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CDU-Magazin Einblick (Ausgabe 14) - Thema: Alter

Das politische Magazin der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages

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MAGAZIN DER <strong>CDU</strong>-FRAKTION DES SÄCHSISCHEN LANDTAGES AUSGABE <strong>14</strong><br />

ÄLTER WERDEN<br />

Wie es um Senioren in Sachsen steht<br />

Alltagshelden<br />

Auf diese Rentner<br />

kommt es an<br />

Wirtschaft<br />

Chef sucht Nachfolger<br />

für seinen Betrieb<br />

Sicherheit<br />

Vorsicht vor dem<br />

fiesen Enkeltrick


Se|ni|o|ren, die<br />

Wortart: Plural von „Senior, der“; Substantiv, maskulin<br />

Wortherkunft: Abgeleitet vom lateinischen „senior“ = „älter“, „Ältere“, „Älteste“, „Altmeister“.<br />

Begriffsgeschichte und Bedeutungen: Schon im <strong>14</strong>. Jahrhundert war die Verwendung von „Senior“,<br />

vor allem als Gegenwort zu „Junior“ innerhalb eines Familienverbandes, üblich. Seit dem 18. Jahrhundert<br />

wurde Senior für das Oberhaupt (der Familie) geläufig, in der Kaufmannssprache auch für „älterer<br />

Teilhaber“ oder „Geschäftspartner“. Ab den 70er Jahren wandelte sich die Bedeutung hin zur generellen<br />

Bezeichnung von Menschen mit „höherem“ <strong>Alter</strong>.<br />

Der Begriff bezeichnet aber auch ältere Personen in einem Kreis oder Kollegium, die durch ihr fortgeschritteneres<br />

Leben über viel Erfahrung und Wissen verfügen. Im Marketing wird die Personengruppe<br />

auch gern als Best Ager (sinngemäß „im besten <strong>Alter</strong>“) bezeichnet.<br />

Senioren sind auch im sächsischen Koalitionsvertrag von 2019 ein <strong>Thema</strong>. Dort hat die <strong>CDU</strong> mit ihren<br />

Partner vereinbart, dass es eine eigene Senioren-Strategie der Staatsregierung geben wird. So sollen<br />

Kommunen Unterstützung bekommen, um „Angebote gegen Vereinsamung, <strong>Alter</strong>sdepression und Demenz“<br />

zu schaffen. Auch soll die Gründung von Senioren-WGs und die Entwicklung von barrierefreien<br />

Wohnquartieren unterstützt werden.<br />

EDITORIAL<br />

Es ist das vierte Gebot: Du sollst deinen<br />

Vater und deine Mutter ehren. So steht es<br />

im Alten Testament. Heute ist es aktueller<br />

denn je. Denn auch zwischen den Generationen<br />

zeigen sich immer mehr Risse<br />

und Konflikte. Insbesondere der Klimaschutz<br />

entwickelt sich zunehmend zum<br />

Reizthema, bei dem teilweise bewusst<br />

ein Keil zwischen die Generationen getrieben<br />

wird. Den Älteren wird vorgeworfen,<br />

auf Kosten der Jüngeren gelebt und<br />

Ein guter Dialog beginnt mit<br />

dem Zuhören und Verstehen<br />

der Sicht des Anderen.<br />

ihnen eine kaputte Umwelt überlassen<br />

zu haben. Die Oma als „Umweltsau“ im<br />

öffentlich-rechtlichen Fernsehen war ein<br />

trauriger Höhepunkt dieses heraufbeschworenen<br />

Generationenkonfliktes.<br />

Das Postulat der Generationengerechtigkeit<br />

zielt immer auch auf die Lebensbedingungen<br />

der noch nicht lebenden<br />

Generationen. Es ist richtig, dass eine<br />

Politik, die sozial verantwortlich und gerecht<br />

handeln will, auch die Bedürfnisse<br />

zukünftiger Generationen einbeziehen<br />

INHALT<br />

12<br />

18<br />

20<br />

26<br />

32<br />

„Unsere Gesellschaft wird älter“<br />

Svend-Gunnar Kirmes spricht über die Vorteile des <strong>Alter</strong>s<br />

Helden des Alltags<br />

Diese Senioren sind auch im Ruhestand aktiv<br />

Jung trifft alt – Alt trifft jung<br />

Ein Generationengespräch über Gemeinsamkeiten<br />

Nachfolge gesucht<br />

Sächsische Unternehmen bereiten sich auf die Zukunft vor<br />

Schöner wohnen im besten <strong>Alter</strong><br />

In Meißen wird ein neues Wohnkonzept erprobt<br />

und ihnen einen angemessenen Stellenwert<br />

einräumen muss. Sie darf den nachwachsenden<br />

Generationen keine Lasten<br />

aufbürden durch zu geringe Investitionen<br />

in gute Bildung, das Festhalten an einer<br />

jahrzehntelangen Schuldenpolitik, einer<br />

überbordenden Staatstätigkeit und die<br />

Vernachlässigung präventiver Sorge.<br />

Der Klimaschutz ist eine von vielen wichtigen<br />

Fragen der Generationsgerechtigkeit –<br />

sie ist aber bei Weitem nicht die einzige.<br />

Gerade in dieser Frage lohnt sich nämlich<br />

der genaue Blick auf die Älteren<br />

und ihr Engagement für<br />

eine bessere Zukunft. Hier gibt<br />

es zahllose Beispiele von Menschen,<br />

die in Sachsen und auch<br />

anderenorts nach der Friedlichen Revolution<br />

angepackt haben, um die massiven Umweltschäden,<br />

die der sozialistische Raubbau<br />

an Flüssen und Wäldern angerichtet hat, zu<br />

beseitigen. Heute kennen wir keinen sauren<br />

Regen mehr, die Elbe ist wieder sauber und<br />

längst ausgestorben geglaubte Tiere siedeln<br />

sich wieder an. Anstatt das Trennende zu<br />

betonen, wäre es vielleicht klüger, dass die<br />

Generationen voneinander lernen.<br />

Meines Erachtens geht das nur im offen<br />

und ehrlichen Dialog miteinander und<br />

über <strong>Alter</strong>sgrenzen hinweg. In diesem<br />

<strong>Magazin</strong> versuchen wir einen Beitrag dazu<br />

34<br />

40<br />

42<br />

48<br />

56<br />

zu leisten! Denn ein guter Dialog beginnt<br />

mit dem Zuhören und Verstehen der Sicht<br />

des Anderen. Deshalb haben wir mit vielen<br />

Senioren gesprochen. Ihre Lebenserfahrung<br />

spiegelt sich in diesem Heft wider.<br />

Zur Generationengerechtigkeit gehört übrigens<br />

auch, dass wir als heute handelnde<br />

Generation der nächsten keine Schuldenberge<br />

überlassen. Nur so kann die Jugend<br />

von heute auch morgen eine eigene Politik<br />

betreiben und wird nicht erdrückt von einer<br />

Schuldenlast der Väter und Mütter. Diesen<br />

Handlungsspielraum zu bewahren, ist uns<br />

als <strong>CDU</strong> ein wichtiges Anliegen. Auch wenn<br />

wir dafür in den einen oder anderen sauren<br />

Apfel beißen müssen. Das sind wir unseren<br />

Kindern schuldig!<br />

Ihr Christian Hartmann<br />

Fraktionsvorsitzender<br />

<strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages<br />

Gut haushalten für meine Enkel<br />

Sachsen setzt auf eine nachhaltige Finanzpolitik<br />

Vorsicht, Enkeltrick!<br />

Senioren sind gegen Betrüger nicht hilflos<br />

Feuer kennt kein <strong>Alter</strong><br />

Falk Löffler ist mit 72 Jahren noch Feuerwehrmann<br />

Ich bringe Rentnern das Handy bei<br />

Rommy Koppmann leitet einen Smartphone-Grundkurs<br />

Landärzte gesucht<br />

Landärzte in Sachsen suchen Nachfolger für ihre Praxen<br />

IMPRESSUM Herausgeber: <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden, Telefon 0351 493-5501, www.cdu-fraktion-sachsen.de Redaktion: Christian Fischer (V.i.S.d.P.), STAWOWY, Dr. Christopher M. Brinkmann<br />

Fotos: AdobeStock: sergign (Titel), rh2010 (U2), LianeM (16), Petair (16), Stockfotos-MG (34), picsfive (35), CameraCraft (37), lettas (40), Photographee.eu(41), lassedesignen (41), kasto (44-45), thodonal (52); Claudia Jaquemin (3); Alexander Fuhrmann (4-5, 6-7, 12-15,<br />

16–17, 18–19, 30–31, 36–39, 66–67); Anika Dollmeyer (8–9); Basti Winterscheid (10–11, 26–27, 29, 40, 48–49, 56–59, 61, 67); Detlev Müller (19); Eric Münch (20–22); acavi.com (23); PR Q-Hub (24–25); Jana Badstübner (28); Jan Hippold/privat (29); Claudia Hübschmann<br />

(32–33); Benjamin Jenak (39); Dietmar Held (46); Martin Schneider (47); GV Arzberg (50); SHIQ 2021 (50); Anke Jedermann/Seniorenhilfe (53); PR Klinikum St. Georg gGmbH (54–55); PR Seniorpartner in School – Landesverband Sachsen e.V. (60); picture alliance / Jan<br />

Woitas/dpa-Zentralbild/ZB | Jan Woitas (60); Martin Modschiedler/privat (62) Druck: Druckerei Oskar Görner GmbH, Melanchthonstraße 1–7, 09126 Chemnitz Veröffentlichung: November 2021 Diese Publikation dient der Information über die parlamentarische<br />

Arbeit der <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages. Eine Verwendung für Parteienwerbung oder im Wahlkampf ist nicht zulässig.


FÜR DIE JUGEND<br />

Jeder kennt ihn in Freital: Candido Mahoche. Er ist 63 Jahre<br />

alt, Rentner, Fußballtrainer und <strong>CDU</strong>-Stadtrat. 1980 kam er<br />

aus Mosambik als Gastarbeiter in die DDR. Er machte eine<br />

Lehre als Brauer bei der Dresdner Feldschlößchen Brauerei<br />

und verliebte sich in seine zukünftige Frau. Nach der<br />

Friedlichen Revolution blieb er in Freital, nahm die deutsche<br />

Staatsbürgerschaft an und wurde Braumeister. Dem Fußball<br />

blieb er bis heute treu. „Ich habe ja schon immer gespielt,<br />

so lange ich denken kann“, sagt er. Bei seinem damaligen<br />

Verein, dem Hainsberger SV (heute SC Freital), hat er vor<br />

25 Jahren als Trainer angefangen. „Ich habe die ganz Kleinen<br />

übernommen, unsere Bambinis im <strong>Alter</strong> von 5 bis 12 Jahren.“<br />

Sein Verein machte ihn zum Integrationsbeauftragten. Wenn<br />

er auf den Platz kommt, rennt eine Kinderschar auf ihn zu:<br />

„Candido, Candido …!“ Da strahlen seine Augen. „Sport machen<br />

im <strong>Alter</strong> ist gut! Da wird es einem nicht langweilig<br />

und man bleibt in Bewegung“, verrät er und verspricht: „So<br />

lange die Kraft noch da ist, mache ich weiter!“ Sein <strong>CDU</strong>-Wahlkreisabgeordneter<br />

ist Sachsens Sportminister Roland Wöller.<br />

Er lobt: „Candidos Engagement für den Freitaler SC und die<br />

Nachwuchskicker ist wirklich beispielhaft.“<br />

4 5


FÜR BEWEGUNG<br />

Sport ist für Peter Gebauer sehr wichtig. Der 84-Jährige geht<br />

regelmäßig ins Fitnessstudio. Außerdem leitet er bei den<br />

Oelsnitzer Knappen eine Seniorengymnastikgruppe. Immer<br />

dienstags treffen sich die Senioren für eine Stunde zum gemeinsamen<br />

Sport: „Es kommen etwa 25 Senioren, die einfach<br />

noch aktiv sein wollen“, erzählt Trainer Gebauer. Wichtig ist<br />

dabei die Abwechslung, verrät er: „Neben der Gymnastik zur<br />

Musik machen wir auch Sportspiele oder Zumba“, sagt er.<br />

Außerdem hat sich die Gruppe ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:<br />

„Wir wollen schon bald das Sportabzeichen ablegen“, sagt<br />

Gebauer. Es geht Gebauer und seiner Truppe aber nicht nur<br />

um Leistung: „Als Gruppe machen wir auch Ausfahrten oder<br />

organisieren eine Weihnachtsfeier“. Auch der sportpolitische<br />

Sprecher der <strong>CDU</strong>-Fraktion Wolf-Dietrich Rost sieht in dem<br />

ehrenamtlichen Engagement von Senioren in Sportvereinen<br />

eine große Bereicherung. Er sagt: „Sport ist nicht nur gesund,<br />

sondern einer unserer größten Motoren für gesellschaftlichen<br />

Zusammenhalt. Das Ehrenamt ist existenziell und<br />

muss, wo immer es geht, gefördert werden. Das ehrenamtliche<br />

Engagement besonders von älteren Mitbürgern ist die<br />

Garantie dafür, dass beispielsweise an jedem Wochenende<br />

Tausende Sportler im Freistaat Wettkämpfen oder dem regulären<br />

Spielbetrieb nachgehen können.“<br />

ZAHLEN & FAKTEN<br />

26,3 MIO. EURO<br />

beträgt die Summe, mit der der Sport im Jahr<br />

2022 vom Freistaat gefördert wird.<br />

1/3 RUND DER MITGLIEDER<br />

im Landessportbund Sachsen sind älter als 50<br />

Jahre. Der Verband hat 650.000 Mitglieder.<br />

4.000 ÜBER VEREINE<br />

der fast 4.500 Sportvereine in Sachsen haben<br />

Mitglieder, die älter als 50 Jahre sind.<br />

90 AB JAHRE<br />

ist die höchste <strong>Alter</strong>skategorie im Leistungskatalog<br />

des Deutschen Sportabzeichens.<br />

Wolf-Dietrich Rost<br />

<strong>CDU</strong>-Sportpolitiker<br />

EHRENAMT GANZ VORN<br />

„Sport ist nicht nur gesund, sondern<br />

einer unserer größten Motoren für<br />

gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das<br />

Ehrenamt ist existenziell und muss,<br />

wo immer es geht, gefördert werden.“<br />

6 7


FÜR DIE EINSAMEN<br />

Als Grüne Damen engagieren sich Annegret Schulze,<br />

Karin Schlebe, Ilona Döbler und Anneliese Duschek in den Muldentalkliniken<br />

Wurzen. Ihr Erkennungszeichen: die grünen<br />

Kittel, die sie vom regulären Krankenhauspersonal unterscheiden.<br />

Montags bis freitag besuchen sie ehrenamtlich Patienten,<br />

die sich einsam fühlen, sorgen für Unterhaltung und spenden<br />

Trost. Bis zu vier Stunden nehmen sie sich Zeit. „Die Grünen<br />

Damen leisten mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit auf den Stationen<br />

Herausragendes. Zuhören, da sein oder manchmal einfach<br />

nur ein Lächeln schenken, das gibt den Patienten auf dem<br />

Weg zur Genesung viel Kraft und wird auch besonders vom<br />

Personal in den Häusern sehr geschätzt. Auch mir sind die Damen<br />

besonders ans Herz gewachsen, deshalb unterstütze ich<br />

ihr Tun nach Kräften“, sagt der Abgeordnete Kay Ritter. Auch<br />

wenn das Engagement derzeit meist von Frauen übernommen<br />

wird: Männer sind im Team herzlich willkommen!<br />

8 9


SENIOREN<br />

1.058 61.018<br />

IN ZAHLEN<br />

*Datenquelle: Statistisches Bundesamt<br />

Durchschnittliche Lebenserwartung von<br />

Männern und Frauen in Sachsen<br />

78,2<br />

83,1<br />

Durchschnittliches <strong>Alter</strong> bei Eintritt<br />

in die <strong>Alter</strong>srente<br />

4 %<br />

61,1 63,8<br />

60,5 63,6<br />

2019 2020<br />

Nur 4 Prozent der Senioren leben in<br />

Alten- und Pflegeheimen oder anderen<br />

Gemeinschaftseinrichtungen.<br />

Anzahl der Pflegeeinrichtungen<br />

sowie die Anzahl<br />

der Plätze darin<br />

Anteil der Erwerbstätigen<br />

im Rentenalter (65–69)<br />

2000<br />

2010<br />

2019<br />

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung<br />

in Sachsen ist 65 Jahre und älter.<br />

1.309<br />

Durchschnittlicher<br />

Rentenbetrag pro Monat<br />

10 11


ALLE REDEN IMMER<br />

NUR VON DER<br />

VERJÜNGUNG<br />

DER PARLAMENTE,<br />

ABER UNSERE<br />

GESELLSCHAFT<br />

WIRD<br />

ÄLTER<br />

„Ich merke an mir selber, dass ich mit dem <strong>Alter</strong> in manchen<br />

Situationen etwas gelassener und überlegter bin“,<br />

sagt Svend-Gunnar Kirmes. Jüngeren Kollegen rät er bei<br />

allen Auseinandersetzungen, immer auch nach Kompromissen<br />

zu suchen: „Die Bürger erwarten von uns zu<br />

Recht Lösungen“, sagt er.<br />

Svend-Gunnar Kirmes ist 71 Jahre alt und der<br />

<strong>Alter</strong>spräsident des Sächsischen Landtages.<br />

Dabei sitzt er erst seit 20<strong>14</strong> als Wahlkreisabgeordneter<br />

aus dem Muldental im Parlament. Ein<br />

Gespräch über den Vorteil, spät in die Politik<br />

berufen zu werden, und die Vorzüge des <strong>Alter</strong>s<br />

Wie wird man eigentlich <strong>Alter</strong>spräsident?<br />

Svend-Gunnar Kirmes: „Wie der Name schon sagt, muss man<br />

einfach das richtige <strong>Alter</strong> haben. Genauer gesagt: Man muss<br />

der älteste Politiker im Plenarsaal sein. Vielleicht meinte man<br />

früher, dass man dann besonders weise ist.“<br />

Was ist die Funktion eines <strong>Alter</strong>spräsidenten des<br />

Sächsischen Landtages?<br />

„Die wesentliche Funktion des <strong>Alter</strong>spräsidenten ist, dass er<br />

den Landtag auf der ersten Sitzung nach der Wahl eröffnet. Er<br />

hat dabei die Gelegenheit, ein paar persönliche Eindrücke oder<br />

Wünsche an die kommende Legislatur zu äußern. Er leitet die<br />

Sitzung, bis der Präsident gewählt ist.“<br />

Also ist es ist eine besondere Funktion, die aber am<br />

Ende nur einmalig ist?<br />

„Der Titel als solcher bleibt natürlich, man ist und bleibt der<br />

älteste Abgeordnete im Landtag. Aber die Funktion ist tatsächlich<br />

darauf beschränkt, den Landtag zu eröffnen und bis zur<br />

Wahl des Präsidenten zu leiten.“<br />

Hätten Sie jemals gedacht, <strong>Alter</strong>spräsident zu werden?<br />

„Nein, ich war erschrocken, als es hieß, dass ich womöglich<br />

<strong>Alter</strong>spräsident werden könnte. Ich steh ja mitten im Leben<br />

und fühle mich jung. Als ich 20<strong>14</strong> das erste Mal dieses Amt<br />

übernahm, war ich mit 64 Jahren wohl auch der jüngste <strong>Alter</strong>spräsident<br />

in Deutschland.“<br />

Sie sind recht spät in die Politik gegangen ...<br />

„ ... das stimmt! Ich bin Anwalt gewesen – mit Leib und Seele.<br />

Fast 35 Jahre in eigener Kanzlei. Natürlich habe ich mich gesellschaftspolitisch<br />

engagiert. Nach der Friedlichen Revolution<br />

habe ich den Leipziger Anwaltsverein mitgegründet, dessen Vorsitzender<br />

ich von 1994 bis 2002 war. Danach war ich bis 2009<br />

Präsident des Anwaltsverbandes Sachsen.“<br />

Sie waren 60, als Sie 2009 als Direktkandidat in den<br />

Landtag einzogen. Andere träumen da vom Ruhestand.<br />

(lacht) „Ich wollte einfach mal was Neues machen! Außerdem<br />

arbeitet man ja als Anwalt mit eigener Kanzlei sowieso solange<br />

einen die Mandanten brauchen und man selbst Kraft hat.“<br />

12 13


Zur Person<br />

„Mit dem <strong>Alter</strong> ist man etwas<br />

gelassener und überlegter.“<br />

Svend-Gunnar Kirmes, <strong>Alter</strong>spräsident des Sächsischen Landtages<br />

Svend-Gunnar Kirmes kam am 19. November 1949 in Altenburg<br />

zur Welt. Seit 2009 ist er Mitglied des Sächsischen Landtags.<br />

1969 absolvierte er sein Abitur an der Thomasschule zu Leipzig<br />

und wurde zunächst 1976 Ingenieur für Informationsverarbeitung.<br />

1976 begann er das Studium der Rechtswissenschaften<br />

in Berlin, das er 1982 abschloss. Ab 1984 arbeitete er als zugelassener<br />

Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Familienrecht.<br />

1990 war er Mitbegründer des Leipziger Anwaltvereins. Dort<br />

war er zunächst stellvertretender Vorsitzender, um von 1994<br />

bis 2002 den Vorsitz zu übernehmen. 2002 bis 2009 war Kirmes<br />

Präsident des Anwaltverbandes Sachsen. Er lebt in Leipzig,<br />

ist verheiratet und hat zwei Töchter.<br />

Sie wollten also nicht mit 67 in Rente gehen?<br />

„Nein, warum auch? Ich habe mir nie eine <strong>Alter</strong>sgrenze gesetzt<br />

und meinen Beruf wirklich geliebt. Ich hatte auch Mandate, die viel<br />

Freude gemacht haben. Manchmal waren sie sehr anstrengend,<br />

aber ich habe gesagt, ich mach den Beruf, solange ich mich fit fühle.“<br />

Warum haben Sie damals entschieden, Politik hauptberuflich<br />

zu machen? Das ist ja quasi eine zweite Karriere …<br />

„… für die man nie zu alt ist! Und ich glaube, es braucht neben<br />

Jüngeren viel mehr <strong>Alter</strong>sgenossen von mir, die bereit sind, diesen<br />

Und weil mein Wahlkreis im ländlichen Raum liegt, hat sich<br />

auch der neue Arbeitskreis Regionalentwicklung in der<br />

<strong>CDU</strong>-Fraktion angeboten. Heute sitze ich deshalb auch in dem<br />

entsprechenden Ausschuss. Das <strong>Thema</strong> Regionalentwicklung<br />

ist extrem wichtig und für mich wieder einmal eine neue<br />

Aufgabe.“<br />

Als Sie das erste Mal in den Landtag gekommen sind,<br />

saßen mit Ihnen auch viele neue junge Kollegen in<br />

der <strong>CDU</strong>-Fraktion.<br />

Eine Frage zum Schluss: Was ist Ihr Rat als älterer<br />

Politiker an die Jüngeren?<br />

„Der Landtag ist ein kollektives Organ. Bei all den Auseinandersetzungen,<br />

die notwendig sind, erwarten die Bürger von uns zu Recht<br />

Lösungen. Man muss in der Debatte deutlich und kräftig seine<br />

Standpunkte vertreten, aber in einem kollegialen Umgang. Zuhören<br />

ist dabei sehr wichtig. Wenn man versucht zu verstehen, warum<br />

das Gegenüber etwas völlig anders sieht, kann das helfen. Entweder<br />

die eigene Entscheidung zu hinterfragen oder eben auch neue gute<br />

Gründe für sie zu finden. Nur so wird man am Ende schlau.“<br />

Schritt zu gehen. Alle reden immer nur von der Verjüngung der<br />

„Das ist richtig. Damals ist ja fast die halbe Fraktion neu besetzt<br />

Parlamente – aber unsere Gesellschaft wird älter. Menschen wie<br />

worden, da sind auch viele Jüngere reingekommen. Also deut-<br />

ich bringen viel Erfahrung mit und sind wesentlich unabhängiger.“<br />

lich jünger als ich in jedem Falle.“<br />

Wie kamen Sie auf die Idee, Politiker zu werden?<br />

Wie ging es dann mit Ihrem Anwaltsberuf weiter?<br />

„Ganz ehrlich: Es war nicht meine Idee. Ich bin gefragt worden.<br />

„In den ersten Legislaturperioden habe ich beides gemacht. Ich<br />

Als in meinem Wahlkreis kein Kandidat zur Verfügung stand,<br />

habe meine Kanzlei weitergeführt, weil es für mich wichtig war.<br />

kamen Parteifreunde zu mir und fragten, ob ich nicht<br />

Später wurde natürlich die Belastung zu hoch. Ich habe die<br />

kandidieren wolle. Und es wurden immer mehr. Und dann bin<br />

Kanzleiarbeit dann ausklingen lassen.“<br />

ich in mich gegangen und meinte zu meiner Frau: Warum soll ich<br />

auf die alten Tage nicht noch einmal eine völlig neue Erfahrung<br />

Und wie lange wollen Sie Politik machen?<br />

machen?“<br />

„Genauso wie mit meiner Arbeit als Anwalt: Solange ich mich<br />

Und wie hat sie reagiert?<br />

wirklich geistig und körperlich fit fühle – und die anderen das<br />

auch so empfinden –, solange kann ich auch arbeiten.“<br />

„Sie ahnte vielleicht mehr als ich, was auf mich zukommt.<br />

Deshalb hat sie mich von Anfang an unterstützt und mir Rückhalt<br />

Ganz konkret: Wie schaut es mit der nächsten Wahl aus?<br />

gegeben.“<br />

(lacht) „Also irgendwann sollte man auch sagen, jetzt ist Schluss.<br />

Was ist denn der Vorteil von Lebenserfahrung im<br />

politischen Alltag?<br />

„Ich merke an mir selber, dass ich mit dem <strong>Alter</strong> in manchen<br />

Ich will ja nicht auf der Bahre aus dem Landtag getragen werden.<br />

Für mich steht fest, dass ich nicht noch einmal antrete.“<br />

Was ist Ihr persönliches Fazit als <strong>Alter</strong>spräsident?<br />

Situationen etwas gelassener und überlegter bin. Man agiert<br />

„Die wichtigste Erkenntnis ist, dass man lernen muss, mit<br />

nicht sofort los. Man muss außerdem niemandem etwas bewei-<br />

Kompromissen zu leben, ohne sein eigenes Profil aufzuge-<br />

sen, weil man hofft, noch eine große Karriere zu machen. Ich<br />

ben. Besonders, wenn man wie unsere <strong>CDU</strong>-Fraktion in einer<br />

kann mich komplett auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren.“<br />

Koalition ist. Das ist nicht immer einfach. Ich denke, dass wir<br />

Was sind denn Ihre Schwerpunkte als Abgeordneter?<br />

noch deutlicher klarmachen müssen, wofür wir als <strong>CDU</strong> stehen<br />

– die kleinen Koalitionspartner machen das nämlich<br />

„Meine Schwerpunkte waren in den letzten beiden Legislaturen<br />

vollkommen ungeniert.“<br />

natürlich von Haus aus die Rechtspolitik. Das war mir wichtig.<br />

<strong>14</strong> 15


JUNG KAUFT ALT<br />

Der Freistaat Sachsen unterstützt Familien künftig<br />

noch stärker beim Kauf oder Bau von Wohneigentum.<br />

Familien erhalten jetzt ein Förderdarlehen von 50.000<br />

Euro pro Kind zu besonders günstigen Konditionen. Neu<br />

ist auch das Programm „ Jung kauft Alt“: Familien, die ein<br />

altes Gebäude von vor 1990 kaufen oder sanieren, können<br />

weitere 50.000 Euro als zinsgünstigen Kredit mit langer<br />

Laufzeit für den Kauf erhalten.<br />

HOLZ ALS BAUSTOFF<br />

Ein Besuch bei Familie Schumann-Rautenberg<br />

in Altmittweida<br />

ALLE UNTER<br />

EINEM DACH<br />

Sohn und Enkel Steve genießt<br />

die Zeit mit Eltern und Großeltern<br />

unter einem Dach, er hilft<br />

und kümmert sich um den Opa<br />

mit Pflegestufe 2. „Für mich ist<br />

das der Generationenvertrag“,<br />

sagt er.<br />

Danach kann die Uhr gestellt werden: Jeden Sonntag<br />

um 11:45 Uhr gibt es Mittagessen bei Familie Schumann-<br />

Rautenberg in Altmittweida. Die ganze Familie kommt<br />

dann zusammen. Alle drei Generationen. „Das gemeinsame<br />

Essen bedeutet für uns nicht nur Geselligkeit, sondern<br />

ist auch wichtig, um die kommende Woche zu planen“,<br />

sagt Steve Rautenberg, der Jüngste der Familie. Neben<br />

seinem Studium an der Hochschule in der Nachbarstadt<br />

Mittweida kümmert er sich um seine Großeltern. „Mein<br />

Opa hat Pflegestufe 2. Meine Oma keinen Führerschein. Da<br />

meine Eltern am Tag nicht zu Hause sind, übernehme ich<br />

Unterstützung und Pflege“, erklärt der Student.<br />

Beim Sonntagsessen werden die Fahrten zum Arzt, zu Geburtstagen<br />

oder zum Einkaufen geplant. „Außerdem machen<br />

wir aus, wann ich in der Woche für meine Großeltern<br />

koche“, erklärt der Enkel. Auch wenn er selbst viel unterwegs<br />

ist, nimmt er sich die Zeit. „Für mich ist das der Generationenvertrag.<br />

Meine Großeltern haben meine Eltern<br />

und mich großgezogen. Jetzt gebe ich meine Dankbarkeit<br />

zurück“, sagt Steve Rautenberg. Eigens dafür hat er auch<br />

einen Antrag gestellt, um Pflegeperson für seinen Großvater<br />

zu werden.<br />

Dass ihr Sohn zu Hause mithilft, darüber sind Vater Mario<br />

und Mutter Marion froh. „Ein Pflegeplatz ist teuer. Auch<br />

ein Pflegedienst kostet viel Geld. Das kann sich nicht jeder<br />

leisten“, sagt Mario Rautenberg. Die Unterstützung und<br />

Pflege durch Angehörige ist da eine naheliegende Lösung.<br />

„Die Großeltern haben ein ganzes Leben lang gearbeitet.<br />

Jetzt wollen wir ihnen auch einen schönen Ruhestand im<br />

eigenen Zuhause machen“, sagt Marion Rautenberg.<br />

während der Enkel laut Musik hört. „Ganz klar: Manchmal<br />

kriegen wir uns auch an die Köppe. Den Streit können wir<br />

aber immer schnell beiseite legen“, sagt Steve Rautenberg.<br />

Das Leben mit seinen Eltern und Großeltern gefällt ihm<br />

gut. Irgendwann der Region den Rücken zu kehren, ist für<br />

ihn zwar nicht ausgeschlossen. „Aber ich möchte zu Hause<br />

weiterhin Verantwortung übernehmen. Meine Familie ist<br />

mir wichtig. Ich möchte für sie da sein“, sagt er.<br />

Seine Großeltern nehmen diese Unterstützung gerne an<br />

– besonders, wenn es um digitale Medien geht. „Mit dem<br />

Internet haben wir beide gar nichts zu tun. Vieles lässt<br />

sich aber heute hier schneller erledigen. Wir lassen uns<br />

manchmal etwas bestellen, was es im Laden nicht gibt“,<br />

sagt Renate Schumann. Ihr Mann Rolf ergänzt: „Gemeinsames<br />

Fußballgucken mit dem Enkel ist besonders schön!“<br />

Fakt ist: Generationenübergreifendes Wohnen liegt wieder<br />

im Trend. Der <strong>CDU</strong>-Regionalpolitiker Ronny Wähner sieht<br />

darin auch eine Chance für den ländlichen Raum. Er sagt:<br />

„Die Jüngsten freuen sich, wenn immer jemand Zeit zum<br />

Spielen hat, berufstätige Eltern genießen die grundsätzliche<br />

Entlastung im Alltag und die Ältesten sind für Hilfe<br />

bei beschwerlichen Hausarbeiten dankbar. Die <strong>CDU</strong>-Fraktion<br />

setzt sich daher für den weiteren Ausbau dieser traditionellen<br />

Wohnsituation ein. Das gelebte Miteinander<br />

trägt aktiv zur Stärkung des ländlichen Raums bei.“<br />

Drei Generationen unter einem Dach – da kommt es auch<br />

zu Missverständnissen. Der eine will gerade schlafen,<br />

wenn der andere saugt. Oder die Großeltern lesen Zeitung,<br />

Ronny Wähner<br />

<strong>CDU</strong>-Regionalpolitiker<br />

Der Bau mit Holz hat in Sachsen eine lange Tradition. Außerdem<br />

ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und das<br />

Bauen mit ihm fördert Nachhaltigkeit und Wirtschaft<br />

vor Ort. Deswegen hat die <strong>CDU</strong>-Landtagsfraktion einem<br />

Antrag zur Stärkung des Holzbaus zugestimmt. „Sachsen<br />

kann ein Vorbild beim Baustoff Holz werden“, sagt der<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordnete Ingo Flemming.<br />

16<br />

DIE RICHTIGE ADRESSE<br />

„Generationenübergreifendes Wohnen<br />

liegt wieder im Trend. Das gelebte Miteinander<br />

trägt aktiv zur Stärkung des<br />

ländlichen Raumes bei.“<br />

Opa und Enkel beim Spaziergang.<br />

Beim sonntäglichen Essen wird<br />

vorab die ganze Woche geplant.<br />

17


TEIL 1<br />

HELDEN DES ALLTAGS<br />

Ohne sie stände der Freistaat still: In unserer Serie stellen wir aktive Senioren aus Sachsen<br />

vor. Im ersten Teil schauen wir auf Vorstände und Sportbegeisterte<br />

Die Leidenschaft für ihren Garten fühlt Bärbel Labrenz seit beruflich zum Beispiel Ausfahrten und Weihnachtsfeiern<br />

Langem. Bereits 1992 übernahm sie einen Kleingarten in für Senioren. „Diese Seniorenbetreuung möchte ich ab<br />

der Nähe von Glauchau. „In meinem Garten mag ich die nächstes Jahr wieder aufleben lassen“, ist Bärbel Labrenz<br />

Sommerblumen.“ Nachdem sie erst die Schriftführerin bei entschlossen.<br />

den Gartenfreunden Remse war, übernahm sie die Position<br />

als Vorstand. „Mir ist die Geselligkeit und Zusammenarbeit<br />

im Verein wichtig“, sagt Labrenz. Neben ihrem En-<br />

nicht nur auf der Couch zu sitzen. Der sportliche Senior<br />

Den Ruhestand zu genießen, bedeutet für Frank Zetzsche<br />

gagement im Verein ist die aktive Gärtnerin auch in der ist vom Radfahren begeistert. „Mir ist wichtig, dass die<br />

Seniorenarbeit engagiert. Vor ihrer Rente organsierte sie Gesundheit erhalten bleibt“, sagt er. Aktuell besitzt Frank<br />

FRANK ZETZSCHE (69)<br />

Der sportliche Senior ist sich sicher: „Rente ist<br />

nicht Couch und Sessel.“ Um gesund und aktiv<br />

zu bleiben, schwingt er sich regelmäßig auf das<br />

Fahrrad. Zunächst fuhr er immer von Glauchau<br />

nach Chemnitz. Heute ist er bei Radgruppen in<br />

Meerane und Zwickau dabei. Auch Fahrradmessen<br />

besucht Frank Zetzsche und informiert sich<br />

hier über Neuheiten in seinem Lieblingssport.<br />

Zetzsche drei Fahrräder. Sein liebstes: <strong>14</strong> Kilo leicht und<br />

mit Getriebeschaltung. „Das ist ein ganz angenehmes Fahren“,<br />

erklärt er. Wenn er mit dem Rad unterwegs ist, dann<br />

häufig in Gruppenfahrten. Frank Zetzsche fährt beim Bürgerverein<br />

Meerane und beim ADFC Zwickau mit. „Je nachdem,<br />

was für Touren geplant werden, sind die Strecken 45<br />

bis 100 km lang. Wichtig ist immer das gesellige Zusammensein“,<br />

erzählt der sportliche Senior. „Frank Zetzsche ist<br />

für mich ein Vorbild, weil er sich über persönliche Belange<br />

hinaus für die Gesellschaft einsetzt“, sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

Ines Springer. „Genau wie Bärbel Labrenz: Sie wird<br />

nicht müde, anderen immer wieder Mut zu machen.“<br />

Als Landrat des Landkreises Marienberg und ab 1994 des<br />

Mittleren Erzgebirgskreises übernahm Albrecht Kohlsdorf<br />

lange Jahre politische Verantwortung. Als Geschäftsführer<br />

der Krankenhaus-Gesundheitsholding Erzgebirge war er<br />

danach weiterhin in leitender Position aktiv. Auch heute<br />

– im Rentenalter – kommt für ihn der Ruhestand im klassischen<br />

Sinn nicht in Frage. „Ich bin Vizepräsident des<br />

DRK-Kreisverbandes Erzgebirge und im Vorstand der Gebietsverkehrswacht<br />

Mittleres Erzgebirge“, erzählt er. „Albrecht<br />

Kohlsdorf ist außerdem Stadtrat in Marienberg“, lobt<br />

der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Jörg Markert. „Mit seinem Engagement<br />

gestaltet er unsere Region maßgeblich mit!“<br />

ALBRECHT KOHLSDORF (68)<br />

Der ehemalige Landrat genießt seinen Unruhestand.<br />

Als Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes Erzgebirge,<br />

Vorstandmitglied der Gebietsverkehrswacht Mittleres<br />

Erzgebirge und Stadtrat in Marienberg übernimmt<br />

er weiterhin viel Verantwortung.<br />

BÄRBEL LABRENZ (68)<br />

Die aktive Seniorin ist im Vorstand der Gartenfreunde<br />

Remse. Als Vorsitzende setzt sie sich<br />

für den Zusammenhalt der Vereinsmitglieder<br />

ein. Im Beruf kümmerte sich Bärbel Labrenz<br />

um die Seniorenarbeit in der Region Glauchau.<br />

Das Engagement möchte sie nach der Corona-<br />

Pandemie wieder aufleben lassen.<br />

18<br />

19


JUNG TRIFFT ALT<br />

ALT TRIFFT JUNG<br />

Ingrid Petzold ist 70 Jahre alt, war Landtagsabgeordnete<br />

und ist heute ehrenamtliche Stadträtin<br />

in Radeberg und bei der Senioren Union. Tina<br />

Trompter ist 20, studiert in Leipzig und ist dort<br />

im Vorstand der Jungen Union und außerdem<br />

Stadtbezirksrätin. „Wir brauchen den Austausch<br />

der Generationen“, sind sich die beiden einig.<br />

Zwei Frauen, engagiert, mit Leidenschaft für<br />

Politik – zwischen ihnen liegen 50 Jahre. Ein<br />

Gespräch über Verbindendes, Motive und<br />

das, was man voneinander lernen kann<br />

Ingrid Petzold ist 70 Jahre alt. Sie war Gründungsmitglied<br />

der Frauen-Union der sächsischen <strong>CDU</strong> und lange Jahre<br />

ihre Vorsitzende. Von 1994 bis 2004 war Petzold Mitglied<br />

des Landtages. Heute ist sie ehrenamtlich Stadträtin in<br />

Radeberg und bei der Senioren-Union. Tina Trompter<br />

ist 20 Jahre alt, kommt aus Leipzig und studiert<br />

Wirtschaftspsychologie. Sie ist im Vorstand der<br />

Jungen Union in ihrer Heimatstadt und ehrenamtliche<br />

Stadtbezirksbeirätin.<br />

Wie kamen beide zur Politik? Ingrid Petzold erzählt, dass<br />

sie sich vor 1989 zwar schon politisch interessierte – aber in<br />

der DDR nie engagierte. „Mit der Wiedervereinigung habe<br />

ich gesagt: Jetzt mache ich mit! Ich wollte die Entwicklung<br />

Sachsens mitgestalten.“ Bei Tina Trompter wurde auch zu<br />

Hause viel über Politik diskutiert. „Ich war neugierig und<br />

habe mit 15 Jahren einfach meinem <strong>CDU</strong>-Landtagsabgeordneten<br />

Holger Gasse einen Brief geschrieben. Ich wollte<br />

ihn treffen und mir ein eigenes Bild von Politik machen.“<br />

20 21


Das darauffolgende Gespräch mit dem Abgeordneten<br />

habe sie überzeugt.<br />

Was war 1990 anders in der Politik? Petzold: „Wir hatten<br />

damals die Chance, in die Politik zu gehen, ohne dass wir<br />

Politik gelernt hatten. Wir haben unseren Beruf, unsere<br />

Lebenserfahrung mitgebracht.“ Und weil die Bürokratie<br />

sich erst entwickelt habe, konnte man viel leichter Sachen<br />

umsetzen. „Wo man heute als Bürgermeister den Staatsanwalt<br />

auf den Hals kriegen würde.“<br />

Was haben sie für Erfahrungen gemacht? Petzold machte<br />

sich als <strong>CDU</strong>-Abgeordnete im Landtag besonders für Frauen-<br />

und Sozialpolitik stark. „Frauenpolitik bedeutet aber<br />

auch Wirtschaftspolitik – diese Erkenntnis war damals<br />

schwer zu vermitteln. Ich war schon froh, als ich stellvertretendes<br />

Mitglied in dem Arbeitskreis Wirtschaft und<br />

„Es muss normal sein, dass es auf Parteitagen eine Kinderbetreuung gibt. Wir sind ja eine<br />

Volkspartei“, sagt Tina Trompter. „Und wenn bei uns Kinder rumlaufen, zeigt das auch,<br />

dass wir wirklich in der Mitte der Gesellschaft sind.“<br />

„Politik wird nicht nur für Junge oder nur die Älteren gemacht“, sagt Ingrid Petzold. „Es ist<br />

eine Symbiose. Nur die Erfahrung der Älteren reicht nicht, es braucht auch die Impulse der<br />

Jüngeren“, sagt die ehemalige <strong>CDU</strong>-Abgeordnete.<br />

Arbeit wurde.“ Für Tina Trompter ist das Engagement besonders<br />

wichtig. Sie sagt: „Ich finde, dass man sich wahnsinnig<br />

als Persönlichkeit weiterentwickeln kann.“<br />

Warum sind beide aktiv? Da sind sich beide Frauen einig:<br />

Weil man auch kleine Sachen bewirken und mitgestalten<br />

kann. „Weil Politik nicht nur für Junge oder nur die Älteren<br />

gemacht wird. Es ist eine Symbiose. Nur die Erfahrung der<br />

Älteren reicht nicht, es braucht auch die Impulse der Jüngeren“,<br />

sagt die ehemalige <strong>CDU</strong>-Abgeordnete.<br />

Welchen Rat würden sich beide geben? Ingrid Petzold<br />

empfiehlt den Jüngeren, sich den Spaß an der Politik zu erhalten<br />

– aber einen Ratschlag will sie nicht geben: „Die Erfahrungen,<br />

die wir als Ältere mitbringen, können wir versuchen<br />

weiterzugeben. Aber die junge Generation muss<br />

ihre eigenen Erfahrungen machen!“ Tina Trompter nickt<br />

und ist überzeugt, dass die ältere Generation aber von ihrer<br />

etwas lernen kann: Social Media. „Sie nutzen oft immer<br />

noch ausschließlich klassische Medien, wie das Fernsehen.<br />

Aber die Welt hat sich weiterentwickelt.“ Ingrid Petzold<br />

lacht und weist auf ihren eigenen Facebook-Kanal hin.<br />

Denn auch immer mehr Senioren sind heute im Netz unterwegs.<br />

Und was wünschen sich beide Frauen? Da sind sich<br />

Petzold und Trompter wieder einig: „Dass wir in der <strong>CDU</strong><br />

das Miteinander pflegen!“ Und dass Politik attraktiver<br />

wird für Frauen. „Es muss normal sein, dass es auf Parteitagen<br />

eine Kinderbetreuung gibt. Wir sind ja eine Volkspartei.<br />

Und wenn bei uns Kinder rumlaufen, zeigt das auch,<br />

dass wir wirklich in der Mitte der Gesellschaft sind“, sagt<br />

Tina Trompter.<br />

Wie kann man die unterschiedlichen Generationen zusammenbringen?<br />

Mit Respekt füreinander, sagen beide.<br />

Für die junge Generation sei Umweltschutz besonders<br />

wichtig. Ingrid Petzold sagt: „Aber es fehlt ihr an Wissen,<br />

was schon gemacht wurde! Ich erinnere mich noch, wie es<br />

in Leipzig 1989 aussah, und wie sauber jetzt unsere Flüsse<br />

und Seen sind.“ Das „Fridays for Future“-Argument, die<br />

ältere Generation raube den Jungen die Zukunft, will sie<br />

so nicht stehen lassen. Das sieht auch Tina Trompter so:<br />

„Wenn man sich überlegt, dass die Großeltern nach dem<br />

Krieg dieses Land erst aufgebaut haben und in welchem<br />

Wohlstand wir heute leben, muss man dankbar sein. Es ist<br />

auch wichtig, dass man die jungen Leute da vielleicht ein<br />

bisschen in die Schranken weist.“<br />

Das Fazit von beiden Frauen: „Wir brauchen den Austausch<br />

der Generationen, wie wir ihn hier gerade machen“,<br />

sagt Tina Trompter und Ingrid Petzold stimmt ihr zu, ergänzt:<br />

„Und ich wünsche mir, dass gerade wir in der <strong>CDU</strong>,<br />

das Miteinander der Generationen gut hinbekommen.“<br />

An dem Aufkleber „Notfalldose" erkennen<br />

die Retter, dass die grüne Dose im<br />

Kühlschrank zu finden ist. Der Aufkleber<br />

sollte gut sichtbar an der Eingangstür zur<br />

Wohnung angebracht werden.<br />

EINE DOSE FÜR<br />

DEN NOTFALL<br />

In Görlitz und Dresden sind sie schon<br />

eingeführt, Chemnitz hat im Frühjahr<br />

nachgezogen: Die grünen Notfalldosen.<br />

Sie retten im Ernstfall Leben. Denn Rettungssanitäter<br />

wissen: Hier sind alle<br />

wichtigen Informationen gesammelt.<br />

Die Dosen sind nicht größer als ein Gewürzstreuer<br />

und sollten möglichst in<br />

der Kühlschranktür aufbewahrt werden.<br />

Ein Aufkleber auf der Haustür informiert<br />

die Rettungssanitäter schon<br />

beim Eintreffen. Auf dem beigefügten<br />

Zettel sollten Informationen wie benötigte<br />

Medikamente, Kontaktdaten des<br />

Hausarztes, Blutgruppe und Allergien<br />

eingetragen werden. Die Stadt Chemnitz<br />

hat 6.000 Dosen im Rahmen eines<br />

Präventionsprojektes angeschafft und<br />

etwa an Pflegedienste, Begegnungsstätten<br />

und Krankenkassen verteilt. Vom<br />

Freistaat gab es Fördermittel in Höhe<br />

von 10.000 Euro dafür.<br />

22<br />

23


HIER TESTEN<br />

SENIOREN<br />

NEUE PRODUKTE<br />

Die Wirtschaft richtet sich auf eine älter werdende<br />

Gesellschaft ein. Der Chemnitzer Q-Hub baut dafür<br />

ein Netzwerk von Start-ups auf<br />

„Fast jeder zweite Chemnitzer ist heute 50 Jahre<br />

oder älter. Damit bietet Chemnitz schon heute ein<br />

Umfeld, das ab 2040 in ganz Deutschland vorhanden<br />

sein wird“, sagt Dr. Mario Geißler. Er ist Geschäftsführer<br />

des Q-Hub in Chemnitz. Geißler sieht<br />

in der <strong>Alter</strong>sentwicklung der Bundesrepublik und<br />

der aktuellen Entwicklung in Chemnitz eine große<br />

Chance. Denn sein Q-Hub konzentriert sich auf Unternehmen<br />

der sogenannten Silver Economy – dem<br />

Wirtschaftszweig mit Produkten und Dienstleistung<br />

für ältere Konsumenten. Denen bieten Geißler und<br />

sein Team Platz in ihrem Coworking-Space, Workshop-Räume<br />

und Zugang zu Personen aus der Zielgruppe<br />

sowie einem bundesweiten Netzwerk.<br />

„<strong>Alter</strong> ist einfach ein Perspektivwechsel mit neuen<br />

Chancen und Bedürfnissen. Das hat auch Einfluss<br />

auf die Wirtschaft. Unternehmen müssen die Produkte<br />

bieten, die die Zielgruppe ab 50 plus braucht“,<br />

sagt Geißler. Die Branche hat dabei bislang ein großes<br />

Problem: „Häufig entwickeln junge Menschen<br />

Produkte für Ältere.“ Durch diesen <strong>Alter</strong>sunterschied<br />

kommt es zu Missverständnissen: „Manche<br />

Start-ups entwickeln ihre Angebote oft ohne Berücksichtigung<br />

der Bedürfnisse und Lebenswelt der<br />

Zielgruppe“, beschreibt Geißler. Er will Brücken zwischen<br />

den Erfindern und den Anwendern von altersgerechten<br />

Produkten bauen.<br />

Im Rahmen der Age Tech Konferenz<br />

werden etwa Fragen<br />

diskutiert, wie zum Beispiel<br />

Technologie das selbstbestimmte<br />

Leben im <strong>Alter</strong> unterstützen<br />

kann.<br />

Mit dem Q-Hub-Team initiiert Dr. Geißler daher das<br />

„Age Tech Living Lab“ und die „Age Tech Konferenz“.<br />

„Hier geht es um Produkte, Dienstleistungen und<br />

Entwicklungen, die mit technischen und digitalen<br />

Komponenten Lebensfreude, eine hohe Lebensqualität<br />

und ein selbstbestimmtes Leben unterstützen“,<br />

erklärt er. Im „Lab“ kommen Entwickler und Anbieter<br />

der Silver Economy mit Vertretern aus ihrer Zielgruppe<br />

zusammen. Die Entwickler erhalten so frühzeitig<br />

Feedback zu ihren Ideen und Produkten und können<br />

ihre Geschäftsmodelle schneller marktfähig machen.<br />

Ein Element der Produkttests sind Gruppendiskussionen:<br />

Hier sprechen die Personen aus der Zielgruppe<br />

über ihre Erwartungen an ein Produkt, das sich in der<br />

Entwicklung befindet.<br />

Ines Saborowski<br />

<strong>CDU</strong>-Wirtschaftspolitikerin<br />

In Interviews geben die Testpersonen<br />

ihre Eindrücke<br />

wieder, die sie sich über die<br />

getesteten Produkte und Angebote<br />

gebildet haben. Die<br />

Ergebnisse helfen den Produktentwicklern.<br />

Auf der Konferenz erhalten die Teilnehmer Impulse<br />

von anderen Unternehmern der Silver Economy:<br />

„Durch seine <strong>Alter</strong>sstruktur ist Chemnitz ein idealer<br />

Testmarkt für altersbezogene Geschäftsmodelle“, ist<br />

sich Geißler sicher – und dass der Standort nur davon<br />

profitieren kann.<br />

STOLZ AUF DIE GRÜNDER<br />

„Chemnitz ist Vorreiter für solche innovativen<br />

Ansätze. Die Stadt gilt als<br />

eine mit der ältesten Bevölkerung Europas.<br />

Senioren sind heute eine nicht<br />

zu unterschätzende Kundengruppe.“<br />

24<br />

25


UNSERE GESCHICHTE<br />

1836 gründete Seilermeister<br />

Theodor Reis die Görlitzer Hanfund<br />

Drahtseilerei. Heute ist das<br />

Unternehmen in 8. Generation in<br />

Familienbesitz. Gerade erst hat Seilermeister<br />

Helmut Goltz den Betrieb<br />

an seine Tochter übergeben: „Für<br />

mich ist das die Krönung meines<br />

Unternehmerlebens“, sagt er.<br />

NACHFOLGE<br />

GESUCHT<br />

Für das eigene Unternehmen einen Nachfolger zu finden,<br />

ist nicht leicht. Diese zwei sächsischen Betriebe<br />

setzten auf eine familieninterne Lösung<br />

Tradition, die Bestand hat: Die Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei<br />

GmbH & Co. KG feierte gerade erst 185-jähriges<br />

Bestehen. Gegründet hat die Firma 1836 Seilermeister<br />

Theodor Reis. Seitdem befindet sich das Unternehmen in<br />

Familienbesitz. Helmut Goltz ist seit 1977 dabei und übernahm<br />

1990 die Leitung. „Außer unserem Namen und unserem<br />

Können hatten wir Anfang der 1990er Jahre nichts<br />

zu bieten, weder Kapital noch Grund und Boden“, schaut<br />

Goltz in die jüngere Unternehmensgeschichte zurück. Und<br />

fährt fort: „Uns ist es gelungen, Vertrauen aufzubauen und<br />

schnell Anschluss an die Märkte im deutschsprachigen<br />

Raum zu gewinnen“.<br />

Der Seilermeister ist über das Erreichte der vergangenen<br />

Jahre froh. Das Unternehmen wuchs unter seiner Leitung –<br />

von 100 stieg die Zahl auf 1000 betreute Kunden. Über fünf<br />

Millionen Euro investierte Goltz in den Ausbau der Hanf-<br />

und Drahtseilerei. „Wir setzen konsequent auf den eigenen<br />

Berufsnachwuchs. Dabei nutzen wir alle Möglichkeiten,<br />

junge Menschen für den Beruf zu begeistern. So können<br />

junge Leute im Rahmen von Praktika, Einstiegsqualifizierungen<br />

oder Ferienjobs das Handwerk näher kennenlernen.“,<br />

erklärt Goltz seine Strategie.<br />

Auch bei der Unternehmensnachfolge setzt er auf die<br />

nachkommende Generation. Die Görlitzer Hanf- und<br />

Drahtseilerei soll auch in Zukunft familiengeführt bleiben.<br />

Seilermeister Goltz holte daher bereits 2015 seine Tochter<br />

Claudia Peschel-Goltz in die Geschäftsleitung des Betriebs.<br />

So bereitete er sie darauf vor, in seine Fußstapfen zu treten.<br />

„Für mich ist es die Krönung meines Unternehmerlebens,<br />

den Betrieb in naher Zukunft komplett an meine Tochter<br />

übergeben zu können. Auch ihr Ehemann arbeitet seit geraumer<br />

Zeit im Unternehmen mit“, freut sich Goltz. Seine<br />

26 27


Tochter ergänzt: „Ich habe die Zeit genutzt, um von meinem<br />

Vater und den erfahrenen Mitarbeitern zu lernen“.<br />

Wenn Peschel-Goltz von ihrem Vater übernimmt, dann<br />

befindet sich die Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei in der<br />

achten Familiengeneration. An den alten Grundsätzen will<br />

die zukünftige Geschäftsführerin festhalten. „Ob vormals<br />

im Ladengeschäft am Demianiplatz oder im Firmensitz<br />

am Flugplatz – die Nähe zum Kunden und die Ausrichtung<br />

unserer Leistungen nach dessen Wünsche war stets der<br />

Schlüssel zum Erfolg. Diesen Weg werden wir weiterverfolgen.<br />

Denn das zeichnet uns seit 185 Jahren aus“, sagt Peschel-Goltz.<br />

„Dass dieses traditionsreiche Unternehmen in<br />

der achten Generation fortgeführt wird, ist ein toller Erfolg<br />

für Görlitz und auch Sachsen", sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

Stephan Meyer. „Das zeigt einmal mehr, dass wir Sachsen<br />

Familienmenschen sind!"<br />

Während bei der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei die Unternehmensübergabe<br />

weiter vorbereitet wird, ist sie bei<br />

Tommy Leidereiter und seiner Tante Martina Zeidler bereits<br />

erfolgreich verlaufen. Zeidler betrieb im Heinsdorfergrund<br />

eine Bäckerei. Anfang 2021 ging sie in den Ruhestand. Die<br />

Suche nach einem Nachfolger war zunächst eine Herausforderung<br />

und wurde dann ein glücklicher Zufall: Ihr Neffe<br />

Tommy Leidereiter befand sich in der Meisterausbildung<br />

und übernahm das Geschäft im vergangenen September.<br />

Damit ist Leidereiter jetzt der jüngste Bäckermeisters<br />

Im September 2021 übernahm<br />

Tommy Leidereiter die Bäckerei<br />

seiner Tante. Jetzt ist er der<br />

jüngste Bäckermeister Sachsens<br />

mit eigener Bäckerei.<br />

Sachsens mit eigener Bäckerei. Sein Team besteht aus einem<br />

Gesellen, einer Konditorin und vier Verkäuferinnen.<br />

„Ich freue mich sehr über die Weiterführung der Bäckerei<br />

Zeidler in Unterheinsdorf durch den jungen Bäckermeister<br />

Tommy Leidereiter. Mit seinem Engagement setzt er eine<br />

Tradition in fünfter Generation fort“ , sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

Stephan Hösl. „Zu den Herausforderungen für das<br />

Handwerk in den letzten Monaten kommt hinzu: Es ist gerade<br />

im Bäckerhandwerk nicht selbstverständlich, durch<br />

eine geeignete Nachfolge ein Geschäft zu erhalten. Ich<br />

halte es für umso wichtiger als Politiker, diesen Einsatz zu<br />

unterstützen und Möglichkeiten statt Hürden zu schaffen.<br />

Ich wünsche Tommy und seinem ganzen Team viel Erfolg.“<br />

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge wie bei der<br />

Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei und der Bäckerei Zeidler<br />

muss gut vorbereitet werden. „Das kann fünf bis zehn<br />

Jahre dauern“, weiß Franca Heß, Referatsleiterin Starthilfe<br />

und Unternehmensförderung bei der Industrie- und Handelskammer<br />

Chemnitz. Sie empfiehlt Unternehmern, die<br />

eine Nachfolge suchen, frühzeitig damit zu beginnen. „Es<br />

muss auch immer der richtige Nachfolger gefunden werden,<br />

der das Unternehmen übernehmen will. Das ist von<br />

Branche zu Branche unterschiedlich“, weiß die Beraterin.<br />

Wer sich über Möglichkeiten einer Unternehmensnachfolge<br />

informieren will, der kann jederzeit unverbindlich Kontakt<br />

zur IHK aufnehmen.<br />

3 FRAGEN AN<br />

WIRTSCHAFTSPOLITIKER<br />

JAN HIPPOLD<br />

AB WANN SOLLTEN SICH UNTERNEHMER UM EINE<br />

NACHFOLGE KÜMMERN?<br />

„Wie in vielen Lebensbereichen gilt auch hier: Je früher<br />

man mit der Nachfolgeplanung beginnt, desto besser. Unternehmer<br />

sollten mindestens drei Jahre, besser fünf für<br />

diesen Prozess einplanen: Die Unternehmensbewertung,<br />

den Kaufpreis verhandeln, Verträge aufsetzen, den Nachfolger<br />

einarbeiten – all das kostet Zeit.“<br />

WAS KANN EIN UNTERNEHMER TUN, WENN ER<br />

NIEMANDEN FINDET?<br />

Für diesen speziellen Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten:<br />

Der Firmeninhaber kann beispielsweise als Führung des<br />

Unternehmens angestellte oder teilbeteiligte Geschäftsführer<br />

einsetzen. Oder über die Errichtung einer Familienstiftung<br />

als generationsübergreifende Eigentümerin nachdenken,<br />

unter deren Kontrolle angestellte Geschäftsführer das<br />

Geschäft des Familienunternehmens leiten. Oder das Unternehmen<br />

wird an bewährte leitende Mitarbeiter in Form ei-<br />

WEITER AUF'M DACH<br />

Ruhestand ist keine Option: Friedemann<br />

Wendler bleibt seiner Arbeit treu<br />

Friedemann Wendler liebt seinen Beruf. Daher macht der<br />

Dachdecker aus Falkenstein im Vogtland auch mit 71 Jahren<br />

einfach weiter. „Ich würde heute wieder die gleiche<br />

Lehre machen. Ich mache weiter, solange es geht“, sagt<br />

er. Auf das Gerüst zu steigen und auf dem Dach zu arbeiten,<br />

ist für ihn kein Problem. „Der Tag ist mit einer sinnvollen<br />

Aufgabe ausgefüllt.“ Die Arbeit an der frischen Luft<br />

tut ihm gut. „Man kommt abends nach Hause und weiß,<br />

dass man was geschafft hat. Außerdem schmeckt das Essen<br />

ganz anders“, weiß der Dachdecker. Wenn Wendler<br />

nicht auf einer Baustelle ist, sitzt er im Stadtrat von Falkenstein.<br />

„Friedemann Wendler ist für mich ein richtiger<br />

,Macher'. Ein Mensch, der anpackt und sich einbringt –<br />

nicht nur auf den Dächern, sondern mindestens genauso<br />

im Stadtrat“, sagt Sören Voigt von der <strong>CDU</strong>-Fraktion.<br />

„Er ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und die<br />

Stadt Falkenstein.“<br />

„Man weiß, dass man was<br />

geschafft hat.“ Dachdecker<br />

Friedemann Wendler ist mit<br />

71 Jahren immer noch auf der<br />

Baustelle unterwegs – und<br />

bringt sich im Stadtrat ein.<br />

Sören Voigt<br />

Parlamentarischer Geschäftsführer<br />

der <strong>CDU</strong>-Fraktion<br />

Stephan Hösl<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />

GEMEINSAM AM BESTEN<br />

„Das Miteinander von Jung und Alt<br />

ist in Sachsen auch generationsübergreifend<br />

kein Problem.“<br />

nes Management-Buy-Out (MBO) weitergereicht.<br />

WIE KANN DIE POLITIK UNTERNEHMER UNTER-<br />

STÜTZEN?<br />

Die Politik hilft schon seit Jahren. Der Freistaat Sachsen<br />

unterstützt etwa die Idee, dass erfahrene Senioren kleine<br />

Unternehmen und junge Menschen beraten. Auch fördert<br />

der Freistaat die Konzepterstellung für Unternehmensnachfolgen.<br />

Außerdem sind Informationsangebote der<br />

Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern<br />

eingerichtet worden.<br />

28 29


TEIL 2<br />

HELDEN DES ALLTAGS<br />

Schulweghelfer, Lehrer und Gartenvorstand: In ihr Engagement bringen diese Senioren viel<br />

Lebenserfahrung ein<br />

Werner Niehle ist der älteste Schulweghelfer in Dresden.<br />

Er sei mit seinen 88 Jahren „Kult“, schrieb die Sächsische<br />

Zeitung erst kürzlich über ihn. Seit 13 Jahren steht er an<br />

Schultagen jeden Morgen ab 7 Uhr vor der 68. Grundschule<br />

an der Heiligenbornstraße. Dort regelt er den Verkehr und<br />

hilft den Kindern über die Straße. Werner Niehle ist einer<br />

von 33 Helfern bei der Verkehrswacht Dresden, die als ehrenamtliche<br />

Schülerlotsen für einen sicheren Start in den<br />

Schultag sorgen.<br />

Hubert Hiersemann ist seit drei Jahren in Rente. Aktiv<br />

zu sein gehört dabei für ihn zum Ruhestand dazu. Er ist<br />

langjähriger Vorsitzender des Fördervereins der Medizinischen<br />

Berufsfachschule der Universitätsklinik Leipzig und<br />

Mitglied des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer<br />

Leipzig. „Ich mag den Kontakt zu Leuten und<br />

möchte meine Lebenserfahrung weitergeben“, sagt er. Als<br />

ehemaliger Deutsch- und Geschichtslehrer setzt er sich für<br />

das deutsche Volksliedgut ein: Deswegen engagiert er sich<br />

HUBERT HIERSEMANN (69)<br />

Für sein Engagement ist Hiersemann viel unterwegs.<br />

Neben seinem Engagement in der Region<br />

Leipzig ist er auch im Deutsch-Israelischen Verein<br />

aktiv. Dieser hat seinen Sitz im hessischen<br />

Gießen. „Ich möchte mit meinem Engagement<br />

auch Beispiel sein und zeigen, dass man viel<br />

bewegen kann“, sagt er.<br />

als Chorleiter einer Leipziger Kirchgemeinde. „Wir singen<br />

häufig in Pflegeheimen. Die Bewohner dort kennen die Lieder.<br />

Es ist schön zu sehen, wenn Menschen mit Demenz<br />

sich an ihre Vergangenheit erinnern und mitsingen“, erklärt<br />

der Senior. Der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Wolf-Dietrich Rost<br />

schätzt den Einsatz sehr: „Mit seinen vielen kleinen und<br />

großen Ehrenämtern ist Hubert Hiersemann eine Bereicherung<br />

für unsere Gesellschaft“, lobt er.<br />

Als Mitarbeiter im Leipziger Jobcenter betreute Christian<br />

Krafczyk Hartz-IV-Empfänger. Für Maßnahmen vermittelte<br />

er hierbei 1-Euro-Jobber an Kleingärten. Als Rentner<br />

besitzt Krafczyk jetzt selbst einen Garten und setzt sich<br />

für die Interessen der Gartenbesitzer ein. Der aktive Senior<br />

ist unter anderem Präsidiumsmitglied im Regionalverband<br />

Muldental der Kleingärtner. Außerdem ist Krafczyk<br />

im Kleingartenverein Rappenberg Grimma aktiv. „Ich will<br />

meine Freizeit voll ausschöpfen“, sagt der Senior. Er genießt<br />

die Zeit an der frischen Luft. „Einen Garten zu haben<br />

macht Spaß. Besonders gefällt mir alles, was blüht“, sagt<br />

der Gärtner. Auch der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Svend-Gunnar<br />

Kirmes kennt Krafczyks Engagement im Wahlkreis. „Er tut<br />

viel für die Kommune, ein echter Aktivposten! Das Engagement<br />

ist lobenswert.“<br />

CHRISTIAN KRAFCZYK (73)<br />

WERNER NIEHLE (88)<br />

Früher, bis zur Wende, war Werner Niehle selbst Lehrer. Heute<br />

steht er vor der Schule und lotst die Schüler der 68. Grundschule<br />

in Dresden sicher über die Straße. Seit 13 Jahren ist er als<br />

Schulweghelfer aktiv. Trotz der beiden künstlichen Kniegelenke<br />

denkt er noch lange nicht ans Aufhören. „Wir brauchen die ehrenamtlichen<br />

Helfer, um die Schulwege sicher zu machen“, sagt<br />

Peter Samuel von der Verkehrswacht Dresden. Und ergänzt:<br />

„Über jeden, der sich freiwillig meldet, freuen wir uns.“ Wer<br />

selbst Schülerlotse werden will, soll sich unter 0351/4859810 bei<br />

Peter Samuel und der Verkehrswacht Dresden melden.<br />

Die Interessen der Kleingärtner liegen Christian<br />

Krafczyk am Herzen. Als Präsidiumsmitglied im<br />

Regionalverband Muldental der Kleingärtner<br />

und Mitglied im Kleingartenverein Rappenberg<br />

Grimma setzt er sich seit mehreren Jahren auch<br />

politisch ein. Krafczyk warb zum Beispiel in<br />

Grimma für einen Kleingartenbeirat, wie er aus<br />

Leipzig bekannt ist.<br />

30<br />

31


SCHÖNER WOHNEN<br />

IM BESTEN ALTER<br />

Neben dem Mietvertrag schließen<br />

die Senioren einen Betreuungsvetrag<br />

ab – mit Leistungen<br />

wie Einkaufsunterstützung, Essenslieferung<br />

oder Putzhilfe.<br />

Möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben,<br />

das wünschen sich viele Senioren. Der Freistaat<br />

hilft Kommunen, Wohnräume zu schaffen<br />

Selbstbestimmt, aber mit etwas Unterstützung – so sehen<br />

moderne Wohnkonzepte für Senioren aus. Auch die SEEG<br />

Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen<br />

setzt auf dieses Modell. Gemeinsam mit der Stiftung<br />

Soziale Projekte (Sopro) bietet das städtische Wohnungsunternehmen<br />

das „Servicewohnen am Fellbacher Bogen“. 43<br />

senioren-freundliche und barrierefreie Wohnungen sind so<br />

entstanden. Unterstützung beim Einkaufen, eine tägliche<br />

Essenslieferung oder eine Putzhilfe können angefragt werden.<br />

„Der Mieter schließt einen normalen Mietvertrag mit<br />

uns ab. Parallel schließt er einen Vertrag mit dem Kooperationspartner<br />

Sopro über eine Betreuungspauschale – die individuell<br />

erweitert werden können“, erklärt David Császár von<br />

der SEEG. Beim Ausbau des Fellbacher Bogens wurde zudem<br />

eine Begegnungsstätte mit überdachter Terrasse eingerichtet.<br />

Hier kommen die Bewohner zum gemeinsamen Kaffeetrinken,<br />

Spielen und Quatschen zusammen.<br />

Die Wohnungen in der Fellbacher<br />

Straße 9–11 in Meißen<br />

waren kurz nach der barrierefreien<br />

Sanierung vermietet.<br />

Parallel zum Mietvertrag<br />

schließen die Senioren einen<br />

Vertrag ab mit ausgewählten<br />

Betreuungsleistungen.<br />

Der Freistaat Sachsen unterstützt solche Projekte. Kommunen<br />

können Fördermittel bekommen, um günstigen Miet-raum zu<br />

erstellen. Gefördert wird etwa die bessere Zugänglichkeit von<br />

Wohnungen, Gebäuden und Grundstücken, die Herrichtung<br />

zeitgemäßer Sanitärräume, der Einbau von Aufzugsanlagen<br />

oder der Einbruchschutz. Allein für dieses Programm stellt der<br />

der Landtag im Doppelhaushalt jährlich 24 Mio. Euro zur Verfügung.<br />

Dafür hat sie die <strong>CDU</strong> stark gemacht.<br />

Daniela Kuge<br />

<strong>CDU</strong>-Sozialpolitikerin<br />

Neben den Betreuungsmöglichkeiten<br />

besticht das Wohnkonzept<br />

vor allem durch die Gemeinschaft<br />

mit den Nachbarn.<br />

GEMEINSAM SCHÖNER<br />

„Niemand mag im <strong>Alter</strong> gern allein<br />

wohnen. Deshalb sind Projekte wie<br />

diese wichtig und unterstützenswert.“<br />

32 33


VEREINFACHTE STEUER-<br />

ERKLÄRUNG FÜR RENTNER<br />

Seit Mai 2019 kommen Rentnerinnen und Rentner im Freistaat<br />

Sachsen in den Genuss eines vereinfachten Steuerverfahrens:<br />

Dazu gibt es ein auf ihre Bedürfnisse besonders<br />

abgestimmtes Formular, das nur zwei Seiten umfasst.<br />

Und das kommt gut an: Im Jahr 2020 nutzten bereits ein<br />

Viertel aller Senioren im Freistaat diese Möglichkeit.<br />

Die vereinfachte Steuererklärung ist für alle möglich, die<br />

ausschließlich Rente oder Pension beziehen. Mit dem<br />

Papiervordruck können beispielsweise Spenden, haushaltsnahe<br />

Dienstleistungen und außergewöhnliche Belastungen<br />

wie hohe Arztrechnungen beim Finanzamt<br />

zur Berechnung der Steuer geltend zu machen. Daten, die<br />

der Steuerverwaltung bereits in elektronischer Form vorliegen,<br />

müssen in dem Formular nicht mehr extra erklärt<br />

werden. Das Finanzamt übernimmt beispielsweise die<br />

Renteneinkünfte oder Pensionen sowie Beiträge zur Kranken-<br />

und Pflegeversicherung automatisch.<br />

Die Steuererklärung auf zwei Seiten für Rentner ist ein<br />

groß angelegtes Modellprojekt und kann bislang nur in<br />

den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Bremen und<br />

Mecklenburg-Vorpommern genutzt werden. „Auch wenn<br />

das <strong>Thema</strong> Rente immer wieder sehr intensiv und viel diskutiert<br />

wird, freue ich mich, dass die sächsischen Rentner<br />

von diesem Modell der vereinfachten Steuererklärung profitieren“,<br />

sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Eric Dietrich. Und: „Wir<br />

brauchen viel mehr solche Ansätze, die Steuererklärungen<br />

einfacher und die Prozesse schneller zu gestalten. Dies gilt<br />

auch für die Digitalisierung der Staatsverwaltung generell.“<br />

Der Doppelhaushalt des Freistaats soll die<br />

bestehenden Strukturen sichern, ohne<br />

zukünftige Generationen zu sehr zu belasten<br />

„Den Staat und unsere Gesellschaft am Laufen zu halten,<br />

kostet Geld. Das ist nur begrenzt vorhanden. Das ist die einfache<br />

Wahrheit“, sagt <strong>CDU</strong>-Finanzpolitiker Georg Ludwig von<br />

Breitenbuch. „Das heißt, wir können nur so viel Geld ausgeben,<br />

wie wir einnehmen. Es zeugt also von Verantwortungsbewusstsein<br />

gegenüber dem Steuerzahler und künftigen<br />

Generationen, wenn wir an einer soliden Haushalts- und<br />

Finanzpolitik festhalten.“ Zumal Grundgesetz und die Sächsische<br />

Verfassung dazu klare Vorgaben machen, so der<br />

<strong>CDU</strong>-Finanzexperte.<br />

Die Koalition stand mit dem Doppelhaushalt 2021/2022 vor<br />

einer großen Herausforderung: Einerseits galt es, die wirtschaftlichen,<br />

sozialen und kulturellen Strukturen im Freistaat<br />

zu sichern. Andererseits war es wichtig, weiterhin eine<br />

solide Haushalts- und Finanzpolitik zu garantieren. „Das ist<br />

uns gelungen!“, so von Breitenbuch.<br />

„Die pandemiebedingten Schulden waren mit diesem Hintergrund<br />

notwendig. Aber wir werden sie verlässlich und<br />

möglichst zügig tilgen. Schließlich wollen wir zumindest in<br />

Sachsen die künftigen Generationen so wenig wie möglich<br />

belasten.“ Von Breitenbuch vergleicht das mit jedem Privatkredit:<br />

Eltern wollten die Abzahlung auch nicht ihren Kindern<br />

aufbürden. „Genauso haben wir als <strong>CDU</strong>-Fraktion den<br />

Anspruch, dass unsere Generation ihre eigenen Lasten abträgt,<br />

damit unsere Kinder über ihre Zukunft frei entscheiden<br />

können. Das nennt sich Generationengerechtigkeit.“<br />

GUT HAUSHALTEN<br />

FÜR MEINE ENKEL<br />

Georg-Ludwig von<br />

Breitenbuch<br />

<strong>CDU</strong>-Finanzpolitiker<br />

SCHULDEN ZÜGIG TILGEN<br />

„Wir wollen im Freistaat Sachsen die<br />

künftigen Generationen so wenig<br />

wie möglich belasten!“<br />

34<br />

35


Dr. Rotraud Sawatzki, 84,<br />

steht der Landesseniorenvertretung<br />

für Sachsen vor.<br />

SENIOREN IM EINSATZ<br />

„Es gibt einen Unterschied zwischen der tatsächlichen Bedrohungslage für Senioren und<br />

der gefühlten Sicherheit“, sagt der Sächsische Innenminister Roland Wöller. Denn tatsächlich:<br />

Senioren sind viel seltener von Kriminalität betroffen als gedacht.<br />

FÜR SENIOREN<br />

Wenn die Landesseniorenvertretung ruft,<br />

kommt auch der Innenminister<br />

Ob die Landesseniorenvertretung für Sachsen, kurz LSVfS, eine<br />

mächtige Organisation sei? Rotraut Sawatzki lacht. „Nein“,<br />

antwortet sie schließlich nach einiger Zeit, „mächtig sind wir<br />

nicht. Aber wirksam durchaus.“ Das hat auch etwas mit ihrer<br />

Amtsführung zu tun: Seit 2008 ist sie im Vorstand der LSVfS<br />

tätig, seit 2017 als Vorsitzende. Seitdem ist sehr viel passiert<br />

in der sächsischen Seniorenpolitik. Und wenn die Landesseniorenvertretung<br />

ruft, kommen auch gern die ganz Mächtigen.<br />

So hielt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete und sächsische Innenminister<br />

Roland Wöller den Eröffnungsvortrag auf einer Tagung<br />

der LVSfS Anfang September mit dem Titel: „Seniorensicherheit“.<br />

Wöller brachte beruhigende Worte zum <strong>Thema</strong> mit:<br />

„Es gibt einen Unterschied zwischen der tatsächlichen Bedrohungslage<br />

für Senioren und der gefühlten Sicherheit“,<br />

erklärte er. Tatsächlich ist die Zielgruppe 60+ mit 3.300 Opfern<br />

von Straftaten im Jahr 2020 in Sachsen nur in geringem<br />

Maße von Kriminalität betroffen. Gleichwohl sei der<br />

Wunsch nach gefühlter Sicherheit nicht zu unterschätzen,<br />

so Wöller, und der Staat müsse diesem Bedürfnis auch nachkommen.<br />

„Dafür braucht man eine gute Polizei, eine gute<br />

Ausstattung – und gern noch mehr Kompetenzen“, erklärte<br />

er. Offensiv warb der Minister darum, dass die Seniorenvertreter<br />

sich an der „Allianz sichere sächsische Kommunen<br />

(ASSKomm)“ beteiligen. Das ist eine Initiative des Landespräventionsrats<br />

Sachsen, die 2019 gegründet worden ist. Die<br />

Landesseniorenvertreter sind dem keineswegs abgeneigt.<br />

Sie haben aber noch eine andere Variante in den Blick genommen:<br />

Sie wünschen die flächendeckende Einführung<br />

sogenannter Seniorensicherheitsberater. Ein gutes Beispiel<br />

dafür gibt es in Leipzig: Dort werden seit zehn Jahren Senioren<br />

von Polizei und Präventionsrat zu Sicherheitsberatern<br />

ausgebildet. Sie gehen dann in die Vereine und sozialen Einrichtungen,<br />

um die älteren Mitbürger aufzuklären und so<br />

das Sicherheitsgefühl wie auch die tatsächliche Sicherheit<br />

der Senioren zu erhöhen.<br />

Aber ab welchem <strong>Alter</strong> kann man überhaupt Senioren sagen?<br />

„Senior ist man ab 60 Jahren“, sagt Rotraut Sawatzki<br />

bestimmt und wählt ihre Worte sehr überlegt und bewusst.<br />

Das bedeutet für sie auch, in ihrer Arbeit die älteren Arbeitnehmer<br />

mit in den Blick zu nehmen. Denn immer noch zu<br />

viele Menschen vernachlässigen die Vorbereitung der „nach-<br />

beruflichen Lebensphase“, wie Sawatzki es nennt. Vor allem<br />

Männer sollten sich mehr mit dem anstehenden „Lebensnachmittag“<br />

befassen, um nicht zu schnell den Anschluss<br />

zu verlieren und auch geistig zu altern. „Ich spreche bewusst<br />

von Lebensnachmittag und nicht Lebensabend“, sagt Sawatzki,<br />

„denn diese Lebensphase dauert ja oftmals auch<br />

noch mal 30 Jahre!“ Passend dazu hat der Seniorenbeitrat<br />

der Landeshauptstadt Dresden, in dem sie immer noch<br />

aktiv ist, eine Broschüre erarbeitet, die Ratschläge<br />

und Empfehlungen gibt, sich noch aus der tätigkeit heraus dem <strong>Thema</strong> zu nähern.<br />

Aber das ist nur ein <strong>Thema</strong> von vielen, die die<br />

Seniorenvertreter in Sachsen beschäftigen.<br />

2007 noch, als Sawatzki – damals in ihrer Funktion<br />

als Mitglied im Seniorenbeirat der Landeshauptstadt<br />

Dresden – zur Landesvertretung<br />

stieß, gehörte das <strong>Thema</strong> „Senioren“ im Berufszustän-<br />

AUS DEM EIN KÄMPFER ALLTAG EINER FÜR<br />

SENIOREBREAUFTRAGTEN<br />

MEHR BARRIEREFREIHEIT<br />

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daran, wenn ich kleine Sachen erreiche“, erzählt er. Klein<br />

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dieser Frau immer Veranstaltung. schimpft,<br />

dass ich zu viel mache.“<br />

Konrad Riedel, 72, engagiert<br />

sich in Leipzig in vielen Ämtern<br />

Wer etwas mal so richtig vergeigt,<br />

der weiß es<br />

und ist stellvertretender Vorsitzender<br />

der Senioren Union.<br />

36<br />

37


„Viele ältere Opfer verlieren nach der Tat ihre Lebensfreude“, sagte Geerth Mackenroth,<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordneter und Landesvorsitzender des Vereins Weißer Ring e.V. Deswegen sei es<br />

wichtig, viel Kraft in die Prävention zu legen.<br />

Im Rahmen der Tagung „Seniorensicherheit“ diskutierten Seniorenvertreter aus ganz<br />

Sachsen, wie die tatsächliche Sicherheitslage, aber auch das Sicherheitsgefühl von älteren<br />

Mitbürgern verbessert werden kann.<br />

digen Sozialministerium ins Referat Pflege. Damals verfolgte<br />

das Ministerium das Ziel, die Bedarfe und Strukturen in<br />

Gesundheitszielen zu formulieren, Sawatzki leitete dort eine<br />

Arbeitsgruppe. Die Ergebnisse führten zum allmählichen<br />

Umdenken im Freistaat: Die Politik für die älteren Mitbürger<br />

wurde von der Pflegepolitik abgekoppelt. Heute ist das <strong>Thema</strong><br />

in einem anderen Referat des Ministeriums angesiedelt,<br />

nämlich dem für Familie, Jugend und Gesellschaft. Seitdem<br />

gibt es im Ministerium auch eine Stabstelle „Seniorenpolitik“.<br />

„Nein“, wiederholt Rotraut Sawatzki lächelnd, „mächtig<br />

sind wir nicht, auch noch nicht durchdringend. Aber steter<br />

Tropfen höhlt den Stein.“ Sawatzki betont: „Wir sind kein<br />

Verein, der laut die Stimme erhebt oder wütend auf den Boden<br />

stampft.“ Lieber arbeitet sie mit den anderen politischen<br />

Akteuren zusammen. Dabei legt sie großen Wert auf das generationenübergreifende<br />

Wirken: „Was für die ältere Dame<br />

lohnt, etwa die Beseitigung von Barrieren auf dem Gehsteig,<br />

davon profitiert auch die jüngere Frau mit Kinderwagen“,<br />

sagt sie. Und: „Wir stellen nicht einfach Forderungen auf, das<br />

ist nicht unser Stil. Wir sagen, was die Senioren brauchen –<br />

und beraten dann mit den Bürgermeistern und Landräten,<br />

was nötig und realisierbar ist.“<br />

Ihren kompromissorientierten und parteiübergreifenden Politikstil<br />

lernte sie spätestens, als sie 1990 in die ersten Stadt-<br />

verordnetenversammlung in Dresden gewählt wurde. In der<br />

DDR hatte sie durch ihre Geradlinigkeit einige Probleme gehabt<br />

und durfte trotz hervorragender Noten zunächst nicht<br />

Medizin studieren. Erst über Umwege und mit Unterstützung<br />

eines Prorektors der Universität durfte die Krankenschwester<br />

Sawatzki das Medizinstudium antreten – um anschließend<br />

40 Jahre als Ärztin zu arbeiten, zum Schluss als Oberärztin im<br />

Krankenhaus Dresden-Neustadt. Als 1990 die Friedliche Revolution<br />

das Land veränderte, sah sie ihre Chance gekommen<br />

und begann sich politisch zu engagieren. Und lernte viel über<br />

Politik: „Steter Tropfen ...“<br />

Sawatzki und ihr Team der Landesseniorenvertretung haben<br />

dabei immer auch die Zukunft fest im Blick. Die vier großen<br />

Themenfelder der LSVfS werden 2022 etwas angepasst. Neben<br />

den Themen altersgerechtes Wohnen und bürgerschaftliches<br />

Engagement werden die Bereiche Verbraucherschutz<br />

und Bildung verschmelzen. Wesentlich mehr in den Fokus<br />

rückt ab 2022 das <strong>Thema</strong> Pflege. „Basis sind die Ergebnisse<br />

der Enquete-Kommission Pflege, die jetzt vorliegen und einige<br />

Aufgaben mit sich bringen“, sagt Sawatzki. Und kommt ins<br />

Erzählen: Es geht darum, wirklich zu klären, wie das Wohnen<br />

auch im Eintritt des Pflegefalls aussieht – gerade aus Sicht<br />

der Kommunen. Und darum, die Öffnung der Pflegeeinrichtungen<br />

in Richtung des sozialen Lebens zu fördern, dass „die<br />

Bewohner nicht abgeschottet sind.“ Eine große Herausforderung<br />

bringe auch die Digitalisierung mit sich: Welche Vorteile<br />

können sich daraus für die häusliche oder stationäre Pflege<br />

ergeben? Welchen Einfluss hat auch das <strong>Thema</strong> Künstliche<br />

Intelligenz für das Leben im <strong>Alter</strong>? „Könnten etwa sprachgesteuerte<br />

Assistenten wie Alexa auch bei der Betreuuung von<br />

Demenzerkrankten helfen?“, fragt Sawatzki.<br />

Unterstützung bei der Klärung dieser Fragen wird sie auch<br />

aus der <strong>CDU</strong>-Fraktion des Landtages bekommen. Einer, der<br />

gern unterstützt: Geerth Mackenroth, <strong>CDU</strong>-Landtagsabgeordneter,<br />

ehemaliger sächsischer Justizminister und amtierender<br />

Ausländerbeauftragter. Er steht dem sächsischen „Weißen<br />

Ring“, der bundesweit größten Opferberatungsorganisation,<br />

seit 2010 als Landesvorsitzender vor. Auch er kam auf<br />

Einladung der Landesseniorenvertretung zur Seniorensicherheits-Tagung<br />

und blieb bis zur anschließenden Diskussion.<br />

„Senioren stecken Verbrechen nicht so gut weg<br />

wie andere“, sensibilisierte Mackenroth für die besondere<br />

Opfergruppe Senioren. „Viele ziehen sich danach<br />

sehr zurück, verlieren die Lebensfreude und wollen<br />

nicht in ihre Wohnung zurück“, berichtete er. Hier könne<br />

Prävention sehr helfen.<br />

AUS DEM ALLTAG EINER<br />

SENIORENBREAUFTRAGTEN<br />

Heidrun Weigel ist genau die Richtige für den Job: „Ich<br />

gehöre ja zum Kreis der Betroffenen und weiß also, was<br />

so die Belange sind“, sagt sie. „Aber ich will das systematisch<br />

angehen!“ 2017 machte der Freitaler Stadtrat sie zur<br />

Seniorenbeauftragten, nachdem sich die Diplom-Ingenieurin<br />

schon jahrelang in Stadt- und Kreisrat engagiert<br />

hatte. Seitdem füllt sie die ehrenamtliche Aufgabe mit<br />

großer Leidenschaft aus und bringt einiges in Bewegung.<br />

Mit einer umfangreichen Befragung von Senioren aus<br />

der Stadt analysierte sie zuerst die Bedarfe. Die Ergebnisse<br />

der Befragung finden sich heute auf der Webseite der<br />

Stadt. Daraus ergaben sich drei Projekte: Viel Kraft in das<br />

seniorenpolitische Konzept der Stadt Freital investiert.<br />

Anfang Oktober ist außerdem ein Notfallratgeber für Senioren<br />

erschienen, mit<br />

vielen Infos und wichtigen<br />

Adressen. Das dritte<br />

und aktuelle Projekt<br />

betrifft die ÖPNV-Linie<br />

von<br />

Oberhermsdorf<br />

nach Pesterwitz, die das<br />

Einkaufen nur mit Umsteigen<br />

ermöglicht. Das<br />

will Weigel ändern. „Ein<br />

Glück habe ich mit meinem<br />

Mann einen sehr<br />

guten<br />

Hintergrund“,<br />

sagt sie über ihren unermüdlichen<br />

Einsatz.<br />

Heidrun Weigel, 73, Seniorenbeauftragte<br />

in Freital.<br />

38 39


VORSICHT ENKELTRICK<br />

Hermann Braunger war 20 Jahre<br />

Revierleiter der Polizei Riesa.<br />

Strafprävention ist für ihn<br />

wichtig. Jedoch weiß er auch:<br />

„Jede Straftat findet ihr Opfer“.<br />

Rentner und Senioren sollten<br />

niemals hohe Geldsummen an<br />

einen Bekannten der eigenen<br />

Enkel oder Kinder übergeben.<br />

Besser ist es, auf den persönlichen<br />

Kontakt zu bestehen.<br />

Hermann Braunger war 42 Jahre bei der Polizei. 20 Jahre lang<br />

leitete er das Revier in Riesa. Besonders aktiv war der heute<br />

64-Jährige in der Kinderstrafprävention. Aber auch Betrügereien<br />

wie Enkeltricks und Schockanrufe kamen auf seinen<br />

Tisch. „Meistens hat man in einer Region eine ganze Serie.<br />

Nach einer Zeit suchen sich die Betrüger dann eine neue<br />

Gegend. In der Zeitung liest man davon, wenn es eigentlich<br />

schon wieder vorbei ist“, weiß der ehemalige Polizist. Trotzdem<br />

sei es wichtig, immer wieder auf diese Art der Straftaten<br />

hinzuwiesen. „Wenn man meint, dass das einem nicht<br />

passieren kann, dann liegt man falsch“, sagt Braunger.<br />

Wichtig sei es, dass das gesamte Umfeld für das <strong>Thema</strong> sensibilisiert<br />

wird. „Auch Senioren haben nicht ihr gesamtes Geld<br />

zu Hause. Wenn einer also einen Schockanruf bekommt, dass<br />

der Enkel im Krankenhaus liegt und man müsse jetzt schnell<br />

viel Geld bezahlen, dann müssen sie auch erstmal zur Bank.<br />

Mittlerweile fragen die Bankmitarbeiter, wofür das Geld gedacht<br />

ist. So fallen Betrügereien bereits auf, bevor es zum<br />

Betrüger spekulieren darauf, dass ältere Menschen leichter auf<br />

ihre Tricks reinfallen. Dagegen hilft zuallererst gute Aufklärung<br />

Schaden gekommen ist“, erzählt der ehemalige Revierleiter.<br />

Trotzdem sei es wichtig für Rentner zu wissen, wie die Masche<br />

abläuft – um richtig reagieren zu können. Dazu gehört,<br />

dass die Täter nie den eigenen Namen angeben, sondern<br />

ihn entlocken mit Sprüchen wie: „Weißt du nicht, wer hier<br />

spricht?“ Dann werde hoher Druck aufgebaut, weil angeblich<br />

eine Notlage entstanden sei und kurzfristig Geld benötigt<br />

werde. Die Betrüger gehen dabei geschickt vor, erhöhen<br />

den Druck, weinen mitunter sogar am Telefon. Andere geben<br />

sich als Polizisten aus oder sprechen am Telefon von einem<br />

hohen Gewinn bei einem Wettbewerb – und brauchen nun<br />

nur noch die Verwaltungsgebühr. Der <strong>CDU</strong>-Innenpolitiker<br />

Rico Anton warnt: „Der Enkeltrick ist ebenso wie andere Betrügereien<br />

eine besonders abscheuliche Art, das Vertrauen<br />

von älteren Menschen zu missbrauchen. Prävention und<br />

Aufklärung sind deshalb besonders wichtige Bausteine der<br />

sächsischen Sicherheitsarchitektur, für deren Verbesserung<br />

wir uns kontinuierlich einsetzen.“<br />

Für mehr Informationen:<br />

Mit der zunehmenden Digitalisierung haben sich auch die<br />

Tricks der Betrüger geändert. „Als sich Computer und das<br />

Internet etablierten, hatten wir auch immer mehr mit dem<br />

sogenannten Phishing zu tun“, weiß Braunger. Dabei werden<br />

möglichst wie das Original aussehende Websites erstellt,<br />

etwa von Banken. Die Opfer sollen dadurch ausgetrickst werden,<br />

dass sie private Daten wie Passwörter oder Bankdaten<br />

weitergeben. „Ich habe auch mal so eine Phishing-Mail erhalten.<br />

In dieser behauptete ein Bekannter, dass er in einem Hotel<br />

festsitzt und bestohlen wurde. Ich sollte Geld überweisen,<br />

damit er seine Rechnungen bezahlen kann. Ich habe dann zunächst<br />

die Nummer des Hotels aus der Mail angerufen und<br />

wurde stutzig. Danach habe ich den Bekannten angerufen<br />

und es stellte sich heraus, dass die Mail ein Betrugsversuch<br />

war. Ein gesundes Misstrauen ist wichtig“,<br />

erzählt der ehemalige Polizist.<br />

DER BETRUG MIT DER LIEBE<br />

Versprochen wird die große Liebe, was bleibt, ist der finanzielle<br />

Verlust. Beim sogenannten Love- oder Romance-Scamming<br />

wird eine Beziehung vorgetäuscht, ohne dass es eine<br />

reale Begegnung gibt. Zunächst beginnt alles ganz harmlos<br />

mit einer Freundschaftsanfrage oder einer kurzen Nachricht<br />

in einem der sozialen Netzwerke. Die ersten Nachrichten<br />

zeigen, es gibt gemeinsame Interessen. Man verabredet sich<br />

zu gemeinsamen Telefonaten, die auch über einen längeren<br />

Zeitraum und regelmäßig erfolgen, um das Misstrauen<br />

schwinden zu lassen. Es gibt mitunter Heiratsversprechen,<br />

aber es kommt nie zum richtigen Treffen. Nach einer Weile<br />

dieser „Beziehungsführung“ kommt dann der Schockmoment:<br />

Die neue Partnerin oder der neue Partner ist überfallen<br />

worden oder hat seine Visa-Karte verloren, er oder sie<br />

braucht „nur mal kurz“ eine Finanzspritze. Um dann für immer<br />

zu verschwinden, wenn das Geld geflossen ist. Die Polizei<br />

rät, nicht nur bei Internetbekanntschaften ausgesprochen<br />

vorsichtig zu sein, wenn die Frage nach Geld kommt.<br />

Rico Anton<br />

<strong>CDU</strong>-Innenpolitiker<br />

40 41


FEUER<br />

KENNT<br />

KEIN<br />

Mit 72 Jahren denkt Falk Löffler<br />

noch nicht an den Ruhestand. In<br />

seiner Tischlerei ist er sehr aktiv.<br />

Auf Baustellen steigt er mit auf<br />

das Gerüst. Für seine Leidenschaft<br />

Feuerwehr bleibt dabei aber trotzdem<br />

Zeit. Auch hier ist er noch<br />

immer voll dabei<br />

ALTER<br />

Seitdem Falk Löffler bei der Feuerwehr ist, hat sich die Technik sehr<br />

verändert. Sie bietet heute viel mehr Sicherheit und Leistung.<br />

Vor über 50 Jahren trat Falk Löffler in die Freiwillige<br />

Feuerwehr ein. Und ist noch heute, mit 72 Jahren,<br />

aktiv dabei. „Ich fühle mich körperlich fit und<br />

mir würde ohne etwas fehlen“, sagt er.<br />

Immer noch gern am Steuer: Falk Löffler liebt es, die großen Trucks zu fahren.<br />

Seine Faszination für Technik ist nur einer von vielen Gründen, warum er bei<br />

der Freiwilligen Feuerwehr dabei ist.<br />

Langsam öffnet sich das Tor der Feuerwehr Neukirchen/<br />

Pleiße und die Augen von Falk Löffler, 72, beginnen zu<br />

leuchten. „Ich fahre gerne die großen Tanker“, freut er sich.<br />

Seit 1966 ist Löffler in der Freiwilligen Feuerwehr seines<br />

Wohnortes aktiv. „Ich fühle mich körperlich fit und mir würde<br />

ohne etwas fehlen“, sagt er. Und ergänzt: „Außerdem macht<br />

die Technik Spaß!“ Seit seinem Eintritt vor mehr als 50 Jahren<br />

hat sich einiges verändert. „Wenn ich sehe, mit welcher Ausrüstung<br />

wir früher ausgerückt sind, freue ich mich schon sehr über<br />

die moderne Ausstattung“, so Löffler. Einfache Leinenhosen<br />

und -jacken wurden zum Beispiel durch DIN-Norm-geprüfte<br />

Ausrüstung ersetzt. „Der Schutz der Feuerwehrleute<br />

ist damit viel besser.“ Auch die Art der Einsätze hat sich<br />

über die Jahre verändert. „Früher hatten wir viele Brände in<br />

der Landwirtschaft und der Industrie zu bekämpfen. Heute<br />

werden wir eher zu Unfällen gerufen“, erzählt er. Was er in<br />

seinen Jahren bei der Feuerwehr erlebt hat, geht auch oft<br />

an die Substanz. „Man sieht unschöne Dinge“, erzählt er. So<br />

war er zum Beispiel mit 23 Jahren bei einem der schwersten<br />

Zugunglücke der DDR als Lebensretter vor Ort. Im Oktober<br />

1972 fuhren auf der Strecke zwischen Werdau und Crimmitschau<br />

zwei Züge ineinander. Etwa 1000 Reisende waren<br />

betroffen, 28 starben. „Das werde ich nie vergessen“,<br />

sagt Falk Löffler heute.<br />

Die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für den Freistaat<br />

ist nicht zu unterschätzen. „Wir als <strong>CDU</strong> stehen auch<br />

an der Seite der alten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren“,<br />

sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Kerstin Nicolaus, die selbst<br />

aktive Feuerwehrfrau ist. „Denn auch im <strong>Alter</strong> sind unsere<br />

Kameraden aktiv und ein fester Bestandteil vieler Ortswehren,<br />

um die Tageseinsatzbereitschaft sicherzustellen. Allein ihr<br />

Erfahrungsschatz ist eine unentbehrliche Stütze bei jedem<br />

Einsatz. Die <strong>CDU</strong> steht an der Seite der Freiwilligen Feuerwehren<br />

und unterstützt zum Beispiel, indem man im Freistaat Sachsen<br />

den LKW-Führerschein gefördert bekommt. Damit wird die<br />

Tageseinsatzbereitschaft vieler Ortswehren gestärkt."<br />

Tradition wird bei der Freiwilligen Feuerwehr Neukirchen/Pleiße großgegeschrieben.<br />

Dieser Einsatzwaagen ist von 1942 und damit nur wenig<br />

älter als Falk Löffler.<br />

Kerstin Nicolaus<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

42 43


LERNEN IM ALTER<br />

Auch Senioren sind an Hochschulen sehr willkommen. Die Teilnahme an<br />

Seniorenvorlesungen, -akademien oder -kollegs bereichert beide Seiten.<br />

Die Universitäten in Sachsen stehen nicht nur Forschern und Studenten offen. Auch Senioren<br />

können hier viel lernen. Die Hochschulen haben extra für sie besondere Angebote<br />

Seniorenkolleg, Seniorenakademie oder Universität des<br />

dritten Lebensalters – in Sachsen gibt es viele verschiedene<br />

Angebote für Senioren, um auch im fortgeschrittenen<br />

<strong>Alter</strong> nochmal Hörsaal-Luft zu schnuppern. An der Technischen<br />

Universität Chemnitz hat Prof. Roland Schöne 1993<br />

das Seniorenkolleg gegründet und ist auch heute – mit 80<br />

Jahren – noch als wissenschaftlicher Leiter dafür aktiv. „Es<br />

kommen zwar vor allem Senioren, unser Angebot ist allerdings<br />

für alle <strong>Alter</strong>sgruppen offen. Wir müssten von daher<br />

eigentlich Generationenkolleg heißen“, sagt er.<br />

Das Programm an der TU Chemnitz ist vielseitig. Neben<br />

Vorträgen und Workshops veranstaltet das Seniorenkolleg<br />

auch immer wieder Ausfahrten. „Vor der Pandemie hatten<br />

wir im Semester bis zu 900 Anmeldungen. Für unsere Bildungsexkursionen<br />

sind wir bis zu fünf Tage in ganz Europa<br />

unterwegs gewesen“, erzählt Professor Schöne. Mit<br />

dem derzeitigen Online-Angeboten sei es etwas schwierig,<br />

gibt er zu. Denn: „Für unsere Teilnehmer ist das Angebot<br />

50 Prozent Bildung und 50 Prozent soziale Begegnung. Da<br />

fehlt jetzt natürlich ein wichtiger Teil“, sagt er.<br />

Für die Zukunft hat Professor Schöne aber dennoch<br />

Zuversicht. Auch, weil die Teilnehmer im Seniorenkolleg<br />

immer sehr engagiert sind. Besonders die<br />

drei Arbeitsgruppen begeistern ihn: „In diesen kommen<br />

Jüngere mit den Älteren zusammen. Die Senioren können<br />

so ihre Lebenserfahrung weitergeben“, erzählt Schöne.<br />

Die erste Gruppe beschäftigt sich mit dem forschenden<br />

Lernen: Senioren entwickeln hier Produkte bis zur Patent-<br />

reife. „Wir haben zum Beispiel ein drehbares Einschubteil<br />

für den Kühlschrank erfunden. Mit diesem kommt<br />

man an alles gut ran“, berichtet der Professor. Die zweite<br />

Arbeitsgruppe ist das Generationenteam Technik. „Einige<br />

Senioren haben Angst, beim Bedienen von moderner<br />

Technik Fehler zu machen. Es kommt daher darauf an, die<br />

Geräte so zu gestalten, dass sie für Senioren verständlich<br />

zu bedienen sind.“<br />

Im Generationenteam Technik testen die Senioren auch<br />

neue Technik und geben Hinweise, wie diese verbessert<br />

werden kann. „Wir kooperieren hier mit der Firma emporia<br />

Telecom aus Linz, die seniorengerechte Handys herstellen“,<br />

erzählt Prof. Schöne. Und ergänzt: „Eine Empfehlung<br />

des Teams war zum Beispiel, Smartphones ganz<br />

einfach mit Sprachsteuerung und Spracheingabe bedienen<br />

zu können. Das würde die Nutzung des Gerätes<br />

für Senioren viel einfacher und niedrigschwelliger<br />

machen.“<br />

Peter Wilhelm Patt<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />

Die dritte Arbeitsgruppe innerhalb des Seniorenkollegs beschäftigt<br />

sich mit der politischen Bildung von Senioren. „Wir<br />

veranstalten Wählerforen mit der Sächsischen Landeszentrale<br />

für politische Bildung. Es geht uns darum, Senioren mehr<br />

Informationen über Politik zu vermitteln. Sie sollen wissen,<br />

was in den vergangenen Jahren im Land für Senioren getan<br />

wurde“, erklärt Prof. Schöne. Für ihn ist das breite Angebot<br />

des Seniorenkollegs mit einer Botschaft verbunden. „Wir<br />

wollen lebenslanges Lernen praktisch umsetzen“, sagt er.<br />

„,Was du erlernst von deinen Eltern, verstehe es, um es zu besitzen‘“,<br />

sagt der Chemnitzer <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Peter Wilhelm<br />

Patt. Und lobt das ehrenamtliche Engagement für das Seniorenstudium:<br />

„Professor Schöne und das von ihm begründete Kolleg<br />

in Chemnitz aktivieren Wissen und Erfahrungen. So wird<br />

human capital nicht nur erweitert, sondern mit dem Anspruch<br />

der Vermittlung an Nachfolgegenerationen auch verjüngt.“ Für<br />

Patt geht damit auch ein langfristiger Plan auf: „Ministerpräsident<br />

Kurt Biedenkopfs Vermächtnis des lebenslangen Lernens<br />

hat in Chemnitz eine erfolgreiche Prägung. Ich bin unseren<br />

Vorfahren dankbar, dass unser Wohlstand durch gemeinsame<br />

Akkumulation von Wissen und Erfahrungen wächst.“<br />

Auch an anderen Standorten wie etwa in der Landeshauptstadt<br />

Dresden gibt es vergleichbare Angebote.<br />

Noch in seiner aktiven Zeit an der Technischen<br />

Universität Chemnitz gründete Professor Roland<br />

Schöne 1993 das Seniorenkolleg. Damals leitete<br />

er noch die Professur für Erwachsenenbildung<br />

und betriebliche Weiterbildung an der Philosophischen<br />

Fakultät der TU. Aber auch als er 2006<br />

in den Ruhestand ging und selbst Senior wurde,<br />

blieb er dem Programm treu. Seit seiner Pensionierung<br />

stellt er hier als wissenschaftlicher Leiter<br />

sein Wissen und seine Erfahrungen zur Verfügung.<br />

Darüber hinaus unterstützt er den Chemnitzer Seniorenbeirat<br />

als Mitglied.<br />

44 45


Dort mussten – wie die jungen Studenten – auch die<br />

älteren Semester in die digitale Lehre wechseln. Für viele<br />

Teilnehmer der Seniorenakademie Dresden war die<br />

Umstellung auf Videokonferenzen und E-Mails nicht<br />

so leicht. Umso größer ist jetzt die Freude, dass die<br />

strengen Regeln nun etwas gelockert werden: „Nach<br />

aktuellen Regelungen dürfen nun wieder ein paar Leute<br />

zu Präsenzveranstaltungen kommen“, freut sich<br />

Dieter Seyfarth von der Dresdner Seniorenakademie<br />

Wissenschaft und Kunst. Damit finden nicht nur<br />

wieder Vorlesung im Hygienemuseum statt, sondern<br />

auch Exkursionen. Das Programm im Wintersemester<br />

Die Teilnehmer sitzen nicht nur im Hörsaal. Die Dresdner Seniorenakademie<br />

bietet auch Führungen an. Sie sind beliebt, da hier Theoretisches in<br />

der Praxis erlebbar wird.<br />

2021/22 umfasst 300 Vorträge und Kurse.<br />

Das Seniorenkolleg in Leipzig besteht bereits seit über 40<br />

Jahren. Anfang April 1979 begann das erste Semester des<br />

damaligen „Veteranen-Kollegs“. Das Ziel: in Leipzig auch<br />

älteren Mitbürgern Bildung auf universitärem Niveau zu<br />

ermöglichen. Den Namen Seniorenkolleg erhielt das Angebot<br />

der Universität Leipzig 1990. „Bis heute erfreut sich<br />

das Seniorenkolleg, das seit 2016 zum Bildungsangebot<br />

der Seniorenakademie zählt, großer Resonanz. Als etablierte<br />

Größe in der sächsischen Bildungslandschaft trägt<br />

das Seniorenkolleg unverkennbar zum lebenslangen<br />

Lernen bei“, lobte Yvonne Weigert, Sachgebietsleiterin<br />

Wissenschaftliche Weiterbildung zum 40. Jubiläum des<br />

Seniorenkollegs.<br />

ZURÜCK<br />

IN DIE<br />

SCHULE<br />

Die Vorträge und Kurse im Leipziger Seniorenkolleg rich-<br />

Die Themenfelder an der Dresdner Seniorenakademie sind vielseitig. Es gibt<br />

Veranstaltungen zu Kunst und Kultur, aber auch zu Medizin und Technik.<br />

Zu den Führungen kommen die Teilnehmer auch an Orte, wo sonst für<br />

Normalbürger die Türen verschlossen bleiben. Die Ausflüge finden in<br />

Dresden statt oder als Bildungsreisen auch überregional.<br />

ten sich an Personen ab 50 Jahren. „Die Bedeutung von<br />

Wissen hat weiter zugenommen und wird zukünftig<br />

noch anwachsen. Nicht nur als berufliche Kompetenz<br />

ist Wissen unverzichtbar, sondern in gleicher Weise als<br />

Kompetenz, um aktiv an gesellschaftlichen Entwicklungen<br />

teilhaben zu können. Dies ist auch für Menschen im<br />

höheren Lebensalter sehr wichtig und erfordert einen<br />

weiteren Ausbau von an die Zielgruppe angepassten Bildungsmöglichkeiten“,<br />

betont Prof. Dr. Thomas Hofsäss,<br />

Prorektor für Bildung und Internationales der Universität<br />

Leipzig. Und sagt: „Die Universität Leipzig ist stolz auf die<br />

so große Nachfrage der Angebote im Seniorenkolleg.“<br />

Lehrerin Christine Rasche könnte seit 2018 im<br />

Ruhestand sein. Doch sie unterrichtet weiter<br />

Christine Rasche genießt ihren Unruhestand. „Der Beruf<br />

macht mir Spaß“, sagt die 68-Jährige. Für zehn Stunden im<br />

Monat unterrichtet sie am Beruflichen Schulzentrum Görlitz<br />

die Fächer Informatik und Deutsch. „Meinen Unterricht<br />

habe ich in den Klassen mit Migranten und bei den Schülern<br />

im Berufsvorbereitungsjahr“, sagt sie. „Meine Devise ist immer:<br />

Stelle dich auf deine Schüler ein.“ In ihrem Berufsleben<br />

sammelte Christine Rasche viel Erfahrung in der Arbeit mit<br />

Jugendlichen: Sie lehrte unter anderem am Görlitzer Berufsschulzentrum<br />

für Technik im Fach Textiltechnik, arbeitete<br />

als Schulleiterin und stellte als Referentin am Sächsischen<br />

Bildungsinstitut gemeinsam mit anderen Lehrpläne zusammen.<br />

„Solange ich gebraucht werde, gebe ich mein Wissen<br />

gerne weiter“, sagt die Lehrerin.<br />

„Die Lebens- und Berufserfahrung älterer<br />

Pädagogen stellt für unser Bildungssystem<br />

einen unschätzbaren Wert dar“, sagt der<br />

<strong>CDU</strong>-Bildungspolitiker Holger Gasse. „Ihre Bereitschaft, sich<br />

auch mit Blick auf den Lehrermangel über ihre normale<br />

Dienstzeit hinaus für die Bildung unserer Kinder einzusetzen,<br />

ist ein hohes gesellschaftliches Gut. Wir haben uns in<br />

den letzten Jahren sehr intensiv darum bemüht, die Leistungsbereitschaft<br />

der sächsischen Lehrkräfte durch gezielte<br />

Verbesserungen zu unterstützen. Wir sind sehr dankbar,<br />

dass unsere Lehrerinnen und Lehrer sich im Wissen um die<br />

Herausforderungen für bestmögliche Bildungsangebote im<br />

Rahmen ihres Dienstes und darüber hinaus derart engagieren“,<br />

so Gasse weiter.<br />

Holger Gasse<br />

<strong>CDU</strong>-Bildungspolitiker<br />

46<br />

47


Iris Firmenich<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

Rommy Koppmann leitet den Smartphone-Grundkurs<br />

an der VHS Zwickau. Im Familienzentrum Kirchberg<br />

engagiert sie sich außerdem für das Mediencafé.<br />

SCHLÜSSELFUNKTION<br />

„Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel<br />

für ein selbstbestimmtes Leben<br />

und gesellschaftliche Teilhabe, beispielsweise<br />

durch eherenamtliches<br />

Engagement.“<br />

Auf Augenhöhe: Rommy Koppmann (rechts) erklärt ihren Kursteilnehmen individuell, wie ihre Smartphones<br />

funktionieren. Frau Reuter gibt das das Gefühl „wenig falsch machen zu können“.<br />

ICH BRINGE RENTNERN<br />

DAS HANDY BEI<br />

Die Volkshochschulen in Sachsen stehen für lebenslanges Lernen. Smartphones und digitale<br />

Technik sind dort wichtige Themen auf dem Lehrplan<br />

„Ich wollte einfach wissen, wie es geht“, erzählt Rommy<br />

Koppmann. Also hat sie sich vor einigen Jahren den Umgang<br />

mit ihrem Smartphone selbst beigebracht. Auch<br />

wenn die 62-Jähige vorher wenig mit digitaler Technik zu<br />

tun hatte, fand sie sich schnell zurecht. „In der Zeitung habe<br />

ich dann gelesen, dass die VHS Zwickau Kursleiter sucht,<br />

die Leute in der Nutzung von Smartphones weiterbilden“,<br />

erinnert sie sich. Sie bekam nach einem Vorbereitungskurs<br />

2018 ihre erste eigene Gruppe. Seitdem erklärt sie Senioren<br />

regelmäßig, wie sie Smartphones bedienen. „Das ist nicht<br />

immer einfach. Jeder hat eine andere Auffassungsgabe, ein<br />

anderes Handy oder andere Vorkenntnisse“, erzählt Koppmann.<br />

Ihre Aufgabe macht ihr großen Spaß. „Besonders die<br />

Foto-Apps bereiten den Senioren viel Freude“, erzählt sie.<br />

Eine der sechs Seniorinnen im Smartphone-Grundkurs<br />

stellt sich selbst als Frau Reuter vor. „Ich wollte immer<br />

schon Urlaubsbilder von meinem Sohn empfangen“,<br />

freut sich die 74-Jähige. Zwar hat sie bereits seit Längerem<br />

ein Tablet und einen Internetanschluss. „Der Umgang<br />

mit dem Smartphone ist aber wieder anders.“ Die<br />

Volkshochschule Zwickau ist eine von 15 Volkhochschulen<br />

im Freistaat, die an insgesamt 48 Standorten aktiv<br />

sind. Rund 180.000 Teilnehmer konnten sie im Jahr 2019<br />

verzeichnen, die sich auf über 16.000 Kurse verteilen.<br />

„Die Seniorengeneration von heute ist aktiv, fit und interessiert.<br />

Sie will natürlich gesellschaftlich am Ball bleiben<br />

und mit der modernen, digitalen Welt mithalten, um ihr<br />

Leben selbstbestimmt und unabhängig führen zu können“,<br />

sagt die <strong>CDU</strong>-Landtagsabgeordnete Iris Firmenich.<br />

Dafür braucht es entsprechende Weiterbildungsangebote,<br />

die auch im ländlichen Raum erreichbar sein sollen. Die<br />

Volkshochschulen sind dabei neben zahlreichen anderen<br />

Bildungsanbietern unser wichtigster Partner.“ Gerade erst<br />

hat sich ihre Fraktion dafür eingesetzt, dass die Staatsregierung<br />

das Weiterbildungsgesetz erneuert und eine entsprechende<br />

Strategie auf den Weg bringt.<br />

Den Kurs von Rommy Koppmann findet Frau Reuter extrem<br />

hilfreich. Innerhalb von wenigen Wochen hat sie so<br />

den Umgang mit ihrem Smartphone gelernt. „Ich kann<br />

jetzt auch Bilder verschicken und weiß endlich, wie das mit<br />

der E-Mail geht. Frau Koppmann macht das mit sehr viel<br />

Geduld“, ist die Seniorin dankbar.<br />

48<br />

49


Der Bürgerbus in Arzberg lebt vom Einsatz<br />

ehrenamtlicher Fahrer und Telefonisten.<br />

Nordsachsen-Landrat Kai Emanuel selbst ist<br />

Ehren-Busfahrer für das Projekt.<br />

und zum Mehrgenerationenhaus. Da<br />

sich das Angebot vor allem an ältere<br />

und in ihrer Mobilität eingeschränkte<br />

Personen richtet, wurde beim Bus auch<br />

auf die Barrierefreiheit geachtet. Über<br />

eine Rampe können auch Fahrgäste<br />

mit Rollator einsteigen. Acht Fahrgäste<br />

haben in dem Kleinbus Platz.<br />

BEI ANRUF BUSFAHRT<br />

Seit mehreren Jahren fährt der Arzberger Bürgerbus ältere Bewohner<br />

zum Einkaufen, zum Frisör oder zum Arzt. Eine Erfolgsgeschichte<br />

Im ländlichen Raum stehen gerade ältere Mitbürger werden: „Wir wollen den ländlichen Raum stärken – das<br />

häufig vor der Frage, wie sie ihre Fahrten zum Arzt, zum schaffen wir mit dem Bürgerbus“.<br />

Einkaufen oder zur Bank organisieren. Der Öffentliche<br />

Nahverkehr fährt auf dem Dorf oftmals nur selten oder Das Konzept ist einfach. Etwa 20 ehrenamtliche Fahrer<br />

unregelmäßig, selbst mit dem Auto zu fahren fällt mittlerweile<br />

schwer und auch der Nachbar hat nicht immer Zeit. gerbus. Wer gefahren werden möchte, der muss vorab den<br />

und Telefonisten kümmern sich um den Arzberger Bür-<br />

<strong>Alter</strong>nativen müssen her.<br />

Bus telefonisch bestellen. Die Leitung ist jeweils montags<br />

und mittwochs von 15 bis 17 Uhr besetzt. Nach Bestellung<br />

Die Gemeinde Arzberg in Nordsachsen hat eine gefunden. kommt der Bus in der Regel dann bis zu Haustür, holt die<br />

In allen 18 Ortsteilen der Gemeinde fährt ein Bürgerbus – Fahrgäste ab, bringt sie zu ihrem Zielort und wieder zurück.<br />

Bevorzugt finden die Fahrten am Dienstag und<br />

und erfreut sich großer Beliebtheit. Bei der Übergabe<br />

des Fahrzeugs 2017 machte Landrat Kai Emanuel<br />

Freitag statt. Am Donnerstagnachmittag hat der<br />

deutlich, welche Ziele mit dem Projekt verfolgt<br />

Bus zudem eine feste Linienfahrt zum Einkaufen<br />

Das Angebot kommt gut an. Bereits<br />

kurz nach dem Start im Jahr 2017<br />

zählte das Team 100 Fahrten. In den<br />

vergangenen Jahren sind viele hunderte<br />

dazugekommen. Dass das Projekt<br />

so erfolgreich ist, dass freut den<br />

Arzberger Bürgermeister Holger Reinboth.<br />

„Wir lagen richtig mit unseren<br />

Einschätzungen“, sagt er. Er findet die<br />

Förderung der Region zudem wichtig.<br />

„Wir haben den Bürgerbus nicht<br />

erhalten, weil Arzberg ganz oben<br />

im Alphabet des Landkreises<br />

Nordsachsen steht. Vielmehr<br />

besteht bei uns die Notwendigkeit,<br />

die Mobilität für Senioren<br />

zu verbessern“, betont<br />

Reinboth. Partner des Projektes<br />

sind der Landkreis Nordsachsen,<br />

die Gemeinde Arzberg und der<br />

Ostelbienverein, der Verein zur<br />

Bewahrung und Förderung des<br />

ländlichen Raumes Ostelbien.<br />

„Die Modernisierung und der Ausbau<br />

des Öffentlichen Personennahverkehrs<br />

prägen den aktuellen<br />

Doppelhaushalt“, sagt der <strong>CDU</strong>-Verkehrspolitiker<br />

Andreas Nowak.<br />

„Das TaktBus-/PlusBus-Netz wird<br />

weiter mit zusätzlichen 27 Mio.<br />

Euro ausgebaut. Wir sind auf einem<br />

guten Weg, alte Baustellen durch<br />

die kontinuierliche Umsetzung der<br />

vorgeschlagenen Maßnahmen der<br />

Strategiekommission von 2017 umzusetzen“,<br />

freut er sich.<br />

Das E-Shuttle kann mit einem Klick oder Anruf bestellt<br />

werden. So können die Bewohner im Quartier<br />

der Wohnungsgenossenschaft „Glück auf“<br />

unabhängig vom Bus unterwegs sein.<br />

MIT EINEM KLICK<br />

Auch auf dem Land können neue technische Lösungen<br />

das Leben verbessern. Ein Beispiel dafür:<br />

das Shuttle im Quartier mit altersgerechten Assistenzdienstleistungen<br />

(SHIQ). In dem bis August<br />

2023 geförderten Projekt arbeiten eine ganze Reihe<br />

von Firmen, darunter der Verband Sächsischer<br />

Wohnungsgenossenschaften (VSWG) und eine<br />

Tochter der Deutschen Bahn, die ioki GmbH. Das<br />

gemeinsame Ziel ist es, die Mobilität vor Ort zu<br />

verbessern. So soll im Quartier der Wohnungsgenossenschaft<br />

„Glück auf“ Ehrenfriedersdorf<br />

ein E-Shuttle etabliert werden, der per App<br />

oder telefonisch bestellt werden kann. „On-demand-Mobilität“<br />

wird das genannt, was soviel<br />

heißt, wie auf Bestellung. „Gerade im ländlichen<br />

Raum ist eine gut funktionierende ÖP-<br />

NV-Anbindung an die notwendige Infrastruktur<br />

sowie weiterführende Verkehrsknoten<br />

wichtig. Die Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger<br />

Mobilitätsdienste für diesen Raum<br />

kann nachhaltig eine angespannte Situation<br />

in Ballungszentren entspannen“, betont der<br />

Projektleiter Daniel Tittel von der FI Freiberg<br />

Institut GmbH. Das Angebot richtet sich vor<br />

allem an Personen ab 65 Jahren. Ihnen soll in<br />

der Region die Mobilität erleichtert werden.<br />

50<br />

Andreas Nowak<br />

<strong>CDU</strong>-Verkehrspolitiker<br />

51


PFLEGE-ENQUETE<br />

Von 2015 bis 2019 entwickelte die eigens<br />

eingesetzte Enquete-Kommission<br />

des Sächsischen Landtags einen<br />

10-Punkte-Plan für die Qualität der<br />

Pflege. Der umfasst Punkte wie die<br />

Stärkung der Angehörigenpflege<br />

und der Versorgung im häuslichen<br />

Bereich sowie die Verringerung des<br />

finanziellen Risikos. Mehr Infos hier:<br />

Im <strong>Alter</strong> müssen sich Menschen auf<br />

neue Lebenssituationen einstellen<br />

Das Putzen fällt nicht mehr so leicht, das Einkaufen<br />

wird schwieriger und die Fahrt zum Arzt erfordert<br />

einige Organisation. Dennoch: Die meisten<br />

Senioren wollen möglichst lange zu Hause wohnen<br />

und nicht in ein Pflegeheim. Dabei hilft die<br />

Seniorenhilfe der Bürgerhilfe Sachsen. Seit 2009<br />

sind die Mitarbeiter Ansprechpartner für Senioren<br />

im Großraum Altenberg, Glashütte sowie<br />

Hermsdorf-Schmiedeberg. Neben einer kostenfreien<br />

Sozialberatung vermittelt die Seniorenhilfe<br />

ehrenamtliche Hilfspersonen. Diese unterstützen<br />

und begleiten die Senioren im Alltag. Neben Fahrten<br />

zum Arzt oder zum Friseur helfen sie beim<br />

Hausputz oder reparieren Kleinigkeiten in der<br />

Wohnung. Andrea Dombois ist <strong>CDU</strong>-Wahlkreisabgeordnete<br />

aus Dippoldiswalde und Vizepräsidentin<br />

des Landtages. Sie kennt die Bürgerhilfe<br />

Sachsen sehr gut und sagt: „Das Engagement der<br />

Ehrenamtlichen hilft vielen Senioren, am Leben<br />

teilhaben zu können. Besonders im ländlichen<br />

Raum sind Menschen mehr aufeinander angewiesen.“<br />

Eine der Ehrenamtlichen bei der Seniorenhilfe ist Frau Thiele. Sie<br />

unterstützt Frau Teichmann in ihrem Alltag.<br />

UNTERSTÜTZUNG IM<br />

SENIOREN-ALLTAG<br />

Aber auch der Freistaat ist aktiv, die Pflege zu verbessern.<br />

Ende 2018 hat eine Enquete-Kommission<br />

des Sächsischen Landtags Empfehlungen erarbeitet,<br />

wie die hochwertige Versorgung älterer Menschen<br />

auf Dauer sichergestellt werden kann. Dazu<br />

gehören die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung<br />

– egal ob in der eigenen Häuslichkeit<br />

oder in einer Einrichtung –, die Unterstützung<br />

pflegender Angehöriger und die Gewinnung<br />

und Qualifizierung von ausreichend Personal.<br />

Aber auch grundsätzliche Fragen wie die Weiterentwicklung<br />

der Pflegeversicherung und deren<br />

Finanzierung werden hier thematisiert. Erste<br />

Maßnahmen hat die Staatsregierung bereits eingeleitet,<br />

etwa eine „Ausbildungsoffensive Pflege“<br />

oder die Gründung eines landesweiten Netzwerks<br />

pflegender Angehöriger. „Ich bin der Kommission<br />

für die Vielzahl der Vorschläge sehr dankbar. Aber<br />

auch auf Bundesebene werden wir darauf dringen,<br />

die Rahmenbedingungen anzupassen“, sagt<br />

<strong>CDU</strong>-Gesundheitspolitiker Alexander Dierks.<br />

Zu begleiten heißt auch mit den Senioren mal Fahrten zum Arzt,<br />

zum Einkaufen oder zur Bank zu machen.<br />

Möglichst lange zu Hause wohnen wollen viele Senioren. Ein bisschen<br />

Unterstützung ist dabei nötig.<br />

52 53


DEM PFLEGEFALL<br />

VORBEUGEN<br />

Mit gezielten Übungen arbeiten Dr.<br />

Schinköthe und ihr Team darauf hin,<br />

dass verunfallte Senioren nicht so<br />

schnell zum Pflegefall werden.<br />

Die Akutgeriatrie soll dafür sorgen, dass ältere Patienten nach dem<br />

Krankenhausaufenthalt nicht bettlägrig und so etwa zum Pflegefall werden<br />

Wenn ältere und hochbetagte Menschen stürzen und<br />

einen Knochenbruch erleiden, droht nach dem Krankenhaus<br />

häufig der Pflegfall. Das will die Akutgeriaterie, ein<br />

Unterfach der inneren Medizin und der <strong>Alter</strong>sheilkunde,<br />

verhindern. „Eine besondere Aufgabe besteht in der Frührehabilitation<br />

im Krankenhaus nach Unfällen“, sagt Dr. Claudia<br />

Schinköthe. Sie ist Chefärztin an der Klinik für Akutgeriatrie<br />

des Klinikum St. Georg in Leipzig.<br />

Ziel ihrer Arbeit: bereits frühzeitig bei Patienten ab 70 Jahren<br />

mit Sport und gezielten Übungen mögliche chronische<br />

Leiden verhindern. „Unsere Aufgabe und unser Behandlungsziel<br />

ist es, die Alltags- und Selbsthilfekompetenz unserer<br />

Patienten wieder herzustellen, damit eine Pflegeabhängigkeit<br />

vermieden und die häusliche Selbständigkeit<br />

rückerlangt werden kann. Daran ist ein ganzes Team beteiligt:<br />

speziell qualifizierte Pflegekräfte, Ärztinnen, Physiound<br />

Ergotherapeuten, Logopädinnen, Sozialarbeiterinnen<br />

und Psychologen“, sagt Schinköthe.<br />

Selbst setzt sich Dr. Schinköthe für einen engen und vertrauensvollen<br />

Kontakt mit ihren Patienten ein. „Um wirklich<br />

zu helfen, müssen wir gut zuhören und anschließend<br />

ganz individuelle Therapieziele formulieren. Die ärztliche<br />

und menschliche Aufmerksamkeit darf nicht nachlassen,<br />

wenn jemand älter, schwächer oder kränker wird“, fordert<br />

die Medizinerin. Die Klinik für Akutgeriatrie des Klinikums<br />

St. Georg in Leipzig hat 30 Betten und behandelt Patienten<br />

sowohl stationär als auch teilstationär.<br />

„Einrichtungen für die Akutgeriatrie leisten eine wichtige<br />

Arbeit, um unter Umständen den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit<br />

zu verringern oder sogar zu verhindern“, sagt<br />

der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Jörg Kiesewetter. „Bei der Frage der<br />

zukünftigen Ausgestaltung der medizinischen und pflegerischen<br />

Versorgung im Freistaat Sachsen wollen wir einen<br />

stärkeren Fokus auf die geriatrische Versorgung legen und<br />

unter anderem die Weiterentwicklung des Geriatriekonzeptes<br />

prüfen.“<br />

Jörg Kiesewetter<br />

<strong>CDU</strong>-Sozialpolitiker<br />

STÄRKERER FOKUS<br />

„Bei der Frage der Ausgestaltung<br />

der Versorgung in Sachsen wollen<br />

wir einen stärkeren Fokus auf die<br />

geriatrische Versorgung legen.“<br />

54 55


LANDÄRZTE<br />

GESUCHT<br />

Ältere Landärzte haben oftmals Probleme, Nachfolger<br />

zu finden. Doch eine Gesetzesänderung soll junge<br />

Mediziner aufs Land locken<br />

Dr. Hanzl leitet seit 1973 seine Hausarztpraxis.<br />

Er kann sich ein Leben als Rentner<br />

vorstellen – möchte aber vorher einen Nachfolger<br />

finden.<br />

Sprechzeit in der Praxis von Dr. Gottfried Hanzl: Das Wartezimmer ist wieder voll. Für<br />

Dr. Hanzl ein gewohnter Anblick. Seit 1973 hat er seine Praxis in Oderwitz im Landkreis<br />

Görlitz, in der er heute 2000 Patienten betreut. „Ich komme ursprünglich aus Zittau.<br />

Gleich in den ersten Wochen meiner Ausbildung wurde ich auf das Land geschickt.<br />

Auch damals gab es hier einen Ärztemangel“, erinnert sich der Mediziner. Der heute<br />

71-Jährige lernte schnell die Vorteile des Landarzt-Daseins kennen. „Schön ist, dass<br />

man Patienten von 0 bis 100 Jahren betreut. Das ganze Leben lang. Generationenweise“,<br />

erzählt er. Und ergänzt: „Damit kennt man dann schon die Krankheitsbilder der<br />

Großeltern und Eltern und kann bei den Enkeln besser reagieren.“ Ihm ist es ein wichtiges<br />

Anliegen, bei seinen Patienten bereits frühzeitig Gutes für die Gesundheit zu tun.<br />

„Wichtig ist, dass man sich für die Vorsorge einsetzt und auf das Gesundheitsverhalten<br />

seiner Patienten Einfluss nimmt. Das ist auch meine Aufgabe“, erklärt der Mediziner.<br />

Er engagiert sich daher auch ehrenamtlich. „Ich leite eine Herzsportgruppe, bin beim<br />

Fußball und beim Reiten aktiv“, erzählt der Mediziner.<br />

Auch wenn er seine Praxis, seine Patienten und seine Arbeit sehr schätzt, kann sich<br />

Dr. Hanzl gut vorstellen, in den Ruhestand zu gehen. Er sei dabei, über eine Nachfolge<br />

in den nächsten zwei bis drei Jahren nachzudenken. „Es ist allerdings schwer, einen<br />

Nachfolger für diese Form der Praxis zu finden. Die meisten möchten eine kleine Praxis<br />

mit bis zu 800 Patienten übernehmen. Wir betreuen hier allerdings jeden, der kommt<br />

– aktuell sind das 2000 Patienten“, sagt er.<br />

„Die Sicherung der medizinischen Versorgung ist für die Menschen eines der<br />

Topthemen“, sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Stephan Meyer. „Neben der wichtigen<br />

Landarztquote brauchen wir kurzfristig wirksame Ansätze, um Mediziner zu entlasten<br />

und die Arbeit als Landärztin und Landarzt attraktiv zu gestalten. Sie sollen<br />

sich medizinisch um die Patienten kümmern können und weniger Zeit für Aktenverwaltung<br />

aufwenden müssen“, führt er aus. „Wir müssen in der Politik dafür sor-<br />

LANDARZT-<br />

QUOTE<br />

Ende September 2021 hat der Sächsische<br />

Landtag das Gesetz zur Stärkung<br />

der ärztlichen Versorgung im<br />

Freistaat Sachsen beschlossen. Damit<br />

führt Sachsen eine Landarztquote<br />

ein. Sie ermöglicht Bewerbern die<br />

Aufnahme eines Medizinstudiums<br />

ohne die sonst geltenden Numerus-<br />

clausus-Regeln. Voraussetzung: Sie<br />

müssen sich dazu verpflichten, nach<br />

Abschluss der fachärztlichen Weiterbildung<br />

für die Dauer von zehn<br />

Jahren in einem hausärztlich unterversorgten<br />

oder von der Unterversorgung<br />

bedrohten Gebiet im Freistaat<br />

zu praktizieren. Die Einführung der<br />

Landarztquote ist Teil des 20-Punkte-Programms<br />

zur medizinischen<br />

Versorgung, die das sächsische Kabinett<br />

im Juni 2019 beschlossen hat.<br />

56<br />

57


Dr. Schneider praktiziert immer noch. Er ist 1947 geboren und damit einer<br />

von vielen Ärzten, die auch noch im Rentenalter eine eigene Praxis haben.<br />

Oliver Fritzsche<br />

<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />

DIE RICHTIGE ADRESSE<br />

„Wir stehen für gleichwertige<br />

Lebensverhältnisse in allen Regionen<br />

im Freistaat Sachsen. Dazu zählt<br />

für uns auch eine gute ärztliche<br />

Versorgung.“<br />

gen, dass Kassenärztliche Vereinigung als Selbstverwaltung<br />

gemeinsam mit Landesärztekammer und Landesdirektion<br />

Sachsen enger in der Lösungsfindung zusammenwirken. Als<br />

wichtig erachte ich dabei die schnellere und bürokratiearme<br />

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, die Übertragung<br />

von Aufgaben an nichtmedizinisches Praxispersonal und<br />

die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Modelle wie<br />

ärztliche Versorgungszentren“, so Meyer weiter. Und ergänzt:<br />

„Grundsätzlich muss auch der Bund seine Hausaufgaben machen<br />

und die Standards zur Festlegung von Arztsitzen anpassen,<br />

da bereits jetzt Unterversorgungen spürbar sind, während<br />

die Statistik anderes ausweist.“<br />

Ähnliche Erfahrungen wie Dr. Hanzl macht auch Dr. Gunter<br />

Schneider im Erzgebirge. Der Mediziner ist 1947 geboren und<br />

führt weiterhin seine Hausarztpraxis im Kurort Seiffen. Auch<br />

er spürt den Ärztemangel auf dem Land. „Es fehlen die Leute.<br />

Es fehlt der Nachwuchs“, sagt er. Dass er noch in seiner Praxis<br />

ist, ist für ihn auch Verantwortung gegenüber seinen Patienten:<br />

„Ich fühle mich so, dass ich das noch gerne machen möchte. Außerdem<br />

haben wir es früher so gelernt“, sagt der Mediziner.<br />

Dass Ärzte auch über das Rentenalter hinaus praktizieren, findet<br />

sich in Sachsen häufiger: Laut der Sächsischen Landesärztekammer<br />

gab es Ende 2020 insgesamt 26.223 Ärzte in Sachsen.<br />

Von ihnen waren fast 6.500 mindestens 66 Jahre oder älter –<br />

die größte <strong>Alter</strong>sgruppe in der Statistik. Die <strong>Alter</strong>sstruktur lässt<br />

erwarten, dass sich dieses Problem in den nächsten 15 Jahren<br />

verstärken wird. Zudem ist die Anzahl der Ärzte, die im vertragsärztlichen<br />

Bereich nur in Teilzeit arbeiten, in den letzten<br />

20 Jahren von 0,5 auf etwa 20 Prozent (Stand 2018) gestiegen.<br />

Es werden folglich mehr Ärzte erforderlich sein, um eine gleichbleibende<br />

Versorgung zu sichern.<br />

Sachsen sucht also junge Ärzte. Ein Vorbild ist hier Dr. René<br />

Pfarr. Der Allgemeinmediziner übernahm vor zehn Jahren<br />

eine Praxis in Ottendorf bei Lichtenau. „Das war eigentlich ein<br />

großer Zufall. Ich war zuvor im Krankenhaus in Mittweida beschäftigt.<br />

Dann habe ich gehört, dass für die Praxis eine Nachfolge<br />

gesucht wird und habe die Chance ergriffen“, erinnert er<br />

sich. Der 42-Jährige betreut 2000 Patienten aus Ottendorf und<br />

Umgebung. „Im Quartal mache ich 250 Hausbesuche. Normal<br />

in meinem Berufsstand sind 50 Besuche“, erzählt er. Um etwas<br />

zu entlasten, nutzt er nun auch die sozialen Medien. „Ich bin als<br />

Person auf Facebook. Hier stelle ich Öffnungszeiten und Urlaube<br />

ein. Die Patienten melden sich auch per Chat und wir können<br />

kleinere Fragen direkt so klären“, sagt der Landarzt. Sein Beruf<br />

macht ihm Spaß. Die Dankbarkeit und Wertschätzung der<br />

Patienten sind für ihn das Schönste. Um den Job als Landarzt attraktiver<br />

zu machen, wünscht er sich ein paar Veränderungen.<br />

Besonders wichtig: der Abbau von Bürokratie. „Ich wünsche mir<br />

mehr Freiheiten und Rechte als Arzt. Meine Patienten kenne ich<br />

am besten und weiß, welche Medikamente und Behandlungen<br />

ich verschreiben sollte. Wenn diese dann allerdings von der<br />

Krankenkasse abgelehnt werden, dann muss ich lange Begründungen<br />

schreiben, warum es dennoch notwendig ist. Das kostest<br />

alles Zeit“, sagt Dr. Pfarr.<br />

Die Hausärzte sichern auf dem Land die medizinische Grundversorgung.<br />

Gerade ältere Einwohner profitieren, wenn die<br />

Wege zum Arzt möglichst kurz sind. Um dem Mangel an Nachwuchs<br />

zu begegnen, gibt es in Sachsen verschiedene Projekte.<br />

Eines davon ist das Medizin-Nachwuchsprogramm "Studieren<br />

in Europa – Zukunft in Sachsen". Das Projekt läuft seit 2013 und<br />

ermöglicht zukünftigen Hausärzten, die keinen Studienplatz in<br />

Deutschland bekommen haben, in Ungarn zu studieren und<br />

anschließend in Sachsen zu praktizieren. Seit dem Studienjahr<br />

20/21 werden 40 Studienplätze an der Universität Pécs gefördert.<br />

Die Teilnehmer des Programms erhalten für die Dauer<br />

der Regelstudienzeit ein Stipendium. Im Anschluss absolvieren<br />

sie eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in<br />

Sachsen. Mit der Teilnahme an dem Programm verpflichten<br />

sich die Studierenden nach Abschluss für mindestens fünf Jahre<br />

als Hausarzt in Sachsen außerhalb der Städte Leipzig/Markkleeberg<br />

sowie Dresden/Radebeul zu praktizieren.<br />

Eine weitere Verbesserung der Förderung des Landärzte-Nachwuchses<br />

brachte der Landtag Ende September auf den Weg. Mit<br />

dem Landarztgesetz werden 6,5 Prozent der der Medizinstudienplätze<br />

für Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach<br />

Abschluss des Studiums sowie der Weiterbildung zum Facharzt<br />

für zehn Jahre in von Unterversorgung betroffenen Gebieten<br />

Sachsens tätig zu sein.<br />

Der <strong>CDU</strong>-Hochschulpolitiker Oliver Fritzsche sagt: „Wir stehen<br />

für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen im<br />

Freistaat Sachsen. Dazu zählt für uns auch eine gute ärztliche<br />

Versorgung. Mit der Landarztquote leisten wir einen Beitrag<br />

zum Erhalt einer hochwertigen medizinischen Versorgung gerade<br />

im ländlichen Raum.“ Im Rahmen dieser Quote bilden die<br />

Universitäten in Leipzig und Dresden jedes Jahr rund 570 Mediziner<br />

aus. Weitere 50 Studienplätze stehen im Modellstudiengang<br />

Medizin in Chemnitz zur Verfügung. „Wir wollen damit<br />

denen ein Medizinstudium ermöglichen, die später gern in einer<br />

ländlichen Region Sachsens als Arzt oder Ärztin praktizieren<br />

wollen“, sagt Fritzsche.<br />

UND ICH BIN DER NEUE<br />

Dr. René Pfarr hat vor zehn Jahren eine Hausarztpraxis in<br />

Lichtenauer Ortsteil Ottendorf übernommen. Studiert hat<br />

er in Leipzig. „Ich komme aus der Großstadt und hatte natürlich<br />

im Vorfeld auch ein Bild vom Land und den Menschen<br />

dort“, sagt der Mediziner. „Das Bild hat sich überhaupt<br />

nicht bestätigt. Die Menschen sind offen, interessiert<br />

und vielseitig“. Die Übernahme in Ottendorf war eher Zufall.<br />

Nach dem Studium arbeitete er zunächst in Mittweida<br />

im Krankenhaus. Als das Krankenhaus nach Kriebstein zog<br />

und der Arzt, der die Praxis betrieb, seinen Abschied ankündigte,<br />

ergriff Pfarr seine Chance. Als Erstes habe er die Praxisräume<br />

gestrichen und neue Bilder aufgehängt, erzählt<br />

er lachend – vorher sei alles so grau gewesen. Wichtig ist<br />

für ihn der persönliche Kontakt zu seinen Patienten. Dennoch<br />

setzt er auch auf Digitalisierung. „Wir brauchen auf<br />

dem Land einen besseren Internetanschluss, damit auch<br />

die Ärzte gut arbeiten können“, sagt er. Aktuell bricht die<br />

Verbindung zum Internet bei ihm immer mal wieder ab.<br />

„Ein Anschluss an Glasfaserkabel wäre schon gut.“<br />

58 59


GEKOMMEN, UM<br />

ZU SCHLICHTEN<br />

WEIL ALTERSGRENZE<br />

VERALTET IST!<br />

ICH WILL<br />

Mobbing, Ausgrenzung, Cliquenkriege – im Schulalltag<br />

kommt es immer mal wieder zum Streit zwischen den<br />

Kindern. Die Probleme können sich dabei auf die Leistungen<br />

im Unterricht und das soziale Miteinander auswirken.<br />

Zwar unternehmen Schulträger, Lehrer und Erzieher<br />

einiges dagegen, aber ganz ohne Konflikte wird Schule<br />

wohl nie laufen. Hier kommen die Seniorpartner ins Spiel:<br />

„Im Schulalltag gelingt es nicht immer, individuell auf die<br />

Konflikte der Kinder einzugehen. Hier können unsere Seniorpartner<br />

helfen, denn sie haben die fehlende Zeit für<br />

die Kinder“, erklärt Wolfgang Engel, 1. Vorsitzender des<br />

Bundesverbandes der Seniorpartner in School.<br />

Seit 2001 bildet der Verein bundesweit ehrenamtliche<br />

Mediatoren aus, die im Schulalltag Streit schlichten. In<br />

Sachsen ist der Verein an 24 Schulen aktiv, bundesweit<br />

sind es über 300. Die Seniorpartner setzen dabei auf die<br />

Lebenserfahrung von Personen ab 55 Jahren. Vor ihrem<br />

Einsatz lernen die Freiwilligen in einem mehrtägigen<br />

Kurs das wichtige Handwerkszeug der Mediation kennen.<br />

Danach arbeitet jeder Seniorpartner etwa fünf Stunden<br />

in der Woche in einer Schule – über einen Zeitraum<br />

von 40 Schulwochen. Das Ziel: Streit zwischen Kindern<br />

und Jugendlichen gewaltfrei lösen. Der <strong>CDU</strong> Rechtspolitiker<br />

Martin Modschiedler sagt: „Es ist wirklich ein<br />

toller Einsatz der Seniorenpartner. Sie zeigen unserem<br />

Nachwuchs, dass Konflikte nicht ausarten müssen, sondern<br />

mit Empathie gelöst werden können. Wir brauchen<br />

mehr solches freiwilliges Engagement.“<br />

Viel Lebenserfahrung: Zwickauer fordert ein<br />

Umdenken beim Besetzen von Ämtern<br />

Seine Leidenschaft war Eckhard Leuschner lange klar. „Ich habe<br />

mich schon immer für Recht interessiert. Besonders das Strafrecht<br />

finde ich interessant“, erklärt er. Als langjähriger Schlichter<br />

der Schiedsstelle Zwickau-Nord, Friedensrichter in Aue,<br />

ehrenamtlicher Mitarbeiter im Weißen Ring und Hilfsschöffe<br />

kennt er sich in den Gesetzbüchern aus. „Es geht darum, dass<br />

ich meine Lebenserfahrung einbringen möchte. Als Hilfsschöffe<br />

braucht man zum Beispiel keine Fortbildung. Hier ist der<br />

gesunde Menschenverstand entscheidend“, weiß Eckhard Leuschner.<br />

Er findet es spannend bei Prozessen dabei zu sein. „Eine<br />

der wichtigsten Aufgaben als Hilfsschöffe ist es, die Verhandlung<br />

aufmerksam zu verfolgen und bei der Urteilsfindung zu<br />

beraten“, erklärt Leuschner seine derzeitige Aufgabe. Der aktive<br />

Senior würde sich gerne nach den fünf Jahren zu einer weiteren<br />

Amtsperiode als Hilfsschöffe aufstellen. Das Problem: sein<br />

<strong>Alter</strong>. Eckhard Leuschner wird bald 70 und erreicht damit die<br />

beim Gericht erlaubte <strong>Alter</strong>sgrenze. „Das ist <strong>Alter</strong>sdiskriminierung",<br />

schimpft er. Zustimmung bekommt er von <strong>CDU</strong>-Rechtspolitikerin<br />

Susann Leithoff: „Die starre <strong>Alter</strong>sgrenze des 70.<br />

Lebensjahres erscheint 46 Jahre nach der Schaffung des Gerichtsverfassungsgerichts<br />

nicht mehr zeitgemäß. Gerade vor<br />

dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und eines<br />

sich hierdurch verändernden <strong>Alter</strong>sgefüges, insbesondere<br />

auch der sächsischen Bevölkerung, ist ein Umdenken erforderlich.“<br />

Erst im Oktober hat der Sächsische Landtag einen Antrag<br />

der Koalitionsfraktionen zur Anpassung der <strong>Alter</strong>sgrenze<br />

für Schöffen beschlossen.<br />

Susann Leithoff<br />

<strong>CDU</strong>-Rechtspolitikerin<br />

ALTERSDISKRIMINIERUNG<br />

Der Ausdruck <strong>Alter</strong>sdiskriminierung<br />

bezeichnet eine soziale und<br />

ökonomische Benachteiligung von<br />

Personen oder Gruppen aufgrund<br />

ihres Lebensalters. Sie kann in Form<br />

von Ausgrenzung, Benachteiligung,<br />

Geringschätzung oder Herabsetzung<br />

erfolgen und ist laut Allgemeinen<br />

SCHÖFFE BLEIBEN<br />

Gleichbehandlungsgesetz<br />

(AGG) in Deutschland verboten.<br />

Eckhard Leuschner arbeitet seit Jahren ehrenamtlich<br />

als Schöffe. Wegen der <strong>Alter</strong>sgrenze<br />

von 70 Jahren müsste er jetzt eigentlich<br />

aufhören. Die <strong>CDU</strong>-Fraktion macht sich<br />

für eine Änderung dieser Regel stark.<br />

60 61


DARF ICH VORSTELLEN,<br />

MEIN VORBILD<br />

Malte Martin (79), Lehrer mit Herz und Seele. Auch zwei Jahrzehnten nach seinem Ausscheiden<br />

aus dem aktiven Schuldienst ist er nicht nur bei den ehemaligen Gymnasiasten sehr<br />

beliebt. Auch sein Engagement als Stadtrat in Grimma seit 1994 verdient aller Achtung.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Für unseren 86-jährigen Heinz Langer ist das Ehrenamt Ehrensache. Nach seiner langen<br />

Karriere als Sportler und Schwimmmeister betreut er jetzt Schwimmkurse für Kinder und<br />

Frauen mit Krebs und macht sogar nach wie vor Schwimmaufsicht im Johannisbad. Für mich<br />

ein Vorbild. #einblick #meinVorbild<br />

Was habt ihr für Vorbilder?<br />

Eines meiner Vorbilder ist mein Schwiegervater Manfred Kuge.<br />

Einerseits ist er ein anerkannter Handwerksmeister und Stadtrat in Riesa, anderseits ist er<br />

immer für uns da.<br />

Mit seinen fast 80 Jahren kann er locker mit der Jugend mithalten – er arbeitet noch immer mit<br />

Freude als Uhrmacher, verreist gern und hat natürlich ein Smartphone.<br />

Ich bin dankbar, dass es ihn in meinem Leben gibt!<br />

#einblick #meinvorbild #meissen #riesa #familie #kuge #danielakuge #uhrmacher #uhrmachermeister<br />

#uhrmacherei #dankbar #family #best<br />

Für meinen Großvater war der Tag der Deutschen Einheit wichtiger als sein eigener Geburtstag!<br />

Daran musste ich in den letzten Tagen sehr oft denken. Kein Mensch hat mich, nach meinen<br />

Eltern, mehr geprägt. Er hat mich bestärkt auf all meinen Wegen, hat mich gefordert und<br />

gefördert, hat mir Werte wie Durchsetzungskraft, Stärke, Einfühlungsvermögen und soziales<br />

Engagement vorgelebt und wusste immer auch mein Temperament in den entscheidenden<br />

Momente zu bremsen.<br />

Als Familienoberhaupt hat er uns alle immer mit Strenge und Liebe gleichermaßen geführt. So<br />

hat er nicht nur mich geprägt, sondern alle seine Enkelkinder. Umso mehr erfüllt es mich mit<br />

Stolz, dass mein Cousin Kurt in diesen Tagen Schützenkönig geworden ist und damit Opas<br />

lang gehegten Traum erfüllen konnte! Und mit den Hosenträgern unseres Opas, als sein persönlicher<br />

Glücksbringer, konnte er ihn sogar ein Stück teilhaben lassen! Großartig Kleiner!!!<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Ingeborg Reinacher ist mein Vorbild – nicht nur weil sie mich in den Landkreis Meißen geholt hat,<br />

sondern weil sie trotz Ruhestand noch engagiert ist und sich um jegliche Belange und Sorgen<br />

kümmert. Stets informiert hat sie schon die passenden Lösungen parat.#meinvorbild #einblick<br />

Wir haben die Abgeordneten der <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages gebeten, auf ihren<br />

Facebook-Seiten ihre Vorbilder vorzustellen. Hashtag: #meinVorbild<br />

Martin Modschiedler wählte Evelyn Müller aus. „Nach der<br />

ersten freien Kommunalwahl in der DDR im Mai 1990 wurde<br />

Evelyn Müller zur Präsidentin der Dresdner Stadtverordnetenversammlung<br />

gewählt. Mit Fingerspitzengefühl, diplomatischem<br />

Geschick und Durchsetzungsvermögen hat<br />

sie in dieser bewegten und bewegenden Zeit die Politik in<br />

der Landeshauptstadt mitgestaltet“, schreibt Modschiedler<br />

über Müller. Nach dem Ende der Wahlperiode 1994 war<br />

Müller bis 1999 als Stadträtin aktiv. Heute engagiert sie sich<br />

im Förderverein des Lingnerschloss e.V. und in der Dresdener<br />

Senioren Union und als Beisitzerin im <strong>CDU</strong>-Ortsverband<br />

Blasewitz/Striesen. „Hier steht sie uns mit Rat und Tat<br />

zur Seite: herzlich, humorvoll, lebenserfahren. Vielen Dank<br />

dafür, liebe Evelyn“, so Modschiedler über sein Vorbild.<br />

62 63


Anfang September durfte ich Gudrun Andrich aus Coswig zu 65 Jahren Mitgliedschaft in der<br />

<strong>CDU</strong> gratulieren und sie ehren. Es bedurfte eines großen Mutes, in der DDR der 50er Jahre<br />

in die <strong>CDU</strong> einzutreten und sich darüber hinaus noch im kirchlichen Rahmen stark zu engagieren.<br />

Das bewundere ich an Frau Andrich, die fest im christlichen Glauben verwurzelt ist<br />

und daraus Kraft schöpfte, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen. Zum Beispiel<br />

als langjährige Stadträtin für Coswig nach der Friedlichen Revolution oder als Leiterin eines<br />

Seniorentreffs. Damit ist Gudrun Andrich ein Vorbild für mich im Hinblick darauf, wie eine gute<br />

soziale Gemeinschaft in einer Kommune gelingen kann.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild #matthiasroessler #cdu #mitglied #jubiläum #ehrung #coswig #stadtrat<br />

Vorbilder<br />

Mein Vorbild ist Uta Windisch. Nach der friedlichen Revolution wurde sie in den ersten Kreistag<br />

und zu dessen Präsidentin gewählt, obwohl sie nie ein politisches Amt angestrebt hat.<br />

20 Jahre hat sie den Wahlkreis im Sächsischen Landtag vertreten und mich an die politische<br />

Arbeit herangeführt. Auch heute ist sie nach wie vor gesellschaftlich engagiert und arbeitet<br />

ehrenamtlich im Kreistag. Ihr Rat ist bis heute wertvoll für mich.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Foto: Büro Rico Anton<br />

Rico Anton mit Uta Windisch im Jahr 2009 und heute<br />

Es gibt viele Vorbilder und viele, die mich auf meinem politischen Weg begleitet haben<br />

- die drei Senioren stehen für alle, denen ich unendlich dankbar bin, dass sie ihre Kraft für<br />

unsere Arbeit einsetzen.<br />

• Hannelore Kleindienst – hat eine offene und einnehmende Art, ist fest verwurzelt in der Region<br />

und war im Verkauf in der privaten Fleischerei ihres Mannes tätig. Mit ihrem Optimismus<br />

schafft sie es, viele für die Arbeit des Glauchauer Seniorenbeirates zu begeistern. Ihr direkter<br />

Weg zu den Menschen, ihr Engagement in der Region und der Stadt im Bereich der Seniorenarbeit<br />

schätze ich sehr – sie ist für mich ein Vorbild.<br />

• Bärbel Labrenz – ist eine Frau die fest im Leben steht und nicht müde wird, anderen immer<br />

wieder Mut zu geben, gerade in den Zeiten des Hochwassers und eigener gesundheitlicher<br />

Einschränkungen. Ihr besonderer Einsatz gilt in Remse dem Seniorenverein und dem Kleingartenverband.<br />

Dort ist sie aktives Vorstandsmitglied, Ansprechpartnerin für viele Belange der<br />

Kleingärtner und Organisationstalent. Ihre absolute Verlässlichkeit und besonderes Engagement<br />

im Ehrenamt machen sie für mich zu einem Vorbild.<br />

• Frank Zetzsche – engagiert sich für individuelle Mobilität auf Vereinsebene. Er ist immer für<br />

andere da, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, macht sich für die Radwege stark und setzt<br />

sich mit Sachverstand für die Infrastruktur ein. Er organisiert und begleitet Radtouren weit<br />

über Glauchau hinaus und ist im Seniorenbeirat der Stadt Glauchau aktiv. Er ist für mich ein<br />

Vorbild, weil er sich über persönliche Belange hinaus für die Gesellschaft einsetzt.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

26 Jahre darf ich nun schon als Stadtrat die Geschicke meiner Heimatstadt Zwickau mitgestalten<br />

und dabei hat mir auch die Lebenserfahrung Älterer sehr geholfen. Deswegen möchte ich<br />

mich bei all denen und gerade gegenwärtig bei unserem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Dr.<br />

Thomas Beierlein herzlich bedanken!!! Er leitete als Bauingenieur und Prüfstatiker über 40 Jahre<br />

sein Ingenieurbüro und nun im Ruhestand unsere <strong>CDU</strong>-Ratsfraktion. #<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Eines meiner Vorbilder ist Angelika Liu, weil sie ihre zahlreichen Ehrenämter neben Familie<br />

und Beruf seit über 30 Jahren stets mit voller Hingabe, Charme und einem lieben Lächeln<br />

ausübt und sie die nächsten Generationen an ihren zahlreichen Erfahrungen durch gewitzte<br />

Anekdoten teilhaben lässt.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Oft ist es im Leben so, dass man Förderer und Vorbilder hat, die einem die Möglichkeit geben,<br />

sich zu entwickeln, die man in schwierigen Situationen um Rat fragen kann und die über<br />

entsprechende Erfahrungen verfügen.<br />

Arndt Rauchalles ist für mich so ein Mensch. Mit 19 Jahren gab er mir die Möglichkeit, im<br />

Rathaus der Stadt Falkenstein/ Vogtland meine ersten Schritte in der #Kommunalpolitik zu<br />

machen. Ein Chef, der forderte und förderte und der Anfang der 1990er-Jahre auch Mitglied<br />

im Sächsischen #Landtag war. Wir arbeiteten 24 Jahre zusammen.<br />

Er ist aber auch jemand, der mich bei meinen weiteren beruflichen und politischen Schritten<br />

beraten und ermutigt hat. Wir stehen noch heute im regelmäßigen engen Kontakt. Danke<br />

dafür und für alle Unterstützung. #Vorbild #Förderer #<strong>Einblick</strong> <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen<br />

Landtages <strong>CDU</strong>-Vogtland<br />

Rolf Seidel steht seit vielen Jahren als Präsident an der Spitze des Anglerverbandes Leipzig<br />

und kümmert sich ehrenamtlich um die Interessen der immerhin etwa <strong>14</strong>.000 Petrijünger in der<br />

Leipziger Region.<br />

Er war auch maßgeblich an der Entstehung der „Leipziger Fischwelt“, einem Bildungs- und Informationszentrum<br />

zu den Themen „Angeln“, „Fische“ und „Gewässer“ beteiligt. Dieser außerschulische<br />

Lernort wird fast täglich von Schulklassen aus der Region besucht.<br />

Vor seinem Ruhestand hat er 20 Jahre lang die Interessen der Leipziger im Sächsischen Landtag<br />

vertreten. Dabei hatte er stets ein offenes Ohr auch für die kleinen Probleme vor Ort. Aus diesem<br />

Grund ist er eines meiner Vorbilder.<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

Gute #Politik muss #nachhaltig sein.<br />

Dabei ist es für mich, gerade in unserer schnelllebigen Zeit, von großer Bedeutung, beim<br />

Wirken für unsere Region auf die Erfahrungen von #Vorgängern zurückgreifen zu können.<br />

Die #S289 „#Westtrasse“, als eine zentrale #Lebensader unserer Region zwischen #A4 und<br />

#A72, ist dafür ein gutes Beispiel. In fünf Bauabschnitte unterteilt, und mit #Unterstützung von<br />

meinem #Kollege Georg Hamburger begonnen, steht nun, mehr als 20 Jahre nach den ersten<br />

#Vorplanungen, der letzte #Bauabschnitt im Fokus. Im Trassenbereich „#Verlegung #Römersgrün“<br />

finden seit Oktober 2021 die #Baugrunduntersuchungen statt.<br />

www.jan-loeffler.info<br />

#<strong>Einblick</strong> #meinVorbild<br />

<strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages<br />

64 65


TEIL 3<br />

HELDEN DES ALLTAGS<br />

Gesellschaft, Naturschutz und Geschichte – mit ihrem Engagement setzen sich diese<br />

Senioren für uns alle ein und leisten dabei Heldenhaftes<br />

„Mir ist das Wohlbefinden der Menschen wichtig“, sagt mus schafft sie es, viele für die Arbeit des Glauchauer Seniorenbeirates<br />

zu begeistern“, sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />

Hannelore Kleindienst. Gleich mit der Rente begann sie<br />

ihr Engagement im Seniorenbeirat der Stadt Glauchau. Ines Springer. „Ihr direkter Weg zu den Menschen, ihr Engagement<br />

in der Region und der Stadt im Bereich der Seni-<br />

Hier organsiert sie Wanderausflüge, Computerlehrgänge,<br />

Rechtsberatungen und Sportveranstaltungen. „Außerdem orenarbeit schätze ich sehr – sie ist für mich ein Vorbild.“<br />

bringen wir einen Seniorenwegweiser für Glauchau raus“,<br />

erzählt sie. Derzeit arbeitet sie daran, eine Seniorenakademie<br />

in Glauchau aufzubauen: „Die ersten Termine planen Bauingenieur und spätere Kioskbesitzer kam 2015 durch<br />

Reiner Pietzner ist im Naturschutz aktiv. Der ehemalige<br />

wir für diesen November“, verrät sie. „Mit ihrem Optimis-<br />

einen Zeitungsartikel zum Naturpark Dübener Heide. „Da<br />

REINER PIETZNER (70)<br />

Ehrenamtliche sind das Rückgrat des Naturschutzes.<br />

Das weiß auch Reiner Pietzner. Der<br />

aktive Senior setzt sich seit mehreren Jahren<br />

für die Biber und Wildkatzen im Naturpark<br />

Dübener Heide ein. „Wir brauchen immer neue<br />

Freiwillige. Dazu hat der Naturpark eine Regiocrowd-Website<br />

eingerichtet, wo Interessierte<br />

ein Naturschutzprojekt in ihrer Nähe finden“,<br />

erklärt er.<br />

habe ich von einem Wildkatzenfund in der Region gelesen.<br />

Das war etwas Besonders, da es die Tiere vorher nicht gab.<br />

Hier ist vor allem der Biber verbreitet“, erinnert er sich.<br />

Das Interesse war geweckt: Reiner Pietzner nahm Kontakt<br />

zum Naturpark auf. In der Gruppe Delitzsch-Eilenburg ist<br />

er heute mit 30 bis 40 Personen für das Monitoring der<br />

Bieber und Wildkatzen verantwortlich. Er würde sich freuen,<br />

wenn er andere Freiwillige für das Engagement gewinnen<br />

kann. „Die Natur ist jetzt mein drittes Leben“, sagt er.<br />

Zum 130. Jubiläum des Burgstädter Wettinhains durchsuchte<br />

Dr. Wolfgang Scheffel Archive, sichtete alte Unterlagen<br />

und verfasste eine Festschrift. „Mir gefällt es, Ereignisse<br />

aus der Vergangenheit zu rekonstruieren und dabei<br />

Entdeckungen zu machen“, erzählt der ehemalige Chirurg,<br />

der auch für die <strong>CDU</strong> als Stadtrat in Burgstädt aktiv ist. Und<br />

ergänzt: „Die Recherche ist immer eine Puzzlearbeit, die<br />

am Ende ein Bild ergibt.“ Und das kann sich sehen lassen:<br />

Aktuell sind Teile von Scheffels Festschrift gemeinsam mit<br />

großen Fotos in der Burgstädter Innenstadt ausgestellt.<br />

„Vom Arzt am Krankenhaus Burgstädt zum Historiker und<br />

Autor – das Engagement von Dr. Wolfgang Scheffel ist vorbildlich“,<br />

sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete und sächsische Regionalminister<br />

Thomas Schmidt.<br />

DR. WOLFGANG SCHEFFEL (67)<br />

HANNELORE KLEINDIENST (70)<br />

Wenn er nicht in Archiven forscht oder am Schreibtisch<br />

sitzt, dann geht Dr. Wolfgang Scheffel wandern.<br />

Sein Ziel: einmal das Grüne Band – die ehemalige<br />

innerdeutsche Grenze – ablaufen. „Am Anfang habe<br />

ich Tagestouren gemacht. Heute sind es Urlaube zum<br />

Wandern und Radfahren. Ich habe es bald geschafft“,<br />

erzählt er.<br />

„Ich habe schon immer gern mit Menschen zu tun gehabt“,<br />

sagt die aktive Seniorin. Im Seniorenbeirat von<br />

Glauchau ist ihr auch das Miteinander mit nachfolgenden<br />

Generationen wichtig. Hannelore Kleindienst<br />

will Brücken bauen: „Wir streben eine Zusammenarbeit<br />

mit dem Jugendbeirat an“, sagt sie. Im Austausch<br />

der Generationen sollen alle voneinander lernen.<br />

66<br />

67


„Alles, was Spaß macht, hält jung.“<br />

Curd Jürgens<br />

„Älter werden heißt auch besser werden.“<br />

Jack Nicholson<br />

„<strong>Alter</strong>nde Menschen sind wie Museen:<br />

Nicht auf die Fassade kommt es an,<br />

sondern auf die Schätze im Innern.“<br />

Jeanne Moreau<br />

„Nimm die Erfahrung und die Urteilskraft<br />

der Menschen über 50 heraus aus<br />

der Welt, und es wird nicht genug übrigbleiben,<br />

um ihren Bestand zu sichern.“<br />

Henry Ford<br />

„Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen<br />

und die Alten ehren.“<br />

Bibel, 3.Mose 19, 32<br />

„Mit den späten Jahren kommt die<br />

Erfahrung.“<br />

Ovid<br />

cdu-fraktion-sachsen.de<br />

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