SOZIALE VERANTWORTUNG

Mediaplanet.Deutschland

EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

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SOZIALE

VERANTWORTUNG

NICHT

VERPASSEN:

Helden des Alltags

Seite 3

Inklusion betrifft uns alle

Seite 10

„Jede Aktion hat

Auswirkungen!“

Die Bandmitglieder von ITCHY sprechen

im Interview über ihren Einsatz für mehr

Umweltschutz und soziales Engagement.

Vom Hundewelpen zum

Lebensretter

Seite 14-15

Sozialverband Deutschland

Mit dir. Für alle.

Gegen soziale Kälte.

www.soziale-kaelte.de

#gegensozialekaelte

• Wir wirken an einer sozialeren

Politik und einer sozialeren

Gesetzgebung mit.

• Wir setzen uns dafür ein,

soziale Missstände in der

Gesellschaft aufzuheben.

• Wir wirken durch unsere

Gemeinschaft gegen

Vereinsamung.

• Wir beraten und vertreten

unsere Mitglieder in allen

Bereichen des Sozialrechts.

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werden!


2

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IN DIESER AUSGABE

20

Engagierte Organisationen

stellen sich vor

Soziale Verantwortung

beginnt bei jedem

einzelnen von uns.

23

Testamentsspenden –

Gutes tun über den Tod hinaus

Business Development Manager: Sarra Gläsing

(sarra.glasing@mediaplanet.com), Geschäftsführung:

Richard Båge (CEO), Philipp Colaço (Managing Director),

Franziska Manske (Head of Editorial & Production),

Henriette Schröder (Sales Director) Designer: Ute Knuppe

Mediaplanet-Kontakt: redaktion.de@mediaplanet.com

Coverbild: Diana Mühlberger

Alle mit gekennzeichneten Artikel sind keine

neutrale Redaktion der Mediaplanet-Redaktion.

facebook.com/MediaplanetStories

@Mediaplanet_germany

Sarra Gläsing

Business Development

Manager,

verantwortlich für

den Inhalt dieser

Ausgabe

A

uch 2021 war wieder voller

Schwierigkeiten geprägt: einem

erneuten Corona-Lockdown,

dem Extremwetterchaos, der

Flutkatastrophe im Westen Deutschlands,

dem Afghanistan-Desaster und

den Bundestagswahlen. So herausfordernd

diese Ereignisse auch waren, sie

haben uns gezeigt, dass gemeinschaftliches

Miteinander, Solidarität und Nächstenliebe

Großes bewirken können.

Überall leisten ehrenamtliche Helfer

mit Herz unerlässliche Arbeit zu unserem

Wohle und das ihrer Mitmenschen,

und man kann bedenkenlos sagen, dass

unsere Gesellschaft eine andere wäre

ohne das Ehrenamt. Es war erstaunlich

wie viele Kräfte vereint im Einsatz waren,

um den vielen Flutopfern zur Seite zu

stehen. Sei es durch Spenden, durch körperliches

Anpacken oder auch durch die

viele emotionale Unterstützung.

Diese freiwillige Arbeit und das

Engagement sind unverzichtbar, denn

99 Prozent des Bevölkerungsschutzes in

Deutschland basieren auf ehrenamtlichen

Kräften. Wir brauchen sie jetzt und

in Zukunft – nicht zuletzt aufgrund der

Herausforderungen wie den jüngsten

Ereignissen.

Ich freue mich daher auch in diesem

Jahr wieder diese Ausgabe, in Zusammenarbeit

mit vielen großartigen Organisationen,

zu veröffentlichen, welche

die Möglichkeit nutzen, Ihnen, liebe

Leser:innen, ihre zahlreichen Projekte

vorzustellen.

Pünktlich zum Internationalen Tag der

Menschen mit Behinderungen und dem

Tag des Ehrenamts, möchten wir eine

Plattform für all die Helden des Alltags

schaffen und ihren Einsatz in den Vordergrund

rücken. Gemeinsam möchten

wir zeigen, dass Engagement und Hilfe

nachhaltig wirken.

Jeder kann helfen, egal wie. Denn

soziale Verantwortung beginnt bei jedem

einzelnen von uns!

Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch

in diesem Jahr wieder an Sie appelliere,

aber vor allem heißt soziale Verantwortung

jetzt immer noch: Abstand wahren,

auf Hygiene achten und eine Alltagsmaske

tragen, sodass Sie und Ihre Mitmenschen

weiterhin gesund durch diese Zeit

kommen und wir unser Krankenhausund

Pflegepersonal hoffentlich bald entlasten

können. Unermüdlich sind sie seit

nun zwei Jahren Tag und Nacht für uns

im Einsatz und helfen uns durch diese

Pandemie – Danke.

Ich hoffe sehr, dass Sie Spaß beim

Lesen der Ausgabe haben und inspiriert

werden, sich über soziale oder nachhaltige

Projekte zu informieren, vielleicht

selbst aktiv zu werden, eine ehrenamtliche

Tätigkeit zu finden oder in diesem

Jahr vielleicht lieber an bedürftige Spenden,

anstatt zu Schenken.

Aber vor allem hoffe ich, dass Sie

gesund und munter durch die Weihnachtszeit

kommen und eine schöne

Zeit mit Ihren Liebsten verbringen

können.

Please recycle

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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem SOS-KINDERDORF E. V. entstanden.

Der Traktor von

Dorfmeister Frank

Olliger ist für die

Kinder im SOS-

Kinderdorf Saar

eine Attraktion.

SCHENKEN –

MIT SINN UND HERZ

Nicht alle Kinder haben das Glück,

unbeschwert aufzuwachsen. Zu viele

Kinder in Deutschland und der Welt leben

in Notsituationen. Geben Sie Ihr Glück

weiter – schenken Sie jungen Menschen

eine Zukunft und zaubern Sie Kindern

ein Lächeln ins Gesicht. Auch Familien

in Krisensituationen können Sie helfen:

mit einer Geschenkspende oder einer

Geschenkpatenschaft von SOS-Kinderdorf.

So schenken Sie doppelt Glück –

dem Beschenkten und Kindern in Not.

In nur drei Schritten halten Sie Ihre

Geschenkspende in den Händen:

Ein Dorfmeister

für alle Fälle

Frank Olliger hat stets ein offenes Ohr: für all die großen und kleinen Anliegen

der Dorfbewohner im SOS-Kinderdorf Saar. Als Dorfmeister ist er überall

zur Stelle, wo es hakt. Neben den normalen Hausmeistertätigkeiten fährt

er die Kinder zu Terminen wie Logotherapie oder Schwimmtraining und

greift seinen Kollegen bei Veranstaltungen im Dorf unter die Arme. Als stiller

Held im Alltag bringt er viele Kinderaugen zum Strahlen.

Text SOS-Kinderdorf e. V.

FOTO: SOS-KINDERDORF E. V. / FOTO: DIRK ALTJOHANN

1. Spendenformular ausfüllen,

2. Geschenkurkunde personalisieren

und ausdrucken,

3. Glück überreichen.

Wir danken Ihnen von ganzem

Herzen für Ihre Unterstützung!

Familien in schwierigen Lebenslagen.

Kinder, deren leibliche Eltern sich aus

verschiedenen Gründen nicht um sie

kümmern können, wachsen in den Kinderdorffamilien

und Wohngruppen in einem

familiären Umfeld auf. Die Pädagogen vor

Ort begleiten Familien: sei es durch eine

Unterstützung im Alltag dank der ambulanten

Hilfen, vielfältige offene Hilfen

für Familien und Senioren in Familienzentren

oder Mehrgenerationenhäusern

oder durch Bildungsangebote, die Kinder

und Jugendliche gezielt fördern. Ebenso

gehören zum SOS-Kinderdorf die Dorfgemeinschaften

für Menschen mit geistigen

und seelischen Beeinträchtigungen.

All diese Hilfe wäre ohne Spenden

nicht möglich. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit

fragen sich viele Menschen,

wie sie etwas Gutes tun können. Mit

einer Geschenkspende oder Geschenkpatenschaft

können Interessierte

gleich mehrere Vorhaben vereinen: Der

Geschenkstress wird vermieden, ein

sinnhaftes Geschenk liegt unter dem

Tannenbaum und die Hilfe für Kinder

und Jugendliche ist nachhaltig. Durch

das Engagement jedes Einzelnen hilft

SOS-Kinderdorf Kindern und Jugendlichen

weltweit. Allein in Deutschland

erreichen wir rund 109.500 Menschen in

erschwerten Lebenslagen pro Jahr.

Wenn der gelernte Elektromechaniker

an die Umstellung

von seinem früheren

Produktionsbetrieb zu

SOS-Kinderdorf zurückdenkt, muss er

schmunzeln. „Hier ticken die Uhren

anders, es dreht sich eben alles um die

Kinder.“ Den Wechsel habe er keine

Sekunde bereut. Die Dorfmeisterei selbst

sieht er als Berufung, die über einen

Achtstundenjob hinausgeht. Auch ohne

pädagogische Tätigkeit baut Olliger eine

Beziehung zu den Kindern auf. Sind

viele am Anfang noch zurückhaltend,

werden sie immer aufgeschlossener und

wollen ihm beim Apfelkeltern für das

Apfelfest oder beim Blätterkehren helfen.

Dem 50-Jährigen, der seit zehn Jahren

als Dorfmeister tätig ist, macht es vor

allem Freude zu sehen, wie die jungen

Menschen ihren Weg finden. „Und es ist

eine Wahnsinnssache, was die Kinderdorfmütter,

Betreuer und Erzieher alles

leisten. Wie viel Mühe und Liebe sie in

die jungen Menschen stecken“, erzählt

der fröhliche Saarländer weiter.

Olligers Alltag im Dorf sieht jeden Tag

etwas anders aus. Er repariert, streicht,

räumt Möbel um oder mäht den Rasen

– immer unterstützt von zwei bis drei

Bundesfreiwilligendienstlern. Auch hilft

das kleine Team bei den regelmäßigen

Veranstaltungen im Dorf: vom Apfelfest

über Sankt-Martins-Feiern bis hin zu

Weihnachts- und Nikolausfestlichkeiten.

Mit den Kindern kommt er dabei immer

wieder in Kontakt, sei es bei seinen zahlreichen

Fahrten zu Terminen der Kinder

oder wenn er sie auf dem Traktor eine

kleine Runde durchs Dorf mitnimmt.

Berührende und lustige Zwischenfälle

Die Arbeit sei allerdings auch emotional

eine Herausforderung, so der Mitarbeiter.

Viele Erfahrungen nehme er

mit nach Hause. Jedes Kind hat seine

eigene Geschichte, mit der es zu SOS-

Kinderdorf kommt. Das sei für Olliger

manchmal auch belastend. Da fällt ihm

beispielsweise die Geschichte eines

Mädchens ein, das mit vier Jahren ins

Kinderdorf kam. Als er das Kind auf

einer Parkbank habe sitzen sehen, gab

er ihr ein Biene-Maja-Bilderbuch. „Doch

was dann geschah, hat mich geschockt:

Sie hat versucht, die Seite größer zu

machen, wie am Handy oder Tablet, weil

sie offensichtlich keine Bücher kannte.“

Dieser Fall hat ihn sehr berührt. Bald

schon konnte er die positive Entwicklung

des Mädchens miterleben, wie

es in der Matschanlage spielte, die

Es ist eine Wahnsinnssache,

was die Kinderdorfmütter,

Betreuer und Erzieher

alles leisten. Wie viel Mühe

und Liebe sie in die jungen

Menschen stecken.

Kletterspinne und irgendwann auch die

Kreativräume für sich entdeckte. Doch

auch lustige Geschichten erlebt der

Dorfmeister in seiner täglichen Arbeit.

Als Bundesfreiwillige unterstützte eine

Zeit lang eine fröhliche junge Frau mit

lockigen Haaren das Dorf. Ein kleiner

Junge himmelte sie an, traute sich aber

nicht, ihr seine Zuneigung zu gestehen.

„Also bat er mich um Hilfe, und so wurde

ich auch noch zum Liebesbriefüberbringer“,

erinnert er sich. Olliger fügt

lachend hinzu: „Ein Dorfmeister ist eben

doch das Mädchen für alles.“

Hilfe für benachteiligte Kinder

Seit über 60 Jahren unterstützt SOS-Kinderdorf

Kinder, junge Menschen und ihre

Starker Zusammenhalt

Gemeinsam etwas erreichen – das

wird in den SOS-Kinderdörfern auch

so gelebt. Der große Zusammenhalt

im Dorf gefällt auch dem Dorfmeister

an seiner Arbeit besonders gut. Dieses

Gemeinschaftsgefühl kannte er bisher in

dieser Form nicht. „Ich erlebe hier eine

große Wertschätzung untereinander. Vor

Kurzem bin ich 50 Jahre alt geworden.

Als Glückwünsche gab es nicht einfach

gekaufte Karten, sondern meine Kollegen

und die Kinder haben sie selbst gebastelt

und Gedichte geschrieben.“ Auch die

Kinder untereinander seien sehr unterstützend

miteinander. Fällt ein Kind vom

Rad, kommen die anderen angerannt

und helfen wie selbstverständlich.

Neben seiner Arbeit gefällt ihm

besonders der Umgang mit den Kindern

und Jugendlichen. Die Dorfmeisterei mit

ihren ganzen Werkzeugen und Geräten

ist für sie immer ein Abenteuer. „Wenn

sie auf dem Trecker mitfahren dürfen

oder die handwerklich Interessierten in

der Dorfmeisterei mit mir hämmern und

schrauben, dann strahlen ihre Augen

– und das ganz ohne Spielekonsole.“ Den

Wechsel zu SOS-Kinderdorf habe Olliger

keine Sekunde bereut: „Mein Vorgänger

war 23 Jahre hier, und diese Zahl plane

auch ich vollzumachen.“


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1 Milliarde ist die Anzahl der Menschen, die weltweit mit Behinderungen

leben. Ungesehen, ausgeschlossen und benachteiligt!

Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen (3.12.) weist

die Christoffel-Blindenmission (CBM) auf einen erschütternden

Fakt hin: Es gibt weltweit so viele Menschen mit Behinderungen,

aber oft werden sie übersehen und vergessen. Die Botschaft der

Organisation: „Wir sind 1 Milliarde. Wir sind da, auch wenn Du uns

nicht siehst. Schau hin!“. Denn nach wie vor sind Menschen mit

Behinderungen oft unsichtbar.

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Menschen systematisch

benachteiligt

“Schau hin!”, fordert die CBM

Ein Geschenk: Sehen und

gesehen werden

Jugendliche freut sich wieder zu lernen

Um auf die Probleme von Menschen mit Behinderungen aufmerksam

zu machen, haben die Vereinten Nationen den heutigen Tag ihnen

gewidmet. Weltweit leben mehr als 1 Milliarde Menschen mit Behinderungen.

Das sind 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Und doch

werden sie übersehen. Sie sind unsichtbar – mit fatalen Folgen für ihr

gesamtes Leben. Da werden Schulen gebaut und Universitäten, und

so viele Schülerinnen und Studenten profitieren nicht davon, weil

sie schon bei der Planung nicht mitgedacht wurden. Dann versperren

Treppen den Weg, die Materialien können nicht in Brailleschrift gelesen

werden und die Lehrkräfte sind weder in Gebärdensprache ausgebildet

noch darin, inklusiv zu unterrichten. Menschen mit Behinderungen

können oft auch nicht zum Arzt für notwendige medizinische

Behandlungen, weil sie arm sind und kein Geld dafür haben,

oder weil die Gesundheitsstation nicht barrierefrei ist. Es werden

politische Papiere geschrieben und Projekte geplant, und wenn sie

umgesetzt werden, ist ein großer Teil der Menschheit doch nicht

berücksichtigt, und schon gar nicht von Beginn an eingebunden.

Das ist fatal für den Einzelnen. Global betrachtet ist es menschenverachtend

und teuer. Denn die gesamte Gesellschaft leidet, wenn so

viele ausgeschlossen werden. Das zeigt ein Beispiel aus Bangladesch:

Nach Schätzungen der Weltbank von 2008 führt der Ausschluss der

Betroffenen vom Arbeitsmarkt zu einem jährlichen Gesamtverlust

von 891 Millionen US-Dollar. Wenn dadurch Familienangehörige,

die Menschen mit Behinderungen betreuen, nicht arbeiten gehen

können, bedeutet das jährlich 234 Millionen weitere Verluste für das

Land. Das entspricht mehr als 1 Milliarde US-Dollar im Jahr.

Deutschland muss mehr Entwicklungsprogramme schaffen für die

Menschen, die besonders benachteiligt sind – allen voran für Menschen

mit Behinderungen. Sie benötigen extra Hilfe, um überhaupt

ins Blickfeld aller zu kommen. Aktuell gibt es in Deutschland keine

speziellen Budgets in der Entwicklungszusammenarbeit für Inklusion

– alles kommt aus einem Topf. Gerade einmal sechs Prozent

der staatlichen Projekte berücksichtigen nachweislich Menschen mit

Behinderungen. 15 Prozent fordert die Christoffel-Blindenmission

dagegen. Das wäre gerecht. Dann nämlich entspricht der Anteil dem,

den auch Menschen mit Behinderungen an der Weltbevölkerung

ausmachen. Die Budgeterhöhung ist nötig, damit es Ländern wie

Bangladesch wirtschaftlich besser geht. Und vor allem kann ein

entsprechendes Budget für mehr Menschlichkeit sorgen.

Doch auch jeder einzelne kann etwas tun: Es fängt mit dem Wahrnehmen

an. Nur wer hinschaut und Menschen mit Behinderungen

mit ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen sieht, wird etwas verändern.

Nancy ist 15 Jahre alt und sie besucht die 5. Klasse. „Ich war einmal

die Zweitbeste in meiner Klasse“, erzählt die Jugendliche aus Uganda

schüchtern. Aber seit sie immer mehr wie durch Nebel sieht, hat sich

das verändert. Nancy hat eine Sehbehinderung, eine die behandelt

werden kann. Grauer Star trübt ihre Sicht. Das Mädchen, das einst

in der Schuler durch ihre Leistungen hervorstach, wird immer mehr

unsichtbar. Ihr geht es wie vielen. Weltweit leben mehr als

1 Milliarde Menschen mit Behinderungen. Etliche davon fühlen sich

ungesehen. Denn ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten werden nicht

wahrgenommen. Nur manchmal bekommt Nancy die Aufmerksamkeit

der Klasse, dann nämlich, wenn die anderen Kinder und Jugendlichen

sie auslachen. Auf dem Weg zur Frau schämt sie sich für den “weißen

Fleck” im rechten Auge. “Ich fühle mich hässlich”, gesteht sie.

Benachteiligt sind die Menschen in der Region alle, denn das nächste

Krankenhaus ist weit weg. Wer sich die Busfahrt nicht leisten kann,

hat keine Chance auf Behandlung. Nur

wenn ein Augenkrankenhaus wie Mengo,

ein Projektpartner der Christoffel-Blindenmission

(CBM), zu den Menschen in

die abgelegene Region fährt, bekommen

sie Hilfe. Dafür hat Mengo einen umgebauten

Lastwagen. In dieser Praxis auf

vier Rädern sind die wichtigsten medizinischen

Instrumente verstaut, um die

Menschen zu untersuchen und kleinere

Behandlungen vor Ort durchzuführen.

Und so ist bei Nancy schnell die Ursache für ihre Sehbehinderung

diagnostiziert. Sie und ihre Mutter sind froh zu hören, dass eine Operation

helfen kann. Vor allem sind sie erleichtert, dass Mengo sie kostenlos

behandeln wird und sogar den Transport in die Klinik übernimmt.

“Es ist furchtbar, zusehen zu müssen, wie das eigene Kind immer

weniger sehen kann“, sagt die Kleinbäuerin. „Wir haben im Radio

gehört, dass die Augenleute in unseren Distrikt kommen“, erklärt sie.

Das war ihre Chance.

Nancy wird im Mengo-Augenkrankenhaus in Kampala operiert und

kann wieder sehen. Für sie ist es das beste Geschenk. Jetzt kann sie

wieder richtig lernen, wird wahrgenommen werden wie alle Klassenkameradinnen

und -kameraden. Und sie hat genaue Vorstellungen von

dem, was sie mit ihrem Leben anfangen will. „Später würde ich gerne

Hebamme werden.” Jetzt hat sie die reale Chance, das Versäumte in

der Schule aufzuholen und später einmal die medizinische Infrastruktur

in Uganda als Hebamme zu verbessern.

Foto CBM

Das beste Weihnachtsgeschenk

Ein selbstständiges Leben führen. Alleine einkaufen gehen. Das Enkelkind wiedersehen.

Solche Erfahrungen und Momente erscheinen unbezahlbar. Doch Augenlicht ist bezahlbar:

In den von der CBM geförderten Projekten in Entwicklungsländern kostet eine

Operation am Grauen Star im Schnitt nur 30 Euro. Wer dieses Weihnachten ein ganz

besonderes Geschenk machen will, schenkt einem armen Menschen das Sehen und

spendet eine Augen-OP.

Mehr Informationen unter www.cbm.de/BestesGeschenk

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE46 3702 0500 0000 0020 20 · BIC: BFSWDE33XXX


6

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Es sah aus wie

ein Tsunami

Text Paul Howe

Ralf Heyme suchte Schutz in

seiner Wohnung, als die heftigen

Regenfälle die mit Weinreben

bewachsenen Hänge von

Ahrweiler hinabstürzten. Er und seine

Frau beobachteten, wie sich das Wasser

der Ahr hinter ihrem Haus immer mehr

anstaute und allmählich über die Ufer

trat. Innerhalb weniger Stunden überschwemmte

das Wasser die Stadt und

überflutete das Gebäude, in dem Ralfs

Wohnung im zweiten Stock liegt, mehr als

zwei Meter hoch.

„Im allerersten Moment fühlte ich mich

sehr hilflos, weil ich nichts tun konnte“,

erzählt Ralf uns, während er die Schäden

betrachtet, die die Überschwemmung mit

sich gebracht hat. „Das ist meine Stadt.

Ich bin schockiert und traurig zugleich

über die Zerstörung, die dieses Unwetter

hier angerichtet hat.“

Tausende ehrenamtliche Helfer waren

vor Ort, um den Betroffenen im Ahrtal bei

der Beseitigung von Schlamm und Trümmern

und der Bergung von persönlichen

Gegenständen zu helfen. Dabei zögerten

sie auch nie, persönliche Worte der Ermutigung

und des Trostes zu hinterlassen,

was für so viele eine starke Stütze in Zeiten

der puren Verzweiflung war.

Ehrenamtliche Helfer haben Ralfs

Keller und die Garage von Wasser und

Schlamm befreit und ihn daran erinnert,

dass er nicht alleine ist.

„Wenn wir keine Hilfe von anderen bekämen,

würden wir wahrscheinlich jetzt

deprimiert in unserer Wohnung sitzen“,

sagt Ralf. „Man kann das hier alles nicht

mit der Arbeitskraft von zwei Leuten

machen – das geht nur mit der Hilfe von

anderen.“

Für Ralf war die Hilfe, die er erhielt, mehr

als nur körperliche Unterstützung – sich

jemandem zu öffnen und seine emotionale

Last zu teilen, war auch eine Befreiung.

Und der Anfang eines neuen Glaubens.

„Im Laufe der Jahre habe ich meinen

Glauben an Gott verloren“, erzählt Ralf.

„Aber jetzt, wo ich das alles sehe, kommt

mein Glaube langsam zurück.“

Gemeinsam ist man stärker

Die kopfsteingepflasterten Straßen von

Ahrweiler sind auch für Katharina Dietenhofer

mit jahrelangen Erinnerungen

gefüllt. Sie ist in der Stadt aufgewachsen

und wohnt heute gegenüber dem Haus

ihrer Kindheit und wird so immer wieder

an die Freude und Liebe erinnert, die dort

herrschten.

„Ich bin in dieser schönen Stadt aufgewachsen

und was mir immer aufgefallen

ist, war die starke Gemeinschaft, die wir

hier haben. In der Vergangenheit haben

wir uns immer gegenseitig unterstützt“,

erzählt Katharina.

Und in der vergangenen Woche mehr

denn je. Die Flut hat physische Narben

hinterlassen – durchnässte Wände, zerstörte

Einrichtungen und mit Schlamm

gefüllte Keller und Wohnräume. Doch die

emotionale Ermutigung für die Stadtbewohner

trägt dazu bei, dass diese Narben

langsam heilen können.

„Es gibt kein einziges Wort, das beschreiben

könnte, was wir hier erleben“,

sagt Katharina. „Die Stadt ist entmutigt,

aber was ich hier erlebe ist starke

Gemeinschaft und Offenheit eines jeden

Einzelnen. Wir wachsen zusammen und

das erwärmt mein Herz.“

Die Freiwilligen vor Ort trugen zu diesem

Gemeinschaftsgefühl bei, als sie Katharina

halfen, den mit Wasser verschmutzten Putz

und die restlichen Zentimeter Schlamm

aus ihrem Haus zu entfernen. Mehr noch,

sie hörten ihr zu, als sie von ihren Erfahrungen

mit der Flut erzählte und leisteten ihr

liebevolle Unterstützung in ihrer Not. „Wir

sind sehr dankbar für alles, was wir

bekommen, für all diese helfenden Hände“,

sagt Katharina.

FOTOS: DAVID JÄGER


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Die Flut hat

ihnen alles

genommen –

außer der

Hoffnung

Die historische Flut im Westen Deutschlands zerstörte

nicht nur Häuser, sondern auch Existenzen und

Lebensträume. Die Advents- und Weihnachtszeit wird

für viele eine besondere Herausforderung werden.

Text Tobias-Benjamin Ottmar

Am vergangenen Weihnachtsfest konnte Familie Bergmann noch nicht ahnen, dass ihr Zuhause

durch die Flut zerstört werden würde.

FOTO: PRIVAT

Als der kleine Bach in der Nähe

sich zu einem rauschenden

Strom entwickelte und große

Verwüstungen anrichtete,

hatten die Bergmanns Glück im Unglück:

Gemeinsam mit ihren zwei Kleinkindern

waren sie gerade im Urlaub an der Mosel.

Das Trauma des Flutgeschehens in ihrem

Heimatort Heimerzheim blieb Kindern

und Eltern erspart – doch nicht die verheerende

Zerstörung. „Das Wasser stand

1,80 Meter in unserem Erdgeschoss“, erinnert

sich Julia Bergmann. Eine Elementarversicherung

hat das junge Paar nicht.

Doch dank vieler freiwilliger Helfer sieht

ihr Heim knapp fünf Monate später fast

schon wieder bewohnbar aus: Freunde

und Fremde aus ganz Deutschland halfen

beim Entkernen, ein Sanitärunternehmen

installierte ehrenamtlich eine neue Heizung

und der neue Estrich ist auch bereits

gegossen. „Wir sind so dankbar für die

Hilfe, die wir bis hierher erfahren haben.“

Einige Kilometer südlich von Bergmanns

Zuhause – in einer Freikirche in

Rheinbach – befindet sich die Einsatzzentrale,

von der aus mehrere christliche

Hilfsorganisationen ihre Hilfseinsätze

gemeinsam koordinieren. Seit Mitte Juli

konnten über 9.000 Freiwillige an rund

1.400 Einsatzorten helfen. Allein im

Ahrtal haben Schätzungen zufolge 17.000

Personen alles verloren. Doch auch in der

Heimatregion von Familie Bergmann

sind die Freiwilligen aktiv: Das Paar

bekommt Unterstützung bei der Suche

nach Handwerkern, einem Baugutachter

und bei der Antragstellung für die

staatlichen Wiederaufbaugelder. Neben

der praktischen Hilfe geht es aber auch

darum, Hoffnung zu vermitteln. „Wir

sind für die Menschen da, nicht für den

Dreck“, fasst Alexander Becker das

Anliegen zusammen. In den vergangenen

vier Monaten koordinierte er den

gemeinsamen Hilfseinsatz mit. Während

Familie Bergmann vor allem auch

aufgrund ihres festen Glaubens an Gott

nicht resigniert, gibt es auch viele

Menschen, die Seelsorge und professionelle

Begleitung brauchen, um das

Geschehen zu verarbeiten. „Unsere

Partner vor Ort vermitteln bei Bedarf

Gesprächspartner. Es gibt mobile

Begegnungsorte und weiterhin auch

ganz praktische Unterstützung“, erklärt

Becker. Gerade zur Weihnachtszeit sei es

wichtig, präsent und ansprechbar zu

sein. Damit aus der Hoffnung wieder

Zukunft werden kann.

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SCHENKEN SIE

VOR WEIHNACHTEN

HOFFNUNG IM

FLUTGEBIET

SAMARITER

BOX

die-samariter.org/gute-taten

JAPHET

SPENDENKONTO: Pax-Bank eG

IBAN: DE12 3706 0193 5544 3322 11

BIC: GENODED1PAX

Verwendungszweck: AZ191 Samariterbox + Ihre Adresse

(für Ihre Zuwendungsbestätigung)

Früher wurde er durch „Weihnachten

im Schuhkarton“ in Ruanda beschenkt.

Nun verteilte Völkermord-Überlebender

Japhet Dufitumukiza Samariterboxen

an Flutbetroffene im Ahrtal.

Vorstand: Sylke Busenbender, Gary Lundstrom | Franklin Graham, Internationaler Präsident,

die-samariter.org | © 2021 Samaritan’s Purse


In Gedenken an die Flutopfer und ihre Angehörigen.


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jetzt.thw.de

Monate nach der Flutkatastrophe, die vor allem Rheinland-

Pfalz traf, wird noch immer aufgeräumt und wiederaufgebaut.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des THW reisten aus

der gesamten Republik an. Frauen und Männer, die nicht sagen

„hätte“, „könnte“, „müsste“ – sondern sie „haben“, „können“,

„machen“. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden. Egal, ob

jetzt oder später. Denn auf ihr Durchhaltevermögen und ihren

Einsatz ist in fordernden Zeiten immer Verlass.


10

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Unsere soziale

Verantwortung

heißt Inklusion

Das Thema Inklusion ist derzeit in aller

Munde, doch was bedeutet es eigentlich

genau? Warum ist Inklusion so wichtig,

und wen betrifft es?

FOTO: RAUL MELLADO ORTIZ/SHUTTERSTOCK

Text Anja Fuchs

Der Begriff Inklusion wird sehr

vielfältig genutzt und beinhaltet

im Wesentlichen die Wertschätzung

und Anerkennung von Unterschieden

als Teil menschlicher Vielfalt.

Jeder Mensch gehört dazu – selbstverständlich

und von Anfang an.

Integration bezeichnet den Versuch,

Menschen in ein bestehendes System

einzubinden, sofern diese Menschen Anpassungsleistungen

erbringen. Inklusion

beschreibt hingegen das Konzept einer

Gesellschaft, in der jede*r unabhängig

von Alter, Geschlecht, Religion, Nationalität,

Bildung und einer eventuellen Behinderung

dazugehört und die notwendigen

Anpassungen von der Gesellschaft

gewährleistet werden. In einer inklusiven

Gesellschaft wird niemand ausgegrenzt

und Unterschiedlichkeit nicht

nur toleriert, sondern als selbstverständlich

betrachtet. Wenn alle Menschen

wirklich teilhaben können, werden

Unterschiede zunehmend unwichtig. Ob

barrierefreies Wohnen im Kiez, Teilhabe

an Arbeit oder gemeinsames Lernen

für alle Kinder – Inklusion betrifft alle

Lebensbereiche und ist ein Menschenrecht.

Für gesellschaftliche Teilhabe ist

es wichtig, dass Barrieren konsequent

abgebaut werden und die dafür notwendigen

Voraussetzungen von allen

gemeinsam geschaffen werden. Es

gehört zur sozialen Verantwortung, die

Inklusion in Deutschland ernsthaft und

konsequent voranzubringen.

Inklusion braucht auch Haltung

und Bewusstsein in den Köpfen der

Menschen. Jeder Mensch sollte offen

für andere sein, anstatt eine Person

für ihre Andersartigkeit zu kritisieren.

Erst wenn jeder Mensch akzeptiert

wird, wie er ist, und die Abweichung

von einem „Standard“ nicht mehr als

Schwäche, sondern als potenzielle

Stärke verstanden wird, kann man von

einer gelungenen Inklusion bzw. von

einer Gesellschaft sprechen, in der man

verschieden sein darf.

Die Corona-Pandemie hat bestehende

Schwachstellen auf dem Weg zur inklusiven

Gesellschaft deutlich gemacht

und in einigen Bereichen erreichte

Fortschritte sogar zurückgedreht,

wie zum Beispiel in der schulischen

Bildung, beim selbstbestimmten Leben,

aber auch in der Kommunikation.

Zukünftig muss noch viel stärker mit

den Betroffenen gemeinsam erarbeitet

werden, wie Probleme angegangen werden

müssen, statt über die Köpfe der

Betroffenen hinweg Entscheidungen zu

treffen.

Echte Teilhabe kann nur gelingen,

wenn Selbstbestimmung sichergestellt,

Barrierefreiheit gewährleistet und

Diskriminierung konsequent verhindert

wird. Dann wird Inklusion möglich.

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Laufend Inklusion (er)leben.

© Sascha Pfeiler

www.sovd.de

www.inklusionslauf.de

Sozialverband Deutschland


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit DAHW DEUTSCHE LEPRA- UND TUBERKULOSEHILFE E. V. entstanden.

3. DEZEMBER: INTERNATIONALER TAG

DER MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der seit 1993 jedes Jahr am 3. Dezember begangen wird,

sollen die Menschen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden, die weltweit mit einer Behinderung oder

Beeinträchtigung leben. Auch die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe nimmt diesen Tag zum Anlass, um

die öffentliche Wahrnehmung auf die besonderen Belange und Rechte von Menschen mit Behinderung zu lenken.

DIE INKLUSIONS-

ARBEIT DER DAHW

Empowerment von Menschen

mit Behinderung auf drei Ebenen

Um die vielfältigen Barrieren abzubauen,

die Menschen mit Behinderung an der

vollen Partizipation hindern, darf Behinderung

nicht als ein Problem des Individuums

verstanden werden, sondern vielmehr als

Folge von umweltbedingten und sozialpolitischen

Umständen, die Bedürfnisse

und Belange von Menschen mit Behinderung

nicht gleichberechtigt und inklusiv

berücksichtigen. Ein entscheidender Perspektivwechsel,

der heute Grundlage aller

Programme und Projekte der DAHW ist. Im

Fokus steht das Empowerment (die Selbstermächtigung)

von Menschen mit Behinderung,

damit sie ihre eigenen Interessen in

ihren Gemeinschaften und Gesellschaften

eigenmächtig, selbstverantwortlich und

selbstbestimmt vertreten können. Dazu

setzt die DAHW auf drei Ebenen an (siehe

Grafik).

f individueller Ebene

... auf individueller Ebene

Die Begünstigten unserer Inklusionsprojekte

erhalten individuelle Hilfe zur Sicherung ihrer

Lebensgrundlage und für (mehr) Mobilität und

Unabhängigkeit, beispielsweise durch die Aus­

stattung mit Rollstühlen oder Krücken, die Finan­

zierung von Rehabilitationsmaßnahmen oder

... auf kommunaler Ebene

... auf kommunaler Ebene

... auf kommunaler Ebene

Seit Jahren verfolgen wir in unseren Inklusionsprojekten

den Ansatz der gemeindenahen inklusiven

Entwicklung (Community Based Inclusive

Develeopment, CBID), um das Selbstbewusstsein

der Menschen mit Behinderung zu stärken.

Wir unterstützen sie beim Aufbau und der Arbeit

... auf staatlicher Ebene

... auf staatlicher Ebene

... auf staatlicher Ebene

Als Expert*innen für Inklusion und Entwicklungszusammenarbeit

betreiben wir Lobbying und

Advocacy, um auf globaler (WHO, UN), europäischer

(EU) und nationaler (BMZ, Gesundheitsministerien)

Ebene die Bedürfnisse von Menschen

mit Behinderung im sozialen Kontext, im Gesund­

... auf individueller Ebene

... auf individueller Ebene

wiederherstellenden Operationen, den Bau von von Selbstvertretungsorganisationen, die sich heits ­ und Wirtschaftssektor sichtbar zu machen,

günstigten unserer Inklusionsprojekte

Seit Jahren verfolgen wir in unseren Inklusionsprojekten

den Ansatz der gemeindenahen inkluzusammenarbeit

betreiben wir Lobbying und

erhalten individuelle Hilfe zur Sicherung ihrer

Als Expert*innen für Inklusion und Entwicklungs­

Die Begünstigten unserer Inklusionsprojekte

barrierefreien Toiletten und

Seit

Wasserstellen

Jahren

oder

verfolgen

für

wir

die eigenen

in unseren

Rechte in ihren Gemeinschaften,

Als Expert*innen

auf

für

politische

Inklusion

Prozesse Einfluss zu nehmen

Die

und

Begünstigten der Inklusionsn

individuelle Hilfe zur Sicherung ihrer

durch die Vermittlung von Behindertenausweisen.

Inklusionsprojekten Gemeinden Ansatz und Gesellschaften einsetzen. und Entwicklungszusammenarbeit

strukturelle Veränderungen voranzutreiben. projekte erhalten individuelle Hilfe

grundlage und für (mehr) Mobilität und

ängigkeit, beispielsweise durch die Ausg

mit Rollstühlen oder Krücken, die Finansiven

Entwicklung (Community Based Inclusive

der gemeindenahen inklusiven

Develeopment, Entwicklung CBID), (Community um das Selbstbewusstsein

Based

der Inclusive Menschen Develeopment, mit Behinderung zu CBID), stärken.

Advocacy, um auf globaler (WHO, UN), europäischecacy,

(EU) um und auf nationaler globaler (BMZ, (WHO, Gesundheits­

UN),

betreiben wir Lobbying und Advoministerien)

europäischer Ebene (EU) die Bedürfnisse und nationaler von Menschen

Lebensgrundlage und für (mehr) Mobilität und

zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage

und für (mehr) beispielsweise Mobilität durch und die Aus­

Unabhängigkeit,

stattung Unabhängigkeit, mit Rollstühlen beispielsweise

oder Krücken, die Finanvon

Rehabilitationsmaßnahmen oder Wir um unterstützen das Selbstbewusstsein sie beim Aufbau und der der Arbeit mit (BMZ, Behinderung Gesundheitsministerien)

im sozialen Kontext, im Gesund­ zierung durch von die Rehabilitationsmaßnahmen Ausstattung mit Rollstühlen

oder Krücken, die Finanzierung

oder

Menschen mit Behinderung zu

Ebene die Bedürfnisse von Menschen

mit Behinderung im sozialen von Rehabilitationsmaßnahmen

herstellenden Operationen, den Bau von von Selbstvertretungsorganisationen, die sich heits ­ und Wirtschaftssektor sichtbar zu machen, wiederherstellenden Operationen, den Bau von

stärken. Wir unterstützen sie beim

efreien Toiletten und Wasserstellen oder

ie Vermittlung von Behindertenausweisen.

für

Aufbau

die eigenen

und

Rechte

der Arbeit

in ihren

von

Gemeinschaften,

Selbstvertretungsorganisationen,

und Gesellschaften einsetzen. die

Gemeinden

auf

Kontext,

politische

im

Prozesse

Gesundheits-

Einfluss zu nehmen

und Wirtschaftssektor

Veränderungen sichtbar voranzutreiben.

machen,

und

strukturelle

barrierefreien

oder wiederherstellenden

Toiletten und Wasserstellen

Operationen,

die Vermittlung den Bau von Behindertenausweisen.

barrierefreien

oder

durch

sich für die eigenen Rechte in ihren auf politische Prozesse Einfluss zu Toiletten und Wasserstellen oder

Gemeinschaften, Gemeinden und nehmen und strukturelle Veränderungen

durch die Vermittlung von Behindertenausweisen.

Gesellschaften einsetzen.

voranzutreiben.

... auf kommunaler Ebene

Seit Jahren verfolgen wir in unseren Inklusionsprojekten

den Ansatz der gemeindenahen inklu

siven Entwicklung (Community Based Inclusive

Develeopment, CBID), um das Selbstbewusstsein

der Menschen mit Behinderung zu stärken.

Wir unterstützen sie beim Aufbau und der Arbeit

von Selbstvertretungsorganisationen, die sich

für die eigenen Rechte in ihren Gemeinschaften

Gemeinden und Gesellschaften einsetzen.


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Unser Engagement

ist wichtig

und macht Sinn!

ITCHY ist eine erfolgreiche dreiköpfige Punk-

Band aus Eislingen, welche bereits seit 2000

gemeinsam Musik macht. Mit ihren Texten

sprechen sie gesellschaftliche Missstände offen

an und setzen sich gemeinsam mit Organisationen

aktiv für den Umweltschutz ein. Im Interview

sprechen wir über ihr Engagement und wie

jeder etwas beitragen kann.

Text

Sarra Gläsing

Was bedeutet soziale

Verantwortung für

euch?

Panzer: Es ist ja so, dass

wir uns diesen – eigentlich

wirklich wunderschönen – Planeten

mit vielen vielen anderen Menschen teilen

und daraus ergibt sich logischerweise, dass

jede einzelne Person auch eine Verantwortung

gegenüber der Erde, unseren

Mitmenschen und vor allem auch unseren

Nachkommen hat. Jede*r hat die Aufgabe,

die Welt in einem Zustand zu hinterlassen,

mit dem man auch später noch was

Ordentliches anfangen kann.

Und hier wird es dann auch schon

schwierig. Einfaches Beispiel: Wenn man

bei sich zuhause auf die Toilette geht,

benutzt man anschließend ganz automatisch

die Klobürste. In öffentlichen

Toiletten sieht das aber bei vielen leider

schon ganz anders aus, weil dir ja eventuell

gar keiner nachweisen kann, dass

du das warst. Ich glaube das Problem

ist, dass sich ganz viele Leute auch beim

Thema „soziale Verantwortung“ hinter

der Masse verstecken und davon ausgehen,

dass die persönlichen Verfehlungen

alle nicht so schlimm sind und man

dafür eh nicht zur Verantwortung gezogen

wird. Aber das „Was kann ich allein

schon bewirken?“-Argument ist einfach

komplett dämlich und ich lasse das nicht

gelten. Jede Aktion hat Auswirkungen

und jedes Engagement für die gute Sache

ist wichtig. Egal in welcher Richtung.

Denkt ihr, dass Personen des öffentlichen

Lebens eine besondere Verantwortung

gegenüber der Gesellschaft

tragen?

Sibbi: Sowas muss ja immer jede oder

jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde

man sollte auch niemandem, der eine

Öffentlichkeit erreicht, vorschreiben, was

er zu sagen hat. Bei uns persönlich ist

es aber einfach so, dass wir bei gewissen

Dingen ein wirkliches inneres Bedürfnis

haben, unsere Meinung kundzutun. Wir

versuchen alle drei mit offenen Augen

durch das Leben zu gehen und da sieht

man leider viel zu viele Dinge, die einen

unglücklich, traurig, fassungslos oder

wütend machen. Deshalb behandeln

wir diese Themen dann auch in unseren


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Texten und wenn unser Publikum

dadurch zum Nachdenken angeregt

wird, haben wir schon viel erreicht.

Allerdings gibt es auch Bands, die nur

über Partys und Saufen singen, bei denen

ich als Hörer gar nicht möchte, dass die

plötzlich die Missstände auf dieser Welt

anprangern. (lacht)

itchyofficial.de

instagram.com/

itchyofficial1

Als Punk-Band setzt ihr mit eurer

Musik und euren Texten ein klares

Zeichen und setzt euch stark für

soziale und nachhaltige Themen ein.

Was war der Auslöser für euer Engagement?

Panzer: Als Jugendlicher fand ich es

einfach total spannend, dass es sich bei

Punkrock um mehr handelt als nur um

ein Musikgenre. Punkrock ist eine Haltung,

die zwar jede*r für sich anders definiert,

aber der allumfassende Konsens

ist schon sich gegen unterschiedlichste

Missstände aufzulehnen, die Stimme für

die Schwächeren zu erheben und sich für

positive Dinge einzusetzen. Mich haben

damals die Texte von verschiedenen

Bands dazu gebracht, über diverse kleine

und große Themen überhaupt erstmals

nachzudenken und für mich zu klären,

wie ich persönlich dazu stehe. Wir schreiben

natürlich auch viele Songs, die rein

gar nichts mit Politik oder Gesellschaftskritik

zu tun haben, aber wenn wir heute

Fan-Nachrichten bekommen, in denen

steht, dass wir es mit Songs und Musikvideos

wie beispielsweise „Why still

bother“ oder „The sea“ geschafft haben,

dass sich Fans jetzt auch aktiv für den

Meeresschutz engagieren, ist das für uns

das größte Kompliment überhaupt.

Jede Aktion hat

Auswirkungen und jedes

Engagement für die gute

Sache ist wichtig. Egal in

welcher Richtung.

FOTOS: DIANA MÜHLBERGER

Gibt es bestimmte Projekte oder

Problematiken, die euch besonders

am Herzen liegen und für die ihr euch

besonders einsetzt? Wo bedarf es

eurer Meinung nach mehr gesellschaftliche

Aufmerksamkeit?

Sibbi: Oh Gott, da gibt es leider mehr

Themen als man zählen kann. Wir haben

uns in den letzten zehn Jahren hauptsächlich

mit dem Thema Meeresschutz

beschäftigt, hier gibt es so viele wichtige

Bereiche, die alle mehr Aufmerksamkeit

verdienen. Bei uns war es konkret die

Problematik des Unterwasserlärms, hier

haben wir die ziemlich große “Sonar

Sucks” Kampagne zusammen mit der

WDC ins Leben gerufen. Danach ging

es mit Sea Shepherd hauptsächlich um

den Schutz der Meeresbewohner. In

der jüngsten Vergangenheit hatten wir

dann mit OceanCare und Greenpeace

tolle Unterstützer*innen im Bereich der

Plastik-Verschmutzung der Weltmeere

gefunden. In allen Bereichen konnten

wir tatsächlich auch Dinge bewirken,

teilweise ziemlich große und weitreichende,

was uns zeigt, dass unser Engagement

echt Sinn macht und wichtig ist.

Panzer: Wir versuchen z.B. auch auf

unseren Konzerten coolen Organisationen

und NGOs eine Plattform zu geben.

Auf unseren Tourneen sind immer auch

engagierte Leute aus unterschiedlichen

Bereichen dabei, die mit einem Stand vor

Ort sind, Gespräche mit dem Publikum

führen, Spenden sammeln und Infomaterial

verteilen. Von „Kein Bock auf Nazis“

über „Sea Punks“ zu „OceanCare“ u.v.m.

Als Band habt ihr eine klare Haltung,

aber hat sich auch euer persönlicher

Alltag verändert? Was tut ihr im täglichen

Leben dafür, um nachhaltig zu

leben? Engagiert ihr euch auch in eurer

Freizeit für Projekte oder ehrenamtlich?

Panzer: Ich gehe natürlich auch privat

auf Demos. Präsenz auf der Straße finde

ich einfach wichtig. Wenn ich sehe, dass

irgendwelche Nazis wirre Geschichten

über Hass und Rassismus in meiner

schönen Stadt erzählen wollen, raffe ich

mich auf und freue mich dann, wenn die

Gegendemo zigmal größer und imposanter

ist, als die traurig aussehende Planwagen-Kundgebung

der Faschisten. Auch

sonst passe ich meinen persönlichen

Lebensstil meinen Idealen an und versuche

dem so gut es geht gerecht zu werden.

Das klappt natürlich mal mehr und mal

weniger gut. Was mir wichtig ist zu sagen:

Wir drei sind auch keine Heiligen und

ganz sicher machen wir auch dutzende

Dinge, die beispielsweise nicht komplett

nachhaltig sind. Wenn wir die Möglichkeit

haben ein großes Festival in der Ukraine

zu spielen, reisen wir mit dem Flugzeug

dorthin - auch wenn ich weiß, dass das

schlecht fürs Klima ist. Im Gegenzug

ernähre ich mich seit 13 Jahren komplett

vegetarisch und seit einiger Zeit weitestgehend

vegan. In meiner Heimatstadt

bewege ich mich zu 99% zu Fuß oder mit

der Bahn und beim Einkaufen ist mein

Kopf so auf Plastikverzicht und Regionalität

getrimmt, dass es eigentlich schon gar

keinen Spaß mehr macht, weil ich immer

ein irre schlechtes Gewissen bekomme,

wenn doch mal wieder eine Plastikverpackung

im Korb landet. Ich glaube wirklich

nicht, dass es darum geht absolut perfekt

zu sein. Es geht vielmehr darum, das persönliche

Verhalten zu hinterfragen und

den Willen es konstant zu verbessern und

sich weiterzuentwickeln. Außerdem ist

es mir auch privat wichtig, NGOs, deren

Arbeit ich großartig finde, finanziell und

bei diversen Aktionen zu unterstützen

und ihnen zu helfen den Druck auf Politik

und Wirtschaft weiter hochzuhalten.

Immer mehr junge Menschen beschäftigen

sich mit der Thematik des

Klimawandels oder gehen auf die

Straßen, um sich gegen soziale Missstände

einzusetzen. Wie seht ihr diese

Bewegung und wie denkt ihr, können

wir sie unterstützen?

Sibbi: Alles was hier in den letzten

Jahren passiert, ist beeindruckend. Vor

allem wenn man sieht, wie jung die

Menschen sind, die sich hier so großartig

engagieren. Da werd ich manchmal

richtig beschämt, wenn ich sehe, dass

da Teenager wirklich hart dafür arbeiten

und ihre Freizeit opfern, damit die Welt

ein besserer Ort wird, und dann zurückdenke,

was ich mit 15 oder 16 hauptsächlich

im Kopf hatte. Das ist schon

toll, was da in den letzten Jahren für ein

Ruck durch die Welt ging. Unterstützen

können wir das alle, indem wir die Dinge

die beanstandet werden einfach ernst

nehmen und versuchen, sie im Kollektiv

besser zu machen.

Was sind eure Top-5-Tipps für mehr

Engagement im Alltag, die wirklich

jeder problemlos umsetzen kann?

Panzer: 1) Intelligentes Contra geben,

wenn ihr rassistische, sexistische oder

homophobe Kommentare mitbekommt.

Macht manchmal Spaß. Meistens nicht.

Ist aber trotzdem notwendig.

Sibbi: 2) Ressourcen sparen. Kann man

in so vielen Bereichen. Wasser und Strom

nicht unnötig verschwenden, nicht

überall hin mit dem Auto fahren, nicht

für jeden Kurztrip das Flugzeug nehmen,

Essen aufessen, anstatt es wegzuwerfen,

auf Einwegartikel verzichten, usw. So

viele kleine Dinge, die ganz easy besser

zu machen sind.

Panzer: 3) Support your local Straßenzeitung!

Bei uns im Süden beispielsweise

das „Trott-war“- Magazin. Super Sache.

Sibbi: 4) Mehr ITCHY hören. Sorry, ich

musste die Stimmung hier kurz etwas

auflockern.

Panzer: 5) ... und während man dann z.B.

beim Einkaufen mehr ITCHY hört und

grade einen Apfel kaufen möchte, auf

welchem ein Sticker mit „Herkunftsland

Neuseeland“ klebt: Den dann eben nicht

kaufen. Das ist dumm. Also das mit dem

Apfel. Das mit ITCHY ist ziemlich schlau.


Hilf uns dabei,

Die Rettungsschwimmer der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)

hat jeder schon einmal gesehen – ob im Sommerurlaub an Nord- und Ostsee

oder am örtlichen Badesee. Die wenigsten wissen jedoch, dass auch

Vierbeiner als Lebensretter im Einsatz sind.

Leb

Die Rettungshunde in der DLRG sind darauf trainiert, Menschen

zu finden. „Unsere Hunde suchen vermisste Personen,

den Rentner, der nicht vom Spaziergang zurückkam,

den Jogger oder kleine Kinder, die verschwunden sind“,

nennt Rettungshundeführerin Sabine Christmann Beispiele.

Mit ihrer Hilfe können Vermisste schnell gefunden

und versorgt werden, bevor es für sie lebensbedrohlich

wird. Und selbst wenn Personen nicht mehr

lebend angetroffen werden, ist deren Auffinden eine

wertvolle Leistung.

Je nach Ausbildung ist ein Rettungshund spezialisiert

auf ein bestimmtes Einsatzgebiet. So kann er in der

Fläche und an Uferrändern selbstständig Personen

ausfindig machen, auf Wasserflächen vom

Boot aus Menschen orten oder hochwassergefährdete

Gebiete und Trümmer durchsuchen.

Mantrailer wiederum können verschiedene

Gerüche voneinander unterscheiden und anhand

eines Geruchsgegenstandes gezielt der

Spur einer Person folgen.

Doch die Retter auf vier Pfoten arbeiten natürlich

nicht allein. Rettungshundearbeit be-

dlrg.de


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Jetzt spenden

en zu retten!

deutet Teamarbeit zwischen Hund und Mensch. „Da ich immer gern

Menschen helfen wollte, bin ich mit meinem Hund Tessa zur Rettungshundestaffel

gegangen. Das ist für mich etwas Sinnvolles, ich lerne

viel, der Hund ebenfalls und wir können zusammen etwas machen“, beschreibt

Sabine Christmann ihre Motivation, sich einer DLRG Rettungshundestaffel

anzuschließen.

Auch Oliver Appel ist es so ergangen. Inzwischen ist der erfahrene Rettungshundeführer

Leiter der Staffel der DLRG Stormarn. Dieser gehören

derzeit zwölf Teams im Einsatz an, zehn weitere befinden sich in Ausbildung.

Im vergangenen Jahr arbeiteten die Teams – alarmiert von der

Polizei – mehr als 30 Rettungseinsätze ab.

Seit kurzem in der Ausbildung bei der DLRG Stormarn dabei ist Ella

– die neue Hündin von Staffelleiter Appel: „Ich habe mich für einen

Riesenschnauzer entschieden, weil ich glaube, dass sich die Rasse unglaublich

gut zu einem Rettungshund ausbilden lässt. Die werden

von der Polizei auch schon lange als Diensthunde genutzt.“ Von

ihrem Herrchen wird Ella als aufgeweckte und

neugierige Hündin beschrieben, die sich nicht

so schnell verängstigen lässt. Schon vor dem

eigentlichen Ausbildungsbeginn hat Ella übliche

Kommandos und auch manches im Gelände

gelernt. „Die Hunde lernen sehr schnell in der

ersten Zeit, man muss ihnen aber auch die Möglichkeit

dazu geben“, weiß Appel aus Erfahrung.

Bis zum Start der zweijährigen Ausbildung zur

Flächensuchhündin mit etwa sechs Monaten

hat Ella eine gute Verbindung zum Hundeführer

aufgebaut. Im Training geht sie auf

die ersten Suchen. Anfänglich sind

die versteckten Personen leicht zu

entdecken. Später werden die

Suchen komplexer und die

Verstecke immer schwieriger

ausfindig zu machen.

Wie die Tiere müssen auch die

Hundeführer eine Ausbildung durchlaufen. Sie müssen

den Umgang mit Kompass und Karten lernen, das

Funken, die Nutzung von GPS und noch einiges mehr.

Ihre Arbeit verrichten die Rettungshunde-Teams ehrenamtlich.

Sie finanzieren Ausbildung, Einsatzkleidung und Ausrüstung

selbst. Deshalb freuen sich die Retter über jede Unterstützung,

die sie bekommen. So können Spenden dabei helfen, besseres

Equipment für die lebensrettende Arbeit zu beschaffen.


16

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6

#1

#2

#3

#4

#5

#6

Fakten:

HIV

weltweit

38 Millionen Menschen leben

weltweit mit dem Virus.

Mehr als sieben Millionen Menschen

wissen weltweit nicht,

dass sie HIV-positiv sind, jedes

Jahr sterben 700.000 Infizierte.

Einem Bericht des Globalen

Fonds zufolge ist die Zahl der

Menschen, die mit Aids-Präventionsprogrammen

2020 erreicht

wurden, im Vergleich zu 2019

um elf Prozent zurückgegangen,

die Zahl der HIV-Tests um

22 Prozent. Das könnte gravierende

Folgen haben. Denn nach

wie vor bleibt entscheidend

für den Verlauf der Krankheit,

ob sie frühzeitig erkannt wird.

Und das bestimmt letztlich die

Chance, mit HIV zu überleben.

Eine besondere soziale Verantwortung

haben die reichen

Länder, wenn es um Forschung

und Medizin geht. Es gehört

dazu, dass Fortschritte nicht als

Letztes in den Armutsländern

ankommen.

Dr. Kristel Degener: „Bereits seit

Jahrzehnten hofft die Welt auf

einen HIV-Impfstoff, um die

Pandemie zu beenden. Ende

2019 bekamen 12,6 Millionen

Menschen mit HIV keine Medikamente.

Die Suche nach einem

HIV-Impfstoff zu beschleunigen,

gehört auch deshalb mit

zur sozialen Verantwortung.“

Die Deutsche AIDS-Stiftung

fördert seit Anfang der 2000er-

Jahre das Programm DREAM

in Mosambik und HOPE Cape

Town in Südafrika.

Zusammen

gegen HIV

HIV gibt es noch, denn die Infektion ist noch nicht heilbar. Zusammen

mit Unterstützern engagiert sich die Deutsche AIDS-Stiftung

für HIV-positive Menschen und für Aufklärung. Wir fragen dazu

Dr. Kristel Degener, die geschäftsführende Vorstandsvorsitzende.

Text Andrea Babar

Auch nach

40 Jahren

brauchen

uns HIVpositive

und

aidskranke

Menschen.

HIV ist noch

nicht heilbar.

Frau Dr. Degener, HIV ist 40 Jahre alt.

Gibt es denn noch so viel zu tun?

Ja, selbstverständlich. In 40 Jahren hat sich

natürlich viel geändert, aber

HIV und seine Folgen sind

nicht weg. Es gibt wirksame

Medikamente und die Aussicht,

mit HIV alt zu werden.

Aber auch: vermeidbare

Infektionen, HIV-positive

Menschen, die einsam sind,

Sorgen vor der Diskriminierung

ihrer Kinder haben,

„Langzeitüberlebende“ mit

Angst vor dem Alter. HIVpositive

und aidskranke

Menschen brauchen uns

auch weiter!

Wo ist die Deutsche

AIDS-Stiftung besonders

gefragt?

An vielen Orten in Deutschland

und auch in den HIV-

Brennpunkten in Afrika,

wo wir zwei Projekte seit vielen Jahren

fördern. Es geht uns um Aufklärung, das

A und O. Wer Bescheid weiß, geht früher

zum Test, überdenkt hoffentlich Vorurteile,

schützt sich. Und es geht uns um die

gesundheitliche Versorgung der Menschen.

Um Testangebote, darum, dass für die

Therapie wichtige HIV-Einrichtungen auch

außerhalb der Metropolen erreichbar sind.

Um eine vorurteilsfreie Betreuung im Alter.

Und noch einiges mehr.

Können Sie das alleine schaffen?

Nein. Als Hilfsorganisation sind wir

auf andere angewiesen, die mit uns

zusammen soziale Verantwortung übernehmen

wollen und können. Seit vielen

Jahren dürfen wir auf Privatpersonen

und auf Unternehmen zählen, die unsere

Arbeit sehr schätzen und mit uns

gemeinsam helfen. Zum Beispiel, indem

sie sich bei unseren Benefizveranstaltungen

als Spender oder Sponsoren

einbringen. Selbstverständlich freuen

wir uns, wenn der Kreis der Unterstützer

größer wird. Dann können wir auch

noch mehr tun.

Welches Thema treibt Sie gerade

besonders um?

Dass HIV-positive Frauen und Männer

im Alter nicht nur gut, sondern auch

mit Achtung vor ihrer Biografie betreut

werden. Viele mussten in ihrem Leben

Diskriminierung ertragen. Deshalb

unterstützen wir zusammen mit dem

Verband der Privaten Krankenversicherung

das Siegel „Lebensort Vielfalt“ der

Schwulenberatung Berlin. Das Siegel

darf tragen, wer als Einrichtung

bewiesen hat: Bei uns ist jeder Mensch

willkommen. Das ist ein aufwendiger

Prozess, der sich aber lohnt. Denn die

Beschäftigten qualifizieren sich

zusammen mit den Führungskräften

– und alle lernen dazu. Über sexuelle

und geschlechtliche Vielfalt – und über

HIV!

Dr. Kristel

Degener

Geschäftsführende

Vorstandsvorsitzende

der Deutschen

AIDS-Stiftung

Dieser Artikel

ist in Zusammenarbeit

mit der

Deutschen

AIDS-Stiftung

entstanden.

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HIV und Aids besiegen –

dabei sein!

Die Deutsche AIDS-Stiftung klärt auf und hilft: in Deutschland

und im besonders betroffenen südlichen Afrika.

Mit Ihrer Unterstützung!

ONLINE SPENDEN

aids-stiftung.de/spenden


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WIR SIND DA,

WO GESUNDHEIT

UNBEZAHLBAR IST.

Die German Doctors sind ehrenamtlich weltweit im Einsatz und

bilden vor Ort Gesundheitskräfte aus.

DEINE

SPENDE

ZÄHLT.

german-doctors.de


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Global Aid Network (GAiN) entstanden.

Ein Platz

für Ugandas

verlorene Kinder

Text Birgit Zeiss

Aus einem verlorenen

kleinen Jungen ist ein

starker junger Mann

geworden. Timothy hat

gelernt, worauf es im

Leben ankommt.

Timothy war zwei Jahre alt und

krabbelte nackt über einen

schmutzigen, stinkenden

Marktplatz in Mukono, als das

Ehepaar Piet und Pita Buitendijk

auf ihn aufmerksam wurde. Seine

Mutter kümmerte sich nicht um ihn. Was

die holländischen Kinderdorfleiter dann

erfuhren, ließ sie hellhörig werden. Der

Vater des kleinen Jungen war gerade an

Aids gestorben, seine Mutter war HIVpositiv

und konnte nichts mit ihrem Kind

anfangen. Es bestand ein dringender Verdacht,

dass Timothy sexuell missbraucht

wurde. Piet und Pita nahmen ihn deshalb

gleich mit in ihr Haus.

Ein Praktiker

Aus dem Privathaus wurde das Kinderheim

„Arche Noah“. Dort blühte Timothy

auf. Im Schulunterricht war er kein Held,

aber er schlug sich durch und konnte

dafür seine praktische Begabung sehr gut

einsetzen. Wenn es etwas zu bauen und

zu reparieren gab, packte er mit an. Seine

Mechanikprüfung in der Berufsschule

der „Arche Noah“ bestand Timothy mit

Leichtigkeit. Arbeitsplätze in Uganda

sind nicht gerade reichlich vorhanden.

Zusammen mit einem anderen Heimkind

in seinem Alter macht Timothy gerade

eine Ausbildung als Kaffeespezialist.

Know-how schafft Zukunft

Uganda ist ein ideales Land für Kaffeeanbau,

aber vielen Kaffeebauern fehlt das

Know-how, wie sie wirklich guten Kaffee

ernten, verarbeiten und auch gewinnbringend

verkaufen können. Timothy

kümmert sich in einer Firma um die

qualitative Sortierung der Kaffeebohnen,

er transportiert Bohnen von den Bauern

zu den Röstern, er repariert und wartet

die Maschinen. An den Wochenenden

fahren die beiden jungen Männer immer

noch sehr gerne zurück zu ihrer großen

„Familie“ im Kinderdorf.

Eine große Familie

Timothy braucht bald keine finanzielle

Unterstützung mehr, wohl aber seine

kleinen „Geschwister“. Im Kinderdorf

FOTO: CLAUDIA DEWALD

Kaffeeanbau ist in Uganda ein aufstrebendes

Gewerbe. Timothy durchläuft in seiner Ausbildung

alle Stationen in Sachen Kaffeebusiness.

leben 200 Kinder im Alter von null bis 20

Jahren. Für ihren Unterhalt sorgen

ausschließlich Paten. Und immer wieder

müssen neue kleine Menschen aufgenommen

werden, die sonst nicht

überleben würden. In Uganda kommt es

vor, dass Babys abgelegt, vergessen, ja

sogar weggeworfen werden. Wenn sie

Glück haben, findet sie jemand und

bringt sie zur Polizei. In der Region

Mukono wissen die Polizeibeamten, was

sie dann machen müssen: bei der „Arche

Noah“ anrufen. Aus einem kleinen

Wohnhaus ist in 21 Jahren ein Kinderdorf

mit Kindergarten, Schule, Berufsschule,

Internat, Klinik, Kirche und Farm

geworden. Die Kinder aus den Anfangsjahren

sind jetzt junge Erwachsene, die

ihre ersten Schritte ins Berufsleben

gehen. Sie werden anders leben können

als ihre Eltern.

Weitere Informationen unter:

gain-germany.org

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WIR HABEN EINEN PLATZ

FÜR KLEINE MENSCHEN.

Es passiert z.B. in Uganda: Babys werden

abgelegt, vergessen, weg geworfen. Im

Kinderdorf Arche Noah finden verlorene

Kinder ein liebevolles Zuhause. Jeder Pate

verändert die Welt ein kleines Stück: in

Armenien, Haiti, Indien oder Uganda.

Geschichte eines

Babys aus Uganda:

INFOS ZU PATENSCHAFTEN:

Tel. 0641-97518-56 oder

Patenschaften@GAiN-Germany.org

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Kinder & Schwimmen: Frühkindliche

Förderung und lebenswichtige Fähigkeit

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Daher tendieren sie auch oft dazu, sie, wo es nur geht, zu fördern. Man möchte

alles richtig machen und dafür sorgen, dass der eigene Nachwuchs bestmöglich auf das vorbereitet ist, was da auf ihn

wartet. Dabei sollte die Förderung nicht erst beginnen, wenn das Kind auf den eigenen Beinen steht und sprechen kann.

Frühkindliche Förderung ist wichtig.

Text Lukas Knochel

Dabei kann die frühkindliche

Bildung ganz unterschiedlich

ablaufen – ob Schmusen

und Spielen mit den Eltern,

Greifen und Entdecken von

Gegenständen oder Schwimmen. Kinder

haben einen natürlichen Bewegungsdrang

und sind neugierig. Dem sollte

man nie im Wege stehen, sondern versuchen,

sie gezielt dabei zu fördern.

Babyschwimmen – Gut für Motorik

und Wahrnehmung

Was eines der bekanntesten und auch

wirklich fördernden Angebote ist, sind

Babyschwimmkurse. Dabei können unsere

Sprösslinge schon ab dem 4. Lebensmonat

anfangen. Bei Babyschwimmkursen

geht es gar nicht mal darum, dass die

Kinder schon so früh Schwimmen lernen.

Es geht darum, die Motorik zu schulen.

Bewegungsabläufe lassen sich im Wasser

viel leichter durchführen. Die Kinder

lernen, ihren eigenen Körper wahrzunehmen.

Das Geplansche und Gepaddele

durch das angenehme Nass ist eben mehr

als nur ein lustiger Zeitvertreib. Spielerisch

werden Bewegungen kennengelernt.

Außerdem werden die Kinder mit

dem Element Wasser, welches sie bereits

aus dem Mutterleib kennen, noch mehr

vertraut gemacht.

Dabei sollten auch die physikalischen

Eigenschaften des Wassers nicht unterschätzt

werden. Diese begünstigen nicht

nur muskuläre, sondern auch koordinative

Bewegungen des Babys und stärken langfristig

das Herz-Kreislauf-System. Durch

die Eigenschaften vom Wasser werden die

Sinne stimuliert und fördern sowohl Stoffwechsel

als auch Immunsystem.

Durch all die neuen Eindrücke, die auf

die kleinen Neu-Schwimmer einprasseln,

wird ihre geistige Aufnahmefähigkeit nachhaltig

gefördert und der Kontakt zwischen

Eltern und Kind noch stärker in den Mittelpunkt

gesetzt. So ist das Babyschwimmen

auch eine wirklich lohnenswerte Erfahrung

FOTO: SHUTTERSTOCK

für die Eltern. Der Umgang mit Kindern im

Wasser wird so direkt und unter Beobachtung

von geschulten Schwimmlehrern oder

Pädagogen nähergebracht.

Schwimmen – eine lebenswichtige

Fähigkeit

Mit dem Babyschwimmen wird eine

hervorragende Grundlage in der frühkindlichen

Förderung gesetzt. Sind

Kinder dann etwas älter und können erste

eigene Schwimmversuche machen, ist der

Schwimmunterricht eine wichtige Bereicherung

ihrer motorischen Fähigkeiten.

Die Vertrautheit mit dem Wasser und den

grundlegend erlernten Bewegungsabläufe

werden im Schwimmunterricht weiter

gefördert. Können Kinder an dem

Erlebnis Schwimmen teilhaben, werden

sie auch untereinander noch mehr

Möglichkeiten auf sozialen Kontakt und

gemeinsamen Spaß haben. Nicht zu

vergessen: Schwimmen ist durchaus eine

lebenswichtige Fähigkeit, welche durch

frühkindliche Förderung später deutlich

einfacher erlernt werden kann.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem BUNDESVERBAND HERZKRANKE KINDER E. V. entstanden.

Schwimmen können

ist lebenswichtig!

Text Volker Thiel

Ertrinken ist die zweithäufigste

tödliche Unfallursache bei

Kindern bis 15 Jahre. Zudem gab

es 2020 mehr als 100 Badeunfälle,

die mit einer stationären

Behandlung und dem Risiko einer

bleibenden schweren geistigen

Behinderung einhergingen.

Sportmöglichkeiten für Kinder

mit angeborenen Herzfehlern

sind aufgrund der gesundheitlichen

Einschränkungen sowieso

ziemlich begrenzt. Corona hat

die Situation noch deutlich

verschärft.

Beim Schulsport, vor allem beim

Schwimmunterricht, gehen

die Bedürfnisse herzkranker

Kinder oft buchstäblich unter:

Hallen sind geschlossen, es fehlen

Lehrer, die Schwimmen unterrichten.

Es gibt zu wenig Betreuungspersonen,

die Erkältungsgefahr beim Fußweg oder

Bustransport ist groß. Vor allem im

zweiten „Corona-Jahr“ mussten weitere

Aktivitäten gestrichen werden. Es ist das

Jahr der „Nichtschwimmer“, weil kaum

oder gar kein Schwimmunterricht möglich

war und Schulsport nur sporadisch

stattfand. Dies aufzuholen, ist eine große

Herausforderung, zu der wir unseren Teil

beitragen wollen:

An verschiedenen Orten in Deutschland

planen wir 2022 unter anderem

Familienwochenenden mit Schwimmunterricht

speziell für herzkranke Kinder.

Diese Kinder sind besonders angewiesen

auf eine sehr individuelle, kompetente

Begleitung, denn jeder Herzfehler ist

anders und jedes herzkranke Kind hat

andere Einschränkungen.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer

Spende, damit Jayden (Foto) und viele

weitere herzkranke Kinder schwimmen

lernen, um am öffentlichen Leben stärker

teilhaben zu können. Vielen Dank!

Weitere Infos:

bvhk.de

Hier können Sie

spenden:

bvhk.de/spenden

FOTO: PRIVAT

HERZKRANKE KINDER IN DEUTSCHLAND:

Etwa jedes 100. Kind wird in Deutschland mit einem Herzfehler geboren, das sind

ca. 7.500 Kinder pro Jahr.

Mindestens 4.500 davon benötigen einen bzw. mehrere Eingriffe am offenen Herzen.

Dank des medizinischen Fortschritts erreichen heute mehr als 85 Prozent der Kinder das

Erwachsenenalter, gehen zur Schule, studieren oder machen eine Ausbildung. Der BVHK

setzt sich für die Interessen der herzkranken Kinder und ihrer Familien ein.


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Lesen Sie mehr auf sozialeverantwortung.info

Engagierte Organisationen

stellen sich vor

Gesellschaftlicher Wandel beginnt im Klassenzimmer

Text Dr. Astrid Pietig, Geschäftsführerin von Light for the world Deutschland

Boureima freut sich

auf einen weiteren

Schultag

FOTO: 2021. LIGHT FOR THE WORLD.

Weltweit wird 32 Millionen Kindern

mit Behinderungen ihr Recht auf

Bildung verwehrt. Sie lernen weder

lesen noch schreiben, finden später selten

eine Arbeitsstelle und haben es schwer,

Freundschaften zu knüpfen. Besonders

betroffen sind Kinder in Entwicklungsländern.

Das kann – das muss – sich ändern.

Inklusive Bildung ist ein Menschrecht,

dafür setzt sich die Hilfsorganisation

LIGHT FOR THE WORLD seit 2016 mit der

Initiative One Class For All ein. Erklärtes

Ziel ist es, Bildungssysteme langfristig zu

verbessern und Kindern mit Behinderungen

eine Chance auf ein selbstbestimmtes

Leben zu geben.

Der 10-jährige Boureima Zorome

besucht die erste Klasse der inklusiven

Schule St. Louise in Nouna im Nordwesten

von Burkina Faso. Dass er mit

den anderen SchülerInnen lernen und

Fußballspielen kann, ist alles andere als

selbstverständlich. Bei Boureima wurde

eine Zerebralparese diagnostiziert. Er

ist motorisch stark eingeschränkt und

leidet an Veränderungen des Bewegungsapparats,

einer häufigen Folge dieser

neurologischen Störung. In Burkina Faso

werden, wie in vielen anderen Ländern,

Behinderungen aufgrund kultureller

und religiöser Überzeugungen oft stigmatisiert.

Eltern schicken ihre Kinder

mitunter aus Scham nicht in die Schule.

Oft ist der Schulweg zu weit, die Schulen

sind nicht barrierefrei. Vielfach fehlt den

Lehrkräften die nötige Ausbildung um

den Unterricht inklusiv zu gestalten.

Kindern mit Behinderungen eine

Zukunft ermöglichen

Die engagierte Arbeit von One Class For

All in den zurückliegenden fünf Jahren

hat viele wichtige Entwicklungen angestoßen:

an mittlerweile 603 Schulen in

Burkina Faso und Äthiopien wird Inklusion

im Schulalltag gelebt. 10.800 SchülerInnen

mit Behinderungen sind an diesen

Schulen eingeschrieben. Ihnen stehen

geeignete Lehrmaterialien zur Verfügung.

Dank der Initiative von LIGHT FOR THE

WORLD ist das inklusive Ausbildungsprogramm

in beiden Ländern inzwischen

fester Bestandteil der allgemeinen LehrerInnenausbildung.

So konnten über 5.400

Lehrkräfte geschult werden, die Kinder

mit Behinderungen auf ihrem Weg in eine

selbstbestimmte Zukunft zu begleiten.

Und nicht zuletzt: inklusive Bildung

hilft nicht nur ganz unmittelbar Kindern

wie Boureima und ihren Familien. Die

gesamte Gesellschaft profitiert von

Inklusion. Durch ein nachweislich

gesteigertes Wirtschaftswachstum, mehr

Stabilität, Frieden und Sicherheit. Helfen

Sie mit, Kindern mit Behinderungen eine

Perspektive zu geben!

Light for the world

rettet Augenlicht und

stärkt Menschen

mit Behinderungen.

Gemeinsam gestalten

wir unsere Welt.

Ihre Spende:

IBAN: DE58 7002

0500 0009 8342 00

BIC: BFSWDE33MUE

light-for-the-world.de

Ingenieure ohne

Grenzen e. V.

IBAN: DE89 5335

0000 1030 3333 37

BIC: HELADEF1MAR

Stichwort: Soziale

Verantwortung

ingenieure-ohnegrenzen.org

Wir bauen für sehbeeinträchtigte Kinder in Uganda

Text Asja Harder

Viele Gemeinden Ugandas stehen

vor ökonomischen, strukturellen

und sozialen Problemen. In einer

Gesellschaft, in der selbst existenzielle

Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden,

haben es Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen

besonders schwer. Soziale

Isolation und geringe Bildungschancen sind

die Folge. Glücklicherweise gibt es aber auch

inklusive Orte wie das Iganga Center for

the Blind. 72 sehbeeinträchtigte und blinde

Kinder gehen dort zusammen mit sehenden

Gleichaltrigen zur Schule, lernen die Brailleschrift

und leben auf dem Schulcampus.

Verbesserungsbedarf besteht jedoch

trotz der Bemühungen der Schule in

vielerlei Hinsicht. Die Unterkünfte für

die sehbeeinträchtigten Kinder und

Lehrkräfte sind in einem desolaten Zustand,

ebenso die Sanitäranlagen. Auch

sauberes Wasser ist nicht leicht zugänglich.

Ingenieure ohne Grenzen e. V. hat ein

Projekt entwickelt, um den Menschen am

Iganga Center for the Blind zu helfen.

Wir sind eine als gemeinnützig anerkannte

Organisation, deren Ziel es ist, durch technische

Entwicklungszusammenarbeit die Lebensbedingungen

benachteiligter Menschen

zu verbessern. Wir sind stolz auf unsere mehr

als 500 Ehrenamtlichen, die sich bundesweit

in Regionalgruppen organisieren und mit

Partnerorganisationen im Ausland Projekte in

den Bereichen Hochbau, Wasser- und Stromversorgung

sowie Bildung verwirklichen. Wir

binden die Menschen in den Projektregionen

aktiv und auf Augenhöhe ein, damit unsere

Bauvorhaben langfristig helfen.

Paul Kitamirike ist Lehrer am Iganga Center

for the Blind. Als Blinder kennt er die Probleme,

die den Kindern im Schulalltag begegnen.

„Eine große Herausforderung ist das Fehlen

von gepflasterten Wegen. Es ist schwierig für

mich, den Weg zu den Toiletten zu finden“,

erzählt er uns. Wir planen, das Schulgelände

barrierefreier zu gestalten und den Alltag der

Kinder und Lehrkräfte wie Paul zu erleichtern.

Neben einem Blindenleitsystem wollen

wir neue Unterkünfte mit eigenen Waschräumen

für die nicht sehenden Kinder und

Lehrer*innen errichten, die Toilettenhäuser

auf dem Campus erneuern und die Versorgung

mit sauberem Wasser ausbauen. „Die

Kinder werden sehr von dem Projekt profitieren“,

freut sich Schulleiter Daniel Okoth.

Für den Bau brauchen wir Ihre Unterstützung!

Mit Ihrer Spende machen Sie die

Realisierung dieses und anderer Projekte

Stein für Stein möglich und verhelfen

damit Menschen zu besseren Lebensbedingungen.

FOTO: INGENIEURE OHNE GRENZEN

Jetzige Sanitäranlagen

am Iganga

Center for the Blind

Lust auf Ehrenamt?

Unsere Regionalgruppen

freuen sich

über Engagierte aus

allen Fachrichtungen!

Kontaktmöglichkeiten

finden Sie

online.

Gemeinsam vorsorgen. Besser helfen.

Der Katastrophe immer eine Spende voraus!

Text Manuela Roßbach

Manuela Roßbach

Geschäftsführende

Vorständin von

Aktion Deutschland

Hilft

FOTO: AKTION DEUTSCHLAND HILFT/DANETZKI

Aktion Deutschland Hilft gibt es

seit zwei Jahrzehnten – und ich

erinnere mich an die Gründung,

als wäre es gestern gewesen. Inzwischen

haben sich unserem Bündnis mehr als 20

Hilfsorganisationen angeschlossen. Die

Idee ist dieselbe geblieben: Jede Bündnisorganisation

leistet genau die Hilfe, die sie

am besten leisten kann. Und jede kann ihr

ganz besonderes Wissen einbringen.

Seit 2001 konnten wir mehr als 2.400

Hilfsprojekte in 130 Ländern umsetzen

und damit das Leid von Millionen Menschen

lindern. Das tun wir bis heute. Wir

helfen nach Tsunamis, Erdbeben und Wirbelstürmen,

wir stehen Familien auf der

Flucht ebenso zur Seite wie hungernden

Kindern, Frauen und Männern.

Doch wir helfen den Menschen nicht nur in

der akuten Not nach einer Katastrophe. Ein

wichtiger Bestandteil unserer weltweiten

humanitären Hilfe ist es, durch Katastrophenvorsorgeprojekte

Leid zu verhindern,

noch bevor es geschieht.

Naturkatastrophen nehmen weltweit zu.

Teils ist das dem Klimawandel geschuldet.

Die ärmsten Länder leiden oft am meisten

unter den Folgen. Umso wichtiger ist es,

Menschen in Risikogebieten besser auf

Naturkatastrophen vorzubereiten – damit

Erdbeben, Tsunamis, Stürme oder Dürren

nicht zu humanitären Katastrophen werden.

Es gibt viele Beispiele für Katastrophenvorsorge.

Erdbebensicheres Bauen rettet Leben.

Getreidespeicher wappnen gegen Hunger.

Hygieneprojekte bekämpfen Seuchen wie

Corona. Schulungen helfen Kleinbauern, sich

besser auf Dürren vorzubereiten. Und: Sie ist

effizient. Jeder Euro, der in Vorsorgeprojekte

fließt, spart später Geld beim Wiederaufbau

und bei der akuten Nothilfe.

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat

gezeigt, wie Naturgewalten von einem Tag

auf den anderen alles verändern können.

Keiner weiß, wann die nächste passiert.

Doch wenn sie passiert, müssen wir bereit

sein. Lassen Sie uns gemeinsam schneller

sein als die Katastrophe. Ihre Spende von

heute kann morgen Leben retten!

Übrigens: Eine regelmäßige Spende gibt

uns mehr Planungssicherheit für unsere

weltweiten Hilfsprojekte. Und Sie helfen

immer genau dort, wo Hilfe am schnellsten

gebraucht wird!

Gemeinsam vorsorgen.

Besser helfen.

Der Katastrophe

immer eine Spende

voraus!

Spendenkonto:

D62 3702 0500

0000 1020 30

Jetzt Förderer

werden unter:

Aktion-

Deutschland-

Hilft.de


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Lesen Sie mehr auf sozialeverantwortung.info

Und, wie geht es

Ihren Sklav*innen?

Sie haben richtig gelesen: Sie, wir alle leben auch auf Kosten von

Sklaven. Sklaverei ist, gleichwohl kein Staat dieser Welt sie mehr

erlaubt, noch immer Alltag für mehr als 40 Millionen Menschen weltweit.

Selbst hier in Deutschland leben derzeit fast 167.000 Menschen

unter uns als Sklaven oder in sklavenähnlichen Verhältnissen.

Text Doreen Brumme

Die sogenannte moderne Sklaverei

ist ein Thema, über das wir dringend

sprechen müssen – gerade

jetzt im Advent und zu Weihnachten. Ist

dies doch die Zeit, in der wir Deutschen

Nächstenliebe wie sonst nie leben.

Was ist moderne Sklaverei?

Der Begriff moderne Sklaverei steht für verschiedene

Formen von Sklaverei, die nach

wie vor praktiziert werden. Ihnen allen

gemein sind drei Kriterien: Sklav*innen

• werden mit Gewalt kontrolliert.

• verlieren ihren freien Willen infolge

von Gewalt oder Manipulation.

• werden wirtschaftlich ausgebeutet.

Laut dem Global Slavery Index (GSI)

sind Menschenhandel, Sklaverei und der

Sklaverei ähnliche Praxen (Schuldknechtschaft,

Zwangsheirat, Verkauf oder Ausbeutung

von Kindern) sowie Zwangsarbeit

Formen moderner Sklaverei.

Was macht uns zu Menschen, die auf

Kosten von Sklaverei leben?

Ihr Leben als Sklavin oder Sklave ist

heute nicht minder entwürdigend als

das der Sklav*innen in den vergangenen

Jahrhunderten. Die Bundeszentrale für

politische Bildung (bpb) nennt konkrete

Beispiele für heutige Sklaverei rund

um den Globus: Traditionelle Sklaverei

gebe es demnach in Mauretanien oder

im Sudan, massive illegale Ausbeutung

fände in Brasilien oder China statt. Hinzu

kämen der weltweite illegale Menschenhandel,

die sogenannte Sexsklaverei,

Kindersklaverei und neue Formen der

Kontraktsklaverei vor allem in den

Golfstaaten. Sogar neue Formen der

Opfersklaverei (Organhandel und Schlimmeres)

und der sexuellen Ausbeutung

über das Internet seien gegenwärtig.

Was hat die moderne Sklaverei mit

Ihnen, mit uns allen hier in Deutschland

zu tun? Ein Großteil der Sklav*innen

weltweit, Erwachsene wie Kinder, erarbeiten

unter Zwang, also in Unfreiheit,

was wir in unserer freien Wohlstandsgesellschaft

im Überschuss konsumieren.

Unser unersättlicher Konsum macht

einen großen Teil moderner Sklaverei

erst möglich.

Ein Beispiel von vielen: Die köstliche

Weihnachtsschokolade, die wir dieser

Tage essen, wird auch aus Kakaobohnen

gemacht, die Kinder ernten. So sollen

Kakaofarmer in Ghana und der Elfenbeinküste,

zwei Länder, die 70 Prozent

des weltweiten Kakaos produzieren,

trotz offiziellem Verbot Kinder für sich

arbeiten lassen, allein in Ghana aktuell

etwa eine Million – darunter Fünfjährige 2 .

Was können wir gegen moderne

Sklaverei tun?

Der erste Schritt zur Abschaffung der

modernen Sklaverei wäre, dass wir uns

unserer Mitverantwortung bewusst werden

und als Konsumenten mit Herz und

Verstand handeln. Indem wir einerseits

unseren Konsum konsequent einschränken

(das käme auch dem Weltklima

zugute!) und andererseits informiert auf

die von Sklavenarbeit freie Herkunft der

dann nur noch nötigen Konsumgüter

achten und bereit sind, diese auch zu

einem höheren Preis zu kaufen, verringern

wir die Nachfrage nach Gütern

und Dienstleistungen, die aus Sklaverei

stammen, enorm.

Zudem können wir alle gezielt etwas

gegen die Armut in der Welt unternehmen.

Das ist nötig, weil Sklaverei vor

allem arme Menschen trifft, die sowieso

kaum Zugang zu den gesellschaftlichen

Ressourcen haben. Es mangelt ihnen

zudem am Rechtsschutz, wie er für uns in

ZAHLEN & FAKTEN ZU

MODERNER SKLAVEREI

40,3 Millionen Menschen leben heute in

Sklaverei – weltweit, fast überall. 1

In Deutschland leben heute 167.000

Sklav*innen (vor allem im Bereich sexuelle

Ausbeutung und Arbeitssklaverei). 2

Jährlich werden 150 Milliarden US-Dollar

illegale Profite mit Sklaverei erwirtschaftet. 3


Der Großteil der Sklav*innen weltweit

sind Frauen (70 Prozent) und

Kinder (25 Prozent). 4

Deutschland ist drittgrößter

Importeur von Produkten, an

denen ein großes Risiko haftet, dass an

ihrer Fertigung Sklav*innen beteiligt sind,

vor allem: Elektronikartikel, Kleidung,

Kakao, Lebensmittel. 4

Deutschland selbstverständlich ist.

Deshalb sind diese Menschen Gewalt und

Ausbeutung besonders ausgeliefert. Mit

Ihrer Spende an eine der vielen Organisationen,

die sich gegen Armut, Sklaverei

und Kindersklaverei wenden, können Sie

den Status eines Menschen von versklavt

auf frei wechseln. Dazu müssen Sie

wissen, dass für jeden von uns etwa

60 Sklav*innen weltweit arbeiten.

1 Global Slavery Network https://www.globalslaveryindex.

org/2018/data/maps/#prevalence

2 Tagesschau https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/keine-schokolade-ohne-kinderarbeit-101.html

3 IAO https://www.ilo.org/berlin/arbeitsfelder/kinderarbeit/WCMS_546555/lang--de/index.htm

4 International Justice Mission Deutschland e.V. https://

paragonn-cdn3.ams3.digitaloceanspaces.com/ijm-

deutschland.de/documents/Wirkungsberichte/IJM-

Wirkungsbericht-2020-21.pdf

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Als sein Vater stirbt, wird

Suriya (10) verkauft und

zur Arbeit gezwungen. Er ist

einsam, hat Angst und sieht

keinen Ausweg.

Bis eines Tages ...

FORTSETZUNG

International Justice MIssion Deutschland e. V.

10 Millionen Kinder sind versklavt.

Wir können sie befreien.

Mit Ihrer Hilfe.

Jetzt spenden!

ijm-deutschland.de/suriya


Lesen Sie mehr auf sozialeverantwortung.info 23

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit AMNESTY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND E.V. entstanden.

„Menschenrechte sind immer relevant“

Für Sabine Steel sind

Menschenrechte nicht nur

eine politische, sondern auch

eine Herzensangelegenheit.

Seit den 1980er-Jahren

engagiert sich die Berlinerin,

die lange als Gymnasiallehrerin

für Deutsch und Psychologie

in England lebte, für

Amnesty International. 1990

ließ sie die Organisation in ihr

Testament eintragen.

Text Amnesty International Deutschland e.V.

Warum ist es für Sie gerade aktuell

so wichtig, für Menschenrechte einzustehen?

Im Moment entwickelt sich nicht nur

in Deutschland alles in eine Richtung

– nach rechts. Für die Zukunft wünsche

ich mir eine Welt, in der sich die

Menschen endlich mehr Respekt und

Liebe entgegenbringen. Liebe lässt sich

nicht erzwingen, aber Respekt kann man

fordern. Jede andersdenkende Person

sollte in ihrem Leben das Recht haben,

sich frei zu äußern.

FOTO: RALF REBMANN

Sabine Steel

Amnesty

International

Ich glaube fest

daran, dass ich

als Einzelperson

etwas tun kann,

wenn ich große

Organisationen

unterstütze.

Welche Rolle spielen persönliche

Erfahrungen für Ihr Engagement?

Wir lebten etwa 100 Meter neben dem

KZ Oranienburg-Sachsenhausen. In

den 1950er-Jahren konnte man sich die

Krematorien problemlos ansehen. Auf

meine Frage, was ein Krematorium ist

(damals war ich sieben Jahre alt), sagte

meine Mutter, ich sei zu klein, um das zu

wissen. Als meine Eltern im Kino waren,

las ich in einer Enzyklopädie nach. Schon

früh hat mich die Heuchelei angewidert,

wenn sich Männer von ihren Heldentaten

im Krieg erzählten. Wir selbst waren

Flüchtlinge aus Pommern. Warum so viele

nur das eigene Leid beklagt haben, habe

ich nie verstanden. Für die Juden und

„Kriegsfeinde“ (Soldaten und Zivilisten),

die im Krieg verfolgt und ermordet

wurden, schien es gar kein oder nur wenig

Mitleid zu geben.

Sie haben Amnesty International in

Ihrem Testament bedacht. Gab es für

Ihren Entschluss einen zeitgeschichtlichen

Auslöser?

Zum einen hat mich natürlich die deutsche

Geschichte geprägt. Darüber hinaus habe

ich im Laufe meines Lebens viele Kriege

verfolgt, die mir nahegingen, darunter

auch der Falklandkrieg in den 1980er-

Jahren. Amnesty ist eine Organisation,

die international erfolgreich agiert – und

in meinen Augen muss weltweit etwas

passieren. Ich hoffe, dass meine Stimme

durch das Vermächtnis langfristig Gewicht

hat. Menschenrechte sind immer relevant.

Viele denken, allein könnten sie nichts

bewirken. Inwieweit kann man in Ihren

Augen schon mit einem kleineren Vermächtnis

ein Zeichen setzen?

Ich glaube fest daran, dass ich als

Einzelperson etwas tun kann, wenn ich

große Organisationen unterstütze. Meine

Freunde und Verwandten wissen alle

von meinem Engagement. Zu Geburtstagen

und Weihnachten verzichten wir

untereinander schon seit Längerem auf

Geschenke – stattdessen spenden wir alle.

Wie leicht war es für Sie, ein entsprechendes

Testament aufzusetzen?

Die Idee dafür hatte ich schon ewig im

Kopf – die bürokratische Umsetzung

1990 war dann tatsächlich ganz unkompliziert.

Aufmerksam wurde ich auf diese

Möglichkeit durch eine Broschüre der

Organisation. Wunderbar ist natürlich

auch, dass Amnesty International als

NGO von der Erbschaftssteuer befreit ist.

Aber auch andernfalls hätte ich mein

Testament genau so aufgesetzt.

HABEN

SIE

FRAGEN?

SANDRA LÜDERITZ-KORTE

T +49 30 / 420 248 354

F +49 30 / 420 248 321

E sandra.luederitz-korte@amnesty.de

helfen.amnesty.de/testament

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mit Ihrem Testament.

Kostenloser Ratgeber für die Nachlassgestaltung

unter: amnesty.de/inzukunft

oder senden Sie Ihre Adresse an

Amnesty International, Stichwort: in Zukunft

Zinnowitzer Str. 8, 10115 Berlin


INVESTIEREN

SIE IN

GEBORGENHEIT

FÜR JUNGE MENSCHEN MIT VIEL POTENZIAL

Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie alle ihre

Fähigkeiten ausschöpfen können, ist eine direkte Investition

in das Wohl aller. Denn es sind diese jungen Menschen, die

ihre Gesellschaft nachhaltig gestalten und das Herz und das

Wissen haben, die Welt zu verändern. Das ist Hilfe, die wirkt.

Foto: Alea Horst

sos-kinderdoerfer.de

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