Stein 12/2021
Küche & Bad - edel komponiert
Küche & Bad - edel komponiert
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STEIN<br />
MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK<br />
S <strong>12</strong> | <strong>2021</strong><br />
KÜCHE & BAD<br />
EDEL KOMPONIERT<br />
HARMONISCH<br />
Die Fuge verleiht jedem<br />
Boden den letzten<br />
Schliff. Daher muss die<br />
Ausführung perfekt und<br />
farbgenau erfolgen<br />
WERTESTABIL<br />
Vertrauen ist die neue<br />
Währung und Basis für<br />
alles. Handwerker können<br />
damit bei ihren<br />
Kunden punkten<br />
VERTRAUENSVOLL<br />
<strong>Stein</strong>metz Timothy Vincent<br />
bezieht seine Ware<br />
überwiegend von ausgesuchten<br />
Händlern<br />
aus Deutschland
EDITORIAL<br />
LIEBE LESERINNEN<br />
UND LESER,<br />
das Messejahr <strong>2021</strong> war ein Wechselbad der Gefühle.<br />
Findet die Veranstaltung live statt oder nicht? Kommt ein<br />
erneuter Lockdown? Sollte man, wie im Falle der Marmomac,<br />
die Reise nach Verona buchen? Ist die Teilnahme an einer<br />
Messe aus gesundheitlichen Aspekten überhaupt zu vertreten?<br />
Magazin S <strong>12</strong> <strong>2021</strong><br />
STEIN<br />
MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK<br />
S <strong>12</strong> | <strong>2021</strong><br />
Zwei wichtige Branchenevents, die Marmomac und die Cersaie,<br />
haben tatsächlich stattgefunden. Das ist eine gute Nachricht.<br />
Und es gibt keine Informationen, dass damit ein erhöhtes Infektionsgeschehen<br />
verbunden war. Sehr viele Menschen waren<br />
einfach nur froh, sich endlich wieder einmal von Angesicht zu<br />
Angesicht zu treffen und persönlich auszutauschen. Gewiss, die<br />
Messen waren bei Weitem nicht so gut besucht wie in den Vor-<br />
Coronajahren, aber immerhin gab es wieder Branchentreffpunkte.<br />
(Lesen Sie dazu unsere Nachberichte zur Cersaie und<br />
Marmomac ab Seite 62.) Wenn Messen ausfallen oder nur in<br />
begrenztem Rahmen stattfinden können, merkt man oft erst,<br />
was sie bedeuten. Gerade das Handwerk lebt vom direkten und<br />
unmittelbaren Austausch der Erfahrungen, von Informationen<br />
über neue Materialien und Verarbeitungstrends. Messen sind<br />
dafür ein Ort der Inspiration, der Begegnung und Vernetzung –<br />
kurzum der Zukunftsfähigkeit der Akteure.<br />
Titelbild: Bernd Rodrian / Studio Architects<br />
Küchen- und Bäderbau I Imprägnierung I Luftreinhaltung<br />
stein-magazin.de<br />
S<strong>12</strong><br />
KÜCHE & BAD<br />
EDEL KOMPONIERT<br />
HARMONISCH<br />
Die Fuge verleiht jedem<br />
Boden den letzten<br />
Schliff. Daher muss die<br />
Ausführung perfekt und<br />
farbgenau erfolgen<br />
WERTESTABIL<br />
Vertrauen ist die neue<br />
Währung und Basis für<br />
alles. Handwerker können<br />
damit bei ihren<br />
Kunden punkten<br />
VERTRAUENSVOLL<br />
<strong>Stein</strong>metz Timothy Vincent<br />
bezieht seine Ware<br />
überwiegend von ausgesuchten<br />
Händlern<br />
aus Deutschland<br />
Im Masterbad und im Gästebad spielt „Belvedere“<br />
seine Stärken aus: Der feinkörnige<br />
Quarzit mit weißen und goldenen Adern ist<br />
säure- und fettbeständig. Er kommt sowohl als<br />
partielle Wandverkleidung als auch für die<br />
Waschbecken zum Einsatz. KMD Natursteine<br />
fertigte insgesamt ein Masterbad, ein<br />
Gästebad sowie einen WC-Raum. Dort wurde<br />
je mit großformatigen, 20 Millimeter dicken,<br />
polierten Wand- und Bodenplatten gearbeitet.<br />
Die Geometrien wurden den Raumhöhen angepasst<br />
und mittels eines speziellen, von KMD<br />
entwickelten CAD-Programms verschnittoptimiert<br />
produziert. Maserungsverlauf, Struktur,<br />
Textur und die Farbigkeit des verwendeten<br />
Gesteins wurden ebenfalls per CAD vor dem<br />
Zuschnitt fotorealistisch präsentiert und so<br />
den Gestaltungsvorgaben angepasst.<br />
Apropos Inspiration: Daran fehlt es STEIN auch in der letzten<br />
Ausgabe dieses so besonderen Jahres <strong>2021</strong> nicht. Unsere Autorin<br />
Anne Fischer stellt Ihnen eine außergewöhnliche Wohnung<br />
in Berlin vor. Dabei hat sie sich genauer mit den verbauten<br />
Natursteinen beschäftigt und mit der Innenarchitektin<br />
darüber gesprochen, wie sie die Ansprüche ihrer Bauherren<br />
in edle Designs verwandelt. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 6.<br />
Gleichzeitig gibt es aber auch <strong>Stein</strong>metze, die durch ständige<br />
Weiterentwicklung Bäder und Küchen schaffen, die edel und<br />
durchdacht wirken. Ab Seite 14 porträtiert Alexandra Nyseth<br />
einen <strong>Stein</strong>metz aus Österreich, der mithilfe modernster Wasserstrahltechnik<br />
ein zeitgemäßes Bad gefertigt hat, das durch<br />
eine überaus gelungene Kombination aus Mosaik und großformatigen<br />
Fliesen überzeugt.<br />
Welche Möglichkeiten es inzwischen gibt, die Luft in der <strong>Stein</strong>metzwerkstatt<br />
sauber zu halten, erklärt unser Autor Michael<br />
Spohr ab Seite 32. Er hat eine Reihe von Unternehmen ausgemacht,<br />
die mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, und sie<br />
zu ihren Erfahrungen befragt.<br />
Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen<br />
Ihre <strong>Stein</strong>redaktion<br />
Redaktion@stein-magazin.de<br />
S<strong>12</strong>| <strong>2021</strong> 3
»RITUALE<br />
am GRAB«<br />
54<br />
Exotische <strong>Stein</strong>e aus<br />
Übersee sollen nur<br />
noch zum Einsatz<br />
kommen, wenn zum<br />
Beispiel die Arbeitsbedingungen<br />
über die<br />
gesamte Lieferkette<br />
nachvollziehbar sind.<br />
KUNDEN GEWINNEN<br />
46 Kundenvertrauen gewinnen<br />
Wie das Handwerk die Pandemie, die Klima- und<br />
Lieferkrise für sich nutzen kann.<br />
CHANCEN NUTZEN<br />
54 Das Gesetz ist nur ein erster Schritt<br />
Wie der <strong>Stein</strong>metz Timothy Vincent und ein Mitglied<br />
von XertifiX das neue Lieferkettengesetz einschätzen.<br />
Erinnerungsorte gestalten<br />
Der Trauer Raum, Zeit und Ort geben<br />
Das Bedürfnis, an der Grabstätte fürsorglich<br />
aktiv zu werden, scheint dem Menschen<br />
innezuwohnen. Rituale und Symbole geben<br />
Menschen Halt. Vor allem dann, wenn nur<br />
noch die Erinnerung lebt. Das Grab ist der Ort<br />
der Erinnerung. Ein Ort, an dem Trauer erlebt<br />
und verarbeitet werden kann.<br />
Mit unserem umfassenden<br />
Sortiment gestalten Sie für die<br />
Hinterbliebenen individuelle<br />
»ERINNERUNGSORTE,<br />
DIE GUT TUN«<br />
PANORAMA<br />
62 Nachbericht Cersaie<br />
66 Termine, Produkte und mehr<br />
RUBRIKEN<br />
67 Vorschau<br />
68 Impressum<br />
74 STEINLUPE: Carola Sonntag, Inhaberin der<br />
<strong>Stein</strong>metz- und Bildhauerei „Erinnerungen in <strong>Stein</strong>“<br />
in Pfullendorf<br />
shop.strassacker.com<br />
S<strong>12</strong>| <strong>2021</strong> 5
SCHÖNE WELT DER STEINE<br />
Das Design der Küche soll an den Loungebereich einer Bar erinnern. Die Küchenarbeitsplatte ist<br />
aus dem braun-weiß gebänderten, schwarze Quarzit „Belvedere“ gearbeitet und hat einen durchgehenden<br />
Maserungsverlauf<br />
6 S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong>
SCHÖNE WELT DER STEINE<br />
MUT ZU SUBTILER<br />
DRAMATIK<br />
Innendesign mit Naturstein Bei der Neugestaltung eines<br />
Luxus-Appartements in Berlin bilden auf Wunsch des Bauherren<br />
zwei komplementäre Natursteine die durchgehenden Elemente:<br />
der opulente Quarzit „Belvedere“ für Wandverkleidungen und<br />
Waschbecken und der regelmäßige Kalkstein „White Wood Vein“<br />
als Bodenbelag. Ein spezieller Verband in drei Größen bringt dabei<br />
gehobene Ästhetik mit den lediglich elf Millimetern Stärke des<br />
Natursteins in Einklang.<br />
Von Anne Fischer<br />
Fotos: Bernd Rodrian / Studio Architects<br />
S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong> 7
SCHÖNE WELT DER STEINE<br />
8 S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong>
SCHÖNE WELT DER STEINE<br />
Der Kalkstein White Wood Vein bildet den Bodenbelag mit individuellem Verlegemuster: Die<br />
Formate 60x30 und 60x10 werden dabei immer wieder gedreht, dupliziert und gespiegelt<br />
Als roten Faden im Design der Wohnung setzte die Innenarchitektin auf einen theatralischen<br />
Quarzit, einen ruhigen Kalkstein und minimalistische Formsprache bei der Ausstattung<br />
Fotos: Bernd Rodrian / Studio Architects<br />
E<br />
ine gebührende Prise Dramatik oder<br />
„opulenter Minimalismus“, wie Interieur-<br />
Designerin Claudia Blum es nennt, prägen<br />
das 180 Quadratmeter große Appartement in<br />
Berlin-Mitte, das sie für einen privaten Bauherren<br />
komplett umgestaltet hat. Zuerst geht es dem verschachtelten<br />
Grundriss an den Kragen: Blum lässt<br />
etliche Wände entfernen, um große, klare Räume zu<br />
schaffen. Bei den innen liegenden Bädern, vorher<br />
vom Typ Dunkelkammer, ersetzt sie je eine Wand<br />
durch großzügige Glasanlagen, sodass Tageslicht<br />
hereinfällt. Dem Bauherren missfällt das bisherige,<br />
beigefarbene Feinsteinzeug in den Bädern genauso<br />
wie der Bodenbelag im Appartement, ein Standardparkett,<br />
verlegt in schmalen Streifen.<br />
Blum geht mit ihm nach ersten Gesprächen in Berlin<br />
auf Inspirationstour, „ich will Räume so gestalten, dass<br />
sie dem Genius loci entsprechen“: Sie besichtigen<br />
unter anderem die lichte Neue Nationalgalerie, Mies<br />
van der Rohes Meisterwerk und letztes eigenständiges<br />
Projekt, und das Luxushotel Stue im Botschaftsviertel.<br />
Der imposante Eingangsbereich des Ende der 1930er-<br />
Jahre von KaDeWe-Architekt Johann Emil Schaudt erbauten<br />
Gebäudes ist, typisch für Berlin, mit Travertin<br />
verkleidet. „Dem Bauherren gefielen der Farbton und<br />
die Wirkung als Bodenbelag, nicht aber die natürlichen<br />
Löcher des Materials“, so Blum.<br />
Für ihre Entwürfe setzt sie stets auf Moodboards<br />
und Material-Collagen, die auch ausloten, wie weit<br />
ein Bauherr gehen will, welche Seiten seines eigenen<br />
Geschmacks er vielleicht selbst noch nicht kennt,<br />
welche Materialien am besten zum Projekt passen<br />
und miteinander harmonieren. Statt Travertin wurde<br />
es in diesem Fall der „White Wood Vein“, ein Kalkstein<br />
aus der Calcit-Familie, der aus dem Süden Chinas<br />
stammt, als Bodenbelag und der braun-weiß<br />
gebänderte, schwarze „Belvedere“, ein Quarzit aus<br />
Angola, für Wandverkleidungen, Küchenarbeitsplatten<br />
und Waschbecken. Dazu minimalistische Formsprache<br />
und elegant-hochwertige, aber zurückhaltende<br />
Ausstattung. „Die Gestaltungstendenz bei der<br />
Verwendung von Naturstein geht stark zu einer Prise<br />
Dramatik, es darf theatralischer und heterogener<br />
sein als noch vor ein paar Jahren, etwa mit auffälli-<br />
gen Adern und Maserungen. Dazu kommt, wie auch<br />
bei diesem Projekt, meine Vorliebe für starke Kontraste“,<br />
so Blum. Statt zwei Material-Schwergewichte<br />
miteinander konkurrieren zu lassen, setzt die Designerin<br />
auf den Kalkstein als ruhige, aber edle<br />
„Grundmusik“ und den Quarzit als „Paukenschläge“.<br />
DER BODEN<br />
White Wood Vein ist ein Kalkstein mit vielen feinen,<br />
parallelen und regelmäßigen Adern. Er ist in nahezu<br />
allen Bereichen einsetzbar und vor allem in den USA<br />
sehr beliebt. Der Bauherr des Berliner Appartements<br />
zieht erst einen neuen Parkettboden in einem<br />
ungewöhnlichen Format in Betracht, entscheidet<br />
sich wegen der Langlebigkeit und Hygiene dann<br />
aber für Naturstein. Blum sieht hier Beratungsbedarf<br />
bei Planern: Der Bauherr habe Naturstein als<br />
S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong> 9
STEINE BEARBEITEN<br />
MODERNE<br />
EPOXIDHARZFUGEN<br />
– AUCH FÜR<br />
NATURWERKSTEIN?<br />
24 S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong>
STEINE BEARBEITEN<br />
Nur wenn die Fugenfarbe passt, sieht eine geflieste Fläche harmonisch aus. Im Laufe der<br />
Jahre kann es allerdings zu Veränderungen kommen<br />
Foto: Mapei<br />
Neuerungen bei Fugenoberflächen Für den Planer und den<br />
Bauherrn genießt neben der Auswahl des Naturwerksteins die Wahl<br />
der Fugenfarbe die höchste Priorität. Dementsprechend hoch sind<br />
auch die Erwartungen und Ansprüche an die Fuge. Der ausgewählte<br />
Farbton muss nach der Ausführung genau passen. Die Fuge sollte<br />
eine geschlossene, farbgleiche und kratz- bzw. abriebfeste Oberfläche<br />
haben. Die Reinigung mit üblichen Reinigungsmitteln und Reinigungsverfahren<br />
darf kein Problem sein. Die Fuge muss auch über<br />
lange Jahre der Nutzung so bleiben wie am ersten Tag.<br />
Von Detlev Krüger<br />
S<strong>12</strong>| <strong>2021</strong> 25
STEINE BEARBEITEN<br />
Beim Nacharbeiten eines Arbeitsplattenausschnitts<br />
mit dem Winkelschleifer führt<br />
Martin Graefen die Absaugleistung der<br />
Maschine vor: Der Staub wird effizient in die<br />
Wasserwand gesogen und dort gebunden<br />
32 S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong>
STEINE BEARBEITEN<br />
GESUNDE<br />
LUFT ZUM<br />
ATMEN<br />
(Druck-)Luft und Luftreinhaltung in der<br />
<strong>Stein</strong>metzwerkstatt So wie die Luft zum<br />
Atmen, so gehört zum <strong>Stein</strong>metz die Luft in<br />
komprimierter Form für die tägliche Arbeit in<br />
seinem Betrieb. Und da diese in der <strong>Stein</strong>metzwerkstatt<br />
die unangenehme Angewohnheit<br />
hat, allerlei Stäube aufzunehmen und überallhin<br />
zu verteilen, braucht er effiziente Entstaubungsanlagen.<br />
Wir informieren über moderne<br />
Anlagen zur Luftreinigung, die den <strong>Stein</strong>metz<br />
an die frische Luft setzen.<br />
Von Michael Spohr<br />
Foto: Michael Spohr<br />
Da <strong>Stein</strong>metze anerkanntermaßen<br />
zu den Handwerkern gehören,<br />
die gehörig Staub aufwirbeln,<br />
kommt inzwischen keine <strong>Stein</strong>metzwerkstatt<br />
mehr ohne effektive<br />
Staubabsauganlage aus. Seit sich herumgesprochen<br />
hat, dass die Stäube<br />
– insbesondere die ganz feinen unsichtbaren<br />
– enorme Gesundheitsschäden<br />
verursachen können, achten<br />
die meisten Betriebe und Mitarbeiter<br />
darauf, sich so gut wie möglich aus<br />
dem Staub zu machen bzw. zu halten.<br />
Die Hersteller bieten hierfür verschiedenste<br />
Luftaufbereitungssysteme<br />
an – vom Absaugtisch über nasse und<br />
trockene Absaugwände bis zu Staubabsaugkabinen.<br />
Hinzu kommen verschiedene<br />
mobile Geräte mit und ohne Absaugarme.<br />
•<br />
STEIN stellt folgende<br />
Firmen vor:<br />
1. ECS Eich Maschinenbau GmbH,<br />
Sinn<br />
www.ecs-eich.com<br />
2. MCR Marmor-Center GmbH,<br />
Römhild<br />
www.mcr-stein.de<br />
3. Marmor Graefen,<br />
Duisburg<br />
www.marmor-graefen.de<br />
4. Industriebedarf Gördes,<br />
Dorsten<br />
www.industriebedarfgoerdes.de<br />
5. Renner GmbH Kompressoren<br />
www.renner-kompressoren.de<br />
6. J. König GmbH & Co.,<br />
Karlsruhe<br />
www.j-koenig.de<br />
7. SteMaTec GmbH,<br />
Krumbach<br />
www.stematec-gmbh.de<br />
S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong> 33
STEINE BEARBEITEN<br />
NATURSTEIN<br />
IN BAD<br />
UND KÜCHE<br />
Pflege und Schutz Trotz großer Konkurrenz durch<br />
Keramik- und Compositmaterialien bleibt der Naturstein<br />
beliebt. Nicht nur seine Optik, Textur und Haptik machen<br />
ihn einzigartig. Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit<br />
hat er die Nase vorn.<br />
Von Karl-Martin Essig<br />
Natursteine unterliegen in Bad<br />
und Küche hohen Belastungen<br />
durch Aggressoren und Fleckbildner.<br />
Alle Natursteine sind, unabhängig<br />
von ihrer Entstehung, Kapillar saugfähig.<br />
Entscheidend für die Fleckempfindlichkeit<br />
ist jedoch meist die Wasseraufnahmefähigkeit.<br />
Während ein Nero Assoluto Zimbabwe<br />
eine Wasseraufnahme von 0,11 Gewichtsprozent<br />
hat und daher relativ<br />
fleckunempfindlich ist, besitzt Moca<br />
Creme eine Wasseraufnahme von 2,34<br />
Gew.-% und ist daher deutlich fleckempfindlicher.<br />
Weiterhin muss die Säureempfindlichkeit<br />
der Natursteine berücksichtigt<br />
Fettige Verschmutzungen einer<br />
Küchenarbeitsplatte<br />
werden. Während die Hartgesteine in<br />
den meisten Fällen im Rahmen der Anwendung<br />
säurebeständig sind, gibt es<br />
Ausnahmen, wenn diese aufgrund ihres<br />
Mineralgefüges negativ auf Säuren reagieren.<br />
Ein G684 z.B. weist einen hohen<br />
Anteil an Olivin auf und ist daher sehr<br />
säureempfindlich. Weichgesteine wie<br />
Kalksteine oder Marmore, die meist aus<br />
Calcit und/oder Dolomit bestehen,<br />
sind ohnehin deutlich säureempfindlicher.<br />
Darum ist es sinnvoll, den Kunden auf<br />
die Möglichkeiten des Schutzes der Natursteine<br />
gegenüber Fleckbildnern und<br />
Säuren hinzuweisen.<br />
IMPRÄGNIERUNGEN UND<br />
VERSIEGELUNGEN<br />
Aufgrund der kapillaren Saugfähigkeit<br />
der Natursteine und der daraus resul-<br />
Fotos: Lithofin<br />
42 S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong>
STEINE BEARBEITEN<br />
Der Wunsch jedes Küchenbesitzers:<br />
Arbeitsplatte aus Naturstein, die auch<br />
nach jahrelangem Gebrauch noch frei von<br />
Schmutz und Flecken ist<br />
Fotos: Lithofin<br />
tierenden Fleckempfindlichkeit ist eine<br />
Schutzbehandlung anzuraten. Dabei<br />
unterscheiden wir zwei verschiedene<br />
Möglichkeiten.<br />
1. Versiegelungen<br />
Versiegelungen bilden eine permanente<br />
Schicht auf der Oberfläche.<br />
Diese unterliegt dem mechanischen<br />
Abrieb und muss daher in regelmäßigen<br />
Abständen überarbeitet werden. Dabei<br />
entsteht bei den meisten Produkten ein<br />
leichter bis hoher Glanz, verbunden mit<br />
einer Farbkräftigung des Belages. Lithofin<br />
Multi-Seal ist eine wassergelöste<br />
Versiegelung auf der Basis hochwertiger<br />
Acrylate und Wachse. Es eignet<br />
sich für poröse und saugfähige Natursteine,<br />
Keramik, Ziegel und Klinkerplatten.<br />
Bei Versiegelungen muss jedoch<br />
grundsätzlich beachtet werden, dass<br />
diese die Rutschfestigkeit des Belages<br />
verändern.<br />
Versiegelung auf der Oberfläche<br />
Info:<br />
Im öffentlichen Bereich dürfen<br />
keine Produkte eingesetzt werden,<br />
die die Rutschfestigkeit negativ<br />
verändern. Darum dürfen hier nur<br />
Imprägnierungen verwendet werden.<br />
Diese verändern die Rutschfestigkeit<br />
nicht.<br />
2. Imprägnierungen<br />
Imprägnierungen dringen tief in das Kapillarsystem<br />
des Natursteines ein und<br />
bilden eine hauchdünne Schicht an den<br />
Kapillarwänden. Dadurch wird je nach<br />
Art der Imprägnierung der <strong>Stein</strong> entweder<br />
hydrophob oder/und oleophob<br />
ausgerüstet. Lithofin MN Fleckstop eig-<br />
S<strong>12</strong>| <strong>2021</strong> 43
KUNDEN GEWINNEN<br />
Weitläufig, modern und aus einer Hand: Exklusive Bäder wie dieses entwirft und setzt die <strong>Stein</strong>manufaktur Vetter federführend um. Die<br />
Zusammenarbeit mit der anspruchsvollen Baden-Badener Klientel beruht auf dem hohen Leistungs- und Qualitätsanspruch des Unternehmens.<br />
Ins Jahr 2022 blickt man in Rheinmünster zuversichtlich (mehr zur <strong>Stein</strong>manufaktur Vetter ab Seite 52)<br />
KUNDENVERTRAUEN<br />
GEWINNEN<br />
Marketing 2022 Pandemie, Liefer-, Klimakrise: Das Jahr <strong>2021</strong> hat das<br />
Vertrauen der Menschen an vielen Stellen erschüttert. Nicht nur junge<br />
Kunden erwarten Haltung und Antworten. Für das Handwerk ist dies eine<br />
Chance. Denn es kann sich auf seine Stärken besinnen. Von Annette Mühlberger<br />
Im neuen Jahr jährt sich der Ausbruch<br />
der Corona-Pandemie zum zweiten Mal.<br />
Marktforscher sehen in der Pandemie<br />
einen Wendepunkt in der Kommunikation<br />
gegenüber Kunden: „Bis vor Kurzem noch<br />
waren Überraschungen willkommen – die<br />
Werbewelt setzte alles daran, durch Irritation<br />
aufzufallen. Nun, da die Welt selbst zur<br />
Überraschungsbox geworden ist, sehnen<br />
wir uns nach Sicherheit, Stabilität, Planbarkeit“,<br />
beschreibt Zukunftsforscher<br />
Harry Gatterer die Sehnsucht nach Zuverlässigkeit,<br />
die das plakative Werber-Prinzip<br />
AIDA (Attention, Interesst, Desire, Action)<br />
infrage stellt. „Viel hilft viel, und das am<br />
besten laut“ hat also ausgedient. Gefragt<br />
sind Vertrauen, Klarheit, Zuversicht. Harry<br />
Gatterer beschreibt es so: „Die Quelle der<br />
Zukunft wandert in das Innen“ und lobt für<br />
den Report des Zukunftsinstituts für 2022<br />
folgende Mega-Trends aus:<br />
GLOKALISIERUNG:<br />
DIE HEIMAT VOR ORT<br />
Seitdem die globale Taktung der Lieferketten<br />
durcheinandergeraten ist, weil 2020<br />
erst alles stillstand und dann die Nachfrage<br />
wieder anzog, weil in China immer wieder<br />
Häfen und Fabriken schließen, Container<br />
auf falschen Kontinenten stehen, in<br />
den USA Winterstürme tobten, in Asien<br />
Produktionsstätten brennen, spüren die<br />
Kunden, wie groß und fragil unsere weltweiten<br />
Abhängigkeiten doch sind. Globale<br />
Player überlegen, wie sie ihre Wertschöpfungsketten<br />
zurückholen, was sie relokalisieren,<br />
welche Fertigungsschritte sie rückintegrieren<br />
können. Ähnlich ergeht es Privatkunden.<br />
Weltbürger kaufen wieder<br />
lokal. Modernität und Heimat stehen nicht<br />
mehr im Widerspruch. Auch der Gesetzgeber<br />
stellt mit seinem neuen Gebot der<br />
Sorgfaltspflicht in den Lieferketten die globalen<br />
Warenströme auf den Prüfstand und<br />
verlangt Klarheit, wo Materialien zu welchen<br />
Bedingungen eingekauft werden.<br />
INDIVIDUALISIERUNG UND<br />
ZUSAMMENHALT<br />
Obwohl die Individualisierung in der Gesellschaft<br />
weiter voranschreitet, hat die<br />
Pandemie eine starke Sehnsucht nach<br />
Gemeinschaft und Solidarität geweckt.<br />
Beispiele sind Nachbarschaftsinitiativen.<br />
Ehrenamtliches Engagement gewinnt wieder<br />
an Bedeutung. Im wirtschaftlichen<br />
Umfeld zeigt sich das in der Sharing-Economy<br />
oder durch Unternehmen, die sich<br />
dem Social Entrepreneurship verschrieben.<br />
Beides, sich individuell entfalten und<br />
in Beziehung stehen, zu ermöglichen, kann<br />
ein Beitrag sein, den Unternehmen mit<br />
ihren Produkten und Services für ihre Kunden<br />
leisten können. Über die Möglichkeiten<br />
des Mitwirkens oder durch Gemeinschaften,<br />
denen sie eine Plattform bieten.<br />
STADT UND LAND NÄHERN<br />
SICH AN<br />
Städte werden dörflich, Dörfer urban.<br />
Kleinstädte und ländliche Regionen<br />
haben mit Corona an Attraktivität gewonnen.<br />
Die Lebenssituationen überlappen.<br />
Der Kiez wird (auch durch die<br />
Verbannung des Autos aus der City)<br />
ländlicher, das Land diverser. Entsprechend<br />
durchmischen sich die Kundengruppen<br />
und ihre Bedürfnisse.<br />
46 S<strong>12</strong>| <strong>2021</strong>
KUNDEN GEWINNEN<br />
Foto: <strong>Stein</strong>manufaktur Vetter<br />
MENSCHLICHKEIT IM DIGITALEN<br />
Die Pandemie hat unser Verhältnis zum<br />
Digitalen verändert. Digitale Technik<br />
sollte den menschlichen Bedürfnissen<br />
dienen und nicht umgekehrt, auch das<br />
– nach den ersten Begeisterungswellen<br />
für Zoom & Co – ist eine Erkenntnis aus<br />
2020/<strong>2021</strong>. Im Verkauf bedeutet die:<br />
Dort, wo der eigene Wert zeitgemäß im<br />
Digitalen vermittelt werden kann, sollte<br />
das Handwerk dies konsequent tun. Anderes<br />
aber persönlich erzählen und die<br />
reale Interaktion mit Kunden weiterhin<br />
sehr bewusst suchen.<br />
NEUE ARBEITSFORMEN<br />
Eine der größten Veränderungen, die die<br />
Krise ausgelöst hat, betrifft unser Verhältnis<br />
zur Arbeit. Auch wenn Homeoffice im<br />
Handwerk eine untergeordnete Rolle<br />
spielt, wird der Diskurs um moderne, flexiblere<br />
Formen der Zusammenarbeit die<br />
Arbeitswelt im Handwerk verändern. Im<br />
Mittelpunkt steht die Frage: Passt die Organisationsform<br />
des Arbeitsalltags tat-<br />
Eng mit dem Thema Nachhaltigkeit ist die<br />
Vertrauensdebatte verbunden. Markenspezialist<br />
Arnd Zschiesche sagt: „Vertrauensaufbau<br />
ist die mit Abstand effizisächlich<br />
noch zu den Anforderungen und<br />
zu den (jungen) Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen?<br />
Müssen teuer bezahlte Fachkräfte<br />
tatsächlich jeder fehlenden Silikontube<br />
persönlich hinterherrennen, Stundenzettel<br />
und Baustellenprotokolle per<br />
Hand ausfüllen, Projektunterlagen in Ordnern<br />
umherschleppen oder lässt sich dies<br />
smarter organisieren? Funktioniert die<br />
Zusammenarbeit im Betrieb auch agil,<br />
ohne Hierarchie? Welche Rolle übernehmen<br />
dann Chefinnen und Chefs? Unternehmen<br />
sollten sich fragen: Wie organisieren<br />
Sie Ihre interne Abstimmung und jene<br />
nach außen? Wie organisieren Sie knappe<br />
Kapazitäten so, dass sich Ihr Team auf die<br />
wertstiftenden, interessanten Aufgaben<br />
konzentrieren kann? Welche Transparenz<br />
und Einbindung ermöglichen Sie Kunden?<br />
ZUKUNFTSTHEMA<br />
NACHHALTIGKEIT<br />
Eine Zeit lang sah es so aus, als hätte die<br />
Pandemie den Diskurs um den Klimawandel<br />
verdrängt. Weit gefehlt. Das Thema<br />
Nachhaltigkeit ist zurecht mit Wucht zu-<br />
rück und gilt als das Zukunftsthema<br />
schlechthin. Wie gut ist Ihr Unternehmen<br />
auf diese Herausforderung eingestellt?<br />
Kennen Sie Ihren ökologischen Fußabdruck?<br />
Wie nachhaltig sind die Materialien,<br />
die Sie einsetzen? Passt Ihre Lieferkette<br />
zu Ihren Unternehmenswerten? 52<br />
Prozent der Befragten einer repräsentativen<br />
Onlineumfrage von YouGov und Jungheinrich<br />
gaben <strong>2021</strong> an, dass sie sich<br />
mehr Nachhaltigkeit von Handwerksbetrieben<br />
etwa bei Rohstoffen und Lieferwegen<br />
wünschen. Dazu passt, dass Kunden<br />
in der Pandemie deutlich mehr Bioprodukte<br />
und Elektrofahrzeuge kauften als je zuvor.<br />
Spiegeln sich Ihre Werte, Ihre Haltung<br />
zum Thema Nachhaltigkeit in Ihrem Leistungsspektrum<br />
überhaupt wider? Wissen<br />
Ihre Kunden, welchen Beitrag Sie leisten?<br />
VERTRAUEN ALS BASIS UND<br />
WÄHRUNG FÜR ALLES<br />
S<strong>12</strong> | <strong>2021</strong> 47