Wintersport 2021/22

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AKTUELL

SPORT D | 2021 1

SPORT

25. November 2021

www.mediaradius.it

Wintersport

2021/22

Energiegeladen

Alperia fördert den

Sport in Südtirol.


2 AKTUELL

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3

Inhalt

EDITORIAL

AKTUELL

4 Dominik Paris

6 Alex Vinatzer

8 Riccardo Tonetti

9 Manfred Mölgg

10 Ski Alpin

11 Christof Innerhofer

12 Nicol und Nadia Delago

16 Dorothea Wierer

18 Dominik Windisch

19 Biathlon

20 Lukas Hofer

27 Skilanglauf

28 Olympische Winterspiele 2022

30 Aaron March

32 Edwin und Jasmin Coratti

33 Roland Fischnaller

34 Snowboard

37 Skicross

38 Dominik Fischnaller

40 Kunstbahnrodeln

41 Ludwig Rieder/Patrick Rastner

43 Kevin Fischnaller

45 Patrick Pigneter

46 Evelin Lanthaler

48 Naturbahnrodeln

50 Bob & Skeleton

51 Patrick Baumgartner

52 Skispringen

53 Lara und Jessica Malsiner

IMPRESSUM

54 Nordische Kombination

55 Daniela Dejori

56 Freeride

57 Freestyle Ski

58 Weltcupstationen in Südtirol

INFO-PR & RUBRIK

15 Axess AG, Anif/Salzburg

19 Pezzei Metallform, Bruneck

22 Skicarosello Alta Badia

35 Der Look für

den Winterurlaub

Titelbild: Aaron March (groß), Dorothea

Wierer (mitte unten), Dominik Paris (links

oben) und Evelin Lanthaler (links unten)

Eigentümer/Herausgeber: Athesia Druck GmbH, Bozen,

Eintrag LG Bozen 2.4.1948, Nr.7/48

Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Dr. Toni Ebner

Verantwortlicher Projektleiter: Franz Wimmer

Koordination: Magdalena Pöder | Redaktion: Luis Mahlknecht, Michael

Andres, Leo Holzknecht, Pauli Hintner, Otto Schöpf (Koordination),

Andreas Vieider (Koordination) | Werbung/Verkauf: Patrick Zöschg,

Michael Gartner, Alois Niklaus, Helene Ratschiller, Armin De Biasio

Verwaltung: Weinbergweg 7, 39100 Bozen, Tel. 0471 081 561,

info@mediaradius.it, www.mediaradius.it | Fotos: Otto Schöpf, FISI

Pentaphoto, Hermann Sobe, Newspower, Foto ueberall.eu, Tobias Kaser,

Red Bull, Michael Andres, stol.it/Bernhard Aichner, Robert Perathoner,

Miha Matavz, Gerd Eder, AFP, APA, EXPA, Shutterstock, Dolomiten-

Archiv, privat | Grafik/Layout: Achim March

Infografiken (Recherche): Dieter Seifert | Infografiken: Michal Lemanski,

Ambra Delvai | Konzept und Abwicklung: MediaContact, Eppan

Produktion/Druck: Athesia Druck Bozen - www.athesia.com

Vertrieb: Sonderdruck zur heutigen „Dolomiten“-Ausgabe

Auflage: 41.500 Stück

Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der Werbeseiten, PR-Seiten und

der angeführten Webseiten.

Redaktionsschluss: Montag, 22. November 2021; Anmerkung: Die Weltcuptermine in allen

Disziplinen könnten noch Änderungen erfahren.

Andreas Vieider

Otto Schöpf

Die Skirennläufer haben ihre Saison eröffnet.

Ebenso die Freestyler. Und im Kunstbahnrodeln,

Bob und Skispringen sind auch schon die ersten

Weltcuppunkte vergeben worden. An diesem Wochenende

beginnt auch im Biathlon, Skilanglauf,

der Nordischen Kombination und im Skicross

die Weltcupsaison. Dann ist der Winter richtig

lanciert, und angesichts der Schneefälle Anfang

November wäre der Appetit auf die kalte Jahreszeit

schon jetzt riesengroß. Wenn, ja wenn diese

Corona-Pandemie nicht wäre. Die uns nach wie

vor im Würgegriff hat. Die Skigebiete sind bereit

zu öffnen, aber ob es angesichts der explodierenden

Zahlen der letzten Tage wirklich so weit

kommt und dabei auch bleibt, war bei Redaktionsschluss

dieser Radius-Wintersportausgabe nicht

fix. Wie dem auch sei: Der Spitzensport wird

ungeachtet von Corona auch in den nächsten

Monaten funktionieren. Im schlimmsten

aller Fälle in einer „Blase“ wie im Vorjahr, wo

die Top-Athleten völlig abgeschottet von der

„normalen“ Welt ihre Rennen austrugen. Dass

die Top-Sportler auch heuer gesund bleiben, hat

oberste Priorität. Schließlich ist es ein Olympiawinter,

und vom 4. bis zum 20. Februar 2022

stehen die 24. Olympischen Winterspiele in

Peking auf dem Programm. Alle Athleten, die in

den 109 Wettkämpfen – 52 für Männer, 46 für

Frauen und 11 Mixed-Wettbewerbe – um die

Medaillen kämpfen, dürfen sich in China auf

harte Tage einstellen. Tage, die von täglichen

Tests, Ausgangssperren, Kontaktverboten und

Kontrollen ohne Ende geprägt sein wird. Von

wegen olympisches Flair!

Südtirol wird in China mit – geschätzten –

30 Athletinnen und Athleten vertreten sein

und damit einmal mehr den Hauptanteil der

italienischen Olympia-Mannschaft stellen. Wie

viele Medaillen es für unser Land geben wird?

Prognosen sind unmöglich. 2018 waren es zwei

(Dominik Windisch im Biathlon-Sprint und die

Biathlon-Mixed-Staffel), 2014 waren es fünf,

2010 „nur“ eine. Die Konkurrenz ist riesig,

das Niveau in allen Disziplinen extrem hoch.

Zudem spielen im Wintersport äußere Faktoren

wie Wetter und Schnee nicht nur eine Nebenrolle.

Deswegen: Lassen wir den Winter erst einmal

richtig beginnen! Und dann freuen wir uns auf

die Erfolge der Südtiroler Vorzeigesportler.

Denn diese wird es auch heuer zuhauf geben!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der

mittlerweile 5. Auflage des Wintersport-Radius!


4 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

Dominik Paris Nächster

Anlauf bei Olympia

Die erste Saison nach einem

Kreuzbandriss ist nie leicht

für einen Skirennläufer.

Am Anfang ist es nicht

einfach, wieder ans Limit

zu gehen. Diese Erfahrung

hat auch Dominik Paris letzten

Winter gemacht. Nach einem

etwas mühsamen Beginn kam er

aber wieder richtig in Schwung,

stand in Kitzbühel schon auf dem

Podest und hat die Abfahrt in

Garmisch-Partenkirchen gewonnen.

Damit hat Paris eine bemerkenswerte

Serie fortgesetzt.

Seit der Saison 2012/13 hat er

in jedem Winter mindestens ein

Weltcuprennen gewonnen.

Mit der Comeback-Saison hätte

er also durch und durch zufrieden

sein können, wäre da nicht

die Weltmeisterschaft in Cortina

d’Ampezzo gewesen. Noch immer

kocht der Ärger hoch, wenn er darauf

angesprochen wird. Bei

der umstrittenen Schlüsselstelle

hat er in der Abfahrt

den Titel verspielt. „Ich

bleibe dabei, dass man eine

Abfahrt nicht so setzen kann.

Dann hatte ich auch noch

Pech mit einer Windböe,

das hat fast niemand

mitbekommen. Trotzdem

hätte ich es auch

besser machen können“,

blickt Paris auf die Heim-

WM zurück.

Nach der Verletzung hatte

Paris zunächst fast nur auf

die Abfahrt gesetzt. „In der

kurzen Vorbereitung habe ich

hauptsächlich geschaut, dass es mit

dem Speed wieder klappt. Ich hatte

zu wenig Technik-Training für den

Super-G. Für mich war klar, dass

ich da Mühe haben würde. Deshalb

war der Super-G bei der WM sogar

eines meiner besten Rennen“, sagt

der Ultner.

Nach der WM kam noch das Pech

beim Weltcup in Saalbach. Dort wurde

die Abfahrt abgebrochen, als er in

Führung lag. „Das war schon richtig

so. Es wäre kein faires Rennen mehr

gewesen. Nur würde ich mir wünschen,

dass immer so entschieden

wird, wenn die Bedingungen nicht

mehr fair sind“, stellt er klar. Nach

dem Ende der Saison hat er noch viel

auf Schnee trainiert. Er hat Material

getestet und konnte gleichzeitig den

Trainingsrückstand aufholen.

Mit dem Trockentraining hat Paris

im Mai begonnen, wie immer unter

der Anleitung von Mattias Schnitzer.

Im Juni hat er einen Lehrgang

mit den Teamkollegen in Formia

mitgemacht. „Das war eine schöne

Abwechslung. Wir haben Stand Up

Paddeling gemacht und Wing Surfing,

und gerudert sind wir auch.

Auch Tennis und Padel haben wir

gespielt“, erzählt Paris. Das klingt

fast nach Urlaub, aber den hat er

natürlich mit der Familie gemacht,

und zwar eine Woche in Kroatien.

Das Skitraining in Südamerika ist

auch in diesem Jahr wegen Corona

ausgefallen. So war nur Gletschertraining

in Zermatt und Saas-Fee

möglich. „Das ist natürlich schade,

dass wir nicht nach Südamerika durften.

Aber wir hatten auf den Gletschern

viel Glück mit dem Wetter

und haben keinen Tag verloren. Und

auch in Saas-Fee kann man recht gut

Abfahrt trainieren“, sagt Paris, der

auch viel Riesentorlauf trainiert hat

und überzeugt ist, dass sich das im

Super-G bezahlt machen wird.

In dieser Saison kehrt der Skiweltcup

nach Nordamerika zurück,

mit einem Mega-Programm für

die Speed-Spezialisten. An diesem

Wochenende geht es in Lake Louise

los. Dort finden ebenso 3 Speed-


SKI ALPIN

SPORT D | 2021 5

Dominik Paris bei seinem Sieg in Garmisch-Partenkirchen …

… und mit seinem Manager und Freund Georg Pircher.

Rennen statt wie nächste Woche in

Beaver Creek. „Das erste Rennen

ist immer speziell. Erst da weißt du,

wo du wirklich stehst. Und Lake

Louise ist eine gute Abfahrt, um in

die Saison zu starten“, weiß Paris.

Neben den üblichen Konkurrenten

Feuz, Kriechmayr, Mayer und Kilde

rechnet Paris auch stark mit Marco

Odermatt, der im

Super-G schon ein

Siegläufer ist, aber

wohl auch in der

Abfahrt immer

stärker wird. Und

einen weiteren Schweizer schätzt er

stark ein: Urs Kryenbühl.

Von den eigenen Teamkollegen

sieht er nur die Routiniers Christof

Innerhofer und Mattia Casse auf

dem Niveau, im Weltcup vorne

„ Ich habe gehört, dass die

Olympia-Abfahrt sehr lang

sein soll und zwei schwierige

Passagen hat.

mitzufahren. Dahinter klafft eine

Lücke, die ihm Sorgen bereitet. „Da

kommt in den Speed-Disziplinen

wenig nach. Ich weiß auch nicht,

woran das liegt. Zu viel Stangentraining

vielleicht. Da lernst du

nicht, schnell zu fahren.“

Der kommende Winter ist eine

Olympia-Saison. Eine olympische

Medaille fehlt

Dominik Paris

noch in seiner

Sammlung. Bei

seinen 4. Olympischen

Spielen

nimmt er den nächsten Anlauf.

Wegen des strengen Corona-Protokolls

in China werden es wohl nicht

fröhliche Spiele, und wegen Corona

konnte auf der Olympia-Abfahrt

bisher noch gar nicht gefahren

werden. Niemand kennt also die

Olympia-Abfahrt; 3 Trainingsläufe

müssen genügen, um die Strecke

in den Griff zu bekommen. „Drei

Trainings reichen vollkommen“,

versichert Paris, der bekannt dafür

ist, dass er recht schnell versteht,

worauf es auf einer Abfahrt ankommt.

„Ich habe gehört, dass sie

sehr lang sein soll und 2 schwierige

Passagen hat. Es könnte eine

interessante Abfahrt sein“, glaubt

er. Eine gewisse Vorfreude ist aus

dieser Aussage herauszuhören.

DOMINIK PARIS

Geburtsdatum und -ort:

14. April 1989 in Meran

Wohnort: St. Walburg in Ulten

Sportgruppe: Carabinieri

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6 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

Alex Vinatzer

Das Projekt Riesentorlauf

Wenn alles normal läuft, dann ist Alex

Vinatzer Italiens nächster Siegläufer

im Skiweltcup. Dabei hat seine Ski-

Karriere alles andere als vielversprechend

begonnen. Der erste Skikurs

hat ihm überhaupt keinen Spaß

gemacht, und der Skilehrer musste

ihn immer wieder mit Schokolade ködern,

damit er überhaupt weiterfährt.

Zum Glück ist er trotzdem weiterhin

Ski gefahren. Er war in der

2. Klasse der Volksschule, als er die

ersten Rennen bestritten hat, und da

hat sich schon gezeigt, dass er Talent

hat. „Teilweise bin ich da schon ganz

gut gefahren“, erinnert er sich. 2 Jahre

später war für ihn klar: „Ich will Skirennfahrer

werden.“

Zu der Zeit hat er noch Fußball gespielt,

und auch mit Eishockey hat er

es einmal versucht. Aber beides hat er

aufgegeben, um sich auf den Skisport

zu konzentrieren. Deshalb hat er

nach der Mittelschule das Skigymnasium

Stams in Nordtirol besucht.

Dennoch ist er nicht vom Radar der

heimischen Ski-Talente verschwunden

und legte einen Aufstieg im Schnelldurchlauf

hin. Schon mit 18 Jahren

war er bei den Olympischen Spielen

dabei und besiegte dort im Team

Event, der als Paralleltorlauf ausgetragen

wird, keinen

Geringeren als Alex

Pinturault. Bis dahin

hatte Vinatzer nur

ein Weltcuprennen

bestritten, war aber

kurz vor Olympia Zweiter im Slalom

der Junioren-WM geworden. Er war

Italiens neue Hoffnung im alpinen

Skirennsport und musste fortan mit

dieser Bürde klarkommen. „Du bekommst

schon mit, dass von dir viel

erwartet wird. Aber wichtig ist, was

du selber willst und nicht, was die

anderen von dir erwarten.“

Dem wirklich steilen und schnellen

Aufstieg folgte in der vergangenen

Saison der erste richtige Rückschlag.

Nach den Rängen 4 und 3 bei den

Slaloms in Alta Badia und Madonna

di Campiglio ging im Slalom-Monat

„ Wichtig ist, was du selber

willst und nicht, was die

anderen von dir erwarten.

Jänner plötzlich nichts mehr. Nach

4 Ausfällen hintereinander konnte

er sich in Schladming nicht für den

2. Durchgang qualifizieren. Das war

der Tiefpunkt. „Das war keine einfache

Situation und eine schwierige

Zeit. Man stellt alles

auf den Kopf, damit

es wieder läuft. Ich

bin einfach technisch

schlecht gefahren und

musste alles resetieren.

Und es war noch dazu der ungünstigste

Moment genau im Jänner. Wenn

das im November passiert, dann

verlierst du vielleicht ein Rennen“,

erzählt Vinatzer, der aber auch stolz

darauf ist, wie er diese Krise gemeistert

hat. Bei der WM war wieder

der „richtige“ Alex Vinatzer am

Start, und der belegte im Slalom den

4. Rang. Er weiß auch noch genau,

wie es sich danach angefühlt hat: „Ich

war schon sehr erleichtert, und die

Genugtuung war natürlich groß“. Es

folgte dann ein weiterer 4. Platz beim

Weltcupfinale in Lenzerheide.


SKI ALPIN

SPORT D | 2021 7

Der Öffentlichkeit ist Alex Vinatzer

als Slalom-Spezialist bekannt, aber

er möchte auch den Durchbruch

im Riesentorlauf schaffen.

In der Jugend ist er auch

Super-G gefahren, aber er hat

sich für die technischen Disziplinen

entschieden, was

vor allem seine Mutter

gefreut hat. In Sölden

hat er im Oktober

erstmals einen Weltcup-Riesentorlauf

bestritten und hat

seine Sache mit der

vorletzten Startnummer

nicht schlecht

gemacht. „Ich traue

mir schon zu, auch

im Riesentorlauf in die

Punkte zu fahren“, gibt

er sich selbstbewusst.

Vor dem nächsten Weltcuprennen

in dieser Disziplin

im Dezember in Val

d’Isere möchte Vinatzer bei

Europacuprennen wichtige

FIS-Punkte holen, um weiter

vorne starten zu können. Vor

einem Jahr musste er sich im

November einer Blinddarm-

Operation unterziehen. „Das

hat mich schon zurückgeworfen,

und deshalb musste ich

den Riesentorlauf vernachlässigen“,

bedauert Vinatzer.

Mit erst 22 Jahren wird er – wenn

alles normal läuft – bereits zum

2. Mal bei Olympischen Spielen

dabei sein. Doch Olympia ist

für ihn noch ganz weit weg.

„Damit beschäftige ich mich,

wenn ich im Flieger nach China

sitze“, stellt er klar. Und

er stellt auch klar, dass

er vielleicht noch zu

jung ist, um wirklich zu

begreifen, welche Bedeutung

Olympische Spiele

haben. „Ich glaube, das

schätzt du erst später

richtig ein, vielleicht

sogar erst, wenn du zum

letzten Mal dabei bist.“

Der Formel-1-Fan („Ich

hoffe, dass Verstappen

den Titel gewinnt“) ist

nicht nur mit viel Können

ausgestattet, sondern auch

mit viel Selbstvertrauen.

„Ich traue mir schon zu, im

Weltcup Rennen zu gewinnen“,

lautet seine Antwort,

wenn er nach seinen Saisonzielen

befragt wird. Er weiß,

dass er oft mit Clement Noel

verglichen wird, kann das aber

nicht ganz nachvollziehen. Es gibt

auch keinen anderen Läufer,

dem er nacheifern möchte.

„Als Kind hat mir Bode

Miller gefallen, aber nun

schaue ich einfach, von jedem das

Beste abzuschauen.“

Auch wenn er die Bedeutung der

Olympischen Spiele noch nicht richtig

erkannt haben will, so möchte er im

Februar doch mit den bestmöglichen

Voraussetzungen nach Yanqing kommen,

wo die alpinen Skirennen ausgetragen

werden. „Es wäre wichtig, bis

dahin im Slalom in die Top-Gruppe

zu kommen, um eine Startnummer

zwischen 1 und 7 zu haben.“

ALEX VINATZER

Geburtsdatum und -ort:

22. September 1999 in Bozen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Carabinieri

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8 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

NATIONALTEAM SKI ALPIN

HERREN

Weltcup, Speed-Gruppe:

Christof Innerhofer (Gais), Dominik Paris

(St. Walburg in Ulten), Mattia Casse,

Emanuele Buzzi

Weltcup, technische Disziplinen:

Alex Vinatzer (Wolkenstein), Hannes Zingerle

(Stern im Abteital), Tommaso Sala,

Simon Maurberger (St. Peter im Ahrntal),

Giovanni Borsotti, Luca De Aliprandini,

Riccardo Tonetti (Bozen), Stefano Gross,

Giuliano Razzoli, Manfred Mölgg (St. Vigil

in Enneberg)

Gruppe 2, Speed-Gruppe:

Florian Schieder (Kastelruth), Matteo

Marsaglia, Guglielmo Bosca, Pietro Zazzi,

Nicoló Molteni

Gruppe B1, technische Disziplinen:

Tobias Kastlunger (St. Vigil in Enneberg),

Filippo Della Vite, Giovanni Franzoni,

Hans Vaccari, Federico Liberatore

Gruppe B2, technische Disziplinen:

Tommaso Saccardi, Matteo Bendotti,

Luca Taranzano, Matteo Franzoso,

Pietro Canzio

Gruppe C:

Riccardo Allegrini, Benjamin Alliod,

Marco Abbruzzese, Corrado Barbera,

Gianlorenzo Di Paolo, Manuel Ploner

(St. Kassian), Edoardo Saracco, Simon Talacci

DAMEN

Weltcup, Elitegruppe:

Federica Brignone, Sofia Goggia,

Marta Bassino

Weltcup, Allrounder:

Elena Curtoni, Nadia Delago, Nicol

Delago (beide Wolkenstein), Karoline

Pichler (Petersberg), Francesca Marsaglia,

Roberta Melesi, Laura Pirovano

Weltcup, technische Disziplinen:

Roberta Midali, Sophie Mathiou, Marta

Rossetti, Anita Gulli, Lara Della Mea,

Serena Viviani, Martina Peterlini

Gruppe B (Riesentorlauf und Speed):

Carlotta Welf, Ilaria Ghisalberti, Asja

Zenere, Elisa Schranzhofer (Pichl Gsies),

Monica Zanoner, Carlotta Da Canal,

Giulia Albano, Vittoria Cappellini,

Heloise Edifizi, Federica Lani

Gruppe C:

Carole Agnelli, Annette Belfrond,

Andrea Craievich, Alessia Guerinoni,

Celina Haller (Schenna), Martina Piaggio,

Beatrice Sola, Laura Steinmair (Olang),

Alice Cabala

Riccardo Tonetti

Mehr Speed

Beim Riesentorlauf in Sölden vor einem

Monat wollte Riccardo Tonetti nach

einem enttäuschenden 1. Durchgang

schon seine Sachen packen. Dann blieb

er aber 30., durfte doch noch zum

2. Lauf antreten und hat dort gezeigt,

dass er es besser kann.

Das war wichtig, denn der Riesentorlauf

ist die Disziplin, in der er sich

für die Olympischen Spiele qualifizieren

will. Tonetti ist der Alleskönner bei Italiens

Ski-Herren. Im Slalom hat er einst

den Sprung in den Weltcup geschafft,

im Riesentorlauf war er schon dreimal

bei Weltmeisterschaften und einmal bei

Olympia dabei, und in den Speed-Disziplinen

stellt er sich auch recht geschickt

an. Deshalb ist es wenig verwunderlich,

dass er seine besten Ergebnisse in der

Kombination erzielt hat. Da hat er bei

der WM 2019 in Åre als Vierter nur um

0,21 Sekunden Bronze verpasst. Auch im

Weltcup war er schon zweimal Vierter.

Damit sollte er eigentlich für die olympische

Kombination in Peking gesetzt sein,

aber diese Disziplin ist aus dem Weltcup-

Kalender gestrichen worden. Das olympische

Rennen ist das einzige des ganzen

Winters. „Deshalb werde ich mich in

einer anderen Disziplin qualifizieren müssen“,

glaubt Tonetti. Die besten Karten

hat er sicher im Riesentorlauf, aber der

Super-G könnte seine zweite Chance sein.

Der 32-jährige Bozner hat sich vorgenommen,

etwas mehr auf Speed zu setzen

und ist mit den Abfahrern zum Training

nach Copper Mountain gefahren. „Ich

RICCARDO TONETTI

Geburtsdatum und -ort:

14. Mai 1989 in Bozen

Wohnort: Bozen

Sportgruppe: Finanzwache

werde auf alle Fälle die Super-G’s in Lake

Louise und Beaver Creek fahren, da wird

sich dann wohl entscheiden, ob ich weiterhin

Speed-Rennen bestreite oder mich

wieder auf die technischen Disziplinen

konzentriere“, blickt Tonetti nach vorne.

Immerhin hat er in der letzten Saison mit

einem 12. Rang im Super-G von Saalbach-Hinterglemm

aufhorchen lassen.

Aber auch den Slalom will er auf keinen

Fall links liegen lassen. Schließlich ist

er in dieser Disziplin der amtierende

Vize-Italienmeister und hat bei diesen

Titelkämpfen im März immerhin einen

gewissen Alex Vinatzer hinter sich gelassen.

„Ich hoffe schon, dass es im Weltcup

die eine oder andere Gelegenheit gibt,

auch im Slalom zu starten“, sagt Tonetti.

Es könnte also ein intensiver Winter

werden für den Allrounder.


SKI ALPIN

SPORT D | 2021 9

Manfred Mölgg

Den Peter-Fill-Rekord im Visier

Als Manfred Mölgg im Jänner 2003 im Weltcup debütierte,

ging sein designierter Nachfolger Alex Vinatzer

noch nicht einmal in den Kindergarten. 17 Jahre ist

der Grödner jünger als der Kapitän des italienischen

Technikerteams, der auch mit 39 vor Tatendrang nur

so sprüht.

Johan Clarey (Frankreich) ist der älteste Fahrer im

Herren-Weltcup. Er wird am 8. Jänner 41 Jahre alt.

Aber schon dahinter scheint Manni Mölgg auf, der am

3. Juni 2022 seinen 40-er voll macht. Aber bekanntlich

gibt es keine jungen und alten Skirennfahrer, sondern nur

schnelle und weniger schnelle. Mölgg kann noch immer

von sich behaupten, zur ersten Kategorie zu gehören.

Selbst ein Kreuzbandriss, zugezogen im Jänner 2020 beim

Riesentorlauf in Adelboden, konnte den Enneberger nicht

ausbremsen. Ganz zu schweigen eine schwere Corona-

Erkrankung im November des Vorjahres, die ihn nicht

nur einen Monat Training, sondern eine riesige Portion

Kraft kostete.

Das war auch der Grund, warum sich Manfred Mölgg

schweren Herzens entscheiden musste, den Riesentorlauf

„hinten“ anzustellen, um sich mehr auf seine Spezialdisziplin

Slalom zu konzentrieren. „Ich bin zwar in 4 Riesentorläufen

gestartet und habe auch zweimal gepunktet, aber

mein Fokus lag beim Slalom.“ Dort lief es durchschnittlich:

In Schladming und in Chamonix wurde er jeweils Achter,

weitere 5 Mal kam er in die Punkte, schied aber in den

letzten beide Saisonrennen aus. Das kostete ihn ein mögliches

Vorrücken in die 1. Startgruppe (jetzt ist er 20.).

Für einen Routinier wie Manfred Mölgg ist aber nicht die

Startgruppe entscheidend, sondern vielmehr die eigene

Leistung. „In dieser Disziplin kann ich noch mitreden und

mit den Weltbesten mithalten. Im Riesentorlauf ist das

schon um einiges schwieriger.“ Zudem hat der stets kritische

wie besonnene Mölgg etwas festgestellt: „Die Pisten

werden im Weltcup immer leichter. Was beispielsweise

in Sölden heuer abgezogen wurde, war kein Weltcup,

sondern ein besseres Kinderrennen. Die Rennpisten im

Weltcup gehören ordentlich eingeeist und für die weltbesten

Fahrer präpariert, nicht für die schwächsten. Wenn

die Pisten derart leicht hergerichtet werden, kommen die

technischen Qualitäten der besten Fahrer viel weniger

zum Tragen. Und noch dazu ist die Verletzungsgefahr bei

griffiger Piste umso größer. Je eisiger es ist, umso geringer

ist die Gefahr, sich schwere Knieverletzungen zuzuziehen.“

Ein Mann, der bisher 322 Weltcuprennen bestritten

hat (nur Peter Fill hat bei den „Azzurri“ mit 355 mehr),

muss es schließlich wissen.

MANFRED MÖLGG

Geburtsdatum und -ort:

3. Juni 1982 in Bruneck

Wohnort: St. Vigil in Enneberg

Sportgruppe: Finanzwache

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10 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

Karoline Pichler Der x-te Neubeginn

Der Weltcupauftakt in Sölden war ihr

x-ter Neubeginn. Zuerst war sie von

schweren Verletzungen gebeutelt,

dann blieben die Leistungen aus. Und

nachdem sie sich 2021 quasi im Alleingang

wieder zurückkämpfte, steht Karoline

Pichler nun vor einem weiteren

Re-Start ihrer bewegten Karriere.

Der Skiweltcup-Kalender 2021/22

Damen

26. bis 28.11.2021

27./28.11.

3. bis 5.12.

Herren

Lake Louise

Lake Louise

3. bis 5.12. Beaver Creek

11./12.12. St. Moritz

11./12.12.

17./18.12.

18./19.12.

19./20.12.

21.12.

22.12.

28./29.12.

28./29.12.

4./5.1.2022

8./9.1.

8./9.1.

11.1.

14. bis 16.1.

15./16.1.

21. bis 23.1.

22./23.1.

25.1.

25.1.

29./30.1.

26./27.2.

26./27.2.

5./6.3.

5./6.3.

11./12.3.

12./13.3.

16. bis 20.3.

Killington

Val d´Isere

Gröden

Val d´Isere

Alta Badia

Courchevel

Courchevel/Meribel

-Infografik: APA/A.Delvai/M. Lemanski

Madonna di Campiglio

Bormio

Lienz

Zagreb/Agram

Maribor/Marburg

Adelboden

Flachau

Wengen

Zauchensee

Kitzbühel

Corna d´Ampezzo

Kronplatz

Schladming

Garmisch-Partenkirchen

Crans-Montana

Garmisch-Partenkirchen

Kvijell

Lenzerheide

Åre

Kranjska Gora

Und doch ist es immer irgendwie

anders. „Normal kam ich von schweren

Verletzungen zurück. Letzte Saison

war es anders. Ich war vorher aus

sportlichen Gründen weg vom Fenster,

habe mich aber wieder herangekämpft.

Ich weiß, woher ich komme“, blickt

die 27-Jährige aus Petersberg zurück.

Karoline Pichler war zu Beginn des

letzten Skiwinters eigentlich schon auf

dem Abstellgleis festgefahren. In der

FIS-Rangliste schien sie im Riesentorlauf

auf Platz 174 und im Super-G

Abfahrt

Super-G

Riesentorl.

Slalom

Team Event

an 156. Stelle auf. Aber sie kämpfte

und ließ sich auch von anfänglichen

Rückschlägen nicht beirren. Fazit: Am

Saisonende standen 6 Top-10-Platzierungen

im Europacup inklusive 2

Podestplätze zu Buche, in der Gesamtwertung

ergab dies Rang 10 – und als

Belohnung die Rückkehr ins Speed-

Weltcupteam. Mit dem sie in den

letzten Wochen in Copper Mountain

(USA) hauptsächlich Super-G-Training

machte, aber auch den Riesentorlauf

nicht zu kurz kommen ließ. Schließlich

steht am Wochenende das Rennen in

Killington an der US-Ostküste auf dem

Programm. Dort soll es für Pichler zum

3. Mal Weltcuppunkte in ihrer Karriere

geben. Aber auch im Super-G soll es

schon zeitnah klappen. Wenn nicht in

einer Woche in Lake Louise, dann spätestens

bei den 2 Rennen in St. Moritz

am 11. und 12. Dezember.

KAROLINE PICHLER

Geburtsdatum und -ort:

30. Oktober 1994 in Bozen

Wohnort: Petersberg

Sportgruppe: Polizei


SKI ALPIN

SPORT D | 2021 11

Christof Innerhofer

Leichter wird’s nicht

Er gehört seit exakt 15 Jahren zum Inventar

des Skiweltcups. Und ist auch

jetzt, im reifen Alter von 36 Jahren,

noch immer ein potenzieller Podestfahrer.

Aber: Leichter wird’s auch für

den scheinbar ewig jungen Christof

Innerhofer nicht.

Seine Rückenschmerzen sind seit

jeher ein ständiger Begleiter,

im Frühjahr 2019 zog er sich einen

Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Das

ist zwar Schnee von gestern, trotzdem

weiß es Detailfanatiker Innerhofer genau

einzuschätzen. „Mir bleiben nicht

mehr viele gute Jahre, wo ich auf einem

Topniveau trainieren kann. Heuer war

so ein Sommer, wo ich wirklich alles,

was ich mir vorgenommen habe, auch

trainieren konnte. Das war letztmals

2009 der Fall.“

Im Vorjahr kam „Inner“ von seiner

Kreuzbandverletzung zurück, zudem

warf ihn ein Problem mit seinen Skischuhen

aus der Spur (falsche Gradeinstellung),

und vor Kitzbühel kostete ihn

eine Corona-Infektion eine Unmenge

an Substanz. Trotzdem überraschte

er mit zwei 4. Plätzen in Abfahrt und

Super-G. Wieder einmal zeigte der

Sieger von 6 Weltcuprennen – der letzte

liegt schon fast 9 Jahre zurück – was

in ihm steckt: Immer dann, wenn man

„Inner“ am wenigsten auf der Rechnung

hat, ist er voll da. Gemeinsam mit

zwei 5. Plätzen in Garmisch blieben

die Kitz-Ergebnisse die Ausreißer nach

oben in einer ansonsten schwierigen

Saison. Zumal auch sein Servicemann

Ales Kalamar wegen Corona viele Rennen

verpasste. „Ich hatte viel Potenzial,

erntete wegen der genannten Umstände

aber eher wenig. Klingt nach Ausrede,

aber es waren die Fakten.“

Eine klare Meinung hat Christof

Innerhofer auch zur Corona-Impfung:

„Jedes Land hat das Recht, seine Regularien

festzulegen, wie es will. Dass

die FIS nicht in der Lage ist, trotzdem

einheitliche Richtlinien für alle zu

schaffen und seinen Athleten die Möglichkeit

zu geben, in jedem Land an

den Start zu gehen – unabhängig, ob

geimpft oder nicht – ist schon krass.

Die Speedfahrer müssen geimpft sein,

wenn sie in Kanada starten wollen.

Die Slalomfahrer, die nicht dorthin

müssen, brauchen die Impfung nicht.

Es gibt keine einheitliche Linie, und

das ist irritierend.“

Ansonsten liegt der Fokus des 36-Jährigen

beim Wesentlichen. Zeit mit

Nebensächlichkeiten zu verlieren, die

er eh nicht ändern kann – das war einmal.

Zumal in der kommenden Saison

Olympia angesagt ist, und bei Olympia

hat Innerhofer in Sotschi 2014 Silber

und Bronze geholt. Es fehlt also noch

Gold. Aber damit beschäftigt er sich

nicht. Er legt seinen Fokus auf die Erfahrung:

„Im Kopf bin ich stark. Aber

es gibt noch bessere, bedingungslosere

Fahrer als mich. Sie sind nicht gnadenloser,

aber gleichgültiger.“

Positiv sieht Innerhofer die Entwicklung

im Speedteam der „Azzurri“, wo Mattia

Casse und Emanuele Buzzi wieder im

Kommen sind und Nicoló Molteni und

Pietro Zazzi nachrücken. „Wir dürfen

nicht vergessen, dass wir eine ganze

Generation verloren haben: Hagen

Patscheider, Henri Battilani, Andy Plank

und Matteo De Vettori waren allesamt

Junioren-Weltmeister und haben längst

aufgehört, Florian Schieder und Alex

Prast sind verletzt. Das kann man nicht

kompensieren.“

CHRISTOF INNERHOFER

Geburtsdatum und -ort:

17. Dezember 1984 in Bruneck

Wohnort: Gais

Sportgruppe: Finanzwache


12 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

Nicol und Nadia Delago

Olympia-Traum Mal zwei

Im Vorjahr noch von einer Verletzung

getrennt, sind Nicol und Nadia jetzt

wieder vereint: Dem Schwestern-Duo

steht eine Skiweltcup-Saison bevor,

die von gemeinsamen Träumen gekennzeichnet

ist.

Wenn Nicol Delago über ihr Comeback

spricht, sprüht die 25-Jährige

regelrecht vor Glück. Einerseits, weil sie

in Lake Louise am 3. Dezember erstmals

seit 643 Tagen wieder ein Speed-Rennen

bestreiten wird und andererseits wegen

des reibungslosen Heilungsverlaufs ihres

Achillessehnenrisses. Diesen hatte sich

Delago am 1. Dezember des letzten

Jahres zugezogen und dadurch die

ganze Saison verpasst. „Ich bin sehr

glücklich, wie ich mich von der

Verletzung erholt habe. Körperlich

fehlt mir nichts“, freut sie sich. Trainingskilometer

würden ihr hingegen

abgehen. „Vor allem in der Abfahrt

und im Super-G fehlen mir

noch einige Fahrten.“

Unter Druck setzen

will sich die dreifache

Weltcup-Podestfahrerin

aber nicht. „Ich habe

mir vorgenommen,

einfach Spaß zu haben.

Die Vorfreude ist

riesengroß“, betont sie,

die den Ergebnissen

nicht zu viel Gewicht

geben will. „Man kann sie

nicht beeinflussen, da viele

äußere Faktoren eine Rolle

spielen.“ Darum habe sie

auch den Vergleichswerten

in der Vorbereitung

keine große Wichtigkeit

eingeordnet. Die ersten Vergleiche, die

zählen, werden beim ersten Rennen

genommen, behauptet Nicol. Obwohl

sie nicht zu weit nach vorne denken

wolle, sei auch „ein kleiner Gedanke“ an

Olympia omnipräsent. Es wäre Delagos

2. Olympia-Auftritt, nachdem sie

2018 in der Abfahrt am Start war.

Mit Olympischen Spielen hat Nadia

Delago hingegen noch keine Erfahrung.

Wie auch? 2018 in Südkorea war sie

erst 20 Jahre alt und im Weltcup noch

nicht in Erscheinung getreten. 4 Jahre

danach hat sich das Blatt gewendet.

Die Wolkensteinerin ist in der Ski-Königsklasse

endgültig angekommen, im

starken italienischen Speed-Team eine

feste Größe und eine heißte Kandidatin,

wenn es darum geht, sich einen Startplatz

bei den Winterspielen in Peking

zu sichern. „Das will ich unbedingt

erreichen. Es ist ein Traum, den meine

Schwester und ich gemeinsam hegen.

Wir werden alles tun, damit sich dieser

verwirklicht“, betont die 24-Jährige.

Die Basis dafür hat Nadia Delago im

Sommertraining gelegt, wenngleich die

Bedingungen auf den Gletschern in Europa

nicht immer optimal waren: „Wenn

das erste Rennen Anfang November

gewesen wäre, hätte ich mich wohl

nicht bereit gefühlt“, meint Delago,

die sehr froh war, dass vor dem ersten

Weltcup-Rennen in Lake Louise noch

ein mehrwöchiges Trainingslager in

Copper Mountain (Colorado) eingeschoben

wurde. Hier konnte sie

zuletzt das nötige Speed-Training

absolvieren, nachdem

im Sommer mehrheitlich

Riesentorlauf trainiert wurde.

Nadia Delago profitiert

dabei von der Rückkehr ihrer

Schwester Nicol, zumal

sie das gleiche Skimodell

(Atomic) fahren und somit

gemeinsam am Material tüfteln

können. Das Ziel sei es,

für den Speed-Auftakt in Kanada

bestens vorbereitet zu sein,

um anschließend den nächsten

Schritt zu machen. „Ich will

meine Konstanz verbessern

– und mich dem Podium

annähern“, sagt sie.

NADIA DELAGO

Geburtsdatum und -ort:

12. November 1997 in Brixen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Polizei

NICOL DELAGO

Geburtsdatum und -ort:

5. Jänner 1996 in Brixen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Finanzwache


SKI ALPIN

SPORT D | 2021 13

Simon Maurberger

Der neue Genuss

Was für ein Saisonauftakt! Was für ein

befreiendes Lachen! Simon Maurberger

ist zurück auf der großen Skibühne

– und wie!

Der 26-Jährige, im Februar 2020 von

einem Kreuzbandriss ausgebremst

und im Vorjahr mehr schlecht als recht

im Weltcup dabei, ist zurück in der

Erfolgsspur. Maurberger hat Ende Jänner

die Saison vorzeitig beendet, sein

lädiertes Knie ein zweites Mal operativ

behandeln lassen, den Meniskusschaden

damit behoben und kann seitdem

wieder lachen.

Oder besser gesagt: „Ich bin schmerzfrei,

kann in vollen Umfängen trainieren

und muss nicht mehr bangen,

dass mir das Knie anschwillt und ich

nur 2 oder maximal 3 Fahrten pro Tag

machen kann. Es ist ein neuer, alter

Genuss, soviel und so intensiv trainieren

zu können.“

Nachdem der Fünfte des Nacht-Slaloms

von Schladming im Jänner 2020 die

ersten 2 Monate nach seiner OP zur

Reha in Parma war (wo FISI-Physiotherapeut

Luca Caselli sein Studio hat),

stand er Ende Juli erstmals wieder auf

Skiern. Anfangs ging es noch zaghaft

dahin, seit Ende August ist er aber

schmerzfrei. „Es war von einer Woche

auf die andere völlig anders – als ob

jemand einen Schalter umgelegt hätte.“

Aus Maurberger sprudeln die Worte

nur so heraus, die Augen leuchten,

wenn er erzählt. Dieser Enthusiasmus,

diese Freude ist ansteckend, und man

wird gefangen von der Begeisterung des

Shootingstars der Saison 2019/20, der

beim Parallel-Riesentorlauf in Chamonix

so brutal eingebremst wurde.

„Ich bin gechillt, ich bin angekommen“,

erläutert Maurberger seinen aktuellen

Lebenszustand. Einerseits ist es die

Rückkehr zum schmerzfreien Skifahren,

andererseits tut ihm die Liebe zu

Lebensgefährtin Alyssa extrem gut („sie

tickt gleich wie ich, sie ist gleich unternehmensfreudig

wie ich, wir ergänzen

uns perfekt“), und zudem hat er mit

dem Paragleiten eine neue Leidenschaft

entdeckt. Er hat den mehrmonatigen

Kurs absolviert und ist in seiner Freizeit

nun vermehrt in der Luft anzutreffen.

Obwohl: „Ich bin auch schon umgekehrt,

wenn das Wetter nicht hundertprozentig

gepasst hat“, gibt Maurberger

besonnen zu.

Aktuell hat er die Paragleiterei hintan

gestellt, der Fokus liegt auf dem

Skiweltcup. Sölden war mit Rang 20

ein idealer Appetitanreger, das Parallel-Rennen

in Lech hat er mehr der

Rennpraxis wegen mitgenommen. Sein

Fokus liegt in der kommenden Saison

auf beiden technischen Disziplinen,

nachdem er im Vorjahr nur Slaloms

bestritt. „Ich will auch im Riesentorlauf

Vollgas geben. Der 20. Platz in Sölden

hat gezeigt, dass die Richtung die richtige

ist. Olympia? Alle fragen danach,

aber das macht zum jetzigen Zeitpunkt

null Sinn. Wichtig sind die Rennen ab

Mitte Dezember. Olympia wäre nur

eine positive Konsequenz. Wenn es

passen sollte und ich mich qualifiziere,

dann schauen wir weiter. Bis dahin ist

es noch ein weiter Weg.“

SIMON MAURBERGER

Geburtsdatum und -ort:

20. Februar 1995 in Bruneck

Wohnort: St. Peter im Ahrntal

Sportgruppe: Carabinieri

Hannes Zingerle

Es ist noch nicht Fisch und nicht

Fleisch, was Hannes Zingerle auf

Riesentorlauf-Weltklasseniveau

abliefert. Der 26-Jährige hat am

Durchbruch bisher nur geknabbert,

geschafft hat er ihn noch nicht.

Mit 2 Punkteplatzierungen (22. und

27., jeweils in Bansko) hat er sein

Potenzial nur angedeutet. Auch der

Italienmeistertitel vor WM-Silbergewinner

Luca De Aliprandini zeugen vom

unbestrittenen Talent des Abteitalers.

Dass Zingerle beim Saisonauftakt in

Sölden nach starker Fahrt durch einen

Fehler im Schlussabschnitt alle Chancen

verlor, ist symptomatisch für seine

Karriere: „Die Teilzeiten passen, aber

das ganze Puzzle fehlt noch. Das Werk

ist erst vollendet, wenn man nach 2

fehlerfreien Läufen im Ziel ist“, meint

er selbstkritisch. Im Europacup ist ihm

das schon gelungen, wie der Riesentorlauf-Sieg

auf der Reiteralm im März

2021 zeigte. Durchstarten will Zingerle

vermehrt im Slalom: „Dort fühle ich

mich wohl, und es ist ohnehin besser,

den Fokus auf 2 Disziplinen zu

legen.“ Fertig werden muss

Hannes Zingerle damit,

dass sein älterer Bruder

Alex (29) nicht mehr im

Skizirkus mitmischt. Er

hat nach zuletzt enttäuschenden

Saisonen

seine Karriere an

den Nagel gehängt.

„Schade, aber auch

so bleibt Alex

meine wichtigste

Bezugsperson.

Seine Tipps

und Ratschläge

sind

unbezahlbar.“

HANNES ZINGERLE

Geburtsdatum und -ort:

11. April 1995 in Bruneck

Wohnort: Stern im Abtei

Sportgruppe: Carabinieri


14 SPORT D | 2021

SKI ALPIN

Die 2. Reihe will nach vorne

Dass andere Ski-Landesverbände

Südtirol in der Jugendarbeit nicht nur

eingeholt, sondern längst überholt

haben, ist keine Neuigkeit mehr.

In Zahlen ausgedrückt: Bei den Damen

sind von 36 Kaderplätzen zwischen

Welt- und Europacup sowie C-Nationalmannschaft

6 von Südtirolerinnen

besetzt, was 16 Prozent ausmacht. Bei

den Herren sieht es besser aus: In den

Weltcupgruppen Speed und technische

Disziplinen sind von 14 Athleten 7

Südtiroler. Dafür hapert es im Europacup

(2 von 15) und beim C-Nachwuchs

(einer von 8).

Trotzdem stehen einige Talente bereit,

die in absehbarer Zukunft im Weltcup

und zeitnah vor allem im Europacup für

Furore sorgen können.

Ihr 18-jähriger Bruder Hannes fährt

im Landeskader der Burschen mit,

der jüngere Bruder Michael (14) ist

Grand-Prix-Fahrer.

Genauso wie Elisa Schranzhofer fährt

auch Laura Steinmair (21) für den

SC Gsiesertal. Sie ist bei der Aufnahme

in die Carabinieri-Sportgruppe

vorerst abgeblitzt. Die Technikspezialistin

schaffte über die Gran-

Premio-Italia-Wertung den Sprung ins

Nationalteam. Die Olangerin aus der

Fraktion Gassl redet nicht lange um

den heißen Brei herum. „Ich muss

Resultate liefern.“ Und meint damit

Starts im Europacup, wo die Absolventin

der Sportoberschule von St.

Ulrich in Gröden im Riesentorlauf

wie im Slalom angreifen will.

Ihr Weltcupdebüt ebenfalls schon

hinter sich hat Celina Haller. Die

Schennerin hat sich nach starken Trainingsleistungen

ein Ticket beim Parallelrennen

in Lech Zürs geholt und

dort eine Talentprobe abgegeben. Die

C-Kaderläuferin gilt als großes Slalomtalent

und will heuer im Europacup

konstant durchstarten, nachdem sie im

Vorjahr schon einmal 14. im Slalom

von Vaujany (Frankreich) wurde. Die

begeisterte Hobbyfußballerin beim FC

Obermais hat sich im Sommer und

Herbst mit 47 Skitagen auf die neue

Saison vorbereitet.

Tobias Kastlunger hat in den Weltcup

bereits hineingeschnuppert. In 5

Slaloms ist der 21-jährige Enneberger

gestartet, zu Punkten hat es noch nicht

gereicht. „Es war schon eine coole

Erfahrung, mit den Weltbesten am Start

zu stehen. Schade, dass die Rennen im

Vorjahr ohne Publikum waren, aber das

ändert sich heuer hoffentlich.“ Kastlunger

hat nach 10 Jahren Fischer Skimarke

gewechselt und fährt nun Head.

Im Europacup landete er schon mehrmals

in den Top 10, heuer will er den

nächsten Schritt schaffen und auch im

Riesentorlauf und Super-G nach vorne

kommen. Und: „An meiner Beständigkeit

muss ich arbeiten. Es gibt noch zu

viele Höhen und Tiefen.“

TOBIAS KASTLUNGER

Geburtsdatum und -ort:

9. September 1999 in Bruneck

Wohnort: St. Vigil in Enneberg

Sportgruppe: Finanzwache

LAURA STEINMAIR

Geburtsdatum und -ort:

3. Oktober 2000 in Bruneck

Wohnort: Gassl/Olang

Verein: SC Gsieser Tal

In der Europacup-Speedgruppe der

Damen ist Elisa Schranzhofer (21) als

einzige Südtirolerin dabei. Die langjährige

Landeskader-Fahrerin muss

ohne Unterstützung einer Sportgruppe

auskommen – sie fährt für ihren

Heimatverein SC Gsieser Tal. Dort

wird sie unter der Obhut von Vater

Helmuth und Onkel Ossi Schranzhofer

trainermäßig betreut. In ihrer Freizeit

reitet die Wirtschafts-Maturantin täglich

auf ihrem Pferd Nelly aus. Und:

ELISA SCHRANZHOFER

Geburtsdatum und -ort:

2. Februar 2000 in Innichen

Wohnort: Pichl Gsies

Verein: SC Gsieser Tal

CELINA HALLER

Geburtsdatum und -ort:

26. April 2000 in Meran

Wohnort: Schenna

Sportgruppe: Finanzwache


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Coronakonformer

Skibetrieb mit Axess

Egal ob nächste Welle oder neue Mutationen, für Seilbahn-

Betreiber bringt die kommende Wintersaison mitunter Unsicherheit.

Unter welchen Auflagen der Skibetrieb stattfinden

wird, kann sich bis zur letzten Sekunde ändern.

Um auf neue Verordnungen durch die Regierung vorbereitet

zu sein, hat Axess für Skigebiete eine Lösung für

den sicheren Zutritt zu den Liften entwickelt: Nur mit dem

3-G-Nachweis wird das Ticket aktiviert.

3-G-Nachweis aktiviert das Skiticket

Für die Skifahrer ändert sich durch das neue System nur

wenig: Das gewünschte Ticket wird bequem im Axess

WEBSHOP des Skigebiets oder einem anderen Webshop

erworben. Dabei gibt es wie gehabt die Variante, sein

bestehendes Ticket über die WTP-Nummer aufzuladen. Bei

einem neu erworbenen Ticket im Webshop erhält der Gast

einen Voucher mit QR-Code für die Abholung im Skigebiet

an der Axess PICK UP BOX 600 vor Ort.

Kompatibel sowohl mit dem Grünen Pass

als auch mit dem Zertifikat

Ohne lange Wartezeit oder anzustehen, kann das Ticket

einfach durch Scannen des QR-Codes ausgedruckt werden.

Danach folgt die 3-G-Ticket-Aktivierung am Axess SMART

POST 600. Egal ob Zertifikat oder Grüner Pass: Das System

erkennt den Nachweis und schaltet das Ticket automatisch

frei. Das Beste daran: Der 3-G-Prüfungs-SMART-POST

lässt sich in alle bestehenden Systeme integrieren. Für den

Seilbahn-Betreiber entsteht dabei kein zusätzlicher Aufwand.

Im Gegenteil, alle Abläufe laufen kontaktlos ab und können

ohne zusätzliche Mitarbeiter durchgeführt werden.

Vorsorgeplan für den Winter 2021/22

Axess bietet die Installation des 3-G-Systems ab

sofort für alle Skigebiete an. Für Detailinfos und

Kontaktmöglichkeiten einfach teamaxess.com

besuchen oder direkt anrufen/mailen.

Axess AG

Sonystraße 15 | A-5081 Anif/Salzburg

Tel. +43 6246 202

info@teamaxess.com | www.teamaxess.com

Kontakt Italien:

Danilo Poda

d.poda@teamaxess.com

Kontakt Österreich, Deutschland, Schweiz:

Markus Weyrer

m.weyrer@teamaxess.com


16 SPORT D | 2021

BIATHLON

Dorothea Wierer

„Den Plan B behalte ich noch für mich“

Als Kind wollte Dorothea Wierer

Bäuerin, Kellnerin und Biathletin

werden. „Biathletin bin ich geworden,

Kellnerin war ich auch, als ich

meinem Vater geholfen habe, nur

mit der Bäuerin wird es wohl nichts

mehr werden“, sagt die Biathlon-

Queen aus Rasen, die jetzt im Fleimstal

wohnt und mit ihrem Ehemann

Stefano gerade dabei ist, in Cavalese

ein Haus zu bauen.

Der aktuelle Berufswunsch geht

freilich in eine ganz andere Richtung,

sollte mit dem Biathlon einmal

Schluss sein. „Event-Management ist

etwas, was ich mir

vorstellen könnte“,

sagt sie, und sie verrät

auch: „Ich habe

schon einen Plan B,

aber den behalte ich noch für mich.“

Aktuell ist sie freilich noch Biathletin,

und das ist nicht unbedingt ein Beruf,

sondern eine Berufung. Sie hat es sehr

weit gebracht in ihrem Sport, sie ist ein

Star geworden und genießt das auch.

Trotzdem: Manchmal wird ihr auch

alles zu viel, dann möchte sie raus aus

dieser „Blase“, wie sie den Spitzensport

nennt, möchte einfach Zeit mit

Leider sind wir Sportler bei „Olympia nur die Marionetten.

Freunden verbringen. Das macht sie

dann auch. „Es ist nicht ganz einfach,

da raus zu kommen. Viele wollen

auch gar nicht raus aus dieser Blase.

Ich brauche das aber, und ich gönne

es mir auch. Dann mach ich einfach

mit Freunden das, was alle machen“,

erzählt sie.

Wie bekannt und beliebt jemand

ist, verraten heutzutage auch die

sogenannten Social-Media-Kanäle.

Dorothea Wierer ist vorwiegend auf

Instagram unterwegs und hat dort

mehrere Hunderttausend Abonnenten.

Mit immer neuen Beiträgen lässt

sie diese ein wenig an ihrem Leben

teilhaben. Trotzdem

sieht sie sich nicht

als eine Person, die

intensiv auf Social-

Media unterwegs

ist. „Vielleicht stelle ich mehr hinein als

andere, aber ich bin ganz sicher, andere

sind öfter online als ich“, stellt sie

klar. Allerdings zählt sie auch gern die

Vorzüge dieser Plattformen auf. „Du

kannst zum Beispiel den Sponsoren,

die dich unterstützten, etwas zurück

geben. Und wenn du etwas vom Training

postest, dann wissen die Leute,

dass wir auch im Sommer hart trainieren.

Und Instagram hilft

uns jetzt sogar beim

Bauen. Dort kannst

du dir viele

Ideen holen.“

Spitzensportler

stehen mehr

denn je in der

Öffentlichkeit,

äußern sich aber

oft nicht gerne

zu Themen, die

nicht den Sport

betreffen. Auf

Dorothea Wierer

trifft das nicht

zu. Was sie über

gesellschaftliche

Themen

denkt, teilt

sie auch mit,

über den Klimawandel

zum Beispiel:

„Ein interessantes

und auch schwieriges

Thema. Um meinen

Sport ausüben zu

können, muss ich in

Flugzeuge steigen, und

Auto fahren muss ich

natürlich auch. Das ist


BIATHLON

SPORT D | 2021 17

Dorothea Wierer beim Wettkampf …

… und beim Fotoshooting mit dem Hauptsponsor.

nicht gut fürs Klima, aber solange ich

Spitzensportlerin bin, kann ich darauf

nicht verzichten. Ich versuche, im

Kleinen meinen Beitrag zu leisten, aber

ich weiß natürlich auch, dass das viel

zu wenig ist. Außerdem glaube ich,

dass Wirtschaft und Politik die ersten

Schritte machen sollten.“

Ins Flugzeug muss Dorothea Wierer

auch Anfang Februar steigen, wenn es

zu den Olympischen Spielen nach China

geht. Auch wenn es um diese Spiele

geht, behält sie ihre Meinung nicht für

sich. „Ich würde unter den gegebenen

Umständen lieber nicht hinfahren. Es

erwartet uns jeden Tag ein PCR-Test.

Mir tut das weh, wenn sie mir in der

Nase herumbohren. Ein Fest wird es

wohl nicht werden. Aber leider sind

wir Sportler bei Olympia nur die Marionetten“,

kritisiert Wierer.

Für „Doro“, wie sie von allen genannt

wird, werden es die 3. Olympischen

Spiele sein. Aus Sotschi und

Pyeongchang hat sie jeweils Bronze

mitgebracht, errungen mit der Mixed

Staffel. Eine Einzelmedaille bei

Olympia fehlt ihr noch. Sie hat in

ihrer märchenhaften Karriere sonst

alles gewonnen, was es im Biathlon

zu gewinnen gibt. So gesehen steht sie

schon unter einem gewissen Druck,

diese letzte Lücke endlich zu schließen.

Aber mit Druck kann sie meist

gut umgehen. Und ganz bestimmt

würde sie eine Olympia-Medaille nie

eintauschen mit einer von der WM in

Antholz, die sie vor 20.000 Zuschauern

errungen hat. Sie liebt es, ihre

Wettkämpfe vor einem begeisterten

und sachverständigen Publikum zu

bestreiten. Das war in Pyeongchang

nicht der Fall, und das wird auch in

Peking nicht der Fall sein.

DOROTHEA WIERER

Geburtsdatum und -ort:

3. April 1990 in Bruneck

Wohnort: Cavalese

Sportgruppe: Finanzwache

©Anita Augscheller

HANDWERK

PUR.

Lana . T 0473 56 15 09

www.gamperdach.it


18 SPORT D | 2021

BIATHLON

Dominik Windisch

Die kulinarische Challenge

„Win against Windisch“. Da denkt

man gleich an Biathlon. Weit gefehlt:

Die Challenge fand im September

statt, und es ging um Aktions- und

Wissensspiele rund um kulinarische

Themen. Dominik Windisch trat dabei

gegen Athleten der Sporthilfe an,

und er hat die Challenge gewonnen.

Vielleicht ist das ja ein gutes Omen

für den nächsten Winter, der letzte

ist nicht nach Wunsch verlaufen. Ein

falsch positiver Corona-Test unmittelbar

vor dem Weltcupauftakt hat

Windisch etwas aus der Bahn geworfen,

und der Knoten ist auch danach nie

geplatzt. „Diese Corona-Geschichte hat

mich gestresst. Ich war auch muskulär

zu angespannt, und der Dezember ist

flöten gegangen. Im Jänner und auch

bei der WM war die Form zwar gut,

aber das Schießen ist mir nicht aufgegangen.

Insgesamt war es eine durchwachsene

Saison“, blickt Windisch

zurück. Der Massenstart-Weltmeister

von 2019 sucht aber auch immer das

Positive und hat es auch diesmal gefunden:

„Solche Saisonen braucht es, um

wieder etwas zu lernen.“

Nach einer gründlichen Analyse hat sich

Windisch dazu entschlossen, wieder mit

der Gruppe von Cheftrainer Andreas

ZIngerle zu trainieren. Er war zuletzt

in der Vorbereitung 2 Jahre freiwillig in

der anderen Gruppe, weil er sich dort

wohler gefühlt hat. An der Schießtechnik

hat er nicht gefeilt. „Das war bei

mir nicht das Problem. Ich habe nur

nicht die Ruhe gefunden beim Schießen.

Bei den Wettkämpfen im Winter bin ich

mehr am Limit als im Training, und das

wirkt sich dann freilich aus. Deshalb

habe ich jetzt öfters bewusst so trainiert,

dass ich ausgepowert an den Schießstand

komme“, erzählt Windisch.

Er geht mit einem guten Gefühl in

die Olympia-Saison, aber an Olympia

denkt er noch nicht bewusst. „Die

Olympischen Spiele sind derzeit nur bei

Interviews ein Thema. Erst geht es einmal

darum, dass ich das umsetze, was

ich mir vorgenommen habe. Die Gedanken

an Olympia kommen dann im

Jänner. Wie es in China sein wird, wissen

wir nicht, denn wir waren ja noch

nie da. Wir haben gehört, dass es recht

windig sein soll. Dann könnte auch das

Glück eine große Rolle spielen. Auf

jeden Fall werden wir mit vielen Einschränkungen

zu rechnen haben“, sagt

der 31-Jährige aus Oberrasen.

Neben dem vielen Training hat er im

Sommer auch noch die Energie gefunden,

den „Stoneman“ zu machen.

Ursprünglich von Roland Stauder

als eine Mountainbike-Challenge ins

Dominik Windisch beim

Luis-Trenker-Fotoshooting

Leben gerufen, gibt es inzwischen

verschiedene Optionen. Windisch hat

sich für das Laufen entschieden und

die Strecke in 10 Stunden zurückgelegt.

Und es hat ihm so gut gefallen,

dass er nun jedes Jahr einen „Stoneman“

machen möchte.

DOMINIK WINDISCH

Geburtsdatum und -ort:

6. November 1989 in Bruneck

Wohnort: Oberrasen

Sportgruppe: Heer


BIATHLON

SPORT D | 2021 19

Linda Zingerle Schritt für Schritt nach oben

Bei Jugend-Welttitelkämpfen heimste

Linda Zingerle in den Jahren 2020

und 2021 zahlreiche Erfolge ein,

jetzt soll die Serie auch in der höheren

Kategorie fortgesetzt werden.

Deshalb trainiert die erst 19-jährige

Antholzerin schon im B-Team,

im italienischen Wintersportverband

auch „Team Mailand-Cortina 2026“

genannt. Damit ist die Marschrichtung

klar vorgegeben.

Linda Zingerle hat den Sommer über

fleißig trainiert. Neben den jeweils

längeren Trainingslagern daheim in

Antholz, in Forni Avoltri, Martell, in

Frankreich und in der Ramsau war sie

auch viel allein oder mit ihrem Bruder

David unterwegs, nicht selten unter der

prüfenden Aufsicht von Vater Andreas.

So will sich die zierliche Biathletin

Schritt für Schritt nach oben arbeiten,

schielt zum IBU-Cup (die B-Liga im internationalen

Biathlonsport), will aber

auch bei der Junioren-WM 2022 in

Soldier Hollow (USA) Akzente setzen.

Nach bestandener Matura im Frühjahr

ist Linda Zingerle, die der Sportgruppe

der Finanzwache angehört, voll auf

Biathlon konzentriert. „Ich will mich

gerne international positionieren, aber

das geht nicht auf Anhieb. Dazu bedarf

es konstanter Leistungen, die nur durch

großen Fleiß möglich sind.“

Die letzten Jahre waren für sie „bärig“,

doch auch die Medaillen bei Jugend-Weltmeisterschaften

und Olympischen

Jugendspielen waren hart

erarbeitet, und auf dieser Erfolgswelle

will die Biathletin weiter bleiben. Im

Team zusammen mit ihrem Bruder

David, dazu Irene Lardschneider und

Hannah Auchentaller fühlt sich Linda

Zingerle pudelwohl.

Olympia 2026 vor der Haustür ist

ein Ziel, das der Antholzerin noch zu

weit entfernt ist: „Bis dahin ist noch

viel Zeit, es kann so viel passieren.

Ich versuche, einen Schritt nach dem

anderen zu setzen und nichts zu überstürzen.

Wir werden dann sehen, was

möglich ist.“

LINDA ZINGERLE

Geburtsdatum und -ort:

14. September 2002 in Bruneck

Wohnort: Antholz Mittertal

Sportgruppe: Finanzwache

Pezzei Metallform fördert Linda Zingerle

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Martin Pezzei, Inhaber der Firma Pezzei Metallform aus

Bruneck, wurde vor einigen Jahren auf die Biathlonnachwuchssportlerin

Linda Zingerle aufmerksam. Schnell

wurde das Sponsoring, besiegelt und Linda trägt seitdem

auf ihrem Kopf das Logo und den Schriftzug der Firma

Pezzei Metallform aus Bruneck.

Martin Pezzei leitet seit knapp 20 Jahren den elterlichen

Betrieb und hat die damalige Schlosserei/Schmiede zu

einem modernen Metallverarbeitungsunternehmen weitergeführt

und sich den Kundenwünschen des 21. Jahrhunderts angepasst.

Ein Durchstöbern der Homepage www.metallform.

it, der Firmenbroschüren und der Facebook- und Instagram-

Seite bietet ebenfalls Einblick in die Vielseitigkeit der Firma.

Offene Stellen

Aktuell ist der Betrieb auf der Suche nach Fachkräften, aber

auch Monteure, Praktikanten und Abgänger der Metallfachschule

werden gerne aufgenommen. Für alle Stellen stehen

die Türen des modernen Unternehmens offen, und Bewerbungen

sind jederzeit willkommen.

Pezzei Metallform

Fabrikstraße 7 | 39031 Bruneck

pezzei@metallform.it | www.metallform.it


20 SPORT D | 2021

Lukas Hofer bei seinem

Hobby Paragleiten …

Lukas Hofer

Nicht ändern, was gut funktioniert

Während die Kollegen in den ersten 2

November-Wochen in Schweden trainiert

haben, war Lukas Hofer daheim

und ist zwischen Arzt und Physiotherapeut

hin- und hergependelt.

Bei einem Trainingslager im

Oktober in Forni Avoltri hat auf

einmal die Schulter geschmerzt. „Wir

wussten nicht so recht, was es war,

vermutlich eine Überbelastung. Deshalb

war Schonung angesagt, und da

ich nicht langlaufen konnte, war die

Fahrt nach Schweden für mich sinnlos“,

erzählt Hofer. Trainiert hat er

in dieser Zeit nur auf dem Laufband

und mit dem Rad.

Beunruhigt hat ihn diese Zwangspause

nicht. Und er liefert gleich die Erklärung,

warum er so gelassen bleibt:

„Vor 2 Jahren um die gleiche Zeit hat

mich die Bandscheibe zu einem Stopp

gezwungen und letztes Jahr war es

eine Covid19-Erkrankung. Seitdem

weiß ich, dass so eine Pause kurz vor

Saisonbeginn gar nicht so schlecht

ist.“ Im November, so stellt Hofer

klar, gehe es hauptsächlich darum,

das Gefühl auf den Skiern wieder

zu bekommen. Sobald die Schulter

es zuließ, konnte er auch in Südtirol

langlaufen, weil es auch hier schon

genügend geschneit hat.

Am Trainingsprogramm

wurden

gegenüber dem

Vorjahr nur kleine

Änderungen

vorgenommen.

„Warum soll man etwas ändern, das

gut funktioniert hat?“ fragt Hofer.

Neu war nur das Sommer-Höhentraining

am Lavazéjoch. Das liegt genau

auf der gleichen Höhe wie die Anlage

in Zhangjiakou, wo im Februar die

olympischen Wettkämpfe stattfinden

werden. „Imitieren kann man das

zwar nicht, aber es ist ganz gut, wenn

man vorher öfters in dieser Höhenlage

ist“, weiß er.

Ohnehin scheint sich der Montaler

nicht so richtig auf Olympia zu freuen.

„Für mich sind die nächsten richtigen

Winterspiele 2026 in Antholz“,

„ Olympia ist immer im Hinterkopf.

Wenn ich das nicht zugeben

würde, dann würde ich lügen.

stellt Hofer klar. Dass er dann noch

dabei sein wird, hofft er zwar, aber er

war sich schon einmal sicherer. „Der

Körper meldet sich immer öfter. Man

soll ihm nicht zu viel zumuten, denn

es gibt auch noch ein Leben nach

der sportlichen

Karriere“, stellt

Hofer klar. Sport

wird in seinem

Leben aber immer

eine zentrale Rolle

spielen, auch wenn er einmal nicht

mehr Biathlet ist. „Da gibt es noch

viele Sachen, die ich machen möchte.“

Bis es soweit ist, hat der begeisterte

Gleitschirmflieger aber im Biathlon

noch Einiges vor. „Das Level steigt

von Jahr zu Jahr, an der Weltspitze

wird es immer enger. Das Limit auszureizen

ist ein großer Antrieb. Den

Erfolgshunger musst du haben als

Spitzensportler. Wenn der nicht mehr

da ist, dann ist es Zeit aufzuhören“,

sagt Hofer.

Das ist es bei ihm noch lange nicht,

denn die vergangene Saison war


BIATHLON

SPORT D | 2021 21

… mit Freundin Katharina auf dem Ortler …

… und im Urlaub auf der Isola Favignana.

seine beste bisher. Er feierte seinen 2.

Weltcupsieg, stand insgesamt dreimal

im Weltcup auf dem Podest und auf

Rang 8 der Weltcup-Gesamtwertung.

Zwar war er in der Saison 2017/18

sogar Gesamt-Fünfter, aber in der

vergangenen Saison hat er 116 Punkte

mehr geholt als damals.

Warum es plötzlich richtig läuft,

wissen Sportler oft selbst nicht. Für

Hofer waren 2 Aspekte ausschlaggebend:

„Der Skimarkenwechsel hat

mir einen Schub gegeben. Und als

ich im Jänner das Podest oft knapp

verpasst habe, wollte ich es nicht

mit Gewalt erzwingen, sondern habe

immer gleich weitergemacht. Zum

Gewinnen braucht es auch Glück,

und ich wusste, wenn der richtige Tag

kommt, dann klappt es.“

Auch wenn sich seine Vorfreude auf

die Olympischen Spiele in Grenzen

hält, so stellt er doch klar: „Olympia

ist immer im Hinterkopf. Wenn ich

das nicht zugeben würde, dann würde

ich lügen.“ Die beste Vorbereitung

auf Olympia sind seiner Meinung

nach die Erfolge, die man vorher

erringt. „Ein guter Saisonstart ist

schon die halbe Miete.“ 2 Olympia-

Medaillen in der Mixed Staffel

hat Hofer schon, aber in einem

Solo-Wettkampf hat es noch nicht

geklappt mit olympischen Edelmetall.

Es wäre sicher die Krönung

einer Karriere, auf die er aber auch

stolz sein kann, wenn es damit nicht

klappen sollte.

Der Internationale Biathlon Verband

möchte seinen Sport klimaneutral

machen. Dazu beitragen soll auch

das Verbot von Fluorwachs. Bisher

konnte sich die IBU aber nur dazu

durchringen, die C8-Fluorverdingungen

zu verbieten, die anderen

bleiben für die nächste Saison noch

erlaubt. Hofer ist da ohnehin ein wenig

skeptisch. „Da müssen dann auch

alle mitmachen, und es braucht auch

eine Kontrolle, auf die man sich

verlassen kann“, sagt Hofer. Sollte es

möglich sein zu schummeln, dann sei

zwar die Absicht gut, aber für den

Sport sei es schlecht.

LUKAS HOFER

Geburtsdatum und -ort:

30. September 1989 in Bruneck

Wohnort: Montal in St. Lorenzen

Sportgruppe: Carabinieri

NATIONALTEAM BIATHLON

HERREN

Team Peking 2022: Didier Bionaz,

Thomas Bormolini, Patrick Braunhofer

(Ridnaun), Daniele Cappellari, Tommaso

Giacomel, Lukas Hofer (Montal), Dominik

Windisch (Rasen)

Projekt Milano Cortina 2026: Cedric

Christille, Daniele Fauner, Jacopo Leonesio,

Michele Molinar, David Zingerle (Antholz)

DAMEN

Team Peking 2022: Michela Carrara,

Rebecca Passler (Antholz), Lisa Vittozzi,

Dorothea Wierer (Rasen)

Projekt Milano Cortina 2026: Hannah

Auchentaller (Antholz), Samuela Comola,

Eleonora Fauner, Irene Lardschneider

(Wolkenstein), Beatrice Trabucchi,

Martina Trabucchi, Linda Zingerle (Antholz)


22

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Die geballte Energie

der Movimënt-Parks in Alta Badia

Foto © Freddy Planinschek

Die Energie des Schnees konzentriert sich in den Movimënt-Parks,

im Herzen der 130 Kilometer Pisten von

Alta Badia. Ein Paradies für Ski- und Snowboardfans. Purer

Spaß im UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten, wo Groß und

Klein unvergessliche Tage auf den sonnenverwöhnten

Pisten der Hochebene von Corvara, Stern und St. Kassian

verbringen können.

Die Erfolgskombi aus Snowpark, Funslope, Funcross und

Kidslope beschert ein Ski-Erlebnis der Extraklasse. 4 Parks,

1 Wort: Energie! Der Snowpark auf der Ciampai-Piste mit seinen

47 Elementen und 6 Lines ist ein Treffpunkt für Anfänger

und Fortgeschrittene, Freestyler und Akrobatik-Fans mit und

ohne Snowboard oder Skier. Funslope und Funcross liegen im

Herzen des Skigebiets, eingebettet zwischen den Hängen der

Pisten Biok/La Para und warten mit aufregenden Steilkurven,

weichen Riesenhänden zum Abklatschen und Schneetunnels auf

900 Meter pures Vergnügen mit unvergleichlichem Panorama.

Ein weiterer Schlager dürfte die brandneue Kidslope an der Piste

Pralongià I sein: Hier können sich die Kleinsten auf lustigen

Kurvenparcours und kleinen Schanzen ausgelassen vergnügen

und werden von weichen Riesenkäseschnitten sanft aufgefangen.

Skifahren lernen macht einfach Spaß!

Movimënt Challenge

Auf keinen Fall zu verpassen: Die 6 Etappen des Parcours

„Movimënt Challenge“. Ein atemberaubender Rundparcours,

auf dem Familien und Freunde die schönsten

Pisten von Alta Badia für sich entdecken können. Ein

Riesenslalom, ein Parallel-Slalom, die Speedcheck-Piste mit

Geschwindigkeitsmesser, 2 Fotopoints auf der legendären

Gran Risa, wo seit 35 Jahren Weltcups gefahren werden,

und der Panorama-Fotopoint am Vallon. Wer die Challenge

an einem einzigen Tag schafft, erhält außerdem ein cooles

Movimënt-Gadget. Movimënt, your Natural Energy Parks

in Alta Badia!

Die neuen Liftanlagen Costoratta und La Brancia

Viele Neuheiten erwarten euch in Alta Badia, eines der

Spitzengebiete des Karussells Dolomiti Superski. Skicarosello

Corvara steht niemals still und, wie für Alta Badia

gewohnt, ganz im Zeichen der Erneuerung und Innovation.

Die beiden großen Neuheiten 2021/22 sind nicht nur eine

Ergänzung und Bereicherung unseres Angebots: Mit den

Liftanlagen Costoratta und La Brancia setzt Alta Badia

auf völlig neue Qualitätsstandards. Costoratta ist die erste

Aufstiegsanlage von Alta Badia, die man auf der Sellaronda

antrifft: Sie führt vom Campolongopass zum Boè oberhalb

von Corvara – und das in weniger als 2,5 Minuten.

Die Umlaufbahn der letzten Generation ist die modernste

Anlage ihrer Art am Markt. Schutzkuppeln und 8 ergonomische

Sitze: Bei voller Auslastung befördert der Lift ganze

3400 Fahrgäste pro Stunde. Der ebenfalls neue Einstieg mit

seiner modernen Linienführung wurde gewissermaßen als

Willkommensgruß für die Ankunft in Alta Badia konzipiert.

Die Sechser-Umlaufbahn La Brancia befindet sich hingegen

in strategischer Lage unmittelbar am Snowpark und der

Funslope, einer Mischung aus Skipiste und Snowpark mit

insgesamt 20 Steilkurven, Sprüngen, Längs- und Querwellen

und Tunnels. Der Lift bringt in gerade einmal 2 Minuten

bis zu 2800 Fahrgäste pro Stunde von St. Kassian-Ciampai

nach Corvara.


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23


24 SPORT D | 2021

BIATHLON

Rebecca Passler Eine große Umstellung

3 Medaillen bei der Junioren-Weltmeisterschaft

und dazu noch als

Clou der Sieg bei der Italienmeisterschaft

katapultierten die 20-jährige

Rebecca Passler geradewegs ins

A-Nationalteam. Damit eröffnet sich

für die Antholzerin die Möglichkeit

für die ganz große Bühne, vielleicht

sogar schon für Olympia 2022.

Doch Rebecca Passler ist nicht eine,

die sich so leicht beeindrucken

lässt. Immer schön die Füße am Boden

halten – das ist ihre Devise, und

unumwunden gibt sie zu: „Es ist eine

große Umstellung. Im Vergleich zu

früher sind die Trainings jetzt intensiver,

anstrengender, es wird schneller

geschossen. Und auch die Tatsache,

dass ich jetzt mehr als früher im

Medieninteresse stehe, ist eine neue

Herausforderung.“ Rebecca Passler ist

Realistin und will nicht als Strohfeuer

enden. Sollte es nicht klappen, blickt

sie sowieso mit noch größerer Freude

auf die Olympischen Spiele 2026, wenn

Biathlon vor ihrer Haustüre in Antholz

stattfinden wird.

Die Antholzerin hat fleißig gearbeitet.

Druck machte sie sich nicht, wohl aber

geniest sie es, mit etablierten Biathletinnen

wie Dorothea Wierer oder Lisa

Vittozzi trainieren zu dürfen. „Klar, dass

ich mit diesen Weltklasse-Athletinnen

nicht mithalten kann, aber ich darf mir

vieles abschauen und selbst versuchen,

am Schießstand schneller zu agieren.“

Anfang November ging es nach Schweden,

in Skandinavien wurden die

internen Qualifikationen für die ersten

Weltcuprennen in Östersund ausgetragen.

Rebecca Passler meint: „Sollte es mit dem

Weltcup klappen, dann freue ich mich.

Ansonsten bin ich gerne auch noch bei

Juniorenwettkämpfen mit dabei.“

Energie tankte die Antholzerin nicht

nur beim Training, sondern auch im

entspannenden Urlaub. Zusammen

mit Hannah Auchentaller und Sophia

Messner war sie in Ligurien und in der

Toskana unterwegs. Auch diese „Auszeit“

tat der jungen Biathletin gut.

REBECCA PASSLER

Geburtsdatum und -ort:

31. August 2001 in Bruneck

Wohnort: Antholz Mittertal

Sportgruppe: Carabinieri

Irene Lardschneider Alle Türen offen

„Ich werde wie immer versuchen,

mein Bestes zu geben“, präsentiert

Irene Lardschneider ihre Wünsche

zu Beginn der Wintersaison

2021/22. Die Wolkensteinerin,

mehrfache Medaillengewinnerin

in Junioren-Jahren, hat über den

Sommer mit dem B-Team trainiert.

Es war eine gemeinsame Entscheidung

mit dem Trainerteam.

Es gab einige Höhepunkte in der

Saison, wie zum Beispiel der

24. Platz beim WM-Sprint und einige

gute Staffeleinsätze im Weltcup,

doch nach der Saison fühlte sich

Irene Lardschneider „gewissermaßen

leer“. So wollte sie etwas kürzer

treten und im Team um Nicola Pozzi

die nächste Saison vorbereiten. Mit

Edoardo Mezzaro habe sie einen

Schießtrainer gefunden, der schnell

einen Zugang zu ihr gefunden habe.

„Die Arbeit mit ihm tat mir sehr gut.

Dabei konnten wir ein tolles und

planungssicheres Programm durchziehen.

Es gab keine unvorhergesehene

Stopps, und so hoffe ich jetzt

auf einen guten Start in den Wettkampfwinter“,

meint Lardschneider,

die auch betont, die Einteilung der

Mannschaften im Nationalteam sei

organisatorisch wichtig, im Grunde

würde man alles recht flexibel

handhaben: „Wer gut ist, darf im

Weltcup starten. Sonst winkt eben

der IBU-Cup. So sind eigentlich alle

Türen offen.“ Sie wisse aber nur,

dass sie in jedem Fall alles aus sich

herausholen will, meint die 23-Jährige

aus Wolkenstein, die sich in

den Regenerationspausen zwischen

den langen Trainingscamps mit dem

Team oft auf den heimischen Almen

aufgehalten hat. „Ich liebe Bergtouren

und Almwanderungen. Da

hole ich mir körperlich und mental

viel Kraft.“

Irene Lardschneider

auf dem Gipfel des Plattkofel

IRENE LARDSCHNEIDER

Geburtsdatum und -ort:

9. Februar 1998 in Brixen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Finanzwache


BIATHLON

SPORT D | 2021 25

Patrick Braunhofer IBU Cup als Sprungbrett

Der Ridnauner Patrick Braunhofer

ist diese Woche in Schweden,

aber nicht beim Weltcup in

Östersund, sondern beim IBU Cup

in Idre.

Dort hat er in der ersten November-Hälfte

mit dem Weltcup-

Kader trainiert, konnte sich aber

nicht für einen Einsatz im Weltcup

empfehlen. „Ich bin leider Ende

Oktober krank gewesen, das hat

mich etwas zurückgeworfen. Deshalb

ist es mir nicht unrecht, die

Saison im IBU Cup zu beginnen“,

sagt Braunhofer.

Aber natürlich möchte er im Lauf

der Saison auch in den Weltcup,

und Olympia hat er zumindest im

Hinterkopf. „Ich weiß, das wird

schwierig, aber unmöglich ist es

nicht“, gibt er sich zuversichtlich.

Diese Zuversicht geben ihm vor

allem seine Trainingsleistungen vom

Sommer. „Ich muss nur das umsetzen,

was ich im Sommer gezeigt habe,

dann ist was möglich.“

Braunhofer ist 23, hat also seine besten

Biathlonjahre noch vor sich. Das Talent

und die Begeisterung für den Biathlonsport

wurde ihm in die Wiege gelegt.

Schon sein Vater war ein Biathlet und

auch sein erster Trainer. In der Sportoberschule

wurde er dann von Klaus

Höllrigl trainiert, der auch jetzt wieder

sein Trainer ist. Braunhofer arbeitet

auch mit einem Mentaltrainer (Valentin

Piffrader) und will jetzt vor allem läuferisch

den nächsten Schritt machen. Ein

guter Schütze ist er schon.

PATRICK BRAUNHOFER

Geburtsdatum und -ort:

19. April 1998 in Cavalese

Wohnort: Ridnaun

Sportgruppe: Carabinieri

Hannah Auchentaller und Federica Sanfilippo

Wenn am Wochenende der Weltcup

in Östersund beginnt, ist

Federica Sanfilippo nicht dabei.

Sie wird die Saison im Italiencup

beginnen und kann sich dann

im IBU Cup für Einsätze im Weltcup

empfehlen.

Die Ridnaunerin hat eine schwierige

Saison hinter sich, in der

ihr vor allem das Selbstvertrauen

am Schießstand gefehlt hat. Die

durchschnittliche Trefferquote von

78 Prozent liegend und 66 Prozent

HANNAH AUCHENTALLER

Geburtsdatum und -ort:

28. März 2001 in Bruneck

Wohnort: Antholz Niedertal

Sportgruppe: Carabinieri

stehend ist für die Weltspitze nicht

mehr gut genug. Mit dem einen oder

anderen Erfolgserlebnis könnte die

Sicherheit aber zurückkommen.

Fix im IBU Cup dabei ist Hannah

Auchentaller. Die 20-jährige Antholzerin

gehört zur Trainingsgruppe

„Milano Cortina 2026“, die,

Weltcup-Kalender Biathlon

26. – 28.11. Östersund

02. – 05.12. Östersund

10. – 12.12. Hochfilzen

16. – 19.12.

Annecy-Le

Grand Bornand

06. – 09.01. Oberhof

12. – 16.01. Ruhpolding

20. – 23.01. Antholz

Schweden

Schweden

Österreich

Frankreich

Deutschland

Deutschland

Südrol

wie schon der Name sagt, für die

Olympischen Spiele 2026 aufgebaut

werden soll. Der Höhepunkt der

kommenden Saison ist für sie die Junioren-WM

in Soldier Hollow. Und

sollte sie es im IBU-Cup besonders

gut machen, könnte sogar das Debüt

im Weltcup ein Thema sein.

Einzelwekampf, Sprint

Sprint, Verfolgung, Staffel

Sprint, Verfolgung, Staffel

Sprint, Verfolgung, Massenstart

Sprint, Verfolgung, Mixed

Staffel, Single Mixed Staffel

Sprint, Verfolgung, Staffel

2021/22

Einzelwekampf, Massenstart, Staffel

FEDERICA SANFILIPPO

Geburtsdatum und -ort:

4. Oktober 1990 in Sterzing

Wohnort: Ratschings

Sportgruppe: Polizei

03. – 06.03. Konolah

10. – 13.03. Otepää

17. – 20.03. Oslo

-Infografik: M. Lemanski/A. Delvai

Finnland

Estland

Norwegen

Sprint, Verfolgung, Staffel

Sprint, Massenstart, Mixed

Staffel, Single Mixed Staffel

Sprint, Verfolgung, Massenstart


26 SPORT D | 2021

SKILANGLAUF

Michael Hellweger

Für andere Sachen bleibt nicht viel Zeit

Ein Einzelkämpfer war er lange genug.

Als solcher ließ er aber aufhorchen.

Ohne Sportgruppe, ohne Nationalteam

sorgte er in den vergangenen

Jahren bereits für Aufsehen.

Dies ist nun anders. Durch gute Leistungen

hat das Sarner Kraftpaket

den Sprung in die Nationalmannschaft

geschafft und wird für diese Saison

erstmals im A-Team geführt.

Es wurde Zeit, wissen nicht nur Insider.

Nun will der Sprinter die nächsten

Schritte machen: „Mich erstmals in

einem Weltcupsprint für ein Halbfinale

qualifizieren und in die Top-10“,

betont der 25-Jährige. Ins Viertelfinale

schaffte er es bereits mehrmals, stets

im Freistil-Sprint. Sein bestes Ergebnis

dabei ist Rang 15. Da kommt es gerade

richtig, dass auch bei den Olympischen

Spielen im freien Stil gesprintet wird.

„Ich werde mich voll und ganz darauf

konzentrieren“, so Hellweger.

Bei Olympia dürfte seine Teilnahme

so gut wie sicher sein – wenn er dort

weiter macht, wo er

in der letzten Saison

aufgehört hat. Um seine

Ziele zu erreichen,

trainiert er hart.

Dies machte er

bereits, bevor er

ein fixes Mitglied

der A-Nationalmannschaft war.

Und auch eine fixe Anstellung bei

der Polizeigruppe, für die er bereits

startet, dürfte nur mehr eine Frage

der Zeit sein. Dann, als bezahlter

„Angestellter“ einer Sportgruppe,

könnte er freilich seinen Traum

leben, der da wäre: Skilanglaufprofi

zu sein. Ganz auf den Sport

konzentriert er sich aber ohnehin

schon längst. Auch im Sommer ist er

Vollprofi. „Sponsoren und Unterstützer

wie die Südtiroler Sporthilfe

ermöglichen mir das“, so Hellweger.

Aufgrund der intensiven Trainingseinheiten

sei nicht einmal die Zeit

für den Urlaub da gewesen. Freizeit

und Privatleben kommen in dieser

Zeiten etwas kurz. „Generell bleibt

momentan für andere Sachen nicht

viel Zeit“, erklärt der Langlauf-

Profi. Optimal verlief aber nicht

alles. Durch eine Entzündung am

Ellenbogen musste er sein Training

im August für mehrere Wochen

umstellen. So konzentrierte er sich

dann insbesondere auf das Laufen

und Radfahren. Ansonsten standen

in den letzten Monaten vor allem

Einheiten auf Rollerskiern, Training

auf den Gletschern und Krafttraining

an. Ende August ging es auch nach

Oberhof in den Skitunnel. Daheim

in Weißenbach im Sarntal versuchte

er ab und an abzuschalten, zu

entspannen – wenn es die Zeit zuließ.

Durch den Verzicht auf den Weltcupauftakt

in Finnland und Norwegen

beginnt für ihn voraussichtlich die

Saison erst im schweizerischen Davos

Mitte Dezember. Dann mit Freistil-

Sprints. „Es gilt, schon da gut in diese

Olympia-Saison zu starten“, weiß

Hellweger. Bei der Tour de Ski wird er

heuer die erste Etappe im schweizerischen

Lenzerheide absolvieren – denn

auch da steht ein Sprint im Skating an.

Dann wird sich zeigen, wo er steht. Am

besten nicht zu weit weg vom großen

Sprintstar Italiens, Federico Pellegrino.

Der Aostaner hat bereits zahlreiche

Freistil-Sprints gewonnen. Ein Vorbild

für den Sarner. Der Schritt für Schritt

auch in diese Richtung will.

MICHAEL HELLWEGER

Geburtsdatum und -ort:

28. Oktober 1996 in Bozen

Wohnort: Weißenbach im Sarntal

Verein: SC Sarntal/Polizei

NATIONALTEAM SKILANGLAUF

HERREN

Kader Weltcup: Federico Pellegrino,

Francesco De Fabiani

A-Kader: Davide Graz, Simone Daprá,

Michael Hellweger (Weißenbach/Sarntal),

Paolo Ventura, Giandomenico Salvadori

Kader Milano Cortina 2026:

Martin Coradazzi, Lorenzo Romano,

Simone Mocellini, Francesco Manzoni,

Giovanni Ticcó, Ivan Mariani,

Luca Del Fabbro, Michele Gasperi,

Riccardo Bernardi

DAMEN

A-Kader: Martina Di Centa, Francesca

Franchi, Anna Comarella, Greta Laurent,

Lucia Scardoni

Kader Milano Cortina 2026:

Caterina Ganz, Martina Bellini,

Cristina Pittin, Valentina Maj,

Emilie Jeantet, Nicole Monsorno


SKILANGLAUF

SPORT D | 2021 27

Dietmar Nöckler Mehrere Optionen

Letzten Winter hatte Dietmar Nöckler

ein großes Ziel: die 50 km bei der Weltmeisterschaft

in Oberstdorf. Die Koffer

waren schon gepackt, als sich Italien

einen Tag vor seiner Anreise von der

WM zurückzog, weil es einige Corona-

Fälle im Team gegeben hatte. So etwas

ist schwer zu verdauen.

Aber Nöckler hat schon viel erlebt

und auch das weggesteckt. Für die

Olympia-Saison musste er sich neue

Ziele setzen, denn die 50 km werden

in Peking im Skating gelaufen, das ist

nicht sein bevorzugter Laufstil. Deshalb

setzt er hauptsächlich auf die 15 km im

klassischen Stil. Der 33-jährige Brunecker

gehört auch heuer nicht zum Nationalteam

und hat sich alleine und mit der

Polizeisportgruppe vorbereitet. Vor 2Wochen

war er gemeinsam mit der Nationalmannschaft

in Davos und hat dort bei

internen Tests ganz gut abgeschnitten.

Trotzdem wird er beim Weltcupauftakt

nicht dabei sein. Italien schickt nur ein

Keine Tour de

Ski in Toblach

Toblach war lange eine fixe Station

bei der Tour de Ski. In der kommenden

Saison kommt das Etappenrennen

zum Jahreswechsel nicht in

der Nordic Arena vorbei. Es wird in

dieser Saison auch sonst keine Weltcuprennen

in Toblach geben.

E

s gibt aber trotzdem einige

wichtige Events. Die Langlauf-

Italienmeisterschaften findet in

Toblach statt und schon im Dezember

ein Italienpokal. Der Weltcup

soll im nächsten Winter wieder nach

Toblach kommen. Im vorläufigen

Weltcup-Kalender ist es die letzte

Station vor der Weltmeisterschaft,

die 2023 in Planica stattfinden wird.

Dieser Kalender muss aber noch

bestätigt werden.

Mini-Team nach Ruka, wo es am Wochenende

losgeht. Für Nöckler beginnt

die Saison beim Italienpokal in Santa

Caterina Valfurva. Dort will er sich für

die Tour de Ski qualifizieren.

Nöckler möchte im kommenden

Winter aber auch neue Erfahrungen

machen. Er würde ganz gern bei

der Marcialonga und beim Wasalauf

mitmachen. Beides wäre eine Premiere

für ihn. Und einen 50-km-Lauf

hat er trotzdem im Blick, und zwar

jenen beim Weltcup am Holmenkollen

in Oslo. Der wird im klassischen

Stil gelaufen.

Weltcup-Kalender Skilanglauf

26.11.

27.11.

28.11.

03.12.

04.12.

05.12.

11.12.

12.12.

18.12.

19.12.

28.12.

29.12.

31.12.

01.01.

03.01.

04.01.

14.01.

15.01.

16.01.

22.01.

23.01.

26.02.

27.02.

03.03.

05.03.

06.03.

11.03.

12.03.

13.03.

18.03.

19.03.

20.03.

Ruka

Ruka

Ruka

Lillehammer

Lillehammer

Lillehammer

Davos

Davos

Dresden

Dresden

Lenzerheide

Lenzerheide

Oberstdorf

Oberstdorf

Fleimstal

Fleimstal

Les Rousses

Les Rousses

Les Rousses

Planica

Planica

Lahti

Lahti

Drammen

Oslo

Oslo

Falun

Falun

Falun

Tyumen

Tyumen

Tyumen

-Infografik: M. Lemanski/A. Delvai

DIETMAR NÖCKLER

Geburtsdatum und -ort:

29. September 1988 in Bruneck

Wohnort: Pfalzen

Sportgruppe: Polizei

Damen

C Sprint

C 10 km

F

F

10 km

Sprint

V

Skiathlon

Staffel

F

F

F

F

Sprint

10 km

Sprint

Teamsprint

Tour de Ski

F Sprint

C 10 km

F 10 km M

C Sprint

C 10 km M

F Uphill

F

F

C

C

F

C

C

C

C

F

Sprint

10 km

10 km

Sprint

Skiathlon

Sprint

10 km

Weltcup-Finale

F Sprint

F 10 km

C 10 km

V

Herren

C

C

F

F

F

F

F

F

Sprint

15 km

15 km

Sprint

Skiathlon

Staffel

Sprint

15 km

Sprint

V

F Teamsprint

Sprint

15 km

15 km

Sprint

15 km

Uphill

Sprint

15 km

15 km

Sprint

Skiathlon

Sprint

15 km

Sprint

Sprint

30 km M



C 50 km

Sprint

C Sprint

10 km

F 15 km

Mixed Staffel + Mixed Teamsprint

C: Klassisch F: Freistil V Verfolgung M

M

V

F

C

F

C

C

F

F

F

C

C

F

C

C

F

F

C

Sprint

15 km

15 km

Massenstart

2021/22

M

M

V

M

M

V


28 SPORT D | 2021

XXIV. OLYMPISCHE

WINTERSPIELE 2022

Die XXIV. Olympischen

Winterspiele werden vom

4. bis zum 20. Februar

2022 in Chinas Hauptstadt

Peking ausgetragen.

Die Winterspiele werden

damit zum 1. Mal direkt

hintereinander (2018 in

Pyeongchang, 2022) in 2

asiatischen Städten

ausgetragen. Wenn man die

Sommerspiele von Tokio 2021

hinzuzählt, dann macht

Olympia sogar zum 3. Mal in

Folge in Asien halt. Zudem ist

Peking die erste Stadt, die

sowohl Olympische

Sommerspiele (2008) als auch

Olympische Winter-spiele

austrägt.

Skilanglauf

Biathlon

Skispringen

12

Freestyle

Snowboard

11

9

CHONGLI

ZHANGJIAKOU

5

Nordische

Kombination

3

11

SÜDTIROLER

GEHEN WIEDER AUF

MEDAILLENJAGD?

So wie seit vielen Olympischen

Winterspielen üblich, werden wohl

auch in Peking wieder Dutzende

Südtiroler Wintersportler am Start

sein. Die meisten waren es übrigens

2006 in Turin, und zwar deren 50,

auch weil die Eishockeyteams der

Männer und Frauen qualifiziert

waren. Und Südtirols Teilnehmer

werden versuchen, eine

beeindruckende Serie fortzusetzen:

Seit dem fernen Jahr 1964 in

Innsbruck haben Südtirols Olympiastarter

bei allen 15 Olympischen

Winterspielen mindestens

1 Medaille mit nach Hause gebracht,

mit dem Höhepunkt 1994 in Lillehammer,

als es 3 mal Gold, 1 mal Silber

und 4 mal Bronze gab.

Rekordteilnehmer

sind 3 Rodler

Die Südtiroler mit den meiste

Olympiateilnahmen sind 3 Rodler:

Gerda Weißensteiner, Armin

Zöggeler und Wilfried Huber waren 6

mal bei Olympia am Start. Sie könnten

in Peking Zuwachs bekommen: Denn

für Snowboarder Roland Fischnaller

wären es auch die 6. Winterspiele.

M

INDIEN

-Infografik: M. Lemanski/Recherche: D. Seifert

Golf von

Bengalen


SPORT D | 2021 29

Die 25 Austragungsorte befinden

sich in 3 Gebieten:

Neben PEKING gibt es Wettbewerbe

im 90 Kilometer entfernten YANQING

sowie im 200 km entfernten

ZHANGJIAKOU mit dem nahen

SKI RESSORT CHONGLI.

Es sind 109 Wettkämpfe (52 für Männer,

46 für Frauen und 11 Mixed-Wettbewerbe)

in 15 Disziplinen geplant.

Die Zahl neben den Piktogrammen

an den verschiedenen Orten zeigt die

jeweilige Menge der dort zur Verteilung

bereitstehenden Goldmedaillen.

Ski Alpin

Rennrodeln

Skeleton

Bob

PEKING

2

4

YANQING

2

4

5

11

3

14

9

2

Shorttrack

Eiskunstlauf

Eishockey

2

Freestyle (Big Air)

Snowboard (Big Air)

Curling

Eisschnelllauf

RUSSLAND

ONGOLEI

CHINA

PEKING

Zeremonien

PEKING

In der chinesischen Hauptstadt werden im

Olympiastadion, das aufgrund des Aussehens den

Übernamen „Vogelnest“ hat, wie schon 2008 die

Eröffnungs- und die Schlussfeier stattfinden. Auch

andere Sportstätten, die 2008 Olympia-Schauplätze

waren, werden wiederverwertet, wie etwa die

Schwimmhalle, die für Curling genutzt wird.


30 SPORT D | 2021

SNOWBOARD

Aaron March

An Tagen wie diesen

Aaron March und seine 3 Kristallkugeln:

Er wurde Gesamt-Weltcupsieger 2021 und

gewann die Parallel-Slalomwertung 2017 und 2021.

„Ich wart‘ seit Wochen, auf diesen Tag“

– so beginnt die Textzeile eines Liedes

der „Toten Hosen“. Um dann zu enden

mit: „An Tagen wie diesen, wünscht

man sich Unendlichkeit…“.

Aaron March hat diesen Tag erlebt.

Diesen einen Tag, der sein ganzes

sportliches Leben veränderte – ja völlig

auf den Kopf stellte.

Rückblende, es ist der Samstag, 20. März

2021. Beim Weltcupfinale der Parallel-

Snowboarder in Berchtesgaden (Deutschland)

werden innerhalb eines Vormittags

der letzte Tagessieger der Saison, der

Weltcupsieger im Slalom und der Gesamt-Weltcupsieger

gekürt. Mittendrin

als Hauptdarsteller ist Aaron March. Der

35-Jährige aus Schabs, der seit Jahren in

Völs am Schlern zu Hause ist, tritt mit

dem gelben Trikot des Gesamtführenden

an. Wenn auch nur mit 2 Punkten vor

dem Russen Dimitri Loginow und weiteren

7 Athleten dahinter, die allesamt

noch die große Kugel holen können. Der

Druck auf March ist immens.

Ein Snowboard-Spektakel sondergleichen

nimmt seinen Lauf. Während

Aaron March cool bleibt, fallen seine

härtesten Widersacher der Reihe nach

aus. Als er dann im alles entscheidenden,

direkten Duell seinen Rivalen-Freund

Andreas Prommegger im Viertelfinale

um 0,01 Sekunden besiegt, ist klar:

March ist die große Kristallkugel nicht

mehr zu nehmen. Aber er lässt sich

nicht etwa hängen, sondern stößt bis

ins Finale vor, feiert seinen 3. Weltcupsieg

und sichert sich damit auch seine

2. Slalomkugel nach 2017.

„Es war ein unglaublicher Tag“, blickt

Aaron March auch 8 Monate später

voller Emotionen zurück. „Es war

extrem zach, die Aufregung war nicht

nur für mich riesig, sondern auch für

die Trainer und die Teamkollegen.

Man konnte die Anspannung greifen.

Zudem gab es vorher hinter vorgehaltener

Hand Diskussionen, ob das

Rennen wegen Corona auch wirklich

gefahren wird

oder nicht. Aber

das hat mich nicht

verunsichert. Ich

habe mein Rennen

gemacht, es gewonnen

und damit bewiesen, dass die

große und die kleine Kugel zu Recht

mir gehören.“

Mit 2 Kugeln im Gepäck, dem Siegerscheck

für das letzte Rennen, einem

riesigen Blumenstrauß und kleinen Augen

ging es tags darauf nach Hause, wo

im heimischen Garten eine kleine Feier

mit Freunden organisiert wurde. „Es

war ja alles zu, Feiern war verboten“,

blickt March wehmütig auf die Corona-

Verbote zurück. „Aber wir haben es im

Sommer nachgeholt. Der Sportverein

Villnöß hat eine Feier organisiert, eine

„ Die große Kristallkugel und

2 kleine habe ich in meinem

Trophäenschrank, die nimmt mir

niemand mehr weg.

weitere, große, mein Heimatverein SV

Schabs. Das war schon genial.“

Dass Aaron March wegen seiner Kugeln

nun von Sponsoren überrannt wird,

ist dann nicht eingetreten. Dafür ist

Snowboard trotz allen Spektakels zuviel

Nischensport. Aber er hat sich mit dem

bekannten Sportmanager Georg Pircher

(u.a. Dominik Paris, Armin Zöggeler und

Simon Maurberger) professionelle Hilfe

geholt. „Georg nimmt mir viel Arbeit ab.

So kann ich mich auf meinen Sport und

mein zweites Standbein, mein Fitnessstudio

in Seis, konzentrieren.“

Dieses Fitnessstudio betreibt Aaron

March seit fast 3

Jahren. Allerdings

hatte auch er 10

Monate geschlossen.

„Seit Ende Mai ist

wieder offen. Und

ich hoffe fest, dass es trotz der steigenden

Coronazahlen dabei bleibt. Ich hatte

zunächst die Befürchtung, dass viele

Leute nicht mehr kommen würden nach

der Pandemie, dass sie lieber auf dem

heimischen Diwan liegen, anstatt etwas

für ihre Gesundheit zu tun. Aber die

allermeisten sind wiedergekommen.“

Dass Aaron March als Gewinner der

großen Kristallkugel sein Brett in die

Ecke stellt und den Fokus ganz auf

sein Fitnessstudio legt, kam ihm nach

der letzten Saison nie in den Sinn. „Zu

Hause bleiben? Nein, das kam für mich


SNOWBOARD

SPORT D | 2021 31

NATIONALTEAM SNOWBOARD

Parallel:

HERREN

Weltcup: Gabriel Messner

(St. Magdalena in Villnöß),

Daniele Bagozza (St. Ulrich in Gröden),

Maurizio Bormolini, Edwin Coratti

(Pleif in Langtaufers), Mirko Felicetti,

Roland Fischnaller (Coll in Villnöß),

Aaron March (Völs am Schlern)

Gruppe B: Marc Hofer (Saltaus in

Passeier), Fabian Lantschner (Bozen)

DAMEN

Macht auch auf dem gesellschaftlichen Parkett eine gute Figur: Aaron March (2. von rechts)

bei der Miss-Wahl 2021 mit (von links) Cindy Degasperi, Manager Georg Pircher,

Miss Südtirol Julia Kaserbacher und Ex-Miss-Südtirol Marion Prossliner.

Weltcup: Nadya Ochner (Burgstall),

Elisa Caffont, Jasmin Coratti (Pleif in

Langtaufers), Lucia Dalmasso

Gruppe B: Sofia Valle, Elisa Fava

nicht in Frage. Bei Großereignissen

habe ich noch nichts abgeräumt. Das

bleibt ein großes Ziel. Das kann ich

jetzt umso lockerer angehen. Wenn’s

funktioniert, ist es super. Aber ich muss

nicht. Die große Kristallkugel und 2

kleine habe ich bei mir zu Hause im

Trophäenschrank, die nimmt mir niemand

mehr weg.“

Mit Großanlässen hat March noch einige

Rechnungen offen. Bei Olympia 2014 in

Sotschi wurde er im Parallel-Slalom Vierter.

Bei seinen bereits 15 (!) WM-Einsätzen

seit 2007 landete er 4 Mal in den

Top 7 – zu einer Medaille reichte es noch

nicht. Besonders schmerzhaft verlief die

WM 2021 in Rogla, wo er in Slalom wie

Riesentorlauf aufgrund vermeidbarer

Fahrfehler unter Wert geschlagen wurde.

„Ja, da hat einiges nicht gepasst, was ich

mir selber ankreiden muss. Mir fehlte die

Lockerheit, wie ich sie beim Weltcupfinale

in Berchtesgaden hatte.“

Um für den Weltcupauftakt in 2 Wochen

im russischen Bannoye gerüstet zu sein,

hat Aaron March genauso wie der Rest

des italienischen Snowboardteams gleich

trainiert wie im Vorjahr. Warum etwas

ändern, das sich als Erfolgsmodell herausgestellt

hat? „Ich habe alles beim Alten

gelassen, auch materialmäßig nichts

geändert. Schließlich heißt es ab dem 1.

Weltcuprennen voll da sein. Wir haben

das stärkste Herrenteam im Weltcup und

weit mehr Top-Fahrer als nur für die

4 Olympia-Startplätze. Das wird eng“,

blickt er voraus.

Verändert hat sich Aaron March hobbymäßig:

Er hat seine Harley Davidson

verkauft. „Es war mir zu riskant. Ich

habe Familie, und wenn ich das Motorrad

in der Garage rumstehen gesehen

habe, ging es mir schlecht. Und nur ein

paar Mal fahren, damit gefahren ist,

war nicht mehr mein Ding.“

AARON MARCH

Geburtsdatum und -ort:

14. Mai 1986 in Brixen

Wohnort: Völs am Schlern

Sportgruppe: Heer

-Infografik: M. Lemanski/A. Delvai

Snowboardcross:

HERREN

Weltcup: Emanuel Perathoner (Lajen),

Lorenzo Sommariva, Omar Visintin (Algund)

Gruppe B: Filippo Ferrari,

Tommaso Leoni, Matteo Menconi,

Michele Godino

Nachwuchs: Niccoló Colturi, Luca Abbiati

DAMEN

Weltcup: Michela Moioli

Gruppe B: Caterina Carpano,

Francesca Gallina, Sofia Belingheri

Nachwuchs: Marika Savoldelli,

Sofia Groblechner

Snowboard: Alle Südtiroler Weltcupsieger

1995

1995

1996

1997

1997

1999

2001

2001

2013

2014

2016

2017

2017

2018

2018

2020

2020

2021

2021

2021

Marion Posch

Peter Pichler

Peter Pichler

Karl Frenademez

Elmar Messner

Marion Posch

Walter Feichter

Carmen Ranigler

Roland Fischnaller

Omar Visinn

Roland Fischnaller

Aaron March

Emanuel Perathoner/

Omar Visinn

Roland Fischnaller

Emanuel Perathoner/

Omar Visinn

Roland Fischnaller

Roland Fischnaller

Roland Fischnaller

Aaron March

Aaron March

Parallel

Slalom

Slalom

Slalom

Boardercross

Slalom

Riesentorlauf

Parallel-Slalom

Parallel-Slalom

Boardercross

Parallel-Slalom

Parallel-Slalom

Boardercross Team

Parallel-Slalom

Boardercross Team

Parallel-Riesentorlauf

Gesamtwertung Parallel

Parallel-Riesentorlauf

Parallel-Slalom

Gesamtwertung Parallel

Seit der Saison 1994/95 gibt es

den FIS-Snowboard-Weltcup,

wobei die Kristallkugeln für die

Disziplinen- und die Gesamtsieger

vergeben werden. Bisher gingen

20 Kugeln nach Südtirol.

Marion Posch und

Peter Pichler holten

bereits in der Premieren-

Weltcupsaison 1994/95

je eine Kugel.


32 SPORT D | 2021

SNOWBOARD

Edwin Coratti Raus aus der Komfortzone

Er weiß selber, dass er alles mitbringt,

um ein kompletter Siegfahrer zu sein.

Dazu hat Edwin Coratti den Körper, das

fahrerische Talent und die Erfahrung.

Das einzige Manko ist die Konstanz, bis

zum Ende eines Renntages 6 blitzsaubere

Fahrten ins Ziel zu bringen.

Soviele sind vonnöten, wenn man im

Parallel-Weltcup etwas gewinnen will.

Für Coratti schaute im Laufe seiner bisherigen

Karriere weniger heraus, als er zu

leisten imstande wäre. Trotz 3 Siegen und

7 Podiumsplätzen. Im Vorjahr landete

er in 10 Rennen 5 Mal unter den Top 5,

war aber nie besser als Dritter. Entsprechend

motiviert, aber auch selbstkritisch,

geht er an die nächste Saison heran. „Ich

war zwar relativ konstant, aber nur bis zu

den Halbfinals. Dann ging mir entweder

die Kraft aus, oder ich zeigte mentale

Schwächen, oder meine entzündete

Anmerkung: P-RTL= Parallel-Riesentorlauf, P-SL= Parallel-Slalom

Weltcup-Kalender Snowboard

11.12.

12.12.

16.12.

18.12.

8.1.

11.1.

12.1.

14.1.

15.1.

26.2.

5.3.

12.3.

13.3.

19.3.

20.3.

28.11.

10.12.

11.12.

18.12.

8./9.1.

22.1.

29.1.

26.2.

27.2.

12.3.

20.3.

Bannoye

Bannoye

Karerpass-Carezza

Corna d'Ampezzo

Scuol/Schuls

Bad Gastein

Bad Gastein

Simonhöhe

Simonhöhe

Moskau

Rogla

Piancavallo

Piancavallo

Berchtesgaden

Berchtesgaden

Secret Garden

Montafon

Montafon

Cervinia

Krasnojarsk

Valmalenco

Corna d'Ampezzo

Mt. St. Anne

Mt. St. Anne

Reiteralm

Veysonnaz

-Infografik: A.Delvai

Parallel-Disziplinen

Russland

Russland

Südtirol

Italien

Schweiz

Österreich

Österreich

Österreich

Österreich

Russland

Slowenien

Italien

Italien

Deutschland

Deutschland

Boardercross

Sehne im Knie machte mir zu schaffen.“

Vor allem Letzteres machte Coratti Probleme:

„Ich konnte im Training oft nur

2 Fahrten machen. Und wenn an einem

Wochenende 2 Rennen waren, konnte

ich das zweite vergessen. Da waren die

Schmerzen nicht auszuhalten.“

Die Schmerzen hat er seit einigen

Monaten im Griff, die Entzündung der

Sehne ist durch ein alternatives Krafttraining

abgeklungen. „Ich habe im

Sommer keinen Urlaub gemacht. Wenn

ich nicht gerade Konditraining gebolzt

habe, war ich zu Hause im Langtauferer

Tal. Es ist eh nirgends schöner als dort.“

Auch wegen der Ausbildung zum Snowboardlehrer

hat Coratti heuer keinen

Urlaub gemacht. „Wir standen den ganzen

April auf dem Brett und machten im

Mai die Prüfung.“ Wir, das waren mit

Coratti auch Daniele Bagozza, Aaron

March und Gabriel Messner.

China

Österreich

Österreich

Italien

Russland

Italien

Italien

Kanada

Kanada

Österreich

Schweiz

Riesentorlauf

Slalom

Riesentorlauf

Riesentorlauf

Riesentorlauf

Slalom

Slalom Team Event

Riesentorlauf

Riesentorlauf Team E.

Slalom

Riesentorlauf

Slalom

Slalom Team Event

Slalom

Slalom Team Event

Team Event

2 Rennen

Team Event

2021/22

Sind ein Team: Jasmin und Edwin Coratti.

Wenn demnächst die Weltcupsaison

beginnt, dann muss Edwin Coratti von

der ersten Fahrt an in Topform sein.

Schließlich steht Olympia auf dem

Programm, und nur 4 Fahrer der „Azzurri“

können pro Disziplin dabei sein.

„Dieser Druck, Top-Ergebnisse liefern

zu müssen, den haben wir alle. Mit dem

müssen wir umgehen können. Wer das

nicht schafft, hat Beruf verfehlt.“

Jasmin Coratti

Mit Jasmin Coratti ist auch die um 10

Jahre jüngere Schwester von Edwin

erstmals in die A-Nationalmannschaft

aufgerückt. Zwar hatte sie im Vorjahr

eine eher enttäuschende Saison, sie soll

aber gemeinsam mit Elisa Caffont und

Lucia Dalmasso frischen Wind um die

langjährige „Alleinunterhalterin“ Nadya

Ochner hineinbringen.

JASMIN CORATTI

Geburtsdatum und -ort:

5. August 2001 in Schlanders

Wohnort: Pleif in Langtaufers

Sportgruppe: Polizei

EDWIN CORATTI

Geburtsdatum und -ort:

19. Juni 1991 in Schlanders

Wohnort: Pleif in Langtaufers

Sportgruppe: Polizei


SNOWBOARD

SPORT D | 2021 33

Roland Fischnaller

Hinarbeiten auf den Tag X

Ein gewohntes Bild:

Roland Fischnaller in Jubelpose.

Wenn in diesen Tagen das Snowboard-Nationalteam

im finnischen

Pyhätunturi trainiert, dann fehlt einer:

Roland Fischnaller. Der 41-jährige

Anführer der „Azzurri“ muss

wegen einer eingerissenen Quadrizeps-Sehne

am Oberschenkelansatz

des linken Beines pausieren.

Zugezogen hat sich Fischnaller

die Verletzung beim Krafttraining.

„Ich habe Beinpresse-Training

gemacht, und beim Aufstehen hat

es mir blöd den Fuß verdreht. Nun

bin ich seit 4 Wochen beim Therapieren,

aber aktuell ist es noch nicht

wirklich besser geworden. Es muss

heilen, und das braucht Zeit. Aber

davon habe ich nicht allzu viel.“

Zumal der Sieger von 19 Weltcuprennen

und 6 Kristallkugeln sogar

offen lässt, ob er beim Weltcupauftakt

in Bannoye (Russland) am

11. und 12. Dezember mit von der

Partie ist oder erst beim Heimweltcup

am Karerpass-Carezza am 16.

Dezember einsteigt. Die Quadrizepssehne

hat er sich bereits im

Sommer getickt. Allerdings sei die

Verletzung damals gut verheilt und

er konnte den ganzen Herbst problemlos

trainieren.

Der Fokus von Fischnaller ist aber

nicht auf den Dezember, sondern

auf ein anderes Datum gerichtet:

Am Dienstag, 8. Februar 2022 wird

in Zhangjiakou, 180 Kilometer von

Peking entfernt, der Olympiasieger

im Parallel-Riesentorlauf ermittelt.

Seit 2002 hat „Fisch“ an allen

Olympischen Spielen teilgenommen.

Das soll auch 2022 der Fall

sein – vorausgesetzt sein lädiertes

Bein lässt einen Start zu. „Ich war

bei Olympia nie besser als 7., mir

fehlt also noch eine Medaille. Dass

ich im Snowboard einer der Besten

der Welt bin, habe ich ausreichend

bewiesen. Zudem habe ich in den

letzten 2 Saisonen die Kristallkugel

im Riesentorlauf gewonnen.

Und das, obwohl mittlerweile die

Kurse extrem leicht und vor allem

direkt gesteckt sind. Die technischen

Fähigkeiten rücken dadurch

in den Hintergrund. Aber dass ich

Medaillen gewinnen kann, habe ich

mit 6 Mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften

bewiesen. Und in

meinem Team bin ich nach wie vor

der Einzige, der WM-Medaillen zu

Hause hat.“

Damit hat Fischnaller eine Kampfansage

an seine Teamkollegen, aber

auch an das Trainerteam geschickt:

Obwohl er bei der WM 2021 in Rogla

im Parallel-Riesentorlauf Silber

holte (nur 0,01 Sekunden hinter

Dimitri Loginow), durfte er tags

darauf im Parallel-Slalom nicht für

die „Azzurri“ an den Start gehen.

Da erhielten andere den Vorzug, die

zuvor im Weltcup zwar die besseren

Ergebnisse erzielten, die mit dem

WM-Druck aber nicht zurecht kamen.

Dieser fatale Trainer-Fehlentscheid

soll sich bei Olympia 2022

nicht wiederholen.

Dass die vergangene Saison mit

„nur“ einem Weltcupsieg und WM-

Silber nicht zu seinen herausragenden

gehörte, erklärt Fischnaller so:

„Ich habe nach Neujahr im Training

ein neues Brett mit neuem Setup

probiert und bin damit regelmäßig

Bestzeit gefahren. Nur hat es bei

den Rennen überhaupt nicht funktioniert.

Dadurch kam eine gewisse

Verunsicherung rein. Erst bei der

WM habe ich dann die alten Schuhe

herausgekramt und bin damit Zweiter

geworden.“

Und das ist es auch, was Roland

Fischnaller immer wieder betont:

„Jedes Rennen, jede Saison startet

bei Null. Sich neu zu erfinden

ist extrem schwierig. Man kann

natürlich immer mit dem gleichen

Brett fahren, auch 10 Jahre lang.

Aber man will ja immer besser werden

und sich auch beim Material

weiter entwickeln. Nur ein Marcel

Hirscher hatte die phänomenale Fähigkeit,

fast ein Jahrzehnt lang egal

wo, egal wann, egal mit welchem

Material unter seinen Füßen alles

und immer zu gewinnen.“

ROLAND FISCHNALLER

Geburtsdatum und -ort:

19. September 1980 in Brixen

Wohnort: Vilpian/Coll im Villnößtal

Sportgruppe: Heer


34 SPORT D | 2021

SNOWBOARD

Die zweite erste Garde

Sie stehen wegen der Erfolge ihrer

Teamkollegen nicht so grell im Rampenlicht,

wollen aber in der neuen Saison

genau dorthin: Daniele Bagozza,

Nadya Ochner und Gabriel Messner.

Den amtierenden Gesamtweltcup-Sieger

Aaron March und „Mr. Snowboard“

– Roland Fischnaller – im Team

zu haben, bewirkt einen doppelten Effekt:

Einerseits trägt das ungemein hohe

Trainingsniveau zur eigenen Entwicklung

bei, andererseits gehört die mediale Aufmerksamkeit

fast ausschließlich March

und Fischnaller.

In diesem Sog ist Daniele Bagozza in den

letzten Jahren selbst zu einem Weltklasse-

Athlet herangereift, der schon 2 Weltcup-

Siege in seiner Vita stehen hat. Auch in

der Vorsaison war der 26-Jährige stets

im Spitzenfeld zu finden, allerdings

erklomm er kein Podium. „Wegen einer

in der Vorbereitung erlittenen Verletzung

hinkte ich etwas hinterher. Und

ich muss sagen, dass ich mehr Pech als

sonst hatte“, meint Bagozza und verweist

auf mehrere knappe Entscheidungen zu

seinen Ungunsten.

Heuer soll sich das dank einer „perfekt

verlaufenen“ Vorbereitung ändern. „Ich

will mir keine zu hohen Ziele stecken.

Ich rufe bessere Leistungen ab, wenn

ich ruhig, frei und ohne Druck bin“,

sagt der Mann aus St. Ulrich. Natürlich

strebe er an, bei den Olympischen

Spielen in Peking am Start zu stehen.

Das sei bei der Klasse seiner Teamkollegen

jedoch keine Selbstverständlichkeit,

zumal pro Nation nur 4 Startplätze zur

Verfügung stehen. „Das Wichtigste ist,

gut zu fahren. Sollte mir das gelingen,

weiß ich, dass es nicht unmöglich ist, in

Peking dabei zu sein“, findet Bagozza.

Während es bei den Herren nur so von

Athleten mit Weltniveau wimmelt, ist

die Situation bei den Damen komplett

anders. Nadya Ochner ist die einzige

Athletin bei den „Azzurre“, die seit Jahren

konstant in der Spitze mitmischt.

Heuer wurden auch Elisa Caffont,

Lucia Dalmasso und Jasmin Coratti

in die Weltcupgruppe aufgenommen,

um den Konkurrenzdruck zu erhöhen.

Trotzdem geht die 28-jährige Ochner

mit einem speziellen Ziel in die Saison:

„Ich will lockerer sein, mich mehr

auf mich konzentrieren, nicht mehr so

verbissen sein und wieder mehr Spaß

haben“, betont Ochner. In den letzten

2 Jahren habe sie sich zu viele Gedanken

gemacht, vor allem über Dinge, die sie

nicht beeinflussen konnte. „Dadurch

habe ich viele Kräfte vergeudet, war

abgelenkt und verbaute mir die Rennen.“

Die neue Lockerheit soll die einmalige

Weltcup-Siegerin zurück an die Spitze

hieven – und dafür sorgen, dass sie bei

Olympia vielleicht den ganz großen Wurf

landet: „Ich will nicht nur mitfahren.“

Auch der selbsternannte „Rookie“

schreckt nicht vor großen Zielen zurück.

Gemeint ist der 24-jährige Gabriel

Messner, der sich endgültig im Weltcup

etablieren will. „Ich habe einige Kilos

antrainiert, bin schnell und peile ein paar

Podestplätze an“, kündigt Messner seine

großen Pläne an. Allerdings laboriert der

Villnösser seit 2 Monaten an chronischen

Schmerzen im Unterschenkel. Sie halten

ihn zwar nicht davon ab, Snowboard zu

fahren, allerdings lassen sie kein beschwerdefreies

Training zu. Die akuten

Rückenschmerzen der letzten Jahre habe

er in Griff bekommen. Immerhin.

DANIELE BAGOZZA

Geburtsdatum und -ort:

3. Juli 1995 in Brixen

Wohnort: St. Ulrich

Sportgruppe: Polizei

NADYA OCHNER

Geburtsdatum und -ort:

14. März 1993 in Meran

Wohnort: Burgstall

Sportgruppe: Polizei

GABRIEL MESSNER

Geburtsdatum und -ort:

7. Juni 1996 in Brixen

Wohnort: St. Magdalena in Villnöß

Sportgruppe: Carabinieri


AKTUELL

Der Look

für den Winterurlaub

Der

Winter

kann

kommen

SPORT D | 2021 35

Wintersport ist Sport im Freien.

Und für einen gelungenen Tag auf

der Piste, in der Loipe oder für eine

ausgedehnte Winterwanderung ist

vor allem eines wichtig: die passende

Kleidung.

Ich packe meinen Koffer und nehme

mit … ja, was denn eigentlich? Steht

die Planung eines Wintersporttages an,

geht es auch um die Wahl der richtigen

Kleidung. Schließlich soll diese warm

und trocken halten und doch ausreichend

Bewegungsfreiheit zulassen, also

funktionell, praktisch und ergonomisch

zugleich sein und alle Bedürfnisse der

Wintersportfans erfüllen.

3-Schichten-Prinzip

Der Zwiebel-Look gilt

als ein effizientes Rezept

gegen das Frieren. Für einen

Wintersporttag bieten sich in der Regel

3 Schichten an. Funktionsunterwäsche

bildet die erste, leitende Schicht.

Während Unterwäsche aus Seide und

Baumwolle im nassen Zustand nicht

mehr gegen Kälte isolieren, sind Unterhosen

und -hemden aus synthetischen

Hohlfasern oder Merinowolle geeigneter.

Die Funktionsunterwäsche nimmt

Feuchtigkeit vom Körper auf und

transportiert sie in die nächste Schicht.

Generell gilt: Je intensiver die sportliche

Aktivität, desto leichter sollte die

Unterwäsche sein. Die zweite Schicht

soll wärmen und isolieren. Ein Pullover

oder ein Fleece aus synthetischen

Fasern eignet sich besonders gut. Es

ist leicht, trocknet schnell und wärmt

auch im nassen Zustand. Die wichtigste

Schicht ist die äußerste: Sie soll

im Wesentlichen wasserdicht, winddicht

und atmungsaktiv sein; geringes

Gewicht und gute Robustheit ist heute

bei der Wahl des passenden Materials

ausschlaggebend.

Mütze nicht vergessen

Im Winter gehen fast

50 Prozent der Körperwärme

über den Kopf verloren.

Daher gilt: Mütze auf oder zumindest

einen Ohrenschützer. Helmfahrer können

auf die Mütze getrost verzichten,

weil moderne Helme in der Regel mit

Fleece gepolstert sind. An besonders

kalten Tagen schützt eine dünne Spezialmaske

auch den Rest des Gesichtes.

Mit Hand und Fuß

Hände und Füße müssen

besonders gegen die

winterliche Kälte geschützt

werden. Atmungsaktive Wollsocken

sind in der Regel eine gute Wahl. Für

Skifahrer gilt: Die Strümpfe sollten

über den oberen Skischuhrand hinausreichen,

damit Druckstellen vermieden

werden. Wer besonders kälteempfindlich

ist, sollte über eine Skischuhheizung

oder einen Stiefelwärmer nachdenken.

Diese technischen Hilfsmittel

halten langfristig warm. Auch bei den

Handschuhen ist die Auswahl groß: von

Fleece-Handschuhen über Innenhandschuhe

aus Wolle oder Seide bis hin zu

speziellen Thermomodellen. Skihandschuhe

sollten vor allem wind- und

wetterdicht sein.

www.rcmarketing.it


36 SPORT D | 2021

SNOWBOARD

Emanuel

Perathoner

Emanuel Perathoner hat ein verkorkstes

Jahr 2021 hinter sich. Am

14. Jänner zog er sich bei einem Trainingssturz

eine komplizierte Schienbeinkopf-Fraktur

im linken Bein zu.

Es folgten Operation und Monate

mühsamen Reha-Trainings.

Vor 2 Monaten wurden die Platten,

Nägel und Schrauben entfernt. Aber

„Pera“ konnte das Bein in Folge nicht

mehr wie gewünscht abbiegen und

so entschieden sich die Ärzte für eine

„radikale Variante“. Perathoner erzählt,

was leider kein Witz ist: „Man gab mir

eine Teilnarkose. Ein Arzt hat sich auf

meinen Oberschenkel gesetzt und ein

anderer mein Bein mit Gewalt abgebogen.

Nur so konnte man die Narben lösen.

Ich musste mich für diese Methode

entscheiden, ansonsten hätte man mich

erneut operieren müssen.“

Um seine seit Monaten erschlaffte

Muskulatur, Bänder, Sehnen und auch

das geistige Wohlbefinden kümmert

sich in seiner Wahlheimat Pamplona in

Spanien Physiotherapeut Igor Setuain.

Perathoner hat die Hoffnung auf

Weltcup und Olympia 2022 noch nicht

aufgegeben: „Es geht von Tag zu Tag

besser, von einem Renntraining bin ich

aber meilenweit weg. Mal sehen, wie

sich die Lage entwickelt“, hält er sich

alle Türen offen.

Emanuel Perathoner mit

Lebensgefährtin Belen

EMANUEL PERATHONER

Geburtsdatum und -ort:

12. Mai 1986 in Bozen

Wohnort: Pamplona in Spanien/Lajen

Sportgruppe: Heer

Es ist seine 12. Weltcupsaison,

und mit 32 Jahren gehört Omar

Visintin längst zu den Routiniers in

der verschworenen Boardercross-

Gemeinschaft. „Ich weiß, was nötig

ist, um Topleistungen abzuliefern.

Mit zunehmendem Alter lässt die

Spritzigkeit zwar nach, aber dafür

kennt man Situationen und Abläufe

zur Genüge“, sagt der Algunder.

Nach Abschluss der letzten Saison

gönnte er sich im April eine Pause.

„Danach habe ich viel Kraft trainiert

und es auch mit Boxen als Trainingsvariante

versucht. Der Sommer und

Herbst verliefen reibungslos, auch der

Rücken machte mir im Gegensatz zu

anderen Jahren nicht zu schaffen“,

blickt Visintin auf eine gute Vorbereitung

zurück.

Am Stilfser Joch fanden die ersten Einheiten

auf Schnee statt. „Es ist auf Anhieb

gut gegangen, alles hat sich bestens

angefühlt. Mein Material ist das gleiche

wie im Vorjahr, damit komme ich bestens

zurecht“, berichtet er. Die Südtiroler

Fahne hält er zumindest zu Saisonbeginn

alleine hoch. „Emanuel Perathoner

kann mich leider nicht pushen. Er

absolviert Reha-Training, wir hören uns

immer wieder. Hoffentlich schafft er

den Weg zurück“, denkt Visintin auch

an seinen Teamkameraden.

Am 20. November erfolgte für Visintin

die Abreise nach China. Das erste

Weltcuprennen der Saison in Secret

Garden am 28. November ist gleichzeitig

die Olympia-Generalprobe. „Ich

freue mich auf diesen Wettkampf. Wir

werden versuchen, die bestmöglichen

Erkenntnisse zu gewinnen. Denn

eines sage ich offen: Olympia hat klar

Vorrang gegenüber dem Weltcup, eine

Medaille in Peking wäre das Größte.“

Weltcup-Wettbewerbe gibt es in der

Saison 2021/22 zur Genüge. „Ich freue

mich vor allem auf die Rennen in Italien.

Da sind mit Cervinia, Valmalenco

und Cortina d‘Ampezzo gleich deren 3

vorgesehen“, weiß Visintin. Das Ticket

für die Winterspiele in China hat er

zwar noch nicht fix, doch so gut wie.

„Es wird am Ende einen Trainerentscheid

geben. Aber für mich sieht es gut

aus, nach Sotschi und Pyeongchang die

3. Winterspiele bestreiten zu können.“

Abschalten kann Omar am besten,

wenn er sich seinem Hund Baku widmet:

„Ich habe ihn seit März 2021. Er

tut mir gut, aber es ist ganz schön viel

Arbeit damit verbunden“. Die steigenden

Coronazahlen bereiten auch ihm

Kopfzerbrechen, doch was die Rennen

anbelangt, bleibt Visintin cool: „Mir ist

es im Prinzip egal, ob Fans dabei sind

oder nicht. Ich bin da, um Rennen zu

fahren. Natürlich wäre Publikum besser,

aber der Sport hat Vorrang.“

OMAR VISINTIN

Sind unzertrennlich:

Omar Visintin und Hund Baku.

Omar Visintin Qualität ist alles

Geburtsdatum und -ort:

22. Oktober 1989 in Meran

Wohnort: Algund

Sportgruppe: Heer


SKICROSS

SPORT D | 2021 37

Yanick Gunsch und Dominik Zuech

Ab sofort in der ersten Reihe

Siegmar Klotz war jahrelang der Alleinunterhalter

im italienischen Skicross-

Team. Im Vorjahr bekam er Verstärkung,

vor allem aus Südtirol: Dominik

Zuech und Yanick Gunsch gesellten

sich zum ehemaligen Abfahrer.

Dann trennten sich wieder die Wege:

Wegen einer hartnäckigen Hüftverletzung

wird Klotz wohl nicht zurückkommen,

während Zuech und Gunsch nun

vorangehen müssen – und auch wollen.

Weil der italienische Wintersportverband

FISI nach den guten Leistungen

vor allem im letztjährigen Europacup

das Budget aufgebessert hat, ist der

ehemalige Skicrosser Stefan Thanei

nach einjähriger Pause als Trainer zurückgekehrt.

Der Burgeiser bringt viel

Erfahrung, aber noch mehr Ruhe ins

Team. Er hat die Aufgabe, das siebenköpfige

Team um Yanick Gunsch, Dominik

Zuech, Siegmar Klotz, Simone

Deromedis, Edoardo Zorzi sowie den

Damen Lucrezia Fantelli und Jole Galli

auf das nächste Level zu heben – sprich

beständig in die Achtelfinalläufe der

Top 32 zu führen.

Dominik Zuech

Der ehemalige Abfahrer aus Lana geht in

seine zweite Weltcupsaison. „Im Vorjahr

habe ich die Pisten kennen gelernt. Ich

blieb in den Quali-Läufen nie fehlerfrei,

NATIONALTEAM SKICROSS

HERREN

Welt- und Europacup: Simone

Deromedis, Yanick Gunsch (Matsch),

Siegmar Klotz (Pawigl/Lana), Edoardo

Zorzi, Dominik Zuech (Lana)

Nachwuchs: Simone Cavallar, Filippo

Zamboni, Aiace Smaldore, Federico

Tomasoni, Andrea Chiesi

DAMEN

Welt- und Europacup: Lucrezia Fantelli,

Jole Galli

dann hat mich Corona ausgebremst.

Trotzdem habe ich auf der Reiteralm

als 24. meine ersten Weltcuppunkte

gemacht. Mein Saisonziel ist, beständig

unter die Top 32 zu fahren. Und

wer weiß? Vielleicht geht es sich ja

für Olympia auch noch aus.“ Apropos

Olympia: Zuech ist gemeinsam

mit Yanick Gunsch und Edoardo

Zorzi einer von 3 „Azzurri“, die

am Samstag, 27. November bei der

Olympia-Generalprobe in Secret

Garden in China an den Start gehen.

Zuech weiß auch um seine Schwächen,

an denen er noch arbeiten muss: „Vor

allem am Start gibt es noch Aufholbedarf.

Fahrerisch passt es einigermaßen,

im Kampf Mann gegen Mann kann ich

durchaus mithalten.“

Yanick Gunsch

Von der Baustelle auf die Piste – Yanick

Gunsch aus Matsch im oberen

Vinschgau ist ein beinharter Kämpfer.

Der Maurer, angestellt bei einem

Tiefbauunternehmen aus Prad, hat

eine exzellente Europacupsaison mit

drei 2. Plätzen und dem 2. Rang in

der Gesamtwertung hinter sich. Wo

es haperte, war im Weltcup: Dort

YANICK GUNSCH

Geburtsdatum und -ort:

16. Jänner 1997 in Zug/Schweiz

Wohnort: Matsch

Verein: SV Prad

Weltcup-Kalender Skicross

27.11.

10./11.12.

14.12.

15.12.

19./20.12.

14./15.1.

22./23.1.

26./27.2.

13.3.

19.3.

-Infografik: A.Delvai

Secret Garden

Val Thorens

Arosa

Arosa

Innichen

Nakiska

Idre Fjäll

Sunny Valley

Reiteralm

Veysonnaz

Sind startbereit: Yanick Gunsch und

Dominik Zuech (von links).

kam er in 8 Rennen nie in die Top 32.

„Vieles ist Kopfsache, und daran muss

ich arbeiten“, meint der Freund von

Speed-Spezialistin Verena Gasslitter,

„mir unterlaufen noch zuviele vermeidbare

Fehler.“ Gunsch hat bis Ende

September auf den Vinschger Straßen,

darunter in Kehre 3 am Stilfser Joch

(„dort haben mich andere Athleten bei

der Errichtung einer Steinmauer gesehen

und ganz schön dreingeschaut“),

gearbeitet. Bis Ende der Saison ist er

von seinem Arbeitgeber, der gleichzeitig

sein Kopfsponsor ist, freigestellt.

DOMINIK ZUECH

Geburtsdatum und -ort:

25. Februar 1996 in Bozen

Wohnort: Lana

Verein: SC Druscié Cortina d‘Ampezzo

China

Frankreich

Schweiz

Schweiz

Südtirol

Kanada

Schweden

Russland

Österreich

Schweiz

2021/22

2 Rennen

Nacht Event

Nacht Team Event

2 Rennen

2 Rennen

2 Rennen

2 Rennen


38 SPORT D | 2021

Dominik Fischnaller

Alles auf Olympia ausgerichtet

Auch in diesem Sommer durfte Dominik

Fischnaller nicht zu seiner Freundin

in die USA reisen. Sein Urlaub

beschränkte sich auf einige Wochenenden

am Gardasee und einige Tage

in Jesolo. Dafür ist er seit Oktober

wieder richtig viel unterwegs.

Erst ging es nach Sotschi, dann nach

Sigulda und Altenberg, und gerade

erst ist er aus China zurückgekehrt,

wo erstmals die neue Olympia-Bahn

in Yanqing getestet werden konnte

und auch das erste Weltcuprennen der

Saison stattgefunden hat. Im Februar

geht es wieder dorthin, und da möchte

sich Südtirols bester Kunstbahnrodler

der letzten Jahre den Traum von einer

Olympia-Medaille erfüllen.

„Die Saison ist ganz auf Olympia ausgerichtet.

Gerade wir Rodler haben

nur da die Chance, so richtig auf uns

aufmerksam zu machen“, weiß der

Meransner, der – wenn er gesund

bleibt – zum 3. Mal an Olympischen

Spielen teilnehmen wird, also schon

eine gewisse Erfahrung mitbringt.

Nur bei den Olympischen Spielen

werden im Einsitzer 4 Läufe gefahren,

aufgeteilt auf 2 Tage. Es geht also

auch darum, die Nacht nach dem ersten

Tag gut zu schlafen. „Da hatte ich

bisher keine Probleme, aber ich kenne

auch nicht die Situation, nach dem

ersten Tag auf Medaillenkurs zu sein.

In Sotschi 2014 war ich jung und

einfach nur froh, dass ich dabei sein

durfte. Die Medaillen waren nach

dem ersten Tag praktisch schon vergeben.

In Pyeongchang 2018 habe ich

in den ersten beiden Läufen Fehler

gemacht und lag schon weit zurück,

hatte also keinen Grund mehr, nervös

zu sein“, erinnert sich Fischnaller.

Und doch wurde es in Pyeongchang

am Ende noch ein

„ Wir Rodler haben nur bei

Olympia die Chance, so

richtig auf uns aufmerksam

zu machen.

Drama, denn er

verpasste Bronze

nur um 2/1000

Sekunden.

Aufgrund seines

Könnens und

seiner Leistungen in den letzten

Jahren ist davon auszugehen, dass

Dominik Fischnaller bei Olympia zum

erweiterten Favoritenkreis gehört.

Die Bahn ist recht schwierig, und

normalerweise ist es im Februar in

Yanqin sehr kalt. Kälte und trockene

Luft – das waren immer schon die

Bedingungen, bei denen sich Südtirols

Rodler am wohlsten gefühlt

haben. Aber Fischnaller weiß auch,

dass die Konkurrenz immer stärker

wird und vor allem, dass es immer

mehr Siegfahrer gibt. „Es gibt mehr

als 10 Rodler, die ein Weltcuprennen

gewinnen können“, weiß Fischnaller.

Aber er weiß freilich auch, dass einer

noch über allen anderen steht: „Wenn

Felix Loch den Speed vom letzten

Winter hat, dann wird er nur schwer

zu schlagen sein.“ Aber auch die

Österreicher hat er auf der Rechnung

sowie die Russen Repilow und Pawlitschenko.

Und da gibt es noch einen,

dem er viel zutraut:

Kristers Aparjods

aus Lettland.

Natürlich geht es

auch für einen Dominik

Fischnaller erst

einmal darum, sich

überhaupt für Olympia zu qualifizieren.

Das dürfte zwar nur eine Formsache

sein, aber der 28-Jährige weiß,

dass die Leistungen bei den Weltcuprennen

auch aus einem anderen Grund

wichtig sind. „Du musst schon vorher

gute Rennen machen, um dir das nötige

Selbstvertrauen zu holen.“

Voraussetzung dafür ist eine gute

Vorbereitung und gutes Material.


KUNSTBAHNRODELN

SPORT D | 2021 39

Dominik Fischnaller ist bekannt für seine

perfekte Position auf der Rodel.

Die Vorbereitung verlief geradezu

optimal. Im Gegensatz zum Vorjahr

konnte wieder normal trainiert

werden, nur einige Regeln waren

einzuhalten und verschiedene Formulare

auszufüllen. Dominik Fischnaller

ist einer, der gerne in der Kraftkammer

ist. „Mir geht es gut, wenn

ich trainieren kann“, stellt er klar.

5 bis 6 Stunden sind es täglich mit

Schwerpunkt Kraft und Schnelligkeit.

Wenn es überhaupt etwas gibt, was

ihm weniger Freude bereitet, dann

ist es das Ausdauertraining, doch das

beschränkt sich bei den Kunstbahnrodlern

auf die frühe Trainingsphase.

Eine Startbahn hat Fischnaller in

Meransen praktisch vor der Haustür.

In diesem Sommer stand außerdem

auch Starttraining in Cesana auf

dem Programm. Im Gegensatz zum

Eiskanal, der abgebaut wurde, steht

die Startbahn dort noch. Bei diesen

Starttrainings war Olympiasiegerin

Tatjana Hüfner meistens dabei, die

von Rodelchef Armin Zöggeler als

Teilzeit-Trainerin hauptsächlich für

diesen Bereich verpflichtet wurde.

„Am Start bringt sie uns weiter“, ist

Dominik Fischnaller überzeugt. Gute

Startzeiten im Training scheinen das

zu untermauern.

Gute Starts und gute Fahrten sind

freilich nur etwas wert, wenn auch die

Rodel schnell ist. Das Bahntraining

im Herbst hat Dominik Fischnaller

deshalb dazu genutzt, viel zu testen.

Oswald Haselrieder und Willy Huber

haben ihm praktisch eine vollkommen

neue Rodel gebaut, auf der er sich von

Anfang an wohl gefühlt hat. Trotzdem

hat er auch seine alte Rodel nach

China mitgenommen.

Gerade beim Material ist es ein

großes Handicap, keine eigene Bahn

zu haben. Das schränkt die Testmöglichkeiten

doch ziemlich ein.

Dieses Handicap schleppt Dominik

DOMINIK FISCHNALLER

Geburtsdatum und -ort:

20. Februar 1993 in Brixen

Wohnort: Meransen

Sportgruppe: Carabinieri

Fischnaller schon seine ganze Karriere

mit. Als Nachwuchsfahrer hat er

in Cesana zwar noch das eine oder

andere Mal trainiert, aber ein Rennen

hat er dort nie bestritten. Seit 10

Jahren gibt es die Bahn nicht mehr,

und seitdem können die Südtiroler

nur noch im Ausland trainieren. Das

wertet die Leistungen von Dominik

Fischnaller und des gesamten Teams

gewaltig auf. Und das sieht auch er

so: „Dafür, dass wir keine Bahn haben,

sind wir gut dabei.“

NATIONALTEAM

KUNSTBAHNRODELN

HERREN

A-Kader: Leon Felderer (Latzfons),

Dominik Fischnaller (Meransen),

Kevin Fischnaller (Meransen), Lukas

Gufler (Platt in Passeier), Simon

Kainzwaldner (Villanders), Fabian Malleier

(Völlan), Ivan Nagler (Lungiarü/Campill),

Patrick Rastner (Lüsen), Emanuel Rieder

(Meransen), Ludwig Rieder (Meransen)

Junioren: Alex Gufler (Platt in Passeier),

Lukas Peccei (Wengen)

DAMEN

A-Kader: Verena Hofer (Feldthurns),

Marion Oberhofer (Rodeneck), Sandra

Robatscher (Tiers), Andrea Vötter (Völs),

Nina Zöggeler (Völlan)

Juniorinnen: Annalena Huber

(St. Lorenzen), Nadia Falkensteiner

(Kiens), Hannah Niederkofler (Kiens)


40 SPORT D | 2021

KUNSTBAHNRODELN

Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner

Schmerzfrei durch die Vorbereitung

Zweimal war Emanuel Rieder bei

Olympischen Spielen schon dabei,

allerdings im Einsitzer. Für seine

dritten Spiele will er sich im Doppelsitzer

qualifizieren.

Mit Simon Kainzwaldner geht er in

seine vierte Doppelsitzer-Saison. Das

Duo hat sich nur per Zufall gefunden,

dann aber schnell harmoniert und auch

schon eine WM-Medaille gewonnen.

Nach einer durchwachsenen Saison

2020/21 gehen beide mit großer Zuversicht

in den Olympia-Winter. Sie sind

schmerzfrei durch die ganze Vorbereitung

gekommen, was alles andere

als selbstverständlich ist. Beide haben

nämlich schon einen Bandscheibenvorfall

hinter sich.

„Am Start haben wir uns stark verbessert“,

verrät Emanuel Rieder, der sich

freut, dass 2 Weltcuprennen in Sotschi

stattfinden, die beide für die Olympia-Quali

zählen. „Das ist eine gute

Bahn für uns. Auch beim Training im

Oktober lief es gut, auch wenn da der

SIMON KAINZWALDNER

Geburtsdatum und -ort:

24. Februar 1994 in Bozen

Wohnort: Villanders

Sportgruppe: Carabinieri

internationale Vergleich gefehlt hat“,

sagt Rieder. Die 2 Sotschi-Rennen

könnten Rieder/Kainzwaldner in der

Olympia-Qualifikation durchaus einen

Vorteil verschaffen, dort haben sie ja

auch ihre WM-Medaille gewonnen.

„Wir haben 3 starke Doppelsitzer, aber

EMANUEL RIEDER

Geburtsdatum und -ort:

1. Oktober 1993 in Brixen

Wohnort: Meransen

Sportgruppe: Carabinieri

nur 2 Startplätze bei Olympia“, weist

Rieder darauf hin, dass der Druck in

dieser Saison von Beginn an hoch sein

wird. Schon zu Weihnachten stehen

die Olympia-Starter fest, die Jänner-

Rennen zählen nicht mehr für die

Olympia-Qualifikation.

Ivan Nagler und Fabian Malleier Konstanz ist gefragt

Vor 4 Jahren haben Ivan Nagler und

Fabian Malleier für Furore gesorgt. Als

Neulinge im Weltcup haben sie sich

auf Anhieb für die Olympischen Spiele

qualifiziert und das erfahrene und

so erfolgreiche Duo Oberstolz/Gruber

vorzeitig in Rente geschickt.

Danach allerdings mussten Nagler/

Malleier die Erfahrung machen, dass

die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Sie haben immer wieder aufgezeigt,

dass sie in der Bahn richtig schnell sind,

aber es passieren ihnen öfters größere

oder kleinere Fehler.

Trotzdem können sich ihre Erfolge

sehen lassen, schließlich sind sie erst 22

(Nagler) und 23 (Malleier) Jahre alt.

Sie waren schon Europameister mit der

Team-Staffel und haben auch im Weltcup

schon zu 2 Siegen der Teamstaffel

beigetragen. Von der letzten Weltmeisterschaft

im Jänner 2021 in Königssee

haben sie auch eine

Goldene mitgebracht.

Sie holten dort den

WM-Titel im Doppelsitzer

in der U23-

Altersklasse.

In dieser Saison

wollen sie den

nächsten Schritt

machen. Das

IVAN NAGLER

Geburtsdatum und -ort:

30. Jänner 1999 in Bruneck

Wohnort: Lungiarü/Campill

Sportgruppe: Carabinieri

wird auch nötig sein, wenn sie wieder

bei Olympia dabei sein wollen, denn

gegen Rieder/Rastner und Rieder/

Kainzwaldner müssen sie konstant

gut fahren, wenn sie eines

der 2 Olympia-Tickets

ergattern wollen. Angefangen

hat es nicht so gut mit

einem 11. Platz beim

Weltcupauftakt auf

jener Bahn, in der

auch bei Olympia

gerodelt wird.

FABIAN MALLEIER

Geburtsdatum und -ort:

4. Jänner 1998 in Meran

Wohnort: Völlan

Sportgruppe: Heer


SPORT D | 2021 41

Sie haben in den letzten Wochen die Olympiabahn

getestet: Ludwig Rieder (links) und Patrick Rastner (rechts)

Ludwig Rieder und Patrick Rastner

Karten werden neu gemischt

Sie waren lange Zeit die Sorgenkinder

in Italiens Kunstbahnrodel-

Team, das de facto ein Südtiroler

Team ist. Ludwig Rieder und Patrick

Rastner hatten ein riesiges Potenzial,

haben es aber viel zu selten abgerufen.

In der vergangenen Saison

war das anders.

Da hat es endlich funktioniert für das

Duo, und in Igls schaute sogar der

erste Weltcupsieg heraus. Auch in der

Weltcup-Gesamtwertung waren sie

auf Rang 5 der beste Südtiroler

Doppelsitzer, nur bei

der WM in Königssee

wollte es nicht so

recht klappen.

„Wir haben hart

gearbeitet und

immer gespürt,

dass was drin ist.

Schön, dass wir das endlich

auch zeigen konnten.

Wir haben schon nach

dem ersten Rennen

gewusst, dass

es passt. Mit dem

Sieg ist natürlich ein

Traum in Erfüllung

gegangen“, erinnern

sie sich an den bisher

schönsten Moment

ihrer Karriere zurück.

Mit den Erfolgen vom letzten Winter

können sich Rieder/Rastner in der

Olympia-Saison freilich nichts kaufen.

Ludwig Rieder ist mit seinen 30 Jahren

erfahren genug, um zu wissen, dass die

Karten neu gemischt werden. „Es kann

knapp werden, denn wir haben 3 starke

Doppelsitzer und nur 2 Startplätze

bei Olympia. Es sind keine Fehler

erlaubt. Es ist immer gefährlich, wenn

man sich zu sicher ist. Aber wir gehen

natürlich davon aus, dass wir es schaffen

werden. Und wenn wir einmal

dort sind, wollen wir auch um die

Medaillen mitfahren“, sagt Ludwig

Rieder. Er weiß, dass die Quali

beinhart werden wird, und

dass 2 Weltcuprennen

in Sotschi stattfinden

werden, spielt

Rieder/Rastner in

die Karten, die

dort immer sehr

schnell sind.

Rieder/Rastner

waren immer schon am

Start phänomenal

stark, bei der

Endgeschwindigkeit

hat es aber

gehapert. Mit neuem

Material haben

sie diese Schwäche

im letzten Winter

ausmerzen können. Auf ihre Startzeiten

darf man gespannt sein, denn im

Gegensatz zu den letzten Jahren sind

beide verletzungsfrei durch die Vorbereitung

gekommen. Dass der Start auf

der Olympia-Bahn in Yanqing nicht

so entscheidend ist, glauben sie nicht.

„Der Start ist immer wichtig, egal ob

steil oder flach“, sind sie überzeugt. Der

Weltcupauftakt auf der Olympiabahn

(Rang 12) ging leider ziemlich daneben.

Die Materialfrage sehen sie ziemlich

entspannt. „Auch wir haben was

Neues probiert, aber wir wissen, dass

wir schon eine schnelle Rodel haben“,

erzählt Rieder. Wenn Rieder/Rastner

die Qualifikation für Olympia schaffen

sollten, dann wäre es ihre dritte

Olympia-Teilnahme nach Sotschi 2014

und Pyeongchang 2018.

LUDWIG RIEDER

Geburtsdatum und -ort:

19. Juni 1991 in Brixen

Wohnort: Meransen

Sportgruppe: Carabinieri

PATRICK RASTNER

Geburtsdatum und -ort:

30. Juni 1993 in Brixen

Wohnort: Lüsen

Sportgruppe: Heer


42 SPORT D | 2021

KUNSTBAHNRODELN

Andrea Vötter Lieber nicht zu viele Ziele setzen

Auf der Bahn, wo im Februar die

Olympiasieger gekürt werden,

hat die Saison am Wochenende

für die Kunstbahnrodlerin Andrea

Vötter mit einer großen Enttäuschung

begonnen.

Aber schon vorher hat sie sich

noch nicht als Fixstarterin bei

den Olympischen Spielen gesehen.

„Die jungen Teamkolleginnen machen

große Fortschritte, ich werde

schon zu kämpfen haben, um mich

für Olympia zu qualifizieren“, gibt

sich die Völserin zurückhaltend.

Trotz des Fehlstarts dürfte das für

sie aber kein Problem sein, wenn sie

gesund bleibt.

Vielleicht ist sie auch deshalb so vorsichtig,

weil die letzte Saison nicht so

gelaufen ist, wie sie es sich erwartet

hatte. „Ich dachte, ich kann regelmäßig

in die Top-5 fahren, aber es ist

nicht so gekommen. Das lag vielleicht

auch daran, weil wir mit dem Material

bereits viel getestet haben im Hinblick

auf die Olympia-Saison“, erzählt sie.

Auch wenn die erhofften Ergebnisse

ausgeblieben sind, so war sie doch im

Großen und Ganzen zufrieden.

Sie weiß aber, dass sie es besser kann

und hat deshalb im Training besonders

am Start gearbeitet, obwohl sie schon

eine schnelle Starterin war. „Ich versuche

nun, den Schwung von hinten besser

mitzunehmen. Letzten Winter habe

ich oft zu viel gewollt, und die Kraft

ist verpufft“, erklärt sie. Erfolge im

Rodeln sind aber auch immer abhängig

vom Material. Die Bahntrainings vor

Saisonbeginn haben deshalb auch ihr

dazu gedient, Material zu testen.

Ziele will sie sich in der Olympia-

Saison keine setzen. „Letzten Winter

habe ich nicht erreicht, was ich mir

vorgenommen habe, und das hat mich

moralisch etwas herunter gezogen. Daraus

habe ich gelernt“, sagt Vötter.

ANDREA VÖTTER

Geburtsdatum und -ort:

3. April 1995 in Brixen

Wohnort: Völs

Sportgruppe: Heer

Sandra Robatscher Körperlich und seelisch bereit

Wenn Südtirols Rodel-Team im Oktober

in Sotschi erstmals auf der Bahn

trainiert hat, ging es für Sandra Robatscher

nicht um Kufen und Schienen, es

ging um die Schultern. Die Tierserin ist

bereits an beiden Schultern operiert

worden und hat die gesamte vergangene

Saison verpasst.

Diesen Schulter-Test hat sie bestanden

und konnte dann etwas entspannter

die nächsten Trainings angehen. Freilich

war auch dieser letzte Teil der Saisonvorbereitung

von Zweifeln geprägt. „Ich bin

noch etwas in Rückstand, muss auch am

Start noch zulegen, aber wenn ich wieder

soweit bin, werde ich hoffentlich auch

zeigen, was ich kann. Körperlich und seelisch

bin ich jedenfalls bereit“, sagte sie

vor der Abreise nach China. Dort konnte

sie sich leider nicht für das erste Weltcuprennen

qualifizieren.

Nach China kehren die Rodler im Februar

zu den Olympischen Spielen zurück,

in dieses Land, auf das sich Sandra

Robatscher sehr gefreut hätte, wenn

die Bedingungen andere wären. „Es

ist ein gigantisches Land. Aber leider

werden wir fast nichts sehen, weil wir

aus unserer Blase nicht heraus kommen“,

wusste Robatscher schon vor der

Abreise, was auf sie zukommt. Auch im

Februar bei den Winterspielen wird es

nicht anders sein. Aber dort sieht sie

sich noch nicht. „Erst muss ich mich

qualifizieren, das wird nicht leicht. Wir

fahren zu fünft um 3 Startplätze“, stellt

sie klar. Trotzdem: Von ihrer Willenskraft

hat sie nichts eingebüßt: „Ich

werde natürlich alles geben und darum

kämpfen, bei Olympia dabei zu sein.“

Übrigens: Die verpasste Saison war für

Sandra Robatscher trotzdem ein schöner

Winter. „Es hat ja so viel geschneit

letzten Winter. Ich habe Schneeschuhwanderungen

gemacht und Skitouren

und den Winter einmal von einer ganz

anderen Seite erlebt. Das war auch

schön“, erzählt sie. Lieber verbringt sie

den Winter allerdings auf den Rodelbahnen

dieser Welt.

SANDRA ROBATSCHER

Geburtsdatum und -ort:

13. Dezember 1995 in Bozen

Wohnort: Tiers

Sportgruppe: Heer


KUNSTBAHNRODELN

SPORT D | 2021 43

Kevin Fischnaller

Kritik am Gigantismus

Wenn im Februar die Olympia-

Medaillen im Kunstbahnrodeln

vergeben werden, dann könnte

es durchaus sein, dass auch Kevin

Fischnaller bei der Medaillenvergabe

ein Wörtchen mitredet. Er steht

zwar immer im Schatten seines

Cousins Dominik, aber sein fahrerisches

Können ist unbestritten.

Sein Handicap ist der Start, da

hatte er in den letzten Jahren auch

Probleme, weil ihm eine Rheuma-

Erkrankung zu schaffen machte. Und

diesbezüglich gibt es schon einmal eine

gute Nachricht. „Ich habe keine Probleme

mehr. Zwar bekomme ich noch

eine Spritze einmal im Monat, aber

ich spüre überhaupt keine Schmerzen

mehr“, versichert Kevin Fischnaller.

Weil er in der Bahn besser ist als am

Start, liegen ihm die Sprintrennen besonders

gut. Da kommt es mehr auf die

Endgeschwindigkeit an, und die ist bei

Kevin Fischnaller meistens hoch. Letzten

Winter konnte er sogar gemeinsam

mit Felix Loch die Sprintwertung des

Weltcups gewinnen. Aber Sprintrennen

gibt es bei Olympia leider keines.

Trotzdem könnte die Bahn in Yanqing

ihm sehr entgegen kommen. Es

kommt nicht so sehr auf den Start an,

weil es eher steil los geht. Die Bahn ist

technisch schwierig, was er auch liebt

und schließlich könnte ihm auch das

Wetter in die Karten spielen. „Natürlich

wäre es gut, wenn es kalt ist“, weiß

Fischnaller. Im Februar ist es in Yanqing

normalerweise sehr kalt, sogar jetzt

im November beim Training und beim

ersten Weltcup sind die Temperaturen

nachts auf minus 10 Grad gesunken.

Trotzdem kommt aus seinem Mund

auch Kritik am Gigantismus dieser

Bahn. „Es ist zwar eine gewaltige Anlage,

aber meines Erachtens zu übertrieben.

So etwas braucht es nicht.“

Auch Kevin Fischnaller weiß, dass es

eine besondere Saison ist. „Es geht um

die Wurst. So eine Olympia-Saison ist

einfach wichtiger als die anderen“, stellt

er klar. Deshalb hat auch er viel Material

getestet. Das muss passen, sonst hilft die

beste Fahrlage nichts. Athletisch fühlt

er sich bestens vorbereitet. „Am Start

ist viel weitergegangen. Tatjana Hüfner

bringt viel Wissen mit und hat uns

verbessert“, lobt Kevin Fischnaller die

Olympiasiegerin, die bei Italiens Team

als Teilzeit-Trainerin tätig ist.

Kevin Fischnaller ist nicht einer, der

überall gut fahren kann. Er kann auf gewissen

Bahnen sehr schnell sein, auf anderen

tut er sich schwer. Winterberg und

Igls sind Bahnen, die ihm sehr liegen.

Und hoffentlich auch jene in Yanqing.

Beim ersten Rennen des Winters hat es

noch nicht den Ausreißer nach oben gegeben.

Bei Olympia wird es hoffentlich

mehr als der 10. Platz.

KEVIN FISCHNALLER

Geburtsdatum und -ort:

2. Dezember 1993 in Brixen

Wohnort: Meransen

Sportgruppe: Heer


44 SPORT D | 2021

KUNSTBAHNRODELN

Olympia ist nicht so weit weg

Das Nationale Olympische Komitee

(CONI) muss zwar noch sein Okay

geben, aber es ist davon auszugehen,

dass Rodelchef Armin Zöggeler

für die Olympischen Spiele 3 Frauen,

3 Männer und 2 Doppelsitzer nominieren

kann.

Das heißt, dass bei den Männern neben

Dominik und Kevin Fischnaller

ein dritter Einsitzer nach Peking darf.

Es sind 2 Rodler, die sich voraussichtlich

um diesen Platz duellieren werden.

Das sind Lukas Gufler und Leon

Felderer. Beide haben schon ein wenig

Weltcuperfahrung, aber sie werden

sich gegenüber der vergangenen Saison

steigern müssen, damit Zöggeler die

Nominierung auch rechtfertigen kann.

Beim Weltcupauftakt auf der Olympia-

Bahn hat sich noch keiner der beiden

richtig aufgedrängt.

Anders ist die Situation bei den Damen.

Dort machen 3 junge Rodlerinnen

ordentlich Druck auf Andrea

Vötter und Sandra Robatscher. Weil

5 Südtirolerinnen in China waren, es

aber nur 4 Startplätze beim Weltcup

gibt, musste sogar eine Qualifikation

entscheiden, wer beim ersten

Weltcup starten darf. Und da ist eine

Sandra Robatscher auf der Strecke

geblieben. Verena Hofer, Marion

Oberhofer und Nina Zöggeler sind

alle gleich alt (20 Jahre) und treiben

sich gegenseitig an. Es ist durchaus

nicht ausgeschlossen, dass es 2 aus

diesem Trio zu den Olympischen

Spielen schaffen. Am besten in die

Saison gestartet ist Verena Hofer mit

dem 11. Rang in Yanqing.

LEON FELDERER

Geburtsdatum und -ort:

30. Jänner 2000 in Sterzing

Wohnort: Latzfons

Sportgruppe: Heer

MARION OBERHOFER

Geburtsdatum und -ort:

14. Dezember 2000 in Innichen

Wohnort: Rodeneck

Sportgruppe: Heer

LUKAS GUFLER

Geburtsdatum und -ort:

3. April 1999 in Meran

Wohnort: Platt in Passeier

Sportgruppe: Carabinieri

VERENA HOFER

Geburtsdatum und -ort:

17. März 2001 in Brixen

Wohnort: Feldthurns

Sportgruppe: Heer

NINA ZÖGGELER

Geburtsdatum und -ort:

5. Februar 2001 in Bozen

Wohnort: Völlan

Sportgruppe: Carabinieri

Hinten von links nach rechts: Leon Felderer, Marion Oberhofer, Lukas Gufler

Vorne links Verena Hofer, rechts Nina Zöggeler

Weltcup-Kalender Kunstbahnrodeln 2021/22

27./28. November Sotschi Russland

04./05. Dezember Sotschi Russland

11./12. Dezember Altenberg Deutschland

18./19. Dezember Igls Österreich

01./02. Jänner Winterberg Deutschland

08./09. Jänner Sigulda Leland

15./16. Jänner Oberhof Deutschland

22./23. Jänner St. Moritz Schweiz

-Infografik: A.Delvai


NATURBAHNRODELN

SPORT D | 2021 45

Patrick Pigneter

„Für was mach‘ ich den Missionar?“

Als Rodel-Botschafter ist Patrick

Pigneter engagiert. Und musste

herbe Enttäuschungen hinnehmen.

Olympische Spiele wird der beste

Naturbahnrodler aller Zeiten keine

mehr erleben. Ziele hat er aber noch

so einige.

Groß war die Enttäuschung über die

Olympia-Absage 2026 in Richtung

Naturbahnrodeln. Gut standen diesmal

die Chancen, schlussendlich hatte aber

der Internationale Rennrodelverband

FIL selbst keine Anfrage an das Olympische

Komitee gerichtet. Ansonsten

wäre wohl Naturbahnrodeln 2026 bei

Olympia in Mailand und Cortina dabei

gewesen, mit Rennen in Olang und vermutlich

auch mit Rodel-Ikone Patrick

Pigneter. Auch wenn er dann ein gewisses

Alter gehabt hätte, wer den heute

34-jährigen Völser kennt, der weiß, wie

sehr er sich dann nochmals motiviert

hätte. Aber: Es sollte nicht sein.

„Natürlich, die Enttäuschung ist groß.

Keine Frage“, so Pigneter, der auch

als „Rodel-Missionar“ unterwegs ist.

So war er im Sommer für 4 Tage in

Norwegen, um den Sport dort bekannt

zu machen. Dies kommt der Kunstbahn

und der Naturbahn zugute. Dass

schlussendlich die Naturbahn einmal

mehr im Hinterzimmer der Kunstbahn

steht, hat Pigneter zu dem Zeitpunkt

noch nicht gewusst. Da frage man sich

schon, warum „ich den Missionar mache“.

Das Rodeln auf Naturbahn hat

einen schweren Stand, das Kunstbahnrodeln

ist beim Verband im Fokus.

„Eigentlich müsste die FIL den Naturbahnsport

als Mehrwert sehen und

nicht als lästiges Anhängsel“, bringt

es Pigneter auf den Punkt. Ärgerlich,

wenn es sich um einen Verband handelt,

der die Interessen aller vertreten

solle. Und deprimierend zu wissen,

dass man nun wohl definitiv nie mehr

bei Olympia als Athlet antreten könne,

wie es bei Pigneter der Fall ist. Und

Abschalten in der Natur

dennoch: „Das Rodeln wird immer

meine Leidenschaft bleiben“.

Und mit seiner Leidenschaft hat

Pigneter auch abseits von Olympia

noch große Ziele. Der wohl beste und

erfolgreichste Naturbahnrodler aller

Zeiten will noch einen Gesamtweltcup

holen. „Das muss das Ziel sein. Druck

mache ich mir aber keinen“. In den

vergangenen Jahren hatten stets die Österreicher

die Nase vorne: Voriges Jahr

Patrick Pigneter als „Rodel-Missionar“ in Oslo

Michael Scheikl, in den 4 Jahren zuvor

der Nordtiroler Thomas Kammerlander.

Für Pigneter und den Villanderer Alex

Gruber blieben nur die Plätze dahinter.

Und auch diesmal dürften diese Vier die

Favoriten sein. „Es wird schwer, aber alles

ist möglich. Wo man steht, sieht man

erst im Winter bei den ersten Rennen“,

weiß Pigneter.

Vorbereitet habe er sich jedenfalls einmal

mehr gewissenhaft. Im Sommer, wenn

er im Büro im heimischen Heizungs-,

Lüftungs- und Sanitärtechniker-Betrieb

arbeitet, ging es bereits vor der Arbeit

um 5 Uhr morgens zum Krafttraining.

Der Job im Sommer und Herbst ist

ohnehin eine gute Abwechslung für

Pigneter, der im Winter als Vollzeitrodler

agiert. Seit Juni arbeitete er mit Athletiktrainer

Mattias Schnitzer in Lana an

seiner Kondition. Im Oktober haben in

der Brixner Eishalle die Starttrainings

mit der Nationalmannschaft begonnen.

Die Weltcupsaison beginnt für die

Naturbahnrodler erst im Jänner. Dabei

steht nur noch ein Rennen in Südtirol

auf dem Programm. Auch die Europameisterschaft,

die ab 10. Februar

stattfindet, wird in Südtirol ausgetragen

und zwar in Laas. Auch dann will

Pigneter ein Wörtchen um die Medaillen

mitreden.


46 SPORT D | 2021

NATURBAHNRODELN

Evelin Lanthaler

Perfekte Bilanz für die Perfektionistin

Sie fährt wie ein Uhrwerk. Evelin

Lanthaler ist seit Jahren die herausragende

Fahrerin im Lager der

Naturbahnrodlerinnen. Und während

sich hinter ihr die Konkurrenz

auf den Podestplätzen 2 und 3

reihenweise abwechselt, bleibt das

oberste Treppchen ausschließlich

für die Passeirerin reserviert.

Ein gewohntes Bild:

Evelin Lanthaler

in Jubelpose.

Wie sich verlieren anfühlt, weiß

Evelin Lanthaler gar nicht

mehr so richtig. Letztmals hat sie im

Jänner 2020 in Vatra Dornei in Rumänien

ein Weltcuprennen nicht auf

Rang 1 beendet, vorher war es im

Jänner 2018 in Deutschnofen, wo

sie Zweite wurde. Beide Male war

ihre ewige Rivalin-Freundin Greta

Pinggera schneller.

Aber ansonsten ist Lanthaler eine

Klasse für sich, hat vor der letztjährigen

Saison 17 der vergangenen

19 Weltcups für sich entschieden.

Im Rodelwinter 2020/21 setzte

die 30-Jährige aber nochmals neue

Maßstäbe: Sie gewann nicht nur 6

von 6 Weltcuprennen – und hält

nun bei 32 Erfolgen – sondern kürte

sich Mitte Februar 2021 in Umhausen

im Ötztal (Tirol) auch noch zur

Rodel-Weltmeisterin. Und das in

beeindruckender Manier: 1,24 Sekunden

legte sie zwischen sich und

Silber-Gewinnerin Jekaterina Lawrentjewa

(Russland).

Wie Evelin Lanthaler es anstellt,

derart überlegen zu sein, ist ihr

selbst des öfteren ein Rätsel: „Es ist

wohl ein Mix aus mehreren Gründen“,

sinniert sie, „zum einen mein

Ehrgeiz. Ich will immer gewinnen.

Nur mitfahren ist nicht mein Ding.

Für mich gibt es nur volles Risiko.

Und dann habe ich den Ehrgeiz,

dass die Serie immer weiter geht.

Das erzeugt Druck, den ich mir

selber auferlege. Zudem bin ich im

Sommer sehr fleißig, trainiere trotz

meiner Arbeit als Kellnerin sehr viel.

Und im Winter habe ich gegenüber

vielen meiner Konkurrentinnen

den Vorteil, dass ich mich mehrere

Monate ausschließlich auf das Rodeln

konzentrieren kann und nicht

nebenher noch arbeiten muss.“

Selbst die eigenartige Corona-Situation

konnte der Erfolgsserie von

Evelin Lanthaler im letzten Winter

nichts anhaben. Die 6 Weltcuprennen

wurden in nur 3 Orten (im

Dezember in Winterleiten/Steiermark,

im Jänner in Platt in Passeier,

im Februar in Laas) als Doppelveranstaltung

durchgepeitscht, dazu

kam als Saisonabschluss die WM in

Umhausen. Lanthaler war in allen

Rennen auf den Punkt genau topfit,

war zwar nicht in allen Läufen die

Schnellste, in der Endabrechnung

stand die begeisterte Berggeherin

aber immer ganz oben.

Dabei hatte Lanthaler mit dem

großen Erwartungsdruck durchaus

zu kämpfen. „Einerseits mache ich

ihn mir selber. Andererseits setzt

mittlerweile das Umfeld es als normal

voraus, dass ich gewinne. Vor

allem beim Heimweltcup in Platt

war ich extrem nervös. Am Ende

schaffe ich es aber immer wieder,

locker zu bleiben und im Rennen

noch eines draufzusetzen. Aber es

ist bei weitem nicht so einfach, wie

es von außen womöglich aussieht.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass der

Tag kommen wird, wo eine Konkurrentin

meine oft kleinen Fehler

mit einem perfekten Lauf entscheidend

ausnutzt.“


NATURBAHNRODELN

SPORT D | 2021 47

Ein großes Thema war für die

Naturbahnrodler in den letzten

Wochen Olympia. Weil der eigene

Dachverband FIL ganz offensichtlich

kein Interesse daran hat,

dass neben Kunstbahnrodeln auch

die Athleten auf Naturbahn um

Olympiamedaillen fahren, bleiben

Lanthaler, Pigneter, Clara, Pinggera,

Gruber & Co. außen vor. „Das

war natürlich ein schwerer Schlag.

Einerseits sollte man die Argumente

der FIL verstehen, ich tue es trotzdem

nicht. Dieser Rückschlag ist für

die Rodelfamilie auf Naturbahn ein

gewaltiger. Wir fühlen uns alleingelassen,

weil im eigenen FIL-Haus

nichts weitergeht. Mir persönlich

könnte es im Prinzip ja egal sein,

weil ich nicht mehr viele Jahre

dabei sein werde. Aber für den

Nachwuchs wäre es enorm wichtig

gewesen, eine Vision, eine Perspektive

zu haben.“

Mit ihren 30 Jahren will Evelin

Lanthaler ohnehin keine langfristigen

Programme mehr machen.

„Solange die Leidenschaft für das

Rodeln so groß ist, fahre ich weiter.

Ich möchte mir nicht im Nachhinein

vorwerfen lassen, dass ich zu früh

aufgehört habe. Ich will mit einem

lachenden Gesicht und einem guten

Gewissen die Rodel für immer in die

Ecke stellen. Aber am Ende kann es

auch ganz schnell gehen“, lässt sie

sich nicht in eine mögliche Familienplanung

mit ihrem Lebensgefährten

Daniel in die Karten blicken.

Vorerst geht ihr Blick Richtung

nächste Saison. Seit Mai ist Evelin

Lanthaler, die im Sommer bis Ende

Oktober hinein als Kellnerin im

Gasthof Kronhof in Stuls in Hinterpasseier

arbeitet, im Aufbautraining.

Viel Zeit verbrachte sie im Fitnessstudio

Summit Functional in Sinich,

arbeitete auch mit Dominik-Paris-

Trockentrainer Mattias Schnitzer

zusammen und absolviert derzeit

intensives Starttraining in der Eishalle

in Brixen. Sollten es die Schneeund

Eisverhältnisse zulassen, sind

die ersten Trainings auf der Bahn ab

Anfang Dezember geplant. Heuer

beginnt der Weltcup erst vom 7.

bis 9. Jänner 2022 in Umhausen in

Tirol. Ihre härteste Gegnerinnen hat

Lanthaler dabei auch schon ausgemacht:

„Greta Pinggera ist sicher

wieder bärenstark, dazu die Russin

Lawrentjewa. Aber am Ende muss

ich mich um meine eigene Leistung

kümmern. Wenn die passt, dann

müssen die anderen Vollgas geben,

um mich zu schlagen.“

Evelin Lanthaler beim Wandern

auf den Spronser Seen.

EVELIN LANTHALER

Geburtsdatum und -ort:

6. Mai 1991 in Meran

Wohnort: St. Martin in Passeier

Verein: RV Passeier

Alex Gruber Vorfreude hält sich in Grenzen

„Die Hoffnung, dass wir 2026 bei

Olympia dabei sind, war schon groß.

Wenn man vom eigenen Verband

derart ausgebremst wird, ist das enttäuschend.

Motivation und Vorfreude

fehlen grad“, sagt Alex Gruber.

Der 29-Jährige aus Villanders,

Weltmeister 2017 und 2019, wäre

natürlich eine olympische Medaillenhoffnung

gewesen, es wäre noch ein

sportlicher Höhepunkt für den Südtiroler

Rodler geworden.

„Wir Naturbahnrodler haben zuletzt

immer besser gearbeitet. Und dann so

ein Rückschlag“, betont Gruber. Die

Stimmung bei den Naturbahn-Assen

sei nun generell schlecht, der Internationale

Rennrodelverband FIL steht im

Kreuzfeuer der Kritik.

Aber: Die neue Saison wird dennoch

stattfinden. Und dann wird auch

Alex Gruber wieder Siegen hinterherjagen.

„Das Ziel ist und bleibt der

Triumph im Gesamtweltcup“, bringt

er es auf den Punkt. Dieser fehlt

ihm noch. Eine EM sei prinzipiell

zweitrangig, die in Laas geplanten

Europameisterschaften wären aber

als „Südtiroler Heimspiele“ nochmals

ein Motivationsschub.

In den Sommermonaten hatte Gruber

einiges im heimischen Zimmerei-Betrieb

zu tun, wo er im Büro als Planer

und Zeichner arbeitet. Im Winter

will er sich auch weiter aufs Rodeln

konzentrieren. Die Vorbereitung sei

gut verlaufen, der Angriff auf Kristall

könne nun folgen – in einer Saison

mit fadem Beigeschmack.

ALEX GRUBER

Geburtsdatum und -ort:

21. Dezember 1992 in Bozen

Wohnort: Villanders

Verein: SV Villanders


48 SPORT D | 2021

NATURBAHNRODELN

Greta Pinggera

Nicht mehr Feuer und Flamme

Irgendwie ist die Luft draußen. Das

merkt man im Gespräch mit Südtirols

Naturbahnrodlern, nachdem der

Internationale Verband keinen Antrag

auf Aufnahme in das olympische

Programm bei den Winterspielen 2026

gestellt hat.

Weltcup-Kalender Naturbahnrodeln

07. – 09.01. Umhausen Österreich

21. – 23.01. Vatra Dornei Rumänien

28. – 30.01. Deutschnofen Südrol

18. – 20.02. Mariazell Österreich

24. – 27.02. Moskau Russland

-Infografik: A.Delvai

Vor diesem Hintergrund macht sich

auch Greta Pinggera Gedanken. Natürlich

will sie wieder angreifen, natürlich

an Erfolge vergangener Tage anknüpfen,

aber in welche Zukunft alles gehen wird,

das sei dahingestellt. „Wir hatten wirklich

große Hoffnungen. Der italienische Wintersportverband,

das Nationale Olympische

Komitee hatten sich sehr ins Zeug

gelegt, aber vom internationalen Verband

FIL wurden wir einfach im Regen stehen

gelassen.“ Klare Worte der Rodlerin aus

Laas, die aber dennoch weitermacht.

Zumindest für einen Winter noch.

Nach der letzten Saison hatte Greta

Pinggera vor allem bei einer mehrtägigen

Küstenwanderung in Portugal ihre Batterien

aufgeladen, dann begann wieder

der Alltag, der bei der 26-Jährigen aus

dem Vinschgau mit Arbeit in der heimischen

Konditorei und dem Training

ausgefüllt war. Oft fuhr sie ins nahe

Mals, wo sie mit dem ProActive-Team

trainieren konnte. Die Mannschaftstrainings

absolvierte sie dann vornehmlich

in Lana unter der Anleitung von

Mattias Schnitzer.

„Natürlich möchte ich vorne dabei

sein, gewinnen, auch einmal meine

Freundin Evelin Lanthaler besiegen,

Sie wollen die Stars ärgern

Lanthaler, Pinggera, Pigneter, Gruber,

Clara sind die Stars im Nationalteam

der Naturbahnrodler. Zur

Weltcup-Mannschaft gehören aber

weitere Athleten, die bereit sind, einen

Sprung nach vorne zu machen.

Das sind bei den Herren Stefan Federer

aus Völs und Mathias Troger aus

Tisens, der neu ins A-Team gekommen

Greta Pinggera beim Relaxen

ist. Bei den Damen hatten die Vinschgerin

Nadine Staffler und Daniela Mittermair

aus Deutschnofen schon das eine

oder andere Erfolgserlebnis. Sie wollen

den Abstand zu Lanthaler und Pinggera

aber weiter verkleinern und – warum

nicht – auch einmal versuchen, schneller

zu sein. Nadine Staffler hat ein besonderes

Ziel vor Augen, das ist die Weltmeisterschaft

in ihrem Heimatort Laas.

2021/22

und für mich zählt der Gesamtweltcup,

die ganze Saison mehr als die

Europameisterschaft, auch wenn sie

hier in Laas stattfindet“, meint Greta

Pinggera. Die Weltmeisterin von

2017 und Siegerin von 7 Weltcuprennen

will weiter auf schnellen Kufen

die Rodelbahnen hinunterrauschen.

Den unsäglichen FIL-Entscheidungen

zum Trotz.

GRETA PINGGERA

Geburtsdatum und -ort:

17. Jänner 1995 in Schlanders

Wohnort: Laas

Verein: SC Laas

NATIONALTEAM

NATURBAHNRODELN

HERREN

A-Kader: Florian Clara (Lungariü/

Campill), Stefan Federer (Völs),

Alex Gruber (Villanders), Matthias

Lambacher (Villnöß), Patrick

Lambacher (Villnöß), Patrick Pigneter

(Völs), Mathias Troger (Tisens)

B-Kader: Fabian Brunner (Feldthurns),

Maximilian Gräber (St. Lorenzen),

Daniel Gruber (Schleis), Florian

Haselrieder (Völs), Laurin Jakob

Kompatscher (Völs)

DAMEN

A-Kader: Evelin Lanthaler (Platt in

Passeier), Daniela Mittermair

(Deutschnofen), Greta Pinggera (Laas),

Nadine Staffler (Laas)


NATURBAHNRODELN

SPORT D | 2021 49

Pigneter/Clara und Lambacher/Lambacher

Gegner und Kollegen zugleich

Bei den Doppelsitzern im Naturbahn-

Rodelsport wird schon seit Jahren

südtirolerisch gesprochen. Patrick

Pigneter und Florian Clara haben das

letzte Jahrzehnt geprägt. Aber seit

einiger Zeit erwächst den etablierten

Rodlern gerade intern eine ernsthafte

Konkurrenz: Patrick und Matthias

Lambacher aus Villnöß haben schon

mehrfach aufgezeigt, dass sie für die

Wachablösung bereit sind.

Patrick Pigneter, Frontmann des erfolgreichen

Duos Pigneter/Clara, sieht das

Ganze sehr positiv: „Durch die Konkurrenz

von Lambacher/Lambacher fühlen

wir uns umso mehr motiviert, wir wollen

zeigen, dass wir noch nicht zum alten

Eisen gehören.“

Ein herber Rückschlag war für die

gesamte Naturbahnrodel-Bewegung die

Meldung, dass der Weltverband FIL diese

Disziplin nicht für Olympia 2026 vorschlagen

wird. Aber

das hat Südtirols

Rodler noch mehr angespornt: „Wir wollen

zeigen, dass wir auch wer sind!“

Ist Olympia 2026 kein Thema mehr,

so ist es die Saison 2021/22 gewiss.

Hauptziel der Doppelsitzer aus Südtirol

ist sicher die Europameisterschaft in

Laas. Für Pigneter/Clara geht es um die

Bestätigung als bester Doppelsitzer, für

die Lambacher-Brüder um die Titelverteidigung.

Zur Erinnerung: 2020

hatten Patrick und Matthias bei einem

grenzwertigen Wettkampf in Moskau

(gerade 10 Sekunden Fahrzeit) den

EM-Titel geholt, jetzt möchten sie sich

auf einer „langen“ Bahn bestätigen. „In

Laas waren wir schon im vergangenen

Jahr nur knapp hinter Pigneter/Clara

an 2. Stelle, jetzt möchten wir endlich

ganz oben stehen“, sagt der Hintermann

Matthias Lambacher. Patrick Lambacher

ist im Sommer als Rad-Wanderführer

(in modernem Deutsch „Bike-Guide“)

für ein Hotel unterwegs und

hält sich dadurch gut in Form,

während sein Bruder Matthias

als Mitarbeiter in der Bezirksgemeinschaft

Eisacktal, wo er

auch in der Tischlerei

tätig ist, jede

freie Minute zum

Training nutzt.

Ähnlich ist es bei

Patrick Pigneter

und Florian Clara, die

individuell viel trainieren,

selten aber als Duo die

Möglichkeit haben, sich direkt

aufs Rennen vorzubereiten.

Trotzdem: Neid gibt es im

Südtiroler Team nicht. Matthias

Lambacher gibt es offen zu:

„Pigneter/Clara geben uns ihr

Wissen gerne weiter. Sie unterstützen uns

mit Tipps und Ratschlägen, wir sehen sie

als Vorbilder und Kollegen.“ Trotzdem

bleibt der Wunsch, sie einmal hinter sich

zu lassen. Das ist zwar schon ein paar

Mal passiert (bei der genannten EM, bei

nationalen Wettkämpfen), nun soll es

aber auch im Weltcup geschehen.

PATRICK LAMBACHER

Geburtsdatum und -ort:

19. März 1994 in Sterzing

Wohnort: Kastelruth

Verein: SV Villnöß

FLORIAN CLARA

Geburtsdatum und -ort:

11. Februar 1988 in Bruneck

Wohnort: Lungiarü/Campill

Verein: US Lungiarü

PATRICK PIGNETER

Geburtsdatum und -ort:

19. Juli 1987 in Bozen

Wohnort: Völs

Verein: SV Völs

MATTHIAS LAMBACHER

Geburtsdatum und -ort:

10. Oktober 1996 in Sterzing

Wohnort: St. Magdalena in Villnöß

Verein: SV Villnöß


50 SPORT D | 2021

BOB & SKELETON

Anna Schenk Langweilig wird es sicher nicht

Grödens Bob-Lady Anna Schenk

hat alle Hände voll zu tun: Sport auf

höchstem Niveau, 2 Kinder und viel

Arbeit daheim im Betrieb. Eine Reise

nach Peking soll demnächst dennoch

drin sein.

Sie ist wohl ein Unikum in der

Bob-Landschaft. Anna Schenk aus

Wolkenstein, 27 Jahre alt, Anschieberin.

Aber: Die Grödnerin ist nicht nur

Sportlerin, sondern auch zweifache

Mami und Kellnerin. „Langweilig wird

mir sicher nicht“, lacht sie. Kids, Sport

und die Arbeit im heimischen Betrieb

gilt es unter einen Hut zu bringen.

„Ich denke, das gelingt mir ganz gut“,

sagt die Grödnerin, die erst 2019 zum

Bobsport kam. Entdeckt wurde sie

damals beim Lauftraining, schließlich

war sie in ihrer Kindheit und Jugend

als Leichtathletin unterwegs. Ihr

Entdecker war übrigens Alex Verginer,

der Anschieber aus dem Gadertal.

„Der Sport hat mich sofort fasziniert“,

erinnert sich Schenk. Noch heute holt

sie sich gerne Tipps bei den Herren,

insbesondere den Südtirolern Verginer

und Patrick Baumgartner (siehe dazu

auch Seite 51) . „Wir Azzurri sind allesamt

ein Team“, stellt sie klar.

In dieser Saison wird sie in erster

Linie mit Pilotin Giada Andreutti an

den Start gehen. Die Chancen für

Olympia stehen dabei nicht schlecht.

„Ich möchte im Februar in Peking

dabei sein“, so die Zielvorgabe der

Grödnerin. Aber sie weiß auch: Es ist

ein weiter Weg bis dahin. Erst muss

sich Andreutti qualifizieren, dann

könne man weiterschauen, wer als

Anschieberin bzw. Bremserin dabei

ist. 4 Athletinnen stehen hierbei zur

Auswahl. Die Entscheidungen dürften

bei den Weltcups im Jänner in Lettland

fallen. Wer dann am besten drauf ist,

darf nach China.

Im Gegensatz zu den meisten anderen

Wintersportlerinnen ist Schenk auch

in den kalten Monaten sozusagen

„Teilzeit-Sportlerin“. So bestreitet sie

wegen der Kinder bewusst nicht alle

Weltcups. „Das geht natürlich nicht“,

so die Bob-Mami. Meist ist sie 2 Wochen

weg und dann wieder 2 Wochen

im heimischen Gröden. Die beiden

Söhne sind ihre größten Fans und

wollen ihrer Mami auch im Februar

die Daumen drücken, wenn diese ihr

Olympia-Debüt feiert.

Anna Schenk mit ihren Söhnen Fabian

(links) und Luca (rechts) auf der Seiser Alm.

ANNA SCHENK

Geburtsdatum und -ort:

19. März 1994 in Bozen

Wohnort: Wolkenstein

Verein: Atletica Gherdeina

Manuel Schwärzer Das Verletzungspech abschütteln

Glück hatte Südtirols Skeletoni Manuel

Schwärzer in den letzten Jahren

mit Sicherheit nicht. Und dennoch:

Olympia bleibt das große Ziel.

Immer wieder warfen ihn schwere

Verletzungen zurück. Im März 2018

war Schwärzer beim Training im

Eiskanal von St. Moritz mit 110 km/h

gegen die Bande gekracht. Intensivstation

und Reha waren die Folge. Beim

Weltcup in Igls Ende 2020 verletzte

er sich beim Start am Oberschenkel.

„Rund 6 Zentimeter vom Beinbeuger

waren weggerissen. Damit war so gut

wie die gesamte letzte Weltcup-Saison

gelaufen“, erklärte er. Im Intercontinental-Cup

(ICC) versuchte er sich

ab Februar wieder heranzutasten,

langsam, Schritt für Schritt. Die Vorbereitung

im Sommer konnte er quasi

komplett absolvieren.

Trotz der vielen Verletzungen, die Ziele

sind und bleiben ambitioniert. „Ich

will zu Olympia. Die Chancen dafür

stehen gut“, betont der 25-Jährige aus

Meransen. Er weiß: „Ich bin gut drauf,

die Vorbereitung lief gut.“ Die ersten

Rennen hat er schon hinter sich, die

Ergebnisse sind recht ermutigend.

Weltcupkalender Bob und Skeleton

26. – 28. November

03. – 05. Dezember

10. – 12. Dezember

17. – 19. Dezember

31. Dez. – 2. Jänner

07. – 09. Jänner

14. – 16. Jänner

-Infografik: M. Lemanski

Igls

Altenberg

Winterberg

Altenberg

Sigulda

Winterberg

St. Moritz

Österreich

Deutschland

Deutschland

Deutschland

Leland

Deutschland

Schweiz

2021/22

MANUEL SCHWÄRZER

Geburtsdatum und -ort:

1. November 1996 in Brixen

Wohnort: Meransen

Sportgruppe: Heer


BOB & SKELETON

SPORT D | 2021 51

Patrick Baumgartner

Tipps von der Freundin

Nein, optimal ist die letzte Saison

nicht gelaufen für Italiens Nummer

1 im Bobsport, den Issinger Patrick

Baumgartner. Zwar waren durchaus

einige starke Resultate dabei, wie der

7. Platz beim „Mini-Weltcup“ mit 13

Zweierbob-Teams zum Auftakt in Sigulda

(aufgrund der Pandemie waren

nur europäische Teams dabei), aber

im Großen und Ganzen weiß Baumgartner:

„Da muss mehr kommen“.

Und da soll in dieser Saison auch

wieder mehr kommen. Im vergangenen

Jahr gab es vor allem im Viererbob

einige verletzungsbedingte Ausfälle zu

beklagen, mehrmals musste der Pilot

auf seine besten Bremser verzichten.

In der Olympia-Saison hofft er, vom

Verletzungspech verschont zu bleiben.

Sollte nicht alles daneben gehen, dann

hat Baumgartner seinen Startplatz in

China sicher. Es wäre der nächste große

Schritt in einer Karriere, in der es meist

nach oben ging. 2019 hatte er mit

dem Europacup-Gesamtsieg und dem

U26-Europameistertitel endgültig den

Durchbruch geschafft.

Im Oktober konnte der 26-Jährige

bereits 3 Wochen in den olympischen

Eiskanal in Peking „hineinschnuppern“.

Eine Bahn, so sagt er, die nicht vergleichbar

mit anderen sei, mit einigen

Bergauf-Passagen und speziellen Kurven.

„Es muss alles passen, sonst verliert

man viel Zeit“, analysiert Baumgartner.

Ob er bei den Olympischen Spielen

gemeinsam mit dem zweiten Südtiroler

Bob-Athleten, den Gadertaler Alex Verginer

startet, scheint derzeit ungewiss.

Der 27-jährige Anschieber und Bremser

aus St. Martin in Thurn muss sich in

dieser Saison erst wieder beweisen. „In

der Vorbereitung hat er aber schon mal

seine gute Form unter Beweis gestellt“,

sagt Baumgartner. Zu Beginn der Weltcupsaison

wird man das Südtiroler Duo

wohl nicht gemeinsam im Bob sehen,

dann wird je nach Form und Resultaten

entschieden. Derzeit ist Verginer im

anderen italienischen Viererbob mit Pilot

Mattia Variola gesetzt.

Baumgartners Ziel im Weltcup ist es

jedenfalls, sich zwischen den Plätzen

8 und 12 zu etablieren. Mit Ausreißern

nach vorne. „Wenn es ganz gut läuft,

dann wollen wir auch mal ein Wörtchen

um die vorderen Plätze mitreden“, so

Baumgartner. Vor allem im Zweierbob

scheinen die Podestplätze (noch) weit

entfernt, die Top-Nationen, allen voran

Deutschland, sind in Sachen Material zu

sehr voraus. „Aber mal schauen, was die

nächsten Jahre so alles möglich ist.“

Mit der Nationalmannschaft standen

Trockentrainings in Sterzing und in

Cortina auf dem Programm. Zudem

hat Baumgartner auch im heimischen

Pustertal intensiv an seiner Kraft und

Kondition gearbeitet. In den Sportzonen

von Reischach und individuell daheim

wurde trainiert.

Abseits vom Sport versuchte er, bei

Wanderungen in den Bergen und Ausflügen

mit Freundin und Familie Kraft

zu tanken. „Das tut gut und ist eine tolle

Abwechslung, in der Natur kann man

abschalten“, erklärt er. Seine Freundin

Greta Passler (sie ist die ältere Schwester

von Biathletin Rebecca Passler)

steht ihm dann auch immer wieder mit

Ratschlägen zur Seite. Seit viereinhalb

Jahren sind

die beiden

ein Paar. Die

24-Jährige war

früher selbst im

Jugendbereich

im Biathlon erfolgreich

und beendete

vor einigen

Jahren ihre aktive

Karriere.

PATRICK BAUMGARTNER

Geburtsdatum und -ort:

27. Dezember 1994 in Bruneck

Wohnort: Issing/Pfalzen

Sportgruppe: Gefängnispolizei

NATIONALTEAM

BOB & SKELETON

Bob:

HERREN

A-Kader: Patrick Baumgartner (Pfalzen),

Costantino Ughi, Mattia Variola, Eric

Fantazzini, Robert Gino Mircea, Josè

Delmas Obou, Alex Pagnini, Lorenzo

Bilotti, Alex Verginer (St. Martin in Thurn)

DAMEN

A-Kader: Giada Andreutti, Tania

Vicenzino, Elena Scarpellini, Anna Schenk

(Wolkenstein)

Skeleton:

HERREN

A-Kader: Mattia Gaspari, Manuel

Schwärzer (Meransen), Amedeo Bagnis

DAMEN

A-Kader: Alessandra Fumagalli, Alessia

Crippa, Valentina Margaglio


52 SPORT D | 2021

SKISPRINGEN

Alex Insam und Daniel Moroder

Mit neuem Schwung

Der letzte, etwas unter den Erwartungen

verlaufene Skisprung-Winter

ist Schnee von gestern. Alex Insam

und Daniel Moroder sind nun bereit,

den nächsten Schritt zu machen.

Skispringer aus Italien haben es

nicht leicht: Die Ressourcen sind

knapp, die Strukturen nicht die besten.

Und dennoch kämpfen sich Alex

Insam und Daniel Moroder Jahr für

Jahr durch. In diesem Sommer hat

Ersterer eine Achterbahnfahrt der

Gefühle erlebt. „Zu Beginn habe ich

schnell einen guten Rhythmus gefunden

und technisch gesehen Fortschritte

gemacht“, berichtet der 23-Jährige.

Dann aber brach sich der Athlet aus

Wolkenstein die Elle und die Speiche,

weswegen er anderthalb Monate pausieren

musste. Erst Ende September

kehrte Insam wieder auf die Schanze

zurück – und hat sofort das gute

Gefühl wiedergefunden. Dieses will er

nun im Wettkampf umsetzen – ohne

sich einen großen Ergebnisdruck aufzuerlegen.

„Das Ziel sind natürlich die

Olympischen Spiele, wobei ich mich

auch bei der Vierschanzentournee und

der Skiflug-Weltmeisterschaft in Viker-

DANIEL MORODER

Geburtsdatum und -ort:

22. Jänner 2002 in Sterzing

Wohnort: St. Ulrich

Verein: SC Gröden

sund gut präsentieren möchte“, meint

Insam abschließend.

Während die Olympia-Teilnahme von

Insam wohl nur eine Formalität sein

dürfte, muss der 19-jährige Daniel

Moroder zuerst im Continental Cup

punkten, um den Vorgaben gerecht

zu werden. „Wenn es dazu kommt,

bin ich glücklich. Wenn nicht, dann

gilt es, hart weiterzuarbeiten“, sagt

er. Obwohl Moroder sich körperlich

so gut fühlt wie noch nie zuvor, sei

„in technischer Hinsicht noch viel

zu erledigen“. Große Sorgen bereitet

ihm die noch nicht perfekte Verfassung

jedoch nicht – auch weil er sich

ALEX INSAM

Geburtsdatum und -ort:

19. Dezember 1997 in Brixen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Polizei

NATIONALTEAM SKISPRINGEN

HERREN

A-Kader: Alex Insam (Wolkenstein),

Giovanni Bresadola

B-Kader: Mattia Galliani, Daniel Moroder

(St. Ulrich), Francesco Cecon

DAMEN

A-Kader: Lara Malsiner (St. Ulrich),

Jessica Malsiner (St. Ulrich)

B-Kader: Martina Ambrosi

im Training stetig verbessert. „Es geht

auch darum, Vertrauen in sich selbst

zu haben.“ In Topform will sich der

Mann aus St. Ulrich bei der Junioren-

Weltmeisterschaft in Zakopane (Polen)

befinden, die Ende Februar über

die Bühne geht. „Ein Top-10-Ergebnis

dort ist mein Ziel.“

Weltcup-Skispringen

Herren 2021/22

27.11.

28.11.

4.12.

5.12.

11.12.

12.12.

18.12.

19.12.

29.12.

1.1.

4.1.

6.1.

8.1.

9.1.

15.1.

16.1.

21.1.

22.1.

23.1.

28.1.

29.2.

30.2.

26.2.

27.2.

Ruka

E G

Ruka

E G

Wisla

T G

Wisla

E G

Klingenthal

E G

Klingenthal

E G

Engelberg

E G

Engelberg

E G

Vierschanzentournee

Oberstdorf

E G

Garmisch

E G

Innsbruck

E G

Bischofshofen E G

Bischofshofen E G

Bischofshofen T G

Zakopane

T G

Zakopane

E G

Sapporo

E G

Sapporo

E G

Sapporo

E G

Willingen

T G

Willingen

E G

Willingen

E G

Lah

T G

Lah

E G

Raw Air Tour

Lillehammer

E G

Oslo

MT G

Oslo

E G

Oslo

E G

Oberstdorf

E F

Oberstdorf

E F

Planica

E F

Planica

T F

E F

MT Mixed Team

3.3.

4.3.

5.3.

6.3.

19.3.

20.3.

25.3.

26.3.

27.3. Planica

E* Einzel

G* Großschanze

-Infografik: A.Delvai

T* Team

F Flugschanze


SKISPRINGEN

SPORT D | 2021 53

Lara und Jessica Malsiner

Ein großes Missverständnis

Lara und Jessica Malsiner sind

aufgrund einer turbulenten Vorbereitung

nicht auf dem gewünschten

Formstand. Die Erwartungen

wurden dementsprechend nach

unten geschraubt.

Als Andreas Felder im Frühling

2020 als neuer Coach des

Skisprung-Teams vorgestellt wurde,

herrschte hierzulande Aufbruchstimmung.

Mittlerweile ist die Euphorie

der Ernüchterung gewichen. Die

Zusammenarbeit mit der Ski-Legende

hat sich als so großes Missverständnis

herausgestellt, dass der Österreicher

im Sommer seinen Posten räumen

musste. Wobei: Auf dem Papier gilt er

immer noch als Cheftrainer. Südtirols

beste Skispringerin Lara Malsiner

sagt: „Manchmal trifft man eine Person

und man versteht sich auf Anhieb,

manchmal ist genau das Gegenteil der

LARA MALSINER

Geburtsdatum und -ort:

14. April 2000 in Sterzing

Wohnort: St. Ulrich

Sportgruppe: Finanzwache

Fall.“ Es sei schwierig gewesen, mit

ihm zu reden. Schwester Jessica meint:

„Wir haben nicht auf der gleichen Ebene

kommuniziert.“ Michael Lunardi

und Sebastian Colloredo haben Felder

nun abgelöst. Letzterer hat seine

Karriere erst vor 2 Jahren beendet und

könne sie „besser verstehen“.

Wegen der Unstimmigkeiten im

Trainerstab ist das Geschwister-Paar

weit von der Bestform entfernt. „Ich

könnte weiter sein, als ich es tatsächlich

bin“, drückt es Lara euphemistisch

aus. Jessica sagt hingegen, dass sie

„überhaupt keine guten Sprünge zusammengebracht“

habe. Die Ränge 28

bzw. 32 beim Sommer Grand Prix am

2. Oktober in Klingenthal werden den

Ansprüchen der beiden Athletinnen

aus St. Jakob in Gröden nicht gerecht,

zumal Lara schon einmal auf dem

Weltcup-Podium stand, während die

19-jährige Jessica mit dem 15. Platz

JESSICA MALSINER

Geburtsdatum und -ort:

23. September 2002 in Sterzing

Wohnort: St. Ulrich

Sportgruppe: Finanzwache

bei der letztjährigen Weltmeisterschaft

in Oberstdorf für Aufsehen sorgte. Immerhin

zeigt die Formkurve bei beiden

seit dem Trainerwechsel wieder nach

oben. Große Ziele wollen sie jedoch

nicht ausrufen. Das Hauptaugenmerk

liege darauf, wieder zur Form der

letzten Jahre zurückzufinden.

Und die Olympischen Spiele? Weil beide

ihr Ticket schon so gut wie sicher

in der Tasche haben, seien die Gedanken

daran noch nicht so präsent. Aber

natürlich wollen sie sich in Peking

bestmöglich präsentieren.

Weltcup-Skispringen

Damen 2021/22

26.11. Nischny Tagil N

27.11. Nischny Tagil N

04.12. Lillehammer N

05.12. Lillehammer G

10.12. Klingenthal G

11.12. Klingenthal G

17.12. Ramsau N

31.12. Ljubno N

01.01. Ljubno N

08.01. Sapporo G

09.01. Sapporo G

14.01. Zao Sapporo

15.01. Zao Sapporo

N

N

28.01. Willingen MT G

29.01. Willingen

G

30.01. Willingen G

25.02. Hinzenbach T N

26.02. Hinzenbach

N

27.02. Hinzenbach

N

03.03. Lillehammer

G

04.03. Oslo

MT G

05.03. Oslo

G

06.03. Oslo

G

12.03. Oberhof

N

13.03. Oberhof

N

19.03. Nischny Tagil N

20.03. Nischny Tagil N

26.03. Tschaikowsky G

27.03. Tschaikowsky G

MT Mixed Team

G* Großschanze

T* Team

N Normalschanze

-Infografik: A.Delvai/M. Lemanski


54 SPORT D | 2021

NORDISCHE KOMBINATION

Aaron Kostner Erst Leistung bringen

Es kann vorkommen, dass Spitzensportler

mehr trainieren, als

ihnen guttut. Aaron Kostner ist

das im vergangenen Sommer

passiert. „Ich wollte alles extrem

machen, war übertrainiert. Und

dann ist beim Sommer-Grand-

Prix überhaupt nichts mehr

gegangen“, erzählt der nordische

Kombinierer. Und so hat er

2 Wochen Pause eingelegt, um

sich zu erholen.

Nun fühlt er sich wieder richtig

gut. „Die Form wird immer

besser. Bevor es los geht, weißt

du zwar nie, wo du stehst, aber

ich bin sehr zuversichtlich. Das

Training im Herbst hatte eine sehr

hohe Qualität“, sagt der junge

Grödner. Was ihn besonders freut,

ist, dass das Knie überhaupt keine

Probleme macht. Zur Erinnerung:

Im Dezember 2019 hatte er

sich beim Weltcup in Ramsau das

Kreuzband gerissen.

Kostner ist froh, dass der Weltcup in

Finnland beginnt. „In Ruka schneit

es immer ein wenig und da ist es auf

der Schanze beim Aufsprung nicht

so hart“, erklärt er. Trotzdem sind

seine Erwartungen beim Weltcup-

Auftakt nicht allzu groß. Der

Grund: „Ich tue mich am Anfang

der Saison meistens schwer.“

Zuletzt wurde viel auf der Schanze

trainiert, wobei Kostner viel mit

kürzeren Ski gesprungen ist. „Das

macht man, um selbst ein Fluggefühl

aufzubauen, statt sich tragen zu

lassen“, nennt er den Grund dafür.

Im Wettkampf werden natürlich

wieder die langen Ski genommen.

Die Olympischen Spiele sind für

Aaron Kostner noch weit weg.

„Erst muss ich Leistung bringen,

damit ich überhaupt dabei bin“,

stellt er klar.

AARON KOSTNER

Geburtsdatum und -ort:

8. Juli 1999 in Sterzing

Wohnort: St. Ulrich

Sportgruppe: Polizei

Samuel Costa Sogar aufs Tauchen verzichtet

Wenn etwas nicht so funktioniert,

wie es sollte, dann analysiert Samuel

Costa alles bis ins kleinste Detail, um

herauszufinden, wie er das ändern

kann. Das hat der Nordische Kombinierer

aus Wolkenstein auch nach der

Saison 2020/21 gemacht. Sogar auf

das geliebte Apnoe-Tauchen hat er

verzichtet, um sich ganz dem Training

zu widmen und die Schwächen beim

Springen auszumerzen.

Bereits im April war er auf der Schanze,

hat vor allem an seiner Hocke gearbeitet.

„Jetzt bin ich auf einem guten

Punkt, habe es automatisiert und muss

nicht mehr an die Hocke denken, wenn

ich am Ablauf stehe. Wie es dann wirklich

funktioniert, sieht man freilich erst,

wenn die Saison losgeht“, sagt Costa.

Er ist eigentlich ein guter Springer, hat

das zuletzt aber nur mehr sporadisch

gezeigt. „Der letzte Winter hat gut

angefangen. Deshalb habe ich mich

dann zu sehr darauf konzentriert, im

Langlauf noch besser zu werden. Das

Springen zu vernachlässigen war ein

großer Fehler, den ich sicher nicht

mehr machen werde“, merkt er selbstkritisch

an.

Auch wenn es beim Sommer-Grand-

Prix nicht so gut gelaufen ist, so ist

Costa doch überzeugt davon, dass die

Vorbereitung gut war. Beim Ausdauertraining

hat Coach Danny Winkelmann

mehr auf kürzere Einheiten gesetzt.

„Ich habe versucht, klüger zu trainieren“,

sagt Costa.

Bei den Olympischen Spielen 2018

konnte er nicht antreten, weil er

verletzt war. Diesmal hofft er, dabei

zu sein. Es wäre seine zweite Olympia-

Teilnahme nach 2014. Er weiß, wie

bedeutend Olympia für einen Athleten

ist und beschreibt das so: „Wenn du

die ganze Saison schlecht bist, aber bei

Olympia eine Medaille holst, hast du

alles richtig gemacht.“

SAMUEL COSTA

Geburtsdatum und -ort:

30. November 1992 in Bozen

Wohnort: Wolkenstein

Sportgruppe: Polizei


NORDISCHE KOMBINATION

SPORT D | 2021 55

Daniela Dejori Schnelle Heilung

Zuerst eine Sprunggelenks-Verletzung,

dann eine Entzündung

im Knie: Die Sommer-Vorbereitung

von Daniela Dejori ist wahrlich

nicht gut verlaufen. Plötzlich

ging es jedoch steil nach oben.

Aufgrund eines im Mai diesen

Jahres zugezogenen Bänderisses

im Sprunggelenk war Südtirols

beste Nordische Kombiniererin im

Sommer zu einer zweimonatigen

Pause gezwungen. Als ob das in

einer derart trainingsaufwändigen

Sportart nicht Einschränkung

genug wäre, litt die 19-Jährige im

Weltcup-Kalender Nordische Kombination

26.11. Ruka

27.11. Ruka

28.11. Ruka

04.12. Lillehammer

05.12. Lillehammer

11.12. Otepää

12.12. Otepää

18.12. Ramsau

19.12. Ramsau

07.01. Fleimstal

08.01. Fleimstal

09.01. Fleimstal

15.01. Klingenthal

16.01. Klingenthal

22.01. Planica

23.01. Planica

28.01. Seefeld

29.01. Seefeld

30.01. Seefeld

26.02. Lah

27.02. Lah

05.03. Oslo

06.03. Oslo

12.03. Schonach

13.03. Schonach

03.12. Lillehammer

04.12. Lillehammer

11.12. Otepää

12.12. Otepää

17.12. Ramsau

07.01. Fleimstal

08.01. Fleimstal

23.01. Planica

12.03. Schonach

13.03. Schonach

-Infografik: A.Delvai

Herren

Ruka-Tour

Finnland

Finnland

Finnland

Norwegen

Norwegen

Estland

Estland

Österreich

Österreich

Italien

Italien

Italien

Deutschland

Deutschland

Slowenien

Slowenien

Seefeld Triple

Österreich

Österreich

Österreich

Finnland

Finnland

Norwegen

Norwegen

Deutschland

Deutschland

Damen

Norwegen

Norwegen

Estland

Estland

Österreich

Italien

Italien

Slowenien

Deutschland

Deutschland

August dann auch noch an einer

Entzündung im Knie. Diese hinderte

sie fast einen weiteren Monat

lang am Ausdauertraining, ehe

sich die Situation von einem Tag

auf den anderen schnell besserte:

„Ich konnte wieder schmerzfrei

meine Einheiten absolvieren“,

berichtet Dejori.

Dennoch habe sie durch die vielen

Verletzungen nicht die gewünschten

Umfänge abspulen können.

„Vor allem im Langlauf fehlen

mir einige intensive Einheiten,

die Grundausdauer. Im Skispringen

weiß ich nicht, wo ich genau

2021/22

Einzel Großschanze

Einzel Großschanze

Einzel Großschanze

Team Normalschanze

Einzel Großschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Mixed Team Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Großschanze

Einzel Großschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Teamsprint Großschanze

Einzel Großschanze

Einzel Großschanze

Einzel Großschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Mixed Team Normalschanze

Massenstart Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

Einzel Normalschanze

stehe, da ich noch keinen Wettkampf

bestritten und somit keine

Vergleichswerte habe“, sagt Dejori,

die auf der Schanze versucht hat,

sich technisch weiterzuentwickeln.

Ob sie direkt beim Weltcup-Auftakt

in Lillehammer am 3. Dezember in

die neue Saison einsteigt oder zuvor

noch bei einem FIS-Rennen antreten

wird, weiß sie nicht. Gewiss ist hingegen,

dass im anstehenden Winter

kein richtiger Höhepunkt ansteht.

Ein spezielles Ziel festzulegen, sei

deshalb schwer. „Ich will mich von

Rennen zu Rennen steigern. Wenn

das gelingt, bedeutet es, dass ich bei

den wichtigsten mein ganzes Potenzial

ausschöpfen kann.“

DANIELA DEJORI

Geburtsdatum und -ort:

1. August 2002 in Brixen

Wohnort: Wolkenstein

Verein: SC Gröden

NATIONALTEAM

NORDISCHE KOMBINATION

HERREN

A-Kader: Aaron Kostner (St. Ulrich),

Samuel Costa (Wolkenstein),

Alessandro Pittin, Raffaele Buzzi

B-Kader: Iacopo Bortolas, Stefano

Radovan, Domenico Mariotti

DAMEN

A-Kader: Veronica Gianmoena,

Annika Sieff, Daniela Dejori (Wolkenstein)

B-Kader: Lena Prinoth (St. Ulrich)


56 SPORT D | 2021

FREERIDE

Liebt es wild, steil und

voller Tiefschnee: Arianna Tricomi.

Arianna Tricomi

Aller guten Dinge sind vier

Arianna Tricomi hat sich von Corona

gut erholt und freut sich auf die

nächsten Wochen. „Ich habe mich

infiziert, hatte aber keine Probleme

und konnte daheim auch immer

trainieren. Das Gute an der Sache

ist, dass ich jetzt für 6 Monate durch

das Genesungs-Dokument frei bin“,

erklärt die in Innsbruck wohnende

Ski-Freestylerin aus Corvara.

Die Freeride-World-Tour konnte sie

2018, 2019 und 2020 für sich entscheiden.

Im Vorjahr gewann die mit

Tricomi gut befreundete Schweizerin

Elisabeth Gerritzen den WM-Titel.

Tricomi nutzte den Sommer und

Frühherbst zu reichlich Training im

Freien. „Ich bin viel in den Dolomiten

geklettert, bin gewandert und das hat

mächtig Spaß gemacht. Die Berge liebe

ich einfach. Im Juli wurden mir die

Schrauben und Platten aus meinem

operierten Sprunggelenk entfernt. Es

geht mir körperlich sehr gut“, zieht

Tricomi vor Saisonbeginn im Jänner

2022 Zwischenbilanz.

Auf den Gletschern in Österreich

hat die Gadertalerin bereits einige

Trainings auf Schnee absolviert. „Ich

freue mich wieder auf die Tour und

hoffe auf vergangenen Zeiten wie

vor der Pandemie. Denn die letzte

Saison war durch Corona alles andere

als schön, auch in der Szene war

die Stimmung gedämpft“, berichtet

Tricomi. Sie litt als Gefühlsmensch

reichlich darunter.

Die World Tour beginnt in Spanien

am 22. Jänner 2022. 4 Wettbewerbe

finden in Europa statt, zudem einer

in Kanada. „Schade, dass Japan nicht

im Kalender ist. Aber aufgrund der

Pandemie wollte man nicht zu viel

zwischen den Kontinenten herumreisen“,

sagt Tricomi. All zu große sportliche

Ziele stecke sie sich keine, Ideen

und Pläne hat sie hingegen viele: „Ich

denke an ein Filmprojekt, an Videos.

Da gäbe es so einiges, aber aufgrund

der unsicheren Lage ist noch nichts

spruchreif“, meint die 29-Jährige.

Tricomi lässt sich oft und gerne von

ihrer inneren Stimme treiben, sie

ist ein Freigeist. Daher liebt sie ihr

Leben als Free-Riderin zwischen den

Schnee behangenen Felswänden auch

so sehr.

Freeride World Tour

22. bis 28. Jänner

30. Jänner bis 5. Februar

12. bis 17. Februar

15. bis 20. März

26. März bis 3. April

-Infografik: M. Lemanski

Baqueira Beret

Ordino-Arcalis

Kicking Horse Golden

Fieberbrunn

Verbier

2021/22

Spanien

Andorra

Kanada

Nordrol/Österreich

Schweiz

ARIANNA TRICOMI

Geburtsdatum und -ort:

1. August 1992 in Bozen

Wohnort: Innsbruck/Corvara

Verein: Red-Bull-Athletin


FREESTYLE SKI

SPORT D | 2021 57

Silvia Bertagna Sie hat noch nicht genug

Silvia Bertagna ist das Evergreen

Girl der Freestyle-Szene, für Teamkolleginnen

wie Gegnerinnen ein

Vorbild – und noch lange nicht

am Ende ihrer beeindruckenden

Karriere angelangt.

Immer jüngere Sportlerinnen mischen

den Freestyle-Sport mit immer waghalsigeren

Tricks auf, fordern dadurch

dessen Entwicklung und sorgen für

einen rasanten Anstieg des Niveaus.

Um mithalten zu können, ist hartes

Training und eine große Leidenschaft

unumgänglich. Silvia Bertagna weiß

das am besten. Die 34-Jährige gehört

auch im fortgeschrittenen Freestyle-

Alter nach wie vor zur Weltspitze.

Verantwortlich dafür ist ihre stetige

Weiterentwicklung. Dass ihr bei der

letzten Weltmeisterschaft der erste

Double Cork ihrer Laufbahn gelang,

ist nur ein Beispiel dafür.

Das langjährige Training und die Sprünge

haben bei der St. Ulricherin zwar ihre

Spuren hinterlassen, der Erfolgshunger

ist aber ungebremst: „Ich habe nach der

letzten Saison Ruhe walten lassen, das

hat mir und meinen Knien, die zwischendurch

zwicken, sehr gut getan“,

erklärt Bertagna: „Dennoch konnte ich

das, was ich mir vorgenommen habe,

trainingsmäßig erledigen. Ich habe vorwiegend

auf sogenannten Banger Parks

trainiert, das Schneetraining kam erst im

September dazu.“

Der Big-Air-Weltcupauftakt in Chur

Mitte Oktober endete mit einem achtbaren

6. Rang. Achtbar, weil Bertagna

keinen perfekten Sprung zeigte – und

dennoch 20 Athletinnen hinter sich ließ.

Das stimmt sie für ihrer 2. Olympischen

Spiele nach Sotschi 2014 positiv.

„Schlussendlich ist Olympia ein Rennen

wie jedes andere, bei dem es darum

geht, alles auf den Punkt zu bringen.“

Dort das „Rennen des Lebens“ zu

bestreiten, wäre für Bertagna, die das

Olympia-Ticket schon so gut wie sicher

in der Tasche hat, das Größte.

SILVIA BERTAGNA

Geburtsdatum und -ort:

30. November 1986 in Brixen

Wohnort: St. Ulrich

Verein: SC Gröden

Ralph Welponer

Olympia-Traum zerstört

Monatelang hat Ralph Welponer hart

in der Vorbereitung geschuftet, um

sich seinen Traum von Olympia 2022 zu

verwirklichen. Aber schon am letzten

Wochenende ist dieser bereits verpufft.

Freestyle ist ein risikoreicher Sport,

der schwere Verletzungen nach sich

ziehen kann. Welponer weiß das am

besten, riss er sich doch im Oktober

2018 das Kreuzband im linken Knie.

3 Jahre später ist der 24-Jährige aus

St. Ulrich erneut zu einer Zwangspause

gezwungen: Am vergangenen Freitag,

19. November, kam Welponer im

Rahmen des Slopestyle-Weltcups am

Stubaier Gletscher heftig zu Sturz, als er

zu weit sprang und mit „zu viel Gewicht

auf dem rechte Knie“ landete. Diagnose:

Riss des Kreuzbandes, des Innenund

Außenbandes sowie des Meniskus.

Schon 2 Tage nach diesem verhängnisvollen

Unglück, der alle Olympia-

Hoffnungen im Keim ersticken ließ,

wurde der Freestyler aus St. Ulrich in

der Bozner CityClinic vom Orthoplus-

Team um Dr. Florian Perwanger operiert.

„Ich versuche,

so schnell wie

möglich zurückzukommen

und

bleibe positiv“,

gab sich

Welponer

in einer

Stellungnahme

kämpferisch.

RALPH WELPONER

Geburtsdatum und -ort:

4. April 1997 in Bozen

Wohnort: St. Ulrich

Verein: SC Gröden

Weltcup-Kalender

Freestyle 2021/22

Big Air

4.12. Steamboat

7.1. Mammoth Mountain

Slopestyle

8.1. Mammoth Mountain

16.1. Font Romeu

5.3. Bakuriani

12.3. Tignes

26.3. Silvaplana

-Infografik: A.Delvai

USA

USA

USA

Frankreich

Georgien

Frankreich

Schweiz

NATIONALTEAM FREESTYLE SKI

HERREN

Gruppe A: Leonardo Donaggio,

Ralph Welponer (St. Ulrich)

Gruppe B/Nachwuchs: Emanuele Canal,

Matteo Giacomuzzi, Moritz Happacher

(Sexten), Simon Leitner (Pfalzen),

René Monteleone (St. Ulrich in Gröden),

Filippo Levis, Miro Tabanelli, Kilian Morone

DAMEN

Gruppe A: Silvia Bertagna (St. Ulrich),

Elisa Maria Nakab


DIE

58 SPORT D | 2021

AKTUELL

SÜDTIROLS

WELTCUP-KALENDER

1 GRÖDEN

15. bis 18. Dezember

SKI ALPIN

WELTCUP-

STATIONEN

7I N SÜDTIROL

2 KARERPASS/CAREZZA

16. Dezember

SNOWBOARD

3

INNICHEN FREESTYLE/SKICROSS

18. bis 20. Dezember

4

ALTA BADIA

19. und 20. Dezember

SKI ALPIN

SEISERALM NATURBAHNRODELN

14. bis 17. Jänner

ABGESAGT

6

5

ANTHOLZ

KRONPLATZ

5

ANTHOLZ

20. bis 23. Jänner

BIATHLON

INNICHEN

3

6

7

KRONPLATZ

25. Jänner

SKI ALPIN

DEUTSCHNOFEN NATURBAHNRODELN

10. bis 13. Februar

GRÖDEN 1

4

ALTA BADIA

2

KARERPASS/CAREZZA

7

DEUTSCHNOFEN

5 ANTHOLZ

1

GRÖDEN

SKI ALPIN

Mi/Do 15. und 16.12.

Abfahrtstraining

Fr 17.12.

H

11.45 Uhr Super-G

Sa 18.12.

11.45 Uhr Abfahrt

2 KARERPASS/CAREZZA

SNOWBOARD

Do 16.12.

9 bis 11 Uhr

Qualifikaon Parallel-Riesentorlauf D

13 Uhr

Parallel-Riesentorlauf D H

H

H

H

3

4

INNICHEN

SKICROSS

Sa 18.12.

10.45 Uhr

Qualifikaon 1. Rennen H

12.15 Uhr

Qualifikaon 1. Rennen D

13.15 Uhr

Qualifikaon 2. Rennen H

14.30 Uhr

Qualifikaon 2. Rennen D

So 19.12.

12 Uhr

Finale 1. Rennen

Mo 20.12.

11.30 Uhr

Finale 2. Rennen

D

D

ALTA BADIA

SKI ALPIN

So 19.12.

10 und 13.30 Uhr

1. Riesentorlauf H

Mo 20.12.

10 und 13 Uhr

2. Riesentorlauf H

H

H

H Herren

D Damen

BIATHLON

Do 20.1.

14.15 Uhr

20 km Einzel H

Fr 21.1.

14.15 Uhr

15 km Einzel D

Sa 22.1.

12.50 Uhr

15 km Massenstart H

15 Uhr

4x6 km Staffel D

So 23.1.

12.15 Uhr

4x7,5 km Staffel H

15.15 Uhr

12,5 km Massenstart D

6 KRONPLATZ

SKI ALPIN

Di 25.1.

10.30 und 13.30 Uhr

Riesentorlauf D

7 DEUTSCHNOFEN

NATURBAHNRODELN

Fr bis So 28. bis 30.1.

Einsitzer H, H Einsitzer D, D Doppelsitzer

H

-Infografik: A. Delvai/


Reichweite Sichtbarkeit

AKTUELL

SPORT D | 2021 59

Olympia 2022

Anzeigenschluss: 10. Januar

Erscheinungstermin: 03. Februar

Golf & more

Anzeigenschluss: 01. März

Erscheinungstermin: 24. März

Fußball 2022/23

Anzeigenschluss: 05. August

Erscheinungstermin: 25. August

Eishockey 2022/23

Anzeigenschluss: 19. August

Erscheinungstermin: 08. September

Wintersport 2022/23

Anzeigenschluss: 04. November

Erscheinungstermin: 24. November

Michael Gartner

Zone Pustertal, Ahrntal

und Gadertal

Armin De Biasio

Zone Burggrafenamt

und Vinschgau

Alois Niklaus

Zone Unterland, Eggental,

Schlerngebiet und Eisacktal

Elisabeth Scrinzi

Zone Bozen und Umgebung,

Überetsch und Sarntal

+39 348 42 73 429

michael.gartner@athesia.it

+39 340 88 62 568

armin.debiasio@athesia.it

+39 349 10 75 556

alois.niklaus@athesia.it

+39 348 34 08 828

elisabeth.scrinzi@athesia.it


Wir sind für dich da, damit die

Freude am Wintersport nicht

nach dem ersten Sturz endet!

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AKTUELL

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