trends in<br />
der Verpackungs branche, wie<br />
Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft,<br />
E-Commerce oder<br />
Digitalisierung. Begleitet wird<br />
die Messe von einem umfangreichen<br />
Rahmenprogramm. Bei<br />
verschiedenen Preis verleihungen<br />
werden die besten Verpackungslösungen<br />
ausgezeichnet. Neu ist<br />
in diesem Jahr die digitale Ergänzung<br />
der Messe vor Ort.<br />
„Für alle, die wissen möchten,<br />
was künftig in der Verpackungsbranche<br />
gefragt ist und für die,<br />
die das Netzwerken und den<br />
persönlichen Austausch von Angesicht<br />
zu Angesicht in den letzten<br />
eineinhalb Jahren vermisst<br />
haben, ist die FACHPACK <strong>2021</strong><br />
der ‚place to be‘“, berichtet<br />
Heike Slotta, Executive Director<br />
NürnbergMesse.<br />
Mit dem Slogan „Wir machen<br />
Zukunft“ – widmet sich die<br />
Messe dem Leitthema „Umweltgerechtes<br />
Verpacken“. Ein verändertes<br />
Kaufverhalten der Verbraucher<br />
spiegelt sich nicht<br />
nur bei der Wahl der Produkte<br />
selbst, sondern auch bei der Verpackung<br />
wider. Zunehmend reagieren<br />
die Hersteller mit neuen,<br />
ansprechen den und umweltgerechten<br />
Verpackungslösungen.<br />
Besonders gelungene Beispiele<br />
für die Gestaltung umweltfreundlicher<br />
Verpackungen zeigt<br />
die Sonderschau „Nachhaltiges<br />
Verpackungs design“, eine<br />
Koope ration zwischen NürnbergMesse<br />
und bayern design,<br />
in Halle 7 des Nürnberger Messezentrums.<br />
Hier können sich<br />
Fachbesucher, die auf der Suche<br />
nach eigenen Verpackungslösungen,<br />
von neuen Verpackungen<br />
inspirieren lassen.<br />
Rahmenprogramm<br />
In den Foren PACKBOX und<br />
TECHBOX liefern Fachvorträge<br />
renomierter Key Note Speaker<br />
wertvolle Impulse zu aktuellen<br />
Themen, wie „Verbraucher<br />
und Handel“, „Nachhaltigkeit<br />
und Innovation“, „Design<br />
und Material“ sowie „Digitalisierung<br />
und Transformation“.<br />
Diese werden ergänzt durch das<br />
Ausstellerforum INNOVATIONS-<br />
BOX mit täglichen Fachvorträgen<br />
von Experten und Diskussionsrunden.<br />
Das gesamte Vortragsprogramm<br />
kann online<br />
abgerufen werden.<br />
Junge Unter nehmen haben<br />
auf dem geförderte BMWi-<br />
Gemeinschafts stand in Halle 7A<br />
Foto: NürnbergMesse / Frank Boxler<br />
die Möglichkeit, ihre unkonventionellen<br />
Verpackungsideen,<br />
Produkte und Verfahren zu präsentieren.<br />
Am 30. September<br />
werden auf dem erstem FACH-<br />
PACK-Start-Up-Slam im Forum<br />
PACKBOX Best-Practises diskutiert<br />
und Erfolgs faktoren geteilt.<br />
Der Pavillon der Verbände<br />
in Halle 6 bietet Gelegenheit<br />
zum Netzwerken. Hier beraten<br />
verschiedene Verbände über<br />
ihre spezifischen Leistungen sowie<br />
über nationale Unterschiede<br />
und Besonder heiten in der<br />
Verpackungsbranche in Europa.<br />
Auf der Fachmesse finden unter<br />
anderem Preisverleihungen<br />
für die besten Verpackungslösungen<br />
statt. So wird vom Deutschen<br />
Verpackungsinstitut (dvi)<br />
der Deutsche Verpackungspreis<br />
in zehn verschiedenen Kategorien<br />
verliehen.<br />
Als Premium- Partner übernimmt<br />
die FACHPACK die Verleihung<br />
des Nachwuchs sonderpreises.<br />
Im Forum PACKBOX werden am<br />
dritten Messe tag in Nürnberg<br />
erneut die Sustainability Awards<br />
vergeben, die von der britischen<br />
Fach zeitschrift Packaging Europe<br />
ausgelobt werden.<br />
Digitale Erweiterung<br />
MyFACHPACK ermöglicht eine<br />
digitale Erweiterung der Messe<br />
vor Ort. Das neue Tool kann mit<br />
einem Desktop oder mobil über<br />
eine App genutzt werden und<br />
erleichtet die Suche nach der<br />
geeigneten Verpackung. Damit<br />
ist es möglich, sich gezielt auf<br />
einen Messebesuch vorzubereiten<br />
und während der Messe das<br />
Programm der Vortrags foren<br />
live mitzuverfolgen. Die Vorträge<br />
können dort auch im Nachhinein<br />
noch abgerufen werden.<br />
Hygienekonzept<br />
Zur Sicherheit der Fachbesucher<br />
und Aussteller gehören Schutzmaßnahmen,<br />
wie kontaktloses<br />
Bezahlen, die Buchung von<br />
Online-Tickets, ein modernes<br />
Lüftungskonzept in den Messehallen<br />
und den Kongressräumen<br />
sowie die Nachverfolgbarkeit<br />
durch eine digitale Kontakt-<br />
und Zutrittserfassung. Zwei<br />
zusätz liche Messehallen sorgen<br />
für ausreichenden Platz. Damit<br />
ist erstmals seit 2019 wieder<br />
der persönliche Austausch über<br />
Trends und Entwicklungen in<br />
der europäischen Verpackungsbranche<br />
möglich. Community<br />
Aeras in den Messehallen bieten<br />
Gelegen heit zum persönlichem<br />
Networking – unter Einhaltung<br />
der Abstandsregeln. ST<br />
Mehr Informationen<br />
www.fachpack.de<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 41
IM FOKUS | Technik und Techologien<br />
Abfüllanlagen<br />
Bewährte <strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />
In der internationalen Getränkeindustrie gehört die FAS Füllanlagenservice GmbH<br />
zu den führenden Anbietern für Ersatzteile und Komponenten für Flaschen- und<br />
Dosenfüller, Flaschenreinigungsmaschinen und Getränke ausmischanlagen. Seit<br />
Kurzem bietet der Anlagenspezialist auch Neumaschinen des italienischen Anlagenbauers<br />
EUROSTAR für die Getränkeabfüllung im deutschsprachigen Raum an.<br />
Weiterentwicklung als Ziel<br />
Seit über 25 Jahren ist auf dem<br />
weltweiten Markt für Abfüllanlagen<br />
EUROSTAR erfolgreich. 1996<br />
entstand der erste Monoblock-<br />
Prototyp zum Füllen und Verschließen<br />
von Getränkeflaschen.<br />
Diese Maschine, die noch heute<br />
bei einem piemontesischen Weinproduzenten<br />
in Betrieb ist, war<br />
der erste Schritt auf dem Weg<br />
zum internationalen Anlagenbauer.<br />
Dabei verfolgt EUROSTAR<br />
kontinuierlich ein Ziel: Abfüllanlagen<br />
zu entwerfen und zu fertigen,<br />
die Inno vation und bewährte<br />
<strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />
verbinden.<br />
Eurostar Skillfill von FAS<br />
Moderne Anlagen<br />
mit verschiedenen<br />
Abfülltechniken<br />
Egal, ob Wasser, Bier, Wein, Softdrinks<br />
oder Saft – alle Getränke<br />
bis zu einer mittleren Viskosität<br />
können mit EUROSTAR-Maschinen<br />
effizient in Glas- und<br />
PET-Flaschen oder Dosen abgefüllt<br />
werden. Kombi-Anlagen<br />
für verschiedene Produkte und<br />
wechselnde Produktionskapazitäten<br />
von 1.000 bis 24.000 Flaschen<br />
pro Stunde bieten mittelständischen<br />
Getränkeher stellern<br />
und Lohnabfüllern damit höchstmögliche<br />
Flexibilität. „Diese Zusammenarbeit<br />
passt sehr gut<br />
zu unserer bisherigen Ausrichtung“,<br />
erläutert Oliver Jakobitz,<br />
Geschäftsführer von FAS.<br />
„ EUROSTAR baut kleine, feine<br />
Abfüllanlagen, die gerade für<br />
Unternehmen in Nischenbereichen<br />
mit geringeren Volumen, einer<br />
Vielzahl von Produkten oder<br />
verschiedenen Gebinden interessant<br />
sind. Und da auch wir es gewohnt<br />
sind, sehr individuelle Lösungen<br />
zu entwickeln, ergänzen<br />
wir uns hervorragend.“<br />
Kontinuierliche Forschung und<br />
Entwicklung von EUROSTAR tragen<br />
immer wieder zur Optimierung<br />
bestehender Maschinen<br />
und zur Entwicklung neuer<br />
<strong>Technologie</strong>n bei. EUROSTAR<br />
hat beispielsweise einen Kombi-<br />
Füller im Programm, der nicht<br />
nur Glas- und PET-Flaschen, sondern<br />
auch Dosen befüllen kann.<br />
Diese Flexibilität ermöglicht kleineren<br />
Brauereien, Craft-Beer-<br />
New comern, regionalen Saftkeltereien<br />
oder Lohnabfüllern mit<br />
maximal 3.000 Flaschen oder<br />
Dosen pro Stunde eine effiziente<br />
Foto: FAS<br />
Abfüllung bei hoher Flexibilität.<br />
Das breite Einsatzspektrum wird<br />
durch die verschiedenen modernen<br />
Abfüllverfahren möglich.<br />
EUROSTA-Abfüllanlagen bieten<br />
von Niederdruck bis zu Hochvakuum<br />
(mechanisch), von Gegendruck<br />
(mechanisch und elektropneumatisch)<br />
bis zu volumetrisch<br />
(elektropneumatisch) alle gängigen<br />
Methoden und decken alle<br />
auf dem Markt verfügbaren Verschlussmöglichkeiten<br />
ab.<br />
Umfassender Service<br />
und Support<br />
Natürlich übernimmt der Anlagenspezialist<br />
FAS für alle Abfüllmaschinen<br />
von EUROSTAR auch<br />
die Montage, die Inbetriebnahme<br />
und den Kundendienst. Das<br />
norddeutsche Familienunternehmen<br />
ist auf den Service, insbesondere<br />
aber auch auf den Umbau,<br />
die Umrüstung und Modernisierung<br />
von gebrauchten Anlagen<br />
der Getränkeindustrie spezialisiert.<br />
Die oftmals sehr robust gebauten<br />
älteren Maschinen haben<br />
im Unternehmen sowie auf dem<br />
Markt für Gebrauchtgeräte einen<br />
erheblichen Wert.<br />
Die Fertigung von Ersatz- und<br />
Umrüstteilen erfolgt im eigenen<br />
Haus und ist entsprechend den<br />
Anforderungen der Lebensmittel-<br />
und Getränkeindustrie nach<br />
ISO 9001:2015 zertifiziert. „Neben<br />
der konventionellen Herstellung<br />
auf hochmodernen CNC-<br />
Maschinen steht bei uns auch ein<br />
3-D-Metalldrucker für die additive<br />
Fertigung zur Verfügung“, erklärt<br />
Oliver Jakobitz. „Wir sind<br />
dadurch sehr flexibel und können<br />
Sonderteile und komplette Baugruppen<br />
kurzfristig anbieten.“ <br />
Mehr Informationen<br />
www. fas-net.de<br />
42 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
EFFIZIENTE LOGISTIK IN DER GETRÄNKEBRANCHE<br />
Transportsicherung ohne<br />
Zeitverlust und Beschädigungen<br />
Mehr als 500 Betriebe und über 60.000 Mitarbeiter sind allein in der Bundesrepublik mit<br />
der Herstellung von Mineralwasser, Erfrischungsgetränken, Säften, Bier und anderen<br />
Spirituosen beschäftigt. Da ein Großteil der Waren in Glasflaschen abgefüllt wird,<br />
kommen der Palettierung und Einfolierung besonders große Bedeutung zu. Nur durch<br />
hohe Präzision bei diesem Vorgang kann gewährleistet werden, dass die Paletten den<br />
kompletten Transportweg über stabil bleiben und anschließend sicher gelagert werden.<br />
Auch die Kosten des Folienmaterials sind nicht zu unterschätzen. Abhilfe schafft der<br />
Palwrapp von Robopac: Die wahlweise halb- oder vollautomatische Anlage ordnet<br />
Produkte in einer Höhe bis zu 2,7 m auf den gängigsten Palettenformaten an und foliert<br />
diese anschließend ein. Dabei kommt die bewährte Cube-<strong>Technologie</strong> zum Einsatz, die<br />
bei der Stretchwicklung für maximale Ladestabilität bei einem sparsamen Einsatz der<br />
Folie sorgt. Mit seinen kompakten Maßen kann der Palwrapp sogar an Standorten mit<br />
wenig verfügbarem Platz genutzt werden wie in Klein- und Kleinstbetrieben.<br />
Abb. oben:<br />
Der sichere Transport der<br />
Waren stellt Unternehmen<br />
täglich vor eine große<br />
Herausforderung.<br />
Foto: maxmann / Pixabay<br />
P<br />
aletten verrichten in der<br />
Getränkeindustrie seit Jahrzehnten<br />
zuverlässig ihren<br />
Dienst, um Bier, Wasser, Saft und<br />
Spirituosen in unterschiedlichster<br />
Verpackung vom Hersteller zur<br />
Getränkeabteilung im Supermarkt<br />
zu transportieren. Doch unabhängig<br />
davon, ob es sich „nur“ um relativ<br />
günstiges Mineralwasser handelt,<br />
um viele Jahre gereiften Single<br />
Malt Whisky oder um teuren Rotwein,<br />
wo sich der Warenwert einer<br />
Palette schon mal auf mehrere tausend<br />
Euro summieren kann, ist bei<br />
jeder Palettierung besondere Vorsicht<br />
geboten. Denn eine beschädigte<br />
Palette kann das Unternehmen<br />
nicht nur viel Geld kosten, sondern<br />
bei zerbrochenen Glasflaschen<br />
und ausgelaufenen Getränken auch<br />
eine große Gefahr für die Mitarbeiter<br />
darstellen und die Arbeitsabläufe<br />
massiv beeinträchtigen, wenn beispielsweise<br />
erst ein Reinigungsteam<br />
anrücken muss, um die Rückstände<br />
am Boden zu beseitigen und die<br />
Sicherheit wiederherzustellen.<br />
Logistische<br />
Herausforderungen<br />
Unterschiedliche Verpackungsformate<br />
stellen Logistik vor große Herausforderungen.<br />
Doch die optimale Palettierung<br />
stellt täglich hohe Anforderungen<br />
an Unternehmen. „Bei der<br />
korrekten Anordnung von Getränkekästen,<br />
Kartons, einfolierten PET-<br />
Flaschen in verschiedenen Größen<br />
oder Dosen entscheiden bereits wenige<br />
Millimeter über die Stabilität der<br />
gesamten Palette und damit darüber,<br />
ob die Waren unbeschädigt am<br />
Zielort ankommen“, erklärt Kerstin<br />
Conzelmann, <strong>Marketing</strong>managerin<br />
bei Robopac Deutschland. „Um hohe<br />
Kosten zu vermeiden, etwa wenn die<br />
Produkte beschädigt werden, müssen<br />
die Unternehmen deshalb mit<br />
besonderer Sorgfalt vorgehen.“<br />
Dabei treten jedoch mehrere Probleme<br />
auf: Zum einen steht die Logistikbranche<br />
zunehmend unter<br />
Zeitdruck, sodass die einzelnen Prozessschritte<br />
wie etwa die Palettierung<br />
nahezu im Minutentakt erfolgen<br />
müssen. Zum anderen gibt es<br />
zwar weltweit etablierte Standardformate<br />
wie beispielsweise (halbe)<br />
Euro- oder CHEP-Paletten. Doch wie<br />
und in welcher Höhe die Lebensmittel<br />
oder Getränke geschichtet werden,<br />
wird für jede Palette individuell<br />
44 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
IM FOKUS | Lagertechnik<br />
festgelegt – ein „Patentrezept“, das<br />
für alle Waren gleichermaßen gilt,<br />
gibt es nicht.<br />
„Unternehmen haben dann zwei<br />
Möglichkeiten: Entweder Arbeiter<br />
übernehmen das Palettieren per<br />
Hand, oder sie schaffen sich eine Palettiermaschine<br />
an, die diesen Vorgang<br />
selbständig und kalkuliert<br />
durchführt“, meint Conzelmann.<br />
„Während die manuelle Palettierung<br />
aber höchst fehleranfällig ist und zudem<br />
eine hohe Unfallgefahr für Mitarbeiter<br />
birgt, sind Palettierroboter<br />
meist unflexibel und können nur bedingt<br />
auf unterschiedliche Waren und<br />
Palettengrößen eingestellt werden.<br />
Bei beiden Vorgehensweisen geht<br />
deshalb viel Zeit verloren.“ Auch der<br />
Raumbedarf spielt eine wichtige Rolle,<br />
denn voll- und halbautomatische<br />
Anlagen zur Palettierung nehmen in<br />
der Regel relativ viel Platz ein und lassen<br />
sich nur unter großem Aufwand<br />
in die Logistik integrieren. Grund dafür<br />
ist die teure Lagerhaltung, weshalb<br />
der Platz so effizient wie möglich<br />
genutzt werden muss und für größere<br />
Anlagen nur noch wenig Raum zur<br />
Verfügung steht.<br />
Folieneinsparung<br />
um bis zu 55 Prozent<br />
Flexibilität, möglichst wenig Platzbedarf<br />
und eine einfache Bedienung –<br />
diese Voraussetzungen sollte eine Palettierlösung<br />
folglich erfüllen. Diesen<br />
Anforderungen gerecht wird der Palwrapp<br />
von Robopac. Der wahlweise<br />
halb- oder vollautomatisch arbeitende<br />
Palettierer sortiert die zu stapelnden<br />
Waren wie Kartons oder Kisten,<br />
die der Anlage auf einem Band zugeführt<br />
werden, zunächst nach einem<br />
bestimmten Muster. Dadurch<br />
werden die Güter stabil auf der Palette<br />
verteilt. Die exakte Anordnung<br />
und Anzahl der Schichten lässt sich<br />
in der Software des Palwrapp festlegen.<br />
Pro Schicht können außerdem<br />
bis zu 350 kg gestapelt werden.<br />
Nachdem alle Waren palettiert<br />
wurden, erfolgt die vollautoma tische<br />
Einfolierung. „Der Palwrapp<br />
ist mit der bewährten Cube-<strong>Technologie</strong><br />
ausgestattet“, berichtet<br />
Conzelmann. „Damit wird gewährleistet,<br />
dass die Folienmenge und<br />
der Kraftaufwand, mit dem die Folie<br />
um die Waren gewickelt wird, exakt<br />
auf die Palette abgestimmt sind. Bei<br />
empfindlicheren Gütern wendet der<br />
Palwrapp also weniger Kraft auf als<br />
bei weniger empfindlichen Waren.“<br />
Sogar für jede einzelne Schicht, die<br />
auf der Palette gestapelt wird, lässt<br />
sich der Kraftaufwand individuell<br />
einstellen. Auf diese Weise sorgt die<br />
eingesetzte <strong>Technologie</strong> zum einen<br />
für eine besonders hohe Stabilität,<br />
sodass die Waren auf dem Transportweg<br />
nicht plötzlich umkippen können.<br />
Zum anderen wird vermieden,<br />
dass die Güter durch eine zu fest gewickelte<br />
Folie beschädigt werden.<br />
Der Palwrapp reduziert außer dem<br />
den Materialbedarf, denn durch die<br />
besonders effiziente Wickeltechnik<br />
lassen sich zwischen 30 und 55 %<br />
der Folie einsparen und die Materialkosten<br />
somit deutlich senken.<br />
Kompakte Bauweise<br />
ermöglicht Betrieb<br />
in engen Logistikhallen<br />
Vorteile bietet der Palwrapp auch<br />
beim Platzbedarf: Die Anlage benötigt<br />
eine Fläche von 7.416 x 5.155 mm<br />
in der vollautomatischen Version sowie<br />
4.095 x 2.535 mm in der halbautomatischen<br />
Version – das bedeutet,<br />
dass eine Fläche von weniger als<br />
10 m² notwendig ist. Die maximale<br />
Höhe ist abhängig vom gewählten<br />
Modul, wobei zwei verschiedene<br />
Versionen mit 1.750 mm beziehungsweise<br />
1.400 mm erhältlich sind.<br />
Auch die Inbetriebnahme gestaltet<br />
sich durch das Plug-and-Play-Prinzip<br />
besonders einfach. Der Palwrapp<br />
verfügt außerdem über ein Touchscreen-Display<br />
mit 10,1 Zoll. Über<br />
das Human Machine Interface (HMI)<br />
und die integrierte Software können<br />
verschiedene Einstellungen, wie<br />
die Anordnung der Waren oder die<br />
Anzahl der Schichten, vorgenommen<br />
werden. Auch neue Stellmuster<br />
lassen sich damit einfach anlegen,<br />
um beispielsweise auch halbe<br />
Europaletten oder Paletten mit einer<br />
Abmessung von 1.200 x 1.200 mm<br />
effi zient zu palettieren und stretchwickeln.<br />
Die Software wurde dabei<br />
besonders auf Nutzerfreundlichkeit<br />
und eine intuitive Bedienung ausgelegt,<br />
die Maschine kann von Arbeitern<br />
ohne Programmierkenntnisse<br />
bedient werden. Der Palwrapp<br />
ist dadurch besonders flexibel, sodass<br />
unterschiedlichste Palettieraufgaben<br />
ohne Zeitverlust bewältigt<br />
werden können.<br />
Alle beweglichen Teile wurden<br />
mit Servomotoren ausgestattet, sodass<br />
die Anlage nahezu verschleißfrei<br />
arbeitet und lange Standzeiten<br />
garantiert. Gleichzeitig bewegt sich<br />
der Energieverbrauch auf einem besonders<br />
niedrigen Niveau. Dank der<br />
benutzerfreundlichen Bedienungsschnittstelle<br />
kann außerdem der Betrieb<br />
der Maschine überwacht werden.<br />
Das HMI ist mit drei Sicherheitsstufen<br />
ausgestattet, um das<br />
Personal vor Verletzungen zu schützen.<br />
Außerdem lassen sich über das<br />
Display Störungen und Alarme anzeigen<br />
sowie Statistiken abrufen.<br />
Robopac Deutschland bietet bei<br />
Rückfragen oder Problemen auch<br />
eine Fernwartung an, die über das<br />
bewährte System R-Connect durchgeführt<br />
wird. So ist es möglich, Ausfallzeiten<br />
auf ein Minimum zu reduzieren<br />
und es muss nicht erst ein<br />
Techniker vorbeikommen, um Reparaturen<br />
oder Wartungsarbeiten zu<br />
tätigen. „Der Palwrapp vereint damit<br />
alle <strong>Technologie</strong>n von Robopac,<br />
um das Palettenhandling zu vereinfachen“,<br />
erklärt Conzelmann. <br />
Die Anlage palettiert Waren selbständig und foliert sie anschließend ein. Durch die kompakte Konstruktion hat<br />
der Palwrapp auch in beengten Unternehmen Platz. Foto: Aetnagroup S.p.A<br />
Mehr Informationen<br />
www.robopac.com<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 45
SALZTABLETTEN<br />
Neue moderne<br />
Salzanlage für Siedesalz<br />
Ein leicht salziger, etwas feuchter Geruch liegt in der Luft. Eine kühle Brise kommt<br />
durch das große Tor des Nasssalzlagers. Auf der Brücke öffnet sich eine Lucke und<br />
Nasssalz rieselt auf den bereits sieben Meter hohen Salzberg. Für die CIECH-Gruppe,<br />
eine der führenden Produzenten von Siedesalz, Soda und Natron in Europa, ist<br />
<strong>2021</strong> ein bedeutendes Jahr. Neben dem bereits bestehenden Sodawerk in Staßfurt<br />
(Sachsen-Anhalt) nimmt sie eine der modernsten und umweltfreundlichsten Anlagen<br />
zur Herstellung von Siedesalz in Betrieb. Im Rahmen der Inbetriebnahme hat das<br />
Unternehmen dort nun das erste Nasssalz sowie die ersten Salztabletten produziert<br />
und bereits an Kunden geliefert.<br />
Abb. oben:<br />
Mit der neuen Produktionsanlage<br />
in Staßfurt werden rund<br />
450.000 Tonnen Siedesalz pro<br />
Jahr produziert können.<br />
Foto: CIECH<br />
S<br />
alztabletten bilden das Grundelement<br />
im Angebot des<br />
Werks in Deutschland und<br />
haben einen hohen Anteil der jährlichen<br />
Produktionskapazität in Höhe<br />
von 450.000 Tonnen Siedesalz. Salztabletten<br />
werden zur Wasseraufbereitung<br />
und -enthärtung sowohl<br />
auf industrieller Ebene etwa in der<br />
Getränke herstellenden Industrie als<br />
auch im privaten Bereich verwendet.<br />
Zu viel Kalk im Wasser kann zu verstopften<br />
Leitungen führen und das<br />
sowohl bei Sanitärinstallationen, in<br />
Bäderbetrieben als auch in den Leitungen<br />
von Haushalts- und Industriegeräten.<br />
Andrzej Dawidowski ist Leiter<br />
des Salzgeschäfts der CIECH-<br />
Gruppe. Im ständigen Kontakt mit<br />
Kunden kennt er als Experte die Vorzüge<br />
von Salz tabletten: „Sie helfen,<br />
den Härtegrad zu verringern und sorgen<br />
so für weiches, klares Wasser.“<br />
Salztabletten: Wirkungsweise<br />
Wasserenthärter enthalten einen<br />
mit Harzkörnern gefüllten Filter,<br />
den sogenannten Ionenaustauscher.<br />
Kalk und Magnesium dringen in das<br />
Harz ein und werden dort gebunden,<br />
woraufhin das entstandene<br />
weiche Wasser mit sehr niedrigem<br />
oder keinem Kalkanteil für verschiedene<br />
Anwendungen zur Verfügung<br />
steht. Allerdings kann das Harz<br />
im Ionenaustauscher nur eine begrenzte<br />
Menge an Kalk aufnehmen<br />
bis dessen Kapazität erschöpft<br />
ist. Wenn das der Fall ist, muss der<br />
gebundene Kalk aus dem Harz des<br />
Ionenaustauschers gelöst werden.<br />
Hier kommen nun Salztabletten ins<br />
Spiel. Mithilfe einer hochkonzentrierten<br />
Salzlösung wird der vorher<br />
gebundene Kalk aus dem Harz gelöst<br />
und die Wasseraufbereitungsanlage<br />
regeneriert.<br />
Schaut man sich auf dem Gelände<br />
der neuen Salzanlage der CIECH-<br />
Gruppe um, fallen die vier großen<br />
grauen Tanks und die vier kleineren<br />
auf. Sole wird durch auslösen von<br />
unter Tage vorkommendem Salz (in<br />
Kavernen) gewonnen und in den<br />
Tanks einer zweistufigen Reinigung<br />
unterzogen. „Unser Siedesalz und<br />
die daraus hergestellten Salztabletten<br />
zeichnen sich durch eine besondere<br />
Qualität und Reinheit aus“, erklärt<br />
Dawidowski. „Zum einen wird<br />
die Sole aus den eigenen Solevorkommen<br />
regelmäßig im hauseigenen<br />
Labor überprüft. Zum anderen<br />
erfolgt die Solereinigung bei<br />
uns durch zwei Ausfällreaktionen<br />
und basiert auf dem Schweizerhalle<br />
Verfahren.“ Bei dieser Behandlung<br />
werden aus der Sole Begleitstoffe,<br />
wie Magnesium, Kalzium oder Sulfate<br />
entfernt. Dies garantiert die<br />
46 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
IM FOKUS | Aus der Paxis<br />
Übereinstimmung der Endprodukte<br />
mit den höchsten Qualitätsanforderungen.<br />
Außerdem bleiben<br />
dank dieser Hochraffination keine<br />
Salzrückstände in den Ionenaustauschern<br />
zurück. Dank modernster<br />
Salztablettenpressen sowie einer<br />
längeren Trocknungszeit haben die<br />
Salztabletten zudem die optimale<br />
Presshärte und sind resistenter.<br />
Die grauen Tanks stehen auf<br />
dem Firmegelände in einer speziellen<br />
Wanne. Diese Wanne dient als<br />
Überlaufschutz – eine Sicherheitsvorkehrung.<br />
„Sollten die Tanks ein<br />
Leck haben, sichert die spezielle<br />
Wanne die Umgebung. Damit verhindern<br />
wir, dass das Grundwasser<br />
kontaminiert wird“, erklärt Experte<br />
Dawidowski. Dies ist nur eine von<br />
vielen Vorkehrungen, um die Umwelt<br />
zu schützen. Mit seiner über<br />
70 Jahre langen Erfahrung gehört<br />
die CIECH-Gruppe zu den Experten<br />
im Siedesalz bereich. „Mit zwei<br />
operativen Fabriken werden wir für<br />
unsere Kunden jederzeit ein zuverlässiger<br />
Partner sein“, betont<br />
Dawidowski und ergänzt: „Außerdem<br />
gibt uns das die Möglichkeit,<br />
auch kurzfristig liefern zu können.“<br />
Marktübliche Größen<br />
Das Unternehmen legt großen Wert<br />
darauf, kundenorientiert zu arbeiten.<br />
Vertrieben werden die Salztabletten<br />
in 10 kg-, 15 kg-, 20 kg- und<br />
25 kg-Säcken direkt vom Werk und<br />
von Großhändlern, auch als Private<br />
Label Produkt. „25 kg-Säcke sind<br />
vielen Kunden zu groß. Deshalb<br />
bieten wir auch 15 kg-Säcke an. So<br />
können wir unseren Kunden eine<br />
Alternative zu den marktüblichen<br />
Größen bieten“ sagt Dawidowski.<br />
Von dem neuen Werk in Staßfurt<br />
möchte man den deutschen Markt<br />
sowie andere europäische Märkte<br />
besser bedienen zu können.<br />
Salztabletten: Verbrauch<br />
Das von CIECH produzierte Salz<br />
findet Anwendung in vielen Endprodukten,<br />
unter anderem in verarbeiteten<br />
Lebensmitteln. Gerade<br />
die steigende Nachfrage nach Gewerbesalzen<br />
in der Wasseraufbereitung<br />
bedient das Unternehmen mit<br />
den in Staßfurt produzierten Salztabletten.<br />
Besonders der deutsche<br />
Markt ist interessant. Mit einem<br />
Verbrauch von fast 450.000 Tonnen<br />
im Jahr ist Deutschland der weitaus<br />
größte Markt in Europa für Salztabletten.<br />
„Im internationalen Vergleich<br />
ist der Verbrauch an Salztabletten<br />
in Deutschland hoch“, erklärt<br />
Dawidowski. „Daher möchten<br />
wir diesen Markt gerne direkt von<br />
Deutschland aus bedienen und darüber<br />
hinaus.“ Mit jeweils rund<br />
350.000 Tonnen stehen Frankreich<br />
und Großbritannien an zweiter und<br />
dritter Stelle im Jahresverbrauch.<br />
Mit dem neuen Salzwerk, das sich<br />
neben dem bereits bestehenden<br />
Sodawerkbefindet, wächst die Gesamtbelegschaft<br />
in Staßfurt auf<br />
über 500 Arbeitsplätze an.<br />
Eigene Solevorkommen, eine<br />
eigene Energieversorgung sowie<br />
die besonders effiziente und<br />
umweltfreund liche Mechanical Vapor<br />
Compres sion (MVR)-<strong>Technologie</strong><br />
machen die neue Salzanlage<br />
von CIECH zu einer der modernsten<br />
und umweltfreundlichsten in Europa.<br />
Zum Produktportfolio der neuen<br />
Salzanlage gehören auch Nasssalz,<br />
Salztabletten und in Zukunft Speisesalz<br />
und Industriesalz. Die verschiedenen<br />
Salzprodukte werden vornehmlich<br />
nach Europa geliefert.<br />
Mehr Informationen<br />
www.ciechgroup.com<br />
Die Salztabletten zeichnen<br />
sich durch eine besondere<br />
Qualität aus. Dank modernster<br />
Salztablettenpressen sowie<br />
einer längeren Trocknungszeit<br />
haben sie die optimale Presshärte.<br />
Foto: CIECH
Eine Kolumne von<br />
Dr. BURKHARD SCHÄFER<br />
HILFSBEREITSCHAFT UND SOLIDARITÄT<br />
Zeichen der Hoffnung<br />
„Der Glaube an unsere Kraft kann sie ins Unendliche verstärken.“ Dieses Zitat<br />
des Philosophen, Altphilologen und Schriftstellers Friedrich Schlegel könnte Pate<br />
gestanden haben für eine außergewöhnliche Aktion, die nach dem unvorstellbaren<br />
Leid der Flutkatastrophe im Ahrtal einen Funken Hoffnung symbolisiert. Wenn<br />
förmlich aus Trümmern wieder Zuversicht auferstehen soll, stellt sich die Frage: Wie?<br />
Dabei wies für die im Ahrtal betroffenen Winzerinnen und Winzer die Notsituation<br />
selbst einen bemerkenswerten Weg: Beim Anblick ihrer zerstörten Weinkeller keimte<br />
die Idee auf, die in den Fluten untergegangenen Weine – soweit noch möglich –<br />
aus all dem Schutt herauszuziehen, zu retten und als vom Unwetter gezeichnete<br />
Gedenk-Weine für die Chance eines Wiederaufbaus zu verkaufen.<br />
Foto: Adobe Stock<br />
U<br />
nter dem aus der Not<br />
ge borenen Claim „Unser<br />
schlimmster Jahrgang“ entstand<br />
eine Kampagne, die den von<br />
der Flutkatastrophe betroffenen Winzern,<br />
Gastronomen und Bewohnern<br />
des Ahrtals wieder ein Stück Zukunft<br />
vermitteln soll. Dieses Bündnis, das<br />
ein Initiatoren-Verbund rund um das<br />
kleine aber feine Anbaugebiet ins<br />
Leben gerufen hat, ermöglichte es,<br />
verschiedenste Qualitätsweine aus<br />
der Region Ahrweiler in unterschiedlichen<br />
Preis kategorien an spendenwillige<br />
Konsumenten zu verkaufen.<br />
#Flutwein<br />
Die Intention der außergewöhnlichen<br />
Aktion „Gemeinsam für die Betriebe.<br />
Gemeinsam für die Region“<br />
berührte deutschlandweit überwältigend<br />
viele Menschen und so war<br />
der Erfolg dieser Unternehmung immens:<br />
Bereits Anfang August standen<br />
über drei Millionen gespendete<br />
Euro auf der Spendenskala.<br />
Und hierbei handelt es sich natürlich<br />
nicht um irgendwelche Weine,<br />
sondern selbstverständlich um edle<br />
Tropfen, die die Winzer verzweifelt<br />
nach der Katastrophe verdreckt, verschlammt<br />
und mit zerschrammten<br />
Etiketten aus den Trümmern gezogen<br />
hatten. Das heißt, im Zuge der<br />
Aktion „Flutwein – Für den Wiederaufbau<br />
der Weinregion Ahrweiler“<br />
wurden die Flaschen zum Verkauf<br />
äußer lich so „originalverschlammt“<br />
belassen. Ein Teil dieser Anstrengungen<br />
umfasste auch eine Limitierung<br />
handverlesener Flaschen auf<br />
1.000 Stück, die auf diese Weise zu<br />
einer Kostbarkeit eigener Art wurden<br />
– und dementsprechend schnell<br />
ausverkauft waren. Doch es gab die<br />
unterschiedlichsten Möglichkeiten,<br />
als Weinkonsument dem Ahrtal seine<br />
Solidarität zu beweisen. In verschiedenen<br />
Preis-Stückzahlkombinationen<br />
konnten zum Beispiel unter<br />
dem Hashtag #Flutwein auch zufällig<br />
zugeordnete Weine aus der Region<br />
erworben werden. Ebenfalls<br />
bot dazu der Ahrweiler Winzer-<br />
Verein e.G. ein 6er-Flutwein-Paket<br />
(querbeet aus deren Sortiment) für<br />
79 Euro zum Erwerb an. Dabei zeigte<br />
sich eine berührende Hilfsbereitschaft<br />
und Solidarität, die den Winzern<br />
und Gastronomen, die durch<br />
die Naturkatastrophe teilweise vor<br />
dem Ruin stehen, Kraft und Unterstützung<br />
signalisieren.<br />
Wege in die Zukunft<br />
Trotz allem bleibt natürlich die Frage,<br />
wie es jetzt für die Betroffenen<br />
im Ahrtal und für die Region insgesamt<br />
weitergehen soll, da die verschiedensten<br />
Aspekte nun in den<br />
Vordergrund treten: Kann – mit<br />
Blick auf die Klimaveränderung –<br />
hier an gleicher Stelle wieder aufgebaut<br />
werden? Wollen die Menschen<br />
hier überhaupt wieder aufbauen?<br />
So wurden etwa versierte Helferinnen<br />
und Helfer gesucht, um den betroffenen<br />
Winzern beim Wiederaufbau<br />
ihrer Weingüter zu helfen.<br />
Als Weinregion steht das Ahrtal<br />
schließlich bisher unter anderem für<br />
seinen Spätburgunder, der an den<br />
steilen Talhängen angebaut wurde.<br />
Schlussendlich bildet der Weinbau<br />
einen wichtigen wirtschaftlichen<br />
Grundpfeiler für die Region,<br />
da er auch den Tourismus ankurbelt.<br />
Denn: Das Weinanbaugebiet<br />
Ahr gilt als das nördlichste zusammenhängende<br />
Rotweinanbaugebiet<br />
und ist geprägt von einer sehr<br />
langen Geschichte des Weinbaus.<br />
Bereits zu Zeiten römischer Besatzung<br />
wurden entlang der Ahr Rebenstöcke<br />
gepflanzt.<br />
Wie diese Tradition sich den sich<br />
wandelnden klimatischen Gegebenheiten<br />
stellt, werden die kommenden<br />
Lösungskonzepte zeigen<br />
müssen. Mit so viel Kreativität, Solidarität<br />
und Tatkraft, wie sie die<br />
Initia tive rund um den #Flutwein<br />
unter Beweis stellt, darf trotz allem<br />
wieder Hoffnung auf die Zukunft<br />
geschöpft werden.
Fotos: Knärzje GmbH<br />
Brot und Bier –<br />
Bierbrauen und<br />
Nachhaltigkeit<br />
Die Lammbrauerei Hilsenbeck<br />
GmbH & Co. KG in Gruibingen<br />
hat auch die nächsten<br />
Generationen fest im Blick. Aufgeschreckt<br />
durch die hohe Anzahl<br />
an täglich übriggebliebenem<br />
Brot, die ganz oft am<br />
Ende jeden Tages im Müll landet,<br />
bietet sie nun in ihrem<br />
Brauereilädle in Gruibingen die<br />
ersten stylishen 1-Liter-Bügelflaschen<br />
ihrer neuartigen Kreation<br />
eines Bro tbieres an. Damit<br />
sind die Gruibinger ganz vorne<br />
mit dabei bei einer neuen Entwicklung,<br />
die die Bereiche Bierbrauen<br />
und Nachhaltigkeit zusammenbringt.<br />
Bereits im Sommer<br />
2018 machten mit dem<br />
ersten ökologisch zertifizierten<br />
Zero-Waste Bier aus aussortiertem<br />
Brot die jungen Bierbrauer<br />
und Gründer Daniel Anthes<br />
und Ralf Wagner aus Frankfurt<br />
am Main von sich reden. Ihr Bier<br />
namens „ Knärzje“ (nach hessisch-pfälzischer<br />
Mundart das<br />
Randstück eines Brot laibs) damit<br />
zum ersten Bio-Brotbier<br />
Deutschlands. Eine Initiative,<br />
die ihnen sogar den „Bundespreis<br />
für besonderes Engagement“<br />
im Rahmen des „Zu gut<br />
für die Tonne“-Bundespreis einbrachte.<br />
Und jetzt haben also<br />
im Sinne des schwäbischen<br />
Erfinder geistes die Braumeister<br />
Hans-Dieter und Christoph<br />
Hilsenbeck in Gruibingen ein eigenes<br />
Rezept auserkoren (das<br />
Anerkennungsverfahren für<br />
eine Patentierung ist im Gange),<br />
nach welchem sie ihr hauseigenes<br />
Brotbier auf den Markt bringen<br />
können.<br />
Ausnahmegenehmigung<br />
für besondere Biere<br />
Während im Ausland schon länger<br />
mit derartigen Ideen experimentiert<br />
wurde, ist der deutsche<br />
Braumarkt bisher auf<br />
die sem Gebiet eher zurückhaltend<br />
geblieben, was sich aber<br />
mit zunehmendem Erfolg solcher<br />
Nachhaltigkeitskonzepte<br />
und dem steigenden Bewusstsein<br />
für umweltfreundliche Lösungen<br />
schnell ändern könnte.<br />
Denn auch was das deutsche<br />
Reinheitsgebot betrifft, konnte<br />
Hilsenbeck vom Regierungspräsidium<br />
gemäß der Bierverordnung<br />
die Ausnahmegenehmigung<br />
für „besondere Biere“<br />
erhalten. Einem Erfolg steht<br />
die sem geschmacklich süffigen<br />
Bier also nichts mehr entgegen.<br />
Schließlich gibt der Gruibinger<br />
Familien betrieb allen seinen<br />
beliebten Biersorten noch<br />
viele Wochen Zeit, schonend zu<br />
reifen, auch denen ohne Brotgrundlage:<br />
Ob das leichte, spritzige<br />
„Saukalt“, das bei null<br />
Grad extra lange gelagert wird<br />
und somit eiskalt und schonend<br />
zum Erhalt aller Aromen filtriert<br />
wird, oder das malzaroma-<br />
tische, kräftige Bier mit leichter<br />
Hopfennote namens „Osterhäsle“<br />
oder das Bier mit dem besonders<br />
milden Geschmack namens<br />
„Keltengold“ für alle Bierfreunde,<br />
die es weniger herb mögen.<br />
Fakt ist: Unter der Federführung<br />
der Gruibinger Lamm-Brauerei<br />
geht nun zur bisherigen großen<br />
Sortenvielfalt mit dem Brotbier<br />
noch ein weiterer Erfolg versprechender<br />
nachhaltiger Favorit<br />
mit an den Start.<br />
Generationelle<br />
Verantwortung<br />
Da die Verbraucher im Angesicht<br />
ihres „ökologischen Fußabdrucks“<br />
– im Internet sind ja<br />
mittlerweile die verschiedensten<br />
Portale zu finden, in denen<br />
jeder seinen eigenen Fußabdruck<br />
nachprüfen kann – wieder<br />
vermehrt zu Getränken in<br />
Glasflaschen greifen, ist die Getränkebranche<br />
auch beim Thema<br />
Nachhaltigkeit und Verpackung<br />
in Bewegung. Es wird<br />
an unterschiedlichsten Konzepten<br />
gefeilt, um das Getränk<br />
der Zukunft für die Umwelt angemessen<br />
verpackt in die Verkaufsregale<br />
zu bringen.<br />
Kein Wunder, dass auch für<br />
die diesjährige FACHPACK im<br />
Messezentrum Nürnberg abermals<br />
das Leitthema „Umweltgerechtes<br />
Verpacken“ im Vordergrund<br />
steht und dabei die<br />
Sonderschau „Nachhaltiges Verpackungsdesign“<br />
in Halle 7 im<br />
Programm hat. Unter den Leitthemen<br />
„Material und Forschung“,<br />
„Implementation und<br />
Prototyping“ sowie „Produktund<br />
Markteinführung“ wird<br />
klar, wie wichtig ein Denken<br />
im umweltfreundlichen Kreislaufsystem<br />
für die Herstellung<br />
neuer Materialien und Produkte<br />
ist. Somit werden die dort gezeigten<br />
Neuerungen zu inspirierenden<br />
Denkanstößen für den<br />
Markt der Zukunft. Die Dringlichkeit<br />
der Frage, wie jeder Einzelne,<br />
und somit ebenfalls die<br />
Verpackungsbranche, zum Einhalten<br />
der Klimaziele beitragen<br />
kann, wurde durch die jüngste<br />
Flutkatastrophe in Nordrhein-<br />
Westfalen und die Waldbrände<br />
in Südeuropa leider besonders<br />
dramatisch vor Augen geführt.<br />
Ob recycelte Verpackungen,<br />
ressourcenschonendes Verpacken<br />
oder eine Kreislaufwirtschaft<br />
durch Mehrwegverpackungen<br />
– es gibt vielfältige<br />
und hoffnungsvolle Lösungsansätze<br />
und so darf man auf die<br />
neuesten Erkenntnisse auf der<br />
FACHPACK <strong>2021</strong> gespannt sein.<br />
Schließlich ist es auch in der Getränkeherstellung<br />
umso wichtiger,<br />
dass das Wort „Nachhaltigkeit“<br />
mit Leben gefüllt wird<br />
und einen Wegweiser gibt für<br />
die Zukunfts siche rung der kommenden<br />
Generationen – im Sinne<br />
einer genera tionel len Verant<br />
wortung und damit verbundenen<br />
Gerechtigkeit. Dr. B. Sch.<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 49
MARKT | FACHPACK <strong>2021</strong><br />
RESSOURCEN – NACHHALTIGKEIT – INNOVATIONEN<br />
Trends in der Verpackungsbranche<br />
Als wichtiger Wegweiser für die europäische Verpackungsindustrie zeigt die<br />
FACHPACK vom 28. bis 30. September <strong>2021</strong> aktuelle Entwicklungen sowie innovative<br />
Verpackungslösungen. Damit informiert die internationale Leitmesse über Trends, die<br />
auch für die Getränkeindustrie relevant sein werden.<br />
50 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />
W<br />
elche Trends sich in der<br />
Verpackungsindustrie in<br />
den nächsten Jahren<br />
abzeichnen, zeigt der zum zweiten<br />
Mal veröffentlichte „FACHPACK-<br />
Trendradar <strong>2021</strong>“. Er stellt dar, welche<br />
aktuellen Trends attraktiv sind<br />
und welche zu weit reichenden Veränderungen<br />
in der Verpackungsbranche<br />
führen könnten. Insgesamt<br />
wurden 21 ausgewählte Trends von<br />
Experten der Verpackung sindustrie<br />
bewertet. Getränke! <strong>Technologie</strong><br />
& <strong>Marketing</strong> stellt eine kleine Auswahl<br />
der Verpackungsstrends vor.<br />
Ressourcenschonende<br />
Verpackung<br />
Nachhaltigkeit ist auch in der Verpackungsbranche<br />
ein zentrales Thema.<br />
Alle anderen Trends sind diesem<br />
Thema untergeordnet. Dies<br />
beginnt bei einem umweltgerechten<br />
Verpackungsdesign, das ausreichend<br />
Schutz bei möglichst geringem<br />
Ressourcen einsatz bieten soll.<br />
Materialeinsparungen sowie der Einsatz<br />
nach haltiger Rohstoffe und Herstellungsverfahren<br />
werden daher immer<br />
wichtiger. Die Wünsche der Verbraucher<br />
nach umweltgerechten<br />
Verpackungen sowie die steigenden<br />
Anforderungen an die Recyclingfähigkeit<br />
der Produkte durch das<br />
neue Verpackungs gesetz geben<br />
bei diesem Thema wichtige Impulse.<br />
Das novellierte Verpackungsgesetz<br />
sieht eine höhere Recyclingquote<br />
von Verpackungsabfällen vor. Diese<br />
soll bei Kunsstoff verpackungen<br />
bis zum Jahr 2022 von 36 auf 63 %<br />
steigen, bei Metall, Glas und Papier<br />
sogar auf 90 %. Deshalb muss<br />
bereits beim Verpackungsdesign<br />
das Recycling berücksichtigt werden.<br />
Wichtig bei der Gestaltung<br />
von Verpackungen wird deshalb<br />
die Verwendung recycelter Rohstoffe<br />
sein. Die Verpackungs branche<br />
muss sich daher auf eine verbesserte<br />
Recyclingfähig keit von Verpackungen<br />
ein stellen, so dass diese bes-<br />
tenfalls ohne Qualitätsverluste erneut<br />
wieder verwendet werden können.<br />
Dies beginnt mit der Wahl des<br />
verwendeten Materials. Verpackungen<br />
aus Papier, Karton, Metall oder<br />
Glas haben bessere Recyclingeigenschaften<br />
als Kunststoffe auf Erdölbasis<br />
oder Aluminium. Sie lassen<br />
sich leicht und nahezu vollständig<br />
wieder verwerten. Glas hat eine Recyclingquote<br />
von 100 % und kann<br />
in einer Kreislaufwirtschaft unendlich<br />
oft recycelt werden. Während<br />
Papier aus nachwachsenden Rohstoffen<br />
gewonnen wird, sind bei<br />
Kunsstoffen und Aluminium größere<br />
Matrial einsparungen erreichbar, wodurch<br />
gleichzeitig Gewicht und Abfallmenge<br />
reduziert werden können.<br />
Das bedeutet wiederum Einsparungen<br />
bei Lagerung und Transport.<br />
Mehrweg in der<br />
Kreislaufwirtschaft<br />
Mehrwegverpackungen können bis<br />
zu 50-mal befüllt werden und sind<br />
zentraler Bestandteil einer Kreislaufwirtschaft.<br />
In der Getränke industrie<br />
kommen Glas- und Pet-Flaschen<br />
mehrfach zum Einsatz, wodurch<br />
Abfälle vermieden und Ressourcen<br />
eingespart werden können. Vom<br />
Bundesumwelt ministerium ist einen<br />
Erhöhung des Mehr weganteils<br />
auf 70 % vorgesehen. Bei Bier be-<br />
Foto: NürnbergMesse<br />
trägt dieser Anteil bereits 80 %. Um<br />
den Mehrweganteil insgesamt zu<br />
erhöhen, soll die Pfandpflicht daher<br />
auch auf Fruchtsaft schorlen ausgeweitet<br />
werden. Seit Anfang 2019<br />
muss außerdem klar gekennzeichnet<br />
sein, ob es sich bei Glasverpackungen<br />
um Einweg- oder Mehrwegflaschen<br />
handelt. Damit sollen<br />
Mehr weg systeme gestärkt und der<br />
Verpackungsgebrauch insgesamt<br />
nachhaltiger werden.<br />
Einsatz von Monomaterialien<br />
Eine höhere Wiederverwertbarkeit<br />
von Verpackungen kann auch durch<br />
den Einsatz von Mono materialien<br />
erreicht werden, die zu mindesten<br />
95 % aus einem Haupt material bestehen.<br />
Eine der wesentlichen Herausforderung<br />
beim Recycling von<br />
Verpackungen besteht darin, die<br />
enthaltenen Stoffe sortenrein voneinander<br />
zu trennen. Der Einsatz von<br />
Mono materialien ermöglicht eine<br />
bessere Trennbarkeit der verwendeten<br />
Materialien. Dadurch kann<br />
wiederum eine höhere Recyclingfähigkeit<br />
erreicht werden. Monomaterialien<br />
sind zu 96 % recyling fähig.<br />
Verbund stoffe sollten nach Möglichkeit<br />
vermieden werden bzw. sich in<br />
einzelne Materia lien auftrennen lassen,<br />
damit sie dem Recyclingkreislauf<br />
zugeführt werden können.
MARKT | FACHPACK <strong>2021</strong><br />
Höherer Einsatz<br />
von Rezyklaten<br />
Rezyklate sind wieder verwertete<br />
Kunststoffverpackungen, die aus<br />
einem einzigen Kunststoff bestehen.<br />
Noch immer sind neue Kunststoffe<br />
günstiger als recycelte. Mit<br />
dem neuen Verpackungsgsetz sind<br />
seit Anfang des Jahres nicht oder<br />
nur schlecht recycelbare Verpackungen<br />
jedoch deutlich teuerer geworden.<br />
Hersteller müssen also zunehmend<br />
darauf achten, dass die verwendeten<br />
Kunst stoffe wieder dem<br />
Recycling kreislauf zugefüht und in<br />
neuen Verpackungen eingesetzt<br />
werden können. Deshalb sollte auch<br />
die Recycel barkeit von Kunststoffverpackungen<br />
verbessert werden,<br />
um so den Einsatz von Rezyklaten<br />
zu erhöhen. Dadurch können wiederum<br />
Primärrohstoffe geschont<br />
werden. Allerdings müssten hierfür<br />
auf internationaler Ebene noch<br />
verschiedene Material eigenschaften<br />
sowie gesund heitsbezogene Grenzwerte<br />
definiert werden.<br />
Digitalisierung<br />
Digitale Trends spielen auch in der<br />
Verpackungsbranche eine immer<br />
wichtigere Rolle. So können intelligente<br />
Verpackungen beispielsweise<br />
dazu beitragen, das Recycling zu<br />
optimieren, den Rezyklat anteil zu<br />
erhöhen, den Verderb von Lebensmitteln<br />
zu reduzieren und Lieferungen<br />
lückenlos nach zuverfolgen.<br />
Ein digitales Wasserzeichen auf einer<br />
Kunststoffverpackung, ein sogenanntes<br />
Holy Grail, ist ein für den<br />
Menschen unsichtbarer Code. Er<br />
zeigt an, was darin verpackt wurde<br />
und aus welchem Material die Verpackung<br />
besteht.<br />
Das erleichtert das Sortieren von<br />
Plastik verpackungen in den Recyclinganlagen.<br />
Digitale Wasserzeichen<br />
werden von speziellen Scannern an<br />
den Sortier anlagen erkannt. So können<br />
Kunsstoff verpackungen sortenrein<br />
recycelt, Rezyklate verbessert<br />
und die Kreislaufwirtschaft vorangebracht<br />
werden.<br />
Für den Einsatz digitaler Wasserzeichen<br />
müssen für alle Marktteilnehmer<br />
jedoch noch einheitliche<br />
Datenstandards festgelegt werden.<br />
Funktionalisierte Verpackungen dienen<br />
auch der Qualitätssicherung.<br />
Sie liefern, ähnlich wie Smart Label,<br />
Informationen über den Zustand eines<br />
Produkts und können dazu beitragen,<br />
Verluste durch Verderb zu<br />
reduzieren und die Vernichtung wegen<br />
unsachgemäßer Verpackung zu<br />
minimieren. Während des Verderbs<br />
reagiert ein Frische-Indikatior auf<br />
der Innen seite einer Verpackung auf<br />
chemische Verbindungen mit einer<br />
farbigen Veränderung des Etiketts.<br />
Mit QR-Codes auf den Verpackungen<br />
können vor allem junge<br />
Konsumenten angesprochen werden.<br />
Die Generation Z, die Digital<br />
Natives, ist eine anspruchsvolle,<br />
technik- und medien affine Zielgruppe,<br />
die sich überwiegend im Internet<br />
informiert. Hersteller können<br />
mit QR-Codes direkt auf ihre Webseiten<br />
verlinken und auf diese Weise<br />
zusätzliche Informationen zu ihren<br />
Produkten oder Botschaften vermitteln.<br />
Mit dem Smartphone kann<br />
der Kunde einfach den QR-Code<br />
einscannen und so auf eine Webseite<br />
oder einen Social Media-Kanal<br />
gelangen. Damit eröffnet das Verpackungsdesign<br />
neue Wege der Kommunikation<br />
und eignet sich auch<br />
Foto: NürnbergMesse<br />
als <strong>Marketing</strong> instrument. Verpackungen<br />
können als inter aktive Objekte<br />
mit dem Internet verbunden<br />
werden, um Konsumenten mit Geschichten<br />
zu einem Produkt zu überzeugen.<br />
Gerade diese Verbindung<br />
von realen Produkten mit der digitalen<br />
Welt macht die Verpackung zu<br />
einem wichtigen Medium, um junge<br />
Verbraucher zu erreichen.<br />
Auch im E-Commerce spielen optimierte<br />
und ressourcenschonende<br />
Verpackungen eine immer größere<br />
Rolle, bei denen Material reduziert<br />
und auf die Trennbarkeit der Wertstoffe<br />
geachtet wird. In attraktiven<br />
Versandkartons soll die Ware sicher<br />
beim Kunden ankommen und<br />
einen guten ersten Eindruck machen,<br />
wenn er das bestellte Produkt<br />
in Empfang nimmt. Die Versandverpackung<br />
ist der erste haptische<br />
Eindruck, den der Kunde von der<br />
Ware erhält. Die Versandschachtel<br />
sollte dem Produkt, der Marke<br />
und der Warengröße entsprechen<br />
und nachhaltig sein. Häufig werden<br />
deshalb Logos und Symbole auf der<br />
Verpackung für die entsprechenden<br />
Eigen schaften verwendet, wie<br />
recycelt, biologisch abbaubar und<br />
umweltfreundlich.<br />
Künstliche Intelligenz (KI)<br />
Mit intelligenten <strong>Technologie</strong>n<br />
wie Künstlicher Intelligenz können<br />
Produktions prozesse in der Verpackungsindustrie<br />
effizienter, flexibler<br />
und zuverlässiger gestaltet werden.<br />
So kann KI beispiels weise zur<br />
voraus schauenden Wartung eingesetzt<br />
werden, um unvorhergesehene<br />
Ausfall zeiten zu vermeiden oder<br />
zu verkürzen. Mit Hilfe selbstlernender<br />
Algorithmen können Verpackungsmachinen<br />
selbstständig auf<br />
neue Produkte und Verpackungsformate<br />
reagieren und damit Umrüstzeiten<br />
wesentlich reduziert werden.<br />
Statt nur einzelne Stichproben zu<br />
prüfen, ermöglicht Künstliche Intelligenz<br />
eine komplette Qualitätskontrolle.<br />
Somit können 100 % der Produkte<br />
kontrolliert werden. Hierbei<br />
werden visuelle Erkennungs- und<br />
Inspektions systeme mit intelligenten<br />
Informationen versorgt und so die<br />
Möglichkeit geschaffen, schadhafte<br />
Produkte auszusondern. Durch eine<br />
umfassende Kon trolle können teuere<br />
Rückruf aktionen vermieden werden.<br />
Langfristig wird Künstliche Intelligenz<br />
durchaus ein entscheidender<br />
Faktor sein, um im Wettbewerb<br />
zu bestehen. ST<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 51
MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />
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branchenspezifischer<br />
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Los-, Chargen-<br />
oder Prüfnummern sowie<br />
Logistik informationen auf Produkte,<br />
Verpackungen und Paletten<br />
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Domino Printing Sciences Unternehmensgruppe,<br />
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sind keine Grenzen gesetzt.<br />
Als Spezialist für Etikettierlösungen<br />
hat AstroNova ein umfassendes<br />
Angebot für jeden<br />
unternehmensinternen Etikettendruck.<br />
Kunden erhalten<br />
Rundum-Service aus einer Hand<br />
– von der Hardware über Beratung,<br />
Software, After-Sales-<br />
Service bis hin zu Etikettenmaterialien<br />
und Sonderformen. Dank<br />
langjähriger Erfahrung ermittelt<br />
AstroNova jeweils die beste<br />
Lösung für kompakte Etikettendrucksysteme,<br />
flankiert<br />
von bester Drucktechnologie.<br />
Auf dem Messestand können<br />
die Besucher sehen, wie aus einem<br />
Blanko-Material ein individuelles<br />
Etikett entsteht – bedruckt<br />
und in Sonderform geschnitten.<br />
Die Lösungen können<br />
auch gerne am Standort in Dietzenbach<br />
vorgeführt werden. Wir<br />
freuen uns auf Ihren Besuch.<br />
Mehr Informationen<br />
www.astronovaproductid.com<br />
Fachpack Halle 4 | Stand 223<br />
52 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />
GERNEP GmbH Etikettiertechnik<br />
Kaufimpulse setzen mit perfekt sitzenden Etiketten<br />
SK-Spender von GERNEP Etikettiertechnik; Foto: GERNEP<br />
Behälter als<br />
echter Hingucker<br />
Individuelle Etikettierung mit<br />
Präzision – das bietet GERNEP<br />
seinem weltweiten Kundenkreis<br />
der Getränke-, Lebensmittel-,<br />
Consumer Healthcare- und<br />
Nonfood-Industrie. Das Label<br />
trägt zum Wiedererkennungswert<br />
und zur Attraktivität eines<br />
Produkts bei. Seit über 35 Jahren<br />
werden Etikettiermaschinen für<br />
▶ Selbstklebe-,<br />
▶ Kaltleim- und<br />
▶ Heißleimetikettierung<br />
am Standort Barbing (Bayern)<br />
nach höchstem Qualitätsstandard<br />
deutscher Maschinenbautradition<br />
„Made in Germany“<br />
entwickelt und gefertigt. Flexibilität<br />
und Individua lität des Kunden<br />
stehen dabei an erster Stelle.<br />
Die GERNE- Maschinenfamilie<br />
bietet die volle Kombinationsfreiheit,<br />
um auch individuelle<br />
Anforderungen perfekt abbilden<br />
und moderne Behälterausstattungen<br />
realisieren zu können.<br />
Durch den Einsatz von vielfältigen<br />
Zusatzeinrichtungen,<br />
wie zum Beispiel einer kamerabasierten<br />
Ausrichtung und Kontrollsysteme,<br />
kann ein optisch<br />
einwandfreies Erscheinungsbild<br />
der Produkte garantiert werden.<br />
Die Vorteile der neu konzipierten<br />
Spenderaggregate auf<br />
einen Blick:<br />
▶ Präzise Etikettierung<br />
▶ Kompakte Bauform<br />
▶ Großes Touch-Display für eine<br />
intuitive Bedienung<br />
▶ Werkzeugloser Wechsel der<br />
Etikettenrollen<br />
▶ Robuste Spenderverstellung<br />
▶ Verschiedene Geschwindigkeitsstufen<br />
mit einer maximalen<br />
Etikettiergeschwindigkeit<br />
von bis zu 200 m/min<br />
▶ Etikettensensor mit Auto-<br />
Teach-Funktion<br />
GERNEP präsentiert sich auf der<br />
FACHPACK <strong>2021</strong> erstmals in<br />
neuem Look. Besuchen Sie uns<br />
auf unserem Messestand. Wir<br />
freuen uns auf Sie. <br />
Mehr Informationen<br />
www.gernep.de<br />
Fachpack Halle 1 | Stand 143<br />
HEINRICH KIPP WERK GmbH & Co. KG<br />
Normteile, Bedienelemente und Spannsysteme<br />
Das HEINRICH KIPP WERK ist<br />
Hersteller im Bereich Spanntechnik,<br />
Normelemente und Bedienteile.<br />
Das Unternehmen produziert<br />
am Standort Deutschland<br />
mit einem großen Maschinenpark.<br />
Durch die hohe Fertigungstiefe<br />
können Standard-Elemente,<br />
Baugruppen sowie Sonderlösungen<br />
realisiert werden. Das Produktprogramm<br />
umfasst 55.000<br />
Teile, die durch das Logistikzentrum<br />
schnell verfügbar sind. Produkte<br />
entwickelt KIPP komplett<br />
im Haus und prüft sie in der Qualitätssicherung<br />
mehrfach. Alle<br />
funktionieren zuverlässig, sind<br />
langlebig und nachhaltig lieferbar.<br />
Ergonomie sowie Stabilität<br />
stehen im Zentrum jeder Neuentwicklung.<br />
In den Katalogen<br />
von KIPP finden die Kunden nur<br />
Produkte, von denen das Unternehmen<br />
zu 100 % überzeugt ist.<br />
Dafür steht das inhabergeführte<br />
Traditionsunternehmen. Wir<br />
freuen uns, Sie auf der Messe begrüßen<br />
zu dürfen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.kipp.com<br />
Fachpack Halle 3C | Stand 539<br />
REA Elektronik GmbH<br />
Hochauflösende Tintenstrahldrucker basierend auf HP-Kartuschentechnik<br />
Foto: REA Elektronik<br />
Industrielle Kennzeichnung<br />
Die hochauflösenden REA JET<br />
Tintenstrahldrucker mit HP-<br />
Drucktechnologie nutzen die<br />
millionenfach in Office-Druckern<br />
bewährte Thermal Inkjet-<strong>Technologie</strong>.<br />
Das robuste Edelstahlgehäuse,<br />
die intuitive Bedienung<br />
und das durchdachte Schreibkopfdesign<br />
machen dieses Kennzeichnungssystem<br />
uneingeschränkt<br />
industrietauglich. Besonders<br />
bewährt sich das System<br />
in den Branchen Verpackung,<br />
Pharma, Lebensmittel, Holz und<br />
Papier. Für Beschriftungen in einer<br />
Schreibhöhe von 12,7 mm pro<br />
Kartusche. Für größere Schreibhöhen<br />
sind mehrere Schreibköpfe<br />
kaskadierbar. Mit der integrierten<br />
Ethernet-Schnittstelle<br />
und vollem Unicode-Support<br />
ist das HR-Drucksystem die erste<br />
Wahl für Serialisierungsaufgaben<br />
und Track & Trace-Projekte.<br />
Der Trend in der Druckindustrie<br />
geht zu immer kleineren Losgrößen<br />
und individualisierten<br />
Produkten mit variablen Inhalten.<br />
Der Thermal Ink Jet Drucker REA<br />
JET HR pro ermöglicht eine Individualisierung<br />
in letzter Minute<br />
(Late Stage Customiza tion) und<br />
steigert so die Produktivität und<br />
Effizienz jeder Anlage. Die REA<br />
JET Promotion Software verwaltet<br />
die zu druckenden Inhalte<br />
in einer Datenbank und stellt<br />
sicher, dass jeder Code beziehungsweise<br />
jeder Druckinhalt<br />
ein Unikat ist und nur einmalig<br />
gedruckt wird.<br />
Mehr Informationen<br />
www.rea-jet.com<br />
Fachpack Halle 1 | Stand 228<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 53
MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />
MSK Verpackungs-Systeme GmbH<br />
Ressourcenschonende Verpackungstechnik<br />
Innovative Technik senkt<br />
Energieeinsatz nachhaltig<br />
HSK ermöglicht sowohl mit der<br />
Haubenstretchanlage als auch<br />
mit den Schrumpfverpackungsanlagen<br />
ressourcenschonende<br />
Palettenverpackung. Beim<br />
neuen MSK-Schrumpfrahmen<br />
setzt MSK konsequent innovative<br />
Technik ein, die den Energieeinsatz<br />
nachhaltig senkt.<br />
Mit der Einführung der neuen<br />
MSK-Schrumpfrahmen-Generation<br />
kann das Unternehmen<br />
den Gasverbrauch um zusätzliche<br />
13 % senken. Bereits vor der<br />
Neueinführung lag der Energiebedarf<br />
der MSK-Schrumpfrahmen<br />
ca. 10 % unter dem Durchschnittsniveau.<br />
Mit dem Elektroschrumpfrahmen<br />
MSK Corritech<br />
ist das Einschrumpfen von Paletten<br />
ohne Nutzung fossiler Brennstoffe<br />
möglich und wird in einigen<br />
Fällen durch die EU mit einer<br />
Förderung der Nutzung von Energie<br />
aus erneuerbaren Quellen gefördert.<br />
Der MSK-Schrumpfrahmen<br />
ermöglicht durch den Einsatz<br />
des neu entwickelten MSK<br />
Covershrink zusätzliche Energieeinsparungen<br />
von bis zu 40 %.<br />
Dies in Verbindung mit rezyklathaltigen<br />
oder biologisch abbaubaren<br />
Folien hebt die Schrumpfverpackung<br />
auf ein neues Niveau.<br />
Am Messestand beraten Experten,<br />
welche Verpackungslösung<br />
die beste für das jeweilige Produkt<br />
ist. <br />
Mehr Informationen<br />
www.msk.de<br />
Fachpack Halle 4 | Stand 330<br />
Markem-Imaje GmbH<br />
Hochwertige Produktkennzeichnungs-Gesamtlösungen<br />
Innovation und Qualität<br />
Als renommierter, weltweit<br />
agierender Anbieter von Lösungen<br />
zur Produktkennzeichnung<br />
und -rückverfolgung wartet<br />
Markem-Imaje mit einem umfassenden<br />
Sortiment an zuverlässigen,<br />
innovativen Tintenstrahl-,<br />
Thermotransfer- und Laserdruckern,<br />
Etikettendruck- und<br />
-spendemaschinen sowie RFIDbasierten<br />
Systemen auf. Das Unternehmen<br />
stellt hohe Anforderungen<br />
an seine Produkte und<br />
Dienstleistungen. Hierbei setzt<br />
das Unternehmen auf verbindliche,<br />
transparente Spezifikationen<br />
und handfeste Vorteile wie<br />
etwa minimierte Ausfallzeiten,<br />
weniger Abfälle, geringere Kosten<br />
und verbesserte Umweltverträglichkeit.<br />
Markem-Imaje entwickelt Produkte<br />
und Verfahren, die Kosten<br />
und Abfälle reduzieren sowie<br />
höchstmögliche Umweltverträglichkeit<br />
gewährleisten. Die<br />
Zielsetzungen in den Bereichen<br />
Produktdesign, Preisgestaltung<br />
und Dienstleistungen erlauben<br />
Foto: Markem-Imaje<br />
es dem Kunden, im Laufe der<br />
Zeit seine Gesamtkosten erheblich<br />
zu senken. Bei dem Unternehmen<br />
ist Innovation eine Lebensphilosophie.<br />
Mehr als 300<br />
Ingenieure der F&E-Teams arbeiten<br />
bei Markem-Imaje daran,<br />
schon heute die Anforderungen<br />
an die Kennzeichnungssysteme<br />
von morgen in die Entwicklung<br />
einfließen zu lassen.<br />
Wir freuen uns, Sie auf der<br />
FACHPACK auf unserem Messestand<br />
begrüßen zu dürfen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.markem-imaje.com<br />
Fachpack Halle 1 | Stand 443<br />
Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen<br />
Der Weg in eine nachhaltigere Zukunft<br />
Live und online<br />
Auf der FACHPACK präsentieren<br />
die Experten der Crailsheimer<br />
Gerhard Schubert GmbH ihre<br />
Antworten auf die Entwicklungstrends<br />
rund um nachhaltige Verpackung.<br />
Besucher finden dort<br />
auch zahlreiche Infos zum Maschinenprogramm<br />
lightline und<br />
erleben eine flexible TLM-Verpackungsmaschine<br />
in Aktion. Für<br />
Interessierte, die nicht live dabei<br />
sein können, stellt Schubert online<br />
Informationen zu Verfügung.<br />
Auch die Messe selbst bietet die<br />
Möglichkeit, das Event über<br />
Streams zu verfolgen.<br />
Umweltgerechtes Verpacken<br />
ist ein Thema, das immer mehr<br />
in den Fokus der Verpackungsindustrie<br />
rückt. Dort, wo bei<br />
Verpackungen auf Kunststoff<br />
verzichtet werden kann, wird<br />
das Material inzwischen weitgehend<br />
durch Karton ersetzt.<br />
Schubert punktet mit mehr als<br />
50 Jahren Erfahrung auf dem<br />
Gebiet der nachhaltigen Verpackung.<br />
Auf der Messe zeigt<br />
der Verpackungsmaschinenhersteller<br />
Besuchern, wie mit Unterstützung<br />
durch die Experten<br />
von Schubert-Consulting, die<br />
roboter gestützte TLM-<strong>Technologie</strong><br />
und eine frühzeitige Planung<br />
die Umstellung auf umweltschonende<br />
Verpackungslösungen so<br />
gelingt, dass sich Nachhaltigkeit<br />
und Wirtschaftlichkeit miteinander<br />
vereinbaren lassen.<br />
Auch über die hauseigene<br />
Verpackungsentwicklung informieren<br />
die Experten am Stand.<br />
Denn eine optimierte Verpackung<br />
wirkt sich nachhaltig auf<br />
Für Hersteller von Konsumgütern ist das Maschinenprogramm<br />
lightline eine optimale Möglichkeit,<br />
um sich schnell mit zukunftsfähigen Verpackungsprozessen<br />
am Markt zu positionieren.<br />
Foto: Gerhard Schubert GmbH<br />
die Logistik aus, wenn mehr<br />
Kartons pro Palette transportiert<br />
werden können. Dank des<br />
Baukastensystems von Schubert<br />
lassen sich Verpackungsmaschinen<br />
exakt auf die Kundenwünsche<br />
in puncto Nachhaltigkeit<br />
abstimmen. So erfahren Interessenten,<br />
wie eine Schubert-<br />
Anlage so flexibel konzipiert<br />
werden kann, dass sie sowohl<br />
herkömmliche als auch recycelbare<br />
Kunststoff- und Kartonverpackungen<br />
verarbeitet.<br />
Mehr Informationen<br />
www.schubert.group<br />
Fachpack Halle 1 | Stand 229<br />
54 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>
MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />
Bluhm Systeme GmbH<br />
Die Highlights entdecken für die Kennzeichnung von morgen<br />
Auf der Messe präsentiert der<br />
Kennzeichnungsanbieter Bluhm<br />
Systeme GmbH Highlights für die<br />
Produkt- und Verpackungskennzeichnung<br />
von morgen.<br />
#dreidimensional<br />
Ein Messe-Highlight ist das 3-D-<br />
Etikettierportal Legi Flex 6100:<br />
Dieser Etikettendruckspender ist<br />
in der Lage, die Position einer Kartonage<br />
mittels Kamera zu ermitteln<br />
und seinen Applikator genau<br />
darauf abzustimmen. Wenn sich<br />
Produkte auf einem Förderband<br />
nicht exakt führen beziehungsweise<br />
vereinzeln lassen, sorgt dieses<br />
System trotzdem für eine zuverlässige<br />
Kennzeichnung an zuvor<br />
genau definierter Position.<br />
Somit bietet der Legi Flex 6100<br />
maximale Flexibilität bei der Etikettierung<br />
von Kartonagen.<br />
Linx 10 | Foto: BLUHM<br />
#fuereinsteiger<br />
Tintenstrahldrucker im Format eines<br />
Werkzeugkoffers: Der Linx 10<br />
ist ein mobiler Continuous Inkjetdrucker<br />
für den Einstieg in<br />
die industrielle Kennzeichnung.<br />
Einfach zu bedienen, druckt er<br />
bis zu drei Zeilen in einer Geschwindigkeit<br />
von 2,66 m/s. Der<br />
Ink jetdrucker kann wahlweise<br />
an Produktionsbändern montiert<br />
und mit einem automatischen<br />
Linien-Geschwindigkeitssensor<br />
ausgestattet werden.<br />
Am Messestand veranschaulichen<br />
auch Hologramme die<br />
ausgeklügelte Kennzeichnungstechnik<br />
eindrucksvoll. <br />
Mehr Informationen<br />
www.bluhmsysteme.com<br />
Fachpack Halle 1 | Stand 141<br />
BERICAP Holding GmbH<br />
Nachhaltige Verschlüsse<br />
Als einer der weltweit führenden<br />
Hersteller von Kunststoff- und<br />
Aluminiumverschlüssen präsentiert<br />
BERICAP auf der FACHPACK<br />
Produkte mit umweltfreundlichem<br />
und recycelbarem Design.<br />
Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen<br />
seine Produkte zu einem<br />
leichteren Design mit geringerem<br />
Materialverbrauch weiterentwickelt.<br />
Insbesondere der Fokus<br />
auf den Einsatz von Recyclingmaterialien<br />
(PCR-Harz) trägt<br />
dazu bei, den CO 2<br />
-Fußabdruck<br />
weiter zu reduzieren und geschlossene<br />
Stoffkreisläufe voran-<br />
zutreiben. BERICAPValve ist<br />
zum Beispiel ein Neuzugang<br />
im BERICAP-Portfolio und verfügt<br />
anstelle eines Silikonventils<br />
über ein Ventil aus einem<br />
thermoplastischen Elastomer<br />
(TPE). Das BERICAPValve wurde<br />
von der Jury des renommierten<br />
Packaging Europe Sustainability<br />
Awards zum Gewinner 2020 in<br />
der Kategorie „Recyclingable<br />
Packaging“ gewählt<br />
Mehr Informationen<br />
www.bericap.com<br />
Fachpack Halle 6 | Stand 418<br />
Robatech GmbH<br />
Neue Dimension im Klebstoffauftrag für anspruchsvolle Verpackungen<br />
Schnelle und<br />
hochpräzise Verklebung<br />
Die Robatech GmbH präsentiert<br />
eine neue Dimension im Klebstoffauftrag:<br />
energiesparend, wiederholgenau<br />
und zuverlässig. Mit<br />
dem smarten Schmelzgerät Vision,<br />
dem neuen Heizschlauch<br />
Performa und dem Auftragskopf<br />
SpeedStar Compact lassen<br />
sich anspruchsvolle Verpackungen<br />
schnell und hochpräzise verkleben.<br />
Das neue Klebstoff-Auftragssystem<br />
von Robatech hebt<br />
die Zuverlässigkeit in der Verklebung<br />
von Primär- und Sekundärverpackungen<br />
auf ein neues<br />
Niveau. Alle drei Systemkomponenten<br />
senken den Energieverbrauch<br />
deutlich und erleichtern<br />
Maschinenbauern und Anwendern<br />
mit einzigartigen Features<br />
das Leben.<br />
Schmelzgerät Vision<br />
Das Smart Terminal zeigt aktuelle<br />
Betriebs- und Statusinformationen<br />
über wechselnde LED-Farben<br />
an. Das Betriebspersonal erkennt<br />
auch aus der Distanz, ob<br />
Schmelzgerät Vision Vision Performa SpeedStar Compact SpeedStar Compact<br />
Fotos: Robatech<br />
der Klebeprozess reibungslos<br />
läuft oder zum Beispiel Klebstoff<br />
nachgefüllt werden muss.<br />
Über den FlexPort, einer innovativen<br />
45-Grad-Anschlussfläche,<br />
können Heizschläuche platzsparend<br />
in unterschiedlichen Winkeln<br />
angeschlossen werden. Das<br />
Schmelzgerät kann längs- oder<br />
quer eingebaut werden.<br />
Heizschlauch Performa<br />
Der Heizschlauch wird über die<br />
Steckkupplung PrimeConnect im<br />
Plug-and-Play-Verfahren angeschlossen<br />
– ohne Spezialwerkzeuge<br />
und fehlerfrei. Die vollisolierte<br />
Kupplung eliminiert die<br />
sonst üblichen Kältebrücken.<br />
Auftragskopf<br />
SpeedStar Compact<br />
Der elektrische Spritzkopf trägt<br />
millimeterkleine Heißleimpunkte<br />
und kurze Raupen exakt auf winzige<br />
Laschen und kleine Flächen<br />
auf. Die automatische Hubregelung<br />
sorgt für die gleichbleibende<br />
Präzi sion im Klebstoffauftrag<br />
über die gesamte Lebensdauer<br />
von 500 Millionen Betriebszyklen.<br />
Der sozialen Verantwortung wie<br />
auch der Umwelt gegenüber<br />
wird Robatech gerecht. Wir<br />
freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme<br />
und sind überzeugt, Ihre<br />
Wünsche und Vorstellungen gemeinsam<br />
umzusetzen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.robatech.com<br />
Fachpack Halle 2 | Stand 422<br />
Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 55
MARKT | Unternehmen<br />
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG<br />
90 Jahre ein verlässlicher Partner seiner Kunden<br />
Aus Tradition in Bewegung<br />
Das Jahr <strong>2021</strong> ist für die Antriebsautomatisierer<br />
aus Bruchsal<br />
ein ganz besonderes. Am<br />
13.06.1931 gründete Christian<br />
Pähr die „Süddeutschen Elektromotoren<br />
Werke“ in Bruchsal.<br />
1945, nach dem Krieg übernahm<br />
Ernst Blickle, Christian<br />
Pährs Schwiegersohn, die Geschäftsführung<br />
und legte mit<br />
vielen visionären Entscheidungen<br />
und Entwicklungen schon<br />
damals den Grundstein für die<br />
weltweit erfolgreichen Lösungen<br />
von SEW-EURODRIVE.<br />
Die Welt, in der wir leben, ist<br />
geprägt durch Bewegung, Veränderung<br />
und Erneuerung – Stillstand<br />
gibt es nicht. Das Unternehmen<br />
hat sich dieses dynamische<br />
Grundprinzip zu eigen gemacht<br />
und auf diese Weise die moderne<br />
Antriebstechnik seit 90 Jahren<br />
entscheidend mitgeprägt, ihr ein<br />
Gesicht verliehen und mit innovativen<br />
Produkten die Basis für Entwicklungen<br />
geschaffen, die den<br />
Schritt vom Industriezeitalter in<br />
die Ära der modernen Antriebstechnik<br />
und der smarten Automatisierung<br />
von Maschinen, Anlagen<br />
und ganzen Fabriken erst<br />
möglich gemacht hat.<br />
Am 13. Juni 1931 gründet<br />
der Bankkaufmann Christian<br />
Pähr die Süddeutschen Elektromotoren<br />
Werke, SEW, im nordbadischen<br />
Bruchsal. Verschiedene<br />
Elektro- und Getriebemotoren,<br />
die Elektro-Bandsägen<br />
„ Millicut“, der Hobler<br />
„ Simplitt“, die Elektro-Kreissägen<br />
„Circut“ und die Schleifmotoren<br />
„Poliglitt“ bilden das<br />
Produktionsprogramm des Startups.<br />
Die großen Erfolge seines<br />
Unternehmens erlebt Pähr<br />
nicht mehr. Nur vier Jahre nach<br />
der Gründung verstirbt er im Alter<br />
von 70 Jahren. Fortan leitet<br />
seine Witwe Kunigunde Pähr<br />
das Unternehmen, unterstützt<br />
von der gemeinsamen Tochter<br />
Edeltraut. 1945 übernimmt<br />
Ernst Blickle, Edeltraut hatte<br />
zwischenzeitlich geheiratet,<br />
die Geschäftsführung des Unternehmens<br />
und in den Folgejahren<br />
begann ein unvergleichliches<br />
Wachstum.<br />
Technologische<br />
Entwicklungen<br />
Von der Erfindung des Vorgelegemotors<br />
1928 bis zum Getriebemotor<br />
heutiger Ausprägung war<br />
es nur ein kurzer Weg. Das einmal<br />
erkannte Grundprinzip des<br />
effizienten Getriebemotors wurde<br />
durch SEW- EURODRIVE konsequent<br />
weiterentwickelt. Neue<br />
Herstellungsverfahren führten zu<br />
einer stetigen Leistungsoptimierung<br />
und einem Maximum an<br />
Zuverlässigkeit und Energie-Effizienz,<br />
wie es Kunden heute weltweit<br />
zu schätzen wissen.<br />
Mitte der 1960er-Jahre gelang<br />
es SEW-EURODRIVE als erstem<br />
Unternehmen im Bereich der<br />
Antriebstechnik, ein modulares<br />
Baukastensystem für die Herstellung<br />
von Getriebemotoren<br />
zu entwickeln. Auf der Basis einer<br />
überschaubaren Anzahl von<br />
standardisierten Einzelteilen und<br />
Baugruppen war es von nun an<br />
problemlos möglich, wirtschaftlich<br />
und in konkurrenzlos kurzer<br />
Zeit Antriebslösungen zu<br />
realisieren, die nicht nur durch<br />
ihre Vielseitigkeit, sondern auch<br />
durch ihre gleichbleibend hohe<br />
Qualität überzeugten.<br />
Unternehmerische<br />
Entwicklungen<br />
Gleichzeitig mit der Entwicklung<br />
des Baukastensystems, forcierte<br />
SEW-EURODRIVE den Weg auf<br />
die internationalen Märkte. Aufgrund<br />
der permanent steigenden<br />
Auslandsnachfrage war es<br />
für Ernst Blickle schon Anfang<br />
der 1960er-Jahre eine beschlossene<br />
Sache, dass die innova tiven<br />
Antriebslösungen von SEW-<br />
EURODRIVE auch direkt vor Ort<br />
in den Märkten der Kunden<br />
montiert werden müssten. Den<br />
Anfang machte 1960 die Gründung<br />
des ersten SEW-Tochterunternehmens<br />
im französischen<br />
Hagenau. Ab 1968 ging es dann<br />
Schlag auf Schlag. Heute verfügt<br />
SEW-EURODRIVE über 17 Fertigungs-<br />
und 85 Montagewerke<br />
sowie eigene Vertriebsniederlassungen<br />
und Vertretungen in<br />
52 Ländern.<br />
Foto: SEW-EURODRIVE<br />
Mit dieser konsequent internationalen<br />
Ausrichtung hat das<br />
Unternehmen einen Meilenstein<br />
auf dem Gebiet der modernen<br />
Antriebstechnologie gesetzt<br />
und seinen Kunden auf der<br />
ganzen Welt einen Nutzen verschafft,<br />
der weit über die reine<br />
Produktvielfalt und Produktqualität<br />
hinausgeht. Dies bestätigen<br />
auch die vielen Auszeichnungen,<br />
die das Unternehmen in<br />
den Jahren von unabhängigen<br />
Instituten, Vereinigungen und<br />
Verbänden sammeln konnte.<br />
Anfang der 1990er-Jahre entschied<br />
sich das Unternehmen<br />
unter der Führung von Rainer<br />
und Jürgen Blickle – Ernst Blickle<br />
verstarb 1986 – zur Eigenentwicklung<br />
von Steuer- und Regelungslösungen<br />
und dem Aufbau<br />
einer entsprechenden Elektronikproduktion.<br />
Diese wurde<br />
nach kurzem Bestehen gleich<br />
zur „Fabrik des Jahres“ gekürt.<br />
Auch die Elektronik basiert auf<br />
dem Baukastensystem und bildet<br />
heute eines der wichtigen<br />
Standbeine des Unternehmens.<br />
Mittlerweile ist die damalige<br />
Fabrik zu klein geworden und so<br />
wurde 2019 die neue Elektronikfertigung<br />
in Bruchsal bezogen.<br />
Zukünftige Entwicklungen<br />
Innovationskraft aus dem Hause<br />
SEW-EURODRIVE – darauf können<br />
sich Kunden und Partner<br />
auch in Zukunft verlassen. Zu<br />
sehr ist die Geschichte der technischen<br />
Entwicklungen auf diesem<br />
Sektor mit den Ideen aus Bruchsal<br />
verbunden, als dass man dabei<br />
ohne sie auskommen könnte<br />
und man kann davon ausgehen,<br />
dass sie auch in Zukunft immer<br />
wieder mit bahnbrechenden<br />
Ideen die Antriebstechnik und<br />
Antriebsautomatisierung mitprägen<br />
werden. Mit dem Antriebsund<br />
Automatisierungsbaukasten<br />
MOVI-C ® , mobilen Logistikassistenten,<br />
DriveRadar ® , neuen Motoren<br />
und Getrieben zur Energie-Einsparung,<br />
Industriegetrieben<br />
für die ganz großen Drehmomente,<br />
cloudbasierten Anwendungen<br />
oder dem umfassenden<br />
Dienstleistungsangebot Life<br />
Cycle Services hat das Unternehmen<br />
weitere Grundsteine für die<br />
Zukunft gelegt. Um die Nachfrage<br />
der Märkte schnell, effi zient<br />
und zuverlässig bedienen zu können,<br />
erweitert das Unternehmen<br />
seinen Standort in Graben-<br />
Neudorf nachhaltig. Dort entstehen<br />
zurzeit neue Kapazitäten<br />
für die Herstellung und Montage<br />
von Motoren und Getrieben, ein<br />
neues Kundencenter sowie Schulungs-<br />
und Besprechungsräume.<br />
„Driving the world“ – das ist<br />
und bleibt die Devise von SEW.<br />
Und auch wenn die Welt immer<br />
digitaler und vernetzter<br />
wird, stehen die Menschen hinter<br />
SEW-EURODRIVE immer persönlich<br />
für Kunden und Partner<br />
des Unternehmens zur Verfügung.<br />
Vieles wandelt und verändert<br />
sich, aber eines bleibt: Auf<br />
SEW-EURODRIVE können sich<br />
Kunden in aller Welt verlassen.<br />
Mehr Informationen<br />
www.sew-eurodrive.de<br />
56 | Getränke! 02 | <strong>2021</strong>
BEZUGSQUELLEN-VERZEICHNIS | Produkte, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen<br />
Abwasser- & und Wassertechnik<br />
Institute | Organisationen | Verbände<br />
Institute | Organisationen | Verbände<br />
EnviroChemie GmbH<br />
In den Leppsteinswiesen 9 | D-64380 Rossdorf<br />
Tel.: +49 (0)6154 6998-0 | Fax: +49 (0)6154 6998-11<br />
info@envirochemie.com | www.envirochemie.de<br />
Die deutschen Brauer<br />
Deutscher Brauer-Bund e.V.<br />
Neustädtische Kirchstraße 7a<br />
D-10117 Berlin<br />
www.brauer-bund.de<br />
Wirtschaftsvereinigung<br />
Alkoholfreie Getränke e. V.<br />
Monbijouplatz 11 | 10178 Berlin<br />
www.wafg.de<br />
Etiketten | Etikettieren<br />
Kennzeichnen | Markieren<br />
Alter Hellweg 46<br />
D-44379 Dortmund<br />
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GERNEP GmbH<br />
Benzstraße 6<br />
D-93092 Barbing<br />
Tel.: +49 (0)9401 9213-0<br />
Fax: +49 (0)9401 9213-29<br />
info@gernep.de<br />
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Getränke! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />
Deutsches Verpackungsinstitut e.V. (dvi)<br />
Kunzendorstr. 19<br />
D-14165 Berlin<br />
www.verpackung.org<br />
Messtechnik<br />
Forschungskreis der<br />
Ernährungsindustrie e.V.<br />
Godesberger Allee 142-148<br />
D-53175 Bonn<br />
www.fei-bonn.de<br />
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Verband der deutschen<br />
Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)<br />
Mainzer Str. 253 | 53179 Bonn<br />
Telefon +49 (0) 228-95 46 00<br />
info@fruchtsaft.de<br />
www.fruchtsaft.net<br />
Verband Deutscher Maschinenund<br />
Anlagenbau e.V.<br />
Lyoner Str. 18 | 60528 Frankfurt<br />
Telefon +49 (0) 69 66 03 0<br />
www.vdma.org<br />
Steinfurth Mess-Systeme GmbH<br />
www.steinfurth.de | Telefon +49 (0) 201-85 517-10<br />
Partyfässer<br />
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Qualitätssicherung +<br />
Verpackungsprüfung<br />
Pumpen<br />
Institute | Organisationen | Verbände<br />
Bundesverband der<br />
Deutschen Spirituosen-Industrie<br />
und -Importeure e. V.<br />
Urstadtstraße 2 | 53129 Bonn<br />
www.spirituosen-verband.de<br />
Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.<br />
Kennedyallee 28 | 53175 Bonn<br />
www.vdm-bonn.de<br />
Versuchs- und Lehranstalt<br />
für Brauerei in Berlin e.V.<br />
Seestraße 13 | 13353 Berlin<br />
www.vlb-berlin.org<br />
Pumpen<br />
für die Lebensmittel- & Getränkeindustrie<br />
Elektrische Fasspumpen<br />
Druckluft-Behälterpumpen<br />
Manuelle Handpumpen<br />
Dickstoffdosierpumpen<br />
Druckluftbetriebene Membranpumpen<br />
Horizontale sowie vertikale Exzenterschneckenpumpen<br />
Kreiselpumpen<br />
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Jägerweg 5 | 85521 Ottobrunn<br />
T+49 (0) 89 66 66 33 400 | info@jesspumpen.de<br />
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Telefon +49 (0) 6401 807-0<br />
Fax: +49 (0) 6401 807-259<br />
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