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Getränke! Technologie & Marketing 4/2021

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26. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034<br />

www.getraenke-tm.de<br />

TECHNOLOGIE & MARKETING 4 | <strong>2021</strong><br />

■ BRANCHEN REPORT Smarte Sensoren: Optimiertes Betriebsregime von Wärmetauschern<br />

■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Rohstoffe aus der Natur: Aromen, Vitamine und Mineralien<br />

■ IM FOKUS FACHPACK <strong>2021</strong>: Innovative und nachhaltige Verpackungskonzepte<br />

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PROZESSTECHNIK &KOMPONENTEN<br />

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Die branchenumfassende Medien -<br />

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Pumpen-, Kompressorenindustrie,<br />

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Zukunftstechnologien aus erster Hand<br />

Ausgerichtet an internationalen<br />

Fachmessen für <strong>2021</strong><br />

Russische Sonderausgabe für den<br />

russischen Markt im Oktober<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


EDITORIAL<br />

Gestärkt aus der Krise<br />

BENNO KELLER<br />

Verleger<br />

Verehrte Leserinnen und Leser,<br />

leider ist es noch zu früh, das Ende der Corona-Pandemie auszurufen.<br />

Im Dr. Harnisch Verlag sind wir mit einer geheilten Erkrankung glimpflich<br />

davon gekommen. Dem gegenüber steht ein ganzes Feuerwerk neuer<br />

Verlagsprodukte und eine intensive und kontinuierliche Entwicklung der<br />

Dr. Harnisch DIGITAL Publications.<br />

Oft habe ich in diesen Monaten an den „Innovations-Marathon“ einer<br />

bedeutenden Elektronikfirma anlässlich der Folgen der Finanzkrise 2009<br />

gedacht. Wenn man in Zeiten des gefühlten Stillstands seine Hausaufgaben<br />

macht, kommt man gestärkt aus der Krise. Ich hoffe, dass dies auch<br />

auf Sie zutrifft.<br />

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlags waren längere Zeit im Homeoffice. Alles hat funktioniert,<br />

keine Ausgabe war verspätet. Für mich eine Gelegenheit, mich auch einmal öffentlich bei allen<br />

zu bedanken, die uns durch die Coronazeit gebracht haben.<br />

Ein Tipp zum Schluss: Gehen Sie mal auf die Webseite des Verlags: www.harnisch.com. Dort können<br />

Sie jede aktuelle Ausgabe unserer Fachmagazine sehen, aber auch das Archiv mit den Ausgaben der<br />

letzten Jahre. Die Suchfunktion wurde in einigen Teilen erweitert, so werden Sie noch schneller fündig.<br />

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen<br />

Benno Keller<br />

Verleger


24<br />

36 41<br />

Inhalt 6 ZUM TITEL<br />

6 Digitalisierung:<br />

Messtechnik – Potenziale der Industrie 4.0 nutzen<br />

10 BRANCHEN REPORT<br />

10 Smarte Sensoren:<br />

Optimiertes Betriebsregime von Wärmetauschern<br />

14 Hygienic Design:<br />

Versteckte Kostentreiber in Produktion und Konstruktion<br />

16 Multikanaltransmitter:<br />

Effiziente Überwachung der Reinstwasserqualität<br />

18 Modernisierung bestehender 50.000er-MW-Linie:<br />

Lösung für Palettierbereich inklusive Palettentransport<br />

21 Aseptische Kartonverpackung:<br />

Innovative Verpackungslösung für Pflanzendrinks<br />

24 Leistungsstarkes Filterverfahren:<br />

Trenntechnik spart Brauerei Zeit und Geld<br />

27 ROH- UND INHALTSSTOFFE<br />

27 Wertsteigerung der Lupine: Pflanzliche Proteine in Getränken<br />

30 Rohstoffe aus der Natur: Aromen, Vitamine und Mineralien<br />

34 Werbesprachliche Wortneuschöpfungen: Bärige Ideen<br />

36 Variationen bei Weinen:<br />

Deutsche Weine – Rebsorten, Bouquet und Weinstilistik<br />

39 IM FOKUS<br />

39 INTERVITIS INTERFRUCTA 2022:<br />

Branchentreff und Informationsplattform<br />

40 SPS <strong>2021</strong>: Bringing Automation to Life<br />

41 FACHPACK <strong>2021</strong>: Nachhaltige Verpackungskonzepte<br />

42 Abfüllanlagen: Bewährte <strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />

44 Effiziente Logistik in der Getränkebranche:<br />

Transportsicherung ohne Zeitverlust und Beschädigungen<br />

46 Salztabletten: Neue moderne Salzanlage für Siedesalz<br />

48 MARKT<br />

48 ein.blick: Hilfsbereitschaft und Solidarität: Zeichen der Hoffnung<br />

50 Ressourcen – Nachhaltigkeit – Innovationen:<br />

Trends in der Verpackungsbranche<br />

52 Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />

56 90 Jahre ein verlässlicher Partner seiner Kunden<br />

IMPRESSUM<br />

ISSN 1431-4428<br />

Getränke! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0<br />

Fax: +49 (0) 911 2018 - 100<br />

gtm@harnisch.com<br />

www.getraenke-tm.de<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsführung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Objektleitung<br />

Brigitte Haulena<br />

Redaktion<br />

Dr. Günter Arndt<br />

Roland Hensel<br />

Bert Pflüger<br />

Dr. Burkhard Schäfer<br />

Sabine Straka<br />

Mediaberatung<br />

Thomas Mlynarik | D-A-CH<br />

Britta Steinberg | Digitale Werbung<br />

Carola Weise | Ingredients<br />

Edouard Costemend | Frankreich<br />

Gabriele Fahlbusch | Europa<br />

Bill Kaprelian | Nordamerika<br />

Technische Leitung<br />

Armin König<br />

Erscheinungsweise 5 x jährlich<br />

Bezugspreis<br />

Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben<br />

Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.<br />

Ausland: € 67,- inkl. Porto<br />

Bankverbindung<br />

HypoVereinsbank AG Nürnberg<br />

Swift-Code: HYVEDEMM460<br />

IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18<br />

Druck<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Eltertstraße 27 | D-97828 Marktheidenfeld<br />

Copyright © <strong>2021</strong><br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH |<br />

Nürnberg<br />

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Messtechnik: Potenziale<br />

der Industrie 4.0 nutzen<br />

www.de.endress.com<br />

Foto: Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG<br />

Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt<br />

einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete Beiträ<br />

ge entsprechen dabei nicht unbedingt der Meinung<br />

der Redaktionskonferenz.<br />

4 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


ZUM TITEL | Digitalisierung<br />

NUTZUNG DER PROZESSINSTRUMENTIERUNG<br />

Messtechnik:<br />

Potenziale der Industrie 4.0 nutzen<br />

Vor 10 Jahren wurde von der Forschungsunion der Bundesregierung erstmals auf<br />

der Hannover Messe der Begriff „Industrie 4.0“ an die Öffentlichkeit getragen.<br />

Seitdem sind für die Prozessindustrie zahlreiche Lösungs ansätze entstanden.<br />

Endress+Hauser erschließt dabei mit seinem Industrie 4.0 Programm als technologischer<br />

Wegbereiter zusammen mit seinen Kunden und Partnern das Potenzial im Bereich<br />

der Prozessinstrumentierung. Was ist in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie hier<br />

heute bereits möglich und wo geht die Reise hin?<br />

Von TIM SCHRODT, Branchenmanager Lebensmittel, Endress+Hauser (Deutschland) GmbH+Co. KG<br />

Abb. oben:<br />

Smarte Sensoren sind der<br />

Schlüssel zur Digitalisierung:<br />

Durchflusssensoren<br />

der Proline 300/500-Familie<br />

besitzen einen integrierten<br />

Webserver und WLAN sowie<br />

Selbstdiagnosesysteme.<br />

Foto: Endress+Hauser<br />

E<br />

s war ein mutiger Schritt,<br />

der Prozessinformatik und<br />

der Idee von cyper-physischen<br />

Systemen bereits vorab das<br />

Poten zial einer vierten industriellen<br />

Revolu tion zuzuschreiben.<br />

Betrachten wir die Historie der<br />

drei vorangegangenen „Revolutionen“,<br />

so fällt besonders bei der<br />

Nutzung der Dampfkraft zur Mechanisierung<br />

auf, dass der Wirkungsgrad<br />

der <strong>Technologie</strong> über ihren<br />

Erfolg entscheidet. Die Dampfkraft<br />

benötigte vom Zeitpunkt<br />

ihrer Erfindung (1698, Dampfpumpe,<br />

T. Savery) rund 160 Jahre, um<br />

sich voll in der Industrie durchzusetzen<br />

und ihr Potential zu entfalten.<br />

Schauen wir uns den Stand der<br />

Digitalisierung 10 Jahre nach der<br />

Einführung des Begriffs Industrie 4.0<br />

genauer an.<br />

97 Prozent Daten<br />

aus der Feldebene<br />

werden nicht genutzt<br />

Ein moderner Produktionsbetrieb<br />

verfügt, abhängig von Größe und<br />

Branche, über ca. 50 bis 2.000<br />

Messstellen, um seine Produktionsprozesse<br />

zu messen, zu steuern, zu<br />

automatisieren und diese sicher zu<br />

machen. Die Messgeräte können<br />

heute schon neben den eigentlichen<br />

Messwerten weitere Daten und Informationen<br />

liefern, die aber nach<br />

Feststellung von Endress+Hauser<br />

zu 97 % nicht genutzt werden.<br />

Die Ursachen dafür sind unter anderem<br />

die fehlende Konnektivität,<br />

um die Daten aus den Geräten herauszubekommen<br />

und der hohe<br />

Engineeringaufwand, den es bedarf,<br />

um diese zu interpretieren.<br />

Hier setzt das Industrie 4.0 Programm<br />

von Endress+Hauser an, indem<br />

es aufeinander abgestimmte<br />

intelligente Prozesssensoren, Cloud<br />

Apps, Schnittstellen und Konnektivitäts-Komponenten<br />

kombiniert<br />

und in praxisorientierte Lösungspakete<br />

übersetzt. Besonders relevant<br />

für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

sind beispielsweise die Lösungspakete<br />

für den Anlagenüberblick,<br />

die Anlagenüberwachung und<br />

für das mobile Asset Management.<br />

6 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


ZUM TITEL | Digitalisierung<br />

Smarte Sensoren sind der<br />

Schlüssel zu Industrie 4.0<br />

Das Industrie 4.0 Programm von<br />

Endress+Hauser macht die Daten<br />

der smarten Feldgeräte verfügbar.<br />

Doch was macht ein Feldgerät zu einem<br />

„smarten Sensor 4.0“?<br />

Hier spielen Kommunikationskonzepte<br />

eine wichtige Rolle.<br />

Integrierte Webserver ermöglichen<br />

bereits heute eine direkte Bedienung<br />

und einen Datenaustausch<br />

mit einem Laptop. Der Kommunikationsstandard<br />

OPC UA erlaubt<br />

hersteller übergreifend die Einbindung<br />

von Mess- und Zustandsdaten<br />

in nachgelagerte Geschäftsprozesse.<br />

Auch das Produktportfolio an Geräten<br />

mit Ethernet-basierten Feldbussen<br />

wächst stetig. Mit dem cloudbasierten<br />

Radar-Füllstandsmessgerät<br />

Micropilot FWR30 ist sogar eine<br />

kabel lose Füllstandsmessung für<br />

mobile Behälter möglich.<br />

Sensoren mit geräteinternen<br />

Prüffunktionen<br />

Ein weiteres Kriterium, das einen<br />

Sensor zum smarten Sensor<br />

macht, sind geräteinterne Prüffunktionen.<br />

So bieten Messgeräte mit<br />

Heartbeat Technology Diagnose-,<br />

Verifikations- und Monitoringfunktionen,<br />

die mit datenbasierten Meldungen<br />

und Warnhinweisen Mehrwerte<br />

schaffen und eine vorausschauende<br />

Wartung ermöglichen.<br />

Besonders hilfreich zur Führung stabiler<br />

Prozesse in der Lebensmittelund<br />

Getränkeindustrie sind zusätzliche<br />

Informationen zur Gasblasen-,<br />

Schaum oder Belagsbildung. So sind<br />

beispielsweise die Radar-Füllstandsmessgeräte<br />

Levelflex und Micropilot<br />

in der Lage, Schaumbildung zuverlässig<br />

zu erkennen.<br />

Die Messgeräte nutzten die geräteinternen<br />

Daten auch zur permanenten<br />

Selbstüberwachung. So<br />

ist eine Verifika tion ohne Prozessunterbrechung<br />

möglich. Als dokumentierte<br />

Prüfung kann sie auch<br />

herangezogen werden, um Prozesse<br />

zu triggern, für die zum Beispiel<br />

die exakte Zudosierung von<br />

Rezepturbestandteilen essen ziell<br />

für die Produkt sicherheit ist – die<br />

Produktion läuft hier erst weiter,<br />

wenn das Gerät sich verifiziert hat.<br />

Ein weiteres Beispiel für einen smarten<br />

Sensor ist das selbstkalibrierende<br />

Thermometer iTHERM TrustSens.<br />

Dieses kalibriert sich beim Unterschreiten<br />

einer bestimmten Temperatur<br />

vollautomatisch selbst und<br />

gewährleistet somit die permanente<br />

Sicherheit von kritischen Produktionsprozessen.<br />

Somit stehen<br />

Anlagenbetreibern der Getränkeund<br />

Lebensmittelindus trie zahlreiche<br />

Möglichkeiten offen, smarte<br />

Sensorik über alle Messparameter<br />

in die Produktionsanlagen zu verbauen,<br />

an die Daten der Feldgeräte<br />

zu gelangen und mit verschiedenen<br />

Lösungspaketen direkt von der digitalen<br />

Technik zu profitieren.<br />

Lösungspaket Anlagenüberblick:<br />

alles überblicken,<br />

sicher entscheiden<br />

Bisher waren eine intensive Recherche<br />

und ein hoher manueller Aufwand<br />

erforderlich, um installierte<br />

Messgeräte einer Anlage für<br />

die Lebensmittel- oder Getränkeproduktion<br />

zu erfassen – ein sehr<br />

kostenintensiver und fehleranfälliger<br />

Prozess. Hinzu gesellte sich die<br />

mühselige Pflege der Dokumentation<br />

der installierten Feldgeräte. Die<br />

Kombinationen der einzelnen digitalen<br />

Tools aus dem IIoT-Ökosystem<br />

Netilion von Endress+Hauser ermöglicht<br />

eine effiziente Verwaltung<br />

der installierten Assets.<br />

Weiter auf der nächsten Seite.<br />

Heartbeat<br />

Technology<br />

▶<br />

▶<br />

▶<br />

Verlässlich und sicher durch kontinuierliche<br />

Selbstüberwachung vom<br />

Sensor bis zum Ausgangssignal<br />

Einfach und flexibel durch Bedienung<br />

über Vor-Ort-Anzeige, Webserver/<br />

WLAN oder alle gängigen Asset<br />

Management Systeme (bzw. SPS)<br />

Lückenlos und rückverfolgbar durch<br />

Zertifikat des TÜV bescheinigt gemäß<br />

ISO 9001<br />

Diagnose<br />

Verifikation<br />

Monitoring<br />

Permanente Prozess- und<br />

Geträtediagnose<br />

Dokumentierte Prüfung im<br />

eingebauten Zustand<br />

Information zur<br />

vorausschauenden Wartung<br />

Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />

sichere Prozesse<br />

Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />

reduzierter Prüfaufwand<br />

Hohe Anlagenverfügbarkeit und<br />

Optimierung des Prozess- und<br />

Wartungsstrategie<br />

Durchfluss<br />

▶<br />

▶<br />

Eindeutige und standardisierte<br />

Diagnosemeldungen mit<br />

klaren Handlungsanweisungen<br />

ermöglichen eine wirtschaftliche<br />

und zustandsorientierte<br />

Instandhaltung<br />

Die permanente Selbstdiagnose<br />

des Gerätes ermöglicht einen<br />

sicheren Anlagebtrieb mit<br />

verlängeren Prüfzyklen.<br />

▶<br />

▶<br />

▶<br />

Die Messstelle kann auch im<br />

eingebauten Zustand jederzeit<br />

verifiziert und dokumentiert werden.<br />

Mit einem einfachen, geführten<br />

Prüfablauf ohne Prozessunterbrechung<br />

werden eindeutig dokumentierte<br />

Prüfergebnisse erzielt.<br />

Das automatisch generierte Prüfprotokoll<br />

unterstützt den Nachweis<br />

bei Regularien, Gesetzen und<br />

Normen (z. B. ISO 9001).<br />

▶<br />

▶<br />

Die Bereitstellung von Geräteund<br />

Prozessdaten ermöglicht<br />

eine Trenderkennung zur<br />

vorausschauenden Wartung.<br />

Die Kombination von Geträte- und<br />

Prozessparametern ermöglicht die<br />

Analyse für gezielte<br />

Prozessoptimierungen.<br />

Heartbeat Technology:<br />

Durch permanente Geräte-<br />

Diagnose, Verifikation ohne<br />

Prozessunterbrechung und<br />

Monitoring werden Prozesse<br />

sicherer und effizienter.<br />

Grafik: Endress+Hauser<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 7


ZUM TITEL | Digitalisierung<br />

Die kostenlose Netilion Scanner<br />

App macht die manuelle Erfassung<br />

der installierten Basis kinderleicht.<br />

Die wesent lichen Daten des Feldgeräts<br />

lassen sich über einen QR-Code<br />

oder einen RFID-Chip einscannen.<br />

Zusätzliche Informationen wie die<br />

Lokalisierung der Messstelle können<br />

schnell und mühelos festgelegt werden.<br />

Mithilfe des Edge Device werden<br />

die Messgeräte sogar automatisch<br />

erfasst. Die Plug & Play- Lösung<br />

lässt sich schnell installieren und<br />

stellt eine sichere Datenverbindung<br />

zum Netilion Hub her. Alle Änderungen<br />

an der installierten Basis<br />

werden fortlaufend automatisch<br />

erfasst. Praktische Dashboards in<br />

Netilion Analytics erleichtern die<br />

schnelle Auswertung der installierten<br />

Feldgerätebasis. Das erlaubt<br />

eine nie dagewesene Transparenz.<br />

Entscheidungen können zukünftig<br />

aufgrund valider Daten schneller<br />

und sicherer getroffen werden. Hier<br />

werden auch Informationen über<br />

die Verfügbarkeit der Geräte angezeigt.<br />

Bei einem ausgemusterten<br />

Gerät wird auf Anhieb das geeignete<br />

Nachfolgeprodukt empfohlen. In<br />

Netilion Library steht die Dokumentation<br />

der erfassten Geräte jederzeit<br />

zur Verfügung.<br />

Hier entsteht ein digitaler Zwilling<br />

der Messstelle, der die historischen<br />

Lebenszyklusdaten und<br />

Dokumente wie die Betriebsanleitung<br />

oder den Kalibrierbericht aus<br />

dem Entwicklungs- oder Herstellungsprozess<br />

beinhaltet.<br />

Lösungspaket<br />

Anlagenüberwachung:<br />

schneller reagieren,<br />

zielgerichtet eingreifen<br />

Bei kritischen Ausfällen in der Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie sind<br />

kurze Reaktionszeiten sehr wichtig.<br />

Eine zeitaufwendige Interpretation<br />

von Fehlermeldungen und das nervenaufreibende<br />

Suchen nach der relevanten<br />

Behebungsmaßnahme sind<br />

teuer. Eine automatische Interpretation<br />

der Geräte-Diagnoseinforma tion<br />

vereinfacht den Wartungsein satz<br />

in der Industrie 4.0 dagegen sehr.<br />

Die Gerätewartung wird dank integrierter<br />

Lösungen und klarer Handlungsempfehlungen<br />

hoch effizient.<br />

Die Ermittlung des Gerätestatus<br />

und seine Einstufung nach NE 107<br />

ist dank Heartbeat Technology in<br />

den Feldgeräten präzise. Das Edge<br />

Device leitet den Status und die<br />

Fehler diagnose über eine sichere Datenautobahn<br />

an den Online dienst<br />

Netilion Health weiter. Auf diese<br />

Weise sind alle Informationen zentral<br />

verfügbar. Der Onlinedienst<br />

Netilion Health unterstützt den Anwender<br />

mit über 25.000 Geräte-<br />

Diagnosen. Er zeigt zu den einzelnen<br />

Statusmeldungen den Diagnosecode,<br />

die Ursache und Handlungsempfehlungen<br />

an. Die mühsame<br />

Fehlerinterpre tation gehört der Vergangenheit<br />

an. Jede Fehlermeldung<br />

kann schnell und zielgerichtet bearbeitet<br />

werden. Dank der durchgängigen<br />

Zustandsüberwachung und<br />

der Übersicht nach NE 107 lassen<br />

sich Wartungsmaßnahmen analysieren<br />

und optimieren.<br />

Lösungspaket mobiles<br />

Asset Management: papierlos<br />

warten, mit und ohne Netz<br />

Wer kennt das nicht: Man steht vor<br />

einem Feldgerät mitten in der Anlage<br />

und benötigt die Bedienungsanleitung,<br />

die aber im Büro auf dem<br />

Schreibtisch liegt. Die Zeiten, in denen<br />

ein Dokument gesucht und<br />

manuell abgelegt werden musste,<br />

sind dank Netilion Library nun<br />

vorbei. Wenn zudem Netilion Library<br />

mit dem Tablet PC Field Xpert<br />

SMT7x kombiniert wird, vereinfacht<br />

sich nicht nur die Dokumentation<br />

Erhitzungsanlage als cyber-physisches System<br />

Die Technische Hochschule<br />

Ostwestfalen-Lippe testet<br />

eine Kurzzeiterhitzungsanlage<br />

für Getränke als cyber-physisches<br />

System.<br />

Grafik: Endress+Hauser<br />

8 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


ZUM TITEL | Digitalisierung<br />

Informatisierung von Produktionsanlagen:<br />

zur automatischen<br />

Erfassung der installierten Basis<br />

bietet Endress+Hauser Edge<br />

Devices an. Netilion Services<br />

helfen online bei Verwaltung<br />

und Instandhaltung der Geräte.<br />

Grafik: Endress+Hauser<br />

der Instandhaltung, sondern auch<br />

die Wartungsaktivitäten selbst.<br />

Field Xpert und Netilion Library erzielen<br />

eine papierlose Wartung und<br />

Pflege über den gesamten Lebenszyklus<br />

hinweg. Das Field Xpert-<br />

Industrie-Tablet ist ein regelrechtes<br />

„Schweizer Taschenmesser“ für<br />

Wartung und Instandhaltung. Hiermit<br />

ist die Konfiguration von Geräten<br />

unterschiedlicher Hersteller über<br />

verschiedene Schnittstellen möglich.<br />

Dazu gehören auch die WLANoder<br />

Bluetooth ® -Schnittstellen der<br />

Feldgeräte – und dies selbstverständlich<br />

auch im Ex-Bereich. Durch<br />

die Anbindung des Field Xpert an<br />

den Onlinedienst Netilion Library<br />

wird automatisch ein digitaler Zwilling<br />

angelegt.<br />

Dabei werden die in Netilion erfassten<br />

Feldgeräte mit spezifischen<br />

Dokumenten wie zum Beispiel<br />

Betriebsanleitungen oder technischen<br />

Informationen aus den<br />

Datenbanken der Hersteller verknüpft.<br />

Endress+Hauser stellt dazu<br />

die Datensätze von über 40 Millionen<br />

installierten Feldgeräten zur Verfügung.<br />

Dank der Verlinkung zwischen<br />

Field Xpert und Netilion ist ein<br />

nahtloser Wechsel vom Konfigurationsmenü<br />

zur Gerätedokumentation<br />

oder umgekehrt möglich. Das<br />

Tablet hält die Wartung und Dokumentation<br />

der Feldgeräte über ihren<br />

kompletten Lebenszyklus hinweg im<br />

Blick. Geräteberichte und Bilder vom<br />

Messgerät werden automatisch im<br />

Netilion Library Account abgelegt.<br />

Im Offline-Modus werden Wartungstätigkeiten<br />

auch ohne Internetanbindung<br />

nachverfolgbar aufgezeichnet.<br />

Exkurs: Cyber-physische<br />

Systeme in Forschung<br />

und Praxis<br />

Einen weiteren Beitrag zur Digitalisierung<br />

kann Messtechnik in cyberphysischen<br />

Systemen (CPS) liefern.<br />

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe<br />

arbeitet u. a. mit<br />

Unterstützung von Endress+Hauser<br />

an einem Projekt, welches eine<br />

Kurzzeiterhitzungsanlage (KZE) für<br />

Getränke als CPS betreibt. In der<br />

heutigen Praxis wird der Erhitzungsprozess<br />

mit einem stark idealisierten<br />

Steuerungsmodell und hohen Sicherheitszuschlägen<br />

gefahren, was<br />

zulasten von Ressourcen (Zeit, Energie)<br />

und Produktqualität geschieht.<br />

Als Lösungsansatz für eine optimierte<br />

KZE-Steuerung wird während<br />

der Produktion das Produkt<br />

mittels Online-Analysemesstechnik<br />

vor und nach der Erhitzung charakterisiert<br />

und die Heißhaltetemperatur<br />

und -zeit mittels cloudbasierter<br />

Datenbank auf den potenziellen<br />

Schadmikroorganismus individuell<br />

an das Produkt angepasst. So ist sichergestellt,<br />

dass das Produkt die<br />

maximale mikrobiologische Sicherheit<br />

bei minimaler thermischer Belastung<br />

erhält. Endress+Hauser unterstützt<br />

dieses vom Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung<br />

geförderte Projekt.<br />

In der Praxis findet man zum Beispiel<br />

in einer süddeutschen Molkerei<br />

solch ein CPS in der Überwachung<br />

der Brauchwassereinleitung<br />

in den benachbarten Fluss. Dabei<br />

werden die Menge und Temperatur<br />

des einzuleitenden Wassers erfasst<br />

und mit Informationen aus dem Internet<br />

zu Pegelstand und Abfluss<br />

dokumentiert. Das System versendet<br />

automatisch die Berichte an das<br />

zuständige Wasserwirtschaftsamt.<br />

Datensicherheit wird<br />

groß geschrieben<br />

Das Thema Sicherheit spielt eine<br />

zentrale Rolle, die über Erfolg und<br />

Misserfolg der Digitalisierung in<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

entscheidet. Aus diesem<br />

Grund hat Endress+Hauser das IIoT-<br />

Ecosystem Netilion nach den höchstmöglichen<br />

industriellen Sicherheitsanforderungen<br />

für Cloud-<br />

Computing zer tifizieren lassen.<br />

Auch die eingesetzte Bluetooth ® -<br />

Kommunikation zwischen Feld- und<br />

Mobilgerät weist eine deutlich höhere<br />

Sicherheitsstufe als Wireless-<br />

HART oder ein WiFi-Router mit<br />

WPA2 auf, wie das Fraunhofer Institut<br />

für angewandte und Integrierte<br />

Sicherheit (AISEC) bestätigt.<br />

Zusammenfassung<br />

Für die erfolgreiche Realisierung<br />

von Industrie 4.0 in der Prozessautomatisierung<br />

sind smarte Sensoren<br />

unabdingbar. Zieht man den<br />

Vergleich zur eingangs erwähnten<br />

Dampfkraft, so haben zahlreiche<br />

Inno vationen bei Hard- und<br />

Software den „Wirkungsgrad“ von<br />

Feldgeräten im Bereich der Informatisierung<br />

bereits schon wesentlich<br />

steigen können. Jedoch lässt sich<br />

feststellen, dass die Industrie 4.0<br />

in der Lebensmittel- und Getränkebranche<br />

noch lange nicht flächendeckend<br />

umgesetzt ist. Es liegen<br />

jedoch viele interessante Lösungsansätze<br />

vor, Pilotprojekte werden<br />

erfolgreich umgesetzt und einzelne<br />

Anlagen sind bereits in der Industrie<br />

4.0 angekommen.<br />

Das Projekt Industrie 4.0 wird in<br />

der Lebensmittel- und Getränkebranche<br />

mosaikartig zusammenwachsen.<br />

Viele Einzelelemente sind<br />

nicht neu und bereits schon vorhanden,<br />

es bedarf jedoch weiterhin vieler<br />

klugen Köpfe und Innovationstreiber,<br />

die das Potenzial zu Reife<br />

bringen. Daher sind große Anstrengungen<br />

zur Aus- und Weiterbildung<br />

und ein Ausbau des Kenntnisstandes<br />

über Anforderungen und Nutzen<br />

von digitaler Kommunikation in<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

genauso wichtig wie technische<br />

Innova tionen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.de.endress.com<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 9


BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />

TEMPERATURSENSOREN, DIFFERENZDRUCK- UND DURCHFLUSSMESSUNG<br />

Optimiertes Betriebsregime<br />

von Wärmetauschern<br />

Wie kann die Energienutzung in Wärmetauschern durch den Einsatz von smarten<br />

Sensoren verbessert und dabei auch noch schädlicher Temperatureinfluss auf die<br />

Produkt qualität verringert werden? Eine Antwort sind schnelle Temperatursensoren,<br />

eine temperaturunempfindliche Differenzdruckmessung sowie eine genaue Durchflussmessung<br />

als Basis. Nachfolgend wird aufgezeigt, wie diese Messgrössen für die nächsten<br />

Schritte zu einer optimalen Energienutzung in Pasteuren, Kurzzeiterhitzungen und<br />

UHT-Anlagen eingesetzt werden können.<br />

10 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

W<br />

ärmetauscher sind ein<br />

zentraler Bestandteil der<br />

Prozesse zur Lebensmittel-<br />

und Getränkeherstellung. Die<br />

meiste Aufmerksamkeit bekommen<br />

Wärmetauscher, die erhitzen, um<br />

definierte Prozessbedingungen herzustellen,<br />

Produkte zu pasteurisieren<br />

oder sogar zu sterilisieren, weil<br />

dabei große Mengen Energie aufgewandt<br />

werden. Diese Energie vollständig<br />

in das Produkt zu übertragen,<br />

ist das erklärte Ziel aller Anlagenbauer<br />

und -betreiber. Mit einer<br />

Isolierung der Anlagen wird zumeist<br />

den Strahlungsverlusten entgegengewirkt.<br />

Darüber hinaus kann aber<br />

auch die Automatisierung wesentlich<br />

zu diesem Ziel beitragen.<br />

Temperaturführung<br />

Messen bedeutet wissen. In diesem<br />

Fall, was in einer geschlossen<br />

Anlage passiert. Dieses Bild haben<br />

die meisten Anwender vor Augen.<br />

Aber auch Sensoren unterliegen bestimmten<br />

„Zwängen“. Ihr Verhalten<br />

muss berücksichtigt und richtig<br />

interpretiert werden, wenn ein<br />

Prozess optimiert werden soll. Für<br />

Temperatursensoren in Wärmetauschern<br />

ist dieses Verhalten hauptsächlich<br />

die T90-Zeit: die Zeit, die<br />

ein Sensor benötigt, um eine Temperaturänderung<br />

im Prozess wahrzunehmen.<br />

Sie gibt an, wann der<br />

Sensor 90% der tatsächlich im Prozess<br />

herrschenden Temperatur erkannt<br />

hat. Dazu kommt noch die<br />

Optimiertes Reinigungsregime mit Hilfe von Sensordaten.<br />

Foto: Baumer<br />

Zeit, die benötigt wird, um das<br />

Pt100-Roh signal des Messfühlers<br />

in einen analogen oder digitalen<br />

Messwert zu transferieren und auszugeben.<br />

Damit verursacht der Sensor<br />

eine Verzögerung in der Kette<br />

Sensor-Steuerung-Aktor. Der Aktor<br />

ist in diesem Fall das Ventil, das<br />

die Wärmezufuhr zum Wärmetauscher<br />

regelt. Auch die Reaktionszeit<br />

dieses Ventils hat einen entsprechenden<br />

Einfluss auf die Performance<br />

des Wärmetauschers.<br />

Jede Verbesserung in dieser Kette<br />

wirkt sich direkt auf das Ergebnis<br />

aus. Je schneller der Temperatur-


BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />

Grafik 1<br />

Zusammenhang der Reaktionszeiten von Temperaturmessung<br />

und Heizventil auf die Produkttemperatur.<br />

Grafik: Baumer<br />

sensor ist, desto früher kann die<br />

Steuerung das Ventil ansteuern.<br />

Wird ein Temperatursensor wie der<br />

Baumer PT20H direkt in das System<br />

eingebaut, beschleunigt sich<br />

die Ansprechzeit. Die reduzierte<br />

Spitze bringt so wenig Material als<br />

möglich zwischen das Platinelement<br />

und den Prozess. Der Sensor<br />

kann die real anliegende Temperatur<br />

mit einer Verzögerung von<br />

nur 1,1 Sekunden Reaktionszeit (für<br />

Messen, Wandeln und Signalübertragung)<br />

an die Steuerung ausgeben.<br />

Das Verhalten gilt sowohl für<br />

die großen Sprünge, als auch für<br />

die variierende Temperatur in einem<br />

hier beschriebenen Regelkreis,<br />

selbst wenn die Wirkung durch die<br />

kleineren Veränderungen etwas geringer<br />

ist.<br />

Da zur sicheren mikrobiellen Behandlung<br />

die Produkttemperatur<br />

immer oberhalb der gewünschten<br />

Mindesttemperatur gehalten werden<br />

muss, liegt der Regelbereich<br />

immer über dieser Temperatur (in<br />

Grafik 1: 72 °C). Je langsamer die<br />

Regelung ist, desto höher wird die<br />

Regelkurve nach oben ausschlagen.<br />

Dies verursacht einen höheren<br />

Energieverbrauch und das Produkt<br />

wird deshalb unnötigem thermischen<br />

Stress aussetzt. Diese eingeplante<br />

Sicherheitsmarge kann verringert<br />

werden, da schnelle Sensoren<br />

wie der PT20H eine fokussierte<br />

Regelung ermög lichen.<br />

In Grafik 2 wird beispielhaft ersichtlich,<br />

wie sich die geringere<br />

Höhe der Amplitude auf eine höhere<br />

Frequenz auswirkt und die Höhe des<br />

abgedeckten Regelkreises verringert.<br />

Das Volumen der abgeschnittenen<br />

Spitzen steht dabei für die<br />

eingesparte Energie und die flachere<br />

Höhe der Kurve für den geringeren<br />

Einfluss auf die Produktqualität.<br />

Reinigungsregime<br />

Damit ein Wärmetauscher optimal<br />

die Wärme übergeben kann,<br />

muss die Oberfläche so groß und<br />

die trennende Schicht zwischen<br />

Heizmedium und Produkt so gering<br />

wie möglich sein. In der Herstellung<br />

flüssiger Lebensmittel wird<br />

Frisch, prickelnd,<br />

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BRANCHEN REPORT | Smarte Sensoren<br />

Grafik 2<br />

Die schnellere Temperaturmessung komprimiert und<br />

beschleunigt den Regelkreis.<br />

Grafik: Baumer<br />

12 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

daher weitläufig der Plattenwärmetauscher<br />

verwendet, der beide Eigenschaften<br />

mitbringt. Der Plattenwärmetauscher<br />

kann seine Vorteile<br />

der größeren Oberfläche nur ausspielen,<br />

wenn diese frei ist.<br />

Die meisten Lebensmittel bringen<br />

Nährstoffe mit, die sich insbesondere<br />

unter Wärmeeinfluss gerne<br />

ablagern, wie Zucker, Fett und Proteine.<br />

Ein sanftes Erwärmen im Gegenstrom<br />

verringert dieses Phänomen,<br />

kann es aber nicht verhindern.<br />

Der sich bildende Belag behindert<br />

nicht nur die Wärmeübertragung,<br />

Exakte Durchflussmessung zur Sicherstellung der<br />

Heisshaltezeit. Fotos: Baumer<br />

Hochgenaue Druckmessung zur Bestimmung des<br />

Reinigungszeitpunktes mit dem Drucksensor PBMH.<br />

Schnelle Temperaturerfassung mit dem reaktionsschnellen<br />

und genauen Temperatursensor PT20H.<br />

er verändert auch die Regelparameter.<br />

Um die gleiche Wärmemenge in<br />

das Produkt zu transferieren, muss<br />

entweder der Durchfluss verringert<br />

oder die Wärmezufuhr erhöht werden.<br />

Eine Verringerung des Durchflusses<br />

ist jedoch der Anlagenleistung<br />

abträglich, während eine Erhöhung<br />

der Wärmezufuhr den Effekt<br />

zusätzlich beschleunigt. Es kommt<br />

also der Punkt, an dem es unerlässlich<br />

ist, die Anlage zu reinigen.<br />

Um den optimalen Punkt dafür<br />

festzulegen, kann man dies zeitlich<br />

steuern und alle vier Stunden reinigen.<br />

Allerdings kann mit den Messwerten<br />

aus der Anlage nicht nur der<br />

Betrieb kontrolliert, sondern auch<br />

der jeweilige Zustand bewertet werden.<br />

Hochgenaue Drucksensoren,<br />

die die Druckdifferenz zwischen<br />

Ein- und Auslauf messen, geben ein<br />

sehr gutes Bild darüber, was in dem<br />

Wärmetauscher passiert. Der Drucksensor<br />

PBMH von Baumer hat dafür<br />

nicht nur eine hohe Genauigkeit<br />

von 0,1 % und eine hohe Langzeitstabilität,<br />

sondern ist auch temperaturkompensiert.<br />

Hohe Prozess temperaturen haben<br />

dadurch keinen Einfluss auf die<br />

Genauigkeit, ebenso wie auf eventuell<br />

kältere Reinigungstemperaturen.<br />

Wenn ermittelt wird, wie der<br />

Produktdurchfluss und die Produkttemperatur<br />

mit der eingebrachten<br />

Wärmemenge korrespondieren,<br />

kann ebenfalls auf den Verlegungsgrad<br />

geschlossen werden. Der Produktdurchfluss<br />

wird, zur Sicherstellung<br />

der Heißhaltezeit, mit magnetisch<br />

Induktiven Durchflusssensoren<br />

wie dem Baumer CombiFlow PF75H<br />

meistens sowieso gemessen. Die<br />

Temperaturen des Produktes und<br />

des Heizmediums werden zur Regelung<br />

mit schnellen Temperatursensoren<br />

wie dem PT20H erfasst. Wird<br />

jetzt noch die zugeführte Energiemenge<br />

gemessen, kann aus den<br />

Werten darauf geschlossen werden,<br />

wie sehr die Oberfläche schon<br />

verlegt ist. Dazu bieten sich insbesondere<br />

bei heisswasserbetriebenen<br />

Systemen kalorimetrische Sensoren<br />

wie der FlexFlow PF20 an. Günstig,<br />

kompakt und einfach zu integrieren,<br />

benötigt es nur noch ein Temperatursignal<br />

aus dem Heizmedienauslauf.<br />

Wird im Einlauf mit dem<br />

PT20H gemessen, kann der PF20 in<br />

den Auslauf integriert werden und<br />

neben dem Durchfluss- auch ein<br />

Tempertatursignal abgeben.<br />

In Zukunft wird die Verknüpfung<br />

einzelner Messwerte zu relevanten<br />

Anlageninformationen im Rahmen<br />

von Industrie-4.0-Aktivitäten vermehrt<br />

eingesetzt werden. Die Bildung<br />

lokaler MTP-Netzwerke wird<br />

die Regelung noch schneller und<br />

näher an der Realität ermöglichen.<br />

Zusammenfassung<br />

Die Optimierung des Energieeinsatzes<br />

und der Verfügbarkeit von Wärmetauscher-Anlagen<br />

verläuft entlang<br />

der Entwicklung der zur Verfügung<br />

stehenden Sensoren und<br />

Aktoren. Je schneller diese werden,<br />

desto direkter wird die Regelung und<br />

umso weniger müssen Sicherheitsmargen<br />

in den Regelkreisen berücksichtigt<br />

werden. Smarte Nutzung zur<br />

Verfügung stehender Daten, ergänzt<br />

um wenige zusätzliche und deren<br />

gemeinsame Auswertung, werden<br />

nicht nur den eigentlichen Betrieb<br />

der Anlagen, sondern auch die Reinigungszeiten<br />

optimieren helfen. <br />

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BRANCHEN REPORT | Hygienic Design<br />

HYGIENEANFORDERUNGEN IN DER GETRÄNKEINDUSTRIE<br />

Versteckte Kostentreiber<br />

in Produktion und Konstruktion<br />

Nicht erst seit Corona sind Kontaktinfektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen ein<br />

Problem. Schon seit jeher werden in der Getränkeindustrie besonders hohe Hygieneanforderungen<br />

an die Arbeitsumgebungen gestellt. Unter dem Titel „Hygienic Design“<br />

hat die Europäische Union eine Reihe von Normen und Gesetzen erlassen, um Infek-<br />

tionen und mikrobielle Verunreinigungen des Endprodukts zu vermeiden.<br />

14 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

Die Konstruktion und Fertigung<br />

von Bedien- und<br />

Maschinenelementen unter<br />

Hygienic-Design-Bedingungen ist anspruchsvoll.<br />

Hier spielen die Auswahl<br />

der geeigneten Werkstoffe so wie<br />

die Konstruktion der Betriebsmittel<br />

eine entscheidende Rolle. Diese müssen<br />

leicht zu reinigen sein und antibakterielle<br />

Eigenschaften besitzen.<br />

Nicht selten lauern dabei Kostenfallen.<br />

Da nicht jedes Unternehmen<br />

über das notwendige Know-how<br />

und die Kapazitäten verfügt, kann<br />

es unter Umständen sinnvoll sein,<br />

auf Normelemente zurückzugreifen.<br />

Für besonders hygiene kritische Bereiche<br />

in der Getränke produktion liefert<br />

die Otto Ganter GmbH verschiedene<br />

Normteile wie Griffe, Bolzen, Kurbeln<br />

oder Spanner sowie Maschinenelemente,<br />

die alle Anforderungen<br />

an das Hygienic Design erfüllen. Bei<br />

der Entwicklung und Instandhaltung<br />

einer hygienisch einwandfreien Produktionsumgebung<br />

gibt es verschiedene<br />

Aspekte zu beachten.<br />

mieden und hygiene gerechtes Dichtmaterial<br />

verwendet werden. Außerdem<br />

gilt es, die konstruktive Distanz<br />

zum hergestellten Produkt sowie die<br />

definierte Rauheit der Oberfläche zu<br />

beachten, die unter 0,8 Mikrometer<br />

liegen sollte. Um die Anforderungen<br />

zu erfüllen, sollte als Standardwerkstoff<br />

für alle Bedienelemente gebürsteter,<br />

rostfreier Edelstahl verwendet<br />

werden. Dieser besitzt eine hygienisch<br />

aktive Oberfläche und kann für<br />

stufenlos montierbare Baugruppen<br />

hochpräzise verarbeitet werden. Er<br />

lässt sich in jeder gewünschten Rauheit<br />

herstellen und ist widerstandsfähig<br />

gegen jede Art von Reinigungsmittel.<br />

Damit wird der Bildung resistenter<br />

Bakterienstämme vorgebeugt.<br />

Herausforderungen<br />

in der Konstruktion<br />

Um den HD-Vorgaben zu entsprechen,<br />

können sich selbst einfache<br />

Elemente, wie Klappen oder Türen,<br />

in der Konstruktion sehr aufwendig<br />

gestalten. Scharniere, Verschlüsse<br />

und Bedienelemente machen eine<br />

ursprünglich glatte und leicht zu<br />

Foto: Otto Ganter GmbH<br />

Anforderungen an<br />

die Bedienelemente<br />

Bedienelemente – wie zum Beispiel<br />

Griffe, Hebel, Drehknöpfe oder Verstell<br />

kurbeln – wer den häufig von verschiedenen<br />

Personen berührt und<br />

bilden deshalb einen besonders kritischen<br />

Bereich für Verunreinigungen<br />

und Bakterien. Je komplexer ein<br />

Bedienelement gebaut ist, desto anspruchsvoller<br />

sind die hygienischen<br />

Anforderungen. Um die spezifischen<br />

Kriterien des Hygienic Design (HD) zu<br />

erfüllen, gelten für Bedienelemente<br />

daher besondere Bedingungen. So<br />

müssen beispielsweise Werkstoffe<br />

verwendet werden, die sich leicht reinigen<br />

lassen oder sogar hygienisch<br />

aktive Eigen schaften aufweisen.<br />

In Dichtungen sollen Toträume verreinigende<br />

Oberfläche immer zerklüfteter.<br />

Während einzelne Bauelemente<br />

noch die Anforderungen<br />

des Hygienic Design erfüllen, genügen<br />

sie im zusammengebauten Zustand<br />

jedoch nicht mehr den geforderten<br />

Kriterien. Wenn tatsächlich<br />

erst jedes kleine Teil entwickelt und<br />

konstruiert werden muss, können<br />

sich die hierfür benötigte Arbeitszeit<br />

und Fachkompetenz zu einem<br />

echten Kostentreiber entwickeln.<br />

Gerade kleinteilige Bedienelemente,<br />

wie Drehgriffe, Schlösser oder<br />

Scharniere, erfordern einen erheblichen<br />

Produktionsaufwand. Je kleiner<br />

ein Bauteil ist, desto schwieriger<br />

kann seine Herstellung sein.<br />

Für die Produktion von Bauteilen<br />

im Hygienic Design können in hygienisch<br />

kritischen Bereichen wie der<br />

Getränke industrie alternativ auch<br />

bestimmte Kunststoffarten mit FDAund<br />

EU-Zertifizierung verwendet<br />

werden. Bei der Herstellung komplexer<br />

Komponenten kann die Verarbeitung<br />

dieser weichen und gut bearbeitbaren<br />

Werkstoffe jedoch zu einer<br />

großen Herausforderung werden.


BRANCHEN REPORT | Hygienic Design<br />

HD-Zertifizierung<br />

Hygienic Design muss zertifiziert<br />

sein. Hierfür gibt es unabhängige<br />

HD-Zertifikate, wie beispielsweise<br />

EHEDG („European Hygienic<br />

Engineering & Design Group“),<br />

DGUV oder 3A für den US-amerikanischen<br />

Markt. Für diese Zertifikate<br />

ist ein Gutachten von einer<br />

akkreditierten Stelle erforderlich.<br />

Wird eine Produktionsumgebung<br />

unter HD-Bedingungen erweitert,<br />

muss ein bereits EHEDGzertifiziertes<br />

Produkt nach einer<br />

konstruk tiven Änderung erneut<br />

geprüft werden. Deshalb sollten<br />

möglichst baugleiche Bedienelemente<br />

verwendet werden. Werden<br />

verschlissene Bedienelemente<br />

durch gleiche Bauteile ersetzt,<br />

ist eine erneute Zertifizierung<br />

nicht mehr notwendig.<br />

Konstruktionslösungen<br />

Für eine kostengünstige und<br />

wirtschaftliche Konstruktion unter<br />

HD-Bedingungen stellt sich<br />

zunächst die Frage, ob das benötigte<br />

Bauteil tatsächlich selbst<br />

produziert werden muss oder<br />

ob es von einer fremden Firma<br />

hergestellt werden kann. Je<br />

mehr Norm- oder Serienteile<br />

von Fremdherstellern verwendet<br />

werden, desto geringer ist<br />

der eigene Konstruktionsaufwand.<br />

Allerdings müssen auch<br />

die verwendeten Fremdprodukte<br />

EHEDG- bzw. 3A-zertifiziert sein.<br />

In diesem Fall können die Zertifikate<br />

meist im Onlinekatalog des<br />

jeweiligen Herstellers runtergeladen<br />

werden. Außerdem können<br />

möglichst viele Bauteile standardisiert<br />

werden, was den gesamten<br />

Konstruk tionsprozess vereinfacht.<br />

Zukaufteile können leichter<br />

eingebaut und Normzahlen<br />

besser eingehalten werden.<br />

Werden HD-Normteile verwendet,<br />

entfällt durch die bereits<br />

vorhandene Zertifizierung<br />

zudem ein wesentlicher Teil des<br />

Prüfaufwandes am Endprodukt.<br />

Auch der benötigte Zeitaufwand<br />

für die Konstruktion reduziert<br />

sich erheblich: CAD-Dateien der<br />

Normteile können im Internet<br />

kostenlos heruntergeladen werden.<br />

Griffe, Knöpfe oder Hebel<br />

müssen somit nicht mehr selbst<br />

konstruiert werden, sondern<br />

können einfach in die Konstruktionsdaten<br />

eingefügt werden.<br />

Damit sind auch Irrtümer und<br />

Fehlmessungen ausgeschlossen.<br />

Zwar können Normteile die Kreativität<br />

bei der Konstruktion erheblich<br />

einschränken. Gleichzeitig<br />

eröffnet gerade diese Einschränkung<br />

gewisse Vorteile,<br />

denn Normteile erfordern eine<br />

Anpassung der Konstruktion an<br />

ihre Einbaubedingungen. So benötigen<br />

Griffe für einen sicheren<br />

Halt eine bestimmte Mindestdicke<br />

des verwendeten Bleches.<br />

Werden diese Bedingungen berücksichtigt,<br />

ist der Einbau weiterer<br />

Normteile umso einfacher.<br />

Vor allem bei der Serienproduktion<br />

spielen Normteile ihre Vorteile<br />

aus: Werden hohe Stückzahlen<br />

zugekauft, lassen sich<br />

durch die erzielten Preisvorteile<br />

die Kosten für das Endprodukt<br />

deutlich reduzieren. Viele<br />

Hersteller bieten umfangreiche<br />

Beratungen an. Auch Anpassungen<br />

und Individualisierungen<br />

der Normteile sind möglich.<br />

Die EHEDG bietet auch eine Direktberatung<br />

an. Die „EHEDG<br />

Guidelines – Hygienic Design<br />

Grundsätze“ können als PDF<br />

herunter geladen werden.<br />

Fazit: Mit dem Einsatz von HD-<br />

Normteilen können die Kosten<br />

für Konstruktion und Produktion<br />

sowie Einbau- und Folgekosten<br />

deutlich reduziert werden.<br />

Für viele wichtige und hygienisch<br />

kritische Punkte in der<br />

Getränke industrie können geprüfte<br />

und rechtssichere Normteile<br />

eingesetzt werden. Dadurch<br />

kann der Aufwand für die Konstruktion<br />

wesentlich reduziert<br />

werden – bei gleichzeitig höherer<br />

Profitabilität und Produktivität.<br />

Normteile müssen nicht erst<br />

im Unternehmen selbst hergestellt<br />

werden, sondern können<br />

sofort eingebaut werden. Erfahrene<br />

Hersteller, wie die Otto<br />

Ganter GmbH, kennen den Bedarf<br />

an Normteilen auch in sensiblen<br />

Bereichen und liefern gefertigte<br />

Teile, die sämtliche Hygieneanforderungen<br />

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· Für jeden Brauprozess die richtige Zentrifuge


BRANCHEN REPORT | Produktionswasser<br />

MULITKANALTRANSMITTER<br />

Effiziente Überwachung<br />

der Reinstwasserqualität<br />

Sauberes Wasser ist für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie essenziell. Die<br />

Reaktionszeiten bei manuellen Kontrollen sind jedoch lang. Eine automatische Überwachung<br />

und Auswertung der Sensordaten stellt eine optimale Qualität sicher und<br />

spart Kosten und Zeit.<br />

schlossenen Sensoren und überträgt<br />

sie an das Leitsystem oder wertet sie<br />

nach individuell definierten Vorgaben<br />

aus. Dabei übernehmen integrierte<br />

mathematische Funktionen den Vergleich<br />

der ausgewählten Messwerte.<br />

Die Installation wird einfacher<br />

Gereinigtes Wasser wird abhängig<br />

von Rohwasserqualität und Reinwasseranforderungen<br />

unter anderem<br />

durch Nanofiltration oder Umkehrosmose<br />

gewonnen. Exakte Qualitätsvorgaben<br />

stellen dabei sicher, dass<br />

Geschmack und Aussehen der Le-<br />

Der multiCELL-Transmitter, eingesetzt in der Champagner-Produktion.<br />

Fotos: Bürkert Fluid Control Systems<br />

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie<br />

ist sauberes Wasser für<br />

die Produktion unabdingbar und<br />

wird sowohl als Rohstoff für Produkte<br />

als auch für die Reinigung der<br />

Anlagen verwendet. Sauberes Trinkwasser<br />

in Lebensmittelqualität benötigt<br />

jedoch immer eine Vorbehandlung<br />

und ist ein nicht zu unterschätzender<br />

Kostenfaktor. Für eine sichere<br />

Produktion bei hoher Qualität ist die<br />

ständige Überwachung und Dokumentation<br />

der Wassereigenschaften<br />

und Volumenströme wichtig. Manuelle<br />

Kontrollen können fehlerbehaftet<br />

sein, kosten Zeit und Geld und müssen<br />

für die Automa tisierungstechnik<br />

erst erfasst werden. Ein kompakter,<br />

für viele unterschiedliche Sensoren<br />

geeigneter Multikanaltransmitter<br />

schafft neue Möglichkeiten und<br />

erleichtert die Wasserüberwachung.<br />

Prozesswasser wird kontinuierlich<br />

aufbereitet, in Speichertanks gelagert<br />

und von dort meist über Ringleitungen<br />

an die jeweiligen Entnahmestellen<br />

geleitet. So können problemlos<br />

auch mehrere Produktionskreisläufe<br />

von einer Wasseraufbereitung mit<br />

gereinigtem Wasser versorgt werden.<br />

Um die Wasserqualität dabei<br />

zu dokumentieren, kommen teilweise<br />

noch manuelle Qualitätskontrollverfahren<br />

zum Einsatz. Sensoren mit<br />

Display werden dabei an verschiedenen<br />

Stationen der Wasseraufbereitung<br />

und der Produktion abgelesen,<br />

die Werte dann manuell ins Leitsystem<br />

eingegeben oder nur schriftlich<br />

doku mentiert. Die Reak tionszeit<br />

bei Abweichungen ist relativ lang.<br />

Bürkert bietet mit dem kompakten<br />

multiCELL-Multikanaltransmitter<br />

Typ 8619 eine Alterna tive für die kontinuierliche<br />

Sensorauswertung. Das<br />

Gerät erfasst die Signale aller angebensmittel<br />

stets gleich bleiben. In der<br />

Produktion gilt es daher, unterschiedliche<br />

Wasserparameter schnell zu bestimmen,<br />

denn jede Abweichung<br />

kann zu Produktionsstillständen führen.<br />

Im schlimmsten Fall müssen<br />

ganze Produktionschargen verworfen<br />

werden, da das Wasser die Aromaentfaltung<br />

und das Erscheinungsbild<br />

beeinträchtigen kann. Hinzu kommen<br />

ungeplante Reinigungs- sowie<br />

Eine typische Reinwasserringleitung, die sich mit dem<br />

multiCELL-Transmitter einfach überwachen lässt.<br />

16 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


BRANCHEN REPORT | Produktionswasser<br />

Desinfektionsverfahren mit entsprechendem<br />

Material- und Zeitaufwand.<br />

Hier müssen bisher jeweils<br />

unterschiedliche Sensoren<br />

installiert, verkabelt und anschließend<br />

kali briert werden. Mit dem<br />

Multikanaltransmitter wird das<br />

leichter, denn die Sensoren werden<br />

einfach über den Transmitter<br />

an die Datenkommunikation angeschlossen.<br />

Dieser übernimmt<br />

die Sensorauswertung und Weiterleitung<br />

der Messwerte an die<br />

SPS. Bei der Parametrierung und<br />

Kalibrierung der Sensoren über<br />

den Controller können die einmal<br />

definierten Werte schnell über<br />

eine Speicherkarte auf weitere<br />

eingebaute Einheiten übertragen<br />

werden. Dies beschleunigt die Inbetriebnahme<br />

und Wartung zum<br />

Beispiel bei mehreren identischen<br />

Produktions linien enorm.<br />

Der Transmitter erlaubt dabei<br />

mit bis zu sechs frei belegbaren<br />

Steckplätzen den schnellen Anschluss<br />

sowohl von Sensoren mit<br />

Puls- oder Rohsignal, wie zum<br />

Beispiel pH-Wert, ORP, Leitfähigkeit<br />

oder Durchfluss usw., als<br />

auch von Sensoren mit analogem<br />

Ausgangssignal mit 0...20 mA,<br />

4...20 mA, 0…5 V oder 0...10 V.<br />

Letztere sind beispielsweise bei<br />

Druckmessung, Füllstand, Trübung,<br />

TOC oder Chlorgehaltbestimmung<br />

etc. üblich. Da der<br />

Transmitter Modbus TCP, PROFI-<br />

NET und optional auch EtherNet/<br />

IP unterstützt, lässt er sich einfach<br />

in die meisten industriellen Automatisierungssysteme<br />

integrieren<br />

und fügt sich damit nahtlos in die<br />

zukünftige Industrie-4.0-Umgebung<br />

ein. Zusätzlich zur vernetzten<br />

Datenübertragung erlaubt<br />

der multiCELL-Transmitter parallel<br />

auch die einfache Überwachung<br />

mehrerer Wasserkreisläufe durch<br />

das Personal vor Ort, ohne auf<br />

die SPS der Anlage oder externe<br />

Lese geräte zugreifen zu müssen.<br />

Erweiterte Möglichkeiten<br />

Neben der klassischen Sensoranbindung<br />

bietet der Typ 8619 weitere,<br />

praxisorientierte Fähigkeiten,<br />

um den Anwender zu entlasten<br />

und die Sicherheit der Anlage<br />

zu optimieren. Dazu werden eingehende<br />

Sensordaten nach anlagenspezifischen<br />

Vorgaben im<br />

Transmitter ausgewertet und bei<br />

Abweichungen wird ein Signal an<br />

einen Alarmgeber ausgegeben.<br />

Mathematische Funktionen wie<br />

Addition, Subtrak tion, Division<br />

und Multiplikation erlauben es,<br />

Prozessabläufe exakt zu definieren,<br />

Fehlerquellen frühzeitig zu<br />

erkennen und wichtige Vergleiche<br />

anzustellen. Damit erschließen<br />

sich für den Anwender neue,<br />

individuelle Möglichkeiten gegenüber<br />

der doch sehr begrenzten<br />

Funk tionalität herkömmlicher<br />

Lösungen. Viele Systemprobleme<br />

können so schneller erkannt<br />

und behoben werden, zum Beispiel<br />

im Fall eines unbeabsichtigten<br />

Wasseraustritts. So ein<br />

Leck in der Ringleitung bedeutet<br />

zum einen den Verlust von teuer<br />

gereinigtem Wasser, zum andern<br />

ist es eine potentielle Gefahr<br />

für Wasserschäden und eine<br />

mögliche Kontaminationsquelle.<br />

Durch eine konven tionelle Überwachung<br />

ist es außerdem nur<br />

schwer und meist nicht schnell<br />

genug zu erkennen. Entsprechende<br />

Systeme sind aufwendig<br />

und teuer.<br />

Der Transmitter mit seiner<br />

auto nomen Fehlererkennung arbeitet<br />

dabei mit den bereits vorhandenen<br />

Sensoren. Er kann nun<br />

mittels mathematischer Funktionen<br />

so programmiert werden,<br />

dass er im Falle eines Lecks in<br />

der Ringleitung einen automatischen<br />

Alarm ausgibt. Das erspart<br />

ein separates Warnsystem, nutzt<br />

bereits bestehende Installationen<br />

und erlaubt ein sehr frühes<br />

Eingreifen. Der Anwender kann<br />

schnell reagieren, die Produktion<br />

wird kaum beeinträchtigt und<br />

Folgeschäden lassen sich vermeiden.<br />

Über passende Algorithmen<br />

vergleicht der Transmitter dazu<br />

die Werte der Sensoren im Vorund<br />

Rücklauf und deckt so einen<br />

unerwarteten Wasserdurchsatz<br />

auf. Dabei werden natürlich die<br />

Zustände der Ventile an den Entnahmestellen<br />

berücksichtigt, um<br />

die reguläre Wasserentnahme<br />

mit einzubeziehen. Die Kombination<br />

aus mathematischer Auswertung<br />

und der Stellung der<br />

Ventile erlaubt dann die zuverlässige<br />

Leckagediagnose. Somit<br />

werden nicht nur Anlagenstillstände<br />

durch die Auswirkungen<br />

von Wasserschaden und Verunreinigungen<br />

minimiert, sondern<br />

auch mögliche Fehlalarme, die<br />

durch die passend ausgewählten<br />

Algorithmen praktisch ausgeschlossen<br />

sind. Je nach Anlage<br />

und Sensorbestückung können<br />

so über die individuelle Kombination<br />

der verschiedenen mathematischen<br />

Funktionen eine<br />

Vielzahl an Überwachungsszenarien<br />

einfach und effizient umgesetzt<br />

werden.<br />

Lokal und<br />

global informiert<br />

Mit den Typ 8619-Transmittern<br />

lassen sich alle relevanten Informationen<br />

bedarfsgerecht abrufen.<br />

So erlaubt die einfache,<br />

intuitive Bedienerschnittstelle<br />

mit großem Grafikdisplay eine<br />

schnelle Einrichtung von Sensoren<br />

und deren Auswertung sowie<br />

den Datenabruf vor Ort.<br />

Lokale visuelle Anzeigen können<br />

problemlos hinzugefügt werden<br />

und informieren das Produktions-<br />

beziehungsweise Wartungspersonal<br />

an beliebigen<br />

Stellen. Die SPS wird von Anfragen<br />

nach der Wasserqualität<br />

entlastet. Gleichzeitig können<br />

alle Daten ebenfalls über<br />

das Automatisierungsnetz abgerufen<br />

werden und mehrere<br />

Einheiten aus unterschiedlichen<br />

Wasserkreisläufen oder Produktionsräumen<br />

lassen sich miteinander<br />

verknüpfen und zentral<br />

auswerten. Bei Bedarf stehen<br />

so alle gewünschten Informationen<br />

jederzeit sowohl lokal für<br />

den Anlagentechniker als auch<br />

global (für die Produktionsauswertung<br />

oder Qualitätssicherung)<br />

zur Verfügung.<br />

Mehr Informationen<br />

www.buerkert.de<br />

Die intuitive Bedienerschnittstelle mit großem<br />

Grafikdisplay erlaubt eine schnelle Einrichtung<br />

beziehungsweise den Datenabruf vor Ort.<br />

Foto: Bürkert Fluid Control Systems<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 17


BRAUEREI ROTHAUS MODERNISIERT BESTEHENDE 50.000ER-MW-LINIE<br />

Lösung für Palettierbereich<br />

inklusive Palettentransport<br />

Hinter dem Erfolg der Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG stehen kurz zusammengefasst<br />

mindestens vier Konstanten: ein klares Bekenntnis zur Heimat, dem Schwarzwald,<br />

beliebte und weit über die Grenzen der Region bekannte Biere wie das Tannenzäpfle,<br />

eine über jeden Zweifel erhabene Qualität und nicht zuletzt: die stetige Investition in<br />

ihre technische Ausstattung. Im Jubiläumsjahr <strong>2021</strong> – Rothaus braut heuer seit stolzen<br />

230 Jahren – wird mit der Komplettmodernisierung einer 50.000er-Glasmehrweglinie<br />

ein neuerliches Großprojekt umgesetzt. Abgeschlossen ist dabei die Neugestaltung des<br />

Palettierbereichs inklusive Palettentransport.<br />

Von JOHANNES SEIDEL, Vertriebsleitung Süddeutschland, Österreich, Schweiz, BMS-Maschinenfabrik<br />

Im Jubiläumsjahr <strong>2021</strong> –<br />

Rothaus braut heuer seit<br />

stolzen 230 Jahren – wird<br />

mit der Komplettmodernisierung<br />

einer 50.000er-<br />

Glasmehrweglinie im Hochschwarzwald<br />

ein neuerliches<br />

Großprojekt umgesetzt.<br />

Foto: BMS-Maschinenfabrik<br />

Die Gründung der Brauerei<br />

Rothaus im Jahre 1791 diente<br />

einem wahrlich hehren<br />

Zweck: Martin Gerbert, Fürstabt der<br />

Benediktiner, wollte die Schwarzwälder<br />

so vom selbstgebrannten<br />

„Wässerle“ abbringen. Gleichzeitig<br />

war der Fürstabt für seine Zeit<br />

mit einem besonderen Geschäftssinn<br />

gesegnet: So wollte er „seine“<br />

Region konkurrenz- und wirtschaftsfähig<br />

machen und zu einer anderen<br />

Brauerei in der Region eine Alternative<br />

aufzeigen. Darüber hinaus<br />

gründete Gerbert eine der ältesten<br />

Sparkassen Deutschlands.<br />

Fünfzehn Jahre später, durch die<br />

Säkularisierung, übernahm dann<br />

der Staat das Ruder – und hält es<br />

bis heute in der Hand. Aus gutem<br />

Grund. Ausstoßzahlen werden<br />

zwar traditionell nicht gemeldet.<br />

Seit Jahren liegt der Umsatz<br />

von Rothaus aber relativ verlässlich<br />

zwischen rund 75 und 78 Millionen<br />

Euro. 2019 erzielte Rothaus mit seinen<br />

240 Beschäftigten beispielsweise<br />

einen Umsatz von 75,8 Millionen<br />

Euro und ein Ergebnis vor Steuern<br />

von 15,3 Millionen Euro. Auch<br />

in der Corona-Pandemie habe sich<br />

die Brauerei vergleichsweise gut behauptet,<br />

so hört man. Als Gründe<br />

genannt werden hierfür die steigende<br />

Relevanz regionaler Biere<br />

beim Endverbraucher, ein geringerer<br />

Fassbieranteil sowie der sonnige<br />

Sommer 2020. Es lohnt sich also<br />

fürs „Ländle.“<br />

18 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


Kompromisslose Hygiene<br />

mit NETZSCH-Pumpen<br />

„Trotz Corona lief die gesamte Abwicklung innerhalb des Projektumfangs<br />

im Vergleich zu den älteren Projekten einfach schneller ab.<br />

Da hat man einen eindeutig positiven Effekt durch LOP 4.0 gesehen.<br />

Sicherlich hat dazu auch die ‚Virtuelle Inbetriebnahme‘ beigetragen, “<br />

ROGER JÄGER,<br />

Leiter Abfüllung, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG<br />

Palettierung bereitete mehr<br />

und mehr Kopfzerbrechen<br />

Für die Ersatzinvestition in die Mehrwegabfüllung<br />

gab es gleich mehrere<br />

Auslöser: So war die Abfüllung Baujahr<br />

2003 und bis 2018 die Hauptanlage<br />

von Rothaus, vorrangig für das<br />

0,33-l-Tannenzäpfle. „Das bedeutet<br />

fünfzehn Jahre mit viel Dreischichtbetrieb.<br />

Das hat schon Spuren hinterlassen.<br />

Es war einfach an der Zeit“,<br />

blickt Roger Jäger, Leiter Abfüllung<br />

bei Rothaus, zurück. Die Palettierung<br />

stammte darüber hinaus von einem<br />

Anbieter, der längst vom Markt verschwunden<br />

ist. Zunehmend schwerer<br />

gestaltete sich entsprechend die Ersatzteilbeschaffung.<br />

Der Belader war<br />

außerdem mechanisch zu schwach<br />

ausgelegt. Jäger verdeutlicht: „Der<br />

hat beim Abbremsen regelgerecht gewackelt.<br />

Da mussten wir viel nacharbeiten,<br />

schweißen.“ Kurz: Die Palettierung<br />

bereitete Rothaus mehr und<br />

mehr Kopfzerbrechen, sie sollte im<br />

Rahmen der Gesamtmodernisierung<br />

demzufolge möglichst rasch ersetzt<br />

werden. Auch bei der Palettenetikettierung<br />

wollte Rothaus in diesem Zuge<br />

das Verfahren wechseln. „Uns sind im<br />

Lager mal bei über 200 Paletten die<br />

Folien des Etiketts gerissen. Wir entschieden<br />

uns aus diesem Grund für die<br />

Schnuretikettierung“, erläutert Jäger.<br />

Ein erstes Puzzle beim neuen Layout:<br />

„Der Folienetikettierer hat einen deutlich<br />

geringeren Platzbedarf. Da mussten<br />

wir schon tüfteln, bis wir eine passende<br />

Lösung hatten“, so Jäger.<br />

Nur demontieren und<br />

montieren – Schnittstellen<br />

weiter nutzen<br />

Rothaus wollte den Zu- und Abtransport<br />

der Kästen darüber hinaus nicht<br />

groß verändern. Daher lautete die Forderung:<br />

Im Palettierbereich durfte nur<br />

demontiert und montiert werden, bestehenden<br />

Schnittstellen galt es weiter<br />

zu nutzen. „Das war nicht ganz ohne,<br />

wurde dann aber nach einigen planerischen<br />

Varianten sehr gut gelöst“,<br />

stellt Jäger heraus. Eine weitere kniffelige<br />

Aufgabe wartete laut Jäger bei der<br />

Inte gration des bestehenden Palettenentsicherers<br />

sowie des Palettenaufzugs.<br />

„Die Maschinenrichtlinien, die hinsichtlich<br />

Sicherheit umzusetzen sind, sind<br />

mittlerweile eine wirkliche Herausforderung.<br />

Gerade bei Bestandsanlagen<br />

mit einer definierten Grundfläche. Wir<br />

haben die für die Reinigung und Wartung<br />

von uns geforderte gute Zugänglichkeiten<br />

zu den einzelnen Komponenten<br />

aber trotzdem erreicht.“<br />

Beim Palletenaufzug galt es ferner,<br />

eine ganz besondere Nuss zu knacken.<br />

Jäger im Rückblick: „Der Palettenaufzug<br />

war in die Maschinensteuerung<br />

des alten Beladers eingebunden. Das<br />

war uns gar nicht so recht bewusst, das<br />

war eine echte Überraschung.“ Hardwareseitig<br />

musste BMS also eine neue<br />

Stand-alone-Steuerung aufbauen. Die<br />

Steuerungssoftware wurde dagegen so<br />

weit wie möglich übernommen, um die<br />

CE-Zertifizierung erhalten zu können.<br />

Be- und Entlader in<br />

Säulenausführung<br />

Maschinenseitig geliefert wurden der<br />

komplette Palettentransport inklusive<br />

Palettenmagazin sowie der Be- und<br />

Entlader. Beides sind Lagenpalettierer<br />

in Säulenausführung Typ Unipal 108.<br />

Sowohl Be- als auch Entlader leisten<br />

2.700 24er-Kästen pro Stunde, 3.250<br />

sind es beim 20er-Kasten sind es stündlich<br />

3.250. Diesen Maschinentyp wählte<br />

Rothaus ganz gezielt aus. Erstens<br />

waren in der Altanlage bereits Säulenpalettierer<br />

installiert. Es war mit Blick<br />

auf das Layout folglich eine einfache<br />

und damit attraktive Lösung. Zweitens<br />

setzt Rothaus seit 2017 Palettierer des<br />

Unipal-Typs ein. „Wir wussten daher,<br />

dass sie überaus stabil konstruiert sind<br />

und zuverlässig und präzise arbeiten“,<br />

erläutert Roger Jäger. Für die Entscheidung<br />

der Maschinenwahl sprachen die<br />

Gemeinsamkeiten bei Wartung, Ersatzteilen<br />

und Bedienung.<br />

Verantwortungsbereich<br />

deutlich ausgeweitet<br />

Am 11. September 2020 wurde der<br />

Auftrag vergeben. Im Vergleich zu den<br />

bisherigen gemeinsamen Projekten<br />

Schonende Förderung von<br />

hygienischen Produkten<br />

Pumpen entsprechend EHEDG-, QHD-, 3Aund<br />

GOST-R-Richtlinien konstruiert, gefertigt<br />

und geprüft<br />

FDA-zertifizierte Elastomere<br />

Produkt- und Reinigungstemperatur bis 150° C<br />

Explosionsschutz nach ATEX<br />

CIP- und SIP-fähig<br />

Jahrzehntelanges Know-how für kompromisslose<br />

Hygiene<br />

NOTOS® Schraubenspindelpumpe,<br />

NEMO® Exzenterschneckenpumpe und T.Sano®<br />

Drehkolbenpumpe im hygienischen Design<br />

NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH<br />

Geschäftsfeld Nahrung & Pharmazie<br />

Tel.: +49 8638 63-1030<br />

info.nps@netzsch.com<br />

www.netzsch.com


BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />

weitete Rothaus den Verantwortungsbereich<br />

von BMS deutlich aus.<br />

„Bislang agierten sie vornehmlich als<br />

unser Maschinenpartner. Jetzt verantworteten<br />

sie das Komplettpaket<br />

vom Layout und den Komponenten<br />

über den Abbau und Verkauf<br />

der Altanlage bis hin zur Montage,<br />

der Automatisierung sowie der Inbetriebnahme<br />

inklusive Bedienerschulung“,<br />

fasst Jäger zusammen.<br />

Die Demontage der Altanlage startete<br />

dann am 6. Februar <strong>2021</strong>, der<br />

Produktionsanlauf erfolgte in der<br />

KW 8. Seither werden die Leergutpaletten<br />

wie gehabt über den Aufzug<br />

auf das Niveau der Palettierung<br />

gefördert. „Wir haben noch<br />

einen echten Flaschenkeller“, merkt<br />

Jäger schmunzelnd an. Es folgt<br />

der Entsicherer, danach der Entlader.<br />

Die Leerpalette läuft von diesem<br />

zum Magazin, wo sie gepuffert<br />

wird. Eine Schlüsselfunktion, denn:<br />

Aus Gründen der Lagerkapazität<br />

fährt die Badische Staatsbrauerei<br />

die Leergutpaletten sechs Kästen<br />

hoch ins Lager und so auch in die<br />

Abfüllanlagen. Das Vollgut verlässt<br />

die Abfüllung aber nur fünf Kästen<br />

hoch. Aufseiten des Vollguts entsteht<br />

demzufolge ein Palettenmangel,<br />

während beim Leergut Palettenüberschuss<br />

herrscht.<br />

Abgeschlossen ist bereits die Neugestaltung des Palettierbereichs inklusive Palettentransport und -magazin.<br />

Agierte BMS bislang vornehmlich als Maschinenpartner, so zum Beispiel im Bereich der Packmaschinen, wurde<br />

der Verantwortungsbereich in diesem Projekt deutlich ausgeweitet.<br />

Sowohl beim Be- als auch Entlader entschied sich Rothaus für einen Säulenpalettierer. Fotos: BMS-Maschinenfabrik<br />

Magazin puffert Paletten<br />

vollautomatisch ab<br />

Fehlende Paletten können manuell<br />

über eine Aufgabestation in das<br />

Magazin eingeschleust beziehungsweise<br />

auf zwei separaten Pufferplätzen<br />

gelagert werden. Bei auftretendem<br />

Palettenüberschuss (zum<br />

Beispiel beim Anfahren der Anlage)<br />

werden die überschüssigen Paletten<br />

im Magazin sowie in den Pufferplätzen<br />

zwischengelagert und<br />

dann bedarfsgerecht zum Belader<br />

transportiert. Herrscht weiterhin Palettenüberschuss,<br />

nimmt Rothaus<br />

die entsprechenden Blöcke manuell<br />

ab. Alternativ lassen sich über diesen<br />

Strang auch neue Paletten einspeisen.<br />

Nach dem Belader folgt die<br />

gewünschte Palettensicherung mit<br />

Schnuretikettierung. Die Vollgutpalette<br />

wird abschließend vom Aufzug<br />

zur Ausgangsebene transportiert.<br />

Belader verarbeitet bis<br />

zu drei Gebindestränge<br />

Als Be- und Entlader wurde hierbei<br />

die identische Maschine verbaut.<br />

„Wenn man sich die Palettierer<br />

anschaut, dann ist es ihnen von der<br />

Konstruktion her eigentlich egal, ob<br />

sie Voll- oder Leergut umsetzen“, ist<br />

sich Jäger sicher. Der Belader erhielt<br />

als Besonderheit drei Stellplätze.<br />

Jäger erklärt: „Wir haben in der Abfüllung<br />

die Möglichkeit, Leergut inline<br />

zu sortieren. In diesem Fall kommen<br />

zwei zusätzliche Kastenstränge<br />

auf den Belader.“ Konkret sind das<br />

erstens Rothauskästen mit Fremdflaschen<br />

und zweitens sortiertes<br />

Rothaus-Glas. „Unsere Kästen haben<br />

identische Abmaße, daher sind 0,5-<br />

l-er- und 0,33-l-er-Kästen auf den<br />

Paletten. Wenn wir jetzt beispielsweise<br />

0,5-l-er-Kästen füllen, dann<br />

laufen auf dem zweiten Strang unsere<br />

sortenreinen 0,33-l-er-Kästen.<br />

20 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />

„Das Komplettpaket vom Layout und den Komponenten über<br />

den Abbau und Verkauf der Altanlage, bis hin zur Montage,<br />

der Auto matisierung sowie der Inbetriebnahme inklusive<br />

Bediener schulung verantwortete BMS-Maschinenfabrik.“<br />

ROGER JÄGER,<br />

Leiter Abfüllung, Badische Staatsbrauerei Rothaus AG<br />

Die Maschinenrichtlinien hinsichtlich Sicherheit sind bei Bestandsanlagen mit einer definierten Grundfläche<br />

und vorgegebenen Schnittstellen eine planerische Herausforderung. Foto: BMS-Maschinenfabrik<br />

Der dritte Strang ist das abgefüllte<br />

Vollgut, also in diesem<br />

Fall sind es 0,5-l-er-Kästen“,<br />

veranschaulicht Jäger. Je nach<br />

Situat ion auf der Pufferstrecke<br />

werden die drei Stränge entsprechend<br />

abgerufen und vom<br />

Belader auf Paletten gesetzt<br />

und anschließend in die Lagerlogistik<br />

transportiert.<br />

Corona – ganz neue<br />

Herausforderung<br />

Einer im wahrsten Sinne des<br />

Wortes echten Premiere galt es<br />

sich bei der eigentlichen Projektabwicklung<br />

zu stellen – den<br />

strikten Corona-Hygienemaßnahmen.<br />

Jäger in diesem Zusammenhang:<br />

„In dieser Phase<br />

mussten wir das gesamte Abfüllprogramm<br />

auf unserer zweiten<br />

Anlage abarbeiten. Daher war<br />

es entscheidend – und es hat<br />

auch funktioniert – dass trotz<br />

der erschwerten Rahmenbedingungen<br />

und eingeschränkter direkten<br />

Kommunikation alle Termine<br />

eingehalten werden.“<br />

Eine wichtige Rolle spielte hier<br />

das cloudbasierte Baustellenmanagementsystem<br />

LOP 4.0.<br />

Auf diese Cloud- Lösung können<br />

alle Projektbeteiligten über<br />

die BMS-Homepage mit einem<br />

Passwort zugreifen. Eine spezielle<br />

Software ist nicht erforderlich.<br />

Die Datensicherheit ist dabei<br />

immer gewährleistet.<br />

Diese digitale Plattform bildet<br />

den Projektstatus während der<br />

Baustellenphase von der Auslieferung<br />

bis zur Inbetriebnahme<br />

mit höchstmöglicher Transparenz<br />

ab. Dazu wird unter anderem<br />

graphisch dargestellt, wie<br />

viele Punkte zurzeit offen, in<br />

Bearbeitung oder abgeschlossen<br />

sind. Über eine Filterfunktion<br />

lassen sich Informationen<br />

darüber hinaus schnell und gezielt<br />

generieren. Außerdem gibt<br />

es eine digitale Material- Liste,<br />

die als „Push Client“ agiert.<br />

Des Weiteren ist LOP 4.0 eine<br />

offene Kommunikations- und<br />

Dokumentationsplattform.<br />

Hierbei kann jeder Projektpartner<br />

beispielsweise Fotos<br />

oder Videos hochladen, nächste<br />

Schritte zur Diskussion stellen<br />

oder einzelne Punkte priorisieren.<br />

Das stellt sicher, dass der<br />

Status aller Projektbausteine immer<br />

aktuell und klar verständlich<br />

abgebildet wird. Wechselwirkungen<br />

auf den weiteren<br />

Verlauf werden auf diese Weise<br />

sofort sichtbar. Dies reduziert<br />

Reibungs- und Abstimmungsverluste<br />

und führt zu einem hohen<br />

Grad an Planbarkeit.<br />

Eindeutig positive Effekte<br />

durch LOP 4.0 und<br />

„Virtuelle Inbetriebnahme“<br />

„Trotz Corona lief die gesamte<br />

Abwicklung innerhalb des Projektumfangs<br />

im Vergleich zu<br />

den älteren Projekten einfach<br />

schneller ab. Da hat man einen<br />

eindeutig positiven Effekt durch<br />

LOP 4.0 gesehen. Sicherlich hat<br />

dazu auch die ‚Virtuelle Inbetriebnahme‘<br />

beigetragen“, stellt<br />

Jäger heraus. Dieses computergestützte<br />

Simulationswerkzeug<br />

wurde von BMS ebenfalls<br />

in Eigenregie entwickelt. Es ermöglicht,<br />

dass der Maschinenbau<br />

und die Inbetriebnahme der<br />

Software parallel zueinender erfolgen<br />

können. Die reale SPS der<br />

Maschine wird dazu von einem<br />

simulierten Modell vor konkrete<br />

Aufgaben und Herausforderungen<br />

gestellt. Das virtuelle Modell<br />

gibt beispielsweise ein Signal an<br />

die SPS, die daraufhin einen virtuellen<br />

Motor schneller steuert.<br />

Der Inbetriebnehmer sieht<br />

also bereits vor der Baustelle, ob<br />

der Ist-Wert mit dem Zielwert<br />

übereinstimmt. Oder ob bei einem<br />

simulierten Sensordefekt<br />

alle Störmeldungen tatsächlich<br />

korrekt programmiert sind.<br />

Die Inbetriebnahme der Maschine<br />

oder Anlage beim Kunden<br />

wird auf diesem Wege durchaus<br />

entscheidend optimiert.<br />

Bleibt damit nur noch die Abschlussfrage:<br />

Ist Rothaus erneut<br />

zufrieden mit der Projektabwicklung<br />

und der Anlagenperformance?<br />

Roger Jäger fasst<br />

abschließend zusammen: „Wir<br />

sind abso lut zufrieden. Von der<br />

Planung bis zur Inbetriebnahme<br />

wurde alles sehr gut umgesetzt.<br />

Auch und gerade die Art und<br />

Weise, wie offen man sich eventuellen<br />

Opti mierungsarbeiten<br />

stellte, war einfach vorbildlich.“<br />

Hinter einem wichtigen Modernisierungsschritt<br />

des Jubiläumsjahrs<br />

kann die Brauerei Rothaus<br />

also ganz beruhigt den berühmten<br />

Haken setzen.<br />

Darauf gerne ein gemeinsames<br />

Tannenzäpfle.<br />

Mehr Informationen<br />

www.bms-maschinenfabrik.de<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 21


BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />

ASEPTISCHE KARTONVERPACKUNG<br />

Innovative Verpackungslösung<br />

für Pflanzendrinks<br />

Ob Smoothies, Premium-Fruchtsäfte, Wellness-Getränke oder Milchalternativen – die<br />

Nachfrage nach innovativen Getränken auf pflanzlicher Basis ist in den vergangenen<br />

Jahren vor allem in Großbritannien rasant gestiegen. Innovationstreiber sind dabei<br />

häufig kleinere, junge und dynamische Unternehmen, die ihre Pflanzendrinks zunächst<br />

in geringen Mengen produzieren. Nicht selten entscheidet dabei auch die richtige<br />

Verpackung über den Erfolg eines neuen Produkts.<br />

22 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

Für die Verpackung von pflanzlichen<br />

Getränken hat SIG die<br />

neuartige Kartonflasche combidome<br />

entwickelt. Sie erfüllt sämtliche<br />

Hygienestandards und ist praktisch<br />

in der Handhabung. Sie ist<br />

leicht, stabil, schön und einfach zu<br />

transportieren. Vor Kurzem hat SIG<br />

bei der Firma Framptoms, einem<br />

Spezialisten für Trendgetränke und<br />

Co-Packaging, eine combidome-<br />

Füllmaschine installiert. Mit dieser<br />

Maschine wird Framptoms kleine<br />

Unternehmen unterstützen, wie<br />

das britische Start-up Lilk. Damit ist<br />

Lilk eine der ersten Marken in Großbritannien,<br />

die ihre Pflanzendrinks<br />

in den neuen combidome-Kartonflaschen<br />

von SIG abfüllen wird.<br />

Die Partnerschaft zwischen SIG,<br />

einem führenden Anbieter für aseptische<br />

Verpackungen, und Framptoms<br />

bietet eine Plattform für neuartige<br />

Verpackungslösungen für den<br />

britischen und irischen Markt, um<br />

Produkte erfolgreich zu vermarkten<br />

und schnell und flexibel auf neue<br />

Anforderungen und Trends reagieren<br />

zu können. Durch die Kooperation<br />

mit Framptons hat Lilk nun die<br />

Chance, seine Produkte in der neuartigen<br />

Kartonflasche combidome<br />

zu verpacken und durch den gesamten<br />

Produktionsprozess begleitet zu<br />

werden, um so zwei neue Pflanzendrinks<br />

auf den Markt zu bringen: The<br />

Common Blend Oat & Rice und The<br />

Lush Blend Oat, Coconut & Quinoa,<br />

die aus Samen und Körnern hergestellt<br />

werden. „Wir sind die ersten in<br />

Großbritannien, die den auf Pflanzendrinks<br />

spezia lisierten Herstellern<br />

wie Lilk die Möglichkeit bieten,<br />

combidome zu verwenden. Sowohl<br />

die Ästhetik als auch die Funktionalität<br />

bedeuten Inno vation im Bereich<br />

der Kartonpackungen“, erklärt<br />

Will Martin, Business Development<br />

Director und Miteigentümer<br />

bei Framptons.<br />

Foto: SIG<br />

Von beidem das Beste<br />

Die neue combidome-Kartonpackung<br />

von SIG vereint die besten Eigenschaften<br />

eines Kartons und einer<br />

Flasche. Sie erfüllt sämtliche Anforderungen<br />

an Hygiene, Schutz, Sicherheit<br />

und Haltbarkeit und kombiniert<br />

die ökologischen und logistischen<br />

Vorteile einer aseptischen<br />

Kartonverpackung mit dem Aussehen<br />

und der Handhabung einer<br />

Glasflasche. Sie macht Produkte<br />

komfortabel, hochwertig und nachhaltig.<br />

Combidome ist leicht und<br />

trotzdem stabil. Durch ihre handliche<br />

Form, den mittig angebrachten<br />

Verschluss und die breiten Öffnung<br />

ist sie genauso einfach im Gebrauch<br />

wie eine Flasche. Nichts wird<br />

verschüttet, nichts tropft, kein Rest<br />

bleibt in der Packung übrig. Dank<br />

des wiederverschließbaren Schraubverschlusses<br />

ist combidome auch für<br />

unterwegs geeignet. Die aseptische<br />

Kartonflasche schützt den Inhalt vor<br />

Licht und Luft. Dadurch bleiben Geschmack,<br />

Aroma, Farbe, Vitamine<br />

und Nährstoffe erhalten. So können<br />

die Pflanzendrinks problemlos über<br />

längere Zeit ganz ohne Kühlung gelagert<br />

werden.<br />

Ansprechende Optik<br />

Die neue Kartonverpackung hat<br />

nicht nur viele praktische Funktionen,<br />

sie sieht außerdem gut aus.<br />

Durch die besondere Form, der Kombination<br />

aus Kartonpackung und Flasche,<br />

fallen auch die beiden neuen<br />

Lilk-Getränke in combidome sofort


BRANCHEN REPORT | Abfüllung und Verpackung<br />

ins Auge. Dadurch unterscheiden sie<br />

sich von anderen Produkten und Verpackungen<br />

und sorgen für Aufmerksamkeit<br />

im Verkaufsregal. „Unsere<br />

Partnerschaft mit Framptoms kann<br />

kleineren Innovationstreibern im Bereich<br />

der Pflanzendrinks die Chance<br />

bieten, ihre neuen Produkte auf<br />

dem Markt hervorzuheben und sich<br />

mit unserer Kartonflasche combidome<br />

deutlich von den Wettbewerbern<br />

zu unter scheiden“, sagt Russ<br />

Lisle, Key Account Manager UK & Irland<br />

bei SIG. Neben der guten Sichtbarkeit<br />

bietet combidome außerdem<br />

eine große bedruckbare Fläche mit<br />

viel Platz für Produktinformationen<br />

oder Markenbotschaften.<br />

Optimierte Logistik<br />

Schließlich ist das besondere Design<br />

der neuen Verpackung auch effizienter<br />

und damit kostengünstiger<br />

für die Logistik im Vergleich zu<br />

Standardverpackungen, wie beispielsweise<br />

eine Giebelpackung.<br />

Die combidome-Kartonverpackung<br />

ist sehr stabil und widerstandsfähig<br />

auch gegen höheren Druck, ohne dadurch<br />

ihre Form zu verlieren oder undicht<br />

zu werden. Befüllt sind die neuen<br />

Kartonverpackungen leicht zu stapeln<br />

und Paletten können maximal<br />

beladen werden. Die aseptischen Kartons<br />

können längere Zeit ohne Kühlung<br />

gelagert werden und ermöglichen<br />

einen platzsparenden Transport.<br />

Flexible Produktion<br />

Die Verpackungen werden als flach<br />

gefaltete Kartonmäntel zu den Produktionsbetrieben<br />

geliefert, eine<br />

versiegelte Längsnaht bietet zusätzlichen<br />

Schutz der Getränke. Mit der<br />

neuen combidome-Füllmaschine von<br />

SIG können verschiedene Zielgruppen<br />

beliefert, die Produktionszeiten<br />

verringert und das Produktionsvolumen<br />

erhöht werden. Die Abfüllmaschine<br />

ermöglicht durch einfachen<br />

Wechsel von Dekor, Füllvolumen<br />

und Produkt eine hohe Flexibilität.<br />

So können mit einer Maschine drei<br />

verschiedene Füllvolumen abgefüllt<br />

werden. Ein Volumenwechsel ist innerhalb<br />

weniger Minuten möglich.<br />

Dekoränderungen können ganz<br />

ohne Unterbrechung der Produktion<br />

durchgeführt werden, um so Verpackungskartons<br />

für verschiedene Länder<br />

zu befüllen. Je nach Format der<br />

Getränkeverpackung können mit<br />

der neuen combidome-Füllmaschine<br />

von SIG bis zu 24.000 Verpackungen<br />

pro Stunde abgefüllt werden.<br />

Gut für Umwelt<br />

und Verbraucher<br />

Kartonpackungen bieten bereits eine<br />

geringe Umweltbe lastung. Die aseptische<br />

Kartonflasche combidome ist<br />

eine nachhaltige Verpackung, die zu<br />

100 % aus erneuerbaren Materialien<br />

hergestellt wird. Sie besteht überwiegend<br />

aus FSC ® -zertifiziertem<br />

Rohkarton und ist vollständig<br />

recycel bar. Combidome verbraucht<br />

weniger fossile Brennstoffe und hat<br />

einen geringeren CO 2<br />

- Fußabdruck<br />

im Vergleich zu anderen Getränkeverpackungen<br />

wie Glas-, HDPEoder<br />

PET-Flaschen, Metalldosen oder<br />

Standbeutel. Damit erfüllt die neue<br />

Kartonflasche die Ansprüche vieler<br />

Verbraucher, die sich bewusst für<br />

pflanz liche Produkte entscheiden<br />

und zugleich eine verantwortungsvolle<br />

und umweltfreundliche Verpackung<br />

erwarten. ST<br />

Mehr Informationen<br />

www.sig.biz<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 23


LEISTUNGSSTARKES FILTERVERFAHREN<br />

Trenntechnik spart<br />

Brauerei Zeit und Geld<br />

Bis vor zwei Jahren erlebte eine Brauerei und Bourbon-Destillerie in Lexington, Kentucky,<br />

große Produktverluste, weil sie ein Filterverfahren verwendete, das zu leistungsschwach<br />

für die Produktion und ungeeignet für die geforderte Qualität war. Das Unternehmen<br />

übernahm eine neue Trenntechnik, mit der es mehr Produkte in höherer Qualität und in<br />

kürzerer Zeit produzieren konnte.<br />

Von CHRISTIAN PETTIT, Verkaufsleiter Bereich Brauereiwesen, Spirituosen und Wein, Flottweg Separation Technology Inc.<br />

Abb. oben:<br />

Bourbonfässer von Alltech.<br />

Foto: Flottweg<br />

Die Geschichte<br />

Nicht mehr als eine Stunde entfernt<br />

von 95 % aller Bourbon-Hersteller<br />

der Welt befindet sich die<br />

Alltech Lexington Brewing & Distilling<br />

Co., eine einzigartige Station<br />

auf dem weltberühmten Kentucky<br />

Bourbon Trail. Alltech gehört<br />

zu einer Handvoll Betriebe weltweit,<br />

die sowohl brauen als auch<br />

destillieren. Am Standort in Lexington<br />

steht neben der Town Branch<br />

Distillery eine Brauerei, die die Bierfamilie<br />

Kentucky Ale herstellt. Es ist<br />

die älteste Handwerksbrauerei von<br />

Lexington. Alltech-Gründer und Präsident<br />

Dr. Pearse Lyons erwarb 1999<br />

die 200 Jahre alte Lexington Brewing<br />

Company und erfüllte die bis ins<br />

Jahr 1794 zurückreichende Brauund<br />

Destilliertradition in Lexington<br />

mit neuem Leben.<br />

Im Herbst 2011 erfolgte der erste<br />

Spatenstich für die Town Branch<br />

Distillery, die 2012 in den Kentucky<br />

Bourbon Trail aufgenommen wurde.<br />

Heute produziert die Brennerei Town<br />

Branch Bourbon, Town Branch Rye,<br />

Bluegrass Sundown Likör, Kentucky<br />

Ale, Kentucky Kölsch und Pearse<br />

Lyons Reserve, den ersten Malt<br />

Whiskey, der seit der Pro hibition in<br />

Kentucky gebrannt wurde. Die Zentrifugenanlage<br />

scheidet die Flüssigkeit<br />

ab und leitet sie in einen Sammeltank,<br />

bevor es weiter zur Filtration<br />

geht.<br />

Alltech ist berühmt dafür, sein<br />

Bier in Bourbonfässern zu reifen.<br />

„Die Reise geht weiter und alles,<br />

was sich in diesem Fass befindet,<br />

wird Teil des Bieres“, sagte Ken Lee,<br />

Braumeister bei Alltech. Der Hersteller<br />

von Tierernährung produziert<br />

Nahrungsergänzungsmittel für Tiere,<br />

die durch Fermenta tion gewonnen<br />

werden. In den vergangenen<br />

zehn Jahren ist allerdings das Brauereigeschäft<br />

des Unternehmens<br />

stark gewachsen.<br />

„Als ich vor neun Jahren zu Alltech<br />

kam, betrug das Jahresvolumen<br />

3.800 Fässer“, sagte Lee. „Jetzt<br />

brauen wir mehr als 40.000 Fässer<br />

pro Jahr und eröffnen eine weitere<br />

Brauerei und Brennerei in Pike ville,<br />

die Bier auf die gleiche Art brauen<br />

wird, wie wir hier in Lexington.“<br />

Die Herausforderung<br />

Vor zwei Jahren stieß Alltech bei der<br />

Produktionszeit an seine Grenzen<br />

und entschied sich für die Installation<br />

einer Zentrifugenanlage. Das<br />

Unternehmen stellte fest, dass es<br />

gegenüber der Klärung im Tank oder<br />

der Verwendung eines Filters durch<br />

den Einsatz einer Zentrifuge seinen<br />

Durchsatz und Ertrag erheblich steigern<br />

konnte. Es verwendete einen<br />

kleinen Filter, der wegen der Hefeablagerungen<br />

häufig ausfiel. „Wir<br />

haben Bier verloren“, sagte Brauer<br />

Mitchell Pace. „Deshalb haben wir<br />

uns dafür entschieden, die Trenn-<br />

24 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen<br />

technik von Flottweg auszuprobieren.“<br />

Die Zentrifugenanlage unterstützt<br />

einerseits die Temperaturregelung<br />

und Klärung und minimiert<br />

andererseits den Druck während der<br />

Kühlung, da die Hefe bereits entfernt<br />

wurde.<br />

Die Lösung<br />

„Die Trommeltellerseparatorenanlage<br />

trennt die Hefe vom Bier, wodurch<br />

es leichter gefiltert werden<br />

kann. Beim Einbringen des Biers in<br />

Fässer ist es wichtig, eine zweite Gärung<br />

zu vermeiden“, sagt Pace, der<br />

seit vier Jahren bei Alltech arbeitet.<br />

Die Zentrifugenanlage scheidet die<br />

Flüssigkeit ab und leitet sie in einen<br />

Sammeltank, bevor es weiter zur Filtration<br />

geht.<br />

„Diese Zentrifugenanlage ist für<br />

unseren Betrieb sehr wichtig“, sagte<br />

Pace. „Fast alles, was wir produzieren,<br />

durchläuft diese Trenntechnik.“<br />

Die Anlage ist seit zwei Jahren<br />

in Betrieb und hat uns bislang keine<br />

größeren Probleme bereitet, merkte<br />

Pace an. „Sie unterstützt die Temperaturregelung<br />

und Klarheit des Produkts.<br />

Außerdem herrscht in unseren<br />

Fässern, wenn sie aus der Kühlung<br />

kommen, weniger Druck, weil<br />

die Hefe entfernt wurde. Der Einsatz<br />

dieser <strong>Technologie</strong> wirkt sich<br />

sehr positiv auf die Fässer und den<br />

Reifungs prozess aus. Die Anlage<br />

hilft uns, das erforderliche Volumen<br />

dauerhaft zu halten. Das spart<br />

Zeit, Geld und Kopfschmerzen. Wie<br />

bei allen neuen Geräten gab es zunächst<br />

einige Anlaufschwierigkeiten,<br />

aber Flottweg war stets an unserer<br />

Seite, um uns darüber hinwegzuhelfen<br />

und zu vermitteln, wie<br />

man sie effek tiv bedient.“<br />

Die gesamte Wartungsarbeit, so<br />

Pace, bestehe in einem gelegentlichen<br />

harten Reset, wenn die Anlage<br />

eine Weile ununterbrochen gelaufen<br />

ist. „Dieses System ist so einfach<br />

zu bedienen“, sagt Pace. „Sie<br />

drücken einfach die Start-Taste, drücken<br />

die Pause-Taste, drücken die<br />

Stopp-Taste – fertig. Der CIP-Prozess<br />

ist bereits integriert. Wenn Sie mit<br />

einem Durchgang fertig sind, können<br />

Sie die Taste ‚Clean‘ (Reinigen)<br />

drücken und dann mit ‚OK‘ bestätigen<br />

– und sofort startet der Reinigungsvorgang.<br />

Die Anlage entleert<br />

sich selbst. Weil während des gesamten<br />

Herstellungsprozesses keine<br />

Zeit verloren geht, können wir größere<br />

Produktmengen produzieren.“<br />

Der Einsatz dieser Zentrifugentechnologie<br />

wirkt sich positiv auf die<br />

Fässer und den Reifungsprozess<br />

aus. Die Anlage hilft, das erforderliche<br />

Volumen dauerhaft zu halten,<br />

und spart auf diese Weise Zeit, Geld<br />

und Kopfschmerzen.<br />

Funktionsweise<br />

Separatoren dienen der Trennung<br />

von Feststoffen und Flüssigkeiten<br />

und ermöglichen so eine hocheffiziente<br />

Klärung. Hierbei läuft das zu<br />

klärende Produkt über ein Einlaufrohr<br />

ins Innere der Trommel, wo es<br />

vom Verteiler schonend auf die volle<br />

Drehzahl beschleunigt wird. Durch<br />

das Tellerpaket in der Trommel teilt<br />

sich der Produktstrom in viele dünne<br />

Schichten auf und schafft auf<br />

diese Weise eine große Oberfläche.<br />

Innerhalb des Tellerpakets scheidet<br />

sich der Feststoff von der Flüssigkeit<br />

ab. Aufgrund der hohen Zentrifugalkraft<br />

setzt sich der Feststoff am<br />

Rand der Trommel ab. Über ein hydraulisches<br />

System im Unterteil der<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 25


BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen<br />

Effiziente Bierklärung durch<br />

den Flottweg-Bierseparator<br />

bei Alltech.<br />

Trommel werden die abgeschiedenen<br />

Stoffpartikel periodisch bei voller<br />

Drehzahl ausgestoßen. Die geklärte<br />

Flüssigkeit fließt aus dem Tellerpaket<br />

zu einer Schälscheibe und<br />

wird unter Druck abgeleitet.<br />

Eine hydrohermetische Abdichtung<br />

im Separator ermöglicht es,<br />

den Produktraum gegenüber der<br />

umgebenden Atmosphäre abzudichten.<br />

Auf diese Weise werden<br />

unerwünschter Sauerstoffeintrag<br />

und Schaumbildung vermieden.<br />

Die hydro hermetische Abdichtung<br />

erfolgt über eine Sperrscheibe,<br />

die in eine Flüssigkeit eingetaucht<br />

ist (zum Beispiel entgastes<br />

Wasser), wodurch der Trommelinnenraum<br />

von der Umgebung abgetrennt<br />

wird. Feststoffe werden über<br />

ein Austragssystem aus dem Separator<br />

abgelassen. Dieses System erlaubt<br />

eine extrem leise Selbstentleerung<br />

der Trommel.<br />

Die Rohre sind deutlich gekennzeichnet,<br />

um anzuzeigen, an welcher<br />

Position Bier ein- beziehungsweise<br />

ausfließt. Ein Gärtank wird mit<br />

Kohlendioxid gefüllt, um zu verhindern,<br />

dass Sauer stoff in den Behälter<br />

gelangt. Das Bier wird über die<br />

Rohre in die Zen trifuge geleitet. Die<br />

Anlage misst die Trübung, wobei die<br />

Einstellungen abhängig vom hergestellten<br />

Produkt angepasst werden<br />

können. Die Produktion wird von<br />

zwei Messgeräten mit Hintergrundbeleuchtung<br />

überwacht, sodass das<br />

durchlaufende Bier sichtbar ist. Von<br />

dort gelangt es durch Rohrleitungen<br />

in die Zentrifugentrommel. Während<br />

das Bier einfließt, werden feste Produktionsreste<br />

gegen die Trommelinnenwand<br />

geschleudert. Das abgeschiedene<br />

Bier wird von dem anderen<br />

Messgerät erfasst. Hopfen,<br />

Produktionsreste oder Hefe werden<br />

aus der Seitenkammer abgelassen.<br />

Hier befindet sich die Town Branch<br />

Distillery und eine Brauerei, die die<br />

Bierfamilie Kentucky Ale herstellt.<br />

Der Bediener kann jederzeit die<br />

Trübung des Biers (European Brewery<br />

Convention – EBC) überprüfen<br />

und stellt damit sicher, dass der Farbton<br />

den Spezifikationen entspricht.<br />

Ist das Bier zu trübe, kann die Flüssigkeit<br />

noch einmal durch die Anlage<br />

geleitet werden, bis das gewünschte<br />

Endergebnis erreicht ist.<br />

Bestätigt die Anlage die korrekte<br />

Trübung (EBC), wird die Flüssigkeit<br />

in den Ablauf geführt, wo eine Probe<br />

für die Qualitätsprüfung gezogen<br />

wird. Die abgeschiedene Flüssigkeit<br />

gelangt über die Auslassrohre direkt<br />

in die Tanks. Dies ist der Teil des Prozesses,<br />

in dem das Produkt für die<br />

Auslieferung vorbereitet wird.<br />

Die Ergebnisse<br />

Seit der Installation der Trenntechnik<br />

ist das Leben für Pace und<br />

sein Team von Bedienern einfacher<br />

geworden. „Heute habe ich<br />

ei nen Durchsatz von 14.000 Gallonen<br />

Bier“, sagte Pace. „Ohne<br />

diese Anlage gingen wahrscheinlich<br />

5.000 Gallonen verloren und es<br />

würde mindestens 48 Stunden dauern.<br />

Das Bier dreht sich sehr schnell<br />

mit 6.700 U/min und die Hefe wird<br />

auf den Boden geschleudert und<br />

danach in einen Stabilisierungstank<br />

mit weniger Hefe geleitet. Seit wir<br />

diese Anlage verwenden, ist das Leben<br />

viel einfacher.“<br />

Intelligentes Steuerungspanel<br />

von Flottweg.<br />

Fotos: Flottweg<br />

Mehr Informationen<br />

www.flottweg.com<br />

26 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

WERTSTEIGERUNG DER LUPINE<br />

Pflanzliche Proteine in Getränken<br />

In einem von der AiF geförderten Forschungsvorhaben konnten innovative Getränkegrundstoffe<br />

aus Lupinensamen für die Herstellung proteinreicher Getränken gewonnen werden.<br />

Von DR. ISABEL MURANYI, Wissenschaftliche Mitarbeitende, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising,<br />

und STEFAN RITTER, Wissenschaftlicher Mitarbeitender, TUM, Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie, Freising<br />

Das mehrstufige Prinzip beruht<br />

auf der Proteinhydrolyse<br />

der in der Mälzerei<br />

gekeimten und getrockneten Lupinen<br />

(Lupinenmalz) mithilfe der bei<br />

der Saftherstellung produzierten<br />

enzymreichen Säfte. Dabei wurden<br />

die Verfahrensschritte so ausgerichtet,<br />

dass möglichst viele Proteine<br />

aus der ganzen Lupinensaat<br />

abgebaut, in Lösung gebracht werden<br />

und demzufolge im sauren pH-<br />

Bereich in Lösung bleiben. Bei der<br />

vorangestellten Keimung wurden<br />

außerdem antinutritive Inhaltsstoffe,<br />

insbesondere die Oligosaccharide<br />

der Raffinose-Familie, abgereichert.<br />

Durch eine Fermentation mit<br />

Milchsäurebakterien wurde schließlich<br />

das sensorische Profil mit fruchtig-frischen<br />

Aromen abgerundet. Für<br />

die industrielle Umsetzung ist eine<br />

Zusammenarbeit zwischen Saftherstellern<br />

und Mälzereien sowie Mut<br />

zu innovativen Verfahren seitens der<br />

Getränkeproduzenten nötig.<br />

Erfrischende Getränke<br />

mit pflanzlichen Proteinen<br />

aus der Region –<br />

aktuell eine Marktlücke<br />

Seit einigen Jahren ist ein zunehmendes<br />

Interesse an alkoholfreien<br />

Erfrischungsgetränken mit funktionellem<br />

Charakter erkennbar. Dabei<br />

sind im Einzelhandel neben Energydrinks<br />

sowie Sport- und Wellnessgetränken<br />

auch fermentierte Getränke<br />

wie Kombucha oder Wasserkefir<br />

immer präsenter. Ein wichtiger<br />

Aspekt im Lebensmittel- und Getränkesektor<br />

ist das steigende Bewusstsein<br />

der Konsumenten für die<br />

Nahrungsmittel und die damit einhergehende<br />

Forderung nach natürlichen<br />

Inhaltsstoffen. Der besonders<br />

in den Sport- und Wellnessgetränken<br />

oft ausgelobte hohe<br />

Proteinanteil wird zumeist durch<br />

die Nutzung von Molke erreicht.<br />

In Anbetracht des steigenden Anteils<br />

an vegan lebenden Konsumenten<br />

und der Zunahme veganer Produkte<br />

im Sortiment des Einzelhandels wird<br />

schnell ersichtlich, dass dem Einsatz<br />

von pflanzlichem Protein eine immer<br />

größere wachsende Bedeutung zukommt.<br />

Pflanzliche Proteingetränke<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 27


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

Abb. 1<br />

Abb. 2<br />

Abbildung 1, oben:<br />

Keimungsverlauf der Lupine über 10 Tage.<br />

Abbildung 2, links:<br />

pH-abhängiges Löslichkeitsprofil von pflanzlichen Proteinen<br />

am Beispiel der Lupine (adaptiert von Muranyi<br />

et al., 2016; doi: 10.1111/1750-3841.13515). Das<br />

Löslichkeitsminimum der Lupinenproteine befindet sich<br />

sowohl bei einem isoelektrisch gewonnenen (▲), als<br />

auch beim verdünnungsgefällten Proteinisolat (○) im<br />

sauren Milieu. Foto und Grafik: Fraunhofer IVV<br />

28 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

sind bisher jedoch fast ausschließlich<br />

in der Sparte der Milchalterna tiven<br />

zu finden. Vegane protein reiche Erfrischungsgetränke<br />

sind trotz der<br />

zu erwartenden Nachfrage bisher<br />

kaum am Markt erhältlich. Dies liegt<br />

unter anderem an der Löslichkeit<br />

des pflanzlichen Proteins, da diese<br />

im pH-Bereich der Milchalternativen<br />

deutlich höher ist als im sauren Bereich<br />

der Erfrischungsgetränke.<br />

Als Rohstoff für saure und proteinreiche<br />

Erfrischungsgetränke liegen<br />

Lupinen nahe. Sie eignen sich nicht<br />

nur durch ihren hohen Protein gehalt<br />

von über 30 % gut, sondern sind<br />

auch in Deutschland heimisch, wodurch<br />

weite Importwege umgangen<br />

werden. Ihr Anbau bringt durch die<br />

Stickstoffassimila tion zudem einen<br />

düngenden Effekt mit sich und dadurch<br />

wird die Notwendigkeit zum<br />

Ausbringen von Düngemittel in der<br />

Landwirtschaft reduziert. Lupinen<br />

sind zudem gluten- und cholesterinfrei<br />

sowie arm an Purinen. Über eine<br />

verfahrenstechnische Prozessschaltung<br />

sollen die Lupinenprote ine derart<br />

in das Erfrischungs getränk eingebracht<br />

werden, dass diese möglichst<br />

gut löslich sind, wenige begleitende<br />

Antinutritiva aufweisen und sensorisch<br />

ansprechend sind.<br />

Oligosaccharide in pflanzlichen<br />

Rohstoffen – natürlicher<br />

Abbau gelingt durch Keimung<br />

Lupinen, wie auch andere Leguminosen,<br />

enthalten Oligosaccharide der<br />

Raffinose-Familie (RFO) als Speicherstoffe.<br />

Diese RFO bestehen chemisch<br />

gesehen aus einer Saccharoseeinheit,<br />

an welche Galactoseeinheiten<br />

über α-1,6-glykosydische Bindungen<br />

gebunden sind. Je nach Anzahl der<br />

Galactoseeinheiten spricht man von<br />

Raffinose, Stachyose oder Verbascose.<br />

Da uns Menschen die notwendige<br />

Enzymausstattung fehlt, um die<br />

α-1,6-glykosydischen Bindungen zu<br />

spalten, können wir die RFO auch<br />

nicht verstoffwechseln. Folglich gelangen<br />

sie nach dem Verzehr in den<br />

Verdauungstrakt, wo sie von Bakterien<br />

der Darmflora unter Gasbildung<br />

verstoffwechselt werden. Daraus folgen<br />

die für den Verzehr von Bohnen<br />

typischen Flatulenzen, welche sich<br />

individuell bis hin zu abdominalen<br />

Schmerzen steigern können.<br />

Für die Nutzung von Leguminosen<br />

in sauren Erfrischungsgetränken<br />

sind die RFO eine besondere Hürde,<br />

da ihre flatulenzfördernde Wirkung<br />

potentielle Kunden abschrecken<br />

würde und daher untragbar ist.<br />

Deshalb gilt es diese Oligosccha ride<br />

durch möglichst natürliche Verfahren<br />

zu entfernen oder abzubauen.<br />

Als überaus wirksam hat sich die<br />

Keimung der Saaten erwiesen (siehe<br />

Abb. 1). Durch ausreichende Wasseraufnahme<br />

beginnt das Korn, seine<br />

Speicherstoffe abzubauen, um<br />

die notwendigen Nährstoffe für das<br />

Wachstum bereitzustellen. Je nach<br />

Dauer der Keimung können die<br />

RFO stark reduziert oder sogar vollständig<br />

abgebaut werden. Die dabei<br />

freigesetzte Saccharose steht für<br />

die nachfolgende milchsaure Gärung<br />

als Nährstoff zur Verfügung.<br />

Zur Sicherstellung der Lagerfähigkeit<br />

wird das Keimprodukt anschließend<br />

getrocknet.<br />

Aktive Enzyme<br />

aus Säften nutzen<br />

Frische Säfte aus Ananas, Papaya<br />

und Ingwer enthalten unter anderem<br />

die Sulfhydryl-Proteasen Bromelain,<br />

Papain beziehungsweise Zingibain<br />

in aktiver Form, welche kovalente<br />

Proteinbindungen spezifisch<br />

schneiden und so gewissermaßen zu<br />

einer „Vorverdauung“ des Proteins<br />

führen. Die Anwendung von Proteasen<br />

aus Pflanzenmaterial für enzymatische<br />

Fermentationen, etwa zur<br />

Bereitung von Milchprodukten oder<br />

zur Fleischzartmachung, lässt sich<br />

bis in die Antike zurückverfolgen. Bei<br />

der Anreicherung von Getränken mit<br />

sauerlöslichem Leguminosenprotein<br />

ist durch die Proteasen der genannten<br />

Früchte eine Löslichkeitssteigerung<br />

der enthaltenen Proteine zu erwarten.<br />

So konnte auch bereits in<br />

anderen wissenschaftlichen Studien<br />

erfolgreich eine Löslichkeitssteigerung<br />

von Erdnussprotein durch Papain<br />

und von Sojaprotein durch Bromelain<br />

nachgewiesen werden.<br />

Gut lösliche Inhaltsstoffe stellen eines<br />

der wichtigsten Qualitätsparameter<br />

eines Getränkes dar, andernfalls<br />

fallen diese als optisch un attraktiver<br />

Bodensatz am Flaschenboden aus.<br />

Pflanzliche Proteine zeigen ein U-<br />

förmiges Löslichkeitsprofil (siehe<br />

Abb. 2). Bis auf Conglutin γ weisen<br />

alle Lupinenproteine ein Löslichkeitsminimum<br />

im sauren Bereich bei<br />

pH 4,5 auf. Der Grund für die geringe<br />

Löslichkeit der Lupinenproteine<br />

im sauren Bereich liegt an der Größe<br />

sowie ihrem isoelektrischen Punkt.


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

Abbildung 3: Durch ein mehrstufiges Verfahren<br />

lassen sich sensorisch ansprechende und proteinreiche<br />

Getränkegrundstoffe auf Basis der heimischen<br />

Lupine herstellen. Foto: Fraunhofer IVV<br />

Am isoelektrischen Punkt ziehen<br />

sich die Ladungen der<br />

Proteinseiten ketten optimal an,<br />

dadurch aggregiert das Protein<br />

und sedi mentiert zu Boden. Ein<br />

saurer pH-Wert ist jedoch charakteristisch<br />

für Erfrischungsgetränke,<br />

wie Limonaden- und<br />

Cola-Getränke.<br />

Eine Möglichkeit, das Ausfallen<br />

der Proteine zu verhindern, ohne<br />

dabei auf den erfrischenden Charakter<br />

verzichten zu müssen, ist,<br />

die Proteine enzymatisch zu zerkleinern.<br />

Dies kann zum Beispiel<br />

über eine Aktivierung der endogenen<br />

proteolytischen Enzyme<br />

bei der Keimung geschehen.<br />

So kann beispielsweise die Verwendung<br />

von proteasereichen<br />

Frucht- und Gemüsesäften diesen<br />

Effekt auf besonders natürliche<br />

Art und Weise unterstützen.<br />

Im Forschungsprojekt wurde<br />

das Lupinenmalz zunächst geschrotet,<br />

um die Kotyledonarzellen<br />

aufzubrechen und mit<br />

den frisch gepressten Gemüseund<br />

Fruchtsäften vermischt. Dadurch<br />

wurden die Lupinenproteine<br />

optimal zugänglich für die<br />

Proteasen aus den Säften. Besonders<br />

bewährt für die Löslichkeitssteigerung<br />

der Lupinenproteine<br />

haben sich Ingwer- und<br />

unreifer Ananassaft. Sie waren<br />

nicht nur wirtschaftlich interessant,<br />

sondern ließen sich<br />

insbesondere bezüglich der<br />

Saftherstellung und technischen<br />

Verarbeitung gut umsetzen.<br />

Nach dem Abtrennen der festen<br />

Mehlbestandteile bleibt ein beträchtlicher<br />

Anteil der Lupinenproteine<br />

und löslichen Fasern im<br />

Saft zurück. Sensorisch sind jedoch<br />

Lupi nen- typische Aromaeindrücke<br />

wie bohnig, nach Pappe,<br />

käsig, erdig, fettig, metallisch<br />

und ein bitterer Geschmack<br />

wahrnehmbar. Der Grund dafür<br />

sind die neben den proteolytisch<br />

aktiven Enzymen auch im Saft<br />

enthaltenen lipolytischen Enzyme,<br />

welche die Öle und mehrfach<br />

ungesättigten Fettsäuren<br />

der Lupine zu spezifischen Aromastoffen,<br />

vorrangig aliphatische<br />

Aldehyde (n-Pentanal, n-<br />

Hexanal), oxidieren. Außerdem<br />

können die bei der Proteolyse<br />

entstandenen Peptide niedrigen<br />

Molekulargewichts in Abhängigkeit<br />

ihres Aufbaus und der Zusammensetzung<br />

einen bitteren<br />

Geschmack hervorrufen. Hydrophobe<br />

Aminosäurenreste scheinen<br />

primär für den bitteren Geschmack<br />

verantwortlich zu sein.<br />

Veredelung durch<br />

mikrobielle Fermentation<br />

Milchsäurebakterien sind in der<br />

Lage, den Zuckergehalt von<br />

Fruchtsäften durch nichtalkoholische<br />

Fermentation zu reduzieren<br />

und damit den Kaloriengehalt<br />

zu verringern. Sie bauen dabei<br />

vorrangig Glucose, Fructose<br />

und auch Saccharose ab. Doch<br />

nicht nur für den Abbau der enthaltenen<br />

Zucker erweist sich die<br />

Fermentation von Vorteil. Während<br />

der Fermentation werden<br />

auch Geschmacksstoffe (Genusssäuren,<br />

wie Essig- oder Milchsäure)<br />

und Aromen (Ethylacetat, Damascenon)<br />

gebildet, welche das<br />

Produkt mit fruchtigen Noten<br />

positiv verändern können. Die<br />

Aromaentwicklung hängt dabei<br />

primär vom ausgewählten Milchsäurestamm<br />

ab. Des Weiteren<br />

können Mikroorganismen die<br />

Bitterkeit reduzieren, da sie eine<br />

wichtige Quelle für Exopeptidasen<br />

darstellen, welche ins Medium<br />

abgegeben werden und das<br />

terminale Ende von Bitterpeptiden<br />

abbauen können.<br />

Durch gezielte Auswahl der<br />

Mikroorganismen konnte im<br />

Rahmen des Forschungsprojekts<br />

AiF 20386 N eine deut liche Reduktion<br />

des Zuckergehalts durch<br />

eine mikrobielle Fermentation<br />

erzielt werden. Dabei wurde<br />

erfolgreich der Einfluss der<br />

Fermentation auf die Reduktion<br />

der lupinentypischen Aromastoffe<br />

sowie der Bitterkeit<br />

genutzt. Das sensorische Profil<br />

des Getränks wurde durch<br />

fruchtig-frische Gäraromen abgerundet.<br />

Die dabei entstandenen<br />

organischen Säuren trugen<br />

entscheidend zum erfrischenden<br />

Charakter des Getränkegrundstoffs<br />

bei und erhöhten<br />

durch die Absäuerung gleichzeitig<br />

die biologische Sicherheit<br />

des Produktes. Nach dem Trocknen<br />

wurde ein sensorisch ansprechender<br />

proteinreicher Grundstoff<br />

erhalten, welcher optimal<br />

mit Fruchtsaftzubereitungen und<br />

Aromatisierungen kombinierbar<br />

ist ( siehe Abb. 3). <br />

Mehr Informationen<br />

www. ivv.fraunhofer.de<br />

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ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

ROHSTOFFE AUS DER NATUR<br />

Aromen, Vitamine und Mineralien<br />

Nahezu alle Zutaten eines Getränkes beeinflussen die Farbe des Endproduktes direkt oder<br />

indirekt. Bereits die Auswahl der Rohstoffe und deren Qualität nimmt direkten Einfluss<br />

auf die Farbe. Das Aussehen von Erfrischungsgetränken in transparenten Verpackungen<br />

ist oft erstes Kaufkriterium. Besonders in alkoholfreien Getränken hat der Trend zu mehr<br />

Natürlichkeit schon lange Veränderungen bewirkt. Hier kommen überwiegend färbende<br />

Lebensmittel oder Farben aus natürlichen Quellen zum Einsatz. Symrise bietet Vitamine<br />

und Mineralien in allen Formen an und legt den Schwerpunkt auf Rohstoffe aus der Natur.<br />

I<br />

m exklusiven Interview informieren<br />

Fachleute der Symrise AG die<br />

Leser der Getränke! <strong>Technologie</strong><br />

& <strong>Marketing</strong>, welche Inhaltsstoffe<br />

beispielsweise die Farbgebungen<br />

eines Getränkes beeinflussen<br />

und was bei der Produktentwicklung<br />

zu bedenken ist.<br />

? GTM: Wird mit bestimmten Inhaltsstoffen<br />

auch die Farbgebung<br />

beeinflusst? Können Sie bitte Beispiele<br />

nennen?<br />

30 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

! Hubertus Schauerte, Technical<br />

Manager: In transparenten Verpackungen<br />

entscheidet oft das Aussehen<br />

als erstes Kriterium über den<br />

Kauf eines Erfrischungsgetränks.<br />

Wenn dieses unappetitlich aussieht,<br />

bleibt es sehr wahrscheinlich<br />

im Regal stehen. Wie trübe ein Getränk<br />

aufgrund seines wertgebenden<br />

Fruchtanteils aussieht und auch<br />

seine Farbe spielen eine besondere<br />

Rolle. Denn das vermittelt bereits vor<br />

dem Verzehr, ob dieses Produkt besonders<br />

fruchtig, saftig oder frisch,<br />

eben lecker schmeckt.<br />

Nahezu alle Zutaten eines Getränkes<br />

beeinflussen die Farbe des Endproduktes<br />

direkt oder indirekt. Bereits<br />

die Auswahl und auch die Qualität<br />

der Rohstoffe nimmt direkten<br />

Einfluss auf die Farbe. Bei einem<br />

fruchthaltigen Getränk kann man<br />

über die richtigen Rohstoffe dem<br />

Getränk die gewünschte Trübung<br />

verleihen. Zudem kann man dem<br />

Getränk mit den jeweiligen Qualitäten<br />

auch eine hellere, dunklere oder<br />

intensivere Farbe verleihen. Mithilfe<br />

von zugelassenen Lebensmittelfarben<br />

kann man die Optik eines<br />

Getränks zusätzlich unterstützen,<br />

standardisieren oder verstärken.<br />

Bei Lebensmittelfarben denken Verbraucher<br />

oft an synthetische Farben.<br />

Dabei findet man diese heute viel<br />

seltener in Getränken als gemeinhin<br />

angenommen. Besonders in alkoholfreien<br />

Erfrischungsgetränken<br />

hat der Trend zu mehr Natürlichkeit<br />

schon lange Veränderungen bewirkt.<br />

Es kommen überwiegend färbende<br />

Lebensmittel oder Farben aus<br />

natürlichen Quellen zum Einsatz.<br />

▶ Färbende Lebensmittel: Zu den<br />

färbenden Lebensmitteln gehören<br />

Säfte und Saftkonzentrate<br />

sowie Frucht- und Pflanzenextrakte.<br />

Diese kann man zum Färben<br />

von Getränken einsetzen. Diese<br />

Stoffe gewinnt man direkt aus<br />

Nahrungsmitteln wie Trauben,<br />

gelben oder schwarzen Karotten,<br />

schwarzen Johannisbeeren,<br />

Paprika, Roter Bete und anderen<br />

Pflanzen. Färbende Lebensmittel<br />

gelten dabei als Zutat mit färbenden<br />

Eigenschaften. Somit entfällt<br />

das Kennzeichnen als Zusatzstoff<br />

mit E-Nummer. Zudem entfallen<br />

die in anderen Bereichen geltenden<br />

Höchstmengen. Aufgrund<br />

des Deklarationsvorteils bieten<br />

färbende Lebensmittel immer<br />

dann die ideale Variante, wenn<br />

Natürlichkeit im Fokus steht.<br />

Foto: Adobe Stock<br />

▶ Natürliche Farben: Natürliche<br />

Farbstoffe orientieren sich an<br />

der Natur. Man extrahiert sie aus<br />

unterschiedlichen Pflanzen, isoliert<br />

und konzentriert sie teilweise.<br />

Dazu zählen zum Beispiel Carotine,<br />

Anthocyane oder Chlorophylline<br />

und auch andere, wie<br />

Zuckercouleure. Wegen ihrer<br />

hohen Reinheit gehören diese<br />

Farbstoffe zu den Zusatzstoffen.<br />

Man muss sie daher mit entsprechender<br />

E-Nummer deklarieren.<br />

▶ Synthetische Farbstoffe: Sie stellt<br />

man mittels chemischer Verfahren<br />

her. Man muss synthetische Farbstoffe<br />

in Lebensmitteln ebenfalls<br />

mit E-Nummern kennzeichnen. Ihr<br />

Einsatz unterliegt präzise festgeschriebenen<br />

Höchstmengen. Zu<br />

ihren bekanntesten Vertretern in<br />

Getränken gehören Chinolingelb,<br />

Tartrazin, Allurarot oder Brillantblau.<br />

Aufgrund einer Änderung in<br />

der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung<br />

müssen in Verkehr gebrachte<br />

Lebensmittel mit bestimmten synthetischen<br />

Farbstoffen seit 2010<br />

bereits den Hinweis „Kann die<br />

Aktivität und Aufmerksamkeit bei<br />

Kindern beeinträchtigen“ tragen.


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

Die richtige Auswahl der geeigneten<br />

Lebensmittelfarbe muss<br />

man bei der Produktentwicklung<br />

bereits zu Beginn bedenken.<br />

Manche Farben eignen sich<br />

nur für bestimmte Produkte. Sie<br />

können mit anderen Zutaten in<br />

Wechselwirkung treten und die<br />

Stabilität beeinflussen. Ascorbinsäure<br />

etwa kann die Farbstabilität<br />

von Carotinen verbessern.<br />

Bei Anthocyanen oder einigen<br />

synthetischen Farbstoffen<br />

führt sie zu einem Verlust der<br />

Farb eigenschaften. Und auch äußere<br />

Einflüsse – wie insbesondere<br />

Hitze und Licht – nehmen<br />

Einfluss auf die Farbe. Das muss<br />

man zu Beginn der Produktentwicklung<br />

ebenfalls bedenken.<br />

Denn für die Auswahl einer geeigneten<br />

Lebensmittelfarbe spielt<br />

die Verpackung des fertigen Getränkes<br />

eine entscheidende Rolle.<br />

Für ein Getränk mit lichtempfindlicher<br />

Farbe sollte man<br />

idealerweise eine lichtundurchlässige<br />

Verpackung wählen.<br />

Darüber hinaus gibt es auch<br />

gewollte Farbveränderungen in<br />

Getränken. So macht sich ein<br />

Barkeeper die Abhängigkeit der<br />

Farben vom pH-Wert eines Getränks<br />

zunutze. So kann er wie<br />

mit Geisterhand aus einem<br />

blauen Gin mit Zugabe von Tonic<br />

Wasser einen pinkfarbenen Gin-<br />

Tonic zaubern.<br />

? GTM: Bieten Sie neue Getränkekonzepte<br />

mit natürlichen<br />

Vitaminen an?<br />

! Sandra Hemminger, Segment<br />

Lead Juice & Water: Bei<br />

Symrise sehen wir einen Trend<br />

zu funktionalen Getränken weltweit.<br />

Diese Funktionalitäten<br />

gehen mittlerweile über „immunverstärkend“<br />

oder „antioxidativ“<br />

hinaus. Sie berühren<br />

unterschiedlichste Bereiche, wie<br />

zum Beispiel „entgiftend“, „verschönernd“,<br />

„entspannend“,<br />

„beruhigend“ u.v.m., abhängig<br />

davon, was Verbraucher wünschen.<br />

Seit Ausbruch der Pandemie<br />

hat dieser Trend deutlich an<br />

Fahrt aufgenommen.<br />

Im Moment enthalten die<br />

meisten Produkte am Markt zugesetzte<br />

Vitamine oder Mineralien.<br />

Nur wenige davon sind mit<br />

Vitaminen aus der Pflanze hergestellt.<br />

Dabei lassen sich Getränke<br />

mit natürlichem Vitamin C aus<br />

Acerola oder natürlichem Provitamin<br />

A aus Karotte relativ einfach<br />

darstellen. Demgegenüber<br />

gibt es andere Vitamine, die sich<br />

speziell in Getränken nur schwer<br />

einarbeiten lassen, wie Vitamin D<br />

aus Pilzen oder tierischen Lebensmitteln.<br />

Neben dem natürlichen<br />

Vorkommen von Vitaminen<br />

in Lebensmitteln und deren Einsetzbarkeit<br />

in Getränken stellt oft<br />

auch der Preis dieser Rohstoffe<br />

eine Hürde für Verbraucher dar.<br />

Symrise bietet diese Vitamine<br />

und Mineralien in allen Formen<br />

an und legt den Schwerpunkt auf<br />

Rohstoffe aus der Natur. Denn<br />

gemeinsam mit unseren Nutrition-Kollegen<br />

können wir aktive<br />

Substanzen in unsere Produkte<br />

integrieren. Das haben wir in den<br />

vergangenen Jahren bereits gezeigt<br />

und wir wollen diesen Bereich<br />

weiter aus bauen. So können<br />

wir unsere Getränkekonzepte<br />

mit Polyphenolen aus Äpfeln,<br />

Erdbeeren oder Blaubeeren anreichern.<br />

Polyphenole sollen dabei<br />

helfen, oxidativen Stress zu verringern.<br />

Gleichzeitig schätzt man<br />

sie auch für die mentale Gesundheit.<br />

Ganz wichtig: Dabei gilt zu<br />

beachten, dass die Europäische<br />

Behörde für Lebensmittelsicherheit<br />

(EFSA) den Einsatz so genannter<br />

Health Claims, also Gesundheitsversprechen,<br />

bezogen<br />

auf Polyphenole noch autorisieren<br />

muss. Somit bleibt es spannend,<br />

wie sich die funktionale<br />

Landkarte in der Zukunft entwickelt<br />

und was wir in den Regalen<br />

aus den Getränkekonzepten und<br />

-lösungen von Symrise sehen.<br />

Wir bleiben auf jeden Fall dran<br />

und entwickeln ständig weiter.<br />

? GTM: Gibt es Konzepte<br />

zur Reduzierung von Zucker?<br />

! Natalia Khashkovskaya,<br />

Business Develoment Manager/Taste<br />

Modulation: Wir<br />

haben bereits zahlreiche Geschmackskonzepte<br />

für zuckerreduzierte<br />

Getränke mit unseren<br />

Kunden umgesetzt. Gleichzeitig<br />

setzen wir unsere Entwick-<br />

BETRIEBSKOSTEN SENKEN.<br />

PROZESSSICHERHEIT<br />

STEIGERN.<br />

SMART AIR INJECTION.<br />

Smart Air Injection von SEEPEX ist die effiziente Lösung, um Medien mit einem variablen Feuchtegehalt von 60 %<br />

bis 85 % energieeffizient und kostensenkend zu fördern. Und das sogar auch auf Distanzen bis zu 1000 Metern.<br />

• Senken des Druckluftverbrauchs um bis zu 80 %<br />

• Betriebskostenoptimierung durch geringeren<br />

Energiebedarf<br />

• Steigerung der Prozesssicherheit, durch<br />

geringere Störanfälligkeit des Förderprozesses<br />

• Förderdistanzen bis zu 1000 Meter<br />

• Hohe Prozessflexibilität für den Medientransport mit<br />

variablem Feuchtegehalt<br />

• Steigerung der Prozesseffizienz durch reduzierte<br />

Durchlaufzeiten<br />

• Einfache Einbindung in vorhandene<br />

Automatisierungs- und Leitsysteme<br />

SEEPEX GmbH | T +49 2041 996-0 | www.seepex.com


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

Aromaanwendung bei Getränken: Genutzt wird das reichhaltige Angebot der Natur mit Geschmackskonzepten<br />

für Getränke, die Natürlichkeit in allen Facetten adressieren. Foto: Symrise<br />

lungsarbeit in dem Bereich fort. Denn<br />

eine der am schnellsten wachsenden<br />

Nachfragen bezieht sich auf „besserfür-mich“-Getränke<br />

mit einem natürlichen<br />

und ausgewogenen Maß an<br />

Süße. Wir haben uns eingehend mit<br />

dem Verbraucherverhalten beschäftigt<br />

und haben uns darauf konzentriert,<br />

die Vielfalt der sensorischen Präferenzen<br />

zu erkunden. Wir haben Studien<br />

durchgeführt, um Geschmackslösungen<br />

zu entwickeln, die aktuelle Geschmacksvorlieben<br />

von Verbrauchern<br />

erfüllen. Die daraus resul tierenden Lösungen<br />

balancieren den Geschmack<br />

eines reduzierten Zuckergehalts vom<br />

Erfrischungsgetränk bis Cocktails aus<br />

und ermög lichen gleichzeitig den maximalen<br />

Genuss auf verschiedene Art<br />

und Weise und für vers chiedene Verbrauchertypen.<br />

Besonders hervorheben wollen<br />

wir unsere Studie zur Wahrnehmung<br />

von süßem Geschmack in Europa,<br />

Afrika und dem Nahen Osten, die<br />

wir kürzlich durchgeführt haben. Sie<br />

hat ergeben, dass es mehrere Wege<br />

gibt, den Zuckergehalt zu reduzieren<br />

und gleichzeitig die Geschmackspräferenzen<br />

zu erfüllen.<br />

▶ Route 1: Schmeckt genauso süß<br />

wie die Vollzucker-Version und<br />

33 % der Befragten bevorzugen<br />

sie.<br />

▶ Route 2: Schmeckt ähnlich und<br />

weniger süß und 20 % der Verbraucher<br />

bevorzugen diese Route.<br />

▶ Route 3: Die dritte Gruppe von<br />

etwa 22% verhält sich experimentierfreudiger.<br />

Sie suchen<br />

nach einer neuen, einzigartigen<br />

Geschmackskomposition und<br />

akzeptieren einen Geschmacksunterschied<br />

zur Vollzucker-Version.<br />

In einer weiteren Studie zum<br />

„ Idealen Süßegrad“ aus dem Jahr<br />

2019 für Cola CSD (kohlensäurehaltige<br />

Erfrischungsgetränke) in<br />

Deutschland hat Symrise den optimalen<br />

Süßegrad für verschiedene<br />

Zuckergehalte von 106 g/l bis<br />

75 g/l Zucker ermittelt. Die Studie<br />

bestätigte die Ergebnisse und zeigte<br />

zudem, dass Verbraucher eine<br />

Getränke probe mit 75 g/l als zu wenig<br />

süß wahrnahmen. Mit dem Wissen,<br />

dass Zuckerreduktion in Getränken<br />

das Gesamtgeschmacksprofil<br />

und die Dynamik des süßen<br />

Geschmacks im Mundgefühl beeinflusst,<br />

führte Symrise eine zweite<br />

Studie durch und versuchte, die<br />

Präferenz von Verbrauchern für zuckerreduzierte<br />

Produkte durch die<br />

Zugabe von Symrise Symlife ® , seiner<br />

Lösung zum Ausbalancieren von<br />

Geschmack, zu erhöhen. Den Experten<br />

gelang es, die Gesamtvorliebe<br />

für die zuckerreduzierten Cola-Versionen<br />

85 g/l und 75 g/l durch die<br />

Zugabe der Geschmackslösung von<br />

Symrise deutlich zu erhöhen.<br />

Losgelöst davon, welchen Weg<br />

Verbraucher bevorzugen und welche<br />

Zielgruppe Lebensmittelhersteller erreichen<br />

möchten, unterstützt Symrise<br />

seine Kunden bei der Kalorienreduzierung<br />

in einer Reihe von Getränkeprodukten<br />

– vom Eistee bis zum Erfrischungsgetränk<br />

– und bietet für alle<br />

drei Szenarien das Geschmacksprofil,<br />

das Verbraucher lieben.<br />

? GTM: Was sind die besonderen<br />

Herausforderungen und<br />

Chancen bei der Aromatisierung<br />

von Softdrinks?<br />

! Benjamin Werner, Materials<br />

Management, Projects & Operational<br />

Excellence und Melanie<br />

Wagner, Technical Manager: Die<br />

Herausforderungen sind, dass wir<br />

den Verbraucherwunsch nach mehr<br />

Natürlichkeit in Erfrischungsgetränken<br />

mit Produktstabilität, Kosten<br />

und sinkender Rohstoffverfügbarkeit<br />

in Einklang bringen müsssen.<br />

Die Chancen bei der Aromatisierung<br />

von Softdrinks sind, dass wir<br />

mit innovativen <strong>Technologie</strong>n authentische<br />

Geschmacksprofile liefern<br />

können, die Verbraucher mögen.<br />

? GTM: Sehen Sie neue interessante<br />

Anwendungen für Softdrinks?<br />

Wohin geht die Entwicklung<br />

bei den Softdrinks?<br />

! Benjamin Werner und Melanie<br />

Wagner: Erfrischungsgetränke entwickeln<br />

sich in unterschiedlichste<br />

Richtungen weiter: Natürliche Getränke<br />

erfreuen sich zum Beispiel<br />

großer Beliebtheit. Dabei geht es<br />

vorrangig um natürliche Zutaten.<br />

Wir nutzen das reichhaltige Angebot<br />

der Natur mit Geschmackskonzepten<br />

für Getränke, die Natürlichkeit<br />

in allen Facetten adressieren. Das betrifft<br />

sowohl Aussehen als auch Geschmack.<br />

Dafür nutzen wir sowohl<br />

bekannte natürliche Früchte und<br />

Gemüse, als auch überraschende,<br />

exotische Zutaten. Oder wir kombinieren<br />

bekannte Zutaten mit ungewöhnlichen<br />

Blumenaromen.<br />

Des Weiteren achten Verbraucher<br />

vermehrt darauf, welche Produkte<br />

sie wählen. Sie versuchen, ihren täglichen<br />

Zuckerkonsum zu reduzieren<br />

oder ganz auf zuckerhaltige Produkte<br />

zu verzichten. Die geringe Auswahl<br />

an zuckerreduzierten Produkten, als<br />

schlecht empfundener Geschmack<br />

oder fehlende natürliche Süße zählen<br />

zu den Hauptgründen, warum nur<br />

wenige Verbraucher tatsächlich zu<br />

zuckerreduzierten Produkten greifen.<br />

Infolge vermehrt auftretender<br />

Fettleibigkeit und chronischer Krankheiten<br />

wollen zahlreiche Regierungen,<br />

die WHO und Nichtregierungsorganisationen<br />

den Zuckerkonsum<br />

mit Gesetzen und Initiativen regeln.<br />

So haben mehr als 35 nationale Regierungen,<br />

Bundesstaaten und Städte<br />

bereits Zuckersteuern eingeführt.<br />

Nach der Veröffentlichung des Globalen<br />

Aktionsplans der WHO für die<br />

Prävention und Kontrolle nicht übertragbarer<br />

Krankheiten, für den Zeit-<br />

32 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Forschung- und Entwicklung<br />

raum von 2013 bis 2020 rückte<br />

die Zuckerreduzierung in den<br />

Fokus der Industrie. Als Reaktion<br />

auf diese Initiativen haben<br />

sich viele globale Marken dazu<br />

verpflichtet, den Nährwerts ihrer<br />

Produkte zu optimieren.<br />

In diesem Kontext helfen etablierte<br />

und neue Kennzeichnungssysteme<br />

wie das britische Ampelsystem<br />

oder der Nutriscore Verbrauchern,<br />

sich beim Einkauf zu orientieren.<br />

Gleichzeitig wünschen sich Verbraucher,<br />

dass Produkte mit weniger<br />

Zucker gut schmecken und<br />

im Idealfall weniger Kalorien enthalten.<br />

Eine Kaufsimulation zeigt,<br />

dass sich 75 % der Verbraucher in<br />

fast allen Produktkategorien für<br />

zuckerreduzierte Varianten entscheiden<br />

würden, wenn ihnen<br />

diese schmecken.<br />

Innovative und mutige Geschmackspaarungen,<br />

die Spaß<br />

und Spannung bringen, wie exzentrische<br />

Hybride, – Spaß und<br />

Verspieltheit liefern weiter die<br />

Triebfedern für Getränkeinnovationen,<br />

zum Beispiel mittels überraschender<br />

Kombinationen von<br />

Geschmacksrichtungen, Zutaten<br />

oder Kategorien.<br />

Qualität schlägt Quantität: Verbraucher<br />

entdecken vermehrt „erwachsene“<br />

Geschmacksrichtungen<br />

bei Erfrischungsgetränken als<br />

Alterna tive zu alkoholischen Getränken.<br />

Die Konsumanlässe verlagern<br />

sich von tagsüber mit der<br />

Familie zu geselligen abendlichen<br />

Treffen. Gleichzeitig trinken jüngere<br />

Verbraucher Spirituosen eher<br />

gemischt oder als Teil eines Cocktails.<br />

KEGs (kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke)<br />

gewinnen an<br />

Komplexität. Symrise kann dabei<br />

helfen, kohlensäurehaltige Getränke<br />

in eine Premium- Option<br />

zu übersetzen. Diese differenziert<br />

sich in puncto Inhaltsstoffe, Verfahren<br />

und Geschmack. Kunden<br />

erhalten eine Farbe oder einen<br />

Geschmack mit eigener Handschrift,<br />

die wir speziell für ihr Getränkekonzept<br />

entwickeln.<br />

▶ Anhaltender Trend zu<br />

Authentizität, Natürlichkeit<br />

und nachhaltigen Rohstoffen<br />

aus der Natur.<br />

▶ Kräuter und andere Pflanzenrohstoffe,<br />

denen man eine<br />

beruhigende Wirkung<br />

zu schreibt. Diese eignen sich<br />

für viel beschäftigte Verbraucher,<br />

die sich Getränke<br />

wünschen, die das psychische<br />

Wohlbefinden unterstützen<br />

(zum Beispiel Melisse,<br />

Thymian, Rosmarin, Salbei,<br />

Minze, Oregano, Wacholder).<br />

▶ Leckere, als gesünder geltende<br />

alternative Zutaten und<br />

die Zugabe und Kombination<br />

von funktionalen Inhaltsstoffen<br />

(wie beispielsweise<br />

Kaffee mit Vita minen, Bier<br />

mit Ginseng, Matcha-Wein,<br />

Limo nade mit Kombucha)<br />

▶ Kreative, spielerische Herangehensweise<br />

an Inhalts stoffe,<br />

Geschmacksrichtungen und<br />

Rezepturen, Vermischen von<br />

Getränkekategorien und<br />

angesagte Marken sowie<br />

interessantere alkoholfreie<br />

Alternativen<br />

▶ Kontrastierende Geschmacksrichtungen<br />

und Texturen<br />

sowie wechselnde Farben<br />

WIR WISSEN AUCH, WO.<br />

und Texturen für sensorische<br />

Überraschungen (dies<br />

sind beispielsweise fest und<br />

flüssig, weich und hart, süß<br />

und schmackhaft, von flach<br />

zu funkelnd, von durchsichtig<br />

zu bunt, wenn sie<br />

mit Luft in Berührung kommen<br />

usw.)<br />

! GTM: Für das Gespräch<br />

und die umfangreichen Informationen<br />

sagen wir Ihnen<br />

vielen Dank.<br />

Mehr Informationen<br />

www.symrise.com<br />

IHRE SERVICELÖSUNG VON<br />

? GTM: Was sind die interessantesten<br />

Geschmackstrends<br />

aus Ihrer Sicht?<br />

! Michelle Schneider, Junior<br />

<strong>Marketing</strong> Manager BU Beverages:<br />

An künftigen Geschmacksrichtungen<br />

können wir<br />

Folgendes beobachten:<br />

Ihr KHS-Service für Linien optimierung<br />

holt neue Leistung aus Ihren bestehenden<br />

Anlagen.<br />

Je länger eine Maschine in Betrieb ist, umso mehr sinkt ihre Effizienz. Die Gründe dafür sind vielfältig und auf<br />

den ersten Blick nicht immer erkennbar. Unser Service für Linienoptimierung durchleuchtet Ihre Anlagen umfassend,<br />

deckt alle Schwachstellen auf und optimiert Ihre Maschineneffizienz um bis zu 30 Prozent. Interesse?<br />

khs.com/line-optimization


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends<br />

WERBESPRACHLICHE WORTNEUSCHÖPFUNGEN<br />

Bärige Ideen<br />

Schattige Waldwege, dabei knirschende Kieselsteine oder weich-erdige Pfade unter<br />

den Füßen und fröhliches Vogelgezwitscher in der Luft. Wer in der Natur Ruhe und<br />

Entspannung sucht, um dem Alltagsstress zu entrinnen, dem verschafft eine abwechslungs<br />

reiche Wanderung durch Baum und Strauch die notwendige Erholung. Wie sehr<br />

sich allerdings im Lauf der Jahrhunderte die kulturelle Ansicht des Menschen über „die<br />

Natur“ geändert hat, zeigt ein Blick in die Kulturgeschichte: Bis zum 17. Jahrhundert<br />

galten die nicht vom Menschen besiedelten Wälder als unheimliche Wildnis, verlassen<br />

von Gott, die gefährlich war und in der nur Außenseiter noch Zuflucht fanden. Man<br />

denke dabei an die bekannte mittelalterliche Ballade des Gesetzesbrechers und Räubers<br />

Robin Hood, der in die Wälder geflohen war und dort sein räuberisches Unwesen trieb.<br />

34 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

Mehr Selbstbedienung<br />

Mittlerweile ist aber die Zivilisation<br />

weit in die Bereiche der Natur vorgerückt<br />

und selbst auf hohen Berghütten<br />

winken dem müden Wanderer<br />

oder Kletterer nach seiner ausgiebigen<br />

Tagestour eine passende<br />

Herberge sowie Essen und Trinken.<br />

Und die vergangenen Monate haben<br />

sichtbar einen Trend ausgeweitet,<br />

der sich bereits vor Corona hier<br />

und da langsam angedeutet hat und<br />

der dann aufgrund pandemiebedingt<br />

geschlossener Gastronomie und der<br />

erschwerten Verkaufsmöglichkeiten<br />

von Ladengeschäften immer mehr<br />

an Attraktivität gewann: SB-Automaten,<br />

die verschiedenste Lebensmittel<br />

und Getränke zur Auswahl anbieten.<br />

Hierbei kann der Konsument einfach<br />

seine gewünschte Ware eintippen,<br />

Geld einwerfen und vom Apfelschorle<br />

bis zur Leberwurst im Glas können<br />

die verschiedensten Konsumgüter in<br />

dieser Form angeboten werden. Dies<br />

funktioniert dazu noch 24 Stunden<br />

rund um die Uhr und ohne Aerosolbelastung<br />

in geschlossenen Räumen.<br />

Derart kann auch die Getränkeindustrie<br />

diese attraktive Verkaufsmöglichkeit<br />

für sich nutzbar machen.<br />

Schließlich profitieren davon<br />

ebenfalls etwa gastronomische Betriebe,<br />

deren Sitzplätze zu besonders<br />

stark frequentierten Zeiten alle<br />

belegt sind. Der durstige Kunde<br />

greift in dieser Situation alternativ<br />

zum SB-Automaten vor dem Lokal<br />

und wählt so zwischen der Holunder-<br />

oder Johannisbeersaft-Schorle,<br />

nachdem ihn Wanderung oder Spaziergang<br />

zuvor müde und vor allem<br />

durstig gemacht haben. Schließlich<br />

sind selbst auf diversen Berghütten<br />

mittlerweile Kaffee-Vollautomaten<br />

angekommen und so kann in luftiger<br />

Höhe die besondere Kaffeespezialität<br />

genossen werden.<br />

376 Jahre Tradition,<br />

748 Prämierungen, 24 Biere<br />

Wer im Verbreitungsgebiet der<br />

Schwarzbräu GmbH aus Zusmarshausen<br />

auf Schusters Rappen unterwegs<br />

ist, der trifft mit etwas Glück<br />

auf einen SB-Automaten oder einen<br />

gastronomischen Betrieb, der als<br />

Durstlöscher die leckeren Getränkekreationen<br />

des Zusmarshausener<br />

Familienbetriebs vorhält. Und tatsächlich<br />

kann sich Schwarzbräu mit<br />

dem Qualitätsmerkmal schmücken,<br />

Fotos: Schwarzbräu GmbH


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends<br />

Deutschlands meistprämierte<br />

Brauerei zu sein. Im Jahr erhielt<br />

2010 erhielt Schwarzbräu<br />

den Bundesehrenpreis und wurde<br />

2015 unter anderem als<br />

Deutschlands beste Brauerei<br />

ausgezeichnet. Und so können<br />

die Schwarzbräu-Bierbrauer mit<br />

einer stolzen Statistik aufwarten:<br />

376 Jahre Tradition umfassen<br />

748 Prämierungen und<br />

24 Biere. Auch im Mai <strong>2021</strong><br />

erhielten die emsigen Macher<br />

für alle vier ihrer eingereichten<br />

Biere einen Goldpreis beim International<br />

Craft Beer Award.<br />

Das bedeutet, die drei Weißbiere<br />

(Hell, Leicht und Dunkel) sowie<br />

das Schwarzbräu Light & Fit<br />

durften sich über die Auszeichnungen<br />

freuen.<br />

Doch nicht nur die alkoholischen<br />

Biergetränke von Schwarzbräu<br />

überzeugen. Auch die alkoholfreien<br />

Limonaden-Getränke<br />

müssen sich nicht hinter den prämierten<br />

Sorten verstecken, denn<br />

sie sind förmlich „bärenstark“.<br />

Unter dem Marken label „Alaska“<br />

ziert die Flaschen ein freundlicher<br />

Eisbär auf der Scholle.<br />

„Alaska – Für den Bärendurst“<br />

heißt hier der Claim folgerichtig,<br />

und dahinter stecken tatsächlich<br />

erfrischende Durstlöscher, die jeder<br />

Wanderung noch den besonderen<br />

Getränke-Kick verleihen.<br />

Ganz neu gesellt sich zu<br />

dieser erfolgreichen Reihe der<br />

Softgetränke seit Juni die Sorte<br />

„Holunder Schorle“, die mit<br />

Grüntee verfeinert ist und damit<br />

auch den Trend zu Tee-<br />

Softgetränke- Mischungen aufgreift.<br />

Ein Blick auf die Zutatenliste<br />

gibt Auskunft, was den<br />

Konsumenten bei dem diesjährigen<br />

„Newcomer“ erwartet:<br />

Wasser, Zucker, 4 % Apfelsaft<br />

aus Apfel saftkonzentrat,<br />

Kohlensäure, Säuerungsmittel:<br />

Apfel- und Zitronensäure, natürliches<br />

Aroma, 0,05 % Grünteeextrakt,<br />

Holunderblütenextrakt<br />

sowie karamellisiertes Apfelsaftkonzentrat<br />

und das Antioxidationsmittel<br />

Ascorbinsäure.<br />

Wer aber dem Gefühl von<br />

Bergwiesen-Aroma auf der Zunge<br />

durch das Holunder-Grüntee-<br />

Schorle ein Johannisbeersaft-<br />

Schorle vorzieht, kann bei der<br />

„Johannisbeer-Schorle Alaska<br />

Fitness“ zugreifen. Hergestellt<br />

aus herb-frischen Beeren und<br />

ohne Zuckerzusatz, stellt sich die<br />

Liste der Inhaltsstoffe wie folgt<br />

dar: 50 % Johannisbeernektar –<br />

bestehend aus Wasser, 12,5 %<br />

Johannisbeersaft aus Johannisbeersaftkonzentrat,<br />

Zucker und<br />

natürlichem Aroma – treffen<br />

auf 50 % Tafelwasser (Wasser<br />

und Kohlen säure). Eine prickelnde<br />

Mischung also, die als Klassiker<br />

wunderbar geeignet ist, den<br />

sommerlichen Wanderdurst zu<br />

stillen. Ob ein prämiertes, kühles<br />

Bier zum Feierabend oder<br />

die durstlöschende Schorle beim<br />

Ausflug oder Streifzug durch die<br />

Natur – mit Schwarzbräu rinnt<br />

qualitätsreiche Vielfalt durch die<br />

ausgetrocknete Kehle.<br />

Alles ganz schön crazy<br />

Ob der SB-Automat, das Wandkühlregal<br />

im Supermarkt oder<br />

der heimische Kühlschrank –<br />

wenn sich darin die Produktlinie<br />

„granini Sensa tion“ der Eckes-<br />

Granini Deutschland GmbH<br />

aus Nieder-Olm befindet, ist ein<br />

überraschender Geschmack im<br />

Glas garantiert.<br />

Granini hat für drei „Crazy<br />

Sorten“ verschiedene Wohlfühlkreationen<br />

ausgelotet und<br />

sich damit – in einer wunderbar<br />

durchdachten Mischung aus<br />

Altbekanntem und Trendigem –<br />

für bisher noch weitgehend unentdeckte<br />

Kombinationen entschieden,<br />

die Spaß ins Glas bringen.<br />

Diese Neu interpretationen<br />

von Saft kommen in den Sorten<br />

„Minty Melon“, „Rosy Berry“<br />

und „Vanilla Passion“ daher.<br />

Was steckt nun dahinter?<br />

Während sich bei „Minty Melon“<br />

Honigmelone und Mango<br />

mit dem kulinarischen Charme<br />

der Minze ergänzen, gehen bei<br />

„Rosy Berry“ rote Früchte eine<br />

geschmackvolle Liaison mit einem<br />

Hauch von Rose ein. Last<br />

but not least wartet die „ Vanilla<br />

Passion“ mit einem leidenschaftlichen<br />

Mix von Mango, Maracuja<br />

und Vanille auf der Zunge<br />

auf. Dabei ist für die Macher<br />

von „ granini Sensation“<br />

klar: Alles kommt bezüglich<br />

der Ingredienzien ohne künstlichen<br />

Schnickschnack in die<br />

Flasche, da die Minze und Vanille<br />

als Extrakte und natürliche<br />

Aromen zugefügt werden und<br />

die Geschmacksrichtung Rose<br />

allein durch natürliche Aromen<br />

den Weg in den Saft findet.<br />

Doch nicht nur in der Flasche,<br />

auch bei der Produktwerbung<br />

zeigt sich die Eckes- Granini<br />

Deutschland GmbH fantasievoll.<br />

Trickreiche Wortspiele sollen das<br />

Außergewöhnliche des Inhalts<br />

dieser drei „sensationellen Mischungen“<br />

verstärken und den<br />

Fokus auf den innovativen Charakter<br />

der Getränke lenken.<br />

Auf die rhetorisch gestellte<br />

Frage: „Was ist das Besondere<br />

an dem Produkt?“ erhält<br />

der Konsument drei verschiedene,<br />

auch sprachlich maßgeschneiderte<br />

Antworten. Da<br />

„ Vanilla Passion“ (Vanille, Mango<br />

und Maracuja) mit der neuartigen<br />

Kombination von Vanille<br />

Fotos: Eckes-Grannini Deutschland GmbH<br />

im Fruchtsaft glänzen kann, ist<br />

auch die Antwort darauf erst<br />

eine ungläubige Rückfrage:<br />

„ Vanillst Du uns auf den Arm<br />

nehmen?“ Denn es ist klar, dass<br />

Vanilla Passion mega lecker ist.<br />

„ Minty Melon“ (Minze, Honigmelone<br />

und Mango) spielt ebenfalls<br />

die „Erstaunte“ und antwortet:<br />

„Dass Du es jetzt weißt,<br />

ist doch wohl das Minzeste“.<br />

Und „Rosy Berry“ (Rose und<br />

rote Früchte) zieht selbstverständlich<br />

ebenfalls nach: Auf<br />

die rhetorische Frage des Herstellers,<br />

was ihre Besonderheit<br />

ausmacht, wird die Antwort in<br />

einem kleinen Gedicht vorgestellt:<br />

„Rosen sind rot, Veilchen<br />

sind blau, Granini ist lecker, das<br />

weißt Du genau.“<br />

Werbesprachliche Stilmittel<br />

Mit einprägsamen Neologismen<br />

(ergo Wortneuschöpfungen)<br />

als werbesprachliches Stil-<br />

mittel wird die Aufmerksamkeit<br />

des Konsumenten bereits seit<br />

längerem auf die außergewöhnlichen<br />

Produkteigenschaften gelenkt.<br />

Neologismen-Klassiker der<br />

Werbesprache, wie die „Aprilfrische“<br />

von Lenor aus den 60er<br />

Jahren, zeigen, wie die Unverwechselbarkeit<br />

eines Produktes<br />

dem Käufer auch sprachlich<br />

näher gebracht werden kann.<br />

Neue Fruchtsafterleb nisse und<br />

neue Wortschöpfungen – in einer<br />

Zeit, in der sich viele durch<br />

die letzten Monate ausgelaugt<br />

fühlen, klingt solch ein progressiver<br />

Weg des Neuen vielversprechend.<br />

Zudem werden<br />

die Granini- Sensation-Sorten<br />

seit Anfang August dieses Jahres<br />

ganz aktuell bildstark durch<br />

Werbe clips der Kreativagentur<br />

MAYD aus Hamburg begleitet.<br />

Fazit: Neuer Inhalt, frischer<br />

Wind und starke Worte als Leitlinien<br />

sorgen allenthalben für<br />

eine hoffnungsvolle Zukunft auf<br />

dem Getränkemarkt. Dr. B. Sch.<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 35


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromenvielfalt beim Wein<br />

VARIATIONEN BEI WEINEN<br />

Deutsche Weine – Rebsorten,<br />

Bouquet und Weinstilistik<br />

Durch die Variation von Rebsorte, Herkunft, Alter, weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen<br />

Faktoren ergibt sich bei Wein eine faszinierende Vielfalt an Düften. Dieser Artikel<br />

soll einen kleinen Einblick vermitteln, wie die Diversität zustande kommt und welchen<br />

Einfluss dabei die Rebsorte und der Ausbau der Weine – also alles, was nach Ankunft der<br />

Trauben im Keller passiert – haben.<br />

Von DR. RAINER AMANN, Referat Weinchemie, Staatliches Weinbauinstitut Freiburg (WBI), Freiburg im Breisgau<br />

Vinotorium der Oberkircher<br />

Winzer eG (Baden):<br />

Viele Meter unter der Erde<br />

residiert das Vinotorium, die<br />

„Kathe drale des Weins“. Ein<br />

vier Meter hohes Boden profil<br />

öffnet den unterirdischen Blick<br />

auf den Renchtäler Granitverwitterungsboden<br />

und das<br />

Wurzelwerk der Rebstöcke.<br />

Foto: Oberkircher Winzer eG<br />

(Baden)<br />

B<br />

is die Trauben in den Keller<br />

kommen, sind schon ganz<br />

viele Entscheidungen gefallen.<br />

Dabei ist es wichtig, dass die<br />

Traubenproduktion und die Weinbereitung<br />

gut auf die Vermarktungsmöglichkeiten<br />

ausgerichtet sind.<br />

Dies beginnt schon bei der Wahl der<br />

angebauten Rebsorten. Die Reben<br />

stehen zumeist 25 bis 40 Jahre. So<br />

weit kann niemand Änderungen<br />

beim Konsumverhalten voraussehen,<br />

auch langfristige Trends können<br />

sich plötzlich wieder umkehren.<br />

Traditionell war Deutschland<br />

ein Weißweinland, 1980 wurde nur<br />

auf 11 % der Fläche Rotwein angebaut.<br />

Dieser Anteil stieg bis 2006 auf<br />

37 % an, ging aber seitdem langsam<br />

zurück auf 33 % im Jahr 2020. Man<br />

braucht Intu ition und auch Glück,<br />

um die richtigen Anpassungen<br />

der Sortenstruktur durchzuführen.<br />

Der Grafik 1 zeigt die prozentualen<br />

Flächenanteile der zwölf am häufigsten<br />

in Deutschland angebauten<br />

Sorten, Rotweinsorten sind an<br />

Lemberger<br />

Trollinger<br />

Kerner<br />

Chardonnay<br />

Portugieser<br />

Sonstige<br />

der roten Schrift erkennbar. Die Sortenvielfalt<br />

und dazu noch die Aufteilung<br />

der Geschmacksarten von<br />

Grafik 1 | Die 12 wichtigsten deutschen Rebsorten nach Anbaufläche (2020)<br />

Silvaner<br />

Weißburgunder<br />

Dornfelder<br />

Grauburgunder<br />

Riesling<br />

Müller-Thurgau<br />

Spätburgunder<br />

Grafik: Dr. Rainer Amann<br />

36 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


Das Vinotorium ist einzigartig in der deutschen Weinkultur. Das moderne Gewölbe<br />

steht für die räumliche Entsprechung des Wein genusses. Authentischer kann ein<br />

Raum für besondere Genießer-Weinproben nicht sein. Zwischen den Lehmwänden<br />

fühlt man sich fast wie im Weinberg. Für dieses einmalige Ambiente wurde der<br />

erste Badische Architekturpreis verliehen.<br />

trocken über halbtrocken, lieblich bis zu<br />

süß machen den deutschen Wein für die<br />

Weinliebhaber besonders interessant, für<br />

das <strong>Marketing</strong> und viele Konsumenten aber<br />

auch sehr kompliziert. Immerhin nehmen<br />

die sechs wichtigsten Sorten zwei Drittel der<br />

Fläche von gut 100.000 ha ein. Einige der<br />

14 Anbaugebiete haben ein klar von einer<br />

Sorte geprägtes Profil, allen voran der Rheingau<br />

mit 78 % Riesling und die Ahr mit 65 %<br />

Spätburgunder, andere setzen auf Vielfalt<br />

oder mehrere Leitsorten. Der Klima wandel<br />

beeinflusst den Weinbau enorm und zum<br />

Teil auch hinsichtlich der Sortenwahl. Die<br />

interna tional sehr verbreiteten Sorten Chardonnay,<br />

Sauvignon blanc, Cabernet sauvignon<br />

und Merlot stehen inzwischen auf 5 %<br />

der deutschen Rebfläche.<br />

Trauben hoher Qualität<br />

Ziel im Weinbau ist natürlich, möglichst gesunde<br />

Trauben von hoher Qualität in den<br />

Keller zu bringen. Dabei müssen die Kosten<br />

der Traubenerzeugung im richtigen Verhältnis<br />

zum erzielbaren Verkaufspreis des<br />

Weines stehen. Auch ökologische Aspekte<br />

spielen nicht nur im Bioweinbau eine große<br />

Rolle. Durch präziser werdende Applikationstechnik<br />

kann man den Einsatz von<br />

Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Die über<br />

weite Strecken sehr nasse Vegetationsperiode<br />

<strong>2021</strong> zeigt aber auch Grenzen<br />

auf. Gerade im ökologischen Weinbau ist<br />

es aufgrund der eingeschränkten Auswahl<br />

an Fungiziden sehr schwierig und zeitaufwendig,<br />

in diesem Jahr einen ausreichenden<br />

Ertrag bei gleichzeitig hoher Qualität<br />

der Trauben zu erzielen.<br />

Die erzielbare Weinqualität wird in hohem<br />

Maß durch die Qualität der Trauben<br />

bestimmt. Ein Großteil der Trauben wird<br />

mit Ernte maschinen (Vollerntern) gelesen.<br />

Das kann nicht so selektiv erfolgen wie<br />

die personalintensive Hand lese. Ist der Gesundheitszustand<br />

der Trauben zu schlecht,<br />

dann kann man vor dem Einsatz des Vollernters<br />

faule Trauben per Hand auf den Boden<br />

schneiden. Inzwischen kann man die<br />

Selektion im Keller durch den Einsatz von<br />

vollautomatischen optischen Traubensortierern<br />

weiter verbessern. Dabei werden<br />

die einzelnen Beeren auf einem Förderband<br />

verteilt, faule Beeren und Verunreinigungen<br />

wie Stiel- und Blattteile optisch erkannt<br />

und aussortiert.<br />

Weine mit Persönlichkeit<br />

Den Weinstil kann man im Keller vielfältig<br />

beeinflussen. Für die Rotweinbereitung mit<br />

Maischegärung, bei der die Beerenhäute<br />

zusammen mit dem Saft vergoren werden,<br />

gibt es sehr unterschiedliche Techniken und<br />

Tankarten. Außerdem ist in Deutschland die<br />

Maischeerhitzung häufig zu finden, bei der<br />

Farb- und Gerbstoffe durch hohe Temperaturen<br />

schon vor der Gärung extrahiert werden,<br />

so dass anschließend wie bei der Weißund<br />

Roséweinbereitung nur der Saft vergoren<br />

wird. Bei der Maischeerhitzung hat man<br />

eine bessere Extraktion der gut wasserlöslichen<br />

Anthocyane (Farbstoffe), während bei<br />

der Maischegärung mithilfe des Alkohols die<br />

Tannine (Gerbstoffe) leichter aus den Schalen<br />

herausgelöst werden. Auch bei den Aromastoffen<br />

gibt es große Unterschiede, zum<br />

Beispiel mehr fruch tige Ester bei den kühler<br />

vergorenen Weinen aus Maische erhitzung,<br />

mehr Beeren aromatik bei Maischegärung.<br />

Lange lagerfähige Weine sehr hoher Qualität<br />

werden ausschließlich mit Maischegärung<br />

erzeugt, die erhitzten haben Vorteile<br />

in der früheren Trinkreife und dem<br />

schnelleren Durchsatz im Keller. Außerdem<br />

wirken sich Anteile an faulem Lese gut bei<br />

Maischeerhitzung deutlich weniger negativ<br />

auf die Weinqualität aus. Bei maischevergorenen<br />

Weinen spielt auch der Einfluss<br />

von Holz eine große Rolle. Neben der Reifung<br />

im Holzfass können gezielt Aromen<br />

von getoastetem Eichenholz in den Wein<br />

gebracht werden. Dies geschieht in höheren<br />

Preissegmenten oft durch Lagerung in<br />

kleinen getoasteten Holzfässern (Barriques,<br />

zumeist ungefähr 225 Liter), vorwiegend in<br />

mittleren Preissegmenten durch die Zugabe<br />

von getoasteten Eichenholzstücken (Chips).<br />

Lagerdauer, Toastungsgrad und andere<br />

Faktoren entscheiden darüber, ob zum<br />

Beispiel eher rauchige Aromen oder Vanille<br />

dominieren. Die geruchliche Ähnlichkeit<br />

ergibt sich hier dadurch, dass über das Holz<br />

teils die gleichen Substanzen in den Wein<br />

gelangen, die man<br />

▶ in Rauch (zum Beispiel Guajacol und<br />

Syringol),<br />

▶ in der Vanilleschote (Vanillin) oder<br />

▶ in der Gewürznelke (Eugenol)<br />

findet. Die Abbildung des Vino toriums<br />

der Oberkircher Winzer in Ortenau/Baden<br />

zeigt beispielsweise, dass man Barriques<br />

gleichzeitig zum Weinausbau und als


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Aromenvielfalt beim Wein<br />

Traube der Sorte Sauvignon blanc. Foto: WBI<br />

Traubensortierer Grapesor<br />

der Armbruster Kelterei-<br />

<strong>Technologie</strong> GmbH zur<br />

optischen Sortierung.<br />

Foto: Armbruster Kellerei-<br />

<strong>Technologie</strong> GmbH<br />

dekora tive Elemente nutzen kann.<br />

Aus Rotweintrauben kann man neben<br />

Rosé durch schnelle Trennung<br />

von Saft und Schalen auch „farblosen“<br />

Wein gewinnen, der dann allerdings<br />

nicht Weißwein, sondern<br />

Blanc de noirs (weißer Wein aus<br />

schwarzen Trauben) heißt. Diese<br />

Vorgehensweise ermöglicht immerhin<br />

eine gewisse Reaktion auf geändertes<br />

Konsumverhalten ohne Änderung<br />

der Sortenstruktur.<br />

Aromastoffe<br />

Der Einsatz von getoastetem Eichenholz<br />

ist eine legale Aromatisierung,<br />

auch wenn er weinrechtlich nicht so<br />

bezeichnet wird. Ansonsten ist aber<br />

der Zusatz von Aromastoffen strikt<br />

verboten. Sortenunterschiede im<br />

Bouquet beruhen darauf, dass traubeneigene<br />

Aromastoffe in unterschiedlichen<br />

Mengenverhältnissen<br />

vorliegen. Die aromatische Sorte<br />

Muskateller hat zum Beispiel hohe<br />

Mengen verschiedener Terpene,<br />

die einzeln oft nach Citrus früchten<br />

oder blumig riechen. In der Kombination<br />

ergibt sich dabei oft ein Duft,<br />

der stark an Holunderblüten erinnert.<br />

Diese Aromastoffe kommen<br />

auch in vielen Blüten und Früchten<br />

vor und einige wie Linalool oder<br />

Geraniol werden sehr vielseitig als<br />

Duftstoffe zum Beispiel in Duschgelen<br />

und Badezusätzen verwendet.<br />

Riesling und Müller-Thurgau haben<br />

die gleichen Terpene wie Muskateller,<br />

allerdings in deutlich geringerer<br />

Konzentration. Außerdem liegen<br />

diese Terpene in der Traube hier<br />

größtenteils an Zucker gebunden<br />

und damit geruchlos vor. Sie werden<br />

erst während der Gärung freigesetzt,<br />

durch Zusatz von Glycosidasen<br />

(Aromaenzymen) kann man<br />

diesen Prozess verstärken.<br />

Trotz sehr viel Forschung zu den<br />

Aromastoffen von Wein kann man<br />

vieles noch nicht erklären. Bei hochwertigen<br />

Rieslingen findet man oft<br />

einen Geruch nach Pfirsich oder Aprikose.<br />

Bei diesen Früchten ist dafür<br />

gamma-Decalacton verantwortlich.<br />

Im Riesling ist gamma-Decalacton<br />

jedoch nicht in riechbaren Mengen<br />

vorhanden. Eine Vermutung ist,<br />

dass verschiedene Terpene im richtigen<br />

Mengenverhältnis „zufällig“<br />

einen ähnlichen Geruchs eindruck<br />

erzeugen. Dagegen ist schon<br />

lange bekannt, dass die Sub stanz<br />

1,1,6- Trimethyldihydronaphalin<br />

(TDN) für die kerosinar tige Komponente<br />

(Petrolton) von alten Rieslingen<br />

verantwortlich ist. Generell<br />

findet man im Most sehr wenige<br />

Aromastoffe im Vergleich zum<br />

Wein. Die meisten werden erst bei<br />

der Gärung durch die Hefe gebildet.<br />

Hinzu kommen bei einigen Sorten<br />

noch schwefelhal tige Aromastoffe,<br />

die zum Beispiel nach Maracuja<br />

(3-Mercaptohexanol) oder<br />

Cassis (4-Mercapto-4- methyl-2-pentanon,<br />

MMP) riechen. Auch diese<br />

liegen in der Traube noch geruchlos<br />

vor, in diesem Fall gebunden<br />

an Amino säuren. Diese Aromen<br />

sind sehr geruchsintensiv, schon einige<br />

milliardstel Gramm MMP sind<br />

in einem Wein der Sorte Sauvignon<br />

blanc deutlich wahrnehmbar.<br />

Im Gegensatz zu den Terpenen sind<br />

diese Aromastoffe sehr oxidationsempfindlich.<br />

Deshalb arbeitet man<br />

bei der Verarbeitung der Sauvignon-Trauben<br />

oft strikt reduktiv, zum<br />

Beispiel durch die Kombination von<br />

Traubenschwefelung, Zusatz von Ascorbinsäure<br />

und Kühlung mit Trockeneis.<br />

Außerdem ist für das Bouquet<br />

von Sauvignon blanc 2-Isobutyl-3-methoxypyrazin<br />

(IBMP) sehr<br />

wichtig, das in der Traube frei vorliegt<br />

und nach grüner Paprika riecht.<br />

Es ist exakt der gleiche Aromastoff,<br />

der auch in der grünen Paprika vorkommt.<br />

Bei der Cassis-Note ist dagegen<br />

eine strukturelle Ähnlichkeit von<br />

MMP mit dem wichtigsten Aromastoff<br />

der Schwarzen Johannisbeere,<br />

4-Methoxy-2-methylbutan-2-thiol,<br />

Ursache für den ähnlichen Geruch.<br />

Weiß- und Grauburgunder sind<br />

Beispiele für Sorten, von denen man<br />

bisher keine herausragenden sortenspezifischen<br />

Aromastoffe kennt.<br />

Auch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten,<br />

das Bouquet durch kellerwirtschaftliche<br />

Maßnahmen zu beeinflussen,<br />

zum Beispiel über die Maischestandzeit,<br />

die Gärtemperatur,<br />

die Wahl der Hefe oder die Lagerung<br />

in Barriques. In der Flasche finden<br />

auch noch viele chemische Reaktionen<br />

statt, so dass die Lager dauer<br />

einen großen Einfluss hat. Einen<br />

hervorragenden Überblick über die<br />

im Weinberg und Keller verfügbare<br />

Technik bietet die Messe Intervitis<br />

Interfructa, die vom 10. bis 12. April<br />

2022 in Stuttgart stattfindet.<br />

Mehr Informationen<br />

www.wbi.landwirtschaft-bw.<br />

de/pb/,Lde/Startseite<br />

38 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />

INTERVITIS INTERFRUCTA 2022<br />

Branchentreff und Innovationsplattform<br />

Die INTERVITIS INTERFRUCTA ist die internationale Technikmesse für Weinbau, Kellerwirtschaft und<br />

Brennereitechnik und findet vom 10. bis 12. April 2022 auf dem Messegelände in Stuttgart statt –<br />

mitten im Herzen der europäischen Anbauregion für Wein und Fruchtsaft.<br />

INTERVITIS INTERFRUCTA<br />

Die Messe findet als Hybridveranstaltung<br />

statt. Zahlreiche<br />

Programmpunkte werden digitalisiert<br />

und live per Streaming<br />

auf eine Internetplattform übertragen.<br />

Dazu zählen beispielsweise<br />

die Verleihung des Innovationspreises<br />

im Rahmen eines<br />

offiziellen Festaktes oder die<br />

beliebten Maschinenvorführungen.<br />

Sie steigern dank Studiotechnik<br />

vor Ort den Mehrwert<br />

für die Messebesucher und erleichtern<br />

auch die Teilnahme<br />

über das Internet.<br />

Produkte und Lösungen<br />

Zahlreiche Hersteller von Anbautechnik,<br />

Önologie, Abfülltechnik<br />

und <strong>Marketing</strong>konzepten<br />

nutzen die alle drei Jahre<br />

stattfindende interna tionale<br />

Messe, um dem erfahrenen<br />

Fachpublikum ihre Produktentwicklungen<br />

und Lösungen zu<br />

präsentieren. Neben eigenem<br />

Messestand nutzen Aussteller<br />

verschiedene Programmpunkte<br />

wie Maschinenvorführungen,<br />

Sonderschauen oder<br />

Fachforen. Ein Produkt wird<br />

daher auf unterschiedlichen<br />

Ebenen präsentiert und beantwortet<br />

jede Frage in Theorie<br />

und Praxis.<br />

Eine Schlüsselrolle spielt dabei<br />

auf der Messe der Innovationspreis,<br />

der vom Deutschen<br />

Weinbauverband (DWV) verliehen<br />

wird. Der Award zeichnet<br />

hochinnova tive technische<br />

Verfahren, Systeme, Produkte<br />

und Dienstleistungen in vier<br />

Katego rien aus:<br />

▶ Anbau- und Erntetechnik,<br />

▶ Verarbeitung und Prozesskontrolle,<br />

▶ Abfüll- und Verpackungstechnik<br />

sowie<br />

▶ Organisation und Vermarktung.<br />

Die Innovationen werden erstmals<br />

in Stuttgart präsentiert.<br />

Hygienekonzept<br />

Für einen sicheren Messebesuch<br />

hat die Messe Stuttgart<br />

bereits im Sommer 2020 ein<br />

umfangreiches Hygienekonzept<br />

entwickelt. Diese Maßnahmen<br />

sowie das hybride Veranstaltungsformat<br />

halten alle<br />

Foto: INTERVITIS INTERFRUCTA<br />

Optionen für eine barrierefreie<br />

Teilnahme vor Ort sowie national<br />

oder international offen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.intervitis-interfructa.de<br />

31. Internationale Fachmesse<br />

der industriellen Automation<br />

Nürnberg, 23. – 25.11.<strong>2021</strong><br />

sps-messe.de<br />

Bringing Automation to Life<br />

Erweitertes<br />

Vortragsprogramm auf der<br />

digitalen Eventplattform<br />

SPS on air<br />

Praxisnah. Zukunftsweisend. Persönlich.<br />

Finden Sie maßgeschneiderte Lösungen für Ihren spezifischen Anwendungsbereich und entdecken Sie<br />

die Innovationen von morgen. Unser umfassendes Hygienekonzept ermöglicht Ihnen einen persönlichen<br />

fachlichen Austausch sowie ein hautnahes Erleben der Produkte bei höchsten Sicherheitsstandards.<br />

Registrieren Sie sich jetzt! sps-messe.de/eintrittskarten<br />

Nutzen Sie den Code SPS21AZCH7 für 50 % Rabatt auf alle Ticketarten!


IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />

SPS <strong>2021</strong><br />

Bringing Automation to Life<br />

Bei der diesjährigen SPS vom 23. bis 25. November ermöglicht der Veranstalter durch die<br />

Verknüpfung der physischen Messewelt mit einer digitalen Ergänzung ein ganzheitliches<br />

Messeerlebnis. Auf diese Weise werden Interessenten weltweit die Möglichkeit geboten, an<br />

der SPS <strong>2021</strong> teilzunehmen. Der Veranstalter fokussiert sich nach einem Jahr wieder auf die<br />

Präsenzmesse, begleitet wird dies durch das digitale Konzept SPS on air.<br />

W<br />

ährend sich in Nürnberg<br />

die Teilnehmer<br />

Ende November wieder<br />

persönlich begegnen und austauschen,<br />

Produkte und Lösungen live<br />

erleben und tief in die Materie eintauchen<br />

können, wird zeitgleich im<br />

Livestudio auf dem Messegelände<br />

ein umfangreiches Angebot, bestehend<br />

aus hochkarätigen Keynotes,<br />

Vorträgen zu aktuellen Automatisierungsthemen,<br />

Diskussionsrunden<br />

und vor Ort Impressionen auf die<br />

Beine gestellt. Die Einbindung von<br />

Experten auf der Messe ermöglicht<br />

eine Bandbreite an Live-Beiträgen<br />

und Expertengesprächen.<br />

SPS on air setzt auf aktuelle<br />

Automatisierungsthemen<br />

Fachvorträge, Panel-Diskussionen,<br />

Experteninterviews oder themenfokussierte<br />

Workshops – die Bandbreite<br />

des Angebots ist vielfältig und<br />

wird gleichermaßen online sowie im<br />

Nachgang zur Messe einsehbar sein.<br />

Dabei fokussiert sich die SPS on air<br />

auf die Schwerpunktthemen<br />

▶ Industrielle Kommunikation,<br />

▶ Sicherheit,<br />

▶ Neue Logistikmethoden und die<br />

Integration von Robotern,<br />

▶ Datengesteuerte und intelligente<br />

Konzepte zur Steuerung und<br />

Visualisierung von Anwendungsfällen<br />

für KI<br />

Damit schafft Mesago eine Brücke<br />

zur physischen SPS. Viele Produkte,<br />

Innovationen und Lösungen, die<br />

die Besucher vor Ort erwarten, wer-<br />

den auf verschiedenste Weise auf<br />

der digitalen Plattform thematisiert.<br />

Digitale Besucher, Aussteller und Referenten<br />

haben des Weiteren die<br />

Möglichkeit, über die diversen Kanäle<br />

der SPS on air untereinander<br />

Kontakt aufzunehmen, Fragen zu<br />

stellen, zu diskutieren oder auch Beziehungen<br />

zu festigen und neue zu<br />

knüpfen. Die Teilnahme hochqualifizierter<br />

Aussteller und Fachbesucher<br />

ermöglicht einen Austausch auf Augenhöhe<br />

– dies garantiert eine erfolgreiche<br />

Messeteilnahme – vor Ort<br />

in Nürnberg sowie global über die<br />

ergänzende digitale Plattform.<br />

„Messen sind Orte des Aufbaus<br />

und der Pflege von Geschäftsbeziehungen,<br />

wo persönliche Kontakte<br />

geknüpft und das Erleben der Produkte<br />

und die Vielfalt des Angebots<br />

mit allen Sinnen möglich ist. Das<br />

kann ein digitales Format nicht vollständig<br />

ersetzen. Für wen eine persönliche<br />

Teilnahme an der SPS dieses<br />

Jahr aber nicht möglich ist, der<br />

kann die SPS <strong>2021</strong> zumindest digital<br />

begleiten und wird uns hoffentlich<br />

im nächsten Jahr wieder vor Ort<br />

besuchen können“, so Sylke Schulz-<br />

Metzner, Vice President SPS der<br />

Mesago Messe Frankfurt.<br />

Aktuelle Informationen<br />

zum Messebesuch<br />

Auf der Veranstaltungswebsite veröffentlicht<br />

der Veranstalter regelmäßig<br />

Updates rund um die Messe<br />

und das hybride Angebot. Interessierte<br />

können sich dort auch umfassend<br />

über einen Besuch der Veranstaltung<br />

informieren – vom Hygienekonzept<br />

über Öffnungszeiten<br />

Eintrittspreise und Anreise bis hin<br />

zu Social Media.<br />

Mehr Informationen<br />

www.sps-messe.de<br />

Foto: Mesago/bateau blanc<br />

Fördermöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen bei der SPS <strong>2021</strong><br />

Ende Juli gab das Bundesministerium für<br />

Wirtschaft und Energie (BMWi) bekannt,<br />

die Teilnahme kleiner und mittlerer innovativer<br />

Unternehmen an ausgesuchten internationalen<br />

Leitmessen in Deutschland<br />

zu fördern. Zu diesen Messen zählt auch<br />

die im November in Nürnberg stattfindende<br />

SPS – Smart Production Solutions.<br />

Unternehmen sind eingeladen, sich<br />

um eine Förderung für die SPS – Smart<br />

Production Solutions zu bewerben. Der<br />

Antrag sollte bis spätestens 8 Wochen vor<br />

Veranstaltungsbeginn eingereicht werden.<br />

Weitergehende Informationen zu<br />

den Fördervoraussetzungen sowie zum<br />

Antragsverfahren finden Interessierte auf<br />

der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft<br />

und Ausfuhrkontrolle.<br />

Mehr Informationen<br />

www.bmwi.de/Navigation/DE/Home/<br />

40 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


IM FOKUS | Messen- und Veranstaltungen<br />

FACHPACK <strong>2021</strong><br />

Nachhaltige Verpackungskonzepte<br />

Die FACHPACK, europäische Fachmesse für Verpackung, Technik und Prozesse, findet dieses Jahr vom 28. bis<br />

30. September <strong>2021</strong> im Nürnberger Messe zentrum statt. Rund 740 Aussteller – darunter renommierte Verpackungsmaschinen-<br />

und Packmittelhersteller – präsentieren aktuelle Entwicklungen, innovative Verpackungskonzepte<br />

und neueste <strong>Technologie</strong>n für die Getränkeindustrie. Damit ist erstmals seit zwei Jahren wieder der<br />

persönliche Erfahrungsaustausch zwischen Besuchern und Spezialisten der Verpackungs branche möglich.<br />

D<br />

ie FACHPACK ist Treffpunkt<br />

für Verpackungsprofis<br />

und Start-ups.<br />

Als wichtiger Wegweiser für die<br />

Verpackungs industrie und ihre<br />

Anwender geht es auf der Messe<br />

auch um aktuelle Trends in<br />

der Verpackungs branche, wie<br />

Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft,<br />

E-Commerce oder<br />

Digitalisierung. Begleitet wird<br />

die Messe von einem umfangreichen<br />

Rahmenprogramm. Bei<br />

verschiedenen Preis verleihungen<br />

werden die besten Verpackungslösungen<br />

ausgezeichnet. Neu ist<br />

in diesem Jahr die digitale Ergänzung<br />

der Messe vor Ort.<br />

„Für alle, die wissen möchten,<br />

was künftig in der Verpackungsbranche<br />

gefragt ist und für die,<br />

die das Netzwerken und den<br />

persönlichen Austausch von Angesicht<br />

zu Angesicht in den letzten<br />

eineinhalb Jahren vermisst<br />

haben, ist die FACHPACK <strong>2021</strong><br />

der ‚place to be‘“, berichtet<br />

Heike Slotta, Executive Director<br />

NürnbergMesse.<br />

Mit dem Slogan „Wir machen<br />

Zukunft“ – widmet sich die<br />

Messe dem Leitthema „Umweltgerechtes<br />

Verpacken“. Ein verändertes<br />

Kaufverhalten der Verbraucher<br />

spiegelt sich nicht<br />

nur bei der Wahl der Produkte<br />

selbst, sondern auch bei der Verpackung<br />

wider. Zunehmend reagieren<br />

die Hersteller mit neuen,<br />

ansprechen den und umweltgerechten<br />

Verpackungslösungen.<br />

Besonders gelungene Beispiele<br />

für die Gestaltung umweltfreundlicher<br />

Verpackungen zeigt<br />

die Sonderschau „Nachhaltiges<br />

Verpackungs design“, eine<br />

Koope ration zwischen NürnbergMesse<br />

und bayern design,<br />

in Halle 7 des Nürnberger Messezentrums.<br />

Hier können sich<br />

Fachbesucher, die auf der Suche<br />

nach eigenen Verpackungslösungen,<br />

von neuen Verpackungen<br />

inspirieren lassen.<br />

Rahmenprogramm<br />

In den Foren PACKBOX und<br />

TECHBOX liefern Fachvorträge<br />

renomierter Key Note Speaker<br />

wertvolle Impulse zu aktuellen<br />

Themen, wie „Verbraucher<br />

und Handel“, „Nachhaltigkeit<br />

und Innovation“, „Design<br />

und Material“ sowie „Digitalisierung<br />

und Transformation“.<br />

Diese werden ergänzt durch das<br />

Ausstellerforum INNOVATIONS-<br />

BOX mit täglichen Fachvorträgen<br />

von Experten und Diskussionsrunden.<br />

Das gesamte Vortragsprogramm<br />

kann online<br />

abgerufen werden.<br />

Junge Unter nehmen haben<br />

auf dem geförderte BMWi-<br />

Gemeinschafts stand in Halle 7A<br />

Foto: NürnbergMesse / Frank Boxler<br />

die Möglichkeit, ihre unkonventionellen<br />

Verpackungsideen,<br />

Produkte und Verfahren zu präsentieren.<br />

Am 30. September<br />

werden auf dem erstem FACH-<br />

PACK-Start-Up-Slam im Forum<br />

PACKBOX Best-Practises diskutiert<br />

und Erfolgs faktoren geteilt.<br />

Der Pavillon der Verbände<br />

in Halle 6 bietet Gelegenheit<br />

zum Netzwerken. Hier beraten<br />

verschiedene Verbände über<br />

ihre spezifischen Leistungen sowie<br />

über nationale Unterschiede<br />

und Besonder heiten in der<br />

Verpackungsbranche in Europa.<br />

Auf der Fachmesse finden unter<br />

anderem Preisverleihungen<br />

für die besten Verpackungslösungen<br />

statt. So wird vom Deutschen<br />

Verpackungsinstitut (dvi)<br />

der Deutsche Verpackungspreis<br />

in zehn verschiedenen Kategorien<br />

verliehen.<br />

Als Premium- Partner übernimmt<br />

die FACHPACK die Verleihung<br />

des Nachwuchs sonderpreises.<br />

Im Forum PACKBOX werden am<br />

dritten Messe tag in Nürnberg<br />

erneut die Sustainability Awards<br />

vergeben, die von der britischen<br />

Fach zeitschrift Packaging Europe<br />

ausgelobt werden.<br />

Digitale Erweiterung<br />

MyFACHPACK ermöglicht eine<br />

digitale Erweiterung der Messe<br />

vor Ort. Das neue Tool kann mit<br />

einem Desktop oder mobil über<br />

eine App genutzt werden und<br />

erleichtet die Suche nach der<br />

geeigneten Verpackung. Damit<br />

ist es möglich, sich gezielt auf<br />

einen Messebesuch vorzubereiten<br />

und während der Messe das<br />

Programm der Vortrags foren<br />

live mitzuverfolgen. Die Vorträge<br />

können dort auch im Nachhinein<br />

noch abgerufen werden.<br />

Hygienekonzept<br />

Zur Sicherheit der Fachbesucher<br />

und Aussteller gehören Schutzmaßnahmen,<br />

wie kontaktloses<br />

Bezahlen, die Buchung von<br />

Online-Tickets, ein modernes<br />

Lüftungskonzept in den Messehallen<br />

und den Kongressräumen<br />

sowie die Nachverfolgbarkeit<br />

durch eine digitale Kontakt-<br />

und Zutrittserfassung. Zwei<br />

zusätz liche Messehallen sorgen<br />

für ausreichenden Platz. Damit<br />

ist erstmals seit 2019 wieder<br />

der persönliche Austausch über<br />

Trends und Entwicklungen in<br />

der europäischen Verpackungsbranche<br />

möglich. Community<br />

Aeras in den Messehallen bieten<br />

Gelegen heit zum persönlichem<br />

Networking – unter Einhaltung<br />

der Abstandsregeln. ST<br />

Mehr Informationen<br />

www.fachpack.de<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 41


IM FOKUS | Technik und Techologien<br />

Abfüllanlagen<br />

Bewährte <strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />

In der internationalen Getränkeindustrie gehört die FAS Füllanlagenservice GmbH<br />

zu den führenden Anbietern für Ersatzteile und Komponenten für Flaschen- und<br />

Dosenfüller, Flaschenreinigungsmaschinen und Getränke ausmischanlagen. Seit<br />

Kurzem bietet der Anlagenspezialist auch Neumaschinen des italienischen Anlagenbauers<br />

EUROSTAR für die Getränkeabfüllung im deutschsprachigen Raum an.<br />

Weiterentwicklung als Ziel<br />

Seit über 25 Jahren ist auf dem<br />

weltweiten Markt für Abfüllanlagen<br />

EUROSTAR erfolgreich. 1996<br />

entstand der erste Monoblock-<br />

Prototyp zum Füllen und Verschließen<br />

von Getränkeflaschen.<br />

Diese Maschine, die noch heute<br />

bei einem piemontesischen Weinproduzenten<br />

in Betrieb ist, war<br />

der erste Schritt auf dem Weg<br />

zum internationalen Anlagenbauer.<br />

Dabei verfolgt EUROSTAR<br />

kontinuierlich ein Ziel: Abfüllanlagen<br />

zu entwerfen und zu fertigen,<br />

die Inno vation und bewährte<br />

<strong>Technologie</strong>, Leistung und Zuverlässigkeit<br />

verbinden.<br />

Eurostar Skillfill von FAS<br />

Moderne Anlagen<br />

mit verschiedenen<br />

Abfülltechniken<br />

Egal, ob Wasser, Bier, Wein, Softdrinks<br />

oder Saft – alle Getränke<br />

bis zu einer mittleren Viskosität<br />

können mit EUROSTAR-Maschinen<br />

effizient in Glas- und<br />

PET-Flaschen oder Dosen abgefüllt<br />

werden. Kombi-Anlagen<br />

für verschiedene Produkte und<br />

wechselnde Produktionskapazitäten<br />

von 1.000 bis 24.000 Flaschen<br />

pro Stunde bieten mittelständischen<br />

Getränkeher stellern<br />

und Lohnabfüllern damit höchstmögliche<br />

Flexibilität. „Diese Zusammenarbeit<br />

passt sehr gut<br />

zu unserer bisherigen Ausrichtung“,<br />

erläutert Oliver Jakobitz,<br />

Geschäftsführer von FAS.<br />

„ EUROSTAR baut kleine, feine<br />

Abfüllanlagen, die gerade für<br />

Unternehmen in Nischenbereichen<br />

mit geringeren Volumen, einer<br />

Vielzahl von Produkten oder<br />

verschiedenen Gebinden interessant<br />

sind. Und da auch wir es gewohnt<br />

sind, sehr individuelle Lösungen<br />

zu entwickeln, ergänzen<br />

wir uns hervorragend.“<br />

Kontinuierliche Forschung und<br />

Entwicklung von EUROSTAR tragen<br />

immer wieder zur Optimierung<br />

bestehender Maschinen<br />

und zur Entwicklung neuer<br />

<strong>Technologie</strong>n bei. EUROSTAR<br />

hat beispielsweise einen Kombi-<br />

Füller im Programm, der nicht<br />

nur Glas- und PET-Flaschen, sondern<br />

auch Dosen befüllen kann.<br />

Diese Flexibilität ermöglicht kleineren<br />

Brauereien, Craft-Beer-<br />

New comern, regionalen Saftkeltereien<br />

oder Lohnabfüllern mit<br />

maximal 3.000 Flaschen oder<br />

Dosen pro Stunde eine effiziente<br />

Foto: FAS<br />

Abfüllung bei hoher Flexibilität.<br />

Das breite Einsatzspektrum wird<br />

durch die verschiedenen modernen<br />

Abfüllverfahren möglich.<br />

EUROSTA-Abfüllanlagen bieten<br />

von Niederdruck bis zu Hochvakuum<br />

(mechanisch), von Gegendruck<br />

(mechanisch und elektropneumatisch)<br />

bis zu volumetrisch<br />

(elektropneumatisch) alle gängigen<br />

Methoden und decken alle<br />

auf dem Markt verfügbaren Verschlussmöglichkeiten<br />

ab.<br />

Umfassender Service<br />

und Support<br />

Natürlich übernimmt der Anlagenspezialist<br />

FAS für alle Abfüllmaschinen<br />

von EUROSTAR auch<br />

die Montage, die Inbetriebnahme<br />

und den Kundendienst. Das<br />

norddeutsche Familienunternehmen<br />

ist auf den Service, insbesondere<br />

aber auch auf den Umbau,<br />

die Umrüstung und Modernisierung<br />

von gebrauchten Anlagen<br />

der Getränkeindustrie spezialisiert.<br />

Die oftmals sehr robust gebauten<br />

älteren Maschinen haben<br />

im Unternehmen sowie auf dem<br />

Markt für Gebrauchtgeräte einen<br />

erheblichen Wert.<br />

Die Fertigung von Ersatz- und<br />

Umrüstteilen erfolgt im eigenen<br />

Haus und ist entsprechend den<br />

Anforderungen der Lebensmittel-<br />

und Getränkeindustrie nach<br />

ISO 9001:2015 zertifiziert. „Neben<br />

der konventionellen Herstellung<br />

auf hochmodernen CNC-<br />

Maschinen steht bei uns auch ein<br />

3-D-Metalldrucker für die additive<br />

Fertigung zur Verfügung“, erklärt<br />

Oliver Jakobitz. „Wir sind<br />

dadurch sehr flexibel und können<br />

Sonderteile und komplette Baugruppen<br />

kurzfristig anbieten.“ <br />

Mehr Informationen<br />

www. fas-net.de<br />

42 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


EFFIZIENTE LOGISTIK IN DER GETRÄNKEBRANCHE<br />

Transportsicherung ohne<br />

Zeitverlust und Beschädigungen<br />

Mehr als 500 Betriebe und über 60.000 Mitarbeiter sind allein in der Bundesrepublik mit<br />

der Herstellung von Mineralwasser, Erfrischungsgetränken, Säften, Bier und anderen<br />

Spirituosen beschäftigt. Da ein Großteil der Waren in Glasflaschen abgefüllt wird,<br />

kommen der Palettierung und Einfolierung besonders große Bedeutung zu. Nur durch<br />

hohe Präzision bei diesem Vorgang kann gewährleistet werden, dass die Paletten den<br />

kompletten Transportweg über stabil bleiben und anschließend sicher gelagert werden.<br />

Auch die Kosten des Folienmaterials sind nicht zu unterschätzen. Abhilfe schafft der<br />

Palwrapp von Robopac: Die wahlweise halb- oder vollautomatische Anlage ordnet<br />

Produkte in einer Höhe bis zu 2,7 m auf den gängigsten Palettenformaten an und foliert<br />

diese anschließend ein. Dabei kommt die bewährte Cube-<strong>Technologie</strong> zum Einsatz, die<br />

bei der Stretchwicklung für maximale Ladestabilität bei einem sparsamen Einsatz der<br />

Folie sorgt. Mit seinen kompakten Maßen kann der Palwrapp sogar an Standorten mit<br />

wenig verfügbarem Platz genutzt werden wie in Klein- und Kleinstbetrieben.<br />

Abb. oben:<br />

Der sichere Transport der<br />

Waren stellt Unternehmen<br />

täglich vor eine große<br />

Herausforderung.<br />

Foto: maxmann / Pixabay<br />

P<br />

aletten verrichten in der<br />

Getränkeindustrie seit Jahrzehnten<br />

zuverlässig ihren<br />

Dienst, um Bier, Wasser, Saft und<br />

Spirituosen in unterschiedlichster<br />

Verpackung vom Hersteller zur<br />

Getränkeabteilung im Supermarkt<br />

zu transportieren. Doch unabhängig<br />

davon, ob es sich „nur“ um relativ<br />

günstiges Mineralwasser handelt,<br />

um viele Jahre gereiften Single<br />

Malt Whisky oder um teuren Rotwein,<br />

wo sich der Warenwert einer<br />

Palette schon mal auf mehrere tausend<br />

Euro summieren kann, ist bei<br />

jeder Palettierung besondere Vorsicht<br />

geboten. Denn eine beschädigte<br />

Palette kann das Unternehmen<br />

nicht nur viel Geld kosten, sondern<br />

bei zerbrochenen Glasflaschen<br />

und ausgelaufenen Getränken auch<br />

eine große Gefahr für die Mitarbeiter<br />

darstellen und die Arbeitsabläufe<br />

massiv beeinträchtigen, wenn beispielsweise<br />

erst ein Reinigungsteam<br />

anrücken muss, um die Rückstände<br />

am Boden zu beseitigen und die<br />

Sicherheit wiederherzustellen.<br />

Logistische<br />

Herausforderungen<br />

Unterschiedliche Verpackungsformate<br />

stellen Logistik vor große Herausforderungen.<br />

Doch die optimale Palettierung<br />

stellt täglich hohe Anforderungen<br />

an Unternehmen. „Bei der<br />

korrekten Anordnung von Getränkekästen,<br />

Kartons, einfolierten PET-<br />

Flaschen in verschiedenen Größen<br />

oder Dosen entscheiden bereits wenige<br />

Millimeter über die Stabilität der<br />

gesamten Palette und damit darüber,<br />

ob die Waren unbeschädigt am<br />

Zielort ankommen“, erklärt Kerstin<br />

Conzelmann, <strong>Marketing</strong>managerin<br />

bei Robopac Deutschland. „Um hohe<br />

Kosten zu vermeiden, etwa wenn die<br />

Produkte beschädigt werden, müssen<br />

die Unternehmen deshalb mit<br />

besonderer Sorgfalt vorgehen.“<br />

Dabei treten jedoch mehrere Probleme<br />

auf: Zum einen steht die Logistikbranche<br />

zunehmend unter<br />

Zeitdruck, sodass die einzelnen Prozessschritte<br />

wie etwa die Palettierung<br />

nahezu im Minutentakt erfolgen<br />

müssen. Zum anderen gibt es<br />

zwar weltweit etablierte Standardformate<br />

wie beispielsweise (halbe)<br />

Euro- oder CHEP-Paletten. Doch wie<br />

und in welcher Höhe die Lebensmittel<br />

oder Getränke geschichtet werden,<br />

wird für jede Palette individuell<br />

44 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


IM FOKUS | Lagertechnik<br />

festgelegt – ein „Patentrezept“, das<br />

für alle Waren gleichermaßen gilt,<br />

gibt es nicht.<br />

„Unternehmen haben dann zwei<br />

Möglichkeiten: Entweder Arbeiter<br />

übernehmen das Palettieren per<br />

Hand, oder sie schaffen sich eine Palettiermaschine<br />

an, die diesen Vorgang<br />

selbständig und kalkuliert<br />

durchführt“, meint Conzelmann.<br />

„Während die manuelle Palettierung<br />

aber höchst fehleranfällig ist und zudem<br />

eine hohe Unfallgefahr für Mitarbeiter<br />

birgt, sind Palettierroboter<br />

meist unflexibel und können nur bedingt<br />

auf unterschiedliche Waren und<br />

Palettengrößen eingestellt werden.<br />

Bei beiden Vorgehensweisen geht<br />

deshalb viel Zeit verloren.“ Auch der<br />

Raumbedarf spielt eine wichtige Rolle,<br />

denn voll- und halbautomatische<br />

Anlagen zur Palettierung nehmen in<br />

der Regel relativ viel Platz ein und lassen<br />

sich nur unter großem Aufwand<br />

in die Logistik integrieren. Grund dafür<br />

ist die teure Lagerhaltung, weshalb<br />

der Platz so effizient wie möglich<br />

genutzt werden muss und für größere<br />

Anlagen nur noch wenig Raum zur<br />

Verfügung steht.<br />

Folieneinsparung<br />

um bis zu 55 Prozent<br />

Flexibilität, möglichst wenig Platzbedarf<br />

und eine einfache Bedienung –<br />

diese Voraussetzungen sollte eine Palettierlösung<br />

folglich erfüllen. Diesen<br />

Anforderungen gerecht wird der Palwrapp<br />

von Robopac. Der wahlweise<br />

halb- oder vollautomatisch arbeitende<br />

Palettierer sortiert die zu stapelnden<br />

Waren wie Kartons oder Kisten,<br />

die der Anlage auf einem Band zugeführt<br />

werden, zunächst nach einem<br />

bestimmten Muster. Dadurch<br />

werden die Güter stabil auf der Palette<br />

verteilt. Die exakte Anordnung<br />

und Anzahl der Schichten lässt sich<br />

in der Software des Palwrapp festlegen.<br />

Pro Schicht können außerdem<br />

bis zu 350 kg gestapelt werden.<br />

Nachdem alle Waren palettiert<br />

wurden, erfolgt die vollautoma tische<br />

Einfolierung. „Der Palwrapp<br />

ist mit der bewährten Cube-<strong>Technologie</strong><br />

ausgestattet“, berichtet<br />

Conzelmann. „Damit wird gewährleistet,<br />

dass die Folienmenge und<br />

der Kraftaufwand, mit dem die Folie<br />

um die Waren gewickelt wird, exakt<br />

auf die Palette abgestimmt sind. Bei<br />

empfindlicheren Gütern wendet der<br />

Palwrapp also weniger Kraft auf als<br />

bei weniger empfindlichen Waren.“<br />

Sogar für jede einzelne Schicht, die<br />

auf der Palette gestapelt wird, lässt<br />

sich der Kraftaufwand individuell<br />

einstellen. Auf diese Weise sorgt die<br />

eingesetzte <strong>Technologie</strong> zum einen<br />

für eine besonders hohe Stabilität,<br />

sodass die Waren auf dem Transportweg<br />

nicht plötzlich umkippen können.<br />

Zum anderen wird vermieden,<br />

dass die Güter durch eine zu fest gewickelte<br />

Folie beschädigt werden.<br />

Der Palwrapp reduziert außer dem<br />

den Materialbedarf, denn durch die<br />

besonders effiziente Wickeltechnik<br />

lassen sich zwischen 30 und 55 %<br />

der Folie einsparen und die Materialkosten<br />

somit deutlich senken.<br />

Kompakte Bauweise<br />

ermöglicht Betrieb<br />

in engen Logistikhallen<br />

Vorteile bietet der Palwrapp auch<br />

beim Platzbedarf: Die Anlage benötigt<br />

eine Fläche von 7.416 x 5.155 mm<br />

in der vollautomatischen Version sowie<br />

4.095 x 2.535 mm in der halbautomatischen<br />

Version – das bedeutet,<br />

dass eine Fläche von weniger als<br />

10 m² notwendig ist. Die maximale<br />

Höhe ist abhängig vom gewählten<br />

Modul, wobei zwei verschiedene<br />

Versionen mit 1.750 mm beziehungsweise<br />

1.400 mm erhältlich sind.<br />

Auch die Inbetriebnahme gestaltet<br />

sich durch das Plug-and-Play-Prinzip<br />

besonders einfach. Der Palwrapp<br />

verfügt außerdem über ein Touchscreen-Display<br />

mit 10,1 Zoll. Über<br />

das Human Machine Interface (HMI)<br />

und die integrierte Software können<br />

verschiedene Einstellungen, wie<br />

die Anordnung der Waren oder die<br />

Anzahl der Schichten, vorgenommen<br />

werden. Auch neue Stellmuster<br />

lassen sich damit einfach anlegen,<br />

um beispielsweise auch halbe<br />

Europaletten oder Paletten mit einer<br />

Abmessung von 1.200 x 1.200 mm<br />

effi zient zu palettieren und stretchwickeln.<br />

Die Software wurde dabei<br />

besonders auf Nutzerfreundlichkeit<br />

und eine intuitive Bedienung ausgelegt,<br />

die Maschine kann von Arbeitern<br />

ohne Programmierkenntnisse<br />

bedient werden. Der Palwrapp<br />

ist dadurch besonders flexibel, sodass<br />

unterschiedlichste Palettieraufgaben<br />

ohne Zeitverlust bewältigt<br />

werden können.<br />

Alle beweglichen Teile wurden<br />

mit Servomotoren ausgestattet, sodass<br />

die Anlage nahezu verschleißfrei<br />

arbeitet und lange Standzeiten<br />

garantiert. Gleichzeitig bewegt sich<br />

der Energieverbrauch auf einem besonders<br />

niedrigen Niveau. Dank der<br />

benutzerfreundlichen Bedienungsschnittstelle<br />

kann außerdem der Betrieb<br />

der Maschine überwacht werden.<br />

Das HMI ist mit drei Sicherheitsstufen<br />

ausgestattet, um das<br />

Personal vor Verletzungen zu schützen.<br />

Außerdem lassen sich über das<br />

Display Störungen und Alarme anzeigen<br />

sowie Statistiken abrufen.<br />

Robopac Deutschland bietet bei<br />

Rückfragen oder Problemen auch<br />

eine Fernwartung an, die über das<br />

bewährte System R-Connect durchgeführt<br />

wird. So ist es möglich, Ausfallzeiten<br />

auf ein Minimum zu reduzieren<br />

und es muss nicht erst ein<br />

Techniker vorbeikommen, um Reparaturen<br />

oder Wartungsarbeiten zu<br />

tätigen. „Der Palwrapp vereint damit<br />

alle <strong>Technologie</strong>n von Robopac,<br />

um das Palettenhandling zu vereinfachen“,<br />

erklärt Conzelmann. <br />

Die Anlage palettiert Waren selbständig und foliert sie anschließend ein. Durch die kompakte Konstruktion hat<br />

der Palwrapp auch in beengten Unternehmen Platz. Foto: Aetnagroup S.p.A<br />

Mehr Informationen<br />

www.robopac.com<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 45


SALZTABLETTEN<br />

Neue moderne<br />

Salzanlage für Siedesalz<br />

Ein leicht salziger, etwas feuchter Geruch liegt in der Luft. Eine kühle Brise kommt<br />

durch das große Tor des Nasssalzlagers. Auf der Brücke öffnet sich eine Lucke und<br />

Nasssalz rieselt auf den bereits sieben Meter hohen Salzberg. Für die CIECH-Gruppe,<br />

eine der führenden Produzenten von Siedesalz, Soda und Natron in Europa, ist<br />

<strong>2021</strong> ein bedeutendes Jahr. Neben dem bereits bestehenden Sodawerk in Staßfurt<br />

(Sachsen-Anhalt) nimmt sie eine der modernsten und umweltfreundlichsten Anlagen<br />

zur Herstellung von Siedesalz in Betrieb. Im Rahmen der Inbetriebnahme hat das<br />

Unternehmen dort nun das erste Nasssalz sowie die ersten Salztabletten produziert<br />

und bereits an Kunden geliefert.<br />

Abb. oben:<br />

Mit der neuen Produktionsanlage<br />

in Staßfurt werden rund<br />

450.000 Tonnen Siedesalz pro<br />

Jahr produziert können.<br />

Foto: CIECH<br />

S<br />

alztabletten bilden das Grundelement<br />

im Angebot des<br />

Werks in Deutschland und<br />

haben einen hohen Anteil der jährlichen<br />

Produktionskapazität in Höhe<br />

von 450.000 Tonnen Siedesalz. Salztabletten<br />

werden zur Wasseraufbereitung<br />

und -enthärtung sowohl<br />

auf industrieller Ebene etwa in der<br />

Getränke herstellenden Industrie als<br />

auch im privaten Bereich verwendet.<br />

Zu viel Kalk im Wasser kann zu verstopften<br />

Leitungen führen und das<br />

sowohl bei Sanitärinstallationen, in<br />

Bäderbetrieben als auch in den Leitungen<br />

von Haushalts- und Industriegeräten.<br />

Andrzej Dawidowski ist Leiter<br />

des Salzgeschäfts der CIECH-<br />

Gruppe. Im ständigen Kontakt mit<br />

Kunden kennt er als Experte die Vorzüge<br />

von Salz tabletten: „Sie helfen,<br />

den Härtegrad zu verringern und sorgen<br />

so für weiches, klares Wasser.“<br />

Salztabletten: Wirkungsweise<br />

Wasserenthärter enthalten einen<br />

mit Harzkörnern gefüllten Filter,<br />

den sogenannten Ionenaustauscher.<br />

Kalk und Magnesium dringen in das<br />

Harz ein und werden dort gebunden,<br />

woraufhin das entstandene<br />

weiche Wasser mit sehr niedrigem<br />

oder keinem Kalkanteil für verschiedene<br />

Anwendungen zur Verfügung<br />

steht. Allerdings kann das Harz<br />

im Ionenaustauscher nur eine begrenzte<br />

Menge an Kalk aufnehmen<br />

bis dessen Kapazität erschöpft<br />

ist. Wenn das der Fall ist, muss der<br />

gebundene Kalk aus dem Harz des<br />

Ionenaustauschers gelöst werden.<br />

Hier kommen nun Salztabletten ins<br />

Spiel. Mithilfe einer hochkonzentrierten<br />

Salzlösung wird der vorher<br />

gebundene Kalk aus dem Harz gelöst<br />

und die Wasseraufbereitungsanlage<br />

regeneriert.<br />

Schaut man sich auf dem Gelände<br />

der neuen Salzanlage der CIECH-<br />

Gruppe um, fallen die vier großen<br />

grauen Tanks und die vier kleineren<br />

auf. Sole wird durch auslösen von<br />

unter Tage vorkommendem Salz (in<br />

Kavernen) gewonnen und in den<br />

Tanks einer zweistufigen Reinigung<br />

unterzogen. „Unser Siedesalz und<br />

die daraus hergestellten Salztabletten<br />

zeichnen sich durch eine besondere<br />

Qualität und Reinheit aus“, erklärt<br />

Dawidowski. „Zum einen wird<br />

die Sole aus den eigenen Solevorkommen<br />

regelmäßig im hauseigenen<br />

Labor überprüft. Zum anderen<br />

erfolgt die Solereinigung bei<br />

uns durch zwei Ausfällreaktionen<br />

und basiert auf dem Schweizerhalle<br />

Verfahren.“ Bei dieser Behandlung<br />

werden aus der Sole Begleitstoffe,<br />

wie Magnesium, Kalzium oder Sulfate<br />

entfernt. Dies garantiert die<br />

46 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


IM FOKUS | Aus der Paxis<br />

Übereinstimmung der Endprodukte<br />

mit den höchsten Qualitätsanforderungen.<br />

Außerdem bleiben<br />

dank dieser Hochraffination keine<br />

Salzrückstände in den Ionenaustauschern<br />

zurück. Dank modernster<br />

Salztablettenpressen sowie einer<br />

längeren Trocknungszeit haben die<br />

Salztabletten zudem die optimale<br />

Presshärte und sind resistenter.<br />

Die grauen Tanks stehen auf<br />

dem Firmegelände in einer speziellen<br />

Wanne. Diese Wanne dient als<br />

Überlaufschutz – eine Sicherheitsvorkehrung.<br />

„Sollten die Tanks ein<br />

Leck haben, sichert die spezielle<br />

Wanne die Umgebung. Damit verhindern<br />

wir, dass das Grundwasser<br />

kontaminiert wird“, erklärt Experte<br />

Dawidowski. Dies ist nur eine von<br />

vielen Vorkehrungen, um die Umwelt<br />

zu schützen. Mit seiner über<br />

70 Jahre langen Erfahrung gehört<br />

die CIECH-Gruppe zu den Experten<br />

im Siedesalz bereich. „Mit zwei<br />

operativen Fabriken werden wir für<br />

unsere Kunden jederzeit ein zuverlässiger<br />

Partner sein“, betont<br />

Dawidowski und ergänzt: „Außerdem<br />

gibt uns das die Möglichkeit,<br />

auch kurzfristig liefern zu können.“<br />

Marktübliche Größen<br />

Das Unternehmen legt großen Wert<br />

darauf, kundenorientiert zu arbeiten.<br />

Vertrieben werden die Salztabletten<br />

in 10 kg-, 15 kg-, 20 kg- und<br />

25 kg-Säcken direkt vom Werk und<br />

von Großhändlern, auch als Private<br />

Label Produkt. „25 kg-Säcke sind<br />

vielen Kunden zu groß. Deshalb<br />

bieten wir auch 15 kg-Säcke an. So<br />

können wir unseren Kunden eine<br />

Alternative zu den marktüblichen<br />

Größen bieten“ sagt Dawidowski.<br />

Von dem neuen Werk in Staßfurt<br />

möchte man den deutschen Markt<br />

sowie andere europäische Märkte<br />

besser bedienen zu können.<br />

Salztabletten: Verbrauch<br />

Das von CIECH produzierte Salz<br />

findet Anwendung in vielen Endprodukten,<br />

unter anderem in verarbeiteten<br />

Lebensmitteln. Gerade<br />

die steigende Nachfrage nach Gewerbesalzen<br />

in der Wasseraufbereitung<br />

bedient das Unternehmen mit<br />

den in Staßfurt produzierten Salztabletten.<br />

Besonders der deutsche<br />

Markt ist interessant. Mit einem<br />

Verbrauch von fast 450.000 Tonnen<br />

im Jahr ist Deutschland der weitaus<br />

größte Markt in Europa für Salztabletten.<br />

„Im internationalen Vergleich<br />

ist der Verbrauch an Salztabletten<br />

in Deutschland hoch“, erklärt<br />

Dawidowski. „Daher möchten<br />

wir diesen Markt gerne direkt von<br />

Deutschland aus bedienen und darüber<br />

hinaus.“ Mit jeweils rund<br />

350.000 Tonnen stehen Frankreich<br />

und Großbritannien an zweiter und<br />

dritter Stelle im Jahresverbrauch.<br />

Mit dem neuen Salzwerk, das sich<br />

neben dem bereits bestehenden<br />

Sodawerkbefindet, wächst die Gesamtbelegschaft<br />

in Staßfurt auf<br />

über 500 Arbeitsplätze an.<br />

Eigene Solevorkommen, eine<br />

eigene Energieversorgung sowie<br />

die besonders effiziente und<br />

umweltfreund liche Mechanical Vapor<br />

Compres sion (MVR)-<strong>Technologie</strong><br />

machen die neue Salzanlage<br />

von CIECH zu einer der modernsten<br />

und umweltfreundlichsten in Europa.<br />

Zum Produktportfolio der neuen<br />

Salzanlage gehören auch Nasssalz,<br />

Salztabletten und in Zukunft Speisesalz<br />

und Industriesalz. Die verschiedenen<br />

Salzprodukte werden vornehmlich<br />

nach Europa geliefert.<br />

Mehr Informationen<br />

www.ciechgroup.com<br />

Die Salztabletten zeichnen<br />

sich durch eine besondere<br />

Qualität aus. Dank modernster<br />

Salztablettenpressen sowie<br />

einer längeren Trocknungszeit<br />

haben sie die optimale Presshärte.<br />

Foto: CIECH


Eine Kolumne von<br />

Dr. BURKHARD SCHÄFER<br />

HILFSBEREITSCHAFT UND SOLIDARITÄT<br />

Zeichen der Hoffnung<br />

„Der Glaube an unsere Kraft kann sie ins Unendliche verstärken.“ Dieses Zitat<br />

des Philosophen, Altphilologen und Schriftstellers Friedrich Schlegel könnte Pate<br />

gestanden haben für eine außergewöhnliche Aktion, die nach dem unvorstellbaren<br />

Leid der Flutkatastrophe im Ahrtal einen Funken Hoffnung symbolisiert. Wenn<br />

förmlich aus Trümmern wieder Zuversicht auferstehen soll, stellt sich die Frage: Wie?<br />

Dabei wies für die im Ahrtal betroffenen Winzerinnen und Winzer die Notsituation<br />

selbst einen bemerkenswerten Weg: Beim Anblick ihrer zerstörten Weinkeller keimte<br />

die Idee auf, die in den Fluten untergegangenen Weine – soweit noch möglich –<br />

aus all dem Schutt herauszuziehen, zu retten und als vom Unwetter gezeichnete<br />

Gedenk-Weine für die Chance eines Wiederaufbaus zu verkaufen.<br />

Foto: Adobe Stock<br />

U<br />

nter dem aus der Not<br />

ge borenen Claim „Unser<br />

schlimmster Jahrgang“ entstand<br />

eine Kampagne, die den von<br />

der Flutkatastrophe betroffenen Winzern,<br />

Gastronomen und Bewohnern<br />

des Ahrtals wieder ein Stück Zukunft<br />

vermitteln soll. Dieses Bündnis, das<br />

ein Initiatoren-Verbund rund um das<br />

kleine aber feine Anbaugebiet ins<br />

Leben gerufen hat, ermöglichte es,<br />

verschiedenste Qualitätsweine aus<br />

der Region Ahrweiler in unterschiedlichen<br />

Preis kategorien an spendenwillige<br />

Konsumenten zu verkaufen.<br />

#Flutwein<br />

Die Intention der außergewöhnlichen<br />

Aktion „Gemeinsam für die Betriebe.<br />

Gemeinsam für die Region“<br />

berührte deutschlandweit überwältigend<br />

viele Menschen und so war<br />

der Erfolg dieser Unternehmung immens:<br />

Bereits Anfang August standen<br />

über drei Millionen gespendete<br />

Euro auf der Spendenskala.<br />

Und hierbei handelt es sich natürlich<br />

nicht um irgendwelche Weine,<br />

sondern selbstverständlich um edle<br />

Tropfen, die die Winzer verzweifelt<br />

nach der Katastrophe verdreckt, verschlammt<br />

und mit zerschrammten<br />

Etiketten aus den Trümmern gezogen<br />

hatten. Das heißt, im Zuge der<br />

Aktion „Flutwein – Für den Wiederaufbau<br />

der Weinregion Ahrweiler“<br />

wurden die Flaschen zum Verkauf<br />

äußer lich so „originalverschlammt“<br />

belassen. Ein Teil dieser Anstrengungen<br />

umfasste auch eine Limitierung<br />

handverlesener Flaschen auf<br />

1.000 Stück, die auf diese Weise zu<br />

einer Kostbarkeit eigener Art wurden<br />

– und dementsprechend schnell<br />

ausverkauft waren. Doch es gab die<br />

unterschiedlichsten Möglichkeiten,<br />

als Weinkonsument dem Ahrtal seine<br />

Solidarität zu beweisen. In verschiedenen<br />

Preis-Stückzahlkombinationen<br />

konnten zum Beispiel unter<br />

dem Hashtag #Flutwein auch zufällig<br />

zugeordnete Weine aus der Region<br />

erworben werden. Ebenfalls<br />

bot dazu der Ahrweiler Winzer-<br />

Verein e.G. ein 6er-Flutwein-Paket<br />

(querbeet aus deren Sortiment) für<br />

79 Euro zum Erwerb an. Dabei zeigte<br />

sich eine berührende Hilfsbereitschaft<br />

und Solidarität, die den Winzern<br />

und Gastronomen, die durch<br />

die Naturkatastrophe teilweise vor<br />

dem Ruin stehen, Kraft und Unterstützung<br />

signalisieren.<br />

Wege in die Zukunft<br />

Trotz allem bleibt natürlich die Frage,<br />

wie es jetzt für die Betroffenen<br />

im Ahrtal und für die Region insgesamt<br />

weitergehen soll, da die verschiedensten<br />

Aspekte nun in den<br />

Vordergrund treten: Kann – mit<br />

Blick auf die Klimaveränderung –<br />

hier an gleicher Stelle wieder aufgebaut<br />

werden? Wollen die Menschen<br />

hier überhaupt wieder aufbauen?<br />

So wurden etwa versierte Helferinnen<br />

und Helfer gesucht, um den betroffenen<br />

Winzern beim Wiederaufbau<br />

ihrer Weingüter zu helfen.<br />

Als Weinregion steht das Ahrtal<br />

schließlich bisher unter anderem für<br />

seinen Spätburgunder, der an den<br />

steilen Talhängen angebaut wurde.<br />

Schlussendlich bildet der Weinbau<br />

einen wichtigen wirtschaftlichen<br />

Grundpfeiler für die Region,<br />

da er auch den Tourismus ankurbelt.<br />

Denn: Das Weinanbaugebiet<br />

Ahr gilt als das nördlichste zusammenhängende<br />

Rotweinanbaugebiet<br />

und ist geprägt von einer sehr<br />

langen Geschichte des Weinbaus.<br />

Bereits zu Zeiten römischer Besatzung<br />

wurden entlang der Ahr Rebenstöcke<br />

gepflanzt.<br />

Wie diese Tradition sich den sich<br />

wandelnden klimatischen Gegebenheiten<br />

stellt, werden die kommenden<br />

Lösungskonzepte zeigen<br />

müssen. Mit so viel Kreativität, Solidarität<br />

und Tatkraft, wie sie die<br />

Initia tive rund um den #Flutwein<br />

unter Beweis stellt, darf trotz allem<br />

wieder Hoffnung auf die Zukunft<br />

geschöpft werden.


Fotos: Knärzje GmbH<br />

Brot und Bier –<br />

Bierbrauen und<br />

Nachhaltigkeit<br />

Die Lammbrauerei Hilsenbeck<br />

GmbH & Co. KG in Gruibingen<br />

hat auch die nächsten<br />

Generationen fest im Blick. Aufgeschreckt<br />

durch die hohe Anzahl<br />

an täglich übriggebliebenem<br />

Brot, die ganz oft am<br />

Ende jeden Tages im Müll landet,<br />

bietet sie nun in ihrem<br />

Brauereilädle in Gruibingen die<br />

ersten stylishen 1-Liter-Bügelflaschen<br />

ihrer neuartigen Kreation<br />

eines Bro tbieres an. Damit<br />

sind die Gruibinger ganz vorne<br />

mit dabei bei einer neuen Entwicklung,<br />

die die Bereiche Bierbrauen<br />

und Nachhaltigkeit zusammenbringt.<br />

Bereits im Sommer<br />

2018 machten mit dem<br />

ersten ökologisch zertifizierten<br />

Zero-Waste Bier aus aussortiertem<br />

Brot die jungen Bierbrauer<br />

und Gründer Daniel Anthes<br />

und Ralf Wagner aus Frankfurt<br />

am Main von sich reden. Ihr Bier<br />

namens „ Knärzje“ (nach hessisch-pfälzischer<br />

Mundart das<br />

Randstück eines Brot laibs) damit<br />

zum ersten Bio-Brotbier<br />

Deutschlands. Eine Initiative,<br />

die ihnen sogar den „Bundespreis<br />

für besonderes Engagement“<br />

im Rahmen des „Zu gut<br />

für die Tonne“-Bundespreis einbrachte.<br />

Und jetzt haben also<br />

im Sinne des schwäbischen<br />

Erfinder geistes die Braumeister<br />

Hans-Dieter und Christoph<br />

Hilsenbeck in Gruibingen ein eigenes<br />

Rezept auserkoren (das<br />

Anerkennungsverfahren für<br />

eine Patentierung ist im Gange),<br />

nach welchem sie ihr hauseigenes<br />

Brotbier auf den Markt bringen<br />

können.<br />

Ausnahmegenehmigung<br />

für besondere Biere<br />

Während im Ausland schon länger<br />

mit derartigen Ideen experimentiert<br />

wurde, ist der deutsche<br />

Braumarkt bisher auf<br />

die sem Gebiet eher zurückhaltend<br />

geblieben, was sich aber<br />

mit zunehmendem Erfolg solcher<br />

Nachhaltigkeitskonzepte<br />

und dem steigenden Bewusstsein<br />

für umweltfreundliche Lösungen<br />

schnell ändern könnte.<br />

Denn auch was das deutsche<br />

Reinheitsgebot betrifft, konnte<br />

Hilsenbeck vom Regierungspräsidium<br />

gemäß der Bierverordnung<br />

die Ausnahmegenehmigung<br />

für „besondere Biere“<br />

erhalten. Einem Erfolg steht<br />

die sem geschmacklich süffigen<br />

Bier also nichts mehr entgegen.<br />

Schließlich gibt der Gruibinger<br />

Familien betrieb allen seinen<br />

beliebten Biersorten noch<br />

viele Wochen Zeit, schonend zu<br />

reifen, auch denen ohne Brotgrundlage:<br />

Ob das leichte, spritzige<br />

„Saukalt“, das bei null<br />

Grad extra lange gelagert wird<br />

und somit eiskalt und schonend<br />

zum Erhalt aller Aromen filtriert<br />

wird, oder das malzaroma-<br />

tische, kräftige Bier mit leichter<br />

Hopfennote namens „Osterhäsle“<br />

oder das Bier mit dem besonders<br />

milden Geschmack namens<br />

„Keltengold“ für alle Bierfreunde,<br />

die es weniger herb mögen.<br />

Fakt ist: Unter der Federführung<br />

der Gruibinger Lamm-Brauerei<br />

geht nun zur bisherigen großen<br />

Sortenvielfalt mit dem Brotbier<br />

noch ein weiterer Erfolg versprechender<br />

nachhaltiger Favorit<br />

mit an den Start.<br />

Generationelle<br />

Verantwortung<br />

Da die Verbraucher im Angesicht<br />

ihres „ökologischen Fußabdrucks“<br />

– im Internet sind ja<br />

mittlerweile die verschiedensten<br />

Portale zu finden, in denen<br />

jeder seinen eigenen Fußabdruck<br />

nachprüfen kann – wieder<br />

vermehrt zu Getränken in<br />

Glasflaschen greifen, ist die Getränkebranche<br />

auch beim Thema<br />

Nachhaltigkeit und Verpackung<br />

in Bewegung. Es wird<br />

an unterschiedlichsten Konzepten<br />

gefeilt, um das Getränk<br />

der Zukunft für die Umwelt angemessen<br />

verpackt in die Verkaufsregale<br />

zu bringen.<br />

Kein Wunder, dass auch für<br />

die diesjährige FACHPACK im<br />

Messezentrum Nürnberg abermals<br />

das Leitthema „Umweltgerechtes<br />

Verpacken“ im Vordergrund<br />

steht und dabei die<br />

Sonderschau „Nachhaltiges Verpackungsdesign“<br />

in Halle 7 im<br />

Programm hat. Unter den Leitthemen<br />

„Material und Forschung“,<br />

„Implementation und<br />

Prototyping“ sowie „Produktund<br />

Markteinführung“ wird<br />

klar, wie wichtig ein Denken<br />

im umweltfreundlichen Kreislaufsystem<br />

für die Herstellung<br />

neuer Materialien und Produkte<br />

ist. Somit werden die dort gezeigten<br />

Neuerungen zu inspirierenden<br />

Denkanstößen für den<br />

Markt der Zukunft. Die Dringlichkeit<br />

der Frage, wie jeder Einzelne,<br />

und somit ebenfalls die<br />

Verpackungsbranche, zum Einhalten<br />

der Klimaziele beitragen<br />

kann, wurde durch die jüngste<br />

Flutkatastrophe in Nordrhein-<br />

Westfalen und die Waldbrände<br />

in Südeuropa leider besonders<br />

dramatisch vor Augen geführt.<br />

Ob recycelte Verpackungen,<br />

ressourcenschonendes Verpacken<br />

oder eine Kreislaufwirtschaft<br />

durch Mehrwegverpackungen<br />

– es gibt vielfältige<br />

und hoffnungsvolle Lösungsansätze<br />

und so darf man auf die<br />

neuesten Erkenntnisse auf der<br />

FACHPACK <strong>2021</strong> gespannt sein.<br />

Schließlich ist es auch in der Getränkeherstellung<br />

umso wichtiger,<br />

dass das Wort „Nachhaltigkeit“<br />

mit Leben gefüllt wird<br />

und einen Wegweiser gibt für<br />

die Zukunfts siche rung der kommenden<br />

Generationen – im Sinne<br />

einer genera tionel len Verant<br />

wortung und damit verbundenen<br />

Gerechtigkeit. Dr. B. Sch.<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 49


MARKT | FACHPACK <strong>2021</strong><br />

RESSOURCEN – NACHHALTIGKEIT – INNOVATIONEN<br />

Trends in der Verpackungsbranche<br />

Als wichtiger Wegweiser für die europäische Verpackungsindustrie zeigt die<br />

FACHPACK vom 28. bis 30. September <strong>2021</strong> aktuelle Entwicklungen sowie innovative<br />

Verpackungslösungen. Damit informiert die internationale Leitmesse über Trends, die<br />

auch für die Getränkeindustrie relevant sein werden.<br />

50 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong><br />

W<br />

elche Trends sich in der<br />

Verpackungsindustrie in<br />

den nächsten Jahren<br />

abzeichnen, zeigt der zum zweiten<br />

Mal veröffentlichte „FACHPACK-<br />

Trendradar <strong>2021</strong>“. Er stellt dar, welche<br />

aktuellen Trends attraktiv sind<br />

und welche zu weit reichenden Veränderungen<br />

in der Verpackungsbranche<br />

führen könnten. Insgesamt<br />

wurden 21 ausgewählte Trends von<br />

Experten der Verpackung sindustrie<br />

bewertet. Getränke! <strong>Technologie</strong><br />

& <strong>Marketing</strong> stellt eine kleine Auswahl<br />

der Verpackungsstrends vor.<br />

Ressourcenschonende<br />

Verpackung<br />

Nachhaltigkeit ist auch in der Verpackungsbranche<br />

ein zentrales Thema.<br />

Alle anderen Trends sind diesem<br />

Thema untergeordnet. Dies<br />

beginnt bei einem umweltgerechten<br />

Verpackungsdesign, das ausreichend<br />

Schutz bei möglichst geringem<br />

Ressourcen einsatz bieten soll.<br />

Materialeinsparungen sowie der Einsatz<br />

nach haltiger Rohstoffe und Herstellungsverfahren<br />

werden daher immer<br />

wichtiger. Die Wünsche der Verbraucher<br />

nach umweltgerechten<br />

Verpackungen sowie die steigenden<br />

Anforderungen an die Recyclingfähigkeit<br />

der Produkte durch das<br />

neue Verpackungs gesetz geben<br />

bei diesem Thema wichtige Impulse.<br />

Das novellierte Verpackungsgesetz<br />

sieht eine höhere Recyclingquote<br />

von Verpackungsabfällen vor. Diese<br />

soll bei Kunsstoff verpackungen<br />

bis zum Jahr 2022 von 36 auf 63 %<br />

steigen, bei Metall, Glas und Papier<br />

sogar auf 90 %. Deshalb muss<br />

bereits beim Verpackungsdesign<br />

das Recycling berücksichtigt werden.<br />

Wichtig bei der Gestaltung<br />

von Verpackungen wird deshalb<br />

die Verwendung recycelter Rohstoffe<br />

sein. Die Verpackungs branche<br />

muss sich daher auf eine verbesserte<br />

Recyclingfähig keit von Verpackungen<br />

ein stellen, so dass diese bes-<br />

tenfalls ohne Qualitätsverluste erneut<br />

wieder verwendet werden können.<br />

Dies beginnt mit der Wahl des<br />

verwendeten Materials. Verpackungen<br />

aus Papier, Karton, Metall oder<br />

Glas haben bessere Recyclingeigenschaften<br />

als Kunststoffe auf Erdölbasis<br />

oder Aluminium. Sie lassen<br />

sich leicht und nahezu vollständig<br />

wieder verwerten. Glas hat eine Recyclingquote<br />

von 100 % und kann<br />

in einer Kreislaufwirtschaft unendlich<br />

oft recycelt werden. Während<br />

Papier aus nachwachsenden Rohstoffen<br />

gewonnen wird, sind bei<br />

Kunsstoffen und Aluminium größere<br />

Matrial einsparungen erreichbar, wodurch<br />

gleichzeitig Gewicht und Abfallmenge<br />

reduziert werden können.<br />

Das bedeutet wiederum Einsparungen<br />

bei Lagerung und Transport.<br />

Mehrweg in der<br />

Kreislaufwirtschaft<br />

Mehrwegverpackungen können bis<br />

zu 50-mal befüllt werden und sind<br />

zentraler Bestandteil einer Kreislaufwirtschaft.<br />

In der Getränke industrie<br />

kommen Glas- und Pet-Flaschen<br />

mehrfach zum Einsatz, wodurch<br />

Abfälle vermieden und Ressourcen<br />

eingespart werden können. Vom<br />

Bundesumwelt ministerium ist einen<br />

Erhöhung des Mehr weganteils<br />

auf 70 % vorgesehen. Bei Bier be-<br />

Foto: NürnbergMesse<br />

trägt dieser Anteil bereits 80 %. Um<br />

den Mehrweganteil insgesamt zu<br />

erhöhen, soll die Pfandpflicht daher<br />

auch auf Fruchtsaft schorlen ausgeweitet<br />

werden. Seit Anfang 2019<br />

muss außerdem klar gekennzeichnet<br />

sein, ob es sich bei Glasverpackungen<br />

um Einweg- oder Mehrwegflaschen<br />

handelt. Damit sollen<br />

Mehr weg systeme gestärkt und der<br />

Verpackungsgebrauch insgesamt<br />

nachhaltiger werden.<br />

Einsatz von Monomaterialien<br />

Eine höhere Wiederverwertbarkeit<br />

von Verpackungen kann auch durch<br />

den Einsatz von Mono materialien<br />

erreicht werden, die zu mindesten<br />

95 % aus einem Haupt material bestehen.<br />

Eine der wesentlichen Herausforderung<br />

beim Recycling von<br />

Verpackungen besteht darin, die<br />

enthaltenen Stoffe sortenrein voneinander<br />

zu trennen. Der Einsatz von<br />

Mono materialien ermöglicht eine<br />

bessere Trennbarkeit der verwendeten<br />

Materialien. Dadurch kann<br />

wiederum eine höhere Recyclingfähigkeit<br />

erreicht werden. Monomaterialien<br />

sind zu 96 % recyling fähig.<br />

Verbund stoffe sollten nach Möglichkeit<br />

vermieden werden bzw. sich in<br />

einzelne Materia lien auftrennen lassen,<br />

damit sie dem Recyclingkreislauf<br />

zugeführt werden können.


MARKT | FACHPACK <strong>2021</strong><br />

Höherer Einsatz<br />

von Rezyklaten<br />

Rezyklate sind wieder verwertete<br />

Kunststoffverpackungen, die aus<br />

einem einzigen Kunststoff bestehen.<br />

Noch immer sind neue Kunststoffe<br />

günstiger als recycelte. Mit<br />

dem neuen Verpackungsgsetz sind<br />

seit Anfang des Jahres nicht oder<br />

nur schlecht recycelbare Verpackungen<br />

jedoch deutlich teuerer geworden.<br />

Hersteller müssen also zunehmend<br />

darauf achten, dass die verwendeten<br />

Kunst stoffe wieder dem<br />

Recycling kreislauf zugefüht und in<br />

neuen Verpackungen eingesetzt<br />

werden können. Deshalb sollte auch<br />

die Recycel barkeit von Kunststoffverpackungen<br />

verbessert werden,<br />

um so den Einsatz von Rezyklaten<br />

zu erhöhen. Dadurch können wiederum<br />

Primärrohstoffe geschont<br />

werden. Allerdings müssten hierfür<br />

auf internationaler Ebene noch<br />

verschiedene Material eigenschaften<br />

sowie gesund heitsbezogene Grenzwerte<br />

definiert werden.<br />

Digitalisierung<br />

Digitale Trends spielen auch in der<br />

Verpackungsbranche eine immer<br />

wichtigere Rolle. So können intelligente<br />

Verpackungen beispielsweise<br />

dazu beitragen, das Recycling zu<br />

optimieren, den Rezyklat anteil zu<br />

erhöhen, den Verderb von Lebensmitteln<br />

zu reduzieren und Lieferungen<br />

lückenlos nach zuverfolgen.<br />

Ein digitales Wasserzeichen auf einer<br />

Kunststoffverpackung, ein sogenanntes<br />

Holy Grail, ist ein für den<br />

Menschen unsichtbarer Code. Er<br />

zeigt an, was darin verpackt wurde<br />

und aus welchem Material die Verpackung<br />

besteht.<br />

Das erleichtert das Sortieren von<br />

Plastik verpackungen in den Recyclinganlagen.<br />

Digitale Wasserzeichen<br />

werden von speziellen Scannern an<br />

den Sortier anlagen erkannt. So können<br />

Kunsstoff verpackungen sortenrein<br />

recycelt, Rezyklate verbessert<br />

und die Kreislaufwirtschaft vorangebracht<br />

werden.<br />

Für den Einsatz digitaler Wasserzeichen<br />

müssen für alle Marktteilnehmer<br />

jedoch noch einheitliche<br />

Datenstandards festgelegt werden.<br />

Funktionalisierte Verpackungen dienen<br />

auch der Qualitätssicherung.<br />

Sie liefern, ähnlich wie Smart Label,<br />

Informationen über den Zustand eines<br />

Produkts und können dazu beitragen,<br />

Verluste durch Verderb zu<br />

reduzieren und die Vernichtung wegen<br />

unsachgemäßer Verpackung zu<br />

minimieren. Während des Verderbs<br />

reagiert ein Frische-Indikatior auf<br />

der Innen seite einer Verpackung auf<br />

chemische Verbindungen mit einer<br />

farbigen Veränderung des Etiketts.<br />

Mit QR-Codes auf den Verpackungen<br />

können vor allem junge<br />

Konsumenten angesprochen werden.<br />

Die Generation Z, die Digital<br />

Natives, ist eine anspruchsvolle,<br />

technik- und medien affine Zielgruppe,<br />

die sich überwiegend im Internet<br />

informiert. Hersteller können<br />

mit QR-Codes direkt auf ihre Webseiten<br />

verlinken und auf diese Weise<br />

zusätzliche Informationen zu ihren<br />

Produkten oder Botschaften vermitteln.<br />

Mit dem Smartphone kann<br />

der Kunde einfach den QR-Code<br />

einscannen und so auf eine Webseite<br />

oder einen Social Media-Kanal<br />

gelangen. Damit eröffnet das Verpackungsdesign<br />

neue Wege der Kommunikation<br />

und eignet sich auch<br />

Foto: NürnbergMesse<br />

als <strong>Marketing</strong> instrument. Verpackungen<br />

können als inter aktive Objekte<br />

mit dem Internet verbunden<br />

werden, um Konsumenten mit Geschichten<br />

zu einem Produkt zu überzeugen.<br />

Gerade diese Verbindung<br />

von realen Produkten mit der digitalen<br />

Welt macht die Verpackung zu<br />

einem wichtigen Medium, um junge<br />

Verbraucher zu erreichen.<br />

Auch im E-Commerce spielen optimierte<br />

und ressourcenschonende<br />

Verpackungen eine immer größere<br />

Rolle, bei denen Material reduziert<br />

und auf die Trennbarkeit der Wertstoffe<br />

geachtet wird. In attraktiven<br />

Versandkartons soll die Ware sicher<br />

beim Kunden ankommen und<br />

einen guten ersten Eindruck machen,<br />

wenn er das bestellte Produkt<br />

in Empfang nimmt. Die Versandverpackung<br />

ist der erste haptische<br />

Eindruck, den der Kunde von der<br />

Ware erhält. Die Versandschachtel<br />

sollte dem Produkt, der Marke<br />

und der Warengröße entsprechen<br />

und nachhaltig sein. Häufig werden<br />

deshalb Logos und Symbole auf der<br />

Verpackung für die entsprechenden<br />

Eigen schaften verwendet, wie<br />

recycelt, biologisch abbaubar und<br />

umweltfreundlich.<br />

Künstliche Intelligenz (KI)<br />

Mit intelligenten <strong>Technologie</strong>n<br />

wie Künstlicher Intelligenz können<br />

Produktions prozesse in der Verpackungsindustrie<br />

effizienter, flexibler<br />

und zuverlässiger gestaltet werden.<br />

So kann KI beispiels weise zur<br />

voraus schauenden Wartung eingesetzt<br />

werden, um unvorhergesehene<br />

Ausfall zeiten zu vermeiden oder<br />

zu verkürzen. Mit Hilfe selbstlernender<br />

Algorithmen können Verpackungsmachinen<br />

selbstständig auf<br />

neue Produkte und Verpackungsformate<br />

reagieren und damit Umrüstzeiten<br />

wesentlich reduziert werden.<br />

Statt nur einzelne Stichproben zu<br />

prüfen, ermöglicht Künstliche Intelligenz<br />

eine komplette Qualitätskontrolle.<br />

Somit können 100 % der Produkte<br />

kontrolliert werden. Hierbei<br />

werden visuelle Erkennungs- und<br />

Inspektions systeme mit intelligenten<br />

Informationen versorgt und so die<br />

Möglichkeit geschaffen, schadhafte<br />

Produkte auszusondern. Durch eine<br />

umfassende Kon trolle können teuere<br />

Rückruf aktionen vermieden werden.<br />

Langfristig wird Künstliche Intelligenz<br />

durchaus ein entscheidender<br />

Faktor sein, um im Wettbewerb<br />

zu bestehen. ST<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 51


MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />

Domino Deutschland GmbH<br />

Innovative Drucklösungen entdecken<br />

Zuverlässigkeit und<br />

Qualität bei der Codierung<br />

Als globaler Anbieter zukunftsfähiger<br />

Codier-, Markier- und<br />

Eti kettiersysteme, unterstützt<br />

Domino produzierende Betriebe<br />

und Maschinenbauer (OEMs) bei<br />

der Auswahl der passenden Systemtechnologien,<br />

die in Produktions-<br />

und Logistik umgebungen<br />

zum Einsatz kommen. Zur Umsetzung<br />

branchenspezifischer<br />

Anforderungen werden mit<br />

den Systemen von Domino beispielsweise<br />

MHD und Rückver-<br />

Foto: Domino<br />

folgbarkeitsinformationen, Serialisierungsdaten,<br />

Los-, Chargen-<br />

oder Prüfnummern sowie<br />

Logistik informationen auf Produkte,<br />

Verpackungen und Paletten<br />

aufgebracht.<br />

Als Teil der global agierenden<br />

Domino Printing Sciences Unternehmensgruppe,<br />

setzt das Unternehmen<br />

in zahlreichen Industrien,<br />

wie unter anderem<br />

der Lebensmittel- und Getränkeindustrie,<br />

seit mehr als 40 Jahren<br />

Maßstäbe in puncto Qualität<br />

und Zuverlässigkeit. Zudem bietet<br />

Domino für den Digitaldruck-<br />

Bereich mono chrome und vollfarbige<br />

digitale Inkjet-Lösungen für<br />

den Etiketten- und Verpackungsdruck<br />

an. Die Kunden profitieren<br />

von einem ausgeprägten Branchen-<br />

und Applikations-Knowhow<br />

der Mitarbeiter von Domino,<br />

die für sie vorausden-ken:<br />

lösungs orientiert, effektiv, unkompliziert<br />

und menschlich.<br />

Wir freuen uns, Sie auf unserem<br />

Messestand in Nürnberg begrüßen<br />

zu dürfen.<br />

Mehr Informationen<br />

www. domino-deutschland.de<br />

Fachpack Halle 4 | Stand 437<br />

Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co. KG<br />

Ultraschalltechnologie für Verpackungen<br />

Als weltweit führendes Unternehmen<br />

im Bereich des Ultraschallschweißens<br />

mit fünf Jahrzehnten<br />

Expertise bieten wir mit<br />

HERRMANN ENGINEERING kundenspezifische<br />

Unterstützung<br />

von der ersten Produktidee bis<br />

zum Serienstart und After- Sales-<br />

Support. Für die Kunden ist das<br />

Unternehmen sowohl Berater<br />

als auch Lösungsanbieter für<br />

Schweißaufgaben und über unser<br />

globales Netzwerk in 20 Ländern<br />

mit Ultraschall-Laboren vertreten,<br />

um direkt vor Ort zu unterstützen.<br />

Ultraschallschweißen<br />

ist Fügen ohne Kleben, Schrauben<br />

oder Wärmezufuhr von<br />

außen. Als wirtschaftliches Produktionsverfahren<br />

mit schnellen<br />

Zykluszeiten sichert es hohe Prozesskontrolle<br />

und reproduzierbare<br />

Qualität. Die durchdachten<br />

Maschinen und Systeme erfüllen<br />

alle Anforderungen an eine moderne,<br />

digitalisierte Produktion<br />

und stehen für Reproduzierbarkeit<br />

und Nachhaltigkeit.<br />

Mehr Informationen<br />

www.herrmannultraschall.com<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 211<br />

AstroNova GmbH<br />

Etiketten, die Durst machen<br />

Hochwertig, wasserbeständig<br />

und abriebfest<br />

Auch bei kleinen Auflagen erzielen<br />

Hersteller der Getränkeindustrie<br />

mit Etikettierlösungen<br />

von AstroNova große Wirkung.<br />

Etiketten für Getränke müssen<br />

besonderen Anforderungen<br />

entsprechen. Im Regal dienen<br />

sie als Eyecatcher und Verkaufshilfe,<br />

sollen Durst machen<br />

und Qualität vermitteln. Damit<br />

der gute Eindruck erhalten<br />

bleibt, muss das Material auch<br />

Belastungen durch Feuchtigkeit<br />

und Temperaturschwankungen<br />

standhalten.<br />

Digitale Etikettendrucksysteme<br />

von AstroNova garantieren<br />

einen professionellen Auftritt<br />

mit einfacher Bedienung,<br />

auch bei geringen Produktionsvolumen.<br />

Sowohl die Tisch-<br />

Label-Drucksysteme QuickLabel<br />

als auch TrojanLabel, die Etikettendruckmaschinen<br />

für größere<br />

Foto: AstroNova<br />

Volumen, erlauben flexibles On-<br />

Demand-Printing in verschiedenen<br />

Formaten und Auflagen –<br />

ohne Qualitätseinbußen.<br />

Die hochwertigen, individuellen<br />

Etiketten hinterlassen dabei<br />

einen bleibenden Eindruck, denn<br />

Materialien und Druckfarben<br />

halten UV-Licht, Frost, Feuchtigkeit<br />

und Hitze stand. Hochwertige<br />

Drucktechnik garantiert brillante<br />

Farben der gesamten Palette<br />

und inkludiert auch Weiß<br />

sowie gestochen scharfe Schrift<br />

ohne Verlaufen, Verblassen oder<br />

Verschmieren. Barcodes lassen<br />

sich einfach erstellen und bleiben<br />

erhalten und auch die Vitaminangaben<br />

oder Inhaltsstoffe<br />

in einer Schriftgröße von 3 Punkt<br />

lassen sich gut lesen.<br />

Vielfalt bei Materialien<br />

und Etikettenform<br />

Ob Getränke, Weine oder Spirituosen<br />

– die große Vielfalt an<br />

Materia lien unterstreicht die<br />

Individua lität und macht jedes<br />

Produkt zur Spezialität. Für diese<br />

Anwendungsbereiche können<br />

Materialien in edler Pergament-<br />

oder Struktur-Optik und<br />

sogar organisches Papier bedruckt<br />

werden. Für die besondere<br />

Note gibt es auch eine große<br />

Auswahl an Metallic-Materialien.<br />

Selbst den Etikettenformen<br />

sind keine Grenzen gesetzt.<br />

Als Spezialist für Etikettierlösungen<br />

hat AstroNova ein umfassendes<br />

Angebot für jeden<br />

unternehmensinternen Etikettendruck.<br />

Kunden erhalten<br />

Rundum-Service aus einer Hand<br />

– von der Hardware über Beratung,<br />

Software, After-Sales-<br />

Service bis hin zu Etikettenmaterialien<br />

und Sonderformen. Dank<br />

langjähriger Erfahrung ermittelt<br />

AstroNova jeweils die beste<br />

Lösung für kompakte Etikettendrucksysteme,<br />

flankiert<br />

von bester Drucktechnologie.<br />

Auf dem Messestand können<br />

die Besucher sehen, wie aus einem<br />

Blanko-Material ein individuelles<br />

Etikett entsteht – bedruckt<br />

und in Sonderform geschnitten.<br />

Die Lösungen können<br />

auch gerne am Standort in Dietzenbach<br />

vorgeführt werden. Wir<br />

freuen uns auf Ihren Besuch.<br />

Mehr Informationen<br />

www.astronovaproductid.com<br />

Fachpack Halle 4 | Stand 223<br />

52 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />

GERNEP GmbH Etikettiertechnik<br />

Kaufimpulse setzen mit perfekt sitzenden Etiketten<br />

SK-Spender von GERNEP Etikettiertechnik; Foto: GERNEP<br />

Behälter als<br />

echter Hingucker<br />

Individuelle Etikettierung mit<br />

Präzision – das bietet GERNEP<br />

seinem weltweiten Kundenkreis<br />

der Getränke-, Lebensmittel-,<br />

Consumer Healthcare- und<br />

Nonfood-Industrie. Das Label<br />

trägt zum Wiedererkennungswert<br />

und zur Attraktivität eines<br />

Produkts bei. Seit über 35 Jahren<br />

werden Etikettiermaschinen für<br />

▶ Selbstklebe-,<br />

▶ Kaltleim- und<br />

▶ Heißleimetikettierung<br />

am Standort Barbing (Bayern)<br />

nach höchstem Qualitätsstandard<br />

deutscher Maschinenbautradition<br />

„Made in Germany“<br />

entwickelt und gefertigt. Flexibilität<br />

und Individua lität des Kunden<br />

stehen dabei an erster Stelle.<br />

Die GERNE- Maschinenfamilie<br />

bietet die volle Kombinationsfreiheit,<br />

um auch individuelle<br />

Anforderungen perfekt abbilden<br />

und moderne Behälterausstattungen<br />

realisieren zu können.<br />

Durch den Einsatz von vielfältigen<br />

Zusatzeinrichtungen,<br />

wie zum Beispiel einer kamerabasierten<br />

Ausrichtung und Kontrollsysteme,<br />

kann ein optisch<br />

einwandfreies Erscheinungsbild<br />

der Produkte garantiert werden.<br />

Die Vorteile der neu konzipierten<br />

Spenderaggregate auf<br />

einen Blick:<br />

▶ Präzise Etikettierung<br />

▶ Kompakte Bauform<br />

▶ Großes Touch-Display für eine<br />

intuitive Bedienung<br />

▶ Werkzeugloser Wechsel der<br />

Etikettenrollen<br />

▶ Robuste Spenderverstellung<br />

▶ Verschiedene Geschwindigkeitsstufen<br />

mit einer maximalen<br />

Etikettiergeschwindigkeit<br />

von bis zu 200 m/min<br />

▶ Etikettensensor mit Auto-<br />

Teach-Funktion<br />

GERNEP präsentiert sich auf der<br />

FACHPACK <strong>2021</strong> erstmals in<br />

neuem Look. Besuchen Sie uns<br />

auf unserem Messestand. Wir<br />

freuen uns auf Sie. <br />

Mehr Informationen<br />

www.gernep.de<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 143<br />

HEINRICH KIPP WERK GmbH & Co. KG<br />

Normteile, Bedienelemente und Spannsysteme<br />

Das HEINRICH KIPP WERK ist<br />

Hersteller im Bereich Spanntechnik,<br />

Normelemente und Bedienteile.<br />

Das Unternehmen produziert<br />

am Standort Deutschland<br />

mit einem großen Maschinenpark.<br />

Durch die hohe Fertigungstiefe<br />

können Standard-Elemente,<br />

Baugruppen sowie Sonderlösungen<br />

realisiert werden. Das Produktprogramm<br />

umfasst 55.000<br />

Teile, die durch das Logistikzentrum<br />

schnell verfügbar sind. Produkte<br />

entwickelt KIPP komplett<br />

im Haus und prüft sie in der Qualitätssicherung<br />

mehrfach. Alle<br />

funktionieren zuverlässig, sind<br />

langlebig und nachhaltig lieferbar.<br />

Ergonomie sowie Stabilität<br />

stehen im Zentrum jeder Neuentwicklung.<br />

In den Katalogen<br />

von KIPP finden die Kunden nur<br />

Produkte, von denen das Unternehmen<br />

zu 100 % überzeugt ist.<br />

Dafür steht das inhabergeführte<br />

Traditionsunternehmen. Wir<br />

freuen uns, Sie auf der Messe begrüßen<br />

zu dürfen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.kipp.com<br />

Fachpack Halle 3C | Stand 539<br />

REA Elektronik GmbH<br />

Hochauflösende Tintenstrahldrucker basierend auf HP-Kartuschentechnik<br />

Foto: REA Elektronik<br />

Industrielle Kennzeichnung<br />

Die hochauflösenden REA JET<br />

Tintenstrahldrucker mit HP-<br />

Drucktechnologie nutzen die<br />

millionenfach in Office-Druckern<br />

bewährte Thermal Inkjet-<strong>Technologie</strong>.<br />

Das robuste Edelstahlgehäuse,<br />

die intuitive Bedienung<br />

und das durchdachte Schreibkopfdesign<br />

machen dieses Kennzeichnungssystem<br />

uneingeschränkt<br />

industrietauglich. Besonders<br />

bewährt sich das System<br />

in den Branchen Verpackung,<br />

Pharma, Lebensmittel, Holz und<br />

Papier. Für Beschriftungen in einer<br />

Schreibhöhe von 12,7 mm pro<br />

Kartusche. Für größere Schreibhöhen<br />

sind mehrere Schreibköpfe<br />

kaskadierbar. Mit der integrierten<br />

Ethernet-Schnittstelle<br />

und vollem Unicode-Support<br />

ist das HR-Drucksystem die erste<br />

Wahl für Serialisierungsaufgaben<br />

und Track & Trace-Projekte.<br />

Der Trend in der Druckindustrie<br />

geht zu immer kleineren Losgrößen<br />

und individualisierten<br />

Produkten mit variablen Inhalten.<br />

Der Thermal Ink Jet Drucker REA<br />

JET HR pro ermöglicht eine Individualisierung<br />

in letzter Minute<br />

(Late Stage Customiza tion) und<br />

steigert so die Produktivität und<br />

Effizienz jeder Anlage. Die REA<br />

JET Promotion Software verwaltet<br />

die zu druckenden Inhalte<br />

in einer Datenbank und stellt<br />

sicher, dass jeder Code beziehungsweise<br />

jeder Druckinhalt<br />

ein Unikat ist und nur einmalig<br />

gedruckt wird.<br />

Mehr Informationen<br />

www.rea-jet.com<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 228<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 53


MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />

MSK Verpackungs-Systeme GmbH<br />

Ressourcenschonende Verpackungstechnik<br />

Innovative Technik senkt<br />

Energieeinsatz nachhaltig<br />

HSK ermöglicht sowohl mit der<br />

Haubenstretchanlage als auch<br />

mit den Schrumpfverpackungsanlagen<br />

ressourcenschonende<br />

Palettenverpackung. Beim<br />

neuen MSK-Schrumpfrahmen<br />

setzt MSK konsequent innovative<br />

Technik ein, die den Energieeinsatz<br />

nachhaltig senkt.<br />

Mit der Einführung der neuen<br />

MSK-Schrumpfrahmen-Generation<br />

kann das Unternehmen<br />

den Gasverbrauch um zusätzliche<br />

13 % senken. Bereits vor der<br />

Neueinführung lag der Energiebedarf<br />

der MSK-Schrumpfrahmen<br />

ca. 10 % unter dem Durchschnittsniveau.<br />

Mit dem Elektroschrumpfrahmen<br />

MSK Corritech<br />

ist das Einschrumpfen von Paletten<br />

ohne Nutzung fossiler Brennstoffe<br />

möglich und wird in einigen<br />

Fällen durch die EU mit einer<br />

Förderung der Nutzung von Energie<br />

aus erneuerbaren Quellen gefördert.<br />

Der MSK-Schrumpfrahmen<br />

ermöglicht durch den Einsatz<br />

des neu entwickelten MSK<br />

Covershrink zusätzliche Energieeinsparungen<br />

von bis zu 40 %.<br />

Dies in Verbindung mit rezyklathaltigen<br />

oder biologisch abbaubaren<br />

Folien hebt die Schrumpfverpackung<br />

auf ein neues Niveau.<br />

Am Messestand beraten Experten,<br />

welche Verpackungslösung<br />

die beste für das jeweilige Produkt<br />

ist. <br />

Mehr Informationen<br />

www.msk.de<br />

Fachpack Halle 4 | Stand 330<br />

Markem-Imaje GmbH<br />

Hochwertige Produktkennzeichnungs-Gesamtlösungen<br />

Innovation und Qualität<br />

Als renommierter, weltweit<br />

agierender Anbieter von Lösungen<br />

zur Produktkennzeichnung<br />

und -rückverfolgung wartet<br />

Markem-Imaje mit einem umfassenden<br />

Sortiment an zuverlässigen,<br />

innovativen Tintenstrahl-,<br />

Thermotransfer- und Laserdruckern,<br />

Etikettendruck- und<br />

-spendemaschinen sowie RFIDbasierten<br />

Systemen auf. Das Unternehmen<br />

stellt hohe Anforderungen<br />

an seine Produkte und<br />

Dienstleistungen. Hierbei setzt<br />

das Unternehmen auf verbindliche,<br />

transparente Spezifikationen<br />

und handfeste Vorteile wie<br />

etwa minimierte Ausfallzeiten,<br />

weniger Abfälle, geringere Kosten<br />

und verbesserte Umweltverträglichkeit.<br />

Markem-Imaje entwickelt Produkte<br />

und Verfahren, die Kosten<br />

und Abfälle reduzieren sowie<br />

höchstmögliche Umweltverträglichkeit<br />

gewährleisten. Die<br />

Zielsetzungen in den Bereichen<br />

Produktdesign, Preisgestaltung<br />

und Dienstleistungen erlauben<br />

Foto: Markem-Imaje<br />

es dem Kunden, im Laufe der<br />

Zeit seine Gesamtkosten erheblich<br />

zu senken. Bei dem Unternehmen<br />

ist Innovation eine Lebensphilosophie.<br />

Mehr als 300<br />

Ingenieure der F&E-Teams arbeiten<br />

bei Markem-Imaje daran,<br />

schon heute die Anforderungen<br />

an die Kennzeichnungssysteme<br />

von morgen in die Entwicklung<br />

einfließen zu lassen.<br />

Wir freuen uns, Sie auf der<br />

FACHPACK auf unserem Messestand<br />

begrüßen zu dürfen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.markem-imaje.com<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 443<br />

Gerhard Schubert GmbH Verpackungsmaschinen<br />

Der Weg in eine nachhaltigere Zukunft<br />

Live und online<br />

Auf der FACHPACK präsentieren<br />

die Experten der Crailsheimer<br />

Gerhard Schubert GmbH ihre<br />

Antworten auf die Entwicklungstrends<br />

rund um nachhaltige Verpackung.<br />

Besucher finden dort<br />

auch zahlreiche Infos zum Maschinenprogramm<br />

lightline und<br />

erleben eine flexible TLM-Verpackungsmaschine<br />

in Aktion. Für<br />

Interessierte, die nicht live dabei<br />

sein können, stellt Schubert online<br />

Informationen zu Verfügung.<br />

Auch die Messe selbst bietet die<br />

Möglichkeit, das Event über<br />

Streams zu verfolgen.<br />

Umweltgerechtes Verpacken<br />

ist ein Thema, das immer mehr<br />

in den Fokus der Verpackungsindustrie<br />

rückt. Dort, wo bei<br />

Verpackungen auf Kunststoff<br />

verzichtet werden kann, wird<br />

das Material inzwischen weitgehend<br />

durch Karton ersetzt.<br />

Schubert punktet mit mehr als<br />

50 Jahren Erfahrung auf dem<br />

Gebiet der nachhaltigen Verpackung.<br />

Auf der Messe zeigt<br />

der Verpackungsmaschinenhersteller<br />

Besuchern, wie mit Unterstützung<br />

durch die Experten<br />

von Schubert-Consulting, die<br />

roboter gestützte TLM-<strong>Technologie</strong><br />

und eine frühzeitige Planung<br />

die Umstellung auf umweltschonende<br />

Verpackungslösungen so<br />

gelingt, dass sich Nachhaltigkeit<br />

und Wirtschaftlichkeit miteinander<br />

vereinbaren lassen.<br />

Auch über die hauseigene<br />

Verpackungsentwicklung informieren<br />

die Experten am Stand.<br />

Denn eine optimierte Verpackung<br />

wirkt sich nachhaltig auf<br />

Für Hersteller von Konsumgütern ist das Maschinenprogramm<br />

lightline eine optimale Möglichkeit,<br />

um sich schnell mit zukunftsfähigen Verpackungsprozessen<br />

am Markt zu positionieren.<br />

Foto: Gerhard Schubert GmbH<br />

die Logistik aus, wenn mehr<br />

Kartons pro Palette transportiert<br />

werden können. Dank des<br />

Baukastensystems von Schubert<br />

lassen sich Verpackungsmaschinen<br />

exakt auf die Kundenwünsche<br />

in puncto Nachhaltigkeit<br />

abstimmen. So erfahren Interessenten,<br />

wie eine Schubert-<br />

Anlage so flexibel konzipiert<br />

werden kann, dass sie sowohl<br />

herkömmliche als auch recycelbare<br />

Kunststoff- und Kartonverpackungen<br />

verarbeitet.<br />

Mehr Informationen<br />

www.schubert.group<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 229<br />

54 | Getränke! 04 | <strong>2021</strong>


MARKT | Produktneuheiten zur FACHPACK <strong>2021</strong><br />

Bluhm Systeme GmbH<br />

Die Highlights entdecken für die Kennzeichnung von morgen<br />

Auf der Messe präsentiert der<br />

Kennzeichnungsanbieter Bluhm<br />

Systeme GmbH Highlights für die<br />

Produkt- und Verpackungskennzeichnung<br />

von morgen.<br />

#dreidimensional<br />

Ein Messe-Highlight ist das 3-D-<br />

Etikettierportal Legi Flex 6100:<br />

Dieser Etikettendruckspender ist<br />

in der Lage, die Position einer Kartonage<br />

mittels Kamera zu ermitteln<br />

und seinen Applikator genau<br />

darauf abzustimmen. Wenn sich<br />

Produkte auf einem Förderband<br />

nicht exakt führen beziehungsweise<br />

vereinzeln lassen, sorgt dieses<br />

System trotzdem für eine zuverlässige<br />

Kennzeichnung an zuvor<br />

genau definierter Position.<br />

Somit bietet der Legi Flex 6100<br />

maximale Flexibilität bei der Etikettierung<br />

von Kartonagen.<br />

Linx 10 | Foto: BLUHM<br />

#fuereinsteiger<br />

Tintenstrahldrucker im Format eines<br />

Werkzeugkoffers: Der Linx 10<br />

ist ein mobiler Continuous Inkjetdrucker<br />

für den Einstieg in<br />

die industrielle Kennzeichnung.<br />

Einfach zu bedienen, druckt er<br />

bis zu drei Zeilen in einer Geschwindigkeit<br />

von 2,66 m/s. Der<br />

Ink jetdrucker kann wahlweise<br />

an Produktionsbändern montiert<br />

und mit einem automatischen<br />

Linien-Geschwindigkeitssensor<br />

ausgestattet werden.<br />

Am Messestand veranschaulichen<br />

auch Hologramme die<br />

ausgeklügelte Kennzeichnungstechnik<br />

eindrucksvoll. <br />

Mehr Informationen<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

Fachpack Halle 1 | Stand 141<br />

BERICAP Holding GmbH<br />

Nachhaltige Verschlüsse<br />

Als einer der weltweit führenden<br />

Hersteller von Kunststoff- und<br />

Aluminiumverschlüssen präsentiert<br />

BERICAP auf der FACHPACK<br />

Produkte mit umweltfreundlichem<br />

und recycelbarem Design.<br />

Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen<br />

seine Produkte zu einem<br />

leichteren Design mit geringerem<br />

Materialverbrauch weiterentwickelt.<br />

Insbesondere der Fokus<br />

auf den Einsatz von Recyclingmaterialien<br />

(PCR-Harz) trägt<br />

dazu bei, den CO 2<br />

-Fußabdruck<br />

weiter zu reduzieren und geschlossene<br />

Stoffkreisläufe voran-<br />

zutreiben. BERICAPValve ist<br />

zum Beispiel ein Neuzugang<br />

im BERICAP-Portfolio und verfügt<br />

anstelle eines Silikonventils<br />

über ein Ventil aus einem<br />

thermoplastischen Elastomer<br />

(TPE). Das BERICAPValve wurde<br />

von der Jury des renommierten<br />

Packaging Europe Sustainability<br />

Awards zum Gewinner 2020 in<br />

der Kategorie „Recyclingable<br />

Packaging“ gewählt<br />

Mehr Informationen<br />

www.bericap.com<br />

Fachpack Halle 6 | Stand 418<br />

Robatech GmbH<br />

Neue Dimension im Klebstoffauftrag für anspruchsvolle Verpackungen<br />

Schnelle und<br />

hochpräzise Verklebung<br />

Die Robatech GmbH präsentiert<br />

eine neue Dimension im Klebstoffauftrag:<br />

energiesparend, wiederholgenau<br />

und zuverlässig. Mit<br />

dem smarten Schmelzgerät Vision,<br />

dem neuen Heizschlauch<br />

Performa und dem Auftragskopf<br />

SpeedStar Compact lassen<br />

sich anspruchsvolle Verpackungen<br />

schnell und hochpräzise verkleben.<br />

Das neue Klebstoff-Auftragssystem<br />

von Robatech hebt<br />

die Zuverlässigkeit in der Verklebung<br />

von Primär- und Sekundärverpackungen<br />

auf ein neues<br />

Niveau. Alle drei Systemkomponenten<br />

senken den Energieverbrauch<br />

deutlich und erleichtern<br />

Maschinenbauern und Anwendern<br />

mit einzigartigen Features<br />

das Leben.<br />

Schmelzgerät Vision<br />

Das Smart Terminal zeigt aktuelle<br />

Betriebs- und Statusinformationen<br />

über wechselnde LED-Farben<br />

an. Das Betriebspersonal erkennt<br />

auch aus der Distanz, ob<br />

Schmelzgerät Vision Vision Performa SpeedStar Compact SpeedStar Compact<br />

Fotos: Robatech<br />

der Klebeprozess reibungslos<br />

läuft oder zum Beispiel Klebstoff<br />

nachgefüllt werden muss.<br />

Über den FlexPort, einer innovativen<br />

45-Grad-Anschlussfläche,<br />

können Heizschläuche platzsparend<br />

in unterschiedlichen Winkeln<br />

angeschlossen werden. Das<br />

Schmelzgerät kann längs- oder<br />

quer eingebaut werden.<br />

Heizschlauch Performa<br />

Der Heizschlauch wird über die<br />

Steckkupplung PrimeConnect im<br />

Plug-and-Play-Verfahren angeschlossen<br />

– ohne Spezialwerkzeuge<br />

und fehlerfrei. Die vollisolierte<br />

Kupplung eliminiert die<br />

sonst üblichen Kältebrücken.<br />

Auftragskopf<br />

SpeedStar Compact<br />

Der elektrische Spritzkopf trägt<br />

millimeterkleine Heißleimpunkte<br />

und kurze Raupen exakt auf winzige<br />

Laschen und kleine Flächen<br />

auf. Die automatische Hubregelung<br />

sorgt für die gleichbleibende<br />

Präzi sion im Klebstoffauftrag<br />

über die gesamte Lebensdauer<br />

von 500 Millionen Betriebszyklen.<br />

Der sozialen Verantwortung wie<br />

auch der Umwelt gegenüber<br />

wird Robatech gerecht. Wir<br />

freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme<br />

und sind überzeugt, Ihre<br />

Wünsche und Vorstellungen gemeinsam<br />

umzusetzen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.robatech.com<br />

Fachpack Halle 2 | Stand 422<br />

Getränke! 04 | <strong>2021</strong> | 55


MARKT | Unternehmen<br />

SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG<br />

90 Jahre ein verlässlicher Partner seiner Kunden<br />

Aus Tradition in Bewegung<br />

Das Jahr <strong>2021</strong> ist für die Antriebsautomatisierer<br />

aus Bruchsal<br />

ein ganz besonderes. Am<br />

13.06.1931 gründete Christian<br />

Pähr die „Süddeutschen Elektromotoren<br />

Werke“ in Bruchsal.<br />

1945, nach dem Krieg übernahm<br />

Ernst Blickle, Christian<br />

Pährs Schwiegersohn, die Geschäftsführung<br />

und legte mit<br />

vielen visionären Entscheidungen<br />

und Entwicklungen schon<br />

damals den Grundstein für die<br />

weltweit erfolgreichen Lösungen<br />

von SEW-EURODRIVE.<br />

Die Welt, in der wir leben, ist<br />

geprägt durch Bewegung, Veränderung<br />

und Erneuerung – Stillstand<br />

gibt es nicht. Das Unternehmen<br />

hat sich dieses dynamische<br />

Grundprinzip zu eigen gemacht<br />

und auf diese Weise die moderne<br />

Antriebstechnik seit 90 Jahren<br />

entscheidend mitgeprägt, ihr ein<br />

Gesicht verliehen und mit innovativen<br />

Produkten die Basis für Entwicklungen<br />

geschaffen, die den<br />

Schritt vom Industriezeitalter in<br />

die Ära der modernen Antriebstechnik<br />

und der smarten Automatisierung<br />

von Maschinen, Anlagen<br />

und ganzen Fabriken erst<br />

möglich gemacht hat.<br />

Am 13. Juni 1931 gründet<br />

der Bankkaufmann Christian<br />

Pähr die Süddeutschen Elektromotoren<br />

Werke, SEW, im nordbadischen<br />

Bruchsal. Verschiedene<br />

Elektro- und Getriebemotoren,<br />

die Elektro-Bandsägen<br />

„ Millicut“, der Hobler<br />

„ Simplitt“, die Elektro-Kreissägen<br />

„Circut“ und die Schleifmotoren<br />

„Poliglitt“ bilden das<br />

Produktionsprogramm des Startups.<br />

Die großen Erfolge seines<br />

Unternehmens erlebt Pähr<br />

nicht mehr. Nur vier Jahre nach<br />

der Gründung verstirbt er im Alter<br />

von 70 Jahren. Fortan leitet<br />

seine Witwe Kunigunde Pähr<br />

das Unternehmen, unterstützt<br />

von der gemeinsamen Tochter<br />

Edeltraut. 1945 übernimmt<br />

Ernst Blickle, Edeltraut hatte<br />

zwischenzeitlich geheiratet,<br />

die Geschäftsführung des Unternehmens<br />

und in den Folgejahren<br />

begann ein unvergleichliches<br />

Wachstum.<br />

Technologische<br />

Entwicklungen<br />

Von der Erfindung des Vorgelegemotors<br />

1928 bis zum Getriebemotor<br />

heutiger Ausprägung war<br />

es nur ein kurzer Weg. Das einmal<br />

erkannte Grundprinzip des<br />

effizienten Getriebemotors wurde<br />

durch SEW- EURODRIVE konsequent<br />

weiterentwickelt. Neue<br />

Herstellungsverfahren führten zu<br />

einer stetigen Leistungsoptimierung<br />

und einem Maximum an<br />

Zuverlässigkeit und Energie-Effizienz,<br />

wie es Kunden heute weltweit<br />

zu schätzen wissen.<br />

Mitte der 1960er-Jahre gelang<br />

es SEW-EURODRIVE als erstem<br />

Unternehmen im Bereich der<br />

Antriebstechnik, ein modulares<br />

Baukastensystem für die Herstellung<br />

von Getriebemotoren<br />

zu entwickeln. Auf der Basis einer<br />

überschaubaren Anzahl von<br />

standardisierten Einzelteilen und<br />

Baugruppen war es von nun an<br />

problemlos möglich, wirtschaftlich<br />

und in konkurrenzlos kurzer<br />

Zeit Antriebslösungen zu<br />

realisieren, die nicht nur durch<br />

ihre Vielseitigkeit, sondern auch<br />

durch ihre gleichbleibend hohe<br />

Qualität überzeugten.<br />

Unternehmerische<br />

Entwicklungen<br />

Gleichzeitig mit der Entwicklung<br />

des Baukastensystems, forcierte<br />

SEW-EURODRIVE den Weg auf<br />

die internationalen Märkte. Aufgrund<br />

der permanent steigenden<br />

Auslandsnachfrage war es<br />

für Ernst Blickle schon Anfang<br />

der 1960er-Jahre eine beschlossene<br />

Sache, dass die innova tiven<br />

Antriebslösungen von SEW-<br />

EURODRIVE auch direkt vor Ort<br />

in den Märkten der Kunden<br />

montiert werden müssten. Den<br />

Anfang machte 1960 die Gründung<br />

des ersten SEW-Tochterunternehmens<br />

im französischen<br />

Hagenau. Ab 1968 ging es dann<br />

Schlag auf Schlag. Heute verfügt<br />

SEW-EURODRIVE über 17 Fertigungs-<br />

und 85 Montagewerke<br />

sowie eigene Vertriebsniederlassungen<br />

und Vertretungen in<br />

52 Ländern.<br />

Foto: SEW-EURODRIVE<br />

Mit dieser konsequent internationalen<br />

Ausrichtung hat das<br />

Unternehmen einen Meilenstein<br />

auf dem Gebiet der modernen<br />

Antriebstechnologie gesetzt<br />

und seinen Kunden auf der<br />

ganzen Welt einen Nutzen verschafft,<br />

der weit über die reine<br />

Produktvielfalt und Produktqualität<br />

hinausgeht. Dies bestätigen<br />

auch die vielen Auszeichnungen,<br />

die das Unternehmen in<br />

den Jahren von unabhängigen<br />

Instituten, Vereinigungen und<br />

Verbänden sammeln konnte.<br />

Anfang der 1990er-Jahre entschied<br />

sich das Unternehmen<br />

unter der Führung von Rainer<br />

und Jürgen Blickle – Ernst Blickle<br />

verstarb 1986 – zur Eigenentwicklung<br />

von Steuer- und Regelungslösungen<br />

und dem Aufbau<br />

einer entsprechenden Elektronikproduktion.<br />

Diese wurde<br />

nach kurzem Bestehen gleich<br />

zur „Fabrik des Jahres“ gekürt.<br />

Auch die Elektronik basiert auf<br />

dem Baukastensystem und bildet<br />

heute eines der wichtigen<br />

Standbeine des Unternehmens.<br />

Mittlerweile ist die damalige<br />

Fabrik zu klein geworden und so<br />

wurde 2019 die neue Elektronikfertigung<br />

in Bruchsal bezogen.<br />

Zukünftige Entwicklungen<br />

Innovationskraft aus dem Hause<br />

SEW-EURODRIVE – darauf können<br />

sich Kunden und Partner<br />

auch in Zukunft verlassen. Zu<br />

sehr ist die Geschichte der technischen<br />

Entwicklungen auf diesem<br />

Sektor mit den Ideen aus Bruchsal<br />

verbunden, als dass man dabei<br />

ohne sie auskommen könnte<br />

und man kann davon ausgehen,<br />

dass sie auch in Zukunft immer<br />

wieder mit bahnbrechenden<br />

Ideen die Antriebstechnik und<br />

Antriebsautomatisierung mitprägen<br />

werden. Mit dem Antriebsund<br />

Automatisierungsbaukasten<br />

MOVI-C ® , mobilen Logistikassistenten,<br />

DriveRadar ® , neuen Motoren<br />

und Getrieben zur Energie-Einsparung,<br />

Industriegetrieben<br />

für die ganz großen Drehmomente,<br />

cloudbasierten Anwendungen<br />

oder dem umfassenden<br />

Dienstleistungsangebot Life<br />

Cycle Services hat das Unternehmen<br />

weitere Grundsteine für die<br />

Zukunft gelegt. Um die Nachfrage<br />

der Märkte schnell, effi zient<br />

und zuverlässig bedienen zu können,<br />

erweitert das Unternehmen<br />

seinen Standort in Graben-<br />

Neudorf nachhaltig. Dort entstehen<br />

zurzeit neue Kapazitäten<br />

für die Herstellung und Montage<br />

von Motoren und Getrieben, ein<br />

neues Kundencenter sowie Schulungs-<br />

und Besprechungsräume.<br />

„Driving the world“ – das ist<br />

und bleibt die Devise von SEW.<br />

Und auch wenn die Welt immer<br />

digitaler und vernetzter<br />

wird, stehen die Menschen hinter<br />

SEW-EURODRIVE immer persönlich<br />

für Kunden und Partner<br />

des Unternehmens zur Verfügung.<br />

Vieles wandelt und verändert<br />

sich, aber eines bleibt: Auf<br />

SEW-EURODRIVE können sich<br />

Kunden in aller Welt verlassen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

56 | Getränke! 02 | <strong>2021</strong>


BEZUGSQUELLEN-VERZEICHNIS | Produkte, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen<br />

Abwasser- & und Wassertechnik<br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

EnviroChemie GmbH<br />

In den Leppsteinswiesen 9 | D-64380 Rossdorf<br />

Tel.: +49 (0)6154 6998-0 | Fax: +49 (0)6154 6998-11<br />

info@envirochemie.com | www.envirochemie.de<br />

Die deutschen Brauer<br />

Deutscher Brauer-Bund e.V.<br />

Neustädtische Kirchstraße 7a<br />

D-10117 Berlin<br />

www.brauer-bund.de<br />

Wirtschaftsvereinigung<br />

Alkoholfreie Getränke e. V.<br />

Monbijouplatz 11 | 10178 Berlin<br />

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Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)<br />

Mainzer Str. 253 | 53179 Bonn<br />

Telefon +49 (0) 228-95 46 00<br />

info@fruchtsaft.de<br />

www.fruchtsaft.net<br />

Verband Deutscher Maschinenund<br />

Anlagenbau e.V.<br />

Lyoner Str. 18 | 60528 Frankfurt<br />

Telefon +49 (0) 69 66 03 0<br />

www.vdma.org<br />

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Institute | Organisationen | Verbände<br />

Bundesverband der<br />

Deutschen Spirituosen-Industrie<br />

und -Importeure e. V.<br />

Urstadtstraße 2 | 53129 Bonn<br />

www.spirituosen-verband.de<br />

Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.<br />

Kennedyallee 28 | 53175 Bonn<br />

www.vdm-bonn.de<br />

Versuchs- und Lehranstalt<br />

für Brauerei in Berlin e.V.<br />

Seestraße 13 | 13353 Berlin<br />

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