kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 51

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Bremen + der Norden für die Monate Dezember und Januar 2021/22

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

Bremen / Oldenburg und der Norden

issue 51 | Dezember 2021 + Januar 2022

Elisabeth Wagner, still, 2021, Pappmaché, verschiedene Materialien, VG Bild-Kunst, Bonn 2021


. grußwort

Inseljugend

Andreas Jorns

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 2 kunst:stück 1 · 25938 Alkersum/Föhr · mkdw.de

12.12.2021

–27.11.2022


. grußwort

Matthias Schönebäumer, Foto: © Henning Rogge

Nutzen wir den digitalen Schwung!

Matthias Schönebäumer, Kommunikation und Digitale Projekte

Deichtorhallen Hamburg I www.deichtorhallen.de

Liebe Kunstfreundinnen und -freunde,

„Digital ist besser“ – so textete die von

mir sehr geschätzte Rockgruppe Tocotronic

bereits im Jahr 1995. In den letzten Monaten

konnte man tatsächlich das Gefühl

bekommen, dass an dieser Textzeile etwas

dran sein könnte. Es war bewundernswert,

was angesichts der Schließung von

Museen, Konzerthäusern, Theatern und

anderen Kulturstätten an neuen Ideen zur

Vermittlung, Teilhabe und Interaktion mit

den jeweiligen Angeboten und Programmpunkten

quasi aus dem Nichts im digitalen

Raum entstanden. Sicher war nicht alles davon

immer gleich gelungen, dennoch zeigte

sich die Kulturszene in dieser Zeit so experimentierfreudig

und zugänglich wie selten.

Ganz nach dem Motto: #closedbutopen. Nun

ist die Kultur längst wieder da; die Museen

sind voll und die Theatersäle gut besucht.

Mir stellt sich die Frage: Was geht‘s weiter

mit dem digitalen Schwung?

In den Deichtorhallen Hamburg haben wir

schon früh darüber nachgedacht, wie sich

die Geschichten und Themen aus unseren

Ausstellungen digital weitererzählen lassen.

Unser Online-Magazin HALLE4, das 2018 an

den Start ging, ist mittlerweile zu einem digitalen

Feuilleton angewachsen – mit Interviews,

Reportagen und Kolumnen. In diesem

Jahr ist mit unserem Podcast "Das ist Kunst"

ein weiterer Baustein hinzugekommen. Die

Resonanz auf neue Videoreihen wie das beliebte

INTRO oder einzelne Einführungen in

die Ausstellungen auf YouTube zeigen uns,

dass unsere Besucher*innen immer dann

ganz besonders begeistert sind, wenn wir

ihre Wünsche und Erwartungen in den Vordergrund

stellen. Für mich bedeutet das:

Digital ist immer dann gut, wenn es auch

einen echten Mehrwert für das Publikum

bietet. Und daher können Sie sich auch im

neuen Jahr darauf freuen, dass Ihnen die

Deichtorhallen Hamburg experimentierfreudig

und offen begegnen werden – ob

analog oder digital.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue

mich auf Ihren Besuch – im Netz oder auch

in Hamburg!

Matthias Schönebäumer

- - -

www.deichtorhallen.de/digitale-angebote

↗ klick and jump

Halle 4 - das Online-Magazin /

Podcast / Soundcloud / Youtube /

#deichtorhallenhamburg

kunst:stück 3


. grußwort

4 kunst:stück


. grußwort

Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Foto: Dana Lorenz

We are open!

Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück

www.kunsthalle-osnabrueck.de

Was für ein Jahr haben wir hinter uns! Kunstinstitutionen

deutschlandweit waren über

so viele Monate geschlossen. Nach dieser

Zeit fühlt sich jede reale Eröffnung immer

noch wie eine kleine Sensation an. Auch wir

freuen uns, zwei neue Ausstellungen und ein

inklusives Filmprogramm in der Kunsthalle

Osnabrück nicht mehr nur digital (wie über

viele Monate leider nur möglich), sondern

jetzt live und in Farbe zeigen zu können.

Im Rahmen unseres Jahresthemas „Barrierefreiheit“behandeln

wir dabei unterschiedliche

Ausgrenzungsmechanismen in unserer

Gesellschaft. Dies schließt natürlich auch uns

als Kunsthalle mit ein, denn auch in Kunsthäusern

herrschen oft einschränkende Verhaltensregeln,

exkludierende Vereinheitlichungen

und eine einseitige Teilhabe. Daher

stellen wir uns gemeinsam mit den eingeladenen

Künstler:innen die Frage: Kann es eine

Gesellschaft ohne Barrieren geben? Da heißt

„We are open“ dann eben nicht nur „Wir

haben geöffnet“, sondern beinhaltet auch

die Frage, für wen wir offen sind und wie wir

uns an dieser Stelle verbessern können. Und

wie dies alles mit einem fünf Meter hohen

Holzkatapult zusammenhängt, das Glitzer-

Bomben in den Kirchenraum schleudert, die

eine großformatige Videoprojektion in Bewegung

versetzen, auf der ein Katzenwesen

die Besucher:innen zur gemeinsamen

Qigong-Sitzung einlädt – kommen Sie vorbei

und finden Sie es selbst heraus!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Herzlich – Ihre Anna Jehle und

Juliane Schickedanz

kunst:stück 5


. inhalt

03 Grußwort

03 - Matthias Schönebäumer, Kommunikation

und Digitale Projekte,

Deichtorhallen Hamburg

03 - Anna Jehle und Juliane Schickedanz,

Direktorinnen der Kunsthalle

Osnabrück

06 Inhalt

06 - Impressum

08 Bremen & Umzu

20 - Vörden

22 - Bremerhaven

26 - Stade

28 - Worpswede

30 - Syke

32 - Föhr

36 Oldenburg & Umzu

44 - Emden

46 - Lingen

48 - Petershagen

49 - Sögel

50 - Nordhorn

52 - Osnabrück

58 - Mettingen

60 Hamburg

DAS TITELBILD

Elisabeth Wagner

„hinten links ist Schimmer“

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

Gerhard-Marcks-Haus, Bremen

www.marcks.de

Elisabeth Wagner, still, 2021, Pappmaché,

verschiedene Materialien, VG Bild-Kunst,

Bonn 2021

Elisabeth Wagner (geb. 1954) wechselt mit großer

Selbstverständlichkeit und Souveränität zwischen

abstrakten und figürlichen Modi. Ihr Œuvre spannt

den weiten Bogen von gegenstandslosen Formen

und Objekten bis hin zu den aus einer realen Welt

angeregten Bildnisbüsten (nach berühmten Porträts

der Malereigeschichte), Mensch- und Tierfiguren.

→ Seite 8

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.yumpu.com/user/agenturh2

IMPRESSUM

H2 Verlag

Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 85999 00

mail@kunststueck-magazine.de

redaktionsschluss für die ausgabe

feb / März: 15. Januar 2022

anzeigenberatung:

Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00

Mobil: 0152 389 510 24

6 kunst:stück


. grußwort

TOM SACHS

SPACE

PROGRAM:

RARE EARTHS

#TOMSACHSHAMBURG

19. SEPTEMBER 2021 –

10. APRIL 2022

HALLE FÜR AKTUELLE

KUNST

TOM SACHS

SAM‘S SUIT, 2019, MIXED MEDIA

PHOTO: GENEVIEVE HANSON © TOM SACHS

JACK

DAVISON

OMER FAST

FRIDA

ORUPABO

#JACKDAVISONDTH

#OMERFASTDTH

#FRIDAORUPABODTH

30. SEPTEMBER 2021 –

23. JANUAR 2022

PHOXXI. HAUS DER

PHOTOGRAPHIE

TEMPORÄR

JACK DAVISON

UNTITLED, 2017 (ABSTRACT COLOUR), DETAIL,

FROM PHOTOGRAPHS, PUBLISHED BY

LOOSE JOINTS, 2019

TOMI UNGERER

IT‘S ALL ABOUT FREEDOM

#TOMIUNGERERDTH

27. NOVEMBER –

24. APRIL 2022

SAMMLUNG

FALCKENBERG

TOMI UNGERER, UNTITLED, 2013

© TOMI UNGERER ESTATE/DIOGENES

VERLAG AG, ZÜ RICH

kunst:stück 7


hinten links

ist Schimmer

. bremen

Dienstag bis

Sonntag

10 – 18 Uhr

Donnerstag

10 – 21 Uhr

Am Wall 208

28195 Bremen

www.marcks.de

bäuerle

Gefördert von

freundes

kreis

Medienpartner

Elisabeth Wagner ©VG Bild-Kunst, Bonn 2021

www.marcks.de

8 kunst:stück


. bremen

Elisabeth Wagner „hinten links ist Schimmer“

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

Elisabeth Wagner (geb. 1954) wechselt mit

großer Selbstverständlichkeit und Souveränität

zwischen abstrakten und figürlichen

Modi. Ihr Œuvre spannt den weiten Bogen

von gegenstandslosen Formen und

Objekten bis hin zu den aus einer realen

Welt angeregten Bildnisbüsten (nach berühmten

Porträts der Malereigeschichte),

Mensch- und Tierfiguren. Gips, Pappe, Papier,

Draht sind ihre bevorzugten Materialien,

aus denen sie ihre Skulpturen formt

und zusammenfügt, der Herstellungsprozess

bleibt sichtbar und nachvollziehbar.

In ihrer Kunst erkundet die Künstlerin die

Funktion des Raums, von Fall zu Fall lotet

sie die Beziehung zwischen Motiv, Material

und Umraum neu aus. Figurativ oder abstrakt,

der Grundton ist derselbe, stets thematisiert

Elisabeth Wagner, wie sie selbst

sagt, die Zerbrechlichkeit des Lebens. Sie

lehrt seit 1996 als Professorin für Bildhauerei

an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.

Heinrich Meyer Panorama

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

„Kein Stein bricht wie ein zweiter: Man

muss die Kräfte bündeln und das Wesen

in den Raum stellen“, sagt Heinrich Meyer.

Er ist ein Bildhauer, der die im Naturstein

vorhandene Zeichnung mit plastischen

Motiven verbindet und dann scheinbar realistische

Bilder von Landschaft herausarbeitet.

Aus dieser Verbindung lässt sich die

besondere Wirkung seiner Steine erklären:

Sie potenzieren das „Sowohl-Als-Auch“

der Bildhauerei, immer Material und Bild

gleichzeitig zu sein. Die Werke erwecken

den Eindruck, als würde sich das Gesehene

aus der Logik des Steins ergeben. Jedoch

in der vertieften Wahrnehmung löst sich

die Trennung von Material und Bild auf.

Koper/Ogiermann Im Schwarm

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden

Künstlerin Dina Koper und des Komponisten

Christoph Ogiermann ist ein

visuell-elektroakustisches Projekt. Grundausstattung

des Raums sind aus unzähligen

Abbildungen und Zeichnungen von

Koper zusammengesetzte, den Raum füllende

„Fraktale Gehänge“. Auf den Gehängen

erzeugen Licht und Videoprojektionen

stets neue skulpturale Raumeindrücke.

Die mehrkanalige Arbeit von Ogiermann

für dieses Projekt ist aus instabilen

Schwingkreisen gewonnene elektroakustische

Musik, die an „natürliche“ Massenphänomene

erinnert. In ihren Bedeutungsebenen

kreist die Arbeit um mögliche

Themen wie Schwärme, Dickicht aber

auch um Sexualität, Mythos und Körper.

Dorothea Prühl Ornament und Skulptur

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

„Schmuck ist mir wichtig in seiner ursprünglichen

Bestimmung. Dazu gehören

Tragbarkeit, Haltbarkeit und Kostbarkeit

im weitesten Sinne. Am Material interessieren

mich neben den ästhetischen vor

allem die formbestimmenden Eigenschaften.

Halsschmuck ist für mich Schmuck par

excellence“, beschreibt Dorothea Prühl ihre

Kunst. Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft

Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen

www.marcks.de

der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg

Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des

frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten

Weltkrieg weitergeführt wurde. Die Idee,

dass bildende Kunst und Design sich gegenseitig

befruchten, führte zur Einrichtung

einer Metallwerkstatt, die sowohl in Richtung

Bildhauerei als in Richtung Schmuck

ausbildete. Das Werk von Prühl entstammt

dieser produktiven Verbindung.

Abb. oben: Elisabeth Wagner, Falsche Freunde, 2000-2021. Gips bemalt, Keramik bemalt, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // Mitte:

Heinrich Meyer, Panorama, 2017, Sandstein // links unten: Dorothea Prühl, Raben im Kreis, 2020, Titan, Gold, Foto: Matthias

Ritzmann // rechts unten: Dina Koper, Im Schwarm, 2021, Papier, Scherenschnitt, Collage, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

kunst:stück 9


. bremen

Boris Reihle, Rollschuhe, Textilarbeit, 2003, und Michael Fitzthum Oberflächenstörung, 2000, Fotografie

Was bleibt

Die Sammlung regionaler Kunst Bremen

17. Oktober bis 19. Dezember 2021

Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de

Was bleibt? Was bleibt! Zum Beispiel Kunst.

Nach einer Zeit beschleunigter Digitalisierung

und ungewisser gesellschaftlicher

Übereinkünfte zeigt die Städtische Galerie

Bremen die Sammlung regionaler Kunst,

die wir verwahren. Dieser Bremer Schatz

mit über 6.000 Werken ist ein Besitz aller

Bremer*innen, ein repräsentativer Einblick

in die regionale Kunstgeschichte, die wiederum

bei all ihren besonderen Entwicklungen

die wichtigen künstlerischen Strömungen

seit der Nachkriegszeit in lokaler

Ausprägung beinhaltet. Die Kunstsammlung,

die im Kern in den Jahren 1984 bis

2004 im Rahmen des Programms Soziale

Künstlerförderung entstanden ist, kann

gewöhnlich nur in Auszügen in den Räumen

städtischer Behörden erlebt werden.

Die Ausstellung WAS BLEIBT bietet einen

Einblick in die regionale Kunst und

die Struktur der Sammlung. Im Kontext

aktueller kurzlebiger digitaler Ereignisse

verweist die Ausstellung darüber hinaus

auf das Potenzial kultureller Artefakte,

ihre eigene Zeit zu vermitteln und jederzeit

einen neuen Blick auf ihre unvergängliche

Bedeutung zu werfen. Was insbesondere

in den 1980er und 1990er Jahren in

Bremen künstlerisch los war, was vergessen

wurde, was scheinbar zeitlose Bedeutung

mit sich bringt und was aktuelle Fra-

10 kunst:stück


. bremen

oben: Bodo Kraft, Danza, 9-teilig, 1981/1982, Öl auf Leinwand

unten: Astrid Nippoldt, Afrika, 2001-2005, Einkanalvideo

gestellungen angestoßen hat, lässt sich

anhand der zahlreichen künstlerischen

Exponate ablesen. Mit diesen verbunden

war eine einzigartige Art der Förderung

von Künstler*innen im Bewusstsein der

außerordentlichen Bedeutung von Kunst

für eine Gesellschaft. Die Krise der Pandemie,

aus der heraus wir auf die dauerhafte

Kraft der regionalen Kunstsammlung

verweisen wollen, hat 2020 dazu geführt,

dass in einem ersten Soforthilfeprogramm

Bremer Künstler*innen, denen Ausstellungen

und die Möglichkeit von Verkäufen

weggefallen waren, durch Ankäufe ihrer

Arbeiten unterstützt wurden. Um dieses

jüngste Konvolut der Sammlung regionaler

Kunst gruppieren sich in der Ausstellung

WAS BLEIBT Beispiele verbreiteter künstlerischer

Ansätze der Bremer Kunstszene

und unvergleichliche künstlerische Positionen.

Öffnungszeiten:

Di-So 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Eintritt frei

Städtische Galerie Bremen

Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

kunst:stück 11


. bremen

↑oben: Hans-Reinhard Lehmphul, ohne Titel, 1966, Öl/Leinwand, 130 × 185 cm, WVZ 47 // unten: Hans-Reinhard Lehmphul,

à E. L. Kirchner, 1963, Öl/Leinwand, 56 × 78 cm, WVZ 23 ↓

Hans-Reinhard Lehmphul

Malerei aus fünf Jahrzehnten

3. Dezember 2021 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 5. Februar 2022

Jahreswechselpause: 24. Dezember 2021 bis 16. Januar 2022

Galerie Ohnesorge | www.galerie-ohnesorge.de

Nach der umfangreichen Werkschau in

seinem Geburtsort Minden/Westf. im vergangenen

Sommer werden in der Gemeinschaftsausstellung

mit Jan Kollwitz in der

Galerie OHNESORGE ausgewählte Gemälde

und Arbeiten auf Papier zu sehen sein.

Damit wird einerseits der Variantenreichtum

der Kunst von Hans-Reinhard Lehmphul

(1938-2000) deutlich und zugleich die

beeindruckende Konsequenz bei der Lösung

seiner künstlerischen Fragestellung

nachvollziehbar

Weihnachts-Kunstmarkt: Ab dem 16. Dezember

gibt es in einer Sonderpräsentation

Kunstwerke aus den Galeriebeständen

zu günstigen Preisen bis 1.000 Euro.

Galerie Ohnesorge

Contrescarpe 36, 28203 Bremen

12 kunst:stück


. bremen

↑oben: Jan Kollwitz, Wassertopf mizusashi, 2019, Höhe 22 cm // unten: Jan Kollwitz, ↓

Jan Kollwitz

Anagama-Keramik

4. Dezember 2021 bis 5. Februar 2022

Jahreswechselpause: 24. Dezember 2021 bis 16. Januar 2022

Galerie Ohnesorge | www.galerie-ohnesorge.de

Nach seiner Ausbildung in Deutschland

und Japan hat sich Jan Kollwitz in seiner

nunmehr über 30jährigen Tätigkeit einen

Ruf als bedeutender deutscher Keramiker

erarbeitet und für seine kostbaren, nur in

sehr geringer Zahl entstehenden Gefäße

einen Kreis von Liebhabern gewonnen, die

das Besondere dieser Keramik erkennen

und schätzen gelernt haben.

Die Keramiken von Jan Kollwitz werden in

einem speziellen japanischen Holzbrennofen

(Anagama) gebrannt, den er sich von

einem japanischen Ofensetzer im Ostseeort

Cismar bauen ließ. Hier entstehen seine

der japanischen Tradition entlehnten

einfachen, nur wenige Formentypen variierenden

Gefäße, die im aufwändigen

Feuerungsprozess ihre besondere Oberflächenwirkung

erhalten.

Galerie Ohnesorge

Contrescarpe 36, 28203 Bremen

kunst:stück 13


. bremen

Milena Tsochkova

Meiose, Malerei und Zeichnungen

15. Januar (Eröffnung: 16–19 Uhr) bis zum 27. Februar 2022

Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de

Milena Tsochkova,

The Wall,

Öl auf Leinwand,

38 x 28 cm, 2019

Das neue Ausstellungsjahr im Atelier

Brandt Credo beginnt mit Arbeiten von

Milena Tsochkova. Es ist die vierte Einzelausstellung

der Bremer Künstlerin in der

Galerie im Altbremer Haus und sie ist ihrem

Thema treu geblieben:“ „Mich hat immer

der Mensch interessiert - der Mensch

als Individuum. Ich liebe die Geschichte

der Evolution, die menschliche Geschichte.

So kam mir der Gedanke zu „Meiose“,

einer besonderen Form der Zellkernteilung.

Jeder Mensch ist einzigartig. Mit

traditionellen Mitteln wie Farbe und Bleistift

versuche ich, die inneren Strukturen

des Menschen zu übersetzen. Ich bediene

mich der menschlichen Figur, um mich mit

der ganzen Palette menschlicher Empfindungen

und der Einzigartigkeit des Individuums

auseinander zu setzen.“

Die Auseinandersetzung der Künstlerin

mit dem Menschen finden die Besucher

der Ausstellung jetzt in mehreren Themenkreisen

wieder: Serie Köpfe. Die Köpfe,

frontal, abgewandt oder im angedeuteten

Profil erscheinen mitunter rätselhaft und

entwickeln eine besondere Intensität. In

Öl auf Papier mit ausgefransten Rändern,

Kratz- und Schleifspuren verstärkt sich

für den Betrachter der Eindruck des Nostalgischen

und fordert zur eigenen Interpretation

altmeisterlicher Kunst im neuen

Kontext heraus.

Ebenfalls verlangen die Arbeiten der Serie

Hände und der Serie Kinder Aufmerksamkeit

und Auseinandersetzung mit den

Themen.

Milena Tsochkovas Faszination für Menschen,

für emotionale Zustände, für die

Einzigartigkeit findet sich auch in den

Zeichnungen dieser Ausstellung wieder.

Es sind Spitzenstoffe, die die Künstlerin mit

großer Könnerschaft und Akribie zeichnet.

Spitzenstoffe, dreidimensional anmutend,

die Beine oder Rückenpartien umhüllen,

sich aber teilweise in Auflösung befinden

und so den Betrachter zum Weiterdenken

anregen … was passiert hier eigentlich….

Die Künstlerin, 1975 in Pleven/Bulgarien

geboren, lebt und arbeitet seit 2004 in

Bremen. Ihre Arbeiten zeigt sie seit 2008

national und international in Einzelausstellungen

und Beteiligungen, unter anderem

in Berlin, London und New York.

Öffnungszeiten: sonntags 16–18 Uhr

und nach Absprache. T. 0421 558455

Atelier Brandt Credo

Meyerstraße 145, 28201 Bremen

14 kunst:stück


. bremen

17.10.–19.12.21

Die Sammlung

regionaler Kunst

Bremen

Städtische

Galerie Bremen

staedtischegalerie-bremen.de

kunst:stück 15


. bremen

Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen

T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de

– Manet und Astruc. Künstlerfreunde | bis 27.2.22

– Goya und Manet. Radierungen | bis 27.2.22

– Für die Kunst heute. 50 Jahre Förderkreis für Gegenwartskunst

| bis 30.1.22

Elisabeth Wagner, Lucretia

unterm Rock, 2010, Gips bemalt,

Packpapier, Rollbrett, Bild-Kunst,

Bonn 2021, Gerhard Marcks-Haus

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen

T. 0421 9897520 | www.marcks.de

– Elisabeth Wagner. „hinten links ist Schimmer“ | bis 13.2.22

– Heinrich Meyer. Panorama | bis 13.2.22

– Koper/Ogiermann. Im Schwarm | bis 13.2.22

– Dorothea Prühl. Ornament und Skulptur | bis 13.2.22

Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen

| T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de

– Was bleibt. Die Sammlung regionaler Kunst Bremen | bis 19.12.

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen

| T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de

– Junge Wilde. Tierisch erwachsen werden | bis 10.3.22

Markus Genesius/WOW 123,

Titel: Glow, Spraypaint on

Canvas, 2015, 80 x 80 cm ©

Markus Genesius, Städtische

Galerie Bremen

Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195

Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de

– Tausche Cranach gegen Monet. Meisterwerke aus den Sammlungen

Rau und Roselius | bis 30.1.22

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203

Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu

– Sarah Lüdemann (Beauham). Alice /aus der Unsicherheit in

die Sorglosigkeit | 14.1. bis 27.2.22

Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen

T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de

– Milena Tsochkova | 15.1. bis 27.2.22

Ulli Bomans, Face it

Galerie Mitte

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen

T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de

– Myong-Hee Ki. Reading the Time With My Hands – Bremer

Atelierstipendium 2021 | 5.12.21 bis 9.1.22

Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18

28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de

– Leuchtstoff. kunstmix & friends | bis 28.1.22

– Menschen und andere Tiere – Gruppenausstellung. Illustration

narrative Zeichnung | 30.1. (Eröffnung: 15-17 Uhr) bis 25.2.22

Milena Tsochkova, The Wall,

Öl auf Leinwand, 2019, Atelier

Brand Credo

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof

21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de

– Last notes before entering the building. Meisterschüler*innen

der HfK Bremen | bis 9.1.22

16 kunst:stück


hinten links

ist Schimmer

7. 11. 2021 – 13. 2. 2022

Elisabeth

Wagner

Dienstag bis

Sonntag

10 – 18 Uhr

Donnerstag

10 – 21 Uhr

Am Wall 208

28195 Bremen

www.marcks.de

bäuerle

Gefördert von

freundes

kreis

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Elisabeth Wagner ©VG Bild-Kunst, Bonn 2021


. bremen

Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof

Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | galerieherold.de

– Anne Krönker und Tim Reinecke – Serviervorschlag | bis 12.12.

Inge M. Petersen, Terra

Incognita, No. 12, 2019, 30 x 30cm

Kunstmix

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242

577410 | www.syker-vorwerk.de

– Auf ins Kaff | bis 26.12

– Beyond Homogeneity | 30.1. bis 8.5.22

Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau

| Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792

3968 I www.worpswede-museen.de

– WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens – Sandra

Boeschenstein und Young-Jae Lee zu Gast in Worpswede |

bis 30.1.22 | Barkenhoff + Große Kunstschau

Dana Levy, Forget me not, 2020,

aus zehnteiliger Serie, found photography,

Syker Vorwerk

SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM | Bergstraße | 27726

Worpswede | www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Tote gibt’s hier genug! Fünf lebendige Positionen | bis 8.5.22

Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726

Worpswede | www.nwwk.de

– Lothar Brix. Retrospektive, Bilder und Skulpturen | 5.12.21

(Eröffnung: 15 Uhr) bis 27.2.22

Heinrich Vogeler, Zentralasien,

1927, Öl auf Leinwand, Inv. Nr. A

III 274, Nationalgalerie, Staatliche

Museen zu Berlin, Foto: © Nationalgalerie,

SMB / Eike Knopf,

Worpswede

Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste

27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de

– Spielerisch, emotional, menschlich. Bremerhavener Bauten

im Zeichen der Postmoderne | 18.12.21 bis 27.3.22

Kulturkirche Bremerhaven | Kreuzkirche | BGM.-

Martin Donandt Pl.11 | 27568 Bremerhaven | www.kulturkirche-bremerhaven.de

– Kulturkirche Bremerhaven – zurzeit auf Reisen | Kreuzkirche

Hassan Sheidaei. be quiet | 28.1. bis 20.2.22

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283

Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de

– Europas beste Naturfotografien 2021 | 7.12.21 bis 13.3.22

Hassan Sheidaei, Gespräch, Filmstill,

Kulturkirche Bremerhaven

Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141

7977320 | www.museen-stade.de

– Jacoba van Heemskerck. Kompromisslos modern | bis 6.2.22

– Der Rest vom Fest ... nicht das Ende vom Lied. Das Sankt Pauli

Museum in Stade | bis 13.3.22, Museum Schwedenspeicher

Sjoerd Knibbeler, In Elements,

2020, Fotos: Lukas Spörl,

Museum Kunst der Westküste

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938

Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de

– Neue Schätze im MKdW | bis 13.1.22

– Sjoerd Knibbeler. In Elements | bis 16.1.22

18

kunst:stück


. bremen

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Diese dient als Orientierung für die gemeinsame

Festlegung des maximalen Verkaufspreises

Ihrer Immobilie.

Mit unserer Profikamera erstellen wir hochwertiges

Bildmaterial. Optional bieten wir Ihnen die

Erstellung eines digitalen 360 Grad-Rundgangs an.

Bei einigen Immobilien älteren Jahrgangs kann eine

optische Aufwertung notwendig sein. Hier übernimmt

auf Wunsch der Dekoservice von WAGNER

IMMOBILIEN das „Homestaging“. Im Anschluss an

alle notwendigen Vorbereitungen erstellen wir ein

hochwertiges Exposé Ihrer Immobilie.

WAGNER IMMOBILIEN übernimmt die Organisation

und Sichtung aller notwendigen Unterlagen.

Wir besorgen für Sie kostenlos fehlende Unterlagen

wie den Energieausweis oder Dokumente von

Ämtern. Das spart Ihnen Zeit, Kosten und lästige

Behördengänge.

JE höhER dIE NAchFRAGE,

dEstO höhER dER pREIs!

Wir erstellen für Sie einen maßgeschneiderten Marketingplan,

um Ihren Verkauf schnellstmöglich zum

Wunschpreis abzuwickeln. Wir kümmern uns um

Inserate im Internet, in Tageszeitungen, in eigenen

Publikationen oder Newslettern und übernehmen

die Außenwerbung. Mit potenziellen Käufern, die

ernsthaftes Interesse an Ihrer Immobilie zeigen,

führen wir professionelle Einzelbesichtigungen

durch. Wir prüfen diese dann eingehend auf Solvenz,

um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten.

Gerne betreuen wir Sie auch bei der Erstellung

des Kaufvertrags und vereinbaren Termine

mit einem Notar.

WAGNER IMMOBILIEN

Schwachauser Heerstraße 196 · 28213 Bremen Tel. 0421 706086

info@wagner-immobilien-bremen.de · www.wagner-immobilien-bremen.de

kunst:stück 19


. verden

Europas beste Naturfotografien 2021

Ausgezeichnete Fotos erstmalig im

Deutschen Pferdemuseum zu sehen

7. Dezember 2021 bis 13. März 2022

Deutsches Pferdemuseum | www.dpm-verden.de

In den Wintermonaten hält das Deutsche

Pferdemuseum in Verden (Aller) ein ganz besonderes

Ausstellungshighlight für die Gäste

bereit. Als europaweit erster Ausstellungsort

präsentiert das Museum die besten Fotografien

des renommierten Wettbewerbs

„Europäischer Naturfotograf des Jahres

2021“, der alljährlich von der Gesellschaft

für Naturfotografie (GDT) ausgelobt wird.

Mehr als 19.000 Fotos aufgenommen von

1.000 Profi- und Hobbyfotografen aus 36

Ländern: Auch der Wettbewerb des Jahres

2021 unterstreicht, welchen Stellenwert

und Wertschätzung er in den letzten Jahren

bei den Naturfotografen erlangt hat.

Mit authentischen und ästhetisch ansprechenden

Bildern wirbt er für den respektvollen

Umgang mit der Natur und für den

Erhalt von Arten und Lebensräumen. Jahr

für Jahr beeindrucken die Wettbewerbsbeiträge

mit Kreativität und Ideenreichtum,

begeistern durch das technische Können

der Fotografen und die innovative,

künstlerische Umsetzung ihrer Bildideen.

Gesamtsieger und damit „Europäischer

Naturfotograf des Jahres 2021“ ist der spanische

Fotograf und Autor Angel Fitor, dessen

Bild Ballett der Medusen einige Quallen

in der spanischen Lagune Mar Menor

aufs Eindrucksvollste inszeniert. Über

sechs Jahre lang versuchte der Fotojournalist

diese spezielle Bildidee umzusetzen.

Nun kürte die Jury sie zur besten Fotografie

des gesamten Wettbewerbs. Dass das

Mar Menor, Europas größte Salzwasserlagune,

kurze Zeit nach dem Juryvotum

von einem massiven Fischsterben heimgesucht

wurde, verleiht dem Bild eine

zusätzliche Brisanz. Angel Fitor ist naturkundlicher

Fotograf, Fotojournalist und

Autor, der sein Leben der Aufgabe gewidmet

hat, den aquatischen Ökosystemen

der Erde eine Stimme zu geben. Seit den

späten 80er Jahren arbeitet er als professioneller

Fotograf und ist als Kameramann

und naturkundlicher Berater an diversen

Fernsehproduktionen beteiligt. Seine Bilder

wurden in einer Vielzahl von Publikationen

veröffentlicht, darunter Fachbücher,

Online-Medien und diverse Magazine wie

National Geographic und GEO und sind bei

den einflussreichsten Fotowettbewerben

unserer Zeit ausgezeichnet worden.

20 kunst:stück


. verden

linke Seite: Europäischer Naturfotograf des Jahres 2021: Ballett der Medusen von Angel Fitor, Spanien © GDT ENJ 2021,

Angel Fitor | oben: Lobende Erwähnung in der Kategorie Vögel: Das Fest von Mateusz Piesiak, Polen © GDT ENJ 2021,

Mateusz Piesiak | unten: Lobende Erwähnung in der Kategorie Säugetiere: Polarfuchs im Mückenschwarm von Arnfinn

Johansen, Norwegen © GDT ENJ 2021, Arnfinn Johansen

Nach der online abgehaltenen Preisverleihung

sind die ausgezeichneten Fotografien

von Dezember bis März im Deutschen

Pferdemuseum in Verden erstmals für die

Öffentlichkeit zu sehen. Neben dem Gesamtsieger

des Wettbewerbs hält die Ausstellung

über 80 weitere hochkarätige Fotografien,

gegliedert in neun Kategorien,

bereit. Sie bestechen durch ihre Vielfältigkeit

und ihre speziellen und faszinierenden

Entstehungsgeschichten. Fotografinnen

und Fotografen, die mit viel Geduld und

Besonnenheit, gründlicher Planung, viel fotografischem

Können und Kreativität den

perfekten Moment mit der Kamera einfangen.

Und deren Naturwissen und Respekt

für ihre Umwelt Voraussetzungen für ihre

Fotografie darstellen. Ohne Einsatz von

Bildmanipulationsprogrammen begeistern

ihre Fotografien die Betrachter durch die

Vielfalt und Einzigartigkeit der Natur, veranschaulichen

aber gleichzeitig auch die

Verwundbarkeit unseres Planeten.

Die Gäste der Ausstellung dürfen sich auf

die ganze Bandbreite der Naturfotografie

freuen – von ungesehenen Verhaltensweisen,

seltenen Arten, intimen Tierportraits,

verträumten Pflanzenbildern bis hin zur

kritischen Auseinandersetzung mit den

Belangen des Natur- und Artenschutzes.

Die Ausstellung macht deutlich, dass Fotografien

nicht nur die Schönheit der Natur

festhalten, sondern auch eine dokumentarische

Kraft haben, die die Menschen zum

Innehalten, zum Über- und Umdenken anregen

kann. In der aktuellen Zeit des Klimawandels

und des Artensterbens scheint

diese Kraft wichtiger denn je zu sein.

Öffnungszeiten: Di bis So 10–17 Uhr

Mehr Infos sowie aktuelle Hinweise unter

www.dpm-verden.de

Deutsches Pferdemuseum

Holzmarkt 9, 27283 Verden/Aller

kunst:stück 21


. bremerhaven

Spielerisch, emotional, menschlich

Bremerhavener Bauten im Zeichen der Postmoderne

18. Dezember 2021 bis 27. März 2022

Historisches Museum Bremerhaven | www.historisches-museum-bremerhaven.de

Über den Jahreswechsel zeigt das Historische

Museum Bremerhaven eine Galerieausstellung

über Bremerhavener Bauten, die

vor rund vier Jahrzehnten im Zeichen der sogenannten

„Postmoderne“ entstanden sind.

„Dekorierter Schuppen“ oder „mehr

Schein als Sein“ – Die Kommentare waren

mitunter nicht freundlich, mit denen Gebäude

oder Produkte beschrieben wurden, die

im Zeichen der Postmoderne entstanden

waren. Dabei war es die Zeit der Postmoderne,

die mit der Rückkehr von Aspekten

wie Freude und Ironie, Emotionalität und

Unvernunft das Design und die Architektur

wieder menschlicher machten. Beides war

seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der sogenannten

„Moderne“ unter der Dominanz

von industrieller Funktionalität und Rationalität

zunehmend emotionsfreier, nüchterner

und betriebswirtschaftlich optimiert,

geradezu schmucklos, ja „gnadenlos“ geworden.

Auf den Leitspruch der Moderne

„form follows funktion“ – die Funktion bestimmt

die Ausführung – reagierte die Postmoderne

mit „form follows fiction“ – die

Form ergibt sich aus einer Idee.

Die Folgen dieses Positionswechsels, der

seit Anfang der 1970er Jahre aus den Vereinigten

Staaten, Frankreich und Italien

nach Deutschland kam, löste in der lokalen

Architektur und Stadtplanung in den ausgehenden

1970er und 1980er Jahren eine

intensive sowie kontroverse Diskussion

22 kunst:stück


. bremerhaven

Abb. links oben: Eine von drei Versorgungsstationen auf der neuen Seebäderkaje in Bremerhaven. Foto: Gerhard Bergmann,

2021 // links unten: Tischleuchte "Shogun Tavolo". Design von Mario Botta für Artemide, 1986. Foto: Astrid Ottens,

2021 // rechts oben: Dachausschnitt der Kindertagesstätte in der Bremerhavener Robert-Blum-Straße. Foto: Gerhard

Bergmann, 2021 // rechts unten: Reihenhäuser in der Bremerhavener Deichstraße. Foto: Astrid Ottens, 2021

über Stilfragen aus. Im Design führte er zu

beinahe nicht nutzbaren, also funktionslosen

und „unvernünftigen“ Produkten,

die zugleich aber schön anzusehen, lustig

und emotional waren. Die postmoderne

Architektur zeigte sich weniger radikal.

Ihre wesentlichen Kennzeichen bildeten

die Rückkehr des Ornaments als funktionsloses

gestalterisches Element, eine auffällige

Farbgebung sowie ein Bedeutungsgewinn

des Umfeldes, des Ortes, an dem die

Bauten entstanden.

Die Galerieausstellung zeigt Fotos von 16 ausgewählten

lokalen Bauten sowie eine Auswahl

beispielhafter Designobjekte, mit der

das Museum die fast vergessene Zeit der

Postmoderne zurück ins Gedächtnis rufen

möchte. Eine Zeit, der Bremerhaven eine Reihe

stilgeschichtlich vorbildlicher und architektonisch

preisgekrönter Bauwerke verdankt.

Historisches Museum Bremerhaven

An der Geeste, 27570 Bremerhaven

Dienstag– Sonntag, 10–17 Uhr

Bereits mit Beginn der 1990er

Jahre lief die Hochphase der

Postmoderne aus. Die Befreiung

von den Zwängen der Moderne

und viele Stilelemente blieben

jedoch erhalten und gehören

heute zum Alltag der Architektur

und des Designs. Der 30ste

Geburtstag des Historischen Museums

in Bremerhaven, dessen

damaliger Neubau an der Geeste

der abklingenden Postmoderne

zugeschrieben werden kann,

bildete den Anlass für die Erinnerung

an die architektonische

Postmoderne in Bremerhaven.

kunst:stück 23


. bremerhaven

Hassan Sheidaei, Gespräch, Filmstill

Kulturkirche Bremerhaven – zurzeit auf Reisen

Hassan Sheidaei – be quiet

28. Januar bis 20. Februar 2022

Kreuzkirche | www.kulturkirche-bremerhaven.de

→ Reiseplanungen 2022

Identität

So lautet das Jahresreisethema 2022 der

Kulturkirche Bremerhaven. Die Frage nach

der eigenen Identität stellt sich ein jeder

in seinem Leben.

Wer bin ich? Was bin ich? Was ist das Ich?

Eine kurze und knappe Definition von Identität

kann an dieser Stelle kaum gelingen.

Mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen

möchten wir dieses breitgefächerte

Thema sichtbar, hörbar, spürbar und

erlebbar machen.

→ Vorläufige Reiseabschnitte:

Vom 28.Januar – 20. Februar 2022 sind

wir mit dem in Bremen und Köln lebenden

Künstler Hassan Sheidaei in der Kreuzkirche

in Bremerhaven zu Gast. Hassan

Sheidaei arbeitet mit Film und Installation.

Die Reise geht weiter mit der Berliner Fotografin

Miriam Klingl. Vom 20. Mai – 17.

Juni präsentieren wir das Projekt „Lehe

im Wandel“. Auf unserer Homepage können

Sie hierzu bereits nähere Informationen

sehen.

Im September öffnet die Alte Kirche in Bremerhaven

Lehe ihre Türen für die Bildhauerin

Barbara Lorenz Höfer aus Buxtehude.

Außerdem möchten wir gemeinsam mit

der Diakonin Hanna Hagedorn eine wunderschöne

Kapelle aus dem Dornröschenschlaf

erwecken. Angedacht sind hier u.a.

Lesungen und Musik.

Auf www.kulturkirche-bremerhaven.de, erfahren

Sie weiteres. Ebenso auf unserer

Facebook- und Instagram-Seite oder melden

Sie sich zu unserer Kulturpost (Newsletter)

an.

Kreuzkirche

BGM.-Martin Donandt Pl.11,

27568 Bremerhaven

24 kunst:stück


Kunsthalle

Osnabrück

. bremen

We Cannot Di/Tue–So/Sun

11:00–18:00

Skip This Part

26.06.21–27.02.22

Barrierefreiheit/

Accessibility Candice Lin

06.11.21–27.02.22

Katrin Mayer

06.11.21–27.02.22

www.kunsthalle.osnabrueck.de

kunst:stück 25


. stade

Der Rest vom Fest ... nicht das Ende vom Lied

Das Sankt Pauli Museum in Stade

13. November 2021 bis 13. März 202

Museum Schwedenspeicher | www.museen-stade.de

Prächtige Bühnenkleider eines Travestie-

Stars, prominentes Schuhwerk von Hans

Albers, geschichtsträchtiges Holz aus dem

Star-Club und von Hein Köllisch, Nippes aus

dem Wohnzimmer der einst prominentesten

Sexarbeiterin Deutschlands. In bester

Schausteller*innen-Tradition hat sich das

ehemalige Sankt Pauli Museum auf Achse

begeben und gastiert ab November 2021

im Schwedenspeicher in Stade.

Im Oktober 2020 löste sich der private

Trägerverein auf und das Museum verließ

seinen letzten Standort auf dem

Kiez. Die weltweit größte St. Pauli-Sammlung

wanderte zurück in den Landkreis

Stade – zu ihrem aktuellen Eigentümer,

dem Fotografen Günter Zint. Die Zukunft

des Fundus bleibt ungewiss – aber sie findet

statt! Diese Gewissheit lässt sich im

Rückblick auf knapp drei Jahrzehnte Museumsgeschichte

gewinnen: Zint und seine

Mitstreiter*innen haben gekämpft –

erst um einen Platz, dann um den Erhalt

eines Ortes, an dem St. Paulis Reichtum an

Kultur(en) und Geschichte(n) gesammelt,

bewahrt, erforscht und weitergegeben

werden kann. Harte Überzeugungsarbeit

wurde geleistet.

In den Gründungstagen des Museums 1991

war die Stadt Hamburg weit davon entfernt,

St. Pauli und seine Milieus mit Kultur

in Verbindung zu bringen. Erst Mitte der

2010er-Jahre wird sie sich für das ideelle Erbe

des vielfältigen St. Pauli ernsthaft interessieren.

Ein Resultat dieser Kulturpolitik:

Das Museum musste aus Kostengründen

siebenmal den Standort wechseln. Es eröffnete

einst am Spielbudenplatz, war

zehn Jahre lang Nachbar der Davidwache

und erlebte ein kurzes Intermezzo

am Nobistor, bevor es endgültig die Pforten

schloss. Als öffentlich zugängliches Archiv,

als Pop-Up-Galerie oder durch seine

Kooperationen blieb es auch in den vielen

Phasen des Übergangs eine feste Größe

im Stadtteil. Es wurde zum Fixpunkt und

zur Anlaufstelle für alle, die ihre Geschichte

hinterlassen wollten, sich aber in den

‚großen' Museen und staatlichen Archiven

nicht zu Hause fühlten.

26 kunst:stück


. stade

links: Beatlesaufsteller für das Sankt Pauli Museum von Erwin Ross, 2008 © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann // rechts:

Jacke aus dem Salambo, 1980er-Jahre © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann // unten, v.o.n.u.: Schnapsfläschchen von

Domenica © Museen Stade, Foto: Marcus Gersonde // Tonbandgerät aus dem Salambo, 1970er-Jahre © Museen Stade, Foto:

Carsten Dammann // Kostüme von Sylvin Rubinstein, 1990er-Jahre © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann /

→ Alle Leihgaben: Günter Zint

Dinge wurden geschenkt, zurückgelassen,

gerettet und erstritten. Entstanden

ist ein Fundus einzigartiger,

skurriler – und manchmal erstaunlich

banaler – Schätze, die von verlorenen

und noch zu entdeckenden St.

Pauli-Welten erzählen. In Stade werden

Highlights aus der Sammlung des

,sündigen' Stadtteils gezeigt, kombiniert

zu einer Ausstellung, die so abwechslungsreich

ist wie das Angebot

am Hamburger Fischmarkt. Einzigartige

Fotos werfen ein Schlaglicht auf

die Schatten der Leuchtreklamen und

zeigen St. Pauli im gleißenden Sonnenlicht

– bevor die nächste Party anbricht.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm

aus Rundgängen, Talks, Lesungen und

Kino vertieft die thematischen Schwerpunkte

der Ausstellung.

Museen Stade, Schwedenspeicher

Wasser West 39, 21682 Stade

kunst:stück 27


. worpswede

Lothar Brix

Lothar Brix

Retrospektive, Bilder und Skulpturen

5. Dezember 2021 bis 27. Februar 2022

Vernissage 5. Dezember 2021, 15.00 Uhr

Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de

Die Ausstellung stellt einen repräsentativen

Überblick seines künstlerischen Schaffens

seit 1991 dar. Sie beginnt mit Arbeiten aus

einer Zeit, in der er sich mit dem Realismus

auseinandersetzte.

Seine besondere Aufmerksamkeit galt der

Oberflächenpräsenz der Bilder. Die taktilen

Eigenschaften der Oberfläche sollen dem

Betrachter die Suggestion eines haptischen

Erlebnisses vermitteln.

Öffnungszeiten:

Donnerstag –Sonntag, 10–18 Uhr

Galerie des nwwk im Village

Bergstraße 22, 27726 Worpswede

Lothar Brix,

Waschzuber

28 kunst:stück


SPIELE-

RISCH

EMOTIO-

NAL

MENSCH-

LICH Bremerhavener Bauten

im Zeichen der Postmoderne

Galerieausstellung vom 18.12.2021 bis 27.3.2022

Historisches

Museum Bremerhaven

An der Geeste

27570 Bremerhaven

Di. – So. 10 – 17 Uhr

Eintritt frei

Tel. 0471 308160

www.historisches-museum-bremerhaven.de

BUSY GIRL

BARBIE

MACHT KARRIERE

WOMEN

@WORK

05 I 12 I 2021

bis

28 I 08 I 2022

OSTFRIESISCHES

LANDESMUSEUM

EMDEN

WWW.LANDESMUSEUM-EMDEN.DE

ÖFFNUNGSZEITEN: DI - SO 10 - 17 UHR


. syke

Ali Shrago-Spechler, 5697, Installation Syker Vorwerk, 2021, Foto: Tobias Hübel

כפר Auf ins Kaff

Mit: Hadas Amster, Daniel Laufer, Dana Levy, Michaela Melián,

Sala-Manca, Ali Shrago-Spechler

Kuratiert von Nicole Giese-Kroner und Elianna Renner

17. Oktober bis 26. Dezember 2021

Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de

Das Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische

Kunst nimmt das Festjahr

#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland

zum Anlass, das interdisziplinäre

Projekt „Auf ins KAFF ‏“כפר anzustoßen,

das sich an der Schnittstelle von Wissenschaft,

Gegenwartskunst und Gesellschaft

bewegt und dessen Ergebnisse eine

Kunstausstellung mit zeitgenössischen

Positionen bilden, die mit begleitenden

Veranstaltungen umrahmt wird. Konzeptioneller

Ausgangspunkt ist die Geschichte

der jüdischen Gemeinde in Syke im niedersächsischen

Landkreis Diepholz.

Am 17. Oktober beginnt die Ausstellung

mit internationalen Positionen zeitgenössischer

Kunst, die sich mit Geschichte(n)

von jüdischem Leben auf dem Land insbesondere

in Syke auseinandersetzen.

Der Titel „Auf ins Kaf ‏”כפר verdeutlicht,

dass unser Alltag und unsere Sprache bis

heute geprägt ist von der jüdischen Kultur.

Das Wort Kaff findet seinen Ursprung im

hebräischen kfar und bedeutet Dorf. Der

Titel ist als Zuruf an Künstler*innen und

Besucher*innen zu verstehen. Eine Einladung,

das vermeintliche „Kaff“ Syke und

seine Umgebung zu besuchen und

eine neue Perspektive und Sicht auf

jüdische Geschichte und Kultur zu

erhalten.

Syker Vorwerk

Zentrum für zeitgenössische Kunst

Am Amtmannsteich 3, 28857 Syke

Daniel Laufer, The Garden,

Videoinstallation, 2021,

Foto: Tobias Hübel

30 kunst:stück


. syke

of Tradition

Breaking out

Japanese Lacquer – 1890 to 1950

23.9. –

12.12.2021

Die Ausstellung ist eine Kooperation

mit dem Rijksmuseum, Amsterdam

Eine Einrichtung der

BASF Coatings GmbH

www.museum-fuer-lackkunst.de

Windthorststraße 26

48143 Münster kunst:stück 31


. föhr

Die neue Ausstellungssaison im MKdW

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Inseljugend – Andreas Jorns

→ 12. Dezember 2021 bis 27. November 2022

Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen

Insel, wenn man jung ist? Sind die Menschen

dort einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl

größer als anderenorts?

Andreas Jorns begleitete als Artist in Residence

im Winter 2019 und nochmals im

„Pandemiejahr“ 2020 jeweils mehrere Wochen

lang über 100 junge Menschen auf

Föhr. Das Ergebnis dieser in der

Geschichte der Insel einmaligen

fotografischen Recherche ist

in der Ausstellung Inseljugend

zu sehen. Die Schau gehört

zur Ausstellungsreihe Made on

Föhr, die in unregelmäßigen Abständen

Ergebnisse aus dem Artist-in-Residence-Programm

des

Museums zeigt.

Rune Guneriussen –

Lights go out

→ 30. Januar bis 12. Juni 2022

Die Ausstellungsreihe Made on

Föhr setzt sich mit der Schau

Rune Guneriussen – Light go out

fort. Der norwegische Künst-

32 kunst:stück


. föhr

Abb. links oben: Rune Guneriussen, Trying to find a new home, 2021, © Courtesy of the artist // links unten: Andreas

Jorns, Jule, Nieblum, Januar 2020, aus der Serie Inseljugend, Föhr, 2019/20, © Courtesy of the artist // rechts oben:

Anna Ancher, Sonnenschein in der blauen Stube, 1891, © Art Museums of Skagen

ler Rune Guneriussen (* 1977) verbrachte

2018 einen Aufenthalt als

Artist in Residence am Museum

Kunst der Westküste auf Föhr und

legte hier den Grundstein für seine

neue Werkserie Lights go out: An unterschiedlichen

Standorten auf der

Insel schuf er die ersten drei Arbeiten

der Serie. Weitere entstanden

in Norwegen und dem dänischen

Küstenort Skagen.

Mit seinem Schaffen bewegt sich

Guneriussen zwischen Installationskunst

und Fotografie. In seiner Serie

Lights go out treten abstrakte

Lichtinstallationen in den „Dialog“

mit der Natur. Bislang zählt die Serie

fast 30 großformatige Fotoarbeiten.

Eine Auswahl wird nun in

der ersten musealen Einzelausstellung

des Künstlers in Deutschland

gezeigt.

Anna Ancher – Sonne. Licht. Skagen.

→ 6. März bis 19. Juni 2022

Anna Ancher (1859−1935) ist in Dänemark eine

der beliebtesten Künstler*innen des ausgehenden

19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Als Mitglied der bedeutenden Skagener

Künstlerkolonie war sie maßgeblich an der

Herausbildung realistischer und impressionistischer

Strömungen in der skandinavischen

Malerei um 1900 beteiligt. Ihr Schaffen zeichnete

sich durch einen besonders innovativen

Umgang mit Licht und Farbe aus.

In den Jahren 2020 und 2021 präsentierten das

Statens Museum for Kunst in Kopenhagen und

Skagens Kunstmuseer in Dänemark sowie das

norwegische Lillehammer Kunstmuseum die

bislang umfangreichsten Anna-Ancher-Einzelausstellungen.

Das MKdW, das den größten

Bestand an Arbeiten der Skagener Künstlerkolonie

in Deutschland vorweisen kann, knüpft

an diese Tournee an und zeigt über 80 Gemälde

und Ölstudien von Anna Ancher.

kunst:stück 33


. föhr


Günter Zachariasen, o.T., 2020 © Courtesy of the artist

Günter Zachariasen. Unendlich – jetzt!

→ 19. Juni 2022 bis 15. Januar 2023

Günter Zachariassen, 1937 auf Sylt geboren

und seit Jahrzehnten in Nordfriesland

außerhalb dörflicher Bebauung lebend,

fühlt sich stark mit dem Land verbunden,

ohne dass die Landschaft selbst zum Motiv

seiner Bilder wird. Er löst sich vom Gegenständlichen,

seine Gemälde sind malerische

Abstraktionen, Resultate seiner

Erforschung des inneren Ichs. Es sind beeindruckende

meditativ wirkende Farbräume,

in denen Licht eine zentrale Rolle

spielt und die zugleich Weite, Offenheit

und Entgrenzung widerspiegeln.

Provenienzgeschichten –

Max Liebermann im Fokus

→ 3. Juli 2022 bis 19. März 2023

Im Jahr 2017 geriet die Ölstudie Wäschetrocknen

– Die Bleiche, die sich als Dauerleihgabe

im MKdW befindet, in den

Verdacht, während der NS-Zeit ihrem jüdischen

Vorbesitzer unrechtmäßig entzogen

worden zu sein.

Die Ausstellung Provenienzgeschichten

– Max Liebermann im Fokus gewährt

spannende Einblicke in die mehrjährige,

komplexe Provenienzrecherche, die nun

lückenlos die Herkunftsgeschichte der Blei-

34 kunst:stück


. föhr

Max Liebermann, Wäschetrocknen - Bleiche, 1890 © Museum Kunst der Westküste

che nachzeichnet und den anfänglichen

Verdacht ausräumen kann. Das MKdW

nimmt diesen Fall zum Anlass, einen Blick

hinter die Kulissen der Museumsarbeit zu

gewähren. Wie sieht die Rückseite dieses

und anderer Werke aus, welche Informationen

tauchen bei der Überprüfung

eines Bildes auf und welche Quellen stehen

Forscher*innen zur Klärung einer Herkunftsgeschichte

zur Verfügung? Diese und

weitere Fragen werden an einigen Werken

der Sammlung diskutiert – das Spektrum

reicht von Johan Christian Clausen Dahl

bis Peder Severin Krøyer – im Fokus steht

Max Liebermann.

Die Erkundung der aktuellen

Ausstellungen

ist auch virtuell über

MKdW-3D möglich:

Bei Tante Herta –

Wunderkammer Hafenkneipe

→ Ab 11. Dezember 2022

Die legendäre Hafen- und Seefahrerkneipe

„Glaube – Liebe – Hoffnung“ (1875−2010)

in Wyk auf Föhr, im Volksmund liebevoll

„Bei Tante Herta“ genannt, war mit über

180 Seefahrersouvenirs aus aller Welt ausgestattet.

Vor ihrer Auflösung bildete der

Filmemacher und Fotograf Kai Ehlers im

Jahr 2011 alle Kultobjekte ab.

Die Ausstellung Bei Tante Herta – Wunderkammer

Hafenkneipe, in der die Fotografien

von Kai Ehlers gezeigt werden, regt

nicht nur zu einer Rückbesinnung auf den

besonderen Ort auf der Insel Föhr an, sondern

führt darüber hinaus zu einer Reflexion

über Fragen zu Geschichte, Tradition,

Aneignung und Überlieferung. Der Mikrokosmos

„Hafenkneipe“ spiegelt dabei selten

gesehene Zusammenhänge gelebter

Sozial-, Kultur- und Schifffahrtsgeschichte

wider und erzählt vom Wandel und Ende

der klassischen Seefahrt, aber auch von

Inselleben und Kneipenkultur.

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

Kai Ehlers, Bei Tante Herta, 2011

© Courtesy of the artist

kunst:stück 35


. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121

Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de

– Janssen animert. Bewegte Bilder von Matthias Beckmann,

Aline Helmcke, Petra Lottje, Bettina Munk und Norbert

Trummer | bis 16.1.22

– Horst Janssen. Neue Dauerausstellung zum Leben und Werk

Astrid Fernández, XI //^, 2021,

Pigment und Kohle auf Nessel,

40x190 cm, courtesy der Künstlerin,

Oldenburger Kunstverein

Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23

26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de

– Marolijn Dijkman - Shifting Axis | bis 2.1.22

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg

| T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de

– Tempesta. Emanuel Seitz, Astrid Fernández, Gonçalo Sena

| bis 23.1.22

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400

www.landesmuseum-ol.de

– Vortreffliche Niederländer | bis 9.1.22

– 100 Jahre Vereinigung für Junge Kunst | 18.1. bis 1.5.22

Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44

26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de

– Mission 2030 – Globale Ziele erleben | bis 18.4.22

Franz Radziwill Haus | Sielstraße 3 | 26316 Dangast |

Tel. 04451-2777 | www.radziwill.de

– Franz Radziwill – Magie der Stille. Landschaften und Stillleben

aus privaten Sammlungen | bis 9.1.22

Martin Koroscha + Bernd Müller-

Pflug, Perspektivwechsel

Galerie am Stall, Hude

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408

8099848 | www.galerie-am-stall.de

– Martin Koroscha | Bernd Müller-Pflug. Perspektivwechsel,

Malerei | 23.1. bis 27.2.22

Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28

26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

– Secret Friends | 4.12.21 bis 20.2.22

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1

26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de

– Engelke up de Mue. Fotografien von Prof. Dr. Erhard Bühler

– Ostfriesland im Fokus. Szenenwechsel in der Neuen Galerie

bis Ende 2022

– Busy Girl – Barbie macht Karriere. WOMEN@WORK | 5.12.21

bis 28.8.22

Barbie 4 President (Detail),

Ostfriesisches Landesmuseum

Emden

Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721

Emden | T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de

– Welt aus den Fugen. Scharl, Katz, Radziwill | bis 30.1.22

36 kunst:stück


kunst:stück 37


. oldenburg + umzu

– Sven Drühl. Apokryphe Landschaften | bis 30.1.22

– Wer wir sind - was wir tun. Museales Arbeiten | bis 30.1.22

– Kunst braucht Freunde. Rendez-vous des amis | bis 30.1.22

Advent auf

Schloss Clemens-werth

PriVatGalerie isabell sureth | achterstädterstr. 10/11

26936 stadland | www.ysabel-sureth.de

– Doris Eickhoff, Dagmar Jacobsen und Hein Bohlen | bis 12.12.21

eMslandMuseuM schloss cleMenswerth | 49751

sögel | t. 05952.932325 | www.clemenswerth.de

– Advent auf Schloss Clemenswerth | 4. /5.12.21

Heidi Specker, DAMME, 2019

Courtesy die Künstlerin © VG Bild-

Kunst, Bonn 2021-11-16

Kunsthalle Lingen

KunstHalle linGen | Kaiserstraße 10a | 49809 lingen

t. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de

– Heidi Specker. DAMME | 10.12.21 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 6.3.22

städtische Galerie nordhorn | Vechteaue 2 | 48529

nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

– close contact. dokumentarische Fotografie aus Indien | 11.12.21

bis 6.2.22

Deepti Asthana, aus der Serie: A

thousand Thorns, Detail,

Städtische Galerie Nordhorn

kunstVerein Grafschaft bentheiM | Hauptstraße 37

49828 neuenhaus | www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de

– Tuğba Şimşek. Ramba Zamba | bis 23.12.21

– Krista Belle Stewart / Potato Gardens Band | 29.1. bis 27.3.22

lwl-industrieMuseuM GlashÜtte GernheiM

www.lwl-industriemuseum.de | Gernheim 12 | 32469

Petershagen

– Gläserne Miniaturen. Christbaumschmuck aus dem Thüringer

Wald | Adventswochenenden 2021

Christbaumschmuck aus dem

Thüringer Wald, Glashütte

Gernheim

kunstrauM hase29 – Gesellschaft fÜr ZeitGenössische

kunst | Hasestraße 29/30 | 49074 osnabrück

www.hase29.de

– Gender Piracy. Die Vielfalt der Geschlechter sichtbar machen

bis 15.1.22

kunsthalle osnabrÜck | Hasemauer 1 | 49074 osnabrück

| www.kunsthalle.osnabrueck.de

– Barrierefreiheit. Ausstellungen von Candice Lin und Katrin

Mayer, neues Filmprogramm von Inga Zimprich mit Edna

Bonhomme, Karin Michalski, Nnenna Onuoha, R. A. Walden

| bis 27.2.22

Luki von der Gracht, Untitled

(Red and Pink Face), 2021

Kunstraum hase 29

lichtsicht 7 ProJektions-triennale | Gradierwerke.

49214 bad rothenfelde | www.lichtsicht-triennale.de

– lichtsicht 7 projektions-triennale. Videoprojektionen

auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde | bis 20.2.22

Zwei historische Gradierwerke bilden eine gigantische und

weltweit einzigartige Projektionsfläche.

38 kunst:stück


Kultur aus der region

www.KunststuecK-magazine.de

24/7

das Magazin für Kunst & Kultur

aus der region – gedrucKt iM handlichen

taschenforMat oder als app – iMMer dabei

regionale ausgaben

c/o osnabrücK + Münsterland

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o breMen+ oldenburg

(h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o ostwestfalen

(Movin verlag, bielefeld)


. oldenburg

Astrid Fernández, XI //^, 2021, Pigment und Kohle auf Nessel, 40x190 cm, courtesy der Künstlerin

Tempesta

Emanuel Seitz, Astrid Fernández, Gonçalo Sena

19. November 2021 bis 23. Januar 2022

Oldenburger Kunstverein | www.oldenburger-kunstverein.de

Die Ausstellung „Tempesta“ zeigt malerische

Positionen von Emanuel Seitz und

Astrid Fernández sowie Skulpturen von

Gonçalo Sena.

Der im Titel enthaltene kunsthistorische

Bezug auf das Bild von Giorgione beinhaltet

ein Verständnis von Landschaft und

Natur nicht als Abbild, sondern als grundsätzlicher

Existenz- und Vorstellungsraum.

Betont wird die Subjektivität der künstlerischen

Verarbeitung dieser Empfindsamkeit,

wobei die sich im Prozess entwickelnde

Wirkung des Malens und Gestaltens

auf den Künstler Bestandteil der Aussage

der Kunstwerke ist. In den Gemälden

und korrespondierend in den Skulpturen

manifestiert sich ein innerer Kosmos, der

kontrapunktisch zu dem gegenwärtigen

Mainstream der „objektivierenden“ Kunstformen

digitaler Techniken oder Installationen

wirkt.

Emanuel Seitz, geb. 1973, war Meisterschüler

bei Günther Förg an der Akademie der

Künste in München, wo er gegenwärtig

lebt und arbeitet.

Astrid Fernández, geb. 1984, studiert in der

Klasse von Markus Oehlen an der Akademie

der Bildenden Künste in München. Sie

entwickelt ihre Arbeiten als „spontaner

Gestus im freiesten Gedanken der Regelhaftigkeit“.

Gonçalo Sena, geb. 1984, studierte an den

Kunstakademien in Lissabon (PT) und Arnheim

(NL). Seine Skulpturen aus Beton,

Bronze und Holz lassen die Veränderungsprozesse,

denen alles in Landschaft und

40 kunst:stück


. oldenburg . bremen

↑ Emmanuel Seitz, Ohne Titel, 2020 (Diptychon), Acryl und

Pigment auf Jute, 190 x 260 cm, , courtesy Jacky Strenz

↓ Gonçalo Sena, Drought, 2019 (Ausschnitt), Beton, Eisen,

Plexiglas, Leim, indische Tinte, Muscheln (solen marginatus),

150 × 45 × 115 cm

Natur ausgesetzt ist, und Bezüge

zu seinem Heimatort am Atlantik

erahnen.

→ Zur Ausstellung erscheinen

Editionen.

Gefördert durch: Niedersächsisches

Ministerium für Wissenschaft und Kultur,

Stadt Oldenburg, LZO, Kulturstiftung

der Öffentlichen Versicherungen

Oldenburg, Karin und Uwe Hollweg

Stiftung

– – –

Einlassbeschränkungen unter

Einhaltung der 3 G-Regel.

Oldenburger Kunstverein

Damm 2a, 26135 Oldenburg

kunst:stück 41


. oldenburg

Bizarre Klänge und flackernde Lichter

Performance-Ausstellung des Künstlerduos BOSMOS

20. November bis 18. Dezember 2021

www.bosmos.eu

Automaten röcheln aufgeregt, Maschinen

geraten aus dem Takt, Knöpfe und Hebel

sind nur Attrappen – inspiriert von der Ästhetik

alter Autoscooter und Jahrmarkts-

Apparaturen hat sich das Künstlerduo

BOSMOS zur Performance-Ausstellung

„Carousel“ hinreißen lassen. Acht Licht-

Klang-Objekte bilden eine sinnesflutende

Installation in einem Laden-Leerstand der

Oldenburger Innenstadt; eine Symbiose

aus elektronischen Klängen, nostalgischen

Objekten und raumfüllenden Lichtspielen.

BOSMOS besteht aus dem Komponisten

Wilco Alkema (Amersfoort, NL) und dem

dem Szenographen und bildenden Künstler

Lars Unger (Oldenburg). Seit 2008 feiert

BOSMOS mit seinen Performances auf

Europas Bühnen Erfolge. Durch die corona-bedingten

Auftrittseinschränkungen

mussten sie sich im Jahr 2020 ein Konzept

außerhalb der Bühne erarbeiten: Entstanden

ist die begehbare Installation „Carousel“,

die trotz des Ausstellungscharakters

einen intensiven Live-Moment hat. Denn

die Objekte blinken und klingen im wiederkehrenden

Karussell, senden Signale

ab, erleuchten den rauen Raum und die

Gesichter. Dabei tut sich ein signifikanter

Widerspruch auf: Ihre industrielle, unversehrte

Erscheinung trifft auf röchelnde,

stotternde Maschinenklänge – die kurz-

42 kunst:stück


. oldenburg . bremen

Fotocredits © Stephan Walzl

lebige Technik scheint ihren Geist

aufzugeben. Flackernde Leuchtfelder

treffen auf bröckelnde Wände,

bizarre Klänge hauchen dem Klang-

Kabinett Atem ein: ein performatives

Ereignis zwischen bildender

Kunst und Objekttheater.

– – –

Öffnungszeiten:

Mittwoch - Freitag, 14–19 Uhr

Samstag + Sonntag, 11–18 Uhr

Bosmos

Baumgartenstraße 6

26122 Oldenburg

kunst:stück 43


. emden

Busy Girl – Barbie macht Karriere

WOMEN@WORK

5. Dezember 2021 bis 28. August 2022

Ostfriesisches Landesmuseum Emden | www.landesmuseum-emden.de

Das Ostfriesische Landesmuseum Emden

präsentiert vom 5. Dezember 2021 an eine

große Barbiepuppen Ausstellung. Anhand

einzelner Figuren, aber vor allem

mithilfe ganzer Szenen werden in der

Schau Arbeitswelten von Frauen seit den

1950er Jahren gezeigt.

Das Kalenderblatt zeigt den 9. März

1959, als die erste Barbie das Licht der

Welt erblickt. Barbie Millicent Roberts

wurde auf der American Toy Fair in New

York unter ihrem Kurznamen vorgestellt.

Seitdem haben Millionen von Kindern mit

Abermillionen dieser Puppen gespielt.

Die Modepuppe Barbie ist das meistverkaufte

Spielzeug aller Zeiten.

Ein Ruf als emanzipierte Karrierefrau eilt

der Spielzeugfrau jedoch nicht unbedingt

44 kunst:stück


. . bremen emden

Barbie 4 President

voraus. Dabei ergriff Barbie bereits 1960

den Beruf der Modedesignerin. Natürlich

– wie sollte es auch anders sein – im mustergültigen

Designeroutfit und mit Skizzenmappe

unter dem Arm. 1963 holte sie

ihren College-Abschluss nach und nutzte

diesen, um ihre Karriere voranzutreiben.

1965 schaffte sie als erste Astronautin

den Sprung auf den Mond, längst bevor

der Menschheit dieses gelang. Und auch

danach war sie im Berufsleben widererwarten

oftmals mehr als nur auf der Höhe

der Zeit – ob als Pilotin, Feuerwehrfrau

oder Fotografin.

Anhand von beruflichen Tätigkeiten, die

Barbie ausübt, wird in der Ausstellung

der Wandel des Frauenbildes in Bezug

auf die Arbeitswelt nachgezeichnet.

Mithilfe ausgewählter Themenschwerpunkte

und Fotografien, unter anderem

aus dem Bestand des Ostfriesischen Landesmuseums

Emden, wird darüber hinaus

der Veränderung der Arbeitswelt

von Frauen in Ostfriesland seit den

1950er Jahren nachgespürt.

Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Brückstraße 1, 26725 Emden

kunst:stück 45


. lingen

Heidi Specker

DAMME

10. Dezember 2021 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 6. März 2022

Kunsthalle Lingen | www.kunsthallelingen.de

Im Herbst 2021 realisiert die Kunsthalle

Lingen in ihren beiden Räumen die Präsentation

der Ausstellung mit dem Titel

„DAMME“ der Künstlerin Heidi Specker.

1962 in der gleichnamigen Stadt geboren,

lebt sie heute in Berlin und leitet als Professorin

an der Hochschule für Grafik und

Buchkunst in Leipzig die Klasse für Fotografie.

Nach einem Studium der Visuellen

Kommunikation an der Fachhochschule

Bielefeld und war sie Meisterschülerin von

Joachim Brohm an der Hochschule für Grafik

und Buchkunst Leipzig. Das Kunstmuseum

Bonn und die Berlinische Galerie richteten

ihr u.a. Einzelausstellungen aus und

sie nahm u.a. an Gruppenausstellungen in

der Kunsthalle Wien und im National Museum

of Art in Kyoto teil.

Heidi Specker arbeitet im Medium Fotografie.

Die 2019 entstandene Arbeit „DAMME“

besteht aus 70 Fotografien, die auf intensive

Art und Weise das Leben auf dem Land

ebenso reflektieren wie auch kommentieren.

In Damme herrscht Normalität,

isolierte Momentaufnahmen einer Landschaft

von Asphalt, Beton und Backstein

verweisen auf Anonymität; Monokulturen

von Maisfeldern und Windräder charakterisieren

die Landschaft. Im ländlichen

Großraum sorgt nicht der Späti oder der

Kiosk, sondern der Getränkemarkt für alkoholische

Versorgung. Im Fokus stehen

Jugendliche, privilegiert in ihrem Zustand

zwischen Träumerei und Erwartung des Zukünftigen.

Die Aufnahmen erzählen vom

Aufbruch teilweise aus der Nähe, teilweise

mit Distanz, halten Rückschau und spiegeln

Lebensstationen. Ein gleichnamiger

Film, der 2021 mit Alina Schmuch entstand,

enthält die Episoden "Landstraße" und

"Glückauf" und ergänzt die Fotografien.

Weiterer Bestandteil der Ausstellung ist

das Projekt „CORNFELD“, zu dem Heidi

Specker national und international bekannte

Künstler*innen dazu einlud, einem historischen

Kupferstich mit der Nutzpflanze

Mais, veröffentlicht 1895 im Hausschatz

des Wissens: "Das Pflanzenreich", etwas

46 kunst:stück


. bremen . lingen

Heidi Specker, DAMME, 2019

Courtesy die Künstlerin © VG Bild-Kunst, Bonn 2021-11-16

hinzuzufügen. Entstanden sind individuelle

Blätter unter anderem von Andrea Büttner,

Anna Haifisch, Antje Majewski, Dragutin

Banic, Erik Swars, Florian Merkel, Gerd

Grüneis, Isabelle fein, Kerstin Drechsel, Laura

Horelli, Lina Ehrentraut, Lutz Braun, Marcus

Weber, Olivier Guesselé-Garai, Peter Herrmann,

Sebastian Hammwöhner, Lutz Braun,

Sunah Choi, Susanne Bürner, Tatjana Doll,

Ulrike Kuschel und Wawrzyniec Tokarski.

Inhaltlich vermitteln die Arbeiten

„DAMME“ und „CORNFELD“ an einem

Ort wie Lingen Fragen, die auch Menschen

und Landschaft rund um diese mittelgroße

Stadt betreffen. Auch hier blicken junge

Menschen erwartungsvoll in die Zukunft,

auch hier gibt es begrenzte Möglichkeiten

der Freizeitgestaltung, auch hier bestimmt

Massentierhaltung teilweise eine agrareffizient

ausgerichtete Landwirtschaft. Von

daher verhandelt die Ausstellung in Lingen

gesellschaftlich relevante Aspekte,

die über diesen Ort hinaus viele ländliche

Regionen betreffen. Zur Ausstellung erscheint

ein Katalog, der das Projekt CORN-

FELD vermittelt.

Die Ausstellung und der Katalog werden

großzügig durch die Stiftung Niedersachsen

und die HEH Essmann Stiftung unterstützt.

Großzügige Förderung erfolgt

ebenfalls durch das Niedersächsische Ministerium

für Wissenschaft und Kultur, den

Landkreis Emsland, die Stadt Lingen (Ems)

und die Kulturstiftung Heinrich Kampmann

sowie durch den Kunstfonds Bonn.

Special:

Gespräch mit Heidi Specker und Präsentation

des Katalogs zu CORNFELD

Sonntag, 27. Februar 2022 um 15 Uhr

– – –

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 10 – 17 Uhr,

Samstag + Sonntag 11 – 17 Uhr

Kunsthalle Lingen

Kaiserstraße, 49809 Lingen

kunst:stück 47


. petershagen

Gläserne Miniaturen

Christbaumschmuck aus dem Thüringer Wald

Adventswochenenden 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Fotos: M. Holtappels/lwl

Kunstvoll bemalte Reflexkugeln, zierliche

Glasvögel oder üppige Dekore – der

Christbaumschmuck aus dem Thüringer

Wald entfaltet seine Pracht in vielen Gestalten.

An den vier Adventswocheneden

zeigt das LWL-Industriemuseum Glashütte

Gernheim eine Auswahl der zierlichen

Kunstwerke, die dort auch erworben werden

können.

Die kunstvollen Miniaturen des traditionellen

Glasbläserhandwerks haben inzwischen

Weltberühmtheit erlangt. Seit der

Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Thüringer

Wald, insbesondere die Stadt Lauscha,

Zentrum der Produktion der gläsernen

Kostbarkeiten. Sie werden in der Region

traditionell vor der Lampe – einer kleinen

Gasflamme – geblasen, geformt und dekoriert.

Dazu werden Kugeln, Reflexe und

Formsachen versilbert, bemalt, mit Glimmer

bestäubt oder mit lyonischen Drähten

umsponnen.

Das Angebot reicht von den klassischen

„Reflexen“ – Glaskugeln mit einem eingedrückten

Hohlraum, der das Licht besonders

kunstvoll fängt - bis hin zu naturgetreuen

Glasvögeln. Mit feinen Drähten

umsponnene Miniaturen fangen Märchenmotive

ein, traditionelle Formen lassen

die Spielzeuge des 19. Jahrhunderts wiederaufleben.

Vertreten sind die Werkstätten Magdolna

Hähnlein / Marolin, Steinach (Thüringen);

Formgeblasener Christbaumschmuck

Michael Haberland, Lauscha; Glasbläserei

Thüringer Weihnacht Helmut Bartholmes,

Neuhaus a.R.; Glas-Ambiente Hausdörfer,

Sonneberg; Glasphantasien René Möller,

Siegmundsburg

Ausstellung / Verkauf sind an den Advents-

Wochenenden von 10-18 Uhr geöffnet:

27./28.11., 4./5.12., 11./12.12., 18./19.12.2021

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim

Gernheim 12, 32469 Petershagen

48 kunst:stück


. bremen . sögel

Adventsmarkt auf Schloss Clemenswerth © Manfred Bergmann

Advent auf Schloss Clemenswerth

vor barocker Kulisse

Weihnachtsmarkt in Sögel lädt zum Besuch ein

4. und 5. Dezember 2021

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de

Am 2. Adventswochenende (4./5.12.) findet

am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

– nach coronabedingter Pause –

wieder der Weihnachtsmarkt „Advent auf

Schloss Clemenswerth“ statt. Vor barocker

Kulisse laden rund 75 Stände mit individuellen

Geschenkideen und besonderen

Gaumenfreuden zum Bummeln und Verweilen

ein. „Trotz der mit der Pandemie

verknüpften Regeln und der damit gebotenen

Vor- und Umsicht möchten wir an

die Atmosphäre der Vorjahre anschließen

und die Vorweihnachtszeit stimmungsvoll

einläuten“, unterstreicht Museumsdirektor

Oliver Fok.

Das Erfolgskonzept des Marktes macht

zum einen die Mischung aus weihnachtlicher

Landpartie und heimeligen Budenzauber

aus sowie der Mix aus Kunsthandwerk

und kulinarischen Genüssen. Ein

Besuch lohnt sich nicht nur in den späten

Nachmittags- und Abendstunden, wenn

das Schloss in ein Meer aus tausend Lichtern

eintaucht, sondern schon ab Pfortenöffnung

am Samstag ab 13 Uhr und am

Sonntag ab 11 Uhr. „Besonders zu den

früheren Marktstunden hat man Gelegenheit,

ganz entspannt auf Geschenkekauf

zu gehen“, betont die Eventverantwortliche

Ramona Krons. Die Angebotspalette

– für jeden Geschmack und Geldbeutel

– reicht von selbstgemachten

Süßwaren über Dekorationen für Haus

und Garten bis hin zu Holzarbeiten sowie

Schmuckunikaten. Gerahmt wird

die Veranstaltung von u.a. Straßenorgelklängen,

weihnachtlicher Blasmusik und

dem Nikolaus-Besuch.

→ Der Eintritt kostet 5 € / Erw. und 1 € / ermäßigt.

Es findet die 2G-Regel Anwendung,

d.h. Zutritt erhalten nur Geimpfte

und Genesene gegen Nachweis*.

→ Geöffnet ist der Markt am Samstag

(4.12.) von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag

(5.12.) von 11 bis 19 Uhr. Kostenlose

Parkplätze stehen zur Verfügung.

Wie in den vergangenen Jahren gilt aufgrund

der großen Besucherresonanz eine

geänderte Verkehrsführung für den

Ort Sögel. – Busgruppen und kleineren

Gruppen wird empfohlen, ihren Besuch

anzumelden und die Möglichkeit des Kartenvorverkaufs

mit 10% Rabatt zu nutzen:

Tel. 05952-932325 oder schloss@clemenswerth.de.

Alle Informationen auch unter:

www.clemenswerth.de

kunst:stück 49


. nordhorn

spezielle Perspektive der fotografierenden

Person einnimmt, mehr noch, dass Bilder

ganz wesentlich von der jeweiligen wechselseitigen

Beziehung zwischen den fotografierenden

und fotografierten Menschen

geprägt sind. Unter anderem deshalb hatten

die Menschen in Europa und Nordamerika

über viele Jahrzehnte keinen Zweifel

daran, dass Bilder aus allen Erdteilen, die

von Fotografinnen und Fotografen des Westens

übermittelt wurden, ein unverstelltes,

authentisches und allgemein verständliches

Bild globaler Kulturen übermitteln können.

Doch diese Perspektiven blieben zumeist

‘westliche‘, weil in der Regel vom Entstehen

des Bildes vor Ort bis zur Auswahl in

den Bildredaktionen die gesamte Produktionskette

die eigenen ästhetischen Vorstelclose

contact

dokumentarische Fotografie aus Indien

11. Dezember 2021 bis 6. Februar 2022

Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

Gemeinsam mit der deutschen Fotografin

Helena Schätzle, die seit längerem auch in

Indien zuhause ist, stellt die Städtische Galerie

Nordhorn Fotograf:innen aus Indien

vor und schafft ein Panorama von aktuellen

Fotografien aus dem Alltag von Menschen,

sowohl in den großen Metropolen

als auch auf dem Land. Diese Bilder zeigen

sehr persönliche Blicke auf Menschen und

ihr Umfeld sowie ihre Geschichten.

Der Begriff »dokumentarisch« verrät bis

heute die ungebrochene Lust, sich beim

Betrachten von Fotos dem fotografischen

Versprechen einer wahrheitstreuen Abbildung

der sichtbaren Welt hinzugeben. Einiges

an Überwindung kostet dagegen der

Gedanke, dass man dabei jeweils die ganz

50 kunst:stück


. nordhorn . bremen

Abb. links: Taniya Sarkar, aus der Serie: Nothing Left to Call Home

rechts oben: Deepti Asthana, aus der Serie: A thousand Thorns

rechts unten: Sharbendu De, aus der Serie: Imagined Homeland

lungen ebenso wie die kulturellen Klischees

bewusst oder unbewusst mit einbrachte.

Mit dieser Ausstellung versuchen wir, den

Blick auf Land und Leute von innen heraus

stärker sichtbar zu machen. Die Präsentation

wird von der Überzeugung bestimmt,

dass die Bildauswahl und Gestaltung auch

in der dokumentarischen Fotografie ganz

wesentlich auf ästhetischen Entscheidungen

beruht. Dadurch bringt die Fotografie

eine sowohl sehr individuelle, auf

die Person bezogene als auch eng mit dem

kulturellen Kontext verknüpfte Bildsprache

hervor. Im Ausstellungspavillon entsteht

daraus ein räumliches Layout, das

sich bewusst einer linearen Erschließung

entzieht und stattdessen zum Flanieren

einlädt, mit Lust auf persönliche Entdeckungen

jenseits einer bloßen Suche nach

kulturellen oder soziologischen Informationen.

Das Ziel ist eine Präsentation, in der

fotografische Bilder mehr als eine Berichterstattung

sind, nämlich vielschichtige ästhetische

Dialoge, die zu einer sensitiven

Wahrnehmung herausfordern – und zur

Bereitschaft, sich auf die Nähe des anderen

Blicks einzulassen.

Fotograf:innen: Taha Ahmad, Deepti Asthana,

Sharbendu De, Anuja Gupta, Indrajit

Khambe, Palani Kumar, Sankar Sarkar, Taniya

Sarkar, Tashi Topgyal, Chinky Shukla

Städtische Galerie Nordhorn

Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück 51


. osnabrück

↑ Cassils, Filmstill aus: Fast Twitch/Slow Twitch (Zweikanal-Videoinstallation), 2011–2013

Gender Piracy

Die Vielfalt der Geschlechter sichtbar machen

13. November 2021 bis 15. Januar 2022

Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de

Es gibt nicht nur zwei, sondern viele Geschlechter.

Wirklich gesellschaftlich anerkannt

ist das aber nicht. 2018 wurde zwar

in Deutschland der Geschlechtseintrag divers

für inter*Personen eingeführt, nichtbinäre

und trans*Personen bleiben von

der Regelung jedoch ausgenommen. Ihr

Anliegen wird in der politischen und gesellschaftlichen

Diskussion nach wie vor

übersehen, und sie werden häufig immer

noch marginalisiert und sogar pathologisiert.

Und auch inter*Personen wird der

Zugang zu Sichtbarkeit oft verwehrt.

Die Ausstellung „Gender Piracy“ im Kunstraum

hase29 vom 13.11.2021 – 15.1.2022,

bricht die traditionelle Vorstellung von

Geschlecht mit sechs künstlerischen Positionen

auf. Gezeigt werden Arbeiten

von internationalen Künstler*innen, die

Körper und Verhaltensweisen modifizieren

und transformieren. Denn besonders

queere Kunstschaffende haben vielfältige

Ausdrucksformen gefunden und treten so

mit progressiven und unkonventionellen

Arbeiten für sich und ihre Lebensweise ein.

Ausgewählt hat die Arbeiten Performance-

Künstler*in und Kurator*in Joran Yonis:

„Es geht darum, queeren Menschen mit

dieser Ausstellung eine Stimme zu geben,

aber auch um Fragen von Mut und

Offenheit.“ Die Arbeiten - Fotos, Videos,

Malerei und Installationen - dekonstruieren

geschlechtliche Körper und erschaffen

sie neu. “Sie verwirren, lösen auf und

machen queere Menschen sichtbar”, so

Joran Yonis.

Stellvertretend für das Anliegen der Ausstellung

steht der Titel von Luki von der

Grachts multimedialer Installation „Coming

to Voice“, in der Videos mit Liedern

und gesprochenem Text aus einer Sounddusche

verbunden sind. Der Niederländer

will mit seinem Werk andere queere Menschen

empowern und beschäftigt sich in

diesem Zuge mit Fragen von Identität,

Gender und Zugehörigkeit. Aber auch die

Transgender-Geschichte und die damit einhergehende,

oft verletzende Mediale Darstellung,

werden in den Arbeiten von Luki

von der Gracht thematisiert.

52 kunst:stück


. osnabrück

↗ Luki von der Gracht, Detail aus: Coming to Voice (Installation), 2021

↓ Luki von der Gracht, Untitled (Red and Pink Face), 2021

Künstler*in Cassils macht in einer Videoinstallation

den eigenen Körper zur Skulptur

und formt allein durch eine veränderte Ernährung

und Sport aus einem als weiblich

geformt verstandenen Körper eine

als männlich-muskulöse gelesene Figur.

„Cuts: A traditional sculpture“ heißt diese

Arbeit, die 2016 bei der Ausstellung „Homosexualität_en“

in Münster für Aufregung

sorgte. Die Deutsche Bahn weigerte

sich damals, das Werbeplakat mit Cassils

Arbeit aufzuhängen. Nur ein Jahr vorher

war das in Berlin kein Problem gewesen.

Die Ausstellung richtet sich auch an junge

Menschen. So besteht sie neben den

künstlerischen Arbeiten aus einer Bücherecke

mit Romanen, Biografien und

Sachbüchern und auch Kinder- und Jugendbüchern.

Das Projekt wurde gefördert vom Landschaftsverband

Osnabrücker Land e.V, ,der

Stadt Osnabrück, dem niedersächsischen

Ministerium für Wissenschaft und Kultur

im Programm "Niedersachsen dreht auf"

hase29

Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

Humorvoll auf die Spitze getrieben ist Mary

Maggics Video „Housewives Making

Drugs“, in dem es um den Versuch geht,

Östrogen aus Urin zu gewinnen. Die Russin

Anna Okina zeigt mit ihrer Malerei, dass es

mehr als zwei Geschlechter gibt. Auf ihrer

Portraitmalerei ist eine queere Person zu

sehen, die in der traditionellen burjatischen

Tracht gekleidet ist. JJ Maurer entwickelt

eigens für die Ausstellung in der hase29 eigene

Fotoarbeiten. Außerdem steuert Joran

Yonis selbst eine Installation bei.


. osnabrück

Candice Lin, The Glittering Cloud, Installationsansicht Kunsthalle Osnabrück, 2021, Foto: Lucie Marsman

Barrierefreiheit

Ausstellungen von Candice Lin und Katrin Mayer

neues Filmprogramm von Inga Zimprich mit Edna Bonhomme, Karin

Michalski, Nnenna Onuoha, R. A. Walden

6. November 2021 bis 27. Februar 2022

Kunsthalle Osnabrück | www.kunsthalle.osnabrueck.de

Bis zum 27. Februar 2022 zeigt die

Kunsthalle Osnabrück mit zwei neuen

Ausstellungen und einem inklusiven

Filmprogramm den zweiten Teil ihres Ausstellungs-

und Vermittlungsprogramms

Katrin Mayer, Flurfunker:innen, How to speak the Corridor,

Spiegelfliesen, blaue Lampen, Fensterfolie, Drucke,

Installationsansicht Kunsthalle Osnabrück, 2021, Foto: Lucie

Marsmann

Barrierefreiheit. Die unterschiedlichen

künstlerischen Positionen legen auf poetische

Weise noch einmal verstärkt den

Fokus auf auf gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen

durch Exotisierung

oder herrschende Gesundheitsparadigmen.

Gleichzeitig werden in den jeweiligen

Positionen Strategien der Selbstermächtigung

aufgezeigt.

Die in Los Angeles lebende Künstlerin Candice

Lin hat für die Kirche der Kunsthalle

eine neue raumgreifende Installation entwickelt,

die sich mit den kolonialgeschichtlichen

Kontexten von heute beschäftigt.

Insbesondere verweist sie auf global verbreitete

Waren und angeeignetes Wissen

wie Sprache, Spiritualität, Edelmetalle,

Gewürze oder Drogen, die sich erst

durch Sklaverei, Ausbeutung und Protektionismus

weltweit etablieren konnten.

Text, Skulptur, Zeichnung, Keramik und

54 kunst:stück


Osnabrück

. osnabrück

Video werden dabei gleichwertig zu einem

Raumbild zusammengeführt. Assoziierte

Materialien wie Gold, Silber, Kupfer oder

Opium verwandeln die Kunsthalle in einen

verwunschenen Ort, der die Ideale von Heilung

und Wohlstand als fortwirkende Zeichen

von Macht und Ungleichheit in der

Geschichte spielerisch demaskiert.

Katrin Mayer thematisiert in ihrem Ausstellungsraum

den Wandel vom Kreuzgang

als Wandelhalle hin zum Ausstellungskorridor

der Kunsthalle. Dabei wird die

Institution als historischer, sozialer und

infrastruktureller Ort in verschiedenen

Ebenen freigelegt. Die Geschichten der

Mitarbeiter:innen der Kunsthalle stehen

gleichberechtigt neben Abbildungen von

Frauen in der Kirchengeschichte, die unter

anderem daran erinnern, dass das erste

Dominikanerkloster ein Kloster für Frauen

war oder dieser oft vergessene Teil der Geschichte

gleichermaßen unsere Gegenwart

mitgestaltet hat.

Die Künstlerin und Kuratorin Inga Zimprich

übernimmt das Filmprogramm der Ausstellung

„We Cannot Skip This Part“, die gestaltet

wurde von dem Künstler:innenduo

die Blaue Distanz im Dialog mit dem Behindertenforum

Osnabrück. Die Filme sind in

Deutsch, Englisch, einfache Sprache, Gebärdensprache,

Audiodeskription sowie in

Braille übersetzt. Das Programm wird sich

noch einmal verstärkt mit den Fragen von

Teilhabe, Körpernormierung und Fürsorge

als solidarische Praxis in unserer Gesellschaft

beschäftigen.

Ein umfangreiches digitales und analoges

Vermittlungsprogramm und eine Publikation

mit Textbeiträgen von Lydia Lierke

und Ariana Savoji, Natasha A. Kelly, Katharina

Klappheck sowie von Katrin Dinges

und Stefanie Wiens von der Initiative

ergänzen das umfangreiche

Programm von „Barrierefreiheit“.

Aufgrund der Fassadenrenovierung gewährt

die Kunsthalle Osnabrück allen Besuchenden

bis zum Ende der Laufzeit freien

Eintritt in alle aktuellen Ausstellungen des

Jahresprogramms Barrierefreiheit.

Hintergrundinformationen

Ausgehend von der eigenen Geschichte

beschäftigt sich die Kunsthalle mit

den Ein- und Ausschlussmechanismen

in der Gesellschaft und in der Kunst. Wir

We Cannot Di/Tue–So/Sun

11:00–18:00

Skip This Part

26.06.21–27.02.22

Barrierefreiheit/

Accessibility Candice Lin

06.11.21–27.02.22

Katrin Mayer

leben in einer Gesellschaft der Vielfalt

und gleichzeitigen Ausgrenzung. Nicht

alle Menschen haben gleichberechtigt

Zugang zu Wohnraum, Bildung oder

Sichtbarkeit. Normierungen lassen selten

06.11.21–27.02.22

sich unterscheidende Bedürfnisse

und Wahrnehmungen www.kunsthalle.osnabrueck.de

zu. Daher stellt die

Kunsthalle mit ihrem Ausstellungs- und

Vermittlungsprogramm gemeinsam mit

den eingeladenen Künstler:innen die Frage:

Kann es eine Gesellschaft ohne Barrieren

geben?

Im ersten Teil des Jahresprogramms wurden

vom 26. Juni bis 03. Oktober 2021

bereits Einzelausstellungen und Neuproduktionen

gezeigt von Alison O‘Daniel,

Slavs and Tatars sowie von Sabrina Röthlisberger.

Seit Juni wird das Programm

von einem großformatigen Banner von

Natasha A. Kelly und Hannah Marc an der

Fassade der Kunsthalle begleitet.

Candice Lin

The Glittering Cloud

→ 6. November 2021–27. Februar 2022

Katrin Mayer

Flurfunker:innen

→ 6. November 2021–27. Februar 2022

We Cannot Skip This Part

Künstlerisch gestalteter Filmraum im

Neubau der Kunsthalle

Raumkonzept: die Blaue Distanz im Dialog

mit dem Behindertenforum Osnabrück,

Filmprogramm kuratiert von

Inga Zimprich mit Arbeiten von Edna

Bonhomme, Nnenna Onuoha, Karin

Michalski, Romily Alice Walden

→ 26. Juni 2021–27. Februar 2022

Kunsthalle Osnabrück

Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

Öffnungszeiten: Di.-So., 11-18 Uhr

→ Aufgrund von COVID-19 sind alle Informationen

unter Vorbehalt – Änderungen

unter www.kunsthalle.osnabrueck.de

kunst:stück 55


. osnabrück

3D’21

Gruppenausstellung

6. November bis 31. Dezember 2021

skulptur-galerie Osnabrück | www.skulptur-galerie.de

Noam Ben-jacov, Sunset

Osnabrück trifft Haarlem

Nach dem Erfolg der Ausstellungen drei.de

2020, Dreidimensional 2019, Junge Plastik

2018 und Kleinskulpturen 2017 zeigt die

skulptur-galerie Osnabrück die nächste

Gruppenausstellung mit dem Titel „3D’21“.

Die eingereichten Arbeiten dokumentieren

eine Vielfalt in Materialen und Themen.

Damit gibt die von Dagmar von Kathen

kuratierte Ausstellung einen Einblick in

die aktuelle dreidimensional arbeitende

Kunstszene in der Region Osnabrück und

Haarlems.

Eine Jury, bestehend aus Dr. Ulrike Hamm,

Wolfgang Knaup, Dagmar von Kathen, Eva

Hilde Foks, ohne Titel

Preckwinkel und Jens Raddatz hat aus 30

Bewerbungen folgende 19 Künstler:innen

ausgewählt: Noam Ben-jacov (Haarlem),

Manfred Blieffert, Dik Box (Haarlem), Thomas

Bühler, Alexej Eisner, Hilde Foks (Haarlem),

Monika Hamann, Marjan Jaspers

(Haarlem), Joachim Jurgelucks, Werner Kavermann,

Gijsbert Lameijer (Haarlem), Linda

Molenaar (Haarlem), Bernd Obernüfemann,

Nadia Pereira Benavente, Elfi Plashues, Aaron

Rahe, Ian Paul de Ruiter (Haarlem), Margit

Rusert, Antje Wiewinner.

Die Ausschreibung für die Teilnahme an

der Ausstellung erfolgte an Künstler:innen

aus der Region Osnabrück, mit Bezug zu

Osnabrück und an die Mitglieder der „De

Vishal – Kunst op Kantoor“ in Osnabrücks

niederländische Partnerstadt Haarlem.

Die Vishal ist ein Ausstellungsort im Herzen

Haarlems (Grote Markt) für aktuelle

bildende Kunst, eine Institution, die von

Künstler:innen getragen wird. Eine Mitgliedschaft

bei De Vishal ermöglicht, dass

sich Künstler:innen zeigen, vernetzen,

sichtbar werden. Das Experimentieren

wird in De Vishal groß geschrieben.

www.devishal.nl

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr /

Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage

skulptur-galerie.de

Bierstraße 2, 49074 Osnabrück

56 kunst:stück


. osnabrück

kunst:stück 57


. mettingen

Touch

28. November 2021 bis 27. Februar 2022

Draiflessen Collection | www.draiflessen.com

Was bis vor Kurzem noch völlig alltäglich,

ein selbstverständlicher Akt der menschlichen

Begegnung war, ist dies plötzlich

nicht mehr: die gegenseitige Berührung,

die Umarmung oder der Handschlag zur

Begrüßung. Diesen Moment und die Bedeutung

dieser menschlichen Verbindung

thematisiert der niederländische Künstler

Daan Roosegaarde (*1979) in seiner eigens

für die Draiflessen Collection entwickelten

raumgreifenden Installation.

In dem 4.300 m³ fassenden Ausstellungraum

des Museums hat Roosegaarde

mit TOUCH ein interaktives Kunstwerk

entstehen lassen, das die Besucher*innen

beim Betreten in seinen Bann zieht, Verwunderung

entstehen lässt und ohne

Worte zum Handeln auffordert und inspiriert.

Dass unsere Wahrnehmung und

Handlung gezielt auf diesen besonderen

Akt der Verbindung gelenkt werden,

enträtselt sich genau im Moment der Berührung:

Diese ist der Schlüssel zu einer

imposanten visuellen Explosion, die uns

und unser Gegenüber in ein neues Universum

versetzt.

„Roosegaarde hebt eine Handlung hervor,

die wir nie wieder als selbstverständlich ansehen

dürfen. Er lässt uns einen kulturell

und persönlich wichtigen Akt kontrolliert

ausführen und öffnet uns im selben Moment

die Augen. Statt Angst vor der Zukunft

zu haben, weckt er bewusst die Neugier

auf die unendlichen Möglichkeiten der

Zukunft, lenkt den Blick geschickt nach innen

wie ebenso auf unser Gegenüber und

lässt uns damit Teil eines Universums werden.“

(Museumsdirektorin Dr. Corinna Otto)

Die Installation TOUCH macht fühlbar, dass

selbst die kleinste gemeinsame Interaktion

eine große Wirkung haben und die Welt

um uns herum verändern kann. Sie lässt

uns spüren, wie wichtig es ist, Teil einer Gemeinschaft

zu sein, welche Kräfte dadurch

entstehen können, bewusst zusammenzuarbeiten,

und öffnet die Augen dafür, wie

eine gemeinsame Zukunft gestaltet werden

kann. Licht ist dabei für Daan Roosegaarde

ein wesentliches Gestaltungsmittel.

„Licht ist das Symbol für Neuanfang. Um

eine bessere Welt zu schaffen, müssen wir

58 kunst:stück


. mettingen

Alle Abb.: Daan Roosegaarde, Touch, 202 © Draiflessen Collection/Daan Roosegaarde, Foto: Peter Hübbe

sie uns erst einmal vorstellen. In TOUCH

reichen wir uns die Hände, um über unsere

gemeinsame Zukunft nachzudenken.“

(Daan Roosegaarde)

Der niederländische Künstler und Designer

Daan Roosegaarde (* 1979) entwickelt seit

2007 Projekte, die Technologie und Kunst

ebenso wie Kunst und Betrachter*innen

miteinander verbinden. Er entwickelt dabei

neue physische und gedankliche Räume,

die den Blick auf eine alternative Welt

eröffnen.

Upcycling von Weltraummüll) und URBAN

SUN (Reinigung öffentlicher Räume vom

Coronavirus).

www.studioroosegaarde.net

Draiflessen Collection

Georgstraße 18, 49497 Mettingen

Als Social Design Lab verbinden Roosegaarde

und sein Team Menschen und

Technologie in Projektentwürfen, die das

tägliche Leben im urbanen Bereich verbessern

und gleichzeitig die Fantasie anregen.

Das Studio hat zahlreiche internationale

Designpreise gewonnen. Zu den

international anerkannten Arbeiten gehören

WATERLICHT (eine virtuelle Überschwemmung,

die die Kraft des Wassers

zeigt), SMOG FREE PROJECT (der weltweit

erste große Luftreiniger für den Außenbereich,

der Smog in Schmuck verwandelt),

SMART HIGHWAY (Straßen, die sich

tagsüber aufladen und nachts leuchten),

SPACE WASTE LAB (Visualisierung und

kunst:stück 59


. hamburg

Tom Sachs in der Ausstellung SPACE PROGRAM: RARE EARTHS in den Deichtorhallen Hamburg

© Foto: Julia Steinigeweg

Tom Sachs. Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)

Tom Sach und sein Team begeben sich auf die 4. interstellare Mission

19. September 2021 bis 10. April 2022

Deichtorhallen Hamburg | www.deichtorhallen.de || #TomSachsHamburg

Vom 19. September 2021 bis zum 10. April

2022 begeben sich die Deichtorhallen Hamburg

gemeinsam mit dem amerikanischen

Künstler Tom Sachs und seinem Team von

Bildhauer*innen und Astronautinnen aufeine

interstellare Mission, dem SPACE PRO-

GRAM: RARE EARTHS (SELTENE ERDEN).

Diese vierteAusstellung in Sachs' »Space

Program« ist Teil seiner dreizehnjährigen

Erkundungsreise an die Grenzenanderer

Welten und menschlicher Möglichkeiten

zur Erforschung des Weltraums.

Auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

wird Tom Sachs die Halle für aktuelle

Kunst mit neuen und bereits bestehenden

Bricolage-Arbeiten in eine interaktive

Space-Landschaft verwandeln. In SPACE

PROGRAM: RARE EARTHS (SELTENE ER-

DEN) geht es für Sachs’ Astronaut*innen

auf den hellsten und erdnächsten Asteroiden

4-Vesta, mit dem Ziel, die mineralischen

Seltenen Erden des Protoplaneten

abzubauen und somit den unbändigen

Hunger der Menschen nach Technologie

zu stillen. Alles Überlebenswichtige für diese

Mission haben Sachs und seine Crew an

Bord – konstruiert aus Sperrholz, Schaumstoffplatten,

Schrauben, Heißkleber und

verschiedenen anderen Utensilien.

Zum Auftakt der Ausstellung werden

Sachs und sein Team das skulpturale Gesamtkunstwerk

durch eine sogenannte

»Marathon-Demonstration« aktivieren. Am

18. September 2021 wird eine vollständige

Space Mission nach strengstem Raumfahrtprotokoll

durchgeführt. Teil des ganz-

60 kunst:stück


. hamburg

oben: Tom Sachs, Space Program: Rare Earths, Live Demonstration in den Deichtorhallen Hamburg, 2021 © Joshua White/

JWPictures / unten: Tom Sachs: Indoctrination Center (Materials Library) , 2012, Mixed Media, 82H x 80W x 27.25D inches

© Photo: Genevieve Hanson © Tom Sachs

tägigen Prozesses sind neben der wissenschaftlichen

Erforschung des Asteroiden

4-Vesta und dem Abbau von Mineralien

von dessen Oberfläche auch die Versorgung

der Astronaut*innen mit Lebensmitteln,

deren Unterhaltungsprogramm

sowie die Entsorgung ihrer menschlichen

Abfälle während ihrer Mission, aber auch

das Ritual der japanischen Teezeremonie.

kennen, darunter das »Landing Excursion

Module (LEM)« und »Mission Control

Center«. »Indoktrinierte« Besucher*innen

werden dazu ermutigt, sich auch dem Ritual

der »Transsubstantiation« (lat. für Wesensverwandlung)

hinzugeben: Indem sich

Besucher*innen von ihren Mobiltelefonen

Während der sechsmonatigen Ausstellungszeit

(bis 10. April 2022) bietet die

Hamburger Ausstellung Bereiche, in denen

die Besucher*innen interaktiv mitwirken

können. So ist es den Besucher*innen

möglich, sich einem »Indoktrinationsprozess«

zu unterziehen, innerhalb dessen

ihnen spezifische Aufgaben und Fragen

gestellt werden. Nach erfolgreicher Absolvierung

der »Indoktrination« werden

Besucher*innen Teil des Tom Sachs-Teams,

erhalten eine ID und die Berechtigung, an

der Installation teilzuhaben. Sie lernen ikonische

Elemente vergangener Missionen


. hamburg

Tom Sachs, Mission Control Center (MCC), 2007-2016, Space Program: Mars - Park Avenue Armory, New York, 2012, Mixed

Media, 117.3 H x 193.125 W x 59.875 D inches © Photo: Genevieve Hanson © Tom Sachs

trennen, liefern sie einen wichtigen Beitrag

zu Sachs’ Feldforschung zur mentalen Vernetzung

der Menschheit und ihrer Sucht

nach Technologie. In SPACE PROGRAM:

RARE EARTHS (SELTENE ERDEN) sind zahlreiche

neue Arbeiten von Sachs zu sehen:

»Transubstantiation« (2020/21), »Vehicle

Assembly Building« (2021) und ein MRT-

Gerät, in dem sich eine virtuelle Reise unternehmen

lässt.

Tom Sachs zur Mission des SPACE PRO-

GRAM: RARE EARTHS (SELTENE ERDEN):

»Wir begeben uns nicht in andere Welten,

weil wir diesen Planeten kaputt gemacht

haben und eine neue Heimat suchen, sondern

um unsere Ressourcen hier auf der

Erde aufzufüllen und besser zu verstehen.

Wir sind alle telepathisch durch unsere

Mobilgeräte miteinander verbunden.

Diese Geräte funktionieren mithilfe von

Elementen der Seltenen Erden. Wir produzieren

mehr Telefone, als die Ressourcen

des Planeten Erde liefern können.

Vesta mit seinem differenzierten Kern

bietet einzigartige Möglichkeiten für den

Abbau von Edelmetallen: Gold, Platin und

Palladium – Rohstoffe, die wir zur Stillung

unserer Bedürfnisse benötigen.«

Alle vier Weltraumexkursionen – die zum

Mond in der Gagosian Gallery (2007), die

Marsmission in der Park Avenue Armory

(2012), die zum Jupitermond Europa im

Yerba Buena Center for the Arts (2016)

und die bevorstehende zum Asteroiden

4-Vesta – sind von wissenschaftlichem Forschergeist

und der Praxis der Bricolage

gleichermaßen durchdrungen.

Gerade in unserem Zeitalter der instant

gratification, in dem alles jederzeit verfügbar

ist, legt Sachs seinen Fokus darauf, die

menschlichen Spuren von Handwerk und

Konstruktion als Markenzeichen zu etablieren.

Er spielt auf heutiges Konsumverhalten,

Produktionsweisen und die kurze

Lebensdauer der Dinge an, die wir kaufen

und hinterfragt gleichermaßen Aspekte

moderner Kreativität und künstlerischer

Produktion. Die Werke entstehen gemeinsam

mit seinem zehnköpfigen Studioteam,

das ähnlich funktioniert wie eine religiöse

Gemeinschaft, deren Verehrung allerdings

dem Sperrholz, der Heißklebepistole und

dem Ethos der Transparenz gilt.

ÜBER TOM SACHS (*1966, NEW YORK)

Tom Sachs’ genresprengende Mixed-Media-Skulpturen

aus alltäglichen Materialien,

oft Nachbildungen moderner Markenikonen,

wie im Space Program der NASA,

stehen für eine Umkehrung des Trends

immer modernerer Produkte mit ihrer Perfektion

und Makellosigkeit und etablie-

62 kunst:stück


. hamburg

Tom Sachs, Space Program: Mars - Park Avenue Armory,

New York, 2012, Context: Commander Ennarino extracting

a sample at the dig site on Mars © Photo: Genevieve Hanson

© Tom Sachs

ren eine einzigartige DIYÄsthetik. Sachs’

Skulpturen sind auffallend handgemacht,

liebevoll zusammengebaut aus Sperrholz,

Harz, Stahl oder Keramik. Die Narben und

Unvollkommenheiten in den Skulpturen

erzählen die Geschichte ihrer Entstehung

und lösen sich von der Vorstellung einer

wundersamen künstlerischen Schöpfung.

Tom Sachs lebt und arbeitet in New York.

Er hatte große Einzelausstellungen im

Deutsche Guggenheim in Berlin und im

SITE Santa Fe (1999), in der Fondazione

Prada in Mailand (2006), im Aldrich Contemporary

Art Museum in Ridgefield, Connecticut

(2009), in der Park Avenue Armory

in New York (2012), im Contemporary

Austin (2015), im Brooklyn Museum (2016),

im Noguchi Museum in New York (2016)

und im Nasher Sculpture Center in Dallas

(2017). Seine Werke befinden sich in den

Sammlungen des Solomon R. Guggenheim

Museums, des Whitney Museum of American

Art, des Museum of Modern Art in

New York, des Centre Georges Pompidou

in Paris, des Metropolitan Museum of Art

in New York, des San Francisco Museum

of Modern Art und des Astrup Fearnley

Museum of Modern Art in Oslo.

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg

Tomi Ungerer: Untitled, 2013 © Tomi Ungerer

Estate/Diogenes Verlag AG, Zürich

Tomi Ungerer

It's All About Freedom

27. November 2021 bis 24. April 2022

Sammlung Falkenberg

www.deichtorhallen.de

#TomiUngererDTH

Tomi Ungerer (1931–2019) gilt als einer

der einflussreichsten Zeichner, Illustratoren

und Kinderbuchautoren. Publikationen

wie Die drei Räuber, Heute hier,

morgen fort und Der Nebelmann machten

ihn weltberühmt. Darüber hinaus

schuf Ungerer Plakate gegen den Vietnam-Krieg

und Rassenkonflikte, unternahm

Milieustudien in der Hamburger

Herbertstraße, verarbeitete zeichnerisch

kriegstraumatische Erinnerungen oder erstellte

Großcollagen im Spätwerk.

In der großen Ausstellung TOMI UN-

GERER – IT’S ALL ABOUT FREEDOM zeigen

die Deichtorhallen Hamburg in der

Sammlung Falckenberg in Zusammenarbeit

mit dem Tomi Ungerer Estate und

dem Musée Tomi Ungerer in Straßburg

einen umfassenden Querschnitt durch

neun Jahrzehnte seines künstlerischen

Schaffens – von Zeichnungen aus den

1930er-Jahren bis hin zu Objekten aus

den 2010er-Jahren.

kunst:stück

63


13.11.2021 – 15.01.2022

GENDER

PIRACY

Eine Ausstellung zur

Dekonstruktion von Geschlecht

Mit Cassils, Mary Maggic, Luki von der Gracht,

JJ Maurer, Anna Olkina, Joran Yonis

Mit freundlicher Unterstützung

Kunstraum hase29

Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V.

www.hase29.de | mail@hase29.de

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