flip-Joker_2021-11

ArtMediaVerlag2013

November 2021

32. Jahrgang

SP URE N peac.digital

SP URE NSUC HE

19.09.21–

20.02.22

„Eine Reise in die Normalität“

Im Gespräch: Andrea Zietzschmann, Intendantin der Berliner Philharmoniker

THEATER_____________________ 6

Theater Freiburg startet mit Reza-Monolog

KUNST _______________________9

Goya-Ausstellung in der Fondation Beyeler

VISION_____________________ 19

Kein Verkauf der Karlskaserne!

KULTOUR___________________ 20

Auf der Filmkunstmesse in Leipzig

LITERATUR___________________ 21

Dieter Kosslick legt seine Memoiren vor

WEIHNACHTLICH____________ 23

Der etwas andere Weihnachtsmarkt

MIXTAPE____________________ 26

Was Freiburgs Hip-Hop-Szene zu bieten hat

NACHHALTIG________________ 31

„Grün“ investieren

MUSIK______________________ 39

Zehn Jahre Klangwerk LIED

VERANSTALTUNGEN_________ 41

Rock‘n‘Roll lebt!

Zwei extrem herausfordernde

Spielzeiten liegen

hinter Andrea Zietzschmann.

Jetzt sieht die Intendantin

der Berliner Philharmoniker,

die in Freiburg, Wien

und Hamburg Musikwissenschaft,

Kunstgeschichte und

Betriebswirtschaft studiert

hat, das Spitzenorchester auf

dem Weg zurück in die Normalität.

Im November kommen

die Berliner Philharmoniker

zu einer Residenz ins

Festspielhaus Baden-Baden

und holen einen Teil der ausgefallenen

Osterfestspiele

nach. Georg Rudiger hat die

erfahrene, 51-jährige Musikmanagerin

aus Sankt Georgen

beim Gastspiel in Luzern

getroffen. Ein Gespräch über

Lobbyarbeit, Heimatverbundenheit

und über die Zusammenarbeit

mit Chefdirigent

Kirill Petrenko.

nikation mit dem Publikum,

weil im Kulturbereich und im

Sport im Augenblick rund 20

Prozent der Zuschauer wegbleiben.

Bei uns läuft es zwar

besser, aber auch wir müssen

werben und die Menschen aktiv

aus den Gewohnheiten der

Pandemiezeit herausholen.

Kultur Joker: Seit 2017 sind

Sie Intendantin der Berliner

Philharmoniker und haben

zwei normale Spielzeiten geplant

und durchgeführt. Im März

2020 hat die Corona-Pandemie

dann das Musikleben komplett

stillgelegt. Waren die letzten

eineinhalb Jahre bisher Ihre

größte Herausforderung?

Zietzschmann: In meinem beruflichen

Leben auf jeden Fall.

Mit einer Situation zurechtzukommen,

die man nicht kennt

und kaum einzuschätzen ver-

Andrea Zietzschmann

© Stefan Hoederath

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Kultur Joker: In diesem Jahr

mussten alle Reisen der Berliner

Philharmoniker wegen der

Corona-Pandemie abgesagt

werden. Jetzt ist das Orchester

erstmals wieder auf Tournee

mit Stationen in Salzburg, Luzern

und Paris. Wie fühlt sich

das an?

Andrea Zietzschmann: Wir

sind alle sehr froh, dass diese

Reise stattfinden kann, wenn

auch mit Auflagen, Teststrategien

und viel mehr organisatorischer

Arbeit. Aber die

Investition lohnt sich. Auch

die große Resonanz beim Publikum

tut uns gut.

Kultur Joker: Wie geht es den

Berliner Philharmonikern nach

eineinhalb Jahren Pandemie?

Zietzschmann: Wir konnten

im Gegensatz zu anderen Orchestern

die letzte Spielzeit

voll durcharbeiten und haben

während des Lockdowns unsere

Konzerte online in der Digital

Concert Hall übertragen.

Das Orchester hat sich also

künstlerisch fit gehalten. Gerade

die stete Zusammenarbeit

mit unserem Chefdirigenten

Kirill Petrenko war für die Orchestermitglieder

sehr wichtig.

Nichts lenkte ab von der intensiven

Probenarbeit, das brachte

vielleicht sogar einen Vorteil.

Wir haben auch als einziges

Orchester in Deutschland groß

besetztes Repertoire mit reduzierten

Abständen zwischen

den Musikerinnen und Musikern

auf die Bühne gebracht.

Aber natürlich fehlte uns der

direkte Kontakt zum Publikum.

Jetzt hatten wir einen aufregenden

Saisonstart mit einer

Welcome-Back-Woche, in der

wir 13 Konzerte vor insgesamt

16000 Zuhörern gespielt haben:

mehr Publikum als in der

gesamten letzten Spielzeit.

Kultur Joker: Im Konzert

der 12 Cellisten der Berliner

Philharmoniker hat Solocellist

Ludwig Quandt dankbar vom

Hauch der Normalität gesprochen,

die er im Augenblick erlebe.

Wieviel Normalität empfinden

Sie?

Zietzschmann: Es ist eine

Reise in die Normalität. Ich

gehe einfach davon aus, dass

wir keine Schließung mehr

ertragen müssen und dass wir

Veranstalter Wege gefunden

haben, trotz Corona den Spielbetrieb

aufrecht zu erhalten.

Ein großer Schritt nach vorne!

Wichtig ist eine gute Kommu-

mag, trotzdem mutig zu sein

und voran zu gehen – das war

eine unglaubliche Herausforderung.

Auch für die Kultur so zu

streiten, dass wir kleine Schritte

Richtung Spielbetrieb gehen

konnten. Da war viel Lobbyarbeit

notwendig. Ein Tagesgeschäft,

das ich so überhaupt

Fortsetzung des

Interviews auf

Seite 10

Kultur Joker

Tel.: 0761 / 72 0 72

www.kulturjoker.de

kulturjoker


Liebe Leser*innen,

dieser goldene Herbst bringt wahrlich Freude: Sonnenschein,

bunte Wälder, im Wind tanzende Blätter

und ein so vielseitiges Kulturangebot, von dem wir

noch vor einem Jahr kaum gewagt hätten zu träumen.

Sozusagen eine Reise zurück in die von vielen

vermisste Normalität. Über Normalität, zwei extrem

herausfordernde Spielzeiten sowie den Schwarzwald

als Heimat sprachen wir mit Andrea Zietzschmann,

Intendantin der Berliner Philharmoniker, die in Freiburg,

Wien und Hamburg Musikwissenschaften,

Kunstgeschichte und Betriebswirtschaft studierte.

In den Museumshäusern eröffnen derzeit großartige

Ausstellungen, die coronabedingt in der Warteschleife

standen. Mit dabei zum Beispiel eine detailreiche

Goya-Ausstellung in der Fondation Beyeler, die das

Leben und Werk des spanischen Malers beeindruckend

nachzeichnet und selten gesehene Werke aus

Privatsammlungen präsentiert. Bewegende Kunst

des Malers Alexander Dettmar gegen das Vergessen

zeigt derweil die Katholische Akademie und die

Israelitische Gemeinde in der Synagoge in der Nussmannstraße.

Das Blaue Haus in Breisach eröffnet

thematisch passend eine neue Dauerausstellung,

die die Deportation und Ermordung südwestdeutscher

Juden und Jüdinnen bilingual und open-air thematisiert.

Wir wünschen Ihnen einen sonnigen November und viel

Freude beim Entdecken und Erleben der zahlreichen

Theateraufführungen, Veranstaltungen und Ausstellungen,

die Sie in unserem Ausstellungs- und Veranstaltungskalender

finden.

Ihr Kultur Joker-Team

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THEATER KULTUR JOKER 3

Brücken zwischen den musikalischen Welten

Die Donaueschinger Musiktage feiern ihren 100. Geburtstag mit einer XXL-Ausgabe

Auftritt des Ensemble

Omnibus aus Usbekistan

© SWR/Ralf Brunner 2021

Die Verrückten sind wieder

da. Aus der ganzen Welt

kommen sie im Oktober in

das Schwarzwaldstädtchen,

um sich in einer Turnhalle auf

engen Klappstühlen geduldig

und aufmerksam seltsame

Klänge und Geräusche anzuhören

und wie in diesem Jahr

27 Uraufführungen in 4 Tagen

zu erleben. Die Donaueschinger

Musiktage feiern bei

strahlendem Sonnenschein ihren

100. Geburtstag. Und die

„Verrückten“, wie die Künstler

und Besucher laut Moderator

Markus Brock von einigen

Donaueschingern genannt

wurden (oder auch werden),

haben sich auch zum Jubiläum

eingefunden. Die Stimmung

im Foyer beim wohl weltweit

wichtigsten Festival für Neue

Musik ist wie bei einem Klassentreffen.

Unter den Masken

erahnt man strahlende Gesichter.

Der Festakt beginnt

mit dem ersten Satz aus Paul

Hindemiths 3. Streichquartett

Nr. 3 op.16, mit dem die allerersten

„Kammermusikaufführungen

zur Förderung

zeitgenössischer Tonkunst“

LIEBLINGSRINGE

LIEBESRINGE

Ihre Meistergoldschmiede

vor hundert Jahren zum Leben

erweckt wurden. Das Quatuor

Diotima aus Paris lässt die

Energie des Satzes frei. Die

aufsteigenden Figuren werden

wie Raketen abgeschossen,

die Schweller gleichen Vitaminspritzen.

Der Blick geht

beim Festakt nicht nur in die

ruhmreiche Vergangenheit,

sondern man zeigt auch auf,

welche Themen künftig unter

der neuen Leiterin Lydia Rilling

eine noch stärkere Rolle

spielen sollen, nämlich kulturelle

Teilhabe und Diversität.

Zu seinem Abschied als

Festivalleiter nimmt Björn

Gottstein mit „Donaueschingen

global“ Neue Musik aus

Afrika, Lateinamerika und

Asien ins Programm wie beim

eindrucksvollen Auftritt des

Ensemble Omnibus aus Usbekistan

zu erleben ist. Vier

Kompositionen aus Bahrain,

der Türkei, Thailand und China

hat der Leiter Arytom Kim

zum Festival mitgebracht.

Aber die Werke von Hasan

Hujari, Onur Dülger, Piyawat

Louilarpprasert und Qin Yi

werden nicht nacheinander

gespielt, sondern kunstvoll

miteinander verwoben. Feine

Übergänge mit liegenden Tönen

oder einem sanften Trommelwirbel

dienen als Brücken

zwischen den musikalischen

Welten. Alles fließt. Die Musik

lebt vom Ritual und von

ihrer Archaik. Traditionelle

usbekische Instrumente wie

das Hackbrett Chan oder die

gestrichene Langhalslaute

Sato tragen besondere Farben

in diese körperliche, sinnliche,

erzählerische, rituelle Musik,

die auch immer wieder den

Gesang mit einbezieht.

Den westlichen zeitgenössischen

Kompositionen fehlt

es dagegen oft an Sinnlichkeit,

Spannung und einer guten

Dramaturgie, wie auch bei

diesem Festivaljahrgang zu

erleben ist. „Die Flexibilität

der Fische“ von Hannes Seidl

und Anselm Neft für verstärkte

Violine und Stimme (Diamanda

La Berge Dramm) über

Geschlechteridentitäten kombiniert

Textfülle mit musikalischer

Beschränktheit (SWR

Experimentalstudio: Michael

Acker). Milica Djordjevics

dauerlaute Komposition

„Čvor“ mit Trillerpfeifen, gespielt

vom jungen Lucerne Festival

Contemporary Orchestra

unter der Leitung von Baldur

Brönnimann, hat nur wenig

hörbare Differenzierungen, ist

aber zumindest schön kurz.

Stefan Prins’ „under_current“

holt zwar nie gehörte Klänge

aus der E-Gitarre (Yaron

Deutsch) heraus, entwickelte

sich aber mit der Zeit zur ungebremsten

Materialschlacht.

Enno Poppe dagegen zeigt mit

seiner Komposition „Hirn“

für 29 Bläser und Schlagzeug,

präzise umgesetzt vom

Orchestre Philharmonique du

Luxembourg unter der Leitung

von Ilan Volkov, wie man

eine große Steigerung aufbaut

und am Ende einen echten

Sog entstehen lässt, wenn die

Blechbläser immer höher steigen

und der Puls allmählich

aus dem Tritt gerät. Und Maja

S.K. Ratkjes „Considerung

Icarus“ für Posaune (großartig:

Stephen Menotti) und das

SWR Symphonieorchester

(Leitung: Brad Lubman) ist ein

klangsinnlicher Höhenflug mit

wunderbaren Farbwechseln,

sensiblen Übergängen, einem

traditionellen Schönklang und

immer wieder tonalen Passagen,

die die herrlich singende

Posaune auch mal ganz weich

betten können.

Die über die Stadt verteilten

Klanginstallationen haben dagegen

Luft nach oben. Stefan

Frickes/Alper Marals „Am

Grabe/Erdraum“, das die an

den Gräbern von Komponisten

aufgenommene Geräuschkulisse

ungefiltert präsentiert,

fehlt die künstlerische Formung.

Listening At Pungwe:

Khòó-xùùn“ (Alte Molkerei)

und Hanno Leichtmanns „Seculum“

(Museum Art.Plus),

die 100 Jahre Donaueschinger

Musiktage künstlerisch verarbeiten,

ist trotz Kuhfladen

beziehungsweise Porsche (im

Nebenraum) nur wenig aufregend.

Dafür ist das Mitmachprojekt

„Donau/Rauschen.

Transit&Echo“ von Daniel

Ott/Enrico Stolzenburg, das

bei strahlendem Sonnenschein

die ganze Innenstadt belebt

und mit Klängen erfüllt, ein

echter Knaller. Was mit einem

durch Lautsprecherboxen

schallenden Rauschen an der

Donauquelle beginnt, wird zu

einem kollektiven Musikerlebnis.

Die entlang der Karlstraße,

aber auch auf Dächern und in

Wohnungen postierten Mitglieder

mehrerer Blaskapellen

spielen nach einem genauen

Zeitplan einzelne Haltetöne,

die sich mit Trommelwirbeln,

Fanfaren und Einspielungen

aus den Lautsprechern zu

einem großen Klangkosmos

verbinden. Die ganze Stadt ist

auf den Beinen und lässt sich

ein auf diese Klangreise. Zum

großen Finale treffen sich alle

Musikerinnen und Musiker auf

dem Rathausplatz. Die durchaus

experimentellen, herausfordernden

Klänge finden ein

großes Publikum und werden

am Ende von allen bejubelt.

Zugänglicher waren die Donaueschinger

Musiktage wohl

noch nie.

Georg Rudiger


4 KULTUR JOKER THEATER Theater

Kino als Sehnsuchtsort

Das Theater Freiburg startet mit Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ in Fabrice Bollons letzte Spielzeit

Es gibt einen Dachs, einen

Hund, eine Grille, eine

Heuschrecke, eine Mücke,

eine Eule, mehrere Hennen,

einen Frosch, einen Specht

und einen Eichelhäher in

Leos Janačéks Oper „Das

schlaue Füchslein“ aus dem

Jahr 1924 – und natürlich ein

Fuchspaar, das nach einer

Liebesnacht Nachwuchs bekommt.

Am Freiburger Theater

sind zum Spielzeitstart

in der Inszenierung von

Kateryna Sokolova nur ein

Paar Hasenohren und zwei

Hirschgeweihe zu sehen.

Statt der Trennung in eine

Mensch- und Tierwelt, die

für die Konzeption der nach

Comiczeichnungen entstandenen

Oper wichtig ist, arbeitet

die junge Opernregisseurin

mit dem Kino als Sehnsuchtsort.

Inspiriert von dem

autobiographisch gefärbten

Film Federico Fellinis „8

1/2“ aus dem Jahr 1963, in

dem ein gealterter Regisseur

in einem Kurort Inspiration

sucht und sich dort in Tagträume

flüchtet, sieht Sokolova

den Förster in dieser Rolle.

Die markante Hornbrille von

Marcello Mastroianni trägt

auch Michael Borth (Kostüme:

Constanza Meza-Lopehandia).

Dieser Mann im

Anzug erinnert sich an seine

Kindheit, als er mit seiner

Kamera im Wald unterwegs

war. Dann setzt er sich an

seine Schreibmaschine und

tippt das Drehbuch für seinen

neuen Film – die Rhythmen

der Tasten passen genau zu

denen aus dem Orchestergraben,

wo das Philharmo-

(v.l.n.r.) Jin Seok Lee, Michael Borth, Samantha Gaul und Junbum Lee in „Das schlaue Füchslein“

Foto: Rainer Muranyi

nische Orchester Freiburg in

12-köpfiger Besetzung die neu

geschriebene Orchesterfassung

von Generalmusikdirektor Fabrice

Bollon unter seiner Leitung

zur Uraufführung bringt.

Die Füchsin Schlaukopf im rosa

Petticoat-Kleid fängt der Förster

nicht mit Gewalt, sondern er

lockt die schlackenlos singende

Samantha Gaul mit dem Drehbuch

und fesselt sie mit einem

Filmstreifen. Die Hennen (Margarete

Nüsslein/Jelena Milovic)

sind echt Glamour-Chicks, ein

Filmplakat verspricht der Füchsin

den kommenden Ruhm.

Ganz am Ende kommt, wenn

die Füchsin vom Wilderer Haraschta

(mit virilem Bariton:

Juan Oroczo) schon erschossen

ist, Sokolova zur Ausgangsszene

zurück. Wieder

wird Nikolaus Weberns Waldbühne

für den Filmdreh eingeleuchtet,

wieder stößt der Förster

auf eine neue Füchsin beziehungsweise

in dieser Inszenierung

der Regisseur auf ein

neues Mädchen, das er groß

herausbringen möchte und das

ihm Inspiration und neue Energie

schenkt. Die Geschichte

kann von vorne beginnen. Im

Großen funktioniert Sokolovas

Filmmetapher gut. Die

klare Trennung der Ebenen

zwischen der öden Menschenund

der freien, faszinierenden

Tierwelt, die Janáček durch

lange, „Verwandlung“ genannte

Orchesterzwischenspiele

ankündigt, berücksichtigt die

Regie nicht. Die Drehbühne

wird zwar immer wieder aktiviert,

um die Schauplätze zu

wechseln, aber dabei verliert

sich auch der rote Faden. Die

kammermusikalische Orchesterfassung

hat der scheidende

Generalmusikdirektor Fabrice

Bollon wegen drohender Coronabeschränkungen

angefertigt.

Warum man am Theater

Freiburg jetzt, da die normale

Orchesterfassung möglich

wäre, auf dieses Destillat zurückgreift,

erschließt sich bei

der Premiere nicht ganz. Zwar

gelingt es Bollon, den Kern

von Janáčeks feingliedriger

Musik einzufangen, aber man

vermisst zuweilen die dynamische

Bandbreite und auch

die orchestrale Kraft. Den

einfach besetzten Streichern

fehlt es in den offen liegenden,

hohen Passagen an Wärme –

auch die Intonation ist immer

wieder eingetrübt. Durch die

kammermusikalische Intimität

(Holzbläser!) können sich

die Gesangssolisten aber auch

ganz frei entfalten. Michael

Borths Förster hat Eleganz und

Melancholie. Samantha Gaul

ist eine glockenhelle Füchsin

Schlaukopf, die im Liebesduett

mit dem Fuchs Goldrücken

(mit dunkel leuchtendem Sopran:

Irina Jae Eun Park) noch

an Wärme in der Stimme gewinnt.

Jin Seok Lee verleiht

Dachs und Pfarrer vor allem

in der Mittellage Erdung und

Wucht, Junbum Lee ist ein

hell timbrierter Schulmeister.

Ganz reizend der tanzende

Kinderchor (Leitung: Thomas

Schmieger) im bürgerlichen

Fuchswohnzimmer. Auch

Füchse werden Spießer. Aber

das Leben geht weiter.

Weitere Vorstellungen:

4./19.11., 6./14.1.2021, Tickets

unter 0761-2012853 oder unter

www.theater.freiburg.de

Georg Rudiger

Große Gefühle im rosa Wams

Der neue GMD Gianandrea Noseda beglückt mit einem fulminanten „Troubadour“ in Zürich

Richard Wagners „Ring des

Nibelungen“ erstmals dirigieren

zu können, war einer der

wichtigsten Gründe für Gianandrea

Noseda, am Opernhaus

Zürich als Nachfolger

von Fabio Luisi Generalmusikdirektor

zu werden. Seinen

Einstand als neuer GMD

feiert er mit Giuseppe Verdis

„Il Trovatore“ auf vertrautem

Terrain. Rhythmische Präzision

und melodische Freiheit

sind die Grundlagen von Nosedas

Verdi-Interpretation.

Wenn bei den Cabalettas, den

schnellen Abschlussteilen

der Arien, das Orchester mit

schnellen Nachschlägen den

Puls der Musik erhöht, dann

entwickelt Noseda eine echte

Sogwirkung. Nichts ist verwaschen,

jede kleinste Punktierung

sitzt an der richtigen

Stelle, die Schluss akkorde

sind ausgestanzt, die Anfänge

ohne jedes Wackeln. In den

lyrischen Passagen schenkt er

den Solisten alle Freiheiten,

staut die Spannung und lässt

wieder los, so dass Verdis Musik

natürlich atmet.

Auch für den Zürcher

Opernchor (Einstudierung:

Janko Kastelic) zeigt Noseda

ein gutes Händchen. Die

heikle Koordination in den

vielen Massenszenen klappt

reibungslos. Vom kernigen

Kriegsgebrüll bis zum schwebenden

Nonnengesang reicht

die Bandbreite: eindrucksvoll

umgesetzt vom Chor, der von

Annemarie Woods in seltsame

Kostüme gesteckt wird.

Leider hat die walisische Regisseurin

Adele Thomas in

Verdis düsterem Stoff seltsamerweise

Komik entdeckt,

wie sie im Programmheftinterview

verrät. Die Mannen

von Graf Luna, der im rosa

Wams mit großem Herz auf

der Brust wie eine Karikatur

erscheint, erinnern mit ihren

überzeichneten Kostümen

an Monty Pythons „Ritter

der Kokosnuss“; fünf Tänzer

mit Wikingerhelm und Trainingstarnanzug

hüpfen und

krabbeln ständig unmotiviert

über die große Treppe, die das

einzige Bühnenbild an diesem

Abend bleibt. Thomas‘ seltsames

Konzept geht nicht auf,

da sie planlos zwischen Verfremdung

und Verdeutlichung

hin-und her switcht und die

Oper auch per se nichts zum

Lachen bietet. Der Selbstmord

von Leonora, die Exekution

ihres Geliebten Manrico, der

Feuertod von Azucenas Mutter

und ihrem Sohn, die traumatischen

Erinnerungen – das

ist so düster, wie es eben aus

dem Orchestergraben klingt.

Dass die Reise nach Zürich

unbedingt zu empfehlen ist,

liegt neben der außergewöhnlichen

Orchester- und Chorleistung

auch an dem erstklassigen

Solistenensemble. Piotr

Beczala verbindet als Manrico

mühelose Höhe mit einer intensiven

Farbgebung. Marina

Rebeka ist eine Leonora der

Extraklasse: beseelt, lyrisch

intensiv, aber auch mit der

notwendigen dramatischen

Wucht. Agnieszka Rehlis

zeigt als Azucena sowohl eine

ausgeprägte, dunkle Tiefe als

auch viel Flexibilität. Nur

Quinn Kelseys sonorer Bariton

(Graf Luna) klingt stellenweise

ein wenig belegt. Dafür

hat er mit dem kernigen Bass

von Robert Pomakov (Ferrando)

einen dominanten Begleiter.

Und mit Gianandrea

Noseda einen Dirigenten, der

auch ihn zum Blühen bringt.

Weitere Vorstellungen:

2./6./9./12./17./20./26.11.

Georg Rudiger


THEATER KULTUR JOKER 5

Durch Mark und Bein

Die elsässische Rheinoper begeistert in Straßburg mit Giuseppe Verdis „Stiffelio“

Ein eifersüchtiger Pastor trifft

auf einen schwächlichen Nebenbuhler,

der vom jähzornigen

Schwiegervater getötet wird.

Die untreue Gattin bittet ihren

frisch geschiedenen Ex-Mann

um eine Beichte. Am Ende steht

das christliche Verzeihen – nur

der getötete Liebhaber hat nicht

mehr viel davon. Giuseppe

Verdis „Stiffelio“ nach einem

wenig schlüssigen Libretto von

Francesco Maria Piave steht nur

selten auf dem Spielplan. Zur

Entstehungszeit 1850 musste

der Komponist im katholischen

Italien mit der Zensur kämpfen.

Jetzt hat die Opéra national du

Rhin in Straßburg die Rarität

auf die Bühne gebracht und in

einer musikalisch und szenisch

starken Produktion den Stoff

konzentriert. Schon zu Beginn

der hellen, tänzerischen Ouvertüre

ist in Bruno Ravellas ästhetischer

Inszenierung ein Kreuz

auf die dunkle Bühne projiziert.

Die spartanische Holzkirche

(Ausstattung: Hannah Clark)

hat keinen Ausgang ins Freie,

wo ein bewölkter Himmel das

kommende Unheil andeutet.

Hier ist es eng und karg. Die

Gemeinde trägt Schwarz. Kein

Platz für Sinnlichkeit in dieser

ganz homogenen, sektenähnlichen

Gemeinschaft. Der heimkehrende

Pastor Stiffelio, der

auf seiner Reise „einen Ozean

der Sünde“ erlebt hat, wettert

gegen Ehebruch, ehe zunächst

seinem Schwiegervater Stankar

dämmert, dass er selbst damit

zu tun haben könnte. Jonathan

Tetelman gibt Stiffelio als charismatischen

Prediger, dessen

salbungsvolle Worte er mit

seinem dunkel leuchtenden Tenor

veredelt. Aber wehe, dieser

beherrschte Geistliche verliert

seine Fassung wie am Ende des

ersten Aktes, als er mitten in der

Öffentlichkeit von Eifersucht

getrieben wird. Dann härtet sich

sein Tenor, dann gehen seine

durchdringenden Spitzentöne

durch Mark und Bein. Auch im

zweiten Akt ist dieser Stiffelio

außer sich und kurz davor,

den Nebenbuhler Raffaele (mit

hellem, leichtem Tenor: Opernstudiomitglied

Tristan Blanchet)

zu töten – erst die Orgel und der

Gemeindegesang, der aus der

Kirche dringt, lassen seine Emotionen

wieder abkühlen. Diesen

Job übernimmt der Schwiegervater

Stankar (bedrohlich: Dario

Solari): Seine blutigen Hände

künden von der Gewalttat. Die

armenische Sopranistin Hrachuhí

Bassénz komplettiert als Stiffelios

Ehefrau Lina das herausragende

Solistenensemble.

Dirigent Andrea Sanguineti

verdichtet mit dem Orchestre

symphonique de Mulhouse die

Emotionen. Die effektvollen

Kontraste lässt er aufeinanderprallen,

aber auch im Fortissimo

bleibt das Orchester geschmeidig.

Der Chor (Leitung: Alessandro

Zuppardo) zeigt ebenfalls

große Bandbreite – vom innigen

Choral bis zum kernigen Lobgesang.

Diese Verdichtung ist auch

in der Regie von Bruno Ravella

zu erleben. Das fröhliche Fest im

1. Akt, das emotional eskaliert,

erinnert mit seiner langen Tafel

an das letzte Abendmahl. Auch

hier sitzt mit Raffaele der Verräter

am Tisch. Für das starke

Schlussbild mit viel christlicher

Symbolik setzt der italienische

Regisseur die Bühne unter Wasser,

so dass die Kirche und ihre

Gemeinde noch stärker von der

Welt getrennt sind. Angeregt

durch Jesus‘ barmherzigen Umgang

mit der Ehebrecherin verzeiht

auch Stiffelio seiner Frau

und schreitet in den dunklen,

knöcheltiefen See. Die Gemeinde

folgt ihm aus der engen Kirche

heraus. Wasser als Reinigung

von Schuld – und vielleicht auch

Hoffnung auf einen Neuanfang.

Weitere Aufführungen: 7./9.

Nov. (Mulhouse: La Filature),

Tickets unter www.operanationaldurhin.eu

Georg Rudiger

Jonathan Tetelman (Stiffelio) und Hrachuhi Bassénz Foto: Klara Beck

Eine kleine Operettengeschichte

Mit der Revue „Operette sich wer kann“ eröffneten die Schönen ihre

Saison und nehmen sie im November wieder auf

Leicht, turbulent und spritzig,

gefühlvoll bis frivol und auch mal

frech – davon kann man gerade

nicht genug haben! „Die Schönen“

eröffneten im Juni ihre Saison

mit der Revue „Operette sich

wer kann“ (Regie, Bühne, Licht:

Herbert Wolfgang. Konzeption,

Co-Regie: Leopold Kern, musikalische

Leitung: Max Langer).

Vom 19. November bis 18. Dezember

steht die Reue nun wieder

auf dem Spielplan.

Blauer Sommerwolkenhimmel

als Hintergrundprospekt, links

der versierte Max Langer am

Klavier, rechts Klaus Gülker als

geschmeidiger Conférencier im

schwarzen Rolli auf biederem

50er-Jahre- Sessel: heiter-beschauliche

Nachmittagstee-Atmosphäre.

Doch schon flackert

das Licht, dröhnt Blitzgewitter

aus dem Off (Technik: Paulo

da Silva)und zwei Gestalten in

schwarzen Kapuzen-Umhängen

stürmen die Bühne und schmettern

„Zu Hilfe! Zu Hilfe! Sonst

bin ich verloren!“ aus Mozarts

Zauberflöte. Drama pur! – „Ich

halt die Oper für gesponnen!“,

kommentiert Gülker lakonisch.

– Solch ironische Brechungen

gibt’s in den folgenden zwei

Stunden zuhauf, weshalb Katrin

Mayer (Sopran) und Rubén

Olivares (Tenor) auch gleich

die Mäntel zum schmissigen

Operetten-Medley abwerfen. Da

brennt Leidenschaft heißer als

Gulaschsaft, da fliegt der Kopf

wie ein Luftballon davon, es wird

gejodelt und geschmachtet. Spätestens

mit „Strahlender Mond“

von Paul Linke aus „Der Vetter

aus Dingsda“ packt einen der

rosarote Glamour-Herzschmerz.

Operette – das Disneyland für

große Menschenkinder.

Während Gülker immer wieder

den süffisanten Erklär-Onkel

samt Kalauer gibt und auch den

ein oder anderen Gassenhauer

wie „Was kann der Siegesmund

dafür, dass er so schön ist“ trällert,

zeigen die beiden Jungtalente

Bühnenpräsenz, Ausdauer und

Bandbreite: Katrin Mayer aus

Schramberg überzeugt vor allem

in tieferen Stimmlagen und bei

kessen Liedern wie „Warum soll

eine Frau kein Verhältnis haben“

(Oscar Straus). Eine Entdeckung

ist der Chilene Rubén Olivares,

der mit Schmachtsongs wie „Dein

ist mein ganzes Herz“ einen tollen

Tenor mit viel Ausstrahlung

und wandelbarer, starker Stimme

zeigt. Mit wenig Requisite und

Kostümwechseln (Norbert Wild)

wirbeln die beiden so dynamisch

wie spielfreudig über die kleine

Bühne (Choreografie: Stefanie

Verkerk). Es macht Spaß ihnen

dabei zuzusehen!

Klar, darf bei den Schönen

neben „Die Blume aus Hawaii“

auch „Im Weißen Rössl“ nicht

fehlen, letzteres sogar als Medley

in schunkellauniger Rosamunde-

Pilcher-Ästhetik. Überhaupt,

Wien und nochmals Wien: Ob

Ohrwürmer aus „Die Csárdásfürstin“,

„Die Fledermaus“ oder

„Die lustige Witwe“ – es gibt

Turbulenzen und amouröse Verwicklungen

ohne Ende. – Alles

nur „Wiener Schmarrn“ kontert

Friedrich Holländer in seinem

gleichnamigen Schmählied und

ordert Rattengift gegen diesen

„Kitsch im Dreivierteltakt“.

Umso kontrastreicher die Reise

ins Berlin der 20er Jahre, auch

dort amüsiert man sich, dass die

Balken krachen: Denn „Es ist

schön am Abend bummeln zu

gehen“! Und so wird hier auch

eine kleine Operettengeschichte

erzählt, zu der es gerne noch ein

paar Infos mehr geben dürfte.

19. November bis 18. Dezember.

Karten und Infos unter:

www.dieschoenen.com

Marion Klötzer

Siri Karoline Thornhill, Sopran

Katharina Magiera, Mezzosopran

Johannes Mayer, Tenor

Manfred Biner, Bass

Camerata Vocale Freiburg

Camerata Freiburg

Leitung: Winfried Toll

Tickets an den Vorverkaufsstellen der

Badischen Zeitung, bei Reservix oder unter

www.cameratavocalefreiburg.de

Werke von J.S. Bach, Giovanni Gabrieli,

Antonio Vivaldi und Ottorino Respighi

27.11.2021

20 Uhr

St. Gallus, Merzhausen

2G

Einlass nur

mit 2G-

Nachweis

Unsere

Veranstaltungen

sind barrierefrei


6 KULTUR JOKER Theater

Die Tragödie Alter

Am Theater Freiburg startet man in die neue Saison mit einem Reza-Monolog in Starbesetzung

Alle sind tot. Die Freundin,

Kollegin und Konkurrentin Giselle

Fayolle, der Ehemann und

auch der Arzt praktiziert nicht

mehr. Einzig ihr Sohn kommt ab

und an vorbei, nervt aber. Anne-Marie

ist einsam. Und eine

Schönheit, auch wenn der Titel

von Yasmina Rezas Stück etwas

anderes suggeriert, war sie noch

nie. Mit einem Monolog wie

„Anne-Marie die Schönheit“ ein

Eröffnungswochenende zu bestreiten,

ist ungewöhnlich, wurde

man doch eher ein Ensemblestück

erwarten. Doch Intendant

Peter Carp inszeniert selbst und

auf der Bühne steht der Schweizer

Schauspieler Robert Hunger-

Bühler, den mit Freiburg zumindest

Erinnerungen verbinden. Er

hat hier bereits mit Jürgen Kruse

gearbeitet.

Für Anne-Marie kommt die

Anfrage nach einem Interview

gerade recht. Doch ist es das

überhaupt? Die alternde Schauspielerin

spricht ihr Gegenüber

paradoxerweise erst mit Madame,

dann Monsieur und Mademoiselle

an, und es ist auch

so voller Schlaufen und retardierenden

Momenten, dass sie wohl

Dynamischer Sonnenschutz mit Rollladen, Markisen und Co.

Eigentlich sind die meisten von

uns ja gerade im Herbst gerne daheim.

Ob nach einer ausgedehnten

Herbstwanderung oder einfach

gemütlich am Sonntag mit der

Zeitung: Jetzt ist die richtige Zeit,

um es sich daheim fein zu machen.

Lebenswerte Häuser helfen

uns dabei: Sie erhalten die Verbindung

zu unserer Umwelt und holen

die Dynamik des Tages- und

Jahresgangs in unsere Wohn- und

Schlafräume.

Sonnenstand, Lichtstand, Temperatur

und Luftfeuchtigkeit ändern

sich in der Natur nicht nur

zwischen den Jahreszeiten, sondern

auch an den einzelnen Tagen.

Diese Dynamik hält uns körperlich

und geistig fit: Natürliches

Tageslicht hellt unsere Stimmung

auf und steigert zugleich unsere

Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Im Herbst, wenn wir wieder

mehr drinnen sind, müssen

wir diese Abwechslung auch in

unser Zuhause holen. Die eigenen

vier Wände als Komfortzone zu

gestalten, bedeutet nicht unbedingt

monotone Behaglichkeit

und auch nicht reine Energieoptimierung.

Echter Komfort lässt

uns die Änderungen des Sonnenstandes

während eines Tages spüren

und Lichtwechsel erleben!

All das ermöglicht dynamischer

Sonnenschutz. Im Sommer halten

Rollläden, Markisen oder Jalousien

allzu starke Sonneneinstrahlung

zeitlich begrenzt von

eher monologisierend ihr Leben

rekapituliert. Es ist natürlich ein

bisschen absurd, dass Yasmina

Reza einen Mann für diese Rolle

vorgesehen hat, schließlich bleiben

Schauspielern bis ins Alter

attraktive Rollen. Die Uraufführung

in Paris 2020 bestritt André

Marcon, dem sie „Anne-Marie

die Schönheit“ auch widmete.

Das Schauspielhaus Zürich, das

an dem Stück ebenfalls interessiert

war, wollte Rezas Forderung

nach einer männlichen Besetzung

nicht folgen und so bekam

Freiburg den Zuschlag. Robert

Hunger-Bühler war die Wunschbesetzung

der Autorin. Jetzt nach

der deutschsprachigen Erstaufführung

soll die Rolle auch von

einer Frau übernommen werden

können. Tatsächlich jedoch gibt

es längst eine Hörbuchfassung

mit Elisabeth Schwarz.

Nach den Einschränkungen für

die Theater durch Corona ist es

also sichtlich kein Fehler, großes

Schauspieler-Theater in Freiburg

zu zeigen. Peter Carp lässt Robert

Hunger-Bühler in seiner Inszenierung

freie Hand. Links ist

der Schminktisch, dort ruht eine

blonde Perücke und auf dem Boden

steht ein Paar beigefarbene

Pumps. Anne-Marie trägt in

ihrer Wohnung venezianische

Hausschuhe, eine Knieoperation

ist noch nicht allzu lang her. Kaspar

Zwimpfer hat für die Bühne

des Kleinen Hauses mehrere

Vitrinen entworfen, die Fenster

zu einer befahrenen Straße sind,

Schwelle, Erinnerungsspeicher

und Schrank. Ihre Anordnung

bestimmt über die eindreiviertel

Stunde die Gänge des Schauspielers.

Carp bebildert den

Text brav, da stehen Urnen auf

einem der Schränke, die Robert

Hunger-Bühler anspielt, und den

Stock hat Anne-Marie zwischen

ihre Kleider verbannt. Und dann

ist da noch der viel zu knappe

Raum zwischen Tür und Schwelle,

durch die sich der Schauspieler

zwängt. Hunger-Bühler spielt

das aus, öffnet den Schrank,

greift nach Keksen, isst einen

nach dem anderen. Asketisch ist

sie nicht, diese Anne-Marie, aber

auch kein Genussmensch.

Vieles an Rezas Monolog ist

erwartbar, noch immer ist das

Alter für Frauen eine Tragödie,

die mit Tapferkeit getragen werden

muss. Der Lebensraum ist

den Fenstern ab, damit Gebäude

möglichst nicht überwärmen.

Und im Herbst kommen vor allem

die Vorteile von automatisiertem

Sonnenschutz besonders zum Tragen:

Rollläden und Raffstore werden

rechtzeitig bei Dämmerung

geschlossen und erst bei Sonnenaufgang

geöffnet: Das bringt

schlaffördernde Nachtruhe, erhöht

zugleich die Energieeffizienz und

senkt die Heizkosten. Der Roll-

Panzer und die dämmende Luftschicht

vor dem Glas helfen dabei,

die Wärme im Haus zu halten.

Zeitgemäßer Sonnenschutz

kann zwar auch manuell bedient

werden, wird allerdings heutzutage

oftmals automatisch gesteuert

oder ist Teil eines Smart Home

Robert Hunger-Bühler spielt die Anne-Marie

Systems. Wir bieten dafür zukunftsfitte

Systeme, die einen einfachen

und komfortablen Einstieg

in die Smart Home Welt ermöglichen.

Somit können neben dem

Sonnenschutz zahlreiche weitere

Geräte gesteuert und eingebunden

werden, wie z.B. Beleuchtung,

Garagentore, Rauchsensoren

u.v.m. Zusätzlich können mit einer

Vielzahl von Sensoren das Raumklima

und die Witterungseinflüsse

überwacht und der bestmögliche

Komfort für den Nutzer sichergestellt

werden. Die Verknüpfung

von Licht und dynamischem Sonnenschutz

hat zusätzlich einen

Sicherheitsaspekt: Die Systeme

können automatisiert oder von

unterwegs gesteuert werden, um

Foto: Britt Schilling

zusammengeschrumpft, auf der

Bühne stehen überall Hocker

und schlimmer noch, es gibt

niemanden mehr, mit dem man

die Erinnerungen teilen könnte,

um so zumindest Bedeutung

zu behaupten. Robert Hunger-

Bühler spielt eine Frau, die sich

selbst auf dem Rückzug noch behauptet,

wohl wissend, dass sich

hier auch das Theater an sich behauptet,

sei es in Paris oder in der

Provinz. Denn am Ende schreit

er die Namen jener Schauspielerinnen

und Schauspieler, die früher

in Anne-Maries nordfranzösischem

Provinznest wirkten und

neben ihren Eltern beerdigt sind,

in den Straßenlärm hinaus. Es ist

nicht ganz leicht, Theater gegen

alle Nebengeräusche zu verteidigen.

In Freiburg gelingt es dank

Robert Hunger-Bühler, die Inszenierung

selbst hätte weniger

konventionell sein können.

Weitere Aufführungen:

1./27./28. November.

Annette Hoffmann

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Anwesenheit zu simulieren. Das

in zeitgemäßen Produkten integrierte

Urlaubsprogramm öffnet

und schließt die Sonnenschutzanlagen

an der Fassade mit geringer

Zeitabweichung – so wirkt das Zuhause

bewohnt und das schreckt

potenzielle Einbrecher ab.

Wir beraten Sie gerne: Jakob

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THEATER KULTUR JOKER 7

Reise in die Latzhose

Das Theater im Marienbad spielt Saša Stanišics Kinderbuch „Hey, hey, hey, Taxi!“

Christoph Müller steht im

Rund des Bühnenschwimmbeckens

und scheint außer

Atem. Er ist auf dem Weg

nach Hause. „Zurück zu dir“,

presst er hervor. Immer und

immer wieder. Denn immer

und immer wieder ist er auf

Reisen, mit einem Taxi, in

seinem Kopf oder in der Ape,

einem dreirädrigen Kleintransporter.

„Hey, hey, hey,

Taxi!“ ruft er und schon hat

er sein Zuhause wieder verlassen.

Episodenhaft, Schlag

auf Schlag geht es in der Bühnenfassung

von Saša Stanišics

erst kürzlich veröffentlichtem

Kinderbuch „Hey, hey, hey,

Taxi!“ Kühn als Einpersonenstück

konzipiert ruht die

dramatische Last ganz auf

den Schultern des Schauspielers,

Bastlers und Gestalters

des Stücks Christoph Müller,

der den namenlosen Protagonisten

spielt. Ihm zur Seite

stehen diverse Requisiten als

Brandbeschleuniger der Ideenreisen,

die Müller händeringend,

packend, augenöffnend

und jeden kleinen Flecken

der Bühne vermessend unternimmt.

Mit Unterstützung

Mehr zutrauen

Das Shibui Kollektiv hat einen Film über die Bedeutung von Nähe gemacht

Eigentlich hätte Emi Miyoshi

eine längere Recherche über das

Leben im Alter vor sich gehabt.

Doch dann verhinderte die Pandemie

einerseits das Reisen nach

Japan, wo sie Feldstudien machen

wollte, andererseits rückten

die Maßnahmen gegen das Virus

die Situation von alten Menschen

in der unmittelbaren Umgebung

in den Blick. Wer vorher schon

wenige soziale Kontakte hatte,

trennte nun mehr kaum etwas

von der Einsamkeit. Zuerst reagierte

die Freiburger Tänzerin

und Choreografin mit „Relaytionship“

darauf, eine Produktion,

die lediglich als Stream

zu sehen war und die das Fürsich-Sein

aufbrach durch den

reproduzierten Puls und Herzschlag

(Sound: Ephraim Wegner).

„Second Body“ knüpft an

die vorherige Produktion an und

konnte sie doch erweitern. Die

angepeilten Workshops konnten

stattfinden und ein professionell

produzierter Film (Kamera:

Marc Doradzillo; Regie: Emi

Miyoshi, Marc Doradzillo) hat

sich als die adäquate Form dieses

besonderen Projekts erwiesen.

Am 15. und 16. Oktober war der

Christoph Müller spielt den namenlosen Protagonisten im Einzelstück „Hey, hey, hey Taxi!“ Foto: Minz&Kunst

Film im Freiburger Südufer zu

sehen.

Das Alter zeichne sich durch

fehlende Berührungen aus, wird

eine der Teilnehmerin sagen.

Diese Erfahrung war während

des Lockdowns vielen gewährt,

doch keinen traf es härter als

die Seniorinnen und Senioren.

„Second Body“ ist Dokumentation

und Plädoyer. So stehen im

Mittelpunkt die Begegnungen

zwischen den drei Tänzerinnen

(Unita Gay Galiluyo, Anna Kempin,

Emi Miyoshi) und Christel,

Renate, Balduin, Beate, Edith

und Gabi. Doch der Film ist eben

auch ein Werben für mehr Bewegung

im Alter, für mehr Zutrauen

in den eigenen Körper, auch

wenn dieser nicht mehr so beweglich

wie in der Jugend ist, für

mehr Lebendigkeit und Spontaneität.

Es ist sicherlich kein Zufall,

dass einige der beteiligten

Laien soziale oder pädagogische

Berufe hatten oder noch haben,

es macht anscheinend locker für

kreative Prozesse. Und ganz so

alt sind diese Alten ja noch nicht

einmal, eine der Frauen arbeitet

noch. Und ein Glücksfall war sicherlich,

dass zwei Freundinnen

von Vanessa Valk ist ein Objekttheaterstück

entstanden,

das von Anna Fritsch dramaturgisch

begleitet wurde.

Nicht nur die Ape wird zum

fliegenden Gefährt zwischen

Erde und Mond, alltäglichem

Zuhause und skurriler Märchenwelt.

Schon ein Blick in

die Brusttasche der Latzhose

eröffnet neue Dimensionen.

Ein Eisenkoffer mit Pflastern

beklebt wird zur Straße, auf

der Gurken, Tomaten und Paprika

die klassischen Ampelfarben

geben und den Verkehr

regeln. Doch dann steht eine

Aubergine im Raum. Grün,

rot, gelb…? Chaos! Aber egal,

die Reise muss weitergehen.

Saša Stanišic hatte für die

Buchvorlage kindliche Vorstellungskraft

an seiner Seite.

Er entwickelte das Buch

zusammen mit seinem jungen

Sohn. Entsprechend sind

viele klassische Figuren aus

mitmachten, die sich regelmäßig

zum Tanzen treffen. Wie sehr

das Projekt „Second Body“ einen

geschützten Raum schuf für

Nähe, zeigen die ersten Sequenzen

des Films. Zwei Tänzerinnen

versenken erst die Hände, dann

die Arme im Shirt der Partnerin,

dann verdrehen sie sich völlig in

ihrer Trainingskleidung, dass

manchmal der Stoff zwischen ihnen

ist, manchmal nicht einmal

dieser. Schnittwechsel und wir

sehen die Tänzerinnen und ihre

Laien-Partner in verschiedenen

Freiburger Proberäumen. Hilfsmittel

wie Stäbe, Luftballons

und ein Stoffschlauch markieren

Nähe und Distanz, immer wirkt

dies spielerisch und wie aus

dem Augenblick geboren. Viel

Losgelöstsein, geradezu Heiterkeit

und Lebensfreude ist hier

zu sehen. Die Teilnehmer, aber

auch die drei Tänzerinnen berichten

von ihren Absichten und

Erfahrungen. Und man sieht,

es kann etwas entstehen, wenn

Kunstschaffende mit Laien arbeiten,

aber es ergibt auch Sinn,

wenn alte Menschen mit Künstlerinnen

und Künstlern arbeiten

dürfen. Annette Hoffmann

dem Repertoire der Gutenachtgeschichte

anwesend:

Zwerge, Drachen, Piraten.

Aber das ist nicht alles. Viele

seltsame Wendungen machen

die Märchenwelt skurril und

zur Herausforderung für die

Bühnenarbeit Christoph Müllers.

In einer Geschichte hält

er inne, denn irgendetwas

stimmt nicht mit seinem Gefährt.

Lautmalerisch mimt er

einen stotternden Motor. Ein

Check im Motorraum offenbart:

Da ist gar kein Motor, sondern

ein Mann in seinem Bett,

der die Motorengeräusche

bloß mimt. Das ganze Szenario

steht in Christoph Müllers

Gesicht geschrieben, das vor

Erstaunen geweitet ist.

Ganz unverkopft hat sich

auch das Stück selbst thematisiert:

Allein das Erzählen

hält die Welt am Laufen und

am Verändern. Entsprechend

ist es unser Verhalten, unser

Singen, Sprechen und Schauen,

das uns und anderen Freude

bereitet. Und ob die Piraten

nun seekrank werden oder die

Maus ihr Käsetaxi nicht zum

Anbeißen lässt – alles bleibt

möglich, wenn wir ihm nur

Raum lassen. Das Schwimmbecken

des Marienbads hatte

für Christoph Müller ausreichend

davon.

„Hey, hey, hey, Taxi!“ ist ab

dem 11. November mobil als

Klassenzimmerstück buchbar.

Anfragen unter 0761/1379721

oder per Mail gruppen@

marienbad.org. Für nächstes

Jahr ist eine Wiederaufführung

im Theater geplant.

Fabian Lutz

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8 KULTUR JOKER Theater

Im Großen Haus dreht sich die

Sommervilla als ginge es hier

wirklich voran und nicht nur ebenso

im Kreis herum. Ein Kamin,

ein paar Stühle mit Tisch, mehrere

Holzbalken stützen die Veranda,

zu der eine Außentreppe führt.

An der Wand hängt ein Stich aus

einem Insektenbuch und wirklich

haben wir merkwürdige Spezies

vor uns. Diese Sommerfrische

gehört Anna Wojnizewa (Janna

Horstmann), dass sie jung verwitwet

ist, reizt die Gemüter. Doch

Wojnizewa ist pleite, das Anwesen

ist hoch verschuldet, der reiche

Nachbar könnte aushelfen, doch

er wird verschmäht. Es sieht ein

bisschen wie ein Puppenhaus aus,

doch das wäre ein anderes Drama

(Bühne: Kaspar Zwimpfer). Hier

wird Anton Tschechows Frühwerk

„Platonow“ gegeben, Regie führt

Intendant des Theater Freiburg

Peter Carp. Eine Projektion wird

auf die Bühnenrückwand geworfen,

die das Geschehen in kleine

Segmente unterteilt, irgendwann

ist das Video verpixelt, dann gibt

es ganz den Geist auf. Was kaum

jemand zu bemerken scheint.

„Platonow“ ist ein Ensemblestück

und daher bestens angetan,

nach dem Monolog von Robert

Hunger-Bühler die neue Spielzeit

2009 haben Nuscha Nistor (Regie)

und Mathias Willaredt-Nistor

(Komposition) ihr Theaterensemble

Puck gegründet, seitdem ist

es ihr Markenzeichen geworden

Schauspiel, Choreografie und Live-Musik

zu einem emotionsgeladenen

und stark rhythmisierten

Theatererlebnis zu verquicken.

Nach fast zweijähriger Zwangs-

Hohl drehendes Sommerhaus

Peter Carp inszeniert zum Spielzeitauftakt Tschechows Frühwerk „Platonow“

(v.l.n.r.) Moritz Peschke, Martin Hohner, Laura Palacios, Henry Meyer, Janna Horstmann und

Thieß Brammer in „Platonow“

Foto: Birgit Hupfeld

einzuläuten. Noch zwölf Rollen

weist die Freiburger Inszenierung

auf, in der Originalfassung sind

es mehr als 20. Dass Charaktere

wider besseres Wissen handeln,

ist nicht ungewöhnlich für Tschechow-Figuren,

doch Michail Platonow

(Martin Hohner) macht

wirklich keine halben Sachen.

Kaum eine Frau oder eine Beziehung,

die er nicht ruiniert, zuallererst

Sascha Iwanowna (Stefanie

Mrachacz), seine eigene Frau.

Man erinnere sich: der Mann ist

Dorflehrer, hat sogar das Studium

abgebrochen. Alle sind irgendwie

dünnhäutig und teilweise bewaffnet,

was keine wirklich gute Kombination

ist.

Dabei hat man noch nicht einmal

das Gefühl, Platonow würde

es in irgendeiner Weise genießen.

Stattdessen wird er, wenn wirklich

alles schon zu spät ist, sich

in seiner Schuld suhlen wie auf

einer schmutzigen Matratze, was

er auch ganz wörtlich tut. Sie liegt

auf einer Euro-Palette. Dieses Unentschiedene

ist nicht einmal melancholisch,

Martin Hohner gibt

ihm etwas Überdrehtes, so als ob

man es nur genügend überspielen

müsste, um es ungeschehen zu

machen. Reihum verzweifeln und

sterben Menschen, es ficht ihn wenig

an. Und weil die (männliche)

Hysterie so etwas wie der Grundton

dieser Inszenierung ist, fällt es

auch schwer den anderen Figuren

so etwas wie Tiefe zuzugestehen.

Bis ins Sprechen hinein ist diese

Inszenierung seltsam übersteuert,

manchmal wird geradezu albern

deklamiert.

Ziemlich am Anfang wird darüber

räsoniert, dass man sich in

der Vergangenheit Aufführungen

bis zum Ende angesehen hat. Es

klingt ein bisschen wie eine ironisch

gemeinte Drohung, denn

tatsächlich dauert die Inszenierung

über drei Stunden. Das ist

aber noch gut vier Stunden kürzer

Emotionsgeladenes Theatererlebnis

Goldonis „Weiberklatsch“ mit dem Theater Puck auf der Experimentalbühne im E-Werk

pause feierte jetzt ihre vom Kulturamt

geförderte Inszenierung

„Weiberklatsch“ auf der Experimentalbühne

im Freiburger E-

Werk Premiere.

Carlo Goldonis hier stark gekürzte

Komödie ist ein turbulentes

und mit all seinen Verwechslungen

und Verirrungen

klassisches Lustspiel á la Molière,

das in Venedig Mitte des 18.

Jahrhunderts spielt und den jungen

Schauspielschüler*innen eine

Steilvorlage für Expressivität und

Dynamik bietet, skizziert Vielschreiber

Goldoni hier doch ein

prallbuntes Sittengemälde mit

ganz unterschiedlichen Typen.

Regisseurin Nuscha Nistor macht

in sparsam-goldenem Licht ein lustiges

Märchen daraus, das durch

Gesangs-und Bewegungseinlagen

zu stimmungsvoll-vielschichtiger

E-Akkordeon-Musik zwischen

Musical, Commedia dell´arteund

Stummfilm-Ästhetik changiert.

Im Mittelpunkt stehen die

Frauen: Klug, geschwätzig und

offenherzig, mit jeder Menge

Temperament und Lebenslust.

Zu fünft sitzen sie schon gickelnd

auf der Bühne, während

das Publikum noch seine Plätze

sucht: In der Mitte die blondbezopfte,

kindliche Checca (Maya

Kenda) im grünen Kleid, rechts

davon in braun gestreiften Röcken

Krämerin Sgualda (Aurélia

Breyer) und Wäscherin Catte

(Caia David), links die feinen

Damen Beatrice (Perrine Martin)

und Elenora (Marlene Lickert) mit

Handschuhen und viel Dekolleté

(Kostüme: Nuscha Nistor). Noch

sind sie friedlich, schließlich feiert

Checca heute Verlobung mit

als die ungekürzte Fassung. Eine

Erleichterung ist das jedoch nicht,

allzu fern bleiben einem diese Figuren.

Weitere Vorstellungen:

5./6./13./20. und 27. November,

jeweils 19.30 Uhr und 28. November

19 Uhr im Großen Haus des

Theater Freiburg.

Annette Hoffmann

ihrem Bebbo (Lukas Kadlec)

– doch gleich gehen sie sich das

erste Mal mit wildem Geschimpfe

und Gekreisch gegenseitig an die

Gurgel. Symptom ihrer Animositäten

ist ein übles Gerücht, das in

den folgenden neunzig Minuten

seine Kreise zieht und fast eine

Katastrophe anrichtet.

„Checca ist nicht die leibliche

Tochter von Paron Toni, Checca

ist ein Bastard“ – lautet die Sensation,

die nun lustvoll von Ohr

zu Ohr getragen wird. Die Folge:

Häme, Misstrauen, Hochzeit

fast geplatzt. Große, junge Liebe

gegen Flüstergift und Konventionen

– klar, gibt’s trotzdem ein

Happy End! Bevor sich die Turteltäubchen

aber kriegen, wird die

Geschichte mit viel Tohuwabohu

verknotet und von clownesken Figuren

wie dem eitlen Geck Lelio

(Jan Saure), seinem Diener (Jannik

Sulger) und dem Dörrobsthändler

Musa (Melchior Meyer)

in Schwung gehalten. Requisite

braucht´s da keine: Es reichen

fünf schlichte, schwarze Hocker

und etwas Pantomime, um den

Fokus ganz auf das Schauspiel

zu richten. Das ist mitreißend

und quicklebendig. Dazu hat jede

Figur ein eigenes Lied, es gibt

Schabernack, Schmachterei und

Streit. Temperamentausbrüche

im Dampfkochtopf einer italienischen

Gerüchteküche…

Weitere Vorstellungen: 5./6.

November, 20 Uhr, 7. November,

18 Uhr. Experimentalbühne im

E-Werk. Karten unter www.puckfreiburg.de

Marion Klötzer

Goldonis „Weiberklatsch“ mitreißend und quicklebendig Foto: W. Nistor


kunst KULTUR JOKER 9

Francisco de Goya: „Hospital für Pestkranke (Hospital de apestados)“, 1808–1810, Öl auf Leinwand, 32,5 x 57, 3 cm, Sammlung Marqués de la Romana

Es zeigt sich

Die Fondation Beyeler kann mit einer großen Goya-Ausstellung aufwarten

Beinahe noch im Entree begegnen

wir dem Künstler selbst.

Er sitzt links im Bildraum während

er die Familie des Infanten

Don Luis malt. Die Szene wird

sich so oder so ähnlich 1783

abgespielt haben, im gleichen

und im nächsten Jahr entstand

das repräsentative Gemälde.

Im Zentrum ist die Infantin

zu sehen, der gerade die Haare

frisiert werden, ihr Mann sitzt

am Spieltisch. Obwohl Goya

viele Menschen auf dem Bild

vereint hat, wirken sie seltsam

beziehungslos, doch einige

schauen uns direkt an und ihre

Persönlichkeit scheint sich unmittelbar

mitzuteilen. Wenige

Jahre zuvor war Francisco de

Goya (1746 – 1828) Hofmaler

geworden. Und dies ist ja das

Überraschende an dem Maler,

dass er einerseits in Verbindung

zum Hof stand, und andererseits

vor allem durch seine

schonungslosen Darstellungen

von Kriegsgräueln und der Inquisition

zu einem Wegbereiter

der Moderne geworden ist. Die

Veröffentlichung seines Grafikzyklus

„Die Schrecken des

Krieges“ war ihm selbst zu heikel

geworden, sie erscheint erst

1862, Jahrzehnte nach seinem

Tod.

Nach coronabedingtem Hin

und Her ist die Goya-Ausstellung

also jetzt in der Fondation

Beyeler zu sehen. Man kann

sich nur unzureichend ausmalen,

welchen Aufwand das Museum

betrieben haben muss,

um insbesondere die vielen privaten

Leihgeber für diese Ausstellung

zu gewinnen. „Goya“

jedenfalls stillt die Schaulust

und da die Werke chronologisch

gehängt sind, bekommt

man zudem einen Einblick in

das Zeitalter Goyas, das durch

den Spanischen Erbfolgekrieg

und später den Unabhängigkeitskrieg

geprägt war. Die

conditio humana war zu Lebzeiten

Goyas ein wirklicher

Schrecken.

Doch es muss auch eine Lust

an dieser Entgrenzung gegeben

haben. 1797/98 entsteht der

„Hexenflug“, das Bild war von

den Herzögen von Osuna als

Dekoration für ihr Landhaus

in Auftrag gegeben worden,

heute hängt es im Madrider

Prado. Das Nachtstück zeigt,

wie sich mehrere Hexen Männer

bemächtigt haben und sie in

die Lüfte entführen. Zusammen

bilden sie einen unheimlichen

Luftreigen, aus dem spitze Hüte

ragen. Man weiß nicht, ob es

sich dabei um die Ketzer-Hüte

der Inquisition handelt oder ob

das Bild im Zusammenhang

mit einer Freimaurer-Loge

steht, die ihre eigene Überlegenheit

über die Unwissenheit

der anderen feiert. Goyas „Hexenflug“

jedenfalls könnte die

düstersten Träume eines Shakespeare-Dramas

illustrieren.

Und unter diesem Antagonismus

steht auch die Ausstellung.

Man sieht viel Gewalttätiges

im Zusammenhang mit der

Religion wie die Flagellanten-

Prozessionen der Brüderschaften,

deren Mitglieder sich die

Rücken blutig schlugen, aber

eben auch Inquisitionsverhöre.

Und dann sind da noch die

Grausamkeiten, die sich Menschen

gegenseitig antun, aus

den willkürlichsten Gründen,

weil sie etwas anderes glaubten

oder einfach nur Pech hatten.

Gleich zwei Mal begegnet den

Besucherinnen und Besuchern

der Ausstellung das Gesicht

eines Garottierten, der das

ganze Elend der Menschheit

zu verkörpern scheint. „Nichts,

es wird sich zeigen“ heißt eines

der Grafikblätter. Nichts, dem

Goya hier nicht Augenzeuge

wäre. Eine Reihe von Küchenstillleben

wirken wie eine malerische

Entsprechung dieser

detailierten Szenen. Dabei versprechen

die toten Waldschnepfen,

die Scheiben Lachs und die

Rotbrassen kein üppiges Mahl,

es ist eher der Tod, der uns hier

anblickt.

Doch es gibt auch die lichten

Momente in dieser Ausstellung.

Auch für sie ist der Mensch zuständig.

Es sind die Freunde des

Künstlers, Intellektuelle, Dichter,

Liberale, die er porträtiert

und denen man von Angesicht

zu Angesicht den Bau einer

anderen Weltordnung zutraut.

Oder die Herzogin Alba in

einem weißen Kleid, mit roter

Schärpe und roter Schleife am

Oberteil, die auch ihren kleinen

fluffigen weißen Hund ziert.

Den Titel vermerkt Goya auf

ihrem weißen Rock, so dass

jeder sehen kann, wer sich hier

zeigt.

Goya. Fondation Beyeler,

Baselstr. 101, Basel-Riehen.

Mo-So 10-18 Uhr, Mi 10-20

Uhr. Bis 23. Januar 2022.

Annette Hoffmann

Francisco de Goya: „Doña

Antonia Zárate y Aguirre“, um

1805, Öl auf Leinwand, 103,5

x 82 cm, National Gallery of

Ireland, Dublin, Schenkung,

Sir Alfred und Lady Beit, 1987

(Beit Collection)

© National Gallery of Ireland NGI.4539


10 KULTUR JOKER interview

nicht kannte. Die inhaltliche

Arbeit blieb dabei fast komplett

auf der Strecke.

Kultur Joker: Was haben Sie

gelernt?

Zietzschmann: Zunächst einmal

die Erkenntnis, dass man

nie weiß, was der nächste Tag

bringt. So lernt man auch,

Dinge mehr zu schätzen. Wir

wurden gefordert zu improvisieren,

anders zu denken und

zu planen, kurzfristiger zu reagieren.

Das war sicherlich eine

gute Schule für alle, weil wir

ja im Klassikbetrieb bislang

drei oder vier Jahre im Voraus

planen.

Kultur Joker: Wie stehen die

Berliner Philharmoniker heute

da?

Zietzschmann: Was Profil und

Ausstrahlung angeht, war das

Orchester in der Corona-Zeit

sicherlich ein echtes Vorbild.

Wir haben immer die ersten

Schritte getan – angefangen

mit dem Europakonzert am

1. Mai 2020 als erstem Fernsehkonzert,

dann mit der Testungsstrategie

und den damit

verbundenen reduzierten Abständen

auf der Bühne. Ein

besonderer Höhepunkt war

das Pilotprojekt im März 2021

mit eigenem Testzentrum zum

ersten Mal seit Monaten vor

1.000 Besucherinnen und Besuchern,

in dem wir gemeinsam

mit anderen Berliner Veranstalterinnen

und Veranstaltern

bewiesen haben, dass man

wieder vor Publikum spielen

kann: ein Hoffnungsschimmer

für die ganze Branche! Finanziell

hatten wir durch unsere

hohe Eigenwirtschaftsquote

von 60 Prozent große Defizite.

2021 prognostizieren wir ein

Defizit von 8 Millionen Euro,

können das aber durch die finanziellen

Hilfen von Bund

und Land ausgleichen.

Kultur Joker: Haben die

Orchestermitglieder weniger

Geld verdient?

Zietzschmann: Wir hatten

zwar letztes Jahr einige Monate

Kurzarbeit, konnten das

aber auf 100 Prozent aufstocken.

Aber natürlich konnten

alle Sonderprojekte, die extra

bezahlt werden, nicht stattfinden.

So gesehen hatte jedes

Orchestermitglied schon

spürbare finanzielle Einbußen.

Aber natürlich sind unsere Musikerinnen

und Musiker viel

besser abgesichert als die freie

Szene.

Kultur Joker: Sie sind im beschaulichen

Sankt Georgen im

Schwarzwald aufgewachsen

und haben dort in einem Jugendorchester

Geige gespielt.

Welche Beziehung haben Sie

zu Ihrer Herkunft?

Zietzschmann: Meine Heimat

hat mich stark geprägt. In der

Schule besaß die Musik einen

enormen Stellenwert. Wir haben

mit dem Schulorchester

viele Tourneen unternommen.

Schon damals konnte ich einiges

über organisatorische

Abläufe lernen. Natürlich

prägte mich auch die Landschaft.

Ich bin nach wie vor

sehr gerne dort, um meine Eltern

zu sehen.

Kultur Joker: Sie brauchen in

dieser unruhigen Zeit eine gute

Erdung. Hat diese Bodenhaftung

auch mit Sankt Georgen

zu tun?

Zietzschmann: Das kann gut

sein. Gelassenheit und innere

Ruhe waren für die Bewältigung

dieser enormen Herausforderungen

unerlässlich.

Dennoch bin ich an meine

Grenzen gekommen. Aber

diese Schwarzwälder Erdung,

dass man auch manches Mal

intuitiv die richtigen Entscheidungen

trifft, hat mir in

meinem Beruf sehr geholfen.

Kultur Joker: War Ihr beruflicher

Weg über Freiburg, Wien

und Hamburg zum Studium,

nach Berlin für das Management

des Mahler Chamber Orchestra,

nach Frankfurt zum

Hessischen Rundfunk, dann

Hamburg beim NDR und jetzt

wieder nach Berlin nicht auch

eine Flucht aus der Provinz,

die auch eng und eingrenzend

sein kann?

Zietzschmann: Menschen

aus dem Schwarzwald trifft

man überall auf der Welt. Wir

sind doch sehr offen, abenteuerlustig

und reisefreudig.

Im Schwarzwald sind enorme

Kreativität und Erfindergeist

zu Hause. Ich habe Sankt

Georgen nie als eng empfunden.

Aber wenn man mehr

Kultur und städtisches Leben

möchte, dann muss man natürlich

wegziehen.

Kultur Joker: Der neue Chefdirigent

Kirill Petrenko hatte

das Pech, in seiner ersten

Spielzeit von der Corona-Pandemie

ausgebremst zu werden.

In dieser Saison dirigiert er

unter anderem alle Tourneekonzerte.

Konnte er das Orchester

schon formen?

Zietzschmann: Durch die vielen

kleineren Formationen in

den Konzerten der letzten beiden

Jahre konnte er alle Musikerinnen

und Musiker sehr gut

kennenlernen. Mozarts „Gran

Partita“ für zwölf Bläser und

Kontrabass beispielsweise hätte

er im normalen Programm

nie einstudiert. Diese Nähe

war wichtig für Orchester und

Dirigent. Kirill Petrenko arbeitet

sehr am Klang und an

der Dynamik. Er schult das

Orchester gerade in der Kunst,

leise zu spielen. Er ist wirklich

detailbesessen – das tut den

Berliner Philharmonikern gut.

Jedes Orchestermitglied wird

extrem gefordert.

Kultur Joker: In dieser Saison

kommt das Orchester gleich

zweimal zu Residenzen ins

Festspielhaus Baden-Baden:

im November und zu den Osterfestspielen

2022. Ist das

Andrea Zietzschmann

Herbst-Gastspiel der Ersatz

für das Ersatzfestival, das im

Mai 2021 geplant war?

Zietzschmann: Genau. Wir

können das aber nur machen,

weil unsere im Herbst 2021

geplante Asien-Tournee nach

Japan, China und Taiwan abgesagt

wurde. So zeigen wir

in Baden-Baden doch noch

die bereits im Frühjahr fertig

geprobte Oper „Mazeppa“, die

eigentlich in der Inszenierung

von Dmitri Tcherniakov für

Ostern 2021 vorgesehen war,

konzertant in zwei Aufführungen.

Diese Tschaikowsky-

Oper ist relativ unbekannt

und auch für das Orchester

absolutes Neuland. Aber Kirill

Petrenko bewegt sich traumwandlerisch

in diesem Repertoire

und hat die Oper auch

schon einmal in Lyon dirigiert.

Es wird eine exemplarische

Interpretation dieses Werkes

geben – soviel darf ich versprechen.

Kultur Joker: Neben dem

russischen Repertoire wie der

10. Symphonie von Schostakowitsch

im November und den

weiteren Tschaikowsky-Opern

„Pique Dame“ und „Jolanthe“

bei den Osterfestspielen

2022 dirigiert Kirill Petrenko

beim kommenden Gastspiel

auch Frühromantik wie Mendelssohns

„Schottische Symphonie“

und Schuberts große

C-Dur-Symphonie.

Zietzschmann: Kirill Petrenko

hat für sich verschiedene

Programmlinien gesetzt – und

das deutsch-österreichisch

Kernrepertoire der Berliner

Philharmoniker ist ihm sehr

© Stefan Hoederath

wichtig. Mozart, Beethoven,

Mendelssohn, Schubert,

Brahms, Mahler, Strauss – die

gehören einfach zur DNA des

Orchesters.

Kultur Joker: Bei der ersten

Pressekonferenz, als Kirill Petrenko

vorgestellt wurde, hat

er auch von einer menschlichen

Nähe zu Ihnen gesprochen.

Wie kommen Sie nach

gut zwei Jahren gemeinsamer

Arbeit miteinander klar?

Zietzschmann: Das gegenseitige

Vertrauen ist weitergewachsen.

Durch die ständigen

Corona-bedingten Veränderungen

war der Austausch

zwischen uns vielleicht noch

enger als im normalen Konzertbetrieb.

Kultur Joker: War Kirill Petrenko

sehr frustriert, dass er

einige Herzensprojekte wie

den Baden-Badener „Fidelio“

2020, der ebenfalls schon fertig

geprobt war, nicht realisieren

konnte?

Zietzschmann: Natürlich war

er sehr enttäuscht – wie das

gesamte Orchester. Aber er ist

sehr professionell und pragmatisch

damit umgegangen. Sein

Blick geht immer nach vorne.

Kultur Joker: Vielen Dank für

das Gespräch. Vielleicht kommen

Sie ja mal wieder nach

Freiburg.

6./7.11.: Orchesterkonzerte

der Berliner Philharmoniker

(Leitung: Kirill Petrenko) im

Festspielhaus Baden-Baden,

10./12.11.: Mazeppa, 9./11.11.:

Kammermusik. www.festpielhaus.de


kunst KULTUR JOKER 11

Ästhetisch faszinierende

Bildwelten, die

nachdenklich machen

Katharina Sieverdings Fotokunst von den 1960er Jahren

bis heute im Museum Frieder Burda in Baden-Baden

Es ist eine ausgesprochen

selbstbewusste Frau, die einem

aus den großformatigen Fotos

entgegen blickt. Mal blau

metallisch leuchtend, wie in

der Serie „Transformer“, die

sich über alle Stockwerke des

Museums Frieder Burda zieht.

Oder ganz direkt in die Kamera

blickend als sähe sie den

Betrachter, wie in „The great

white way goes black“ und der

Wand aus 336 Fotos von Katharina

Sieverding und ihrem

Künstler-Lebensgefährten

Klaus Mettig („Motorkamera“,

1973-74). Unter dem Titel „Die

Sonne um Mitternacht schauen“

bietet das Museum Frieder

Burda in Baden-Baden bis zum

9. Januar eine weit gefächerte

Übersicht über Katharina Sieverdings

Fotokunst, vom Ende

der 1960er Jahren bis heute.

Ihre Arbeiten sind raumfüllend,

die Farben oft leuchtend.

So plakativ die Fotos auf den

ersten Blick wirken, so verwirrend

sind sie, wenn man

anfängt nachzudenken. Und

manches erhält nach Jahrzehnten

eine neue, aktuelle

Deutung. Auf einem der Bilder

sieht man Mao einen afrikanischen

Staatsgast begrüßen.

Heute hat China über Handelsund

Kreditverträge seine Vorherrschaft

in Afrika gesichert.

Nicht, dass die Künstlerin

einem eine bestimmte Interpretation

aufdrängen würde.

Sieverding ist eine Meisterin

wenn es darum geht, Zusam-

Katharina Sieverding: Großfoto XIII/79 „We have friends all over

the world“ 1979 Digitaldruck 252 x 356 cm © Katharina Sieverding,

VG Bild-Kunst Bonn 2021

Foto: © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst Bonn 2021

menhänge und Gegensätze

aufzuzeigen.

In „Global Desire II“ von

2017 überblendet sie das Foto

des Flüchtlingslagers Zaatari

an der syrisch-jordanischen

Grenze mit einer Aufnahme

von zwei russischen Soldaten,

die einen Jagdbomber

mit einem Sprengsatz beladen.

„Gefechtspause II“ besteht

aus einer Überblendung

zweier Pressefotos: eines von

der Eröffnung einer großen

Konferenz durch den chinesischen

Staatschef Xi Jinping

und eine Aufnahme von Polizisten,

die in den USA vor

Demonstranten knien. In beiden

Fällen sind Regierung

und Volk keine Einheit. China

unterdrückt massiv die Demokratiebewegung

in Hongkong,

in den USA fühlen sich People

of colour diskriminiert. Hinzu

kommt, dass viele Menschen

in beiden Ländern, immerhin

die amtierenden Großmächte

dieser Welt, in Armut leben.

So unterschiedlich China und

die USA sind, in diesen Dingen

offenbaren sich Ähnlichkeiten.

Katharina Sieverding hat

sich als 68erin und Beuys-

Schülerin natürlich immer mit

Politik auseinandergesetzt.

Ihre Kunst geht allerdings

darüber hinaus. Ästhetisch

faszinierende Bildwelten hat

die Künstlerin in den Werken

geschaffen, in denen sie mit

Röntgentechnik gearbeitet hat. Als Tochter eines Radiologen

kennt sie keine Scheu

vor Röntgenstrahlen, sondern

setzt sie für raffinierte Effekte

ein wie die rotgolden leuchtende

Silhouette eines Menschen,

der auf einem geraden Strich

balanciert. In der Reihe der

„Steigbilder“, 1997 auf der Biennale

in Venedig vorgestellt,

scheint die Röntgenaufnahme

eines menschlichen Schädels

in Flammen zu stehen.

Nicht zuletzt greift die

Künstlerin nach den Sternen.

Als Resultat erscheint eine

blaue Sonne auf der Fassade

des Museums. Und wie in eine

strahlend blau ummantelte

Seifenblase eingehüllt, lässt

Sieverding die „Interplanetarische

Arbeitsbesprechung zur

Weltraumzukunft“ erscheinen.

Katharina Sieverding: „ The great white way goes black“, IX/1977, Farbfotografie,

Acryl, Stahlrahmen 300 x 500 cm Installationsansicht der Ausstellung: Katharina

Sieverding – „Close Up“, KW Institute for Contemporary Art Berlin, 2005

© Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Katharina Sieverding „Eigenwerbung“, 1967-1969, digitale Bildprojektion © Katharina Sieverding,

VG Bild-Kunst Bonn 2021 Foto: © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst Bonn 2021

Der rotglühende Planet auf

dem schwarzen Bildschirm

basiert auf nicht weniger als

200.000 NASA-Daten aus dem

Zeitraum 2011 bis 2014. Dank

des NASA-Satelliten SDO und

Katharina Sieverding können

Ausstellungsbesucher zu den

Öffnungszeiten „Die Sonne

um Mitternacht schauen“. Man

kann die reine Schönheit der

Sonne in diesen digitalen Filmprojektionen

genießen. Oder

über den Klimawandel und die

Endlichkeit der Ressourcen der

Erde nachdenken.

„Katharina Sieverding. Die

Sonne um Mitternacht schauen“,

Museum Frieder Burda,

Baden-Baden, Di-So 10-18

Uhr. www.museum-friederburda.de.

Bis 09.01.2021

Nike Luber

Schopfheimerstraße

2


12 KULTUR JOKER KUNST

Bewegende Kunst gegen das Vergessen

Bilder des Malers Alexander Dettmar in der Katholischen Akademie Freiburg und der Synagoge in der Nussmannstraße

Alexander Dettmar und Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg, vor dem

Bild der ehemaligen Freiburger Synagoge

Foto: Erich Krieger

Die Auseinandersetzung mit

Architektur steht im Zentrum des

künstlerischen Schaffens des Malers

Alexander Dettmar. Inspiriert

von der Ausstrahlung spezieller

Bauwerke bringt er seine Interpretationen

zumeist direkt vor Ort

im Freien auf die Leinwand, in seinem

Stil und fernab von jeder naturalistischen

Wiedergabe. So war

er 1992 vom Wiederaufbau der in

der Pogromnacht am 9. November

1938 von einem Nazi-Mob teilweise

und später durch einen Bombenangriff

erheblich zerstörten

Neuen Synagoge in der Oranienburger

Straße in Berlin tief beeindruckt.

Über 1400 dieser markanten

architektonischen Zeichen

jüdischen Lebens in Deutschland

wurden vom November-Terror

1938 von den Nazis demoliert, zerschlagen

oder verbrannt. Auf der

Suche nach Überresten, zum Beispiel

in der Stadt Güstrow, stellte

Dettmar fest, dass in den meisten

Fällen nichts oder höchstens kleine

Gedenktafeln an die Synagogen

erinnerten und diese einstigen

Zeugnisse jüdischer Kultur aus

den deutschen Städtebildern und

somit auch aus dem Bewusstsein

der Menschen so gut wie verschwunden

waren. Gegen diesen

ungeheuren Verlust wollte er sich

mit seinen Mitteln stemmen. Er

recherchierte Pläne, Zeichnungen

oder alte Fotos der Bauwerke, besichtigte

deren ehemalige Standorte,

sprach mit Zeitzeugen und

machte sich an die Arbeit. Seine

Vision war ein schöner Raum

voller Bilder, die diese zertrümmerten

Kultstätten wenigstens malerisch

„wiederauferstehen“ lassen

und so an die an ihnen und ihren

Gemeinden verübten Verbrechen

erinnern sollten. Im Laufe von

mehr als 20 Jahren hat Dettmar

über 150 Bilder von ehemaligen

Synagogen aus Deutschland und

anderen Ländern entstehen lassen,

die seither in zahlreichen Ausstellungen

in der gesamten Republik

zu sehen sind.

Noch bis 17. Dezember sind ein

großer Teil seiner Werke in der

Katholischen Akademie in Freiburg

und einige großformatige

Bilder in der Synagoge der Israelitischen

Gemeinde Freiburg in

der Nussmannstraße ausgestellt.

Beide Institutionen zeichnen für

diese Ausstellung gemeinsam

verantwortlich, die mit der Unterstützung

der Erzbischof Hermann

Stiftung ermöglicht wurde und

sie ist Bestandteil der zahlreichen

bundesweiten Veranstaltungen im

Festjahr 2021 zur Erinnerung an

„1700 Jahre Jüdisches Leben in

Deutschland“.

Dettmars Bilder sind in vorwiegend

erdigen, dumpfen Farben

gemalt, das Weiß der Wände

erscheint an vielen Stellen beschmutzt,

die Lichtstimmung eher

fahl und kalt. Er verbannt jede Ornamentik

oder anderes Schmuckwerk,

Menschen kommen nicht

vor, alles ist auf das Nötigste reduziert.

Auf den meisten Bildern

sind die Synagogen freigestellt,

erscheinen monolithisch ohne

ihre umgebende Örtlichkeit. Dem

Betrachter wird keine Chance gegeben,

in kulinarischen Kunstgenuss

zu flüchten – das Bauwerken

und Menschen angetane Grauen

ist unsichtbar mitgemalt. Der

Freiburger Kulturmanager und

Publizist Bernd Kauffmann hat

dies in seiner Rede zur Eröffnung

der Ausstellung so formuliert:

„Dettmars Bilder zerstören jede

Schönschauerei und beim stillen

Betrachten seiner hoffnungslosen

Markierungen aller Restbestände

des Menschlichen flüstern sie

uns die Worte aus des großen

jüdischen Lyrikers Paul Celan

Gedicht „Die Todesfuge“ nah ans

Ohr: „…der Tod ist ein Meister aus

Deutschland sein Auge ist blau er

trifft dich mit bleierner Kugel er

trifft dich genau…der Tod ist ein

Meister aus Deutschland…“.

Die Bilder in der Synagoge der

Israelitischen Gemeinde in der

Nussmannstraße sind von So bis

Do, 10 bis 15 Uhr zu besichtigen.

Die Ausstellung in der Katholischen

Akademie Freiburg,

Wintererstraße 1, ist montags bis

freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr

geöffnet. Bis 17.12.2021

Erich Krieger

Jüdisches Leben in Breisach

Neue Dauerausstellung im Blauen Haus Breisach eröffnet

In dem denkmalgeschützten

historischen Gebäude der Gedenk-

und Bildungsstätte Blaues

Haus Breisach kann man in den

ehemaligen Wohnräumen einen

lebendigen Eindruck bekommen,

wie die Kantorenfamilie

Eisemann hier 1931 lebte, wie

die Kinder aufwuchsen inmitten

einer lebendigen jüdischen

Gemeinde und einer noch guten

christlich-jüdischen Nachbarschaft.

Das ehemalige Gemeindezimmer

wird so gezeigt, wie die

verfolgte Gemeinde es Anfang

1939 heimlich einrichtete: als

Betraum, Ersatz für die Synagoge.

Acht Hörspiele machen

dieses später zerstörte Miteinander

lebendig (in deutscher

und englischer Sprache).

Die Corona-Zwangspause für

Gäste im Blauen Haus nutzte

das Team für die Entwicklung

von digitalen Formaten (youTube-Kanal

und Webseite www.

blaueshausbreisach.de) und die

Vorbereitungen für einen weiteren

Teil der Dauerausstellung.

Dieser zeigt seit Mai diesen

Jahres im ehemaligen Schlafzimmer

von Clara und Michael

Eisemann, was aus den Familienmitgliedern

während der Verfolgung

und danach geschah.

Der Raum „Nach der Shoah“ ist

Objekten gewidmet, die Holocaustüberlebende

und ihre Angehörigen

dem Blauen Haus in

20 Jahren anvertraut haben.

Im Garten des Blauen Hauses,

neben der Stadtmauer aus dem

14. Jahrhundert, wurde jetzt die

neue Dauerausstellung „GURS

1940. Die Deportation und Ermordung

der südwestdeutschen

Jüdinnen und Juden“ bilingual

und open-air eröffnet.

Zu der vom Haus der Wannseekonferenz

Berlin kuratierten

neuen Wanderausstellung, die

mit Verspätung im April 2021

in der französischen Botschaft

in Berlin eröffnet wurde, haben

viele Akteure aus Rheinland-

Pfalz, dem Saarland und Baden

beigetragen. Das Blaue Haus

zeigt im Garten die Ausstellung

in einer gekürzten Fassung und

durch zehn Tafeln erweitert, die

die Breisacher Perspektive in

den Fokus rücken. Die Freiburger

Historiker Dr. Robert Neisen

und Dr. Bernd Hainmüller

haben im Auftrag des Blauen

Hauses und mit Unterstützung

des Archivs für Stadtgeschichte

Breisach neue Forschungsergebnisse

erarbeitet, die nun

vorgestellt werden. Dazu gehören

die 300jährige Geschichte

der dritten Jüdischen Gemeinde

Breisach und die gute jüdischchristliche

Nachbarschaft über

lange Zeit, die Machtübernahme

der Nationalsozialisten in

Breisach 1933 und die Evakuierung

mit Kriegsbeginn sowie

die wenig bekannte Deportation

vor der Deportation der Breisacher

Juden im August 1940 nach

Rufach im Elsass.

Das Team des Blauen Hauses

freut sich auf Besucher*innen

der Ausstellungen oder Gäste,

die einen Gang durch das ehemalige

jüdische Viertel mit Synagogenplatz

und Altem Friedhof

machen möchten. Für alle

Altersgruppen werden Workshops

zu verschiedenen Themen

angeboten.

Öffnungszeiten: Mi und So, 14

bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.

blaueshausbreisach.de, www.

gurs1940.de, www.gedenkstaetten-suedlicher-oberrhein.de

In- und Outdoor gibt die

Ausstellung Einblicke in die

Deportation und Ermordung

südwestdeutscher Jüdinnen

und Juden

Foto: Blaues Haus Breisach


Kunst KULTUR JOKER 13

Fern der Städte

Das Kunstmuseum Basel zeigt Camille

Pissarro als einen Begründer der Moderne

Es würde zu kurz greifen,

Camille Pissarro, dem Maler

des Ländlichen, Edgar Degas,

dem Maler der Stadt gegenüberzustellen.

Pissarro konnte

beides und als er in den 1890er

Jahren sich für Wochen und

Monate in Hotels einmietete,

um etwa den Boulevard Montmartre

oder die Seine-Kais

von Rouen zu malen, machte

sich dies für Pissarro durchaus

bezahlt. Die Bilder, die von der

Dynamik und Lebenslust der

Städte gespeist waren, Handel

und Mobilität vorführt, waren

ein kommerzieller Erfolg.

Erstmals litt die große Familie

keine wirtschaftliche Not.

Doch der 1830 geborene

Camille Pissaro begann seine

künstlerische Laufbahn mit

dem Widerstand gegen Autoritäten.

Wäre es nach seinen Eltern

gegangen Camille Pissaro

hätte das Geschäft der Familie

auf der Antilleninsel St. Thomas

übernommen. Doch so

zog Pissarro 1855 nach Paris,

um zu malen. Dort bemühte er

sich nicht etwa um Anschluss

an der Akademie oder eine

bekannte Schule, sondern besuchte

die Académie Suisse,

die trotz ihres Namens ein offenes

Atelier war. Hier lernt er

Claude Monet, Paul Cézanne

und Armand Guillaumin kennen.

Es ist kein Zufall, dass

im Kunstmuseum Basel viele

Szenen aus dem bretonischen

Dorf Montfoucault zu sehen

sind. Mit seiner Familie verbrachte

er viel Zeit bei dem

Maler Ludovic Piette, mit

dem er befreundet war. Vielleicht

liegt es an dieser Liebe

zum Ländlichen, was ihn im

Vergleich zu seinen Kollegen

weniger bekannt werden ließ.

Sein Misstrauen gegenüber

der herrschenden Meinung

sollte sich immer wieder äußern.

So war Camille Pissarro

ein überzeugter Anarchist, der

die Bewegung auch durch Bilderspenden

unterstützte und

er nahm Partei in der Dreyfus-

Affäre ein, 1894 flieht Pissarro,

der selbst aus einer jüdischen

Familie stammte, nach Belgien,

kann jedoch bald wieder

nach Frankreich zurückkehren.

Und nicht zuletzt ist es

seine impressionistische Malweise,

die sich vom vorherrschenden

akademischen Stil

unterschied.

In Hotelzimmern zu malen,

wäre Pissarro lange nicht in

den Sinn gekommen. Tatsächlich

hatte er im Alter Probleme

mit den Augen bekommen,

und auch zuvor schon als er

die pointillistische Malweise

annahm, zog er sich zum

Arbeiten ins Atelier zurück.

Doch Camille Pissarro war

eigentlich überzeugter Pleinair-Maler,

ganz im Sinne des

Impressionismus. 1873 etwa

malt er ein Kohlfeld, das aufgrund

des „nicht bildwürdigen

Motivs“ auf Ablehnung stößt.

Der Titel der Ausstellung im

Kunstmuseum Basel „Das

Atelier der Moderne“ geht daher

ein bisschen fehl. Es gibt

sie die Kooperationen mit Edgar

Degas und Mary Cassatt

(mehr von ihr ist derzeit in der

Fondation Beyeler zu sehen).

Das Trio schafft Drucke, aber

auch Entwürfe für Fächer, die

sich auf das städtische Leben

beziehen. Doch Pissarros Atelier

ist eigentlich das Land. Er

malt Frauen bei der Apfelernte,

Camille Pissarro: „Portrait de Félix Pissarro“, 1881, Öl auf Leinwand,

© Tate Images

eine Mutter, die mit der Feldarbeit

beschäftigt ist mit ihrem

Kind, eine Frau mit einem ausgesucht

hübschen Kopftuch.

Die charakteristischen, kegelförmigen

Heuhaufen, wie sie

auch Monet gemalt hat. Ein

bisschen scheint es, als hätten

die Menschen in Paris Freizeit,

die sie mit Theater, Restaurantbesuchen,

Feiern verbrächten,

während das Leben auf dem

Land ausschließlich aus Arbeit

besteht. Pissarro wird sich

dieser Bedeutung bewusst gewesen

sein. Eine anonyme Fotografie

zeigt ihn und weitere

neun Familienmitglieder auf

einem Heuhaufen sitzend und

lagernd. Das Landleben war

nicht nur ein idyllisches Motiv,

es trug auch zum Lebensunterhalt

der Familie bei.

Was die Basler Ausstellung

veranschaulicht, ist der enge

Zusammenhalt der Impressionisten,

die sich draußen zum

Malen trafen und oft die Staffelei

nebeneinander aufstellten.

Indem das Kunstmuseum

Basel nicht ausschließlich

Werke von Pissarro zeigt, sondern

auch Vergleichsbeispiele

seiner Kollegen, wird deutlich,

was ihn auszeichnete: den

Menschen in der Landschaft

und eine Malweise, die oft

flächiger ist als die der anderen

Impressionisten. Da sind

Verwandtschaften, doch wie

Pissarro etwa Stillleben mal,

in Basel ist eine Reihe mit

Chrysanthemen in einer chinesischen

Vase, mit Birnen sowie

Äpfeln vor immer der gleichen

Tapete mit dem Rosenmuster,

sollte man gesehen haben.

Camille Pissarro, Das Atelier

der Moderne. Kunstmuseum

Basel, St. Alban-Graben

16, Basel. Dienstag bis Sonntag

10.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch

10.00 bis 20.00 Uhr. Bis

23. Januar 2022.

Annette Hoffmann

Offene Werkstatt

Do–So 03.–06.12. / Do–So 10.–13.12

jeweils 12–18 Uhr

und nach Absprache jederzeit möglich

Mit Arbeiten von

Sebastian Derksen, München

Im großen Atelierraum mit

Hygienekonzept können wir uns sicher

begegnen.

Ich freue mich auf Sie!

Camille Pissarro: „Les Glaneuses“, 1889, Öl auf Leinwand,

© Kunstmuseum Basel - Jonas Haenggi

Burgdorfer Weg 19, 79108 Freiburg

Tel: 0761–2859954, info@saskia-derksen.de

www.saskia-derksen.de


14 KULTUR JOKER kunst

Zeichen lesen

Im Freiburger PEAC Museum kann man sich auf „Spurensuche“ machen

Richard Long: „Clod, Spring, Circle“, 1994, Neandertalsteine, 200 cm Durchmesser

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Bernhard Strauss

Es beginnt in Raum zwei und

setzt sich fort bis zum Raum

sechs: papierne Kreise in Türkis

und Bronze. Für Konfetti sind

sie zu groß, um ein Zufall zu

sein, zu viele. Die ausgestanzten

Kreise gehören zur Arbeit „Silberbuch_Aussaat

I“ des Künstlerpaares

Hösl-Mihaljevic. Auf

der Tischplatte liegt nicht nur das

Künstlerbuch aus, sondern auch

einzelne dieser Kreise neben Pinzetten

und Aufforderungen, wie

sich die Besucherinnen und Besucher

zu verhalten haben. „Silberbuch_Aussaat

I“ ist nach einem

Paris-Aufenthalt entstanden,

bei dem Andrea Mihaljevic und

Stefan Hoesl die Stadtvillen von

Le Corbusier in der Hauptstadt

erkundeten. In der Publikation

sind sie als solche nicht zu erkennen,

zu verfremdet sind die Ausschnitte,

hinzu kommt, dass die

Seiten durchlöchert sind. „Silberbuch_Aussaat

I“ ist in der aktuellen

Ausstellung „Spurensuche“

des Freiburger PEAC Museum

zu sehen und es veranschaulicht,

dass es hilft zu wissen, was man

sucht, um eine Spur als solche

zu erkennen. Im Falle von Hösl-

Mihaljevic sind die ausgestanzten

Kreise eine Leimrute, die zur eigentlichen

Arbeit führt, aber auch

deren Samen, der diese erweitert.

Mit solchen Rückkoppelungen

ist in der Ausstellung zu rechnen.

Die Gruppenschau deckt ein

ganzes Spektrum an Bedeutungsmöglichkeiten

ab, was eine Spur

sein kann. Bernd Völkle etwa hat

die gesamte Installation von 94

Zigarrenschachteln den „lieben

Kollegen“ gewidmet. Und die haben

sich wirklich eingeschrieben

in das Werk Völkles. Eine der

„Romeo y Julieta“-Schachteln

ist Paul Gauguin gewidmet, eine

Reproduktion eines Blumenstraußes

des französischen Malers ist

in die Box eingeklebt. In einer anderen

entdeckt man auf einer Keramikscheibe

helle konzentrische

Kreise, vielleicht die Unterseite

eines Topfes, jedenfalls eine Anspielung

auf Jasper Johns‘ Targets.

Doch diese gewitzten Spielereien

spiegeln auch das Kulturleben

der Region, insbesondere von

Basel, ab, selbst jüngste Ausstellungen

wie die von Kara Walker

im Kunstmuseum Basel haben

hier ihre Spuren hinterlassen. Bei

Florian Thate wiederum ist das

Spurenlesen eine konzeptuelle

Übereinkunft mit sich selbst. Auf

unzähligen City Walks hat der

Freiburger Künstler Schreibgeräte

aller Art gefunden und diese

einerseits zu Spuren erklärt, sie

andererseits in sein Werk rückgeführt.

So benutzte er sie als Farbmaterial

für seine Zeichnungen.

Während er anderen Objekten wie

Schlüssel oder abgebrochenen

Klingen und Schraubenziehern

mit Klebeband Griffe zufügt und

sie so zu Werkzeugen machte, mit

denen er MDF-Platten bearbeitete.

Und auch bei diesem Prozess

des Gravierens, der mit der Ermüdung

des Werkzeugs oder der eigenen

endet, wird Kunstschaffen

zu einer Erfahrung von Zeit und

Raum.

Spuren können unwillkürliche

Lebensbezeugungen sein oder

auch Selbstvergewisserung. Und

unterstellt man nicht der Kunst,

Spur sein zu wollen, auch über

die individuelle Lebenszeit hinaus.

Die Ausstellung, die diesen

Linien folgt, macht dies geradezu

leichtfüßig. So übersetzt Karoline

Bröckel die Flugbahn von

Vögeln am Himmel oder das

Fallen niedergehenden Regens

auf das Papier. Auf dem Papier

lässt sich dies nur durch Titel wie

„o.T. (Schwalbe)“ oder „o.T. (Musik)“

entziffern. Der Ausschlag

der Linie bleibt abstrakt und unverbunden

zur sinnlichen Erfahrung

fliegender Vögel oder einer

Komposition. Und Tobias Heine

erklärt eine ganz alltägliche Erfahrung

zur Zeichnung. So hat

er wochenlang einen gefalteten

Zettel in seiner Jeans getragen –

wie eine vergessene Einkaufsliste.

Das Indigo hat den Falz sattblau

eingefärbt, aber auch größere Flächen.

Auslöser und Wirkung stehen

hier in einem folgerichtigen

Verhältnis.

Spurensuche. PEAC Museum.

Robert-Bunsen-Str. 5, Freiburg.

Di bis Fr 11 bis 17 Uhr, Sonntag

und Feiertage 11 bis 17 Uhr. Bis

20. Februar 2022.

Annette Hoffmann

Transformationen

Im Kunsthaus L6 ist eine Ausstellung der Paul Ege Kunstpreisträgerin Laura Sacher zu sehen

Nur, weil wir seit einer gefühlten

Ewigkeit in pande-

StaatsweinguT

freiburg

Weine der

Spitzenklasse

Merzhauser Str. 119, 79100 Freiburg

Mo. – Fr. 10.00 – 19.00 Uhr

Sa. 10.00 – 16.00 Uhr

Tel. 40165 4310 • Fax 40165 4311

www.staatsweingut-freiburg.de

mischen Zeiten leben, heißt das

ja nicht, dass nichts passiert.

Bei Laura Sacher jedenfalls

hat sich viel verändert. Als sie

2020 mit dem Paul Ege-Kunstpreis

auszeichnet wurde, war

noch nicht daran zu denken,

dass die dazugehörige Ausstellung

im Kunsthaus L6 verschoben

werden musste. Doch

zwischenzeitlich ist sie nicht

nur Mutter geworden, sondern

lebt auch auf dem Mannheimer

barac-Gelände. Auf dem ehemaligen

Militärareal ist unter

der Federführung von Myriam

Holme und Philipp Morlock

eine Lebens- und Wohnform

entstanden, die auf Kunst und

Kollaboration beruht.

Auch für ihre Preisträger-

Ausstellung im Kunsthaus L6

ist dies von Belang. Denn da

sind einerseits die amorphen,

durchbrochenen Tonobjekte,

die es ohne barac nicht gegeben

hätte. Auf dem Gelände

hat Laura Sacher eine Tongrube

entdeckt, die sie für ihre

Arbeiten nutzt. Andererseits

beruht die Schau auf der Kollaboration.

So hat sie die Wandverschalung

im Ausstellungsraum

abgenommen, so dass die

ursprüngliche architektonische

Situation wiederhergestellt

wurde. Die Verkleidung ist

Teil einer Installation und Display

für die Tonobjekte und auf

Fotos ist sie als Rampe eines

Transporters zu erkennen, der

zur Vernissage vor dem Kunsthaus

stand. Ein anderes Foto

zeigt ihn am Mannheimer Hafen.

Er ist Transporter der Arbeiten

der befreundeten Künstlerinnen

und Künstlern, aber

zugleich auch deren Display:

eine Liste an der Wand führt

neben der Künstlerin selbst Viviana

Abelson, Jochen Hautzdorf,

Linda Nadji und Claudia

Mann auf. Ihre Arbeiten sind

zwar im Raum nicht präsent,

überhaupt dokumentiert die

Ausstellung mehr eine Geste

und die Haltung der Künstlerin

als dass sie als Ausstellung

autark funktionieren würde,

doch sie zeigt, es passiert viel,

auch wenn alles stillzustehen

scheint.

Blick in die Ausstellung der Preisträgerin Laura Sacher im

Kunsthaus L6

© Laura Sacher

Laura Sacher. Paul Ege

Kunstpreis. Kunsthaus L6, Lameystr.

6, Freiburg. Do/Fr 16-

19 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr. Bis 7.

November.

Annette Hoffmann



16 KULTUR JOKER KUNST

Die Abwesenheit des Bildes

Martin Bruno Schmid zeigt im Kunstverein

Kirchzarten die Ausstellung „Blanko“

Der Raum als Herausforderung.

Der Kunstverein Kirchzarten

bespielt bereits seit 44

Jahren die alte evangelische

Kirche, ein Ort, der aufgelassen

wurde, als die Gemeinde einen

größeren Neubau am Dorfrand

erhielt. Dieser ehemalige Kirchenraum

stellt alle, die darin

ausstellen und sich darauf einlassen

vor die Frage, wie damit

umzugehen sei. Der aus Stuttgart

stammende Maler und

Konzeptkünstler Martin Bruno

Schmidt setzt sich schon lange

mit Räumen auseinander, auch

mit Kirchenräumen, jüngst in

Waldkirch, wo er einen kirchlichen

Gestaltungsauftrag ausführte.

Für seine Ausstellung

im Kunstverein Kirchzarten

geht der Künstler, der an der

Freiburger Pädagogischen

Hochschule eine Dozentur inne

hat, auf die besondere Raumsituation

der ehemaligen Kirche

ein und hat eine, wie er selbst

es formuliert, „dezente und exquisite

Lösung“ gesucht. Sofort

beim Eintritt in die Ausstellung

wird spürbar, diese Lösung hat

er gefunden.

Der Raum leuchtet, alle Arbeiten

an den Wänden sind in

Weiß-, Grau-, Silbertönen. In

der Apsis unter der Fensterblume

hängt zentral ein leerer

Rahmen, ausgebohrt aus einer

5 cm dicken, kompakten Aluminiumplatte.

Der Innenrand

ist glatt, der Außenrand verschnörkelt.

Die Schnörkel entstehen

durch Ausbohrungen

mit leistungsstarken, unterschiedlich

dicken Bohrern.

Man sieht die Arbeitsspuren

und stellt sich den Entstehungsprozess

mühsam, zeitintensiv

und mit viel Lärm verbunden

vor. Das Ergebnis ist ein silbern

glänzendes Wandobjekt

mit dem Titel „Ausbohrung“,

das aussieht wie ein leerer Rahmen,

dem das Bild abhandengekommen

ist. Was eingerahmt

wird, ist lediglich ein Stück

der Wand. Nichts ist an diesem

Wandstück besonders, es ist

einfach nur die Wand so wie

sie ist, mit allen Macken und

Unebenheiten, nicht mehr und

Sehnsuchtsorte

7.10. – 4.12.2021

nicht weniger. Durch

die Umrandung erfährt

der Wandausschnitt,

der genauso

gut auch ein anderer

sein könnte, seine

Besonderheit. Darin

könnte man eine

versteckte Botschaft

vermuten, gleichsam

als Aufforderung

verstehen, sich kein

Bildnis zu machen,

vielleicht auch, sich

nichts vorzumachen

oder auch genau hinzusehen,

was da ist.

Die Abwesenheit

des Bildes beschäftigt

den Künstler

schon seit seinen

Studienjahren beim

Kon z e pt k ü n stle r

Joseph Kosuth an der

Kunstakademie in

Stuttgart. In Kirchzarten

zeigt er eine

Arbeit, die seit 1996

bis heute als „work in

process“ immer weitergeführt

wird, sie

heißt „Facepeelings“.

Was wie abstrakte, hochformatige,

immer gleich gerahmte

Gemälde aussieht, sind tatsächlich

Zeitschriftenmagazine

mit abgeschliffenem Cover.

Die Hochglanzmagazine vom

Kiosk mit den perfekten Covergirls,

Schönheiten aus der

Retorte, nichts davon ist noch

zu erkennen. Durch Abschleifen

bis auf die unterste Schicht

wird das Bild ausgelöscht und

das Weiß des Papiers freigelegt.

Was durchscheint ist die

ROLF ESCHER

atelier4e.de/galerie

Martin Bruno Schmid bei der Vernissage

Foto: Christiane Grathwohl

Reklame auf der Innenseite. Es

ist eine künstlerische Korrektur,

ein Auslöschen der Scheinwelt

von Life-Style und Botox.

Freilegen und Durchdringen,

durchaus im übertragenen Sinn

gemeint, sind zwei Charakteristika

der Kunst von Martin

Bruno Schmid. Es wird gebohrt,

geschliffen und mit dem

Bleistift perforiert. Die tieferen

Schichten werden hervorgeholt

und Öffnungen herbeigeführt.

Eine Kunst, bei der kein Pinsel,

keine Farbe zum Einsatz

kommt. Selbst mit dem Bleistift

wird nicht gezeichnet,

sondern Löcher ins Papier gestochen.

Was sich ein wenig

martialisch und technisch anhört,

erzeugt genau das Gegenteil:

poetische, farbzarte Werke

entstehen, eine nachdenkliche

und hinterfragende Kunst, die

Sinne und Geist herausfordert.

Ästhetische Freude und Lust an

Schönheit kommen bei allem

Hintersinn nicht zu kurz.

Am 14. November um 18

Uhr hält der Künstler in der

Ausstellung unter dem Titel

„Fast Nichts?“ einen Vortrag

über seine realisierten und

un-realisierten Kunst-am-Bau-

Projekte. Das sollte man sich

nicht entgehen lassen.

„Blanko“, Kunstverein

Kirchzarten. Geöffnet:

Fr|Sa|So 17 bis 19 Uhr. Bis

14.11.2021

Christiane Grathwohl

MUSEEN & AUSSTELLUNGEN

REGIONAL, NATIONAL, INTERNATIONAL

FREIBURG

Archäologisches Museum Colombischlössle

- „freiburg.archäologie - Leben vor der

Stadt“-09.01.22

Atelier 4e Galerie

- „Rolf Escher: Sehnsuchtsorte“-04.12.

Augustinermuseum

- „Johann Baptist Kirner. Der Blick des

Zeichners“-30.01.22

- „Johann Baptist Kirner. Erzähltes

Leben“27.11.-27.03.21

Beschläge Koch

- „Anja Braun: Variations of Presence“

04.11.-31.12.

Carl-Schurz-Haus

- „X Bonnie Woods: Workers at

Ground Zero“ -06.11.

depot.K

- „Mitgliederausstellung des BBK“

-13.11.

Die Nr. 9

- „Jacques Thomann“-18.12.

Elisabeth Schneider-Stiftung

- „Appelt - Bernhard - Rennertz:

Fotografie und Skulptur“-26.02.22

Erich-Lexer-Klinik

- „Andrea Grimm“ -14.01.22

E-Werk

- „Vikenti Komitski, Patrick Goddarf:

Urban Ecologies“-07.11.

- „Regionale22: Anas Kahal: between

war and sea“27.11.-16.01.22

- „Regionale22: Material Worlds -

Storied Matters“ 27.11.-16.01.22

Faulerbad

- „Kunst auf der Liegewiese“-21.05.22

Galerie Albert Baumgarten

- „Walter Moroder: Dalonc“ -20.11.

Galerie im Alten Wiehrebahnhof

- „Freiburger Jugendfotopreis: Ausblicke“

-Ende Nov

Galerie Marek Kralewski

- „Norbert Neon: Besessenheit II“

09.11.-28.11.

Haus der Graphischen Sammlung

- „Johann Baptist Kirner: Der Blick des

Zeichners“-30.01.22

Jos-Fritz-Café

- „Isabell Steinert: Birth“ -18.12.

Katholische Akademie

- „Alexander Dettmar: Painting to

remember“-17.12.

Kulturaggregat

- „Freiburger StraßenSchule: Warmer

Schlafsack - Kalte Stadt Version 2.0“

-06.11.

Kunsthaus L6

- „Allerletzte Lockerung“ 27.11.-18.12.

- „Laura Sacher / Paul Ege Kunstpreis“-07.11.

Kunstverein Freiburg

„Regionale22: Looking at a blackbird“

27.11.-09.01.22

Morat Institut

- „Susi Juvan: Retrospektiv“ -08.01.22

Museum für Natur und Mensch

- „Tierisch giftig!“ -23.01.22

- „In Gesellschaft. Freiburger Frauen*

im Blick“ -05.12.

Museum Für Neue Kunst

- „Gesellschaft. Freiburger Frauen* im

Blick“-05.12.

Freundschaftsspiel. Horst und Gabriele

Siedle-Kunststiftung“ -06.03.22

PEAC Museum

- „Spurensuche“ -20.02.22

Stiftung für Konkrete Kunst Roland

Phleps

- „Mathias Hornung: Fragment und

Ganzheit. Datencluster in Holzreliefs“

-07.11.

Stiftung WaldHaus

- „StadtWaldMensch - 900 Jahre Wald

für Freiburg“ -31.03.22

T66 Kulturwerk

- „Mitgliederausstellung des BBK“

-13.11.

Volkshochschule Freiburg

- „Seit 100 Jahren ein eurer Seite /

100 Jahre Studierendenwerk Freiburg“

-19.11.

BASEL

Antikenmuseum

- „tierisch! Tiere und Mischwesen in

der Antike“-19.06.22

Fondation Beyeler

- „Close-Up“-02.01.22

- „Goya“ -23.01.22

Haus der elektronischen Künste

- „Radical Gaming: Immersion, Simulation,

Subversion“-14.11.

Historisches Museum Basel

- „Wildsau & Kopfsalat“ -31.12.

Kunsthalle Basel

- „Judith Kakon: Rückwand-Projekt“

-15.08.21

„Michaela Eichwald: Auf das Ganze

achten und gegen die Tatsachen

existieren“ -23.01.22

Kunsthaus Baselland

- „Slowly Arriving: Atelier Mondial zu

Gast“05.11.-21.11.

Kunstmuseum Basel

- „Continuously Contemporary“

-09.01.22

- „Camille Pissarro: Das Atelier der

Moderne“-23.01.22

. „Tacita Dean: Antigone“ -09.01.22

Museum Tinguely

- „Paddy Hatley: The Cost of Life. A

perspective on healthy“ -23.01.22

- „Auf den Spuren Tinguelys zwischen

Paris, Amsterdam und Basel“

-23.01.22

Spielzeugmuseum

- „Ho Ho Ho - Vom heiligen Nikolaus

zum Santa Claus“06.11.-13.02.22

ANDERE ORTE

Amsterdam (NL)

Foam Fotografiemuseum

- „Liz Johnson Artur: of life of love of

sex of movement of hope“-09.02.22

AUGSBURG

Galerie Noah

- „Karin Kneffel plus Meisterschüler“

-14.11.

- „Hermann Nitsch“ 18.11.-16.01.22

Baden-Baden

Kunstmuseum Gehrke Remund

- „Frida Kahlo: Leid und Leidenschaft“-Dauer

Museum Frieder Burda

- „James Turrell: Accretion Disc“

(ständig)

- „Katharina Sieverding: Die Sonne

um Mitternacht schauen“

-09.01.22

Staatliche Kunsthalle

„State and Nature“-21.11.

BAD-KROZINGEN

Kurhaus (Bistro)

- „Annabella Szabo: Genälde-Unikate“

-07.01.22

BARCELONA (E)

Fundació Joan Miró

- „The Point Of Sculpture“-06.03.22

Museu Picasso

- „Picasso And Artist‘s Jewellery“

-09.01.22

Museu d‘Art Contemporani

- „In Real Time. Rafael Tous Collection

of Conceptual Art“-06.06.22

BERLIN

Deutsches Historisches Museum

- „documenta. Politik und Kunst“

-09.01.22

- „Die Liste der „Gottbegnadeten“.

Künstler des Nationalsozialismus in

der Bundesrepublik“ -05.12.

Deutsch-Russisches-Museum

- „Dimensionen eines Verbrechens.

Sowjetische Kriegsgefangene im

Zweiten Weltkrieg“-16.01.22

Galerie Brockstedt

-“Isabel Quintanilla: Gemälde und

Zeichnungen“ -Ende 2021

Gropius Bau

- „Thea Djordjadze: all building as

making“-16.01.22

- „Emeka Ogboh“ -16.01.22

- „The Cool and the Cold. Malerei aus

den USA und der UdSSR 1960–1990“

-09.01.22

Schwules Museum

- „Mercury Rising - Inter*

Hermstory(ies) Now and Then“

-14.02.22

BERN (CH)

Alpines Museum der Schweiz

- „Let‘s Talk about Mountains: Eine

filmische Annäherung an Nordkorea“

-03.07.22

- „Auf Pirsch“ -02.01.22

Kunstmuseum Bern

- „August Gaul: Moderne Tiere“

-24.1.22

- „Der Weg zum Glück. Die Berner

- „Große Retrospektive zu Meret

Oppenheim“-13.03.22


KUNST KULTUR JOKER 17

Zentrum Paul Klee

- „Max Bill Global“ -09.01.22

- „Paul Klee. Menschen unter sich“

-22.05.22

BIETIGHEIM-BISSINGEN

Städtische Galerie

- „Japonismus 2.0: Landschaft im

Zeichen Japans“-06.02.22

bilbao (e)

guggenheim Museum

- „The Line Of Wit“-06.02.22

- „Alice Neel: People come First“

-06.02.22

- „Women In Abstraction“ -27.02.22

BREGENZ (A)

Kunsthaus Bregenz

- „Otobong Nkanga“ -06.02.22

Vorarlberg Museum

- „Auf eigene Gefahr - Vom riskanten

Wunsch nach Sicherheit“

-Frühjar 2023

- „Karl Sillaber und C4 Architekten“

-09.01.22

BREISACH

Blaues Haus

- „Nach der Shoah“-Dauer

- „GURS 1940. Die Deportation und

Ermordungen der südwestdeutschen

Jüdinnen und Juden“ -Dauer

Kunstkreis Radbrunnen

- „Jan Peter Tripp:

Museum für Stadtgeschichte

- „Ausstellung zur Geschichte der

Stadt Breisach am Rhein” (ständig)

CHAUMANT (F)

- „Biennale internationale de design

graphique 2021“-21.11.

CLERVAUX (LUX)

Clervaux - Cité De L‘image

- „Donovan Wylie: North Warning

System“-08.04.22

COLMAR (F)

Musée Unterlinden

- „Lucas Cranach: Têtes à Têtes“

06.11.-07.02.22

DARMSTADT

Kunsthalle

- „Facing Britain“-09.01.22

DENZLINGEN

Galerie im Alten Rathaus

- „Ilse Reichinger: Farben - Verwerfungen

- der andere Blick“-07.11.

DRESDEN

Kunsthalle Lipsiusbau

- „Deutsches Design 1949-1989. Zwei

Länder, eine Geschichte“ -20.02.22

Staatliche Kunstsammlung

- „Träume von Freiheit. Romantik in

Russland und Deutschland“ -06.02.22

DÜREN

Leopold-Hoesch-Museum

- „Album - Portraits 1989-2021“-21.11.

DÜSSELDORF

Kunstpalast

- „Captivate! Modefotografie der 90er.

Kuratiert von Claudia Schiffer“

-09.01.22

- „Electro. Von Kraftwerk bis Techno“

09.12.-15.05.22

FRANKFURT am main

Caricatura Museum

- „Greser & Lenz“-21.11.

Galerie PPC

- „Felix Kultau: Ödland“ -27.11.

Kunststiftung DZ Bank

- „Förderstipendium: Sophie Thun

und Sara Cwynar“-05.02.22

Museum für Moderne Kunst

- „Crip Time“-30.01.22

Schirn Kunsthalle

- „Kara Walker“-16.01.22

- „Paula Moder-Sohn-Becker“

-06.02.22

Städel Museum

- „Nennt mich Rembrandt!“ -30.01.22

Hamburg

Capitis Galerie

- „Mischpoche, 2017-2019“-02.12.

Deichtorhallen

- „Space Program: Rare Earths“

-10.04.22

Kunsthalle Hamburg

- „Nolde: Meistens grundiere ich mit

Kreide“-18.04.22

HEIDELBERG

Sammlung Prinzhorn

- „Wahnsinnig komisch - Follement

drôlle / Humor in der Psychiatrie“

-23.01.22

Karlsruhe

Badischer Kunstverein

- „Gitte Villesen: It changed radically:

grew fur again, lost it, developed

scales, lost them“-05.12.

Städtische Galerie

- „Hermann Landshoff. Mode, Porträt,

Architektur. Fotografien 1930–1970“

-30.01.22

- „Elsa & Johanna. The plural life of

identity“ 18.11.-13.03.22

ZKM

- „BarabásiLab. Hidden Patterns.

Netzwerkdenken“-16.01.22

- „zkm_gameplay. the next level“

-09.01.22

- „Nobody‘s Listening. Eine immersive

Ausstellung zur Aufarbeitung des

vergessenen Völkermordes im Irak“

-09.01.22

KIEL

Kunsthalle zu Kiel

- „Amazons of Pop! Künstlerinnen,

Superheldinnen, Ikonen 1961-1973“

-06.03.22

- „Als die Grafik boomte: Pop-Art auf

Papier“13.11.-01.05.22

KIRCHZARTEN

Kunstverein Kirchzarten

- „Martin Bruno Schmid: Blanko“

-14.11.

KÖLN

Museum Ludwig

- „Der geteilte Picasso. Der Künstler

und sein Bild in der BRD und der

DDR“-30.01.22

LAHR

Lahr Pour L‘art

- „Lahrer Schächtele - Kunst mit

Produkten der Firma Leser“-14.11.

Atelier Bischof

- Oda und Roland Bischoff „Paint it

Black“-14.11.

LÖRRACH

Dreiländermuseum

- „1870/71: Nachbarn im Krieg“

-09.01.22

LUDWIGSHAFEN

Wilhelm Hack Museum

- „Denken wie ein Oktopus, oder:

Tentakuläres Begreifen“-09.01.22

MADRID (E)

Fundacion Mapfre

- „Judith Joy Ross“-09.01.22

Mannheim

Kunsthalle Mannheim

- „Mindbombs - Visuelle Kulturen

politischer Gewalt“ -24.04.22

- „Mutter!“ -06.02.22

Museum Weltkulturen D5

- „Eiszeit-Safari“ -13.03.22

Reiss-Engelhorn-Museen

- „Tutanchamun - Sein Grab und die

Schätze“-27.02.22

- „Gesichtslos - Frauen in der Prostitution“14.11.-20.02.22

MERDINGEN

Merdinger Kunstforum

- „the time after“15.11.-12.12.

MERZHAUSEN

Forum Merzhausen

- „Wechselrahmen #21 | Christel Andrea

Steier: Autonome Räume - Innere

Landschaften“-30.11.

MÜLLHEIM

Markgräfler Museum

- „Nachrkiegsjahre 1945-1952 /

Müllheim unter der Tricolore“-27.02.22

MÜNCHEN

Lenbachhaus

- „Unter freiem Himmel. Unterwegs

mit Wassily Kandinsky und Gabriele

Münter“-30.01.22

Villa Stuck

- „Collecting Histories“-30.01.22

- „Nevin Aladağ“ -20.02.22

OBERHAUSEN

Rheinisches Industriemuseum

- „Bernard Langerock: Arbeitersiedlungen

entlang der Seidenstraße“

-23.02.22

OFFENBURG

Städtische Galerie

„Chang Min & Eun Hui Lee“-14.11.

PARIS (F)

Beschläge Koch GmbH

Hanferstraße 26

79108 Freiburg

Institut des Cultures d‘Islam

- „Hossein Valamanesh: This Will

Also Pass“-13.02.22

Institut du Monde arabe

- „Juden des Orients“ 24.11.-13.03.22

Institut Giacometti

- „Standing Women Of Venice /

Standing Black Women Of Venice“

-09.01.22

Musée de l‘Histoire de

l‘Immigration

„Picasso, l‘étranger“ 04.11.-13.02.22

REUTLINGEN

Kunstmuseum/Spendhaus

- „Ins Licht“ -27.02.22

RHEINFELDEN

Galerie Haus Salmegg

- „Beate Fahrnländer: Zeitlos“ -07.11.

RIEGEL

Kunsthalle Messmer

- „Mel Ramos & Erró: Legenden der

Pop Art“-28.11.

ROTTWEIL

Erich Hauser Kunststiftung

- „Sammlung“-ständig

SCHALLSTADT

Kunstverein Schallstadt

- „Naoko Matsumoto: petal/stair/day“

-05.12.

SINDELFINGEN

Schauwerk

- „Antony Gormley: Learning to Be“

-24.04.22

- „Love Stories. 10 Jahre Schauwerk“

-13.03.22

SPEYER

Historisches Museum der Pfalz

- „Expedition Erde. Im Reich von

Maulwurf und Regenwurm“-19.06.22

STAUFEN

Galerie K

- „Armin Göhringer & Tilmann Zahn“

-12.12.

ST. Gallen (CH)

Kunstmuseum

- „Martina Morger“ -06.03.22

„Marie Lund: The Falling“ -20.03.22

Museum im Lagerhaus

- „Eine Künstlerfamilie zwischen

Insider und Outsider Art: Robert, Miriam,

Manuel, Gilda Müller & Giovanni

Abrignani“-13.02.22

ST. Märgen

Galerie Claeys

- „Eva Rosenstiel“-18.12.

ST. PETER

Ropi Foto Galleria

- „Die unsichtbare Landschaft:

Fotostudien aus dem Schwarzwald“

-02.01.22

STUTTGART

Kunstmuseum

- „Frischzelle_27: Claudia Magdalena

Merk“-10.04.22

- „Jetzt oder nie: 50 Jahre Sammlung

LBBW“13.11.-20.02.22

- „Paul Uwe Dreher“ -30.01.22

Landesmuseum

- „Fashion?! Was Mode zu Mode

macht“-24.04.22

- „GeschmacksSache: Vorbildliches

Design um 1900218.11.-01.05.22

Staatsgalerie

- „Schlemmer on Stage: Das

Triadische Ballett auf der Bühne der

Gegenwart“-09.10.22

- „Peter Paul Ruben: Becoming

Famous“-20.02.22

Sulzburg-Laufen

Kunstraum Weinmanufaktur WG-

Laufen

- „Roswitha Niedanowski: Sculpteur.

Guy Buecher: Ölmalerei“ -30.12.

TÜBINGEN

Kunsthalle

- „Marina Abramović: Jenes selbst/

unser selbst“-13.02.22

ULM

Kunsthalle Weishaupt

- „Beat Zoderer: Visuelle Interferenzen

1990-2020“-30.01.22

VADUZ (LI)

Lichtensteinisches LandesMuseum

- „Pempeji-Pracht und Tod unter dem

Vulkan“-24.04.22

Vorarlberg (A)

Vorarlberg Museum

- „Heinz Greissing: Malen am Atlantik

- Letzte Bilder I“-09.01.22

WALDENBUCH

Museum Ritter

- „Kein Tag ohne Linie Werke aus der

Sammlung Marli Hoppe-Ritter“

07.11.-24.04.22

WALDKIRCH

GeorgScholzHaus

- „Ingrid Rodewald/Urs Moore:

Fassaden“-28.11.

WEIL AM RHEIN

Galerie Stahlberger

- „Willi Weiner - Károly Klimó - Wilhelm

Morat“ -05.12.

Vitra Design Museum

- „Memphis. 40 Jahre Kitsch und

Eleganz“-23.01.22

Anja Braun

Variations

of Presence

4. November –

31. Dezember 2021

Öffnungszeiten:

montags bis freitags

10.00 – 16.00 Uhr

- „Spot On. Designerinnen in der

Sammlung“-08.05.22

Wien (A)

Albertina Modern

- „Egon Schiele“-23.01.

- „Revolution des Primitivismus:

Modigliani“-09.01.22

- „Hubert Scheibl: Seeds of Time“

-05.12.

Bank Austria Kunstforum

- „Rebecca Horn“ -23.01.

Belvedere

- „Dame mit Fächer / Klimts letzte

Werke“-13.02.22

- „Im Blick: Raden Saleh. Osman

Hamdi Bey. Hakob Hovnatanyan“

-27.03.22

Kunsthistorisches Museum

- „Tizians Frauenbild: Schönheit -

Liebe - Poesie“-16.01.22

MUMOK

- „Enjoy - Die mumok Sammlung im

Wandel“-18.04.22

- „Wolfgang Tillmans“ 27.11.-24.04.22

WINTERTHUR

Kunst Museum

- „Charlotte Prodger: Blanks And

Preform“-14.11.

- „Alan Charlton, Richard Long“-14.11.

WOLFSBURG

Kunstmuseum Wolfsburg

- „Oil. Schönheit und Schrecken des

Erdölzeitalters“-09.01.22

WUPPERTAL

Von der Heydt-Museum

- „Ute Klophaus: Aus der Zeit gerissen“-09.01.22

ZÜRICH (CH)

Kunsthaus

- „Walter de Maria“ -20.02.22

- „Earth Beats“ -06.02.22

Lichthalle MAAG

- „Viva Frida Kahlo - Immersive Experience“

-02.01.22

Migros Museum für Gegenwartskunst

- „Korakrit Arunanondchai: Songs for

dying / Songs for living“-09.01.22

- „Laura Lima: Playful Geometry“

-09.01.22

Museum Haus Konstruktiv

- „Sonia Kacem: Zurich Art Prize

2021“-16.01.22

Photobastei

- „Zürich - Schwarz auf Weiss“ -06.12.

Italien und seine Sehnsuchtsorte

Der Zeichner Rolf Escher stellt in der Galerie 4e in Freiburg aus

Wen überkommt nicht jetzt, in

diesen herbstlichen, von kühlem

Nebel durchwirkten Tagen das

Fernweh nach Städten wie Venedig

oder Rom, die noch vom abziehenden

Sommer umschmeichelt

werden. Man erinnert sich vielleicht

in diesen Tagen an die prachtvollen

Bauten, die Brücken, Brunnen und

Plätze, wie man sie in der Sonne

genießen kann und sich vorstellt in

einer anderen Zeit zu leben. Flanieren

und die Seele baumeln lassen,

anstatt mit dem Auto durch die Gegend

preschen.

Der Künstler Rolf Escher, der

an der Kunstakademie Münster

Zeichnung lehrte, hat diese Sehnsuchtsorte

gezeichnet. Mit spitzem

Bleistift, Feder oder Aquarell, hat er

diese wunderbaren Orte meisterlich

zu Papier gebracht. Ob nun der Blick

auf Rialto über den Canale Grande,

oder die Kuppeln von San Marco in

Venedig. Der Piazzo Barberini oder

der Titanenbrunnen in Rom. Erinnerung

an Vicenza oder Cafétische

im Licht. Arbeiten, hervorragend

in Licht und Schatten gefasst, mit

feinem Sfumato als Original-Zeichnung,

Aquarell über Tuschfeder,

Radierung oder Lithografie.

Neben der Architektur sind es

auch die Dinge, die „zum Sprechen“

gebracht werden, wie Brunnen,

Skulpturen, Spiegel, Schuhe,

die der Künstler uns Betrachtenden

nahe bringt..

Rolf Escher, Galerie 4e, Riegeler

Str. 4e, 79111 Freiburg. Öffnungszeiten:

Do 9-12 und 15-19 Uhr, Fr

9-12 und 15-17 Uhr, Sa 13-16 Uhr

sowie nach Vereinbarung. Eintritt

ist frei. Weitere Infos: www.atelier4e.de.

Bis 04.12.2021


18 KULTUR JOKER italien

Nachhaltigkeit und Regionalität. Made in Italy

Im November wird die italienische Küchentradition weltweit gefeiert

Die diesjährige 6. Woche der

italienischen Küche in der Welt

findet vom 22.-28. November

statt und hat die Tradition und

die Perspektiven der Kulinarik

des Bel Paese zum Thema.

Durch zahlreiche Initiativen

weltweit will das italienische

Außenministerium zur Steigerung

des Nachhaltigkeitsbewusstseins

bei Lebensmitteln

beitragen. Die Dieta Mediterranea

als Gegenmittel gegen

das Essensverschwenden

und das Verhältnis zwischen

Biodiversität und Lebensmittelvielfalt

sind nur einige der

Fragestellungen, die angegangen

werden sollen. Natürlich

darf aber das Schmecken nicht

zu kurz kommen. In Freiburg

können sich die Liebhaber der

italienischen Küche auf besondere

Genusserlebnisse freuen,

denn das Italienische Konsulat

hat viel vor. Der Auftakt steht

schon in der zweiten Novemberwoche

mit der Teilnahme

an der Plaza Culinaria fest,

dabei handelt es sich um ein

willkommenes Comeback:

nach dem Erfolg der Edition

2018 kommt erneut die Gemeinde

Andora zu Gast nach

Freiburg, die als erste mit dem

Siegel D.O.P. (geschützte Ursprungsbezeichnung)

für ihr ligurisches

Pesto ausgezeichnet

wurde. Das Publikum hatte

vor drei Jahren insbesondere

den Workshop geliebt, in dem

man selbst lernen konnte, Pesto

nach Originalrezept herzustellen.

Auch dieses Mal hat

sich die italienische Vertretung

zum Ziel gesetzt, durch die aktive

Beteiligung der Besucher

und die Verkostung regionaler

Spezialitäten den nachhaltigen

Tourismus und die lokalen

Exzellenzen zu fördern. Dasselbe

gilt auch für eine geplante

digitale Broschüre zur

nachhaltigen Küche, die dafür

sensibilisieren will, wie diese

nur mit genuinen und hochqualitativen

Regionalprodukten zu

haben ist, und dies anhand der

Präsentation regionaler kulinarischer

Traditionen zeigt, die

in ihrer kulturellen Relevanz

zur Geltung kommen sollen.

In Zusammenarbeit mit dem

Vivace e.V. und dessen Hauskoch

Alessandro Spagnuolo

werden außerdem ab dem 22.

November 7 regionale Rezepte

in 7 Tagen aufgezeichnet und

auf den YouTube-Kanal des

Vereins hochgeladen, aber

feiner Kuchen

frisch gebacken

glutenfrei, vegan

oder klassisch

montags bis samstags: 10.00 - 17.00 Uhr

sonntags: 12.00 - 17.00 Uhr

Marie-Curie-Str 1, 79100 Freiburg

nicht nur das: wenn die pandemische

Lage es zulässt, will

der Vivace zu einer Verkostung

in der Bismarckallee 22

einladen. Die Aussichten dafür

stehen gerade gut! Einen

Termin auf jeden Fall können

die Feinschmecker vormerken:

anlässlich der Woche der

italienischen Küche wird der

Chef Luca Ruggieri im Edelrestaurant

LA MUCCA am

25. November die Mitglieder

und Freunde der Dante-

Alighieri-Gesellschaft mit

exklusiven Menus und einer

einzigartigen Weinauswahl

verwöhnen. Anmeldungen

für das Abendessen sind noch

möglich!

Nicht nur die Institutionen,

sondern auch die Gastronomen

in Freiburg setzen zunehmend

auf Nachhaltigkeit und auf die

regionalen Spezialitäten Italiens.

Diese Aspekte stehen im

Cafe bedda von Juliane Wilcken

an erster Stelle. Der Name

bedda (schön im Dialekt) steht

für ihre enge Verbindung zu

Sizilien, wo sie und ihr Mann

Alex ein Stückchen Land besitzen

und ihre Lebensmittel

oft direkt von Produzenten

beziehen, die diese in den der

Mafia enteigneten Ländereien

12. – 14. November

Messe Freiburg

Freitag:

Samstag:

Sonntag:

14:00 – 21:00 Uhr

10:00 – 21:00 Uhr

10:00 – 18:00 Uhr

www.plaza-culinaria.de

EDITION

2021

anbauen und verarbeiten und

sich strengen Umweltschutzstandards

sowie sozialer Verantwortung

verpflichtet haben.

Zu empfehlen sind u.a. die

glutenfreien Nudeln aus sizilianischem

Urweizen und die Pistazien

aus Bronte, die Juliane

auch für ihre selbstgebackenen

Kuchen verwendet. Diese kann

man bei einer Tasse Kaffee in

der klassischen, veganen und

glutenfreien Version genießen,

im bedda wird jeder fündig!

Weitere Infos: consfriburgo.

esteri.it/consolato_ friburgo/

de/; vivace-freiburg.de; www.

rodante.de

Luca Marras

Plaza Culinaria Edition 2021

Beliebte Genussmesse wieder auf dem Freiburger Messegelände statt

Die Fans der Plaza Culinaria

dürfen sich schon jetzt auf

den November freuen: Nach

Corona-bedingter Pause im

letzten Jahr wird die beliebte

Genussmesse in diesem Jahr

wieder stattfinden, allerdings

in kleiner Version als „Plaza

Culinaria Edition 2021“.

Vom 12. bis 14. November

2021 werden die Hallen 1

bis 3, das Zentralfoyer und

das Freigelände der Messe

Freiburg zum Schauplatz für

erlesene kulinarische Produkte.

„Neben vielen Stammausstellern

werden die

Besucher*innen auf der Plaza

Culinaria Edition 2021 einige

neue Aussteller entdecken“,

so FWTM-Geschäftsführer

Daniel Strowitzki. „Mit dabei

ist beispielsweise die

Start-up-Plattform Food Rockerz,

die wieder mit innovativen

Produkten begeistert

sowie der Weihnachtszauber

im Messefoyer, der mit ausgesuchten

Geschenk- und

Dekorations ideen kleiner

Kunsthandwerksbetriebe für

vorweihnachtliche Stimmung

sorgt. Am Samstag gibt es ein

besonderes Highlight: Der

bekannte TV-Koch Tim Raue

wird in der Kochshow des

Plaza Culinaria-Kochstudios

außergewöhnliche Gerichte

und Kreationen zaubern.“

Die Plaza Culinaria Edition

2021 hat am 12. November

von 14 bis 21 Uhr, am 13.

November von 10 bis 21 Uhr

und am 14. November von 10

bis 18 Uhr geöffnet. Für den

Besuch der Plaza Culinaria

Edition 2021 gilt aktuell

die Pflicht zum Tragen einer

medizinischen Maske in den

Gängen, die Einhaltung des

Mindestabstands und die 3G-

Regel. Weiterhin ist eine vorherige

Online-Registrierung

mit den persönlichen Daten

für den Fall einer möglichen

Nachverfolgung erforderlich.

Die FWTM wird vor Veranstaltungsbeginn

über die dann

geltenden Maßnahmen sowie

die entsprechenden Time Slots

informieren.

Weitere Infos: www.plazaculinaria.de


vision KULTUR JOKER 19

Kein Verkauf der Karlskaserne! Keine Innenstadt ohne Einzelhandel!

Roland Jerusalem im Gespräch zur Entwicklung Freiburgs

Gibt man im Internet-Browser

den Suchbegriff „Innenstadtentwicklung“

ein, explodiert

der Rechner beinahe.

Fügt man indes „Freiburg“

hinzu, bleiben die Fundstellen

rar. Woran liegt das? Was läuft

schief, wo doch Themen wie

Leer stände, Probleme des Einzelhandels,

bedrohte Immobilien

in der City etc. derzeit brisant

sind? Mit dem Leiter des

Stadtplanungsamts Dr. Roland

Jerusalem sprach Martin Flashar.

Kultur Joker: Lieber Herr Jerusalem,

täuscht der Eindruck,

dass in vielen deutschen Kommunen

das Thema „Innenstadtentwicklung“

seit langem intensiv

diskutiert wird, während in

Freiburg die Stadtgemeinschaft

im Ganzen hier nicht ‚zu Potte‘

kommt‘?

Jerusalem: Die Entwicklung

der Innenstadt steht in jeder

Stadt im Blick, da die Innenstädte

Schmelztiegel der gesellschaftlichen

Entwicklung sind und zur

Identifikation der Bevölkerung

mit ihrer Stadt beitragen. In Freiburg

werden die Erreichbarkeit

mit dem ÖPNV oder dem Auto,

mal das Thema Nutzungskonflikte

diskutiert – dabei steht

die nächtliche Lärmbelastung

im Vordergrund, oder die Aufenthaltsqualität

von Straßen und

Plätzen. Ein Dauerthema stellt die

Pflege des Stadtbilds dar: besonders

die Werbung. Es gibt Städte,

die diese Themen in einem

Konzept zusammenführen, hier

verfügt z.B. die Stadt Münster

über eine gute Strategie. Wir in

Freiburg haben mit den Stadtteilleitlinien

Innenstadt und mit der

Innenstadt-Satzung Instrumente,

um die Entwicklung zu steuern.

Kultur Joker: Warum spricht

der Freiburger Einzelhandel

nicht mit einer (starken) Stimme?

Jerusalem: Wieso die Freiburger

Händlerschaft nicht einheitlicher

auftritt, müssen Sie die Akteure

selbst fragen. Bei unserer

Fahrt nach Münster Anfang 2020

wurde uns dort überzeugend dargestellt,

dass Händler und Stadtverwaltung

gemeinsame Ziele

vereinbart haben und sehr konsequent

Projektepartnerschaftlich

umsetzen.

Kultur Joker: Die Corona-Krise

hat Defizite sichtbar gemacht,

aber auch Chancen aufgezeigt.

Beispielsweise die neue Konjunktur

von Zwischennutzungen und

Pop-Up-Stores. Ist das nur temporär,

oder sollte dadurch etwas

Dauerhaftes entstehen?

Jerusalem: Die Pandemie hat

strukturelle Tendenzen, die es

bereits zuvor gab, verstärkt. Wir

diskutieren in der Fachkommission

„Stadtplanung und Städtebau“

des Deutschen Städtetages intensiv,

welche Nutzungen Innenstädte

bereichern können und welche

Rolle dabei die Kultur wie auch

experimentelle Ansätze spielen.

Kultur Joker: Welche Steuerungsinstrumente

hat die Stadt,

um der grenzenlosen Filialisierung

Einhalt zu gebieten? Klassischerweise

wohl Baurecht und

Bebauungspläne? Aber kann es

nicht auch Mietendeckel geben?

Jerusalem: Fakt ist, das wir

die Filialisierung nicht steuern

können. Das Baugesetzbuch wie

die Landesbauordnung sehen dafür

keine Möglichkeiten vor. Wir

können mit einem Bebauungsplan

die Anteile der Nutzungen:

Wohnen, Gewerbe oder Infrastrukturen

(Schulen, KiTas etc.)

sowie die Größe von Einzelhandelsflächen

festlegen, aber nicht

den Geschäftsbesatz oder die Inhaberschaft.

Zum Mietendeckel

gibt es ja Initiativen beim Thema

Wohnen. Beim Gewerbe gibt es

dazu keine Vorstöße, und dies ist

bei einer „Ampelkoalition“ auf

Bundesebene mit Beteiligung der

FDP auch nicht zu erwarten.

Kultur Joker: Ein Pfund der

Stadt sind eigene Immobilien.

Muss nicht deren Verkauf gestoppt

und eher auf Erwerb das

Ziel gerichtet sein? Aktuelle

Stichworte: Karlskaserne, Haus

zum Herzog. Oder die Objekte

der Modehäuser Fabel und Kaiser

und die vormalige Sport-Arena

in der Salzstraße.

Jerusalem: Ja, über den

Grundbesitz lassen sich die Entwicklungen

am besten steuern –

es ist aber nicht realistisch, dass

eine Stadt in der Lage wäre, jede

Immobilie in der Innenstadt anzukaufen.

Hier gilt es, Prioritäten

zu setzen. Ich persönlich halte die

Diskussion über die Notwendigkeit

des Verkaufs der Karlskaserne

für angemessen, denke aber,

dass weder für das Haus zum

Herzog noch die angesprochenen

Modehäuser oder bei der Sportarena

eine städtebauliche Notwendigkeit

bestand, die Immobilie zu

erwerben. Wenn jedoch einer der

Standorte der großen Warenhäuser

zur Disposition stehen sollte,

hielte ich eine ernsthafte Prüfung

des Ankaufs durch die Stadt für

städtebaulich geboten.

Kultur Joker: Damit wären

wir bei der Frage, welche neuen

Innenstadt-Nutzungen künftig

wünschenswert sind. Manche

Kommunen prognostizieren die

„Innenstadt ohne Einzelhandel“.

Jerusalem: Eine Innenstadt

ohne Einzelhandel will und kann

ich mir nicht vorstellen. In der Tat

hat die Stadt Bochum eine „Vision

Innenstadt 2030“ erarbeitet,

welche zusätzlichen Nutzungen

außer Einzelhandel die Innenstadt

bereichern, und kam zu interessanten

Erkenntnissen.

Kultur Joker: Hätten da auch

Schulen, Kindergärten, Atelierhäuser

oder eine Städtische Galerie

Platz?

Jerusalem: Wir müssen bei

den Vorstellungen zu Nutzungen

in der Innenstadt deutlich offener

und kreativer werden. So hat sich

Lübeck entschieden, in einem

ehemaligen Warenhaus eine

Schule im Zentrum anzusiedeln.

Bochum möchte die Themen

Urbane Produktion, Digitales

Wissen und Wohnen in der City

ausbauen. Und Freiburg? Hier

möchte ich den Architekten und

Stadtplaner Jan Gehl zitieren:

„Die Stadt muss sein wie eine

gute Party. Man will nur kurz

vorbeischauen und bleibt doch

länger als man geplant hat“.

Kultur Joker: Sie planen ein

Kolloquium zum Thema, das im

Januar 2022 stattfinden soll. Warum

nicht schon früher? Wer wird

teilnehmen, was soll herauskommen?

Jerusalem: In der Tat haben wir

bereits 2019 vorgeschlagen, mit

einer Debatte den Blick über den

Freiburger Tellerrand zu wagen

und Erkenntnisse aus der bundesweiten

Fachdiskussion nach Freiburg

zu holen. Corona hat uns einen

Strich durch die Planung gemacht.

Ich gehe davon aus, dass

uns Prof. Alain Thierstein von

der TU München als Experte für

Innenstadt-Entwicklungen mit

seinen Hinweisen Impulse geben

kann. Daneben würde ich gern

Fachbüros wie „Stadt+Handel“

oder „Junker+Kruse“ einladen,

die bundesweit Konzepte für die

Entwicklung von Innenstädten

erarbeiten. Zudem halte ich einen

Bericht z.B. meines Bochumer

Kollegen Eckard Kröck für

die Freiburger Diskussion für

wertvoll. Ziel der Veranstaltung

soll es sein, den Weg zu einem

Freiburger Innenstadt-Profil zu

finden.

Kultur Joker: Lieber Herr Jerusalem,

haben Sie Dank für das

Gespräch.

Dr. Roland Jerusalem

Foto: Stadtplanungsamt

Der Burger-Filialist „Hans im

Glück“ und die „Frelo“-Station

am Europaplatz – passt das

zusammen?

Foto: Flashar

Premiumhändler

Südbaden

Neue Leiterin der VHS

Philine Weyrauch-Herrmann seit Oktober im Amt

Vor einem Monat trat die

neue Direktorin der Freiburger

Volkshochschule ihren

Dienst an. Eva von Rekowski

war in den Ruhestand gegangen,

die seit 2008 die Einrichtung

leitete, manche Akzente

setzte und besonders auch im

kulturpolitischen Leben der

Stadt präsent gewesen ist. Dadurch

findet sich die Nachfolgerin

mit einer Erwartungshaltung

konfrontiert. Philine

Weyrauch-Herrmann studierte

in Passau und Bremen Sozialpolitik,

Kulturwirtschaft

und Politikwissenschaft. Sie

wurde promoviert mit einer

Arbeit über den französischen

Wohlfahrtsstaat (2013). Danach

leitete sie bis 2019 die

„Pamina-VHS“ in Wissembourg

im Nord-Elsass, zuletzt

die Weiterbildungsakademie

des Südbadischen Wirtschaftsverbands

(WVIB).

Zum Start teilt sie mit: „Als

gebürtige Freiburgerin liegt

mir die städtische Volkshochschule

sehr am Herzen.

Ich selbst habe als Schülerin

Spanischkurse im Schwarzen

Kloster besucht. (…)

Gleichzeitig muss sich auch

die Volkshochschule Freiburg

den Herausforderungen

stellen, neue Entwicklungen

aufzugreifen“. Wir sind gespannt,

was an Innovation

folgen wird – und wünschen

guten Erfolg.

mf

Konviktstr. 21 - 23

79098 Freiburg

Tel. 0761 37536

www.culinara-freiburg.de

Unikat von Stephan Rambaud, Meilleur Ouvrier de France


20 KULTUR JOKER KULTOUR

Dem Kino geht’s (wieder) gut!

Auf der Filmkunstmesse in Leipzig kamen die deutschen Arthousekinos zum Branchentreff

zusammen – und hatten gute Nachrichten im Gepäck

Ende September war es wieder

so weit: Die Branche der

Arthouse- und Programmkinos

kam in Leipzig zur fünftägigen

Filmkunstmesse zusammen.

Das Motto in diesem Jahr: Innovation,

Professionalisierung,

Vernetzung. Was zunächst

wie eine Aneinanderreihung

wohlklingender Schlagworte

Die Preisträger der diesjährigen Filmkunstmesse

anmutet, entpuppte sich auf

den zweiten Blick als durchaus

stimmiges Konzept für den

diesjährigen Branchentreff.

Denn natürlich fand auch die

Filmkunstmesse im Zeichen

der Coronakrise statt, wenngleich

das Kino seit dem Re-

Start im Juli allmählich und

vorsichtig in eine Post-Corona-

Zeit driftet. Gleichzeitig brachte

die Pandemie die Lichtspielhäuser

an ihre Grenzen und

umso wichtiger ist es jetzt,

nicht nur hoffnungsvoll in die

Zukunft zu blicken, sondern

mit innovativen Konzepten die

Lehren aus der Krise zu ziehen.

Dazu zählt bspw. die Initiative

„Cinemalovers“, die engagierte

Kinos aus der Republik zusammenführt

und ein sorgfältig kuratiertes

Programm als kostenpflichtigen

VoD-Dienst im Netz

anbietet. Eingerahmt von virtuellen

Vorträgen, Einführungen

und Texten entsteht ein Onlineangebot,

das der Aufgabe der

Kinos, Filme zu vermitteln,

Rechnung trägt und gleichzeitig

der steigenden Nachfrage

nach Streamingangeboten gerecht

wird. Die Preise für das

Filmerlebnis zu Hause legen die

Kinos selbst fest und die Einnahmen

fließen direkt an diese

zurück – ganz ohne Zutun oder

Abhängigkeiten von großen

Streaminggiganten. „Cinemalovers“

hat damit aus der Not

eine Tugend gemacht und ist

ein Paradebeispiel dafür, wie

die Konzepte Innovation, Professionalisierung

und Vernetzung

mit Leben gefüllt werden

können.

Doch was ist sie denn nun

eigentlich, diese Filmkunstmesse?

Ein Filmfestival? Nicht

ganz, denn auf Filmfestivals,

zumindest den großen, laufen

taufrische Filme, die bisweilen

direkt aus dem Schneideraum

kommen. Großes Kino,

manchmal sogar Weltkino, mit

Stars und Sternchen, topmodern,

gerne auch mal provokant.

Die Filmkunstmesse hingegen

versteht sich, wie es der

Name bereits andeutet, nicht

nur als Treffpunkt, sondern

auch als Handelsplattform, die

den Festivals nachgeschaltet

ist. Während auf Filmfestivals

die Produktionsfirmen mit

Verleihern zusammenkommen

© AG Kino – Gilde e.V.

und die Rechtevergabe für die

jeweiligen Länder aushandeln,

ist man auf der Filmkunstmesse

bereits einen Schritt weiter: Die

Filme haben ihren Verleiher

gefunden, die PR-Kampagnen

stehen und auch die Starttermine

sind im Großen und

Ganzen gesetzt. Um bei den

Kinoberteiber:innen das Interesse

zu wecken, können sich

die Verleiher auf der Messe einkaufen

und ihr aktuelles Programm

präsentieren – verbunden

freilich mit der Hoffnung,

den ein oder anderen Spielort

hinzuzugewinnen. Das führt

mitunter zu skurrilen Szenen,

beispielsweise wenn vor dem

eigentlichen Film der Trailer

zu ebenjenem Film gescreent

wird, um das potenzielle Werbematerial

gleich mitzupräsentieren.

Die Filme auf der Filmkunstmesse

sind also stark vorgefiltert

und zielen darauf ab,

mit ökonomischem Gewinn in

den Programmkinos ausgewertet

werden zu können. Komödien,

Buddy-Movies, Dramen

– durchaus mit Anspruch, wie

beispielsweise „Große Freiheit“,

die Geschichte einer

homoerotischen Freundschaft

zweier langjähriger Gefängnisinsassen,

stark besetzt mit

Franz Rogowski und Georg

Friedrich. Letzten Endes aber,

so das Fazit, durch die Bank

weg ein Kino ohne Ecken und

Kanten, ohne Provokation und

ohne - Achtung - Innovation.

Ein Kino, das an der Kasse

funktionieren mag, das passionierte

Cineast:innen aber nur

schwerlich hinter dem Ofen

hervor lockt.

Apropos Kinokasse: Wie in

jedem Jahr präsentierte die

Filmförderungsanstalt (FFA),

also jenes Gremium, das nicht

nur die deutsche Filmförderung

koordiniert, sondern auch

den Markt analysiert, aktuelle

Zahlen zum Besuchsverhalten

des Arthouse-Publikums.

Anders als in früheren Jahren,

wurden diese Zahlen aus naheliegenden

Gründen mit besonderer

Spannung erwartet. Wer

nach wie vor Sorge trug, dass

die Coronazeit die Menschen

nun endgültig an ihre Laptops

und Streamingdienste gekettet

hätte, der sah sich freudig

enttäuscht. Denn in nahezu

allen Kategorien weist das

Besucher:innenverhalten einen

Aufwärtstrend auf gegenüber

dem Jahr 2019 vor Corona.

Während im Vergleich 2019/20

der Altersdurchschnitt des

Neuauftakt mit Wumms

Das Studentenkino öffnet seine Pforten

Arthouse-Publikums von 49,3

auf 48,0 Jahre sank, steigt seit

Juli 2021 die Motivation, ins

Kino zu gehen deutlich: Im

sog. „Euphorie-Barometer“

zeigt die FFA auf, dass in repräsentativen

Umfragen 6 Prozent

mehr Befragte angaben,

mindestens genau so häufig

oder häufiger ins Kino gehen

zu wollen, als vor der Pandemie

(unter „Kino-Fans“ sind es gar

14 Prozent, unter „sporadischen

Besucher:innen“ immerhin

noch 3 Prozent). Weitere Zahlen

belegen diesen Trend: Der

Umsatz an den Kinokassen

von rund 57,5 Mio. Euro im

Juli 2021 toppt den gleichen

Zeitpunkt in 2018, und liegt

304% über Juli 2020, wo die

Kinos auch kurzzeitig geöffnet

waren. Besonders starke Zuwächse

lassen sich in Städten

über 600.000 Einwohner:innen

verzeichnen und in mittelgroßen

Kinos, die mehr als vier

Leinwände besitzen und somit

ein ausgewogenes Programm

präsentieren können. Grund für

diese erfreuliche Entwicklung

ist neben der Post-Corona-Euphorie

eine kluge Programmierung:

Kurz nach dem Re-Start

kamen mit „Nomadland“ und

„Der Rausch“ hochdekorierte

und vielbesprochene Filme

in die Kinos, mit „Dune“ und

„James Bond“ konnte dann

auch ein action- und technikbegeistertes

Publikum wieder

vor die große Leinwand gelockt

werden.

So belegte die FFA, was sich

auf der diesjährigen Filmkunstmesse

generell beobachten und

in der Menge an Panels, Debatten,

Fachgesprächen und Empfängen

erspüren ließ: Trotz Corona

- dem Kino geht’s (wieder)

gut!

Johannes Litschel

WIEDER UNENDLICHKEIT ERLEBEN

www.planetarium-freiburg.de

Die Durststrecke für Kinos

und damit auch für das

Studentenkino des Akademischen

Filmclubs Freiburg

findet ihr Ende. Zum Wintersemester

kann der aka den Betrieb

im Großen Hörsaal der

Biologie wieder aufnehmen.

Der Neuauftakt kommt dabei

mit Wumms. Ein Filmprogramm

mit Highlights erwartet

Filmfans auch im November.

Alle Filme starten um 20

Uhr. Schon am 2. November

kommt ein Oscargewinner

in den Hörsaal. „Free Solo“

erzählt von den ungeheuren

Strapazen seilfreien Kletterns.

Ebenfalls Oscarware

ist der hintersinnige Thrill

der südkoreanischen Gesellschaftssatire

„Parasite“ am 3.

November. Einen echten Klassiker

liefert der aka mit dem

Überkultfilm „Pulp Fiction“

am 4. November.

Dass auch kleinere Filme mit

großem Potential ihren Raum

bekommen, beweist der aka

mit „Und morgen die ganze

Welt“ am 9. November. Ein

Film über den Widerstand

gegen rechts und die eigenen

Prinzipien. „The Suicide

Squad“ bedeutet Anti-Superheldenkino

am 10. November

und „Futur 3“ ein queeres Beziehungsdrama

in bunten Bildern

am 11. November. Das

Programm wird voraussichtlich

bis Februar fortgeführt.

Für weitere Filme siehe die

Homepage des aka: www.akafilmclub.de


literatur KULTUR JOKER 21

Zwischen real und surreal

Das 35. Freiburger Literaturgespräch findet vom 11. bis 14. November statt

Sprachlosigkeit, insbesondere

familiäre, kann eine ganz schöne

Zumutung sein. Oder eine Steilvorlage,

ihr Erinnerungen und

Geschichten entgegenzusetzen.

Auf ganz unterschiedliche Weise

stand sie am Anfang von Jo Lendles

Roman „Eine Art Familie“

und Monika Helfers „Vati“. Die

Tagebücher seines Großonkels

sind die Grundlage für Lendles

neuen Roman und dies obgleich

dieser sie ungelesen dem Feuer

überantworten wollte, Helfer

hingegen würdigt nach „Bagage“

2020 nun den Vater, der nach

dem Krieg weitgehend über das

Erlebte schweigt und sich lieber

den Büchern zuwendet.

Relativ sprachlos war auch das

Freiburger Literaturgespräch

2020, das Lutz Seiler hätte eröffnen

sollen. Doch Autorinnen und

Autoren sind ja nicht sprachlos.

Wenn Seiler nun am 11. November

das 35. Freiburger Literaturgespräch

eröffnet, wird es

zusammen mit Anja Kampmann

geschehen, die wie Seiler auch

sowohl Prosa als auch Lyrik

schreibt. In der pandemischen

Zwischenzeit haben beide Gedichtbände

veröffentlicht. Der

Titel des diesjährigen Literaturgesprächs

„Schrift für blinde

Riesen“ ist auch der von Seilers

jüngster Publikation. Traditionell

findet diese Eröffnungslesung

im Neuen Rathaus statt, die

Veranstaltungen von Freitag bis

Sonntag werden im Literaturhaus

abgehalten. Dadurch können Lesungen,

sollten sie ausverkauft

sein, gestreamt werden.

Am Freitag geht das Familienprogramm

mit Paul Maar,

Wolfgang Stute und Konrad

Haas in das reguläre Programm

über, denn der Sams-Autor Maar

wird im Anschluss aus dem Roman

seiner Kindheit „Wie alles

kam“ lesen. Überhaupt gibt es

viel Biografisches. So teilt Sasha

Marianna Salzmann mit den Protagonistinnen

ihres Romans „Im

Menschen muss alles herrlich

sein“ die Erfahrung eines Lebensbruches.

Stammen sie doch

aus der Ukraine, beziehungsweise

Russland; der Titel, er ist

ein Zitat aus Tschechows „Onkel

Wanja“ spielt auf diese kulturelle

Herkunft an. Nicht minder vielsagend

ist der Titel von Yevgeniy

Breygers Gedichtband „gestohlene

Luft“. Er wurde vom Lyriker

Ossip Mandelstam für Untergrundliteratur

während der

stalinistischen Terrors geprägt,

die trotz aller Repressalien unter

Gleichgesinnten kursierte.

Während László Krasznahorkais

Protagonist aus „Herrscht 07769“

aus einem thüringischen Dorf in

das Bundeskanzleramt schreibt.

Der Roman besteht aus einem

Bandwurmsatz. Das könnte surreal

werden, so wie es auch Angelika

Klüssendorf in „Vierunddreißigster

September“ gelingt,

realistische Szenarien surreal

werden zu lassen.

Am Sonntag lädt das Literaturhaus

zu einer Matinee mit Felicitas

Hoppe ein, die ihre spielerisch-heitere

Reflexion über

die Nibelungen mitbringt, bevor

dann am Abend die 35. Freiburger

Literaturgespräche mit einem

Konzert des Schweizer Autors

und Lyrikers Michael Fehr und

Rico Baumann endet. „Super

light oder genauer „super liecht“

darf es dann schon werden.

Alle Termine unter www.literaturhaus-freiburg.de

Annette Hoffmann

Anja Kampmann

© Juliane Henrich

Lyrik Ecke

In aller Kürze

Lügen haben kurze Beine

lang sind sie

rechts von der Mitte

Jürgen Riedel

Ich lebe

flirrende Sommerluft

geatmet im Frühherbst

Janina Niemann-Rich

Viele Politiker

Man kann sein Gesicht

nicht verlieren

wenn man keins hat

Janina Niemann-Rich

Evolution zurück

Wiege der Menschheit:

Schwarzafrika

Totenbett der Menschlichkeit

Wo weiße Rassisten hausen

Jürgen Riedel

Kampf gegen

Hirnseuche

Herdenimmunität:

Fortschritt

Keine Immunität bei

Herdentrieb nach rechts

außen getarnt oder offen:

Rückschritt

Jürgen Riedel

Sasha M. Salzmann

©Heike Steinweg

Monika Helfer

© Salvatore Vinci

Maar Paul

© Jörg Schwalfenberg

Weltgewandt literarisch

Die BuchBasel sucht auch 2021 zeitgemäße Begegnungsräume

für Literatur

Flexibel aufgestellt wappnet

sich auch die BuchBasel gegenüber

einem unvorhersehbaren

Pandemieverlauf. Das Medium

Buch wird auf analogen,

digitalen und hybriden Veranstaltungen

auf sein grenzüberschreitendes

Potential geprüft.

Drei Tage lang, vom 4.–7.

November bringt das Festival

Menschen und Geschichten aus

aller Welt zusammen. Oder wie

das Motto Judith Schalanskys

besagt: „Auf der endlosen, kugelförmigen

Erde kann jeder

Punkt zum Zentrum werden.“

Judith Schalansky wird das

Festival am 4. November, 18

Uhr auch eröffnen und das

Thema „Nature Writing“ als

wichtigen Gegenstand des Festivals

etablieren. „Über Natur

schreiben“ ist angesichts der

globalen Veränderungen im

Anthropozän zum Paradigma

vieler Autor*innen geworden.

Neben Schalansky äußern sich

etwa Helen Macdonald, Esther

Kinsky oder Ludwig Fischer

zu diesem Erfordernis wie

Bedürfnis der gegenwärtigen

Literatur. Die Frage nach diesem

Verhältnis führt weit über

Deutschland hinaus und zur

internationalen Literatur.

Aber auch abseits davon passiert

vieles, was die BuchBasel

auch überregional zur wichtigen

Anlaufstelle macht. Etwa

wird der renommierte Schweizer

Buchpreis verliehen. Hier

versteht sich die BuchBasel

als Bühne, um relevante Literatur

wieder in den Fokus zu

rücken. Die Jury des Schweizer

Buchpreises präsentiert am

Festivalsonntag (7. November)

diejenigen Bücher, die sie für

herausragend hält. Darunter

sind die Autor*innen Martina

Clavadetscher, Thomas

Duarte, Michael Hugentobler,

Christian Kracht und Veronika

Sutter.

Neben den ganz Großen ist

aber auch für die Kleinen einiges

dabei. Im Kinderprogramm

sorgen Autor*innen

wie Petra Rappo, Johanna

Schaible oder Raphaël Kolly

für große Augen. Zwillinge,

Kaninchen oder ein Ausflug

mit Opa geben ein besonderes

Sammelsurium von Abenteuern,

die uns so nur die Literatur

schenken kann.

Weitere Infos und Termine:

www.buchbasel.ch

Lutz Seiler

© Heike Steinweg

VERANSTALTUNGEN

NOVEMBER 2021

MI | 17. NOV | 19:30 UHR

Tischgespräche

DAVID HÖNER

„KÖCHE, HÖRT DIE SIGNALE!“

EIN KULINARISCHES MANIFEST

SO | 21. NOV | 11 UHR

„SCHNEE“

EINE ERZÄHLUNG VON

DANIEL KEHLMANN

DORIS WOLTER – TEXT

LAMBERT BUMILLER - KLAVIER

FR | 26. NOV | 19:30 UHR

MARC HOFMANN

„ HORVATH UND

DIE VERSCHWUNDEN SCHÜLER“

LESUNG UND LIVEMUSIK

UNSERE ÖFFNUNGSZEITEN:

DI-SA 9:30-18:30 UHR | SO 11:30-18:30

IN DER RAINHOF SCHEUNE

79199 KIRCHZARTEN-BURG | HÖLLENTALSTRASSE 96

TEL. 07661-9880921 | WWW.BUCHLADEN-RAINHOF.DE


22 KULTUR JOKER literatur

Ein Leben für die Kinokultur

Dieter Kosslick, Kulturmanager und ehemaliger Direktor der Berlinale, legt seine Memoiren vor

Verschmitztes Lächeln, schwarzer

Hut und roter Schal! Mit diesen

drei Markenzeichen wurde

Dieter Kosslick in aller Welt bekannt,

als er 2001 die Leitung der

Berlinale, des weltgrößten Kino-

Publikumsfestival übernahm,

die er bis 2019 innehatte. Als

studierter Kommunikations- und

Politikwissenschaftler war er zuvor

als persönlicher Referent und

Redenschreiber für den Hamburger

Bürgermeister Hans-Ulrich

Klose tätig, leitete die gesamte

Hamburger Filmförderung und

wechselte danach auf den Chefposten

der Filmstiftung NRW

und entwickelte das Bundesland

zum Leuchtturm der deutschen

Filmstandorte. Nunmehr im Ruhestand

beschrieb er in seinem

Buch „Immer auf dem Teppich

bleiben“ höchst vergnüglich seine

Begegnungen mit fast allen internationalen

Stars der Filmbranche,

beschäftigte sich aber auch kritisch

mit der Zukunft des Kinos.

Im ersten Drittel erfährt der

Leser Biographisches. Der Monumentalfilm

„Ben Hur“ war

der erste Hollywood- Film, den

der damals elfjährige Dieter auf

großer Leinwand zu sehen bekam

und insbesondere das atemberaubende,

über zehn Minuten

dauernde Wagenrennen der Gla-

diatoren, erweckte seine Liebe

zum Kino und zählt bis heute zu

seinen Lieblingsfilmen. Es folgten

regelmäßige Besuche der Sonntagsvorstellungen

im Bali-Kino

seines Heimatorts Ispringen bei

Pforzheim, bei denen der jugendliche

Filmfan immer als erster

vor der Einlasstür stand und die

Türklinke in der Hand hielt, weil

die ersten immer auch die besten

Plätze ergatterten. Gespickt mit

ähnlich Kino-affinen Anekdoten

zeichnet Kosslick mit feinem

Humor, bisweilen auch ernsten

Zwischentönen seinen Weg über

verschiedene Stationen bis hin

zum Direktor der Berlinale.

Im zweiten Teil kommen alle

Liebhaber von Insider-Geschichten

aus der Glamour-Welt des internationalen

Films auf ihre Kosten.

Mit, wie er schreibt, „schwäbischer

Diskretion“, schildert der

fast zwanzig Jahre in engster

Tuchfühlung mit der Weltstar-

Elite stehende ehemalige Chef

des bedeutendsten internationalen

Publikums-Festival eine große

Zahl von skurrilen Begegnungen,

lustigen kleinen und großen Katastrophen,

aber auch viele magische

und berührende Momente

seiner Festivalzeit. Nie wird dies

zum billigen Klatsch oder gar zur

Denunziation. Stattdessen sprechen

aus jeder Zeile die Liebe und

Fürsorge des Autors zu dieser eigentümlichen

Welt und er betont

nachdrücklich die Bedeutung der

Berlinale mit ihrem erklärten Einsatz

für Toleranz, Völkerverständigung

und Frieden.

Im Schlussteil geht es um die

Krise oder besser die Zukunft

des Kinos im Verhältnis zu Streaming-Diensten

und sozialen

Medien. Leidenschaftlich plädiert

Kosslick für das einmalige, nicht

zu ersetzende Gemeinschaftserlebnis

im Kinosaal mit großer

Leinwand und dem erhebenden

Moment der Öffnung des Vorhangs.

Dies müsse für die junge

Generation unbedingt durch gezielte

Maßnahmen und Investitionen

erhalten werden. Dafür

formuliert er viele Vorschläge für

eine Neuorientierung und bessere

Organisation der Filmförderung

und schließt die Kooperation mit

Streaming-Diensten keineswegs

aus. Dazu gehören angesichts des

hohen CO2-Ausstoßes von Filmprojekten

im Hinblick auf Klimaschutz

auch klare Vorgaben für

eine ökologische Filmproduktion.

Er nennt etliche Beispiele

aus Hollywood und Deutschland

für „Green-Filming“ mit hoher

Effizienz und führt einen detaillierten

Maßnahmenkatalog für

Eine Zeitreise in das Jahr 1972

Mit „Säwentitu“ hat Bea von Malchus ein sehr persönliches Buch veröffentlicht

„Es ist schön, Dinge zu machen,

die man eigentlich nicht so

macht“, steht in spitzer Mädchen-

Schönschrift im Umschlag des

schwarzen Schulheftes. Gegenüber

eine Grau-in-Grau-Collage

mit Wasserturm im Bindfaden-

Regen. – Autorin Bea von Malchus

weiß, wovon sie spricht: Seit

25 Jahren macht sie Erzähltheater,

nun hat sie nach zwei Kochbüchern

– Kultur-Lockdown sei

dank – mit „Säwentitu“ ein schmales,

pralles und sehr persönliches

Buch geschrieben.

Es ist eine Zeitreise in das Jahr

1972, ins Leben der 13-jährigen

Bea – so der Rahmen dieser

Sammlung von Minigeschichten:

Alltagssprengsel um Freud

und Leid, krude und weise, poetische

und bissige, scharfsinnige

und verwirrte Gedanken eines

Mädchens im Körper einer verpuppten

Frau, die alles hellwach

und mit großer Intensität erlebt,

davon beeindruckt, inspiriert

und immer wieder aus der Bahn

geworfen wird. Eine Spurensuche?

Zum Teil. „Der Anstoß

um Säwentitu zu schreiben waren

tatsächlich ein paar im Chaos

alter Kisten wieder aufgetauchte

Gedichte, die ich mit 13 auf Rat

meiner Deutschlehrerin ersonnen

und dann aufbewahrt habe“, erzählt

Bea von Malchus. Also eine

biografische Spurensuche? Zum

Teil. „Die Tagebuchform ist ein

reiner Kunstgriff. Die Dinge sind

erfunden. Mein Erinnerungsvermögen

ist äußerst schlecht. Ich

habe wohl eher Löcher und Gefühle

zu einem schönen Muster

zusammen gehäkelt.“, so die sibyllinische

Antwort der Autorin.

Also doch fiktive Teenager-

Rückschau? Auch das nur zum

Teil. Denn wer nun amüsante

Anekdoten aus dem Genre

„Schule, Pickel, Liebeskummer“

erwartet, wird von dieser

quicklebendigen, altklugen Erzählerstimme

schnell in einen

vielschichtigen, schnoddrig-geschliffenen

Monolog eingesaugt

und im Winter 1972 wieder ausgespuckt.

Familie von Malchus

ist gerade von Freiburg nach

Dortmund gezogen, seitdem stottert

Schwester Karin und Bea ist

plötzlich kurzsichtig geworden,

hat Heimweh, fälscht Papas Unterschrift

und schreibt sich selbst

Entschuldigungen. In kurzen

Kapiteln mit Überschriften wie

„Rot“, „Smoke“ oder „Mathe ist

Folter“ erzählt sie von Schneeglöckchen-Glück

und Flambier-

Experimenten, sinniert über die

Dieter Kosslick (links) mit Kinobesitzer Leopold Winterhalder

kurz vor seiner Lesung im Krone-Kino in Titisee-Neustadt

Foto: Erich Krieger

bescheuerten Rollen von Männern

und Frauen, nervt sich über

ihre Familie, spürt ihrer Bravo-

Allergie nach oder formuliert

To-Do-Listen wie „Cool rauchen,

Backen können, Gedichte schreiben“.

Alles ist furchtbar schön,

aufregend oder traurig.

Schon das hat viel Atmosphäre,

Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert.

Gestreift und

berührt wird diese Figur von

Politik und Zeitgeist: Der Ketten

rauchende Vater und das

Gruselstigma seiner sibirischen

Kriegsgefangenschaft, die allgegenwärtigen

RAF-Fahndungsplakate,

die Nachrichten über den

nordirischen „Bloody Sunday“,

die Olympiade in München

samt Attentat und Geiseldrama

oder die Mondlandung. All das

schafft bei der jungen Bea Meinung

und Entwicklung. Denn sie

spitzt zu: Langweiler oder eitle

Gockel sind die Männer, schillernd

und irritierend das weibliche

Ensemble: Allen voran die

furchterregend kluge, impulsive

und scharfzüngige Bestimmer-

Mutter und die mannstolle, versoffene

Tante Ilse aus Norwegen.

Bebildert wird das mit vielen

aquarellierten Collagen von der

Freiburger Kostümbildnerin Sarah

Mittenbühler: Manche davon

sind großartig, viele aber haben

den blass-verstaubten Illustrationsstil

engagierter Kinder-und

Jugendliteratur aus den 70ern.

„Holen Sie sich was Schönes

zum Trinken.“, rät Bea von Malchus.

Und dann einfach beamen

lassen…

Säwentitu wurde in kleiner

Auflage auf Recyclingpapier in

Bea von Malchus

nachhaltige Veränderungen auf.

Auch hier spricht der Fachmann

und Innovator.

Kosslicks Buch ist durchweg

spannend und mit Herzblut geschrieben

und man mag es kaum

aus der Hand legen. Ein „Muss“

für alle Cineasten und folglich

ein guter Tipp für die kommende

Auswahl der Weihnachtsgeschenke.

Das Buch von Dieter Kosslick

„Immer auf dem Teppich bleiben

- Von magischen Momenten

und der Zukunft des Kinos“ ist im

Buchhandel unter ISBN: 978-3-

455-00360-4 erhältlich

Erich Krieger

Emmendingen gedruckt und ist

für 25 Euro bestellbar bei post@

beavonmalchus.de

Lesungen: Güterhalle, Bleibach,

Sa. 20. November 20 Uhr.

Nellie Nashorn, Lörrach, So. 28.

November um 18 Uhr. Rainhofscheune,

Kirchzarten, Do. 9. Dezember

um 19.30 Uhr

Marion Klötzer

Säwentitu

Foto: promo


Der etwas andere Weihnachtsmarkt

Regionale und lokale Schätze auf dem Merzhausener Weihnachtsmarkt

Fotos: promo

Die Gemeinde Merzhausen

wird den traditionellen Weihnachtsmarkt

in diesem Jahr am

27. November ausschließlich

auf Open-Air stattfinden lassen,

sodass Besucher*innen

beruhigt nach weihnachtlichen

Schätzen an frischer Luft stöbern

können. Das besondere in

diesem Jahr: Der Weihnachtsmarkt

ist in zwei Bereiche aufgeteilt.

Im ersten Bereich auf dem

Marktplatz befinden sich die

Warenverkaufsstände mit allerhand

Geschenkideen für Ihre

Liebsten, wo Besucher*innen

freien Zugang ohne Kontrollen

haben. Zusätzlich wird es in

diesem Jahr eine abgezäunte

„Trink/Fress-Meile“ zwischen

Schule und Sporthalle geben,

auf der, je nach aktueller Lage,

3 G oder 2 G Kontrollen am

Einlass stattfinden werden.

Doch auch in diesem Jahr

dürfen sich Besucher*innen

auf besondere regionale und

lokale Angebote, Weihnachtsgeschenke

und kulinarische

Köstlichkeiten freuen!

Weitere Infos: www.merzhausen.de

Barleben-Handspielpuppen

79098 Freiburg, Fischerau 24,

Mo-Sa 10:00-18:00

Weihnachtsmarkt

Attraktive Geschenkideen

Weihnachtsaktion

von 1. bis 30. Dezember 2021

MAROKKANISCHES BAD

2 Personen € 214,00

INDISCHES BAD

Ayurveda zu zweit genießen

2 Personen € 239,00

Indischer Rosentraum

2 Personen € 179,00

JAPANISCHES BAD GOLDRAUSCH

1 Person € 189,00

2 Personen € 244,00

HAMAM AL SULTAN /

PERLE DES ORIENTS

1 Person € 124,00

2 Personen € 184,00

ab 10:00 Uhr auf dem Markt- und Festplatz*

Eröffnung: 11:00 Uhr durch Bürgermeister Dr. Christian Ante

Über 50 Anbieter freuen sich auf Ihren Besuch.

*Unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen, siehe merzhausen.de/Weihnachtsmarkt

Gutscheine bequem

zu Hause ausdrucken

AROMA-ENERGIE-MASSAGE

mit Gesicht € 75,00

ohne Gesicht € 54,00

THERME

10er Karte € 132,00

Entspannungstag € 82,00

SAUNAPARADIES

10er Karte € 234,00

Entspannungstag € 89,00

Vita Classica Wohlfühlhaus

Tel. + 49 7633 4008-160

www.vita-classica.de


Die MUNDOLOGIA-Vorträge sind zurück! November 2021 bis März 2022

REINHOLD MESSNER: 15. & 16. November

Die Bergsteigerlegende live im Konzerthaus Freiburg

Er gehört zu den größten und bekanntesten Abenteurern und Bergsteigern unserer Zeit. Auf Einladung der

MUNDOLOGIA kommt Reinhold Messner für zwei Abende ins Konzerthaus nach Freiburg. In seiner neuen

Live-Show setzt er sich noch einmal mit dem Nanga Parbat - seinem Schicksalsberg auseinander. Wir

haben im Vorfeld ein Interview mit ihm geführt.

Herr Messner, Sie haben kürzlich

Ihren 77. Geburtstag gefeiert.

Hätten Sie gedacht, dass Sie

so alt werden?

Nein, ich habe in meiner starken

Zeit gedacht, wenn ich 40

werde, wäre das ein Glück.

Über die 40 Jahre hinaus habe

ich lange Zeit nicht gedacht

und damals auch in keine Pensionskasse

eingezahlt. Aber

inzwischen bin ich ein braver

Bürger geworden, der ab und

zu ein kleines Abenteuer wagt.

Was braucht ein Abenteurer, um

alt zu werden?

Ich habe viel Glück gehabt, das

spielt auf jeden Fall eine Rolle.

Andere hatten weniger Glück.

Aber ich gehe auch nur dann

los, wenn ich sehr gut vorbereitet

bin. Denn ich bin ein sehr

vorsichtiger Mensch, das glaubt

zwar niemand, aber das ist so.

Trotzdem bleibt natürlich immer

ein Restrisiko.

Aber da gab es doch folgendes

Ereignis: Bei der Besteigung des

Mount Everst im August 1980

sind Sie in eine Gletscherspalte

geraten und haben sich geschworen:

Wenn ich wieder

rauskomme, kehre ich um. Sie

sind herausgekommen - und

Reinhold Messner, Nanga Parbat.

weiter gen Gipfel gestiegen.

Warum?

Weil die Motivation in diesem

Moment viel stärker war, als die

Verzweiflungsentscheidung da

unten in der Gletscherspalte

Verraten Sie uns Ihre größte

Schwäche?

Ich habe jede Menge Schwächen.

Zum Beispiel bin ich sehr

fokusiert auf neue Ziele und

Herausforderungen. Dadurch

haben es die Mitmenschen um

mich herum manchmal nicht

einfach.

Welcher ist für Sie der größere

Glücksmoment: wenn Sie den

Gipfel erreicht haben, oder

wenn Sie wieder heil im Tal

sind?

Wenn ich heil zurück im Tal und

in Sicherheit bin. Wir Menschen

brauchen Sicherheit, das war

schon immer so. Aber die meisten

Staaten sind nicht mehr in

der Lage, ihren Bürgern Sicherheit

zu geben. Wir sind derzeit

in einer unguten Lage auf dieser

Welt, es gibt Spannungen

wie selten zuvor. Und wir Europäer

wissen nicht, wohin wir uns

orientieren sollen. Alles driftet

auseinander.

Was halten Sie davon, dass es

in den Bergen immer mehr Tourismus

gibt?

In den wirklichen Bergen gibt

es weniger Tourismus als früher.

Die meisten Kletterer sind

heute in der Halle. Es gibt zwar

viel mehr Wanderer als früher,

aber die machen nichts kaputt.

Die Alpen gehen nicht kaputt

wegen der Wanderer, sondern

weil es in den großen Ballungszentren

viel Verkehr und Energieverbrauch

gibt. Und wenn

behauptet wird, die Alpen seien

überlaufen, dann sage ich:

das ist nur an wenigen Stellen

so, 99 Prozent der Alpen sind

kaum überlaufen. Ich treffe nie

jemanden, wenn ich auf den

Berg gehe.

Was denken Sie darüber, dass

eher ungeübte Bergwanderer

inzwischen die höchsten Gipfel

ansteuern?

Der Mount Everest wird jedes

Jahr präpariert für den Massentourismus.

Da gehen 150

Sherpa hin und bauen eine Piste,

sonst würden die Leute gar

nicht hochkommen. Und in jedem

Lager gibt es einen Koch.

Ich beschreibe lediglich wie die

Situation ist, ich bewerte sie

nicht. Für alle Aktivitäten am

wilden Berg gilt: wir gehen da

hin, wo der Mensch nicht hingehört.

Die Natur ist dort die

Gesetzgeberin und die ist erbarmungslos.

Gibt es einen Berg, der Sie besonders

geprägt hat?

Ja, der Nanga Parbat. Er hat

mir beigebracht, wie Mensch

und Bergnatur funktionieren.

Bergsteiger sind keine besseren

Menschen, sondern ganz normale

Menschen.

Sie sind auch als Motivationstrainer

aktiv. Was möchten Sie

da Ihren Mitmenschen vermitteln?

In meinen Vorträgen über Risikomanagement

und Motivation

geht es um die Auseinandersetzung

mit einer anderen Welt.

Ich erkläre da Leuten auch wie

Erfolgsmodelle funktionieren.

Es gab zu meiner Zeit sicher

Alpinisten, die besser waren als

ich und gute Ideen hatten, aber

sie haben es am Ende nicht

gewagt, sondern gezögert und

gezögert - und am Ende sind

sie nicht losgegangen. Ich habe

die Gabe, es zu wagen. Natürlich

nur gut vorbereitet und

körperlich trainiert. Man muss

alle Schritte zum Losgehen vorbereiten,

seine Ängste minimieren

und dann den ersten Schritt

machen. Dann schrumpfen die

Ängste und sollte es einen Vorfall

geben, dann kann man ja

immer noch umkehren.

Herr Messner, welche Pläne haben

Sie für die Zukunft?

Bei Fragen, die die Zukunft

betreffen, bin ich ziemlich zugeknöpft.

Wenn ich Projekte

plane, will ich nicht zu früh zu

viel verraten, sonst verliert die

Idee an Kraft. Was ich voraussehe,

ist nur eine Anfangsidee,

ich bin jemand der Stückchen

für Stückchen plant. Aus einer

Kopfgeburt wird langsam etwas

Konkretes. Das schenkt mir gelingendes

Leben.

Mögen Sie das Meer?

Ich bin ab und zu dort gewesen,

aber es ist nicht meine Welt.

Das Interview führte Annette

Clauß. Tickets und Infos zu den

Vorträgen gibt es im Internet

unter:

mundologia.de


MUNDOLOGIA-REIHE 2021 / 2022

Programmauszug:

FREIBURG | Bürgerhaus Seepark, Paulussaal, Konzerthaus

NORWEGEN

Walter Steinberg

So 14.11. | 11 Uhr

GTA

GRANDE

TRAVERSATA

DELLE ALPI

Kürschner & Haas

Di 23.11. | 19. 30 Uhr

IRAN

Berger & Khadem-Awal

So 16.1. | 14. 30 Uhr

IRAK

KURDISTAN

David Lohmüller

So 14.11. | 14. 30 Uhr

MADAGASKAR

Josef Niedermeier

Sa 8.1. | 19. 30 Uhr

DER ABENTEUER-

REITER

Günter Wamser

So 16.1. | 18 Uhr

KAMMER

HANS

LANDER

„Geisterberg - Manaslu“

So 14.11. | 18 Uhr

UNTER

BÄREN

David Bittner

So 9.1. | 17 Uhr

NORDWEST-

PASSAGE

Renoldner & Slanec

Di 15.2. | 19. 30 Uhr

KONZERTHAUS

MESSNER

„Nanga Parbat“

Mo & Di 15./16.11.

KUBA

Tobias Hauser

Mo 10.1. | 19. 30 Uhr

NEPAL

Walter Schwab

So 13.3. | 14. 30 Uhr

VON EUROPA

NACH AUSTRALIEN

AUF DEM LANDWEG

Kostya Abert

Mo 22.11. | 19. 30 Uhr

SÜDAFRIKA

Dirk Bleyer

So 16.1. | 11 Uhr

MARKUS

KONZERTHAUS

LANZ

GRÖNLAND

Markus Lanz live

Fr 18.3. | 20 Uhr

DENZLINGEN | Kultur- und Bürgerhaus

MIT DEM E-BIKE

DURCH DEUTSCHLAND

SCHOTTLAND

KANAREN

ROCKY

MOUNTAINS

SAGENHAFTE

ALPEN

Maximilian Semsch

Mo 1.11. | 14 Uhr

IM BANN DES

NORDENS

Bernd Römmelt

So 12.12. | 17. 30 Uhr

Erik Peters

Mo 1.11. | 17. 30 Uhr

ABENTEUER

OZEAN

David Hettich

So 23.1. | 14 Uhr

Stefan Erdmann

So 21.11. | 14. 30 Uhr

SIZILIEN

Martin Engelmann

So 23.1. | 17. 30 Uhr

Burgholzer & Hübl

So 21.11. | 18 Uhr

Bernd Römmelt

So 12.12. | 14 Uhr

Weitere Vorträge,

Tickets & Infos:

MUNDOLOGIA.DE

MÜLLHEIM

Bürgerhaus

SYRIEN

Lutz Jäkel

Do 18.11. | 19. 30 Uhr

ISLAND

3D

Stephan Schulz

Do 13.1. | 19. 30 Uhr

PARADIES

ERDE

Reiner Harscher

Do 10.2. | 19. 30 Uhr

COSTA RICA

Tobias Hauser

Do 17.3. | 19. 30 Uhr


26 KULTUR JOKER Mixtape

„Viele haben hart Bock endlich was zu reißen“

Ein Besuch bei Franklin Moonway (Mix & Master) verrät, was Freiburgs Rapszene wirklich zu bieten hat

Zwischen Industrie- und Plattenbauten versteckt sich im Industriegebiet

Nord eine Perle des Freiburger Hip-Hops. Benjamin Kempter

aka Franklin Moonway begrüßt mich im Hinterhof. Ein dampfender

Kaffee und eine qualmende Zigarette später, geht’s auch schon in

den Keller. Echtes Undergroundfeeling überkommt mich, als wir

durch ein absurd großes Industrielager laufen, links und rechts überdimensionierte

Rohrleitungen. Dann, einmal um die Ecke gebogen,

stehen wir vor weißen Wänden, die sich containerartig den Raum

erschließen. „Das ist mein Studio“, sagt Franklin stolz, während er

die Tür aufschließt, wohinter sich ein Vorraum mit alkoholischen und

nichtalkoholischen Drinks befindet, der direkt in das neonbeleuchtete

Tonstudio führt. „Das Studio habe ich geplant, mein Vermieter

machte den Bau und die Umsetzung möglich.“

Das „Moonway – Urban Music Studio“ gibt es seit gut einem Jahr

und ist die Erfüllung eines Lebenstraums. „Mit 14 habe ich meinen

ersten Text geschrieben, dann war ich 10 Jahre in einer Rapcrew, mit

der wir sogar einmal vor Haftbefehl auftreten durften“, erinnert er

sich. Er gibt zu, nie wirklich zufrieden mit seinem Rap gewesen zu

sein. „Mit 20 habe ich mit dem Mixen und Mastern angefangen. 12

Jahre später sitze ich in meinem eigenen Tonstudio!“.

Während unseres Gesprächs wird klar, wie viel Ehrgeiz und Herzblut

hinter diesem Projekt steckt. Er erzählt von Jobs, die er in den

letzten 12 Jahren machen musste, um sich und seine Familie neben

der Musik über Wasser zu halten.Erzieherausbildung, Versicherungskaufmann,

Gebäudereinigung, Stage Hand, Burger King, Briefträger,

ein Studium in Mediengestaltung. „Diese Jobs waren für mich

nur Mittel zum Zweck. Ich wollte immer Musik machen“, Franklin

wird kurz nachdenklich. „Zum Teil habe ich das auch gemacht, um

meine Familie zufriedenzustellen. Jeder möchte, dass die Eltern stolz

sind, oder?“.

Grund zum Stolz gibt es allemal. „In der kurzen Zeit ist das alles

hier echt schnell gewachsen. Das Feedback ist krass, meine Youtube-

Formate für Deutschrap79 finden Anklang.“ In diesem einen Jahr

ist das Moonway Studio zu einem Anlaufpunkt für Rapper*innen

geworden, nicht zuletzt durch #79connected. „#79connected ist dafür

da, dass sich die Szene gegenseitig pusht. In Freiburg soll eine

Community entstehen, die sich auf Businessebene in Rapdeutschland

behaupten kann. Gute Künstler sollen nicht mehr gezwungen sein

Freiburg zu verlassen, um weiter zu wachsen. Ich muss nicht jeden

Scheiß geil finden, aber sich auf Business ebene Respekt und Support

zu geben, dafür steht #79connected.“

Es geht ihm um kommerzielle Strukturen für Rapper*innen, Produzent*innen und Veranstaltende,

darum, Freiburg endlich auf die Karte zu bringen. „Viele haben hart Bock endlich was zu reißen“.

Franklin erzählt von Iron Hawk, Rapper und einer der ersten, der seine Moonwayvision teilte und ihr

durch „79connected“ einen Namen gab. „Er steckt genauso viel Herzblut in die Musik wie ich.“ Auf die

Frage hin, wie sich der Freiburger Sound für ihn anhört, überlegt er kurz. „In Freiburg sind ganz klar

die Streetsachen populär, Geschichten aus der Hood. Ich versuche aber den Sound aus meinem Studio

vielseitig zu halten.“ Da sei ein Zombie, der ursprünglich aus der Punkszene kommt, eine Henessy106,

die mit reflektierter Streetattitude und Tiefgang überzeugt, ein überkrasser Kany mit der nötigen Portion

Arroganz sowie JemDoc, den er z.B mit Megaloh oder MoTrip vergleicht. Einige Hörproben unveröffentlichter

Tracks folgen. Neben Kopfnickerbeats, Hoodattitude und arroganten Lines werden Geschichten

erzählt. Über Depressionen und Liebe, Freundschaft und Chancen, Drogen und Gewalt. Die Tracks

sind krass, hören sich erst gar nicht nach Freiburg an, vielmehr nach den nächsten großen Sternen aus

Frankfurt oder Hamburg. Was Freiburg raptechnisch tatsächlich zu bieten hat, wird Franklins und Iron

Hawks nächstes Projekt zeigen: Ein 79connected-Mammuttrack, auf dem 26 Rapper*innen aus Freiburg

vertreten sind.

Mehr zu Franklin: Insta: @franklin_moonway

Elisabeth Jockers

Foto: privat

Parallelwelten auf dem Stühlinger Kirchplatz

Unterstützer*innen der Seite

ANNA MADÉE

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Bekanntermaßen gilt der Stühlinger Kirchplatz als Treffpunkt geflüchteter Menschen und

bekanntermaßen ist auch die Polizei dort oft vertreten. Im idyllischen Grün vor dem beliebten

Fotomotiv der Herz-Jesu-Kirche treffen beide Gruppen aufeinander und schon seit langem ist

der Vorwurf laut, dass diesen Begegnungen „Racial Profiling“ zugrunde liege. In dem im Frühjahr

2020 in der Zeitung „Gefährliches Pflaster“ veröffentlichten Artikel „Stühlinger für Alle“

verweist der Anwohner*innen-Verein Stühlinger darauf, dass Menschen auf dem Kirchplatz

bei Polizeikontrollen „wegen ihres Aussehens rassistisch diskriminiert und entwürdigend behandelt“

würden. Mehr als eineinhalb Jahre später, am 29. September 2021 trafen im Rahmen

einer Podiumsdiskussion im E-Werk, veranstaltet vom Freiburger Verein CaPoA (Cooperation

and Progress of Africans) Polizei und kritische Zivilgesellschaft direkt aufeinander. Die Veranstaltung

gab einen beunruhigenden Blick auf zwei Parallelwelten, auf zwei Parteien, die

miteinander keine Sprache gefunden haben.

Dabei wäre ein Blick auf die Zahlen verbindlich genug.Doch Statistiken zu Racial Profiling

in Freiburg gibt es nicht. Entsprechend schwebend verblieb der Begriff innerhalb der Debatte.

Matthias Zeiser, der die Freiburger Polizei als deren Vizepräsident in der Diskussion vertrat,

wollte den Begriff keinem Verhalten der Polizei zuordnen. Er sprach vielmehr von einem respektvollen

Umgang der Polizei bei den Kontrollen. Selbstbewusst

sprach er für die Beamt*innen im Dienst: „Wir führen

verhaltensorientierte Kontrollen durch. Wir kontrollieren nicht

aufgrund des Aussehens einer Person.“ Die Freiburger Polizei

habe sich der „Charta der Vielfalt“ verschrieben und biete

intern Fortbildungen im Bereich interkulturelle Kompetenz

an.

Beunruhigend war die Veranstaltung deshalb, weil dieser

versöhnlichen Darstellung eine geschlossene Front von Vorwürfen

aus dem Publikum gegenüberstand. Schon früh wurde

der Behauptung des Vizepräsidenten, bei den genannten

Formen des Racial Profiling müsse es sich um Einzelfälle

handeln, Erfahrungen verschiedener Beobachter*innen solcher

Kontrollen entgegen gehalten. Als sich Nelson Momoh,

Nigerianer, Erster Vorsitzender von CaPoA und Streetworker

auf dem Stühlinger Kirchplatz, selbst als Betroffener einer verhaltensunabhängigen

Kontrolle äußerte, war die Spannung im

Saal überdeutlich. Auch weil Momoh direkt neben Zeiser saß,

eine Vermittlung zwischen beiden Welten aber nicht stattfand.

Momoh klagte indes nicht an, sondern wertete sein Erlebnis

auch positiv. Durch die Polizeikontrolle, die er schon am ersten

Tag erleben musste, konnten die jungen Männer auf dem Platz

gleich sehen, dass er nicht zur Stadt gehöre. Der Kommentar

des Streetworkers verrät eine Tragik: Wie kann es sein, dass

jene, die nach Deutschland geflüchtet sind in grundsätzlicher

Skepsis gegenüber der Stadt und ihren ausführenden Organen

verbleiben? Bleibt es da nicht bei einer Fluchtbewegung? Solche

Fragen dürften und sollten die Freiburger Polizei nach diesem

Abend weiter beschäftigen. Dass Matthias Zeiser seine

Kritiker*innen auf ein klärendes Gespräch zum Kaffee eingeladen

hat, dürfte die Lage voraussichtlich nicht entspannen.

Fabian Lutz


Mixtape/nachhaltig KULTUR JOKER 27

Ein Workspace für junge Künstler*innen in Freiburg

Im Gespräch: Natural Orlando, Tänzer, Veranstalter und Mitbegründer des NoBasement unter dem Schwabentor

Im Kellergewölbe des

Schwabentors spitzt sich seit

gut zwei Jahren ein Konflikt

zwischen Stadt und Subkultur

zu. Das NoBasement, gedacht

als Workspace für junge

Künstler*innen, darf nicht öffnen,

der Unmut auf beiden Seiten

wächst. Elisabeth Jockers

traf Natural Orlando, Tänzer,

Veranstalter, Teil der NoLeadersCommunity

und Mitbegründer

des NoBasement am

Schwabentor, um über Hip-

Hop, das NoBasement und den

Konflikt dahinter zu sprechen.

Kultur Joker: Was bedeutet

Hip-Hop für dich?

Natural: Hip-Hop ist eine

kontroverse Kultur, die auch politisch

ist. Die Wurzeln liegen für

mich in „Peace, Love and Unity“,

das wird im Hip-Hop gelebt.

Hip-Hop ist eine Kultur, die für

jeden zugänglich ist. Anders bei

der sogenannten Hochkultur.

Wenn du keine Eltern hast, die

ein Cello finanzieren können,

kommst du da nicht rein. Für

Hip-Hop brauchst du dagegen

sehr wenig: Stift und Papier, ein

Paar Turnschuhe, einen Ort zum

Tanzen. Das macht es interessant

für Leute, die in nicht privilegierten

Verhältnissen aufwachsen

und oft nicht gehört werden.

Deshalb braucht es solche Orte

wie das NoBasement, damit

sich die Community treffen und

wachsen kann.

Kultur Joker: Was ist die Vision

hinter dem NoBasement?

Natural: Die Vision dahinter

ist ein Raum für Künstler*innen

zu schaffen. Wir möchten das

auch gar nicht auf Hip-Hop begrenzen.

Am Ende soll das Basement

ein Workspace für junge,

kreative und offene Menschen

werden, die sich über diesen Ort

connecten. Es gibt ein Tonstudio,

angeschlossen an einen Raum

für Mediengestalter*innen und

ein Tanzstudio, wo auch Workshops

stattfinden können.

Kultur Joker: Das NoBasement

ist seit über einem Jahr

geschlossen, der Konflikt mit

der Stadt Freiburg festgefahren.

Wie hat alles begonnen?

Natural: Mein Bruder, dem

der Laden zum Keller gehört,

fragte mich, ob ich im Winter

nicht im Keller tanzen möchte.

Ich trainierte immer im Freien,

was auch nice war, im Winter

aber sehr kalt. Wir haben den

ersten Raum ausgeräumt und

den Boden angepasst, um Verletzungen

zu vermeiden.

Am 5. September 2019 begann

dann das Drama. Der Laden

stellte erneut die Anfrage

nach Heizmöglichkeiten an die

zuständige Stelle der Stadt Freiburg,

die erste Anfrage wurde

bereits 2017 gestellt. Nach einer

Besichtigung wurde uns

mündlich die Genehmigung gegeben,

Kernbohrungen für den

Ofeneinbau vorzunehmen. Die

sollten wir dann noch von einem

Schornsteinfeger abnehmen lassen

und dann sei alles in Ordnung.

Wir haben die Bohrungen

vorgenommen, Rohre gelegt,

Öfen geholt und die Ofenbauart

zur Genehmigungsbehörde geschickt.

Danach hat der Schornsteinfeger

uns erklärt, wie wir die

Öfen anschließen müssen, der

Schacht wurde geprüft usw. Der

Schornsteinfeger sagte, er würde

alles schriftlich vorbereiten und

die Stadt müsse ihn nur noch

anfragen. Oktober, November,

Dezember vergingen, aber es

kam nichts.

Kultur Joker: Und dann?

Natural: Es war so kalt, dass

wir Silvester 2019/2020 einen

Ofen anmachten, um uns hier

aufhalten zu können. Nach zwei

Monaten, am 2. Februar 2020,

kam plötzlich eine Beschwerde

des Nachbarn, er hätte Rauch

in der Wohnung. Es kam sofort

jemand wegen Brandschutz, was

ich auch verstehen kann. Wir

haben noch am selben Tag alles

abgebaut. Unser Fehler war, dass

wir uns auf mündliche Aussagen

von Vertretern der Stadt verließen.

Was mich stört, ist das Gefühl,

dass wir behandelt werden,

als würden wir diesen Keller

besetzen, dabei ist er offiziell

gemietet und bezahlt.

Kultur Joker: Das ist jetzt

über ein Jahr her ...

Natural: Seitdem versuchen

wir ein Gespräch mit der Stadt

zu bekommen. Wir haben eine

Kampagne über Social Media

mit dem Hashtag #nobasement

gestartet, wo Martin Horn von

unfassbar vielen Leuten markiert

wurde. Am 26. Februar 2020

durfte ich dann mit ihm telefonieren.

Er lobte unsere Kampagne

und sagte, wir sollten erstmal

alles zurückbauen, könnten

aber eine gemeinsame Lösung

finden.

Kultur Joker: Und seitdem ist

Funkstille?

Natural: Nein, der nächste

Vorfall ereignete sich am 6. September

2020. Ich habe das Frei

Art Festival mitorganisiert und

Die Freiburger Partnerstadt Padua setzt sich für den Erhalt ein:

Dabei entstand das Video „Patata bollente“

(rechts unten: Natural Orlando)

Foto: privat

In Gedenken an Freiheit und Emanzipation

Die Verleihung des Rahel-Straus-Preises ehrt Vertreter*innen der Erinnerungskultur

©Leo Baeck Institut, New York

Rahel Straus war eine Person

mit besonderem Einsatz.

Geboren 1880 in Karlsruhe

als Tochter eines orthodoxen

Rabbiners war sie zeitlebens

kämpferische Feministin wie

auch Zionistin. Ob in der

Auseinandersetzung mit den

Gegner*innen eines Schwangerschaftsabbruchs

oder als

Befürworterin des Sturzs der

Monarchie – Rahel Straus

blieb unnachgiebig in ihrem

Idealismus. In ihrem Namen

wird vom Verein Gegen Vergessen

– Für Demokratie der

Rahel-Straus-Preis vergeben.

Seit 2019 gilt er Menschen,

die sich auf verdienstvolle

Weise mit Erinnerungskultur

beschäftigen und sich als

Mediator*innen gegen Rassismus

und für Menschenrechte

einsetzen. Am 17. November,

18 Uhr im Historischen Kaufhaus

Freiburg, soll der diejährige

Preis vergeben werden.

Der Preisträger des letzten

Jahres war die Ideenwerkstatt

Waldkirch, der Jugendpreisträger

dieses Jahres ist die Freiburger

Geschichtswerkstatt an

der Lessing-Realschule. Zusammen

mit den Preisträgern

aus Stuttgart sollte der Preis

im letzten Jahr hier in Freiburg

verliehen werden. Die

Preisverleihung musste jedoch

auf dieses Jahr verschoben

werden.

Rahel Straus war nicht nur

eine der ersten Gynäkologinnen

in München und darüber

stets für die Rechte der

Frau sensibilisiert, sondern

stand auch für einen international

gedachten Zionismus.

Sie dokumentierte ihr Leben

in einer jüdischen Familie,

ebenso aber das politische Geschehen

ihrer Zeit. Ihr Werk

kann in Nähe der Gedanken

Martin Bubers eingeordnet

werden. Ihr liberales, humanistisches,

emanzipatorisches

Denken spiegelt sich auch im

Programm des Vereins Gegen

Vergessen – Für Demokratie

wider, ebenso in der Aufzeichnung

des Preisträgers

von 2020. Die „Ideenwerkstatt

Waldkirch in der NS-Zeit“ und

ihre 27 Autorinnen werden

ausgezeichnet für ihren langjährigen

und unermüdlichen

Einsatz für die Aufarbeitung

der Quellen der Stadt Waldkirch

in der NS-Zeit, der Errichtung

mehrerer Mahnmale

wie das so ist, brachte die erste

Edition viel Chaos. Danach war

ich komplett fertig und habe

mich auf dem Sofa im NoBasement

hingelegt. Am frühen Morgen

sind Mitarbeiter der Stadt in

den Keller gekommen und haben

Bilder von mir beim Schlafen gemacht.

Angeblich hätten sie die

mündliche Genehmigung gehabt,

in unseren Keller zu gehen

und Fotos zu machen. Das sind

Geschehnisse, die noch mehr

Reibung zwischen den Parteien

erzeugt haben und wahrscheinlich

auch nicht ganz rechtens

sind.

Kultur Joker: Seid ihr seitdem

nochmal auf die Stadt zugegangen?

Natural: Wir haben mit

Brandschutzbeauftragen über

Konzepte und mit einem Architekten

über mögliche Fluchtwege

gesprochen und am 28. September

2021 beim Liegenschaftsamt

angerufen, um nach einem Termin

zu fragen. Dort wurde uns

gesagt, die Gespräche würden

nichts bringen, wenn unser Ziel

wäre, den Keller zu nutzen.

Kultur Joker: Gab es denn

Kompromissvorschläge?

Natural: Bislang gab es noch

keinen konkreten Vorschlag.

Meine große Sorge ist, dass wir,

wie andere Subkultur, an den

Stadtrand gedrängt werden. Die

Stärke vom NoBasement ist aber

die zentrale Location. Der Ort

ist für alle einfach zu erreichen

und setzt ein wichtiges Zeichen:

Die Subkultur und damit junge

Menschen nicht aus dem Innenstadtbild

zu verdrängen. Davon

profitiert eine Stadt am Ende und

das, ohne selbst Geld oder Arbeit

investieren zu müssen.

Kultur Joker: Lieber Natural,

vielen Dank für das Gespräch.

Das Video „Patata bollente

(Padua, Italy & Freiburg, Germany)“

findet ihr auf YouTube.

und Gedenkstätten und der

Publizierung der Ergebnisse in

einem großen Gemeinschaftsbuch.

Die Preisträger und Gäste

werden am 17. November von

Bürgermeister Ulrich von

Kirchbach und vom Vorsitzenden

des Vereins Professor Dr.

Andreas Voßkuhle begrüßt.

Roland Burkhart begleitet

das Programm musikalisch.

Wer darüber hinaus und vorab

mehr über die Namensgeberin

des Preises erfahren will, für

den bietet sich ein Vortrag von

Wolfgang Dästner an. Dästner

wird am 10. November, 19

Uhr in der Aula der Gertrud-

Luckner-Schule Freiburg über

Biografie und Lebensleistung

Rahel Straus‘ sprechen.


28 KULTUR JOKER Nachhaltig

Mit der Bibel gegen Atomwaffen

Eine Dokumentation schafft überraschende Einblicke in den christlichen

Antimilitarismus

Radikal christlich, christlich

anarchisch, links-christlich.

Alles Attribute, die gemeinhin

widersprüchlich klingen.

Doch tatsächlich trifft

all das auf die Aktionen

der Pflugschar-Bewegung

(„Plowshares-Movement“)

zu. Mit deutlichem Vorbild

im gewaltlosen Widerstand

von Bürgerrechtler*innen

wie Martin Luther King oder

Gandhi, aber auch dem radikalen

Widerstand kirchlicher

Akteur*innen gegen den

Krieg, etwa in Vietnam, entwickelte

sich die Bewegung in

den 1980er-Jahren. Nicht nur

in den USA, sondern auch in

Deutschland ist sie bis heute

aktiv. Maßgeblich richtet sie

sich gegen die drohende Vernichtung

des Planeten durch

Atomwaffen.

Die Filmemacherin Cristina

Yurena Zerr und der Autor Jakob

Frühmann haben zusam-

men eine Dokumentation über

diesen radikal christlichen

und gewaltfreien Kampf zusammengestellt:

„Brot und

Gesetze brechen. Christlicher

Antimilitarismus auf der Anklagebank“.

Auf Einladung

der Anti-Atom-Gruppe Freiburg

kamen die beiden am 18.

Oktober zur Vorstellung ihres

Buchs in den frisch eröffneten

EWS-Store in der Bismarckallee.

„Zwischen Mystik und Widerstand

gibt es einen Zusammenhang“,

das beweise

die Pflugschar-Bewegung, so

Jakob Frühmann. Überhaupt

ist die Verbindung nicht neu.

Gerade die Befreiungsbewegungen

in Lateinamerika haben

oft biblische Vorbilder.

Für die Pflugscharbewegung

ist es jene längst Redewendung

gewordene biblische

Formulierung der Schwerter,

die zu Pflugscharen werden.

Ein klares Bekenntnis zu einer

gewaltfreien Welt. Der Protest

hin zu dieser Welt fällt zwischen

den USA und Deutschland

unterschiedlich aus. Sind

die amerikanischen Gruppen

eher dezentral organisiert,

tritt der deutsche Ableger der

„Plowshares“ geschlossener

auf.

Was gewaltfrei und doch

radikal bedeutet zeigen zwei

Aktionen, im rheinlandpfälzischen

Büchel, wo US -

amerikanische Atomwaffen

stationiert sind, oder in Kings

Bay (USA), einer Basis für

U -Boote mit nuklearen

Sprengköpfen. In beide Gelände

brachen die Aktivist*innen

ein und protestierten symbolisch

gegen eine Politik, die

Waffen, Zäune, aber keine

Menschenleben schütze. Auch

wenn sich die Widerständigen,

wie die Dokumentation belegt,

im Anschluss vor Gericht rhetorisch

eindrucksvoll äußern,

waren die Konsequenzen

für viele harte Prozesse und

mehrjäh rige Haftstrafen.

Am Ende des Abends blieben

Respekt und Achtung, auch

von einer Person im Publikum,

die sich als Atheist bezeichnete.

Aber die Bibel enthalte

eben, das fügte sie hinzu, auch

viele gute Stellen. Sich darauf

zu berufen, mag ein wichtiger

erster Schritt sein.

Cristina Yurena Zerr, Jakob

Frühmann: „Brot und Gesetze

brechen. Christlicher Antimilitarismus

auf der Anklagebank“,

Mandelbaum 2021.

Fabian Lutz

Tierversuchsfreie Forschung

Gewinner*innen des Herbert-Stiller-Preises 2021

Auch in diesem Jahr vergibt

der bundesweite Verein Ärzte

gegen Tierversuche zwei Herbert-Stiller-Förderpreise

im

Wert von je 20.000 Euro für innovative,

menschenrelevante,

tierversuchsfreie Forschung.

Nun stehen die Preisträger fest:

Ein Preis geht an die MedUni

Wien und ein Preis wird an

das Unternehmen PharmaInformatic

in Emden verliehen.

Beide Projekte besitzen ein

sehr hohes wissenschaftliches

Potenzial und haben sowohl

eine Verbesserung der Humanmedizin,

als auch die Abschaffung

mehrerer leidvoller

Tierversuche zum Ziel.

Dr. Klara Janjic und ihr

Team von der Medizinischen

Universität Wien haben einen

der Preise gewonnen. Mittels

3D-Bioprinting werden

die Wissenschaftler*innen

Werde Teil vom Kultur Joker Team!

Wir suchen ab sofort zuverlässige Verteiler*innen für unsere

Auslagestellen im Freiburger Stadtgebiet.

Aufwand: ca. 2 Tage im Monat

(nach Absprache)

Voraussetzung: Ein Fahrrad

und/oder Pkw.

Bei Interesse anrufen:

0151 56375094

Wir freuen uns auf Sie!

ein neuartiges personalisiertes

Modell der gesunden und

kranken menschlichen Mundschleimhaut

entwickeln. Das

Modell soll für die Testung von

verschiedenen Zahnimplantat-

Materialien sowie für die Untersuchung

möglicher Behandlungen

von Parodontitis und

anderen oralen Erkrankungen

eingesetzt werden. „Gerade

im Bereich der Zahn- und Kiefermedizin

sind nur wenige

menschenrelevante Modelle

vorhanden. Zudem werden für

diese Zwecke sehr grausame

Tierversuche, etwa mit Hunden

und Kaninchen, gemacht.

Deswegen freuen wir uns besonders,

dieses vielfältige Projekt

zu unterstützen“, so Dr.

Filipova, Wissenschaftlerin

bei ÄgT.

Der andere Herbert-Stiller-

Preis geht an Dr. Wolfgang

Boomgarden vom bioinformatischen

Unternehmen PharmaInformatic

in Emden. Dr.

Boomgaarden hat computergestützte

Expertensysteme

entwickelt, die mittels künstlicher

Intelligenz (KI) anhand

der chemischen Struktur von

Medikamentenkandidaten

vorhersagen können, wie hoch

ihre Bioverfügbarkeit, d.h. die

Konzentration im Blut, sein

wird. Der Herbert-Stiller-Preis

ermöglicht es Dr. Boomgaarden,

anhand vorhandener Daten

eine detaillierte Analyse

der Bioverfügbarkeit von über

100 Medikamenten bei Menschen

durchzuführen. „Dieses

Projekt wird erneut deutlich

machen, dass Daten aus Tierversuchen

sich nicht auf den

Menschen übertragen lassen.

Weiterhin sollen die Resultate

ein Anreiz für Pharmaunternehmen

sein, diese Expertensysteme

statt der üblichen

Tierversuche zu verwenden,

um die Wirksamkeit ihrer Medikamentenkandidaten

schneller

und genauer zu berechnen“,

sagt Dr. Filipova.

Noch immer fließen, wie

der Verein dokumentiert, in

Deutschland weniger als 1

Prozent der öffentlichen Fördergelder

in diese zukunftsrelevante

Forschung, während

99 Prozent für Tierversuche

verschwendet werden.

Weitere Infos: www.aerztegegen-tierversuche.de

Herausgeber:

Art Media Verlagsgesellschaft mbH

Auerstr. 2 • 79108 Freiburg

Redaktionsleitung (V.i.S.d.P.):

Christel Jockers

Redaktion:

Cornelia Frenkel

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Erich Krieger

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Claus Weissbarth

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Das Copyright für vom Verlag gestaltete

Anzeigen und Artikel liegt beim Verlag.

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schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte,

Fotos, Vorlagen und für Programmhinweise

kann keine Garantie übernommen werden,

sie sind aber herzlich willkommen.


nachhaltig KULTUR JOKER 29

Atom-Renaissancen – wie viele denn noch?

Wenn reichweitenstarke Nuklear-Technikromantiker mal wieder eine Renaissance fühlen

Renaissance [rənɛˈsɑ̃s] (französisch:

„Wiedergeburt“, „Wiedererweckung“)

bezeichnet die

europäische Kulturepoche zwischen

1400 und 1600, die eine

Wiederbelebung antiker Kunst

und Gedanken zum Ziel hatte.

Historiker:innen zufolge war sie

viel mittelalterlicher, als lange

angenommen wurde.

Was aber ist eine Atom-Renaissance?

Und vor allem: wie

viele gab oder gibt es? Haben

wir gerade wieder eine? Braucht

es dafür zwangsläufig einen

realen Boom oder zumindest

einen merklichen Zuwachs in

der Branche? Oder genügt es,

wenn reichweitenstarke Nuklear-Technikromantiker

mal wieder

eine Renaissance fühlen?

Dann hätten wir schon einige

Atomrenaissancen erlebt. Dank

eifriger Wiedergeburts-Wehen-

Schreiber findet man in den Zeitungsarchiven

seit den 1990-ern

in fast jedem Jahr Schlagzeilen

mit diesem Wort – bisher ist nie

was draus geworden.

Nachdem damalige (?), vorherige

(?), unvollendete (? )

Atom-Renaissancen im Nichts

verschwanden, bzw. die letzte

(?) Atom-Renaissance auf einer

der drei Dauerbaustellen* des

European Pressurized Reactor,

EPR, seit 2005 im Geburtskanal

feststeckt, wird jetzt also wieder

eine ausgerufen. Diesmal entspringt

die „Wiedererweckung“

dem französischen Wahlkampf

und soll wohl – weil die subventions-lüsterne

Lobby gerade

nach europäischen Geldtöpfen

giert – noch mal Zweifel streuen

am deutschen Atomausstieg.

Kurz vor dem Finale im Dezember

2022. Ein grünes EU-

Finanz-Taxonomie-Etikett zur

künstlichen Befruchtung muss

her, denn ohne Geldspender

droht der Branche die Erzeugungs-Unfähigkeit.

Wegen der französischen

Präsidentschafts-Wahlen im

April 2022 werden Blendgranaten

zu Schlagzeilen: „Macron

will eine Milliarde für den

Bau von Mini-AKW ausgeben“.

Boah, da haut aber einer auf die

Torte! Eine Milliarde! Um das

mal einzuordnen: in Frankreich

sollte Anfang der 2000-er mit

einer „neuen Reaktorgenerati-

Die Seiten NACHHALTIG werden unterstütz von:

on“ eine von diesen Atom-Renaissancen

eingeleitet werden.

Von der dritten Reaktor-Generation,

den angekündigten 200

EPR-Reaktoren weltweit, ist in

Frankreich 1 in Bau (in Worten:

einer). Drei Milliarden sollte

er kosten. Im Moment liegen

die Schätzungen bei mehr als

19 Milliarden – mit Luft nach

oben. Die Idee zu dieser Atomrenaissance

stammt aus den

frühen 1990-ern und sollte eine

Antwort auf Tschernobyl sein.

Die Älteren erinnern sich noch:

Kohl und Mitterand haben damals

die Geburtshelfer-Kröten

organisiert.

Macron war damals noch

ein Kind. Heute spricht er von

einem “Triptychon“ aus „Atomkraft,

Wasserstoff und Erneuerbaren

Energien“, mit dem er die

Grande Nation fit für die Zukunft

machen will. Origineller

Weise soll für die Erneuerbaren

noch weniger rausspringen als

die läppische Milliarde bis 2030

für die Atomkraft: 0,5 Mrd €,

gerade mal die Hälfte.

„Ach Macrönschen!“ möchte

man dem Noch-Präsidenten

zurufen, der sich gerade im

nuklearen Überbietungswettbewerb

mit weiteren – je weiter

rechts desto nuklear-affineren –

Präsidentschaftskandidat:innen

befindet: „Warum wollt Ihr

denn Euren Wasserstoff mit

Atomstrom erzeugen, anstatt

mit den deutlich günstigeren Erneuerbaren?

Ihr habt anderthalb

Mal so viel Platz im Land wie

wir, viereinhalb Mal so viel Küstenlinie

für Windkraft, anderthalb

Mal so viele Sonnenstunden

und trotzdem produziert ihr

nur 1/4 unserer Solar- und 1/3

unserer Windstrom-Menge!“

Die Antwort ist bekannt, Macron

selbst hat sie mehrfach gegeben:

“Ohne zivile Atomkraft

keine militärische Atomkraft,

ohne militärische Atomkraft

keine zivile Atomkraft.“ Die

technologische Sperrhaltung

der Atommacht gegen Solarund

Windkraft ist nur folgerichtig:

Wenn die günstigen

Erneuerbaren die Atomkraft

aus dem zivilen Strommarkt

fegen, hat die militärische Seite

riesige Infrastruktur-Probleme.

Da geht es um Fachkräfte,

Renaissance – die Erschaffung Adams, persifliert von Eva

Ausbildungs-, Universitäts-,

und Forschungs-Kapazitäten,

um Lieferketten-Kontinuität,

Stückkosten-Senkung durch

ökonomische Skalierungs-Effekte,

Spezial-Materialien – all

das bräche weg, wenn die militärische

Atomkraft ohne das

zivile Rückgrat dastände.

Vieles leuchtet ein, sobald

man begreift, dass kleine militärische

Reaktoren, mit denen

z.B. U-Boote angetrieben

werden, elementarer Teil der

nuklearen Abschreckung sind.

Die Australier waren kürzlich

ganz heiß auf atombetriebene

U-Boote, mit all ihren militärstrategischen

Vorteilen gegenüber

Verbrennungsmotor-getriebenen

Kriegsschiffen. Dafür

nimmt man schon mal diplomatische

Verwicklungen in Kauf.

Jetzt will Frankreich also

wieder eine Atom-Renaissance

inszenieren, hat den dicken,

völlig übertragenen EPR noch

immer nicht zur Welt gebracht

und geht mit dem Gedanken an

kleine, modulare Reaktoren,

SMR (Small Modular Reactor)

schwanger. „Nuward“ soll

der kleine heißen, das steht für

„Nuclear Forward“. „Dahinter

stehen unter anderen die französischen

Unternehmen EDF und

Naval.“ Heißt es lapidar in der

FAZ und es folgen Abschnitte

mit den Reizworten „Gamechanger“,

„Neubewertung“ und

„Klimaschutz“.

Das Wort „Naval“ überliest

man nur allzu gerne, wenn man

nicht weiß, dass der teilstaatliche

Rüstungskonzern, die Naval

Group, U-Boote und andere

Kriegsschiffe baut, auch solche

mit Atom-Antrieben. Weiterhin

am SMR-Projekt Nuward beteiligt

sind das Commissariat

à l‘énergie atomique, CEA, ein

zivil-militärischer Gemischtwarenladen,

der den Ministerien

für Verteidigung (!), Wirtschaft

und Forschung unterstellt ist.

Und Technicatome ist mit an

Bord. Das Unternehmen produziert

und wartet Atomreaktoren

für den Marineantrieb für

U-Boote und Flugzeugträger

der Militärflotte. Diese Informationen

sind zwar wichtig zur

Einordnung, stören aber eher

bei der Erzählung vom vermeintlichen

„Klimaretter“.

Der kleine Nuward soll optimistischen

Schätzungen zufolge

in den 2030-ern das Licht

der brennenden Welt erblicken.

Damit der Zu-spät-Kommer auf

dem Markt laufen lernen kann,

wird man die Erneuerbare Konkurrenz

weiter aktiv verdrängen

müssen. Klimaschutz-Verhütung

ist manchmal echt schwer

zu vermitteln. Eva Stegen

Foto: promo

Manche Zahlen sind im richtigen

Kontext nicht mehr ganz

so schlagzeilenträchtig

*Olkiluoto, Finnland, offizieller

Baubeginn = 12.8.2005.

Flamanville, Frankreich, offizieller

Baubeginn = 3.12.2007,

Hinkley Point C1, England,

offizieller Baubeginn = 11. Dezember

2018, Hinkley Point C2,

England, offizieller Baubeginn

= 12. Dezember 2019. Der offizielle

Baubeginn ist nach IAEA-

Definition der Tag, an dem der

erste Beton für das Reaktorgebäude

gegossen wird. Mehrjährige

Vorab-Bauarbeiten am

AKW-Standort zählen nicht zur

Bauphase.

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30 KULTUR JOKER Nachhaltig

Kuhle Sache!

Der Steingrubenhof in St. Peter bietet Patenschaften für Kälbchen an

Allein in Baden Württemberg

werden jedes Jahr über

20.000 Kälber aus ökologischer

Milchviehwirtschaft an

konventionelle Mastbetriebe

zu Schleuderpreisen verkauft.

Für die Nachzucht werden nur

rund 20 Prozent dieser Kälber

gebraucht. Aufgrund mangelnder

Nachfrage und Wirtschaftlichkeit

von Bio- Kalbfleisch

enden diese Tiere nach langen

Transportwegen in artenungerechten

Industrie-Mastbetrieben.

Insgesamt stellt diese

Haltungsweise ein trauriges

Leben für die jungen Kälber

und eine Katastrophe für die

Umwelt dar. Dass es auch anders

geht, zeigen Isa und Tim,

die den stillgelegten Familienbetrieb

von Isas Eltern wieder

zum Leben erweckt haben und

sich der ökologischen Landwirtschaft

verpflichtet fühlen.

Wenn ökologisch und

moralisch motivierte

Verbraucher*innen und

Landwirt*innen zusammenarbeiten,

kann die Geschichte

anders geschrieben werden:

Auf dem Steingrubenhof in

St. Peter grasen mittlerweile

zehn Vorderwälder Kälber

von Milchbetrieben aus der

Region auf saftigen Weiden.

„Wir haben mit zehn Kälbern

angefangen, soviel wie wir

dachten dass wir auch direkt

vermarkten können“ sagt Isa.

Im ersten Jahr haben die beiden

viele Erfahrungen über

die Aufzucht junger Kälber

gesammelt. Sie haben im Februar

die sechs Wochen alten

Kälber von den Nachbarhöfen

erworben, mit Milch und

Heu gefüttert und sie über die

Weidesaison zu gesunden Bio

Jungweiderindern herangezogen.

„Ab Mai kommen sie auf

die Weide. Hier fühlen sie sich

am wohlsten und können ein

gesundes Immunsystem ausbilden.

Sie haben Zugang zu

täglich frischem Gras und frischem

Bergquellwasser. Durch

das regelmäßige Bewegen der

Tiere von einer Koppel zur

Nächsten, können sich unsere

Co2 speichernden Wiesen wieder

regenerieren und Hummus

wird aufgebaut“, erläutert Tim.

Vermarkten möchten die beiden

ihre Bio Jungweiderinder

über eine Crowdfundingcampagne.

Das Patenschaftsprogramm

für Kälber bietet den

beiden Planungssicherheit:

Denn um die Mast von Milchrassen

wirtschaftlich zu machen,

können die Mutterkühe

mit Bullen eingedeckt werden,

welche für die Fleischproduktion

geeignet sind. Mit der

Patenschaft ermöglichen Sie

einem Kälbchen aus der Region

ein artgerechtes und glückliches

Leben auf der Sommerweide

und Sie können Ihr

Patenkalb sogar beim Wachsen

begleiten.

Weitere Infos zu den Patenschaften:

www.startnext.com/

kuhlesache

Foto: Raissa + Simon Fotographie

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Bis zu 50 % Zuschuss beim Heizungstausch!

Mit der neuen Bundesförderung

für effiziente Gebäude

(BEG) wird der Wechsel

des Heizungssystems für Hauseigentümer

noch attraktiver. Das Klimaschutzprogramm

der Bundesregierung

zur Verringerung des

CO ² -Ausstoßes betrifft vor allem diejenigen,

die mit fossilen Brennstoffen

wie Öl oder Gas heizen. Sie werden

aufgrund der CO ² -Preissteigerung

mit einigen Mehrkosten rechnen

müssen. Der Wechsel zum klimafreundlicheren

Heizungssystem hingegen

wird bezuschusst. Wie Sie

bei den ganzen Zuschüssen nicht

den Überblick verlieren, verrät der

Energie-Experte Joachim Kreuz, mit

dem wir gesprochen haben.

Auslaufmodell Fossile Brennstoffe.

„Auf der einen Seite wurde eine

deutliche Verteuerung herkömmlicher

Heizungssysteme mit Öl und

Gas durchgesetzt“, so Joachim

Kreuz. Die neue CO ² -Abgabe soll

die Emissionen nachhaltig senken

und Hausbesitzer dazu bringen,

auf erneuerbare Technologien zu

setzen. Pro Tonne CO ² , die ausgestoßen

wird, werden 25 Euro aufgeschlagen

– ab 2025 sollen es bereits

55 Euro sein. „Bei einem Verbrauch

von jährlich 3.000 Litern Heizöl

müssen bis 2025 Zusatzkosten von

insgesamt rund 1.800 Euro einkalkuliert

werden.“ verdeutlicht Kreuz.

Steuerabschreibungen und

Fördermittel.

Auch 2021 bietet der Staat in dieser

Höhe und Konsequenz noch nie da

gewesene Anreize: Steuerabschreibungen,

eine Austauschprämie und

weitere Förderungen. Einen besseren

Zeitpunkt zum Heizungswechsel

gibt es nicht! Dabei muss man

nicht immer auf fossile Brennstoffe

verzichten – auch Hybridheizungen,

bei denen Erdgas mit Erneuerbaren

Energien kombiniert wird,

werden gefördert. Je nachdem wie

die individuellen Voraussetzungen

sind, kommt eher eine Wärmepumpe,

eine Erdgas-Hybridheizung,

eine Brennstoffzelle und / oder eine

Solaranlage infrage. „Wir suchen

dann immer nach der individuellen

Lösung, die für den jeweiligen Fall

am besten ist.“

Jetzt bis zu 50% Förderung.

Bei einem Wechsel zu rein regenerativen

Energien, können bis zu

50 % der Investitionskosten übernommen

werden, wenn eine alte

Ölheizung auf Grundlage eines individuellen

Sanierungsfahrplans (iSFP)

dabei ersetzt wird. „Eine energetische

Modernisierung mit erneuerbaren

Energien, lohnt sich mehr denn

je.“ überschlägt Joachim Kreuz. Die

positiven finanziellen Anreize und die

Preissteigerung bei Öl und Gas durch

die CO ² -Abgabe sind gute Gründe

für Hausbesitzer, sich jetzt von

ihrer alten Heizung zu trennen.

Der Experte bringt Licht ins

Dunkel.

Welches Heizsystem für Ihr Haus

das richtige ist, welche Vorteile dabei

eine Komplettheizung mit sich

bringt und wie Sie dafür die maximalen

Fördermittel erhalten, erfahren

Sie beim Onlinefachvortrag der

Firma Kreuz. Am Mittwoch, den

10. November 2021, um 18.30 Uhr

erfahren Hauseigentümer live, wie

sie möglichst umfangreich von dem

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nachhaltig KULTUR JOKER 31

Erfolgreich investieren und Gutes tun!

„Grünes Geld“ präsentiert zum zehnten Mal

Investments mit Sinn und Rendite in Freiburg

Sichere Zinsen und gute Renditen,

aber kein Verdienst mit

Rüstung, Kinderarbeit oder

totalitären Regimen: Wie das

geht, zeigt die Messe Grünes

Geld Freiburg am 20. November

zum zehnten Mal im Historischen

Kaufhaus direkt am

Freiburger Münster.

Sicher und ertragreich: Das

sind derzeit eine ganze Reihe

grüner Investments. Jeder

dritte Anleger ist inzwischen

bereit, nachhaltige Aspekte

in der Anlageentscheidung

zu berücksichtigen. Wer auf

Nachhaltigkeit setzt, unterstützt

nicht nur sozial und ökologisch

sinnvolle Projekte, sondern

erhält Finanzvorteile im

Paket obendrauf. „Allerdings

kommt es auf die Auswahl

an“, schränkt Tobias Karsten

ein, der Veranstalter der Messe

Grünes Geld ist. Denn bei

weitem nicht alle Grüne Geldanlagen

seien sicher und fair.

„Daher bietet die Messe einen

neutralen Anleger-Checkpoint

an, an dem sich Anlegerinnen

und Anleger mit unabhängiger

und kompetenter Beratung,

Infos und auch Warnhinweisen

versorgen können“, erklärt

Karsten. Das Verbraucherschutzmagazin

ECOreporter

zeigt dazu passend seine

Fondstests, seine Liste mit den

Wachhund-Warnungen und

umfangreiche Analysen sowie

Preis- sowie Gebührenvergleiche.

Die Messe selbst habe einen

Kriterienkatalog und ein

Prüfverfahren für Aussteller,

der unsaubere Angebote aus-

schließen soll. National und

international agierende Unternehmen

präsentieren ihre Angebote

bei Grünes Geld oder

informieren produktneutral

über Kapitalanlagen mit Sinn

und Rendite. Von der Beteiligung

an Solar- und Windkraftprojekten

über nachhaltige

Aktienfonds bis zu Waldinvestments

öffnet sich dem Besucher

in Freiburg ein breites

Spektrum nachhaltiger Invest-

Zusätzlich werden m e n t s .

Geldanlage-Fachleute

in vielen Vorträgen

und einer

Podiumsdiskussion

kompetent und allgemeinverständlich

erläutern, was die

nachhaltige, ethische

Geldanlage

von den 08/15-Angeboten

unterscheidet.

In einer Kooperation

mit dem

nachhaltige Karriereportal

JOBVER-

DE.de, werden auf

der Messe erstmals

aktuelle Stellenanzeigen

von nachhaltigen

Unternehmen

und Organisationen

präsentiert.

Besondere Messerabatte,

Verlosungen

und Gewinnspiele

der Aussteller sollen

dafür sorgen,

dass der Messebesuch

in jedem Fall

ein Gewinn wird.

Der Eintritt zur

Ausstellung mit umfangreichem

Vortrags- und Rahmenprogramm

ist kostenlos.

Grünes Geld Freiburg: 20.

November, 9.30 - 17.30 Uhr,

Historisches Kaufhaus, Münsterplatz

24, Freiburg Weitere

Infos: www.gruenes-geld.de/

freiburg

GGFR im historischen Kaufhaus in Freiburg

Foto: promo

RENAULT ZOE E-TECH

Deutschlands meistgekauftes Elektroauto*.

Sofort verfügbar.

Mit 10.000 € Elektrobonus**

Renault ZOE LIFE R110/ Z.E. 40 ab mtl.

79,– €

Fahrzeugpreis: 25.961,– € (inkl. 4.000 € Renault-Anteil im Rahmen

des Elektrobonus)*, inkl. Antriebsbatterie. Finanzierung: nach Anzahlung

von 3.140,– € (bereits abgezogen: 6.000 € Bundeszuschuss)*,

Nettodarlehensbetrag 16.821,56,– €, 24 Monate Laufzeit

(23 Raten à79,– €) und eine Schlussrate: 15.324,89,– €), Gesamtlaufleistung

15.000 km, eff. Jahreszins 0,99 %, Sollzinssatz (gebunden)

0,99 %,Gesamtbetrag der Raten 17.141,89,– €. Gesamtbetrag inkl.

Anzahlung 20.281,89,– € (bereits abgezogen: 6.000 € Bundeszuschuss).

Ein Finanzierungsangebot für Privatkunden der Renault

Bank, Geschäftsbereich der RCI Banque S.A. Niederlassung

Deutschland, Jagenbergstraße 1, 41468 Neuss.

• E-Shifter mit B-Modus (Ein-Pedal-Fahren) • Online-Multimediasystem

EASY Link mit 7”-Touchscreen und Smartphone-Integration •

Digitale Instrumententafel mit 10-Zoll Display (im Cockpit) • LED-

Heckleuchten mit dynamischen Blinkern • Licht- und Regensensor

Renault ZOE LIFE R110/ Z.E. 40, Elektro, 80 kW: Stromverbrauch

kombiniert (kWh/100 km): 17,2; CO₂-Emissionen: kombiniert 0 g/

km; Effizienzklasse A+. Renault ZOE: Stromverbrauch kombiniert

(kWh/100 km): 17,7 - 17,2; CO₂-Emissionen: kombiniert 0 - 0

g/km; Effizienzklasse A+ - A+ (Werte gemäß gesetzl. Messverfahren).

Abb. zeigt Renault ZOE INTENS mit Sonderausstattung.

Besuchen Sie uns im Autohaus. Wir freuen uns auf Sie.

AUTOHAUS GUTMANN GMBH & CO. KG

Renault Vertragspartner

Wentzinger Straße 12

79238 Ehrenkirchen

Tel. 07633-95030 | renault-gutmann.de

*www.auto-motor-sport.de: „Zulassungszahlen BEV und PHEV

in Europa 2020“. **Der Elektrobonus i. H. v. insgesamt 10.000€

umfasst 6.000 € Bundeszuschuss sowie 4.000 € Renault-Anteil

gemäß den Förderrichtlinien des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Energie (BMWi) zum Absatz von elektrisch

betriebenen Fahrzeugen. Die Auszahlung des Bundeszuschusses

erfolgt erst nach positivem Bescheid des von Ihnen gestellten

Antrags bei derBAFA. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Nicht

mit anderen Aktionen kombinierbar.

Blut spenden mit Mittagsimbiss

Im November gibt es montags und dienstags für Blutspender*innen

leckere Suppen

In der Blutspendezentrale des

Universitätsklinikums Freiburg

können sich Spender*innen

auch im November über ein

leckeres Extra freuen: Immer

montags und dienstags ab 11.30

Uhr gibt es nach der Spende

eine warme Suppenspezialität.

Zur Auswahl stehen Eintöpfe

mit Fleisch sowie vegetarische

und vegane Suppenvarianten.

Informationen zum jeweiligen

Tagesangebot sowie zur Terminbuchung

finden sich auf

www.blutspende-uniklinik.de.

Spontane Blutspender*innen

können auch ohne Termin zur

Spende kommen.

Bei jeder Blutspende werden

der Personalausweis und nach

Möglichkeit der Impfpass be-

Suppenaktion der

Blutspendezentrale

Foto: Universitätsklinikum Freiburg

nötigt. Spender*innen müssen

zwischen 18 und 72 Jahre alt

sein (Erstspender*innen bis

64 Jahre). Männer können alle

8 Wochen, Frauen alle 12 Wochen

zur Blutspende kommen.

Aktuelles und Informationen

für Erstspender*innen und

Spenderfragebogen unter:

www.blutspende-uniklinik.de.

Öffnungszeiten Blutspendezentrale:

Mo und Di 8-15 Uhr,

Mi und Do 12-19 Uhr, Fr und

Sa 8-Uhr.

Wir danken unseren

Sponsoren:

Messe

Grünes Geld

Ethische und nachhaltige Geldanlagen

20. November 2021

9.30 – 17.30 Uhr

Historisches Kaufhaus

Münsterplatz 24, Freiburg

• Ausstellung mit Vortragsprogramm

• Podiumsdiskussion über sinnvolle

Investments in Nachhaltigkeit

• Spezielle Messeangebote von Ausstellern

(Rabatte, Verlosungen u.v.m.)

Näheres zum Programm und den

aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen:

gruenes-geld.de/freiburg

Eintritt frei

Anleger-

Checkpoint

Veranstalter:

ECOeventmanagement

info@ecoeventmanagement.de

www.gruenes-geld.de

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32 KULTUR JOKER Nachhaltig

Emotionale Intelligenz fühlen

Das neue Agape Therapiezentrum in Freiburg

Am 9. Oktober wurde in

Freiburgs Stadtmitte, genauer

gesagt in der Merianstraße 29,

ein neues „Meditations- und

Therapiezentrum“ eingeweiht,

das vom Agape Verein für

seelische Heilung und Entwicklung

e. V. betrieben wird.

Ziel des Vereins ist es mit der

neu entwickelten Meditationsmethode

„Emotionale Intelligenz“

das Fühlen zu stärken,

eine Reise vom Kopf zum

Herz. Hierbei geht es nicht um

die Erlangung einer inneren

Leere oder höherer Bewusstseinszustände,

sondern um die

Generierung von Gefühlen wie

Mitgefühl, Solidarität, Liebe

und Erbarmen.

Es geht also nicht um bloßes

Herunterkommen und Entspannung.

Im Jargon von

Agape heißt es, „Seelenfüllung

selbst zu generieren“,

den Brustraum mit Herz anzufüllen.

Die Meditation des

Fühlens möchte aber auch das

Bewusstsein dazu verleiten,

eine Verschmelzung mit dem

Körper zu erreichen, aus dem

der moderne Mensch schon als

Kind herausgefallen zu sein

scheint. Die neue Meditation

wird in Kurzform montags

– freitags jeweils um 12 und

18 Uhr angeboten, Seminare

ergänzen das Angebot. Infos

hierzu: www.agape-freiburg.

de.

Einzel- und Coaching-Angebote

stellt das Therapiezentrum

unter dem Begriff „P

2000“ immer Dienstag abends

um 20 Uhr in den neuen

Vortragsabende mit Musik im Agape Therapiezentrum in Freiburg

Räumlichkeiten vor. „P 2000“

steht für Psychologie, Philosophie,

Persönlichkeitsbildung

und Pädagogik.

Im November gibt es mit

dem Begründer des Instituts,

Dr. Martin Spiegel, Vortagsabende.

Am 4.ten des Monats

stellt sich da die Frage: „Emotionale

Intelligenz, kann man

mit dem Herzen denken?“ am

11.11. heißt es dann: „Gefühle

haben immer ihren Grund

– nur, wer in uns fühlt es „?

Zur Mitte und zum Ende des

Monats gibt es dann noch Diskurse

zu den Themen „Wie

viele Seelen hat der Mensch“

(18.11.) und am 25.11. geht

es schließlich darum „Der

Mensch als Ausfluss von Einflüssen“.

Es gibt viel zu erfahren...

www.schwarzwald-bioseife.de

Süß, köstlich, vegan

Die Homemade Sweets Company in der Freiburger City

Zauberhafte Süßigkeiten

Foto: Homemade Sweets Company

Fotos: Agape Therapiezentrum

Die Homemade Sweets

Company ist eine moderne

Konditorei und Eisdiele, die

im Juli 2018 von Anja Spittel

nach ihrer Meisterprüfung

übernommen wurde und ein

köstliches Sortiment hausgemachter

Naschereien, darunter

leckere Cupcakes, anbietet.

Das freundliche junge Team

stellt alle Produkte täglich

frisch in liebevoller Handarbeit

her – frei von Konservierungsstoffen

und künstlichen

Aromen. Das Sortiment wechselt

saisonal, Kaffee und Heißgetränke

gibt es auch mit Sojaund

Hafermilch. Damit wären

wir dann auch beim veganen

Angebot. Blaubeer-Cupcakes

mit Schoko- und Peanutbutter,

Apfel und Zimt, veganer

Käsekuchen und Bananenbrot

ergänzen das Sortiment. An

Samstagen oder auf Bestellung

gibt es auch gluten- und

lactosefreie Erzeugnisse. Das

Sweets hat sich zudem darauf

spezialisiert, neben dem täglichen

Sortiment, individuell

für Hochzeiten, Firmen- und

Familienfeiern Produkte zusammenzustellen

und zu kreieren.

Kooperationen mit ähnlich

bewussten Unternehmen gibt

es auch, zum Beispiel mit dem

Cafe Pausenraum, der Maria

Bar oder dem Au Contraire.

Last but not least ist auch das

nicht vegane Sortiment recht

groß und bietet für Naschkatzen

eine große Auswahl leckerer

Eigenkreationen, die nicht

nur gut schmecken, sondern

auch toll aussehen. Am besten

Sie probieren es persönlich

aus, vielleicht können Sie

dann auch schon den veganen

Kirschstreuselkuchen probieren,

den das Team gerade neu

entwickelt.


Nachhaltig / Wein KULTUR JOKER 33

KörperMousse Harmony Foto: Schwarzwald Bio-Seife und Naturkosmetik

Gut für Dich und Gut für die Umwelt

Schwarzwald Bio-Seife und Naturkosmetik

Es gibt keinen Laden, wo

man sie kaufen kann, aber man

kann sie online erwerben und

zwar unter www.schwarzwaldbioseife.de.

Simone Schmidt

aus Broggingen stellt alles in

ihrem Holzhaus bio, vegan

und ohne Palmöl her, im schonenden

Kaltverfahren, damit

die pflegenden Eigenschaften

der Produkte erhalten bleiben.

Neben Hand-, Haar- und Körperseifen

auch Körpermousse

und Deo-Creme, Gesichtsöl,

auch Augenbalsam, Haar- und

Bartöle, Produkte zur Lippenpflege

und Energy-Sprays.

Bei allen Produkten wird auf

Zusätze nicht natürlichen Ursprungs

verzichtet, keine synthetischen

Tenside, keine Konservierungsstoffe.

Natürlich

ist auch der Versand der Ware

umweltfreundlich, recycleund

wiederverwendbar. Wer

den persönlichen Kontakt zu

Simone Schmidt sucht, findet

sie indes ganzjährig auf Kunsthandwerker-

und zur bald beginnenden

Adventszeit auch

auf Weihnachtsmärkten in

ganz Südbaden, so 30.10. und

1.11. auf dem Martini Markt,

Schloss Rimsingen, vom 3.-

5.12. in Bad Säckingen und

vom 11.-12.12 in Endingen.

Vom 16.-23.12. gastiert Simone

in Endingen und der saisonale

Höhepunkt ist vielleicht die

Historische Bauernweihnacht

am 19. Dezember in Eschbach.

Tel.: 07643 9370572

Ein extrem herausfordernder Jahrgang 2021

Weinlese: Geringe Mengen – gute Qualität

Dr. Roman Glaser, Präsident

des Baden-Württembergischen

Genossenschafts-

Verbandes teilt mit: „Die genossenschaftliche

Lesemenge

wird mit 63 Millionen Litern

deutlich geringer ausfallen

als 2020, wir erwarten aber

alles in allem gute Weine.“

Diese Zahlen betreffen die 70

Winzergenossenschaften in

Baden.

Die Weinbaubetriebe waren

extrem von Corona betroffen,

einerseits durch die lange

Schließung der Gaststätten

und zum anderen vom Fortfall

vieler großer Veranstaltungen.

Erste kleinere durchgeführte

Weinfeste und Öffnungen in

der Gastronomie lassen aber

für 2022 auf eine weitergehende

Normalität hoffen.

85,4 Millionen Liter brachten

die badischen Genossen

noch 2020 in die Keller ein, in

diesem Herbst sind es gut 25%

weniger. Das weisen auch die

Erträge pro Hektar Rebfläche

aus. Von 83,6 Litern in

2021 wird er nach den Schätzungen

in diesem Jahr wohl

auf nur 62 Liter absinken. Die

durchschnittlichen Mostgewichte

aber sind dennoch gut.

So weist der Müller-Thurgau

76 Grad Oechsle, Weiß- und

Grauburgunder zwischen 80

und 85 Grad und der Spätburgunder

auch um die 80 Oechsle

auf.

Die teilweise extrem nassen

Temperaturen in diesem Sommer

und vor allem die späten

Frostschäden nach Ostern haben

schon früh die Ertragserwartungen

gedämpft. Dann

kehrten auch noch bereits

nicht mehr in diesem Ausmaß

erwartete Rebschädlinge wie

der Mehltau oder die Kirschessigfliege

zurück. Besonders

betroffen waren ausgerechnet

die Bio-Winzer.

Klimabedingte Einschränkungen

und Änderungen sind

auch in Zukunft zu erwarten,

dem Corona bedingten Stress

geht aber hoffentlich bald die

Luft aus.

Foto: Weingut Scherer


34 KULTUR JOKER Wein

Die 73. Deutsche Weinkönigin

kommt aus Baden

Sina Erdrich setzte sich gegen fünf Mitbewerberinnen

durch

Vorweihnachtliches im Weingut

Lämmlin-Schindler

Rebkranzbinden und weihnachtliche

Accessoires

Wieder einmal setzte sich

eine badische Weinkönigin

auch an die Spitze der deutschen

Weinmajestäten. Sina

Erdrich ist nun auch die 73.

Deutsche Weinkönigin und

vertritt jetzt ein Jahr lang im

Auftrag des Deutschen Weininstituts

DWI die heimischen

Weine und die deutschen

Winzer*Innen im In- und

Ausland. In einem spannend

geführten Wettbewerb Ende

September setzte sich Sina

gegen ihre Mitbewerberinnen

durch und wird nun von den

beiden Deutschen Weinprinzessinnen

Saskia Teuke aus

der Pfalz und Linda Trarbach

von der Ahr begleitet. In einer

ersten Stellungnahme äußerte

sich auch DWI-Chefin Monika

Reule: „Mit dem gewählten

Majestäten-Trio werden drei

außerordentlich kompetente

und souveräne Fachfrauen als

neue Botschafterinnen die heimischen

Weine weltweit präsentieren.

Die Weinkönigin Sina Erdrich (re) bei der Preisverleihung „Ausgezeichnete

Vinothek 2021“ in der WG Buchholz/Sexau

Foto: promo

Mauchen im Markgräflerland

ist auch im Spätherbst und

Winter immer eine Reise wert.

Dort ist das Weingut Lämmlin-

Schindler zuhause, nicht nur

bekannt für seine erstklassigen

Weine sondern auch für seine

Liebe zur heimischen Kunst.

Besucher von Nah und Fern

freuen sich schon jetzt auf den

13. November, wenn ab 16 Uhr

im Weingut wieder adventliche

Bräuche aufleben und schöne

Dinge für die Vorweihnachtszeit

präsentiert werden. Was

halten Sie davon unter der Anleitung

der Mauchener Winzer

einen eigenen gewundenen

Rebkranz zu binden? Heidrun

Marget stellt ihre Schmuckkollektion

mit Perlenunikaten

vor, auch Drechselkunst aus

dem Schwarzwald ist präsent.

Natürlich gibt es feine Weine,

Sekte und Edelbrände. Eine

große Auswahl von Herrnhuter

Sternen, Heimat- und Kochbüchern,

Vasen, Kerzen und

Geschenkartikel runden das

Angebot ab. Nicht vergessen

möchten wir auch die Freunde

gedruckter Kunst, die Wehrles

Fotografien oder Gayman-

Drucke bewundern möchten.

Für das Rebkranzbinden wird

um Voranmeldung

unter www.

laemmlin-schindler.de

gebeten.

Die Kunstausstellung

„Triebwerke“

von Marco

Schuler ist übrigens

weiterhin

geöffnet.

Foto: promo

Pure Markgräfler

DNA

Spitzenweine unter

10 Euro

Julian Zotz vom gleichnamigen

Weingut in Heitersheim

hebt sein Glas zu Recht mit

Stolz, wenn er „sein jüngstes

Kind“ vorstellt: „Das ist pure

Markgräfler DNA“ meint er,

wenn er den 2019er mediterranen

Rotwein präsentiert, und

dass bei einem Preis unter 10

Euro. „Er vereint die Kraft und

Fülle von Cabernet und Merlot

mit der Eleganz des Pinot Noir

und komplettiert nun das Trio

unserer Serie Pure Markgräfler

DNA“. Nicht der einzige Erfolg

des Gutes in 2021. Beim größten

Gutedelwettbewerb der

Welt, in Aigle in der Schweiz,

wurden die Zotz‘ unter 762

internationalen Anstellungen

zum „besten deutschen Wein“

erhoben und auch der Gault

Millau würdigte den Sauvignon

des Hauses als den zweitbesten

seiner Art in Deutschland.

Am 12.11. um 18.30 kann

die „Gaumenexplosion“ nebst

anderen Köstlichkeiten unter


Wein KULTUR JOKER 35

dem Code „Vier Hochzeiten

und kein Sündenfall“ virtuell

verkostet werden. Mehr finden

Weinfreund*Innen unter www.

weingut-zotz.de Am 20.11.

bietet das Weingut auch in

Basel auf dem dortigen Weinmarkt

seine Spezialitäten an.

Foto: promo

FEINE WEINE,

STIMMUNGS-

VOLLE

ACCESSOIRES

WEINGUT LÄMMLIN-SCHINDLER

Müllheimer Str. 4 / 79418 Schliengen-Mauchen

Tel. 07635. 440 / www.laemmlin-schindler.de

HERKUNFTSBETONTE WEINE AUS BESTEN

LAGEN IM MARGRÄFLERLAND

www.weingut-zotz.de

Besser als Online ?

Breisgauer Weine im Palais Wunderlich in

Lahr genießen

Bereits im vergangenen

Herbst sollten Wein und Tapas

in einer Gemeinschaftsveranstaltung

der Breisgauer Wein

GmbH und der Stadt Lahr im

Palais Wunderlich ihren großen

Auftritt erleben. Die Veranstaltung,

die verschoben werden

musste, findet nun gar mit

erhöhter Kapazität, vom 19.

– 21. November im traumhaft

renovierten Kolonial-Weinkeller

statt. An den nachfolgenden

Terminen lassen sich dort beste

Breisgauer Weine verkosten

und mit ausgewählten Speisen

kombinieren. Freitag, 19.11.

um 18 Uhr, Samstag 19.11.

sowohl 15 als auch 19 Uhr

und am Sonntag, dem 21.11.

um 14 Uhr. Zehn namhafte

Breisgauer Winzer*Innen

sind mit von der Partie. Das

Weingut Wöhrle aus Lahr,

die Winzergenossenschaft

Oberschopfheim, das Weingut

Schwörer aus Kippenheim und

das Weingut Weber aus Ettenheim

werden begleitet von

den Winzergenossenschaften

aus Malterdingen und Buchholz.

Die Weingüter Franz

Xaver und Moosmann, die

Bleichtäler Winzer sowie das

Weingut Huber aus Tutschfelden

runden das Programm

ab. Weitere Infos unter: www.

weinlandbreisgau,de

Alles online

Immer mehr virtuelle Verkostungen

Das Deutsche Wein Institut

DWI bietet in diesem Herbst

vom 12. – 21. November die

dritte virtuelle Weintour an.

Hier können aus spannenden

Weinpaketen interaktiver

Online-Verkostungen Weine

von 88 Winzer*Innen inklusive

„Infotainment“ probiert

werden. Mit der Deutschen

Weinkönigin und anderen Experten

erfahren Sie außerdem

unbekannte Details aus den

verschiedenen Anbaugebieten.

Weitere Infos und Anmeldung

zu den teilnehmenden Weingütern

und Winzergenossenschaften:

www.deutscheweine.

de

Gelebte Weinkultur

Die Vinothek der WG Buchholz/Sexau gehört

zu den 30 besten Deutschlands

Schon ihre Lage im Waldkircher

Vorort Buchholz ist

sehenswert. Das 2016 an den

Ortsrand ausgelagerte neue

Gebäude gibt nun einen außergewöhnlichen

Blick auf

die umliegenden Rebberge

und die nahen Höhen des

Schwarzwaldes frei. Das

Bauwerk der Winzergenossenschaft

wurde bereits

sechsmal ausgezeichnet. Nun

kam für die Vinothek der

siebte große Preis hinzu. Das

Deutsche Weininstitut DWI

schrieb nach fünf Jahren

zum zweiten Mal die „Ausgezeichnete

Vinothek 2021“

aus. Hierzu waren 144 Bewerbungen

eingereicht worden

und aus allen 13 deutschen

Anbaugebieten gingen

schließlich 30 Preisträger

hervor, die diesen Titel nun

offiziell nutzen dürfen. Bewertungspunkte

waren die

ausstrahlende Gesamtatmosphäre,

eine ansprechende

Architektur, die Produktpräsentation,

Service und

Fachkompetenz ebenso wie

touristische Angebote mit

Weinbergführungen und

sonstigen Veranstaltungen.

Von den 30 prämierten Vinotheken

hatten nur zwei

ihren Standort in Baden,

Gänsemenü im Weingut

Rieger

Mit Leuchter und Veranstaltungen in die

Saison 21/22

Das Demeter-Weingut im

Markgräfler Betberg startet

zum Herbst/ Winter mit seiner

im März 2020 neu eröffneten

Vinothek voll durch.

Das Ambiente unterscheidet

die ehemalige Straußwirtschaft

nun deutlich.. Nobel

statt nur volkstümlich. Da

passt dann auch zum Start

der Wintersaison ein deftiges

3-Gänge Gänsemenu am 13.

November.

Weitere Infos:www.weingutrieger.de.

neben den Buchholzern nur

noch das Weingut Abril im

Kaiserstühler Vogtsburg-

Bischoffingen

Die Preisverleihung unter

der Regie von Monika Reule,

Geschäftsführerin des

DWI, gehörte zu den ersten

Amtshandlungen der neuen

Deutschen Weinkönigin

Sina Endrich und fand im

historischen Winzerkellergew

ölbe in Ingelheim in der

Pfalz statt. Für die Buchholzer

waren ihr Vorsitzender

Bernhard Reichenbach

sowie die Mitarbeiterinnen

Margarte Kane und Jessica

Schwehr angereist, um die

Urkunde aus der Hand der

Weinkönigin entgegenzunehmen.

Wer mehr wissen will, kann

sich auf der Website Winzergenossenschaft

Buchholz/

Sexau www.buchholzerweine.de

umsehen. Auch der

bekannte Merian-Verlag hat

ein Sonderheft „Weingenuss

in Deutschland“ herausgebracht,

das die 30 ausgezeichneten

Vinotheken 2021

vorstellt.

Alle Texte Sahar F. Kratz

Wildes vom

Weingut

Helde

Die Jahresveranstaltungen

im Sasbach-

Jechtinger Bio-Weingut

2020

Manchmal lohnt es sich

wohl doch eng mit der Natur

zusammenzuarbeiten. „Auch

bei uns“, so der Winzer Norbert

Helde, „war der Jahrgang

2021 nicht nur eitel Sonnenschein,

kleine Ernte, trotzdem

sehr gute Qualität, wir sind

wohl mit einem blauen Auge

davon gekommen“. Für die

Top-Veranstaltungen 2022 des

Weinguts wird um frühzeitige

Anmeldung gebeten, da diese

sehr schnell ausverkauft sind.

Es geht um Wild! Bio-Wild natürlich.

Mehr über das Probierpaket

erfahren Sie im nächsten

Joker, oder unter: www.weinhelde.de.

Wichtig: Weine-Schäpse, Nebenprodukte

- alles bio - alles

nachhaltig.


36 KULTUR JOKER Senioren

Klare Linie der zukünftigen Regierung erforderlich

500.000 Pflegekräfte werden bis 2035 im gesamten Pflegesektor fehlen, die Bereitschaft junger Menschen zur

Pflege von Angehörigen wächst

In den vergangenen Jahren

ist das Thema Pflege zwar kontrovers

diskutiert wurden, Lösungsansätze

oder zukunftsorientierte

Gesetzesänderungen

haben die regierenden Parteien

aber nicht auf den Weg gebracht.

Das Problem ist indes

nicht kleiner geworden. Bis

2035 werden, wenn die Regierung

nicht zeitig entsprechende

Lösungen liefert, in der stationären

Versorgung 307.000

Pflegekräfte fehlen. Insgesamt

wird aber eine Lücke

von 500.000 Pflegekräften im

gesamten Pflegesektor erwartet,

darunter z.B. auch mobile

Dienstleister*innen.

Zum europäischen Tag der

pflegenden Angehörigen am 6.

Oktober forderte dbb Chef Ulrich

Silberbach gemeinsam mit

dbb frauen und dbb senioren

eine klare Linie der zukünftigen

Regierung und kritisierte

zugleich das Wegsehen regierender

Parteien in den letzten

Jahren. „Anstatt sich die nötige

Zeit für eine umfassende Reform

der Pflegeversicherung

zu nehmen, haben sich die

Verantwortlichen mit kosmetischer

Detailarbeit aus der

Affäre gezogen. Die künftigen

Koalitionspartner haben jetzt

die Gelegenheit, alles richtig

zu machen und endlich diejenigen,

die die Hauptlast der

Pflege in unserer Gesellschaft

tragen, ins Zentrum der Aufmerksamkeit

zu rücken. Und

das sind vor allem Frauen,

die ihre Angehörigen privat

pflegen.“ Weitere Verbände

forderten außerdem konkrete

Vorschläge für eine Lohnersatzleistung

für eben jene, die

sich um die Pflege Angehöriger

kümmern. „Neben der

Aufstockung der Betreuungsplätze

in der Kurzzeitpflege

muss endlich auch die Lohnersatzleistung

für Pflegezeiten

eingeführt werden“, forderte

Silberbach. Denn noch immer

sind Personen, die sich der

Pflege Angehöriger widmen,

langfristig finanziell davon

betroffen. Besonders schlägt

sich dieses Ungleichgewicht

in der Alterssicherung nieder.

Hier fordern die dbb senioren

eine klare Regelung, damit

zukünftig die Pflege von Angehörigen

nicht zugleich drohende

Altersarmut bedeute, die

noch immer zur großen Mehrheit

Frauen betrifft. Dr. Horst-

Günther Klitzing, Vorsitzender

© sabinevanerp/Pixabay

der dbb senioren, sagt dazu:

„Für viele bedeutet ein Pflegefall

in der Familie auch heute

noch ein Alter in Armut. Und

das betrifft vor allem Frauen,

die mehr als 70 Prozent der

Unterstützung für pflegende

Angehörige

Der BARMER Pflegecoach

• greift Ihre Sorgen auf

• bietet Antworten auf viele Fragen und nützliche

Informationen rund um die Pflege

• gibt praktische Tipps und Hinweise

• hilft Missverständnisse in der Kommunikation auszuräumen

• gibt Sicherheit für den Alltag

Die Themenvielfalt dieses Portals wird in den nächsten

Monaten und Jahren weiter wachsen. Schauen Sie gerne

wieder bei unserem Pflegecoach vorbei.

Wir freuen uns!

Der Pflegecoach

www.barmer.de/pflegecoach


Senioren KULTUR JOKER 37

Hauptpflegepersonen ausmachen.

Sie stecken beruflich

zurück, arbeiten lange in Teilzeit

oder geben ihre Jobs sogar

ganz auf, um Kinder, Kranke

oder Alte zu pflegen. Das dürfen

wir als Gesellschaft nicht

länger tolerieren. Pflegezeiten

müssen sich stärker als bisher

renten- und versorgungserhöhend

auswirken.“

Eine mehr als zukunftsorientierte

Forderung, denn der

Pflegereport 2021 lieferte ein

eindeutiges Ergebnis, wenn

es um die Frage geht, ob junge

Generationen dazu bereit

sind, Angehörige im Ernstfall

zu pflegen. Bei der Befragung

von 1.310 Menschen zwischen

16 und 39 Jahren gaben 68 Prozent

der Teilnehmenden an,

sich in Zukunft vorstellen zu

können, Angehörige zu pflegen.

Auch die Pflegestatistik

des Statistischen Bundesamts

spricht klare Zahlen: Von den

4,1 Millionen Menschen, die

Leistungen aus der Pflegeversicherung

erhielten, wurden

2019 80 Prozent zu Hause

gepflegt. Natürlich nicht ausschließlich

von Angehörigen,

insbesondere mobile Pflegedienste

bieten hier wichtige

Unterstützung und maßgebliche

Hilfestellung für die zu

pflegende Person als auch den

pflegenden Angehörigen.

Um die Pflege der Angehörigen

für Nichterfahrene zu erleichtern,

bieten beispielsweise

Krankenkassen, darunter

die Barmer oder TK, digitale

Hilfsangebote. Bei virtuellen

Pflegekursen lernen die Teilnehmenden

grundlegende Basics

der Kranken- und Altenpflege,

digitale Pflegecoaches

dienen als Ansprechpartner

bei akuten Fragen oder Unsicherheiten,

außerdem bieten

Apps direkten Zugang zu

den Kontaktdaten für weitere

Ansprechpartner*innen.

„Wir sehen, dass die Pflege

in den eigenen vier Wänden

und durch Angehörige nach

wie vor an erster Stelle steht.

Schon jetzt werden rund drei

Viertel der Pflegebedürftigen

Der Pflegereport 2021 zeigt: 68 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihre Angehörigen zu pflegen

© TaniaVdB/Pixabay

in Deutschland zu Hause versorgt.

Dabei müssen wir mit

Informationen und konkreten

Angeboten unterstützen“, sagt

Thomas Ballast, stellvertretender

Vorstandsvorsitzender

der TK. Expert*innen sehen

den digitalen Fortschritt auch

als Chance für die Pflege.

Dazu gehört auch der Einsatz

von Smart-Home-Technologien,

die das weitere Leben

in den eigenen vier Wänden

unterstützen können. Tatsächlich

sind es nach Umfragen vor

allem die über 70-Jährigen, die

auf smarte Hilfe im Pflegealltag,

beispielsweise durch Apps

und Sensoren für den Haushalt

und Videochat-Angebote mit

Pflegekräften, setzen. Damit

all das umgesetzt und eine

weitere Zuspitzung des Pflegenotstands

verhindert werden

kann, ist nun die zukünftige

Regierung am Zug.

Elisabeth Jockers

Vermittlung von Pflegekräften in Südbaden

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38 KULTUR JOKER Musik

Blues from USA und dem

Dreiländereck

Bluesfestival bringt Talente zusammen

250 + 1 Jahr

Ludwig van Beethoven

Musik und Wein im Tuniberghaus

Zu seinem zweiten Konzert in

dieser Saison lädt der Kulturverein

Tiengen am 14. November, 18 Uhr

zu dem im vergangenen Jahr coronabedingt

ausgefallenen Konzert Beethoven

im Beethovenjahr & Wein

vom Weingut Gleichenstein ein ins

Tuniberghaus in Tiengen. Der Cellist

Juris Teichmanis, dem Freiburger

Publikum nicht nur als künstlerischer

Leiter des Festivals „BACH

PUR“ gut bekannt und der Pianist

Hansjacob Staemmler, ein gefragter

Kammermusikpartner, spielen die

Teichmann, Stemmler

Das Freiburger Bluesfestival

ist zurück! Mit vier

Konzertabenden in Freiburg

und Kandern bietet sich ein

vielfältiges Programm aus

Newcomern und Legenden.

Im Fokus dieses Jahrs steht das

Genre des Gospels. Auch spielen

einige Musiker*innen aus

der Schweiz und Frankreich,

ein klares Bekenntnis zum

Dreiländereck.

Los geht es am 8. November,

19.30 Uhr in der Freiburger

Wodan Halle mit den legendären

B.B. & The Blues Shacks

mit ihrem groovigen 50s/60s-

Sound. John Primer & The Real

Deal Blues Band spielen um

21.15 Uhr Blues auf den Spuren

des großen Muddy Waters

und Willie Dixon. Ebenfalls

in der Wodan Halle und am 9.

November, 19.30 Uhr kommt

VLADA, ein moderner Gospel-Sänger

aus Zürich. Neben

dessen eingängigen Funk und

Soul tritt um 21.15 Uhr der Erbe

eines großen Musikers: John

Lee Hooker Jr. & Band. Gospel

meets Blues.

Der 10. November gehört

ganz Neal Black & The Healers,

die um 20.30 Uhr im ChaBah

in Kandern spielen. Renommierter,

heißer Blues aus Texas.

Zurück in der Wodan Halle am

11. November, 19.30 Uhr spielen

die rauen Roots-Blueser

von Dirty Deep aus Strasbourg,

abgelöst um 21.15 Uhr von der

Schweizer Elis Mano Band, die

von Jazzhaus Records bis auf

die großen Bühnen Europas

gelangten. Ein klarer Beleg für

die Strahlkraft des Blues aus

dem Dreiländereck.

Weitere Infos: www.freiburgbluesfestival.de

Sonaten F-Dur op.5,1 und C-Dur

op.102,1. Außerdem steht die A-Dur-

Sonate op.69 auf dem Programm,

die Sonate, die Beethoven seinerzeit

seinem Freund Ignaz Freiherr von

Gleichenstein gewidmet hat.

Passend dazu werden die „Beethoven“

- Weine op.69 vom Weingut

Gleichenstein aus Oberrottweil

angeboten.

Karten: www.reservix.de oder

Email an vorstand@kulturvereintiengen.de

Foto: promo

Neal Black

Foto: Promo

Mit ihrer neuen CD „Tipitina

#1“ im Gepäck, die in der Fachzeitschrift

„bluesnews“ 5 von 6

Sternen erhielt, gastiert das Trio

Tipitina am 14. November im

Rahmen des 1:10 Kulturfestivals

im Orgelbauersaal in Waldkirch.

„Blues, Boogie Woogie und

Rock’n’Roll werden zu hören

sein“, erklärt Schlagzeuger Jörn-

Paul Weidlich, der die Sängerin

Karoline Dombrowski und den

Pianisten Thomas Scheytt um sich

schart. Wo andere Bands lautstark

Kulturfestival Waldkirch

Trio Tipitina im Orgelbauersaal

Am 20. November, 20 Uhr, geben

Ulrike Wettach-Weidemaier

(Blockflöte), Sonja Kanno-Landoll

(Block- und Traversflöte) und

Katrin Ziegler (Barockcello) im

Rahmen der Kreuzgangkonzerte

St. Martin in Freiburg ein Konzert

mit Werken von Boismortier,

Caix d’Hervelois, Hotteterre,

Marais,Leclair und Ferdinand

Dall´Abaco. Der Wettstreit um

den Lorbeer der führenden Musiknation

Europas wurde im 18.

Jahrhundert im Wesentlichen

zwischen Italien und Frankreich

ausgefochten. Glänzte Italien

mit Temperament, Glut und ausdrucksstarken

Linien, so trumpfte

Frankreich mit höfischer Eleganz,

tänzerischer Leichtigkeit und

geistreicher Unterhaltung auf.

Der Streit wurde nie entschieden,

aber in Frankreich bemühte

man sich immerhin um eine Verbindung

der beiden Stile und um

einen Ausgleich der Differenzen.

Durch die Rückwendung zur Natur

(J.-J. Rousseau zugeschrieben)

entstand eine Vorliebe für das bukolische

Hirtenwesen, ein Traum

von Arkadien. Mit ihm wurden

Instrumente gesellschaftsfähig,

die vorher als bäuerlich galten,

wie Musette oder Drehleier. Mit

Werken von Boismortier, Caix

d’Hervelois, Hotteterre, Marais,

Leclair und Ferdinand Dall´Abaco

kommen Protagonisten dieser Zeit

zu Wort, die diese Epoche am Versailler

Hof in höchst unterschiedlichen

Facetten erlebbar machen.

Das Konzert findet bedingt durch

die Pandemie im Kirchenschiff

von St. Martin statt.

um die Gunst des Publikums buhlen

müssen, benötigt Tipitina nur

den Drive ihrer Musik, um die

Leute von den Sitzen zu reißen.

Vom 30. Oktober bis zum 21. November

findet das erste Kulturfestival

Waldkirch statt, mit dem

Ziel die Künstler aktiv in dieser

wirtschaftlich schweren Zeit zu

unterstützen und auch dem Publikum

nach der langen Kulturpause

ein anspruchsvolles Programm zu

bieten. Daher fließen 100 Prozent

der Konzertspenden an die Künstler.

Der Eintritt ist frei.

Einlass nur nach vorheriger Reservierung.

Veranstaltungsübersicht

und Buchungsmöglichkeit:

www.kulturfestival-waldkirch.de .

Trio Tipitina

Musique baroque à trois

Kreuzgangkonzert St. Martin in Freiburg

Foto: promo

Jazz, Blues und Weltmusik

Das Jazzhaus präsentiert ein buntes Programm im November

Der November im Jazzhaus

beginnt gleich mit einem Highlight:

Linea Aspera, das sind

Synthies und Electronics von

Ryan Ambridge und die Stimme

von Alison Lewis aka Zanias.

Nach vielen Jahren unterhalb des

öffentlichen Radars, gehen Linea

Aspera jetzt endlich wieder auf

Tour und machen am 3. November,

20 Uhr Halt im Jazzhaus.

Mit zauberhafter Musik, sanften

Arrangements und passioniertem

Klavierspiel begeistert die Isländerin

Sóley am 8. November, 20

Uhr das Publikum. Einen Tag

darauf präsentiert Nils Wüker

um 20 Uhr sein zehntes Studioalbum

„GO“, auf dem der vielfach

Zum Anlass einer großen

Feier, 100 Jahre Donaueschinger

Musiktage, kommt ein besonderes

Konzert am 12. November,

20 Uhr ins E-Werk.

Freiburg. Es spielen auf: Titus

Engel (Dirigent), Ilya Gringolts

(Violine) und Mitglieder des

SWR Symphonieorchesters.

preisgekrönte Jazzmusiker noch

einmal eine ganz andere Seite

seiner Musik präsentiert.

Mit der „Euro Tour 2021“ holt

der preisgekrönte Bluesmusiker

Aynsley Lister am 10. November,

20 Uhr sein im letzten Jahr

leider ausgefallenes Konzert im

Jazzhaus nach. Ebenfalls nachgeholt

wird am 12. November, 20

Uhr Jamaram meets Jahcoustix,

die 20 Jahre Road-Circus mit

Reggae, Dubwise und Worldmusic

feiern!Er ist „ein Genie und

der lebende Beweis dafür, dass

der Blues aus Mali kommt“, sagt

Taj Mahal über seinen Kollegen

Bassekou Kouyaté. Er gilt als der

beste Ngoni-Spieler der Welt und

gehört wohl zu den interessantesten

Künstlern der gegenwärtigen

afrikanischen Musikszene.

Im Rahmen der „Miri Tour“

kommt er gemeinsam mit Amy

Sacko, Mamadou Kouyate, Mahamadou

Tounkara und Moctar

Kouyate am 19. November, 20

Uhr ins Jazzhaus. Wer Lust auf

Partys, Tanzen und lange Clubnächte

hat, darf sich auf „I Love

80s“ (5. November, 22 Uhr), „In

The Mix“ (6. November, 23 Uhr),

„Queer:Beatz Reloaded“ (12. November,

23 Uhr), „Connected“

(13. November, 23 Uhr) und die

“Panda Party” (26. November, 23

Uhr) freuen. Weitere Infos: www.

jazzhaus.de

Karten im Vorverkauf: Buchhandlung

Klingberg, Hildastraße

2 A und an der Abendkasse

Einlass ab 19.30 Uhr.

Katrin Ziegler

Jubiläumsklänge

Zu Ehren der Donaueschinger Musiktage

Neben Werken von Enno Poppe,

Heinz Holliger, Igor Strawinsky

und Luigi Nono wird

auch Paul Hindemiths „Kammermusik

Nr. 1 für Soloinstrumente“

zu hören. Hindemith

war nicht nur Miterfinder der

Musiktage, sondern brachte

dieses Werk in den frühen

Foto: promo

1920er-Jahren dort selbst zur

Uraufführung. Auch die anderen

gespielten Komponisten

sind mit den international wirksamen

Musiktagen verbunden.

Über eine Moderation durch

Lydia Jeschke wird deutlich, wo

die Verbindungslinien liegen.


musik KULTUR JOKER 39

Zehn Jahre klangwerk LIED

Drei Jubiläumskonzerte mit Gesang, Klavier und Ukulele

Lange galten Liederabende

als elitäre, bourgeoise Veranstaltungen,

bei denen sich die

oberen Zehntausend zu Häppchen

an den Gassenhauern der

Kammermusik labten. Diesem

Image entgegenzuwirken und

erfrischende, lebensnahe und

auch zeitaktuelle Programme an

der Schnittstelle zwischen Musik

und Literatur anzubieten tritt seit

2011 die Serie klangwerk LIED

um die Freiburger Musiker Katharina

Persicke, Georg Gädker,

Nicholas Rimmer und Hansjacob

Staemmler an. Damals mitunter

noch selbst als Teilnehmer, heute

als Juroren oder Klavierbegleiter

auf internationalen Wettbewerben

holten sie seither junge Talente

wie auch renommierte und

Weihnachtliche Vokal- und Orchestermusik

Konzerte mit der Camerata Vocale

Die Camerata Vocale Freiburg

präsentiert unter der Leitung von

Winfried Toll in zwei Konzerten

am 27. November in St. Gallus,

Merzhausen, und am 28.11. in

der Johanneskirche in Villingen

weihnachtliche Vokal- und Orchestermusik

von J.S. Bach, Vivaldi,

Gabrieli und Respighi. Das

Programm spannt einen inhaltlichen

Rahmen von der freudigen

Erwartung des Weltenrichters

über die Verkündigung bis zur

Anbetung an der Krippe zu Bethlehem

und stimmt damit auf die

Advents- und Weihnachtszeit ein.

Die Kantate „Wachet auf, ruft uns

die Stimme“ BWV 140 von J. S.

bekannte Künstler in bekannten

wie ungewöhnlichen Konzertformaten

nach Freiburg. Zum zehnjährigen

Jubiläum der Serie wird

es vom 5. bis 7. November nun

ein Festival mit 3 Konzerten an 3

Abenden geben, mit Gästen wie

dem bekannten Tenor Jan Kobow

mit einem Programm um Schubert

und Krenek (5.11., 20 Uhr,

Kreuzkirche Stühlinger), begleitet

von Hansjacob Staemmler

am Klavier. Am 06.11. folgt ein

Konzert im ungewöhnlichen

Format Gesang und Ukulele mit

dem Duo Charlotte&Elisabeth,

frisch ausgezeichnet beim Bundeswettbewerb

Gesang Berlin,

mit räuberischen Liedern

und Chansons von Kurt Weill/

Bertold Brecht, Georg Kreisler

und andern (Weinschlösschen

am Konzerthaus, 20 Uhr). Zum

Abschluss des Festivals erklingen

unter dem Titel „Heimliche

Orte, (un)heimliche Gestalten“

am 7.11., 18 Uhr im Historischen

Kaufhaus sagenhafte, verzauberte,

dramatische oder wundersame

Balladen von Schubert,

Loewe, Schumann, Wolf, Pfitzner

und anderen, mit Katharina

Persicke (Sopran), Georg Gädker

(Bariton) und Nicholas Rimmer

(Klavier). Für alle, die das gesamte

Festival besuchen wollen,

ist online ein globales Festivalticket

erhältlich.

Weitere Infos & Tickets: www.

klangwerklied.de oder im Notenfachgeschäft

musicus, Salzstraße

41/43, Freiburg.

„Nach Dir, Herr, verlanget mich“

Freiburger Bachchor singt wieder

Am 6. November, 19 Uhr, führt

der Freiburger Bachchor zusammen

mit dem Freiburger Bachorchester

und der Solisten Andrea

Nübel Kantaten von Dietrich Buxtehude

und J. S. Bach in der Maria

Hilf-Kirche in Freiburg auf. Endlich

darf wieder gesungen werden,

und so freut sich (auch) der

Freiburger Bachchor, konzertierend

wieder an die Öffentlichkeit

treten zu können! Zur Aufführung

kommen Werke von Buxtehude

Ein Konzert mit Frauenchor

und Orgel findet am 14. November,

um 16.30 Uhr in St.

Trudpert statt. Der sechsköpfige

Frauenchor wird Werke aus

verschiedenen Jahrhunderten

von Orlando di Lasso, über

Mendelssohn, Rheinberger

bis Arvo Pärt singen. Begleitet

wird der Chor von Manuel

Klingenmeier an der Orgel. Die

und Bach, ein Programm, das

voll Dankbarkeit dafür ist, dass es

jemanden gibt, der für uns sorgt

und dem wir all unsere Sorgen abgeben

können – eine beruhigende

Vorstellung in dieser Zeit. Gespielt

und gesungen werden von Dieterich

Buxtehude die Trio-Sonate

BuxWV 266, die Kantate „Der

Herr ist mit mir“ (BuxWV 15),

die Solo-Kantate „Herr, auf dich

traue ich“ (BuxWV 35) sowie J.

S. Bachs Kantate “Nach dir, Herr,

Frauenchor und Orgel

Konzert in St. Trudpert

Sängerinnen des Chors werden

von Bezirkskantorin Karin

Karle zur nebenberuflichen

Kirchenmusikerin ausgebildet.

Das Konzert ist das vierte

Konzert, das im Rahmen der

Konzertreihe „Konzerte St.

Trudpert“ in diesem Jahr stattfinden

kann.

Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen.

verlanget mich“ (BWV 150). Die

Leitung hat Johannes Reich,

Karten: www.freiburger-bachchor.de.

Für den Konzertbesuch

ist ein 3 G-Nachweis erforderlich.

Freiburger Bachchor Foto: promo

Bach gehört zu seinen bekanntesten,

vermutlich nicht zuletzt, weil

sie bei allem sakralen Gehalt ein

schwärmerischer Liebesgesang

ist. Mit dem anschließenden „O

Magnum Mysterium“ des venezianischen

Renaissancekomponisten

Giovanni Gabrieli wird

das Wunder der Menschwerdung

eindrucksvoll durch die Gegenüberstellung

von Ober- und Unterchor

besungen. Antonio Vivaldis

„Magnificat“, chronologisch nach

der Verkündigung durch den Engel

Gabriel, wechselt zwischen

solistischen Abschnitten und

reinen Chorsätzen und bringt expressiv

das Gotteslob durch Maria

zum Ausdruck. In der einsätzigen

„Lauda per la Natività del

Signore“ von Ottorino Respighi

wird schließlich die Krippe erreicht.

Hier erwartet den Zuhörer

ein Werk der staunenden Betrachtung

zwischen pastoralem

Charakter und freudigem Jubel.

Solisten sind Siri Karoline

Thornhill CSopran), Katharina

Magiera (Mezzosopranistin), Johannes

Mayer (Tenor) und Manfred

Bittner (Bass). Begleitet werden

sie und die Camerata Vocale

von der Camerata Freiburg um

Konzertmeisterin Lisa Immer.

Tickets: www.cameratavocalefreiburg.de

Frauenchor

Foto: promo

Besinnlicher Neustart

Ein Abend mit Klang und Wort

Nordische Experimente

Die Black Forest Percussion Group

Echten Nordlichtern widmet

sich ein Konzertabend der

Black Forest Percussion Group.

Mit „Nothern Lights“ wendet

sich das profilierte Ensemble

sechs nördlichen Nationen und

ihren Komponist*innen zu,

darunter Finnland, Schweden,

aber auch Grönland, und holt

aus eisiger Kälte eigensinnige

Kompositionen. Aus Norwegen

etwa stammt ein Werk für

Percussion und mikrotonale

Die Corona-Einschränkungen

haben der Konzertwelt

und ihren Besucher*innen

lange Durststrecken beschert.

Zu Beginn der besinnlichen

Winterzeit im Dezember wird

es also Zeit, neue Energie zu

schöpfen. Mit musikalischer

Begleitung lädt Sopranistin

Junko Nishi am 5. Dezember,

17 Uhr in das Restaurant Heimat-Hafen

nach Neuenburg um

dort adventliche Stimmung zu

verbreiten. Das Programm besteht

aus Titeln aus den USA,

Deutschland oder auch Italien

zwischen Weihnachtsliedern,

Oper und Instrumentalmusik.

Junko Nishi wird vom Solotenor

Josef Füzesi begleitet. Brigitte

Posenecker bringt Poesie

und Tony Illenberger sein Klavier

in den stimmungsvollen

Abend aus Klang und Wort ein.

Junko Nishi

Trompete, aus Island eine furiose

Bühnenshow aus Licht und

Rhythmen. Auch die Musik

der schwedischen Metalband

Meshuggah hält Einzug in den

Sound eines unberechenbaren

Konzertabends. „Nothern

Lights“ ist am 26. November,

20 Uhr in den Räumlichkeiten

der Elisabeth-Schneider-Stiftung

in der Wilhelmstraße 17a

in Freiburg zu sehen. Der Eintritt

ist frei, Spenden erbeten.

Sinfonische Großtaten

Das Musikkollegium Freiburg

Das Musikkollegium Freiburg

bringt seit 1988 intensive

Sinfonieklänge in ungewöhnlicher

Besetzung.

Amateurmusiker*innen und

Professionelle finden zusammen,

um jährlich in Sinfonieund

Solokonzerten Werke der

Klassik, Romantik und Moderne

zur Aufführung zu bringen.

Ein neues Sinfoniekonzert

bietet Werke großer Meister.

Unter der musikalischen Leitung

von Michael Kuen und

mit dem Solisten David Kuen

sind zu hören das „Siegfried-

Idyll“ von Richard Wagner,

W.A. Mozarts „Konzert für

Foto: promo

Horn und Orchester Nr. 2“ und

Joseph Haydns „London“-Sinfonie.

Das Konzert wird am 20.

November, 19 Uhr in der Martinskirche

Müllheim und am 21.

November, 19 Uhr im FORUM

Merzhausen aufgeführt.

Michael

Kuen

Foto: promo


40 KULTUR JOKER musik

„Transatlantic Tapes“

Konzert im depot.K in Freiburg

HOLST

SINFONIETTA

FESTKONZERT

25 JAHRE

HOLST-SINFONIETTA

HANS ZENDER

SCHUBERTS

«WINTERREISE»

DANIEL JOHANNSEN, TENOR

MITTWOCH

10. NOVEMBER 2021

20 UHR

E-WERK

ESCHHOLZSTR. 77

FREIBURG

Im Rahmen einer BBK-Mitgliederausstellung

findet am 6.

November, 19 und 20.15 Uhr

im depot.K, Lehener Straße 30

(Stühlinger), ein Konzert mit

zeitgenössischer Musik für Akkordeon

und Elektronik statt.

Ausführende sind Olivia Steimel

(Akkordeon) und Edoardo

Micheli (Elektronik). Anfang

des 20. Jahrhunderts reiste das

Akkordeon mit den europäischen

Einwanderern über den

Atlantik und entwickelte sich

zum dominierenden Folkloreinstrument

auf beiden Seiten des

Ozeans. Längst hat das Akkordeon

seinen Platz in der zeitgenössischen

Musik gefunden. Um

den eurozentrischen Horizont

des Repertoires zu bereichern,

wird das Instrument wieder in

seine transatlantische Perspektive

gebracht und mit spannenden

Uraufführungen in ein außerirdisches

Universum geschickt.

Zu hören sind brandneue Werke

von vier Komponisten aus Europa,

Latein-, Mittel- und Nordamerika

für Akkordeon mit und

ohne Elektronik: Juan de Dios

Magdaleno „Espiral n.2 ... and

the entanglement of time“, Carlos

Hidalgo „on the line“, Gregory

Lee Newsome: „lung“ und

Edoardo Micheli „Mixtape“.

Edoardo Micheli

Foto: E. Micheli

Zusammenspiel

Ungewöhnliche Klänge aus Nahost

Persische Musik steht nicht

unbedingt häufig auf den Konzertplänen.

Unter dem Titel

„Persische Miniaturen“ stellt

sich das Haus der Kultur dem

ideenreich entgegen. Am 28.

November, 17 Uhr im Historischen

Kaufhaus spielen

Schaghajegh Nosrati (Klavier)

und Misagh Joolaee (Kamantsche,

eine iranische Stachelgeige)

Musik und Tänze aus

Aserbaidschan, Armenien,

Griechenland, Ungarn und

Iran.

Im ungewöhnlichen Zusammentreffen

zweier unterschiedlicher

Instrumente kommen

auch sich bekriegende Länder

wie Armenien und Aserbaidschan

zusammen – in ihrer

musikalischen Nähe zueinander,

die auf gemeinsamen musikalischen

Traditionen basiert.

Die „Miniatur“ überkommt

Grenzen und schafft Tanz- und

Sehnsuchtsräume.

Schaghajegh Nosrati und Misagh

Joolaee Foto: Jo Titze

Holst Sinfoniette

Der November ist, wie kein anderer

Monat, geschichtsträchtig.

Im November 1918 begann der

russische Bürgerkrieg, im gleichen

Monat des Jahres 1955 der Vietnamkrieg.

Am 9. November 1918

endete der erste Weltkrieg, in der

Nacht zum 9. November 1938 fand

die sogenannte Reichspogromnacht

statt. Der 9. November 1989

markiert den Mauerfall und der 9.

November 1848 kann mit der Erschießung

des Abgeordneten Robert

Blum als Beginn vom Ende

der sogenannten Märzrevolution

betrachtet werden. Zu allen Zeiten

war der Friede ein zerbrechliches

„Da pacem Domine“

Konzert mit dem Anton-Webern-Chor

„Machet die Tore weit“ titelt ein

Konzert der Markgräfler Bezirkskantorei

mit Geistlichen Chorwerken

zu Advent und Weihnachten

aus Barock bis Klassik in

der Stadtkirche Müllheim am 28.

November, 18 Uhr. Die Adventsund

Weihnachtszeit wurde musikalisch

reich beschenkt, vor allem

mit Werken von Komponisten des

17. bis 19. Jahrhunderts. Erklingen

werden Georg Philipp Telemanns

festliche Adventskantate

„Machet die Tore weit“, ebenso

Philipp Heinrich Erlebachs Weihnachtskantate

„Siehe, ich verkündige

euch große Freude“ sowie

zwei Magnificat-Vertonungen,

Der Lobgesang der Maria, von

Johann Pachelbel und ein Werk

des aus Neapel stammenden italienischen

Opern-Komponisten

Domenico Cimarosa. Ausführende

sind die Markgräfler Bezirkskantorei,

Chor- und ProjektsängerInnen,

Vokalsolisten sowie die

„Sinfonietta Südlicher Breisgau“

unter Leitung von Regionalkantor

Horst K. Nonnenmacher.

Der Eintritt ist frei. Vorherige

Gut, das zu erhalten die Menschen

sich immer vergeblich bemühten.

Der Anton-Webern-Chor nimmt

dies zum Anlass, am 7. November,

17 Uhr in der Herz-Jseu-Kirche in

Freiburg ein Konzert unter dem

Titel „Da pacem Domine“ zu veranstalten,

in dem Werke aus fünf

Jahrhunderten erklingen werden.

Im Mittelpunkt stehen das gleichnamige

Werk von Arvo Pärt und

das selten aufgeführte „Friede auf

Erden“ von Arnold Schönberg, das

dem Chor viel abverlangt.Dazu

kommen Werke von Gregorio Allegri,

Josquin des Prez, Max Reger,

Samuel Barber, Maurice Ravel

und Karl-Heinz Stockhausen.

Komplettiert wird das Konzert-

Programm mit Kompositionen

für Orgel von Orlando di Lasso,

André Raison und Ottorino Respighi.

Die Orgel spielt Vincenzo

Allevato.

3 G-Nachweis erforderlich.

Anton-Webern-Chor

Foto: Anke Nevermann

Weihnachtliches Kirchenkonzert

Evang. Stadtkirche Müllheim

Anmeldung erforderlich vom

12.11. bis 26.11.21 über das Ticketsystem

der Homepage www.

evang-muellheim.de

Kantoreikonzert Müllheim

Foto: promo

„Moderner Blick auf Althergebrachtes“

Die Holst Sinfonietta feiert ihren 25. Geburtstag mit

Hans Zender Version von Schuberts „Winterreise“

„Neugierde, Wagnis, Freundschaft,

Suche, Entdeckung, absolute

Hingabe für oft zu Unrecht

unbekanntere Musik“ – das verbindet

Dirigent Klaus Simon mit

der von ihm gegründeten Holst

Sinfonietta. Nun feiert das Freiburger

Ensemble sein 25-jähriges

Bestehen mit einem besonderen

Konzert im Andenken an den

2019 verstorbenen Komponisten

Hans Zender. Der Wiener Tenor

Daniel Johannsen interpretiert

mit der Holst Sinfonietta am 10.

Foto: Anke Nevermann

November um 20 Uhr im Freiburger

E-Werk Hans Zenders Version

von Schuberts Liederzyklus

„Winterreise“. Das Werk hatte die

Holst Sinfonietta bereits 2002 als

szenische Produktion auf die Bühne

gebracht. „Zender liebte Schubert

und wollte ihm mit seinem

Vokabular als zeitgenössischer

Komponist ein besonders Denkmal

setzen“, sagt Klaus Simon.

Der Grad der Liedbearbeitungen

ist unterschiedlich. Er reicht von

einer normalen Instrumentierung

über komplexe Vor-und Nachspiele

bis zu Neukompositionen

aus Schuberts Motivmaterial.

„Trotzdem bleibt Schubert im Wesen

erhalten“, betont Simon.

Mit 24 Musikerinnen und Musikern

ist das Werk verhältnismäßig

groß besetzt. Normalerweise

arbeitet die Holst Sinfonietta mit

einem kleineren Ensemble zwischen

4 und 14 Mitwirkenden.

Auch die Flexibilität in der Besetzung

hat es der Formation in

den 25 Jahren ihres Bestehens

ermöglicht, ein breites Repertoire

mit dem Schwerpunkt auf der

Klassischen Moderne abzudecken,

das regelmäßig auch die in

Deutschland unterrepräsentierte

englische Musik mit Komponisten

wie die des Namensgebers

Gustav Holst, Peter Maxwell

Davies, Mark-Anthony Turnage

oder auch US-Amerikaner wie

Leonard Bernstein, Samuel Barber,

Aaron Copland, Steve Reich,

John Adams und Philip Glass präsentiert.

Mit französischen Komponisten

aus dem 20. Jahrhundert

wie Darius Milhaud, Francis Poulenc

oder Olivier Messiaen hat die

Holst Sinfonietta einen weiteren

interessanten Schwerpunkt. Hans

Zenders Blick auf Franz Schubert

in der „Winterreise“ passt perfekt

zum Profil des Ensembles. „Die

Beschäftigung von zeitgenössischen

Komponisten mit ihrer

Vergangenheit hat uns immer fasziniert“,

sagt Klaus Simon. „Der

moderne Blick auf Althergebrachtes

ist uns sehr nahe, da wir fast

ausschließlich Musik von 1900 bis

heute spielen.“

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“,

25 Jahre Holst Sinfonietta,

Tenor: Daniel Johannsen,

Leitung: Klaus Simon. Mittwoch,

10. Nov. 2021, 20 Uhr im E-Werk,

Eschholzstr. 77, 79106 Freiburg.

Georg Rudiger


veranstaltungen KULTUR JOKER 41

Bitte beachten Sie die Hygiene– und

Voranmelderegelungen sowie

eventuelle Absagen

Weitere aktuelle Termine finden Sie im

Online–Veranstaltungskalender unter:

www.kulturjoker.de

Mo 1. November

Freiburg

Theater & Tanz

18 h: „Das kalte Herz“ - nach Wilhelm Hauff.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

19 h: „Anne-Marie die Schönheit“ - von Yasmina

Reza mit Robert Hunger-Bühler. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

Basel

Musik

19:30 h: „Kennedy“ - mit Werken von

Betthoven, Nigel Kennedy, Sergei Prokofjew,

Kammerorchester Basel. Stadtcasino Basel,

Konzertgasse 1

Andere Orte

Theater & Tanz

19:30 h: „Das schlaue Füchslein“ - Leoš Janáček.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „FALL INTO PLACE oder was wa(h)r ist“

- Laura Heinecke Company. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

Basel

Musik

20 h: Klitclique / Support: Terror Tanga, Rap.

Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. Opéra national du Rhin,

19 Place Broglie

IMPROTOPIA

5.-7. November

Bühne Maja in Emmendingen

www.improtopia.de

Charlotte&Elisabeth / 10 Jahre klangwerk L I E

D. Weinschlösschen Freiburg, Wilhelmstr. 17A

Theater & Tanz

19:30 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „FALL INTO PLACE oder was wa(h)r ist“

- Laura Heinecke Company. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ - Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: „Weiberklatsch“ von Carlo Goldoni -

Theaterensemble Puck. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte .

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen, Herrenstr. 30

Partys

23 h: „In The Mix“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Klang und Geschichte

Sulzburg-Laufen

Einen deutsch-französischen

Konzertabend verspricht das

Kulturzentrum3klang in Sulzburg-Laufen

am 6. November,

20 Uhr. Bérengère Le Boulair,

Geigerin aus Frankreich und

Christiane Reiling, Cellistin

aus Deutschland, geben ein

Konzert mit Werken von Bach,

Schubert, Ravel, Demarsan

und Gus Viseur. Darüber spüren

beide Musikerinnen ihren

Herkunftsländern in ihren

wechselvollen Beziehungen

nach. Zwischen Krieg und

Frieden werden ihre eigenen

Familiengeschichten zum

Abbild allgemeiner geschichtlicher

Prozesse. Ergänzt wird

die Begegnung im Spiegel der

Kunst mit Improvisationen

und theatralischen Elementen.

Foto: promo

Vorträge & Gespräche

14 h: „Mit dem Bike durch Deutschland“ -

Maximilian Semsch / Mundologia, Kultur- und

Bürgerhaus Denzlingen, Stuttgarter Str. 30

17:30 h: „Schottland“ - Erik Peters / Mundologia,

Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen, Stuttgarter

Str. 30

Theater & Tanz

17 h: „Fauré-Requiem“ - Theodor Currentzis.

Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof

2

Kunst

11:15 h: Vernissage: Ausstellung Barbara Nies.

Galerie im Tor, Keplerstr. 18

Di 2. November

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. Opéra national du Rhin,

19 Place Broglie

Mi 3. November

Freiburg

Musik

20 h: Linea Aspera / Elektro. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

19:30 h: „Das kalte Herz“ - nach Wilhelm Hauff.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Fr 5. November

Freiburg

Musik

19:30 h: „Zusammen und auseinander“ - deutschfranzösischer

Konzertabend. Centre Culturel

Français Freiburg, Münsterplatz 11

20 h: Jan Kobow (Tenor) mit einem Programm um

Schubert und Krenek / 10 Jahre klangwerk L I E D.

Ev. Kreuzkirche, Fehrenbachallee 50

Theater & Tanz

19 h: „Mord auf dem Psychologen-Kongress“ -

FREISTIL Dinner-Krimi . Schlossberg-Restaurant

Dattler, Am Schlossberg 1

19:30 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „FALL INTO PLACE oder was wa(h)r ist“

- Laura Heinecke Company. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ - Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ - Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: „Weiberklatsch“ von Carlo Goldoni -

Theaterensemble Puck. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

Partys

22 h: „I Love 80s“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Basel

Musik

19:30 h: Black Sea Dahu / Support: Meimuna,

Indie/Folk. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

16 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: Premiere: „La fille mal gardée“ / Ballett.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

18 h: Berliner Philharmoniker I. Festspielhaus

Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof 2

Theater & Tanz

20 h: IMPROTOPIA / Impro-Festival . Maja Bühne,

Steinstraße 2

Musik

20 h: Die Nacht der Gitarren 2021 . Parktheater

Lahr, Kaiserstraße 107

21 h: Lightrain / Heavy Psychedelic Instrumental

. Spitalkeller, Spitalstr. 1A

19 h: Deutsche Streicherphilharmonie.

KulturBauStelle, Janke und Kunkel-Straße 1

20 h: „Zusammen und auseinander“ -

deutsch-französischer Konzertabend.

Kulturzentrum3klang, Doretmatt 2

Theater & Tanz

20 h: Grand Magic Show – Peter Valance.

Art‘Rhéna, Île du Rhin

So 7. November

Freiburg

Mysterium und Apokalypse Freiburg

Was bleibt der Menschheit,

wenn Politik und Wissenschaft

gegenüber dem Klimawandel

versagen? Dieser

Frage gehen Regisseur

Sascha Flocken und sein

interdisziplinäres Team aus

Künstler*innen in ihrer performativen

Rauminstallation

„Der Eleusis-Effekt“ nach.

Schöpfungsmythen, aber auch

Untergangsszenarien stehen

inmitten eines Rituals, in dem

Rock‘n‘Roll lebt!

Little Walter‘s Rock‘n‘Roll

Zirkus hat seine feste Fangemeinde

in Freiburg. Die musste

während Corona lange darben,

nun aber geht es endlich wieder

los. Am 4. November, 21 Uhr

kommt die Band in altbewährter

Besetzung wieder in die altbewährte

Konzertstätte des

die Natur noch ein letztes Mal

besänftigt werden soll. Ob

das gelingt und welche Aspekte

dabei relevant werden,

ist Thema dieser neugierigen

Erkundung. Premiere: 28. November,

18–22 Uhr. Weitere

Termine: Do. (02.12.), 18–21

Uhr; Fr. (03.12), 18–22 Uhr;

Sa. (04.12.), 18–22 Uhr; So.

(05.12.), 18–20 Uhr. Aufführungen

immer jew. 30 Min.

und halbstündlich.

Freiburg

Gasthauses Harmonie. Authentischen

Rock‘n‘Roll bieten Arno

„los stickos“ Schorrer-Maier am

Schlagzeug, Jörg Weirich an

der Gitarre, Peter Streicher am

Bass und Little Walter Golczyk

an der Gitarre und mit Gesang.

Nach 20 Monaten Stille steppt

nun wieder der Bär.

Basel

Musik

19 h: Female* Music Lab: Beatmaking Workshop

für Frauen*. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. Opéra national du Rhin,

19 Place Broglie

Do 4. November

Freiburg

Musik

20 h: Musik ist unser Leben – Freiburger Blues

Association e.V. Gasthaus Schiff, Gewölbekeller

Schiff, Schwarzwaldstr. 82

20 h: Sarah Lesch / Singer-Songwriterin. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

21 h: Little Walter‘s Rock‘n‘Roll Zirkus . Harmonie

Restaurant, Grünwälderstr. 16-18

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: IMPROTOPIA / Impro-Festival . Maja Bühne,

Steinstraße 2

20 h: „Der Sittich“ - Komödie von Audrey Shebat

. Parktheater Lahr, Kaiserstraße 107

Sa 6. November

Freiburg

Musik

10 h: „Circle of Voice“ – Stimmtraining für

Einsteiger. Jazz und Rock Schule Freiburg,

Haslacher Str. 43

18 h: „Festejo en Perú“ – Traditionelle afroperuanische

Percussion und Cajon. Jazz und

Rock Schule Freiburg, Haslacher Str. 43

19 h: „Nach Dir, Herr, verlanget mich“ - Werke von

Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude

/ Freiburger Bachchor . Maria-Hilf-Kirche,

Schützenallee 15

20 h: Gesang und Ukulele - Duo

Musik

11 h: 1. Kammerkonzert / Werke von Wolfgang

Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und

César Franck. Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

17 h: „Da pacem Domine“ - Anton-Webern-Chor

. Herz-Jesu-Kirche, Eschholzstr. 74

18 h: „Heimliche Orte, (un)heimliche Gestalten“ -

Balladen von Schubert, Loewe, Schumann, Wolf,

Pfitzner und anderen, mit Katharina Persicke

(Sopran), Georg Gädker (Bariton) und Nicholas

Rimmer (Klavier) / 10 Jahre klangwerk L I E D.

Historisches Kaufhaus Freiburg, Münsterplatz 24

19 h: Burning Souls / 40 Jahre Freiburger

Jazzclub. Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

18 h: „Hedda Gabler“ - Henrik Ibsen. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

18 h: „Weiberklatsch“ von Carlo Goldoni -

Theaterensemble Puck. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

19 h: „Das schlaue Füchslein“ - Leoš Janáček.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

19 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

19 h: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

- nach dem Roman von Dita Zipfel. Theater

Freiburg auf den Spuren

Freiburg ist eine offenkundig

mittelalterliche Stadt. Dem

tiefer nachzugehen ist aber

nicht immer einfach, eine etablierte

Veranstaltungsreihe

wie „Auf Jahr und Tag. Orte

im mittelalterlichen Freiburg“

mag da aushelfen. Die bereits

fünfte Ausgabe der Reihe

beginnt am 25. Oktober und

bietet dann alle zwei Wochen

montags um 19 Uhr Einblicke

in das alte Stadtwesen Freiburgs.

Bis zum 21. März 2022

widmen sich Historiker*innen

Foto: promo

Freiburg

ausgewählten Orten der Stadt,

die mal sichtbar, mal nur noch

in Spuren existieren. Anhand

der Fallbeispiele lässt sich

die Entwicklung der Breisgaustadt

detailliert ablesen.

Die Vorträge werden sowohl

in Präsenz im Paulussaal als

auch online angeboten. Eine

Ausnahme markieren die Termine

am 7. und 21. März, die

im Hörsaal 1010 der Universität

stattfinden. Anmeldung:

anmeldung@alemannischesinstitut.de


42 KULTUR JOKER Veranstaltungen

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Führungen

16 h: „Urban Ecologies“ - Vikenti Komitski

und Patrick Goddard. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Basel

Musik

10 h: Female* Music Lab: Beatmaking Workshop

für Frauen*. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

18:30 h: „Die Mühle von Saint Pain“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

18:30 h: Premiere: „Il ritorno d’Ulisse in patria“ /

Oper. Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

18 h: Berliner Philharmoniker II. Festspielhaus

Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof 2

Allgemein

18 h: IMPROTOPIA / Impro-Festival . Maja Bühne,

Steinstraße 2

Theater & Tanz

15 h: „Stiffelio“ / Oper. La Filature, 20 Allée

Nathan Katz

11 h: „Zwei wie Romeo und Julia“ / Musical-Matinée

mit Musik, Sprache und Tanz. KulturBauStelle,

Janke und Kunkel-Straße 1

Musik

19:30 h: Klaviertrio Ostertag. KulturBauStelle,

Janke und Kunkel-Straße 1

Mo 8. November

Freiburg

Musik

20 h: Sóley / Singer-Songwriterin. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Basel

Theater & Tanz

10 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Die Physiker“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

20 h: Moving Shadows - 40 Jahre Jubiläumstour /

Schattentheater . Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Di 9. November

Freiburg

Musik

20 h: Nils Wülker / Jazz. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

10 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Onkel Wanja“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

10 h: „Das tapfere Schneiderlein“ - für Kids ab 5

Jahren. Parktheater Lahr, Kaiserstraße 107

20 h: „Stiffelio“ / Oper. La Filature, 20 Allée

Nathan Katz

Russische Kulturtage Trilateral:

200 Jahre Fedor Dostojewskij

17./24.November + 1./11. Dezember

Kommunales Kino in Kooperation mit

dem Zwetajewa Zentrum Freiburg

www.koki-freiburg.de

Mi 10. November

Freiburg

Film

19:30 h: „Zombie Child“ / Ciné – club. Kommunales

Kino Freiburg, Urachstraße 40

Musik

20 h: „Hans Zender: Schuberts Winterreise“ /

Festkonzert 25 Jahre Holst-Sinfonietta. E-Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: „Sprachheimat“ – Beitrag zu „1700

Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ .

Weinschlösschen Freiburg, Wilhelmstr. 17A

20 h: Aynsley Lister / Blues. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

10 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Greenmotions Filmfestival

11.-14. November

Kommunales Kino

www.koki-freiburg.de

Musik

20 h: Kraake / Hip-Hop. Kaserne Basel,

Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

19:30 h: „Un sentiment de vie“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

18 h: Peter Iljitsch Tschaikowsky: „Mazeppa“

. Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten

Bahnhof 2

Theater & Tanz

20 h: „Oskar Schindlers Liste“. Parktheater Lahr,

Kaiserstraße 107

Do 11. November

Freiburg

Musik

20 h: Blue Deal – Freiburger Blues Association

e.V. Gasthaus Schiff, Gewölbekeller Schiff,

Schwarzwaldstr. 82

Theater & Tanz

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „Fragen an Charlotte“ - Cargo Theater.

Südufer, Haslacher Str. 41

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

Kabarett & Comedy

19:30 h: „Am Ende is eh egal“ - Moritz Neumeier.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20:30 h: „Das ist Kunst“ / Poetry-Solo mit

Tausendsassa Ansgar Hufnagel. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Basel

Musik

20:30 h: Jeans for Jesus / Support: AMIXS,

Mundart/Pop. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

19:30 h: „Un sentiment de vie“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Kunst

10 h: Sketch it! . Fondation Beyeler, Baselstrasse

101

Fr 12. November

Freiburg

Literatur

18 h: „Wie alles kam“ - Paul Maar / 35.

Literaturgespräch: Lesung mit Musik von Wolfgang

Stute. Literaturhaus Freiburg, Bertoldstr. 17

Musik

20 h: „LinieZwei | 100 Jahre Donaueschinger

Musiktage“ - SWR Symphonieorchester, Leitung:

Titus Engel. E-Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: Jamaram meets Jahcoustix. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

19 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

19:30 h: „Dido und Aeneas“ - von Henry Purcel.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

19:30 h: „KulTour Piccolo Mondo“ – 14.

Kulturbühne Weingarten. Mehrgenerationenhaus

EBW, Sulzburger Str. 18

20 h: „Fragen an Charlotte“ - Cargo Theater.

Südufer, Haslacher Str. 41

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Mascarades“. Theater Freiburg, Bertoldstr.

46

20 h: Gastspiel: „Black Forest Swing“ von The

Shoo-Shoo. Wallgraben Theater, Rathausgasse

5A

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

20:30 h: „Impro-Show“ - Die Mauerbrecher.

E-Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

Partys

23 h: „Queer:Beatz Reloaded“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Basel

Musik

21 h: Mykki Blanco / Rap/Soul/Weird. Kaserne

Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

19:30 h: „Il ritorno d’Ulisse in patria“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das Musical.

Gloria-Theater, Friedrichstr. 21


Veranstaltungen KULTUR JOKER 43

Outdoorsport auf großer Leinwand

Die European Outdoor Film Tour in Freiburg

Freiburg darf nach einjähriger

pandemiebedingter Pause

wieder ein Spielort für Europas

renommiertestes Outdoor-

Filmfestival sein: „European

Outdoor Film Tour“! Gleichzeitig

ist es ein Jubiläumsanlass,

denn das Festival feiert seine

20. Auflage. Mit sieben höchst

unterschiedlichen Kurzfilmen

zum ambitionierten Outdoorsport

kommt das Festival am

20. November, 19.30 Uhr auch

ins Konzerthaus Freiburg.

Zu Beginn des Programms

steht die Alpinistin Caro North

in „I Am North“. In den eisigsten

Höhen von tausenden

von Kilometern fühlt sie sich

zuhause. Den Triathlon um die

Welt wagt Jonas Deichmann

in „Miles Ahead“, ein unerbittliches

Abenteuer. Ein Entdecker

ist Eliott Schonfeld. In

„Amazonie“ folgen wir ihm auf

den gefährlichen Spuren des

verschollenen französischen

Abenteuers Raymond Maufrais

in die Tiefen des Urwalds.

Fliegende Körper in Wingsuits

geben sich in „Spellbound“ die

Ehre. Ein Spielplatz ungeahnter

Gefahren und Kicks. „Out of

Frame“ folgt Mathis Dumas,

einem alpinen Allrounder, der

noch dazu eindrucksvolle Fotos

schießt.

Auch gegen die gesellschaftlichen

Grenzen geht Nasim Eshqi,

eine iranische Profi-Kletterin,

die in „Climbing Iran“ tatsächlich

wie metaphorisch neue

Routen erschließt. „Playing

Caro North in „I Am North“ Foto: Mammut Content Pool

Gravity“ zeigt Snowboard-

Profi Elias Elhardt und Drohnenpilot

Sebastian Schieren

beim Dreh irrsinniger Sportfilme

jenseits der Schwerkraft.

Mit dem Rahmenprogramm

inklusive Moderation, Gewinnspielen

und einer Pause endet

das Programm der European

Outdoor Film Tour nach zwei

aufregenden Stunden.

Weitere Infos: www.eoft.eu

Artistische Vielfalt die begeistert

30 Jahre Varieté am Seepark in Freiburg

Unter dem Motto „Just for

Fun“ feiert das Varieté am

Seepark vom 4.-14. November

seinen 30. Geburtstag. Frei

übersetzt lautet das diesjährige

Motto „Weil es einfach Spaß

macht“ magische Momente zu

genießen und ein paar Stunden

den Alltag zu vergessen.

Das Duo Kvas – Vladimir

und Anton – beeindruckt mit

Partner-Artistik voller Kraft

und unglaublicher Körperbeherrschung,

aber auch Francisco

aus Kuba zeigt, was man mit

Spannkraft im Körper so machen

kann: An der Stange mit

lässiger Geschmeidigkeit und

im Duo The Liazeed mit seiner

Partnerin Zaida. Die beiden gewannen

beim Zirkusfestival in

Monte Carlo Silber.

Wie Francisco am Pole, so

bewegt sich auch Rostyslav an

den Strapaten in einem eher

weiblicheren artistischen Terrain.

Und das ganz großartig.

Das reicht ihm allerdings

noch nicht. Er singt, tanzt und

spielt auch noch die unterschiedlichsten

Instrumente.

Die Berlinerin Bianca Capri

liebt wie Rostyslav die Höhe

und schwebt am Vertikalseil

elegant und anmutig und mit

atemberaubender Geschwindigkeit

und Präzession. Präzession

ganz anderer Art präsentiert

Donial Kalex. Er vereint

Hand- und Fußjonglagen, die

Narrentum auf Leinwand

Die Fünfte Jahreszeit beginnt!

sein Ausdrucksmittel sind, um

perfekte Illusionen zu erschaffen.

Markus Gimpel und Laurin

sind auch ein cooles Duo. Der

eine kann zaubern und der andere

kann ohne den einen nicht

sprechen. Sehr amüsant und

witzig. Diese Attribute treffen

auch auf den Moderator Sammy

Tavalis zu, der bestens sprechen

kann, aber auch als Musiker

und Komiker das Publikum

begeistert.

Varieté im Bürgerhaus am

Seepark Freiburg, 4. bis 14. November.

Vorstellungen täglich

um 16 und 20 Uhr, sonntags um

15 und 19 Uhr. Weitere Infos:

www.variete-am-seepark.de

Sigrun Köhler und Wiltrud

Baier von der Künstlerinnengruppe

Böller und Brot

gehen in ihrem Dokumentarfilm

„Narren“ dem Zauber

der Rottweiler Fasnet nach.

Seit dem 14. Jahrhundert

gibt es den bunten Umzug

schon. Drei Jahre haben sich

die Filmemacherinnen in das

Treiben in Rottweil hineingestürzt

und die Hintergründe

recherchiert. Herausgekommen

ist dabei das Portrait einer

archaischen Feier um Leben

und Tod mitten im hochindustrialisierten

Deutschland.

Die Kinotour in Anwesenheit

der Regisseurinnen kommt

am 9. November, 18.30 Uhr in

das Friedrichsbau-Kino nach

Freiburg, aber auch in ausgewählte

andere Kinos in der

Region.

Weitere Infos: www.narrenfilm.de

Musik

18 h: Peter Iljitsch Tschaikowsky: „Mazeppa“

. Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten

Bahnhof 2

Kabarett & Comedy

20 h: „Mensch bleiben“ - Christof Sieber.

Parktheater Lahr, Kaiserstraße 107

Musik

19:30 h: Mimanée. KulturBauStelle, Janke und

Kunkel-Straße 1

Theater & Tanz

20 h: Lost Puppy – Korso-OP.Kollektiv. Art‘Rhéna,

Île du Rhin

Literatur

20 h: „Das ist Kunst“ / Poetry-Solo mit

Tausendsassa Ansgar Hufnagel . Theater am

Kastelberg, Bergstr. 8

Sa 13. November

Freiburg

Literatur

10 h: Angelika Klüssendorf, Yevgeniy Breyger,

László Krasznahorkai / 35. Literaturgespräch:

Kurzlesungen mit Gespräch. Literaturhaus

Freiburg, Bertoldstr. 17

15 h: Sasha Marianna Salzmann, Jo Lendle,

Monika Helfer / 35. Literaturgespräch:

Kurzlesungen mit Gespräch. Literaturhaus

Freiburg, Bertoldstr. 17

Musik

20:30 h: „Still Alive“ – Amistat. Schloss-Café

Lorettoberg, Felsenkeller, Kapellenweg 1

Theater & Tanz

19:30 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Fragen an Charlotte“ - Cargo Theater.

Südufer, Haslacher Str. 41

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: Gastspiel: „Black Forest Swing“ von The

Shoo-Shoo. Wallgraben Theater, Rathausgasse

5A

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte .

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen, Herrenstr. 30

Partys

23 h: „Connected“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Vorträge & Gespräche

20 h: „Staatsbürger in Uniform. Das Verhältnis der

Deutschen zu ihrer Bundeswehr“ -

Podiumsdiskussion anlässlich derProduktion

Hannibal. Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

Plaza Culinaria 2021

12.14. November

Messe Freiburg

www.plaza-culinaria.de

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das Musical.

Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Musik

18:30 h: „Winnetou“ – Live-Hörspiel für

Jugendliche. Festspielhaus Baden-Baden, Beim

Alten Bahnhof 2

Kunst

10 h: „Goya und seine Fantasien“ - Wochenende

der Grafik. Fondation Beyeler, Baselstrasse 101

Theater & Tanz

20 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. La Filature, 20 Allée

Nathan Katz

Musik

19:30 h: Augustinum / Die alemannische Antwort

auf Buena Vista Social Club. KulturBauStelle,

Janke und Kunkel-Straße 1

Theater & Tanz

20 h: Lost Puppy – Korso-OP.Kollektiv. Art‘Rhéna,

Île du Rhin

So 14. November

Freiburg

Literatur

11 h: „Die Nibelungen“ - Felicitas Hoppe / 35.

Literaturgespräch: Lesung und Gespräch.

Literaturhaus Freiburg, Bertoldstr. 17

Vorträge & Gespräche

11 h: „Norwegen“ - Walter Steinberg / Mundologia,

Paulussaal, Dreisamstraße 3

14:30 h: „Irak Kurdistan“ - David Lohmüller /

Mundologia, Paulussaal, Dreisamstraße 3

18 h: „Hans Kammerlander“ / Mundologia,

Paulussaal, Dreisamstraße 3

Musik

19 h: „superlight“ / 35. Literaturgespräch:

Jazzkonzert. Literaturhaus Freiburg, Bertoldstr. 17

19:30 h: „Die Welt von Gestern“ – Wiener

Quartette von Franz Schubert / Serenus Quartett.

Historisches Kaufhaus Freiburg, Kaisersaal,

Münsterplatz 24

20 h: Yazz Ahmed / Jazz. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

15 h: Premiere: „Pippi Langstrumpf“. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

16 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

19 h: „Hannibal“ - Dirk Laucke nach Motiven des

Romans von Ödön von Horváth. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

19 h: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

- nach dem Roman von Dita Zipfel. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

Basel

Theater & Tanz

18:30 h: „Il ritorno d’Ulisse in patria“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

13:30 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das

Musical. Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

18:30 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das

Musical. Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Musik

16 h: „Winnetou“ – Live-Hörspiel für Jugendliche.

Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof

2

Kunst

10 h: „Goya und seine Fantasien“ - Wochenende

der Grafik. Fondation Beyeler, Baselstrasse 101

Theater & Tanz

15 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. La Filature, 20 Allée

Nathan Katz

Musik

18:15 h: Trio TIPITINA / Blues, Boogie Woogie,

Rock‘n‘Roll. Orgelbauersaal , Gewerbekanal 1

19:45 h: Trio TIPITINA / Blues, Boogie Woogie,

Rock‘n‘Roll. Orgelbauersaal , Gewerbekanal 1

21:15 h: Trio TIPITINA / Blues, Boogie Woogie,

Rock‘n‘Roll. Orgelbauersaal , Gewerbekanal 1

Mo 15. November

Freiburg

Kunst

19 h: Vernissage: „Wie das Chamäleon sein Talent

gefunden hat“ . Centre Culturel Français Freiburg,

Münsterplatz 11

Theater & Tanz

09 h: „Pippi Langstrumpf“. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

11:30 h: „Pippi Langstrumpf“. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

19:30 h: „Das Gesetz der Schwerkraft“ - Live-

Hörspiel mit Nic* Reitzenstein und Ilja Baumeier.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

Vorträge & Gespräche

19:30 h: „Reinhold Messner“ / Konzerthaus,

Konrad-Adenauer-Platz 1

Historix Tours Freiburg

Historische Stadtführungen

20.11.-22.12.: „Glühwein, Spuk und

Weihnachtsträume“

365 Tage im Jahr, bei jedem Wetter

www.historix–tours.de


44 KULTUR JOKER Veranstaltungen

Gesundheitscampus

Muss jeder Schilddrüsenknoten

operiert werden?

Gesundheitsforum am 29. November im Bürgerhaus Seepark

In Deutschland kommt es bei

jedem dritten Einwohner im

Laufe des Lebens zum Auftreten

von krankhaften Schilddrüsenveränderungen.

Beim

Gesundheitsforum „Muss jeder

Schilddrüsenknoten operiert

werden?“ am Montag,

29. November um 19 Uhr im

Bürgerhaus Seepark (Gerhart-

Hauptmann-Straße 1 in Freiburg)

werden die aktuellen Diagnose-

und Therapieoptionen

vorgestellt. Der Referent Prof.

Dr. Bernhard Rumstadt, Chefarzt

der Chirurgischen Klinik

im Ev. Diakoniekrankenhaus,

steht auch nach seinem Vortrag

für Fragen zur Verfügung. Der

Eintritt ist kostenfrei, aufgrund

der begrenzten Kapazität ist

eine Anmeldung erforderlich

(chirurgie@diak-fr.de).

In vielen Fällen benötigt

man für die Behandlung einer

Schilddrüsenerkrankung keine

Operation, sondern kann eine

konservative Behandlung z.

B. mit Medikamenten durchführen.

Ist eine Operation erforderlich,

wird diese in enger

Abstimmung mit den behandelnden

Nuklearmedizinern,

Endokrinologen, Internisten

und Hausärzten durchgeführt;

dazu gehört auch eine Fortführung

der Kontrolluntersuchungen

nach der Operation

durch die auch vor der Operation

betreuenden Ärzte. „Bei

der Durchführung der Operation

kommt es darauf an, dass

die enorme Bedeutung der

Schilddrüse für den gesamten

Organismus berücksichtigt

wird“, betont Prof. Dr. Bernhard

Rumstadt. Das Schilddrüsenzentrum

im Ev. Diakoniekrankenhaus

Freiburg

bietet das komplette Spektrum

Professor Dr. Bernhard Rumstadt

©Ev. Diakoniekranenhaus

der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen

an

und gehört zu den wenigen

Kliniken in Deutschland, die

auch minimal invasive Schilddrüsenoperationen

nach der

„ABBA-Methode“ durchführen.

Bei dieser Operationsmethode

(ABBA = Axillo-Bilateral-Breast-Approach)

wird

die Schilddrüse über einen 3

cm langen Schnitt im Bereich

der vorderen Achselhöhle sowie

zwei 5 mm Schnitten im

Bereich der Brust (kosmetisch

© Ev. Diakoniekrankenhaus

am günstigsten am Rande der

Brustwarze) durchgeführt.

Diese Operationsmethode hinterlässt

am Hals keinerlei störende

Narben. In dem Vortrag

wird neben den Grundlagen

des Schilddrüsenstoffwechsels

sowohl auf die medikamentöse

Behandlung als auch auf die

möglichen Operationen (inklusive

ausgedehnter Operationen

bei bösartigen Schilddrüsentumoren)

eingegangen.

Basel

19 h: „Metamorphosen“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

20 h: „Der Himmel über Berlin“ - Bruno Bouché

/ Ballett in zwei Akten. La Filature, 20 Allée

Nathan Katz

Di 16. November

Freiburg

Film

19:30 h: „Der marktgerechte Patient“ / Südbad.

Sozialtage. Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

Musik

19 h: „English Lyrik writing“ – Techniken

und Methoden des Songwritings aus der

Musikindustrie. Jazz und Rock Schule Freiburg,

Haslacher Str. 43

Theater & Tanz

19:30 h: „Das Gesetz der Schwerkraft“ - Live-

Hörspiel mit Nic* Reitzenstein und Ilja Baumeier.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

Vorträge & Gespräche

19:30 h: „Reinhold Messner“ / Konzerthaus,

Konrad-Adenauer-Platz 1

Basel

10 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Il ritorno d’Ulisse in patria“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Mi 17. November

Freiburg

Musik

19 h: Klavier bei Goethe. Goethe-Institut Freiburg,

Wilhelmstr. 17

Theater & Tanz

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Theater & Tanz

10 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

19:30 h: „Köche, hört die Signale! Ein kulinarisches

Manifest“ - Tischgespräch mit David Höner.

Buchladen in der Rainhof Scheune, Höllentalstr.

96

Theater & Tanz

15 h: Akim rennt – Compagnie Toit Végétal.

Art‘Rhéna, Île du Rhin

Do 18. November

Freiburg

Literatur

19:30 h: „Das Leben des Vernon Subutex“ -

Heinzl Spagl, Renate Obermaier, Thomas Wenk

/ musikalische Lesung. Centre Culturel Français

Freiburg, Münsterplatz 11

Musik

20 h: BlueFunk Session No.14 – Freiburger Blues

Association e.V. Gasthaus Schiff, Gewölbekeller

Schiff, Schwarzwaldstr. 82

Theater & Tanz

19 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

19 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“. Alemannische

Bühne, Gerberau 15

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Musik

20:30 h: La Perla / Rap. Kaserne Basel,

Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

10 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

20 h: Wolfgang Haffner‘s Dreamband.

Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof

2

Fr 19. November

Freiburg

Film

19:30 h: „Brot und Rosen“ / Südbad. Sozialtage.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

Kunst

20 h: Vernissage: Herdermer Kunst in Szene 2021.

Weiherhof Schule, Schlüsselstraße 5

Musik

20 h: „Gillhaus Jubiläumskonzert“ - Andrea

Toffanelli & Kilian-Heitzler-Bigband . E-Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: Bassekou Kouyate / Weltmusik. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

19:30 h: „Dido und Aeneas“ - von Henry Purcel.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: Deutschsprachige Erstaufführung:

„Damaskus 2045“ von Mohammad Al Attar .

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „König Richard der Dritte“ / Frei nach

Shakespeare von und mit Bernd Lafrenz. E-Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

Basel

Musik

21:30 h: Lyra Pramuk / Electronica. Kaserne

Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

10 h: „Die Rote Zora und ihre Bande“. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

18 h: „Der Räuber Hotzenplotz“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19 h: „Die Zauberflöte“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

20 h: The Michael Jackson Tribute Live

Experience. Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Kabarett & Comedy

20 h: „aber witzig“ - HG.Butzko . Aula des

Fürstenberg Gymnasiums, Humboldtstraße 1

Musik

20 h: Jazzclub Ja-ZZ Rheinfelden: „Remembering

Chris Barber“ - John Service&Friends. Schützen

Kulturkeller, Bahnhofstr. 19

19:30 h: „Gioachino Rossini: Petite Messe

solennelle“ - Kammerchor Staufen.

KulturBauStelle, Janke und Kunkel-Straße 1

Theater & Tanz

20 h: „Drei Männer im Schnee“ - nach Erich

Kästner. Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

Sa 20. November

Freiburg

Film

19:30 h: „Malala: Ihr Recht auf Bildung“ / In

Kooperation mit P.A.K.T.e.V. zum Projekt

„Pieces of Peace“. Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

Literatur

20 h: „Sprachgewalt. Missbrauchte Wörter und

andere politische Kampfbegriffe“ - Lesung von und

mit David Ranan. Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

Musik

15:30 h: Chor-Workshop für Jugendliche mit

dem Jugend-Pop-Chor der Jazz & Rock Schulen

Freiburg. Jazz und Rock Schule Freiburg,

Haslacher Str. 43

20 h: „Musiquebaroque à trois“ Sonja Kanno–

Landoll (Traversflöte, Blockflöte), Ulrike


Veranstaltungen KULTUR JOKER 45

Wettach–Weidemaier (Blockflöte), Katrin Ziegler

(Barockcello). St. Martin Kirche, Rathausgasse 3

20 h: „Friede, Freude, Götterfunken“ - UNDUZO.

E-Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: The Teddyshakers / Rock. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

19 h: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

- nach dem Roman von Dita Zipfel. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

19:30 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „Leonce und Lena“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „König Richard der Dritte“ / Frei nach

Shakespeare von und mit Bernd Lafrenz. E-Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte .

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen, Herrenstr. 30

Partys

23 h: „In The Mix“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Messen & Märkte

11 h: Freiburger Spielzeugbörse . Messe Freiburg,

Hermann-Mitsch-Str. 3

Basel

Theater & Tanz

16 h: „Der Räuber Hotzenplotz“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: „La traviata“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Vorträge & Gespräche

14 h: Männlichkeit(en) im Wandel: Host Club .

Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Andere Orte

Musik

18 h: Elīna Garanča – Lieder- und Arienabend.

Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof

2

Theater & Tanz

19 h: SoulDance – The Show / von und mit Robert

Beitsch. Kurhaus Baden-Baden, Kaiserallee 1

Musik

19:30 h: „A la dolce ombra - Im süßen Schatten“

- Consort for Several Friends . KulturBauStelle,

Janke und Kunkel-Straße 1

Theater & Tanz

20 h: „Drei Männer im Schnee“ – nach Erich

Kästner. Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

So 21. November

Freiburg

Allgemein

19:30 h: Reinhold-Schneider-Preis: Verleihung

des Kulturpreises der Stadt Freiburg . Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

Film

19:30 h: „Das neue Evangelium“ / Südbad.

Sozialtage. Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

Literatur

20 h: „Der Jäger und sein Meister“ - Rocko

Schamoni. E-Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

Musik

19 h: Jazzaffair. Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr.

1

Theater & Tanz

11 h: „Pippi Langstrumpf“. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

15:30 h: „Tranquilla Trampeltreu“ - Cargo-

Theater, für Kids ab 4 Jahren. E-Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

16 h: „Die wärmsten Jahre“ . Theater im

Marienbad, Marienstr. 4

18 h: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

- nach dem Roman von Dita Zipfel. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

19 h: „Damaskus 2045“ von Mohammad Al Attar.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Theater & Tanz

18:30 h: „Cow“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

18:30 h: „Un sentiment de vie“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

14:30 h: „Kanaren“ - Stefan Erdmann /

Mundologia, Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen,

Stuttgarter Str. 30

18 h: „Rocky Mountains“ - Anita Burgholzer

& Andreas Hübl / Mundologia, Kultur- und

Bürgerhaus Denzlingen, Stuttgarter Str. 30

Musik

17 h: Belcea Quartett. Festspielhaus Baden-

Baden, Beim Alten Bahnhof 2

Literatur

11 h: „Schnee - Eine Erzählung von Daniel

Kehlmann“ / Doris Wolters (Lesung), Lambert

Bumiller (Klavier). Buchladen in der Rainhof

Scheune, Höllentalstr. 96

Theater & Tanz

18 h: „NippleJesus“ ein Theaterstück von Nick

Hornby. Dreiländermuseum, Basler Str. 143

Mo 22. November

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „La fille mal gardée“ / Ballett. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Di 23. November

Freiburg

Musik

20 h: 1. Sinfoniekonzert: Werke von Wolfgang

Amadeus Mozart und Joseph, Haydn .

Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1

20 h: Simin Tander / Jazz. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „Hedda Gabler“ - Henrik Ibsen. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

Andere Orte

20 h: Ersatz – Collectif aïe aïe aïe. Art‘Rhéna,

Île du Rhin

Mi 24. November

Freiburg

Film

19:30 h: Filmpremiere: „Route 4 - A Dreadful

Journey“. Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

Theater & Tanz

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „Hedda Gabler“ - Henrik Ibsen. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

Vorträge & Gespräche

19 h: Freiburger Umweltgespräche. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Andere Orte

Musik

20 h: „Eure liebsten Lieder“ – basta. Gloria-

Theater, Friedrichstr. 21

Vorträge & Gespräche

18:30 h: „Das Werk von Goya“ - Vortag von Juliet

Wilson Bareau (Französisch). Fondation Beyeler,

Baselstrasse 101

Musik

20 h: Vagabund / Klezmerband . Parktheater Lahr,

Kaiserstraße 107

Theater & Tanz

20 h: Ersatz – Collectif aïe aïe aïe. Art‘Rhéna,

Île du Rhin

Do 25. November

Freiburg

Literatur

19:30 h: Literarisches Werkstattgespräch:

Offene Textwerkstatt. Literaturhaus Freiburg,

Bertoldstr. 17

Musik

20 h: TTR – Freiburger Blues Association

e.V. Gasthaus Schiff, Gewölbekeller Schiff,

Schwarzwaldstr. 82

Theater & Tanz

10 h: „Corpus Delicti“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

19:30 h: „Dido und Aeneas“ - von Henry Purcel.

Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

20 h: „Hedda Gabler“ - Henrik Ibsen. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Un sentiment de vie“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Fr 26. November

Freiburg

Musik

19 h: El Flecha Negra / Weltmusik. Jazzhaus

Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ - Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: Gastspiel: „Life-ToHuWaBoHu…für immer?“

von und mit Camilla Kallfaß. Wallgraben Theater,

Rathausgasse 5A

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

Partys

23 h: „Panda Party“ . Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Basel

Musik

21 h: Anouchka Gwen / Support: Svmthox, R&B/

Pop. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Theater & Tanz

19:30 h: „La traviata“ / Oper. Theater Basel,

Bitte beachten Sie die Hygiene– und

Voranmelderegelungen sowie

eventuelle Absagen

Weitere aktuelle Termine finden Sie im

Online–Veranstaltungskalender unter:

www.kulturjoker.de

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das Musical.

Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Musik

19 h: Pablo Heras-Casado: Schubert und

Berlioz. Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten

Bahnhof 2

Literatur

19:30 h: „Horvath und die verschwundenen

Schüler Des Lehrers zweiter Fall“ - Lesung

mit Marc Hofmann. Buchladen in der Rainhof

Scheune, Höllentalstr. 96

Musik

20 h: Goeschehobel / Alemannischer Folkrock.

Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

Momente aus der Zeit

Claudia Michel ist von der

Autorin Patricia Highsmith

inspiriert. Ihre Serie „what

remains“ beschäftigt sich mit

Bildmaterial aus einem Videointerview

mit der Schriftstellerin.

Die Screenshots wurden

graphisch und malerisch weiterverarbeitet

und setzen die

scheinbar alltäglichen Gesten

so in neue Kontexte. Im Rahmen

der Reihe „the time after“

des Merdinger Kunstforums

wird die Ausstellung Claudia

Michels am 14. November, 11

Uhr im Haus am Stockbrunnen

eröffnet. Zur Finissage am

Identitätsfragen

Körperlichkeit und Glaube

kommen in der Tanzperformance

„In uns bewegt“ zusammen.

Das Tanztheaterkollektiv

Quizzical Körper zeigt

unter der cheoreografischen

Leitung von Rebecca Mary

Narum fünf Tänzer*innen,

eine Choreografin und eine

Theologin in neugieriger

(Selbst-)Konfrontation. Der

Kirchenraum als Architektur

und Klangraum bietet den

Ausgangspunkt der Entdeckung.

Entsprechend findet

die Performance in der Kirche

Heilige Familie in Freiburg

statt. Ein Publikumsgespräch

im Nachgang widmet sich

den aufgeworfenen Fragen

Merdingen

12. Dezember, 18 Uhr findet

ein Künstlergespräch statt.

Am 27. November, 16–18 Uhr

wird die Künstlerin ebenfalls

anwesend sein. Öffnungszeiten:

Samstags, 16–18 Uhr

und sonntags, 12–18 Uhr.

Kirchenraum, Körperraum

Konflikt um den Grill

Foto: Claudia Michel

Freiburg

Charlotte Salomon war im

südfranzösischen Exil als sie

1940 ihr Werk „Leben? Oder

Theater?“ begann. Expressionistische

Textbilder in comichaften

Transformationen

wurden zu einer ganz eigenen

Lebenswelt, die nun in

einer Performance des Cargo

Theaters erkundet werden

soll. „Fragen an Charlotte“

heißt die Darbietung, die vier

Künstler*innen aus dem Bereich

Tanz, Musik, Schauspiel

und Lichtdesign in Konfrontation

mit den Themen aus

Salomons Leben zeigt: Heimat,

Identität, Ausgrenzung.

Salomon wurde 1943 in Ausschwitz

ermordet. Ein Stück,

das multimedial zwischen

Text, Bild, Klang und Schauspiel

verfährt und zum Nachdenken

bringt. Aufführungen

vom 11.–13. November, jew.

20 Uhr im Südufer.

Freiburg

und einem inspirierten Dialog.

Aufführungen am 20./21.

November, 19 Uhr.

Foto: Jürgen Gocke

Freiburg

„Extrawurst“ bedeutet die

kritische Auseinandersetzung

um einen Grill. Als das türkische

Mitglied eines Vereins

um einen eigenen Grill bietet,

um nicht vom Schweinefleischgrill

essen zu müssen,

entbrennt eine hitzige Debatte

um die Rechte von Minderheiten.

Dabei verschwimmen

nicht nur die Grenzen zwischen

„rechts“ und „links“,

sondern auch die von „vertraut“

und „fremd“.Die beliebte

und bissige Komödie

von Dietmar Jacobs und Moritz

Netenjakob kommt wieder

ins Wallgraben Theater Südwest.

Premiere der Wiederaufnahme:

3. November, 20

Uhr. Weitere Aufführungen

im November fast täglich,

jew. 20 Uhr. Für Ausnahmen:

www.wallgraben-theater.com

Foto: Mathias Lauble


46 KULTUR JOKER Veranstaltungen

Sound- und Wortmix

Tausendsassa macht seinem Namen

alle Ehre. Mit Rap fing der

Freiburger Künstler Ansgar Hufnagel

an, kam aber bald in die

Poetry Slam Szene und kombiniert

mittlerweile beides tollkühn

miteinander. Nach 15 Jahren, 500

Auftritten und vielen Projekten

gibt er nun vor allem auf der Poetry-Rap-Schiene

richtig Gas und

nimmt sich großen Themen an,

etwa der Schnelllebigkeit unserer

heutigen Zeit. Alltägliche Themen

gehen in seinen eingängien

Der Zirkus kehrt zurück!

Nach Renovierungsarbeiten

öffnet das Haus der Jugend

wieder und bietet ein buntes

Programm. Ein Highlight ist

sicher das „RegioZirkusSpektakel“,

das der Circus Harlekin

am 5. November, 19 Uhr und

am 6. November, 17 Uhr veranstaltet.

Für sein neugieriges

Format entwickelte der Zirkus

ein abwechslungsreiches Programm

aus selbst kreierten

artistischen Darstellungen mit

Trapez, Akrobatik, Jonglage

oder Roue Cyr. Jung, frech und

unkonventionell zeigt sich der

Klangwelten in Staufen

Die KulturBauStelle bietet im

November wieder ein vielseitiges

Programm. Besondere Highlights

sind im kommenden Monat

die Musical-Matinée „Zwei wie

Romeo und Julia“ (7. November,

11 Uhr) sowie das Programm

„A la dolce ombra – im süßen

Schatten“ mit dem Consort for

Several Friends, das am 20. November,

19.30 Uhr Klangwelten

In der abendfüllenden Tanz-

Produktion „Fall Into Place

oder was wa(h)r ist“ von

Laura Heinecke begeben

sich drei Tänzer*innen, zwei

Autor*innen, ein Sound-Designer

sowie zwei Licht- und

Videokünstler auf eine multimediale

Wahrheitssuche. Interdisziplinäre

Schnittstellen

zwischen Tanz und Text sowie

Video-Projektion und Körper,

begleitet von atmosphärischen

Sound-Texturen, fragen nach

Freiburg

Sound- und Wortmix ein und

kommen als griffige Songs in allen

Ohren an. Am 11. November,

20.30 Uhr kommt er mit seinem

neuen Programm „Das ist Kunst“

ins E-Werk Freiburg.

Foto: Katharina Schillinger

Freiburg

Zugriff auf klassische Inhalte

der vielfältigen Zirkuskunst. Es

präsentieren sich Gruppen aus

Bad Boll, Staufen, Müllheim

und Freiburg.

Foto: Marc Doradzillo / Zirkus Faustino-

Staufen

Freiburg

der Blockflötenliteratur aufzeigt.

Die alemannische Antwort auf

den Buena Vista Social Club

geben Augustinum hingegen

am 13. November, 19.30 Uhr

und das Cécile Verny Quartet

begeistert in gewohnter Qualität

am 27. November, 19.30 Uhr das

Publikum auf der Staufener KulturBauStelle.

Weitere Infos: www.

kulturbaustelle-staufen.de

Von dir, von mir, von uns...

Freiburg

der Wahrhaftigkeit im Moment,

nach der Rezeption, der

Perspektive und der Beleuchtung

der Wahrheiten. Das

Stück erzählt von mir, von dir,

von ihr, von uns, von vielen

Menschen in unserer Zeit auf

ungewöhnliche Weise.

Die Premiere im Februar 2021

konnte nur im Livestream gezeigt

werden. Live-Premiere:

4. November, 20 Uhr im E-

Werk. Weitere Termine: 5. und

6. November, je 20 Uhr.

Foto: Dieter Hartwig

Sa 27. November

Freiburg

Film

19:30 h: „Stummfilm“ - Am Klavier: Günter

A. Buchwald. Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

Musik

15 h: Adventssingen: Weihnachtliches Einstimmen

auf dem Theatervorplatz. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

20 h: Kytes / Pop. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

19:30 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

20 h: „Anne-Marie die Schönheit“ - von Yasmina

Reza mit Robert Hunger-Bühler. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

20 h: „Corpus Delicti“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: „Herr und Knecht“. Theater der Immoralisten,

Ferdinand-Weiß-Str. 9-11

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ - Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: Gastspiel: „Astor Piazzolla - Mehr Tango geht

nicht!“ von und mit Cordula Sauter. Wallgraben

Theater, Rathausgasse 5A

20:15 h: „De dressierte Ma“. Alemannische Bühne,

Gerberau 15

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte .

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen, Herrenstr. 30

Partys

23 h: „Connected“. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Die Physiker“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: Premiere: „Die Nase“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

13:30 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das

Musical. Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

20 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das Musical.

Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Musik

18 h: Yuya Wang und Gautier Capuçon: Virtuose

Cellosonaten. Festspielhaus Baden-Baden, Beim

Alten Bahnhof 2

Theater & Tanz

21 h: 19. Argentinische Tango-Nacht. Kurhaus

Baden-Baden, Kaiserallee 1

Musik

20 h: Singer Pur – Klingbilder - Bilderklang.

Donauhallen Donaueschingen, Strawinsky Saal,

An der Donauhalle 2

19:30 h: „Of Moons and Dreams“ - Cécile Verny

Quartet. KulturBauStelle, Janke und Kunkel-

Straße 1

Theater & Tanz

20 h: „Drei Männer im Schnee“ – nach Erich

Kästner. Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

So 28. November

Freiburg

Musik

11 h: 2. Kammerkonzert: Werke von Joseph

Haydn, Dmitrij Schostakowitsch und Franz

Schubert . Theater Freiburg, Bertoldstr. 46

Theater & Tanz

18 h: „Anne-Marie die Schönheit“ - von Yasmina

Reza mit Robert Hunger-Bühler. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

19 h: „Platonow“ - Anton Tschechow. Theater

Freiburg, Bertoldstr. 46

Basel

Theater & Tanz

14 h: „Mom, I am no longer black“ - Marilú

Mapengo Námoda / Performance. Kaserne Basel,

Klybeckstr. 1b

16 h: „Der Räuber Hotzenplotz“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

18:30 h: „La fille mal gardée“ / Ballett. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

18:30 h: „Tommy Tailors Traumfabrik“ - Das

Musical. Gloria-Theater, Friedrichstr. 21

Musik

11 h: Isata Kanneh-Mason – Sonntags-Matinee.

Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof 2

20 h: Naturally 7 / Band- und Orchester-Sound.

Kurhaus Baden-Baden, Kaiserallee 1

20 h: „Violonssonaten von Brahms, Debussy und

George Enescu“ - Sabin Penea, Rio Ymashi /

Denzlinger Kulturkreis e.V.. Kultur- & Bürgerhaus

Denzlingen, Lothar-Fischer Saal, Stuttgarter

Str. 30

Literatur

18 h: „Säwentitu“ - Interaktive Lesung mit Bea

von Malchus. Kulturzentrum Nellie Nashorn,

Tumringer Str. 248

Musik

18 h: Adventlich, weihnachtliches Kirchenkonzert

der Markgräfler Bezirkskantorei . Ev. Stadtkirche

Müllheim, Wilhelmstr. 17

Theater & Tanz

18 h: Drei Männer im Schnee – nach Erich

Kästner. Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

Mo 29. November

Freiburg

Musik

20 h: Alli Neumann / Pop. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Die Mühle von Saint Pain“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Di 30. November

Freiburg

Film

19:30 h: Kurzfilmprogramm: „White“ / „Astroblack“

/ „7 Momens of Obvilion“. Kommunales Kino

Freiburg, Urachstraße 40

Literatur

19:30 h: „Die SWR-Bestenliste“ - mit Helmut

Böttiger, Jutta Person und Jan Wiele, moderiert

von Carsten Otte. Literaturhaus Freiburg,

Bertoldstr. 17

Theater & Tanz

10 h: „Corpus Delicti“ . Theater im Marienbad,

Marienstr. 4

20 h: „Extrawurst“ von Jacobs & Netenjakob.

Wallgraben Theater, Rathausgasse 5A

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „La traviata“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Vorträge & Gespräche

19:30 h: „Regenbogenfamilie: Queere

Verwandtschaften und Co-Parenting“ /

feministischer salon basel: Maria von Känel, Gini

Bermond u.a.. Kaserne Basel, Klybeckstr. 1b

Moderne Erkundungen

Die Art‘Rhena zeigt ein außgerwöhnliches Programm im November

Theaterliebhaber*innen stoßen

im November auf ein vielseitiges

Theaterprogramm in

der Art’Rhena auf der Rheininsel.

Den Auftakt im November

gibt Peter Valance am 6.

November, 20 Uhr mit seiner

„Grand Magic Show“, bei der

er seine Zuschauer*innen garantiert

verzaubern wird. An

gleich zwei Tagen, am 12.

und 13. November, je 20 Uhr,

präsentiert das Korso-Op.Kollektiv

das außergewöhnliche

Stück „Lost Puppy“, das mal

als Spielshow, dann als Peepshow,

Theater, Performance

oder Multimedia-Kunst Themen

rund um Werte, Dominanz

und Abhängigkeiten in

der Welt des freien Marktes

aufgreift. Hochkarätiges Objekttheater

bietet die Compagnie

Toit Végétal am 17. November,

15 Uhr. Erzählt wird

die bewegende Geschichte von

Migrant*innenkindern anhand

eines kleinen Jungen, der vor

Krieg und Gewalr aus seinem

Dorf fliehen muss. Am 23.

und 24. November, je 20 Uhr

inszenziert das Collectif Aïe

Aïe Aïe in „Ersatz“ eine mögliche

Vision des Menschen in

der Zukunft. Eine Hybridfigur,

die auf der Bühne einer menschenähnlichen

Silhouette

gleichend, stillschweigend die

virtuelle Realität untersucht.

Weitere Infos: www.artrhena.eu

Das Korso-Op-Kollektiv präsentiert „Lost Puppy“

Foto: Korso-Op.Kollektiv


Veranstaltungen KULTUR JOKER 47

Abenteuergeschichten, Länderportraits

und Naturdokumentationen

Die Mundologia-Reihe im November

Iris Kürschner und Dieter Haas zeigen in Ihrem Vortrag „GTA – Zu Fuß durch die Alpen“ beeindruckende

Bilder

Foto: Kürschner und Haas

Am 1. November präsentiert

die MUNDOLOGIA-Reihe

im Kultur- & Bürgerhaus

Denzlingen um 14 Uhr den

Live-Vortrag von Maximilian

Semsch „Mit dem E-Bike

durch Deutschland“. In seinem

humorvollen und bildgewaltigen

Vortrag gelingt es ihm

bestens, den Besuchern die

Schönheit und Vielseitigkeit

Deutschlands sowie die Reize

einer Radreise zu vermitteln.

Um 17:30 Uhr geht es mit Erik

Peters auf dem Motorrad in die

wilde und zugleich von romantischer

Schönheit geprägten

Landschaft Schottlands.

Am 14. November, 11

Uhr im Paulussaal Freiburg

nimmt Walter Steinberg die

Zuschauer*innen mit auf eine

Reise in das wilde Norwegen,

gefolgt von der eindrucksvollen

Reportage von David

Lohmüller „Irak – Eine Reise

ins unbekannte Kurdistan“

Als Highlights der MUNDO-

LOGIA-Reihe im November

sind gleich zwei Bergsteigerlegendenzu

Gast. Hans Kammerlander

berichtet am 14.

November, 18 Uhr von seiner

Rückkehr nach 26 Jahren zum

8163 Meter hohen Manaslu in

Nepal, jenem Berg, auf dem er

seine schmerzvollste Tragödie

erlitt. Er berichtet von den

Herausforderungen an seinem

Schicksalsberg, von kleinen

Geschichten am Rande, von

großen Emotionen und den eigenen

Fehlern.

Reinhold Messner präsentiert

am 15. und 16. November

im Konzerthaus Freiburg

seine neue Live-Show „Nanga

Parbat - Schicksalsberg“. Unter

Alpinisten gilt der Nanga Parbat

als einer der am schwierigsten

zu besteigenden Berge

der Erde.

Atemberaubende Natur und

kulturelle Vielfalt lässt sich am

21. November in Denzlingen

entdecken. Stefan Erdmann

zeigt um 14.30 Uhr in seinem

Live-Vortrag „Kanaren 27°

29° N – Acht Inseln – Acht

Welten“ die unterschiedlichen

Landschaften und die erstaunliche

Vielfalt an Klimazonen,

Tier- und Pflanzenarten. Fasziniert

war Erdmann auch vom

Brauchtum und den Traditionen

der Kanarios. Erdmann

war mit seinen Kameras bei

dutzenden Fiestas mittendrin.

Eine Frau singt

Camilla Kallfaß im Wallgraben Theater Südwest

Danach nehmen uns Anita

Burgholzer & Andreas Hübl

um 18 Uhr mit, dorthin, wo

die Landschaft noch wild ist

und der Mensch eine unbändige

Freiheit abseits des hektischen

Alltags erleben kann.

Mitreißend berichtet das sympathische

Paar aus Österreich

in seinem Vortrag „Rocky

Mountains“ von der abenteuerlichen

Radreise durch die

grandiose Wildnis Nordamerikas,

vom einfachen Leben im

Sattel, körperlichen Herausforderungen

und spannenden

Begegnungen.

Am 22. November, 19.30

Uhr geht es im Bürgerhaus

am Seepark in Freiburg weiter.

Kostya Abert führt eine

Reisemobilgruppe auf dem

Landweg nach Australien und

wird unterwegs vor große Herausforderungen

gestellt. Iris

Kürschner und Dieter Haas

geben in Ihrem Vortrag „GTA

– Zu Fuß durch die Alpen“

am 23. November, 19.30 Uhr

mit beeindruckenden Bildern

einen Einblick in einige der

schönsten Winkel der Alpen.

Weitere Infos und Karten:

www.mundologia.de

Antikes Spielzeug und mehr Freiburg

Die Freiburger Spielzeugbörse

findet am Samstag, 20.

November, von 11 bis 16 Uhr

endlich wieder auf der Freiburger

Messe statt. Private

Aussteller*innen und professionelle

Händler*innen bieten

an rund 150 Ständen ein

gut sortiertes Angebot: Modelleisenbahnen,

Modellautos,

Blechspielzeug, Puppen,

Plüschtiere und einzigartige

Raritäten. Wer auf der Suche

nach entsprechender Literatur,

Zubehör oder Ersatzteilen ist,

wird hier ebenfalls fündig.

Für Modelleisenbahnen steht

sogar eine Teststrecke zur

Verfügung. Und wer selbst

noch einen Spielzeugschatz

Die Freiburger Puppenbühne

spielt im November gleich

zwei Stücke in Freiburg.

„Kasper und der Pirat der sieben

Meere“ gibt’s für Kids ab

4 Jahren auf dem Podium der

Harmonie-Kinos und erzählt

ein spannendes Seeräuber-

Abenteuer mit Kasper, Bello,

listigen Piraten, einem

verarmten König und einem

Schatz. (2./3./5./17./24.11., je

14.30 und 16 Uhr).

Am 7. November, 11 und 12.30

Uhr zeigt die Freiburger Puppenbühne

außerdem „Kasper

und das kleine Schlossgespenst“,

bei dem Kids ab 4

Jahren in die Welt der Burg

Eulenfeld eintauchen. Spurlos

verschwindet dort ein Schatz

nach dem anderen! Der verzweifelte

Graf denkt schon an

den Verkauf seiner Burg, doch

besitzt, kann bei Fachleuten

vor Ort mehr über das Stück

erfahren und den aktuellen

Wert bestimmen lassen.

Weitere Infos: www.freiburger-spielzeugboerse.de

Foto: Freiburger Spielzeugbörse

Piraten und Gespenster

Balduin der Pinguin

Das Happy End Figurentheater

Susanne End spielt am

Samstag, 13. November, 16

Uhr im Haus der Jugend das

Figurentheaterstück „Balduin

der Pinguin“ für Kids ab

4 Jahren. Im Zoo von Buxtehude

geht es rund. Balduin

der Pinguin weigert sich, den

Kindern seine berühmten

Kunststücke vorzuführen.

Dafür singt er Tag und Nacht

Freiburg

da kommt plötzlich das kleine

Schlossgespenst ins Spiel!

Tickets: www.freiburger-puppenbuehne.de

Foto: Freiburger Puppenbühne

Freiburg

Balzlieder und geht den anderen

Zoobewohnern ziemlich

auf die Nerven. Balduin

träumt nämlich davon, zum

Südpol auszuwandern, dort

ein Weibchen zu finden und

Papa zu werden. Die anderen

Tiere halten ihn für verrückt,

aber er lässt sich durch nichts

von seinen Plänen abbringen.

Karten: HdJ: 0761/7919790.

Sie lädt ein zu ihrer Musical-

Comedy unter dem Titel „Life-

ToHuWaBoHu... für immer?“

und beschäftigt sich mit der

Totalkatastrophe. Eine Frau.

Mann weg. Job weg. Aber sie

kämpft und steht schon wieder,

nur um zu fallen, tief,

nur um wieder aufzustehen.

Und dann singt sie auch noch,

tanzt und liebt schließlich

wieder. Dazwischen: vegetarische

Metzgerinnen, lüsterne

Gurus, steppende Nonnen und

schüchterne Freier. Mit Musikhits

zwischen Operette bis

Afrodance. Premiere: 26. November,

20 Uhr. Weitere Aufführungen:

27./28. November,

20 Uhr im Gasthaus Löwen in

Neuried-Ichenheim.

Foto: Jürgen Jakszentis

Foto: Susanne End und Michael Bögle


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