21. November 2021
- Bürgermeisterin Elke Kahr im Interview - Stadt Graz in Frauenhand - Schon jetzt mehr tödliche Straßenverkehrsunfälle als im Vorjahr - Judenstern-Sticker schockt Graz - Fußballstar Wolfgang Mair ist Künstler Kowalski
- Bürgermeisterin Elke Kahr im Interview
- Stadt Graz in Frauenhand
- Schon jetzt mehr tödliche Straßenverkehrsunfälle als im Vorjahr
- Judenstern-Sticker schockt Graz
- Fußballstar Wolfgang Mair ist Künstler Kowalski
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<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong>, AUSGABE 47<br />
Kicker und Künstler<br />
Der frühere Fußballstar Wolfgang Mair ist<br />
als Kowalski unter die Künstler gegangen<br />
und feiert internationale Erfolge. 35<br />
Tankstelle und Telefon<br />
Die alten Telefonzellen in der Stadt<br />
werden nach und nach zu Stromtankstellen<br />
für E-Autos umfunktioniert. 20<br />
Bürgermeisterin, Vizebürgermeisterin,<br />
höchste Frauenquote, viele feministische Projekte<br />
Willkommen in der<br />
Stadt der Frauen<br />
Weiblich. Das erste Mal in der Geschichte hat Graz mit Elke Kahr eine Bürgermeisterin, auch die Frauenquote im Gemeinderat ist so hoch wie noch<br />
nie. Neben einem Interview mit der neuen Stadtchefin haben wir das Regierungsprogramm auf seine weibliche Handschrift gecheckt. SEITEN 4–6<br />
KK, SCHERIAU, GETTY
2 die seite zwei<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
E D I T O R I A L<br />
von<br />
Tobit<br />
Schweighofer<br />
✏ tobit.schweighofer@grazer.at<br />
Wer nicht hören<br />
will, muss<br />
geimpft werden<br />
D<br />
a haben wir den Salat. Als<br />
erstes Land der EU setzt<br />
sich Österreich über das<br />
Tabu Impfpflicht hinweg und<br />
verordnet diese ab Februar<br />
nächsten Jahres. Eine Maßnahme,<br />
die wir mit unserer unsozialen<br />
Haltung regelrecht erzwungen<br />
haben. Mit einer miserablen<br />
Impfquote von 65 Prozent liegen<br />
wir in Westeuropa an letzter<br />
Stelle. Natürlich werden wir ganz<br />
vorne mit dabei sein, wenn es<br />
darum geht, uns als Opfer einer<br />
diktatorischen Politik zu<br />
stilisieren. Eine klassische<br />
Täter-Opfer-Umkehr, darin<br />
waren wir schon immer gut.<br />
Schuld sind bitte doch eher jene,<br />
die noch immer nicht geimpft<br />
sind und tatenlos dabei zusehen,<br />
wie Menschen sich infizieren,<br />
auf Intensivstationen landen<br />
und dort im schlimmsten Fall<br />
sterben. Ganz im Gegenteil: Wir<br />
schaffen nicht einmal den ersten<br />
Schritt, um dem Virus ernsthaft<br />
zu begegnen. Denn selbst wenn<br />
hundert Prozent geimpft wären,<br />
wären wir Corona noch nicht los.<br />
Das zeigt das Beispiel in<br />
Gibraltar, das gerne von<br />
Impfgegnern hergenommen<br />
wird. Dort liegt die Impfquote<br />
bei 100 Prozent, aber die<br />
Inzidenz ist trotzdem hoch.<br />
Wohlweislich verschwiegen wird<br />
aber, dass dort seit April kein<br />
einziger Mensch mehr mit<br />
Corona verstorben ist. Das heißt<br />
in aller Deutlichkeit, damit es<br />
auch der verbohrteste Verschwörungstheoretiker<br />
versteht:<br />
Impfungen retten Leben. Es<br />
kann keinen besseren Grund für<br />
eine Impfpflicht geben.<br />
Tobit Schweighofer, Chefredakteur<br />
SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ...<br />
Unter der<br />
Woche gibt es<br />
Grünen Tee, am<br />
Wochenende<br />
Filterkaffee.<br />
Dazu Zeitungen,<br />
Obst,<br />
Gemüse, Käse,<br />
Marmelade und<br />
ausreichend<br />
Zeit.<br />
KK<br />
... Heimo Maieritsch<br />
Um den Grazer Adventstart mitten im Lockdown, GrazGutscheine als Rettungsanker<br />
und Weihnachtsmemories geht’s im Frühstück mit dem Citymanager.<br />
Wir starten mit der Frühstücksfrage. Wie<br />
schaut Ihr entspanntes Frühstück aus?<br />
Meine Frau und ich sind da etwas altmodisch.<br />
Wir lesen zum Frühstück gedruckte Zeitungen,<br />
und das sehr gerne. Ich nehme mir für das Frühstück<br />
genügend Zeit und stehe dafür auch mal<br />
früher auf. Unter der Woche trinke ich Grünen<br />
Tee, am Wochenende gibt es eine große Kanne<br />
Filterkaffee. Wir beide sind Vegetarier, es kommt<br />
Obst und Gemüse, Käse und Marmelade sowie<br />
frisches Gebäck auf den Tisch. Am Wochenende<br />
auch immer wieder Eier.<br />
Als Grazer Citymanager sind Sie jetzt ziemlich<br />
gefordert. Erst Eröffnung der Grazer<br />
Adventbeleuchtung, dann Lockdown ...?<br />
Es ist bitter, wenngleich es offenbar keine Alternative<br />
zum Lockdown gegeben hat. Die Unternehmer<br />
haben gerade erst ihre Stände aufgebaut<br />
und morgen heißt es schon wieder schließen.<br />
Die Stände werden nicht abgebaut. Wir hoffen ja<br />
alle, dass es in drei Wochen wieder weitergeht bis<br />
Weihnachten. Auch für die Innenstadtkaufleute<br />
ist der Lockdown ein Drama. Der Advent ist für<br />
den Handel ja die fünfte Jahreszeit. Es muss unbedingt<br />
Unterstützungen für die Händler geben,<br />
damit alle die Krise gut überstehen.<br />
Das Citymanagement ist jetzt unter dem<br />
Dach der Holding, hat sich da viel geändert?<br />
Die völlig neue Weihnachtsbeleuchtung der<br />
Stadt war nur durch die Holding Graz möglich.<br />
Auch verschiedene Aktionen wie die digitalen<br />
GrazGutscheine werden unterstützt, und diese<br />
Gutscheine sollen auch den Lockdown abfedern.<br />
Der Grazer Advent ist nicht ganz verloren.<br />
Ganz sicher nicht. Man darf sich ja im Lockdown<br />
bewegen und durch die Straßen spazieren und<br />
kann so die vorweihnachtliche Atmosphäre einfangen.<br />
Wir werden auch kommende Woche die<br />
Eiskrippe im Landhaus eröffnen, damit der Grazer<br />
Advent ein weiteres Highlight hat.<br />
Lassen Sie uns von schöneren Weihnachten<br />
reden, etwa aus Ihren Kindheitstagen.<br />
Ich erinnere mich sehr gut an vieles, an die Aufregung,<br />
die Gerüche, die Weihnachtskekse, die<br />
langen Spaziergänge, den heißen Luftvorhang<br />
beim Kastner, an das Spielzeuggeschäft Koch am<br />
Hauptplatz, an Spielzeug Sing am Joanneumring.<br />
Spielzeug spielt in meinem Leben überhaupt<br />
eine ganz besondere Rolle.<br />
Warum gerade Spielzeug?<br />
Ich habe neben meinem Studium bei Lego gearbeitet,<br />
und dieses Spielzeug hat mich fasziniert.<br />
Was tut ein Citymanager im Lockdown?<br />
Es gibt viel zu tun, der Ausbau der Digitalisierung<br />
wird vorangetrieben, dann sind viele Vorbereitungen<br />
für Aktionen im kommenden Jahr zu tätigen.<br />
Und die gerade jetzt wichtige Betreuung des<br />
Innenstadt-Handels einschließlich der Adventmarkt-Betreiber<br />
liegt mir am Herzen.<br />
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?<br />
Ich fahre gerne Rad, aber auch mit dem Auto.<br />
Lese gerne, schau fern. Meine Streaming-Lieblingsserie<br />
ist „The Marvelous Mrs. Maisel“ auf<br />
Amazon. VOJO RADKOVIC<br />
Heimo Maieritsch wurde 1957 in Graz geboren.<br />
Der Grazer hat Volkskunde und Kulturanthropologie<br />
an der Karl-Franzens-Uni studiert. Er<br />
war Lehrer am Wifi, bfi, an der Uni Linz, am Zis in<br />
Fürstenfeld. Maieritsch hat 1995 eine eigene Werbeagentur<br />
gegründet, war Marketing-Direktor bei<br />
Schinko Neuroth und ist seit 2007 Citymanager<br />
der Stadt Graz, nunmehr bei der Holding Graz.
graz<br />
4 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
4<br />
redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10<br />
Das Bild, das wir abgegeben haben,<br />
war erbärmlich.“<br />
Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer<br />
reflektierte die letzte Woche in der Politik und ist froh,<br />
dass jetzt alle wieder an einem Strang ziehen. LUEF<br />
„Leute wissen, dass sie<br />
Sport- und Kulturlandesrat<br />
Christopher Drexler <br />
TONI MUHR<br />
Sport & Kultur<br />
unterstützen<br />
■ Sport- und Kulturlandesrat<br />
Christopher Drexler will<br />
unterstützen: „Es gilt nun die<br />
kommenden Wochen gemeinsam<br />
zu meistern. Wir werden<br />
daher die Service-Stellen des<br />
Sport- und Kulturressorts, die<br />
wir schon zu Beginn der Pandemie<br />
im März des vorigen Jahres<br />
eingerichtet haben, aktivieren,<br />
um offene Fragen aus den Bereichen<br />
Sport und Kultur zu klären.<br />
Ebenso wollen wir unseren<br />
Förderungsnehmern weiterhin<br />
die größtmögliche Flexibilität in<br />
der Abwicklung zusichern.“<br />
Noch bis 28. <strong>November</strong> können<br />
Grazer ihre Meinung äußern. GETTY<br />
Graz-Umfrage<br />
zur Mobilität<br />
■ Das Verkehrsgeschehen in<br />
die richtigen Bahnen zu lenken,<br />
ist Aufgabe der Grazer Verkehrsplanung.<br />
Man muss aber<br />
auch wissen, wo man steht.<br />
Aus diesem Zweck gilt es das<br />
Mobilitätsverhalten der Grazer<br />
Verkehrsteilnehmer genau<br />
zu kennen. Dafür gibt es die<br />
„Mobilitätserhebung der Grazer<br />
Wohnbevölkerung“, die seit<br />
1982 wichtige Daten liefert. Die<br />
letzte war im Jahr 2018. Interessierte<br />
können erstmals noch bis<br />
28. <strong>November</strong> auch online daran<br />
teilnehmen.<br />
INTERVIEW. Am Mittwoch wurde KP-Chefin Elke Kahr als erste Grazer Bürgermeisterin<br />
angelobt. Wir haben sie zum ausführlichen Gespräch gebeten.<br />
Von Tobit Schweighofer<br />
tobit.schweighofer@grazer.at<br />
Graz ist das erste Mal unter<br />
kommunistischer Leitung.<br />
Bei aller Aufbruchstimmung<br />
macht das auch vielen Menschen<br />
Angst. Verstehen Sie diese Sorgen<br />
und was richten Sie ihnen aus?<br />
Kahr: Ich habe in den letzten<br />
Tagen und Wochen zahlreiche<br />
E-Mails, Briefe und Anrufe bekommen,<br />
die fast ausschließlich<br />
positiv sind. Ich habe mich sehr<br />
darüber gefreut, aber habe leider<br />
noch nicht alle beantworten können.<br />
Die Grazerinnen<br />
und Grazer<br />
kennen mich – ich<br />
bin seit 1993 im<br />
Gemeinderat und<br />
seit 2005 Stadträtin.<br />
Sie wissen,<br />
dass sie sich vor<br />
mir nicht fürchten<br />
müssen. Ablehnung<br />
erfahre ich<br />
lediglich aus diversen<br />
Parteizentralen,<br />
die mich in<br />
Facebook-Postings zusammen mit<br />
Josef Stalin abbilden.<br />
Sie haben angekündigt, dass in<br />
Ihrem Budget Demokratie, Soziales<br />
und Klimaschutz Vorrang haben<br />
sollen. Was wird denn künftig<br />
Nachrang haben?<br />
Kahr: Wir wollen jedenfalls die<br />
Selbstdarstellung der Politik und<br />
die immens hohe Klubförderung<br />
der Parteien zurückfahren.<br />
Apropos Kosten: Sie planen neue<br />
Gemeindewohnungen, Öffi-Ausbau,<br />
Stopp der Gebührenerhöhungen<br />
und vieles mehr. Woher soll das<br />
Geld für die vielen Projekte denn<br />
kommen? Vor allem ohne Gebührenerhöhungen,<br />
wie Sie versprochen<br />
haben?<br />
Kahr: In den letzten Jahren wurde<br />
viel Geld für Dinge ausgegeben,<br />
die der Mehrheit der Grazerinnen<br />
und Grazer nichts gebracht<br />
hat. Ich denke zum Beispiel an<br />
die Olympia-Bewerbung und die<br />
Kampagne für eine U-Bahn. Beim<br />
Öffi-Ausbau hoffen wir, dass Land<br />
und Bund der Stadt unter die<br />
Arme greifen. Landeshauptmann<br />
Hermann Schützenhöfer und<br />
sein Stellvertreter Anton Lang haben<br />
die Stadt Graz ja schon bei der<br />
Straßenbahn-Linie nach Reininghaus<br />
unterstützt.<br />
Wieso stehen so<br />
wichtige Projekte<br />
wie die<br />
Straßenbahn-<br />
Nord-West-Linie<br />
nach Gösting,<br />
der dort<br />
vorgesehene<br />
Nahverkehrsknoten,<br />
der<br />
Ausbau von<br />
P&R-Plätzen<br />
oder auch der<br />
S-Bahn-Ausbau<br />
eigentlich nicht im Regierungsprogramm?<br />
Kahr: Die Nord-West-Linie ist ja<br />
bereits im Grundsatzbeschluss des<br />
Gemeinderats zum Straßenbahnausbau<br />
2023+ enthalten, wie auch<br />
Süd-West-Linie und der neue<br />
„Zweier“. Der Nahverkehrsknoten<br />
Gösting ist ein längerfristiges<br />
Projekt und wird mit dem S-Bahn-<br />
Ausbau gemeinsam mit Land und<br />
Bund vorangetrieben werden.<br />
Im Vorzimmer<br />
des Bürgermeisterinnenbüros<br />
wird es die Gelegenheit<br />
geben, dass Kinder<br />
spielen können.“<br />
Die frischgebackene Bürgermeisterin<br />
Elke Kahr will dem<br />
Rathaus ein neues Image<br />
geben.<br />
Zum Thema autofreie Innenstadt:<br />
40 Prozent der Kunden der<br />
Grazer Innenstadt kommen laut<br />
WK nicht aus Graz. Diese können<br />
meist nicht auf Fahrräder oder ÖV<br />
umsteigen. Werden Anrainer wie<br />
auch Unternehmer in Mobilitätspläne<br />
für die City eingebunden?<br />
Kahr: Uns geht es darum, die<br />
Straßenzüge den Menschen zurückzugeben.<br />
Und wieso können<br />
Menschen aus Gratkorn, Wildon<br />
oder Lieboch nicht mit den Öffis<br />
nach Graz kommen? Für jene mit<br />
schlechten Anbindungen gibt es ja<br />
weiterhin die Parkgaragen. Wenn<br />
die Gleise für die Innenstadtentlastungsstrecke<br />
durch die Neutorgasse<br />
verlegt werden, wollen wir<br />
auch die Verkehrsberuhigung beginnend<br />
mit der Kaiserfeldgasse in<br />
Angriff nehmen. Eine Beteiligung<br />
der Bürgerinnen und Bürger wird<br />
es geben.<br />
Michael Ehmann wird als Koalitionspartner<br />
im Kontrollausschuss<br />
und im Aufsichtsrat der Holding<br />
sitzen. Wie geht sich das denn aus?<br />
Ist das kein Interessenskonflikt?<br />
Kahr: Nein, das sehe ich nicht.<br />
Michael Ehmann kommt die<br />
wichtige Aufgabe der Umsetzung<br />
von Kontrolle und Transparenz zu.<br />
Den Vorsitz im Kontrollausschuss<br />
des Gemeinderats wird die kleinste<br />
Partei bekommen. Das sind die<br />
NEOS.<br />
Die Holding wird nicht rückeingegliedert,<br />
der Vizebürgermeister<br />
geht nicht an die zweitstärkste Partei,<br />
der Gratis-Kindergarten kommt<br />
jetzt doch nicht. Die Opposition<br />
wirft Ihnen gebrochene Wahlversprechen<br />
vor. Was sagen Sie dazu?<br />
Kahr: Der Reihe nach: Die Holding<br />
ist eine fast hundertprozentige<br />
Tochter der Stadt und hat dennoch<br />
am demokratisch gewählten<br />
Gemeinderat vorbei wichtige<br />
Entscheidungen getroffen – zum<br />
Beispiel die Verteuerung der Bäderpreise<br />
und die Werbekampagne<br />
für die U-Bahn. Das wollen und<br />
werden wir ändern.<br />
Nach der Wahl haben wir mit allen<br />
Parteien das Gespräch gesucht<br />
– zuerst mit der ÖVP, die eine Zu
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 5<br />
➜<br />
TOP<br />
SCHERIAU, KK<br />
Betrüger gefasst<br />
Wochenlang brachten Betrüger, die sich<br />
als Polizisten ausgaben, Grazer um ihr<br />
Geld. Jetzt konnte einer gefasst werden.<br />
Hohe Sterberate durch Pandemie<br />
Die aktuelle Statistik belegt nun eine<br />
deutliche Übersterblichkeit im Jahr 2020.<br />
Jeder zwölfte Steirer starb mit Corona.<br />
FLOP<br />
➜<br />
sich nicht fürchten müssen“<br />
sammenarbeit aber abgelehnt<br />
hat. Nun haben wir uns mit den<br />
Grünen und der SPÖ auf eine fixe<br />
Koalition geeinigt – und ich freuen<br />
mich, mit Judith Schwentner<br />
als kompetenter und motivierter<br />
Vizebürgermeisterin zusammenarbeiten<br />
zu können. Sie wurde<br />
schließlich auch mit den Stimmen<br />
der ÖVP gewählt.<br />
Dass Bildung – auch die Elementarpädagogik<br />
– kostenlos sein<br />
muss, bleibt unser Anspruch. Finanziell<br />
ist es leider derzeit nicht<br />
machbar. Jedenfalls sollen die<br />
Tarife sinken, denn selbst für Mittelstandsfamilien<br />
ist es oft schwer,<br />
400 Euro monatlich zu stemmen.<br />
Apropos Kindergarten. Sie haben<br />
im Gespräch erwähnt, dass Sie<br />
sich im Rathaus einen Spielplatz<br />
für Kinder vor dem Gemeinderatssitzungssaal<br />
wünschen. Wollen Sie<br />
das wirklich umsetzen?<br />
Kahr: Im Vorzimmer des Bürgermeisterinnenbüros<br />
wird es<br />
jedenfalls die Gelegenheit geben,<br />
dass Kinder spielen können, während<br />
ihre Eltern einen Termin bei<br />
uns wahrnehmen.<br />
Bürgermeisterin Elke Kahr<br />
<br />
SCHERIAU<br />
ALARMANLAGEN<br />
VON DER NUMMER<br />
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6 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
K O M M E N T A R<br />
von<br />
Vojo<br />
Radkovic<br />
✏ vojo.radkovic@grazer.at<br />
Absagen ist für<br />
Veranstalter ein<br />
Worst Case<br />
A<br />
uf einen Lockdown folgt<br />
Absage auf Absage.<br />
Absagen ist aber für<br />
Veranstalter geradezu der<br />
Mega-GAU. Man zieht in<br />
normalen Zeiten eine Veranstaltung<br />
durch, ob Top oder Flop.<br />
Auch wenn nur eine Handvoll<br />
Leute im Saal sind, the show<br />
must go on. Das ist Ehrensache.<br />
Aber gegen Corona sind feste<br />
Vorsätze machtlos. Eine Absage,<br />
die man nicht selbst beeinflussen<br />
kann, trifft den wackeren<br />
Promoter ins Mark. Veranstaltungen<br />
absagen ist das, was<br />
einem Veranstalter weh tut. Ich<br />
weiß, wovon ich rede. Ich habe<br />
bei meinen rund 5000 Kulturevents<br />
ganz wenige absagen<br />
müssen. Jetzt macht es die<br />
gesundheitliche Gefährdungslage<br />
unumgänglich. Man fragt<br />
sich, warum ist der Eiserne<br />
Vorhang nicht schon früher<br />
gefallen. Viele Konzerte und<br />
Events waren sicher auch<br />
Gastgeber des Coronavirus.<br />
Absagen sind existenzielle<br />
Katastrophen. Viele Jobs<br />
wackeln, Einnahmen fehlen.<br />
Fanden im ersten Lockdown<br />
einige der Künstler die plötzlich<br />
gewonnene Zeit ideal für das<br />
Schreiben neuer Werke,<br />
brauchen die, die noch keine<br />
Stars sind, längst die Kohle. Die<br />
im ersten Lockdown geschriebenen<br />
Songs will man ja auch<br />
vortragen. Jedes Ding hat zwei<br />
Seiten, Corona hat zu viele,<br />
auch eine tödliche. Dabei wäre<br />
die Lösung einfach. Ein Stich,<br />
und Lockdowns und Absagen<br />
wären wieder verschwunden.<br />
Viele feministische Projekte und Förderprogramme<br />
Frauen regieren<br />
jetzt in Graz die Welt<br />
ENDLICH. Mit zwei Frauen an der Spitze und der höchsten Frauenquote im<br />
Gemeinderat soll jetzt verstärkt Politik für die Grazerinnen gemacht werden.<br />
Von Verena Leitold<br />
verena.leitold@grazer.at<br />
Zahlenmäßig sind die Frauen<br />
in Graz überlegen. Mit<br />
dem Stichtag 1. Jänner <strong>2021</strong><br />
standen 147.121 Frauen 144.013<br />
Männern gegenüber. In Führungspositionen,<br />
aber auch in<br />
anderen – beispielsweise städtebaulichen<br />
oder medizinischen<br />
Bereichen – sind sie aber noch immer<br />
unterrepräsentiert. Das soll<br />
sich jetzt ändern. Seit Donnerstag<br />
steht erstmals ein Frauenduo an<br />
der Spitze der Stadt: Elke Kahr ist<br />
die erste Grazer Bürgermeisterin,<br />
Judith Schwentner die erst dritte<br />
Stellvertreterin. Außerdem ist der<br />
frisch konstituierte Gemeinderat<br />
so weiblich wie noch nie: Von den<br />
48 Mandataren sind 24 Frauen.<br />
Und das soll man jetzt auch an<br />
der Politik in der neuen Regierungsperiode<br />
merken. „Wir alle<br />
wissen, dass Frauen einen Großteil<br />
der Betreuungs-, Erziehungs-,<br />
Pflege- und Hausarbeit machen.<br />
Die Vereinbarkeit von Familie<br />
und Beruf zu verbessern und die<br />
Arbeit aller Fraueneinrichtungen<br />
zu fördern – besonders auch jener<br />
für Opfer von häuslicher Gewalt<br />
–, ist mir ein wichtiges Anliegen“,<br />
erklärt Bürgermeisterin Kahr, die<br />
nun auch für das Frauenressort<br />
zuständig ist.<br />
Im Koalitionsprogramm finden<br />
sich einige Punkte, die besonders<br />
das Leben von Frauen<br />
in der Stadt verbessern sollen.<br />
Beispielsweise möchte man die<br />
Stelle der unabhängigen Frauenbeauftragten<br />
revitalisieren, die<br />
Alleine die Funktionsbezeichnung von Judith Schwentner (links) bringt Feministinnen<br />
zum Strahlen: „Bürgermeisterin-Stellvertreterin“. Mit Elke Kahr.<br />
ja 2014 abgeschafft wurde, um<br />
weiblichen Themen und Gleichstellung<br />
wieder mehr Stellenwert<br />
zu geben. Auch hat sich die neue<br />
Regierung zum Ziel gemacht, die<br />
Frauenquote in städtischen Aufsichtsräten<br />
zu erhöhen – durchaus<br />
auch verpflichtend. Um<br />
Frauen auch im täglichen Leben<br />
sichtbarer zu machen, sollen<br />
neue Straßen und Plätze bis auf<br />
Weiteres ausschließlich nach<br />
Frauen benannt werden.<br />
Außerdem möchte man etwa<br />
Mädchenräume auf Spiel- und<br />
Sportplätzen errichten. „Die Bezirkssportplätze<br />
sind oft stark auf<br />
Fußball ausgerichtet, der Großteil<br />
der Mädchen legt aber auf andere<br />
Sportarten Wert – zum Beispiel<br />
Volleyball. Außerdem sind öf-<br />
fentliche WC-Anlagen vor Ort für<br />
Frauen und Mädchen umso wichtiger“,<br />
erklärt die Frauensprecherin<br />
der KPÖ Ulrike Taberhofer.<br />
Apropos öffentliche Toiletten:<br />
In diesen sowie in Schulen sollen<br />
in Zukunft kostenlose Menstruationsartikel<br />
zur Verfügung gestellt<br />
werden.<br />
Stopp Gewalt<br />
Auch gegen Gewalt an Frauen will<br />
die Stadtregierung gezielt vorgehen.<br />
Dazu sollen weitere Übergangswohnungen<br />
für betroffene<br />
Frauen geschaffen und die Männerberatung<br />
ausgebaut werden.<br />
Eine Kampagne gegen sexuelle<br />
Belästigung ist ebenso geplant<br />
wie der Ausbau des Programms<br />
„Luisa ist da“ in Grazer Lokalen.<br />
STADT GRAZ/FISCHER<br />
derGrazer<br />
IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich<br />
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(0664/80 666 6890), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME:<br />
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80 666 6642) | Victoria Purkarthofer (0664 / 80 666 6528 ) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 666 6490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice<br />
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8 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Gedenktag für Straßenverkehrsopfer<br />
Schon jetzt mehr Tote<br />
in Graz als im Vorjahr<br />
TRAGISCH. Heuer sind fünf Menschen im Grazer Verkehr tödlich verunglückt, im Corona-Jahr 2020<br />
waren es drei. Die Regierung will die Straßen sicherer machen – mit Tempo 30 und Begegnungszonen.<br />
ROTES KREUZ<br />
Von Valentina Gartner<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Heute ist der Weltgedenktag<br />
für Verkehrsopfer. Das<br />
Gedenken an diesem Tag<br />
geht zudem weit über Todesopfer<br />
oder Verletzte hinaus – Verkehrsunfälle<br />
haben verheerende<br />
Auswirkungen auf Familien,<br />
Freunde und Gemeinschaften.<br />
Immer wieder sorgen Meldungen<br />
von schweren Unfällen in Graz<br />
und Umgebung für große Trauer<br />
und großes Aufsehen. Erst kürzlich<br />
kam es bei der Puntigamer Brücke<br />
zu einem tragischen Unfall. Dabei<br />
kam ein Auto von der Straße ab und<br />
stürzte in die Mur, alle drei Insassen<br />
konnten nur mehr tot geborgen<br />
werden. Damit kam es in diesem<br />
Jahr zu bereits fünf Todesfällen auf<br />
den Straßen in Graz, schon jetzt<br />
mehr als im vergangenen Jahr.<br />
Im letzten Jahr starben laut<br />
dem Kuratorium für Verkehrssicherheit<br />
(KFV) drei Personen in<br />
Graz und acht in Graz-Umgebung<br />
bei Verkehrsunfällen. Mit 52 Todesopfern<br />
bei Straßenverkehrsunfällen<br />
in der Steiermark gab es<br />
im Corona-Jahr 2020 die niedrigste<br />
Zahl seit Einführung der Unfallstatistik<br />
im Jahr 1961, laut KFV<br />
dürfte das vor allem an den Lockdowns<br />
liegen. Schaut man sich<br />
die Verkehrsunfallstatistik der<br />
Statistik Austria der letzten fünf<br />
Jahre an (2016–2020), waren die<br />
meisten Getöteten in Graz und<br />
Umland Fußgänger (18), gefolgt<br />
von Pkw-Insassen (20) und Personen,<br />
die mit einem einspurigen<br />
Kfz unterwegs waren (10), fünf<br />
verunglückten mit dem Fahrrad,<br />
drei mit einem Lkw über 3,5 Tonnen<br />
und drei Personen mit einem<br />
sonstigen Fahrzeug.<br />
Graz-Maßnahmen<br />
Mobilität und Verkehrssicherheit<br />
spielen auch im neuen Regierungsprogramm<br />
eine wichtige Rolle.<br />
Solch tragische Unfälle und hohe<br />
Zahlen sollen mit diversen Maßnahmen<br />
gesenkt werden.<br />
„Begegnungszonen, Verkehrsberuhigung<br />
wie z. B. Superblocks,<br />
Grüne Meilen oder die Evaluierung<br />
der Ampelschaltungen sind<br />
Projekte für die Fußgängersicherheit.<br />
Für uns haben Fußgänger<br />
oberste Priorität“, erklärt Vizebürgermeisterin<br />
und Verkehrsstadträtin<br />
Judith Schwentner.<br />
Auch in Sachen Temporeduk-<br />
tion wird weiter hart gearbeitet.<br />
„Tempo 30 ist ein Grazer Vorzeigeprojekt<br />
und eine der größten<br />
Sicherheitsinitiativen der<br />
Geschichte der Stadt gewesen.<br />
Dort wollen wir weiterarbeiten.<br />
Wohnstraßen und Grüne Meilen<br />
sind im Regierungsprogramm mit<br />
einer hohen Priorität versehen“,<br />
versichert Schwentner.<br />
Nachdem Fahrradunfälle sich<br />
traurigerweise auch immer mehr<br />
häufen, ist das Radtraining für alle<br />
Alters- und Bevölkerungsgruppen<br />
ein Punkt im Programm. Die Vizebürgermeisterin:<br />
„Das ist ein ganz<br />
wichtiges Projekt, das sich auch an<br />
die ältere Bevölkerung richten soll.<br />
Mit dem Projekt ‚Ein Fahrrad für<br />
jedes Kind‘ wollen wir auch Kinder<br />
und ihre Eltern verstärkt zur<br />
Radfahrprüfung motivieren.“<br />
Impfpflicht: Ja, Nein oder Vielleicht?<br />
■ Das war schlechtes Timing:<br />
Während der Grüne Gesundheitsminister<br />
Wolfgang Mückstein<br />
in Wien die allgemeine<br />
Impfpflicht ab Februar verkündete,<br />
postete sein Parteikollege<br />
und Grazer Gemeinderat<br />
Christian Kozina zeitgleich<br />
genau das Gegenteil. Er forderte<br />
„Nein zur Impfpflicht“ und<br />
sorgte damit natürlich für Erheiterung<br />
bei politischen Beobachtern.<br />
Christian Kozina musste den<br />
Eintrag gleich wieder löschen. KK<br />
Lebenswerkauszeichnung für Roth<br />
■ Rudi Roth wurde von der WKO<br />
Steiermark und Präsident Christoph<br />
Leitl der Handelsmerkur<br />
für sein Lebenswerk verliehen:<br />
Aufbau der größten privaten Ölhandelsfirma<br />
Österreichs, als Biodieselpionier<br />
der Bau der größten<br />
Biodieselraffinerie Europas, mit 28<br />
Jahren längstdienender Honorarkonsul,<br />
Förderer junger Studenten<br />
und Unis, und dies nach seiner<br />
Karriere als Fußballprofi beim<br />
GAK.<br />
Ewald, Ferdinand, Hans, Marie<br />
Sophie, Rudi, Maria & Jürgen Roth<br />
FISCHER
10 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Nach Lockdown:<br />
Grazer Winterwelt<br />
So wird das neue Eisparadies für Kinder und Erwachsene aussehen. Die Eröffnung findet wegen Corona erst im Dezember statt.<br />
VISUALISIERUNG: SIMON MOESTL<br />
EISPARADIES. Trotz Lockdown gehen die Aufbauarbeiten für den neuen Standort der Grazer<br />
Winterwelt weiter. Die Organisatoren rechnen damit, dass die Eiswelt im Dezember starten kann.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
Die Aufbauarbeiten für die Eisfläche<br />
sind in vollem Gange. DANIEL KINDLER<br />
Voraussichtlich im Dezember,<br />
coronabedingt kann<br />
man das genaue Datum<br />
noch nicht nennen, eröffnet der<br />
beliebte Grazer Eislaufplatz im<br />
16. Jahr des Bestehens am Areal<br />
des Landessportzentrums im<br />
Stadtpark. Damit kehrt das Eislaufen<br />
dorthin zurück, wo es vor<br />
mehr als 30 Jahren schon mal<br />
einen Eislaufplatz gab. Damals<br />
hieß das Areal noch Landesturnhalle.<br />
Die Aufbauarbeiten für das<br />
neue Eissportparadies sind voll<br />
im Gange. Mit diesem Umzug<br />
stehen den Grazern im kommenden<br />
Winter mehr als 2500<br />
Quadratmeter blank poliertes<br />
Eis zur Verfügung. Neben dem<br />
Schlittschuhverleih – rund 2000<br />
Paare stehen zur Verfügung –<br />
können Sportbegeisterte auch in<br />
diesem Winter eine Eisfläche für<br />
Eishockey-Matches, Eisstockturniere,<br />
aber auch für Feiern mieten.<br />
Die Eintrittspreise bleiben<br />
trotz der größeren Fläche auch<br />
in diesem Winter gleich.<br />
Wie die Organisatoren betonen,<br />
spart die Beschaffenheit<br />
der neuen Anlage sowohl Wasser-<br />
als auch Energiekosten ein.<br />
Für den neuen Eislaufplatz muss<br />
Die Eisfläche ist insgesamt doppelt so groß wie am Karmeliterplatz. Die<br />
neue Grazer Winterwelt wird ein Eisparadies für die ganze Familie. DANIEL KINDLER<br />
eine fünf Zentimeter dicke Eisschicht<br />
aufgetragen werden. Die<br />
Eisfläche wird auf dem neuen<br />
Platz mehr als doppelt so groß<br />
sein wie jene am Karmeliterplatz.<br />
Und am Areal des Landessportzentrums<br />
wird es nun<br />
zwei Eisflächen geben! Eine 60<br />
mal 30 Meter große Fläche zum<br />
Schlittschuhfahren und Kunsteislauftraining.<br />
Die zweite, mit<br />
einer Fläche von 30 mal 15 Metern,<br />
für Curling, Eisstockschie-<br />
ßen und Eishockey. Darauf, dass<br />
die ganze Winterwelt zu 100<br />
Prozent mit Ökostrom betrieben<br />
wird, weisen die Organisatoren<br />
mit Stolz hin.<br />
Neben Kaffee und Tee gibt es<br />
auch die bei Kindern beliebte<br />
heiße Tasse Kakao. Es sind aber<br />
auch kleine Speisen vorgesehen<br />
– und falls es die Corona-Pandemie<br />
zulässt, gibt es als kulinarische<br />
Attraktion ein „Grillen im<br />
Winter“.
12 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Experten rechnen vor:<br />
Graz hat im<br />
Verkehrsbereich<br />
noch Hausaufgaben<br />
Die neue Stadtregierung will den Straßenbahnverkehr stark ausbauen. Experten vom Verkehrsclub Österreich sehen Maßnahmen als notwendig. LUEF, FISCHER<br />
NEU. Um die Klimaziele zu erreichen, muss in Graz laut VCÖ in Mobilitätsfragen noch einiges passieren.<br />
Dabei geht es vor allem um den Öffi- und Radverkehr-Ausbau, im Regierungsprogramm findet sich einiges.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Er war eines der bestimmenden<br />
Themen im Wahlkampf<br />
– und wird es wohl<br />
auch in den kommenden Jahren<br />
für die neue Stadtregierung<br />
bleiben: der Grazer Verkehr. Die<br />
U-Bahn ist mit dem Regierungswechsel<br />
wohl vom Tisch, allein<br />
die Klimakrise macht laut Experten<br />
aber ein Handeln schnell<br />
notwendig. So zeigte eine Analyse<br />
des Verkehrsclub Österreich<br />
(VCÖ) erst vor kurzem, dass in<br />
der Steiermark pro Jahr und Person<br />
2900 Kilo CO 2<br />
durch den Verkehr<br />
verursacht werden –in Graz<br />
liegt man da etwas besser, da die<br />
Pkw-Dichte pro 1000 Einwohnern<br />
um 23 Prozent niedriger ist<br />
als im Landesschnitt.<br />
Der VCÖ rechnet in einer aktuellen<br />
Publikation auch mit<br />
der österreichischen Infrastrukturpolitik<br />
ab – während andere<br />
Bereiche wie der Gebäudesektor<br />
mittlerweile weniger Treibhaus-<br />
gase verursachen als 1990, sind<br />
die Emissionen im Verkehrssektor<br />
sogar gestiegen. „Nach dem<br />
coronabedingten Rückgang der<br />
Treibhausgas-Emissionen<br />
im<br />
Vorjahr droht heuer wieder eine<br />
starke Zunahme“, warnt VCÖ-<br />
Experte Michael Schwendinger.<br />
Viel Potenzial<br />
Eine Umstellung sei absolut nötig,<br />
um das Ziel der Klimaneutralität<br />
bis 2040 zu erreichen. Auch<br />
in Graz muss da noch viel getan<br />
werden, wie es seitens des VCÖ<br />
heißt: „Das Potenzial für mehr<br />
umweltverträgliche Mobilität<br />
ist in Graz sehr groß. Zentral ist,<br />
dass die Infrastruktur für die<br />
gesunde, bewegungsaktive Mobilität,<br />
also für das Gehen und<br />
Radfahren, stark ausgebaut und<br />
verbessert wird“, so Schwendinger.<br />
Im Vergleich zur letzten<br />
Mobilitätserhebung 2018 müsste<br />
der Anteil der mit Öffis zurückgelegten<br />
Wege von 20 auf 29 Prozent<br />
erhöht werden, der Anteil<br />
der zu Fuß und mit dem Fahrrad<br />
zurückgelegten Wege sogar von<br />
38 auf mindestens 50 Prozent.<br />
Kritik von der WK<br />
Tatsächlich nimmt die Mobilität<br />
eine wichtige Stellung im<br />
Regierungsprogramm ein. „Der<br />
Straßenbahnausbau ist mir<br />
besonders wichtig. Die Innenstadtentlastung<br />
muss nächstes<br />
Jahr gemacht werden. Parallel<br />
dazu werden wir gleich mit den<br />
Planungen der Süd-West-Linie<br />
über den Griesplatz beginnen,<br />
der ja gleichzeitig auch umgestaltet<br />
werden soll“, berichtet<br />
Vizebürgermeisterin und<br />
Neo-Verkehrsstadträtin Judith<br />
Schwentner. Neben den genannten<br />
Themen finden sich<br />
auch Prestigeprojekte wie „Ein<br />
Fahrrad für jedes Kind“, die Erhöhung<br />
des Zuschusses zur<br />
Jahreskarte sowie die Schaffung<br />
von Radschnellwegen im Programm.<br />
Leichte Kritik kam diese Woche<br />
von der WKO Graz, die<br />
fehlende Ansagen zum S-Bahn-<br />
Ausbau sowie zu einer Nord-<br />
West-Linie nach Gösting bemängelte<br />
(siehe Seiten 38/39).<br />
Schwentner: „Wir haben ein<br />
Expertengremium eingesetzt,<br />
das prüft, welche ÖV-Lösung für<br />
den Großraum Graz am sinnvollsten<br />
ist. Wir werden dabei<br />
auf bestehende Systeme wie<br />
Straßenbahn und S-Bahn aufsetzen.<br />
Von den Ergebnissen<br />
der Arbeitsgruppe hängt auch<br />
der Ausbau der weiteren Straßenbahnlinien<br />
ab.“<br />
Potenzial zur Reduktion der<br />
Verkehrsbelastung gibt es laut<br />
VCÖ jedenfalls reichlich – und<br />
auch Vorbilder. Bei der Schaffung<br />
von Fußgängerzonen<br />
beispielsweise lohne sich ein<br />
Blick nach Ljubljana oder gar<br />
nach Bern, wo es über 100 gibt.<br />
Gleichzeitig seien die Parktarife<br />
zu erhöhen, für den Güterverkehr<br />
empfehlen die VCÖ-Experten<br />
eine Umweltzone, in der im<br />
inneren Kreis nur mit emissionsfreien<br />
Fahrzeugen zugestellt<br />
werden darf.
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 13<br />
Wurmmittel wie warme Semmeln<br />
WAHNSINN. Das von Herbert Kickl gegen Corona empfohlene Pferdeentwurmungsmittel findet<br />
auch hierzulande reißenden Absatz. Heuer wurde doppelt so viel verkauft wie im Jahr 2019.<br />
Von Tobit Schweighofer<br />
tobit.schweighofer@grazer.at<br />
Bevor er sich selbst mit Corona<br />
infizierte, riet FP-Chef<br />
Herbert Kickl den Österreichern,<br />
ein Pferde-Entwurmungsmittel<br />
zu schlucken. Auch<br />
wenn Ärzte und Wissenschaftler<br />
eindringlich davor warnten, dem<br />
Ratschlag zu folgen, sind zahlreiche<br />
Menschen dazu bereit, sich<br />
selbst zu gefährden. „Im letzten<br />
Jahr wurde doppelt so viel abgesetzt<br />
wie 2019“, berichtet der Präsident<br />
der steirischen Apothekerkammer<br />
Gerhard Kobinger.<br />
Die Rezepte stammen aber<br />
nicht von österreichischen Ärzten.<br />
„Wir haben es oft mit Scheinen<br />
aus Tschechien, Ungarn und<br />
der Slowakei zu tun. Deren Rezepte<br />
sind EU-weit gültig, daher<br />
wird es meist auch ausgegeben.“<br />
Nicht ohne Folgen: Eine Oststeirerin<br />
ist nach der Einnahme des<br />
Präparats auf der Intensivstation<br />
gelandet – und sie blieb nicht die<br />
Einzige mit Vergiftungserscheinungen.<br />
Weitere Opfer gab es in<br />
Oberösterreich. Auch das ebenfalls<br />
von Kickl empfohlene Vitamin D<br />
wurde bereits „missbraucht“: Die<br />
wochenlange Einnahme eines<br />
hoch dosierten Präparats brachte<br />
einen Grazer ins LKH.<br />
Grundsätzlich würden Kunden,<br />
bei denen der Verdacht<br />
einer missbräuchlichen Anwendung<br />
– eben als vermeintliches<br />
Corona-Heilmittel – bestehe,<br />
darüber aufgeklärt, „dass das in<br />
dem Fall mehr Schaden als Nutzen<br />
bringt“, betont Kobinger, der<br />
an alle appelliert: „Bitte halten<br />
Sie sich an die offiziellen Empfehlungen.<br />
Alles andere ist sehr<br />
gefährlich!“<br />
Gerhard Kobinger von der St. Franziskus Apotheke warnt vor „Kickls“<br />
Entwurmungsmittel. Inzwischen gibt es auch schon erste Opfer.FRANZISKUS APOTHEKE
14 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Corona-Leugner verharmlosen Holocaust<br />
Judenstern-Sticker<br />
JUGEND AM WERK/MÖRTH<br />
M. König, F. Vorraber, R. Herzog, G.<br />
Weswaldi, S. Thaller, A. Rieder, W. Ferk<br />
Kalender für den<br />
guten Zweck<br />
■ Ein karitatives Projekt unterstützen<br />
und zugleich Sachpreise<br />
oder Gutscheine gewinnen: Dank<br />
des Adventskalenders des Lions<br />
Club Graz Styria ist das möglich.<br />
In der bereits neunten Auflage<br />
wird in Zusammenarbeit mit der<br />
Malwerkstatt Graz von Jugend<br />
am Werk der begehrte Adventskalender<br />
präsentiert, der <strong>2021</strong><br />
unter dem Motto „Spezielles aus<br />
der Steiermark“ steht. Mit dem<br />
Reinerlös werden auch dieses<br />
Jahr wieder Kunstschaffende der<br />
Malwerkstatt Graz unterstützt.<br />
„Ungeimpft“ und „Die Geschichte wird mich freisprechen“ steht auf einem dem Davidstern nachempfundenen Sticker KK<br />
Tagstrom/Nachtstrom:<br />
Ärger um Verwechslung<br />
WK-Steiermark-Präsident Josef<br />
Herk kämpft für Unternehmen.FISCHER<br />
Herk fordert<br />
Schadenersatz<br />
KURIOS. Fehlerhafte<br />
Stromabrechnung<br />
sorgte bei „Grazer“-<br />
Leser für Verwirrung.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
■ „Für alle Umsatzrückgänge,<br />
die durch staatliche Einschränkungen<br />
verursacht werden,<br />
braucht es rasch und unbürokratisch<br />
staatliche Unterstützungsmaßnahmen“,<br />
fordert<br />
WK-Steiermark-Präsident Josef<br />
Herk. Laut ihm geht es nicht<br />
mehr nur darum, die Gesundheitskrise<br />
abzuwenden, sondern<br />
auch eine Wirtschaftskrise.<br />
Sein Appell: „Arbeiten wir<br />
zusammen. Nur gemeinsam<br />
schaffen wir es aus dieser Pandemie.“<br />
Man glaubt es kaum, aber<br />
auch Stromrechnungen<br />
werden ganz genau<br />
gelesen. Und dann passiert es,<br />
dass es zu einer Aufregung bei<br />
Stromkunden kommt. Wie im<br />
Falle eines „Grazer“-Lesers, der<br />
in seiner Abrechnung der Energie<br />
Graz entdeckte, dass plötzlich<br />
der ursprünglich günstigere<br />
Nachttarif wesentlich teurer war<br />
als der sogenannte Tagtarif. Bei<br />
der Abrechnung der Strompreise<br />
ab <strong>November</strong> 2020 entdeckte<br />
der Leser in der Spalte „Heizung“<br />
8,50 Cent für die Kilowattstunde<br />
Nachtstrom und 6,25 Cent für die<br />
Kilowattstunde Tagstrom. Das<br />
führte zu Unmut, schließlich hatte<br />
der Leser schon vor vielen Jahren<br />
eine Umstellung von fossilen<br />
Brennstoffen auf Nachtstromöfen<br />
gemacht, und der günstigere<br />
Nachtstrom wurde vertraglich<br />
vereinbart. „Die geplante Preisanpassung<br />
mit Umkehr von Tagund<br />
Nachtstrompreisverhältnis<br />
ist somit eine Perversion des<br />
ökologischen Grundgedankens“,<br />
schreibt der Leser verwundert.<br />
Energie-Graz-Geschäftsführer<br />
Boris Papousek brachte schnell<br />
Licht ins Dunkel. Papousek: „Ein<br />
dummer Verwechslungsfehler<br />
in der Abrechnung. Die Tarifbezeichnungen<br />
Nachtstrom (NT)<br />
und Tagstrom (HT) wurden verwechselt.<br />
Wir werden uns bei<br />
dem Kunden entschuldigen und<br />
die Sachlage erläutern.“<br />
GF Boris Papousek konnte die Problematik<br />
schnell aufklären. ENERGIE GRAZ
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 15<br />
schockt Graz<br />
ARG. Ein Anti-Corona-<br />
Aufkleber, der dem Judenstern<br />
nachempfunden<br />
ist, schockiert und<br />
verärgert aktuell die<br />
Grazer. Er wird entfernt.<br />
Von Valentina Gartner<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Dass Aufkleber mit Sprüchen,<br />
Logos und Co im<br />
gesamten Grazer Stadtgebiet<br />
verklebt werden, ist nichts<br />
Neues. Dass manche dieser Sticker<br />
allerdings ethisch absolut<br />
nicht vertretbar sind und weit<br />
über die Grenzen gehen, schon.<br />
Am Eingang des Sportplatzes<br />
Muchargasse wurde genau<br />
ein solcher Aufkleber gesichtet.<br />
Es ist ein gelber Davidstern mit<br />
dem Schriftzug „Die Geschichte<br />
wird mich freisprechen“ und<br />
„Ungeimpft“. „Der Vergleich der<br />
Unterdrückung, Verfolgung oder<br />
Ermordung von Juden mit der<br />
jetzigen Covid-19-Pandemie<br />
und den von der Regierung erlassenen<br />
Maßnahmen ist absolut<br />
geschmacklos und verharmlost<br />
den Holocaust“, heißt es von<br />
der Antidiskriminierungsstelle<br />
Steiermark. Solch makabere Vergleiche<br />
sorgten in den letzten<br />
Monaten auch im Netz für Ärger<br />
und Empörung bei den Menschen.<br />
Corona-Skeptiker und Impfgegner<br />
greifen immer wieder<br />
zu drastischen Mitteln für ihre<br />
Propaganda. Dabei scheuen sie<br />
auch nicht die Verharmlosung<br />
von NS-Verbrechen.<br />
Auf Nachfrage des „Grazer“<br />
bei der Holding Graz wird zumindest<br />
dieser Sticker rasch entfernt;<br />
sollten andere gesichtet<br />
werden, kann man diese über<br />
die „Schau auf Graz“-App melden.
graz<br />
16 www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Tag gegen Gewalt an Frauen:<br />
„Die Intensität<br />
Bezirksvorsteher Helmuth Scheuch möchte das Grundstück neben dem Musterhauspark<br />
in Puntigam wieder für ein Schulprojekt ins Spiel bringen.<br />
STREET VIEW,<br />
Puntigam wünscht<br />
sich Bildungscampus<br />
SPANNEND. Nachdem es in Hart zu keiner Einigkeit<br />
in Sachen Grundstück kommt, möchte man<br />
den Bildungscampus in den Grazer Süden holen.<br />
Von Verena Leitold<br />
verena.leitold@grazer.at<br />
Am 28. Mai 2019 gab es ein<br />
Gespräch mit einem Vertreter<br />
des Bundesschulinspektorats,<br />
Bezirksvorsteher<br />
Helmuth Scheuch, einigen Gemeinderäten<br />
und den damaligen<br />
Grundstückseigentümern<br />
Werner und Karin Gröbl auf der<br />
oben rot eingerahmten Fläche<br />
zwischen Puntigamer Bahnhof<br />
und Ikea. Diese soll für einen<br />
Bundesschulneubau im Rahmen<br />
des Schulentwicklungsprogramms<br />
SCHEP als ideal bewertet<br />
worden sein, auch rechtliche<br />
Hindernisse gab es damals keine.<br />
Trotzdem entschied sich<br />
das Bildungsministerium, einen<br />
Bildungscampus (Volksschule,<br />
Gymnasium und eine Fachschule<br />
Elementarpädagogik für rund<br />
tausend Schüler) in Hart bei Graz<br />
zu verwirklichen. Vergangene<br />
Woche kam das vorläufige Aus<br />
von der Bildungsdirektion, da in<br />
der Gemeinde kein geeignetes<br />
Grundstück gefunden werden<br />
konnte, das von allen Parteien<br />
mitgetragen worden wäre.<br />
Deshalb möchte Bezirksvor<br />
steher Scheuch jetzt einmal<br />
mehr versuchen, den Bildungscampus<br />
nach Puntigam zu holen.<br />
„Es wäre eine absolute Bereicherung<br />
für den Bezirk. Wir haben<br />
bis jetzt noch kein Gymnasium“,<br />
argumentiert er.<br />
Und auch im Büro von Bildungsstadtrat<br />
Kurt Hohensinner<br />
wäre man offen für eine<br />
weitere neue Schule. „Das ist ein<br />
spannendes Projekt und wäre für<br />
den Süden von Graz sicher interessant.<br />
Aber die Entscheidung<br />
liegt beim Bund. Wir sind jedenfalls<br />
für Gespräche bereit.“<br />
Alles offen<br />
In der Bildungsdirektion möchte<br />
man das Projekt vorerst einmal<br />
pausieren und schauen, wie sich<br />
die Schülerströme auch durch<br />
die neuen Schulen in Reininghaus<br />
entwickeln. Aber in Hart ist<br />
der Bildungscampus noch nicht<br />
ganz gestorben, sollte sich ein<br />
passendes Grundstück finden.<br />
Der Grazer Süden bleibt ebenfalls<br />
Thema.<br />
Ob dann noch mit Werner<br />
Gröbl verhandelt werden wird,<br />
ist fraglich. Dieser verrät: „Die<br />
Karten wurden neu gemischt.“<br />
WICHTIG. Um gewaltbetroffene<br />
Frauen zu<br />
unterstützen, wurden<br />
„Übergangswohnungen“<br />
eingerichtet. Gewaltschutz<br />
funktioniert.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Donnerstag ist „Internationaler<br />
Tag zur Beseitigung<br />
von Gewalt gegen Frauen“<br />
– und wohl noch nie zuvor wurde<br />
dem Thema eine so große Aufmerksamkeit<br />
geschenkt. Was auch<br />
an den dramatischen Zahlen liegt,<br />
so wurden heuer laut den Autonomen<br />
Frauenhäusern schon 26<br />
Frauen ermordet, daneben gab es<br />
weitere 44 Mordversuche bzw. Fälle<br />
von schwerer Gewalt. Im Ganzen<br />
betrachtet steigen die Zahlen<br />
der Gewalt an Frauen laut der<br />
Leiterin des Grazer Frauenhauses,<br />
Michaela Gosch, immerhin nicht:<br />
„Was wir aber sehen, ist, dass die<br />
Schwere und Intensität zugenommen<br />
hat.“ Es kämen immer mehr<br />
Frauen, die sich schon seit Jahren<br />
in Gewaltsituationen befinden –<br />
was laut Gosch wiederum wohl<br />
Folge der verstärkten Aufmerksamkeit<br />
dem Thema gegenüber<br />
ist. „Damit steigt das Vertrauen in<br />
die Institutionen. Gewaltschutz<br />
funktioniert, man kann den Schritt<br />
wagen.“<br />
Brücke aus der Krise<br />
Um gewaltbetroffenen Frauen<br />
nachhaltig zu helfen, wurden vom<br />
Land Steiermark Mitte des Jahres<br />
fünf erste sogenannte „Übergangswohnungen“<br />
in Graz geschaffen<br />
– für Frauen, die nicht mehr im<br />
Frauenhaus betreut werden müssen,<br />
aber noch Unterstützung<br />
brauchen. Die letzte wird laut<br />
Gosch just in der kommenden<br />
Woche bezogen. „Damit schaffen<br />
wir für Frauen eine Brücke, um<br />
aus einer Krise herauszukom
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 17<br />
nimmt zu!“<br />
men. Ein eigenes Einkommen und<br />
leistbarer Wohnraum sind dafür<br />
sehr wichtig. Eine hohe Anzahl<br />
an Gewaltopfern kehrt aus ökonomischen<br />
Gründen wieder zum<br />
Partner zurück. Diesen Kreislauf<br />
müssen wir unterbrechen“, betont<br />
Soziallandesrätin Doris Kampus.<br />
Für einen wirklichen Fortschritt<br />
braucht es aber auch gesellschaftlichen<br />
Wandel. Gosch: „Gewalt<br />
ist niemals Privatsache, das wird<br />
noch viel zu oft so gesehen.“ Problematisch<br />
seien auch die sehr traditionellen<br />
Genderstrukturen in<br />
Österreich. „Die Basis für Gewaltfreiheit<br />
ist Machtgleichheit“, so die<br />
Leiterin des Grazer Frauenhauses.<br />
Doris Kampus<br />
Das Land um Soziallandesrätin Doris Kampus richtete Übergangswohnungen<br />
für gewaltbetroffene Frauen in Graz ein. Ein exklusiver Einblick. KK, PETER DRECHSLER
18 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
GU-Süd: Regionale<br />
Energieraumplanung<br />
Neun Lebens- und Sozialberater wurden<br />
in Graz ausgebildet. VITALAKADEMIE<br />
Erfolg mit der<br />
Vitalakademie<br />
■ Die Vitalakademie Graz mit<br />
Sitz im Sportzentrum Pachern<br />
ist eine anerkannte Institution in<br />
der Erwachsenenbildung. Jetzt<br />
haben neun Teilnehmer aus der<br />
Landeshauptstadt die staatlich<br />
anerkannte Ausbildung zum<br />
Diplomierten Lebens- und Sozialberater<br />
absolviert und mit<br />
Erfolg abgeschlossen. Kürzlich<br />
fand die feierliche Diplomübergabe<br />
statt. Die Absolventen werden<br />
künftig in Sozialeinrichtungen<br />
tätig sein oder machen sich<br />
in Sozialberufen selbstständig.<br />
NACHHALTIG. In der Klima- und Energiemodellregion GU-Süd werden Klimaschutz,<br />
Raumplanung und Energiepolitik gemeindeübergreifend gedacht.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
66 Prozent der Hauptgebäude<br />
in der Klima- und Energiemodellregion<br />
(KEM) GU-Süd, bestehend<br />
aus den Gemeinden Fernitz-Mellach,<br />
Gössendorf, Hart bei<br />
Graz, Hausmannstätten und Raaba-Grambach,<br />
werden mit fossiler<br />
Energie beheizt. Um 100 Prozent<br />
erneuerbare Wärmeversorgung<br />
bis 2040 zu erreichen, müssten pro<br />
Jahr über 202 Gebäude auf erneuerbare<br />
Wärmeversorgung umgestellt<br />
werden.<br />
Nun soll mit geeinter Front vorangegangen<br />
werden, dazu haben<br />
sich die Gemeinden zusammengetan<br />
– so wurde diese Woche auf<br />
Einladung von KEM-Managerin<br />
Claudia Rauner im Biomasse-<br />
Heizwerk der Nahwärme Fernitz<br />
das Konzept der „Regionalen Energieraumplanung“<br />
präsentiert. „Gemeindeübergreifende<br />
Projekte wie<br />
Nah- und Fernwärmenetze, neue<br />
Radschnellwege, Gewerbegebiete<br />
sowie Grünraum- und Erholungsachsen<br />
bedürfen einer regionalen<br />
Abstimmung mit der Siedlungsentwicklung“,<br />
betonte Rauner.<br />
Zukunftskonzept<br />
Im seit 2019 andauernden Prozess<br />
wurden die „Sachbereichskonzepte<br />
Energie“ der Gemeinden<br />
vom Raumplanungsexperten Roland<br />
Kloss zu einem regionalen<br />
Konzept zusammengefasst. Darin<br />
werden einige Maßnahmen vorgeschlagen,<br />
beispielsweise die<br />
Definition und Abgrenzung von<br />
Vorranggebieten für Fernwärme<br />
und energiesparende Mobilität.<br />
„Die Siedlungsentwicklung ist in<br />
den Vorranggebieten derart zu gestalten,<br />
dass sich energiesparende<br />
und erneuerbare Infrastruktur<br />
rechnet und realisierbar ist“, heißt<br />
es weiters. Das Konzept zeigte<br />
auch Potenziale von Zusammenschlüssen<br />
von Nahwärmenetzen,<br />
wie zwischen Fernitz und Haus-<br />
mannstätten, sowie einer Erweiterung<br />
nach Gössendorf auf. Das<br />
Sachbereichskonzept soll künftig<br />
ein Handlungsleitfaden sein, die<br />
Ergebnisse werden verbindlich in<br />
die Örtlichen Entwicklungskonzepte<br />
implementiert.<br />
Schon jetzt passiert einiges in den<br />
Gemeinden. Für Hart bei Graz verwies<br />
Vizebürgermeister Jakob Binder<br />
auf den verhängten Baustopp<br />
im Zentrum, Raaba-Grambachs<br />
Bürgermeister Karl Mayrhold erzählte<br />
von laufenden Planungen<br />
für den Nahverkehrsknoten am<br />
Bahnhof Raaba. Matthias Jandl<br />
vom Bauamt Hausmannstätten<br />
berichtete von der Heizungsumstellung<br />
des Gemeindezentrums<br />
auf ein Biomasse-Heizwerk, Fernitz-Mellachs<br />
Vizebürgermeister<br />
David Ziegler wiederum vom Anschluss<br />
von Gemeindegebäuden<br />
an lokale Biomasse-Nahwärmenetze.<br />
In Gössendorf setzt man laut<br />
Gemeinderat Johannes Ulrich<br />
stark auf Energieberatungen.<br />
Michael Feiertag wird zweiter STG-<br />
Geschäftsführer. STMK TOURISMUS/LODER<br />
Feiertag wird STG-<br />
Geschäftsführer<br />
■ Michael Feiertag wird ab 1.<br />
Jänner den neuen Geschäftsbereich<br />
„Standortmarketing“ in<br />
der Steirischen Tourismus und<br />
Standortmarketing GmbH (STG)<br />
als Geschäftsführer leiten. Der<br />
Ex-Sprecher von Landeshauptmann<br />
Hermann Schützenhöfer,<br />
der seine Karriere beim<br />
„Grazer“ begann, wurde zuvor<br />
von der Hearing-Kommission<br />
als geeignetster Kandidat empfohlen.<br />
Seit Jänner war Feiertag<br />
als Prokurist im STG tätig.<br />
Südlich von<br />
Graz geht<br />
man neue<br />
Wege in der<br />
gemeindeübergreifenden<br />
Zusammenarbeit,<br />
Gemeindevertreter<br />
berichteten<br />
von bereits<br />
Gelungenem.<br />
Im<br />
Bild: 2.<br />
Vizebürgermeister<br />
von<br />
Fernitz-<br />
Mellach<br />
David<br />
Ziegler.<br />
GETTY, ANNA HÖLLER
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 19
20 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Telefonzellen als Stromtankstellen<br />
COOL. Laut dem neuen Telekomgesetz gehören Telefonzellen demnächst der Vergangenheit an. In<br />
Graz werden alte nach und nach umfunktioniert – zur Tankstelle, zum Bücherregal oder Kunstwerk.<br />
Von Valentina Gartner<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Hier und da erspäht man in<br />
Graz noch einen Glaskasten<br />
mit einem historisch<br />
aussehenden Schnurtelefon im<br />
Inneren – ja genau, die Rede ist<br />
von Telefonzellen. Wenn manch<br />
einer glaubt, jene kommen gar<br />
nicht mehr in Gebrauch, irrt<br />
tatsächlich. Immerhin gibt es in<br />
Graz noch 199 Stück.<br />
„Fest steht, dass der Bedarf<br />
an Telefonzellen im Laufe der<br />
vergangenen Jahre auf Grund<br />
der hohen Mobilfunkdichte immer<br />
stärker zurückgegangen<br />
ist“, bestätigt Sigrid Bachinger,<br />
Sprecherin der A1 Telekom<br />
Austria AG. Laut ihr sind die<br />
Nutzer – man glaubt es kaum –<br />
aber hauptsächlich Jugendliche,<br />
Handybesitzer mit leerem oder<br />
beschädigtem Akku, Menschen<br />
mit geringem Einkommen und<br />
sehr oft Touristen. Die kürzlich<br />
beschlossene Novelle des Telekomgesetzes<br />
(TKG) bringt nun<br />
aber das endgültige Ende der<br />
Telefonzellen, im Gesetz werden<br />
sie gar nicht mehr erwähnt.<br />
Was passiert jetzt mit den letzten<br />
verbliebenen? Wann und wie<br />
viele Telefonzellen nach Inkrafttreten<br />
des neuen TKG abgebaut<br />
werden, ist noch offen. Fest steht<br />
aber: Sie finden, wenn möglich,<br />
ein zweites „Leben“. In Graz<br />
wurden bereits sechs von ihnen<br />
umfunktioniert: zwei wurden zu<br />
Stromtankstellen, zwei zu Paket-<br />
stationen und zwei zu Bücherzellen.<br />
Für E-Autos<br />
Seit Mai 2010 hat A1 in Österreich<br />
40 Ladestationen für E-Fahrzeuge<br />
errichtet, bei uns in der Keplerstraße<br />
108 und in der Exerzierplatzstraße<br />
34. In Hinblick auf den<br />
aktuellen E-Auto-Boom dürften<br />
solche Telefonzellen Überhand<br />
gewinnen. Eine aktuelle Analyse<br />
des Verkehrsclub Österreich<br />
(VCÖ) hat gezeigt: Während im<br />
Jahr 2020 in der Steiermark insgesamt<br />
6,2 Prozent der neu zuge-<br />
Telefonieren und dabei gleichzeitig sein E-Auto tanken: Das kann man<br />
bereits mit einer Telefon-Tankstelle in der Exerzierplatzstraße. KK/GOOGLE STREETVIEW<br />
lassenen Pkw Elektroautos waren,<br />
sind es heuer in den ersten zehn<br />
Monaten bereits 12,6 Prozent –<br />
sprich doppelt so viele. Der Trend<br />
wird in der Zukunft weiter ansteigen.<br />
Gerade in Arbeit: „Wir stellen<br />
gerne unsere Telefonzellen als<br />
Defi-Standorte zur Verfügung.<br />
Denn Defibrillatoren und Telefonzellen<br />
ergänzen einander gerade<br />
bei Notfällen sehr gut. Mit dem<br />
Defibrillator bekommt die Telefonzelle<br />
eine wichtige Rolle in der<br />
Rettungskette. Außerdem kann<br />
man die Notrufnummern kostenlos<br />
anrufen.“<br />
Bücherzellen kennt man in<br />
Graz und Umgebung mittlerweile<br />
schon; wenn eine Gemeinde Interesse<br />
hat, werden sie zur Verfügung<br />
gestellt. „Auch für Kunst- und Kulturprojekte<br />
stellen wir gerne nicht<br />
mehr benötigte Telefonzellen zur<br />
Verfügung“, so die Expertin.<br />
In der Nibelungengasse wurde<br />
erst vor kurzem eine Telefonzelle<br />
demoliert. Weil es sich nicht mehr<br />
rentiert, sie zu reparieren, wird sie<br />
mit Ende des Monats entfernt. Das<br />
gilt auch für andere beschädigte<br />
Modelle.<br />
<br />
Telefonzellen-Geschichte<br />
Die k. k. Post bewilligte nach der<br />
Jahrhundertwende die ersten<br />
„Telephonautomaten“ nach<br />
einem Patent des Ingenieurs<br />
Robert Bruno Jentzsch. Der erste<br />
Münzfernsprecher ging am 17.<br />
August 1903 am (damaligen)<br />
Wiener Südbahnhof in Betrieb.<br />
20 Heller kostete ein Anruf.<br />
Ab 1907 durften Telefonautomaten<br />
auch in Kaffeehäusern aufgestellt<br />
werden. Zwischen 1903<br />
und 1909 wurden in Bahnhöfen,<br />
Kaffeehäusern und in öffentlichen<br />
Gebäuden österreichweit<br />
97 Telefonautomaten aufgestellt.<br />
Ab 1909 durften Fernsprechapparate<br />
in Kiosken auch auf der<br />
Straße errichtet werden.<br />
Erste Domkapellmeisterin in Graz<br />
■ Die Grazer Dommusik erhält<br />
eine neue Domkapellmeisterin.<br />
Das Auswahlgremium<br />
für die Nachfolge des<br />
langjährigen Domkapellmeisters<br />
Josef M. Döller hat<br />
unlängst Melissa Dermastia<br />
als Domkapellmeisterin nominiert.<br />
Die Kärntnerin wird<br />
nach dem Wechsel ihres Vorgängers<br />
in den Ruhestand mit<br />
Anfang des Jahres 2023 ihre<br />
Grazer Berufung aufnehmen.<br />
Die Kärntner Kirchenmusikerin<br />
Melissa Dermastia<br />
TOBIAS BAST<br />
HTS 2025+: Neue Strategie präsentiert<br />
■ Ausgehend von den weiter<br />
wachsenden Schwerpunktfeldern<br />
Medizintechnik sowie Pharma<br />
und Biotechnologie entwickelt<br />
der steirische Humantechnologie-<br />
Cluster ein neues Schwerpunktfeld:<br />
Gesundheit und Nachhaltigkeit.<br />
Erarbeitet wurde die Strategie<br />
„HTS 2025+“ im Rahmen eines<br />
mehrere Monate dauernden Prozesses<br />
auf Basis der konkreten Anforderungen<br />
aus Wirtschaft und<br />
Forschung.<br />
J. Harer (GF Human.technology<br />
Styria) & M. Pichler (Projektleiter)<br />
HTS/SCHIFFER
22 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
In wenigen Wochen soll der Tennisclub in Stattegg ganz in Weiß gehalten<br />
sein und der Bevölkerung über den Winter als Eislaufplatz dienen.GEMEINDE STATTEGG<br />
Stattegg: Eislaufplatz und<br />
neuer Verbindungsweg<br />
TOLL. In Stattegg investiert man im Winter kräftig,<br />
vor allem die jungen Bürger sollen profitieren.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
In Stattegg wird, so viel wurde<br />
in der letzten Gemeinderatssitzung<br />
klar, kräftig investiert.<br />
Vor allem den jungen Gemeindebürgern<br />
soll das zugutekommen.<br />
So wird einerseits ein mobiler Eislaufplatz<br />
angeschafft – jenem am<br />
Dach des Grazer Citypark nicht<br />
unähnlich –, andererseits ein<br />
wichtiger Verbindungsweg gebaut,<br />
der für mehr Sicherheit für<br />
Schulkinder sorgen soll.<br />
Wie echtes Eis<br />
Winterzeit ist, wenn nicht gerade<br />
Lockdown ist, für viele Menschen<br />
Eislauf-Zeit. Im Dezember<br />
will man in Stattegg nun einen<br />
mobilen Eislaufplatz errichten,<br />
der Kauf wurde im Gemeinderat<br />
einstimmig beschlossen. „Um der<br />
Stattegger Bevölkerung im Winter<br />
eine Eislaufmöglichkeit bei jedem<br />
Wetter zu ermöglichen, wird ein<br />
mobiler Eislaufplatz angekauft<br />
und auf dem Gelände des Tennisclubs<br />
errichtet“, freut sich Bürgermeister<br />
Andreas Kahr-Walzl.<br />
Dabei wird auf ein einzigartiges<br />
System zurückgegriffen, dessen<br />
Kunststoffbelag weltweit der ein-<br />
zige ist, der von der IFI (Internationaler<br />
Stocksportverband) für<br />
den Stocksport als Sportbelag zugelassen<br />
ist. Ingesamt werden für<br />
die etwa 360 Quadratmeter Fläche<br />
rund 100.000 Euro investiert.<br />
Neuer Weg<br />
Nicht geschlossen werden im<br />
Lockdown die Schulen. In Stattegg<br />
wird nun ein jahrelanges<br />
Problem für Schüler gelöst: So<br />
fehlte stets ein Verbindungsweg<br />
zwischen der Eichbergstraße<br />
und dem Rebenweg. Viele Kinder<br />
gingen tagtäglich kreuz und quer<br />
über landwirtschaftliche Flächen<br />
– oder mussten großräumig ausweichen.<br />
Nun werden von der<br />
Gemeinde die nötigen Grundflächen<br />
angekauft, um einen Verbindungsweg<br />
zu bauen. „Der zwei<br />
Meter breite Streifen soll geschottert<br />
und mit einem Zaun versehen<br />
werden. Damit gibt es eine zeitsparende<br />
und vor allem auch eine<br />
verkehrssichere Verbindung<br />
vom Eichberg zur Volksschule<br />
und zur Bushaltestelle“, so Kahr-<br />
Walzl. Bis Anfang 2022 soll der<br />
Weg benützbar sein, die Kosten<br />
sollen sich auf etwa 40.000 Euro<br />
– inklusive Grundstücksablösen<br />
– belaufen.<br />
Insektenhotels dieser Art sollen die Wälder von Ries schon bald beherbergen.<br />
Sie sollen Kleintieren die Möglichkeit zum Unterschlupf bieten. KK<br />
Gemeinsam bauen:<br />
Insektenhotels für Ries<br />
COOL. Im Bezirk Ries werden bald Hotels für<br />
Insekten aufgestellt. Die Bewohner packen an.<br />
Von Valentina Gartner<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Im Grazer Bezirk Ries lässt<br />
sich der jetzige Bezirksvorsteher,<br />
Josef Schuster,<br />
immer wieder Aktionen für<br />
die Bewohner einfallen. Im<br />
Sommer dieses Jahres<br />
sorgte vor allem die<br />
sogenannte Nistkasten-Aktion<br />
für strahlende<br />
Augen bei Jung<br />
und Alt. Sie<br />
sollten Rückzugsorte<br />
für die<br />
Singvögel der<br />
Stadt werden – und<br />
das mit Erfolg. „Wir<br />
haben über 100 Häuschen<br />
gemacht und aufgehängt.<br />
Was eigentlich klein begonnen<br />
hat, hat so schnell Anklang gefunden,<br />
dass die Rieser selbst<br />
auch welche bauten und mit mir<br />
aufgehängt haben“, freut sich<br />
Schuster.<br />
Hotels für Insekten<br />
Solche Erfolge will man feiern,<br />
und deswegen steht auch schon<br />
das nächste tierische Projekt in<br />
den Startlöchern. „Wir möchten<br />
Josef Schuster<br />
wieder selbst anpacken und gemeinsam<br />
Kästen bauen. Diesmal<br />
werden es aber Insektenhotels,<br />
die dann in den Wäldern<br />
aufgestellt werden sollen“, verrät<br />
der Bezirksvorsteher. Mit seinen<br />
Aktionen will Schuster außerdem<br />
die Menschen wieder näher<br />
zur Natur bringen. „Wir<br />
ermöglichen mittlerweile<br />
vieles, was<br />
mit der Natur zu<br />
tun hat. Machen<br />
Workshops mit<br />
den Kleinsten bei<br />
Bauernmärkten<br />
und Co, damit sie<br />
wissen, woher zum<br />
Beispiel die Milch<br />
kommt und wie Landwirtschaft<br />
funktioniert“,<br />
ergänzt der Grazer.<br />
Mit den Insektenhotels sollte<br />
noch heuer gestartet werden,<br />
aufgrund der aktuellen Situation<br />
und des morgen in Kraft<br />
tretenden Lockdowns wird sich<br />
das gemeinsame Werkeln aber<br />
wohl noch verzögern. Finanziert<br />
werden die Materialien zum Teil<br />
aus dem Bezirksbudget, aber<br />
auch Materialien aus dem Wald<br />
und Sachspenden der Bewohner<br />
werden verwendet.
24 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Forschungsprojekt zeigt:<br />
Die Normalität der<br />
Elke Kahr und David Hinteregger<br />
von ISTmobil<br />
STADT GRAZ/FISCHER<br />
GUSTmobil<br />
wird günstiger<br />
■ Seit Mitte Oktober 2019 gibt<br />
es das Sammeltaxi-System<br />
GUSTmobil in Graz mit dem<br />
Ziel, weiße Flecken im Öffi-<br />
Netz abzudecken. Viele Gebiete<br />
haben so eine bessere Anbindung<br />
erhalten. Nun wurde<br />
beschlossen, den bisherigen<br />
Pilotbetrieb mit der Grazer Betreiberfirma<br />
IST-mobil GmbH<br />
bis April 2024 zu verlängern.<br />
Gleichzeitig erfolgt die Integration<br />
in den Verkehrsverbund,<br />
was für Zeitkartenbesitzer den<br />
Fahrtpreis halbiert.<br />
Martina Schmidhuber<br />
Viele Kinder müssen schon früh sehr „erwachsene“ Aufgaben übernehmen. Ein Projekt erforschte ihre Situation.GETTY, KARIN BECKER/KORTIZES.DE
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 25<br />
ARG. Tausende Kinder<br />
pflegen ihre Eltern. Ein<br />
Forschungsprojekt der<br />
Uni Graz erarbeitete, was<br />
das mit ihnen macht und<br />
wie man helfen kann.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Kaum Sozialkontakte, keine<br />
Freunde treffen, ein wenig<br />
geregeltes Leben: Die<br />
Rede ist in diesem Fall ausnahmsweise<br />
nicht vom kommenden<br />
Lockdown, sondern von der Lebensrealität<br />
vieler Kinder, auch<br />
in vermeintlich „normalen“ Zeiten.<br />
„Österreichweit pflegen weit<br />
über 40.000 Kinder ihre Eltern“,<br />
berichtet Medizinethikerin Martina<br />
Schmidhuber vom Institut<br />
für Moraltheologie der Universität<br />
Graz. Vor einiger Zeit stieß sie im<br />
unsichtbaren Kinder<br />
Digitaler Graz-<br />
Gutschein 2022<br />
Zuge ihrer Forschung zu Alzheimer-Demenz<br />
auf das Thema – und<br />
erkannte schnell, dass es wenig<br />
dazu gibt. Gemeinsam mit Sozialethiker<br />
Thomas Gremsl vom Institut<br />
für Ethik und Gesellschaftslehre<br />
forschte sie nun seit März in<br />
einem von der Stadt geförderten<br />
Projekt an den Problemstellungen<br />
dieser Kinder, sogenannten<br />
„Young Carers“ – und an Unterstützungsmöglichkeiten.<br />
Die Ergebnisse<br />
wurden nun präsentiert.<br />
Kaum zu finden<br />
Im Rahmen des Projekts wurden<br />
Interviews mit ehemaligen „Young<br />
Carers“ aus Graz geführt; eines der<br />
Vorhaben, die Anzahl der betroffenen<br />
Kinder in Graz zu erheben, gelang<br />
aber nicht. „Das war aufgrund<br />
der schweren Erreichbarkeit unserer<br />
Zielgruppe nicht möglich und<br />
zeigt sehr deutlich, wie ‚versteckt‘<br />
Young Carers sind, die sich oftmals<br />
selbst gar nicht als solche verstehen“,<br />
so Schmidhuber.<br />
Letzteres war auch ein zentrales<br />
Forschungsergebnis: Den Kindern<br />
fehlt oft das Bewusstsein für<br />
die eigene Situation – es ist ihre<br />
Normalität. Oft fehlt aber auch die<br />
Bereitschaft, darüber zu reden,<br />
es schleicht sich ein „Gefühl des<br />
Verrats“ ein. Mittelfristig würden<br />
die Kinder zu schnell erwachsen,<br />
oft entstehen daraus wiederum<br />
psychische Probleme. Schmidhuber:<br />
„Wenn Minderjährigen<br />
die Gelegenheit genommen wird,<br />
Kind zu sein, behindert sie das in<br />
ihrer Entwicklung und hat massive<br />
Auswirkungen auf ihr gesamtes<br />
Leben.“<br />
Im Projekt wurden auch Unterstützungsmöglichkeiten<br />
erarbeitet,<br />
die in Workshops mit Politikern<br />
und NGOs thematisiert<br />
werden. Dazu gehört eine Website<br />
zur Informationsbeschaffung, die<br />
Schaffung von Möglichkeiten zum<br />
Austausch mit anderen Young Carers<br />
sowie kostenlose psychische<br />
Betreuung.<br />
■ Aktuell rüsten sich die mehr<br />
als 700 Partnerbetriebe des<br />
GrazGutscheins für das bevorstehende<br />
Weihnachtsgeschäft.<br />
Um die Kräfte vor dem Hintergrund<br />
des Lockdowns zu bündeln,<br />
hat das Citymanagement<br />
der Holding Graz entschieden,<br />
den eigentlich für heuer geplanten<br />
digitalen GrazGutschein<br />
erst nächstes Jahr auszurollen.
26 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Neu in GU: Aus alten<br />
CONNY LEITGEB<br />
G. Koch, E. Radinger, S. Birnstingl,<br />
H. Artner und H. Schreiner<br />
176.050 Euro für<br />
Licht ins Dunkel<br />
■ Die alljährliche Auftaktgala<br />
zugunsten der Aktion „Licht ins<br />
Dunkel“, veranstaltet von Grazetta<br />
und der Technopark Raaba<br />
Holding, erzielte mit 176.050<br />
Euro ein in der Steiermark bis<br />
dato noch nie erzieltes Rekordergebnis.<br />
Versteigert wurden 28<br />
Exponate, Höchstgebote erzielten<br />
dabei der „Smiley“ von Tom<br />
Lohner mit 36.000 Euro und ein<br />
Bild von Günter Brus mit 20.000<br />
Euro. Zu Gast waren auch ÖFB-<br />
Nationaltrainer Franco Foda<br />
und Eva Radinger, Geschäftsführerin<br />
des Vereins „Licht ins<br />
Dunkel“.<br />
Geschäfts<br />
Börse<br />
www.grazer.at<br />
Im Jänner soll der „Möbelheld“ in Seiersberg eröffnen, die Vorbereitungen laufen gerade auch Hochtouren. KK (2)<br />
Hart bei Graz:<br />
Fairteiler, Radwege & Co<br />
J. Herk, B. Eibinger-Miedl, F. Girardoni,<br />
C. Leitner und T. Hopf LUNGHAMMER<br />
16 Schigebiete<br />
ausgezeichnet<br />
■ Das Steirische Pistengütesiegel,<br />
der „Oscar“ der Seilbahnbetriebe,<br />
ging heuer an 16<br />
steirische Schigebiete. Ausgezeichnet<br />
wurden unter anderem<br />
das Schigebiet „Brunnalm Hohe<br />
Veitsch“, die „Präbichl Bergbahnen“<br />
und die Gaaler Lifte. Für<br />
Letztere nahm Geschäftsführer<br />
Thomas Hopf das Gütesiegel<br />
entgegen. „Das Pistengütesiegel<br />
steht für höchste Qualität,<br />
Sicherheit und Vertrauen am<br />
Berg“, gratulierte WKO-Fachgruppenobmann<br />
Fabrice<br />
Girardoni den Schigebieten.<br />
ENGAGIERT. In Hart bei<br />
Graz tut sich abseits<br />
der Bildungscampus-<br />
Debatten einiges. In der<br />
Gemeinderatssitzung<br />
waren auch Verkehr und<br />
Fairteiler Thema.<br />
■ Nach der überraschenden Absage<br />
der Bildungsdirektion bezüglich<br />
des in Hart bei Graz geplanten<br />
Bildungscampus war die Sache<br />
auch Thema im Gemeinderat,<br />
gleichzeitig beschäftigte man sich<br />
aber vor allem mit Zukunftsprojekten<br />
– und anderen Erneuerungen.<br />
Beispielsweise wurde mit Petra<br />
Winkler eine neue Gemeinderätin<br />
angelobt, nachdem Sportaus-<br />
Diese Woche kamen in der Gemeinderatssitzung in Hart einige Themen auf. STREET VIEW<br />
schussobmann Michael Maunz<br />
sein Mandat aus familiären Gründen<br />
zurückgelegt hatte. Thema<br />
war auch der neue Fairteiler in der<br />
Gemeinde – über den jeder genießbare<br />
Lebensmittel, die nicht<br />
mehr unbedingt gebraucht werden,<br />
mit anderen teilen kann.<br />
Auch der Verkehr wurde zum<br />
Thema – so wurde die Planung<br />
des ersten Teiles des Radwegs vom<br />
Raaba Kreisverkehr bis zum Gasthaus<br />
Linde vom Land ausgeschrieben,<br />
2023 soll außerdem der neue<br />
Plan für den öffentlichen Verkehr<br />
in Betrieb gehen. Die Gemeinde<br />
arbeitet an Verbesserungen, beispielsweise<br />
an einer Anbindung<br />
im Viertelstundentakt zum Jakominiplatz.<br />
Auch das Klimaticket<br />
wird gefördert, die Jahreskarte für<br />
die Steiermark kostet für Gemeindebürger<br />
365 Euro.<br />
2022 muss mit der Revision/<br />
Überarbeitung des örtlichen Entwicklungskonzepts<br />
begonnen<br />
werden, ein Raumplanungsbüro<br />
wurde mit dem Prozess beauftragt.
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 27<br />
Möbeln neue machen<br />
COOL. In Seiersberg<br />
eröffnet im Jänner<br />
der Möbelheld. Die<br />
AlphaTauri-Eröffnung<br />
verzögert sich wegen<br />
des Lockdowns.<br />
Von Valentina Gartner & Tobit Schweighofer<br />
redaktion@grazer.at<br />
Nachhaltigkeit ist ein Thema,<br />
das nicht nur wichtiger<br />
denn je ist, sondern<br />
mittlerweile auch präsenter als je<br />
zuvor. Das Motto „Aus alt mach<br />
neu“ setzt sich in immer mehr<br />
Firmen durch und lässt tolle<br />
Konzepte entstehen. So auch gerade<br />
von Jürgen Labugger, der<br />
den sogenannten „Möbelheld“<br />
ins Leben gerufen hat.<br />
„Ich hole gut erhaltene Gebrauchtmöbel<br />
von Privatkunden,<br />
welche solche verschenken<br />
beziehungsweise sehr günstig<br />
verkaufen, ab, lagere sie in meiner<br />
Halle beziehungsweise meinem<br />
Verkaufsraum in Seiersberg,<br />
reinige die Möbel oder führe<br />
auch kleine kosmetische Arbeiten<br />
durch, fotografiere die Waren<br />
und stelle sie anschließend<br />
auf meiner Homepage online“,<br />
erklärt Labugger. Diese dann<br />
wieder neuen Möbel kann man<br />
sich ab 10. Jänner 2022 an jedem<br />
ersten Wochenende im Monat<br />
direkt vor Ort in der Kärntner<br />
Straße 573 in Seiersberg ansehen<br />
und erstehen.<br />
„Sollte man auf meiner Homepage<br />
nicht fündig werden, gibt<br />
es zusätzlich mit einem Kontaktformular<br />
die Möglichkeit, für<br />
gewisse Möbel anzufragen, welche<br />
dann auf Auftrag organisiert<br />
werden können“, schildert der<br />
Möbelretter sein einzigartiges<br />
Angebot. Garderoben, Couches,<br />
Esstische, Stühle, Betten, Kleiderschränke,<br />
Regale, Kommo-<br />
den, Badmöbel und mehr – man<br />
findet dann alles, was man zum<br />
Wohnen braucht.<br />
Red-Bull-Store<br />
Bereits seit Sommer laufen die<br />
Umbauarbeiten hinter verklebten<br />
Schaufenstern auf Hochtouren:<br />
Am 2. Dezember hätte Red<br />
Bull seinen „AlphaTauri“-Store<br />
im Grazer Rathaus feierlich eröffnen<br />
sollen, aufgrund des Lockdowns<br />
muss die Party wohl warten.<br />
Die Verkaufsfläche war dem<br />
Weltkonzern zu klein, deswegen<br />
erwartet die Kunden ein vergrößerter<br />
Store samt noch mehr Klamotten<br />
und Co zum Shoppen.<br />
Sowohl im Citypark als auch im<br />
Murpark hat kürzlich die Billig-Kette<br />
aus Polen „Pepco“ einen Store<br />
eröffnet. Es gibt Kleidung für die<br />
ganze Familie, von Socken bis zur<br />
Oberbekleidung, Haushaltsartikel,<br />
dekorative Accessoires – ganzjährig<br />
und saisonal, Tieraccessoires,<br />
Spielwaren und Schreibwaren.<br />
Kinderfilmfestival hätte gerade<br />
sein sollen, auf 2022 verschoben<br />
Kinderfilmfestival<br />
verschoben<br />
GETTY<br />
■ Aufgrund der momentanen<br />
Infektionslage und des<br />
bevorstehenden Lockdowns<br />
hat sich das Team des Kinderfilmfestivals<br />
entschieden, es<br />
komplett in den Februar 2022<br />
zu verschieben. Keinesfalls will<br />
es dem Kinoerlebnis eine komplette<br />
Absage erteilen und hat<br />
bereits einen neuen Termin<br />
festgesetzt, an dem das Festival<br />
nachgeholt wird: Das 13. Internationale<br />
Kinderfilmfestival<br />
findet von 11. bis 19. Februar<br />
2022 statt.
30 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Rätsel-Lösung vom 14.11.<strong>2021</strong><br />
H S K P T G<br />
V O I C E S O F S P I R I T<br />
C H A C K E H E I N O<br />
S H A W H O R T F N E<br />
W I E L A N D G E G E N<br />
W A D I U E D E N V U<br />
S E N D E R B I T T E N<br />
S B E N I N D A L G<br />
F E T E S E J O L L Y<br />
R A R T U M O R I N N<br />
S R G E U S F D E O<br />
C A B R I O E<br />
B H A I N S F Lösung:<br />
U C T H U B SUED-<br />
A T A H U A L P A TIROLER<br />
Lösung:<br />
E Z B A U P C SUEDTIROLER<br />
PLATZ<br />
T O L L E H<br />
Arche Noah: Noch<br />
Sudoku-Lösung<br />
vom <strong>21.</strong>11.<strong>2021</strong><br />
8 1 7 3 6 4 5 9 2<br />
9 2 3 5 7 8 6 1 4<br />
6 5 4 2 1 9 8 3 7<br />
4 7 8 9 2 6 1 5 3<br />
3 6 5 1 4 7 9 2 8<br />
1 9 2 8 3 5 7 4 6<br />
2 8 6 4 9 1 3 7 5<br />
7 3 1 6 5 2 4 8 9<br />
5 4 9 7 8 3 2 6 1<br />
Jetzt machen die ehrenamtlichen Spaziergänger der Arche Noah mobil und wollen das Tierheim retten.<br />
ARCHE NOAH
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 31<br />
ist Untergang zu stoppen<br />
DRUCK WÄCHST. Nach<br />
dem Tierheim Arche<br />
Noah selbst machen jetzt<br />
freiwillige Helfer mobil,<br />
sie wollen die Arche vor<br />
ihrem Untergang retten.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
Krisensitzungen und Vorsprachen<br />
beim Land Steiermark<br />
gab es schon und<br />
der Geschäftsführer des Grazer<br />
Tierschutzvereins Arche Noah<br />
Charly Forstner hat auch schon<br />
versucht, die Öffentlichkeit zu<br />
mobilisieren. Jetzt treten auch<br />
die vielen ehrenamtlichen sogenannten<br />
„Spaziergänger und Spaziergängerinnen“<br />
auf den Plan.<br />
Das sind jene Helfer, die freiwillig<br />
mit den Hunden spazieren gehen<br />
und auch die Katzen freiwillig betreuen.<br />
Sie sehen die traditionelle<br />
Tierschutzeinrichtung in Gefahr<br />
und fürchten, dass es, wenn es<br />
ganz eng werden sollte, Tiere eingeschläfert<br />
werden müssen. Doris<br />
Lueger stellvertretend für die anderen<br />
freiwilligen Spaziergänger:<br />
„Die Fronten zwischen dem Land<br />
und der Arche scheinen verhärtet,<br />
doch die Schwächsten, nämlich<br />
die Tiere, dürfen keinesfalls die<br />
Leidtragenden sein. Ich bin dennoch<br />
zuversichtlich, denn die Einwohner<br />
von Graz sind tierlieb, die<br />
haben die Arche Noah noch nie im<br />
Stich gelassen.“<br />
400.000 Euro nötig<br />
Es geht um viel Geld, das der Arche<br />
fehlt und das das Land vorerst<br />
nicht zahlen will. Unterm Strich<br />
benötigt die Arche einen Zuschuss<br />
von mindestens 400.000 Euro, damit<br />
der Betrieb nach <strong>November</strong><br />
auch weiter aufrecht erhalten wer-<br />
den kann. Charly Forstner: „Unser<br />
Problem ist, dass das Land für<br />
den laufenden Betrieb der Arche<br />
635.000 Euro zahlt, die tatsächlichen<br />
Kosten allerdings bei 1,6 Millionen<br />
Euro liegen. Dazu mussten<br />
wir vom Vorgänger Herbert Oster<br />
rund 500.000 Euro an Schulden<br />
übernehmen, und wie es aussieht,<br />
droht jetzt auch noch aus dieser<br />
Zeit eine Steuer- und Gebietskrankenkasse-Strafzahlung<br />
von insgesamt<br />
einer weiteren halben Million<br />
Euro. Das geht sich vorne und<br />
hinten nicht aus. Wir haben 23 angestellte<br />
Mitarbeiter, die Lohnkosten<br />
allein betragen 700.000 Euro.<br />
Wir arbeiten transparent, können<br />
alles offenlegen und arbeiten mit<br />
außenstehenden Steuerberatern.“<br />
Im Büro des für den Tierschutz<br />
zuständigen Landesrats Anton<br />
Lang, SP, kennt man die Problematik.<br />
Forstner habe vorgesprochen,<br />
es liegen aber keine schriftlichen<br />
Unterlagen vor, heißt es. „Wir<br />
Tierschutzreferent Anton Lang<br />
fördern in der Steiermark den Tierschutz<br />
wesentlich höher als andere<br />
Bundesländer. Im konkreten<br />
Fall bräuchten wir die Unterlagen,<br />
die besagen, dass eine konkrete<br />
Bedrohung des Fortbestandes der<br />
Arche Noah vorliegt. Um die Tiere<br />
jedenfalls braucht sich niemand<br />
Sorgen zu machen, die werden in<br />
jedem Fall versorgt.“<br />
KK<br />
Wohnstraße für Sigmundstadl<br />
FORDERUNG. Um die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, gibt es aus dem Bezirksrat von<br />
Lend die Forderung nach der Einrichtung einer verkehrsberuhigten Wohnstraße am Sigmundstadl.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
Noch ist der Grazer Bezirksvorsteher<br />
Wolfgang<br />
Krainer, VP, im Bezirk<br />
Lend im Amt. Corona hat auch<br />
der nach dem Regierungswechsel<br />
in der Stadt Graz notwendigen<br />
Bezirksratswahl einen Strich<br />
durch die Rechnung gemacht.<br />
Daher verfolgt Krainer seine eingebrachten<br />
Anträge weiter.<br />
Einer liegt dem Kommunalpolitiker<br />
besonders am Herzen,<br />
es geht um die Errichtung einer<br />
verkehrsberuhigten Wohnstraße<br />
„Am Sigmundstadl“.<br />
30 Wohneinheiten<br />
Krainer: „Die Stadt Graz setzt seit<br />
dem Jahr 2010 wieder Wohnstraßen<br />
als ein Mittel der Verkehrsplanung<br />
ein, um in Straßenzügen<br />
mit vorwiegend Wohnnutzung<br />
eine Steigerung der Lebensqualität<br />
für Anrainer erreichen zu können.<br />
Ob eine Straße als Wohnstraße<br />
grundsätzlich geeignet<br />
ist, wird anhand von bestimmten<br />
Kriterien überprüft. Mit den<br />
beiden Wohnbauvorhaben am<br />
Sigmundstadl 34, hier entstehen<br />
gerade 20 Einheiten, und den<br />
geplanten zehn Wohneinheiten<br />
am Sigmundstadl 33–35 sind nun<br />
alle Baulücken geschlossen. Diese<br />
reine Wohngegend wir aber zu<br />
oft als Durchzugsstraße genutzt<br />
und ist auch für Berufs- bzw. Taxifahrer<br />
eine beliebte Abkürzung,<br />
um von der Volksgartenstraße<br />
kommend in die Keplerstraße<br />
zu gelangen. Dieses erhöhte Verkehrsaufkommen<br />
beeinträchtigt<br />
die Wohnqualität.“<br />
Krainer stellte den Antrag an<br />
die Stadt Graz, die zuständigen<br />
Behörden, im konkreten Fall die<br />
Abteilung Verkehrsplanung, mö-<br />
gen die Kriterien zur Einrichtung<br />
einer Wohnstraße überprüfen,<br />
damit danach ein entsprechender<br />
Antrag an den neuen Gemeinderat<br />
eingebracht werden<br />
kann.<br />
22 Wohnstraßen<br />
Mit dem Stand von Juli <strong>2021</strong><br />
gibt es in Graz 22 Wohnstraßen.<br />
Die gewünschte Verkehrsberuhigung<br />
entsteht dadurch, dass<br />
das Befahren der Straße nur<br />
zum Zwecke der Zu- und Abfahrt<br />
erlaubt ist, jedoch nicht die<br />
Durchfahrt. Erlaubt sind Radfahrer,<br />
und auch Einsatzfahrzeuge<br />
können durch eine Wohnstraße<br />
durchfahren.<br />
Wohnstraßen in Graz gibt es<br />
beispielsweise am Fröbelpark,<br />
in der Burenstraße/Josef-Posch-<br />
Straße und in der Feldgasse 18–<br />
24. Am Sigmundstadl wäre dann<br />
die 23. Grazer Wohnstraße.<br />
Wolfgang Krainer: Am Sigmundstadl<br />
soll Wohnstraße kommen.<br />
KK
32 graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
S E R V I C E<br />
Leser<br />
Briefe<br />
redaktion@grazer.at<br />
Stundenlanges Warten<br />
Brief an Ex-Bürgermeister Siegfried<br />
Nagl: Sie haben im Zuge<br />
ihrer letzten Amtshandlung –<br />
Laudatio, bei der Überreichung<br />
des Ehrenringes der Stadt Graz<br />
– wörtlich das Rote Kreuz als sehr<br />
sehr schnell, unkompliziert und<br />
effektiv hervorgehoben.<br />
Offensichtlich wurden Sie noch<br />
nicht darüber informiert, dass<br />
insbesondere in Graz-Stadt und<br />
Umgebung leider stundenlange<br />
Wartezeiten bei Rettungs- und<br />
Krankentransporten an der Tagesordnung<br />
stehen. Folge sind<br />
Unmut und nachhaltige Probleme<br />
wegen dieser Komplikationen.<br />
In Anbetracht dieser Umstände<br />
stellt sich ernsthaft die<br />
Frage, wie Sie zu einer derartig<br />
abweichenden Erkenntnis gekommen<br />
sind bzw. öffentlich genau<br />
das Gegenteil in den Raum<br />
stellen können. Viele Betroffene<br />
wären dankbar, wenn es ehest<br />
eine Lösung gäbe.<br />
Besonderen Dank bei dieser<br />
Gelegenheit, dass Sie gerade in<br />
diesen herausfordernden Zeiten<br />
auch die im Ehrenamt tätigen<br />
Helferinnen und Helfer hervorgehoben<br />
und anerkennende Worte<br />
dafür gefunden haben.<br />
Bernhard Fleischhacker,<br />
Lieboch<br />
* * *<br />
Fassungsloses Erstaunen<br />
Auszug aus Brief an Landesrätin:<br />
Ich bin fassungslos und<br />
schockiert über die von Landesrätin<br />
Juliane Bogner-Strauß<br />
getätigten Aussagen! Auch wenn<br />
ich ihre Meinung teile, dass man<br />
sich als verantwortungsbewusste<br />
Pflegeperson (aber nicht nur als<br />
Pflegeperson, sondern als verantwortungsbewusster<br />
erwachsener<br />
Mensch!) nur für eine Corona-<br />
Impfung entscheiden kann, steht<br />
es der Politikerin nicht zu, ungeimpfte<br />
Menschen, die in der Pflege<br />
arbeiten, als „Todesengel“ zu bezeichnen!<br />
Ich bin selbstverständlich<br />
geimpft, weil ich aus medizinischer<br />
Sicht und Überzeugung<br />
an diese Impfung glaube und<br />
somit meinen Solidaritätsbeitrag<br />
für uns alle leiste.<br />
Es sei besser, Bewohner wären<br />
gar nicht versorgt, als sie würden<br />
von Ungeimpften „angesandelt“?!?<br />
Eine solche Aussage<br />
darf niemals von Ihnen getroffen<br />
werden, egal unter welchen<br />
Umständen und auch nicht mit<br />
einer fragwürdigen Entschuldigung<br />
für einen „flapsigen“ Ton.<br />
Ein Pflegeheim als „Sarggasse“<br />
zu bezeichnen, entbehrt jeglicher<br />
Fachkompetenz und Empathie,<br />
die bei der Landesrätin für Bildung,<br />
Gesellschaft, Gesundheit<br />
und Pflege doch eigentlich eine<br />
Grundvoraussetzung sein sollte!<br />
Dass ein Pflegeheim das letzte<br />
Zuhause für viele Menschen ist<br />
und unsere Bewohner nur sehr<br />
selten wieder in die häusliche<br />
Pflege und Betreuung entlassen<br />
werden können, ist Fakt. In den<br />
Pflegeheimen findet trotz aller<br />
Widrigkeiten, die die Corona-<br />
Pandemie uns gebracht hat, viel<br />
Leben statt, auch wenn dieses Leben<br />
das Lebensende beinhaltet.<br />
Bewohner in den Heimen werden<br />
mit einer hohen Fachkompetenz,<br />
aber auch mit ganz viel Herzenswärme<br />
und Humor gepflegt. Das<br />
Sterben gehört zum Leben und<br />
zum Alltag dazu.<br />
Heidi Keppel, Graz<br />
* * *<br />
Übervollimmunisiert<br />
Ein Chaos auch an Informationen.<br />
1. Impfung – teilimmunisiert,<br />
2. Impfung – vollimmunisiert!<br />
3. Impfung – „übervollimmunisiert“,<br />
4. Impfung – ultraimmunisiert<br />
usw. Man gaukelt den Leuten<br />
vor, sie wären dann immun! Zur 3.<br />
Impfung erhält man ein SMS mit<br />
der Aufforderung, einen Termin zu<br />
buchen! Gleichzeitig ein SMS mit<br />
einem Termin für „fortgesetzten<br />
Schutz“! Gleiches auch per Mail, und<br />
dann kommt noch ein Brief vom<br />
Land – „Wir haben für Sie folgenden<br />
Impftermin vorgesehen“!!!! Ohne Adresse,<br />
Telefon, Unterschrift – einfach<br />
ein Wisch! Sie können auch nicht bis<br />
sechs zählen, weil es sind erst fünf (!)<br />
Monate vergangen! Wo bleibt der<br />
Hausverstand???? Schnoddrig wird<br />
einfach ein Termin vorgegeben, ob<br />
man Zeit dafür hat, ist nicht wichtig.<br />
In Kärnten konnte man den Termin<br />
bestätigen. Statt sich um die Nichtgeimpften<br />
zu kümmern, kümmert<br />
man sich um die „VOLLIMMUNI-<br />
SIERTEN“!<br />
Peter Wochesländer, Graz<br />
Ab nächster Woche kann man sich jeden Tag ohne Termin an der Grazer Impfstraße<br />
immunisieren lassen. Ab 3. Dezember sogar in einer zusätzlichen Halle. KK<br />
Tägliche Impfmöglichkeit<br />
Jetzt App downloaden!<br />
Vergangene Woche<br />
im täglichen E-Paper<br />
Exklusiv<br />
■ Am Mittwoch haben wir umfassend<br />
von der konstituierenden Sitzung<br />
des Gemeinderats berichtet:<br />
alle Ereignisse und Überraschungen,<br />
die neuen Gesichter im Gremium<br />
mit Hintergrundinfos sowie die Antrittsrede<br />
der neuen Bürgermeisterin.<br />
Video-Einblicke<br />
■ Ab Februar gibt es in Österreich<br />
eine Impfpflicht. Ab der<br />
kommenden Woche findet das<br />
freie Impfen an sieben Tagen in<br />
der Woche statt – das bedeutet,<br />
dass man in den steirischen Impfstraßen<br />
(auch in der Grazer Messe)<br />
keinen Termin braucht. Verabreicht<br />
werden sowohl Erst- und<br />
Zweitimpfungen als auch Drittimpfungen<br />
für Personen, die mit<br />
AstraZeneca immunisiert wurden<br />
und deren Zweitimpfung mindestens<br />
vier Monate zurückliegt. In<br />
dieser Woche wurden insgesamt<br />
170.794 Termineinladungen im<br />
Zeitraum von 6. Dezember bis 16.<br />
Jänner verschickt, nächste Woche<br />
kommen noch rund 150.000<br />
Einladungen von den niedergelassenen<br />
Ärzten. Ab 3. Dezember<br />
wird in Graz eine weitere Halle in<br />
Betrieb genommen. Damit wird<br />
es künftig eine Halle für das freie<br />
Impfen sowie eine für das terminisierte<br />
Impfen geben.<br />
■ Die neue Stadtregierung möchte<br />
die Parkraumbewirtschaftung<br />
ausweiten – auch Gebühren im<br />
gesamten Stadtgebiet stehen im<br />
Raum. Der neue dafür zuständige<br />
Stadtrat Manfred Eber von der<br />
KPÖ verriet erste Pläne.<br />
Polit-Schwerpunkt<br />
■ Ob von der langen Schlange vor<br />
der Impf- und Teststraße, der Bekanntgabe<br />
des Tuntenball-Themas<br />
oder der Premiere für die neue Weihnachtsbeleuchtung:<br />
Viele Videos<br />
haben unseren E-Paper-Lesern das<br />
Gefühl gegeben, selbst dabei zu sein.<br />
KK (2), GKB
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz 33<br />
Ausverkauft und abgesagt<br />
Absage Styrian Sounds<br />
im p.p.c.<br />
KK<br />
TRAURIG. Wieder heißt es Vorhang zu für Konzerte und diverse Events. Etliche Veranstaltungen<br />
wurden schon aus dem Lockdown 2020 auf <strong>2021</strong> verlegt. Die Lage ist für viele eine echte Katastrophe.<br />
<br />
Absagen: Diverses<br />
■ Aufsteirern Weihnachtsmarkt:<br />
ab 28. 11., Kasemattenbühne,<br />
abgesagt bis 12 .12.<br />
■ HSG Holding: Absage des<br />
HLA-Meisterschaftsspiels in<br />
Ferlach. Corona-Fall.<br />
■ Absage der Buchpräsentation:<br />
24. <strong>November</strong>, Galerie<br />
Sommer in Graz. Autor: Otto<br />
Hans Ressler.<br />
■ Wirtschaftsstandort<br />
Reininghaus: Open Day für<br />
Unternehmen und Selbstständige,<br />
Absage 29. 11., Reininghausgründe.<br />
■ Absage des 13. Kinderfilmfestivals<br />
im KIZ Royal,<br />
Verlegung auf 11. bis 19.<br />
Februar 2022.<br />
■ Das Schauspielhaus Graz<br />
stellt seinen Spielbetrieb mit<br />
22. 11. voraussichtlich bis 12.<br />
Dezember ein. Neue Termine<br />
folgen. Es ist davon auszugehen,<br />
dass die Oper Graz<br />
und das Next Liberty diesem<br />
Beispiel folgen werden.<br />
■ Adventmärkte: Die Adventmärkte<br />
in Graz und auch in<br />
Graz-Umgebung mussten ihre<br />
Events ebenfalls absagen und<br />
die Märkte schließen.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
Die Alarmglocken schrillten<br />
für Veranstalter, Unternehmer,<br />
Gastrobetreiber<br />
schon seit Wochen. Immer wieder<br />
wurden Lockdown und zuletzt<br />
auch Impfpflicht in den Raum<br />
gestellt. Jetzt gibt es wieder einen<br />
Lockdown, und der stellt vor allem<br />
die Veranstalter vor große Probleme.<br />
Viele der Konzerte, die jetzt<br />
etwa im <strong>November</strong> im Grazer Orpheum<br />
oder anderen Spielstätten<br />
hätten stattfinden sollen, waren<br />
schon Verlegungen wegen des<br />
Stefanie Werger hat ihr Konzert auf<br />
Mai 2022 verschoben.<br />
LOSKE<br />
Lockdowns, den es im Jahr 2020<br />
gegeben hatte. Jetzt müssen diese<br />
Shows wiederum verlegt werden,<br />
die meisten auf 2022, es gibt aber<br />
schon Veranstaltungen, die auf<br />
2023 verschoben worden sind,<br />
man kann ja nicht wissen.<br />
Für alle Spielstätten folgt das<br />
schwierige schon bekannte Planungschaos.<br />
Das Jahr 2022 ist mit<br />
großen Konzerten und Open-Airs,<br />
die meisten Verschiebungen aus<br />
2020, geradezu überladen. Es ist<br />
nur zu hoffen, dass im nächsten<br />
Jahr nicht weitere Corona-Wellen<br />
kommen und neue Lockdowns<br />
folgen. Vor allem für Acts wie Paul<br />
Pizzera und Otto Jaus, die fast<br />
jeden Tag verplant haben, ist ein<br />
Lockdown eine Termin-Katastrophe.<br />
Zu ihrem Glück müssen die<br />
beiden nicht selbst die Verschiebungen<br />
durchführen.<br />
Abgesagt werden mussten auch<br />
zwei wichtige Festivals. Das Autumn<br />
Leaves im Grazer Orpheum,<br />
das jungen Jazzmusikern<br />
eine Bühne bietet, und das Styrian<br />
Sounds Festival, ebenfalls ein Festival<br />
für junge heimische Bands<br />
und Solisten.<br />
Abgesagt werden müssen Lesungen,<br />
Weihnachtsmärkte, etliche<br />
auch in Graz-Umgebung. Es<br />
gab Zeiten, da war für Veranstalter<br />
eine Absage ein No-Go. The show<br />
must go on war die Devise. Allerdings<br />
gab’s da auch noch keine<br />
Spur von Corona.<br />
<br />
Absagen: Konzerte<br />
■ Stefanie Werger: Orpheum,<br />
Absage am 20. 11., Ersatz 14. 5.<br />
2022<br />
■ Flashdance: Orpheum, Das<br />
Musical war für 22. 11. ausverkauft,<br />
Ersatztermin 11. 1. 2023<br />
■ Autumn Leaves Festival:<br />
<strong>2021</strong> im Orpheum abgesagt!<br />
■ Purple & The Ghostbusters:<br />
Absage Orpheum 27. 11., Ersatz<br />
19. 3. 2022<br />
■ Roachford: Orpheum 28. 11.,<br />
abgesagt!<br />
■ Stermann & Grissemann:<br />
30. 11., Orpheum, abgesagt,<br />
Ersatz 24. 3. 2022.<br />
■ Styrian Sounds Festival<br />
<strong>2021</strong>: 18. bis 20. <strong>November</strong>,<br />
abgesagt. p.p.c. Neuer Versuch<br />
im Frühjahr 2022.<br />
■ Oliver Pocher: Orpheum,<br />
Absage 24. <strong>November</strong>, Ersatz<br />
23. Jänner 2022.<br />
■ The Death South: <strong>21.</strong> <strong>November</strong>,<br />
p.p.c., abgesagt, verlegt<br />
auf 20. 11. 2022. (Das p.p.c.<br />
ist seit 17. 11. voraussichtlich bis<br />
10. Dezember geschlossen.)<br />
■ Faber: Der Konzerttermin<br />
im Orpheum am 26. 11. war<br />
schon ein Ersatztermin, wieder<br />
Absage.<br />
(Konzerte: nur ein Auszug)
szene<br />
graz<br />
34 www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
34<br />
Verena Leitold<br />
verena.leitold@grazer.at<br />
Niemand weiß zu 100 Prozent,<br />
was jetzt richtig wäre.“<br />
Discobetreiber Martin Fritz plädiert darauf, auch<br />
andere Meinungen gelten zu lassen: „Wir müssen jetzt an einem<br />
Strang ziehen und dürfen uns nicht entzweien lassen.“ SCHERIAU<br />
Ein Tuntenball im Dschungel<br />
GONE WILD. Exotisch wild soll es am Tuntenball im Februar zugehen. Das Motto lautet nämlich<br />
„Planet Exotica“, der Congress wird zum Dschungel. Durchführen will man den Ball unbedingt.<br />
Nach Absagen von Opernredoute,<br />
Oberlandler,<br />
Ball der Technik, Feuerwehrball<br />
und Co präsentierte das<br />
Team des Tuntenballs in dieser<br />
Woche sein Motto für 2022. „Es<br />
ist eigentlich denkbar schwierig,<br />
in Zeiten wie diesen über Großveranstaltungen<br />
zu sprechen“,<br />
gab Organisator Joe Niedermayer<br />
zu. „Aber man darf nicht vergessen,<br />
dass auch der Tuntenball<br />
aus einer Pandemie heraus entstanden<br />
ist. In den 90er-Jahren<br />
haben wir viele unserer Freunde<br />
und Wegbereiter durch HIV verloren.<br />
Heute können wir mit diesem<br />
Virus leben.“<br />
Sollte es am 19. Februar ir-<br />
gendwie möglich sein, möchten<br />
die Veranstalter den Ball „durchziehen“.<br />
Und in gewisser Art und<br />
Weise müssen sie auch: Die Ein-<br />
Moderatorin<br />
Grazia<br />
Patricia<br />
und Organisator<br />
Joe<br />
Niedermayer<br />
präsentierten<br />
das Thema<br />
für den<br />
Tuntenball<br />
2022. PETZ<br />
nahmen von rund 15.000 Euro<br />
kommen ja einem karitativen<br />
Zweck zugute: Es wird die Arbeit<br />
des lesbischwulen Vereins Rosa-<br />
Stimmungsvolle Premiere<br />
Lila PantherInnen für ein Jahr (zuzüglich<br />
Förderungen) finanziert.<br />
Exotische Expedition<br />
Und es wird wild: Das Motto<br />
für den Ball 2022 lautet „Planet<br />
Exotica“. Es geht auf einen neuen<br />
exotischen Planeten – moderiert<br />
wird die Expedition von Kleinkunstprinzessin<br />
Grazia Patricia.<br />
Als Headliner sind Alle Achtung,<br />
Lisa Pac und Paenda mit dabei.<br />
Vorerst werden – ab sofort – nur<br />
tausend Tickets verkauft, sollte es<br />
im Februar Kapazitätsbeschränkungen<br />
geben. Wenn nicht, werden<br />
weitere freigegeben. Außerdem<br />
stellt man sich auf 2G+ (geimpft/<br />
genesen und PCR-getestet) ein.<br />
■ Die frischgebackene Bürgermeisterin<br />
Elke Kahr sitzt jetzt nicht<br />
nur an den Hebeln der Macht,<br />
sondern am Donnerstag tatsächlich<br />
am Hebel: Sie durfte nämlich<br />
die neue Weihnachtsbeleuchtung<br />
in der Herrengasse einschalten.<br />
Die inzwischen von den Grazern<br />
liebgewonnenen falling christmas<br />
trees sind in die Schmiedgasse gewandert,<br />
in der Haupteinkaufsstraße<br />
der Stadt wartet man jetzt mit<br />
einer modernen (und nachhaltigeren)<br />
LED-Beleuchtung auf: Vertikale<br />
Segel sorgen für romantische<br />
Schneeflocken, aber auch Uhrtürme,<br />
Straßenbahnen und Schriftzüge<br />
werden dort eingeblendet.<br />
Am Eisernen Tor und am Eck des<br />
Hauptplatzes gibt’s außerdem zwei<br />
Fotopoints. Zur Premiere kamen<br />
etwa auch Citymanager Heimo<br />
Maieritsch, Holding-Marketingleiter<br />
Richard Peer sowie der zuständige<br />
Abteilungsleiter Wolfgang<br />
Konrad von der Energie Graz.<br />
Holding-Marketingleiter<br />
Richard Peer,<br />
Bürgermeisterin<br />
Elke<br />
Kahr und<br />
Citymanager<br />
Heimo<br />
Maieritsch<br />
(v. l.)<br />
HOLDING GRAZ/FISCHER
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
szene graz 35<br />
GEPA, KK<br />
Andreas Gabalier<br />
GEBURTSTAGSKINDER<br />
Happy Birthday statt Hulapalu! DER WOCHE<br />
Der Volks-Rock-’n’-Roller feiert<br />
heute seinen 37. Geburtstag.<br />
Happy Birthday!<br />
Markus „Gonzo“ Renger<br />
Grund zu feiern: Der DJ und<br />
Moderator wird am kommenden<br />
Freitag 48 Jahre alt.<br />
Wolfgang Mair alias<br />
Kowalski hat immer<br />
schon gemalt und<br />
vor der Leinwand<br />
entspannt. Wir<br />
verlosen einen<br />
signierten Druck von<br />
„Panda“ (am Bild<br />
rechts). SCHERIAU (2)<br />
Pinsel statt Ball<br />
TOP. Der ehemalige Fußball-Star Wolfgang Mair ist unter dem Pseudonym Kowalski als Künstler<br />
unterwegs. Jetzt stellt er in der Grazer Bakerhouse Gallery aus. Wir verlosen einen signierten Druck!<br />
Von Verena Leitold<br />
verena.leitold@grazer.at<br />
Wolfgang Mair ist vielen<br />
als Fußballer bekannt.<br />
Er spielte beim FC Tirol<br />
Innsbruck, mit dem er auch dreimal<br />
Meister wurde, dann etwa<br />
im Nationalteam, bei Pasching,<br />
Wacker Tirol, Red Bull Salzburg<br />
und Austria Wien, mit der er<br />
auch Cup-Sieger wurde. Was wenige<br />
wissen: Er ist inzwischen als<br />
Künstler unter dem Namen Kowalski<br />
erfolgreich.<br />
„Das ist mein Spitzname seit<br />
der Maturareise – wieso, weiß ich<br />
nicht mehr so genau“, lacht er.<br />
„Als Kicker hab ich Tische dann<br />
auch immer unter diesem Namen<br />
reserviert, damit man mich<br />
nicht gleich erkennt und jeder<br />
sofort weiß, wer ich bin.“<br />
Schon in seiner Zeit als Fußballer<br />
hat Mair aber zum Ausgleich<br />
gemalt. „Mir hat das immer<br />
Ruhe gegeben und mich<br />
geerdet. Man kann beim Malen<br />
super abschalten – und ich hatte<br />
dann nicht mehr immer den<br />
gleichen Fußball-Film laufen.“<br />
Dabei werden gerade Fußballern<br />
stereotyperweise ja nicht<br />
unbedingt besondere musische<br />
und feinmotorische Fähigkeiten<br />
nachgesagt. „Es gibt viele, viele<br />
Klischees – sowohl über Fußballer<br />
als auch über Künstler! Der<br />
eine hat kein Geld, der andere<br />
zu viel. Der eine achtet akribisch<br />
auf seine Gesundheit, der andere<br />
hat ein Drogenproblem. Ich bin<br />
wahrscheinlich ein Mittelding<br />
zwischen Fußballer und Künstler“,<br />
schmunzelt Mair.<br />
Werk- und wortgewandt<br />
Aktuell stellt der 41-Jährige seine<br />
Werke in der Bakerhouse Gallery<br />
in der Herrgottwiesgasse<br />
aus. Dort sind momentan auch<br />
Hausherr Tom Lohner sowie die<br />
Künstler Jörg Döring, Banksy,<br />
Kaws (international) und Marion<br />
Rauter und Tamara Kolb<br />
(national) zu sehen.<br />
Von Kowalski werden dabei<br />
unterschiedliche Serien ausgestellt.<br />
Etwa die „Vulnerable Animals“,<br />
eine Tier-Reihe, die im<br />
ersten Lockdown entstanden<br />
ist. Dabei stellt sich Mair unter<br />
dem Motto „Animal Lives Matter“<br />
etwa die Fragen: „Was für ein<br />
Leben haben wir uns entworfen<br />
– ist es unserer Art gerecht? Sind<br />
Menschen immer noch Tiere?<br />
Und ist unser Dschungel nicht<br />
auch der ihre?“<br />
Eine andere Serie hat den Titel<br />
„Brains Are The New Boobs/<br />
Balls“ bekommen. Dabei arbeitet<br />
der Künstler mit Porträtfotos auf<br />
Metall gedruckt und Acryl. Dazu<br />
gehören scharfsinnige Texte und<br />
Headlines wie „Porn to love“, „Ich<br />
bin nicht dumm, ich verhüte nur“<br />
oder „Bist du geistig gut bestückt?“.<br />
Eine Besonderheit der Kowalski-Kunst:<br />
Auch die Rückseite ist<br />
Teil des Werks und wird gestaltet<br />
– wie ein kleines Geheimnis zwischen<br />
Künstler und Käufer, das<br />
nicht für jeden sofort sichtbar<br />
ist, wenn das Bild an der Wand<br />
hängt. „Für mich wäre es schade,<br />
den Raum aufzugeben, ich kann<br />
der Kunst so einen zusätzlichen<br />
Bezug geben. Hinten arbeite ich<br />
sehr intuitiv, vorne eher konzeptionell.<br />
Ein bisschen wie früher<br />
bei der A- und B-Seite von Platten“,<br />
erklärt Mair.<br />
G E W I N N S P I E L<br />
Signierter Druck<br />
von Künstler Kowalski zu<br />
gewinnen!<br />
Wieso müssen Sie ihn haben?<br />
E-Mail mit Betreff „Kowalski“<br />
und Telefonnummer an:<br />
gewinnspiel@grazer.at<br />
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinn nicht<br />
übertragbar. Einsendeschluss: 20.12.20<strong>21.</strong> Gewinner<br />
werden telefonisch verständigt und sind<br />
mit der Veröffentlichung einverstanden.
36 szene<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
E V E N T S<br />
In bester<br />
Gesellschaft<br />
Von Verena Leitold<br />
✏ verena.leitold@grazer.at<br />
Mitarbeit: Valentina Gartner<br />
Preise für beste<br />
Abenteuerfilme<br />
■ Das Mountainfilm Festival<br />
ging mit der Langen Nacht des<br />
Bergfilms zu Ende. Den Grand<br />
Prix Graz überreichten Direktor<br />
Robert Schauer und Stadtrat<br />
Günter Riegler den Machern<br />
des Films „The Red House“.<br />
R. Schauer, Gabriele u. Richard<br />
Weber, G. Riegler (v. l.)ACHROMATIC PHOTOGRAPHY<br />
Neue Schau im<br />
Grazer Bruseum<br />
■ Im Bruseum wurde eine neue<br />
Ausstellung mit Werken der<br />
Künstler Günter Brus und Alfons<br />
Schilling – kuratiert von Roman<br />
Grabner – eröffnet. Diese<br />
beschäftigt sich mit der Adaption<br />
und Überwindung des Informel<br />
in der österreichischen Nachkriegskunst<br />
um 1960. Gezeigt<br />
werden zentrale sowie nahezu<br />
unbekannte Arbeiten aus jener<br />
kurzen Zeit, die zu einer Neuausrichtung<br />
der Kunst führte.<br />
Künstler Günter Brus (l.) mit<br />
Kurator Roman Grabner UMJ/NSTROY<br />
Christkindlmärkte eröffnet: Einige Grazer nutzten die Chance für Punsch und Glühwein vor dem Lockdown. SCHERIAU (3)<br />
<br />
Letzte Chance für einen Punsch<br />
■ Über den Grazer Weihnachtsmärkten<br />
schwebte schon<br />
lange vor der Eröffnung ein Damoklesschwert.<br />
Im letzten Jahr<br />
wurde aufgebaut und dann,<br />
ohne aufzusperren, wieder abgebaut.<br />
Und auch heuer war<br />
sich einen Tag vor dem Tag der<br />
Tage niemand sicher, ob man<br />
eröffnen können würde. Aber es<br />
kam so weit. Im Stadtsenat entschied<br />
man sich, keine zusätzliche<br />
Verordnung zu der der Bundesregierung<br />
herauszugeben.<br />
Während diese den Lockdown<br />
ab Montag verkündete, sperrten<br />
zeitgleich die ersten Punschstandln<br />
am Hauptplatz auf. Bis<br />
Sonntagabend können geimpfte<br />
bzw. genesene Glühweinfans<br />
also die Grazer Weihnachtsmärkte<br />
genießen – außer am Eisernen<br />
Tor und am Franziskaner<br />
Platz, diese fallen in diesem Jahr<br />
so oder so aus. Es gilt die 2-G-<br />
Regel, diese wird an zentralen<br />
Stellen kontrolliert, dafür gibt’s<br />
ein farbiges Band (jeden Tag ein<br />
Alle Fotos auf<br />
www.grazer.at<br />
Die Erfolgsband „Alle Achtung“ mit Wirt Roman Pekarz<br />
(3. v. r.) bei der Eröffnung des Kreuzwirt in Thal KK<br />
So ehrenvolle Leistungen<br />
■ Auch diese Woche hieß es wieder „Ehre, wem Ehre<br />
gebührt“. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer<br />
und Vize Anton Lang überreichten Große Ehrenzeichen<br />
des Landes Steiermark an zehn Persönlichkeiten:<br />
etwa an Dagmar Bojdunyk-Rack für ihr jahrzehntelanges<br />
Engagement beim Verein Rainbows, der am<br />
Freitag Geburtstag feierte. Der ehemalige Leiter des<br />
Chorverbandes Alfred Hudin bekam nach dem Ehrenzeichen<br />
der Stadt Graz letzte Woche jetzt auch noch das<br />
des Landes. Unter den Gästen gratulierten Landesrat<br />
Christopher Drexler, die Klubobleute Barbara Riener<br />
(ÖVP) und Mario Kunasek (FPÖ), die Landtagsabgeordneten<br />
Bruno Aschenbrenner und Robert Reif sowie<br />
der ehemaligen Landtagspräsident Franz Majcen.<br />
Alle Fotos auf<br />
www.grazer.at<br />
anderes) für die Konsumation.<br />
Registrieren muss man sich am<br />
jeweiligen Markt. Bis 22 Uhr hat<br />
man heute also die vielleicht<br />
letzte Chance, in diesem Jahr<br />
auf einen Christkindlmarkt zu<br />
gehen. Was trotzdem fix ist: Die<br />
Weihnachtsbeleuchtung strahlt<br />
seit Donnerstag, nächsten Samstag<br />
– am ersten Adventsamstag<br />
– werden auch der Christbaum<br />
am Hauptplatz illuminiert und<br />
die Eiskrippe im Landhaushof<br />
eröffnet. <br />
VENA<br />
Der Kreuzwirt ist wieder da<br />
■ Der Kreuzwirt in Thal wurde 1,5 Jahre lang intensiv<br />
umgebaut, letzte Woche hat er nun endlich wieder eröffnet.<br />
Da musste natürlich auch der bekannteste Musik-Export<br />
der Gemeinde aufspielen: Alle Achtung wurden ihrem<br />
Namen beim Tag der offenen Tür gerecht. Und auch<br />
Bürgermeister Matthias Brunner, Landesrätin Barbara<br />
Eibinger-Miedl und Gastronomieobmann Klaus Friedl<br />
schauten vorbei, um den Betreibern Roman und Claudia<br />
Pekarz zu gratulieren. Mit dem Kreuzwirt wurde<br />
nach dem Kaffeehaus Thalerei nun die zweite Säule eröffnet<br />
– nächstes Jahr soll im Sommer noch die dritte mit<br />
einem gemütlichen Selbstbedienungsbuschenschank<br />
auf der Grünfläche hinter dem Haus folgen.<br />
Hermann Schützenhöfer und Vize Anton Lang überreichten<br />
an Dagmar Bojdunyk-Rack das Ehrenzeichen. FRANKL
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at szene<br />
Einzigartiges Clubbing in Graz<br />
■ Südsteirische Weine, ausgefallenes<br />
Essen und die besten Beats<br />
der Stadt – genau so kann man<br />
sich die Veranstaltung am vorherigen<br />
Wochenende der Familie<br />
Grossauer-Widakovich vorstellen.<br />
Unter dem Motto „Wine,<br />
Dine and Disco“ wurde das<br />
Schlossberg Restaurant zu einem<br />
Schauplatz der Grazer Szene.<br />
Insgesamt fünf Gänge gab es:<br />
von asiatischer Küche über italienische<br />
Köstlichkeiten bis hin<br />
zu Barbecue-Highlights – alles<br />
von Christof Widakovich selbst.<br />
Begleitet wurden die Gerichte<br />
von Weinen von Alex Sattler,<br />
Philipp Hack-Gebell, Hannes<br />
Wruss, Hannes Sabathi und Jürgen<br />
Trummer und von Disco-<br />
Beats der Szene-DJs Chris the<br />
Curl Kent, Lisana und B.Side.<br />
Das wollten sich auch die Szene-<br />
Gastronomen Rene Janger und<br />
Michael Schunko, Arzt Sascha<br />
Doder, Architekt Jörg Jandl und<br />
der Snowboarder Arvid Auner<br />
nicht entgehen lassen. In der Partyhöhle<br />
zu Gast waren zudem die<br />
Blogger und Influencer Badgalfani,<br />
GrazWellness, Eva Saischegg,<br />
lakatyfox und blondiebrownie.<br />
sis.<br />
Die Gänge wurden musikalisch<br />
in Szene gesetzt und beim<br />
Anrichten damit unterstrichen.<br />
Auch bei der Deko setzte man auf<br />
Glitzer, Glamour und Disco-Feeling<br />
pur. Ein Clubbing, welches es<br />
so in Graz noch nicht gegeben hat<br />
– und es war bestimmt nicht das<br />
letzte.<br />
VALI<br />
37<br />
Carina & Lisa alias blondiebrownie.sis<br />
& Katrin alias lakatyfox MARKUS HIMBERGER (2)<br />
Gastronom Michael Schunko mit Gastgeber<br />
& Koch Christof Widakovich<br />
Alle Fotos auf<br />
www.grazer.at<br />
Für beste Disco-Vibes sorgte unter<br />
anderen der DJ Chris Kent. NIEDERWIESER
38<br />
eco<br />
graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Fabian Kleindienst<br />
38 fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Es braucht dringend wieder einen<br />
Gesamtplan, der für die Menschen<br />
nachvollziehbar ist.“<br />
WK-Steiermark-Präsident Josef Herk fordert von der Politik wieder<br />
mehr Planbarkeit und eine Impfpflicht, um Lockdowns zu vermeiden.<br />
Wirtschaftsvertreter begrüßen Stadtregierung:<br />
„Gemischte Gefühle“,<br />
Paul Spitzer, Regionalstellenobmann der Wirtschaftskammer Graz (l.), und Stefan Stolitzka, Präsident der steirischen<br />
Industriellenvereinigung bezogen diese Woche zur neuen Grazer Stadtregierung Stellung. <br />
FISCHER, KANIZAJ<br />
Neue Mitglieder aus Graz und GU:<br />
Klimabündnis-Betriebe<br />
FORTSCHRITTLICH.<br />
Einige Betriebe aus<br />
Graz wurden aufgrund<br />
ihres Engagements<br />
und ihrer Maßnahmen<br />
in das Klimabündnis<br />
aufgenommen.<br />
V. l. n. r.: Friedrich Hofer (Klimabündnis), Landesrätin U. Lackner, Klaus Purkarthofer<br />
(Eisma nufaktur), Julia Karimi-Auer (Landesregierung), Anja Stenglein (Klimabündnis)<br />
KLIMABÜNDNIS<br />
■ Die Auswirkungen des Klimawandels<br />
und der Kampf dagegen<br />
werden politisch immer stärker<br />
zum Thema – auch Player aus der<br />
Wirtschaft gehen in Graz schon mit<br />
Innovationen als Vorbilder voran.<br />
Ein paar Unternehmen aus dem<br />
Großraum Graz wurden diese Woche<br />
von Klimaschutzlandesrätin<br />
Ursula Lackner als sogenannte<br />
„Klimabündnisbetriebe“ präsentiert.<br />
Neben steiermarkweit fünf<br />
weiteren Einrichtungen – wie der<br />
Landesentwicklung Steiermark,<br />
dem Dachverband der Österreichischen<br />
Naturparke und der Grazer<br />
Gemeinde der evangelisch-methodistischen<br />
Kirche – wurden drei Betriebe<br />
aus Graz aufgenommen.<br />
☞ Der Garten-Fachmarkt Bellaflora.<br />
In der neuen Niederlassung<br />
in Graz-St. Peter werden biologisch<br />
kultivierte Pflanzen, ein Raritätensortiment<br />
und natürliche<br />
Stärkungsmittel sowie organischer<br />
Dünger angeboten.<br />
☞ Dean & David, wo vor allem<br />
auf Lebensmittel ohne Geschmacksverstärker<br />
und Konservierungsstoffe<br />
geachtet wird.<br />
☞ Eismanufaktur Purkarthofer.<br />
Der beliebte Betrieb aus Fernitz hat<br />
eine Photovoltaik-Anlage errichtet,<br />
erstellt eine Gemeinwohlbilanz<br />
und hat eine neue Produktlinie<br />
„Gelato for Future“. Dabei werden<br />
die Produkte aus Zutaten aus regenerativen<br />
Landwirtschaftsformen<br />
hergestellt.
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz eco 39<br />
➜<br />
TEURER<br />
GETTY (2), FISCHER<br />
Wahlarzt, Facharzt +6,3 %<br />
Für einen Arztbesuch muss man laut<br />
Statistik Austria etwas tiefer in die<br />
Tasche greifen als vor einem Monat.<br />
Seilbahnen und Lifte –2,3 %<br />
Gerade rechtzeitig zur Schisaison,<br />
sollte heuer eine möglich sein: Seilbahnen<br />
wurden etwas billiger.<br />
BILLIGER<br />
➜<br />
Seitens der WKO-Regionalstelle<br />
Graz heißt es, es sei coronabedingt<br />
„dringend nötig, dass die neue Grazer<br />
Stadtregierung einen Fokus auf<br />
die Wirtschaftsentwicklung legt“,<br />
so Regionalstellenobmann Paul<br />
Spitzer. Das Regierungsprogramm<br />
habe man mit gemischten Gefühlen<br />
aufgenommen. Die Umsetzung<br />
der Süd-West-Linie und die Umgestaltung<br />
des Griesplatzes wird<br />
beispielsweise begrüßt, gleichzeitig<br />
warnt Regionalstellenleiter Viktor<br />
Larissegger vor einer „stufenweisen<br />
Umsetzung eines autofreien<br />
Stadtzentrums“. Insgesamt habe<br />
man sich im Verkehrsbereich mehr<br />
erhofft. Spitzer: „Angesichts langer<br />
Vorlaufzeiten braucht es rasch erste<br />
Schritte, wenn es um Großprojekte<br />
geht: Wir denken hier zum Beispiel<br />
an die Straßenbahn Nord-Westaber<br />
auch Zuversicht<br />
ERWARTUNGSVOLL.<br />
Kaum war der neue<br />
Gemeinderat konstituiert,<br />
meldeten sich WK<br />
und IV zur Stadtregierung<br />
zu Wort.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Seit Mittwoch hat Graz mit Elke<br />
Kahr (KPÖ) offiziell seine erste<br />
Bürgermeisterin – und eine<br />
neue Koalition aus KPÖ, Grünen<br />
und SPÖ. Mittlerweile meldeten<br />
sich auch schon Wirtschaftsvertreter<br />
zu Wort und meldeten ihre<br />
Erwartungen an die neue Stadtregierung<br />
an.<br />
Sorge um die Geschenke<br />
■ Auch der Weihnachtseinkauf<br />
steht in diesem Jahr erneut ganz<br />
im Zeichen Coronas. Zwar wollen,<br />
laut Untersuchungen von KMU<br />
Forschung Austria, heuer mehr<br />
Menschen Geschenke kaufen<br />
(Steigerung von 85 auf 92 Prozent),<br />
gleichzeitig sinkt das geplante<br />
Budget von 350 Euro 2020 auf<br />
310 Euro. Die Haupteinkaufszeit<br />
hätte sich auf Anfang Dezember<br />
verschieben sollen – diese Annahmen<br />
dürften durch den Lockdown<br />
aber nicht mehr gelten.<br />
Rund sieben Geschenke planen<br />
die Steirer ab 15 Jahren heuer im<br />
Durchschnitt einzukaufen. Das<br />
Ranking der häufigsten Weihnachtspräsente<br />
wird einmal mehr<br />
von Gutscheinen angeführt – die<br />
Hälfte der Konsumenten (51 Prozent)<br />
beabsichtigen, diese für ihre<br />
Liebsten unter den Christbaum zu<br />
legen. Auf Platz zwei des Rankings<br />
liegen Spielwaren (37 Prozent), gefolgt<br />
von Kosmetika (28 Prozent).<br />
Auch Bücher sind mit 23 Prozent<br />
beliebt.<br />
Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria, WKO-Handelsobmann Gerhard<br />
Wohlmuth und Helmut Zaponig, Geschäftsführer der Sparte Handel FISCHER<br />
Linie nach Gösting, den Ausbau<br />
von P&R-Plätzen oder auch den<br />
S-Bahn-Ausbau.“ Positiv beurteilt<br />
wird seitens der Wirtschaftskammer,<br />
dass im Regierungsprogramm<br />
ein ausgeglichener Haushalt als<br />
Leitlinie festgelegt wird, kritisiert<br />
wird unter anderem, dass der Flughafen<br />
im Programm keine Erwähnung<br />
findet.<br />
Industriellenvereinigungs-Präsident<br />
Stefan Stolitzka gab sich in<br />
einer ersten Stellungnahme zuversichtlich<br />
hinsichtlich der künftigen<br />
Zusammenarbeit. „Das Regierungsübereinkommen<br />
ist von ambitionierten<br />
Vorhaben in den Bereichen<br />
Soziales und Umwelt geprägt.“ Hier<br />
leiste auch die Industrie viel. Gut<br />
sei, dass Zukunftsthemen wie der<br />
Breitbandausbau von der Stadtregierung<br />
angesprochen werden.<br />
Martina Kaufmann<br />
Die Nationalratsabgeordnete Martina Kaufmann rechnet die Auswirkungen der<br />
Steuerreform der Bundesregierung für Grazer vor. GETTY, PARLAMENTSDIREKTION/PHOTO SIMONIS<br />
Steuerreform für Grazer<br />
■ Die ökosoziale Steuerreform<br />
der Bundesregierung sorgte vor<br />
einigen Wochen für großes Aufsehen.<br />
Doch was bedeutet sie<br />
eigentlich für Grazer konkret?<br />
„Gesenkt wird die zweite Einkommensstufe<br />
von 35 auf 30 Prozent<br />
ab Juli 2022, das bringt den<br />
Grazer Steuerpflichtigen bis zu<br />
650 Euro Entlastung pro Jahr. Die<br />
dritte Einkommensstufe wird<br />
von 42 auf 40 Prozent ab Juli 2023<br />
gesetzt und bringt für die Grazer<br />
eine Entlastung von bis zu 580<br />
Im Q5 in Reininghaus stehen Gewerbeflächen<br />
zur Verfügung. PENTAPLAN ZT GMBH<br />
Förderung in<br />
Reininghaus<br />
■ Die Wirtschaftsabteilung<br />
der Stadt Graz hat neue Förderungen<br />
für Gewerbetreibende<br />
im Stadtteil Reininghaus eingerichtet,<br />
um die dortige Entwicklung<br />
und damit die Grazer<br />
Wirtschaft zu stärken. Vor allem<br />
nachhaltige, innovative, klimafreundliche<br />
Unternehmen<br />
werden bei Nettomiet- und Betriebskosten<br />
unterstützt.<br />
Euro pro Jahr“, erzählt die Grazer<br />
ÖVP-Nationalratsabgeordnete<br />
Martina Kaufmann. Erhöht wird<br />
der sogenannte Familienbonus,<br />
von 1500 auf 2000 Euro pro Kind<br />
und Jahr, ab 1. Juli 2022. „Davon<br />
haben schon 42.000 Kinder in<br />
Graz profitiert“, so Kaufmann.<br />
„Das Mitarbeiter-Beteiligungsmodell<br />
bringt bis zu 3000 Euro<br />
steuerfrei für die Arbeitnehmer.<br />
Jeder vollzeitbeschäftigte Grazer<br />
wird um mindestens 300 Euro<br />
pro Jahr entlastet.“
40 eco<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
W I R T S C H A F T<br />
EcoNews<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Wichtel Challenge<br />
■ Seit Wochen sammelt das<br />
Team der „Wichtel Challenge“<br />
auch in der Steiermark Herzenswünsche<br />
von sozial bedürftigen<br />
Menschen. Die verloren geglaubten<br />
Wünsche stehen noch bis<br />
12. Dezember online auf www.<br />
wichtelchallenge.at zur Verfügung<br />
und warten darauf, erfüllt zu<br />
werden. Mitmachen kann jeder.<br />
Das steirische Team um Koordinator<br />
Hubert Gasperl (vorne, 2. v. l.) DAGMAR LEIS<br />
Werner Beutelmeyer (Marketinstitut), Julia<br />
Knapitsch und M. Viet (PAYER) CONNY LEITGEB<br />
PAYER ausgezeichnet<br />
■ Die PAYER-Group, mit Hauptsitz<br />
in St. Bartholomä, wurde<br />
– passend zum heurigen 75-jährigen<br />
Jubiläum – vom MARKET-<br />
INSTITUT zum besten Arbeitgeber<br />
der Steiermark <strong>2021</strong> in der<br />
Kategorie „Top 5 Mitarbeiterbindung“<br />
ausgezeichnet. Zuvor<br />
wurden Arbeitnehmer zu verschiedenen<br />
Bereichen in ihrem<br />
Unternehmen befragt. „Personalmanagement<br />
ist heute mehr denn<br />
je ein erfolgskritischer Faktor und<br />
hat für PAYER eine hohe strategische<br />
Bedeutung“, betonte Payer-<br />
CEO Michael Viet.<br />
Gaspreise steigen an<br />
■ Die Entwicklung auf den internationalen<br />
Energiemärkten trieb<br />
die Gaspreise in den vergangenen<br />
Monaten für alle Energieunternehmen<br />
extrem nach oben: Die<br />
Kostensteigerungen im Einkauf<br />
liegen bei rund 43 Prozent. Daher<br />
gab die Energie Steiermark diese<br />
Woche bekannt, erstmals nach<br />
über zehn Jahren zu einer Preisanpassung<br />
gezwungen zu sein.<br />
Die Gasrechnung für einen durchschnittlichen<br />
Haushalt (15.000<br />
kWh) wird ab 1. Jänner 2022 um<br />
16,4 Prozent steigen. Das bedeutet<br />
monatliche Mehrkosten von rund<br />
13,60 Euro. „Mit deutlich erhöhten<br />
Investitionen in Sonnenenergie,<br />
Wind- und Wasserkraft sowie<br />
in die Produktion von grünem<br />
Wasserstoff wollen wir die Ökologisierung<br />
des Industrie- und Wärmebereiches<br />
weiter vorantreiben<br />
und die Abhängigkeit von Gas in<br />
den kommenden Jahren deutlich<br />
reduzieren“, betont dazu das Vorstands-Duo<br />
Christian Purrer und<br />
Martin Graf.<br />
Die Energie-Steiermark-Vorstände Christian Purrer und Martin Graf wollen in der<br />
Zukunft mit nachhaltigen Investitionen die Abhängigkeit von Gas verringern.STEFAN FRIESINGER<br />
Neuer Gutschein<br />
■ 51 Prozent der Steirer beschenken<br />
ihre Liebsten zu<br />
Weihnachten mit Gutscheinen.<br />
Künftig geht das auch nachhaltig.<br />
Das Grazer In stitut für Nachhaltiges<br />
Wirtschaften hat nun<br />
gemeinsam mit regionalen Unternehmen<br />
„Gustav, den Gutschein<br />
für Nachhaltiges“ entwickelt.<br />
Er kann in Betrieben in<br />
Graz und Umgebung eingelöst<br />
werden, die Palette reicht von<br />
fairer und Secondhand-Mode<br />
über regionale Speisen bis zu<br />
Upcycling-Möbeln.<br />
Mit „Gustav“ ist nachhaltiges<br />
Schenken künftig einfacher.<br />
GUSTAV<br />
Christian Steinborn, Beatrix Eiletz, N.<br />
Schunko, Brigitte Schwarz-Stine FLORIAN FÜHRER<br />
„Stress lass nach“<br />
■ Die Gewerkschaft GPA forderte<br />
diese Woche eine dringende<br />
Entlastung für Arbeitnehmer.<br />
„Wenn 35 Prozent der Befragten<br />
glauben, dass sie dem Arbeitsdruck,<br />
dem sie derzeit ausgesetzt<br />
sind, bis zur Pension nicht<br />
standhalten können, müssen die<br />
Alarmglocken schrillen“, fasst<br />
Norbert Schunko, GPA-Geschäftsführer,<br />
ein Ergebnis einer<br />
aktuellen IFES-Umfrage zusammen.<br />
Corona habe die Lage verschlimmert.<br />
Das SONNENTOR-Team zum Jubiläum: Andrea Klamminger (Teamleiterin),<br />
Martina Dorninger, Gertrude Gaulhofer und Xenia Berger<br />
SONNENTOR<br />
Zehn Jahre Sonnentor<br />
■ In der Grazer Innenstadt wurde<br />
diese Woche das 10-jährige<br />
Jubiläum des SONNENTOR-Geschäfts<br />
in der Sporgasse gefeiert.<br />
„Wir haben den Anlass genutzt<br />
und eine ganze Jubiläumswoche<br />
veranstaltet. Es gab eine besondere<br />
Aktion, passend zur Jahreszeit“,<br />
berichtet die Grazer Teamleiterin<br />
Andrea Klamminger. Für die<br />
Kunden gab es Überraschungsgeschenke.<br />
Der Standort hat eine Geschichte,<br />
die viel länger als zehn<br />
Jahre zurückreicht. Einstmals<br />
gegründet als Hofapotheke<br />
von Erzherzog Karl fand sich<br />
schließlich 447 Jahre später SON-<br />
NENTOR im Geschäftslokal ein.<br />
Der Grundgedanke blieb ähnlich,<br />
denn auch in der Apotheke wurde<br />
vorrangig altes Kräuterwissen<br />
zur Heilung angewandt. Und<br />
noch heute zollt man der Vergangenheit<br />
Respekt, durch den alten<br />
Apothekerschrank können schon<br />
mal Gefühle wie damals im Jahr<br />
1564 aufkommen.
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> ANZEIGE<br />
eco 41<br />
Bildung ermöglicht Karriere<br />
Sich früh über Bildung Gedanken zu machen<br />
lohnt sich, auch neben einem Job ist viel möglich.<br />
Gerade in wirtschaftlichen und technischen Bereichen gibt es Top-Angebote.<br />
GETTY<br />
Fachkräfte sind aktuell so gefragt<br />
wie noch nie – dementsprechend<br />
hat es sich noch<br />
nie so sehr gelohnt, sich auf die<br />
richtige Bildung zu fokussieren.<br />
In der Steiermark gibt es da Top-<br />
Möglichkeiten, auch berufsbegleitend.<br />
Schon am Dienstag lädt die<br />
FH CAMPUS 02 online zum „Early<br />
Bird Open House“ – weil nur<br />
der frühe Vogel „den Schnabel<br />
vorne“ hat. Früh-Entscheider können<br />
da virtuell in das breite Angebot<br />
an Sessions und Schnupper-<br />
Lehrveranstaltungen eintauchen,<br />
Studierende und Mitarbeiter beraten.<br />
Für alle, die ihr Wunschstudium<br />
schon mal etwas besser<br />
kennenlernen wollen. Start ist<br />
um 15 Uhr, es ist keine Anmeldung<br />
nötig, Interessierte können<br />
sich ihr Programm individuell zusammenstellen.<br />
Berufsbegleitend<br />
Eine Option für noch Suchende,<br />
die schon im Berufsleben stehen:<br />
Das Studienzentrum Weiz<br />
und Ingenium Education bieten<br />
berufsbegleitende akademische<br />
Weiterqualifizierung im Bereich<br />
Technik und Wirtschaft. Gemeinsam<br />
mit Hochschulpartnern<br />
werden aktuell Diplom-, Bachelor-<br />
und Masterstudien an 30 Unterrichtsorten<br />
in ganz Österreich<br />
angeboten. Ein klares Alleinstellungsmerkmal:<br />
die Kombination<br />
aus beruflicher Erfahrung und<br />
wissenschaftlicher Qualifikation.<br />
Mehr als zwei Drittel der etwa<br />
6800 bisherigen Absolventen<br />
sind heute in Führungspositionen<br />
tätig. Erworbene Kompetenzen<br />
verkürzen die Studienzeit auf<br />
bis zu vier Semester. Im März<br />
geht’s wieder los. Infos auf www.<br />
aufbaustudium.at
42<br />
viva<br />
graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Valentina Gartner<br />
42 valentina.gartner@grazer.at<br />
Bitte tragen Sie Maske, bitte<br />
desinfizieren Sie Ihre Hände und<br />
halten Sie Abstand.“<br />
Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß appelliert<br />
nochmals an die Menschen, achtzugeben. KK<br />
Expertin klärt auf:<br />
Kürbis-Pilz-Gulasch<br />
Zutaten: 1 Hokkaido, 300 g Pilze, 1 Handvoll<br />
Grünkohl, 2 rote Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 1 TL<br />
Olivenöl, 3 EL Tomatenmark, 1 EL Paprikapulver, 1<br />
TL geräuchertes Paprikapulver, 1 TL Kümmel, 500<br />
ml Gemüsebouillon, Salz & Pfeffer, 150 g Maroni<br />
(vorgegart), 100 ml pflanzliches Obers<br />
Zubereitung: Zwiebel schälen und in Würfel<br />
schneiden. Kürbis waschen, vierteln, Kerngehäuse<br />
entfernen, dann in Würfel schneiden. Knoblauch fein<br />
hacken. Zwiebel mit Olivenöl andünsten, Tomatenmark,<br />
Knoblauch und Paprikapulver zufügen und<br />
mitdünsten. Kürbis dazu und mit Suppe aufgießen, 15<br />
Minuten schmoren lassen. Pilze vierteln. Grünkohl von<br />
der Mittelrippe befreien und hacken. Pilze und Kohl<br />
zum Gulasch geben und 10 Minuten köcheln. Vor dem<br />
Servieren Maroni und Sahne unterheben.<br />
Das Auge isst bekanntlich mit:<br />
In der veganen Küche ist es fast<br />
immer farbenfroh. KK (2)<br />
G E S U N D H E I T<br />
SprechStunde<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Kältetelefon ab<br />
sofort erreichbar<br />
■ Wenn es draußen kälter<br />
wird, ist die Not, kein Bett im<br />
Warmen zu haben, besonders<br />
groß – unter der Nummer<br />
0 676/88015 8111 hilft das Kältetelefon<br />
weiter. Wer in Graz den<br />
Schlafplatz eines obdachlosen<br />
Menschen bemerkt und helfen<br />
möchte, kann deshalb ab sofort<br />
und täglich von 18 bis 24 Uhr<br />
das Caritas-Kältetelefon anrufen.<br />
Das ehrenamtliche Team<br />
nimmt dann unter Berücksichtigung<br />
der Covid-19-Vorgaben<br />
Kontakt zu dem Obdachlosen<br />
auf und bringt ihn in einer Notschlafstelle<br />
unter. Personen, die<br />
eine Unterbringung ablehnen,<br />
erhalten als Not-Paket einen<br />
warmen Schlafsack, eine Decke<br />
und eine Jacke.<br />
Heute kann man beim Flohmarkt<br />
Instrumente ergattern. CLEMENS NESTROY<br />
Die 10. Tagung zur<br />
Musiktherapie<br />
■ In ihrer Jubiläumstagung diskutiert<br />
die „Grazer Ausbildung<br />
Musiktherapie“ (GRAMUTH) an<br />
der Kunstuniversität Graz nur<br />
noch heute über „die Kunst des<br />
Alten und die Kraft des Neuen<br />
in der Musiktherapie“. Deutsche<br />
und österreichische Experten<br />
auf diesem Gebiet beleuchten<br />
in Vorträgen und Workshops<br />
die verschiedenen Ansätze des<br />
musiktherapeutischen Arbeitens<br />
– zwischen Tradition und<br />
Neuerung. Unter anderem findet<br />
heute von 9.30 bis 12 Uhr in den<br />
Räumen der Reiterkaserne ein<br />
Instrumentenflohmarkt statt.<br />
Diabetes: Neue<br />
Technologie<br />
■ Menschen mit Typ-1-Diabetes<br />
müssen ständig den Insulinkatheter<br />
der Insulinpumpe<br />
wechseln. Alle zwei bis drei<br />
Tage ist ein Eingriff notwendig,<br />
der vor allem für Kinder belastend<br />
ist. Thomas Pieber von der<br />
Med Uni Graz hat eine Methode,<br />
die einen Katheterwechsel erst<br />
nach sieben oder mehr Tagen<br />
erlaubt. Für die innovative Forschung,<br />
die patentiert wurde, erhalten<br />
er und sein Team als erste<br />
Wissenschafter überhaupt den<br />
mit 270.000 Euro dotierten Preis<br />
für Präzisionsmedizin der Novo<br />
Nordisk Foundation.<br />
Diabetes-Management wird<br />
damit noch weiterentwickelt. GETTY
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
graz viva 43<br />
➜<br />
IN<br />
GETTY (2)<br />
Strick<br />
Ob grob oder fein gestrickt, mit Cutouts<br />
oder Stickereien, als Oberteil,<br />
Kleid oder Hose – Strick is IN.<br />
Samt<br />
Das luxuriöse Material Samt wird<br />
vom Strick abgelöst. Letztes Jahr<br />
war es angesagt, heuer ist es OUT.<br />
OUT<br />
➜<br />
Veganismus für jedermann<br />
GESUND. Mit der<br />
Kochschule „Pflanzenküche“<br />
in Seiersberg<br />
klärt Beate Prader über<br />
Veganismus auf. Krankheiten<br />
werden weniger.<br />
Von Valentina Gartner<br />
valentina.gartner@grazer.at<br />
Vegan zu leben steht hoch im<br />
Kurs, man könnte es schon<br />
fast als eine Trend-Lebensweise<br />
bezeichnen. Warum die Ernährung<br />
ohne tierische Produkte<br />
aber tatsächlich etwas Gutes für<br />
Körper und Seele ist, möchte Beate<br />
Prader, leidenschaftliche vegane<br />
Köchin und Expertin für pflanzliche<br />
vollwertige Ernährung, in ihrer<br />
neueröffneten Kochschule „Pflanzenküche“<br />
vermitteln. „Gerade<br />
in diesen Zeiten<br />
arbeiten immer mehr<br />
Menschen von zuhause<br />
aus. Gesundes<br />
Kochen wird<br />
zum immer größeren<br />
Thema. Aber<br />
es darf auch schnell<br />
gehen und Spaß machen“,<br />
ist die begeisterte<br />
Kochtrainerin überzeugt.<br />
Sie zeigt dabei, wie einfach es ist,<br />
sich vegan zu ernähren. „Nicht Verzicht,<br />
sondern Genuss für die ganze<br />
Familie steht im Vordergrund“, sagt<br />
sie. Bunte Salate, deftige Suppen,<br />
Beate Prader<br />
herzhafte Eintöpfe und süße Kuchen<br />
brauchen nicht viel, um die<br />
Gaumen zu verzaubern.<br />
Eine richtig umgesetzte pflanzliche<br />
Ernährung kann sich<br />
nachweislich positiv<br />
auf die Gesundheit<br />
auswirken. So haben<br />
Veganer häufig<br />
einen niedrigeren<br />
Cholesterinspiegel,<br />
ein geringeres Risiko<br />
für Herzkrankheiten,<br />
einen niedrigeren Blutdruck<br />
und ein geringeres<br />
Risiko für Bluthochdruck<br />
sowie ein niedrigeres Risiko, an<br />
Typ-2-Dia betes zu erkranken.<br />
Außerdem haben die meisten<br />
Veganer einen niedrigeren BMI<br />
und seltener Krebserkrankungen.<br />
Dieser Umstand wird damit begründet,<br />
dass eine rein pflanzliche<br />
Ernährung weniger gesättigte Fette<br />
und Cholesterin enthält, dafür<br />
aber einen höheren Anteil an Ballaststoffen,<br />
Magnesium, Vitamin<br />
C, Folat und Carotinoiden. „Meine<br />
Kurse sind für neugierige ,Allesesser‘,<br />
Einsteiger in die vegane Küche<br />
oder für Veganer, die ihre Kochkünste<br />
kreativ erweitern möchten“,<br />
schmunzelt Prader.<br />
Corona-Situation<br />
„Aufgrund des aktuellen Lockdowns<br />
muss ich leider die Dezemberkurse<br />
aussetzen, hoffe aber, ab Jänner wieder<br />
ganz normal meine Kochkurse<br />
und Workshops anbieten zu können“,<br />
so Prader. Alle Termine gibt es<br />
auf www.pflanzenkueche.at.
44 viva<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
2 G auch für<br />
Wintertourismus<br />
SCHIIIIIFOAN. Der Wintersaison steht man<br />
optimistisch gegenüber. Sicherheitskonzepte,<br />
2-G-Regel und Masken in Gondeln garantieren<br />
den Winterspaß. Einige Schigebiete haben<br />
sogar bereits geöffnet.<br />
In wenigen Tagen ist es so weit:<br />
Die Vorbereitungen für die<br />
Schisaison sind in der Zielgeraden,<br />
ein Schigebiet nach dem<br />
anderen sperrt in den kommenden<br />
Tagen und Wochen auf. Mit<br />
Investitionen von 55 Millionen<br />
Euro haben die weiß-grünen Seilbahnbetriebe<br />
ihre Anlagen und<br />
Pisten auf den neuesten Stand<br />
gebracht. Dem Schivergnügen<br />
steht also nichts mehr im Wege,<br />
könnte man zumindest meinen.<br />
„Dennoch steht uns eine schwierige<br />
Saison bevor“, sagt Fabrice<br />
Girardoni, Obmann der steirischen<br />
Seilbahnen. Nichtsdestotrotz<br />
zeigt man sich optimistisch,<br />
und für alle, die es gar nicht mehr<br />
abwarten können, haben einige<br />
Gebiete ihre Pforten bereits jetzt<br />
geöffnet:<br />
Planai: Kalte Temperaturen<br />
und moderne Beschneiungsanlagen<br />
auf den Schladminger Bergen<br />
bescherten den Schigästen bereits<br />
seit über einer Woche einen<br />
Schistart in die Winter saison.<br />
Auf der Planai ist<br />
die Märchenwiesebahn<br />
durchgehend in<br />
Betrieb. Auch<br />
GETTY<br />
die Burgstallalmbahn ist seit diesem<br />
Wochenende geöffnet.<br />
Dachsteingletscher: Am<br />
Dachsteingletscher erfolgte<br />
ebenso bereits der Startschuss in<br />
die Schisaison. Der Hunerkogellift<br />
sowie der Austriaschartelift<br />
sind in Betrieb. Alsbald öffnet<br />
auch der Schladmingerlift für<br />
Wintersportfreunde.<br />
Corona-Regeln<br />
„Allen, die kommen können, können<br />
wir ein normales Schifahrerlebnis<br />
ermöglichen. Wie auch<br />
die AGES bestätigt hat, gab es im<br />
Vorjahr keine Cluster beim Schifahren.<br />
Wir haben die Hausaufgaben<br />
gemacht und können den<br />
Gästen einen Freiluftsport bieten,<br />
der coronasicher ist“, so Girardoni.<br />
Die Betriebe haben auch technisch<br />
nachgerüstet: Liftkarten<br />
werden künftig mit dem Grünen<br />
Pass freigeschaltet, sodass die<br />
Drehkreuze die Schigäste mit gültigem<br />
Nachweis passieren lassen.<br />
Bei der Beförderung mit Seilbahnen<br />
ist ein 2-G-Nachweis zu<br />
erbringen: Schifahrer müssen<br />
also geimpft oder genesen sein.<br />
Kinder bis zum 12. Lebensjahr<br />
müssen keinen 2-G-Nachweis<br />
bringen. Für Kinder und Jugendliche<br />
ab zwölf Jahren bis zur<br />
Vollendung der allgemeinen<br />
Schulpflicht (9. Schulstufe)<br />
gilt der Ninja-Pass (auch<br />
am Freitag, Samstag<br />
und Sonntag) als<br />
Nachweis. Das permanente<br />
Tragen einer<br />
FFP2-Maske ist in<br />
allen geschlossenen<br />
Gondeln und Liften<br />
sowie Stationen für<br />
alle ab 14 Jahren verpflichtend.<br />
Am Dachstein können Wintersportfreunde bereits einige Pisten abfahren. In<br />
den kommenden Wochen wird der Rest geöffnet. SCHLADMING-DACHSTEIN | PETER BURGSTALLER
46 viva<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Gesund und fit trotz Lockdown<br />
AKTIV. Gerade in der kalten und nassen Jahreszeit ist es für die Gesundheit wichtig, sich fit zu halten<br />
und aktiv zu bleiben. Das ist trotz Lockdown und geschlossenen Fitnessstudios durchaus möglich.<br />
Von Nina Wiesmüller<br />
nina.wiesmueller@grazer.at<br />
Ausreichend Bewegung und<br />
Sport ist neben gesunder<br />
Ernährung einer der wichtigsten<br />
Faktoren, um das Immunsystem<br />
zu stärken. Denn gerade<br />
Bewegung an der frischen Luft<br />
stärkt die Abwehrkräfte enorm.<br />
Die Voraussetzung hierfür ist natürlich,<br />
dass man es nicht übertreibt<br />
und man sich den Temperaturen<br />
entsprechend kleidet.<br />
Gerade wenn die Temperaturen<br />
unter den Nullpunkt sinken, sollte<br />
man Sprints und Treppenläufe<br />
unbedingt vermeiden, da diese<br />
die Lunge sonst stark schädigen<br />
können. Achtet man jedoch auf<br />
diese Dinge, ist Joggen im Winter<br />
eine tolle Möglichkeit, um sich<br />
fit zu halten. Ein weiterer Vorteil<br />
davon ist natürlich auch, dass<br />
Spazierengehen und Joggen auch<br />
Stress abbauen, was das Immunsystem<br />
ebenfalls stärkt.<br />
Viele Optionen<br />
Aber auch für all diejenigen, für<br />
die Ausdauersport nichts ist, gibt<br />
es im Lockdown genügend Wege,<br />
trotzdem etwas für seinen Körper<br />
zu tun. Eine Möglichkeit sind<br />
zum Beispiel Homeworkouts.<br />
Diese basieren meist auf Übungen,<br />
für die man nur sein eigenes<br />
Körpergewicht oder ganz wenige<br />
Hilfsmittel braucht. Workouts<br />
dieser Art findet man zur Genüge<br />
auf Sozialen Medien wie Instagram<br />
oder Youtube. Für die,<br />
die noch einen Schritt weiter gehen<br />
wollen, empfiehlt es sich, ein<br />
paar Gewichte anzuschaffen. So<br />
kann man die Zeit bis zum Ende<br />
des Lockdowns bestmöglich<br />
überbrücken und dennoch sogar<br />
Fortschritte im Training erzielen.<br />
Natürlich ist nicht jeder ein<br />
Fan von hartem Training, sei es<br />
mit Gewichten oder dem eigenen<br />
Körpergewicht. Allerdings<br />
bietet sich der Lockdown auch<br />
perfekt an, Yoga einmal eine<br />
Chance zu geben beziehungsweise,<br />
wenn man schon Erfahrung<br />
hat, mehr Zeit in den Sport<br />
zu investieren. Yoga ist ja bekanntermaßen<br />
mehr als nur eine<br />
Sportart, im Mittelpunkt stehen<br />
Achtsamkeit und mentale Gesundheit.<br />
Gerade in schwierigen<br />
und aufwühlenden Zeiten wie<br />
diesen, aber auch in der stressigen<br />
Vorweihnachtszeit, ist Yoga<br />
also perfekt geeignet, um zur<br />
Ruhe zu kommen.<br />
Bewegung an der frischen Luft ist immer gut. Gerade im Winter kann<br />
beispielsweise Joggen dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken.<br />
GETTY<br />
Bei Yoga geht es viel um Achtsamkeit. Perfekt also für unruhige Zeiten. GETTY
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
motor 47<br />
„Mission Handgas“<br />
Klebe-Vignette<br />
ist im Verkauf<br />
■ Seit 18. <strong>November</strong> ist die<br />
Klebevignette 2022 in Marille<br />
an 6000 Vertriebsstellen im<br />
In- und Ausland erhältlich. Alternativ<br />
dazu kann die Digitale<br />
Vignette im ASFINAG-Mautshop<br />
oder über die App „Unterwegs“<br />
besorgt werden. Die<br />
Digitale Vignette ist praktisch<br />
und sicher zugleich. Die Klebevignette<br />
<strong>2021</strong> in Apfelgrün<br />
ist noch bis zum 31. Jänner<br />
2022 gültig – ab 1. Februar 2022<br />
muss die Vignette in Marille<br />
geklebt sein. Die Jahresvignette<br />
kostet für Pkw 93,80 Euro,<br />
ein Plus von 1,4 Prozent.<br />
GUTER START. Prominente<br />
Sportler gaben<br />
am Red Bull Ring das<br />
Startsignal für die<br />
„Mission Handgas“.<br />
Beim Auftakt-Event zur Aktion<br />
„Mission Handgas“<br />
am Red Bull Ring nahmen<br />
unter anderen die Sportler Lukas<br />
Müller, Philipp Kuttin und<br />
auch Pepo Puch sowie als „Fußgänger“<br />
Thomas Morgenstern in<br />
den Cockpits Platz. Künftig können<br />
Rollstuhlfahrer das ganze<br />
Jahr über auf Österreichs Grand-<br />
Prix-Rennstrecke und im Driving<br />
Center mit zwei verschiedenen<br />
Porsche-Modellen, die vollständig<br />
auf Handbedienung umgerüstet<br />
sind, Mobilität mit mehr Power<br />
genießen und an ihrer Fahrtechnik<br />
feilen. Der Red Bull Ring baut sein<br />
Angebot an Fahrerlebnissen weiter<br />
aus und richtet sich dabei in ers-<br />
Auftaktveranstaltung zur Aktion „Mission Handgas“ am Red Bull Ring<br />
ter Linie an Menschen mit Querschnittslähmung.<br />
Ab Winter <strong>2021</strong><br />
haben Rollstuhlfahrer am Spielberg<br />
ganzjährig die Wahl zwischen einem<br />
Porsche 718 Cayman S und<br />
einem Porsche 718 Cayman GT4.<br />
Beide Traumautos aus der Zuffenhausener<br />
Sportwagenschmiede<br />
wurden von Spezialisten der Firma<br />
Veigel an die Bedürfnisse von Roll-<br />
PHILIPP PLATZER<br />
stuhlfahrern angepasst und komplett<br />
auf Handbedienung umgerüstet.<br />
Beim offiziellen Start der neuen<br />
Fahrerlebnisse unter dem Titel „Go<br />
with your Pro – Wheels powered<br />
by Veigel“ standen den Gästen der<br />
Motorsport-Experte Reini Sampl<br />
sowie die Red-Bull-Ring-Instruktoren<br />
Patrick Friesacher und Bernhard<br />
Auinger zur Seite.
48 motor<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Elektro-Luxuslimousine<br />
<br />
■ Leistung: Systemleistung 33 PS<br />
(245 kW), Beschleunigung<br />
0–100 km/h in 6,2 Sekunden,<br />
Höchstgeschwindigkeit 210<br />
km/h<br />
■ Getriebe und Antriebsart:<br />
Automatikgetriebe,<br />
Hinterradantrieb<br />
■ Motor: Elektromotor<br />
■ Typ: Limousine mit<br />
Fließheck<br />
■ Reichweite: 640 km<br />
■ Batterie-Bauart: Lithium-Ionen<br />
■ Batteriespannung: 396 Volt<br />
Mercedes EQS 450+<br />
■ Abmessungen: Länge 5,21 Meter, Breite 1,92 Meter, Höhe 1,51<br />
Meter, Leergewicht 2480 Kilo, Radstand 3210 mm, Bodenfreiheit<br />
134 mm, Kofferraumvolumen 610 bis 1770 Liter<br />
■ Aufladen: Ladeanschluss Typ 2 Ladezeit 0–640 km 11,45 Stunden,<br />
Schnellladeanschluss CCS 200 kW Schnellladezeit (64–512<br />
km) 32 Minuten, C02-Emssionen: 0<br />
■ Preis: ab 115.000 Euro<br />
■ Autohaus: Mercedes Pappas, Schippingerstraße 8, Graz,<br />
Tel. 0 316/60 760, www.pappas.at<br />
ELEKTRO-STAR. Mercedes hebt mit dem EQS 450+<br />
die E-Autos der Stern-Marke auf ein neues Level.<br />
Diese E-Luxuslimousine ist ein Auto für Privilegierte.<br />
Von Vojo Radkovic<br />
vojo.radkovic@grazer.at<br />
Die Entwicklung der E-Autos<br />
schreitet unaufhaltsam<br />
voran und die Strom-Autos<br />
werden immer hochwertiger<br />
und leistungsstärker. Dennoch<br />
gelingt es den Herstellern neuer<br />
Elektroautos immer wieder, den<br />
Markt zu überraschen. Der neue<br />
Mercedes EQS 450+ ist so ein<br />
Ausnahmefahrzeug, eine Luxuslimousine<br />
unter Strom, ein Auto,<br />
das sich aber vermutlich nur Privilegierte<br />
leisten können.<br />
Der EQS 450+, das E-Luxusmodell<br />
der S-Klasse, das uns die Pappas<br />
Group zur Verfügung stellte,<br />
ist ein völlig neues Modell aus<br />
dem Sterne-Haus Mercedes. Optisch<br />
einladend steht der vollelektrische<br />
Mercedes mit dem stolzen<br />
Stern in der Mitte des Kühlergrills<br />
da. Man fühlt sich privilegiert,<br />
weil man den Autoschlüssel in<br />
der Hand hat und einsteigen darf.<br />
Startknopf inmitten der Konsole<br />
gedrückt. Im Inneren des komfortablen<br />
Autos ist es absolut<br />
still. „Ready“, das Startzeichen<br />
für den Fahrer, leuchtet in Grün<br />
auf und los geht’s. Der Mercedes<br />
rollt lautlos an. Die Lenkung, das<br />
fühlt man gleich nach den ersten<br />
Kilometern, funktioniert angenehm<br />
leicht und präzise. Auf dem<br />
großen Display spielt sich viel ab.<br />
Verschiedene Kameras liefern<br />
gestochen scharfe Bilder, die Seitenspiegel<br />
lassen sich per Blick<br />
positionieren. Auch für Beifahrer<br />
gibt es einen Screen-Bereich, auf<br />
den der Beifahrer oder die Beifahrerin<br />
zugreifen können. „Hallo<br />
Mercedes.“ „Was kann ich für<br />
Sie tun?“ „Bitte Ö3 einschalten.“<br />
Die Sprach-Kommunikation mit<br />
dem Auto funktioniert ebenfalls<br />
einwandfrei. Das Fahren selbst<br />
ist angenehm, direkt vergnüglich<br />
und mehr ein Gleiten auf sanften<br />
Pfoten. Ökologische Bedenken<br />
muss man ausblenden. Sicher
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at motor<br />
49<br />
stellt sich die Frage, ob man in<br />
diesen Zeiten ein E-Auto braucht,<br />
das in 6,4 Sekunden von 0 auf 100<br />
km/h sprintet und mit großer<br />
Batterie und 333 PS mehr als 200<br />
km/h fahren kann.<br />
Bis man all die Funktionen, die<br />
das Infotainment zu bieten hat,<br />
kennt und nützen kann, vergehen<br />
wohl Wochen. Die wichtigsten<br />
aber hat man schnell im Blick und<br />
im Griff.<br />
Das Auto hat sehr viel zu bieten.<br />
Die technische Ausstattung ist auf<br />
Top-Niveau. Es gibt viele Assistenzsysteme,<br />
darunter Apple Car<br />
Player, Smartphone-Integration,<br />
Memory-Funktion, MBUX-Entertainment,<br />
Hinterachslenkung<br />
(hatte ich bislang noch nicht<br />
ausprobiert), 360-Grad-Kamera,<br />
Verkehrszeichen-Assistenz, digitales<br />
Radio, Mercedes-Notrufsystem,<br />
aktive Parkassistenz,<br />
Panorama-Schiebedach, Burmester-Surround-Soundsystem,<br />
Einbruch-<br />
und Diebstahlwarnanlage,<br />
Ladekabel für Wallbox und öffentliche<br />
Ladestation, Ladekabel für<br />
die Haushaltsteckdose daheim.<br />
Es gibt sicher hochmoderne<br />
Verbrennungsmotoren, die noch<br />
Das Innere des Mercedes ist elegant gestylt, hochwertig ausgerüstet und man fühlt sich in diesem Cockpit auf<br />
Anhieb wohl. Perfekt die Infos und Bilder, die von etlichen Kameras auf drei Screens geliefert werden. ERWIN SCHERIAU (4)<br />
dazu für niedrigen C02-Ausstoß<br />
sorgen. Aber wenn E-Autos derart<br />
perfekt ausgeführt und technisch<br />
ausgerüstet sind und das<br />
Fahren und das Handling derart<br />
begeistern, ist eine neue Zeit für<br />
Elektroautos angebrochen. Autos<br />
wie der Mercedes EQS 450+<br />
stehen den besten Modellen mit<br />
Verbrennungsmotoren um nichts<br />
nach. Nur der Preis, der ist heiß:<br />
Ab 115.000 Euro ist man dabei.
50 wohnen<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Hervorragende Baukultur<br />
Das Quartier 7 in Reininghaus, Peter-Tunner-Schulzentrum in Deutschfeistritz und das Pentaplan-Wohnhaus in der SmartCity sind positiv aufgefallen. PIERER.NET, SCHREYER, ZÖBL<br />
TOLL. Einige Projekte aus Graz und Umgebung wurden jetzt in die renommierte Architekturdatenbank<br />
nextroom aufgenommen: darunter das Quartier 7 in Reininghaus und die Volksschule Murfeld.<br />
Von Verena Leitold<br />
verena.leitold@grazer.at<br />
Eine unabhängige Jury aus<br />
Architekten und Architekturhaus-Leitern,<br />
darunter<br />
auch Beate Engelhorn vom<br />
HDA Graz, wählte jetzt wieder<br />
aktuelle Projekte aus, die in die<br />
Baudatenbank „nextroom“ aufgenommen<br />
werden. Diese wurde<br />
1996 gegründet und präsentiert<br />
bereits realisierte Projekte mit<br />
hoher baukünstlerischer Qualität<br />
bzw. baukultureller Relevanz.<br />
Von den 13 Bauten stehen neun<br />
in Graz oder Graz-Umgebung.<br />
So hat etwa das Quartier 7 von<br />
balloon architekten und Hohensinn<br />
Architektur in Reininghaus<br />
überzeugt. Es ist das bisher größte<br />
reine Holzbau‐Quartier. Die<br />
teilweise sechsgeschossigen Gebäude<br />
sind als reine Holzbauten<br />
aus Brettsperrholz konstruiert,<br />
wobei in einem Teil des Quartiers<br />
selbst die Erschließungskerne<br />
und Stiegenhäuser in Holz<br />
ausgeführt wurden. Als klares<br />
Signal an Familien wurden von<br />
den insgesamt 211 Wohnungen<br />
40 Prozent als Vier‐Zimmer‐<br />
Wohnungen errichtet.<br />
Ebenfalls ab sofort in der Datenbank<br />
zu finden sind die Laborgebäude<br />
der TU am Campus<br />
Inffeldgasse von Ernst Giselbrecht<br />
+ Partner, das Wohnhaus<br />
mit Container-Elementen von<br />
Pentaplan in der SmartCity sowie<br />
der Zu- und Umbau der Volksschule<br />
Murfeld von StudioVlayStreeruwitz.<br />
Auch die im Rahmen des Architekturpreises<br />
des Landes<br />
Steiermark ausgezeichneten<br />
Projekte wurden in die Datenbank<br />
aufgenommen: das Graz-<br />
Museum Schlossberg vom Studio<br />
WG3, das Hotel Kai 36 vom<br />
Lam Architektur Studio sowie die<br />
Volksschule SmartCity von Alexa<br />
Zahn Architekten.<br />
Graz-Umgebung<br />
Im Bezirk Graz-Umgebung fiel<br />
das Schloss Ruhefeld in Frohnleiten,<br />
gestaltet von Nussmüller<br />
Architekten, besonders positiv<br />
auf. Und auch das Peter-Tunner-Schulzentrum<br />
in Deutschfeistritz,<br />
aus der Feder von balloon<br />
architekten, wurde in die<br />
Liste aufgenommen.
52<br />
sport<br />
graz<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
Fabian Kleindienst<br />
52<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Wenn man den Hunger verliert,<br />
wird man irgendwann auf der<br />
Strecke bleiben.“<br />
ÖFB-Teamchef Franco Foda gab sich nach den beiden Siegen am<br />
Ende der WM-Qualifikation als Ernährungs-Coach für seine Spieler.<br />
Mission Titelverteidigung<br />
STARK. ATG-Gymnastinnen<br />
kämpfen<br />
Samstag in Graz um die<br />
Titelverteidigung in der<br />
Gruppe. Internationaler<br />
Bewerb abgesagt.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Die Grazer Titelverteidigerinnen wollen kommenden Samstag wieder Staatsmeisterinnen werden.<br />
AGNES ACKERL<br />
Corona zieht auch im Sport<br />
wieder seine Kreise. Hätte ab<br />
kommendem Donnerstag<br />
im Raiffeisen Sportpark eines der<br />
Highlights des Grazer Sportjahrs<br />
stattfinden sollen, die „Austrian<br />
Open International“ der Ästhetischen<br />
Gruppengymnastik, eine Ge-<br />
Sturm mit Corona im Gepäck<br />
MATCHDAY. Der SK Sturm empfängt heute den LASK – und will dabei die Motivation aus der Abwehrschlacht<br />
gegen Real Sociedad noch einmal aufleben lassen. Es gibt aber einige Fragezeichen.<br />
Von Fabian Kleindienst<br />
fabian.kleindienst@grazer.at<br />
Es waren schwierige Wochen,<br />
die der SK Sturm zuletzt hinter<br />
sich gebracht hat. Nach<br />
Niederlagen im Cup gegen Ried<br />
und in der Liga gegen Salzburg<br />
sowie den WAC schien es mit dem<br />
erkämpften Punkt auswärts gegen<br />
Real Sociedad gerade wieder<br />
bergauf zu gehen. Dann aber kam<br />
Corona – gleich mehrere Spieler<br />
wurden positiv getestet, glücklicherweise<br />
blieb es bei milden<br />
oder symptomfreien Verläufen.<br />
Zunächst wurde in Gruppen trainiert,<br />
erst Freitag stand wieder der<br />
gesamte Kader zur Verfügung.<br />
„Es war uns wichtig, da absolut<br />
behutsam vorzugehen“, betonte<br />
Trainer Christian Ilzer im Vorfeld<br />
der heutigen Partie gegen den<br />
LASK. Die Spieler wurden alle me-<br />
dizinisch durchgecheckt. Das sei<br />
die Basis für die Wiederaufnahme<br />
gewesen. Ilzer: „Wenn es von ärztlicher<br />
Seite Bedenken gegeben<br />
hätte, wäre keinem Spieler erlaubt<br />
worden, wieder ins Training einzusteigen.“<br />
Bei einigen merke man<br />
noch bei Spitzenbelastungen, dass<br />
ihnen etwas zu den 100 Prozent<br />
fehle – Infos zum Kader am Sonntag<br />
konnte und wollte der Sturm-<br />
Coach daher noch keine geben.<br />
Von der Tabelle her sollte heute<br />
um 17 Uhr – ein vorläufig letztes<br />
Heimspiel mit Fans – gegen die<br />
zehntplatzierten Linzer alles klar<br />
sein. Die sind laut Ilzer aber stärker,<br />
als die Tabelle es zeigt. „Wir wissen,<br />
worauf es ankommt – es ist immer<br />
eine richtige Intensitäts-Rallye gegen<br />
den LASK.“ Ausschlaggebend<br />
sei, wie viel die Mannschaft schon<br />
wieder von ihrem Leistungspotenzial<br />
abrufen könne.<br />
Im August gab es für den SK Sturm einen klaren 3:1-Auswärtserfolg gegen<br />
die Linzer. Heute will man dem aktuellen Negativtrend endlich entgehen.GEPA
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
sport graz 53<br />
OHA! ➜<br />
GEPA (2), GAK WASSERSPRINGER<br />
Goldene für Wasserspringer<br />
Die GAK-Wasserspringer gewannen bei<br />
den österreichischen Hallenmeisterschaften<br />
16 Goldmedaillen.<br />
Verletzungspech<br />
Der GAK muss die letzten beiden Spiele<br />
des Jahres ohne die verletzten Markus<br />
Rusek und Lukas Gabbichler bestreiten.<br />
OJE!<br />
➜<br />
beim ATG<br />
neralprobe für die für den Sommer<br />
2022 angedachte Weltmeisterschaft<br />
in Graz, musste aufgrund des stark<br />
internationalen Teilnehmerfelds<br />
nun abgesagt werden. Immerhin:<br />
Mit Stand Redaktionsschluss wird<br />
das zweite Spitzensport-Event, die<br />
Staatsmeisterschaft in der Rhythmischen<br />
Gymnastik in der Gruppe,<br />
am Samstag stattfinden. Unter<br />
strengen Corona-Auflagen, ohne<br />
Publikum ab 14 Uhr – es soll einen<br />
Livestream geben.<br />
Favoritenrolle<br />
Graz ist dabei nicht nur bloßer<br />
Austragungsort – vielmehr dominieren<br />
Sportlerinnen des ATG hier<br />
in Österreich schon seit Jahren.<br />
Insgesamt werden rund 180 Gymnastinnen<br />
aus sieben Bundesländern<br />
am Start sein. In der Eliteklasse<br />
werden die meisten davon alles<br />
daran setzen, dem ATG-Team aus<br />
Julia Meder, Livia Gacic, Franziska<br />
Herzog, Lucy-Ann Huber, Marie<br />
Höfler und Valentina Domenig-Ozimic<br />
die Titelverteidigung<br />
so schwer wie möglich zu machen.<br />
„Ich denke, die Chancen stehen für<br />
uns gut“, gibt sich Mitorganisatorin<br />
und Trainerin Viktoria Chanterie<br />
aber optimistisch. Immerhin sind<br />
mit Gacic, Herzog, Meder und Domenig-Ozimic<br />
vier der sechs ATG-<br />
Athletinnen aktuelle oder ehemalige<br />
Nationalkadergymnastinnen.<br />
Der erneute Titel soll auch ein Abschiedsgeschenk<br />
an die langjährige<br />
Cheftrainerin Antoaneta Apostolova<br />
sein. Sie geht nach der<br />
Meisterschaft in Pension.<br />
Für den SC Kalsdorf (hier im Cup-Spiel gegen Salzburg) geht es in der Regionalliga<br />
Mitte erst im Frühjahr wieder weiter, die Herbstspiele wurden abgesagt. GEPA<br />
Regionalliga gestoppt<br />
■ Die hohen Corona-Zahlen<br />
führten diese Woche zu einer<br />
Unterbrechung der Regionalliga<br />
Mitte, in der beispielsweise die<br />
zweite Mannschaft des SK Sturm<br />
und der SC Kalsdorf spielen. Die<br />
Entscheidung der Paritätischen<br />
Kommission der RLM wurde<br />
am Montag bekannt gegeben,<br />
die Unterbrechung ist die Folge<br />
eines Antrags des Kärntner Fußballverbands.<br />
Alle ausstehenden<br />
Spiele der Herbstsaison werden<br />
im Frühjahr neu angesetzt.
54 grazer sonntag<br />
www.grazer.at <strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong><br />
SO ISST GRAZ<br />
Das „Nordstern“ wünscht Mahlzeit<br />
und serviert ...<br />
... Wildgulasch<br />
Mahlzeit wünscht Christian Sabisch<br />
und serviert Wildgulasch. NORDSTERN (2)<br />
In der Herbstzeit ist Gulasch ein<br />
absolutes Muss. Wer heuer noch<br />
keines hatte, sollte das also schleunigst<br />
nachholen. Zurzeit ist noch<br />
Wildzeit, perfekt also, um das Wildgulasch<br />
vom „Nordstern“ zu probieren.<br />
Die Zubereitung<br />
ist zwar etwas<br />
aufwändiger,<br />
doch am<br />
Ende wird<br />
man mit<br />
einem besonders<br />
schmackhaften<br />
Gulasch<br />
belohnt. NW<br />
Zutaten:<br />
1,1 kg Reh- oder Hirschkeule, ½ Liter<br />
Gemüsebrühe, 1 kg Zwiebel, 1 Liter<br />
Rotwein, 2 EL Tomatenmark, 2 EL Preiselbeeren,<br />
2 TL Salz, ½ TL Pfeffer, 2 EL<br />
Honig, 3 Stk. Piment, 1 Prise Kümmel,<br />
3 Stk. Wacholderbeeren, 3 Lorbeerblätter,<br />
1 Stk. Sternanis, 2 Stk. Nelken<br />
Zubereitung:<br />
Das Fleisch in ein bis zwei Zentimeter<br />
große Stücke schneiden, dann in<br />
Öl von allen Seiten scharf anbraten,<br />
bis eine leichte Bräune entsteht. Tomatenmark<br />
und Honig dazugeben<br />
(tomatisieren), bis das Tomatenmark<br />
leicht anbrennt, dadurch entstehen<br />
Röstaromen und der Honig karamellisiert.<br />
Danach vier mal mit je 1/4 Liter<br />
Rotwein ablöschen und runterkochen,<br />
bis eine dicke Sauce entsteht. Dann<br />
mit 1/8 Liter Brühe aufgießen. Anschließend<br />
die Temperatur verringern<br />
und auf kleiner Stufe zwei bis drei<br />
Stunden köcheln lassen. Jede halbe<br />
Stunde umrühren und überprüfen, ob<br />
die Temperatur nicht zu heiß ist.<br />
GRAZWORTRÄTSEL<br />
liebevoller<br />
Name von<br />
Graz<br />
2. Grazer<br />
Stadtbezirk<br />
(Sankt ...)<br />
zirka<br />
735 Watt<br />
eur. Institut<br />
in Meyrin<br />
Sohn Noahs<br />
Vertreter<br />
der Grazer<br />
Schule †<br />
"Hingabe<br />
an Gott"<br />
im Hinduismus<br />
US-Staat<br />
(Hauptstadt<br />
Salt<br />
Lake City)<br />
natürliches<br />
Süßwasserreservoir<br />
10<br />
1<br />
2<br />
6 13<br />
7<br />
15<br />
Abk. für<br />
"Ratenzahlung"<br />
Bildungseinrichtung<br />
sächliches<br />
Fürwort<br />
Teil des<br />
Joanneum<br />
"Museum ..."<br />
(2 Wörter)<br />
nach<br />
Art von<br />
Parallelstraße<br />
der Herrengasse<br />
schwarzgelb<br />
gestreiftes<br />
Raubtier<br />
Web-Domäne<br />
Estlands<br />
engl. für<br />
"essen"<br />
Abk. für<br />
"ad acta"<br />
Aroma,<br />
Bukett<br />
in der<br />
Nähe von<br />
12<br />
17<br />
Anzahl der<br />
Grazer<br />
Stadtbezirke<br />
Einbringen<br />
der<br />
Feldfrüchte<br />
französ.<br />
Autor<br />
† 1986<br />
(Jean)<br />
als Pfand<br />
nehmen<br />
sehr knapper<br />
Slip<br />
chem.<br />
Zeichen<br />
für<br />
Eisen<br />
Schutz,<br />
Obhut,<br />
Schirmherrschaft<br />
14<br />
KFZ-Kz. für<br />
Kufstein<br />
größte<br />
Falkenart<br />
11<br />
8<br />
männliches<br />
Fürwort<br />
Vorsilbe<br />
für "gut"<br />
oberhalb<br />
Zeichen<br />
für Neon<br />
16<br />
ein<br />
Sondermüll<br />
Nachbarstaat<br />
von<br />
Burundi<br />
landwirtschaftliche<br />
Anbaufläche<br />
Chronometer<br />
männlicher<br />
Vorname<br />
alte niederl.<br />
Münze<br />
Langfinger<br />
Wahrzeichen<br />
Londons<br />
("Big ...")<br />
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11<br />
5<br />
englisch<br />
legendäre<br />
für "neu"<br />
steirische<br />
Rockband<br />
Grazer Forst<br />
mit Lehrpfad<br />
immerwährend<br />
weibliches<br />
Schwein<br />
blaue<br />
Färberpflanze<br />
ein Umlaut<br />
Grazer<br />
Hörgerätespezialist<br />
US-<br />
Filmstar<br />
† 1955<br />
(James)<br />
9<br />
Internat.<br />
Arbeitsorganisation<br />
Vorsilbe für<br />
"zurück"<br />
Hebevorrichtung<br />
Abk. für<br />
"emeritiert"<br />
Hühnerprodukt<br />
13 12 14 15<br />
steirischer<br />
Botaniker<br />
† 1870<br />
(Franz)<br />
Mitgründer<br />
der Brauerei<br />
Reininghaus<br />
Hoheitszeichen<br />
an<br />
Uniformmützen<br />
Bewohner<br />
der<br />
Grünen<br />
Insel<br />
Inbegriff,<br />
Leitbild,<br />
höherer<br />
Wert<br />
4<br />
3<br />
Abzug vom<br />
Nennwert<br />
eines<br />
Darlehens<br />
Lösung der Vorwoche: Suedtiroler Platz Rätsellösungen: S. 30<br />
Aktuelles Lösungswort:<br />
7 9<br />
9 8 6 1<br />
5<br />
4 2 6 3<br />
4 7 9<br />
3 7 4 6<br />
9 1 5<br />
7 3 1 5 4<br />
SUDOKU<br />
7 3<br />
1169<br />
Und so geht’s!<br />
Jede Ziffer darf in<br />
jeder Reihe in jedem<br />
Quadrat nur<br />
einmal vorkommen.<br />
Bleistift<br />
spitzen, los geht’s.<br />
Viel Spaß!<br />
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17
<strong>21.</strong> NOVEMBER <strong>2021</strong> www.grazer.at<br />
grazer sonntag 55<br />
„GRAZER“-TIPPS FÜR DEN <strong>21.</strong> NOVEMBER <br />
Generationen-Basketball<br />
Ob jung ob alt, ballbegeisterte<br />
Sportlerinnen jeden Alters sind<br />
herzlich willkommen beim<br />
3×3-Generationenbasketball des<br />
UBSC Graz. Dabei bildet man ein<br />
Team mit seiner Familie oder seinen<br />
Freunden und misst sich mit<br />
anderen Teams. Ziel ist es, Teams<br />
mit Spielern unterschiedlicher<br />
Altersklassen zu bilden (Kinder,<br />
Jugendliche und Erwachsene). In<br />
diesem Kurs geht es um Spaß für<br />
die ganze Familie. Los geht es um<br />
9 Uhr in der Sportunion Steiermark<br />
in der Gaußgasse 3.<br />
Hätte, hätte, Fahrradkette<br />
In dieser Führung geht es um die<br />
wechselhafte Symbiose von Graz<br />
mit dem Fahrrad ab dem Ende<br />
des 19. Jahrhunderts bis heute: als<br />
Hochburg früher Radsportvereine<br />
und Zentrum der Fahrradindustrie,<br />
als Schauplatz eines lebendigen<br />
Fahrradaktivismus ab den 1970er<br />
Jahren und Stadt für ehrgeizige<br />
Zukunftsvisionen. Darüber hinaus<br />
wird der Frage nachgegangen,<br />
was der „Fahrradstadt“ Graz<br />
bislang noch fehlt. Die Führung<br />
startet um 15 Uhr, Treffpunkt ist<br />
das GrazMuseum.<br />
RUNDGANG<br />
14.30 Uhr<br />
Herrengasse<br />
Heute hat man ein letztes Mal die Möglichkeit, beim Altstadtrund-<br />
gang mitzugehen und Graz genauer kennenzulernen. GETTY (2), LUEF, NESTROY<br />
Der Grüffelo<br />
Der große Wald ist voller Gefahren.<br />
Da ist es gut, wenn man<br />
einen starken Freund hat.<br />
Und wenn man keinen<br />
hat, erfindet man sich<br />
eben einen. Die kleine Maus<br />
ist unterwegs im Wald und<br />
alle scheinen es<br />
gut mit ihr zu<br />
meinen. Der<br />
Fuchs lädt sie<br />
zur Götterspeise<br />
ein,<br />
die Eule bittet<br />
zum Tee und die Schlange zum<br />
Schlangen-Mäuse-Fest. Aber die<br />
Maus hat immer schon eine Verabredung:<br />
mit ihrem Freund, dem<br />
schrecklichen Grüffelo. Den hat sie<br />
sich zwar nur ausgedacht ... doch<br />
dann taucht er auf einmal wirklich<br />
auf. Kann die Maus durch ihren<br />
Witz, Charme und Erfindungsgeist<br />
die Oberhand behalten? Das<br />
findet man im Theater Feuerblau<br />
um 11 oder 16 Uhr heraus.<br />
Crosslauf-Staatsmeisterschaften<br />
Der heutige Sonntag ist sportlich,<br />
denn der 7. runninGraz-Crosslauf<br />
wird heuer erstmalig als Österreichische<br />
Staatsmeisterschaft<br />
ausgetragen. Am Universitätssportzentrum<br />
Rosenhain werden<br />
von 8.30 bis 14.30 Uhr die besten<br />
österreichischen Athleten um die<br />
Titel laufen. Es gilt die 2-G-Regel,<br />
für Kinder gilt der Ninja-Pass. Die<br />
WOHIN AM SONNTAG<br />
Siegerehrungen finden laufend<br />
während der Veranstaltung statt.<br />
Architekturführung<br />
Seit der Friendly Alien 2003 in<br />
Graz landete, prägt er mit seiner<br />
besonderen biomorphen Architektur<br />
nicht nur das Bild der<br />
steirischen Landeshauptstadt mit,<br />
sondern strahlt weit über deren<br />
Grenzen hinaus und sorgt auch international<br />
für Furore. Die Bubble<br />
mit der blauen Haut, die Needle,<br />
mächtige Spaces, 16 Nozzles,<br />
ein Reiselift, begehbare Wände,<br />
eine Dachterrasse mit grandioser<br />
Aussicht und vieles mehr: Dieser<br />
Rundgang zur Architektur des<br />
Kunsthauses beschreibt nicht nur<br />
dessen wesentliche Elemente,<br />
sondern führt auch an Orte, die<br />
normalerweise für Besucher<br />
nicht zugänglich sind. Treffpunkt<br />
ist direkt im Kunsthaus, es gibt<br />
Führungen um 11 und 15 Uhr.<br />
Stadführung<br />
Graz verführt einen – enge<br />
Gassen, imposante Bauten und<br />
mo derne Architektur. Diese Atmosphäre<br />
kann man am besten bei<br />
einem gemütlichen Spaziergang<br />
durch eine der faszinierendsten<br />
Altstädte Europas, die jung, frech<br />
und innovativ zugleich ist, erleben.<br />
Treffpunkt ist heute um 14.30<br />
Uhr im Büro von Graz Tourismus in<br />
der Herrengasse 16. Die Führung<br />
dauert 1,5 bis zwei Stunden,<br />
Tickets kosten regulär 13,50 Euro.