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suedwest.presse

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QUERFELDEIN 3

Inhaltsverzeichnis

VOM ZAUBER DES RICHTIGEN AUGENBLICKS 4

Tierfotografie: Wenn Axel Grundler in den Ansitz geht, kann es schon mal Stunden dauern,

bis ihm das passende Motiv vor die Linse läuft oder fliegt. Das Warten lohnt sich, die Bilder sprechen für sich.

ICH SEH’ DEN STERNENHIMMEL 10

Freizeit: Milchstraße,Venus,Andromedanebel: Am Nachthimmel gibt es viel zu entdecken.

Der „Sternenpark Schwäbische Alb“ bietet seit zehn Jahren Führungen an und setzt sich für die Dunkelheit ein

FREUDE AM ZERLEGEN 14

Porträt: Olubayo Adebo hat einen Magister in Politikwissenschaft und Psychologie.Doch beruflich

hat sich der gebürtige Nigerianer eine ganz andere Herausforderung gesucht: Er betreibt einen Schrottplatz.

SCHARF, STYLISCH, ALLTAGSTAUGLICH 18

Handwerk: Unter dem Markennamen Albmesser stellen Janosch und Karolj Vecernjes

handgeschmiedete Messer her.Etwa200 Unikate durchlaufen jedes Jahr die kleine Manufaktur in Hohenstein.

SPASS AM TANZEN 22

Tanzsport: Das Reutlinger Turnierpaar Marina und Alexander Engel erlebt 2021 sein bisher erfolgreichstes

Jahr mit Platz drei bei der WM über zehn Tänze in Vagos kurz nach Latein-WM-Rang elf in Rotterdam.

BAUM WEG,GARTENMÖBEL ZURÜCK 26

Vorruheständler: Stationäre Sägen gibt es in der Region um Burladingen nicht mehr viele.Der Hausener

Klaus Flad hat sich eine gekauft. Und ist zum leidenschaftlichen, aber auch gefragten Säger geworden.

Impressum

Herausgeber: SÜDWEST PRESSENeckar-AlbGmbH &Co. KG,Römerstraße 19,72555 Metzingen, Telefon07123 3688-120; Anzeigen und Objektleitung: Timo Möck (verantwortlich),

Anschrift wie Herausgeber; Redaktion: Michael Koch (verantwortlich), Anschrift wie Herausgeber; Titelfoto: Axel Grundler; Druck: Druckzentrum Neckar-Alb

GmbH &Co. KG,Ferdinand-Lassalle-Straße 51, 72770Reutlingen. November 2021


4

QUERFELDEIN


QUERFELDEIN 5

Tierfotografie Wenn Axel Grundler in den Ansitz geht,kannesschon malStunden dauern, bis ihm das passende

Motiv vordie Linseläuftoder fliegt.Das Warten lohnt sich, die Bilder sprechenfür sich. VonPeter Kiedaisch

Irgendwo im Naturpark

Schönbuch blieb ein prächtiger

Rothirsch auf einer

Lichtungstehen. Ihm war, als

wittere er etwas. Vorsichtig und

bedächtig drehteerden Kopf in

Richtungdes Fotografen,der unbemerkt

vondem Tier 50 Meter

weiter unter einem Tarnüberwurf

im Ansitz saß. Das stattliche

Geweih des Hirsches beschriebeinen

nach oben hin geöffneten

Kreis, wie ihn Balletttänzerinnen

mit ihren Armen

formen, da drückteAxelGrundler

auf den Auslöser seiner Kamera.

Solche Treffer feiern Fotografenmit

innerer Genugtuung, mit

dem erlösenden Gefühl, das sie

überkommt, wenn sie dem

Schicksal haben ein Schnippchen

schlagen können. Denn einen

Hirsch fotografiert man

nicht alle Tage.Ihn nicht,den Bibernicht,

nichtden Eisvogelund

schon garnicht das Waldohreulenpaar.

Sie alle haben, meist

ohne es zu bemerken, ebenfalls

schon in Grundlers Kameralinse

geblickt.

Rauszugehen, in den Ansitz,

wie der 53-Jährigefast schon im

Jargon der Jägerei sagt, hat für

ihn etwasMeditatives. „Da kann

ichrunterkommen“, sagt er,„ich

habe ja keinen Druck.“ Natur

Expertenwie Axel Grundler wissen, wo man einen Eisvogelantreffen kann.

und Tierefotografiert er nur für

sich. Vielleicht um der Kunst

wegen. Ganz bestimmt geht es

ihm aber um die Vollendung eines

Plans.

Rechercheals Voraussetzung

Ehe ermit seiner Ausrüstung

loszieht, ehe er also um vier aufsteht,studiert

er die Gewohnheiten

der Tiere, auf die er an diesem

Tagwartet. Das Internet

und dessen Suchmaschinen helfenihm

dabei. Da steht zwar selten

zulesen, wo exakt sich ein

Eisvogelpaar aufhält. Aberwoes

sich aufhalten kann. „Wo fließendes

Gewässer auf stehendes

trifft“, doziert Grundler, der

hauptberuflich Großhandels-

Fotos: Axel Grundler

kaufmann ist. Eisvögel, sagt er,

sind gar nicht so selten. Wenn

man in ihre Nähe kommt, hört

man ihren „ganz grellen Ruf“.

Dann muss man nur noch den

Klappstuhlaufstellen, dieKamera

mit dem schweren400er Tele

auf ein Stativ schrauben, den

Tarnüberwurfüber sich und das

Equipment breiten und abwarten.

„Drei, vier Stunden kann das

schon dauern.“ Da ist es gut, die

passende Kleidung zu tragen.

Fast reglos auf einem Stuhl zu

sitzen, ist im Herbst nichtimmer

lustig, imWinter kann es vor

Kälte eine Qual sein.

Eigentlich kommt der Hobbyfotograf

aus einer ganz anderen

Richtung. An den Wochenenden

steht er an den Spielfeldrändern

der Region. InsbesondereHandball,

aber auch Fußball und

Leichtathletik fotografiert er

gerne, auch für die Zeitungen

der SÜDWEST PRESSE Neckar

Alb, also Metzinger-Uracher

Volksblatt/Der Ermstalbote,

Reutlinger NachrichtenoderAlb

Bote.

Handball ist schwierig, weil

die Lichtverhältnisse in den

Sporthallen nicht immer ideal

sind.Damit etwa schnelle Bewegungen

nicht im Bildverwackelt

oder verwischt dargestellt werden,

benötigtGrundler eine kurze

Verschlusszeit, die aber lässt

nur wenig Lichtins Gehäuse,sodassdie

Bilder deutlich unterbelichtet

wären, hätte sein Teleobjektiv

nicht die unter Fotografen

geschätzte Lichtstärke von 2,8.

Um so viel Fachtheorie etwas

Praxis entgegenzusetzen, damit

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6

QUERFELDEIN

nem Objektivist: Es kostet etwas

mehr als 12 000 Euro.

Nun lassen sich Fotografen

ungern auf die Leistungsdaten

ihrer Ausrüstung reduzieren.

„Ich kann mir den weltbesten“,

und da hat ervermutlich Recht,

„Tennisschläger kaufen, trotzdem

gewinne ich Wimbledon

nie.“ Er braucht das Gespür für

den richtigen Moment. Wenn

der Eisvogel ins Wasser taucht

und mit einem im Schnabel eingeklemmten

zappelnden Fisch

wieder durchstartet, kommt es

auf Präzision an.

Selten wartet das Eichhörnchen auf den Fotografen.

Ein Foto kann den Tagretten

Schafft eine gute Kamera etwa

20 Bilder proSekunde, dannsind

bestimmt viele davon scharf.

Abertechnisch in Ordnungheißt

noch lange nicht gut. Ein einzigesFotounter

hunderten, die an

einem Tag entstehen, genügt

aber, umden Tagzuretten. Eines,

das den Moment festhält,

der den Unterschied ausmacht.

Ein Eichelhäher in vollem Flug,

im Schnabel trägt er einen dürren,

mehrmals verzweigten Ast,

weil er sich dem Nestbau widmet.

Oder die Wasseramsel, die

mit ihrer Beute gerade dabei ist,

dieSturzwand eines Wasserfalls

zu durchfliegen, weil dahinter

ihr Nest ist. Eine Stockente mit

gelbem Schnabel und grünem

Kopf, sogestochen scharf, weil

der Hintergrund, bedingt durch

die kleine Blende, verschwommen

istwie einAquarell in dunklenTönen,

über das sich ein Glas

Wasser entleert hat.

Er geht kurz vor Sonnenaufgang

los. Das hat bedingt auch

mit den Gewohnheiten der Tiere

zu tun, vorallem aber mögen

Fotografen das Licht am Morgen

genauso wie am Abend. Es ist

weich, keine harten Schatten

spreizen Hell- und Dunkeltöne

ins fürs menschliche Auge unangenehme

Extreme, oder um es

mit Karl Lagerfeld, freilich leicht

Eine Stockenteinvollem Flug über den Neckar.

abgewandelt, zu sagen: Werzur

Mittagszeit im Freien fotografiert,

hat sein Leben nicht mehr

unter Kontrolle.

ZumHobbyNatur- und Tierfotografie

ist Axel Grundler

durch die Corona-Lockdowns

gekommen. Sport gabeskeinen,

also hatte er weniger Aufträge

und mehr Zeit. Zeit, um nicht

nur wie zuvoreinfacheSchnappschüsse

vonWildtieren zu schießen.

„Ich fotografiere jetzt mit

Nachdruck“, beschreibt es Axel

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QUERFELDEIN 7

DasWohl von

Tieren und

Pflanzen steht über

dem Foto.

DasGrundler-FotodiesesMümmelmanns wurde zum „Naturfoto desFrühlings“ gewählt.

Grundler.Also mit Vorbereitung

und vorallem dem Ansitz, möglichst

bodennah, um den Tieren,

auch den kleinen, auf Augenhöhe

zu begegnen.

Geld verdient er mit den Fotos

nicht. Hin und wieder aber

Anerkennung. Jedenfalls bekommt

er sie. Aufder Plattform

Instagramhat er für einen Feldhasen,

der herzhaftindie kugelförmig

angeordneten Samen des

Löwenzahns beißt,die Auszeichnung

für das besteNaturfoto des

Frühlings erhalten. In einem

weltweit ausgeschriebenen

Wettbewerb eines Herstellers

für Fotobücherschaffte er es unter

die besten 1000. Erkönnte

freilich seine Bilder an eine

Stockbildagentur verkaufen, da

bekäme er 15 Euro pro Stück:

„Aber das sehe ich nicht ein“,

klagt er, „ich warte nicht drei

Stunden auf den Hirsch und

gebe dann die Rechte am Bildfür

fast nichts her.“

Viel lieber druckt er seine

Schätze aus, rahmt sie ein und

hängt sie an die Wand: „Man

druckt viel zu wenig aus“, kritisiert

Grundler den Zeitgeist des

Digitalen, der sich in der Selfie-Orgie

dieser Gesellschaft manifestiertund

in einer Unart gipfelt,

die im Fachjargon Selfie-Hotspot

heißt und Orte

meint, die übersInternetbeworben

und gerne als Hintergrund

für diese Art der Selbstporträts

verwendet werden. Mit der Folge,

dass ehemals verschlafene

Orte von Abertausenden aufgesucht,

oder besser heimgesucht

werden.

Auch unter Fotografen gibt es

solche,die Grenzen nicht akzeptieren.

Sie versetzen Vogelnester,

damit der Hintergrund stimmiger

wird. Dass die Jungtiere

so eineAktion unterUmständen

nicht überleben, ist ihnen egal.

„Das um jeden Preis gemachte

Foto ist zuverachten“, in der

Hinsicht folgt Grundler klaren

Regeln, die beispielsweise die

Gesellschaftfür Naturfotografie

(GDT, weil früher Gesellschaft

Fotografie: Jürgen Lippert Gestaltung: Jochen Gewecke

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8

QUERFELDEIN

„IrgendwoamNeckar“ istdieserBiber vordie Linsegeschwommen. GenauereOrtsangaben machen seriöseTierfotografen nicht.

Deutscher Tierfotografen) vorgibt.

Grundler ist Mitglied, das

bringt ihm auch Vorteile. Weil

Tierfotografen selten mit den

Orten hausieren gehen, an denen

sie einen Biber gesehen haben.

Handelt es sich hingegen um

Vereins-Mitglieder,gibt es schon

mal dezenteHilfsleistungen und

Tipps.

Grundler arbeitet auch viel

mit Biologen und Mitgliedern

des Naturschutzbundes (Nabu)

zusammen. Sie wissen, dass sie

ihm vertrauenkönnen. Dementsprechend

karg sind seine Ortsangaben

auf Instagram. Dafürerfährt

er, wie er eine Bartmeise

am Federsee findet, oder wo

Waldohreulen auf die Nacht

warten. Wo es Dornhecken gibt,

sind Neuntöter nicht weit, hater

gelernt. Und dass erden Standort

der Eulen nicht preisgibt, ist

Ehrensache.

Seinen Hirsch hat erimNaturpark

Schönbuch erwischt,

daraus macht er keinen Hehl.

Das40Quadratkilometer große

Freigehege bei Bebenhausen

freilich ist weitläufig genug, um

Hirschen genügend Unterschlupf

zubieten. Er, Grundler,

war zur Brunft acht Mal jeweils

drei bis vier Stunden im Schönbuch,

ehe er seinen Hirsch vor

die Linse bekam. Die Bilder bearbeitet

erhinterher, aber nur

sanft. Bildmanipulationen sind

nicht gestattet, auch das

Rausstempeln von Inhalten ist

nichterlaubt. Er kann den Weißabgleich

korrigieren, also dem

Bild mehr oder weniger Wärme

verleihen, er darf auch Sensorfleckeoder

Bildfehler,die durch

Schmutz am Objektiv entstanden

sind, wegretuschieren. Die

Schärfe etwas nachziehen, dem

Bild mehr Kontrast verleihen.

Das war’s.

Einen Preis von der GDT für

eines seiner Fotos, „das wäre

cool.“ Oder ein Bildbei National

Geographic unterzubringen.

DemMagazin haternoch nie einesangeboten:

„Dafürbin ich zu

bodenständig.“ Er hat andere

Ziele: Weiterhin rausgehen in

die Natur. Dort möchte ersich

neue Plätzeerarbeiten und stets

dem Motto treu bleiben: Das

Wohl von Tieren und Pflanzen

steht über dem Foto. Und wenn

das stundenlange Warten auch

mal vergebens ist, das ficht ihn

nicht an. Da draußen fühlt er

sich wohl. Sein Blutdruck passt

sich der Ruhe an, und das Schöne

auf der Schwäbischen Alb:

Beieinem Rascheln im Gestrüpp

muss er keine Tigerpython

fürchten.Wenngleich dieBegegnung

mit einer Wildsau sicher

auch nicht in schallendem Gelächter

endet, zumal diese Tiere

durchaus ihre Interessen

durchzusetzen imstande sind.

Das aber gilt für alle Tiere. Der

Wald ist ja kein Streichelzoo.

Zwei Waldohreulen auf Reutlinger Gemarkung.

DasNest dieserWasseramsel isthinter dem kleinen Wasserfall versteckt.

DerAusflug an den Federseehat sich geholt,der Bartmeise wegen.


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10

QUERFELDEIN


QUERFELDEIN 11

Freizeit Milchstraße, Venus, Andromedanebel: Am Nachthimmel gibt es viel zu entdecken. Der„Sternenpark

Schwäbische Alb“ bietetseit zehn Jahren Führungenanund setztsich für die Dunkelheit ein. VonAnja Weiß

Sterne üben seit jeher

einewahnsinnigeFaszination

auf uns Menschen

aus. Sie sind

wichtige Begleiter, die immer

über uns sind. Und sie waren

stets Quelle für Mythen und Legenden.

Aberauchfür Naturwissenschaft

und Technik spielen

sie einegewichtigeRolle.Sosind

sie die Basis für die Erfindung

des Kalenders, und sie dienen

der Navigation. „Ohne die Sterne

wären beispielsweise nie die

großen Seereisen der Entdecker

möglichgewesenwären“,erklärt

Matthias Engel, einer der Initiatorendes

Projekts „Sternenpark

Schwäbische Alb“. Undeinesder

ganz großen Themen der Wissenschaftist

die Entstehung des

Universums, und um dieses Geheimnis

zu lüften, muss das

Weltall erforscht werden. Die

Astronomie gilt als älteste Naturwissenschaft,

für die man zudem

Kenntnisse in Mathematik

und Technik benötigt.

Ein Stück Unendlichkeit

Doch auch abseits diesergelehrtenTheorie

ist es für Menschen

ein tolles Erlebnis,wenn sie sich

mit den Gestirnen über sich beschäftigen

können. Wenn die

Nacht hereinbricht, der Himmel

dunkler und die Sterne heller

werden, wenn man Sternbilder

Am Himmel über Gruorn wirdsogar die Milchstraße sichtbar.

wie den „Großen Wagen“ entdecken

kann oder sich die Milchstraße

über einem erstreckt.

Dann vermittelt es dem Beobachter

gänzlich andere Dimensionen

von Raum und Zeit, von

Unendlichkeit und Größe.

Allerdings leuchtet der Sternenhimmel

bei weitem nicht

mehr sohell, wie er das zu früheren

Zeiten getan hat. „Lichtverschmutzung“

wird dieses

Phänomen genannt, das in bewohnten

Gegenden zu beobachten

ist. Denn überall gibt es

künstliche Lichtquellen, Gebäude

sind beleuchtet, Leuchtreklame

blinkt und jede Straße wird

die ganzeNacht über vonLaternen

ausgeleuchtet.

Foto:Karin Unzeitig

Eine der Folgen: „Viele Bewohner

von großen Städten haben

noch niedie Milchstraße gesehen“,

bedauert auch der Diplom-Physiker

und Hobbyastronom

Till Credner.

Er ist ebenfalls Mitglied des

Projekts Sternenpark, das vor

zehn Jahren von begeisterten

Sternenbeobachtern ins Leben

gerufenwordenist. Die Ziele der

Initiative sind dabei unter anderem

der Erhalt des dunklen

Nachthimmels auf der Alb und

eine Forderung nach einer umweltgerechten

Außenbeleuchtung.

Dabei handelt es sich bei der

„Lichtverschmutzung“ keinesfalls

um ein überflüssiges Ökothema,

das nur die Arbeit von

Astronomen beeinflusst. Die

künstliche Aufhellung des Himmels

hat auch negative Folgen

für die Tier- und Pflanzenwelt.

„Zugvögel und Insekten

nutzen die Sterne zur Orientierung,

Pflanzen richten ihr

Wachstum nach dem Hell-Dunkel-Wechsel

aus“, betont Credner.Diesernatürliche

Rhythmus

wird gestört, wenn es dauernd

hell ist. Auch auf dieGesundheit

des Menschen hat die Lichtverschmutzung

somit Einfluss.

Aufder Schwäbischen Alb ist

die Situation viel besser als in

den größeren Städten. „Die Alb

bietet noch einen relativ guten

Sternenhimmel“, sagt Credner.

Er selbst lebt seit vielen Jahren

in Tübingen, wo nur vereinzelt

Sterne zu entdecken sind. Darum

ist er zur Sternebeobachtung

regelmäßig auf die Alb gefahren

und hat dabei Gleichgesinnte

kennengelernt und sich

mit ihnen zusammengetan.

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12

QUERFELDEIN

Es isttoll

zu erleben,

dass die Nacht

keineswegs nur

dunkel ist.

TillCredner

Sternenpark-Mitstreiter

Till Credner, Matthias Engel

und Carsten Przygoda machen

den festen Kern der Initiative

aus, außerdem gibt es weitere

Interessenten, die immer mal

wieder dazu stoßen. Als sie vor

zehn Jahren gestartet sind, gehörten

sie bundesweit zu den

ersten,die dafür sorgenwollten,

dass die künstliche Aufhellung

nicht noch mehr zunimmt oder

sogar zurückgeht. Heute gibt es

vielesolcher Initiativen, und sogar

anerkannte Sternenparks,

etwa im Havelland oder in der

Rhön, die extratouristische Angebotemit

Sternbeobachtungen

und Vorträgen rund um die Astronomie

machen.

Die Burgruine Hohenurach am Abend.

Foto:TillCredner

DerSternguckerplatz

Auch im Römersteiner Teilort

Zainingen wurdevon der Initiative

ein Sternguckerplatz eingerichtet.

Vonhier aus kann man

auf den Truppenübungsplatz

wandern, der sichbesondersgut

für die Betrachtung des Nachthimmels

eignet. „Wenn man hier

unterwegsist, gibt es kein direktesKunstlicht“,

sagt Credner. Jeden

Monatstarten darumNachtwanderungen

auf der Albhochfläche,bei

denen dieTeilnehmer

sogar ohne Lampe wandern können,

weil die Sterne so hell

leuchten, dassman dennoch den

Wegfindet. Es sei immer wieder

toll festzustellen, „dass die

Nacht nicht nur dunkel ist“.

Planetenund Polarstern

Nach der Wanderung besteht

dann die Möglichkeit, sich die

einzelnenHimmelskörper durch

ein Fernrohr oder Teleskop anzuschauen.

Die Experten geben

natürlich zusätzliche Erläuterungen.

„Wir zeigen die markanten

Sternbilder,den Polarstern oder

auch einzelne Planeten wie Jupiter,

Saturn oder Venus“.

Credner selbst ist schon in

jungen Jahren dem Hobby der

Astronomie erlegen, hat dann

später Physik studiert und arbeitet

als Lehrer. Für ihn war es

immer die wissenschaftliche

Neugier, die ihn angetrieben hat,

das zu erforschen, wasesaußerhalb

unserer Erde sonst noch

gibt. Damit die Aufhellung des

Himmels nicht noch mehr zunimmt,

sind Astronomen allerorten

auf der Suche nach Mitstreitern.

„Wir haben schon vor

Jahren einenRatgeber veröffentlicht,

den wir an viele Kommunen

geschickt haben“, berichtet

er.

Bild ©Beate Armbruster

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QUERFELDEIN 13

Ein Blick in ferne Welten: die Andromeda-Galaxie.

Damit wollen sie verhindern,

dass die Lichtverschmutzung

noch mehr zunimmt oder sie im

besten Fall sogar weniger wird.

ErsteErfolgekönnen sie bereits

verbuchen, das Umweltministerium

hatdas Naturschutzgesetz

dahingehend geändert, dassdas

Kunstlichtinsektenfreundlicher

ist. Zudem sollte esnicht grell,

sondern eher warmweiß und

nachobenvoll abgeschirmt sein.

„Das Licht darf nicht in den

Himmelgehen“,betont Credner.

Das ist nicht nur unnütz, sondernkostet

auchEnergie underhelltden

dunklen Nachthimmel.

Bis 2030 sollen weitergehende

Auflagen erfüllt werden müssen.

Gerne beraten die Ehrenamtlichen

vom Sternenpark auch

Kommunen, wenn diese ihre

Straßenbeleuchtung umrüsten

wollen. Gerademit der Gemeinde

Römerstein sei eine solche

Kooperation schon sehr erfolgreich

gewesen,lobtTill Credner.

Allerdingswünscht er sich noch

mehr Beteiligung der Biosphären-Gemeinden,

damit der Sternenparkirgendwann

einmal die

Zertifizierung schaffen kann.

Lichtmessung

Mit zu diesem Prozess gehört

übrigensauchdie Lichtmessung,

die sie seit drei Jahren mit verschiedenen

Kamerastationen

machen. Die Daten zeigen, dass

auch in Zainingen und auf dem

Schachen der abendliche Sternenhimmel

etwa doppelt so hell

Die besten Plätze zur Sternebobachtung

ist, wieein rein natürlicher Sternenhimmel.

Lichtverschmutzung

ist nicht nur ein Problem

der Großstädte, sondern reicht

weit in die ländlichen Regionen

hinein.

Info Viele weitereInformationen

überdas Hobby Astronomie,die

Ausrüstung und auchdie Lichtverschmutzung

gibt es aufder Homepage

des„Sternenpark Schwäbische

Alb“: www.sternenpark-schwaebische-alb.de.

Die

nächsten geführten Nachtwanderungenmit

Sternbeobachtung

sind am 3. Dezemberab19Uhr,4.

Februar um 18 Uhr,1.April um 20

Uhr,29. April um 21 Uhrund 3. Juni

um 22 Uhr.Treffpunkt istam

Sternguckerplatz bei Zainingen.

EineAnmeldungist erforderlich

unter credner@allthesky.de

Die Milchstraße, fotografiertvomTruppenübungsplatz.

Foto:Carsten Przygoda

DerehemaligeTruppenübungsplatz

bei Münsingen

bietet einen für die Gegend

dunklen Nachthimmel, auch

wenn Stuttgart,Reutlingen,

Ehingen undUlm deutlich wahrnehmbarsind.Wer

eintransportables

Teleskop odereinen

Handwagen hat,kann dasInnere

desfür Autosgesperrten

Platzes aufsuchen.

punkt südlichvon Zainingen.

Vondort ausist es nur einKilometer

zuFuß zumPlateauam

Turm Waldgreut, mit freier Sicht

nachSüden. Auch einenächtlicheWanderung

durch den Truppenübungsplatzist

zumErleben

der Nachtlandschaftzuempfehlen.

Schon ein Fernglas bietetinteressanteMöglichkeiten

zurHimmelsbeobachtung.

dünnbesiedelten Gegend schaltenviele

OrteihreBeleuchtung

auch ganz ab,was die Himmelsqualität

deutlich verbessert.

Schachen/Buttenhausen Die

Gegend um denZeltplatzSchachen

bietetebenfalls einen

dunklen Himmel.Der Schachen

istauch direktmit dem Auto erreichbar.

Zainingen Wernur direktam

Auto beobachten möchte, sollte

sich einen Platz nördlichdes

Truppenübungsplatzsuchen,

etwa den Sternenpark-Stütz-

Langenenslingen-Ittenhausen

Einerder dunkelstenNachthimmel

auf derSchwäbischen

Alb gibt es nördlich vonIttenhausen.

In dieser an sichschon

Gomadingen Südlich des

Sternbergs bieten sichauch

guteBeobachtungsmöglichkeiten,

auchwenn hierReutlingen

noch recht naheist.

DerWinterhimmel über Zainingen.

Fotos: Till Credner


14

QUERFELDEIN


QUERFELDEIN 15

Porträt OlubayoAdebo hat einen MagisterinPolitikwissenschaftund Psychologie. Doch beruflich hat sich der

gebürtigeNigerianer eine ganz andereHerausforderung gesucht: Er betreibt einen Schrottplatz. VonMaik Wilke

MehrereTausend Teile

liegen auf dem kleinen

Hof. Alle ordentlich

in kleine Gruppen

sortiert, alles hat seinen

Platz. Wenn man Olubayo Adebo

fragt, wo beispielsweise ein

Getriebe für einen BWM, Baujahr

2004 liegt, geht es schnell.

Adebozeigt auf ein Regal, senkt

den Kopf und schreitetbestimmt

voran. „Eine digitale Übersicht

habe ich nicht –esist alles hier

drin“, sagt Adebo und berührt

mit dem Zeigefingerseine Schläfe.

Seit drei Jahren ist Olubayo

AdeboinReutlingen undzerlegt

Autos. „Die meisten kommen

ohne TÜV oder weil sich eine

Reparatur nicht mehr lohnt“,

sagt der gebürtige Nigerianer.

Mit Blaumann und schwarzer

Mützesteht AdeboimInnenhof

seines Betriebs im Industriegebiet

„In Laisen“. Ein blauer Peugeot

206steht auf der Hebebühne

–umden alten Karren wird

sich Adebo heute kümmern. „Je

nach Modell brauche ich einen

Tag, für manche auch zwei. Beispielsweise

für BMW –die sind

komplizierter geschraubt.“ Motorblock,

Getriebe, Kupplung,

Tank, Bremsbeläge, Scheibenwischer

und vieles mehr: Nach

Adebos Arbeit wird das Auto

DerPolitikwissenschaftler OlubayoAdebo betreibt seit 2018 in Reutlingen einen Schrottplatz.

nicht mehr als solches zu erkennen

sein.

Schrottplatz statt Hörsaal

WerinReutlingen ein Ersatzteil

für ein älteres Modell sucht, ist

bei Adebo richtig. Dabei hat er

sein Geschick fürs Schrauben,

beziehungsweise Abschrauben,

erst während des Studiums entdeckt.

„In Nigeria haben mich

Autos überhaupt nicht interessiert“,

sagt Adebo und lacht.

Im März 1997 kamder damals

25-JährigenachDeutschland, um

in Siegen Politikwissenschaft,

Psychologie und Soziologie zu

studieren. Mit Erfolg: Sein

Magister schloss ermit einem

Schnitt von 2,0 ab. Doch noch

mehr Freude bereitete ihm sein

Ferienjob in einer Autoverwertung

in Siegen. Also als studierter

Politikwissenschaftler auf

Fotos: Thomas Kiehl

den Schrottplatz?Für Adebodie

richtige Entscheidung: „Der

Kontakt zu Leuten, zu den Kunden

macht mir einfach Spaß“,

sagt Adebo.

Mehrere Angebote für eine

Promotionsstelle lehnte er ab.

Stattdessen suchte Adebo bun-

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16

QUERFELDEIN

desweit nach einem eigenenDemontagebetrieb

–und fand diesen

in Reutlingen. Als VorbesitzerHansjörgKraus

in Rentegegangen

war, übernahm Adebo

das GeschäftimApril 2018.Von

8bis 19 Uhr werkelt er nun täglichund

schraubt alteAutosauseinander.

Einen Mitarbeiter hat

derSelbstständigefür seine zertifizierteAutoverwertung

nicht,

„aber wenn das Geschäft noch

etwas anzieht, dann würde ich

gerne jemanden einstellen“.

Ordentlichkeit als Tugend

übernommen

Ein junger Mann betrittden Hof,

Adebogeht auf ihn zu. Er suche

nach alten Teilen aus dem Fahrzeug-Innenraum,

sagt der Student

der Reutlinger Hochschule.

Im Studiengang Transportation

Interior Design müssen die

Hochschüler Materialund Technologien

analysieren. „Das

Die Polizei hat

immer gehupt

und mich gegrüßt,

wenn sie an mir

vorbeigefahren ist.

Es gibt quasi kein Ersatzteil, das OlubayoAdebo nicht auf seinem Schrottplatz vorrätig hat.

kommt häufiger vor, auch Schüler

kommen immer wieder vorbei“,

sagt Olubayo Adebo. Und

er hat jaauch alles da, der Student

wird schnell fündig. Das

Sortiment ist riesig, Adebo behält

nahezu alle Teile auf. „Nur

die Karosseriekommtzum Pressen

nach Tübingen. Und alte

Reifen mit zu wenig Profilmuss

ich in Metzingen entsorgen.“

Ordentlichkeit ist Adebo

wichtig. Eine typisch deutsche

Tugend, die dem 50-Jährigen gefällt.

Aber sind die Deutschen

nicht zu spießig, gerade im Vergleich

zu den Menschen in seiner

HeimatNigeria? „Nein, überhaupt

nicht“, widerspricht er.

„Vielleicht habe ich Glück gehabt,

aber in 25 Jahren in

Deutschland habe ich noch keine

einzige schlechte Erfahrung

mit den Menschen hier gemacht.“

Aufgewachsen ist Adebo in

Lagos, der größten Stadt inNigeria.

Im Großraum leben dort

mehr als 20 Millionen Menschen.

Er vermisse die Stadt

nicht,Deutschlandist seine Heimat.

Nur die Kälte, die scheint

ihm nicht zu gefallen: „Im Winterkümmereich

mich lieber um

den Verkauf der Ersatzteile. Das

kann ich drinnen machen, da ist

es warm.“

In Siegen warOlubayo Adebo

irgendwann so bekannt, dassviele

Leute ihn angesprochen haben

–„Die Polizei hatimmer gehupt

und mich gegrüßt, wenn sie an

mir vorbeigefahren ist“, erzählt

Adebo und lacht. Auch in Reutlingen

kenne man ihn bereits,

wenn auch noch nicht so sehr

wie in der Stadt in Nordrhein-Westfalen.

„Aber das kann

ja noch werden“, sagt der sympathische

Mann und widmet

sich dem Peugeot 206 auf der

Hebebühne.

Die deutsche Ordentlichkeit hat der Schrottplatzbetreiber übernommen.

Wenn ein Auto ausgeschlachtet wird, werden alle Einzelteile eingelagert.

Waserwofindet, hat OlubayoAdebo im Kopf.


18

QUERFELDEIN


QUERFELDEIN 19

Handwerk Unter dem Markennamen Albmesser stellen Janoschund Karolj Vecernjes handgeschmiedeteMesser

her.Etwa200 Unikatedurchlaufen jedesJahrdie kleine Manufaktur in Hohenstein. VonTanja Stark

DasSchleifen einesMessers erfordertviel Fingerspitzengefühl: Zu starkes oder zu langes Erhitzen wirktsich negativauf das Stahlgefüge

aus.

Fotos: Tanja Stark

Wenn kleine Rauchwölkchen

um den

Kamin der kleinen

Schmiede neben

dem Bauernhausmuseum in

Ödenwaldstettentanzen, ist klar:

Janosch Vecernjes frönt wieder

seiner Kunst, dem Messermachen.

Gemeinsam mit seinem

VaterKarolj betreibt er eine Mini-Manufaktur

auf der SchwäbischenAlb,die

zugehörigeWerkstatt

befindet sich in Bernloch.

ProJahr entstehen dort rund 150

bis 200 individuelle Messer für

Kunden aus der ganzen Welt –

Gastronomen, Sterneköche und

Privatpersonen, das Spektrum

ist breit. „Wir machen Herzensmesser

für Herzensmenschen“,

fasst der 38-Jährige zusammen.

Inzwischen gingen deutlich

mehr Anfragen ein, als das Duo

annehmen könne. „Da müssen

wir leider selektieren, ich würde

niemals ein Messer rausgeben,

das nicht perfekt ist.“ Und

eines sei klar, man wolle klein

und fein, seinen Wurzeln treu

bleiben. Schließlich haben sich

die beiden all das, was nach einem

gelebten Hobby-Traumausschaut,

hart erarbeitet.

Die Geschichte nahm schon

vor mehr als 50 Jahren ihren

Lauf,als der jungeKarolj in seiner

ungarischenHeimatbei Szegedauf

seinem täglichen Schulweg

das Haus eines Schmiedes

passierte.Freilichschwänzteder

Bub die eine oderandereUnterrichtsstunde,ummit

großen Augendas

Tundes Handwerkers zu

verfolgen und erste Nägel auszuschmieden.

Doch dann folgte

der Umzug nach Deutschland.

Im nahen Umfeld um den neuen

Wohnort bei Tübingen ergab

sich für ihn keine Möglichkeit,

eine entsprechende Ausbildung

zu absolvieren. Daher widmete

er sich vorerst dem Malerhandwerk

mit Meisterprüfung und

hielt sich mit anderen Dienstleistungenwie

dem Restaurieren

alter Schränkeund der Kalligrafie

über Wasser –das Messermachen

blieb eine liebgewonnene

Freizeitbeschäftigung.

Doch dann spielte ihm das

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20

QUERFELDEIN

terer Wohnortwechsel nach

Trailfingeneröffnete neue Chancen.

Im Garten des neuen Hauses,

das einst Teil einer Schuhmacherdynastie

war, befand sich

eine Schuhmacherwerkstatt

samt Poliermaschine. Dort konntenerund

seininzwischen zehnjähriger

Sprössling tüfteln. Denn

auchJanoschwar längst mitdem

Messer-Virus infiziert. „Ich hatte

immer irgendwelche Schleifsteinchen

dabei. Viele meiner

Freunde stammten aus Gastronomenfamilien,

deren Messer

habe ich regelmäßig geschärft“,

erinnert er sich zurück. „Die

Lust am Schleifen und Schneiden

wurdemir schon in die Wiege

gelegt.“

Wenn du die

ersten 400

Messer hergestellt

hast,weißtdu,

dass du vorher ein

Idiot warst.

Nicht mehr zu bremsen war

das Vater-Sohn-Gespann, als Karoljs

Mutter „unglaublich guten

Stahl“ eines Messermachersaus

Ungarn mitbrachte. Um diesen

kennenzulernen und zu erfahren,

wie er mit seinem heiligen

Bis einem Albmesser das Adjektiv „fertig“ zugeordnetwird, durchläuft diesesetwa60Arbeitsschritte,zur Herstellung einesDamastmessers

fallen etwa 200 einzelne Arbeitsschritte an.

Rohmaterial umgeht, war den

beiden kein Aufwand zu groß.

Immer wieder legten siedie 1000

Kilometer zurück, freundeten

sich mit dem Meister an, erhielten

Rohlinge zum Feinmachen.

Und dann kam es, wie es kommen

sollte. „Sein Sohn wollte

nicht in seine Fußstapfen treten,

also sollte ich sein Nachfolger

werden und wurde inseine Geheimnisse

eingeweiht“, strahlt

Janosch Vecernjes. Immer wieder

verbrachte erWochen und

Monate in Ungarn, lerntedurch

Zuschauen und Anpacken.

Zwar hatte der Nachwuchskünstler

längst einige Kunden

mit seinen Unikaten überzeugt,

dennoch ist das Herstellen perfekter

Messer ein langer Prozess.

Sein Lehrmeister gabihm einen

wichtigen Tipp mitauf den Weg:

„Bei den ersten vier Messern, die

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QUERFELDEIN 21

DiefunktionstüchtigeSchmiedeimÖdenwaldstetter Bauernhausmuseum bietetJanoschVecernjesperfekteArbeitsbedinungen zur

Produktion seiner handgefertigten Messer.

du in deinem Leben komplett

selbst machst, wirst du einen riesigen

Unterschied merken. Bei

den ersten 40 Messern, die du

von Hand machst, spürst du einen

noch größeren Unterschied

und wenn du die ersten 400 Messer

hergestellt hast, weißt du,

dass duvorher ein Idiot warst.“

30 000 Stunden im Handwerk

Janosch Vecernjes blieb dran,

ließ sich zudem von einem Damaszener-Messer-Meister

schulen

und blickt heute inzwischen

auf mehr als 30 000 Stunden intensiven

Umgangs mit diesem

Handwerk zurück. Freilich hatte

sich Janosch Vecernjes auch

auf einen anderen, vernünftigen

Wegvorbereitet. Nach erfolgreichem

Abschluss des Wirtschaftsgymnasiums

gründeteer

eineBörsengruppe, handeltemit

Aktien und durchlief eine Ausbildung

zum Groß- und Außenhandelskaufmann

bei der Firma

Morgenstern. Eine Weiterbildung

an der Abendschule zum

Versicherungsmakler folgte,

doch all die Zahlen und Daten,

der ständige Umgang mit Geld

machten ihn nicht glücklich. Im

Jahr 2008 fasste er einen sein Leben

verändernden Entschluss:

„Ich mache ab sofort nur noch

Messer.“ Dies war die Geburtsstundedes

Unternehmens „Albmesser“.

Ausschließlich Einzelstücke

Besondersstolz sind die Betreiber

auf die Fertigungstiefeeines

jeden Einzelstücks. Der Kunde

entscheidet, für welchen Zweck

er sein handgefertigtes Werkzeug

einsetzen möchte: sollWild

aufgebrochen, Fleisch filetiert

werden oder wirdein neues Allzweckmesser

in der Küche benötigt?

Abhängig vom Wunsch des

Käufers wird der Rohstahl vorbereitet

und geschmiedet, die

Klingen werden in Form gebracht

und im Härteofenbei 800

bis 1200 Grad Celsius erhitzt.

Nach dem Abschrecken in Öl

dürfen diese dann eine Nacht

lang entspannen. Zahlreiche

weitereSchritte wie ein Aufenthalt

im Wärmeofen, ein grober

Schliff oder das Polieren auf der

traditionellen Solinger Filzpoliermaschine

folgen. In Eigenregie

entsteht auch der Griff, der

aus einheimischem regionalem

Wurzelholz, etwa Eschenknolle,

Pappel- oder Nusswurzel oder

Münsinger Wacholderholz, angefertigt

wird.

Um ein normales, patentiertes

Alb-Messer anzufertigen,

sindrund 60 Arbeitsschritte notwendig,

für ein hochwertiges

Damastmesser ausmehrlagig gefaltetem

Damaszenerstahlfallen

etwa 200Arbeitsschritte an. Für

die Herstellung eines rostfreien

Alb-Messers Spezial setzen die

Experten zirka 20 Arbeitsstunden

an, diesentspricht drei Messern

pro Woche. Ein maßgeschneidertes

Kochmessergibt es

ab 500 Euro.

FürechteGourmets:Durch die flexible Klingeeignetsich das

Albmesser „Filet“ besonderszum Filetieren vonGemüseund Fisch.

Die Details zur Herstellung der beliebten Albmesser sind streng gehüteteFamiliengeheimnisse,

Messerkurse undPraktikabietetdie Vecernjes-Manufakturdaher nicht an.


22 QUERFELDEIN


.

QUERFELDEIN 23

Tanzsport DasReutlinger Turnierpaar Marina und Alexander Engel erlebt 2021sein bisher erfolgreichstesJahr mit

Platz drei bei der WM über zehn TänzeinVagos kurz nach Latein-WM-Rang elf in Rotterdam. VonAlexander Mareis

Viele Sportler haben in

der Corona-Pandemiezeit

Rückschläge und

Enttäuschungen hinnehmen

müssen, abgebrochene

Meisterschaften, wertlose Erfolge.

Anders das Reutlinger Ehepaar

Marina und Alexander Engel.

Siefeierten in der portugiesischen

Kleinstadt Vagos, gelegen

in der zentralen Região

Centro, ihren bisher größtenTriumph

auf der Tanzfläche. Ihnen

gelang dort bei der Weltmeisterschaft

der zehn Tänze, offiziell

WDSF World Championship

TenDance Senior II, der dritte

Platz in der höchsten S-Klasse

der Senioren II –indieser Altersklassemussder

jüngerePartner

mindestens 40 Jahre im

Wettkampfjahr, der ältere Partner

mindestens 45 JahreimWettkampfjahr

alt sein.

Die Königsdisziplin

28 PaarehatteninVagos die erste

Runde begonnen, 24 die zweite

Runde erreicht, zwölf diedritte

und sechs schafften esins Finale.

Die Bezeichnung „zehn

Tänze“ (auch Kombination) beschreibt

im Tanzsport das Tanzen

aller zehn klassischen Turniertänzeineinem

Wettbewerb,

welcher von vielen als die Königsdisziplin

aufgefasst wird.

AufRang eins beim Deutschland-Pokal am 31. Oktober in der nordrhein-westfälischen Hansestadt

Kamen: Alexander Engel recktneben seiner Frau Marina den Pott stolz in die Höhe.

Foto:pr

Während bei Standard- oder Lateinturnieren

die Paare jeweils

nur fünf Tänzeabsolvieren,müssen

sie bei Turnieren „über zehn

Tänze“ folgende Tänze präsentieren:

Langsamer Walzer, Tango,Wiener

Walzer,Slowfox und

Quickstepp aus dem Bereich der

Standardtänze sowie Samba,

Rumba, Cha-Cha-Cha, Paso Dobleund

Jive aus dem Bereich der

lateinamerikanischen Tänze.

Ein Mammutprogramm

Das kräfteraubende Pensum der

vier Runden legten die Engels

aufs Parkett, nachdem sie nur

zweiTagezuvor im niederländischen

Rotterdam bereits drei

Runden bei der Weltmeisterschaft

der Lateintänze in der

Klasse Senioren 2absolvierthatten.

Ein Mammutprogramm

nichtnur in den Hallen,sondern

auch ein ordentlicher Reisestress.

Kleine Europareise

Zunächst eilten die beiden

Schullehrer nach ihrem Unterricht

zum Stuttgarter Flughafen,

jetteten von dort nach Amsterdam

Schiphol, vonwoaus es per

Mietwagen in die Hafenstadt

Rotterdam zur Latein-WM ging,

ehe man nach einer Übernachtung

hurtig denselben Weg

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24 QUERFELDEIN

zurück nach Amsterdam und

vondort per Flugzeug nach Porto

bewältigte. Vonder nordportugiesischen

Hafenstadt aus

wurden die Zehn-Tänze-WM-Teilnehmer

nach Vagos

chauffiert. WM-Rang drei in Vagos

folgte auf den elften Platz

unter 45 Paaren in Rotterdam.

„Immerhin warenwir das zweitbeste

deutsche Paar. Allerdings

hätte es ruhig mehr als Platz elf

sein dürfen, schon bei der Teilnahme

zuvor waren wir Elfter

bei der Latein-WM“, lässt Alexander

Engel verlauten.

Vorallem die Leistung des

48-Jährigen ist allerdings gar

nicht hoch genug einzustufen,

schließlich war ernoch im Mai

operiert worden und erhielt ein

neues Hüftgelenk. Rund fünf

Monate später wirkteerals Tänzerinseiner

Körperhaltung und

in seinen Bewegungen teils eleganter

alszuvor.„Das haterauch

seinemtollen Physiotherapeuten

zu verdanken“, lobtEhefrauMarina.

Wieschon wenigeMonate vor

dem Corona-Ausbruch, beim

2019 durchgeführten Deutschland-Pokal,

schoss das Ehepaar

am 31. Oktober in der nordrhein-westfälischen

Hansestadt

Kamenden Vogelabund trugbei

dieser Deutschen Meisterschaft

(der Begriff Pokalmag hier irreführend

klingen) der Senioren II

Süber zehn Tänzeunter 16 Paaren

den Sieg davon.

Alexander Engel hat seine Frau Marina auf der Tanzfläche immer perfekt im Griff.

Foto:pr

Stolz ist man auch beim Tanzsportclub

TC Schwarz-Weiß

Reutlingen über das Ausnahmepaar,das

einen etwasungewöhnlichen

Einstieg in den Sport erlebt

hat. Bei ihrem jeweiligen

Sportstudium inLudwigsburg

lernten sich der ReutlingerAlexander

Engel und seine von der

Ostalb stammende Frau Marina

kennen. „Ich war21Jahrealt und

Meistsind

eher die

Frauen diejenigen,

die im Tanzen

vorangehen und

ihren Partner dazu

überreden. Beiuns

waresumgekehrt.

Marina Engel

Tänzerin

kannte Tanzen nur von der Disco

oder allgemein zum Spaß –

von Turniertanz hatte ich keine

Ahnung. Meist sind eher die

Frauen diejenigen, die im Tanzen

vorangehen und ihren Partnerdazu

überreden. Beiuns war

es umgekehrt. Er fing mit 17 Jahrenan,

tanztebeimTCSchwarz-

Weiß Reutlingen bereits Latein

in derS-Klasse und warmir der-

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QUERFELDEIN 25

maßen überlegen, dass eseine

ganze Zeit brauchte, bis ich

Schritt halten konnte“, erinnert

sich Marina Engel. Die heute

43-Jährigeglaubteanfangsnicht

daran, jemals auf diesem hohen

Niveau agieren zu können. Dann

aber begann das Paar beim TC

Schwarz-Weiß Reutlingen gemeinsam

mit Standardtanzen.

Über Standard- und Latein-Tänze

arbeitete sich das

vom anfänglichen Leistungsniveau

so unterschiedliche Paar in

die Zehn-Tänze-Kombination

vor, bis in den deutschen Seniorenkader.Wirklich

Geld verdienen

die beiden Schullehrer –er

ist an der Realschule Sindelfingen

tätig, sie an der Gemeinschaftsschule

Pliezhausen –mit

ihrem Sport nicht. Die Preisgelder

von oft nicht mehr als 150

Euro decken selbst bei Teilnahmen

inDeutschland nicht einmal

die Kosten. Immerhin

springt aber mal beispielsweise

ein Workshopmit Bundestrainer

Horst Beer heraus.

Gewaltiges Pensum

Wieleidenschaftlich die beiden

Idealisten ihren Tanzsport lieben,

zeigt sich auch darin, dass

sie ihr erstaunliches Wochen-Pensum

von im Jahresdurchschnitt

vier bis fünf Trainingstagenimnur

zehn Minuten

von ihrer Wohnung entfernten

Tanzsaal des TC Schwarz-Weiß

Reutlingen, auch als zweifache

Mit Pokalen kennen sich die Engels aus: Hier istesder Deutschland-Pokal,

den Marina Engel in der Hand hält.

Foto:pr

Eltern schaffen. Beide Söhne

werden oft zum Tanzen mitgenommen.

Der Zwölfjährige

schnuppert bereits beim TC

Schwarz-Weiß in den Sport hinein,

der Fünfjährige hat Spaß

beim Kindertanzen und beim

Turnen.

„Tanzen ist ein fabelhafterFamiliensport.

Man übt die sportliche

Leidenschaft mit demPartner

aus und kann die Kinder

wunderbar integrieren. Beispielsweise

hat unser älterer

Sohnindirekt sogar das Fahrradfahren

in der Tanzhalle gelernt“,

verrät Alexander Engel. Dass er

selbst ein Hansdampf inallen

Gassen ist, zeigt sich auch darin,

dasserzwarbis zum 30.Lebensjahr

intensiv getanzt hat, dann

aber fünf Jahre lang Triathlon

betrieb –eine der trainingsintensivsten

Sportarten überhaupt.

„2010 war unser Turniereinstieg

im Standardbereich–in der

untersten Klasse. Im Standardbereichsind

wir dannam8.September

2013 als Landesmeister

der A-Klasse in die S-Klasse aufgestiegen.

Dann haben wir bis

2018 erst einmal ausschließlich

Standardgetanztund uns im November

2017 entschieden, auch

mit Latein anzufangen“, erinnert

sich Alexander Engel.

Zum besseren Verständnis

über die Wertigkeit: Es gibt die

Klassen D, C, Bund Asowie darüber

die Sonderklasse S.

Bittere WM-Absage

Doch auch beim Reutlinger Erfolgspaar

läuft nicht alles rund:

2020 wurdedie WM in NewOrleans

(USA) abgesagt und auf

den Flugkosten von rund 2000

Eurobliebdas Ehepaar Engelsitzen.

Die niederländische Fluggesellschaft

KLM verweigerte

eine Erstattung.

Einebittere Enttäuschung für

die Engels, die noch nie außerhalb

von Europa getanzt haben.

Ihre bisherigen internationalen

Einsätze führten die Asse des TC

Schwarz-Weiß Reutlingen nach

Portugal, Niederlande, Polen,

Schweiz und Slowakei. Die

Sechstplatzierten der German

Open in Stuttgart 2019 wollten

zudem eigentlich am 13.November

2021 am Deutschland-Pokal

Latein der Senioren II im Tanz-

Sport-Zentrum Stuttgart-Feuerbach

teilnehmen, mussten aber

wegen der Corona-Erkrankung

ihres fünfjährigen Sohnes schweren

Herzens absagen.

„Wir sind beide geimpft,aber

wir wollten unser Kind nicht zu

Hause allein lassen“, sagt Marina

Engel.

Erhebliche Kosten

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Schon bald werden neue

hochkarätige Herausforderungen

auf Marina und Alexander

Engel warten.

„Das Tanzen ist unsere Leidenschaft.

Da schauen wir auch

darüber hinweg, dass wir allein

für unsere Tanzkleidung in den

letzten Jahren rund 10 000 Euro

ausgegeben haben. Wir wollen

zusammen noch viele Erfolge

feiern“, macht Alexander Engel

klar und betont. „Die Erfolgewären

allerdings ohne unsere Vereinstrainer

RolandasTrembo im

Standardbereich und Sergiu

Luca für den Latein-Bereich –er

ist auch bekannt aus der

RTL-Tanzshow Let’s Dance –

und vor allem ohne unserem

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QUERFELDEIN


QUERFELDEIN 27

Vorruheständler StationäreSägen gibt es in der Region um Burladingen nicht mehr viele. DerHausener Klaus Flad

hat sich eine gekauft. Und istzum leidenschaftlichen, aber auch gefragtenSäger geworden. VonMatthias Badura

Das einzige Holz, das

Klaus Flad bis vor KurzeminHändengehalten

hatte, waren seine

Trommelstöckeals Schlagzeuger

derTanzband „OutofThree“. Inzwischen

bohrt, nein, pardon:

sägt Flad dicke Bretter. Der

62-Jährigeist vonBeruf ein reinrassiger

Metaller, Maschinenbaumechanikermeister,

kein

Waldbesitzer, wie viele andere

im Killertal, und so hatte er bisher

mit dem Naturwerkstoff

Holz wenig zu tun. Er galt vielmehr

als ein Tüftler im mechanisch-technischen

Bereich.

Und nun steht er seit einem

Jahr mehrmals pro Woche im

Garten seines Hauses in der Austraße

an einerstationären Säge,

die er sich angeschaffthat.„Vorbereitung

auf die Rente“, lacht

der Hausener,der sich bereits im

Vorruhestand befindet und dem

Abschied aus dem Arbeitsleben

entgegensieht. Wäre es für ihn

nicht naheliegender gewesen,

sich eine weitere Drehbank für

seine allerdings schon bestens

ausgestattete Heim-Werkstattzu

kaufen?

Es flutscht, WilfriedDaiker(l.) und Klaus Flad tragen BrettumBrett ausder Säge.

Wastun mit dem Rest der Gartentanne?

Die Idee mit der Säge entstand

bei Gesprächen mit seinem

Sohn: Sebastian Flad ist Forstwirt

und hat sich vor geraumer

Zeit selbstständig gemacht.

Wenn es einKundewünscht, betreuterganzeWälder.Erist

aber

auch zur Stelle, wenn in einem

Garten ein einzelner Baum entfernt

werden muss. Sei es, weil

er die Sichtversperrt, sei es, weil

das Gewächs einerStromleitung

zu nahe kommt, sei es, weil sein

BesitzerPlatz fürirgendeinen einen

Anbau benötigt.

Nicht jeder Gartenbesitzer

verfügt über eine Motorsäge,

und selbst wenn er Inhaber einer

solchen wäre,fehlt es im Falle

hochstämmiger Bäume in der

Regelaneinem Hubwagenoder

an Kletterkünsten. Hier ist Sebastian

Fladgefragt. Er fällt, was

wegsolloder wegmuss. Handelt

es sich dabei etwa um eine etliche

Meterhohe Tanne,kappt er

sie abschnittweise von oben

nach unten, mal mit Hilfe eines

Hubwagens, mal klimmt er im

Klettergeschirr RichtungWipfel

und sägt sich dann abwärts.

Waspassiert mit den Stämmen,die

anschließend traurig im

Garten liegen? Viele Menschen

findenüberhaupt keine Verwendung

dafür, andere können sie

zumindest im Kachelofen verfeuern.

Eigentlich viel zu schade,

fand der junge Forstwirt,

denn es handelt sich nicht nur

um Tannen oder Fichten, die als

Baumaterial zu gebrauchen wären,

sondern vielfach um heimische

Obst- und Edelhölzer mit

wunderbarer Musterung: Kirsche,

Apfel, Birne, Walnuss. So

zündeteirgendwann die Idee mit

dem Sägewerk.

Ob der Vaterdarauf kamoder

der Sohn, weil er sich womöglich

Sorgen machte, der künftige

Rentner könnte an Unterbeschäftigung

leiden und in einem

unerfüllten Tatendrang dann

ihm, Sebastian, immer neue Aufgaben

zuweisen, wie Väter das

ja gerne tun –man weiß es nicht.

Jedenfalls schaffte sich Klaus

Fladdas Kleinsägewerkan. Seither

besteht das Angebot des

Forstwirts an seine Kunden, ihr

Fällholz für sie durchseinen Vatereiner

Nachnutzung zuführen

zu lassen.

Klaus Flad sägt aus der vorigen

Gartenzier Bretter, Dielen,

Balken, er fertigt aber auch Bauteile

für Bänke, Hocker oder Tische.

Das Angebot kommt gut

an. Einen Baum zu fällen,

schmerzt immer ein bisschen,

aber wenn aus den Überbleibseln

etwasBrauchbares entsteht,

hat man ein gutes Gefühl. Das

klingt dann vielleicht so: „Was

für ein schöner Tisch“, sagt der

Besucher bewundernd; der Gastgeber

kann darauf erwidern:

„Den habe ich aus dem Kirschbaum

machenlassen,der da drüben

stand. Der musstejanun leider

weg. Aber der Tisch ist toll

geworden, nicht?“

Fabrikat der MarkeHolzmann

Beider Säge,umdie herum Flad

einen Unterstand gebaut hat,

handelt es sich um ein Fabrikat

der Marke Holzmann, Österreich,

zum Preis von rund 4000

Euro. Ein einfaches, aber robustes

Modell, wie der Hausener

meint. Nach oben gebe es da freilich

keine Grenzen, vollautomatisch,

computergesteuert, alles

sei zu jedem Preis möglich. Ihm

aber genüge seine Maschine

vollauf.

Prompt ruckelt es, das Sägeblattgibt

bedenkliche Geräusche

vonsich.Fladfährt zurück, setzt

nochmal an, es ruckelt wieder.

Von vorn das Ganze. Nun

klappt’s. Irgendwann später

muss der werdende Balken auf

die Seite gedreht werden. Elendig

schwer, dieses frisch geschlagene,

noch nasse Holz. Sebastian,

der zufälligerweise da ist,

Fotos: Matthias Badura

hilft mit, der Kunde, der den

Stamm zusägen lässt, ebenso.

Auch ein Nachbar packt mit an.

Er hat beim Werkeln im Garten

nebenan vernommen, dass bei

Flads die Maschine läuft. Da tut

man gerne wunderfitzen: Werist

der Kunde, was hat ermitgebracht,

wie kommt Klaus zurecht?

Für diese stets willkommene

Abwechslung erweist sich

der Nachbar jetzt zum Dank als

Helfer.

„Wenn ich säge,schautimmer

jemand vorbei“,lacht Klaus Flad.

Es stört ihn nicht, nein, das Interesse

freut ihn. Ein häufiger

Gast, so verrät er,sei auch Hausens

Ortsvorsteher Erwin Stai-

Sebastian Flad wuchtet einen Balken auf die Schnittseite. Nachbar JosefSchmid (links) hilft mit.


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QUERFELDEIN

ger, der sich, vormals Banker,

jetzt in Rente, aufs Drechseln

verlegt hat. Ständig auf der Jagd

nach besonders ausdrucksvollem

Holz, schaut erdann und

wann,obFladnicht etwasExquisites

für ihn hat.

Es dauertalles

etwaslänger,

aber man hatja

Zeit.

Der Balken ist inzwischen in

die richtigePosition gewuchtet.

Es kann weitergearbeitet werden.Doch

nun stimmtder Sound

überhaupt nicht mehr. Aha, die

Zähne des Sägebandes sind

stumpf, solltenfrisch geschliffen

werden. Also herunter das Band,

ein neues hinauf.

In der verkehrtenRichtung

Wasist das?Die Zähne zeigen in

die verkehrte Richtung. Falsch

eingekauft? Nein, man mussdas

Band nur voninnen nach außen

drehen, dann stimmt’s wieder.

Doch Vorsicht, dabei kann man

sich verletzen. Endlich ist auch

das vollbracht, weiter geht’s.

Klaus Flad grinst spitzbübisch:

„Dauert alles etwaslänger.Aber

man hat jaZeit.“

Der Kunde –eshandelt sich

um einen Arbeitskollegen aus

Ein Sägeband muss gewechselt werden, für einen gelernten ForstwirtkeinProblem.

Sickingen –stimmt zu. Die Pausen

und kleinen Reparaturen stören

ihn nicht, er fühlt sich gut

unterhalten. Hauptsache,eswird

sorgfältiggearbeitet und dieBalken

und Dielen, die er haben

möchte,sind schön gleichmäßig

zugerichtet. Jetzt flutscht’sauch

so richtig, esgeht problemlos

voran, ein Brettnach dem anderen

kann Wilfried Daiker, so

heißtder Mann, auf seinen Hängerladen.

Der Sickinger ist froh,

überhaupt einen Säger ander

Handzuhaben. Manfindet nicht

mehr viele derartigeBetriebe in

der Umgebung. Und ob sie

Kleinmengen, wie er sie bringt,

annehmen würden, ist fraglich.

(In dem Fall muss man dazu sagen,

entstammen die Stämme

nicht einem Garten, sondern einer

kleineren Aufräumaktion im

Wald der Familie Daiker.)

Ihr Servicebüro:

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Dragan Vangelov

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Berühmtheit KlaraWalz

Die zweifellos berühmteste Sägerei

inder Umgebung war die

zwischen Hörschwag und Stettengelegene

Walzmühle.Die Betreiberin

Klara Walz und ihre

Schwester Marie sind ineiner

Fernsehdokumentation des SWR

verewigt, die man zuweilen in

drittenProgrammen sehen kann.

Nachdem der Bruder nach

Kriegsende nicht heimkehrte,

übernahm Klaradie Säge,inder

Absicht, sie dem Vermissten

übergeben zu können, wenn er

glücklich nach Hause gelangt.

Doch der Bruder bliebverschollen.

Klarasägtebis ins hohe Alter

–und führte ein strenges Regiment.

Werihr Reich betrat,hatte

nach ihrer Pfeife zutanzen.

Spurte man nicht, bekam man etwas

zuhören. Wobei sie beim

Schelten der ihr zu langsam erscheinenden

Gehilfenkeine Ausnahme

machte, egal obessich

um einen Burschen von 14Jahren,

um einengestandenenFörster

oder umden ehrenwerten

Bürgermeister der Stadt Burladingen

handelte.

Die wohl bekannteste Sägeder Umgebung wardie Walzmühle zwischen Stettenund Hörschwag –und KlaraWalzeine Berühmtheit.

Kein unnötiger Spritverbrauch

Auch in der Walzmühle war die

Arbeit meist nicht ruckzuck getan.

Klara, die ihrem Duktus

nach einem vergangenen Jahrhundert

anzugehören schien,

darf man, gelinde gesagt, als

sparsam bezeichnen. Ihr Sägewerk

funktionierte mit Wasserkraft

und wurde aus der Lauchert

gespeist.Sie besaß zwar einen

Generator, aber den setzte

sie nur widerwillig in Gang. Pure

Verschwendung, das hätte ja teuren

Sprit gekostet. Warder vorhandene

Wasservorrat verbraucht,

ruhte das Geschehen,

man musste warten, bis das

Bächlein das Becken wieder gefüllt

hatte.Was im Sommer lange

dauern konnte. Erst anschließend

war man in der Lage, die

Arbeit fortzusetzen.

Die Kunden schworen dennoch

auf Klara und ihre Kunst.

„Sie kann auch aus dem krummsten

Baum noch gerade Bretter

sägen“,meinteeinmal einer.Viele

bemalte Holztafeln mit Lob

und Sinnsprüchen zeugen von

der Zufriedenheit. Siesind heute

nochausgestellt, so wie die an

Pfullingen–auch im Winter einErlebnis!

Im Herzen Baden-Württembergs,eingerahmtvon Albtrauf,Georgenbergund Schönberg, liegtPfullingen

–das Torzum Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Dieunverwechselbare Landschaftin

und um dieNaturwaldgemeindelädt

dazu ein, entdeckt zu werden –im

Sommer wie im Winter. Ein Highlight

ist der Pfullinger Sagenweg, der am

Fuß des Ursulabergs, dem Sitz der

Sagengestalt „Urschel“, beginnt.

Entlang des Rundweges erwarten

die Wanderer kunstvolle Sagenfiguren

aus Holz.

Der Premiumwanderweg „hochgehtürmt“

führt zum bekanntesten

Wahrzeichender Stadt:dem Schönbergturm,

im Volksmund auch als

„Pfullinger Onderhos“ bekannt. Wer

ihn erklimmt, bekommt eine grandiose

Aussicht über die steile Albkante

und das davorliegende Pfullingen

–beeindruckender Fernblick inalle

Himmelsrichtungen inklusive.

Wer Pfullingen ganz persönlich kennenlernen

möchte, erhält ein individuell

zugeschnittenes Besichtigungspaket

für seine größere oder

kleinere Gruppe beim Kulturamt.

Ein vielfältiges Angebot an Gastronomie

und Übernachtungsmöglichkeiten

wie auch Wohnmobilstellplätzen

rundet das Angebot ab.

Fotos: Stadt Pfullingen

StadtPfullingen

Marktplatz 5·72793Pfullingen

Tel. 07121/7030-4101·Fax07121/703-213

tourismus@pfullingen.de·www.pfullingen.de

Facebook&Instagram:

@stadtverwaltung.pfullingen


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QUERFELDEIN

Nach vielstündiger Arbeit istFlad geschafft, hundemüde, aber hochzufrieden mit sich und der Welt.

die Walzmühle angelehnteSäge

mit dem Sägegatter weiter vorhanden

ist,tadellosfunktioniert,

und dem Publikum an Öffnungstagenvorgeführtwird.

Klaraund

ihre Schwester Maria, zwei unvergleichliche

Originale,weilen

indessen nicht mehr auf dieser

Welt.

Ob Klaus Fladmit seiner Säge

auch einmal als Original gelten

wird? Mit seinem Humor und

seiner Schlagfertigkeit hätte er

das Zeug dazu. Aber mit der

knorrigen KlaraWalz möchteer

sich nun doch nicht vergleichen.

Ein bisschen moderner sei er da

schon und seine von der Lauchertunabhängige,nur

der Energie

des elektrischen Stroms verpflichtete„Holzmann“

allzeit bereit.

Einstweilen zieren auch

noch keine Dankschreiben zufriedener

Kunden die Wände.

Aber vielleicht kommt das ja

noch.

Eine Parallele zur Walzmühle

könnte man trotzdem entdecken.

Wenige Meter neben der

Säge hatFlad–natürlichinHolzkonstruktion

–einen Unterstand

errichtet. Der Tisch darin ist

vorerstprovisorisch, die Eschenbretter

müssen noch trocknen,

ehe man sie zusammenfügen

kann. Auch der Unterbau trägt

vorläufigen Charakter. Aber sitzenlässt

es sich hier in einer Zigarettenpause

bei einem Kaffee

schon ganz gut. Die Gespräche

drehen sich um das zu bearbeitende

Holz, um den nächsten

Balken –und bald um alles Mögliche.

So freutsich der Nachbar,

der beim Balkenwuchten half,

den Besucher von der Zeitung

zu sehen, dem er langenicht begegnet

ist; der Besuchervon der

Zeitung wiederum erfährt

vonWilfried Daiker,dassder ein

Büchlein über Fasnetsgruppen

verfasst hat. Ja, dakönnte man

auch einmal etwas darüber berichten,

man will in Kontakt bleiben

... es ist gemütlich, behaglich,

unterhaltsam, man erfährt

etwas Neues, knüpft Bekanntschaften

–wie früher bei Klara

Walz, wie in der gutenalten Zeit.

Leben in der Bude

Vielleicht ist es auch das, was

Klaus Flad, der nicht nur Drummer,

sondern auch als Torwart

und viele Jahre als Sportclub-Vorsitzender

agierte, gefällt:

dass immer ein bisschen

Leben in der Bude ist!

Bei allem Spaß muss jedoch

das Ergebnis stimmen, ständig

kontrolliert er, misst mit dem

Zollstock,justiert. Da kommt unverkennbar

der Mechaniker in

ihm durch. Oder der Killertäler,

ein Menschenschlag, dem man

von alters her Erfindertum und

Begeisterung für alles Maschinelle

nachsagt. DieBalken, Bretter

und Werkstücke, die er herausgibt,

verlassen das Anwesen

in der Austraße nach Maß. Alles

weitere kommt auf die Besitzer

an, der Bau- und Werkstoff, den

sie heimbringen, musstrocknen

und sorgfältig gelagert sein,

sonst verziehtersich.Dannwerden

ausgeraden Stämmen krumme

Bretter. „Bei Möbelstücken

kommt es natürlich darauf an,

wo man sie aufstellt. Das Holz

für einen Esszimmertisch muss

weitaus trockener sein als der

Stamm für eine Bank im Freien“,

erklärt der Säger. Und fügt beinahe

begeistert hinzu: „Holz

schafft, Holz lebt!“

„Nix tun istgar nichts“

Eindeutig, Klaus Flad hat seine

neue Berufung gefunden. „Im

Geschäfthabe ichinder Produktion

und in der Arbeitsvorbereitung

von 7Uhr morgens bis 3

Uhr nachmittags geschafft, hier

schaffe ich von Sonnenaufgang

bis zur Dunkelheit. Du merkst

nicht, wie die Zeit vergeht, du

spürst nichts, keine Anstrengung

– und wenn du Feierabend

machst, bist du körperlich erledigt,

hundemüde und glücklich.

Das ist so toll!“

Jeder, so empfiehlt der 62-jährige

Noch-Arbeitsständler, sollte

sich als Rentner eine derartige

Beschäftigung suchen. „Nur

nicht nix tun, das ist garnichts.“

Wer’s nicht glaubt, kann ihn

selber fragen: Alle sind willkommenund

eingeladen,ihm bei der

Arbeit zuzuschauenund mitihm

in den Pausen zu fachsimpeln.

Wersich anmelden möchte, erreicht

ihn auch unter der Adresse

seines Sohnes Forstservice

Flad, Telefon(07475) 67 68 oder

(01 52) 23920107.

Bettina Flad bringtihren Männern eine Stärkung (oben links);Sebastian Flad bei

einer Fällaktion in einem Garten(o.r.); bildschönesKirschenholz (Bild unten).

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