Männergesundheit

Mediaplanet.Oesterreich

Männer sind bekannt dafür, sich zu wenig um ihre Gesundheit zu kümmern. Das hat verschiedene Gründe – ein wesentlicher ist aber ein genereller Unwille zur Vorsorge. Glücklicherweise zeigt sich vor allem bei der jüngeren Generation, dass vor allem über Dialog und Wissensaufbau im Gesundheitsbereich dieser Trend umgekehrt werden kann. Mit dieser Kampagne eröffnen wir das Gespräch erneut und sprechen die Themen an, die bei der Männergesundheit besonders wichtig sind.

Special Feature:

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Eine Kampagne für mehr Dialog unter Männern

zum Thema Gesundheit.

Lesen Sie mehr auf www.dergesundheitsratgeber.info/maennergesundheit

Männergesundheit

FOTO: FREDDIE DOBBS FOR THE DISTINGUISHED GENTLEMAN’S RIDE

Was Motorräder

mit Prostatavorsorge

zu tun

haben

Mann & Gesundheit

Ein schwieriges Verhältnis:

Warum Gesundheit für

Männer immer noch ein

Tabuthema ist.

Movember

Was die internationale

Initiative für mehr

Awareness so

besonders macht.


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2 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

VORWORT

Männergesundheit ist

mehr als Prostata allein

78:83!

Nein, das ist nicht der Endstand eines Basketballspiels;

das sind die unterschiedlichen Lebenserwartungen

von Männern und Frauen in Österreich im Jahr 2021 – und die Frauen

„gewinnen“ mit fünf Jahren Vorsprung.

Prof. Dr. Michael

Eisenmenger

Präsident

Österreichische

Gesellschaft für

Mann und Gesundheit

Weitere

Informationen unter

www.mann-undgesundheit.at

FOTO: FOTO WILKE

Woher kommt dieser Unterschied?

Ist dieser Unterschied

„gottgewollt“ oder

biologisch erklärbar? Marc

Luy ist in der Klosterstudie

der Frage nachgegangen, ob Nonnen und

Mönche eine andere Lebenserwartung haben

als Frauen und Männer der Allgemeinbevölkerung.

Gemäß dieser Studie leben Nonnen und

Frauen der Allgemeinbevölkerung annähernd

gleich lang, dicht gefolgt von Mönchen. Deutlich

abgeschlagen sind Männer der Allgemeinbevölkerung,

die im Schnitt sechs Jahre

kürzer leben als die beiden Frauengruppen

und bis zu viereinhalb Jahre kürzer als Mönche.

Diese Differenz scheint ihre Gründe in

den voneinander abweichenden Lebensstilen

der beiden Männergruppen zu haben.

Bereits 2003 ging Hans-Uwe Eickenberg,

Urologe in Bielefeld, Deutschland, den

Fragen nach, warum Männer eine geringere

Lebenserwartung haben und warum sie häufiger

von Haupttodesursachen, wie Herz- und

Lungenerkrankungen, Krebs, Zuckerkrankheit,

Suizid, Unfälle und Mord, betroffen

sind. Die Erklärung für dieses Phänomen

lieferte Eickenberg mit biologischen und

genetischen Faktoren sowie mit gesellschaftlichen

Veränderungen wie der Industrialisierung.

In seiner Arbeit kritisierte Eickenberg

auch die Vernachlässigung des Mannes in der

medizinischen Forschung.

Aber nicht nur Eickenberg beschäftigte

sich mit der kürzeren Lebensdauer des

Mannes. In der Ausgabe 41/2014 des PROFIL

befasste sich Gernot Bauer in seinem Artikel

„Wie die Politik die Probleme der Männer ignoriert“

mit diesem Thema. Neben der niedrigeren

Lebenserwartung wirken sich laut

Bauer die höhere Suizidgefahr, das größere

Risiko arbeits- oder obdachlos zu werden,

die höhere Inzidenz von Krebserkrankung,

Herzinfarkten und Lungenerkrankungen

sowie der geringere Anteil an den Hochschulen

negativ auf die durchschnittliche

Lebenserwartung des Mannes aus. Wenn

man bedenkt, wie eng Gesundheitsverhalten

mit Bildung und Ausbildung verknüpft sind –

Pflichtschulabsolventen weisen eine doppelt

so hohe Sterblichkeit auf als Hochschulabsolventen

– müssen auch folgende Fakten und

Zahlen nachdenklich stimmen: europaweit

sind zwei Drittel der Schulabbrecher Burschen,

und nur 40% aller Universitätsabsolventen

Männer.

Was muss sich ändern?

Der 1. Deutsche Männergesundheitsbericht

stellte 2010 fest, dass für die Verbesserung

der gesundheitlichen Lage von Männern die

Sterblichkeitsrate bei Lungenkrebs, Bluthochdruck

und Gefäßerkrankungen von

Herz und Gehirn gesenkt werden muss.

Darüber hinaus gilt es, vor allem das Gesundheitsverhalten

der Männer, z. B. in Hinblick

auf Vorsorgeuntersuchungen, zu beeinflussen.

Männern und Frauen soll gleichermaßen

ein barrierefreier Zugang zu Gesundheitsförderung

ermöglicht werden. Als Perspektiven

entwarfen die Verfasser mehrere

Schwerpunkte für die Weiterentwicklung

der Männergesundheit: Intensivierung der

Männergesundheitsforschung, Präventionsangebote,

die besser auf die Bedürfnisse von

Männern ausgerichtet sind, Etablierung der

Männermedizin und Verringerung männerspezifischer

Gesundheitsrisiken.

Was ist nun Männergesundheit?

Männergesundheit allein auf Erkrankungen

der Sexualorgane, also auf Urologie

und Andrologie, zu reduzieren, greift zu

kurz. Peter Kölln, Arbeitsmediziner aus

Bremen, schreibt in seinem Buch „Männer

im Betrieb(s)Zustand! Der Praxisratgeber

zur Männergesundheit“: „Männergesundheit

definiert sich über spezifische körperliche

Organe (Penis, Hoden, Prostata), über

spezifische soziale und kulturelle Bedingungen

des Aufwachsens und Lebensvollzugs

von Jungen und Männern sowie über den

genderbezogenen spezifischen Umgang mit

Gesundheit. […] Diese Definition zeigt, dass

es bei der ‚Männergesundheit‘ um mehr geht

als um Urologie. Als ginge es beim Mann ausschließlich

um Sexualität, Fortpflanzung und

das männliche Geschlechtshormon Testosteron.

Der Themenkomplex Männergesundheit

weist jedoch mehrere Dimensionen auf.“

Wo sind demnach die Schwerpunkte bei

der Männergesundheit zu setzen?

Männergesundheit bzw. männliches Gesundheitsverhalten

schließt neben Prostata und

anderen männlichen Sexualorganen auch

jene Organsysteme ein, die beim Mann

aufgrund genetischer und biologischer

Faktoren stärker von Erkrankungen betroffen

ist. Daher sind Information und Aufklärung

über einen gesunden Lebensstil mit Bewegung

und richtiger Ernährung, das Zulassen

von Trauer und Schmerz, Akzeptanz fremder

Hilfe sowie die Erkennung von psychischen

Problemen und Burn-out die vordringlichsten

Aufgaben. Außerdem müssen zur

Verbesserung der Prävention geeignete

Angebote entwickelt werden. Die zentralen

Themen sind hier Übergewicht, Risikoverhalten,

Depression und die Früherkennung des

Prostatakrebs. Dabei muss auch Rücksicht

auf das männliche Selbstbild und das

individuelle Rollenverständnis genommen

werden. Jedenfalls muss die auseinanderklaffende

Schere der Lebenserwartung

zwischen Frau und Mann geschlossen

werden.

FOTO: CHUTTERSNAP/UNSPLASH

Was ist Gicht?

Erhöhte Harnsäure im Blut kann –

wenn ausreichend lange und konsequent

erhöht – zu einer Gichtarthritis

führen. Diese präsentiert sich als akut

auftretende und sehr schmerzhafte

Gelenkentzündung.

OA Raimund Lunzer

Leitung Rheumaambulanz,

Krankenhaus der

Barmherzigen

Brüder Graz

FOTO: ZVG

Harnsäure ist ein Produkt, das beim Abbau

von DNA entsteht. Das bedeutet, Nahrung,

die zellkernreich ist, führt zur Harnsäureerhöhung

im Serum. Ist der Harnsäurespiegel

aber zu lange zu hoch und kann er deshalb nicht mehr in

Lösung gehalten werden, fällt die Harnsäure in kristalliner

Form aus und eine Entzündung

nimmt ihren Lauf.

Bei einem akuten Gichtanfall gilt es

dann in erster Linie, den Schmerz in

Schach zu halten und die Entzündung

bzw. die Schwellung zu behandeln. Dabei

ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese

Akuttherapie und Linderung der Symptome

nicht die eigentliche Ursache der

Gicht, also die erhöhte Harnsäure, behebt.

Harnsäuresenkende Medikamente

können trotzdem mit einem zusätzlichen

Festessen einen Gichtanfall auslösen.

Wie kann die Harnsäurekonzentration

gesenkt werden?

Einige Lebensmittel sind eindeutig zu

harnsäurelastig: Alkohol (darunter besonders

Bier), Fleisch, Krustentiere oder

Innereien sind hier besonders hervorzuheben.

Dazu ein paar interessante Details:

• Auch alkoholfreies Bier steigert die Harnsäure.

• Gekochtes Fleisch enthält fast keine Harnsäure, eine

Rindsuppe wiederum strotzt nur so davon.

• Fisch ist gut, dessen Haut allerdings nicht.

Künstliche Zucker und Fructose sind zu vermeiden, da

sie die Harnsäure um ein Vielfaches erhöhen. Darüber

hinaus ist – neben den etablierten medikamentösen

Maßnahmen zur Harnsäuresenkung – optional beispielsweise

auch der günstige Einfluss von Sauerkirschen

zu erwähnen (z. B. Montmorency Kirsche).

Wie häufig und stark sind Männer von Gicht

betroffen?

Die Anzahl der Gichtfälle hat sich in den letzten Jahren

sehr stark erhöht. Mittlerweile ist Gicht die am häufigsten

vorkommende entzündliche Erkrankung. Bei Männern

tritt sie etwa mit dem Einsetzen des Bartwuchses

auf, bei Frauen erst ab der Menopause; wobei das weibliche

Hormon Östrogen hier eine Schutzfunktion bietet.

In Hinblick auf die Männergesundheit heißt das in

Zahlen: Zwei bis drei Prozent aller Männer weisen eine

Gichtarthritis auf. Hinzukommt, dass bei männlichen

Gichtpatienten das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

um das Drei- bis Vierfache erhöht ist. Aus diesem

Grund sollte man(n) an der Ursache ansetzen und

seinen Harnsäurewert im Auge behalten.

Industry Manager Health & Content Strategist: Paul Pirkelbauer Content and Production Manager: Viktoria Pisker Layout: Ute Knuppe Managing Director: Bob Roemké Medieninhaber: Mediaplanet GmbH,

Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien Impressum: http://mediaplanet.com/at/impressum Distribution: Der Standard Verlagsgesellschaft m.b.H.

Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. & Co.KG Kontakt bei Mediaplanet: Tel.: +43676847785121 E-Mail: hello-austria@mediaplanet.com ET: 19.11.2021

@Mediaplanet Austria

@austriamediaplanet

Montmorency

kirsche

Einzigartige Kombination im Einsatz gegen Hyperurikämie & Gicht

• Bietet eine gezielte Versorgung an Nährstoffen mit einem

positiven Einfluss auf Gicht & Hyperurikämie 1 :

• Vitamin B12 • Vitamin D3 • Magnesium

• Vitamin C

• Vitamin E

• Erhältlich als Liquidum und als Kapseln

• Ein Qualitätsprodukt des österreichischen Familienunternehmens Kwizda Pharma

• Lebensmittel für besondere medizinische

Zwecke (bilanzierte Diät) zum

Diätmanagement bei Hyperurikämie

und Gicht (unterstützend bei Gichtanfällen

und während anfallsfreier

Perioden der Gicht)

1 Produktinformation Montmorency Kirsche

-Kapseln bzw. -Liquidum, Stand: März 2021


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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FOTO: ORDINATION DR. MARTIN HAYDTER

Blasenkrebs

steht auf der Liste

der häufigsten

Krebsarten weit oben

Ein vorsorglicher Appell

an die Männer

Der Urologe Prim. Dr. Martin Haydter appelliert im Interview an die Männer,

Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um Erkrankungen wie Blasenkrebs

frühzeitig erkennen zu können.

Text Magdalena Reiter-Reitbauer

Im Rahmen der Awareness für Männergesundheit

wird häufig das Thema Prostatakrebs

thematisiert. Wird abgesehen

davon auf andere, ähnliche Erkrankungen

vergessen?

Blasenkrebs beispielsweise ist kein so

prominentes Thema wie Prostatakrebs. Es

wird tatsächlich ein wenig stiefmütterlich

behandelt, wiewohl es sowohl bei Männern

als auch bei Frauen weit oben auf der Liste

der häufigsten Krebsarten steht.

Was sollten Männer denn rund um das

Thema wissen?

Ganz entscheidend ist das Wissen hinsichtlich

Ursachen und Risikofaktoren.

Der Großteil der Urothelkarzinome ist mit

dem Rauchen assoziiert – ganz ähnlich wie

beim Lungenkarzinom. Rauchen ist also der

Hauptrisikofaktor! Leider gibt es bei Blasentumoren

keinen spezifischen Vorsorgemarker

– so wie der allseits bekannte PSA-Wert

einer bei Prostatakrebs ist. Viele werden erst

durch Blut im Harn auffällig. Das ist das

Leitsymptom, mit dem Männer zu Hausärzten

oder Urologen kommen. Gelegentlich

wird auch im Rahmen einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung

festgestellt, dass sich im

Harn Spuren von Blut befinden.

Wie können Männer also am besten

vorsorgen?

Zur Vorsorge zählen bewusste Maßnahmen,

die man selbst treffen kann, wie einerseits

der Verzicht auf Zigaretten und andererseits

der regelmäßige Gang zu Vorsorgeuntersuchungen.

Denn Harnuntersuchungen

sind routinemäßig bei der Prostatavorsorge

vorgesehen. Ebenso wird der Harn

im Rahmen der Gesundenuntersuchung

angesehen, was bedeutet, dass auch hier

eine Mikrohämaturie festgestellt werden

könnte. In jedem Fall sollte Blut im Harn

beim Urologen abgeklärt werden. Dafür gibt

es viele mögliche Ursachen, jedoch muss

im Rahmen von weiteren Untersuchungen

ausgeschlossen werden, dass der Auslöser

für das Blut ein Tumor der Blase oder der

oberen Harnwege ist.

Welche Therapieoptionen gibt es denn

derzeit für Blasenkrebs?

Wenn man durch eine Blasenspiegelung

erkennt, dass ein Gewächs in der Blase

besteht, dann ist der erste Schritt seine

Entfernung über einen endoskopischen

Eingriff. Ein Großteil der Blasentumore,

also weit über 90 %, besteht aus oberflächlichen

Tumoren und kann mit dieser

Methode gut beherrscht werden. Abhängig

von der Aggressivität des Tumors sowie

von anderen Faktoren gibt es noch weitere

Therapien, wie das Einspritzen von

Chemotherapeutika oder Immunpräparaten

in die Blase. Das heißt, hier haben wir

gute Therapieoptionen. Um auch Menschen

FOTO: ORDINATION DR. MARTIN HAYDTER

Prim. Dr. Martin

Haydter, FEBU

Leiter der Urologie

am Landesklinikum

Wr. Neustadt

mit aggressiveren Tumoren heilen zu

können, braucht es aber schon größere

Eingriffe, bei denen die Blase entfernt

und ein neues Harnreservoir gebaut wird.

Man sieht, dass also sehr viel von der

Frühdiagnose abhängt – wie bei allen

Krebsarten ist auch hier das frühzeitige

Erkennen entscheidend.

Was möchten Sie den Männern abschließend

noch mit auf den Weg geben?

Man kann es gar nicht oft genug sagen:

Männer sollen die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung

in Anspruch nehmen. Es

tut nicht weh! Es sollte im eigenen Interesse

sein, ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich

zum Urologen zu gehen. Das ist nicht nur

wichtig, um Prostatakrebs möglichst

frühzeitig zu erkennen – sondern auch

mögliche andere Tumore. Nur so haben wir

gute Therapieoptionen und können anhand

eines kurativen, also heilenden, Ansatzes

behandeln. Wir haben mittlerweile wirklich

wirksame Medikamente, weil sich

auf diesem Gebiet sehr viel tut. Aber wenn

man zu spät dran ist, helfen auch die

besten Medikamente nichts mehr. Daher

lautet mein Appell an die Männer: Nehmt

die in Österreich kostenfrei angebotene

urologische Vorsorgeuntersuchung wahr –

auch in Corona-Zeiten!

AT-AVEBL-00101; 05/2021

Informieren Sie sich: Seien Sie Ihrem

Urothelkarzinom einen Zug voraus.

Merck GesmbH, Zimbagasse 5, 1147 Wien & Pfizer Corporation Austria GmbH, Floridsdorfer Hauptstraße 1, 1210 Wien

www.merck.at, www.pfizer.at


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4 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Vorsorge

rettet Leben

Der aktuelle Zustand hinsichtlich Männergesundheit ist

besorgniserregend. Männer haben schlimmere langfristige

Gesundheitsprobleme als Frauen und sterben im Durchschnitt

4,5 Jahre früher. Diese Tatsache darf nicht verschwiegen

werden – weshalb sie die gemeinnützige Wohltätigkeitsorganisation

Movember öffentlich anspricht.

Text Movember

FOTO: MOVEMBER

Sponsored by AMGEN

Jedes Jahr im November stellt

Movember die Männergesundheit

in den Fokus. Sie hat die Vision,

das Leben von Männern in naher

Zukunft mithilfe von Aufklärungsarbeit

und weltweiten Aktionen

der Communities verlängern und

gesünder und glücklicher gestalten

zu können.

Neben den Themen

Depression und Suizidprävention

setzt sich

Movember gezielt

für die Forschung

und Bekämpfung

von Prostata- und

Hodenkrebs ein.

Die Notwendigkeit

hierfür zeigen die weltweiten Zahlen: 2020 sind

über 375.000 1 Männer an Prostata- und über

9.000 2 Männer an Hodenkrebs gestorben. „Wenn

man sich diese Zahlen vor die Augen führt, ist

man geschockt“, sagt Anne-Cécile Berthier,

Country Director UK und Europa bei Movember.

„Fragt man heute beispielsweise einen Mann

zwischen 20 und 30 Jahren, ob er sich regelmäßig

die Hoden abtastet oder einen Urologen

des Vertrauens hat, an den er sich wenden kann,

ist die Antwort häufig ein ganz klares Nein. Das

ist eine Situation, die nicht länger tragbar ist,

und deshalb ist eine rechtzeitige und gezielte

Aufklärungsarbeit, die Männer direkt anspricht,

so wichtig.“

Männer leiden anders, was nicht selten mit

veralteten Rollenbildern zu tun hat. Oft hört

man, dass Männer stark und unabhängig sein

Knochenspezifische Therapien

bei Prostatakrebs

„Früherkennung verhindert Knochenmetastasen“, sagt der Prostataexperte

Dr. Wolfgang Loidl. Sein Appell lautet: „Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchung wahr!“

Text Anna Birkenmeier

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf

die Diagnosestellung und den Krankheitsverlauf

eines Prostatakarzinoms?

Wir gehen davon aus, dass es durch die Pandemie

zur Verzögerung von Diagnosen und damit zu weit

fortgeschrittenen Verläufen von Prostatakrebs

kommen wird. Allerdings werden sich die Folgen

erst in ein paar Jahren zeigen. Das Tückische beim

Prostatakarzinom ist, dass lange keine Symptome

auftreten und es still voranschreiten kann.

Mit einer Vorsorgeuntersuchung lässt sich ein

Prostatakarzinom frühzeitig erkennen und

behandeln. Weshalb nehmen relativ wenige

Männer dieses Angebot wahr?

Tatsächlich gehen zwei Drittel der Österreicher

nicht zur Vorsorge. Interessanterweise zeigt sich

hier ein großes West-Ost-Gefälle. In Vorarlberg

nehmen über 50 Prozent die Vorsorgeuntersuchung

wahr, in Wien hingegen nur 25 Prozent. Weshalb das

so ist, wissen wir nicht. Empfohlen wird ein urologischer

Check-up ab 45 Jahren. Die Vorsorgeuntersuchung

gibt uns die Möglichkeit, Prostatakrebs in

einem frühen Stadium zu erkennen, gegebenenfalls

zu behandeln und zu heilen.

Rund 50 Prozent der Patienten benötigen gar

keine Behandlung. Weshalb?

Bei einem niedrig aggressiven Prostatakarzinom

reichen eine aktive Beobachtung und enge Überwachung.

Sobald der Tumor jedoch fortschreitet, wird

eine Therapie eingeleitet.

Bei jedem sechsten Prostatapatienten

kommt es im Verlauf seiner Erkrankung zu

Knochenmetastasen. Was bedeutet das für den

Betroffenen?

Knochenmetastasen sind sehr schmerzhaft und

können massive mit dem Skelett verbundene

Komplikationen wie Brüche und Rückenmarkskompressionen

zur Folge haben. Bestrahlungen des

Knochens sowie operative Eingriffe am Knochen

können nötig werden. Moderne Therapien, die die

Knochenzerstörung verhindern, können das Auftreten

von Komplikationen deutlich reduzieren oder

hinauszögern. Damit werden die Schmerzen und

folglich die Lebensqualität des Patienten verbessert,

ebenso können Spitalaufenthalte verhindert

werden.

Welche Rolle spielt das genaue Einhalten der

Therapie für eine erfolgreiche Behandlung?

Eine kontinuierliche Therapie mit dem Einhalten

der vorgegebenen Therapiezeiten und Dosierungen

ist ein wesentlicher Faktor für den Behandlungserfolg.

Werden die Medikamente unregelmäßig

oder gar nicht eingenommen, wird der Therapieerfolg

deutlich reduziert oder verhindert. Übrigens

ist erwiesen, dass Bezugspersonen, die im selben

Haushalt leben, einen positiven Einfluss auf den

Patienten haben.

Zum Schluss: Was möchten Sie Patienten mit

metastasiertem Prostatakrebs mitgeben?

Gehen Sie zur Vorsorge und überwinden Sie Ihre

Scheu vor dem Urologen. Prostatakrebs ist kein

Killer, wenn er frühzeitig erkannt wird. Die regelmäßige

Früherkennung ist unkompliziert, nimmt

kaum Zeit in Anspruch und erspart nachweislich

viel Leid. In den USA wurde die Früherkennung

FOTO: ZVG

2011 vorübergehend abgeschafft. Mit der Folge, dass

späte Diagnosen mit schweren Verläufen und

Metastasen danach deutlich zunahmen. Als ich vor

35 Jahren mit meiner Arbeit als Urologe begann,

war ein Drittel der Patienten bei Diagnosestellung

bereits metastasiert. Heute sind es weniger als zehn

Prozent.

Prim. Dr.

Wolfgang Loidl

Abteilungsvorstand

Urologie

und Andrologie

Leitung des

Prostatazentrums

Ordensklinikum

Linz GmbH

Elisabethinen

AT-XGT-1121-00004


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Weitere Informationen

rund um die Arbeit der

gemeinnützigen Wohltätigkeitsorganisation

Movember finden Sie

unter:

www.movember.com

müssen und keine Schwäche zeigen dürfen. Diese

Klischees führen häufig dazu, dass Männer alles

mit sich alleine ausmachen und sich nicht die Hilfe

und Unterstützung suchen, die sie brauchen. Bei

Schmerzen und Problemen „beißen Männer eher

mal die Zähne zusammen“, als sich medizinische

Hilfe zu holen. Oftmals sehen sie auch schlicht

keinen Sinn darin, zum Arzt zu gehen, wenn nichts

weh tut. Die Ansicht, dass Vorsicht besser als Nachsicht

ist, kommt leider häufig erst später oder zu

spät. Vorsorgeuntersuchungen sind aber essenziell,

wenn man(n) ein gesünderes Leben führen möchte –

und der Gang zum Urologen ist ein wichtiger Baustein

dafür.

Aktuelle Zahlen aus Österreich zeigen ein

erschreckendes Bild: 2019 starben 1.364 3 Männer

an Prostatakrebs. Das sind mehr als 26 Männer pro

Woche. 2020 wurden in Österreich 6.088 4 Männer

mit Prostatakrebs diagnostiziert – das sind fast 17

Männer pro Tag. Auch die Zahlen für Hodenkrebs

sehen ähnlich aus: 358 5 Männer wurden im Jahr

2020 in Österreich mit Hodenkrebs diagnostiziert,

das sind fast 30 Männer pro Monat. Die gute Nachricht

ist allerdings, dass Hoden- und Prostatakrebs

gut behandelbar sind – aber eben nur, wenn sie

frühzeitig entdeckt werden.

Junge Männer zwischen 15 und 40 Jahren haben

das höchste Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken.

Bei jungen Männern ist es wichtig, dass sie selbst

FOTOS: MOVEMBER

regelmäßig ihre Hoden untersuchen. Mit der

Größe, der Form und den normalen Unebenheiten

vertraut zu sein, kann dabei helfen, auffällige

Veränderungen festzustellen. „Wir unterstützen

Männer weltweit, durch unsere Arbeit den lebenswichtigen

Schritt zu einem Arzt ihres Vertrauens

zu gehen, wenn sie merken, dass etwas nicht

stimmt“, sagt Berthier. „Hodenkrebs zählt zu den

am besten therapierbaren und heilbaren Krebserkrankungen,

die Sterblichkeit ist gering. Je

früher Hodenkrebs erkannt wird,

desto einfacher ist die Behandlung

und desto besser sind die Prognosen.

Selbst bei fortgeschrittenem Hodenkrebs bestehen

relativ gute Heilungschancen.“

Der Krebs der Vorsteherdrüse (Prostatakarzinom)

ist eine Erkrankung, die typischerweise bei älteren

Patienten auftritt, weshalb es wichtig ist, dass

Männer ab 50 Jahren regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung

gehen; und ab 45 Jahren, wenn sie

eine familiäre Vorgeschichte haben oder Schwarz

sind. Das Prostatakarzinom zählt zu den am

häufigsten diagnostizierten bösartigen Tumoren

bei Männern

und ist die

dritthäufigste

krebsbedingte

Todesursache.

„Bei Prostatakrebs

klären

wir immer

auf, dass

nicht jeder Betroffene Symptome zeigt“, erläutert

Berthier. „Anzeichen für Prostatakrebs werden

häufig erst von einem Arzt bei einer Routineuntersuchung

entdeckt. Das muss man(n) im Hinterkopf

haben, wenn es um die eigene Gesundheit geht.“

Da Prostatakrebs durch die Früherkennung in etwa

drei Viertel der Fälle bereits in einem Anfangsstadium

diagnostiziert wird, sind die Heilungschancen

sehr gut. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung

ist daher elementar.

1) https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-table?v=2020%26mode=population%26mode_population=countries%26population=900%26populations=900%26key=asr%26sex=1%-

26cancer=27%26type=1%26statistic=5%26prevalence=0%26population_

group=5%26ages_group%5B%5D=0%26ages_group%5B%5D=17%26group_cancer=1%26include_nmsc=1%26include_

nmsc_other=75

2) https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-table?v=2020%26mode=population%26mode_population=countries%26population=900%26populations=900%26key=asr%26sex=1%-

26cancer=28%26type=0%26statistic=5%26prevalence=0%26population_

group=0%26ages_group%5B%5D=0%26ages_group%5B%5D=17%26group_cancer=1%26include_nmsc=1%26include_

nmsc_other=24

3) https://ec.europa.eu/eurostat/

databrowser/view/hlth_cd_aro/default/

table?lang=en

4) https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-table?v=2020%26mode=population%26mode_population=countries%26population=900%26populations=900%26key=asr%26sex=1%-

26cancer=27%26type=0%26statistic=5%26prevalence=0%26population_

group=5%26ages_group%5B%5D=0%26ages_group%5B%5D=17%26group_cancer=1%26include_nmsc=1%26include_

nmsc_other=18

5) https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-table?v=2020%26mode=population%26mode_population=countries%26population=900%26populations=900%26key=asr%26sex=1%-

26cancer=28%26type=0%26statistic=5%26prevalence=0%26population_

group=0%26ages_group%5B%5D=0%26ages_group%5B%5D=17%26group_cancer=1%26include_nmsc=1%26include_

nmsc_other=24

The Distinguished

Gentleman’s Ride –

Männergesundheit

im Fokus

Zehn Jahre Motorradfahren mit Stil für den

guten Zweck: Der Distinguished Gentleman’s

Ride (DGR) feierte 2021 Jubiläum.

Text Sophie Müller

Heuer wurde das globale

Motorrad-Event zum

ersten Mal im Mai ausgetragen.

Seit September

2012 verbindet es international in

Simon Minckwitz & Hannes Hackinger

mit den offiziellen DGR-Schildern

über 100 Ländern eine Community

von Liebhaberinnen und Liebhabern

klassischer Motorräder.

Insgesamt wurden dadurch schon

mehr als 30 Mio. Dollar für den

guten Zweck gesammelt. Diese

Summe geht an Movember, die

damit Awareness und Forschung

für Prostatakrebs, Hodenkrebs

und Suizidprävention bei Männern

fördern.

Mark Hawwa, Gründer von

The Distinguished Gentleman’s

Ride:

„Es ist unglaublich, dass es erst

zehn Jahre her ist, dass ein paar

stilsichere Frauen und Männer begannen,

auf klassischen Bikes den

Stereotyp von Motorradfahrern

zu ändern. Viele unglaubliche

Verbindungen sind seitdem entstanden,

und wir haben unfassbar

viele inspirierende Menschen

dadurch kennengelernt – und das

alles, während wir eine wirklich

beeindruckende Summe für die

FOTOS: THE DISTINGUISHED GENTLEMAN’S RIDE

Männergesundheit und Movember

gesammelt haben.

Dieses Jahr ist für fast alle

von uns ein bisschen anders

abgelaufen. Mehr als

je zuvor stehen die

Sicherheit und die

Gesundheit unserer

globalen Community

im Vordergrund. Wir

planen überall, wo es

möglich ist, COVIDsichere

Events. Sollte

dies nicht umsetzbar

sein, besteht immer

noch der Weg der digitalen

Vernetzung

oder der Soloausfahrt.

Auch, wenn wir nicht gemeinsam

auf der ganzen Welt feiern können,

wird uns das nicht aufhalten,

unsere wundervolle Community

untereinander zu vernetzen und

all die Erfolge zu feiern, die wir in

den letzten zehn Jahren erreicht

haben.“

JC, Mitbegründer

Movember:

„Die letzten zwölf

Monate waren

schwierig für jede

und jeden von uns.

Doch gerade in

diesen schwierigen

Zeiten hat sich ein

nie da gewesenes

Gefühl von Gemeinschaft

breitgemacht.

Die DGR-Community

ist noch enger zusammengewachsen

und hat dadurch physische

Barrieren überwunden, stilsicher

zu fahren und auch unter diesen

DGR in Wien:

Alexander Kurys,

Daniel Andics,

Kurt Sehnoutek und

Stephan Thierry

Kontakt über

www.gentlemansride.com

DGR in Salzburg:

Hannes Hackinger

office@hackinger.at

Simon Minckwitz

Weitere Partner:

Salzburg Heritage Club

Tweed-Ride

(Classic Bikes)

Gentleman’s Drive

(Classic Cars)

CinnaMOON (der erste

Salzburger Moonshiner)

Umständen alles für Movember

und die Männergesundheit zu

geben.

2021 hat aber leider auch

gezeigt, dass einige Männer

aufgrund der Pandemie einem

noch größeren Risiko ausgesetzt

und insgesamt fragiler geworden

sind. Das bedeutet, dass wir

Väter, Brüder und Söhne an Krebs

und Suizid verlieren werden.

Der DGR leistet einen wesentlichen

Beitrag, um Movember dabei

zu helfen, wichtige Programme

zur Erforschung von Prostatakrebs

und mentaler Gesundheit

zu finanzieren und dadurch

Männerleben zu retten. Mehr als

je zuvor zählen wir auf die

DGR-Community, um zu verhindern,

dass Männer zu jung

sterben.“


Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info/maennergesundheit

6 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

FOTO: MOVEMBER

sowie eine Harnanalyse komplettieren die

Vorsorgeuntersuchung. Sobald das Ergebnis

feststeht, wird gemeinsam mit dem

Patienten ein individueller Behandlungsplan

entwickelt.

Parameter der

Gesundheit

„Die gutartige Prostatavergrößerung betrifft früher oder später fast jeden Mann“,

meint Priv. Doz. Dr. Martin Marszalek, Vorstand der Abteilung für Urologie am Klinikum

Donaustadt, im Interview über ein weitverbreitetes „Männerproblem“.

Text Karin Schneck

Wie äußert sich die Veränderung

der Prostata bei dieser Erkrankung?

Die Prostata ist eine relativ kleine

Drüse mit zirka 4 cm Durchmesser

und liegt direkt unter der Harnblase.

Bei einer zunehmenden Vergrößerung

drückt das Gewebe auf die

Harnröhre, die inmitten der Prostata

verläuft. So entsteht das Gefühl,

ständig die Toilette aufsuchen zu

müssen. Die gutartige Prostatavergrößerung

– die sogenannte benigne

Prostatahyperplasie – unterscheidet

sich vom bösartigen Prostatakarzinom

vor allem in ihrer Entstehung.

Die Vergrößerung des Gewebes wird

nicht durch ein unkontrolliertes

Zellwachstum, wie es bei Krebs der

Fall ist, ausgelöst, sondern durch

eine Vermehrung und einen Umbau

des Prostatadrüsengewebes. Dadurch

kann es, bildlich und vereinfacht

gesprochen, zu einem Stau im

Gewebe kommen. Diese gutartige

Prostatavergrößerung ist relativ

häufig; jedoch muss ein Wachstum

nicht immer Beschwerden hervorrufen.

Manche Männer leiden selbst

mit einer stark vergrößerten Prostata

unter keinerlei oder nur geringen

Einschränkungen, während andere

schon mit einer geringfügig angewachsenen

Prostata einen starken

Leidensdruck verspüren.

Gibt es eine bestimmte Altersgruppe,

in der Männer häufiger

betroffen sind?

Klassischerweise sind Männer ab

zirka 50 Jahren mit zunehmenden

Beschwerden konfrontiert. Dabei

kommt es zu einem Nachlassen des

Harnstrahldrucks, was zu einem

unangenehmen Druckgefühl auf die

Blase führt, da sich letztere nicht

vollständig entleert. Nicht entleerter

Urin kann sich letztlich auch bis in

die Nieren rückstauen, was diffuse

Nierenschmerzen auslösen kann. Die

betroffenen Männer sind außerdem

zunehmend müde, weil sie durch

das Druckgefühl auf die Blase nachts

häufiger wach und im Alltag dadurch

gereizter sind. Wird dann zusätzlich

noch etwas Blut im Harn entdeckt,

kann dies verständlicherweise Panik

herbeiführen. Trotzdem muss nicht

immer gleich das Schlimmste angenommen

werden. Denn die gutartige

Prostatavergrößerung kann sehr gut

in unterschiedlichen Behandlungssträngen

therapiert werden; und

die Prostata muss dabei auch nicht

entfernt werden, wie es bei Prostatakrebs

der Fall sein kann.

Wie wird die gutartige Prostatavergrößerung

diagnostiziert?

Zuallererst wird sichergestellt, dass

keine bösartige Veränderung – also

Prostatakrebs – vorliegt. Dies erfolgt

mittels Tastuntersuchung, Ultraschall

und einer Bestimmung des

PSA (prostataspezifisches Antigen)

Wertes – einer Blutabnahme.

Eine Ultraschalluntersuchung

von Nieren, Blase und ggf. Hoden

FOTO: ZVG

Priv. Doz. Dr.

Martin Marszalek

Vorstand der

Abteilung für

Urologie am Klinikum

Donaustadt

Wie kann die Prostatavergrößerung

behandelt werden?

Es gibt den operativen und den medikamentösen

Weg. Ein operativer Eingriff kann

schnell anhaltende Ergebnisse erzielen,

dabei kommt es aber auch auf die gewählte

Methode an. Im chirurgischen Bereich haben

sich drei Formen der Therapie etabliert. Bei

der klassischen Ausschabung der Prostata –

man kann sich das so vorstellen, als ob eine

Orange innen ausgehöhlt wird – werden die

überschüssigen Zellen entfernt und so der

Druck vom Gewebe genommen. Weiters sind

die Lasertherapie und die Wasserdampfablation

zu nennen. Die ersten beiden Methoden

werden unter Vollnarkose durchgeführt,

während die Wasserdampfablation unter

Lokalanästhesie angewandt wird.

Wo liegt der Vorteil dieser Therapie?

Diese Therapie eignet sich für Männer, die

keine Narkose bekommen dürfen. Sie wurde

an unserer Abteilung nach internationalem

Vorbild eingeführt, um Männern mit diesen

Voraussetzungen den Katheter zu ersparen

und ihnen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

Bei dieser Methode wird mit einer kleinen

Kanüle Wasserdampf durch die Harnröhre

eingebracht, der die Zellen zersetzt.

Allerdings stellt sich der Erfolg nicht sofort

ein, das heißt, es können Wochen vergehen,

bis eine Veränderung spürbar ist.

Auch wenn solche operativen Methoden

schneller wirken können, so entscheiden

sich viele vorerst dennoch für den medikamentösen

Weg. Es gibt gut erforschte Medikamente,

die regularisch unterschiedlich

in den Stoffwechsel der Prostata eingreifen.

Außerdem werden zunehmend neue

Behandlungsmethoden erforscht, denn

auch in der Forschung wächst das Bewusstsein

für Männergesundheit.

Was möchten Sie Männern zum Thema

Vorsorge mitgeben?

Zirka ab dem 35. Lebensjahr nimmt die

Prostata durch ihre hormonelle Umstellung

etwas an Umfang zu, was aber noch kein

Grund zur Sorge ist. Wichtig sind vor allem

der regelmäßige Check bei einem Urologen

oder einer Urologin Ihres Vertrauens und ab

dem 45. Lebensjahr auch die empfohlenen

zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen. Ich

würde mir noch viel mehr Bewusstsein für

die Pflege der Gesundheit wünschen – und

auch, dass man(n) nicht erst reagiert, wenn

es zwickt und schmerzt. Hier lässt sich in

den letzten Jahren schon ein positiver Trend

erkennen. Man(n) muss sich nicht unnötig

quälen, für die verschiedensten Beschwerdebilder

gibt es gute, individuelle Lösungen.

Sponsored by BOSTON SCIENTIFIC

Wir müssen

reden!

„Oh, Männer sind einsame Streiter“,

singt Herbert Grönemeyer in einem

seiner Songs. Dabei sind sie

weniger einsam, als sie denken!

Sprechen wir beispielsweise über

die gutartige Prostatavergrößerung,

die allein rund 24 Millionen Männer

in Europa betrifft.

Die benigne Prostatahyperplasie, wie

sie im medizinischen Fachkontext

heißt, stellt zwar ein sehr häufiges

Krankheitsbild dar, jedoch sind ihre

genauen Ursachen immer noch

unklar. Die gutartige Prostatavergrößerung

unterscheidet sich vom

bösartigen Karzinom in ihrer Entstehung

und Ausbreitung, wohingegen

die Beschwerden unter dem gleichen

Deckmantel auftreten können. Für

sie verantwortlich können die folgenden

Punkte sein: Alter, familiäre

Vorgeschichte mit Prostatabeschwerden,

Fettleibigkeit oder chronische

Erkrankungen – beispielsweise

Diabetes und Herzerkrankungen.

Sie alle können das Risiko für eine

Prostatavergrößerung erhöhen. Und

auch, wenn die gutartige Vergrößerung

nicht lebensbedrohlich ist,

so kann sie unbehandelt trotzdem

zu schwerwiegenden Blasen- oder

Nierenproblemen führen.

Viele Lösungswege für den Mann

Wie bei vielen gesundheitlichen

Problemen mit Auswirkungen auf die

Lebensqualität stehen auch bei der

Prostatavergrößerung eine Reihe von

Therapieoptionen zur Verfügung.

Es gibt zum einen gut erforschte

Medikamente, bei denen allerdings

die Wirksamkeit sehr unterschiedlich

sein kann. Welche Option hier

am besten geeignet ist, hängt vom

Ausmaß der Beschwerden, Alter,

Gesundheitszustand, Ausmaß der

Vergrößerung sowie von den persönlichen

Erwartungen an die Behandlungsergebnisse

ab.

Neben der medikamentösen

Therapie stellt die TURP (Transurethrale

Resektion der Prostata) die

am weitest verbreitete Therapieform

dar. Eine erwärmte Drahtschlinge

wird durch die Harnröhre eingeführt,

um überschüssiges Prostatagewebe

herauszuschneiden.

Individuelle Therapieangebote

für den individuellen Mann

Als Alternative zu den Medikamenten

gibt es innovative Behandlungsmöglichkeiten,

die durch ihre

zielgerichtete Anwendung das

umliegende gesunde Gewebe

schonen. Dazu gehört neben der

Lasertherapie auch die Wasserdampfablation.

Dieser unblutige

Eingriff reduziert das überschüssige

Prostatagewebe mit Hilfe der

natürlichen Energie aus Wasserdampf

und kann ohne längeren

Krankenhausaufenthalt durchgeführt

werden.

Text Karin Schneck

Weitere Therapiemöglichkeiten finden Sie unter

www.meineprostata.com


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info/maennergesundheit 7

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Prostatakrebs:

Ohne Vorurteile

darüber sprechen!

Die Informationskampagne

ist unter

www.applied-diagnostics.at/

patio/presse-archiv/

zum Download erhältlich und

lädt zum Informieren ein.

Im Rahmen des Aktionsmonats MOVEMBER setzt auch PATIO ein

Zeichen für mehr Lebensqualität mit Prostatakrebs – der häufigsten

Krebserkrankung bei Männern.

Mit einer Prostatakrebserkrankung

gehen viele

persönliche Ängste

und Sorgen einher. Für

Betroffene sind Inkontinenz und

Impotenz neben anderen körperlichen

und psychischen Belastungen

sehr präsente Themen. Sie

lösen sowohl zum Zeitpunkt der

Diagnose als auch danach viele

verschiedene Emotionen aus, unter

anderem, weil sie ein großes

Tabuthema darstellen. Es fällt oft

schwer, darüber zu sprechen, was

häufig zu einer Stigmatisierung

oder Unterdrückung der eigenen

Gefühle führt.

Insbesondere Männern fällt es

aufgrund von gesellschaftlichen

Gendernormen oft schwer, über

diese unterschiedlichen Gefühle,

die mit Erkrankung und Behandlung

von Prostatakrebs einhergehen,

zu sprechen. Es wäre jedoch

enorm wichtig, sich offen darüber

auszutauschen, um von den Erfahrungen

anderer gegenseitig zu

lernen. Darüber hinaus könnte

auch die Wissenschaft einige

Informationen aus dem Wissen

von Betroffenen für sich nutzen.

Dennoch haben einige Patienten

und ihre Bezugspersonen persönliche

– private – Wege im Alltag

gefunden, um mit der Krebserkrankung

zu leben. An diesem

Punkt will das Projekt PATIO

anknüpfen.

Das Ziel von PATIO ist es,

dieses von Patienten generierte

Wissen zu sammeln und als wesentlichen

Bestandteil in der Forschung

einzusetzen. Aktuell wird

zusammen mit Betroffenen ein

digitales Kommunikationswerkzeug

konzipiert und umgesetzt,

das den Alltag mit Prostatakrebs

erleichtern soll. Gerade in Zeiten

von COVID-19 benötigen wir

Formate, mit denen sich Betroffene

auch von Zuhause aus in die

medizinische Forschung einbringen

und so die Gesundheitsversorgung

von Morgen mitgestalten

können.

Bei PATIO werden die Erfahrungen

von direkt und indirekt

Betroffenen mithilfe von „Open-

Innovation-in-Science“-Methoden

eingebunden. Damit werden

sie zu Co-Forschenden. Zusätzlich

wird das Wissen durch den

Beitrag von Expert:innen aus

der Praxis ergänzt. Gemeinsam

arbeitet das Team an Modellen,

um diese Informationen auch für

andere Betroffene zugänglich zu

machen.

Namhafte österreichische

Persönlichkeiten aus Kunst,

Kultur und Medizin haben sich

öffentlich zum Projekt PATIO

bekannt und symbolisch die Erfahrungen

und Botschaften der

Betroffenen hochgehalten, um

auf die wertvollen Beiträge von

Patienten und deren Bezugspersonen

aufmerksam zu machen.

„Damit weisen wir bewusst auf

die Schwierigkeiten und Sorgen

aller Prostatakrebs-Erkrankten

und deren Bezugspersonen hin.

Wir von PATIO unterstützen mit

dieser Aktion den MOVEMBER

und tragen somit wesentlich

zur Männergesundheit bei“, erklärt

der Initiator und Leiter des

Projekts PATIO, Prof. Dr. Markus

Mitterhauser, Direktor des Ludwig

Boltzmann Institute Applied

Diagnostics.

Ein Co-Forscher des PATIO-

Teams erzählt von seinem Weg

und dem Umgang mit der

Erkrankung: „Darüber reden

ohne Vorurteile!” Er lädt damit

alle anderen Betroffenen ein, sich

der Initiative anzuschließen und

gemeinsam den Alltag mit

Prostatakrebs zu verbessern.

Das Ludwig Boltzmann

Institut Applied Diagnostics

forscht an der Medizinischen

Universität Wien an einer minimal-invasiven

personalisierten

Diagnostik bei Prostata- und

Dickdarmkrebs.

PATIO wird am Ludwig

Boltzmann Institute Applied

Diagnostics gemeinsam mit

Mitarbeiter:innen aus dem akademischen

Bereich (Universität

Wien) und einem Patientensprecher

der Selbsthilfe Prostatakrebs

Österreich durchgeführt.

Das erweiterte Team umfasst

aktuell dreizehn Patienten und

eine Angehörige, die mit ihrem

Wissen und ihrer Lebenserfahrung

beitragen.

Kontaktadresse

patio@lbiad.lbg.ac.at

Website

www.applied-diagnostics.at/

patio/

Newsletter und Social Media

www.applied-diagnostics.at/

patio/#newsletter

facebook.com/patio.projekt

instagram.com/projekt.patio/

Niki

Glattauer

Thomas

Szekeres

Toni

Innauer

Vera

Russwurm

Toni

Faber

Desirée

Teichl-Stürgkh

Joesi

Prokopetz

Alfons

Haider

FOTOS: NAVIGAMUS


Gemeinsam vorsorgen.

Nicht nur im Movember sind Sie bei österreichischen Urolog:innen in guten Händen.

Prof. Dr. Isabel Heidegger-Pircher

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

Dr. Manuel Kofler

LKH Feldkirch, Urologie

OA Dr. Lukas Müller

Bamherzige Brüder Wien,

Urologie

Prim. Univ.-Prof. Dr. Steffen Krause

Klinikvorstand Kepler Universitätsklinikum

Linz, Urologie

OA Dr. Thomas Burtscher

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

Dr. Matthias Niescher

Urologe Innsbruck

Dr. Eleftherios Geropapas

BKH Kufstein, Urologie

Dr. Mona Kafka

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

OA Dr. Lukas Kühnelt-Leddihn

BKH Kufstein, Urologie

Dr. Eddy Raúl De León Solano

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

Dr. Aaron Roscia

LKH Feldkirch, Urologie

Univ. Prof. Dr. Shahrokh Shariat

Vorstand Universitätsklinik für

Urologie am AKH Wien

OA Doz. Dr. Andreas Berger

LKH Feldkirch,

Urologie

Dr. Verena Hauser

Krankenhaus St. Vinzenz Zams,

Urologie

Dr. Alexander Stix

Tauernklinikum Zell am See,

Urologie

Priv.-Doz. Dr. Jasmin Bektic

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

OA Dr. Michael Ladurner

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

Prim. Univ. Doz. Dr. Alfred Hobisch

LKH Feldkirch, Urologie

OA Dr. Michael Neyer

LKH Bregenz, Urologie

Dr. Christoph Vergeiner

Urologe am Gesundheitszentrum

Kitzbühel

Dr. Jana Wurzacher

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

OÄ Dr. Renate Pichler

Univ.-Klinik für Urologie

Innsbruck

FOTOS: SHUTTERSTOCK, ZVG

Dr. Irene Resch

Univ.-Klinik für Urologie

AKH Wien

v.l.n.r.

OA Dr. Florian Fischer; DGKP Thomas

Gruber; Dr. Rainer Fenkart

LKH Bregenz, Urologie

Christina Karner; Paul Pirkelbauer; Kerstin

Köckenbauer; Max Daucher; Florian Rohm; Bob

Roemké; Alexander Meiners; Anna Deisenhammer;

Julia Buchberger, Jacqueline Wilk, Layla Soussi

Mediaplanet Österreich

in Kooperation mit

Prim. Dr. Wolfgang Loidl

Vorstand Urologie und Andrologie

Leiter Prostatazentrum

Ordensklinikum Linz

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