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HAMBURG TEAM StadtPlan 2021

Das Magazin der HAMBURG TEAM Gruppe

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DAS MAGAZIN DER HAMBURG TEAM GRUPPE

Neu dabei

Projektgeschehen

Kunstprojekt

Rückblick

CAMPUS

SCHÄTZELBERG

GASSTRASSE

BUILT IN

BARMBEK

VOGELWEIDE

AUGEN

AUF

BETON

ÖVELGÖNNER

PERLE:

ELBE 626



Vorwort

STADTPLAN

Peter Jorzick, Christoph Kleiner

Pedro de Sousa Machado, Nikolas Jorzick, Bastian Humbach, Jens Petersen

Generationenwechsel

Zwei Jahre sind seit der letzten Ausgabe unseres

Magazins vergangen. Dazwischen lag eine

Menge Planungsarbeit, z. B. an unseren großen

Wohnungsbauprojekten im Osten und Süden

Hamburgs, wo langfristig viele neue Wohnungen

entstehen sollen, oder an unserem ersten

Büro-Hochhausprojekt in Berlin, das wir als

Service Developer vorantreiben. Für reges Baugeschehen

sorgten unsere Projekte Schreibfederhöfe

in Berlin und Sartorius Quartier in

Göttingen, die inzwischen Gestalt angenommen

haben und bis Ende 2022 komplett abgeschlossen

sein werden. Und auch unser Düsseldorfer

Projekt maxfrei hat an Fahrt zugelegt.

2020 ist das Investment Management fünf

Jahre alt geworden. Seit der Gründung 2015

haben wir mit über 1 Mrd. € Eigenkapitalzusagen

neun Fonds aufgelegt und deutschlandweit

44 Liegen schaften für unsere Fondspartner

erworben. Gewachsen ist auch das Property

Management, das in diesem Jahr ein weiteres

Immobilien-Portfolio aus Wohn- und Gewerbe -

objekten übernommen hat.

Gleichzeitig haben wir den Generationenwechsel

bei uns im Hause vorbereitet. Ende dieses

Jahres werden Peter Jorzick und Christoph

Kleiner als Geschäftsführer aus dem operativen

Geschäft ausscheiden. Seit Januar 2021 verstärken

Bastian Humbach und Jens Petersen für

die Projektentwicklung und Pedro de Sousa

Machado für das Investment Management als

neue Geschäftsführer die Führungsriege um

Nikolas Jorzick herum. Mit sechs Geschäftsführern

im Jahr 2021 setzen wir auf Kontinuität bei

der Neugestaltung der Führungsspitze.

Die aktuelle Ausgabe des StadtPlans gibt wie

immer Einblick in unsere Arbeit. Wir wünschen

Ihnen eine unterhaltsame Lektüre!

Peter Jorzick

Christoph Kleiner

Nikolas Jorzick

1


Inhalt

STADTPLAN

Projekte

S.04 SCHLAGLICHT BERLIN

Wohnungen, eine Kita sowie eine Inklusionsnutzung sollen

zwischen der Grünanlage Schätzelberg und dem ehemaligen

Friedhofspark „Zum Heiligen Kreuz“ entstehen.

S.08 BUILT IN BARMBEK

Neues Zuhause für kreative Köpfe: Der gerade fertiggestellte

Neubau am Holsteinischen Kamp kann als Prototyp einer

neuen Generation urbaner Gewerbehöfe gelten.

S.06 SCHLAGLICHT HAMBURG

An der Gasstraße in Bahrenfeld ist ein neuer Campus mit

Büros und stadtteilnahen Produktions- und Gewerbeflächen

in Planung. Der Entwurf stammt von Carsten Roth.

S.16 VOGELWEIDE

Die Miet- und Eigentumswohnungen an der U-Bahn-Station

Dehnhaide, erbaut auf einem ehemaligen P+R-Parkplatz,

sind ein echtes HAMBURG TEAM-Gruppen-Projekt.

04

06

08

2


16

Stadtgeschichten

S.42 HINGESEHEN

Begegnung auf Augenhöhe.

Ein künstlerisches Projekt

porträtiert die Menschen

hinter dem Bauzaun und

skizziert ihr Leben auf der

Baustelle.

42

S.52 HANSATOR

Das Neubauprojekt Hansator

denkt den Bahnhof in

Münster neu. Neben einem

Hotel, Gastronomie- und

Einzelhandels angeboten

entstehen moderne Co-

Spaces, die Co-Living und

Co-Working unter einem

Dach vereinen.

52

22

26

62

64

Kolumne

News

Das Allerletzte

Impressum

Rückblick

58

S.58 ELBE 626

Seit 2002 eine echte Perle

an der Övelgönner Skyline:

das von Hadi Teherani

entworfene Bürogebäude 626.

Näher an der Elbe lässt sich

nicht arbeiten.

3


52,88m ü.NHN

Spielfläche BauO

500qm

51,87m ü.NHN

51,47m ü.NHN

Tor mit

52,61m ü.NHN

Nachtabschluss

VI

HAUS 3

Wohnen

V

HAUS 2

Wohnen

50,08m ü.NHN

50,25m ü.NHN

53,43m ü.NHN

49,67m ü.NHN

Fußweg optional

49,54m ü.NHN

Spielfläche BauO

150qm

50,33m ü.NHN

Spielfläche 53,34m BauO ü.NHN

300qm

52,82m ü.NHN

49,98m ü.NHN

50,06m ü.NHN

Kriegsgräberfeld BVG

D D

Geänderter Zuschnitt Grundstückstausch

52,89m ü.NHN

Außenkante Tiefgarage

Versickerungsmulde

49,56m ü.NHN

VI

HAUS 4

Wohnen

49,16m ü.NHN

49,06m ü.NHN

49,52m ü.NHN

V

HAUS 1

Wohnen

51,78m ü.NHN

48,97m ü.NHN

48,88m ü.NHN

Versickerungsmulde

49,04m ü.NHN

Terasse Restaurant

48,75m ü.NHN

3/1

Ev. Friedhofsverband

Berlin Stadtmitte

53,15m ü.NHN

48,63m ü.NHN

48,74m ü.NHN

50,30m ü.NHN

Dreifaltigkeitskirchhof III

Versickerungsmulde

Spielfläche KiTa

ca. 1050qm

IV

HAUS 5

Sozialbaustein

Tor?

A

48,48m ü.NHN

50,02m ü.NHN

Abriss

Kapelle

48,27m ü.NHN

Rondell

48,37m ü.NHN

Allee - Fußweg

50,20m ü.NHN

50,74m ü.NHN

48,34m ü.NHN

Versickerungsmulde

47,95m ü.NHN

48,08m ü.NHN

47,81m ü.NHN

49,47m ü.NHN 48,75m ü.NHN

V

HAUS 6

Wohnen

50,22m ü.NHN

IV

47,97m ü.NHN

HAUS 9

Wohnen

gefördert

47,97m ü.NHN

ehemalige Bestattungsfläche

HAUS 7

Wohnen

gefördert

IV

IV

HAUS 8

Wohnen

gefördert

47,90m ü.NHN

Einfahrt

Tiefgarage

Fußweg geplant

47,72m ü.NHN

48,79m ü.NHN 47,45m ü.NHN

47,28m ü.NHN

47,18m ü.NHN 46,54m ü.NHN

46,98m ü.NHN

47,37m ü.NHN

3/3

III

Wohnhaus

Neugestaltung

Spielplatz?

ca. 850qm

Geänderter Zuschnitt Grundstückstausch

III

Wohnhaus

46,44m ü.NHN

17 Stellplätze

III

III

Wohnhaus

19 Stellplätze

Gehweg

Wohnhaus

Flur 520

Flur 620

Zufahrt

45,67m ü.NHN

Steinhellenweg

45,63

45,65m

49,61m ü.NHN

47,96m ü.NHN

48,94m ü.NHN

48,76m ü.NHN

48,48m ü.NHN

48,07m ü.NHN

49,72m ü.NHN

Tor?

48,12m ü.NHN

49,24m ü.NHN

48,65m ü.NHN

48,32m ü.NHN

48,18m ü.NHN

48,09m ü.NHN

48,53m ü.NHN

48,33m ü.NHN

48,49m ü.NHN

49,63m ü.NHN

49,44m ü.NHN

49,06m ü.NHN

III

Wohnhaus

48,92m ü.NHN

49,00m ü.NHN

48,26m ü.NHN 48,12m ü.NHN

48,09m ü.NHN

48,74m ü.NHN

48,51m ü.NHN

49,18m ü.NHN 48,73m ü.NHN 48,68m ü.NHN

I

Gewerbe

II

Wohnen

49,54m ü.NHN

Eisenacher Straße

Parkpl.

Tor

48,64m ü.NHN

Nachtabschluss

48,63m ü.NHN

Parkpl.

Hauptzugang

48,54m ü.NHN

Gewerbe

48,37m ü.NHN

I

48,20m ü.NHN

IV

Wohnhaus

48,92m ü.NHN

48,38m ü.NHN

A

48,36m ü.NHN

48,03m ü.NHN


Projekte

SCHLAGLICHT BERLIN

B

m ü.NHN

CAMPUS

SCHÄTZELBERG

ü.NHN

Der Inklusionscampus

im Grünen

C

STECKBRIEF

Campus

Schätzelberg

Das Projekt Campus Schätzelberg in Berlin-Mariendorf

ist ein Gemeinschaftsprojekt von HAMBURG TEAM und

der Dr. Wolfgang Schroeder GmbH & Co. KG. Auf einer

ehemaligen Kirchhoffläche, umringt von der Grünanlage

Schätzelberg und dem Friedhof „Zum Heiligen Kreuz“,

wird ein Inklusionscampus geplant. Verteilt auf acht

Punkthäuser und idyllisch gelegen inmitten eines alten

Baumbestandes entsteht neuer Wohnraum. Im Zentrum

der Anlage entsteht ein Neubau mit einer Inklusionsnutzung

sowie einer Kita.

Lage

Berlin-Tempelhof,

Eisenacher Straße 61

Grundstücksgröße

ca. 23.800 m²

Volumen

ca. 21.300 m² BGF

Zeitplan

Projektierung: 2019–2023

Bauzeit: 2023–2026

Die historische Allee der Friedhofsanlage „Zum Heiligen Kreuz“ wird später als fußläufige Zuwegung zum neuen

Inklusionscampus dienen.

5


GASSTRASSE

Neubau im Kontext historischer

Industriearchitektur

6


Projekte

SCHLAGLICHT HAMBURG

STECKBRIEF

Gasstraße

Zusammen mit der Agentur fischerAppelt plant HAM-

BURG TEAM einen Gewerbebau mit integrierter stadtteilnaher

Produktionsfläche im Hamburger Stadtteil

Bahrenfeld. Dessen Geschichte ist an dieser Stelle geprägt

von großflächigen Industrieansiedlungen, später

von umfangreichem Wohnungsbau zur Unterbringung

der vielen Beschäftigten der Maschinenfabriken. Das

sanierte Gaswerk gegenüber des Baugrunds ist ein Beispiel

für ein altes Industriedenkmal in Hamburg, das

seinen Charme durch die typische Architektur bis heute

erhalten hat.

Lage

Hamburg-Bahrenfeld,

Gasstraße

Grundstücksgröße

ca. 7.500 m²

Volumen

ca. 30.000 m² BGF

Zeitplan

Projektierung: 2020 – 2026

Bauzeit: 2023 – 2025


Neues

Zuhause

für

kreative

Köpfe

Themenimmobilien gewinnen an Bedeutung. Damit

sie heute erfolgreich am Markt bestehen können,

müssen sie den richtigen Flächenmix für den Standort

bieten und modernen Mobilitätsanforderungen

genügen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Projekt

„Built in Barmbek“, das als Prototyp eines modernen

urbanen Gewerbehofs gelten kann.

8


Projekte

BUILT IN BARMBEK


Oben: Erdgeschosseinheiten mit Rolltoren im Innenhof. Unten: Industriecharme mit Sichtbeton und offener Haustechnik


Barmbek-Süd gehört bislang nicht

zu den ausgemachten Kreativstandorten

Hamburgs. Aber es

ist ein Ort mit viel Potenzial. An

der Ecke Holsteinischer Kamp/

Marschner straße ist dort gerade der Gewerbehof

„Built in Barmbek“ fertiggestellt worden.

Ein weit gesteckter, moderner Nutzungsmix und

beste Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr

durch eine Lage in unmittelbarer Nähe zur

U-Bahn-Station Hamburger Straße zeichnen das

Neubauprojekt aus. Das Flächenangebot reicht

von Werkstattflächen und Gewerbeateliers über

Small Offices für Start-ups bis zu Flächen für

die Kreativwirtschaft. Ferner gibt es Studios

und Probenräume für die Musikbranche, die

in einem eigenen Bandhaus verortet sind. Das

Konzept sieht außerdem einen Makerspace vor,

eine Idee, die aus den USA stammt. Makerspaces

sind Werkstätten, in denen man Maschinen

und Werkzeuge und im besten Fall Wissen teilt.

Eine Art Innovations-Hub also. Die Zielgruppe

reicht hier von Start-ups, die an einem Prototyp

bauen, bis hin zu Do-it-yourself-Projekten.

Allerdings brauchen die Flächen einen Betreiber,

der das Management übernimmt, und eingangs

ist ein größeres finanzielles Investment

erforderlich.

Projektentwickler von „Built in Barmbek“

ist die steg Hamburg, die bereits mit dem

Karostar, dem Betahaus und dem Eiffler werk

auf der Schanze, Hamburgs Mekka der Kreativwirtschaft,

vielfältige Erfahrungen mit gewerblichen

Immobilien dieser Art sammeln

konnte. „Bei der Konzeption haben wir überlegt,

wohin sich die Krea tivwirtschaft wohl

künftig entwickeln wird, denn auf der Schanze

ist kein Platz mehr“, sagt Kurt Reinken,

Geschäftsführer Projektentwicklung bei der

steg Hamburg. Wenn es Wilhelmsburg oder

Rothenburgsort sein könne, dann käme ebenso

gut Barmbek infrage, besonders mit dieser

hervorragenden Anbindung an den öffentlichen

Nahverkehr, und letztlich könne man

über attraktive Raum angebote ja schließlich

neue Lagen etablieren. „Mit ,Built in Barmbek‘

haben wir uns nun an ein deutlich größeres

Gebäude mit einem sehr breiten Nutzungsmix

herangetraut, in dem wir auch das Handwerk

integrieren, das wir im Erdgeschoss und

ersten Obergeschoss übereinanderstapeln.

Das ist Neuland für uns und für Barmbek in

jedem Fall, wo es diese Flächenangebote gar

HAUKE NEUMANN, MIETER

IN „BUILT IN BARMBEK“ UND

INHABER VON AHOI MARIE

„Ich freue mich, dass es

hier auf dem Hof so viele

verschiedene Nutzungen

und ein Community

Management gibt.“

11


LINDA LICHTENSTEIN,

PROJEKTMANAGERIN STEG HAMBURG

UND STUDIERTE STADTPLANERIN

„Ich glaube, dass das

ein richtiger kleiner

Motor für das Viertel

hier werden wird.“

nicht gibt“, erläutert Reinken. „Aber ich bin

von Konzept und Lage überzeugt.“ Der Vermietungsstand

bei Fertigstellung untermauert

dies. Er lag – trotz Corona – bereits bei über

70 Prozent.

Auch das Gebäude selbst, entworfen vom

Hamburger Architekturbüro coido, kann sich

sehen lassen. Es fügt sich harmonisch und

fast dezent in die vorhandene Bebauung ein.

„Es hat so einen Industrie-Schick mit Sichtbeton

und zum Teil offener Haustechnik“, sagt

Linda Lichtenstein, Projektmanagerin bei der

steg. Sie ist für die Steuerung des Projekts und

den Vertrieb zuständig. Das ist durchaus komplex,

denn das breite Flächenangebot bewirkt,

dass das Gesamtprojekt sich praktisch in viele

kleine Unterprojekte aufgliedert. Sehr speziell

ist das Bandhaus. „Hierbei handelt es sich um

ein Raum-in-Raum-System. Denn die Tatsache,

dass sich direkt angrenzend eine Wohnbebauung

befindet, bringt hohe Lärmschutzanforderungen

mit sich, die umgesetzt werden mussten“,

erklärt sie. Der Innenausbau wurde durch

die Stadt gefördert. „Über günstige Mieten soll

hier aktiv Nachwuchsförderung betrieben werden.

Das wäre ohne eine Subventionierung gar

nicht möglich.“

Eine weitere Besonderheit des Projekts liegt

in der Einführung eines Community Managements,

das teilweise über die Mieten finanziert

wird. „Die Idee, so etwas zu etablieren, hat sich

auf dem Weg entwickelt und wurde teilweise

auch von Mietinteressenten und -interessentinnen

nachgefragt“, so Linda Lichtenstein.

Eine Community Managerin ist bereits eingestellt.

Sie soll Ansprechpartnerin vor Ort sein,

Umzüge mitbegleiten, für ein Miteinander vor

Ort sorgen, Networking anregen. Die genaue

Ausgestaltung für die Zukunft soll zusammen

mit den Mieterinnen und Mietern entwickelt

werden.

Hauke Neumann gehört zu den ersten Mietern,

die im Juli in den Hof eingezogen sind.

Unter dem Label Ahoi Marie produziert und

12


Oben: Bestens angebunden: Die U-Bahn-Station liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Unten: Geräumige Gewerbelofts


Steckbrief

Built-in-Barmbek

„Built in Barmbek“ ist ein urbaner Gewerbehof

mit einer vielfältigen Nutzungsmischung

aus den Bereichen Handwerk,

produzierendes Gewerbe, Kreativwirtschaft

und Musik. In zentraler und aufstrebender

Lage entstehen Werkstattund

Produktionsflächen, Small Offices,

Gewerbeateliers und ein Bandhaus mit

Probenräumen.

Fonds:

HAMBURG TEAM

Urbane Themenimmobilien

Lage:

Hamburg-Barmbek-

Süd, Holsteinischer

Kamp 37

Grundstücksgröße:

ca. 3.650 m 2

Gesamtmietfläche:

ca. 5.850 m 2

Nutzungsart:

Gewerbehöfe (Produktion, Werkstatt, Gewerbeateliers,

Mikrobüros, Probenräume)

Ankauf:

Dezember 2019

Fertigstellung:

Q3 2021

Das neue Gebäude fügt sich mit seiner Architektur harmonisch und fast dezent in die vorhandene Bebauung ein.


vertreibt er feines Porzellan mit designten maritimen

Motiven. An „Built in Barmbek“ hat

ihn der Nutzungsmix angesprochen, und das

Community-Management findet er ebenfalls

gut. „Für mich als klassisch norddeutsch zurückhaltenden

Typ ist das Community Management

eine gute Sache, um hier mit den Leuten

aus dem Haus in Kontakt zu treten und möglicherweise

auch Synergien mit anderen Unternehmern

und Unternehmerinnen zu heben“,

findet er. Seine ca. 125 m 2 große Halle im Erdgeschoss

bietet ihm Platz für alles, was er für

sein Geschäft unterbringen muss, inklusive der

Vorteile eines großen Rolltors für eine direkte

Anlieferung. Und bei gutem Wetter kann er seine

Kaffeepause draußen machen, denn hinter

dem Gebäude bietet eine kleine Grünanlage die

Möglichkeit dazu.

Bereits Ende 2019 hat HTIM das damals

noch im Bau befindliche Objekt „Built in Barmbek“

für den Fonds „HAMBURG TEAM Urbane

Themenimmobilien“ angekauft. Investor ist

die Hamburger Pensionsverwaltung (HPV),

die über eine Million Versorgungszusagen und

ein Vermögen von rund elf Milliarden Euro

verwaltet. Thomas Gut, Leiter Immobilien

bei der HPV, steht dem Projekt rundum positiv

gegenüber: „Ich finde diesen Stadtteilbezug

toll. Kleine Gewerbetreibende, Kreative,

Handwerker und Handwerkerinnen, die ein

vernünftiges Umfeld bekommen, um sich dort

niederzulassen und ihr Business zu starten

oder weiterzuentwickeln. Gerade in Hinblick

auf die zunehmend wichtigen ESG-Kriterien ist

das ein schöner Beitrag, den wir als HPV mit

unseren Pensionseinrichtungen gern leisten.“

Gleichzeitig erwirtschafte das Objekt einen

langfristigen, planbaren Einkommensstrom –

ein wichtiges Kriterium für ihn als Verwalter

von Pensionsgeldern, und der Standort habe

noch weiteres Entwicklungs- und Aufwertungspotenzial.

Und schließlich, betont er, käme bei diesem

Projekt für ihn auch ein bisschen Lokalpatriotismus

hinzu, denn „Built in Barmbek“ sei

schließlich ein durch und durch Hamburger

Projekt. „Die steg hat es ersonnen, wir haben

investiert, HTIM managt es für uns, und die

Hansa invest stellt als Service-KVG die rechtliche

Hülle. Hier arbeiten also lauter Hamburger

Unternehmen Hand in Hand und

machen aus diesem Projekt eine waschechte

Hamburgensie.“

THOMAS GUT, LEITER IMMOBILIEN

BEI DER HAMBURGER

PENSIONSVERWALTUNG

„Mir gefällt an diesem

Projekt besonders, dass

wir hier stadtteilnahe

Nutzungen fördern.“

15


Projekte

VOGELWEIDE

Zentrales Wohnen mit

Mobilitätsvorteil

Kennzeichnend

für den Gebäudeteil

direkt am

U-Bahn-Eingang

Dehnhaide:

die runde Ecke

Früher war dieser Ort ein P+R-Parkplatz, und es standen hier

Garagen. Heute wohnen zwischen der Straße Vogelweide und dem

U-Bahnhof Dehnhaide Menschen, und das mit allerbester Anbindung

an den öffentlichen Nahverkehr. Und gleichzeitig ist es für

uns ein echtes HAMBURG TEAM-Gruppen-Projekt. Geplant und

realisiert von der Projektentwicklung, wurden die Mietwohnungen

später in unseren Fonds HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte

eingebracht, und das Property Management liegt nun in Händen

unserer Wohnungsverwaltung. Ein Porträt in Bildern.

16


Von den Mietwohnungen in

diesem Gebäude ist der größte

Teil freifinanziert.


Freifinanzierter Mietwohnungsbau

mit Blick auf den Innenhof


Grünflächen im Zentrum der Anlage. Im Hintergrund der Gebäudeteil mit den Eigentumswohnungen

Kurze Wege: direkter Durchgang von der Vogelweide zur U-Bahn-Station Dehnhaide

19


Lückenschluss an der Vogelweide mit einer Neuinterpretation der klassischen Barmbeker Backsteinfassaden

Steckbrief

Vogelweide

In direkter Nähe zur U-Bahn-Station Dehnhaide sind

auf Flächen eines ehemaligen P+R-Parkplatzes 147

neue Wohnungen in einem Mix aus Eigentumswohnungen,

Mietwohnungen und ca. 30 Prozent gefördertem

Wohnungsbau entstanden. Die Neubauten, die als zusammenhängender

Baukörper entwickelt worden sind,

schaffen für die Bewohnerinnen und Bewohner begrünte

Gartenhöfe. Der Baumbestand der Grundstücke wurde

in die Außenraumplanung integriert.

Lage:

Hamburg-Barmbek,

Vogelweide 33–37

Grundstücksgröße:

ca. 5.600 m²

Volumen:

ca. 13.000 m² BGF

Zeitplan:

Projektierung: 2011–2017

Bauzeit: 2017–2020

20


Wohnen vis-a-vis der U-Bahn. Erschütterungsschutz

im Boden und ein hoher Standard bei der

Fassade und Verglasung machen es möglich.


VON

SHOWERPIPES

UND

BAUSTELLEN-

TOUREN


Kolumne

KÄUFER*INNENBETREUUNG

Wenn einen die Verwandtschaft nach dem Job fragt, und

man berichtet dann, dass man im Vertrieb arbeitet, haben

die meisten sofort das schillernde Leben eines Maklers

aus diversen bekannten TV-Formaten vor Augen. Ja, wir

haben mit Maklern und Maklerinnen zu tun, nein, schillernd

ist das eher nicht. Ja, wir sehen schöne Wohnungen,

nein, die Villa in Blankenese ist nicht dabei. Vielmehr

muss man sagen, dass sich unser Job um den Kunden

bzw. die Kundin dreht – im Großen wie im Kleinen. Angefangen

bei der Zielgruppenanalyse über die zeitgemäße

Ausstattung der Wohnung, das gemeinsame Kennenlernen,

das Lesen des Kaufvertrags beim Notar, die Bemusterung

der Wohnung in einem unserer Showrooms, die

Planung individueller Sonderwünsche bis hin zur letzten

Steckdose, die Rohbaubegehungen und Wohnungsabnahmen

ist die Kundenbetreuung vielfältig und findet ihren

dann doch ein wenig „schillernden“ Abschluss schließlich

in der Schlüsselübergabe, denn strahlende Kundenaugen

sind doch für jeden die beste Belohnung. Doch wie äußert

sich bei uns der „alltägliche Wahnsinn“? Nachfolgend

seien zwei Beispiele genannt.

„Was

finden

Sie

denn

besser?“

Bemusterungstermin

im Showroom

Das Ehepaar, nennen wir sie Katja und Martin Kleber,

hat eine Wohnung zur Kapitalanlage gekauft und möchte

„eigentlich nur mal gucken, wir wissen eigentlich schon,

was wir wollen“. Dank unserem digitalen Bemusterungskatalog,

den wir unseren Käufern und Käuferinnen vorab

zur Verfügung stellen, klingt das vielversprechend. Ich bin

Fan von guter Vorbereitung. Oder gehen Sie etwa in ein

Restaurant, ohne vorher online die Speisekarte inklusive

Fotos studiert zu haben?

Wir starten zum Warmwerden mit kleinen selbstbewussten

Scherzen über Menschen, die sich nie entscheiden

können, und beginnen unsere Bemusterungsrunde

gemütlich bei den Armaturen. Während wir bei den

Waschtischarmaturen schnell zu einer Lösung gekommen

sind („weniger Putzaufwand bei der rundgeformten Armatur“),

braust bei der Dusche jedoch wie aus dem Nichts

ein Glaubenskampf auf, der es in sich hat: Er möchte die

Showerpipe, sie nicht. Er findet sie stylish, sie unpraktisch:

„Man kann nicht damit duschen, ohne Haare zu waschen.“

Ich finde das ein völlig valides Argument gegen die

Showerpipe, versuche aber, die Wogen zu glätten. „Wollen

wir sonst erst mal mit den Waschbecken weitermachen?“

Stand der Dinge nach anderthalb Stunden: Die Waschbecken-Auswahl

ist erfolgt, die Fliesenfarbe (sie: Grau,

er: Hellbeige) wurde zurückgestellt, und wir stehen vor

dem Parkett. Die Stimmung ist im Keller, sie verweigert

die weitere Kommunikation mit dem Argument, dass er

ja sowieso immer alles allein entscheidet, er möchte eigentlich

am liebsten gar nichts mehr entscheiden, „denn

sonst muss ich mir das jahrelang anhören“. Ich fummle

nervös am iPad und bete heimlich, dass sie nicht ..., aber

da ist sie schon, die Frage aller Fragen: „Was finden Sie

denn besser?“ Beide schauen mich verbissen an, und jetzt

wäre ein guter Zeitpunkt für das berühmte Loch im Boden,

aber ich als Profi weiß natürlich, wie ich mich aus

der Affäre ziehen kann. „Also, die meisten Kunden nehmen

die grauen Fliesen. Und Showerpipes sind nutzerabhängig

wertvoll oder auch nicht, aber sie sehen in jedem

Fall schön aus“, intoniere ich diplomatisch. Er zu ihr:

„Okay, du kriegst die graue Fliese, wenn ich die Showerpipe

bekomme.“ Da hat jemand das Kompromissemachen

gelernt … Klingt fair, finde ich. Findet sie auch, und die

Bemusterung ist nach zwei Stunden beendet und die gute

Laune wiederhergestellt.

23


Rohbaubegehung

Die Klamotten sind staubig, der Helm ruiniert die Frisur,

das Atmen fällt von Stockwerk zu Stockwerk schwerer,

und das Brennen in den Oberschenkeln nimmt stetig zu.

Dieser Zustand kann nur eins bedeuten: Rohbaubesichtigungen

mit Erwerbern und Erwerberinnen, und das den

lieben langen Tag. Am Treffpunkt an der Baustelle blickt

mir ein Grüppchen freudestrahlender, erwartungsfroher

Menschen entgegen. Angemeldet war das Ehepaar Müller,

nun sind spontan auch noch „Mutti und Vati“ mit dabei

und „ein Freund, der Ahnung vom Bauen hat“. Gaaar kein

Problem, Reisegruppe Südsee, mir bitte einmal folgen.

Erster Halt: Baubüro. Schuhe aus und rein in die schönen

gelben Sicherheitsstiefel. Helm auf den Kopf und noch

eben fix die Enthaftungserklärung unterschreiben. „Na,

wenn Sie mir hier mal keine Waschmaschine verkauft

haben“, scherzt Herr Müller. Alle Beteiligten geben ein

kurzes Kichern von sich, ich lächle nachsichtig, denn das

höre ich an dieser Stelle öfter.

Im Stechschritt geht es ab auf die Baustelle und dort im

Entenmarsch gleich ins 6. Stockwerk, vorbei an fleißigen

und gleichzeitig verwundert dreinschauenden Bauarbeitern,

die sich ihren Teil wohl denken: Was zum Teufel wollen

die hier? „Sie Arme, jedes Mal müssen Sie nach oben

laufen, das würde ich nicht schaffen“, ruft mir Frau Müller

bewundernd zu, die am Ende unserer kleinen Ausflugsgruppe

schon ein bisschen aus der Puste gekommen ist.

Auch dieser Satz ist mir so gut wie bei jeder Besichtigungstour

sicher, und ich antworte mit einem abgeklärten „Ach,

daran gewöhnt man sich“ (NICHT, NIEMALS!! Ich ziehe

jedes Mal meinen Hut vor den Bauarbeitern, die das jeden

Tag machen!).

Oben in der Wohnung angekommen ist erst mal Ruhe,

denn jetzt müssen alle nach Luft schnappen. Frau Müller

traut sich als Erste, etwas zu sagen. „Wenn ich gewusst

hätte, dass es hier so schmutzig ist, dann hätte ich mir

was anderes angezogen“, bemerkt sie und klopft energisch

ein paar Staubspuren aus ihrem Rock. „Die Wohnung

haben wir uns aber größer vorgestellt“, steuert Herr

Müller bei. „Na ja, immerhin haben wir einen großen Balkon,

aber sollte der nicht eigentlich vom Schlafzimmer

aus zugänglich sein? Wurde das falsch gebaut?“ Nein, liebe

Leute, denke ich bei mir, es ist alles an seinem Platz,

und die Wohnung wird später genauso groß sein wie im

Grundriss dargestellt.

Herr Müller hat zwischenzeitlich die selbst mitgebrachte

Stabtaschenlampe angeschaltet und leuchtet akribisch

den hintersten Winkel aus. Auch das Lasermessgerät hat

er am Start, und die nächsten 15 Minuten muss alles herhalten,

was in irgendeiner Art und Weise ausgemessen

werden kann. Der „Freund, der Ahnung hat“ begutachtet

derweil die Wände und die Decken, da sich hier ja ein Riss

verstecken könnte, derweil Frau Müller einer Freundin

via FaceTime das Rohbau-Eigenheim zeigt: „Schau mal,

Ulrike, hier ist auch die nette Dame von der Baufirma.“ Da

hilft nur lächeln und winken und sich schnell dem messenden

Herrn Müller widmen, der vermutet, eine schiefe

Wand entdeckt zu haben.

Zurück im Baubüro sind alle glücklich und zufrieden.

Die Vorfreude auf die Wohnung ist groß, und alle gehen

mit neuen Möblierungsideen und jeder Menge Fotos nach

Hause. Man selbst ist auch happy und freut sich, dass keiner

abhandengekommen oder vom Balkon gefallen ist. Na

ja, zur Sicherheit hatten wir uns ja zu Beginn den Waschmaschinenkauf

quittieren lassen.

„Die

Wohnung

haben wir

uns aber

größer

vorgestellt…“

24


Janina Rah und Angelina Vones sind für unsere Käufer und Käuferinnen das Gesicht von HAMBURG TEAM. Vom

Notartermin bis zur Schlüsselübergabe stehen sie beratend zur Seite, betreiben auch mal diplomatisches Konfliktmanagement,

wenn vonnöten, und tun alles, damit am Ende alle zufrieden und glücklich sind. In unserer „Kolumne

zum alltäglichen Wahnsinn in der Immobilienbranche“ geben sie augenzwinkernd Einblicke in ihren Alltag.

25


„Es ist einfach nur ein Tuch,

und das, was darunter ist,

das bin immer noch ich.“

ZEYNEP, 22, AUS DEUTSCHLAND


Stadtgeschichten

HINGESEHEN

AUGEN AUF

BETON

In Deutschlands Großstädten drehen sich

die Baukräne. Wohnraum wird geschaffen,

neue Stadträume nehmen Gestalt an.

Mit einher gehen Veränderungen, schüren

Skepsis gegenüber dem Unbekannten.

Ein künstlerisches Projekt wirft einen

neuen Blick auf die Welt der Baustelle.

Der Weg in ihr Büro in den Schreibfederhöfen in Berlin-Friedrichshain

führt Filmproduzentin Janine Baumeister durch eine

Großbaustelle. Daher kennt sie das Gefühl, diese Mischung

aus Skepsis und Sorge, wenn sich der eigene Kiez verändert.

Gleichzeitig hat sich ihr Blick auf das Baugeschehen verändert.

„Bei meinem täglichen Weg über die Baustelle bin ich immer neuen Menschen

begegnet. Wir schauten uns in die Augen, lächelten, grüßten ab und an. Und

jedes Mal dachte ich: Wahnsinn, wie viele Menschen hier arbeiten. Woher

kommen sie, und wohin gehen sie als Nächstes?“ In der Mittagspause konnte

sie beobachten, wie die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen im benachbarten

Supermarkt etwas kauften. Alle hintereinander standen sie an der Kasse.

Die Kassiererinnen verdrehten schon mal die Augen, wenn es Sprachbarrieren

gab. Die Frage, die sich ihr aufdrängte, war: Wie werden diese Menschen

eigentlich wahrgenommen? Aus diesen Fragen heraus entstand das Projekt

„Augen auf Beton“.

43


„Wenn ich zu lange in Polen bin,

dann werde ich unruhig und denke:

Okay, wohin als Nächstes?“

„Mein Hauptanliegen mit diesem Projekt ist es, Begegnungen zu schaffen“,

erklärt Janine Baumeister. Die Menschen hinter dem Bauzaun sollen sichtbar

werden. Ihre Geschichten und ihre Herkunft, die Arbeit, die sie leisten.

Im Rahmen von Interviews sind eindrucksvolle Porträts entstanden. All diese

Einblicke werden ab Herbst im öffentlichen Raum ausgestellt, auf Bauzäunen,

an Hausfassaden. Eine Internetseite bündelt Foto-, Text- und Filmmaterial als

virtuelle Dauerausstellung, auch auf Englisch.

Wer an den Bauzäunen entlanggeht, kann den Porträtierten im Großformat

praktisch in die Augen sehen. So begegnet man z. B. Przemyslaw aus Polen,

Mirian aus Albanien oder Bernard aus Kamerun. Ganz unterschiedliche Lebenswege

führen sie nach Deutschland auf die Baustelle. Przemyslaw hat schon

überall gearbeitet, in England, Frankreich, in der Schweiz. Unterschiedliche

Orte und Menschen kennenzulernen gefällt ihm besonders an seinem Beruf.

Als Teenager folgte er seinem Vater auf den Bau – und ist dabeigeblieben. Er ist

glücklich mit dem, was er tut. Wenn er zu lange zu Hause in Polen ist, wird er

unruhig und fragt sich: „Okay, wohin als Nächstes?“

Für die Portraits griff die Filmproduzentin Janine Baumeister erstmalig selbst zur Kamera.

44


PRZEMYSLAW, 33, AUS POLEN


„Manchmal frage ich mich, ob überhaupt

jemand sieht, was man geleistet hat.“

DENISE, 30, AUS DEUTSCHLAND


„Die Qualität meiner Arbeit ist mir wichtig,

ich mache die Dinge ,mit Gefühl‘.“

MIRIAN, 35, AUS ALBANIEN

47


BERNARD, 28, AUS KAMERUN


„Der Unterschied zwischen einer Baustelle

in Deutschland und in Kamerun?

Hier haben wir eine Betonmaschine,

in Kamerun mischt man Zement, Sand

und Kies mit der Hand!“

Mirian spricht acht Sprachen, kommt ursprünglich aus Albanien. Der Familie

ging es gut, sein Vater arbeitete als Bauleiter im Ausland, sie waren die Ersten

im Dorf, die einen Fernseher hatten. Doch als er zehn Jahre alt war, brach

der Bürgerkrieg aus, die Familie verlor alles, musste fliehen. Mirian macht die

Dinge „mit Gefühl“, wie er sagt. Ob Wohn- oder Arbeitsräume – die Qualität

seiner Arbeit ist ihm wichtig. Denn später verbringen dort Menschen jeden Tag

viele Stunden. Sie sollen sich dabei wohlfühlen. Deshalb will er seine Arbeit

gut machen.

Bernard baut sich seit vier Jahren in Deutschland ein neues Leben auf.

Schritt für Schritt. Stein auf Stein. Von Beruf ist er Mauerer, will nächstes Jahr

seine Abschlussprüfung bestehen. Seine Heimat Kamerun musste er verlassen.

Er flüchtete zunächst nach Algerien, wo er ein paar Monate blieb und auf einer

Baustelle jobbte. In Deutschland angekommen landete er zunächst in einem

Benjamin Kahlmeyer ist im Team zuständig für die filmischen Portraits auf der Baustelle.

49


„Ich will noch weit kommen auf

dem Bau. In zehn Jahren vielleicht

als Bauleiterin arbeiten.“

Flüchtlingsheim in Brandenburg, lebt jetzt in Berlin. Hier in Deutschland will

er alles richtig machen. Die Sprache lernen, seine Abschlussprüfung im nächsten

Jahr bestehen, irgendwann als Polier arbeiten. Ein gutes Leben haben.

Doch die Baustellenwelt besteht nicht nur aus Männern. Das, was uns traditionell

als Männerwelt erscheint, wird mehr und mehr auch von Frauen erobert.

Bislang sind es noch nicht viele. Aber es gibt sie. Zum Beispiel Zeynep, Deutsche,

in Berlin geboren, Tochter türkischstämmiger Eltern. Seit zehn Monaten

arbeitet sie als Assistenz der Bauleitung und schreibt gerade ihre Bachelorarbeit

im Fach Facility Management. Am ersten Arbeitstag hat sie ihren

Eltern ein Selfie geschickt – mit Helm über dem Kopftuch. Die Eltern sind unglaublich

stolz auf ihre Tochter, die sich früh entschieden hat, auf dem Bau zu

arbeiten. Als Frau ist es dort nicht immer einfach, als Frau mit Kopftuch war es

das im Alltag nie. Ihr äußeres Erscheinungsbild hat immer eine Rolle gespielt.

An ihrem Tuch wird sie gemessen, be- und zum Teil auch verurteilt. Sie trägt

es, seitdem sie zwölf Jahre alt ist, ganz freiwillig. Ihre Familie unterstützt sie in

dieser Entscheidung, hat ihr die Wahl gelassen, und Zeynep hat sie getroffen.

Miri hat viel ausprobiert, viele Umwege in die richtige Richtung genommen.

Den Beruf der Trockenbauerin kannte sie anfangs nicht. Aber die Vielfältigkeit

der Tätigkeit, dass jeder Tag andere Herausforderungen bringt, hat ihr von Anfang

an gefallen. In zehn Jahren sieht sie sich weiterhin hier, mitten in dem

Gewusel der Baustelle, dann aber vielleicht als Bauleiterin – und in jedem Fall

als eine, die anderen Frauen mit Mut und Freude den Weg bereitet hat.

Denise wollte mehr. Etwas Außergewöhnliches machen mit ihrem Leben,

keinen 08/15-Job. Am Ende des Tages will sie sehen, was sie mit ihren Händen

geschaffen hat. Für ihren Traumberuf hat sie hart gekämpft. Gegen Vorurteile,

Widerstände – und ihre eigene Mutter. Heute ist sie Malerin und Lackiererin

und bildet die Lehrlinge in ihrem Betrieb aus. Sie arbeitet seit mehr als fünf

Jahren auf dem Bau. Heute muss sie nichts mehr beweisen, sondern setzt sich

einfach durch. Fragt man sie, was sie sich wünschen würde, dann sind es mehr

Frauen auf dem Bau.

Im Frühjahr 2022 soll „Augen auf Beton“ mit einer Abschlussausstellung

enden. Janine Baumeister hofft, dass ihr Projekt bis dahin für viele „Begegnungen“

und eine große Portion Neugier sorgen wird.

www.augenaufbeton.berlin

Begegnung auf Augenhöhe am Bauzaun: Zeynep, Przemyslaw, Denise, Mirian, Miri und Bernard

50


MIRI, 25, AUS DEUTSCHLAND


Neues Entrée an der Ostseite

des Bahnhofs Münster

Auch der Bremer Platz wird im Rahmen der

Quartiersentwicklung neu gestaltet.


Stadtgeschichten

HANSATOR

DER BAHNHOF

ALS URBANES

QUARTIER

Im Zentrum Münsters entsteht an der Ostseite

des Hauptbahnhofs ein Quartier, das

den Standort neu entwickelt und um viele

attraktive Nutzungen bereichert. Dazu zählt

auch ein innovatives Wohnkonzept für die

Sharing Economy.

Das Neubauprojekt Hansator verwandelt den Hauptbahn hof

Münster von einem funktionalen Verkehrsknoten punkt in ein

gemischt genutztes urbanes Quartier, das Wohnen, Hotel, Einzelhandel

und Gastronomie vereint. Gleichzeitig entsteht eine

neue attraktive Wegeachse, die die Innenstadt mit dem Hansaviertel

verbindet. Damit wird der Bahnhof Münster zum Vorzeigemodell für

künftige Bahnhofsneubauten, die mehr sein sollen als bloße Zugänge zur Reiseinfrastruktur.

Die komplette Neugestaltung der bisherigen „Rückseite“ des

Bahnhofs ist Teil eines ganzheitlichen Stadterneuerungskonzepts, für den ein

Architektur- und Investorenwettbewerb von der Stadt Münster in Zusammenarbeit

mit der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW ausgelobt wurde.

Durchsetzen konnte sich der Projektentwickler Landmarken AG gemeinsam

mit dem Architekturbüro kadawittfeldarchitektur. Nach ihrem Entwurf entsteht

derzeit ein Ensemble aus drei Gebäudetürmen, die durch ein umlaufendes

sogenanntes Flugdach verbunden sind – eine begehbare, zukünftig zu 85 %

begrünte Dachfläche –, die das Erdgeschoss von den Obergeschossen trennt.

Eine gläserne Schallschutzwand schirmt das Quartier von dem Betrieb auf den

Gleisen ab. Die verglasten, extrahohen Erdgeschosse jedes Turms beherbergen

die Flächen für Handel, Einzelhandel und Gastronomie. Im Rahmen eines

Mobilitätskonzepts entsteht eine Radstation, die Platz für rund 2.100 Fahrräder

bietet. Die drei Gebäudetürme sind jeweils fünfgeschossig. Im Südturm

wird die Economy-Design-Hotelkette „prizotel“ mit 195 Zimmern einziehen.

Im Mittel- und Nordturm wird das 2019 gegründete Start-up POHA House

Co-Spaces, moderne Wohn- und Gemeinschaftsflächen für junge Berufstätige,

anbieten und damit den ersten seiner derzeit vier geplanten Standorte

in Deutschland realisieren. Bereits vor Fertigstellung wurde das Hansator in

der Kategorie „Urbanes Flächenrecycling“ mit dem polis Award ausgezeichnet.

Als nachhaltiges Leuchtturmprojekt für Münster wird außerdem eine

DGNB-Gold-Zertifizierung angestrebt.

53


Im mittleren und rechten Turm entstehen

die Co-Spaces von POHA House.

CO-

SPACES

Das Start-up POHA House steht für

zeitgemäßes und nachhaltiges Wohnen

unter Einbindung smarter Technologie.

Im Interview spricht Co-Founder

Anke Tsitouras über die Bedürfnisse

der Millennials nach unkompliziertem

Wohnen, die Bedeutung geplanter

Zusammenkünfte und das POHA-

House-Konzept für das Hansator.

Was ist das Konzept von

POHA House?

POHA House erschafft

Co-Spaces, in denen Menschen so

leben und arbeiten, wie sie es möchten

– sowohl heute als auch in der

Zukunft. Unter einem Dach vereinen

wir hochwertig möblierte Wohnungen,

flexible Arbeitsbereiche und

eine Reihe attraktiver Community-

Spaces, die unvergleichlichen Komfort,

umweltfreundliches Design

und eine inspirierende Gemeinschaft

bieten. Kurz gesagt: Unsere

Mission ist es, Räume zu schaffen,

die das Leben der Menschen

ver bessern und es ermöglichen,

gemeinsam mehr zu erreichen.

Wie ist der Name entstanden?

Als ich gemeinsam mit meinem

Mann in London lebte, erkannten

wir die vielen Herausforderungen,

mit denen junge Berufstätige konfrontiert

sind. Dazu zählen häufig

Einsamkeit, schlechte Wohnerlebnisse,

fehlender Platz zum Wachsen

54


sowie der Wunsch, einen nachhaltigen

Beitrag zu leisten. Wir hatten

das Bedürfnis, Unterkünfte zu schaffen,

die moderne, gut gestaltete

Privaträume bieten und gleichzeitig

die Gemeinschaft fördern. So wird

die Stadt, in der man lebt, zu einem

Zuhause und zu einem Ort, an dem

man Freunde trifft. Seitdem arbeiten

wir an unserem einzigartigen Wohnund

Technologiekonzept und gründeten

2019 gemeinsam mit meinen

Geschwistern POHA House.

Im Kern geht es um das Gefühl

der Verbundenheit und Harmonie,

das in einem außergewöhnlichen

physischen und sozialen Umfeld entsteht.

Der Name POHA ist ein Akronym,

das von „Pursuit of Happiness“

(Streben nach Glück) abgeleitet ist,

und verkörpert für uns das Lebensgefühl,

das wir an jedem POHA-

House-Standort erzielen wollen.

Wo platziert sich POHA House im

Kontext von Co-Living, Co-Working

und Micro-Living?

Wir betrachten POHA House nicht

als Micro-Living. Vielmehr verbinden

wir Co-Living und Co-Working unter

einem Dach und kreieren dadurch

Co-Spaces. Dabei möchten wir, dass

POHA House für unsere Bewohner

und Bewohnerinnen ein Zuhause ist,

in dem es sich leicht und umweltfreundlich

wohnen lässt und das

zum Wohlfühlen einlädt. Dafür

bieten wir maximalen Komfort, kombiniert

mit einer Vielfalt an Optionen,

einem nachhaltigen Ansatz

und einer lebendigen Community.

Unsere Zimmer und Apartments

sind typischerweise zwischen 12

und 30 m 2 groß. Auf den ersten Blick

kann das klein scheinen, aber wir

sehen die privat genutzten Räume

eher als Zimmer in einem großen

Haus. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin

hat ein eigenes Zimmer

oder Apartment und gleichzeitig Zugang

zu verschiedenen Community-

Spaces, die gemeinsam genutzt werden

können. Genauso wie in einem

„normalen“ Einfamilienhaus ist das

eigene Zimmer eher zum Schlafen

und zum Sichzurückziehen gedacht.

Zum Arbeiten können die flexiblen

Anke Tsitouras ist Vorstand der

Landmarken AG, Co-Founder von

POHA House und Expertin in den

Bereichen Immo bilienfinanzierung

und Investments. Bereits während

ihres Studiums in London (Bachelor

International Business/European

School of Economics und Master

Real Estate Investment/Cass

Business School) sammelte sie beim

Immobilien berater Matthews &

Goodman LLP Erfahrungen in der

Immobilienbranche. Im Anschluss

startete sie ihre Karriere bei der

Royal Bank of Scotland (RBS), wo

sie zuletzt als Direktorin für Großkunden-Portfolios

zuständig war.

Zurück in Deutschland stieg Anke

Tsitouras 2019 ins Familienunternehmen

ein und ist dort seit Oktober

2020 im Vorstand tätig. Ebenfalls

2019 gründete sie mit ihrem

Mann und ihren Geschwistern den

Co-Spaces-Anbieter POHA House.

Musterwohnung POHA House

Aachen

Anke Tsitouras

55


Büroflächen genutzt werden oder

im Hansator Münster auch die

Gemeinschaftsfläche. In der großen

Küche kann gemeinsam gekocht

werden, und auch zum Feiern oder

für sportliche und künstlerische

Aktivitäten stehen attraktive Räume

zur Verfügung.

An welche Zielgruppe richtet sich

das Angebot?

Unser Produkt richtet sich im

Kern an junge Berufstätige, Freelancer

und Expats auf der Suche nach

einer komfortablen Wohnumgebung

und mit Lust auf Gemeinschaft.

Unser Ansatz ist darauf ausgelegt,

langfristig wohnen zu wollen, das

Lebensgefühl zu verbessern und

dem Planeten etwas zurückzugeben.

So bieten wir mit unseren flexiblen

Wohnraumtypen, ob Flatshare oder

Studio, die Möglichkeit, das Zuhause

an die aktuelle Lebenssituation und

das Budget anzupassen.

Wodurch fördern Sie den

Community-Gedanken in den

POHA Houses?

Die Förderung einer lebendigen

und offenen Community ist für uns

eine Herzensangelegenheit. Wir wollen

den Community-Gedanken zum

einen durch die Bereitstellung einer

Reihe von attraktiven Gemeinschaftsräumen

sowie durch ein aktives

Angebotsmanagement fördern. Dazu

zählen beispielsweise eine große

Küche und mehrere Lounge-Bereiche,

die sowohl für regelmäßige Kochabende,

aber auch die eine oder andere

Hausparty genutzt werden können,

Gemeinschaftsbereich POHA House Aachen

ebenso wie eine Gemeinschaftsterrasse

und einen Hobbyraum. Erlebnisorientiertes

Leben ist ein wichtiger Teil

unseres Produktangebots.

Wir glauben daran, dass es wichtig

ist, eine gewisse Routine der

Zusammenkunft zu schaffen. Wenn

wir einmal im Monat ein zufälliges

Abendessen veranstalten, ist das

zwar toll, schafft aber nicht wirklich

die familiäre Verbindung, die wir

anstreben. Wenn wir dagegen alle

zwei Wochen ein gemeinsames

Abend essen, jeden Montag einen

Lauftreff und mittwochs einen

Spieleabend organisieren, wird das

Ereignis zu einer Routine, die

man nicht mehr missen möchte:

It’s connection time.

Was hat sich POHA House in

Bezug auf Nachhaltigkeit auf die

Fahnen geschrieben?

Wir sind uns der Auswirkungen

unseres Handelns auf den Planten

und die Gesellschaft bewusst und

setzen uns aktiv dafür ein, möglichst

im Einklang mit unserer Umwelt zu

handeln. Ein ausgeprägtes Nachhaltigkeitsbewusstsein

beobachten

wir ebenfalls bei jungen Leuten,

die durchaus bereit sind, mehr für

nachhaltige Produkte auszugeben,

und bei Entscheidungen aktiv einhergehende

Auswirkungen berücksichtigen.

Vom Hausbau bis zur Bildung

einer Gemeinschaft setzen wir uns

56


Musterwohnung im

POHA House Hansator

in einem POHA House wohnt und/

oder arbeitet, wird ein Kilo Meeresmüll

(entspricht zwei Glasflaschen

und sieben 1,5-Liter-Plastikflaschen)

gesammelt. Damit ist POHA House

das erste Zuhause, das aktiv hilft,

den Klimawandel zu bekämpfen.

Für welche Standorte ist das

Konzept von POHA House gedacht,

und in wiefern erfüllt das Hansator

diese Kriterien?

Von Aachen und Berlin aus entwickelt

unser Team gerade neue

Co-Spaces in vier Städten (Aachen,

Essen, Hamburg und Münster) in

Deutschland. Dies ist aber nur der

Anfang unserer Geschichte. Jetzt

suchen wir nach Standorten sowohl

in Großbritannien als auch in

Großstädten in ganz Europa, an

denen wir weitere POHA Houses

errichten können.

Das Hansator im Herzen von

Münster bietet den perfekten Ausgangspunkt

für die Kombination von

Leben, Arbeiten und Gemeinschaft

im Sinne der Sharing Economy.

Hier entsteht die neue Adresse für

den Standort angepasste Events

und Angebote zu ermöglichen.

Im Hansator können wir viele

Aspekte unseres Konzepts zusammenbringen:

313 Wohneinheiten

zwischen 21 und 54 m 2 , drei verschiedene

Gemeinschaftsflächen mit

unterschiedlichen Nutzungen sowie

eine 300 m 2 große Dachterrasse,

deren Highlights ein Zen-Garten und

ein Glaspavillon – perfekt für entspannte

Yogastunden – sind. Das alles

kombiniert in einem sehr modernen,

nachhaltigen Objekt (Kf W 40). Zudem

ist das Wohnen im POHA House

Münster vollständig digitalisiert:

Über die POHA-App können Bewohner

und Bewohnerinnen alle Community-Spaces

und Events einsehen

und buchen, Termine für Services wie

die Wohnungsreinigung vereinbaren,

Parkplätze reservieren und die

Mietzahlungen im Blick behalten.

Unsere Art, die Welt zu erleben,

zu kommunizieren und zu interagieren,

ist anders als bei jeder Generation

vor uns. Wir wollen mit dem

POHA House Münster das eigene

dafür ein, Ressourcen zu minimieren

und dabei das Potenzial der

Bewohner und Bewohnerinnen zu

maximieren. Angefangen mit einer

gezielten Auswahl der Materialien

für Möbel und Reinigung bis hin

zu einem durchdachten Energie-,

Wasser- und Entsorgungsmanagement

für einen möglichst nachhaltigen

Gebäudebetrieb sowie durch

nachhaltigkeitsfördernde Events,

versuchen wir, bereits heute einen

wesentlichen Beitrag zu leisten.

Wir sind uns jedoch bewusst,

dass es nicht immer einfach ist,

100%ige Nachhaltigkeit zu erreichen.

Deswegen konzentrieren wir

uns darauf, bei all unseren Bemühungen

transparent zu bleiben. Wir

betrachten diesen Weg daher als

eine Reise, die wir gern gemeinsam

mit unseren Partnern und Bewohnern

und Bewohnerinnen antreten.

Besonders stolz sind wir auf

unsere jüngste Partnerschaft mit

everwave: Für jeden Monat, den ein

Bewohner bzw. eine Bewohnerin

Gemeinschaftsbereich POHA House Aachen

gemeinschaftliches und nachhaltiges

Wohnen in der Universitätsstadt

Münster. Neben jungen Berufs -

tätigen und zugezogenen internationalen

Führungskräften richtet sich

das Angebot auch an Studierende

und Universitätsmitarbeitende. Mit

unserem POHA House streben wir

eine Vernetzung mit den bestehenden

lokalen Strukturen an, um an

Zuhause zu einem Ort machen, der

das Leben bunter und vollkommener

macht. Zu einem Ort, der sich

dadurch auszeichnet, dass man

durch Gemeinschaft gemeinsam

wachsen und erfolgreich sein kann.

Es geht nicht nur darum, die Wohnsituation

zu verbessern, sondern

vielmehr um das damit einhergehende

Lebensgefühl.

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Elbe 626 – eindrucksvolle

Architektur von Hadi Teherani


Rückblick

ELBE 626

PERLE

am Elbufer

Damit aus der Idee von Hamburgs ehemaligem

Oberbaudirektor Egbert Kossak zur Revitalisierung des

nördlichen Elbufers Realität werden konnte, hat es

17 Jahre gebraucht. Ein Teil davon ist die sogenannte

„Perlenkette an der Elbe“, zu der auch unser 2002

fertiggestelltes Projekt Elbe 626 gehört.

Zwischen Övelgönne und Elbberg, westlich des Fischmarkts,

erstreckt sich der nördliche Elbuferbereich von rund einem

Kilometer von Neumühlen 37 bis Neumühlen 9. Früher war

dieser Abschnitt geprägt von dem ehemaligen Union Kühlhaus,

der Hedrich-Mühle und den Getreidesilos. Ein heutiger

Streifzug entlang dieser Uferseite zeigt ein verändertes

Bild. Der Weg führt vom Wohnstift Augustinum über das

Apartmenthaus und die Polderbebauung bis hin zu dem

zum Bürogebäude umfunktionierten Getreidesilo.

Die Historie der Bebauungsplanung des Uferbereichs

beginnt in den 80er-Jahren. Die einst betriebsamen Quartiere,

bestehend aus Umschlags-, Verarbeitungs- und

Lager bereichen, waren vom Wandel der Hafennutzung

betroffen und lagen brach. Nach der Verlagerung des

Hafens flussabwärts boten sich auf unterschiedlich strukturierten

Flächen Möglichkeiten, die Hafen- und Uferzonen

umzunutzen und zu revitalisieren. Der Erneuerungsprozess

begann mit dem internationalen Bauforum 1985:

„Stadt am Hafen – Projekte für das Elbufer“. Rund 100

Architekten und Architektinnen aus aller Welt entwarfen

Ideen und Utopien für die städtebauliche Neuordnung.

Das Modellfoto zeigt

das U-förmige Gebäude

von der Straße aus.

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Die Perlenkette – markante

Uferbebauung in Övelgönne

1987 folgte die Erlassung der Leitlinien zur Entwicklung

des nördlichen Elbufers durch den Hamburger Senat. Ziel

war die Erarbeitung eines Konzepts, das Arbeiten und Wohnen,

Einkaufen und Freizeit, Kultur und Tourismus behutsam

in die vorhandene Bau- und Nutzungsstruktur einfügt.

Die geplante Ansiedlung von neuen Nutzungen führte zur

Abschaffung des Hafengebietsstatus. In mehreren Wettbewerben,

Planungen, Diskussionen und Abstimmungen

wurde die Metapher der Perlenkette – einer Schnur aus

architektonischen Schmuckstücken – geprägt. Diese Metapher

hat über die Grenzen von Hamburg hinaus Investoren

und potenzielle Mieter angezogen. Der einst vergessene

Standort wurde Anfang der 2000er-Jahre neu akzentuiert.

Heute besteht die Perlenkette aus fünf Solitären.

ELBE 626: 53° 32‘ 38.2“ N 9° 55‘ 11.1“ O

Eines der vier U-förmig gestalteten Gebäude, die das Elbufer

säumen, ist Elbe 626. Namensgebend waren die 626

Kilometer, die der Fluss von der deutsch-tschechischen

Grenze bis exakt hierhin zurückgelegt hat.

1998 beginnt die Projektierung des Bauvorhabens.

Das zentrale Thema an diesem Standort ist der Hochwas-

60


serschutz. Die Geländehöhe, die sogenannte Lage eines

Grundstücks über Normalnull, wurde 2002 mit rund drei

Metern unter dem Bemessungswasserstand für Sturmfluten

beziffert. Im Zusammenschluss mit den einzelnen

Investoren wurde zum Schutz vor Hochwasser Land aufgeschüttet.

Eine 645 Meter lange und 37 Meter breite Hochwasserschutzanlage,

der Polder, bildet das Fundament der

Perlenkette. Für Elbe 626 stellt er eine von fünf maritimen

Tiefgaragen und die Eingangshalle bereit. Das Erdgeschoss

steht vollflächig auf dem Polder. Die oberen

vier Geschosse ragen zwölf Meter über die Polderkante

hinaus.

Ein Materialmix aus Holz, Stahl, und Glas betont die

enge räumliche Beziehung des Gebäudes zur Elbschifffahrt.

Eine Doppelfassade und die Bauteilkühlung wirken

im Sommer einer übermäßigen Wärmeentwicklung

entgegen. Diese Zweischaligkeit dient auch als schalltechnischer

Puffer. Der Elbe entgegenstrebend, ragt die

nach Süden geöffnete Seite des Bauwerks zehn Meter über

die Polderkante. Das Gebäude wurde für eine bekannte

Hamburger Reederei gebaut, die es später auch erwarb.

61


Das Allerletzte

CARTOON

62



Impressum

STADTPLAN

Herausgeber

HTP HAMBURG TEAM

Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg

Geschäftsführende Gesellschafter

Peter Jorzick, Christoph Kleiner

office@hamburgteam.de

www.hamburgteam.de

HAMBURG TEAM

Investment Management GmbH

Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg

Geschäftsführender Gesellschafter

Nikolas Jorzick

office@hamburgteam-im.de

www.hamburgteam-im.de

Konzept, Text und Redaktion

Dr. Regine Jorzick

Anne Eifler

Gestaltung und Layout

Anna Bertermann, Hamburg

Lektorat

Uta Kleimann, Hamburg

Lithografie

edelweiß publish lithographie, Hamburg

Druck

Beisner Druck GmbH & Co. KG, Buchholz

Bildnachweis

Fotos

Arne Mayntz Fotografie, Hamburg, S. 34

HAMBURG TEAM, S. 2, 5, 27, 29, 30, 33, 34, 38, 59

Henning Stauch Photography, Hannover, S. 40

iStock, S. 35

Janine Baumeister, Berlin, S. 3, 42–51

Andreas Kuchem, S. 55

HEJM, Berlin, S. 56/57

Klaus Frahm, Hamburg, S. 58

Martin Sanches auf Unsplash, S. 29

Sinje Hasheider, Hamburg, S. 11, 12, 15, 27, 36, 37

Susann Paufler Fotografie, Berlin, S. 27

Swen Pförtner, Göttingen, S. 32

Walter Schießwohl Photography, Hamburg, S. 2,

8–10, 13–14

Werner Huthmacher Photography, Berlin, S.3,

16–21, 28, 30, 37

Luftbilder

Falcon Crest Air, Hamburg, S. 36, 41

Google Earth, S. 29, 36

Stefan Rampfel, Göttingen, S. 40

Visualisierungen

Blank Projektentwicklung GmbH, Schöntal, S. 34

bloomimages, Hamburg, S. 26, 31, 33, 38

Carsten Roth Architekten, Hamburg, S. 2, 6/7, 39

Dreidesign, Hamburg, S. 32

Ziegert Gruppe, S. 35

INTERBODEN Gruppe, Ratingen, S. 40

Loomn, Gütersloh, S. 3, 39, 52–54

Rendering artists: Agata Pawlik &

Ewa Maksymiuk, S. 55, 56/57

Illustrationen

Pia Bublies, Hamburg, S. 5, 7, 14, 20, 22, 25

Markus Grolik, München, S. 62

© HAMBURG TEAM, September 2021

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2021

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