H2 Afrika, erneuerbare Energien und der Stoff, aus dem die Zukunft ist /

Afrika.Verein
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Afrika, erneuerbare Energien und der Stoff, aus dem die Zukunft ist /
Africa, renewable energies, and the substance of the future

DAS MAGAZIN DES AFRIKA-VEREIN DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT

THE MAGAZINE OF THE GERMAN-AFRICAN BUSINESS ASSOCIATION 4/2021

H 2

Afrika, erneuerbare Energien

und der Stoff, aus dem die Zukunft ist

Africa, renewable energies, and

the substance of the future


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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ EDITORIAL ∙

3

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

In keiner Region der Welt wächst der

En er giebedarf schneller als in Afrika.

Vie le Länder können diese wachsende

Nachfrage nicht oder kaum decken. Das

liegt nicht nur am Bevölkerungswachstum,

sondern auch an den überwiegend stetig

wachsenden Volkswirtschaften quer über

den Kontinent hinweg. Eine ausreichende

und stabile Energieversorgung der Bevölkerung

und der Wirtschaft ist deshalb

seit Jahren eine der zentralen Herausforderungen

für afrikanische Regierungen.

Wie kann diese Aufgabe gelöst werden?

Und gibt es Lösungen, die verhindern, dass

zugleich der globale CO2-Ausstoß weiter

steigt, obwohl er doch zur Beherrschung

der Klimakrise eher sinken müsste? Der in

diesem Jahr vom Bundesforschungsmi n isterium

vorgestellte „Wasserstoffatlas Afrika“

hat Antworten auf beide Fragen gege ben.

Die Zukunft der klimaneutralen Energiegewinnung

liegt zu einem erheblichen Teil in

Afrika! Und: klimaneutrale En er gieerzeugung

in Afrika kann mittelfristig auch erheblich

dazu beitragen, fossile Energieerzeugung

in Europa zu ersetzen.

Welche Potenziale Afrika beim Auf- und

Aus bau von erneuerbaren Energien hat

und wie die Umwandlung und der mögliche

Export nach Europa in Form von Wasserstoff

aussehen kann, wollen wir in dieser

Ausgabe der beleuchten.

Sie ist gleichzeitig unsere letzte Ausgabe

im Jahr 2021 und dient thematisch auch

als Ausblick in die Zukunft. Die Themen

Ener gie, grüner Wasserstoff und die Verbesserung

der Investitionsbedingungen

deutscher Unternehmen in diesen Bereichen

in Afrika werden uns auch in den

nächsten Jahren intensiv beschäftigen.

Wir freuen uns darauf, die dafür notwendigen

Diskussionen gemeinsam mit Ihnen

zu führen.

Dear Readers!

In no region of the world is the demand

for energy growing faster than in Africa.

Many African countries cannot or can barely

meet this increasing demand. This is not

due to population growth alone – demand

is also being driven by the many steadily

growing economies across the continent.

Sufficient and stable energy supply for

the population and the econo my has therefore

been one of the central challenges for

African governments for years.

How can this challenge be addressed?

And are there solutions that will prevent

global carbon emissions from continuing

to rise at the same time, despite the need

for them to fall in order to control the climate

crisis? The H2 Atlas Africa presented this

year by the German Federal Ministry of Education

and Research has answered both

questions. The future of climate-neutral energy

production lies to a large extent in Africa!

And: climate-neutral energy production

in Africa can also make a significant

con tribution to replacing fossil energy production

in Europe in the medium term.

In this issue of the , we aim to shed light

on Africa’s potential with respect to the development

and expansion of renewable

energies, as well as on what the conversion

of these renewables into green hydrogen

and their possible export to Europe might

look like.

This is also our last issue for 2021, and its

themes point to the future. The topics of

energy, green hydrogen, and the improvement

of investment conditions for German

companies involved in these areas in Africa

will continue to occupy us intensively in the

coming years. We look forward to holding

the related and necessary discussions on

these issues together with you.

I hope you enjoy reading this issue of our

magazine!

Christoph Kannengießer

Hauptgeschäftsführer / CEO

Viel Spaß bei der Lektüre!

_4/2021


4 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙

INHALT

6

Westafrika – Vom Schlusslicht

zum Powerhouse

Schlafender Riese

Afrika als Treiber der Energiewende?

8

Editorial...................................................... 3

Impressum ................................................. 4

Afrika in Zahlen .......................................... 6

Schwerpunkt: Grüner Wasserstoff

und erneuerbare Energie

Schlafender Riese....................................... 8

Afrika als Treiber der Energiewende?

Die Zukunft ist grün.................................... 18

Fünf afrikanische Länder mit besonders

großem Potenzial für Erneuerbare

„Unsere Energieinfrastruktur wird

die Produktion von grünem Wasserstoff in

großem Stil ermöglichen“........................... 24

Interview mit dem Botschafter Kenias

Supermacht der erneuerbaren Energie....... 28

Gastbeitrag Europäische Bank für Wiederaufbau

und Entwicklung

„Ägyptens Vision ist es, ein Drehkreuz

für Energie zu werden“............................... 32

Interview mit Ägyptens Minister für Elektrizität

und erneuerbare Energie

Grüner Wasserstoff für eine klimafreundlichere

Luftfahrt ......................................... 34

Gastbeitrag Universität Hannover

Eine Idee, die Früchte trägt............................ 36

German Agribusiness Alliance

Hintergrund

Die AfCFTA: ein potenzieller Motor

für die regionale Integration....................... 38

Interview mit Kristina Holzhäuser von der

Commerzbank

Digitalisierung für südafrikanische

BerufsschullehrerInnen.............................. 40

Gastbeitrag iMove

Panorama

Authentische Bilder.................................... 44

Fairpicture

Lesenswert ................................................. 48

Aktuelle Buchtipps

Afrika-Verein

Presseschau............................................... 50

Der Afrika-Verein in den Medien

„Ist es fair, dass Afrika

unsere Klimasünden beheben soll?“.......... 52

Im Gespräch mit dem Afrika-Verein

Positionen, Personalien und

Mitgliedsunternehmen................................ 54

Agenda ....................................................... 60

Der Terminkalender für Messen,

Veranstaltungen und digitale Angebote

Außenansicht ............................................. 62

Interview mit James Mnyupe, Wirtschaftsberater

des namibischen Präsidenten

Vorschau..................................................... 64

Impressum

– Afrika Wirtschaft

DAS MAGAZIN DES AFRIKA-VEREIN

DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT

www.afrikaverein.de

Herausgeber · V.i.S.d.P.:

Christoph Kannengießer

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Redaktion: Nana Gerritzen, Daniel El-Noshokaty

E-Mail: redaktion@afrikaverein.de

Gestaltung und Layout: Leonard Hertel

E-Mail: info@leonard-hertel.com

Übersetzung: James Bray

Lektorat: Nana Gerritzen & James Bray

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Jörg Arnold, Cristian Carraretto,

Daniel El-Noshokaty, Nana Gerritzen, Prof. Dr.-Ing. Richard

Hanke-Rauschenbach, Julian Hölzen, Silvia Niediek & Pejman

Norastehfar

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Druck: Riemer Druck GmbH & Co. KG

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34-35: © Getty Images · S. 5, 53, 62: © Fabian Hammerl

S. 24, 26-27: © Steffen Kugler

S. 28-31: © EBWE · S. 33: © Ägyptische Botschaft

S. 36-37: © Community Forests International

S. 39: © Commerzbank AG · S. 40, 43: © ÜBZO

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S. 60: © Afrika-Verein · S. 63: © James Mnyupe

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des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Bücher wird keine

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Beiträge geben die Meinung der Autoren wieder.

Diese muss nicht mit der Auffassung der

Redaktion übereinstimmen.

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙

5

TABLE OF CONTENTS

21

The future is green

Five African countries with particularly

high potential for renewables

Special guest interview

Interview with James Mnyupe, Economic

Advisor to the Namibian President 63

Editorial...................................................... 3

Publication details...................................... 5

Africa in figures.......................................... 7

Featured Topic: Green hydrogen

and renewables

A sleeping giant.......................................... 13

Africa’s potential to be a driving force

for the energy transition

The future is green..................................... 21

Five African countries with particularly high

potential for renewables

“Kenyan power infrastructure will enable

green hydrogen production”........................ 26

Interview with Kenya’s Ambassador to Germany

A renewables superpower.......................... 30

Guest article European Bank for Reconstruction

and Development

“Egypt’s vision is to

become an energy hub”.............................. 33

Interview with the Egyptian Minister of

Electricity and Renewable Energy

Green hydrogen for more

environmentally friendly aviation....................... 35

Guest article University Hannover

An idea bearing fruit .................................. 37

German Agribusiness Alliance

Background articles

“The AfCFTA: a potential engine for

regional integration”................................... 39

Interview with Kristina Holzhäuser,

Commerzbank

Digitalisation for South African

TVET lecturers............................................ 42

Guest article iMove

Arts & culture

Authentic pictures...................................... 46

Fairpicture

Recommended reading............................... 48

Current book tips

German-African Business Association

In the press ................................................ 51

The German-African Business

Association in the media

“Is it fair that Africa makes amends

for our climate sins?”................................. 53

In conversation with the German-African

Business Association

German-African Business Association

news, members & more.............................. 54

Up and coming............................................ 60

Agenda for fairs, events, and digital meetings

Special guest interview.............................. 63

Interview with James Mnyupe, Economic Advisor

to the Namibian President

Preview....................................................... 64

Publication details

– Afrika Wirtschaft

THE MAGAZINE OF THE GERMAN-AFRICAN

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Editors: Nana Gerritzen & Daniel El-Noshokaty

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Translation: James Bray

Proofreaders: Nana Gerritzen & James Bray

Contributing writers: Jörg Arnold, Cristian Carraretto,

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manuscripts, photos or books. The opinions expressed in

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of the editorial staff.

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6 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AFRIKA IN ZAHLEN ∙

Westafrika – Vom Schlusslicht

zum Powerhouse

Allein in Westafrika ließen

sich jährlich 165.000 Terrawattstunden

grüner Wasserstoff herstellen

Westafrikas Rolle als Region mit im globalen

Vergleich geringer Stromversorgung

dürfte sich zeitnah ins Gegenteil umkehren:

Westafrikanische Länder könnten sich

künftig klimafreundlich selbst versorgen

und sich sogar als Energieversorger und

Motor der globalen Energiewende profilieren.

Zu diesem Ergebnis kommen Experten

des Forschungszentrums Jülich, die

das BMBF-Projekt Potenzialatlas Grüner

Wasserstoff begleiten, bei dessen Entstehung

auch der Afrika-Verein eingebunden

war. Der in diesem Jahr präsentierte Zwischenbericht

zeigt das enorme Potenzial

für günstigen und nachhaltig produzierten

Wasserstoff in den 15 Staaten der westafrikanischen

Wirtschaftsgemeinschaft (ECO­

WAS). Rund 76 Prozent der Landflächen in

der Region eignen sich dem Papier nach

für Onshore-Windkraftanlagen, 33 Prozent

für Photovoltaikanlagen. Die Durchschnittskosten

für eine Kilowattstunde Strom aus

Photovoltaik wird mit zwei bis vier Cent

angegeben, bei Windkraft liegt der Preis

zwischen zwei und 15 Cent. Wasserstoff

ließe sich also kostengünstig aus erneuerbarer

Energie produzieren. „Theoretisch

liegt das gesamte Potenzial der Wasserstoffproduktion

in den ECOWAS-Staaten

bei rund 165.000 Terrawattstunden“, sagt

Dr. Solomon Agbo, Physiker und Projektleiter

des Potenzialatlas. Das entspräche

110mal der Menge an Grünem Wasserstoff,

die Deutschland 2050 voraussichtlich

wird importieren müssen (der Nationale

Wasserstoffrat rechnet allein für die deutsche

Industrie ohne Raffinerien bis 2030

mit einem Wasserstoffbedarf von 1,7 Millionen

Tonnen pro Jahr, der auch danach

noch weiter steigen wird). Zwei Drittel des

in Westafrika produzierten Wasserstoffs

ließe sich dabei für weniger als 2,50 Euro

pro Kilogramm herstellen. Zum Vergleich:

Die Kosten für in Deutschland produzierten

Wasserstoff im Jahr 2050 liegt laut bisheriger

Studien bei etwa 3,80 Euro pro Kilo.

Noch günstiger dürfte es kontinentweit nur

in Namibia werden, hier prognostizieren

Experten einen Preis zwischen 1,50 und

zwei Euro für ein Kilo Wasserstoff – laut

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek

„ein weltweiter Spitzenwert“. Ende August

haben Deutschland und Namibia eine

Absichtserklärung zum Aufbau einer Wasserstoffpartnerschaft

unterzeichnet. Für

eine entsprechende Machbarkeitsstudie

und erste Pilotprojekte will das BMBF bis zu

40 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen zum

Potenzialatlas: www.h2atlas.de/de/

Quellen: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Forschungszentrum Jülich

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AFRICA IN FIGURES ∙

7

In West Africa alone, 165,000 terawatt

hours of green hydrogen could be

produced annually

West Africa – from

also-ran to powerhouse

West Africa is facing a radical reversal

with respect to its power supply, which

has been relatively limited by international

standards: in the future, West African

countries could supply themselves with

environmentally-friendly power, and may

even position themselves as energy suppliers

and drivers of the global energy

transition. This is one of the conclusions

reached by Forschungszentrum Jülich,

which, along with the German-African

Business Association, is supporting the

Green Hydrogen Potential Atlas project of

the German Federal Ministry of Education

and Research (BMBF). The interim report

presented this year shows the enormous

potential for cheap and sustainably produced

hydrogen in the 15 member states of

the Economic Community of West African

States (ECOWAS). According to the paper,

around 76 percent of the land in the region

is suitable for onshore wind power plants,

and 33 percent for photovoltaic systems.

The average cost of a kilowatt hour of electricity

is estimated at between two and four

cents for photovoltaics, and between two

and 15 cents for wind power. This would

allow hydrogen to be produced cheaply

from renewable energy. “Theoretically,

the total potential of hydrogen production

in ECOWAS countries is about 165,000

terawatt-hours that can be obtained,” said

Dr Solomon Agbo, physicist and project

manager of the hydrogen atlas. This would

correspond to 110 times the amount of

green hydrogen that Germany will likely

have to import in 2050 (the German National

Hydrogen Council calculates that

German industry alone, without refineries,

will need 1.7 million tonnes of hydrogen

per year by 2030, and this demand will

continue to rise). Two-thirds of the hydrogen

produced by West Africa could be

generated for less than 2.50 euros per

kilo, far less than the 3.80 euros per kilo

that previous studies estimate for the 2050

production costs in Germany.

In Africa, only Namibia is likely to be cheaper,

with experts predicting a price of

between 1.50 and two euros per kilo. According

to German Federal Minister of Education

and Research Anja Karliczek, this

represents “the most competitive price in

the world.” At the end of August, Germany

and Namibia signed a Joint Communiqué of

Intent to establish a hydrogen partnership,

and the BMBF intends to provide up to 40

million euros for a corresponding feasibility

study and initial pilot projects.

Further information on the hydrogen atlas is

available at www.h2atlas.de/en/.

© Getty Images

Sources: German Federal Ministry of Education and Research, Forschungszentrum Jülich

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8 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

GRÜNER WASSERSTOFF UND ERNEUERBARE ENERGIE

Ein Solarpark in Südafrika. Mit genug Investitionen könnte

Afrika seinen kompletten Energiebedarf mit Erneuerbaren decken.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

9

© Getty images

Schlafender

Riese

Noch ist ein Großteil

des Potenzials zur Nutzung

erneuerbarer Energien in

Afrika nicht erschlossen.

Durch ein mutiges Zusammenspiel

internationaler Akteure

aus Politik, Wirtschaft und

Wissenschaft könnte Afrika

vom unterversorgten Kontinent

zur klima freundlichen Energie-

Supermacht werden.

Nana Gerritzen

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10

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Dass Afrika mit seinen vielen Sonnenstunden, idealen Windbedingungen

und unendlichen unerschlossenen Landstrichen

über ein enormes Potenzial zur Nutzung erneuerbarer

Energien verfügt, ist nicht neu. Nach einer im Frühjahr

im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung erstellten Studie, könnte Afrika innerhalb

eines Jahrzehnts eine kontinentweite Versorgung mit

erneuerbaren Energien erreichen. Auf dem Kontinent, auf dem

bisher etwa 550 Millionen Menschen – also rund die Hälfte aller

Afrikanerinnen und Afrikaner – keinen Zugang zu elektrischem

Strom haben, könnte dem Papier nach 2030, also bereits in neun

Jahren, ein nachhaltiger und universeller Zugang zu Strom für

alle sichergestellt werden. „Afrika kann zum grünen Kontinent

der erneuerbaren Energien werden“, sagte der scheidende

Entwicklungsminister Müller bei der Vorstellung der Studie.

Um das Potenzial zu erschließen, wären neben verbesserten

wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen und einer

stärkeren Koordination der Bemühungen vor allem mehr

einschlägige Investitionen erfaorderlich – von staatlicher und

privatwirtschaftlicher Seite. Müller spricht von zusätzlichen 35

Milliarden Dollar im Jahr, die in die afrikanische Energieinfrastruktur

investiert werden müssten. Mehr Investitionen müssten

deshalb auch eine Priorität für die Entwicklungszusammenarbeit

der EU sein – es brauche eine echte europäisch-afrikanische

Energiepartnerschaft, mahnte

Müller. Auch die Privatwirtschaft müsse sich

stärker als bisher engagieren.

Nicht nur um die Elektrifizierung Afrikas voranzutreiben

und eines der größten Hemmnisse

für Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent aus

dem Weg zu räumen, ist Afrika als Kontinent der

erneuerbaren Energien in Deutschland aktuell in aller Munde.

Zwölf Jahre nachdem die Brancheninitiative Dii Desert Energy

(zunächst unter dem Namen Desertec Industrial Initiative) 2009

ins Leben gerufen wurde, um zu untersuchen, welche Rolle

in Nordafrikas Wüsten aus erneuerbaren Quellen produzierter

Strom künftig für den europäischen Energiemarkt spielen

könnte, geht es dabei heute um die Frage, ob Afrika künftig der

Afrika

braucht massive

Investitionen in den

Ausbau der Energieinfrasturktur.

Produzent und Exporteur von grünem Wasserstoff werden

kön nte. Grüner Wasserstoff bezeichnet aus erneuerbaren Energien

und somit klimaneutral erzeugten Wasserstoff und gilt als

bedeutender Hoffnungsträger der Energiewende. Mit Hilfe des

farblosen Gases sollen Industrie, Flug- und Schwerlastverkehr

künftig klimafreundlicher gestaltet werden. Da Deutschland

weder genug Flächen, noch ein ausreichendes Potenzial für

die Produktion von erneuerbaren Energien hat, um sich selbst

mit ausreichend grünem Wasserstoff zu versorgen, liegt die

Hoffnung auf Afrika. Dank der idealen Bedingungen für die

kostengünstige Nutzung erneuerbarer Energien, so die Idee,

könnte der afrikanische Kontinent künftig nicht nur sich selbst,

sondern auch EU-Länder mit klimaneutral produziertem Wasserstoff

versorgen.

H 2

– ENERGIETRÄGER DER ZUKUNFT?

Um den künftig riesigen Bedarf an grünem Wasserstoff zu decken,

suchen Deutschland und die EU deshalb mit Nachdruck

nach geeigneten Kooperationspartnern auf dem Nachbarkontinent.

Seit Sommer letzten Jahres fördert das Bundesministerium

für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt H2 Atlas

Africa des Forschungszentrums Jülich. Ziel des Projektes ist es,

he rauszufinden, welche afrikanischen Länder

sich besonders für die Produktion von grünem

Wasserstoff eignen. Dafür sollen die verfügbaren

erneuerbaren Energie- und Wasserressourcen,

die verfügbaren Flächen zur Erzeugung von grünem

Wasserstoff und Eckdaten zur Produktion

sowie Rahmenbedingungen in insgesamt 31

Ländern im Süden und Westen Afrikas analysiert

werden. Außerdem soll in ersten Pilotprojekten

aufgezeigt werden, wie der Wasserstoff wirtschaftlich effizient

produziert, exportiert und vertrieben werden kann. Auf afrikanischer

Seite sind die beiden Zentren für Klimaforschung in Ghana

(West African Science Service Centre on Climate Change and

Adapted Land Use, WASCAL) und Namibia (Southern African

Science Centre for Climate Change and Adaptive Land Management,

SASSCAL) die wichtigsten Partner des Projekts.

© Hans-Joachim Rickel / LS 21

Der Innovationsbeauftragte Grüner Wasserstoff Dr. Kaufmann,

Bundesforschungsministerin Karliczek, H2 Atlas-Projektkoordinator Dr. Agbo

und AV-Hauptgeschäftsführer Kannengießer bei der Vorstellung des Potenzialatlas.

Ein in diesem Jahr veröffentlichter

Zwischenbericht sieht Afrika

als bedeutenden Partner der

deutschen Wasserstoffwirtschaft

und potenziellen künftigen Energieversorger

der Welt. Nach Angaben

des Potenzialatlas‘ ließen

sich allein in Westafrika künftig

bis zu 165.000 Terrawattstunden

grüner Wasserstoff pro Jahr herstellen,

was der 110fachen Menge

dessen entspricht, was Deutschland

Schätzungen zufolge 2050

an grünem Wasserstoff importieren

müssen wird. Der interaktive

H2-Atlas zeigt „Produktions-Hotspots“

für Solar- und Windenergie

an, wo mithilfe von Elektrolyseanlagen

aus Wasser Öko-Wasserstoff

gewonnen werden soll.

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

11

Ende August unterzeichneten die scheidende Bundesforschungsministerin

Anja Karliczek und namibische Regierungsvertreter

eine Absichtserklärung zum Aufbau einer deutsch-namibischen

Wasserstoffpartnerschaft. Südafrika und die DR

Kongo sind für ähnliche Kooperationen im Gespräch. Mit 300

Sonnentagen und mehr als 3.000 Sonnenstunden gilt Namibia

selbst im innerkontinentalen Vergleich als besonders geeigneter

Standort für die kostengünstige Pro-

duktion von grünem Wasserstoff. „Das Land

kann zu einem Global Player für die grüne

Wasserstoff-Erzeugung werden“, sagt Karliczek.

Im Rahmen der Partnerschaft will

Deutschland bis zu 40 Millionen Euro für eine

Machbarkeitsstudie und erste Pilotprojekte

zur Verfügung stellen. Im Gegenzug sollen

deutsche Unternehmen und Wissenschaftler

eine „bevorzugte Rolle“ beim Aufbau der namibischen

Wasserstoffwirtschaft spielen. „Eine Partnerschaft

zwischen Afrika und Deutschland bedeutet eine Win-Win-Situation“,

sagt Karliczek. „Afrika kann sich selbst mit Energie

versorgen und vom Wasserstoff-Export profitieren. Deutschland

deckt seinen Bedarf an grünem Wasserstoff und profitiert

wirtschaftlich vom Technologie-Export.“

Namibia:

300 Sonnentage,

3.000 Sonnenstunden,

300.000 Tonnen

grüner Wasserstoff.

PARTNERSCHAFTEN AUF AUGENHÖHE

„Wir legen größten Wert darauf, dass auch die afrikanischen

Partner von einer Wasserstoff-Partnerschaft profitieren, zum

Beispiel, indem dadurch in den Ländern Arbeitsplätze entstehen

und die Wirtschaft angekurbelt wird“, sagt auch Dr. Solomon

Agbo, Projektkoordinator des H2-Atlas und Physiker am Forschungszentrum

Jülich. „Eine Partnerschaft

kann nur gelingen, wenn sie für alle Beteiligten

von Vorteil ist.“ Wenn mit Hilfe der deutschen

Partner die Potenziale für erneuerbare Energien

weiter ausgeschöpft würden und sich grüner

Wasserstoff etwa auch im industriellen Sektor

Afrikas etablieren ließe, wäre das ein wichtiger

Beitrag gegen den Klimawandel und für

die wirtschaftliche Entwicklung afrikanischer

Länder, so Agbo.

Dass deutsch-afrikanische Projekte im Bereich der erneuerbaren

Energien für beide Seiten von Nutzen sein können, hat

sich durch zahlreiche Projekte unter deutscher Beteiligung

bewiesen. Auf einer Veranstaltung am Rande der diesjährigen

UN-Klimakonferenz COP26 hat die namibische Regierung jüngst

bekannt gegeben, dass Hyphen Hydrogen Energy, ein Joint

Venture zwischen Enertrag South Africa (einer hundertprozen-

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12

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Solarpanele in

der Wüste Namib.

Mit 3.000 Sonnenstunden

im Jahr könnte Namibia

zum Global Player der

Wasserstoff industrie

werden.

Doch nicht nur aus wirtschaftlichen Interessen ist der Ausbau

erneuerbarer Energien in afrikanischen Ländern und das

Vorantreiben der globalen Energiewende von größter Bedeutung

für Afrika. Nach Angaben der

Umweltorganisation Germanwatch

liegen fünf der zehn am meisten

vom Klimawandel betroffenen Länder

in Afrika, namentlich Mosambik,

Simbabwe, Malawi, Niger und der

Südsudan. Die UN-Weltorganisation

für Meteorologie schätzt, dass

bis 2030 118 Millionen Menschen

auf dem Kontinent von Dürre, Überschwemmungen

und extremer Hitze

betroffen sein werden. Der Kontinent

erwärme sich stärker und schneller

als der globale Durchschnitt – dabei

ist Afrika für weniger als vier Prozent

der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

© Getty Images

tigen Tochtergesellschaft der deutschen Enertrag AG) und dem

britischen Infrastrukturentwickler Nicholas Holdings Ltd. den

Zuschlag für die Entwicklung des ersten groß angelegten grünen

Wasserstoffprojekts des Landes bekommen hat. Das Projekt mit

einem geschätzten Wert von 9,4 Milliarden Dollar soll künftig

300.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren, entweder

als reinen grünen Wasserstoff oder in abgeleiteter Form

als grüner Ammoniak. In der ersten Phase, die voraussichtlich

2026 in Betrieb gehen wird, sollen zwei Gigawatt erneuerbare

Stromerzeugungskapazitäten geschaffen werden, um grünen

Wasserstoff für die Umwandlung in grünes Ammoniak

zu produzieren. Spätere Ausbauphasen

sollen die kombinierte Erzeugungskapazität auf

fünf Gigawatt und die Elektrolyseurkapazität

auf drei Gigawatt erhöhen.

Das Projekt werde Namibia einen enormen

Schub geben, die Gesamtinvestitionssumme

entspräche nahezu dem aktuellen Bruttoinlandsprodukt

des Landes (das im vergangenen Jahr bei 10,7

Milliarden Dollar lag), sagten Vertreter der beteiligten Unternehmen.

Während der vierjährigen Bauzeit sollen den Plänen nach

fast 15.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden, weitere

3.000 dauerhafte Arbeitsplätze sollen während der Betriebsphase

entstehen. Hyphen Hydrogen Energy plant, mehr als 90

Prozent aller neu geschaffenen Arbeitsplätze mit Namibiern

zu besetzen.

MAHNENDE STIMMEN AUF DER KLIMAKONFERENZ

Afrika ist

für weniger als vier

Prozent der globalen

CO2-Emissionen

verantwortlich.

Während der Klimakonferenz im schottischen Glasgow warnten

deshalb auch unterschiedlichste Stimmen vor den Auswirkungen

des Klimawandels auf Afrika. „Es gibt bestimmte Regionen

auf dem Kontinent, wo die Temperaturen anderthalb Mal schneller

ansteigen werden, als auf dem Rest des Planeten, wo wir viele

Dürren und Überschwemmungen erleben werden, die die lokale

Bevölkerung, aber auch die Landwirtschaft, die Wirtschaftstätigkeit

und die Ökosysteme direkt beeinflussen werden“, sagte

Thomas Sberna von der Weltnaturschutzunion IUCN. „Wenn der

#Klimawandel im derzeitigen Tempo weitergeht, werden Tausende

von Simbabwern ihre Arbeit, ihr Zuhause

oder sogar ihr Leben verlieren“, twitterte Simbabwes

Präsident Emmerson Mnangagwa. David

Beasley, Exe kutivdirektor des Welternährungsprogramms

der Vereinten Nationen, nannte die

seit einem Jahr anhaltende Dürre im Süden des

südostafrikanischen Inselstaats Madagaskar

einen Weckruf und prognostizierte, bis zum

Jahr 2050 würden weltweit 216 Millionen Menschen

aufgrund des Klimawandels migrieren oder vertrieben

werden, wenn man nichts gegen die Entwicklungen tue.

Ein entschiedener Schritt in Richtung afrikanisch-europäischer

Energiepartnerschaften hätte also nicht nur das Potenzial,

Afrika zu elektrifizieren, das Wirtschaftswachstum

anzukurbeln und die globale Energiewende maßgeblich voranzutreiben,

sondern könnte den Kontinent auch vor weiteren

und noch schlimmeren Auswirkungen der globalen Erderwärmung

bewahren.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

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A sleeping

giant

Much of Africa’s rene w able

energy potential remains

untapped. Through an intrepid

interplay of international stakeholders

from politics, business,

and science, Africa could

transform from a continent

challenged by energy shorta ges

to a climate-friendly energy

superpower.

© Getty Images

Aerial view of the Namibian Atlantic coast. Namibia is

considered a particularly suitable location for the cost-effective

production of green hydrogen.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

Nana Gerritzen

With its many hours of sunshine, ideal wind conditions, and

endless undeveloped stretches of land, Africa’s renewable

energy potential is well known. According to a study

commissioned by the German Federal Ministry for Economic

Cooperation and Development in spring, Africa could achieve

continent-wide supply of renewable energies within a decade. Although

around 550 million people – about half of all Africans – have

little to no access to electricity, the paper states that sustainable

and universal access to electricity could be ensured for all by

2030 (i.e., in as little as nine years). “Africa can become the green

continent of renewable energy,” said outgoing German Federal

Minister of Economic Cooperation and Development Gerd Müller

at the presentation of the study. In order to tap this potential, in

addition to improved economic and policy conditions and better

coordination, more relevant investments are needed – from both

the state and the private sector. Müller speaks of an additional 35

billion dollars per year that need to be invested in African energy

infrastructure. Higher levels of investment must therefore also

be a priority for EU development cooperation – a genuine European-African

energy partnership is

needed, urged Müller. The private

sector also needs to become more

involved than to date.

In Germany, it seems that everyone

is talking about Africa as the

continent of renewable energy, and

not just to promote the electrification of Africa and remove one

of the biggest obstacles to economic growth on the continent.

Twelve years after Dii Desert Energy (originally launched as Desertec

Industrial Initiative) was launched in 2009 to investigate

what role electricity produced from renewable sources in North

Africa’s deserts could play for the European energy market in

the future, the question today is whether Africa could become

the future producer and exporter of green hydrogen. Green

hydrogen is the term used to describe hydrogen produced from

renewable energy sources, and thus in a climate-neutral manner,

and is regarded as a major beacon of hope for the energy

transition. With the help of the colourless gas, industry, aviation,

and heavy goods traffic are to be made more climate-friendly

in future. Since Germany has neither enough land nor sufficient

potential for renewable energy production to supply itself with

enough green hydrogen, its hopes lie with Africa. Thanks to the

ideal conditions for the cost-effective use of renewable energies,

the idea is that the African continent could in future supply not

only itself but also EU countries with climate-neutral hydrogen.

H 2 – THE ENERGY SOURCE OF THE FUTURE?

Africa needs

massive investment

in the deve lopment

of energy infrastructure.

To meet their huge future demand for green hydrogen, Germany

and the EU are vigorously looking for suitable cooperation partners

in Africa. Since last summer, the German Federal Ministry

of Education and Research (Bundesministerium für Bildung

und Forschung, BMBF) has been funding the H2 Atlas Africa

project of Forschungszentrum Jülich. The aim of the project is

© Getty Images

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

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A solar plant worker inspects generating equipment at a solar energy generation plant in

the South African desert. According to a recent study, Africa could achieve

continent-wide supply of renewable energies within a decade.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

© Getty Images

Green hydrogen is regarded as a major beacon

of hope for the global energy transition.

for the cost-effective production of green

hydrogen, even by African standards.

“The country can become a global player

in green hydrogen production,” says Karliczek.

Under the partnership, Germany

plans to provide up to 40 million euros for

a feasibility study and initial pilot projects.

In return, German companies and scientists

are to play a “preferred role” in the

development of the Namibian hydrogen

industry. “A partnership between Africa

and Germany is therefore a win-win situation,”

says Karliczek. “It means Africa

can supply itself with energy while also

profiting from the export of hydrogen.

Meanwhile, Germany covers its own

demand for green hydrogen while also

profiting economically from technology

exports.”

PARTNERSHIPS OF EQUALS

© Getty Images

to identify which African countries are particularly suitable for

the production of green hydrogen. To this end, the accessible

renewable energy and water resources, the available areas for

the production of green hydrogen, and key data on production

as well as the framework conditions in a total of 31 countries in

southern and western Africa are to be analysed. In addition, initial

pilot projects will demonstrate how hydrogen can be produced,

exported, and distributed in an economically efficient manner.

The centres for climate research in Ghana (the West African

Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land

Use, WASCAL) and Namibia (the Southern African Science

Centre for Climate Change and Adaptive Land Management,

SASSCAL) are the most important African

partners of the project.

An interim report published this year regards

Africa as a significant partner for the

German hydrogen industry and a potential future

energy supplier for the world. According

to the potential atlas, up to 165,000 terawatt

hours of green hydrogen per year could be produced in West

Africa alone in future, which is 110 times the estimated amount

of green hydrogen that Germany will have to import in 2050.

The interactive H2 Atlas shows production hotspots for solar

and wind energy where green hydrogen is to be produced from

water by means of electrolysis plants.

At the end of August, outgoing German Federal Minister

of Education and Research Anja Karliczek and Namibian government

representatives signed a Joint Communiqué of Intent

to establish a German-Namibian hydrogen partnership. South

Africa and the Democratic Republic of the Congo are in talks for

similar partnerships. With 300 days and 3,000 hours of sunshine

per year, Namibia is considered a particularly suitable location

Namibia: 300 sunny

days, 3,000 hours of sunshine,

300,000 tonnes

of green hydrogen.

“We attach great importance to the fact

that the African partners will also benefit

from a hydrogen partnership, because,

for example, it will create jobs and boost

the economies in the countries,” says

Solomon Agbo, Project Coordinator of the H2 Atlas and physicist

at Forschungszentrum Jülich. “A partnership can only succeed

if it benefits all the parties involved.” If, with the help of German

partners, the potential were to be further harnessed and green

hydrogen could also become established in Africa’s industrial

sector, for example, that would be an important contribution to

combatting global climate change and to the economic development

of African countries, says Agbo.

The fact the German-African renewable energy projects can

be of mutual benefit has been demonstrated by the numerous

projects with German participation. At an event on the sidelines

of the 2021 United Nations Climate Change

Conference (COP26), the Namibian government

announced that Hyphen Hydrogen

Energy, a joint venture between Enertrag

South Africa (a wholly owned subsidiary of

the German Enertrag) and the British infrastructure

developer Nicholas Holdings, was

awarded the contract to develop the country’s

first large-scale green hydrogen project. The project, worth an

estimated 9.4 billion dollars, is expected to produce 300,000 ton

nes of green hydrogen per year in future, either as pure green

hydrogen or as green ammonia, a hydrogen derivative. The

first phase, expected to be operational in 2026, will create two

gigawatts of renewable power generation capacity to produce

green hydrogen for conversion into green ammonia. Later

phases will increase the combined generation capacity to five

gigawatts and the electrolyser capacity to three gigawatts.

The project will provide an enormous boost to Namibia –

representatives of the companies involved say that the total

investment sum would be almost equal to the country’s current

gross domestic product. According to the plans, almost 15,000

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

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direct jobs will be created during the four-year construction period,

and another 3,000 permanent jobs will be created during

the operational phase. Hyphen plans to give over 90 percent

of all new jobs to Namibians.

CAUTIONARY VOICES AT THE CLIMATE CONFERENCE

The high importance Africa that attaches to the expansion of

renewable energies in African countries and the advancement

of the global energy transition is driven by more

than just the economic benefits. According to the

environmental organisation Germanwatch, five of

the ten countries most affected by climate change

are in Africa – Mozambique, Zimbabwe, Malawi,

Niger, and South Sudan. The United Nations

World Meteorological Organization estimates that

118 million people in Africa will be affected by

drought, floods, and extreme heat by 2030. The

continent is warming more strongly and faster than the global

average – yet Africa is responsible for less than four percent of

global carbon emissions.

During the climate conference in Glasgow, a wide variety of

voices also warned of the impact of climate change on Africa.

“There are certain regions of the continent where temperatures

are going to rise one and a half times faster than on the rest of

Africa is

responsible for less

than four percent

of global carbon

emissions.

the planet, where we are also going to have a lot of drought,

and even major floods that will directly affect local populations,

but also agriculture, economic activities, and ecosystems,” said

Thomas Sberna from the International Union for Conservation

of Nature (IUCN). “If #ClimateChange continues at its current

rate, thousands of Zimbabweans will lose their jobs, homes,

or even their lives,” tweeted Zimbabwe’s President Emmerson

Mnangagwa. David Beasley, Executive Director of the United

Nations World Food Programme, called the year-long drought

in the south of the island nation of Madagascar a

“wake-up call” and predicted that, by 2050, some

216 million people worldwide would migrate or

be displaced due to climate change if nothing is

done to change the current course.

A decisive step towards African-European energy

partnerships would therefore not only have

the potential to electrify Africa, boost economic

growth, and significantly advance the global energy transition,

but could also save the continent from further and even worse

effects of global warming.

SHIP GLOBAL TALK LOCAL

W W W . G R I M A L D I – G E R M A N Y . D E H A M B U R G . B R E M E N . N E A P E L

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18 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

GRÜNER WASSERSTOFF UND ERNEUERBARE ENERGIE

Die Zukunft ist grün

Nana Gerritzen

© Getty Images

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

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Das Thema ist in aller Munde: Als potenziell erfolgreicher Produzent

von klimaneutral hergestelltem, „grünem“ Wasserstoff sollen sich sonnenund

windverwöhnte afrikanische Länder künftig nicht nur selbst versorgen,

sondern auch nach Europa exportieren und so maßgeblich die globale

Energiewende vorantreiben. Um die Standorte mit dem höchsten Potenzial

für den Aufbau von erfolgreichen Wasserstoff-Industrien zu ermitteln,

hat die Bundesregierung einen H2-Potenzialatlas in Auftrag gegeben.

Erste Ergebnisse wurden in diesem Jahr präsentiert, auch erste Absichtserklärungen

zu Wasserstoff-Partnerschaften mit afrikanischen Ländern

bereits unterzeichnet. Wir stellen Ihnen fünf Länder mit besonders

großem Potenzial in den Bereichen erneuerbare Energie

und grüner Wasserstoff vor.

CÔTE D’IVOIRE

Côte d’Ivoire gehört zu den Wirtschaftsmotoren

Westafrikas und den am schnellsten

wachsenden Volkswirtschaften auf dem afrikanischen

Kontinent. Das Land verzeichnete

seit 2012 stabile Wachstumsraten von

rund sieben Prozent, fiel durch Corona im

vergangenen Jahr auf ein leichtes BIP-Plus

von 2,3 Prozent zurück, erholt sich jedoch

schnell: Für das laufende Jahr prognostiziert

der Internationale Währungsfonds bereits

wieder ein Wachstum von sechs Prozent.

Das für die nächsten Jahre erwartete weiter

steigende Wirtschaftswachstum dürfte auch

Auswirkungen auf den Energiebedarf des

Landes haben. Die Stromerzeugung fußte in

den vergangenen Jahren vor allem auf fossilen

Energieträgern, 2017 wurden 82 Prozent

des ivorischen Stroms aus Erdgas gewonnen.

Um die Abhängigkeit von fossilen

Energieträgern zu reduzieren, will die Regierung

unter Präsident Alassane Ouattara den

Anteil erneuerbarer Energien am Strommix

steigern, 2030 sollen 42 Prozent des Stroms

aus Erneuerbaren gewonnen werden.

Insbesondere im Bereich Biomasse könnte

Côte d'Ivoire ein Vorreiter auf dem Kontinent

werden: In der Stadt Aboisso im Südosten

des Landes entsteht aktuell das größte Biomassekraftwerk

des Kontinents. In der 175

Millionen Euro teuren Anlage sollen ab 2024

jährlich rund 450.000 Tonnen Agrarabfälle

verfeuert und so die Stromversorgung von

1,7 Millionen Menschen sichergestellt wer-

den. Auch in den Bereichen Solarenergie

und Wasserkraft gibt es große Potenziale

und die ivorische Regierung bemüht sich

um einen Ausbau der jeweiligen Sektoren.

Darüber hinaus gehört Côte d’Ivoire zu insgesamt

vier westafrikanischen Ländern,

in denen im September dieses Jahres ein

Master-Graduiertenprogramm zu grünen

Wasserstofftechnologien gestartet wurde.

An dem Programm beteiligt sind neben den

Universitäten in Côte d’Ivoire, Niger, Senegal

und Togo das Forschungszentrum Jülich, die

RWTH Aachen und WASCAL. Die Ausschreibung

richtete sich an Studierende aus allen

15 ECOWAS-Staaten. Auf die 60 Plätze des

ersten Jahrgangs bewarben sich mehr als

800 Studentinnen und Studenten.

MAURETANIEN

In Mauretanien leben 4,7 Millionen Menschen

auf einem Gebiet, das dreimal so groß

ist wie Deutschland. Der nordwestafrikanische

Wüstenstaat bildet die Schnittstelle zwischen

Nordafrika und den Ländern südlich der

Sahara und ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor

für die Region. Wirtschaftsexperten prognostizieren

für das laufende Jahr ein Wachstum

von bis zu 3,5 Prozent. 2019, im Jahr vor

Corona, wuchs das BIP um 5,9 Prozent. Insgesamt

hat das Land enormen Aufholbedarf

bei der Versorgung mit Energie. Laut Weltbank

verfügten 2019 nur rund 46 Prozent

der Bevölkerung über Zugang zu Strom, auf

dem Land liegt dieser Wert teilweise sogar

im einstelligen Bereich. Die Größe des Landes

erschwert eine flächendeckende Versorgung.

Nach Angaben der internationalen

Energieagentur IRENA machten Solar- und

Windkraftwerke in Mauretanien 2019 rund

21 Prozent der installierten Leistung aus.

Gegengesteuert wird teilweise mit Mini- und

Off-Grid-Lösungen. Kurzfristig soll die Erzeugungskapazität

vor allem in der Windkraft

er höht werden. So soll Anfang kommenden

Jahres unter Beteiligung von Siemens ein

neuer Windpark mit einer Leistung von 100

Megawatt ans Netz gehen. In unmittelbarer

Nähe plant das deutsche Unternehmen weelectrify.Africa

aktuell den Bau eines weiteren

Windparks mit ebenso hoher Leistung.

In weitaus größeren Dimensionen denkt der

osteuropäisch-australische Projektentwickler

CWP Global. Das Unternehmen will in Mauretanien

eines der größten Power-to-X-Projekte

der Welt auf die Beine stellen. Mit 30 Gigawatt

an Solar- und Windkraftkapazität soll das

Land sich den Plänen nach als bedeutender

Exporteur von grünem Wasserstoff etablieren.

Im Mai unterzeichneten CWP und die mauretanische

Regierung eine entsprechende Absichtserklärung.

Das hybride Wind- und Solarkraftwerk

AMAN soll in der nordmauretanischen

Wüste entstehen und bis zu 40 Milliarden

Dollar kosten. Im Oktober hat auch der

britische Ölkonzern Chariot eine Absichtserklärung

unterzeichnet, um ein potenzielles

Projekt zur Entwicklung von grünem Wasserstoff

mit einer Leistung von bis zu zehn Giga -

watt voranzutreiben.

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20 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

NAMIBIA

Mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern und

einer Fläche, die fast zweieinhalbmal so groß

wie Deutschland ist, ist Namibia nach der

Mongolei das am zweitdünnsten besiedelte

Land der Welt. Die Bevölkerung lebt zu gleichen

Teilen in der Stadt und auf dem Land,

die Hauptstadt Windhoek ist das wirtschaftliche

Zentrum des Landes. Das politische System

gilt im kontinentalen Vergleich als ausgesprochen

stabil, Presse- und Meinungsfreiheit

als gut ausgeprägt. Doch die schon vor

Corona schwächelnde Wirtschaft ist durch

die Pandemie drastisch eingebrochen. Im

vergangenen Jahr ist das Land mit einem

BIP-Minus von acht Prozent (Weltbank) in

die Rezession gerutscht, im laufenden Jahr

erwarten Experten eine leichte Erholung und

ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent.

Um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen,

will die Regierung unter Präsident Hage Geingob

das Land zu dem Exporteur für grünen

Wasserstoff machen. Ende August unterzeichneten

Bundesforschungsministerin Anja

Karliczek und namibische Regierungsvertreter

eine entsprechende Absichtserklärung.

Demnach will Deutschland bis zu 40 Millionen

Euro in die Wasserstoff-Partnerschaft

investieren, es soll eine Machbarkeitsstudie

und erste Pilotprojekte geben. Bisherige Untersuchungen

gehen davon aus, dass das

sonnenverwöhnte Namibia künftig Wasserstoff

zum Kilopreis von 1,50 bis zwei Euro

pro duzieren könnte. „Das wäre ein weltweiter

Spitzenwert, der zu einem gewaltigen Standortvorteil

für Wasserstoff ‚made in Namibia‘

werden kann“, sagte Karliczek im Rahmen

der Unterzeichnung. Nicht nur in Deutschland

wirbt Namibia um Partner für den Aufbau

einer Wasserstoff-Industrie. Nach der 76.

Generalversammlung der Vereinten Nationen

Ende September in New York traf sich

Präsident Geingob mit einer hochrangigen

Delegation und internationalen Investoren,

namibische Regierungsvertreter sprachen

von einem überwältigenden Interesse. „Diese

Entwicklung hat das Potenzial, Namibias

Bruttoinlandsprodukt zu verdoppeln“, sagte

Obeth Kandjoze, der Generaldirektor der na -

mibischen Planungskommission, über die

Wasserstoff-Pläne seines Landes.

NIGERIA

Nachdem die größte afrikanische Volkswirtschaft

schon vor Corona angeschlagen

war und das BIP-Wachstum im vergangenen

Jahr pandemiebedingt und durch den Einbruch

der Ölpreise ins Minus rutschte, er -

holt sich Nigeria nur langsam. Die Bevölkerung

leidet unter der hohen Inflationsrate

und steigenden Arbeitslosenzahlen. Für das

laufende Jahr prognostiziert die Economist

Intelligence Unit ein leichtes Wachstum von

1,2 Prozent, für die drei Folgejahre durchschnittlich

3,5 Prozent Wachstum pro Jahr.

Als Treiber des noch zu moderaten Wachstums

sehen Experten die allgemeine Erholung,

die durch das globale Angebotsdefizit

anhaltend steigenden Ölpreise und die sich

erholenden Ölexporte. Im Haushalt für 2021

sind insgesamt zwei Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte

vorgesehen, davon sollen

rund 420 Millionen Euro in die Energieinfrastruktur

fließen. Um noch mehr Gelder zu ge -

nerieren, baut die nigerianische Regierung

unter Präsident Buhari auf eine verstärkte

Einbindung des Privatsektors und öffentlich-private

Partnerschaften (PPPs).

Das ist mit Blick auf die bislang unzureichende

Stromversorgung im Land auch dringend

nötig: Nach Angaben der Weltbank

sind fast die Hälfte der über 200 Millionen

Ni gerianer nicht ans Stromnetz angeschlossen.

Gerade auf dem Land versorgen sich

viele Menschen über umweltschädliche und

teure Dieselgeneratoren mit Energie – wegen

regelmäßiger Stromausfälle müssen auch

Unternehmen immer wieder darauf zurückgreifen.

Die schlechte Netz-Infrastruktur wird

von Experten als wichtigster Grund für den

ausbleibenden Wirtschaftsaufschwung Nigerias

genannt. Dabei bietet Nigeria mit seinen

günstigen klimatischen Bedingungen, Fördermöglichkeiten,

staatlichen Anreizen, dem

weiter steigenden Energiebedarf und dem

erklärten politischen Ziel, den Anteil erneuerbarer

Energien am Strommix zu erhöhen, ein

großes Potenzial und zahlreiche Geschäftschancen

für Vertreter der Energiewirtschaft.

Das gilt insbesondere für den Off-Grid-Markt,

dessen Potenzial von der Rural Electrification

Agency of Nigeria auf über neun Milliarden

Dollar pro Jahr geschätzt wird.

SÜDAFRIKA

Südafrika gehört nach wie vor zu den bedeutendsten

Industriestandorten auf dem

Kontinent, ist nach Nigeria und Ägypten die

drittgrößte Volkswirtschaft Afrikas und das

einzige afrikanische Mitglied der G20 und

der BRICS-Staaten. Doch schon vor der pandemiebedingten

Krise ging es der südafrikanischen

Wirtschaft und vielen Menschen im

Land nicht gut. 2019 lag die Arbeitslosenquote

bei 29,1 Prozent. Und auch als größter

Industriestandort auf dem Kontinent wurde

Südafrika schon in den Jahren 2017 bis 2019

von Ägypten abgelöst. Im vergangenen Jahr

fuhr das Land ein BIP-Minus von sieben Prozent

ein, im laufenden und folgenden Jahr

rechnen Experten mit einem BIP-Plus von

2,2 und 2,4 Prozent. Aufgrund von politischen

Un ruhen im Sommer ist allerdings eine Korrektur

nach unten zu erwarten.

Als Gründe für die anhaltende Krise nennen

Experten den weltweiten Abschwung nach

der Finanzkrise, sinkende Rohstoffpreise,

Korruption, eine restriktive makroökonomische

Politik und sinkende Investitionen in folge

der wirtschaftlichen Lage und der unzuverlässigen

Stromversorgung. Die stellt in jedem

Fall ein Problem dar: Seit mehr als zehn

Jahren muss der staatliche Energiekon zern

Eskom immer wieder den Strom rationieren,

weil die Leistung nicht ausreicht, um die

rund 60 Millionen Menschen im Land zu ver

sorgen. Um das Problem in den Griff zu bekommen,

will die Regierung unter Präsident

Ramaphosa den Strommarkt liberalisieren

und verstärkt in erneuerbare Energie-Projekte

investieren, besonders in den Ausbau

der Windkraft. Das könnte sich mittelfristig

doppelt auszahlen: Südafrika gehört aufgrund

der idealen klimatischen Bedingungen,

der vorhandenen Infrastruktur und dem

technischen Knowhow im Land zu den afrikanischen

Ländern, die für künftige Wasserstoffpartnerschaften

mit Deutschland im Gespräch

sind. Wenn Südafrika seine zahllosen

Sonnenstunden und die für Offshore-Windanlagen

geradezu prädestinierten Küsten für

den Aufbau von Wind- und Solarparks nutzen

würde, könnte das Land am Kap künftig

nicht nur den eigenen Strombedarf decken,

sondern auch die globale Energiewende

vorantreiben.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

21

GREEN HYDROGEN AND RENEWABLE ENERGY

The future is green

Nana Gerritzen

© Getty Images

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22 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

It’s the matter of the moment: as potential producers of climate-neutral

green hydrogen, sun- and wind-rich African countries could not only be

self-sufficient in future, but also be able to export to Europe, thus giving

a significant boost to the global energy transition. In order to identify the

locations with the highest potential for developing successful hydrogen

industries, the German government commissioned a hydrogen potential

atlas. The initial results were presented this year, and the first declarations

of intent for hydrogen partnerships with Africa have already been signed.

In this section, we present five countries with particularly high potential

in the fields of renewable energy and green hydrogen.

CÔTE D’IVOIRE

Côte d’Ivoire is considered one of West

Africa’s economic engines, and ranks among

the fastest-growing economies on the African

continent. The country has recorded stable

growth rates of around seven percent since

2012. Although GDP declined to 2.3 percent

last year due to the coronavirus crisis, it is

recovering rapidly: the International Monetary

Fund is already forecasting growth of six percent

for the current year. The further increase

in economic growth expected for the next few

years is also likely to have an impact on the

country’s energy needs. In recent years, electricity

generation has been primarily based

on fossil fuels; in 2017, some 82 percent of

Ivorian electricity was generated from natural

gas. In order to reduce dependence on fossil

fuels, the government of President Alassane

Ouattara wants to increase the share of renewable

energies in the electricity mix. By

2030, some 42 percent of electricity is to be

generated from renewables.

The country shows particularly promising

potential in the field of biomass; the largest

biomass plant on the continent is currently

being built in the city of Aboisso in the southeast

of the country. From 2024, the 175 million

euro plant will burn around 450,000 tonnes of

agricultural waste annually, thus guaranteeing

power supply for 1.7 million people. There

is also great potential in the areas of solar

energy and hydropower, and the Ivorian government

is striving to develop these sectors.

In addition, Côte d’Ivoire is one of a total of

four West African countries in which a master’s

degree programme on green hydrogen

techno logies was launched in September this

year. In addition to universities in Côte d’Ivoire,

Niger, Senegal, and Togo, Forschungszentrum

Jülich, RWTH Aachen University, and

WASCAL are involved in the programme. The

call for applications was directed at students

from all 15 ECOWAS countries, and over 800

students applied for the 60 places on offer

in the first year.

MAURITANIA

In Mauritania, some 4.7 million people live

in an area three times the size of Germany.

The northwest African desert country forms

the interface between North Africa and the

countries south of the Sahara, and represents

an important stabilising factor for the

region. Economists forecast growth of up to

3.5 percent for the current year. In 2019, the

year before the coronavirus pandemic took

hold, GDP grew by 5.9 percent. Overall, the

country has an enormous amount of catching

up to do in terms of energy supply. According

to the World Bank, only around 46 percent

of the population had access to electricity

in 2019, and this figure was sometimes even

in the single digits in rural areas. The size

of the country makes it difficult to provide

nationwide coverage, so some measures

are being taken with mini-grid and off-grid

solutions. According to the International Renewable

Energy Agency (IRENA), solar and

wind power plants accounted for around 21

percent of installed capacity in Mauritania in

2019. In the short term, generation capacity

is to be increased, especially with respect to

wind power. For example, a new wind farm

with a capacity of 100 megawatts is to be

connected to the grid at the beginning of

next year with the participation of Siemens. In

the immediate vicinity, the German company

weelectrify.Africa is also currently planning

the construction of another wind farm with

an equally high capacity.

The Eastern European-Australian project

developer CWP Global is thinking in significantly

larger dimensions. The company

wants to establish one of the world’s largest

Power-to-X projects in Mauritania. This will

generate 30 gigawatts of solar and wind

power capacity, which the country plans to

use to position itself as a major exporter of

green hydrogen. In May, CWP and the Mauritanian

government signed a corresponding

memorandum of understanding. The hybrid

wind and solar power plant AMAN is to be

built in the northern Mauritanian desert, and

will cost up to 40 billion dollars. In October,

the British energy company Chariot also

signed a memorandum of understanding to

develop a potential green hydrogen project

with a capacity of up to ten gigawatts.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

23

NIGERIA

NAMIBIA

With a population of 2.5 million and an

area almost two and a half times the size

of Germany, Namibia is the second-most

sparsely populated country in the world (after

Mongolia). The population is equally divided

between the country’s urban and rural areas,

and the capital Windhoek is the country’s

economic centre. Namibia’s political system

is considered extremely stable by regional

standards, and freedoms of press and opinion

are well developed. However, the economy,

which was already tottering before the

coronavirus crisis, has collapsed drastically

due to the pandemic. Last year, the country

slid into recession, and, according to the

World Bank figures, experienced an eight

percent decline in GDP. For the current year,

experts predict a slight recovery and GDP

growth of 2.6 percent.

To help the economy get back on its feet,

the government of President Hage Geingob

plans to make the country the exporter

of green hydrogen. At the end of August,

German Federal Minister of Education and

Research Anja Karliczek and Namibian government

representatives signed a Joint Communiqué

of Intent to this effect. According to

the communiqué, Germany will invest up to

40 million euros in the hydrogen partnership,

supporting a feasibility study and initial pilot

projects. Previous studies estimate that sundrenched

Namibia could produce hydrogen

at a price of between 1.50 and two euros in

future. “This would be the most competitive

price in the world, which would be a huge

locational advantage for hydrogen ‘made

in Namibia’,” said Karliczek at the signing

ceremony. Germany is not the only potential

partner Namibia is looking at to develop

its hydrogen industry. After the 76th United

Nations General Assembly in New York at the

end of September, President Geingob met

with a high-level delegation and international

investors. Namibian government representatives

described the overwhelming interest.

“This development has the potential to double

Namibia’s gross domestic product,” said

Director General of the Namibian National

Planning Commission Obeth Kandjoze of his

country’s hydrogen plans.

Africa’s largest economy was struggling

even before the pandemic, and GDP growth

slipped into negative territory last year due

to the coronavirus crisis and the collapse

of oil prices. Nigeria’s recovery has been

slow. The population is suffering under high

inflation and rising unemployment. For the

current year, the Economist Intelligence Unit

forecasts slight growth of 1.2 percent, and an

average of 3.5 percent for the three following

years. Experts believe that this moderate

growth will be driven largely by the general

recovery, the continuing rise in oil prices due

to the global supply deficit, and rebounding

oil exports. In Nigeria’s 2021 budget, a total

of two billion euros has been earmarked

for infrastructure projects, of which around

420 million euros are dedicated to energy

infrastructure. In order to generate even

more funds, the government of President

Muhammadu Buhari is counting on increased

private sector involvement and public-private

partnerships (PPPs).

This is urgently needed in view of the country’s

inadequate power supply; according to

the World Bank, almost half of the country’s

population of 200 million are not connected

to the grid. Especially in rural areas, many

people are supplied with energy from environmentally

harmful and expensive diesel

generators. Companies also have to resort

to these generators on a regular basis due

to frequent power outages. The underdeveloped

grid infrastructure is cited by experts

as the primary cause of Nigeria’s delayed

economic recovery. Nigeria offers great potential

and numerous business opportunities

for the energy industry with it favourable

climate, funding opportunities, government

incentives, the continuing rise in energy demand,

and the policy goal of increasing the

share of renewable energies in the energy

mix. This is especially true for the off-grid

market, whose potential is estimated by the

Rural Electrification Agency of Nigeria at over

nine billion euros per year.

SOUTH AFRICA

South Africa remains one of the most important

industrialised countries on the continent,

has the third largest economy in Africa (after

Nigeria and Egypt), and is the only African

member of the G20 and the BRICS group.

However, even before the coronavirus crisis,

the South African economy and many of the

country’s people were not doing well. For

example, the unemployment rate was 29.1

percent in 2019, and South Africa was overtaken

by Egypt as the largest industrialised

country on the continent sometime between

2017 and 2019. Last year, the country recorded

a decline in GDP of seven percent;

for the current and following years, experts

predict increases in GDP of 2.2 and 2.4 percent

respectively. Nevertheless, a downward

correction is to be expected due to political

unrest in the summer.

According to experts, drivers of the ongoing

crisis include the global downturn in the

wake of the financial crisis, falling commodity

prices, corruption, restrictive macroeconomic

policies, and declining investment as a result

of the economic situation and unreliable

power supply. The latter is definitely a problem

in its own right; for over ten years, the

state-owned energy company Eskom has had

to repeatedly ration out electricity because

output was not sufficient to supply the country’s

population of 60 million. To tackle the

problem, the government of President Cyril

Ramaphosa wants to liberalise the electricity

market and invest more in renewable energy

projects, especially in expanding wind power.

This could have an additional payoff in the medium

term – due to its ideal climate, existing

infrastructure, and technically skilled population,

South Africa is one of the countries under

discussion for future hydrogen partnerships

with Germany. If South Africa were to use its

countless hours of sunshine and its coasts

(which are virtually predestined for offshore

wind farms) to build solar and wind parks, the

country could not only cover its own future

electricity needs, but also drive forward the

global energy transition.

_4/2021


24

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

BOTSCHAFTER-INTERVIEW

„Kenias Energieinfrastruktur

wird die Produktion von grünem

Wasserstoff in großem Stil

ermöglichen“

Tom Amolo, Botschafter der Republik Kenia, im Gespräch mit dem Afrika-Verein

© Steffen Kugler

Die Economist Intelligence Unit bewertet die nähere

wirtschaftliche Zukunft Kenias moderat positiv. Die Prognose

für 2021 wurde mehrmals nach oben korrigiert und

liegt derzeit bei vier Prozent erwartetem BIP-Wachstum

für 2021. Wie geht es Ihrem Land aktuell?

Kenias Wirtschaft wurde durch die COVID-19-Pandemie schwer

getroffen. Im Jahr 2020 verlangsamte sich das BIP-Wachstum

von durchschnittlich 5,7 Prozent zwischen 2015 und 2019 (wir

gehörten damit zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften

in Afrika südlich der Sahara) auf 1,4 Prozent. Die Leistung

wurde durch die anhaltende politische Stabilität, ein sta biles

makroökonomisches Umfeld, ein robustes positives Anlegervertrauen

und einen widerstandsfähigen Dienstleistungssektor,

der von einer sehr starken Unternehmenskultur

getragen wird, gestützt und gefördert. Es wurden

expansive fiskal-, geld- und finanzpolitische Maßnahmen

eingeführt, um die Auswirkungen der

Pandemie auf Unternehmen und Haushalte abzufedern.

Wir erwarten, dass die Inflation aufgrund

der geringeren Gesamtnachfrage auf 5,1 Prozent

zurückgehen wird. Der Finanzsektor war von

Spillover-Effekten in wichtigen Sektoren betroffen;

am stärksten der Kapitalmarkt. Der Aktienindex

der Nairobi Securities Exchange fiel zwischen

September 2019 und September 2020 um 20

Prozent und die Marktkapitalisierung sank im

gleichen Zeitraum um zwei Prozent. Die Pandemie hat auch

schwere soziale Schäden verursacht: Fast 900.000 Menschen

haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Die Wachstumsaussichten sind jedoch sehr positiv. Die Inflation

wird voraussichtlich innerhalb der Zielspanne der kenianischen

Zentralbank von 2,5 bis 7,5 Prozent bleiben und die Haushalts-

und Leistungsbilanzdefizite werden sich den Prognosen

zufolge infolge verbesserter Steuereinnahmen und Exporte

verringern. Da das nationale Impfprogramm gegen Corona an

Dynamik gewinnt und die Dienstleistungsbranche sich von den

Folgen der Pandemie erholt, rechnet Kenia mit einer starken

wirtschaftlichen Erholung im nächsten Jahr. Ostafrikas größte

Volkswirtschaft wird voraussichtlich um 6,6 Prozent wachsen,

ausgehend von einem geschätzten Wachstum von 0,6 Prozent

im Jahr 2020 und angetrieben durch eine verstärkte Aktivität

im Dienstleistungssektor. Das Wachstum wird von den Fortschritten

bei der Impfung, der makroökonomischen Stabilität

und der Umsetzung der Projekte zur Förderung des Gesundheitswesens,

des Wohnungsbaus, des verarbeitenden Gewerbes

und der Ernährungssicherheit abhängen. Um weitere

wirtschaftsschädigende Schließungen zu vermeiden, bemüht

sich die Regierung, die Impfkampagne auszubauen.

Wasserkraft und Afrika sind zumindest hierzulande in

aller Munde. Im Auftrag der GIZ entwerfen Ingenieure des

deutschen Unternehmens Tractebel aktuell einen Aktionsplan

für den Einsatz von Power-to-X-Technologie in Kenia

und analysieren das Wasserkraft-Potenzial. Was erhoffen

Sie sich von dem deutschen Engagement?

Kenia begrüßt die von Deutschland finanzierte

Grundlagenstudie über das Potenzial für Powerto-X

und grünen Wasserstoff in Kenia. Die Studie

wird von der GIZ und von der Beratungsfirma

Tractebel durchgeführt, die bereits ähnliche Studien

in anderen Ländern erstellt hat. Die Studie

wird dem im letzten Jahr vom Energieministerium

gegründeten Arbeitskreis Grüner Wasserstoff

wichtigen Input liefern. Der Arbeitskreis besteht

aus Vertretern mehrerer Ministerien, staatlicher

Stellen, dem kenianischen Privatsektor und Entwicklungspartnern.

Aktuell befindet sich die Studie in der Endphase, bald werden

Ergebnisse darüber vorliegen, welche Sektoren und Standorte

in Kenia Potenzial für die Produktion und Nutzung von grünem

Wasserstoff haben. Kenia bietet ein großes Potenzial für grünen

Wasserstoff, vor allem aufgrund seines Stromsystems, das fast

ausschließlich auf erneuerbaren Energien basiert. Natürlich

spielt hier die Wasserkraft eine wichtige Rolle, da sie eine stabile

Grundlast für die Stromversorgung liefert. Und es gibt Potenzial

für weitere Wasserkraftwerke in Kenia – die aber keineswegs

vergleichbar mit den Potenzialen der Geothermie sind.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙ 25

Das Geothermiekraftwerk

Olkaria im

kenianischen Great

Rift Valley – das

Potenzial der geothermischen

Energie

im Land beträgt

Schätzungen zufolge

rund 10.000 MW.

© Getty Images

Kenia gilt afrikaweit als Vorreiter bei der Erzeugung

erneuerbarer Energien. Ergibt sich aus den bestehenden

einschlägigen Infrastrukturen auch ein Standortvorteil

für die Produktion von Wasserstoff?

Über 90 Prozent der kenianischen Energie stammt aus erneuerbaren

Quellen wie Wasser, Erdwärme, Wind, Sonne und

Biomasse. Daher wird der Erfolg der Power-to-X-Technologie in

hohem Maße dazu beitragen, die Integration variabler erneuerbarer

Energien in unser nationales und regionales Stromnetz

durch den Einsatz von grünem Wasserstoff und Ammoniak zu

fördern. Wir honorieren die lobenswerte Arbeit der GIZ-Experten

an dieser neuen Technologie in Kenia. Wir freuen uns auf Pumpspeicheranlagen

für grünen Wasserstoff in Kenia.

Das riesige geothermische Potenzial im Rift Valley bietet einen

offensichtlichen Standortvorteil für die Produktion von grünem

Wasserstoff. Um diese geothermische grüne Energie zu

erschließen, sind enorme Investitionen erforderlich. Es wird

erwartet, dass die laufende Studie der GIZ-Experten die Effizienz

und Effektivität der bestehenden Energieinfrastruktur zur

Unterstützung von grünem Wasserstoff als neue Energiequelle

klar herausstellen wird. Es besteht kein Zweifel daran, dass die

kenianische Energieinfrastruktur die Produktion von grünem

Wasserstoff im großen Stil ermöglichen wird, wobei sowohl

netzunabhängige Anlagen als auch der Anschluss an das

Hauptnetz denkbar sind.

Welche Geschäftsmöglichkeiten bietet der

kenianische Energiesektor ausländischen, auch

deutschen, Unternehmen?

Die Möglichkeiten sind vielfältig:

> Das geschätzte Potenzial der geothermischen Energie beträgt

etwa 10.000 MW, wobei bis 2018 insgesamt 672 MW

erschlossen wurden. Es besteht ein großes Potenzial für die

Entwicklung zusätzlicher geothermischer Energie in den

Regionen Olkaria, Silali, Eburu, Menengai und Bogoria. Es

gibt viele Investitionsmöglichkeiten für potenzielle Investoren,

die von der Lieferung von Ausrüstung und Materialien über

die Entwicklung von Dampffeldern und Kraftwerken bis hin

zur Lieferung von Erzeugungsanlagen und Tiefbauarbeiten

reichen. Die Verfahren für die Einbindung von Investoren

wurden durch die Einrich tung eines zentralen Beratungs- und

Investitionsförderungsdienstes bei der Geothermal Development

Corporation vereinfacht.

> In Kenia hat sich im Laufe der Jahre ein dynamischer Solarenergiemarkt

entwickelt, da die Nachfrage nach erschwinglicher

und sauberer Energie zur Versorgung von Haushalten

und Einrichtungen fernab des nationalen Netzes gestiegen

ist. Im Norden Kenias und in anderen trockenen Gebieten

scheint das ganze Jahr über zuverlässig die Sonne, was ein

großes Potenzial für Investitionen in Solarenergie zum Verkauf

an das nationale Netz bietet.

> Das geschätzte Potenzial der Kleinwasserkraft liegt bei etwa

3.000 MW. Die Entwicklung von Kleinwasserkraftwerken

durch private Investoren wurde durch die Einführung von

Einspeisetarifen erleichtert.

> Einige Regionen Kenias wie Turkana, Marsabit, Meru, Ngong

und die Küstenregion sind für die kommerzielle Stromerzeugung

geeignet, da dort Windgeschwindigkeiten zwischen

acht und 14 Metern pro Sekunde herrschen. Das

Land hat das Potenzial, mehr als 800 MW an Windenergie

für den Verkauf an das nationale Netz zu produzieren.

> Kenia benötigt beim derzeitigen Verbrauch 77 Millionen Liter

Ethanol pro Jahr. Der Bedarf wird bis 2030 voraussichtlich

auf 148 Millionen Liter ansteigen. In den trockenen und

halb trockenen Gebieten des Landes gibt es Möglichkeiten

für die Produktion und Verarbeitung von Jatropha-Pflanzen

und Süßhirse zu Biokraftstoff. Darüber hinaus gibt es Beratungsmöglichkeiten

für Forschungsarbeiten und den Aufbau

von Kapazitäten im Bereich der Biotechnologie und des

damit verbundenen industriellen Potenzials für die Produktion

von Biokraftstoffen.

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26 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

AMBASSADOR INTERVIEW

“Kenyan power

infrastructure will

enable green hydrogen

production”

Interview with Tom Amolo, Ambassador of the Republic of Kenya to Germany

© Steffen Kugler

The Economist Intelligence Unit is moderately positive

about Kenya’s near-term economic future. The forecast for

2021 has been revised upwards several times and currently

stands at four percent expected GDP growth for 2021.

How is Kenya currently doing?

Kenya’s economy was hurt by the COVID–19 pandemic. In 2020,

GDP growth decelerated to 1.4 percent from an average of 5.7

percent for the period of 2015 to 2019, where it was among the

fastest growing economies in sub-Saharan Africa. Performance

was buttressed and boosted by continuing political stability, a

stable macroeconomic environment, robust positive investor

confidence, and a resilient services sector backed up by a very

strong entrepreneurial culture. Expansionary fiscal, monetary,

and financial policy measures were introduced

to mitigate the impact of the pandemic on businesses

and households. Inflation is expected to

ease to 5.1 percent because of lower aggregate

demand. The financial sector was affected by

spillover effects from major sectors; the capital

market was the hardest hit. The Nairobi Securities

Exchange share index fell 20 percent between 30

September 2019 and September 2020, and market

capitalisation fell two percent over the same

period. The pandemic also caused serious social

damage: nearly 900,000 people lost their jobs.

Nevertheless, the growth outlook is very positive. Kenya forecasts

economic growth to accelerate to 5.3 percent this year. Inflation

is projected to remain within the Central Bank of Kenya’s target

range of 2.5 percent to 7.5 percent, and fiscal and current account

deficits are forecast to narrow as a result of improved revenue

collection and exports. Kenya expects a strong economic recovery

moving into next year as the nation’s coronavirus vaccination

programme gains momentum and the services industry rebounds

from a brutal pandemic fallout. East Africa’s largest economy is

forecast to expand 6.6 percent from an estimated growth rate

of 0.6 percent in 2020, driven by increased activity in services.

Growth will depend on the progress of the vaccination effort,

macroeconomic stability, and implementation of the projects

aimed at boosting healthcare, housing, manufacturing, and food

security. The government is moving to ramp up vaccination in a

bid to avoid any more economy-crippling lockdowns.

Hydropower and Africa are on everyone’s lips, at

least in Germany. On behalf of the GIZ, engineers from

the German company Tractebel are currently drafting an

action plan for the use of Power-to-X technology in Kenya,

and are analysing hydropower potential. What are your

hopes for this project?

Kenya warmly welcomes the German-financed baseline study

on the potential for Power-to-X / green hydrogen in Kenya. The

study is being implemented by the GIZ and by the consulting

company Tractebel, which have conducted similar studies in other

countries. The study is one of the most important

initial inputs for the Green Hydrogen Working

Group (GHWG), which was founded a year ago by

the Ministry of Energy. The working group consists

of several ministries, state agencies, the Kenyan

private sector, and development partners.

The study is in its final stages and soon there will

be results on which sectors and locations in Kenya

have potential for green hydrogen production and

usage. Kenya certainly possesses a lot of potential

for green hydrogen, mainly due to its power

system, which is nearly 100 percent based on

renewables. Of course, hydropower plays an important role here

in providing a stable base load for electricity supply. And there is

even some potential for more hydropower facilities in Kenya – but

not at all comparable to the potential of geothermal energy.

Kenya is regarded an African pioneer in the

generation of renewable energies. Does the existing

relevant infrastructure also provide a locational advantage

for the production of hydrogen?

About 90 percent of Kenya’s energy comes from clean renewable

sources, such as hydro, geothermal, wind, solar, and biomass. As

such, the success of Power-to-X technology will greatly contribute

to enhancing variable renewable energy (VRE) integration in our

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

27

© Steffen Kugler

national and regional power grids through use of hydrogen and

ammonia. Kenya warmly acknowledges the commendable work

being done by GIZ experts on this new technology in Kenya.

We eagerly look forward to green pumped storage hydrogen

plants in Kenya.

The huge geothermal potential in the Rift Valley provides an

obvious locational advantage for the production of green hydrogen.

Enormous investment is required to tap this geothermal

green power. It is expected that the ongoing study by the GIZ

experts will clearly highlight the efficiency and effectiveness of

the existing energy infrastructure to support green hydrogen

as a new source of power. There is, however, no doubt that Kenyan

power infrastructure will enable green hydrogen production

with possibilities for off-grid as well as connection to the maingrid

network.

What business opportunities does the Kenyan energy

sector offer companies from Germany and elsewhere in

the world?

The possibilities are diverse:

> The estimated potential of geothermal energy is approximately

10,000 MW, with a total of 672 MW having been developed

by 2018. There is great potential to develop additional

geothermal energy in the Olkaria, Silali, Eburu, Menengai,

and Bogoria regions. There are many investment opportunities

for potential investors, such as supplying equipment and

materials, developing steam fields and power plants, and

supplying generation equipment to civil engineering and

construction. Investor engagement procedures have been

simplified through the establishment of a one-stop advisory

and investment facilitation service at the Geothermal Development

Corporation (GDC).

> A vibrant solar energy market has developed in Kenya over

the years due to increased demand for affordable and clean

energy to supply homes and institutions remote from the

national grid. Northern Kenya and other arid lands have

strong reliable sunshine throughout the year, thus providing

high potential for investment in solar energy for sale to the

national grid.

> The estimated potential of small hydro power is about 3,000

MW. Development of small hydropower plants by private

investors has been facilitated by the establishment of feed-in

tariffs (FITs).

> Certain parts of Kenya, such as Turkana, Marsabit, Meru,

Ngong, and the coastal region, can support commercial

electricity generation, as they enjoy wind speeds ranging

from 8 to 14 metres per second. The country has the potential

to produce over 800 MW of wind power for sale to the

national grid.

> Kenya requires 77 million litres of ethanol per year at current

consumption levels. The demand is projected to grow to 148

million litres by 2030. Opportunities in production and processing

of jatropha and sweet sorghum into bio-fuel exist in

arid and semi-arid land (ASAL) areas of the country. In addition,

consultancy opportunities exist in research work and

capacity building in bio-technology, as well as in the related

industrial potential for the production of bio-fuels.

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28 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

GRÜNER WASSERSTOFF AUS NORDAFRIKA

Photovoltaik so weit das Auge reicht: Der Solarpark Benban in Ägypten hat eine

Kapazitat von 1,5 GW und kann eine Million Haushalte mit sauberem Strom versorgen. © EBWE

Supermacht der erneuerbaren Energien

Cristian Carraretto, Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Die Europäische Bank für Wiederaufbau

und Entwicklung (EBWE) ist ein Vorreiter

dabei, Länder bei der Energiewende

zu unterstützen und die Nutzung erneuerbarer

Energien zu fördern. Gemeinsam mit

ihren Partnern und Geldgebern hat die Bank

zahlreiche Unternehmen und Länder in ihren

Bemühungen unterstützt, eine Wirtschaft

aufzubauen, die stärker auf die Umwelt achtet:

Seit 2006 haben wir fast 40 Milliarden

Euro in mehr als 2.200 umweltfreundliche

Projekte investiert und eine jährliche Verringerung

der CO2-Emissionen um mehr als

110 Millionen Tonnen erzielt. Erreicht haben

wir das durch technische Hilfe und politischen

Dialog, durch die Schaffung wirksamer

Marktrahmen, die technologische Innovationen

und die Dekarbonisierung der

lokalen Wirtschaft unterstützen und indem

wir Mittel für wirkungsvolle Investitionsprojekte

bereitstellen.

Die EBWE gehört zu den größten Investoren

in der südlichen und östlichen Mittelmeerregion.

Aktuell sind wir hier in Ägypten, Jordanien,

Marokko, Tunesien, im Libanon sowie im

Westjordanland und im Gazastreifen tätig, um

die Entwicklung nachhaltiger und integrativer

Marktwirtschaften zu unterstützen, die es

den Menschen ermöglicht, vom Wirtschaftswachstum

zu profitieren. Die Energiewende

gehört zu unseren strategischen Prioritäten.

Wir haben bei der Einführung erneuerbarer

Energien in der Region eine Vorreiterrolle

gespielt und maßgeblich zu beigetragen,

dass diese im Vergleich zu konventionellen

Energieträgern äußerst wettbewerbsfähig

werden. Die Bank hat die Entwicklung mehrerer

innovativer Projekte unterstützt und auf

diesem Weg viele Meilensteine erreicht.

Ein Vorzeigeprojekt der EBWE ist der Solarpark

Benban in Ägypten, größte Solarpark

Afrikas und einer der größten weltweit. Er

erstreckt sich über 37 Qua drat kilometer und

hat eine Kapazität von 1,5 GW – das ist genug,

um mehr als eine Million Haushalte mit

erneuerbarer Energie zu versorgen. Neben

dem Hauptfinanzier EBWE gehören auch der

Grüne Klimafonds, die EU und Geber der

EBWE im Rahmen des Multigeberfonds für

den südlichen und östlichen Mittelmeerraum

zu den Unterstützern des Projekts. Darüber

hinaus war die EBWE in Benban führend

bei der Bereitstellung von Finanzmitteln zur

Einführung bifazialer, „zweiseitiger“ Solarpaneele,

einem Produkt, das effizienter ist

und eine höhere Produktivität erzielt.

Benban ist nicht das einzige Projekt in

Ägypten. Gemeinsam mit dem OPEC-Fonds

für internationale Entwicklung, der Afrikanischen

Entwicklungsbank, dem Grünen Klimafonds,

der Arab Bank und dem saudischen

Kraftwerksentwickler ACWA Power

arbeitete die EBWE auch mit am Bau des

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

29

Solarkraftwerks Kom Ombo, der größten privaten

Solaranlage Ägyptens. Mit dieser Anlage

wird eine zusätzliche Energiekapazität

von 200 MW geschaffen, wodurch der Anteil

der erneuerbaren Energien am ägyptischen

Energiemix erhöht und die Beteiligung des

Privatsektors am ägyptischen Energiesektor

weiter gefördert wird.

Darüber hinaus hat die EBWE den ersten

B2B-Kaufvertrag für Photovoltaik-Solarstrom

in dem nordafrikanischen Land unterstützt.

Mithilfe der bankeigenen Green Economy Financing

Facility (GEFF), die von der EU unterstützt

wird, wurde das erste Projekt des ägyptischen

Unternehmens SolarizEgypt realisiert

– das Unternehmen erhielt Unterstützung bei

der Installation einer Photovoltaik-Dachanlage

für Coca-Cola. Die GEFF-Unterstützung

ermöglichte SolarizEgypt eine Finanzierung

über die QNB Alahli Bank, eine der

GEFF-Partnerbanken. Obwohl das 1-MW

Photovoltaiksystem auf dem Gelände der

Coca-Cola Company in Sadat City installiert

ist, bleibt SolarizEgypt Eigentümer der Anlage

und verkauft den erzeugten Strom zur

Versorgung der Fabrik, so dass alle Parteien

profitieren. Der Erfolg dieses Projekts ebnete

dem Markt den Weg für die Nachahmung

dieses neuen Modells und regte den Appetit

der Partnerbank an, ähnliche Projekte mit

weiteren Kunden umzusetzen.

In ihrem Bestreben, die Länder, in denen

sie tätig ist, weiterhin zu den besten internationalen

Verfahrensweisen und innovativsten

Lösungen zu bewegen, arbeitet die EBWE

auch eng mit politischen Entscheidungsträgern,

Regierungen und Investoren aus dem

öffentlichen und privaten Sektor zusammen,

um Investitionsmöglichkeiten im Zusammenhang

mit der Produktion und Nutzung von

sauberem Wasserstoff zu erkunden. Der

Schwerpunkt liegt hierbei auf erneuerbarem

(„grünem“) Wasserstoff. Grüner Wasserstoff

entwickelt sich zur größten Hoffnung der

Welt auf einen klimaneutralen Kraftstoff. Er

hat keinen Kohlenstoff-Fußabdruck, da für

seine Herstellung nur Wasser und erneuerbare

Energie aus Sonne, Wind oder Wasser

benötigt werden. Die Überzeugung, dass er

dazu beitragen kann, bis 2050 Klimaneutralität

zu erreichen, was erforderlich ist, um

die globale Erwärmung auf zwei Grad zu

begrenzen, wächst.

Die EBWE sieht in sauberem Wasserstoff

ein entscheidendes Element für den Übergang

zur Klimaneutralität, insbesondere für

Sektoren wie die Schwerindustrie und den

Fernverkehr, für die es kaum eine andere

technologische Option gibt, um die Kohlenstoffemissionen

auf Null zu senken. Eine

Reihe von Institutionen, darunter die Internationale

Energieagentur, gehen davon aus,

dass der Wasserstoffverbrauch, der heute

bei 70 Millionen Tonnen im Jahr liegt, bis

2050 auf jährlich über 500 Millionen Tonnen

ansteigen wird. Bis 2030 könnte sich

der Wasserstoffverbrauch den Schätzungen

nach verdoppeln.

Hochentwickelte Wirtschaftsräume wie

die Europäische Union, die im Rahmen ihrer

Dekarbonisierung bereits ehrgeizige Wasserstoffstrategien

verfolgt, sind Vorreiter bei

der Förderung von Wasserstoff und Wasserstoffindustrien.

Aber auch Nachbarländer

im südlichen und östlichen Mittelmeerraum

könnten in einer günstigen Position sein, um

sehr schnell zu reagieren. Regierungen und

Unternehmen in mehreren EBWE-Ländern

bereiten sich darauf vor. So hat die EBWE

Georgien und die Ukraine dabei unterstützt,

ihr Potenzial für die Erzeugung von grünem

Wasserstoff aus Wasserkraft zu untersuchen

und die bestehende Gasinfrastruktur für den

Transport von Wasserstoff umzurüsten.

In Nordafrika ist Marokko ein weiteres Beispiel:

Im September dieses Jahres haben die

EBWE und das marokkanische Forschungsinstitut

für Solarenergie und neue Energien eine

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um

die Energiewende voranzutreiben. Die Zusammenarbeit

erstreckt sich auf eine Reihe

von Bereichen von gemeinsamem Interesse,

darunter die Produktion von grünem Wasserstoff,

der Transport, die lokale Nutzung in Industrieanlagen

und der Export in benachbarte

Märkte, wo sich bereits ein Preisaufschlag

für grünen Wasserstoff abzeichnet. Ähnliche

Kooperationsvereinbarungen werden in der

gesamten Region angestrebt.

Außerdem hat die EBWE in allen afrikanischen

Ländern, in denen sie bereits tätig

ist, ein regionales Programm gestartet, um

die Treiber und Hemmnisse für Wirtschaftswachstum

zu identifizieren und mit den Regierungen

in einen gezielten politischen Dialog

über die Schaffung wirksamer Markt- und

Regulierungsrahmen sowie die Vorbereitung

ausgewählter bankfähiger Investitionsprojekte

zu treten. Die Bank prüft bereits aktiv

mögliche Synergien mit internationalen Gebern

und Klimafonds, um gemeinsam Investitionen

in die gesamte Wertschöpfungskette

von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien

zu beschleunigen.

Derzeit ist der meiste Wasserstoff noch

nicht grün, sondern wird aus fossilen Brennstoffen

hergestellt. Grüner Wasserstoff, dessen

Herstellung aktuell 50 Prozent teurer ist

als Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen,

macht bislang nur ein paar Prozent des weltweiten

Verbrauchs aus. Es wird jedoch erwartet,

dass er bald wettbewerbsfähig wird. Der

jüngste drastische Rückgang der Preise für

erneuerbare Energien – insbesondere in den

südlichen und östlichen Mittelmeerländern, in

denen die EBWE tätig ist – kann dazu beitragen,

dass diese Länder künftig Produzenten

von grünem Wasserstoff werden.

Afrika verfügt über eines der besten Verhältnisse

von Solar- und Windenergiepotenzial

zum Energiebedarf und beginnt, dieses

riesige Potenzial rasch zu erschließen: Mit

fast 40 Prozent des weltweiten Potenzials ist

der Kontinent eine Supermacht der erneuerbaren

Energien. Wenn dieses Potenzial

effizient genutzt wird, kann das für die Region

und die ganze Welt eine entscheidende

Wende bedeuten.

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30 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

GREEN HYDROGEN FROM NORTH AFRICA

Workers at Benban in Egypt. Africa’s largest solar park has the capacity to

provide clean energy for more than one million homes. © EBRD

A renewables superpower

Cristian Carraretto, European Bank for Reconstruction and Development

The European Bank for Reconstruction

and Development (EBRD) is a pioneer

in supporting the green transition of

countries and promoting the use of renewable

energy. The bank, together with its partners

and donors, has supported numerous

businesses and countries in their efforts to

build economies that take better care of the

environment: since 2006, we have invested

almost 40 billion euros in more than 2,200

green projects and achieved annual CO2e

emission reductions of more than 110 million

tonnes. We have attained these impressive

figures with the help of technical assistance

and policy dialogue, the opening up of effective

market frameworks to support technology

innovation and the deep decarbonisation

of local economies, and the financing of impactful

investment projects.

The EBRD is one of the largest investors in

the southern and eastern Mediterranean region.

In this region, we are currently active in

Egypt, Jordan, Morocco, Tunisia, Lebanon,

and the West Bank and Gaza supporting

the development of sustainable and inclusive

market economies that allow people to

prosper from economic growth. The green

transition is one of our strategic priorities and

we have been at the forefront in introducing

renewables to the region and then helping

them become highly cost competitive in comparison

with conventional sources. The EBRD

has supported the development of several

innovative projects and achieved many firsts

along this path.

A flagship EBRD project is Benban in

Egypt, the largest solar park in Africa and

one of the largest in the world. It extends

over 37 square kilometres and has a capacity

of 1.5 GW; enough to provide renewable

energy for more than one million homes. The

EBRD was the main financier of this park,

which was also supported by the Green

Climate Fund (GCF), the EU, and the EBRD

donors to the Southern and Eastern Mediterranean

Multi-Donor Account. In Benban,

the EBRD has also led the way in providing

finance to roll out innovative bifacial panels,

a product that is more efficient and achieves

greater productivity.

But Benban is not the only example from

Egypt. The EBRD, the OPEC Fund for International

Development, the African Development

Bank, the GCF, and Arab Bank worked

with ACWA Power on the construction of the

Kom Ombo solar plant, the largest private

solar facility in the country. This plant will

add 200 MW of energy capacity, increasing

the percentage of renewable energy in

Egypt’s energy mix and further promoting

private-sector participation in the Egyptian

power sector.

The EBRD has also supported the country’s

first private-to-private purchase agreement

for solar photovoltaic power. With the

help of the bank’s Green Economy Financing

Facility (GEFF) in Egypt, which is supported

by the EU, SolarizEgypt’s first project was

realised when the company received assistance

in the installation of a rooftop PV system

for the Coca-Cola Company. The GEFF

support provided SolarizEgypt with the opportunity

to receive finance from QNB Alahli

Bank, one of the facility’s partner banks. Although

the 1 MW PV system is installed at the

Coca-Cola Company’s facility in Sadat City,

SolarizEgypt retains ownership of the solar

facility and sells the electricity produced to

power the factory, so all parties benefit. The

success of this project paved the way for the

market to replicate this new model and stimulated

the partner bank’s appetite for financing

similar projects with other clients.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

31

Benban is a flagship EBRD project. © EBRD

In its drive to continue pushing the countries

where it operates towards best international

practices and innovative solutions, the EBRD

is also working very closely with policymakers,

governments, and public and private

sector investors on the exploration and identification

of investment opportunities around

the production and use of clean hydrogen,

with a particular focus on renewable (“green”)

hydrogen. Clean hydrogen is emerging as the

world’s best hope for a clean fuel. Green hydrogen

in particular has no carbon footprint,

requiring only water and renewable energy

from the sun, wind, or hydro to produce. Belief

is growing that it can help meet the goal

of net-zero emissions by 2050 needed to hold

global warming below 2 °C.

The EBRD sees clean hydrogen is a

crucial element in the transition towards

carbon neutrality, particularly for hard-toabate

sectors such as heavy industry and

long-distance transportation that have hardly

any other technological option available to

reach zero carbon emissions. A number of

institutions, including the International Energy

Agency, expect the level of hydrogen use to

grow from 70 million tonnes today to more

than 500 million tonnes a year by 2050. This

will not happen at once, but it looks like usage

might double by 2030.

Advanced-economy areas such as the

European Union, which already have ambitious

hydrogen strategies in place as part of

their decarbonisation push, are leading the

way in promoting hydrogen. But neighbouring

countries, like those in the southern and eastern

Mediterranean, could be in a favourable

position to react very quickly. Governments

and companies in several EBRD countries

are getting ready. The bank has supported

Georgia and Ukraine in exploring their potential

for generating green hydrogen from

hydropower and repurposing the existing gas

infrastructure for transporting hydrogen.

In the EBRD’s work in North Africa, one

example stands out: Morocco. In September

2021, the EBRD and the Moroccan Research

Institute for Solar Energy and New Energies

joined forces to boost energy transition. The

scope of the cooperation covers a number

of areas of common interest, including green

hydrogen production, transportation, local

use in industrial facilities, and export to

neighbouring markets where a price premium

for renewable hydrogen is already

emerging. Similar cooperation agreements

are being pursued across the region.

More broadly, the EBRD launched a regional

technical assistance programme

across all the countries in Africa where it

already operates to identify business drivers

and constraints, with the aim of starting a focused

policy dialogue with the national governments

in setting up effective market and

regulatory frameworks, as well as preparing

selected bankable investment projects. The

EBRD is already actively exploring possible

synergies with international donors and climate

funds to jointly accelerate investment

across the value chain of hydrogen from renewables.

Today, most hydrogen is still not green but

produced from fossil fuels. Green hydrogen,

which currently costs 50 percent more to produce

than fossil-fuel hydrogen, so far only

accounts for a couple of percent of global use.

However, the expectation is that it will become

cost-competitive soon. The recent dramatic

fall in renewable energy prices – particularly

in the southern and eastern Mediterranean

economies where the EBRD works – can help

make these countries sources of production

of green hydrogen.

Africa has one of the largest ratios of

solar and wind energy potential to energy

demand and is starting to rapidly unlock

this huge potential: it is a renewables superpower,

with nearly 40 percent of the global

potential. If harnessed efficiently, this can

become a game changer for the region and

the whole world.

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32

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

INTERVIEW

„Ägyptens Vision ist es, ein

Drehkreuz für Energie werden“

Prof. Dr. Mohamed Shaker El-Markabi, Ägyptens Minister für Elektrizität und

erneuerbare Energie, im Gespräch mit dem Afrika-Verein

Ägypten und seine nordafrikanischen Nachbarländer

sind regelmäßig im Gespräch, wenn es um die Produktion

von grünem Wasserstoff geht. Welche Rolle könnte

Wasserstoff für Ägyptens Zukunft spielen?

Ägypten ist reich an erneuerbaren Energiequellen, insbesondere

Wind- und Solarenergie, und verfügt über Erdgasvorkommen. Es

gibt also ein riesiges Potenzial im Bereich des blauen und grünen

Wasserstoffs. Mit einem Anteil von 9,4 Prozent an den weltweiten

Exporten im Jahr 2019 ist Ägypten das viertgrößte Land im Bereich

der mithilfe von Wasserstoff produzierten Düngemittel. Aktuell

bemüht sich die Regierung um die Entwicklung einer ägyptischen

Wasserstoffindustrie. Auf Erlass des Ministerpräsidenten

wurde eine hochrangige Arbeitsgruppe aus verschiedenen

Ministerien gebildet, die einen Fahrplan für künftige Schritte zur

Produktion und Nutzung von Wasserstoff erarbeiten soll. Dazu

gehören die Ausarbeitung einer nationalen Wasserstoffstrategie,

die Untersuchung der Potenziale und die Zusammenarbeit mit

Industrieländern – um von deren Erfahrungen zu profitieren und

gemeinsame Pilotprojekte durchzuführen. Um das Potenzial der

erneuerbaren Energien noch besser auszuschöpfen, wurde eine

nationale Energiestrategie verabschiedet - mit dem Ziel, den Anteil

der erneuerbaren Energien am Energiemix bis 2035 auf 42

Prozent zu steigern. Bis Ende dieses Jahres werden wir - ein Jahr

früher als geplant - unser erstes Etappenziel erreichen, indem

wir die Kapazitäten für Erneuerbare auf 20 Prozent steigern.

Wie realistisch ist es, dass Ägypten mittelfristig nicht

nur sich selbst klimaneutral versorgen, sondern auch die

globale Energiewende vorantreiben kann?

Ägyptens Vision ist es, mit seiner strategisch günstigen Lage

zwischen Afrika, Europa und Asien zu einer eine Drehscheibe für

internationale Energieverbundnetze zu werden. Wir haben uns

intensiv um den Ausbau der Infrastruktur für Strom- und Erdgasleitungen

bemüht und verfügen über das Potenzial, Wasserstoff

nach Europa und in benachbarte Länder zu transportieren.

Wir glauben, dass Ägypten in einer ausgezeichneten Position

ist, um eine langfristige Partnerschaft mit vielen Ländern, insbesondere

den EU-Staaten, aufzubauen und die Lücke zwischen

ihrem Bedarf und dem, was sie im eigenen Land produzieren

können, zu schließen. Ägypten wird mit seinen enormen Windund

Sonnenressourcen, seiner Infrastruktur und seiner geographischen

Lage zu diesen Partnerschaften beitragen, während

die EU-Partner Investitionen, Technologie und Handelserfahrung

mitbringen. Ich glaube, dass ein solcher Ansatz für alle gewinnbringend

sein kann: Ägypten wird seine Ziele im Bereich der er -

neuerbaren Energien erreichen, die EU wird ihre Wasserstoffstrategie

umsetzen und beide Seiten können so ihre Verpflichtungen

aus dem Pariser Abkommen erfüllen.

Jüngst haben Ägypten, Griechenland und Zypern eine

Ab sichtserklärung über eine künftige Stromkooperation

unterzeichnet: Mit einem 1.400 Kilometer langen Stromkabel

auf dem Meeresboden will Ägypten Ökostrom nach

Zypern und Kreta, und damit in die EU, leiten. Können

Sie uns schon näheres zu den Plänen verraten?

Das Stromverbundprojekt zwischen Ägypten, Zypern und

Griechenland (EuroAfrica Interconnector) wird die Stromversorgung

aller drei Länder erhöhen, die Nachfrage ausgleichen

und den Wettbewerb zwischen den Stromversorgern fördern.

Das Projekt umfasst eine Onshore-/Offshore-Infrastruktur einschließlich

Unterseekabeln, die eine direkte Verbindung für die

Übertragung von Strom herstellen. Es zielt darauf ab, starke

Netze im gesamten östlichen Mittelmeerraum aufzubauen, um

die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen, die regionale

Zusammenarbeit und den Wohlstand zu fördern, eine Verbindung

für die Übertragung erheblicher Mengen an Strom aus

erneuerbaren Energien und Gas aus dem östlichen Mittelmeerraum

zu schaffen und den Anteil von Strom aus erneuerbaren

Energiequellen am nationalen, regionalen und EU-Strommix

zu steigern.

Welche Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich

für ausländische, auch deutsche, Unternehmen in der

ägyptischen Energiewirtschaft?

Die deutsche Energiewirtschaft gehört zu den innovativsten und

erfolgreichsten weltweit. Zahlreiche Projekte in Ägypten wurden

in Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen durchgeführt. In

jüngster Zeit arbeiten wir an verschiedenen Technologien, die uns

bei der Energiewende helfen werden, wie z.B. Waste-to-Energy,

E-Mobilität, intelligente Stromnetze, Wasserentsalzung durch

erneuerbare Energien, Energiespeicherung sowie sauberer

Wasserstoff. Investoren und private Unternehmen aus Deutschland

sind herzlich willkommen, in die Umsetzung von Projekten

im Bereich der erneuerbaren Energien und aller anderen oben

genannten neuen Technologien zu investieren.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

33

INTERVIEW

“Egypt’s vision is to

become an energy hub”

Interview with Prof. Dr Mohamed Shaker El-Markabi, Egyptian Minister

of Electricity and Renewable Energy

Egypt and its North African neighbours are often mentioned

when it comes to the production of green hydrogen. What

role could hydrogen play in Egypt’s future?

is a win-win deal: Egypt will reach its renewable energy targets,

the EU will fulfil its hydrogen strategy, and both parties will be

able to achieve their commitments under the Paris Agreement.

Egypt is rich in renewable energy sources, especially wind and

solar, and also possesses natural gas reserves, so there is huge

potential in the field of blue and green hydrogen. Currently, Egypt

is ranked fourth in the world in the field of hydrogen fertilisers,

holding a share of about 9.4 percent of global exports in 2019.

The government is currently striving to develop an Egyptian

hydrogen industry. By decree of the Prime Minister, a high-level

working group from various ministries has been established to

develop a road map for future steps in the production and usage

of hydrogen. This includes preparing a national

hydrogen strategy, investigating potential, and

cooperating with industrialised countries in order

to benefit from their experience and implement

joint pilot projects. To better realise Egypt’s renewable

energy potential, the Integrated Sustainable

Energy Strategy for 2035 was approved, which

has the goal of increasing the share of renewable

energy in the energy mix to 42 percent by 2035.

By the end of this year, we will achieve our first

target by expanding renewable energy capacities

to 20 percent of the expected maximum peak

load – a full year ahead of schedule.

How realistic is it that Egypt will not only be able to

supply itself in a climate-neutral manner in the medium

term, but will also be able to drive forward the global

energy transition?

Egypt’s vision is to become an international energy hub with its

strategic location between Africa, Europe, and Asia. We have

worked hard to develop electricity and natural gas pipeline

infrastructure, and have the potential to transport hydrogen to

Europe and neighbouring countries.

We believe Egypt is in an excellent position to set up a long-term

partnership with many countries, especially the EU states, to

bridge the gap between their needs and what they can produce

domestically. Egypt will contribute to these partnerships with its

enormous wind and solar resources, infrastructure, and geographical

position, while EU partners will provide investment,

technology, and trading experience. I believe such an approach

Recently, Egypt, Greece, and Cyprus signed a memorandum

of understanding on future electricity cooperation: with

a 1,400-kilometre-long power cable on the seabed, Egypt

wants to transmit green electricity to Cyprus and Crete, and

thus to the EU. Can you tell us more about these plans?

The EuroAfrica Interconnector project between Egypt, Cyprus,

and Greece will increase electricity supply to all three countries,

balance demand, and promote competition among electricity

suppliers. The project compromises onshore/offshore

infrastructure, including submarine cables,

providing a direct connection for the transmission

of electricity. It aims to build strong networks

across the Eastern Mediterranean to enhance energy

security, promote regional cooperation and

prosperity, create a highway for the transmission

of significant amounts of electricity generated

using renewables and gas from the fields in the

eastern Mediterranean, and increase the share

of renewable electricity in the national, regional,

and EU electricity mixes.

What business opportunities are there in the Egyptian

energy sector for companies from Germany and elsewhere

in the world?

Germany’s energy sector is among the most innovative and

successful worldwide. Numerous projects in Egypt have been

implemented in cooperation with German companies. Recently,

we have been working on various technologies that will help us in

our energy transition, such as waste-to-energy, e-mobility, smart

grids, water desalination using renewables, energy storage, as

well as clean hydrogen. Investors and private sector companies

from Germany are welcome to invest in the implementation

of renewable energy projects and all other new technologies

mentioned above.

© Ägyptische Botschaft

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34 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Grüner Wasserstoff

für eine klimafreundlichere

Luftfahrt

Prof. Dr.-Ing. Richard Hanke-Rauschenbach und Julian Hölzen, Leibniz Universität Hannover

Im Jahr 1957 wurde ein Flugzeug das erste

Mal mit Wasserstoff (H 2 ) betrieben. Knapp

65 Jahre später, nach einigen Forschungsbemühungen

in den 1980ern und 2000ern,

steht die H 2 -basierte Luftfahrt heute im

Scheinwerferlicht der Industrie. Sowohl der

Flugzeughersteller Airbus, als auch mehrere

kleinere und neue Unternehmen entwickeln

entsprechende Flugzeuge.

Zwei wesentliche Aspekte tragen zu dieser

Entwicklung bei. Einerseits waren das Interesse

und die konkreten Vorhaben für eine

stärkere Sektorenkopplung mit Wasserstoff

noch nie so groß wie in den vergangenen

Jahren. Meldungen über milliardenschwere

Investitionen in H 2 -Technologien und die Bekanntgabe

von nationalen sowie internationalen

Wasserstoffstrategien führen zu einem

guten Investitionsklima im Bereich Wasserstoff.

Andererseits hat sich die Luftfahrtindustrie

das Ziel gesetzt, ihre Klimawirkung

trotz prognostiziertem Luftverkehrswachstum

bis 2050 zu verbessern und zu „Net-Zero“

Kohlenstoff-Emissionen zu gelangen. Neben

nachhaltigeren Kraftstoffen, z.B. synthetischen

E-Fuels, sind auch Antriebssysteme

auf Basis grünen Wasserstoffs für größere

kommerziell genutzte Flugzeuge aussichtsreiche

Alternativen.

Der Einsatz von H 2 -basierten Flugzeugen

ist allerdings mit großen Herausforderungen

verbunden, die für eine schnelle Realisierung

bewältigt werden müssen. Neben der Notwendigkeit

zur Entwicklung neuer Antriebe

und Flugzeugkonzepte ist dies vor allem auch

der Aufbau einer entsprechenden H 2 -Kraftstoffinfrastruktur,

die wettbewerbsfähige Kosten

für das Betreiben von H 2 -Flugzeugen

ermöglicht. Hier setzt das Projekt HyNEAT –

Hydrogen Supply Networks‘ Evolution for Air

Transport an. Durchgeführt von der Leibniz

Universität Hannover, der Technischen Uni ver -

sität Braunschweig und dem Institut für Luftund

Kältetechnik Dresden werden in dem

Projekt globale und lokale Potenziale für die

kostengünstige Erzeugung von grünem Wasserstoff

für die Luftfahrt untersucht. Mit Hilfe

eines breit aufgestellten Industriebeirats, dem

auch der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft

angehört, wird erforscht, ob und in welchen

Ländern erneuerbare Energien zukünftig

ausreichend verfügbar sein werden und wo

internationale Lieferbeziehungen aufgebaut

werden sollten. Hierzu werden auch die Zusammenspiele

mit lokalen Energiesystemen,

resultierende volkswirtschaftliche Effekte als

auch Auswirkungen von geografischen Kostenunterschieden

für grünen Wasserstoff auf

die Flugnetzwerkplanung analysiert.

Aufgrund der großen Potenzialflächen für

erneuerbare Energien und folglich kostengünstiger

Erzeugung von grünem Wasserstoff

sind mehrere afrikanische Länder prädestiniert

für den H 2 -Export für die Luftfahrt. Dabei

würde nicht nur ein wichtiger Beitrag zum globalen

Klimaschutz geleistet werden, sondern

könnte auch die lokale erneuerbare Energieversorgung

vom Aufbau der H 2 -Infrastruktur

profitieren. Jüngste Kooperationsvereinbarungen

und Studien weisen auf das H 2 -Exportpontenzial

mehrerer west- und nordafrikanischer

Länder hin. Auch im geplanten

HyNEAT-Projekt soll die Rolle ausgewählter

afrikanischer Länder für die H 2 -Versorgung

der Luftfahrt geprüft werden.

Die dafür notwendigen Untersuchungen

werden im Rahmen des interdisziplinären

Projekts in den nächsten drei Jahren durchgeführt.

Über eine Kontaktaufnahme zum

Dialog mit interessierten Unternehmen und

Forschungseinrichtungen freut sich das

Konsortium.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙

35

Green hydrogen

for more environmentally

friendly aviation

Prof. Dr.-Ing. Richard Hanke-Rauschenbach and Julian Hölzen, Leibniz University Hannover

In 1957, an aircraft was powered by hydrogen

(H 2 ) for the first time. Almost 65 years

later, after further research efforts in the

1980s and the 2000s, H 2 -based aviation is

now in the spotlight of industry. Such aircraft

are currently being developed by the aircraft

manufacturer Airbus as well as a number of

smaller and new companies.

Two central factors have contributed to

this development. The interest in concrete

projects for stronger sector coupling with hydrogen

has never been as great as in recent

years. Reports of billion-dollar investments

in H 2 technologies and the announcement

of national and international hydrogen strategies

are fostering a positive investment climate

in the hydrogen sector. Furthermore,

the aviation industry has set itself the goal of

improving its climate impact and achieving

net zero carbon emissions by 2050, despite

the predicted growth in air traffic. In addition

to other sustainable fuels (e.g., synthetic

e-fuels), propulsion systems based on green

hydrogen represent promising alternatives for

larger commercial aircraft.

However, the use of H 2 -based aircraft

comes with major challenges that need to

be overcome to enable rapid implementation

of the technology. In addition to the required

development of new propulsion systems and

aircraft designs, one of the major challenges

is to establish a dedicated H 2 fuel infrastructure

that enables competitive costs for the

operation of H 2 aircraft. This is the focus of

the project HyNEAT – Hydrogen Supply Networks’

Evolution for Air Transport. Conducted

by the Leibniz University Hannover, the

Technical University of Braunschweig, and

the Institute of Air Handling and Refrigeration

Dresden, the project is investigating global

and local potential for the cost-effective production

of green hydrogen for aviation. With

the help of a broad-based industry advisory

board, which also includes the German-African

Business Association, research is being

conducted into whether and in which countries

renewable energies will be sufficiently

available, and where international supply relationships

should be established. To this end,

the interplay with local energy systems, the

resulting economic effects, and the impact

of geographical cost differences for green

hydrogen on flight network planning are also

being analysed.

Due to large areas with high potential for

renewable energy and hence low-cost production

of green hydrogen, several African

countries are predestined to become H 2 exporters

for aviation. In addition to making

an important contribution to global climate

protection, local renewable energy supply

could also benefit from the development of

H 2 infrastruc ture. Recent cooperation agreements

and studies indicate the H 2 export

potential of several West and North African

countries. Consequently, the planned Hy-

NEAT project will also examine the role of

selected African countries in H 2 supply for

aviation.

The required research will be carried out

within the framework of the interdisciplinary

project over the next three years. The consortium

welcomes expressions of interest from

companies and research institutions.

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36

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SCHWERPUNKT ∙

Eine Idee, die Früchte trägt

Covestro unterstützt den Aufbau von

Solartrocknern für Lebensmittel auf Sansibar

Pejman Norastehfar, Covestro

Mit einem integrativen Geschäftsansatz

will Covestro gesellschaftlichen Fortschritt

für Menschen am unteren Ende

der Einkommenspyramide beschleunigen,

dabei aber nur einen geringen Einfluss auf

die Umwelt nehmen. Ziel ist der Aufbau einer

eigenen Existenz für Kleinbauern und kleine

Gewerbetreibende. Dazu betreibt das Unternehmen

auch Projekte in Afrika, gemeinsam

mit lokalen Partnern.

Beispiel Sansibar, Tansania: Hier hat sich

die Nichtregierungsorganisation Community

Forests Pemba (CFP) zum Ziel gesetzt, das

Wohlbefinden der dörflichen Gemeinschaften

zu stärken, indem sie wertvolles Wissen

teilt und bei der Schaffung nachhaltiger Lebensgrundlagen

sowie der Wiederherstellung

der natürlichen Umgebung hilft.

Covestro unterstützte die CFP beim Aufbau

eines neuartigen Solartrockners auf

der Insel Pemba mit einer Grundfläche von

rund 56 Quadratmetern. Er wurde erst vor

Kurzem fertiggestellt und versorgt nun mehr

als 200 Bauern direkt und weitere rund 1.000

Personen, darunter Familienangehörige,

Freunde und Nachbarn, mit getrockneten

Gewürzen.

Mit Projekten wie diesem unterstützt Covestro

weltweit Menschen in unterversorgten

Regionen mit einfachen Methoden zur

Lebensmittelkonservierung, zur Schaffung

bezahlbaren Wohnraums und zur Verbesserung

der Hygiene. Die Projekte sollen sich

selbst tragen und dadurch auch die lokale

wirtschaftliche Entwicklung begünstigen. Für

Der Solartrockner versorgt Mitglieder der dörflichen Gemeinschaft auf der Insel Pemba (Tansania) mit

getrockneten, haltbaren Gewürzen. © Community Forests International

die Implementierung dieser Lösungen geht

das Unternehmen auch unkonventionelle

Partnerschaften mit dem öffentlichen und privaten

Sektor ein, auch mit Nichtregierungsorganisationen

wie auf Sansibar. Davon sollen

bis 2025 mehr als zehn Millionen Menschen

weltweit profitieren.

Schnelle und schonende Trocknung

mit der Kraft der Sonne

Die Solartrockner wurden von Dr. Serm Janjai,

Professor an der Silpakorn-Universität in

Bang kok, entwickelt. Er entdeckte, dass sich

Sonnenstrahlung am besten mit einem parabelförmigen

Profil nutzen lässt. Der Innenraum

des Trockners heizt sich dabei auf,

und die Lebensmittel werden schnell und

hygienisch getrocknet – anders als unter

freiem Himmel, wo sie durch Schädlingsoder

Pilzbefall schneller verderben. Dadurch

sind sie haltbarer und steigen auch im Wert.

Beides kommt den Bewohnern zugute und

steigert überdies die Nutzung natürlicher

Ressourcen wie Gewürzen.

Aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen

eignet sich Glas aber nicht als Werkstoff

für ein solches Dach. In der Zusammenarbeit

mit Covestro stellten sich Stegplatten aus dem

Hochleistungskunststoff Polycarbonat als

sehr gut geeignet heraus: Er ist lichtdurchlässig,

leichtgewichtig und wärmedämmend, hält

also die Wärme im Inneren. Außerdem kann

er mit einem UV-Schutz ausgestattet werden,

so dass der energiereiche Teil der Sonnenstrahlung

die Lebensmittel nicht verdirbt. In

mehreren asiatischen Ländern unterstützen

solche Solartrockner bereits Gemeinden bei

der Trocknung von Früchten, Gemüse, Fleisch

und anderen Lebensmitteln.

Der Erfolg des Projekts ermutigt die CFP,

neue Pläne zu schmieden: Im kommenden

Jahr will die Initiative zwei weitere, größere

Solartrockner installieren. Alle drei zusammen

sollen dann mehr als 4.000 Menschen

versorgen. Außerdem unterstützt Covestro ein

Solartrockner-Projekt in Südafrika, einschließlich

der zugehörigen Schulungsmaßnahmen

für die lokal ansässigen Bauern.

Ansprechpartner: Pejman Norastehfar

pejman.norastehfar@covestro.com

Tel. +49 172 615 4221

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ FEATURED TOPIC ∙ 37

An idea bearing fruit

Covestro supports the building of solar

dryers for food in Zanzibar

Covestro supports the non-governmental organisation Community

Forests Pemba in the construction of a new type of solar dryer.

© Community Forests International

Pejman Norastehfar, Covestro

With an inclusive business model,

Covestro aims to accelerate social

progress for people at the bottom

of the income pyramid while having a

minimal impact on the environment. The objective

is to build up a livelihood for smallholders

and small traders. To this end, the

company also runs projects in Africa, together

with local partners.

For example, in Zanzibar in Tanzania, the

non-governmental organisation Community

Forests Pemba (CFP) has set itself the goal

of improving the wellbeing of village communities

by sharing valuable knowledge and

creating sustainable livelihoods, as well as

restoring the natural environment.

Covestro supported CFP in the construction

of a new type of solar dryer on the island of

Pemba. Around 56 square metres in area, the

recently completed dryer now supplies dried

spices directly to more than 200 farmers and

around 1,000 further people, including family

members, friends, and neighbours.

With projects like this, Covestro supports people

in undersupplied regions of the world with

simple methods for preserving food, creating

affordable housing, and improving hygiene.

The projects are intended to be self-sustaining

and thereby also benefit local economic

development. To implement these solutions,

the company has also entered into unconventional

partnerships with the public and private

sectors, including non-governmental organisations

such as in Zanzibar. More than ten

million people around the world are expected

to benefit from this by 2025.

Fast and gentle drying with the

power of the sun

The solar dryers were developed by Dr Serm

Janjai, a professor at Silpakorn University in

Thailand, who discovered that a parabolic

shape allows the best use of solar radiation.

The interior of the dryer heats up in the process

and the food is dried quickly and hygienically

– unlike outdoors, where it spoils more

quickly due to pest and fungal infestation. This

makes the food more durable and increases

its value. Both of these factors benefit the

residents, and also serve to increase the use

of natural resources such as spices.

For practical and economic reasons, glass

is not a suitable material for a roof of this design.

In cooperation with Covestro, it was determined

that sheets made of high-quality

polycarbonate were well-suited; the material

is translucent, lightweight, and thermally insulating.

In addition, it can be coated with a

UV protection layer so that high-energy solar

radiation does not spoil the food. In several

Asian countries, such solar dryers are already

helping communities to dry fruits, vegetables,

meat, and other foodstuffs.

The success of the project has encouraged

CFP to make new plans: next year, the

initiative intends to install two additional, larger

solar dryers. All three dryers together should

supply over 4,000 people. Covestro is also

sup porting a solar dryer project in South Africa,

as well as the associated training for

local farmers.

Contact: Pejman Norastehfar

pejman.norastehfar@covestro.com

Tel.: +49 172 615 4221

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

AfCFTA

Die afrikanische Freihandelszone

AfCFTA: ein potenzieller Motor für

die regionale Integration

Kristina Holzhäuser, Regional Head Financial Institutions Africa bei der Commerzbank,

befasst sich mit der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone (African Continental Free Trade Area,

AfCFTA), die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist. Im Gespräch mit dem Afrika-Verein zeigt sie auf,

wie verbesserte interne Handelsnetze den wachsenden Volkswirtschaften des afrikanischen

Kontinents einen Wachstumsschub geben könnten.

Warum ist die regionale Integration in Afr i -

ka gerade jetzt ein so wichtiges Thema?

Der innerafrikanische Handel ist nach wie

vor stark unterentwickelt, insbesondere im

Vergleich zu anderen Regionen auf der Welt,

obwohl er als wichtiger potenzieller Motor für

das Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent

gilt. Der afrikanische Handel wird größtenteils

mit anderen Kontinenten wie Europa

und Asien abgewickelt, da es keine etablierten

intraregionalen Handelswege gibt. In

einer Zeit, in der Infrastrukturinvestitionen in

Afrika an Fahrt gewinnen (zu einem großen

Teil als Ergebnis der chinesischen Belt and

Road-Initiative), ist ein panafrikanischer regulatorischer

Handelsrahmen eine logische

und wichtige Priorität.

Was sind aktuell die größten

Hemmnisse für den innerkontinentalen

Handel in Afrika?

Zölle haben eine Rolle gespielt, andere Hindernisse

sind die Infrastruktur, der Kredit zu -

gang für den Privatsektor, das Unter nehmensumfeld

und die aufwändige Handelslogistik,

wie Zoll- und Handelsbestimmungen.

Was beinhaltet das Abkommen und wie

wird es sich auf die Zölle auswirken?

Die AfCFTA zielt darauf ab, die intraregionale

Integration durch die Liberalisierung des

Handels zwischen den Ländern des afrikanischen

Kontinents zu fördern und die

nach Anzahl der Länder weltweit größte

Freihandelszone zu schaffen. Bisher haben

54 der 55 Länder der Afrikanischen Union

das Abkommen unterzeichnet (mit Ausnahme

von Eritrea). Für den Warenhandel wurde

beispielsweise vereinbart, dass 90 Prozent

der Zölle über einen Zeitraum von fünf Jahren

(plus fünf Jahre für weniger entwickelte

Länder) schrittweise auf Null gesenkt werden

sollen.

Wie wird der intraregionale Handel

der afrikanischen Wirtschaft insgesamt

zugutekommen?

Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau

eines integrierten, industrialisierten und

wohlhabenden Kontinents. Koordinierte

Maßnahmen zur Verbindung fragmentierter

Märkte können zu komparativen Kosten- und

Wettbewerbsvorteilen führen. Die Länder

können sich beispielsweise auf die Herstellung

bestimmter Waren und Dienstleistungen

konzentrieren und ihre Ressourcen

werden sich ganz natürlich auf die effizientesten

Sektoren verlagern, was zu Größenvorteilen

führen dürfte. Industrieparks und

Sonderwirtschaftszonen werden weiter an

Bedeutung gewinnen und als Magneten für

Investoren wirken.

Wie soll das neue Abkommen den

inner kontinentalen Handel und die

Exporte ankurbeln?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der

intraregionale Handel in Afrika, ausgehend

von einem relativ niedrigen Niveau, wachsen

wird. Im Jahr 2019 beliefen sich die

innerafrikanischen Waren auf 74 Millarden

Dollar. Es wird prognostiziert, dass diese

Exporte bis 2040 auf etwa 300 Milliarden

Dollar ansteigen werden, auch ohne AfCF-

TA. Das Handelsabkommen dürfte zusätzliche

50 bis 70 Milliarden Dollar einbringen.

Dabei wird erwartet, dass Industriegüter

den größten Nutzen bringen werden. Die

Entwicklung dürfte die Schaffung nationaler

und regionaler Wertschöpfungsketten weiter

erleichtern.

Welche Rolle kommt den Banken zu?

Der Bankensektor spielt eine wichtige Rolle

bei der Erleichterung von Investitionen und

Handel innerhalb des Kontinents. Mehrere

große afrikanische Banken haben sich bereits

zu überregionalen Akteuren entwickelt.

Wir von der Commerzbank streben Partnerschaften

mit solchen Banken an, da wir so

den Kontinent effizient abdecken und Lösungen

für unsere Kunden finden können.

Welche Geschäftschancen ergeben

sich aus einer nicht-afrikanischen

Perspektive?

Eine Möglichkeit für die sofortige Beteiligung

anderer Regionen der Welt sind natürlich

ausländische Direktinvestitionen. Die Abschaffung

der Zölle dürfte Investoren weiter

ermutigen, den afrikanischen Markt zu

erschließen. Produkte mit ausreichender

afrikanischer Wertschöpfung können als

made in Africa gekennzeichnet werden und

so von den Vorteilen der AfCFTA profitieren.

Das Abkommen gilt allerdings nicht

für nicht-afrikanische Produkte, so dass wir

hier nur sehr begrenzte kurzfristige Chancen

erwarten. Mittel- und langfristig könnten

sie sich jedoch aufgrund des verbesserten

Geschäftsumfelds und der Investitionen in

die Infrastruktur ergeben.

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∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

39

THE AfCFTA

The African Continental

Free Trade Area: a potential engine

for regional integration

Kristina Holzhäuser, Regional Head, Financial Institutions, Africa at Commerzbank,

looks at the African Continental Free Trade Area (AfCFTA), which commenced at the start

of this year, and explains how improved internal trade networks could provide

a timely boost to the continent’s growing economies.

© Commerzbank AG

Why is regional integration across Africa

such a hot topic right now?

Intra-African trade remains vastly underdeveloped,

especially when compared to other

regions of the world, yet has been identified

as an important potential driver for economic

growth. For the most part, African trade is

conducted with other continents, such as

Europe and Asia, due to a lack of established

intra-regional trade routes. At a time

when infrastructure investments in Africa are

gathering momentum (to a large extent as

a result of the Chinese Belt and Road Initiative),

a pan-African regulatory trade framework

is a logical and important priority.

What are the main barriers currently

standing in the way of intra-continental

trade?

Tariffs have played a role here, but other obstacles

include infrastructure, credit access

for the private sector, the business environment,

and burdensome trade logistics, such

as customs and trade regulations.

What does the agreement entail and

how will it impact tariffs?

The AfCFTA seeks to foster intra-regional

integration by liberalising trade between

countries on the African continent, thus

creating the largest free trade area globally

by number of countries. Some 54 out of

the 55 countries in the African Union have

signed so far (Eritrea being the exception).

For example, for trade in goods, it has been

agreed that 90 percent of tariff lines will be

gradually reduced to zero over a period of

five years (with an additional five years for

less developed countries).

How is intra-regional trade expected to

benefit the African economy as a whole?

The focus now is really on building an integrated,

industrialised, and prosperous

continent. Coordinated action to connect

fragmented markets can translate into comparative

and competitive advantages. For

instance, countries can focus on producing

certain goods and services, and their

resources will naturally shift towards the

most efficient sectors, which should produce

economies of scale. The concepts of

industrial parks and special economic zones

will become ever more important and act as

magnets for investors.

How is the new agreement expected to

boost intra-continental trade and exports?

Findings suggest that intra-regional trade

in Africa will grow, starting from a relatively

low level. For 2019, intra-African goods

amounted to USD 74 billion. These exports

are forecast to increase to approximately

USD 300 billion in 2040, even without the

AfCFTA. The trade agreement should add

between USD 50 billion and USD 70 billion

to this. Industrial goods are expected to yield

the most benefit. This development is likely

to further facilitate the creation of national

and regional value chains.

What role do banks play?

The banking sector plays an important role

in facilitating investment and trade within the

continent. Several major African banks have

already expanded to become pan-regional

players. At Commerzbank, we aim to partner

with such banks, as it enables us to efficiently

cover the continent and find solutions for

our customers.

What opportunities are likely to arise

from a non-African perspective?

One way for other areas of the world to immediately

participate is, of course, foreign

direct investment (FDI). The elimination of

tariffs should further encourage investors

to tap into the African market. Products with

sufficient African value added may be labelled

"made in Africa", and thus benefit from

the advantages of the AfCFTA. However,

the agreement does not apply to non-African

products, and hence we expect only

very limited short-term opportunities there.

Nevertheless, they may arise in the medium

and long term as a result of the improved

business environment as well as investment

in infrastructure.

_4/2021


40

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

© ÜBZO

AUS- UND WEITERBILDUNG

Digitalisierung für südafrikanische

BerufsschullehrerInnen – Erfolgsprojekt

TRAINME geht in die zweite Runde

Silvia Niediek, iMOVE

TRAINME steht für Modulare Ausund

Weiterbildung für südafrikanische

Berufsschullehrer im Bereich

Metallbau und Elektrotechnik. Diese erfolgreiche

„Train the Trainer“-Schulung realisierte

das Überbetriebliche Bildungszentrum

in Ostbayern gGmbH (ÜBZO) mit einer

Förderung des Bundesministeriums für

Bildung und Forschung (BMBF). Als Mitglied

im iMOVE-Netzwerk deutscher Bildungsexporteure

profitiert das ÜBZO vom

guten Ruf, den ‚Training - Made in Germany‘

international genießt. Die Bildungseinrichtung

ist von deutschen Bildungsträgern

zertifiziert und arbeitet nach anerkannten

und jahrelang erprobten Standards. An die

erste TRAINME-Projektphase von 2018 bis

2021 schließt sich jetzt ein Nachfolgevorhaben

nach dem TRAINME-Konzept mit

dem Schwerpunkt Digitalisierung an. Ein

weiterer wichtiger Bestandteil der neuen

Module sind die in Deutschland neu eingeführten

Standardberufsbildpositionen

– dazu zählen neben Digitalisierung auch

Nachhaltigkeit, Recht und Sicherheit – die

in TRAINME 2 dem afrikanischen Sektor

für technische Berufsbildung (TVET) vorgestellt

werden.

Laut Carina Adam, Projektleiterin von

TRAINME, orientieren sich die Abläufe

seit Beginn eng an den konkreten Anforderungen

der südafrikanischen Partner

und der Umsetzbarkeit der beabsichtigten

Maßnahmen: „Zunächst ermittelte und

analysierte die Universität Stuttgart, unser

Projektpartner, die spezifischen Bedarfe vor

Ort, bevor wir in Abstimmung mit dem südafrikanischen

Bildungsministerium DHET

(Department of Higher Education and Training)

die Schulungsinhalte festlegten. In

einem offiziellen Kick-off-Meeting wurden

die TeilnehmerInnen, Lehrkräfte an südaf-

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ HINTERGRUND ∙

41

rikanischen TVET Colleges, dann auf das

Schulungskonzept eingestimmt. Gleichzeitig

wurden erste Fragen beantwortet und

die technischen Voraussetzungen für die

Teilnahme geschaffen.“

Hybrides Bildungsmodell für eine

optimale Lernerfahrung

Weil das bereits vorhandene Know-how der

Teilnehmer stark variierte, wurde der ersten

Praxisphase ein Selbststudium vorgeschaltet.

Das konnten die Teilnehmenden über

das Lernmanagementsystem (LMS) des

ÜBZO und die Plattform des südafrikanischen

Bildungsministeriums, dem Lecturer

Support System, mit online zur Verfügung

stehenden Coaches absolvieren.

In der ersten einwöchigen Präsenzphase

wurde das im Selbststudium angeeignete

Wissen aufgefrischt, überprüft und anhand

konkreter Beispiele in die Praxis umgesetzt.

So wurden zum Beispiel im Modul Pädagogik

zunächst die an den jeweiligen Colleges

eingesetzten Unterrichtspläne diskutiert.

Dann erhielten die Teilnehmenden aus dem

Bereich Elektrotechnik die Mikrocontroller,

die sie zuvor in der Online-Theorie kennengelernt

hatten, und konnten damit erste

Programmierungen durchführen. Darauf

folgte eine weitere Selbstlernphase zum

praktischen Erproben und Vertiefen des

Gelernten, wiederum mit online-gestützten

Übungsaufgaben und den TRAINME-

Dozent innen und -Dozenten in einer Mentorenrolle.

In einer zweiten Präsenzphase am gastgebenden

Ekurhuleni East TVET College in

Springs (Nähe Johannesburg) wurden konkrete

Strategien und Handouts für den Einsatz

des im Training vermittelten Wissens an

den jeweiligen Colleges erstellt und entsprechende

praktische Übungen durchgeführt.

Die Teilnehmenden konnten die in der Theorie

besprochenen Unterrichtssequenzen

mit ihren Kolleginnen und Kollegen direkt

praktisch erproben, so dass am Ende der

Trainingswoche alle Lehrkräfte mit passendem

Material zum direkten Einsatz in ihren

jeweiligen Kursen ausgestattet waren.

Grundprinzip Anwendungsnähe für

unmittelbar verwertbare Lerninhalte

In der anschließenden Implementationsphase

an den TVET Colleges hatte jeder

Teilnehmende die Aufgabe, das Gelernte

in seiner oder ihrer täglichen schulischen

Praxis einzuführen. Die Ergebnisse, He rausforderungen

und Erfahrungen dieser Implementationsphase,

wurden in einem abschließenden

Follow-up-Coaching diskutiert

und der Lerngruppe vorgestellt. Eventuelle

Lücken im Wissen oder Schwierigkeiten bei

der Umsetzung konnten in dieser letzten

Präsenzphase geschlossen bzw. behoben

werden. Ein Highlight dieser letzten Präsenzwoche,

findet Projektleiterin Adam,

war ein gemeinsames Projekt der beiden

Berufsgruppen: „Die von den Lehrkräften

mit Schwerpunkt Metallbau am 3D-Drucker

hergestellten Bauteile wurden zusammengefügt

und von den Lehrkräften des Fachbereichs

Elektrotechnik mit einer Steuerung

ausgestattet, so dass zum Ende des Trainings

alle TeilnehmerInnen ein selbst hergestelltes

und programmiertes „SMARS Robot

Car“ (SMARS steht für Screwless Modular

Assemblable Robotic System) mit an ihr

College nehmen konnten.“

Damit war zwar die aktive Trainingsphase

beendet, die Zusammenarbeit ging

aber nach Aussage von Adam weiter: „In

den während des Trainings gegründeten

WhatsApp-Gruppen findet bis heute ein

reger Austausch zwischen den Teilnehmenden

und auch mit den Dozentinnen und Dozenten

statt. Zusätzlich konnten engagierte

Lehrkräfte nach Abschluss des eigentlichen

Trainings an einem Master-Trainer-Workshop

teilnehmen, der aufgrund der Pandemie

leider ausschließlich online stattfand.

Hier wurden die Lehrkräfte im Selbststudium,

mit Übungsaufgaben und im virtuellen

Klassenzimmer darauf vorbereitet, künftig

selbst als Trainer bzw. Trainerin ihre neu erworbenen

Kenntnisse an weitere TVET-LehrerInnen

weiterzugeben. Die Master-Trainer-

Innen haben inzwischen damit begonnen,

die Inhalte von TRAINME unter unserer

Supervision selbstständig zu unterrichten.

Auch dieses Konzept soll in TRAINME 2

noch weiter ausgebaut werden.“

Erfolgsfaktoren

Projektleiterin Adam fasst die Erfolgsfaktoren

des Projekts folgendermaßen zusammen:

„Unser Ansatz bei TRAINME basiert

maßgeblich darauf, die Erfahrungen und

Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen zu nutzen

und sie zu Diskussionen anzuregen.

Den Unterricht haben wir interdisziplinär

gestaltet. So konnten die Teilnehmenden

selbst erleben, wie der pädagogische Ansatz

in das praktische Training einfließen

kann. Zudem interagierten die verschiedenen

Berufsgruppen in einem gemeinsamen

Abschlussprojekt: MechanikerInnen und

ElektrikerInnen arbeiteten gemeinsamen an

einem Werkstück.“

Alle Inhalte sowie den zeitlichen Ablaufplan

stimmte das ÜBZO kontinuierlich mit

dem DHET und den teilnehmenden TVET

Lecturers ab, um den größtmöglichen Nutzen

des Trainings sicherzustellen. Um das

Ziel „Ausprobieren statt nur Zuhören“ erreichen

zu können, musste das ÜBZO die

praktische Umsetzbarkeit des Gelernten

durchgängig gewährleisten. Alle verwendeten

Materialen sind als Open Source

oder mit geringem Aufwand in Südafrika

zu bekommen und können eins zu eins an

den Colleges umgesetzt werden. Eigenes

Material der TeilnehmerInnen, beispielsweise

„Lesson Plans“, wurde in den Unterricht

mit einbezogen.

Besonders freut sich Adam über die

Rückmeldungen der BerufsschullehrerInnen:

„Die Reaktionen der Teilnehmenden

auf unser Lernangebot waren durchweg

positiv“, so die Projektleiterin. „Sie reichen

von ‚The trainers were very enthusiastic

and knew exactly what they were talking

about‘ bis zu ,This was the best training

I ever had‘.“

Silvia Niediek ist Regional-Managerin bei

iMOVE und zuständig für die Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit. Weitere Informationen

über iMOVE und das ÜBZO finden Sie

online unter www.imove-germany.de und

www.uebzo.de/forschung/trainme

_4/2021


42 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

EDUCATION AND TRAINING

Digitalisation for South African

TVET lecturers – TRAINME project

enters second round

Silvia Niediek, iMOVE

The modular training and education

of South African TVET lecturers in

mechanical and electrical engineering

(TRAINME) project was a successful

“train the trainer” project realised by the

Inter-Company Training Center in Eastern

Bavaria (Überbetriebliches Bildungszentrum

in Ostbayern, UEBZO) with funding

from the German Federal Ministry of Education

and Research (Bundesministerium

für Bildung und Forschung, BMBF). As a

member of the iMOVE network of German

training providers, the UEBZO benefits from

the good reputation that “Training – Made in

Germany” enjoys internationally. The training

institution is certified by German training

providers, and works according to recognised

standards that have been tried and

tested over many years. The first TRAINME

project phase (from 2018 to 2021) is now being

succeeded by a follow-up project based

on the TRAINME concept, this time with

a focus on digitalisation. Other important

components of the new modules include the

standard vocational training positions newly

introduced in Germany – in addition to digitalisation,

these include sustainability, law,

and safety – which will be presented to the

African technical vocational education and

training (TVET) sector in TRAINME 2.

According to Carina Adam, a TRAINME

project manager, the processes were

based on the specific requirements of the

South African partners and the feasibility

of the intended measures from the start.

“First, the University of Stuttgart, our project

partner, identified and analysed the specific

needs on site before we defined the training

content in coordination with the South

African Department of Higher Education

and Training (DHET). In an official kickoff

meeting, the participants – lecturers at

South African TVET colleges – were then

introduced to the training concept. At the

same time, initial questions were answered

and the technical requirements for participation

were established.”

Hybrid training model for an optimal

learning experience

Because of greatly varying levels of participant

experience, the first practical phase

was preceded by a self-study exercise. The

participants were able to complete this via

the learning management system (LMS) of

the UEBZO and the Lecturer Support System

platform of the DHET, with coaches also

available online.

In the first one-week attendance phase,

the knowledge acquired in the self-study

exercise was refreshed, reviewed, and put

into practice using concrete examples.

For instance, in the pedagogy module, the

lesson plans used at the respective colleges

were first discussed. Following this,

the participants from the field of electrical

engineering received the microcontrollers

they had previously learned about in the online

theory, and were able to carry out initial

programming with them. This was followed

by another self-study phase for practical

testing and consolidating what they had

learned, again with the online-supported

exercises and the TRAINME trainers in a

mentoring role.

In a second attendance phase at the host

Ekurhuleni East TVET College in Springs

(near Johannesburg), concrete strategies

and handouts for the application of the

knowledge imparted in the training were

developed at the respective colleges, and

corresponding practical exercises were carried

out. The participants were able to try out

the teaching sequences discussed in theory

directly with their colleagues, so that at the

end of the training week all participants were

equipped with suitable material for direct use

in their respective courses.

Key principle: proximity to practice for

directly applicable training content

In the subsequent implementation phase at

the TVET colleges, each participant had to

introduce what they had learned into their

daily teaching practices. The results, challenges,

and experiences of this implementation

phase were discussed and presented

to the learning group in a final follow-up

coaching session. Any gaps in knowledge

or difficulties in implementation could be

closed or resolved in this final attendance

phase. According to Adam, a highlight of

this final attendance week was a joint project

of the two professional groups: “The

components made on the 3D printer by the

participants specialising in metal construction

were assembled, and equipped with a

control system by the electrical engineering

participants, so that everyone could take a

SMARS (Screwless Modular Assemblable

Robotic System) Robot Car they made and

programmed back to their college at the

end of the training.”

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ BACKGROUND ARTICLES ∙

43

© ÜBZO

Although this marked the end of the active

training phase, the cooperation continues,

noted Adam: “In the WhatsApp groups set

up during the training, there is still lively exchange

between the participants and also

with the trainers. In addition, committed participants

were able to take part in a master

trainer workshop after the actual training,

which, unfortunately, took place only online

due to the pandemic. Here, the participants

were prepared with self-study, exercises,

and in the virtual classroom to pass on their

newly acquired knowledge to other TVET

lecturers as trainers in the future. Now, the

master trainers have started to teach the

contents of TRAINME independently under

our supervision. This concept is also to be

further developed in TRAINME 2.”

Success factors

Adam summarises the success factors of

the project as follows: “Our approach in

TRAINME is largely based on leveraging

the experience and prior knowledge of

the participants and encouraging them to

engage in discussions. We designed the

lessons in an interdisciplinary manner. This

allowed the participants to experience for

themselves how the pedagogical approach

can be integrated into practical training. In

addition, the different professional groups

interacted in a joint final exercise, where

mechanics and electricians worked together

on a project.”

The UEBZO continuously coordinated

all content and the time schedule with the

DHET and the participating TVET lecturers

to ensure the greatest possible benefit of

the training. In order to achieve the goal of

“trying things out instead of just listening,”

the UEBZO had to ensure the practical applicability

of what was learned throughout.

All the materials used are available as open

source or are easily obtained in South Africa,

and can be implemented on a one-toone

basis at the colleges. The participants’

own material, such as their lesson plans,

was included in the training.

Adam is particularly pleased with the

feedback from the TVET lecturers: “The

participants’ reactions to our training service

were consistently positive,” says the

project manager. Responses ranged from

“The trainers were very enthusiastic and

knew exactly what they were talking about,”

to “This was the best training I ever had.”

Silvia Niediek is Regional Manager at

iMOVE, and is responsible for press and

public relations. More information on

iMOVE and UEBZO is available online

at www.imove-germany.de/en and

www.uebzo.de/en/university-researchinternational-affairs/south-africaproject-trainme.

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44

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ PANORAMA ∙

_Authentische

Mitglieder der Nkosuo Cocoa Farmers Cooperative Society bei einem Imkerkurs in Bompata, Ghana.

Foto: Francis Kokoroko/Fairtrade Deutschland/Fairpicture

Jörg Arnold, Fairpicture

Arm, abhängig, handlungsunfähig und

korrupt: Die westliche Fotografie hat

seit der Kolonialzeit ein „visuelles Regime“

von Stereotypen entwickelt, das die

Entwicklung der Länder auf dem afrikanischen

Kontinent bis heute hemmt.

Die Fixierung ganzer Staaten und ihrer

Bürgerinnen und Bürger in solchen

Bildern ist diskriminierend. Sie halten

die Menschen in der Rolle dankbarer

Hilfeempfänger gefangen. Das ist nicht

nur entwürdigend, sondern schadet

der wirtschaftlichen Entwicklung dieser

Länder ganz direkt.

Fairpicture als Change Agent

Gemeinsam mit einem wachsenden

Netzwerk von lokalen Bildschaffenden

aus allen Teilen Afrikas, Lateinamerikas

und Asiens leistet Fairpicture einen

Beitrag, damit das Bild, das in den

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ PANORAMA ∙

45

Bilder

Die Studentin Charlotte Dzimabi bei einem Praktikum in der

Kfz-Werkstatt der St. Paul Technical School in Kukurantumi, Ghana.

Foto: Dennis Nipah/Arthur Waser Foundation /Fairpicture

westlichen Ländern von den Menschen

im Globalen Süden vorherrscht, ein

anderes wird.

Lokale Bildschaffende sollen Ownership

gewinnen und ihre Sicht der Realität

in ihren Ländern in ihrem eigenen

Storytelling umsetzen. Orts-, kulturund

sprachkundig entwerfen sie mit

ihren Kameras authentische visuelle

Stories. Es entstehen Bilder, die mit

Stereotypen brechen und die Möglichkeiten

statt Mangel zum Ausdruck

bringen. Die Menschen im Globalen

Süden sollen als das ins Bild gesetzt

werden, was sie sind: kompetente und

mittragende Partnerinnen und Partner

bei der Bewältigung der sozialen,

ökologischen, ökonomischen und politischen

Herausforderungen unserer

gemeinsam geteilten Welt.

www.fairpicture.org/de/

_4/2021


46

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ ARTS & CULTURE ∙

_authentic

Iminathi Madikane washes a face mask. She lives in a slum in Mayville, KwaZulu-Natal.

Photo: Niamh Walsh-Vorster / Norsk Folkehjelp / Fairpicture.

Jörg Arnold, Fairpicture

Poor, dependent, helpless, and corrupt:

since colonial times, Western photography

has developed a “visual regime” of

stereotypes that continues to hold back

the development of countries on the

African continent today. The application

of this visual regime to entire states

and their citizens is discriminatory. It

traps Africans in the role of grateful aid

recipients. This is not only degrading,

but also directly harms the economic

development of these countries.

Fairpicture – a change agent

Together with a growing network of

local photographers from all parts of

Africa, Latin America, and Asia, Fairpic­

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ ARTS & CULTURE ∙ 47

pictures

YouTuber Matthew Lartey conducts a video training workshop for Fairtrade Deutschland’s Impact Diaries

in Abekoase, Ghana. Photo: Dennis Nipah / Fairtrade Deutschland / Fairpicture.

ture is helping to transform the image

that Western countries have of people

in the Global South.

Local photographers take on ownership

and translate their views of the

reality in their countries into their own

narratives. With their local, cultural,

and linguistic knowledge, they create

authentic visual stories with their

came ras. Images are created that tackle

stereotypes and express possibilities

instead of a lack thereof. The people

of the Global South are portrayed as

they are: competent and supportive

partners in overcoming the social, environmental,

economic, and political

challenges of our shared world.

Further information is available at the

Fairpicture website:

www.fairpicture.org/en/.

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48

∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ LESENSWERT ∙ RECOMMENDED READING ∙

1 Africa Last Mile Delivery

Market Report 2021

The country research report Africa Last

Mile Delivery Market is a customer intelligence

and competitive study of

the African market. The report provides

deep insights into demand forecasts,

market trends, and micro and

macro indicators in the African market.

Factors that drive and restrain the last mile delivery market

are also highlighted in the study. This is an in-depth business

intelligence report based on qualitative and quantitative

parameters of the market. Additionally, this report provides

readers with market insights and detailed analysis of market

segments to possible micro levels. The companies and dealers/distributors

profiled in the report include manufacturers

and suppliers in the last mile delivery market in Africa.

AFRICA LAST MILE DELIVERY MARKET: PROSPECTS,

TRENDS ANALYSIS, MARKET SIZE AND FORECASTS UP TO 2026

INFINIUM GLOBAL RESEARCH / 40 PAGES PDF

WITH LICENCE FROM € 3,353.00

2 The Fucking Paradise

Speditionskaufmann Herbert Hod dow

hat über 25 Jahre in Port Harcourt, Nigeria,

gelebt und gearbeitet. In sei nem

Buch The Fucking Paradise schreibt er

über seine Zeit im Nigerdelta. Mangels

eines Lehrbuches kann er nur aus seinen

Fehlern lernen und versuchen,die

mühsam gewonnenen Erken nt nis se in

Zauberformeln umzuwandeln. Als Mitarbeiter einer internationalen

Spedition bekommt er es mit Leuten unter schiedlichera

Nationalitäten zu tun und gerät in manch lebens bedrohliche

Situation. Dieses Buch handelt von seinen privaten und beruflichen

Eskapaden während der ersten fünf Jahre in Nigeria.

Folgen Sie ihm ins Paradies, das ganz und gar nicht dem herkömmlichen

Bild Afrikas entspricht.

HERBERT HODDOW:

THE FUCKING PARADISE

BOOKS ON DEMAND / 480 SEITEN

TASCHENBUCH 15,99 € / E-BOOK 9,49 €

3 Afrika! Rückblicke

in die Zukunft eines

Kontinents

Bartholomäus Grill, Afrika-Korrespondent

von Zeit und Spiegel, zieht Bilanz:

Wo steht Afrika heute, was wird die

Zukunft bringen? Trotz anhaltender Her

ausforderungen birgt Afrika enorme

Po tenziale: Es ist der rohstoffreichste

Kon tinent der Welt mit einem großen Re servoir an ungenutztem

Agrarland. Und es hat eine junge, schnell wachsende

Bevölkerung. Zudem eröffnet die digitale Revolution neue

Ho rizonte. Zwar hat China überall seine Finger im Spiel,

doch es kann afrikanische Lösungen geben für die afrika nischen

Probleme, etwa durch die Rückbesinnung auf umweltschonende

Produktionsformen und wirtschaftliche Alternativen

zur westlichen Wachstumsreligion. Kann eine

„zi vi lisatorische Wende“ zur Rettung unseres Planeten von

Afrika ausgehen?

BARTHOLOMÄUS GRILL: AFRIKA! RÜCKBLICKE

IN DIE ZUKUNFT EINES KONTINENTS

SIEDLER VERLAG / 288 SEITEN / HARDCOVER 22,00 €

E-BOOK 19,99 € / SOFTCOVER 22,90 €

4 Erschöpft durch die

Pandemie – Was bleibt von

der Globalisierung?

Die Erschöpfung der Globalisierung hat

sich in den vergangenen Jahren immer

weiter verstärkt. Der COVID-19-Schock

erreichte die Welt auf dem bisherigen

Höhepunkt des Systemkonflikts zwischen

chinesischem Staatskapitalismus

und dem zunehmend gespaltenen transatlantischen

Westen. Die EU wirkt in ihrer Reaktion darauf überwiegend

träge. Handlungsfähig zeigen sich in Europa hingegen die

na tionalstaatlichen Hierarchien. Was bleibt von der Globalisierung,

nachdem sie erschöpft durch die Pandemie ging?

Die Antwort liegt für die Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr.

Michael Hüther, Matthias Diermeier und Dr. Henry Goecke

nicht in einer isolierten ökonomischen Analyse der Pandemie,

sondern in der Einordnung von Strukturen und Bedingungen

der Globalisierung. Damit erkunden sie neue Optionen, benennen

Probleme und Defizite und skizzieren Möglichkeiten

künftiger Kooperationen.

HÜTHER, DIERMEIER, GOECKE: ERSCHÖPFT DURCH

DIE PANDEMIE – WAS BLEIBT VON DER GLOBALISIERUNG?

SPRINGER / 295 SEITEN / SOFTCOVER 19,99 € / E-BOOK 14,99 €

_4/2021


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Afrika zu unterstützen. www.invest-for-jobs.com

Im Auftrag des

Durchgeführt von


50

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ PRESSESCHAU ∙

27.08.2021 – In dem gemeinsamen Gastbeitrag „Der Aufschwung liegt in Afrika“ schreiben

der AV-Vorsitzende Liebing und AV-Hauptgeschäftsführer Kannengießer:

„Die nächste Bundesregierung täte gut daran, Afrika noch stärker

ins Zentrum ihrer Politik zu rücken, denn keine Region der Welt hat

sich in den letzten Jahren schneller und dynamischer verändert.

Unser Afrikabild hinkt den neuen Realitäten weit hinterher. Afrika

kann politisch und wirtschaftlich zu einem der wichtigsten Partner

für Deutschland und Europa werden. Darauf sollte eine neu justierte

deutsche Afrikapolitik ausgerichtet werden. Der Kontinent

verlangt viel stärkere Aufmerksamkeit jenseits der traditionellen

Entwicklungszusammenarbeit – in der Außen-, der Sicherheitsund

vor allem der Außenwirtschaftspolitik.“

27.08.2021 – Im Bericht „Pakt der guten Hoffnung“ wird der AV-Vorsitzende Stefan Liebing zitiert:

„Die Richtung stimmt“, sagt Stefan Liebing, der Vorsitzende des

Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, „aber die Dimension noch

nicht.“ Angesichts von 20 Millionen neuen Arbeitskräften, die jährlich

allein durch das Bevölkerungswachstum auf den Arbeitsmarkt

kämen, seien 9.000 Jobs doch allenfalls ein Anfang. Es gebe aber

immer noch Unternehmen, die zwar Projekte in Afrika hätten, aber

keine Finanzierung fänden. Mehr Wagniskapital sei nötig, findet

Liebing. „Der Fonds ist so angelegt, dass er zu vorsichtig agieren

muss.“ Dabei sei die Wirtschaft in Afrika im Großen und Ganzen

recht stabil durch die Corona-Krise gekommen, mit einem Minus

von zwei Prozent im vorherigen Jahr.

27.08.2021 – In dem Artikel „Wie Investitionsanreize in Afrika wirken“ wird der

AV-Vorsitzende Liebing zitiert:

Der Afrika-Verein der Deutschen Wirtschaft sieht Verbesserungen,

hält den Compact aber für zu kurz gegriffen. „Wenn wir aber überlegen,

dass wir pro Jahr allein 20 Millionen neue Arbeitsplätze in

Afrika brauchen, um die Bevölkerungswachstumszahlen auszugleichen,

dann war das natürlich bisher nur ein Tropfen auf dem

heißen Stein“, sagt Stefan Liebing, Vorsitzender des Vereins. „Wir

haben jetzt ein Paar tausend neue Arbeitsplätze pro Jahr, aber

nicht im Millionenbereich. Und wenn wir das ernsthaft wollen, dann

müssen wir Entwicklungspolitik nochmal ganz neu angehen.“

27.08.2021 – In dem Artikel „„Deutschland muss jetzt helfen“: Afrika-Gipfel mit Merkel wirft Schatten voraus“

wird der AV- Vorsitzende Liebing zitiert:

Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Verein der deutschen

Wirtschaft, nimmt die Bundesrepublik ebenfalls in die Pflicht.

„Deutschland muss jetzt helfen. Wir sollten bilateral arbeiten und

mehr Impfstoff an Afrika abgeben. Momentan machen wir das

nur mit ganz wenigen Ausnahmen.“ Die Bundesregierung sollte

nun zusehen, viel enger mit den afrikanischen Regierungen

zusammenzuarbeiten.

26.08.2021 – In dem Bericht „Angela Merkel verabschiedet sich von Afrika“ zieht der AV-Hauptgeschäftsführer

Christoph Kannengießer Bilanz:

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft ist der Ansicht, dass

die Instrumente weiter ausgebaut werden müssen: „Dabei geht

es insbesondere um die Reduzierung von Risiken und die Erleichterung

der Finanzierung. Es geht aber auch darum, die Präsenz

deutscher Politik auf dem afrikanischen Kontinent noch einmal

deutlich zu verstärken“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Afrikavereins

der deutschen Wirtschaft, Christoph Kannengießer, zur

DW. (…) Merkel habe sich in Afrika sehr engagiert, so die Bilanz

von Wirtschaftsvertreter Kannengießer: „Wir hoffen, dass sich zukünftige

Wirtschafts- und Außenminister wieder verstärkt mit Wirtschaftsdelegationen

nach Afrika begeben, aber konkrete Projekte

auch mit entsprechender politischer Flankierung unterstützen.“

8.07.2021 – In dem Bericht „Deutschland hilft Namibia im Corona-Kampf“ wird der AV-Hauptgeschäftsführer

Christoph Kannengießer zitiert:

Die Bundesrepublik muss außerdem selbst Impfstoffe spenden;

auch braucht es Sauerstoffgeräte und Schutzausrüstung für die

Pflegekräfte. Auch der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft

sprach sich für Impfstofflieferungen aus. „Aktuell nimmt die Corona-Pandemie

in Namibia besorgniserregende Ausmaße an; die

Fälle von Neuinfektionen haben sich seit Juni verdreifacht“ erklärte

Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer.

_4/2021


∙ AFRIKA-VEREIN ∙ IN THE PRESS ∙

51

27 August 2021 – In the joint guest article “Der Aufschwung liegt in Afrika” (“The upturn is in Africa”),

German-African Business Association Chairman Stefan Liebing and CEO Christoph Kannengießer write:

“The next German federal government would do well to put Africa

even more at the centre of its policies, because no region in the

world has changed faster and more dynamically in recent years.

Our image of Africa lags far behind the new realities. Africa

can become one of the most important political and economic

partners for Germany and Europe. A recalibrated German Africa

policy should be geared towards this. The continent deserves

far greater attention in matters beyond traditional development

cooperation – in foreign policy, security policy, and, above all,

foreign trade policy.”

27 August 2021 – German-African Business Association Chairman Liebing is quoted in the report

“Pakt der guten Hoffnung” (“Pact of good hope”):

“It’s headed in the right direction,” says Stefan Liebing, Chairman

of the German-African Business Association, “but falls short in

terms of scale.” In view of the 20 million new workers who enter the

labour market every year as a result of population growth alone,

9,000 jobs are, at best, just a start. Yet there are still companies

that have projects in Africa but cannot obtain financing. Liebing

thinks that more venture capital is needed. “The fund is set up in

such a way that is has to act overcautiously.” However, the economy

in Africa has, by and large, come through the coronavirus crisis

quite stably, with a decline of two percent on the previous year.

27 August 2021 – German-African Business Association Chairman Liebing is quoted in the article

“Wie Investitionsanreize in Afrika wirken” (“The effect of investment incentives in Africa”):

The German-African Business Association sees improvements,

but thinks that the Compact falls short. “If we consider that we

need 20 million new jobs in Africa per year alone to compensate

for population growth, then this of course has only been

a drop in the ocean so far,” says Stefan Liebing, Chairman of

the association. “We now have a couple of thousand new jobs

per year; the figures are not in the millions. And if we seriously

want that, then we have to approach development policy in an

entirely new way.”

27 August 2021 – German-African Business Association Chairman Liebing is quoted in the article

“‘Deutschland muss jetzt helfen’: Afrika-Gipfel mit Merkel wirft Schatten voraus” (“‘Germany must help now’:

Africa Summit with Merkel draws closer”):

Stefan Liebing, Chairman of the German-African Business Association,

also takes the federal government of Germany to task:

“Germany must help now. We should work bilaterally and give

more vaccines to Africa. At the moment, this is the exception

rather than the rule.” The German government should now look

to work much more closely with African governments.

26 August 2021 – In the report “Angela Merkel verabschiedet sich von Afrika” (“Angela Merkel bids farewell to Africa”),

German-African Business Association CEO Kannengießer takes stock:

The German-African Business Association is of the opinion that

the instruments must be further expanded: “This is particularly

about reducing risks and facilitating financing. But it is also about

once again significantly strengthening the presence of German

policy on the African continent,” the CEO of the German-African

Business Association, Christoph Kannengießer, told DW. (…) According

to industry representative Kannengießer, Merkel has been

very committed to Africa: “We hope that future economics and

foreign ministers will again increasingly go to Africa with business

delegations, but also promote concrete projects with appropriate

policy support.”

8 July 2021 – German-African Business Association CEO Kannengießer is quoted in the report “Deutschland hilft Namibia

im Corona-Kampf” (“Germany helps Namibia in the fight against the coronavirus”):

The Federal Republic of Germany must also donate vaccines

itself; oxygen equipment and protective gear for caregivers are

also needed. The German-African Business Association too has

spoken out in favour of delivering vaccines. “The coronavirus

pandemic in Namibia is currently taking on worrying proportions;

the number of new infections has tripled since June,” explained

CEO Christoph Kannengießer.

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52 ∙ IM GESPRÄCH MIT DEM AFRIKA-VEREIN ∙

„Ist es fair, dass der afrikanische

Kontinent unsere Klimasünden

beheben soll?“

Khadi Camara arbeitet seit 2016 beim Afrika-Verein und ist dort als

stellvertretende Leiterin des Bereichs Länder & Märkte und Senior Managerin

für die Regionen Anglophones Westafrika und Lusophones Afrika sowie

den Energiesektor zuständig.

Frau Camara, wie sind Sie zum Afrika-

Verein und zu Ihrer jetzigen Position

gekommen?

Mit viel Leidenschaft und harter Arbeit.

Ich war bereits 2013 als Praktikantin beim

Afrika-Verein tätig und wusste ziemlich

schnell, dass ich mein berufliches Zuhause

gefunden hatte. Daher fiel es mir

lei cht, mich in vielen Bereichen des Vereins

zu engagieren, die Bedürfnisse der

Mitglieder und Partner in Afrika zu verstehen

und den Willen zu entwickeln, auch die

Zukunft des AV mitzugestalten.

Sie sind auch für den Energiesektor zuständig.

Welche Auswirkungen hatte die

Corona-Pandemie auf den Energiesektor

und erneuerbare Energie-Projekte in

afrikanischen Ländern?

Die Bedeutung von uneingeschränkter

Energie für Haushalte und Industrien in Af -

rika wurde einmal mehr verdeutlicht. Vor

al lem die wirtschaftlichen Folgen der Pande

mie machen den großen Infrastrukturpro

jekten in Afrika schwer zu schaffen:

Ausbleibende Staatseinnahmen erschweren

die Finanzierung, die eingeschränkte

Logistik und Reisemöglichkeit brachte

viele Projekte zusätzlichen ins Stocken,

in manchen Ländern verhinderte eine

ange spannte Sicherheitslage die Umsetzung

von Projekten.

Aktuell wird in Deutschland und Europa

viel darüber gesprochen, Klimaziele

künftig mithilfe von in Afrika produziertem

grünen Wasserstoff zu erreichen. Die

Bundesregierung hat schon erste Wasserstoffpartnerschaften

mit afrikanischen

Ländern unterzeichnet. Wie bewertet

die afrikanische Seite dieses Interesse

aus Ihrer Sicht?

Das ist sehr unterschiedlich. Länder wie

Marokko und Südafrika aber auch Ägypten,

Tunesien oder Namibia haben die

För derung von Wasserstoff bereits als

wichtigen Bestandteil ihrer Energiewirtschaft

identifiziert und eigene Wasserstoffstrategien

entwickelt. Für viele andere

afrikanische Länder steht das Thema bisher

nicht auf der Prioritätenliste. Dennoch

gibt es großen Bedarf, zu verstehen, welche

Chancen und Risiken die Partizipation

in einem globalen Wasserstoffmarkt

mit sich bringen würde. Die Potenziale für

die Produktion von grünem Wasserstoff in

Afrika sind enorm, überschatten aber andere

wichtige Themen. Dazu gehören die

Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten

(eine Grundvoraussetzung für

die Produktion grünen Wasserstoffs) und

das Fördern von Gas, was kurz- und mittelfristig

notwendig sein wird, um die wirtschaftliche

Entwicklung Afrikas nachhaltig

zu stärken. Und man sollte sich auch die

Frage stellen: Ist es fair, dass der afrikanische

Kontinent unsere Klimasünden beheben

soll?

Deutschland steht vor einem Regierungswechsel.

Anfang Dezember wollen

SPD, Grüne und FDP einen Koalitionsvertrag

vorlegen, den neuen Bundeskanzler

wählen und ein neues Kabinett

bilden. Was darf mit Blick nach Afrika

nicht fehlen in dem Papier?

Puh, wo fange ich da an? Außenwirtschaftsförderung

und Entwicklungszusammenarbeit

gemeinsam denken, Risikoabsich e-

rung für Handel und Investitionen in Af ri ka,

den afrikanischen Kontinent als wichtigen

Partner Deutschlands und der EU anerkennen

und das nicht nur in Sicherheitsfragen,

sondern auch für unsere Wirtschaft.

Ich würde mir außerdem wünschen, dass

eine neue Bundesregierung sich der Stärken

und Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft

in Afrika bewusster macht, denn nur

so kann die Politik auch einen geeigneten

Rahmen schaffen. Wir haben fast 90 Jahre

Erfahrung, die wir gerne teilen!

Khadi Camara, Jahrgang 1990,

hat internationale Betriebswirtschaft

studiert, lebte während ihres Studiums

in Südafrika und hat senegalesische

Wurzeln.

_4/2021


∙ IN CONVERSATION WITH THE GERMAN-AFRICAN BUSINESS ASSOCIATION ∙

53

Khadi Camara has been working at the German-African

Business Association since 2016 and is Deputy Head of

Countries and Markets and Senior Manager responsible for

the regions of Lusophone Africa and Anglophone West

Africa, as well as for the energy sector.

Ms Camara, how did you come to work

for the German-African Business Association

and in your current position?

With a great deal of passion and hard work.

I was already working as an intern at the

German-African Business Association in

2013, and realised pretty quickly that I had

found my professional home. As such, it

was easy for me to get involved in many

are as of the association, to understand

the needs of the members and partners in

Africa, and to develop the will to also help

shape the future of the association.

You are also responsible for the energy

sector. What impact has the coronavirus

pandemic had on the energy sector and

renewable energy projects in African

countries?

© Fabian Hammerl

“Is it fair that the African

continent makes amends

for our climate sins?”

The importance of unconstrained access

to energy for households and industries in

Africa has once again been highlighted.

Above all, the economic consequences

of the pandemic are making it difficult for

large infrastructure projects in Africa: a lack

of government revenue has made financing

difficult, limited logistics and travel has

also brought many projects to a standstill,

and, in some countries, a tense security

situation has hindered the implementation

of projects.

There’s currently a lot of talk in Germany

and Europe about achieving future

climate targets with the help of green hydrogen

produced in Africa. The German

government has already concluded the

first hydrogen partnerships with African

countries. In your opinion, what does the

African side make of this interest?

This varies a great deal. Countries like Morocco

and South Africa, but also Egypt,

Tunisia, and Namibia have already identified

the promotion of hydrogen as an important

part of their energy industries and

have developed their own hydrogen strategies.

For many other African countries, the

topic is not one of their priorities yet, however,

there is a great need to understand

what opportunities and risks participation

in a global hydrogen market would entail.

The potential for green hydrogen production

in Africa is enormous, but is overshadowed

by other important issues. These include

the financing of renewable energy

projects (a basic prerequisite for the production

of green hydrogen) and the extraction

of gas, which will be necessary in the

short and medium term to strengthen Africa’s

economic development sustainably. In

this context, we should also ask ourselves:

is it fair that the African continent makes

amends for our climate sins?

Germany is about to change governments.

At the beginning of December,

the SPD, the Greens, and the FDP plan

to present a coalition agreement, elect

the new Federal Chancellor, and form a

new cabinet. With a view to Africa, which

issues should not be missing from

the agreement?

Phew, where do I start? Consideration given

to foreign trade promotion and development

cooperation in conjunction; risk protection

for trade and investment in Africa;

and recognition of the African continent as

an important partner for Germany and the

EU – not only with respect to security matters,

but also as regards our economy.

I would also like to see a new German government

that is more aware of the strengths

and needs of German industry in Africa, because

this is the only way that policymakers

can also create an appropriate framework.

We have almost 90 years of experience that

we are happy to share!

Khadi Camara, born in 1990, studied international

business administration. She

lived in South Africa during her studies,

and has Senegalese roots.

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54

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

© Getty Images / Afrika-Verein

8 th German-African Healthcare Forum: Partnerships for Resilient

Healthcare Systems in Africa

Im Rahmen des World Health Summits

und gemeinsam mit der German Health

Alliance hat der Afrika-Verein Ende Oktober

zum 8. Deutsch-Afrikanischen Gesund

heitsforum geladen. Unter dem

Schwerpunkt "Partnerships for Resilient

Healthcare Systems in Africa" diskutierten

hochrangige Regierungsvertreter, Wissenschaftler

und Unternehmer aus Afrika,

Deutschland und Europa unter anderem

über wichtige Entwicklungen im afrikanischen

Gesundheitssektor und die Digitalisierung

des Gesundheitswesens.

Mit Blick auf die Auswirkungen der CO-

VID-19-Pandemie wurde außerdem über

die unzureichende Impfstoffversorgung

afrikanischer Länder, eine generelle Stärkung

der Gesundheitssysteme und die

Möglichkeiten globaler Kooperationen

und öffentlich-privater Partnerschaften

gesprochen. „Damit die durch die COVID-

19-Pandemie zu Tage getretenen Probleme

afrikanischer Gesundheitssysteme

überwunden werden, müssen die globale

Zusammenarbeit, öffentlich-private Partnerschaften

und private Investitionen gestärkt

werden“, sagte AV-Hauptgeschäftsführer

Christoph Kannengießer im Rahmen des

Forums, das aufgrund der Corona-Pandemie

online stattfand.

At the end of October, as part of the World

Health Summit, the German-African Business

Association hosted the 8th German-African

Health Forum together with

the German Health Alliance. With the focus

on “Partnerships for Resilient Healthcare

Systems in Africa”, high-ranking government

representatives, academics, and entrepreneurs

from Africa, Germany, and Europe

discussed matters such as the important developments

in the African healthcare sector

and the digitalisation of healthcare.In view

of the impact of the COVID-19 pandemic,

the topics discussed also included the inadequate

vaccine supply in African countries,

a general strengthening of healthcare

systems, and the opportunities for global

cooperation and public-private partnerships.

“In order to overcome the problems

of African healthcare systems revealed by

the COVID-19 pandemic, global cooperation,

public-private partnerships, and private

investments have to be strengthened,” said

German-African Business Association CEO

Christoph Kannengießer at the forum, which

was held online because of the corona -

virus pandemic.

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

55

© Getty Images / Afrika-Verein

7 th Africa Finance@Work

In Kooperation mit der Commerzbank AG

hat der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft

über Modelle informiert, die dazu

beitragen können, Herausforderungen im

kurzfristigen und im auf Akkreditive bezogenen

Auslandsgeschäft zu meistern.

Die drei Schwerpunkte der online durchgeführten

Veranstaltungen lagen auf den

Themen Dreiecksakkreditive, Risikodistribution

und Lieferantenkredite. Darüber

hinaus konnten die Teilnehmer den Referenten

direkt Fragen stellen und machten

davon rege Gebrauch. In der Diskussion

kamen dann auch vielfältige Themen, wie

Ver sicherungen und Instrumente, die von

der Weltbank oder vergleichbaren Institutionen

eingesetzt werden, sowie der Ankauf

von Hermes-gedeckten Forderungen zur

Sprache.

In cooperation with Commerzbank AG,

the German-African Business Association

provided information on models that can

help to overcome challenges in short-term

and letter of credit-related foreign business.

The three focal points of the online

events were the letter of credit triangle,

risk distribution, and supplier credit. In

addition, the participants could ask the

speakers questions directly, and made

active use of this opportunity. In the discussions,

a variety of topics came up, such

as insurance and instruments used by the

World Bank and comparable institutions,

as well as the purchase of Hermes-covered

receivables.

AV Guests:

Hon. Redwan Hussein (State Minister of

Foreign Affairs, Ethiopia), Hon. Dr Edwin

G. Dikoloti (Minister of Health and Wellness,

Botswana), Hon. Dr Lia Tadesse

(Minister of Health, Ethiopia), Hon. Ali

Mrabet (Minister of Health, Tunisia), H.E.

Sylvie Baïpo-Temon (Minister of Foreign

Affairs, Central African Republic), Mulu

Solomon Bezuneh (Ambassador of Ethiopia

to Germany), H.E. Yacin Houssein

Douale (Ambassador of Djibouti to Germany),

Roland Göhde (Chairman, GHA

- German Health Alliance, Germany), Dr

Rashid Amin (Deputy Minister of Health,

Kenya), Dr Charles Olaro (Director Health

Services, Ministry of Health, Uganda), Dr

Abdou Salam Gueye (Regional Emergency

Director, WHO), Dr Githinji Gitahi (CEO,

Amref Health Africa), Dr Yenew Kebede

Tebeja (Head, Division of Laboratory Sys-

tems & Networks, Africa CDC), Israel Bimpe

(Director Africa GTM, Zipline), Andrejana

Wächter (Senior Export Manager and Director

International Banking, ODDO BHF),

Femke Smeets (Partner, Total Impact Capital

Europe), Dr Moredreck Chibi (Regional

Innovation Advisor, WHO Regional Office

for Africa), Ghazi Darghouth (President,

Tunisia Health Alliance), David Siso Kolweya

(Program Manager Health, Aga Khan

Foundation East Africa).

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56 ∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

© Afrika-Verein

German-African Business Association Side Events to the

3 rd G20 Investment Summit – German Business and the CwA Countries

Im Rahmen des dritten G20 Compact

with Africa-Gipfel Ende August in Berlin

hat der Afrika-Verein eine Reihe von

Side-Events durchgeführt, bei dem unsere

Mitglieder die Gelegenheit hatten,

mit den Staats- und Regierungschefs

sowie Regierungsvertretern aus einigen

der afrikanischen Mitgliedsländer über

die engere wirtschaftliche Kooperation

mit deutschen Unternehmen zu diskutieren.

Bei einem dieser Gespräche mit

dem südafrikanischen Präsidenten Cyril

Ramaphosa sagte dieser, dass Südafrika

den Weg der Strukturreformen fortsetzen

werde. Dazu gehöre auch die Suche

nach Möglichkeiten, Investitionen in

Südafrika zu erleichtern. Präsident Ramaphosa

betonte, dass Südafrika mehr

deutsche Unternehmen brauche, die in

dem Land investieren.

Einen vergleichbaren Inhalt hatte auch die

ebenfalls vom Afrika-Verein organisierte

Diskussion zwischen dem Präsidenten

des Senegal, Macky Sall, und den Vertretern

der Mitgliedsunternehmen. Der Präsident

skizzierte seine Vorstellungen für

eine verbesserte wirtschaftliche Zusammenarbeit

und im Austausch mit den Teil-

nehmern wurden die Möglichkeiten und

He rausforder ungen für Investitionen in

be stimmten Wirtschaftsbereichen ausgetauscht.

Ein Schwerpunkt wurde dabei auf

den Aufbau einer Medizinproduktion für

Impfstoffe- und Medikamente gelegt.

As part of the third G20 Compact with Africa

Summit in Berlin at the end of August,

the German-African Business Association

held a series of side events at which

our members had the opportunity to hold

discussions with heads of state and government

and government representatives

© Afrika-Verein

from some of the African member countries

on the topic of closer economic cooperation

with German companies. During one

of these talks, South African President Cyril

Ramaphosa said that South Africa would

continue on its path of structural reforms.

This also included looking for ways to facilitate

investment in South Africa. President

Ramaphosa emphasised that South Africa

needed more German companies to invest

in the country.

The discussion between President of Senegal

Macky Sall and representatives of

member companies, also organised by the

German-African Business Associa tion,

had similar themes. The President outlined

his ideas for improved economic cooperation,

and the opportunities and challenges

for investments in specific economic sectors

were discussed with the participants,

where particular focus was placed on the

development of vaccine and medicine

production.

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ NEWS ∙

57

© Getty Images / Afrika-Verein

Moving Africa – Future Markets for OEMs and Suppliers

Im Rahmen der erstmals in München ausgerichteten

IAA und in Zusammenarbeit

mit dem Verband der Automobilindustrie

und dem panafrikanischen Automobilverband

AAAM hat der Afrika-Verein

der deutschen Wirtschaft zu dem Online-Event

„Moving Africa – Future Markets

for OEMs and Suppliers“ geladen.

Die digitale Veranstaltung informierte

über den aktuellen Stand der Automobilindustrie

in Afrika, die Umsetzung der

Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone

(AfCFTA) und die vielfältigen Chancen

für die deutsche Automobilindustrie

auf dem afrikanischen Kontinent. Zum

neuen Veranstaltungsort hatte die IAA in

diesem Jahr auch ein neues Konzept: Sie

wolle Ausstellung, zukunftsweisende Mobilitätsplattform

und Dialogforum in einem

sein, so die Veranstalter. Ein Höhepunkt

für Afrika-Interessierte war das digitale

Event „IAA Mobility meets Africa“. Angesichts

schnell wachsender Märkte und

einer rasant steigenden Nachfrage sind

viele afrikanische Länder an innovativen

Mobilitätslösungen interessiert.

The online event “Moving Africa – Future

Markets for OEMs and Suppliers” took

place at the IAA, which was held in Munich

for the first time. The event was hosted by

the German-African Business Association

in cooperation with the German Association

of the Automotive Industry and the African

Association of Automotive Manufacturers

(AAAM). The digital event provided information

on the current state of the automotive

industry in Africa, the implementation

of the African Continental Free Trade Area

(AfCFTA), and the many opportunities for

the German automotive industry on the

African continent.

In addition to the new venue, this year’s IAA

also had a new concept: the organisers intended

it as an exhibition, a forward-looking

mobility platform, and a dialogue forum all

in one. A highlight for parties interested in

Africa was the digital event IAA Mobility

meets Africa. In view of fast-growing markets

and rapidly increasing demand, many

African countries are interested in innovative

mobility solutions.

1 st Africa Finance@Trade

Die Stärkung der internationalen und lokalen

Handelsfinanzierungsstrukturen ist

entscheidend für das Wirtschaftswachstum

in Afrika und wichtig für die Inte gration

in internationale Wertschöpfungsketten.

Darüber hinaus verspricht die Afrikanische

Kontinentale Freihandelszone (Af-

CFTA), den innerafrikanischen Handel

anzukurbeln und eine wachsende Mittelschicht

ermutigt Ex- und Importe, um die

lokalen Märkte zu stärken und die lokale

Nachfrage zu befriedigen. Dennoch mangelt

es den Finanzierungsbedingungen

für den Handel an Erschwinglichkeit,

Schnelligkeit, Innovation und allzu oft

an Flexibilität. Was muss sich ändern,

damit die Finanzierung von Exporten

nach und innerhalb Afrikas erfolgreicher

und skalierbarer wird? Was kann getan

werden, um das Risiko von Business-to-

Busi ness-Geschäften zu verringern? Wer

kann seinen Kunden wettbewerbsfähige

Finanzierungsoptionen anbieten? Diese

und weitere Themen wurden in den verschiedenen

Sessions mit führenden Experten

aus Deutschland, Europa und Afrika

diskutiert. Nach der Konferenz hatten alle

Teilnehmer die Möglichkeit, 1:1-Gespräche

zu führen und sich mit den Referenten auszutauschen.

Strengthening international and local trade

finance structures is crucial for economic

growth in Africa and important for integration

into international value chains. In addition,

the African Continental Free Trade Area

(AfCFTA) promises to boost intra-African

trade, and a growing middle class is encouraging

exports and imports to support local

markets and meet local demand. However,

trade financing conditions lack affordability,

speed, innovation, and all too often flexibility.

What needs to change to make export

financing to and within Africa more successful

and scalable? What can be done

to reduce the risk of business-to-business

transactions? Who can offer competitive

financing options to their clients? These and

other topics were discussed in various sessions

with leading experts from Germany,

Europe, and Africa. After the conference,

all participants had the opportunity to have

one-to-one conversations and exchange

ideas with the speakers.

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58

∙ AFRIKA-VEREIN ∙ MITGLIEDER ∙

A | A. Sievers GmbH • AAA Global Services Ltd • ABB AG • Arab Banking Corporation • SA Access Microfinance Holding AG

• Adolf Lupp GmbH + Co. KG • Aerodata AG • Africa Advisors GmbH • Africa GreenTec AG • African Water Limited

• AfriKairos GmbH • Afro AI • Afruibana • AGCO International GmbH • Agro-Pro Management Limited • AHK debelux Deutsch-Belgisch-Luxemburgische

Handelskammer • AHK Marokko • AHK Südafrika • AHK Tunesien Deutsch-Tunesische Industrie- und

Handelskammer • Airbus Defence and Space GmbH • AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH • Alexander & Partner Rechtsanwälte

• alga Nutzfahrzeug + Baumaschinen GmbH + Co. KG • Allianz SE • AmaliTech gGmbH • Amandus Kahl GmbH &

Co. KG • Amatheon Agri Holding N. V. • AME International GmbH • AME Trade Ltd • Amereller Rechtsanwälte PmbB • Ammer

Partners GmbH • AMOVA GmbH • Andreas Stihl AG & Co. KG • Andritz Hydro GmbH • Andritz Ritz GmbH • APK Worldwide

Courier GmbH • Arab Banking Corporation SA • ARISU GmbH • Arkon Shipping & Projects GmbH & Co KG • ARRI Lighting

• Asafo & Co. • Ascend Strategic Communications (Pty) Ltd • ASW Bundesverband – Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft

e.V. • AT Africa Technology GmbH • authentic.network/Industry 365 UG | B | B. Braun Melsungen AG • Babalakin & Co. • BACB

British Arab Commercial Bank • Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungs gesellschaft • BASF South Africa (Pty) Ltd

• BAUER Ak tiengesellschaft • BAUER Maschinen GmbH • BAUER Spezialtiefbau GmbH • BAYER AG • Bayer AG CropScience

Division • Bayer AG KP - Regionale Koordinierung • Bayern LB • BayWa Aktiengesellschaft • Beiersdorf AG • BELCO SARL

• Berghof Foundation Operations GmbH • Bertelsmann SE & Co. KGaA • Berwin Leighton Paisner LLP • betteries AMPS GmbH

• Big Dutchman International GmbH • BioTropic GmbH • BLG Industrie logistik GmbH & Co. KG • BMW AG • BOCS Bremen

Overseas Chartering and Shipping GmbH • Boehringer Ingelheim GmbH • Bold Real Estate GmbH • Bolloré Logistics Germany

GmbH • BOMAG GmbH • Bönnemann (Ferrostaal Consultant) • BORCO INTERNATIONAL GMBH • BOERAL LIGHT

GmbH • Bostex Trading GmbH • BlackIvy Group • BPL Berry Palmer & Lyle Limited • Brewtech GmbH • Brückner Maschinenbau

GmbH & Co. KG • Brulli Energia GmbH • Brussels Airlines N.V. • Buchler GmbH • Bundesdruckerei GmbH • Burda International

Holding GmbH • Bureau Veritas Industry Services GmbH | C | C. Woermann GmbH & Co. KG • Cablant GmbH •

Caisley International GmbH • Caixa Geral de Depositos • CAPITALENT MEDICAL GmbH • cbb software GmbH • Celler

Brunnenbau GmbH • CETM International Trade GmbH • CLAAS Global Sales GmbH • CleanPower Generation GmbH • Clifford

Chance • CMS Hasche Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern mbB • Cognos International GmbH

• Commerzbank AG • Congolese Banking Association (DRC) • Conjuncta GmbH • Control Risks GmbH • COREX Vertriebs

GmbH | D | DAKO Worldwide Transport GmbH • DAL Deutsche Afrika-Linien GmbH & Co. KG • DAL Schiffahrts-Agentur mbH

& Co. KG • Danjir Associates • Das Labor. • DATABUND - Verband der mittelständischen IT-Dienstleister und Softwarehersteller

für den öffentlichen Sektor e.V. • Daun & Cie Aktiengesellschaft • DB Engineering & Consulting GmbH • DEG - Deutsche

Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH • Demag Cranes & Components GmbH • DENK PHARMA GmbH & Co. KG

• DENSO GmbH • Dentons Europe LLP • DERMALOG Identification Systems GmbH • Destilla GmbH • DEULA-Nienburg

GmbH • Deutsche Bank AG • Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. • Deutsche Gesellschaft für Internationale

Zusammenarbeit (GIZ) GmbH • Deutsche Infrastructure S.A. • Deutsche Lufthansa AG • Deutsche Welle • Development Finance

International, Inc • DIAG Industries GmbH • Dieter Ammer • Dii Desert Energy • DLA Piper UK LLP - Germany • DMT

GmbH & Co. KG • Don Limón GmbH • Doppelmayr Seilbahnen GmbH • Dorsch Holding GmbH • Dr. Georg Bouché, Honorarkonsul

der Republik Gambia • Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG • Drägerwerk AG & Co. KGaA • DS AVOCATS • DSD

NOELL GmbH • Duisburg Solar GmbH • DURAG Sales & Service GmbH & Co. KG • DZ BANK AG | E | Ed. Züblin AG • eesgroup

GmbH • EKO Management • Elementar Analysensysteme GmbH • EMPIC GmbH • EMS Log GmbH • ENERCON GmbH

• Enerox GmbH • ENERTRAG AG • Engie Mobisol GmbH • Engineering Dobersek GmbH • epp GmbH • ERC Additiv GmbH

• Ernst & Young GmbH • ETS Gouet • ETS Mohamed El Moctar • Euler Hermes Aktiengesellschaft • EVAGOR GmbH • Evonik

Industries AG • EVUM Motors GmbH • exficon GmbH export finance consulting | F | F. Undütsch GmbH • FAUN Expotec

GmbH • feps gmbh • Feralco Deutschland GmbH • Festo Didactic SE • FICHTNER Water & Transportation GmbH • Finanzen

Verlag GmbH • Firmengruppe Witte • fischerwerke GmbH & Co. KG • NVL B.V. & Co. • FRACHT FWO AG • Fraport AG •

Fredk. Möller Söhne GmbH • FREQUENTIS AG • Fresenius Medical Care SE & Co. KGaA • Friedrich-Ebert-Stiftung

| G | G. Koepcke & Co. GmbH • G.F.H. Im- und Export GmbH / North European STAR Equipment GmbH • Gastrown Innovation

Company Limited • GAUFF GmbH & Co. Engineering KG • GCP German Cathodic Protection GmbH • Gebr. Heinemann

SE & Co. KG • Geisseler Law • Gemini Green GmbH & Co. KG • Geohaus GBR • German Seed Alliance GmbH • GFA Consulting

Group GmbH • Giantfuse Capital Partners • Gienger München KG • Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH •

Gleiss Lutz Rechtsanwälte • Global Helicopter Service GmbH • goodscare GmbH • GOPA - Gesellschaft für Organisation,

Planung und Ausbildung mbH • green enesys group GmbH • GreenTec Capital GmbH • Grimaldi Germany GmbH • Grimme

Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG • Grips Energy GmbH • GWE pumpenboese GmbH | H | Hain Lifescience GmbH •

Haldor Topsoe Germany GmbH • Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven • Handelskammer Hamburg

• Hanns-Seidel-Stiftung • Hansa Luftbild AG • Hanse Merkur Reiseversicherung AG • Hansa Meyer Global Transport GmbH

& Co. KG • Hapag-Lloyd Aktien gesellschaft • Hartmann & Cie Rechtsanwälte Partnergesellschaft mbB • Havelländische Eisenbahn

AG • Health Focus GmbH • HELOG Academy • Henkel AG & Co. KGaA • Hensoldt Holding GmbH • Herbert Smith

Freehills Germany LLP • Hermann Sewerin GmbH • Herrenknecht AG • HMS Bergbau AG • Hochschule Anhalt • Hochschule

Flensburg • Hospinorm Projects GmbH • Hospital Engineering GmbH • H.P. Gauff Ingenieure GmbH & Co. KG • HPC

Hamburg Port Consulting GmbH • H&R GmbH & Co. KGaA • HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH • HT Group GmbH •

Hugo Tempelman Stiftung • Hulla & Co Human Dynamics KG • HUMAN Gesellschaft für Biochemica und Diagnos tica mbH

• Hüpeden & Co. (GmbH & Co.) KG • HYDAC International GmbH | I | IABG Industrieanlagen-Betriebs gesellschaft mbH • Ib

Vogt GmbH • IBC Solar AG • ibes AG • ICC Germany e.V. • IFC - Inter national Finance Corporation • ifo-Institut für Wirtschafts-

Die unterstrichenen Mitglieder sind dem Afrika-Verein seit der letzten Ausgabe beigetreten.

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∙ AFRIKA-VEREIN ∙ MEMBERS ∙

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forschung • IGIP - Ingenieur-Gesellschaft für Internationale Planungs aufgaben mbH • ILF Beratende Ingenieure GmbH •

ILV - Fern erkundung GmbH • IMAG GmbH • Imperial Logistics Group (Pty) Ltd • Indmont Sp. z o.o. Sp. Komandytowa •

Industrie- und Handels kammer Hanau-Geln hausen-Schlüchtern • Industrie- und Handelskammer Potsdam • Ingenieurkammer

Baden-Württemberg • Inros Lackner SE • Intergest South Africa (Pty) Ltd. • Intertek Caleb Brett Germany GmbH • INZAG

Germany GmbH • IPSEN Logistics GmbH • ITO Frankfurt Hans Gerzymisch GmbH • ITS International Training & Support

GmbH • IU Group N.V. | J | Jacob Lawren Ltd. • Jakob Müller AG • JENOPTIK Robot GmbH • Jens Warneke Export GmbH

• Joh. Achelis & Söhne GmbH • Johann Düro GmbH & Co. KG • Johann Heinrich von Thünen-Institut • Johnson& Johnson

• Jones & Wagener • Jos. Hansen & Soehne GmbH • Josef Seibel Africa Ltd • Joseph Vögele AG • Josera GmbH & Co. KG

• Julius Berger International GmbH | K | KAB - Kuckenburg Bureth Boineau et Associes • Karl Kolb GmbH & Co. KG Scientific

Technical Supplies • Kaschke Components GmbH • Kedas GmbH • Keller Holding GmbH • KfW Bankengruppe • KHB

GmbH • Knauf Gips KG • Knuth Werkzeugmaschinen GmbH • Kochendörfer & F.EE Hydropower GmbH • Koenig & Bauer

Sheetfed AG & Co. KG • KOMPTECH GmbH • Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. • Korte Law • Körting Hannover AG • Kowry

Energy GmbH • KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft • KPRN network GmbH • Krahn Chemie GmbH • Krauss-Maffei

Wegmann GmbH & Co. KG • Kühne+Nagel (AG & Co.) KG • Kuraray Europe GmbH | L | Landqart AG • LANXESS Deutschland

GmbH • LD Didactic AG & Co. KG • Lecturio GmbH • LEVANTE, Engineering and Consulting • Liebherr-Export AG •

LPL Projects + Logistics GmbH • Lucas-Nülle GmbH • Ludwig Pfeiffer Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG • Ludwig Weinrich

GmbH & Co. KG • Lufthansa Consulting GmbH • Lufthansa Technik AG • Luvuezu Frederick Manzambi | M | MACE

FOODS Europe UG • MACS Maritime Carrier Shipping GmbH + Co. • Maleki corporate Group GmbH • MAN Energy Solutions

SE • Mann+Hummel GmbH • Manuyoo GmbH • Mares Shipping GmbH • MARLINK SAS • MARTIN ROSE GmbH &

Co. KG • MAURER SE • McDermott Will & Emery • Media Consulta International Holding AG • Mefire Import - Export • Merck

KGaA • Mercy Ships Deutschland e.V. • Merkur Bank KGaA • Messe Düsseldorf GmbH • Messe Frankfurt GmbH • Messe

München GmbH • Metalcorp Industries & Trade B.V. • Meyer & Meyer Holding SE & Co. KG • MOSOLF SE & Co. KG • MTU

Friedrichshafen GmbH • Mühlbauer ID Services GmbH • MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG | N | Neumann Gruppe

GmbH • ng-voice GmbH • Dirk Niebel • Nigerianisch-Deutsche Energiepartnerschaft • Nordex SE • NVL News GmbH

| O | O & J Energy Ltd. • ODDO BHF Aktiengesellschaft • Olaniwun Ajayi LP • Osteuropaverein der deutschen Wirtschaft e.V.

• Otto Kessler GmbH & Co.KG | P | PCIP Petronia City Industrial Platform • Pepperl+Fuchs (Pty) Ltd • Peppermint Holding

GmbH • Peter Cremer GmbH • Petkus Technologie GmbH • PFISTERER Holding AG • Pinsent Masons Africa LLp • PK

Trading and Consulting GmbH • PKS Kommunikations- und Strategieberatung GmbH • Polycare Research Technology

GmbH & Co. KG • POLYPHARMA Technologies & Sciences GmbH • Pöttinger Landtechnik GmbH • PRAKLA Bohrtechnik

GmbH • PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft • ProBioGen AG • Prosper Africa • PTS - Professional

Training Solutions GmbH | Q | QG Konstruktion GmbH • QRSKIN GmbH • Queisser Pharma GmbH & Co. KG | R | ralf

blankenbach gmbh bauunternehmung • Ramboll Deutschland GmbH • rb Consult für Afrika • RDV-CI SARL (Roi des Draps

& Vaisselles-CI Sarl) • Rehau VZ AG • RENAC-Renewables Academy AG • Rendeavour • Renewable Energy for Africa GmbH

& Co. KG • Result Group GmbH • RIELA Karl-Heinz Knoop e. K. • Robert Bosch (Pty) Limited • Robert Bosch GmbH • ROGGE

Holding GmbH • Rohde & Schwarz International GmbH • Röhlig Deutschland GmbH & Co. KG • Roland Berger Pvt. Ltd. • RWE

Supply & Trading GmbH | S | SAACKE GmbH & Co. KG • SAL Heavy Lift GmbH • SANAVITA Pharmaceuticals GmbH • SAP

SE • Schaeffler Technologies AG & Co. KG • Schüler Alleyne Fumagalli Rechtsanwälte • Seba Dynatronic Mess- und Ortungstechnik

GmbH • Sellhorn Ingenieurgesellschaft mbH • SEON GmbH • SES Senior Experten Service • SGS Germany GmbH •

Sick AG • Siemens (Pty) Ltd South Africa • Siemens AG • Siemens Energy • Siemens Healthineers • ŠKODA AUTO • SMS group

GmbH • Société Générale S.A. • SCS Group • SOEX Textil-Vermarktungsgeselllschaft m.b.H. • South African Airways • Spacial

Solutions GmbH • Soventix GmbH • Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V. • Standard Advisory London

Limited • STEAG Energy Services GmbH • Stiftung Block • manager ohnegrenzen GmbH • Stoof International Holding GmbH

• STRABAG International GmbH • Südwestmetall - Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V. • SUNfarming

GmbH • Sunpower Africa Development Ltd • Suntrace GmbH • Sustainable Finance Risk Consulting GmbH • Swiss

Re Corporate Solutions • GmbH • Sysmex Europe GmbH | T | Tauber-Solar Holding GmbH • Technofood Requardt GmbH •

Theegarten-Pactec GmbH & Co Kg • TFE ENERGY • Tescon Sicherheitssysteme AG • Te So Ten Elsen GmbH & Co. KG •

THALES Wirtschaftsrecht • THB Transport- und Handelsberatungsges. mbH • The European House - Ambrosetti • The Xsabo

Group • Thode + Scobel GmbH & Co. • ThyssenKrupp AG • ThyssenKrupp Mannex GmbH • thyssenkrupp Materials Trading

GmbH • thyssenKrupp Plastics GmbH • thyssenkrupp Raw Materials • Tractebel Engineering GmbH • TRANSGERMA Riedl &

Kientopf GmbH • Trustworth-e • Turkish Airlines Inc. • TUTWA Germany • TÜV International GmbH • Tysilio Development SAS

| U | U. I. Lapp GmbH • Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG • Umdasch Group Ventures GmbH • UNIATLANTICO Shipping

GmbH & Co. KG • UniCredit Bank AG • Universal Business Center | V | VAMED Engineering Deutschland GmbH • VAOS Limited

• VDMA e.V. • Verband der Vereine Creditreform e.V. • Veridos GmbH • via AG • Vieira de Almeida e Associados, Sociedade

de Advogados, SP RL • voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs GmbH • Voith Hydro Holding GmbH & Co. KG •

Volkswagen AG • von Cramm & Co. (GmbH & Co.) KG • vonRoll hydro (deutschland) gmbh & co. kg • VULKAN Africa (Pty)

Ltd | W | W.A. Fritze GmbH & Co. KG • Walter Ritter GmbH & Co. KG • Wärtsilä Deutschland GmbH • Webber Wentzel Attorneys

• Weigert Campesino Research GmbH • White & Case LLP • Wendit GmbH • Western Union International Bank GmbH • Wiechers

& Helm GmbH & Co. KG • Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG Lebensmittelwerk • WILO SE • Windmöller & Hölscher KG •

Wintershall Dea GmbH • Wolf Trading GmbH • Wolfram Krause • Worlée Natur-Produkte GmbH • WUEKRO GmbH

| X | XPERTIM GmbH | Y | YYConnect Farms Ltd. | Z | Züfle GmbH • ZST Security Service Consulting and Technology GmbH

The underlined members have joined us since the last issue of the magazine.

_4/2021


60 ∙ AFRIKA-VEREIN ∙ AGENDA ∙

Veranstalt ungen / Events 2022

1 st – 2 nd June

15 th German-African Energy Forum

Hamburg · Germany

Contact: Khadi Camara

Phone: +49 30 20 60 719-56

Email: camara@afrikaverein.de

25 th – 27 th June

AV supports The Big 5 Construct Egypt,

in cooperation with WSM

Cairo · Egypt

Contact: Katarina Kunert

Phone: +49 30 20 60 719-33

Email: kunert@afrikaverein.de

June

AV supports African Construction Expo &

Totally Concrete by Big 5, in cooperation

with WSM

Johannesburg · South Africa

Contact: Wiebke Polomka

Phone: +49 30 20 60 719-48

Email: polomka@afrikaverein.de

17 th – 21 st January 2022

Business mission to the Republic

of the Congo and the Democratic

Republic of the Congo, in cooperation

with the City of Dresden

Brazzaville and Kinshasa

Contact: Tara Méité

Phone: +49 30 20 60 719-53

Email: meite@afrikaverein.de

January

8 th German-African Agribusiness Forum

(GAAF) in cooperation with the German

Agribusiness Alliance (GAA)

Berlin · Germany

Contact: Robin Sohnemann

Phone: +49 30 20 60 719-44

Email: sohnemann@afrikaverein.de

February

AV supports SITP, Salon International des

Travaux Publics

Algiers · Algeria

Contact: Katarina Kunert

Phone: +49 30 20 60 719-33

Email: kunert@afrikaverein.de

24 th February 2022

AV supports AHBS, Africa Health Business

Symposium: The role of the private sector

in advancing women’s health in Africa

Nairobi·Kenya

Contact: Asmau Nitardy

Phone: +49 30 20 60 719-43

Email: nitardy@afrikaverein.de

29 th – 31 st March

Business Mission to Senegal: “Dakar

Innovation Mission”

Dakar · Senegal

Contact: Tara Méité

Phone: +49 30 20 60 719-53

Email: meite@afrikaverein.de

tba

Business mission Mining and Raw Materials,

in cooperation with BMWi

Cote d’Ivoire and Guinea

Contact: Tara Méité

Phone: +49 30 20 60 719-53

Email: meite@afrikaverein.de

tba

Business mission to Ethiopia, Technical

and Vocational Education and Training,

in cooperation with BMWi

Addis Ababa · Ethiopia

Contact: Katarina Kunert

Phone: +49 30 20 60 719-33

Email: kunert@afrikaverein.de

Mehr Informationen zu den

einzelnen Veranstaltungen sowie eine

Übersicht mit sämtlichen aktuellen

Terminen finden Sie auf der

Internetseite des Afrika-Vereins unter

www.afrikaverein.de

You can find more information on the

individual trade fairs and events, as well

as an overview of all current and upcoming

activities, on the website of the German-

African Business Association, at

www.afrikaverein.de.

_4/2021


2022

Mediadaten für das Magazin,

– afrika wirtschaft

Alle Formate und Preise im Überblick:

Pos. Anzeigenformat Platzierung Laufzeit Preis

1 1/1 SEITE DIN A4, 4C, U2* ODER U3* INNENSEITE 4 AUSGABEN 16.000 €

2 1/1 SEITE DIN A4, 4C, U4* AUSSENSEITE 4 AUSGABEN 18.000 €

3 1/1 SEITE DIN A4, 4C, HOCHFORMAT INNENSEITE 4 AUSGABEN 6.500 €

4 1/1 SEITE DIN A5, 4C, QUERFORMAT INNENSEITE 4 AUSGABEN 4.000 €

5 1/1 SEITE DIN A4, 4C, U2* ODER U3* INNENSEITE 1 AUSGABE 5.000 €

6 1/1 SEITE DIN A4, 4C, U4* AUSSENSEITE 1 AUSGABE 5.000 €

7 1/1 SEITE DIN A4, 4C, HOCHFORMAT INNENSEITE 4 AUSGABEN 6.500 €

8 1/2 SEITE DIN A5, 4C, QUERFORMAT INNENSEITE 4 AUSGABEN 4.000 €

9 1/1 SEITE DIN A4, 4C, HOCHFORMAT INNENSEITE 1 AUSGABE 2.500 €

10 1/2 SEITE DIN A5, 4C, QUERFORMAT INNENSEITE 1 AUSGABE 1.500 €

*U2 - U4 (Umschlagseiten)

Weitere Informationen zu unseren Anzeigen-Angeboten finden Sie online unter

www.afrikaverein.de/journal/magazin. Hier können Sie unsere vollständigen Mediadaten

einsehen und herunterladen. Bei Fragen wenden Sie sich direkt an uns. Ihr Ansprechpartner:

Daniel El-Noshokaty | el-noshokaty@afrikaverein.de | +49 30 20 60 719-77


62 ∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ AUSSENANSICHT ∙

INTERVIEW

„Grüner Wasserstoff könnte

zu einem ‚game changer‘ für

Namibia werden“

James Mnyupe, Wirtschaftsberater des namibischen Präsidenten Hage Geingob,

im Gepräch mit dem Afrika-Verein

©James Mnyupe

Um klimaneutral zu werden, braucht Deutschland grünen

Wasserstoff in großen Mengen, Namibia soll dabei eine

bedeutende Rolle zukommen. Im August haben Deutschland

und Namibia eine Wasserstoffpartnerschaft unterzeichnet.

Was erhoffen Sie sich von der Kooperation?

Das Abkommen soll die Zusammenarbeit in den Bereichen

grüner Wasserstoff, Strom aus erneuerbaren Energien und die

damit verbundene Infrastrukturentwicklung fördern. Deutschland

und Namibia werden Informationen über ihre jeweilige

Politik im Bereich der erneuerbaren Energien, ihre institutionellen

Regelungen und ihren Regulierungsrahmen austauschen.

Auf diese Art möchten die beiden Länder strategische

und technische Partnerschaften zwischen den

nationalen Wasserstoffinstitutionen, den Energieregulierungsbehörden

und den nationalen

Stromversorgern fördern.

Bisher mit Elektrizität eher unterversorgte

afrikanische Länder sollen mit grünem

Wasserstoff die globale Energiewende

vorantreiben – für wie wahrscheinlich halten

Sie dieses Szenario?

Die für diese erste Ausschreibung zur Verfügung stehende

Fläche beträgt etwa 5.700 Quadratkilometer, von denen mehr

als 80 Prozent für eine künftige Nutzung zur Verfügung stehen.

Betrachtet man die Zahlen eines der Projekte, die in dem zur

Erschließung angebotenen Gebiet in Betracht gezogen werden,

so haben die Entwickler geschätzt, dass ihr geplantes

Projekt in den vier Jahren der Bauphase 32.352 direkte Vollzeitarbeitsplätze

schaffen wird, wobei diese Arbeiter in diesem

Zeitraum schätzungsweise 3,466 Milliarden Namibia-Dollar

erhalten werden. Die Investitionskosten während der Bauphase

werden sich auf über 20 Milliarden Namibia-Dollar belaufen, die

im Land ausgegeben werden. In den Betriebsjahren werden

schätzungsweise 1,261 Milliarden Nambia-Dollar für Waren

und Dienstleistungen in Namibia ausgegeben,

wobei durch den Betrieb direkt über 1.400 Arbeitsplätze

geschaffen werden.

Die hohe Schätzung des potenziellen wirtschaftlichen

Nutzens verdeutlicht die Möglichkeit,

dass das Projekt zu einem ‚game changer‘

werden und als ‚transformative Industrie‘ fungieren

kann, wie es im Plan des Präsidenten

zur wirtschaftlichen Erholung heißt.

Namibia verfügt über ein Weltklasse-Potenzial

an Sonnen- und Windenergie. Die

nachhaltige Erschließung dieses Potenzials ist kein einfaches

Unterfangen, da man sich Gedanken über die Schwankungen

der erneuerbaren Energien, die Stabilität des Netzes und über

die Grundversorgung machen muss. Namibia ist sich dessen

bewusst und wir haben beschlossen, zwei Dinge zu tun: Partnerschaften

aufbauen mit Ländern, die ähnliche Bestrebungen

haben wie Deutschland und das Einbringen von Kapital und

Fachwissen aus dem privaten Sektor, der in Namibia investieren

wird, um die erforderliche Infrastruktur aufzubauen.

Experten schätzen die Produktion von grünem Wasserstoff

habe das Potenzial, Namibias BIP zu verdoppeln. Stimmen

Sie dieser Einschätzung zu?

Im November will die namibische Regie -

rung auf einer Konferenz einen Aktionsplan

zur Lancierung einer namibischen Wasserstoffindustrie

ausrichten. Können Sie schon verraten, was dort

konkret besprochen werden soll?

Namibia hat am 3. August 2021 eine weltweite Ausschreibung

für den Bau von grünen Wasserstoffanlagen in Namibia

gestartet. Am 16. September erhielt die Regierung neun Vorschläge

von sechs verschiedenen Entwicklern aus aller Welt.

Diese Vorschläge wurden nun bewertet und am 3. November,

während der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow, wird

die namibische Regierung das Ergebnis dieser Bewertung

bekannt geben.

_4/2021


∙ AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ SPECIAL GUEST INTERVIEW ∙

63

INTERVIEW

“Green hydrogen could become a

game changer for Namibia”

© Fabian Hammerl

Interview with James Mnyupe, Economic Advisor to Namibian President Hage Geingob

To reach climate-neutrality, Germany will need large

quantities of green hydrogen in the future, and Namibia is to

play a significant role in this. In August, both countries signed

a hydrogen partnership. What do you hope for from this

cooperation?

The agreement looks to promote cooperation in the fields

of green hydrogen and its associated derivatives, renewable

electricity, and related infrastructure development. Germany

and Namibia will look to exchange information regarding their respective

renewable energy policies, institutional arrangements,

and regulatory frameworks where possible. In doing so, the two

nations wish to enhance strategic and technical partnerships

between the two countries’ national hydrogen institutions, energy

regulatory authorities, and national power utilities.

African countries that have so far been rather undersupplied

with electricity are supposed to drive the global energy

transition with green hydrogen – how likely do you think this

scenario is?

Namibia is endowed with world-class solar and wind energy

potential. Sustainably tapping into that renewable energy

potential is not a very straightforward exercise, as one has to

think hard about the intermittency of the renewable energy,

the stability of the grid, and even base load considerations.

Namibia realises this, and we have resolved to do two things;

partnering with nations like Germany that have similar hopes and

aspirations, and bringing in private sector capital and expertise

that will invest in Namibia to build the requisite infrastructure.

Experts estimate that the production of green hydrogen has

the potential to double Namibia's GDP. Do you agree?

The land area being availed for this first request for proposals

is about 5,700 square kilometres, leaving over 80 percent of the

land available for future development. Looking at the numbers

of one of the projects under consideration in the area offered

for development, the developers have estimated that their

envisioned project will create 32,352 direct full time jobs over

the four years of construction, with those workers estimated to

receive 3.466 billion Namibian dollars over that period. CAPEX

during construction will top 20 billion Namibian dollars spent

in Namibia. During the years of operation, an estimated 1.261

billion Namibian dollars will be spent on goods and services

in Namibia, with the operations directly supporting just over

1,400 jobs.

The high-level estimate of the potential economic benefits

clearly illustrates the possibility of the project to become a game

changer and act as a transformative industry, as outlined in the

President’s economic recovery plan.

Next month, the Namibian government plans to host a

conference to launch an action plan for starting a Namibian

hydrogen industry. Can you reveal yet what will be

discussed there in concrete terms?

On 3 August 2021, Namibia launched a global request for

proposals to build green hydrogen plants in Namibia. On 16 September

2021, the government received nine proposals from six

different developers from around the world. These proposals

have now been evaluated and on 3 November 2021, during

COP26 in Glasgow, the Namibian government will announce

the outcome of that evaluation.

_4/2021


64

AFRIKA WIRTSCHAFT ∙ VORSCHAU ∙ PREVIEW ∙

Vorschau auf Heft 1 /2022

Schwerpunkt: Finanzierung

01-02 JUN

2022

REGISTRATION

OPEN

15 th

GERMAN-AFRICAN

ENERGY FORUM

www.energyafrica.de

Hamburg ∙ Germany

Finanzierung und Absicherung spielen beim Schritt auf neue afrikanische

Märkte eine bedeutende Rolle. Unternehmerisches Engagement deutscher

Betriebe auf dem afrikanischen Kontinent ist politisch durchaus erwünscht

und mitunter äußerst attraktiv, kann jedoch auch mit Risiken verbunden

sein, die durch die staatliche Außenwirtschaftsförderung abgefedert werden

sollen. Wie gut das gelingt, wie Sie Ihr Afrikageschäft absichern können,

welche Finanzierungsmöglichkeiten und staatlichen Instrumente es für

deutsche und afrikanische Unternehmer gibt und was die afrikapolitischen

Schwerpunkte der nächsten Bundesregierung sein sollten, lesen

Sie in der nächsten , die im Frühjahr 2022 erscheint.

Sind Sie an einer Anzeige oder einem Gastbeitrag interessiert?

Dann melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns.

Ihr Ansprechpartner:

Daniel El-Noshokaty

Tel.: +49 30 20 60 719-77

E-Mail: el-noshokaty@afrikaverein.de

Preview of Issue 1 /2022

Featured Topic: Financing

Financing and risk coverage play important roles when it comes to

entering new African markets. There is certainly political will for German

companies to step up their engagement on the African continent, and African

markets can often be very appealing. Nevertheless, this engagement

can come with risks that should be mitigated by state foreign trade promotion.

You can read about how well this works, how you can cover your

African business, what financing options and government instruments are

available for German and African entrepreneurs, and where the next

German government should place its Africa policy priorities in the

next , which will be published in spring 2022.

Are you interested in advertising with us or contributing

a guest article? If so, please contact us.

Your contact at the German-African Business Association:

Daniel El-Noshokaty

Phone: +49 30 20 60 719-77

Email: el-noshokaty@afrikaverein.de

_4/2021


Wir begleiten

Ihren Wandel zu mehr

Nachhaltigkeit.

Von der ersten Beratung bis zur kompletten Umsetzung:

Gemeinsam treiben wir Ihre nachhaltige Transformation voran.

commerzbank.com/nachhaltigkeit

Die Bank an Ihrer Seite


Speeding up the Customer Experience.

Advancing Corporate Insurance Together.

Speed. Simplicity. Service. Not your typical description of a commercial insurer. But Swiss Re Corporate Solutions

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not limited to insurance, reinsurance, derivatives, and swaps. Availability of products varies by jurisdiction. This communication is not intended as a solicitation to purchase (re)insurance

or non-insurance products. © Swiss Re 2021. All rights reserved.

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