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Aurum 999,9 MagBook – Winter 2021

The Coffee Table MagBook

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S A L Z B U R G - G S T A A D - L O N D O N - H O N G K O N G<br />

W W W . A E N E A . C O M


EDITORIAL<br />

Liebe AURUM <strong>999</strong>,9-Community!<br />

Time is running. Drei Monate sind bereits<br />

vergangen, seit ich Ihnen im September voller<br />

Freude den Relaunch von AURUM <strong>999</strong>,9 als<br />

Coffee Table <strong>MagBook</strong> mit neuer DNA und meinem engagierten<br />

Redaktionsteam präsentieren durfte. Und was soll ich sagen: Die positive<br />

Resonanz hat meine Freude in Stolz verwandelt. Oder besser<br />

gesagt, eine euphorisierende Symbiose aus beiden Emotionen entfacht.<br />

Vielen lieben Dank für das Feedback, die unzähligen Glückwünsche<br />

und Feel-good-Vibes, die uns für die neue Ausgabe Kraft nach einem<br />

arbeitsreichen Sommer gegeben haben.<br />

Nun neigt sich das Jahr <strong>2021</strong> definitiv dem Ende zu. Spürbar an den<br />

kürzer werdenden Tagen, dem ungemütlichen Wetter und Menschen,<br />

die jetzt in der Vorweihnachtszeit noch ein Quäntchen gehetzter und<br />

gereizter sind als üblich. Ich muss ja zugeben, ich war noch nie ein sonderlich<br />

begeisterter <strong>Winter</strong>-Fan. Als Kreativer, und als solcher würde<br />

ich mich durchaus bezeichnen, brauche ich einfach viel Licht, Sonne<br />

und Wärme, die in mir die Lebensgeister wecken. Aber erst kürzlich,<br />

als ich mir nach Wochen wieder einmal die Zeit genommen habe, um<br />

ein spannendes Buch zu lesen, bin ich nicht darum herumgekommen,<br />

mir selbst etwas einzugestehen. Als ich den dicken Schmöker beiseitegelegt<br />

und eingemummt in eine Decke in das Dunkel der Nacht<br />

geblickt habe, hat mich das Gefühl überrascht, dass ich dieser sonst<br />

doch eher trostlosen Jahreszeit vielleicht mehr abgewinnen könnte als<br />

gedacht. Auf eine faszinierende Weise ist sie nämlich ein Seelentröster.<br />

Und diesen haben wir auch bitter nötig! Ich denke, die letzten Monate<br />

haben viele von Ihnen vor neue Herausforderungen gestellt, haben<br />

vielleicht auch einschneidende Veränderungen mit sich gebracht oder<br />

kaum Zeit gelassen, um einen Schritt zurückzumachen, abzu schalten,<br />

durchzuatmen und wieder zu innerer Balance zu finden. Mir und<br />

meinem Team ist es ähnlich ergangen.<br />

„Begleiten Sie uns in<br />

dieser <strong>Winter</strong>-Ausgabe<br />

zu idyllischen Orten<br />

abseits von Hektik<br />

und Alltagsstress“<br />

Begleiten Sie uns daher in dieser <strong>Winter</strong>-Ausgabe zu idyllischen Orten<br />

abseits von Hektik und Alltagsstress. Unsere Wohlfühl-Geschichten<br />

entführen Sie zum Beispiel auf eine Zeitreise zurück zu den legendären<br />

Taten eines Großmeisters der Couture: Pierre Cardin. Ähnlich glamourös<br />

präsentiert sich seit nunmehr 90 Jahren das weltbekannte Hotel<br />

„The Carlyle“. Wahrlich eine nicht mehr wegzudenkende Institiution<br />

in New Yorks Upper East Side. Berühmtheiten wie John F. Kennedy,<br />

David Bowie oder auch Lady Diana gaben sich in neun Jahrzehnten die<br />

Klinke in die Hand und genossen den diskreten Charme des Luxusdomizils.<br />

In diese Riege an Weltstars reiht sich auch Anna Netrebko,<br />

eine Ikone der Oper, nahtlos ein. Wir gratulieren ihr herzlich zum<br />

50. Geburtstag und geben einen Ausblick auf ihr Bühnenjahr 2022.<br />

Zuhause ist, wo Ihr Herz ist! Und das muss <strong>–</strong> ganz dem Zeitgeist der<br />

Multilokalität entsprechend <strong>–</strong> nicht zwingend an einem einzigen Ort<br />

sein. Wir haben uns für Sie nach Hideaways mit Wohlfühlfaktor abseits<br />

der Metropolen umgesehen und dazu passend aktuelle Wohntrends<br />

sowie kuschelige Interior-Highlights entdeckt. Entspannende Refugien,<br />

die man zwar nicht kaufen kann, in denen man jedoch von herzlichen<br />

Gastgebern willkommen geheißen wird, laden zu einer Auszeit für<br />

Körper, Geist und Seele ein. Egal ob in einem First-Class-Resort<br />

auf Mauritius, im malerischen Venedig mit historischen Palazzi oder auf<br />

einer Luxusyacht <strong>–</strong> das Rauschen des Meeres verzaubert uns doch<br />

immer wieder aufs Neue.<br />

Fotos: Jürgen Hammerschmid<br />

Mein Team und ich wünschen Ihnen und Ihren Liebsten somit wunderschöne<br />

Festtage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und wir freuen uns<br />

bereits auf ein gemeinsames 2022!<br />

Ihr<br />

Reinhard Neussner<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

7


INHALT<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

18<br />

FASHION<br />

12 PORTRAIT<br />

Der Midas der Mode: Pierre Cardin<br />

32 SHOWROOM<br />

Fashion in Balance<br />

34 LUXURY PIECE for Women<br />

36 ACCESSOIRES<br />

In bester Gesellschaft<br />

50 PORTRAIT<br />

Arthur Arbesser kreiert Mode für die große Bühne<br />

54 LUXURY PIECE for Men<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

58 UPPER EAST SIDE STORY<br />

Eine Hommage an das weltberühmte Hotel „The Carlyle“<br />

ART<br />

64 PORTRAIT<br />

Ikone der Oper: Anna Netrebko<br />

68 KUNST DARF PROVOZIEREN<br />

Sabine Wiedenhofer im Interview<br />

82 IMAGINE HUMAN RIGHTS<br />

Ein besonderes Charity-Projekt<br />

HISTORY<br />

74 EMPERADOR MAXIMILIAN<br />

Die bewegte Geschichte des österreichischen Erzherzogs<br />

ARCHITEKTUR<br />

88 RENAISSANCE DER LANDIDYLLE<br />

Oasen abseits der Metropolen<br />

94 DIE TOP 7<br />

Exklusive Domizile mit Erholungsfaktor<br />

102 IMMOBILIEN ROUND TABLE<br />

104 PORTRAIT<br />

Immobilienentwickler Michael Schmidt von 3SI<br />

108 HIGHLIGHT<br />

Ein Raumschiff ist gelandet<br />

LIVING<br />

122 SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

Poltrona Frau Flagshipstore Via Manzoni<br />

126 CHALET LIVING<br />

Wohnzimmer, Küche & Esszimmer, Schlafzimmer, Bad, Outdoor<br />

136 SHOWROOM NATIONAL<br />

Alpiner Chic bei Wetscher<br />

138 STATUSSYMBOL HOME-SPA<br />

Ab in die Wärme<br />

144 ZEIT FÜR WÜNSCHE<br />

Prominente Persönlichkeiten kreierten ihre Wohnvisionen<br />

BEAUTY<br />

152 WOHLFÜHLZEIT<br />

Beauty-Spezialisten für ein paar Stunden Me-Time<br />

154 DUFTREISE<br />

Ein aromatisches Abenteuer rund um die Welt<br />

156 BART-KUNST<br />

Grooming-Helfer für perfekt gepflegte Bärte<br />

MOBILITY<br />

164 TEST THE BEST SUV<br />

Aston Martin, Maserati, Lexus und Volvo<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution, Lucas Museum of Narrative Art, Fraser, Simon Watson<br />

8


INHALT<br />

188<br />

108<br />

194<br />

KULINARIK<br />

174 FLÜSSIGES GOLD<br />

Ein virtuoser Champagner<br />

177 GRAPPA MIT GRANDEZZA<br />

Limitierte Geschmackssensation aus Italien<br />

178 NEW IN TOWN<br />

181 MENU À LA CHEF<br />

Kulinarischer Gipfelstürmer im ikonischen „7132 Hotel“<br />

TRAVEL<br />

186 WELL-BEING RELOADED<br />

Der neue Luxus: Reisen ins Ich<br />

188 ZAUBER ZWISCHEN LAND UND MEER<br />

Die magische Strahlkraft von Venedig<br />

204 BODY AND SOUL<br />

Relax-Resorts, um die Seele baumeln zu lassen<br />

220 BERGE AN SPANNUNG<br />

Buchtipp für eine Auszeit<br />

222 TRAVEL WITH THE STARS<br />

Hunt Island von Jörg Pilawa<br />

224 NEW PLACES<br />

IMPRESSUM<br />

YACHT<br />

194 MARITIME FREIHEIT<br />

Aktuelle Juwele der Meere<br />

KOLUMNEN<br />

112 TATJANA LACKNER<br />

Welchen Partner haben Sie?<br />

150 ELKE REITMAYER<br />

Eine Analyse zu Lagom, Hygge & Niksen<br />

172 MARCUS JOSEF WEISS<br />

Zwischen den Linien ruhen die Lösungen<br />

PHOTOGRAPHY<br />

42 PORTRAIT GREG GORMAN<br />

114 PORTRAIT JOSEF FISCHNALLER<br />

158 PORTRAIT FRAUKE FISCHER<br />

Medieninhaber: Reinhard Neussner Management und Beteiligungs GmbH, Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien, office@aurum-magbook.com<br />

Verlags- und Redaktionsadresse: Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien<br />

Herausgeber, Chefredakteur, Geschäftsführer: Reinhard Neussner. Redaktionsteam: Bernhard Musil, Brigitte R. Winkler, Christoph Kulmer,<br />

Elisabeth Habitzl, Elisabeth Muth, Percival Pachta-Rayhofen, Reinhard Neussner, Rosemarie Pescheck. Redaktionsassistentin: Marily Elmezoglou.<br />

Chef vom Dienst: Christoph Kulmer. Art Director: Florian Reichel. Textchefin: Elisabeth Habitzl. Autoren dieser Ausgabe: Tatjana Lackner,<br />

Elke Reitmayer, Marcus Josef Weiss, Alice Mandel. Herstellungsort: Wien. Druck: Holzhausen/Gerin Druck GmbH.<br />

Blattlinie: AURUM <strong>999</strong>,9 <strong>MagBook</strong> ist eine Verschmelzung der Genres Coffee Table Book & Magazin. Das Redaktionsteam berichtet 4-mal jährlich<br />

für seine exklusive Member-Community über Wissenswertes, Exklusives und Aufregendes. Die Luxus-Lifestyle-Themen reichen von Architektur,<br />

Design, Fotografie, Kunst, Mode, Genuss, Reisen und Mobilität bis hin zu Business und History.<br />

Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle angegebenen Preise sind Richtpreise,<br />

redaktionelle Sonderwerbeformen sind mit dem Wort Advertorial gekennzeichnet.<br />

Offenlegung: www.aurum-magbook.com/impressum<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

9


INTERIOR DESIGN<br />

COMMERCIAL BUILDING K<br />

KITCHEN BLOCK


Showrooms: Sankt Martin . Linz . Vienna (A) . London (GB) . St. Gallen (CH)<br />

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KITCHEN INTERIOR DESIGN ARCHITECTURE


Pierre Cardins legendäre Fashion Show 2007 in der Wüste Gobi<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution


FASHION | PORTRAIT<br />

DER<br />

MIDAS<br />

DER<br />

MODE<br />

Pierre Cardin<br />

Er war ein Großmeister der Couture, die er nachhaltig prägte:<br />

Voriges Jahr verstarb PIERRE CARDIN am 29. Dezember in Paris und<br />

am 2. Juli 2022 wird der 100. Geburtstag des Modeschöpfers gefeiert.<br />

Ein Grund, sein Leben und reichhaltiges Schaffen näher zu betrachten <strong>–</strong><br />

und ebenso die Pläne, wie sein großartiges Erbe weiterwirken soll<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

13


Ein bisschen darf schon verraten werden: Auf jeden Fall soll<br />

2022 eine große Modenschau zu Ehren von Pierre Cardin<br />

stattfinden. Geplant wäre voraussichtlich Ende Jänner.<br />

Vermutlich in Paris. Dabei sollen noch Kreationen des<br />

Meisters selbst gezeigt werden. Die andere Hälfte der<br />

Kollektion werden Modelle sein, die von den Ateliers des<br />

Hauses, die jetzt unter der Leitung von Rodrigo Basilicati-<br />

Cardin stehen, entworfen werden. Fast drei Jahrzehnte<br />

hat dieser an der Seite seines berühmten Großonkels gearbeitet<br />

und fungiert jetzt auch als CEO des Unternehmens. In einer<br />

Pressekonferenz im berühmten Pariser Lokal seines großen<br />

Vorgängers, dem „Maxim‘s“, verkündete er, dass die Show keine<br />

Retrospektive sein wird.<br />

Beim Entwerfen der Jubiläumskollektion habe man an den<br />

prägenden Stil des Space-Age-Designers Pierre Cardin gedacht, aber<br />

auch ein jüngeres Publikum im Auge gehabt, meinte Basilicati-Cardin<br />

(den Namen Cardin nahm er im April 2019 an). Und weiter: „Die<br />

Kollektion wird als seine erkennbar sein. Nicht als etwas ganz<br />

Anderes, wie man es oft bei anderen Häusern sieht. Aber es wird<br />

meine Interpretation sein.“ Dafür habe er das Archiv der Maison,<br />

das rund 30.000 Outfits umfasst, durchforstet. Um sich inspirieren<br />

zu lassen, nicht um zu kopieren. Neben den jüngeren Kunden sollen<br />

vor allem auch die Pierre-Cardin-Lizenznehmer durch die Kollektion<br />

und die Modeschau beflügelt werden. Denn diese <strong>–</strong> rund 300 gibt<br />

es weltweit <strong>–</strong> seien „die Quelle des Lebens“ für die Marke, betonte er.<br />

Dahinter stecken mehrere zehntausend Produkte, die der<br />

CEO verwaltet <strong>–</strong> von Uhren über Jeans und Taschen bis zu<br />

Regenschirmen und mehr.<br />

Und es gab eine weitere Ankündigung: Das von Pierre Cardin<br />

gegründete Festival mit Musik, Theater und Tanz in Lacoste<br />

werde man weiter betreiben und um einen Filmpreis erweitern.<br />

Jean-Pascal Hesse, ein langjähriger enger Mitarbeiter Cardins erklärte,<br />

dass er bereits an einem weiteren Buch arbeite, diesmal über die<br />

frühen Jahre des legendären Modeschöpfers. Er habe unzählige Fotos<br />

gefunden, darunter auch solche von Yoshi Takata, einer Freundin von<br />

Pierre seit 1954 bis zu dessen Tod. Dazu Hesse: „Es gibt unglaublich<br />

viele Dinge, die man noch nie gesehen hat.<br />

v<br />

Rodrigo Basilicati-Cardin,<br />

Großneffe von Pierre Cardin<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution<br />

14


v<br />

Ein Modekönig in seinem Schloss:<br />

Pierre Cardin schuf mit seinem<br />

visionären Weitblick ein Imperium<br />

FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Blick auf die<br />

Ruine des Schlosses des<br />

Marquis de Sade<br />

in Lacoste<br />

Konzert vor den<br />

Schlossmauern beim<br />

Festival de Lacoste<br />

x<br />

„Ich wollte, dass<br />

mein Name eine<br />

Marke wird und<br />

nicht nur ein Etikett“<br />

Pierre Cardin<br />

Wie schade, dass man den fantastischen Modeschöpfer und so interessanten<br />

wie liebenswürdigen Menschen Pierre Cardin nach der Show<br />

nicht mehr persönlich treffen können wird. Oder in Wien, wo er oft<br />

und sehr gerne war. Zum Beispiel 2005 im Rathaus beim damaligen<br />

Bürgermeister Michael Häupl, der ihm die Auszeichnung „Goldener<br />

Rathausmann“ überreichte. Oder nach einer seiner speziellen Shows<br />

auf seinem Schloss in Lacoste. Wo ihm die Autorin dieses Artikels ein<br />

Säckchen Mozartkugeln überreichte, bevor danach zunächst ein Interview<br />

folgte und dann ein gemütlicher Plausch. Oder wie zuletzt im<br />

Februar 2020 in seinem Studio Pierre Cardin in der Rue Saint Honoré<br />

in Paris, wo die Autorin auch seinen Großneffen Rodrigo persönlich<br />

kennenlernen konnte. Aber jetzt geht es erst einmal zu jenem Ort,<br />

an dem diese unglaubliche Erfolgsstory ihren Anfang nahm.<br />

v<br />

Das Cardin-Festival zeigt neben Theater jetzt auch Kinofilme<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

15


Modenschau „Evolution“ im<br />

September 2019 in China<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution, Kunstpalast / Anne Orthen<br />

16


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Meisterwerke in der<br />

Ausstellung „Pierre Cardin.<br />

Fashion Futurist“ im<br />

Kunstpalast in Düsseldorf<br />

„Der Kreis ist<br />

das Symbol der<br />

Unendlichkeit.<br />

Ich liebe den Kreis.<br />

Der Mond, die Sonne,<br />

die Erde sind<br />

pure Kreationen,<br />

grenzenlos,<br />

ohne Anfang<br />

und ohne Ende“<br />

Pierre Cardin<br />

Nein, nicht nach Paris. Denn geboren wurde Pierre Cardin am 2. Juli<br />

1922 in San Biagio di Callalta in der Region Treviso in der Nähe von<br />

Venedig. Von dort floh Pietro Costante Cardini, so sein eigentlicher<br />

Name und das jüngste von 15 Kindern eines Weinhändlers,<br />

als Zweijähriger mit den Eltern vor dem<br />

Faschismus nach Frankreich. Mit 17 Jahren begann er<br />

in einem Schneidersalon in Vichy Geld zu verdienen.<br />

Fünf Jahre später, 1944, machte er sich in Paris selbstständig.<br />

Am liebsten wäre er Schauspieler oder<br />

Tänzer, Kostümbildner oder Architekt geworden,<br />

doch dafür reichte das Geld nicht. Bald geriet er in<br />

Pariser Künstlerkreise, landete als Zeichner im Modehaus<br />

Paquin, dann bei Schiaparelli. Er lernte Jean<br />

Cocteau kennen und stattete für ihn mit großem<br />

Erfolg den Film „La Belle et la Bête“ aus. Durch die<br />

Vermittlung von Cocteau öffneten sich ihm die Tore<br />

bei Christian Dior. Für und mit diesem entwarf er<br />

1947 den legendären „New Look“, der die Modewelt<br />

revo lutionierte und mit den weit ausgestellten<br />

Röcken, der engen Taille und den schmalen Schultern<br />

vor allem die Amerikanerinnen verrückt machte.<br />

Sein erstes eigenes Atelier gründete der ehrgeizige Designer 1950 in<br />

der Pariser Rue Richepanse. Von dort übersiedelte er bald in die Rue<br />

du Faubourg Saint-Honoré, jene berühmte Modestraße, in der sich<br />

die weltbekannten Maisons damals um jeden Quadratzentimeter<br />

rauften. Nach florierenden Jahren gehörten ihm dort neun Häuser,<br />

denn Pierre Cardin verabscheute es, Miete zu zahlen. Doch für seine<br />

überschäumende Fantasie und seine unglaubliche Geschäftstüchtigkeit<br />

brauchte er Platz. Zuerst für Damen-, dann für Herren- und<br />

schließlich auch für Kindermode. Cardin plissierte Mäntel aus grobem<br />

Leinen, ließ Busen durch transparente Blusen blitzen, Röcke zehn<br />

Zentimeter über dem Knie enden und kombinierte sie mit Maximänteln.<br />

Dass unter anderem die Herzogin von Windsor sich von<br />

seiner Mode angezogen fühlte, beschleunigte seine Karriere nicht<br />

unwesentlich. Schließlich präsentierte der Modeschöpfer 1953 seine<br />

erste Haute-Couture-Kollektion. Ein Jahr später wurde sein Bubble<br />

Dress, auch Ballonkleid genannt, zur weltweiten Sensation. Die<br />

Presse überschlug sich förmlich vor Begeisterung. Er eröffnete in der<br />

Rue du Faubourg Saint-Honoré seine erste Damenboutique „Eve“,<br />

natürlich schloss sich dieser bald eine Boutique namens „Adam“ in<br />

derselben Straße an. Bereits 1957 war Cardin so erfolgreich, dass er es<br />

sich erlauben konnte, das Angebot auszuschlagen, Nachfolger des<br />

verstorbenen Christian Dior zu werden. Er interessierte sich nämlich<br />

für ganz andere Dinge.<br />

Schon bald genügte es dem drahtigen Wahlfranzosen nicht mehr,<br />

elegante und teure Mode für Damen und Herren zu kreieren. Er<br />

stattete seine Kunden fortan mit Wäsche, Strümpfen, Handschuhen,<br />

Hüten, Stiefeln, Schmuck und Gürteln unter dem Label Cardin aus.<br />

Der Couturier ließ sie von Cardin-Tellern essen, auf Cardin-Stühlen<br />

sitzen und in Cardin-Betten schlafen. Unter dem selbstbewussten<br />

Motto „Ich bin der vielseitigste Designer der Welt. Man mag mich oder<br />

man mag mich nicht, jedenfalls bin ich immer interessant“ war sich<br />

Pierre Cardin nicht zu gut, auch so profane Dinge wie Hausschuhe,<br />

Brillen und Schokoladepackungen, Bettdecken, Frotteetücher und<br />

Geschirr, aber auch Kugelschreiber, Knöpfe, Möbel, Vorhänge sowie<br />

Schlafsäcke und Hüllen für Surfboards und vieles mehr zu entwerfen.<br />

Uhren natürlich auch schon damals. Bald hatte er die Idee, Lizenzen für<br />

alles und jedes zu vergeben. Während viele Modeschöpfer dies zwar<br />

ebenso taten, aus Eitelkeit aber lieber darüber schwiegen, kannte<br />

Cardin da keine falsche Bescheidenheit. Alle durften wissen, dass sich<br />

Unternehmer auf der ganzen Welt um ein Cardin-Design und seinen<br />

Namen reißen. Als erster Designer hatte er in seinen Entwürfen ein<br />

Logo mit seinem Namen angebracht. Und jetzt durften es auch seine<br />

Lizenznehmer weltweit verwenden.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

17


„Die Kleider, die<br />

ich bevorzuge,<br />

sind jene, die<br />

ich für ein Leben<br />

erfinde, das es<br />

noch gar nicht<br />

gibt <strong>–</strong> für die Welt<br />

von morgen“<br />

Pierre Cardin<br />

MIT VISIONEN ZU MILLIONEN<br />

So wünschte sich eine italienische Firma Cardin-Kinderwagen, eine<br />

japanische eine Cardin-Stereoanlage, eine schweizerische eine Autokarosserie,<br />

eine amerikanische die Innenausstattung von Sportwagen<br />

und eine andere ließ sich einen Learjet verschönern. Über diesen<br />

Auftrag sagte Cardin: „Atlantic Aviation wollten nicht nur, dass<br />

ich das Flugzeug innen und außen style, ich habe auch ein funktionelles<br />

Büro eingebaut.“ Nur als es darum ging, Verpackungen für<br />

Zigaretten und für Milch zu entwerfen, passte der Vielseitige lange<br />

Zeit: „Ich rauche nicht und halte es für ungesund. Und was die Milch<br />

betrifft, bin ich der Meinung, dass die attraktivste Verpackung dafür<br />

die Kuh selbst ist.“ Doch 1985 konnte er einem lukrativen Angebot<br />

letztlich nicht widerstehen und erlaubte, dass Glimmstengel der<br />

Marke Pierre Cardin hergestellt wurden.<br />

Mit einem großen Skandal ging Cardin 1958 daran, gezielt an der<br />

Promotion und Verbreitung seiner Mode zu arbeiten. Im Frühjahr<br />

präsentierte er seine erste Prêt-à-porter-Kollektion <strong>–</strong> sozusagen eine<br />

erschwing liche Ausgabe der Haute Couture <strong>–</strong> im Departmentstore<br />

Printemps und bot sie auch anderen Kaufhäusern an. (In Wien ist<br />

Cardin-Mode zum Beispiel bei Peek & Cloppenburg erhältlich.)<br />

Diese Strategie erklärte Cardin so: „Ich hatte es vorgezogen, mich<br />

selbst zu kopieren, bevor andere es schlecht tun.“<br />

Für seine Verehrer war und bleibt er der größte Designer aller Zeiten.<br />

Aber er hatte vor allem in diesen Anfangsjahren seiner Karriere auch<br />

viele Kritiker, die verächtlich auf ihn herabblickten. Sie nannten ihn<br />

einen Konfektionär, der für alles und jedes seinen Namen hergibt.<br />

Tatsache ist, dass Pierre Cardin die Prêt-à-porter, wenn schon nicht<br />

erfunden, so doch offiziell gemacht hat. Er wollte modische und hochwertig<br />

verarbeitete Kleidung auch für ein breiteres Publikum leistbar<br />

und zugänglich machen. Tatsache ist, dass er dafür beschimpft und<br />

bestraft wurde und dass es heute kein Modelabel mehr gibt, das nicht<br />

auch, wenn nicht sogar nur Prêt-à-porter fabriziert. Wieder einmal als<br />

erster verzichtete er auf Handnäherinnen und setzt Nähmaschinen ein.<br />

Cardin-Design:<br />

innovativ und unverkennbar,<br />

oft kopiert, nie erreicht<br />

x<br />

Dafür wurde er vom Chambre Syndicale de la Haute Couture, dem<br />

französischem Modeverband, aus der Vereinigung auserwählter<br />

französischer Couturiers ausgeschlossen. Natürlich durfte er später<br />

wieder in den erlauchten Kreis zurückkehren. Nicht nur das. Cardin<br />

bekundete ein paar Jahre danach: „Man hat mir schon öfter die<br />

Präsidentschaft angetragen. Aber ich komme schon kaum mehr dazu,<br />

mich um mich selbst zu kümmern. Wie erst darum?“<br />

Hätte nicht Pierre Cardin die Luxuskonfektion erfunden, könnte<br />

heute sicher ein anderer Modeschöpfer dieses Verdienst auf seine<br />

Fahne schreiben. Aber es war eben der innovative Italo-Franzose.<br />

Tatsache ist auch, dass Pierre Cardin eine gewisse Ähnlichkeit mit<br />

König Midas aus der griechischen Sagenwelt nicht verleugnen konnte:<br />

Ziemlich alles, was er in die Hand nahm, verwandelte sich in Geld.<br />

Doch hinter dieser Fähigkeit Cardins steckte kein Gott, der sie ihm<br />

mir nichts, dir nichts verliehen hatte. Sagenhaft an ihm waren seine<br />

Kreativität und seine Fantasie, sein Unternehmungsgeist, sein Fleiß<br />

und Arbeitseinsatz. Sein Lebenslauf liest sich eigentlich wie ein<br />

modernes Märchen.<br />

Fotos: Kunstpalast/Anne Orthen, Jerome Faggiano und Nils Herman<br />

18


Goldenes Outfit aus den<br />

1990er-Jahren, zeitlos modern<br />

v<br />

FASHION | PORTRAIT<br />

Konsole „Demi-Lune“ mit Schubladen<br />

in Form eines Halbmondes<br />

x<br />

h<br />

Konsole aus lackiertem Holz<br />

mit einer goldenen Leuchte<br />

c<br />

Bodenlampe „Homme & Femme Light“<br />

aus den 1970er-Jahren<br />

h<br />

Formvollendet: Kommode „Tête de Lune“<br />

von 1977 (zu Deutsch: „Kopf des Mondes“)<br />

h<br />

Ein Tisch als Kunstwerk: Cardin nannte<br />

seine Möbel „Gebrauchs-Skulpturen“<br />

„Meine Möbel<br />

sind Skulpturen.<br />

Ich liebe die Arbeit<br />

als Bildhauer. Sie<br />

ist mein Leben,<br />

meine Leidenschaft,<br />

mein Glück, meine<br />

Freude, mein Grund<br />

zu arbeiten“<br />

Pierre Cardin<br />

Im Jahr 1960 landete er den nächsten Coup. Cardin präsentierte<br />

erstmals im „Hôtel de Crillon“ auf der Place de la Concorde,<br />

dem Vorführtempel der großen Schneider vor ihm, seine erste<br />

Prêt-à-porter für Herrenmode. Da es damals noch keine männlichen<br />

Models gab, ließ er Studenten seine Mode vorführen: kragenlose<br />

Jacken, gegürtet, dazu schwere Motorradstiefel. Weltberühmt wurde<br />

seine Schultergestaltung: Glatte Rundungen konnte man dort selten<br />

finden. Entweder schmückten sie Zacken wie die eines Drachens oder<br />

es gab Vertiefungen, aus denen Kegel oder tellerartige Schuppen<br />

wuchsen. Dann wieder waren sie eckig oder endeten in Spitzen.<br />

Viele Modelle erinnerten dadurch an utopische Astronautenanzüge,<br />

an Op-Art und Science Fiction.<br />

h<br />

Liebe zur Geometrie: die dreieckige<br />

Leuchte „Triangle“<br />

v<br />

Sessel „Espace“ aus lackiertem Holz<br />

von 1972<br />

Kein Modeexperte wagt es, mit hundertprozentiger Sicherheit zu<br />

sagen, wer letztlich wirklich den Minirock erfunden hat. War Mary<br />

Quant tatsächlich die erste Designerin, die 1962 den kurzen Rock<br />

zeigte und damit zur Mode erklärte? Oder waren André Courrèges<br />

und / oder eben Pierre Cardin schon vorher damit auf dem Markt?<br />

Auf alle Fälle war er der erste Designer, der auch selbst entworfene<br />

Strumpfhosen anbot. So sorgte er dafür, dass Mini-Fans das Must-have<br />

in kühleren Jahreszeiten problem los tragen konnten. Als er dann auch<br />

blickdichte, schwarze Strumpf hosen propagierte, war die Welt wieder<br />

einmal schockiert. Aber nicht sehr lange. Weiter ging es bei Cardin mit<br />

dem „Cosmocorps-Look“ und mit Space-Age-Visionen. Die Inspiration<br />

dazu erklärt er so: „Der Kosmos, die Wissenschaft, die Satelliten und<br />

das Universum haben mich stets begeistert. Diese Sphären sind mein<br />

Bezugspunkt. Wie könnte dieser andere Mensch sein? Mit diesem<br />

Bezug habe ich meinen Stil entwickelt, während die anderen barock<br />

blieben oder sich auf vergangene Kulturen und Traditionen beriefen.<br />

Ich will die Kultur von morgen schaffen und nicht jene, die man mir<br />

beigebracht hat, wiederkäuen.“ Das gelang ihm ebenso bei der Auswahl<br />

der Models. Während vielen Modeschöpferinnen und Modeschöp fern<br />

heute noch vorgeworfen wird, dass sie sich ausschließlich auf schlanke<br />

und weiße Models fixieren, lag Cardin Diversität schon damals am<br />

Herzen. Abgesehen davon, dass er als Erster Männer auf dem Laufsteg<br />

zeigte sowie Frauen- und Männermode miteinander mischte, engagierte<br />

er auch von Anfang an regelmäßig Models aus Asien und Afrika.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

19


Neben der Mode interessierte er sich auch für Interior-Design und<br />

präsentierte 1970 eine Kollektion an Raumobjekten, betitelt<br />

„Prêt-à-Meubler“. Wie einst die Künstler der Wiener Werkstätte<br />

wollte er Mode und Möbel zu einem Gesamtkunstwerk des Lebens<br />

verbinden. Mit ihren knallbunten Farben, geometrischen Formen und<br />

glänzenden Oberflächen könnte man sie für Plastikmöbel halten.<br />

Sie waren jedoch nach alter asiatischer Tradition aus lackiertem<br />

Holz gefertigt. Bereits ab 1969 zählte Philippe Starck zu Cardins<br />

Möbel-Mode-Team und leitete es für kurze Zeit als Artistic Director.<br />

Jeder Entwurf wurde zunächst in einer Serie von nur acht Stück in<br />

Handarbeit hergestellt, dann nur noch als Einzelstück. Es waren<br />

und sind Unikate, Möbel-Haute-Couture sozusagen. Pierre Cardins<br />

Kästen, Schränke, Regale und Kommoden brauchten keine Wand.<br />

Alle Seiten waren meist individuell geformt <strong>–</strong> wie bei einer Skulptur.<br />

Und so nannte er sie auch: „sculptures utilitaires“.<br />

Modekaiser wollte er nie genannt werden. Denn: „Der Begriff ist mir<br />

zu militärisch. So bin ich nicht. Ich spüre instinktiv, was Frauen und<br />

Männer wollen.“ Und welcher Begriff hatte ihm stattdessen gefallen?<br />

„Abenteurer, das bin ich. Ich habe es noch nicht zum Mond geschafft,<br />

aber vielleicht eines Tages.“ Kein Wunder, dass sich 1963 die Beatles<br />

von ihm mit kragenlosen Anzügen einkleiden ließen. Und dass<br />

die US-amerikanische First Lady Jackie Kennedy bereits 1962 für<br />

einen Kanadabesuch ein Faible für seine Outfits entwickelte.<br />

Schauspielerin und Model Marisa Berenson lächelte mit seinen<br />

Kosmetik produkten 1967 für das Cover der „Vogue“ in die Kamera<br />

von Irving Penn. Klar, dass auch diese Umstände zum weiteren<br />

Bekanntheits- und gesteigerten Will-Haben-Grad des Modegenies<br />

beitragen. Folgerichtig waren und sind diese berühmten Bilder und<br />

oft auch die darauf abgebildeten Kreationen immer wieder bei<br />

Cardin-Ausstellungen zu bewundern. Enorm informativ gestaltet war<br />

2019 die Schau „Pierre Cardin: Future Fashion“ im Brooklyn Museum<br />

h<br />

Cardins typische Schulterformen<br />

sind nicht zu übersehen<br />

k<br />

2019 zeigt das<br />

Brooklyn Museum die Ausstellung<br />

„Pierre Cardin: Future Fashion“<br />

h<br />

Kreise tauchen in vielen Kollektionen auf, auch bei Abendkleidern<br />

mit 170 Objekten aus seinem Studio und Archiv: Haute Couture,<br />

Prêt-à-porter, prägnante Accessoires, Skizzen, Fotos, Möbel, Leuchten<br />

und mehr. Dazu liefen auf großen Bildschirmen Dokumentationen,<br />

Filme und Fernsehaufnahmen. Nicht unähnlich aufgebaut war die<br />

Retrospektive „Pierre Cardin. Fashion Futurist“ im Kunstpalast in<br />

Düsseldorf. Viel Wissen lässt sich ebenso im Musée Pierre Cardin,<br />

das sich das Allround-Genie schon zu Lebzeiten errichtete, in der<br />

Pariser Rue Saint-Merri erfahren. In der Nähe des Centre Pompidou<br />

gelegen kann man hier seit 2014 anhand von über 200 Modellen in<br />

die Arbeitswelt des Pierre Cardin eintauchen. Auf drei Etagen erlebt<br />

man auch seine Ideen für Möbel als Gebrauchsskulpturen, Hüte,<br />

Schuhe und Schmuck hautnah <strong>–</strong> ebenso wie seine Parfüms natürlich.<br />

Momentan ist das Museum allerdings geschlossen. Mit einer Lasershow<br />

stellte er im Mai 1992 fast 2.000 Gästen in den Gärten der<br />

Champs-Élysées sein neues Herrenparfüm „Enigme“ (auf Deutsch:<br />

Rätsel) vor. Der Flakon erinnert an eine futuristische Gesichtsmaske<br />

für Degenfechter. Und die Motivation dazu? „Ein Parfüm wird alt,<br />

also musste ich ein neues machen“, begründete er trocken und feierte<br />

bald darauf in aller Frische seinen 70. Geburtstag.<br />

Im Museum unübersehbar: Seine Schnitte sind meist geometrisch,<br />

konstruiert und cool. Stets findet sich irgendetwas Eckiges, Spitzes,<br />

Abstehendes an seinen Modellen. Als erster Modeschöpfer verwendete<br />

er Kunstfaser und Stretch, gravierte Vinyl und experimentierte mit<br />

Jersey. Er huldigte dem amerikanischen Raumfahrtzentrum NASA,<br />

indem er eine Art Satelliten-Kleider mit mehreren „Etagen“ entwarf,<br />

deren rundum abstehende Säume an stoffüberzogene Hula-Hoop-<br />

Reifen erinnerten. Der Kreis als Motiv tauchte auch später immer<br />

wieder in seinen Modellen auf. Das Computerzeitalter beschwor er mit<br />

plissierten Doppelcapes aus Gold- und Silberlamé über glitzernden<br />

Bodys. Der Modepionier steckte erstmals Frauen und Männer in<br />

Catsuits, darüber wurden Miniröcke oder wamsartige Oberteile<br />

getragen. Schlauchkleider lösten sich zum Saum hin in Blütenblätter,<br />

Rauten und Pfeile auf. Er liebte kreisförmige „Kugel“- und Kastenkleider.<br />

Kaum einmal fiel ein Stoff weich und natürlich. Mit Vorliebe<br />

zwang er schmiegsamen Textilien seinen Willen auf. Da wurde verstärkt<br />

und verdreht, seine Kreationen waren spiralförmig und eckig, künstlich<br />

und futuristisch. Ihn interessierte nicht der Körper, den er bekleidete,<br />

dieser hatte sich nach dem Kleid zu richten. „Meine Modelle entstehen<br />

aus einer Idee, daraus wird eine einfache Linie am Papier, aus der sich<br />

alles entwickelt“, beschrieb er seine Arbeitsweise. „Das fertige Modell ist<br />

wie eine Vase, die mit Wasser gefüllt wird. Ich bin das genaue Gegenteil<br />

von Azzedine Alaïa, der wie Madame Grès der Linie des Körpers folgt.“<br />

Fotos: Brooklyn Museum/Jonathan Dorado, Pierre Cardin Evolution/Jerome Faggiano, Pierre Cardin Evolution<br />

20


FASHION | PORTRAIT<br />

„Wenn ich<br />

noch einmal<br />

von vorne<br />

anfangen<br />

müsste, würde<br />

ich alles genauso<br />

machen“<br />

Pierre Cardin<br />

h<br />

Eine Legende: das Jugendstilrestaurant „Maxim‘s“ mit einer Glasdecke aus dem Jahr 1893<br />

Wie ein Feldherr arbeitete er an der Eroberung eines Weltreiches.<br />

Bereits 1957 besuchte er erstmals Japan und wurde bald darauf als<br />

Gastprofessor an das renommierte Bunka Fashion College in Tokio<br />

berufen. Cardin war der erste Couturier des Westens, den China ins<br />

Land einlud. 1974 erschien er auf dem Cover des „Time Magazine“<br />

nur mit einem Handtuch „bekleidet“. Seine Modenschau 1978 im<br />

Großstadion „Arbeiter-Gymnasium“ in Beijing begeisterte<br />

10.000 Zuschauer. An die 100.000 sollen es gewesen sein, als er im<br />

Juni 1991 mit 50 Models auf dem Roten Platz paradierte. Im Jahr 1980<br />

eroberte er Bulgarien, nachdem er zuvor schon Nord- und Südamerika<br />

sowie Japan mit seinen Produkten beglückt hatte. Drei Jahre später<br />

streckte er seine Fühler nach Moskau aus. Das Land der Unisex-<br />

Steppjacken reizte seine untrügliche Geschäftsnase. Gorbatschows<br />

Glasnost und Perestroika kamen ihm dabei wie gerufen. Ein Besuch<br />

der schönen Raissa Gorbatschowa in Paris öffnete ihm die Grenzen<br />

und 1986 unterzeichneten er und der sowjetische Vizeminister für<br />

Leichtindustrie, zuständig für den Bekleidungssektor, ein Fünfjahres-<br />

Abkommen. In 32 Textilfabriken in der UdSSR sollten in Zukunft<br />

Damen- und Herrenmode nach jeweils rund 50 Modellen aus der<br />

Frühjahr/Sommer- und der Herbst/<strong>Winter</strong>-Kollektion Cardins<br />

hergestellt werden. „Ein Land, das Raketen zum Mond schießen kann,<br />

kann auch ein Jackett tadellos fertigen“, schmetterte er Kritiker ab,<br />

die sich ob der erzielbaren Qualität Gedanken machten. 1995 schloss<br />

er einen Vertrag mit der chinesischen Regierung zur Produktion von<br />

Uniformen für Armee, Polizei und Post ab. 1987 stiegen seine Lizenzgebühreneinnahmen<br />

in unglaubliche Höhen, Bankkredite waren für<br />

ihn ein Fremdwort: „Ich habe immer erst dann etwas unternommen,<br />

wenn ich überzeugt war, dass es ein Erfolg wird und ich das nötige<br />

Geld dafür hatte.“ „Er hat zwei Gehirne“, sagten seine Verehrer, „eines<br />

für die Kreativität, das andere fürs Management.“<br />

Fast noch besser lief das preiswerte Schnellimbissrestaurant<br />

„Minims“ in der Rue de Faubourg Saint-Honoré. Beide Restauranttypen<br />

exportierte der clevere Cardin dann auch: nach Rio, New York,<br />

Beijing, Mexiko, Tokio, Moskau, Karachi etc. Dazu kamen Hotels,<br />

das „Maxim‘s“ in Paris und in Palm Springs. Und der Welterfolg<br />

dieses Marco Polo der Mode macht vor nichts und niemandem Halt.<br />

Seine Liebe zum Theater stillte er, indem er 1969 eines kaufte:<br />

das Espace Cardin. Er wandelte das ehemalige Theater in ein<br />

Kulturzentrum mit Konferenzsälen, einem Luxusrestaurant,<br />

einer Kunstgalerie und einem Vorführraum für seine Kollektionen<br />

um. Und 2001 kaufte er die Ruinen des Schlosses des Marquis de Sade<br />

im südfranzösischen Dorf Lacoste. Er ließ die verfallene Burgruine<br />

wiederaufbauen und erwarb 14 weitere Immobilien, um ein Festival<br />

ins Leben rufen zu können. Im Ort regte sich dagegen Widerstand,<br />

man warf Cardin vor, ein „rücksichtsloser Immobilienhai“ zu sein.<br />

Obwohl sich das Festival inzwischen großer Beliebtheit erfreut.<br />

Pierre Cardin kaufte die ikonische Pariser Institution 1981<br />

x<br />

Schon 1987 behauptete das französische Wochenmagazin „Le Nouvel<br />

Observateur“, Cardin besäße ein Vermögen von vier Milliarden<br />

Schilling. Seine Erzeugnisse gab es da schon in über hundert Ländern<br />

(das hundertste war Pakistan). Mit 850 Lizenznehmern war die<br />

Marke Cardin Arbeitgeber für 180.000 Personen und sein Umsatz<br />

bewegte sich damals zwischen acht und zehn Milliarden Francs.<br />

„Er isst am liebsten Sandwiches, wie kann das gutgehen“, lästerten<br />

Kritiker wieder einmal, als er das legendäre Restaurant „Maxim‘s“ in<br />

der Pariser Rue Royal kaufte. Er schnappte es Arabern vor der Nase<br />

weg. Es ging gut. Bald gab es 500 verschiedene Produkte unter dem<br />

Signet „Maxim‘s“: Champagner, sonstige Alkoholsorten, Fruchtsäfte,<br />

Gänseleber, Kaviar, Kristallgläser, Bestecke, Parfüms und vieles mehr.<br />

WINTER <strong>2021</strong>


22<br />

„Meine Priorität<br />

gilt der finanziellen<br />

Unabhängigkeit.<br />

Sie garantiert meine<br />

künstlerische Freiheit“<br />

Pierre Cardin


FASHION | PORTRAIT<br />

Daneben wurden regelmäßig Modenschauen im Schloss inszeniert,<br />

die allein schon von der legendären Location und der wunderbaren<br />

Aussicht über das französische Unterland profitierten. Kein Vergleich<br />

jedoch zu seinen spektakulären Präsentationsshows auf der ganzen<br />

Welt. Die speziellste und sicher auch teuerste davon spielte sich<br />

2007 in der Wüste Gobi in der Nähe der chinesischen Stadt<br />

Dunhuang ab. Für die Models hatte Cardin dafür einen schmalen,<br />

weißen Laufsteg, der sich durch die Dünen schlängelte, entwerfen<br />

lassen. Internationale Presse? War dazu nicht eingeladen! „Habe ich<br />

vergessen,“ scherzte Cardin später darüber. Um dann doch zuzugeben,<br />

dass es ein Fehler gewesen sei, da er doch selbst über die<br />

Location schwärmte: „Ich bin unglaublich viel gereist. Aber diese<br />

Reise und die Modenschau waren auch für mich sehr besonders.<br />

Das Licht, die Stille, die Leere und die Farbe des Sandes im<br />

Zusammenspiel mit dem blauen Himmel <strong>–</strong> es war, als würde man<br />

Mode am Rand der Unendlichkeit zeigen.“ Dafür durften seine<br />

damals 50 Lizenzpartner aus China den hundert weiblichen<br />

und männlichen Models beim Präsentieren der neuen Kollektion<br />

zu schauen. Wie sie quasi aus dem Nichts auftauchten und sich dann<br />

zu einer Art Karawane formten. Unüblich für Cardin, weil so traditionell,<br />

aber für diese Show seiner Meinung nach genau richtig: am<br />

Schluss eine Braut, die auf einem Kamel angeritten kam. Begonnen<br />

hatte die Schau am späten Nachmittag zu einer Zeit, als laut Cardin<br />

„die Sonne unterging und der Mond zur gleichen Zeit aufging“.<br />

Den Ort an der Seidenstraße und an einem Platz, wo einst Marco Polo<br />

unterwegs war, hatte Cardin ausgesucht, weil er erstens ein großer<br />

Fan von Marco Polo war. Der abenteuerliche Händler aus Venedig,<br />

geboren 1254, wäre immer schon seinem Herzen nahegestanden.<br />

Und zweitens, weil ihn die zuständigen chinesischen Beamten in<br />

Beijing dazu eingeladen hatten, dass seine Modenschau das<br />

Präludium zu einer Musical-Produktion sein könnte, in Hinblick<br />

auf die Olympischen Spiele 2008. Thema des Musicals: Marco Polo.<br />

Abgesehen von seinen Reiseabenteuern verbrachte Cardin neben<br />

Paris gerne viel Zeit in Théoule-sur-Mer, einem Ort am Mittelmeer in<br />

der Nähe von Cannes. Dort hatte von 1975 bis 1984 ein nicht minder<br />

innovativer Architekt, Antti Lovag aus Ungarn, das Palais Bulles<br />

gebaut. Kein Wunder, dass das geniale Gebäude den Kreis- und Kugelliebhaber<br />

begeisterte: Nichts an dem Gebäude ist eckig oder gerade.<br />

Alle 25 Räume samt Fenstern sind rund und kugelförmig. Sie wirken<br />

wie Blasen, auf Französisch „bulles“. Schließlich kaufte Cardin 1991<br />

das einzigartige Palais, das eine Fläche von 1.200 Quadratmetern mit<br />

Gärten, Wasserteichen, Swimmingpools und einem Amphitheater mit<br />

500 Sitzplätzen umfasst und einen spektakulären Blick auf die Bucht<br />

von Cannes und das Meer bietet. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde<br />

es im Rahmen einer spektakulären Modenschau vor Augen geführt,<br />

als Raf Simons dort im Mai 2015 die Cruise-Collection von Dior<br />

präsentierte. Jetzt wird das außergewöhnliche Gebäude bei Christie’s<br />

International Real Estate zum Verkauf angeboten. Preis? Auf Anfrage!<br />

Apropos Reisen. Dabei stand eine hierzulande nicht ganz<br />

unbekannte Stadt ganz oben auf der Lieblingsreisezielliste von Pierre<br />

Cardin: Wien. Warum das? Weil der fesche Italo-Franzose ein<br />

glühender Verehrer von Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi,<br />

war. Der Grund? Pierre Cardin sah sich gerne in einer Reihe mit<br />

großen Abenteurern und subversiven Rebellen der Weltgeschichte.<br />

Warum sonst hatte er sich das Schloss des Marquis de Sade in Lacoste<br />

gekauft? Und davor hatte er schon den Palazzo Bragadin Carabba in<br />

Venedig erworben, weil in diesem einst Giacomo Casanova gelebt<br />

hatte. Im Jahr 2000 lancierte er das Parfüm „Tristan“. Und seine Isolde<br />

war eben Kaiserin Sisi. Seine Lieblingsbilder von ihr: Sisi im Nachthemd<br />

mit offenen Haaren und Sisi auf dem Rücken ihres Pferdes. Von<br />

wem die Autorin das alles erfahren hat? Von der „Frau von hinter den<br />

Bergen“. So nannte Pierre Cardin die österreichische Journalistin<br />

Elisabeth Längle aus Vorarlberg. Weil er sich Vorarlberg nicht merken<br />

konnte und nicht aussprechen wollte. „Er war kulturell so unglaublich<br />

interessiert und gebildet. Da kommt man an Österreich auch nicht<br />

vorbei,“ schwärmt Längle von „ihrem“ Pierre Cardin. Den sie bereits<br />

Ende der 1960er-Jahre kennengelernt hatte, als sie begann,<br />

Förderarbeit für den heimischen Modemarkt zu leisten. Ihre Idee,<br />

internationale Modeschöpferinnen und Modeschöpfer nach Österreich<br />

zu bringen, stieß bei Pierre Cardin <strong>–</strong> siehe oben <strong>–</strong> sofort auf<br />

Zustimmung. Noch dazu heißt Längle ja wie seine geliebte Kaiserin.<br />

h<br />

Effektvolle Lichtspiele im Palais Bulle<br />

k<br />

Das Palais besteht aus 25 Betonkugeln,<br />

erbaut vom Architekten Antti Lovag<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution<br />

v<br />

Aus runden Öffnungen, einer Art Bullaugen, blickt<br />

man auf den Swimmingpool und das Mittelmeer<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

23


„Ich bin Träumer<br />

und Realist.<br />

Ein realistischer Träumer.<br />

Nichts ist unmöglich,<br />

und ich möchte immer<br />

noch mehr machen.<br />

Mein sehnlichster<br />

Wunsch ist es, bis zum<br />

letzten Atemzug<br />

zu arbeiten“<br />

Pierre Cardin<br />

IMMER WIEDER WIEN<br />

Also kam Pierre Cardin 1974 nach Wien. Er interessierte sich<br />

besonders für die Modeschule in Hetzendorf, zeigte dort eine Modenschau,<br />

unterhielt sich mit den Studierenden. Und er schickte ein<br />

nettes Schreiben an den damaligen Direktor, Professor Otto Liewehr,<br />

das natürlich 2017 bei der Ausstellung „70 Jahre Modeschule Hetzendorf“<br />

im Schloss Hetzendorf zu sehen war. Im Jahr 1983 gewann dann<br />

der damalige Modestudent Andreas Enzenhofer mit seinen<br />

Ent wür fen das ebenfalls von Längle initiierte Praktikum bei einem<br />

Modelabel im Ausland <strong>–</strong> bei Pierre Cardin. „Das war eine tolle Zeit,“<br />

schwärmt Enzenhofer noch heute. „Zuerst musste ich allerdings<br />

zurück nach Wien fliegen, weil ich meine Arbeitsmappe nicht dabeihatte<br />

und die wollte Cardin sehen, ob sie ihm gefällt. Sonst hätte er<br />

mich nicht genommen.“ Der Jungdesigner arbeitete sich zwei<br />

Saisonen durch alle möglichen Abteilungen des Hauses. „Ich habe für<br />

Lizenznehmer entworfen, aber auch Couture-Modelle angefertigt.“<br />

Oft hat er den Chef der Maison nicht gesehen. „Er war ja so viel in der<br />

ganzen Welt unterwegs. Und er hat dann gerade das ‚Maxim‘s‘<br />

gekauft und erneuert, dann das ‚Minims‘.“ Dafür lernte er Thierry<br />

Mugler kennen, Jean Paul Gaultier und den Künstler Erté. Zurück in<br />

der Heimat machte er sich 1985 dann selbstständig, avancierte zum<br />

Kleidermacher und wurde schließlich als Salzburger Edelschneider<br />

gefeiert. Doch die Kontakte zu Paris blieben und auch Kunden<br />

eroberte er sich dort. So sagt Andreas Enzenhofer: „Mein 30-Jahre-<br />

Jubiläum habe ich 2015 in Paris gefeiert.“<br />

Ein solches, allerdings schon sein 55., wollte Pierre Cardin wiederum<br />

2005 in Wien feiern. Natürlich mit Hilfe von Elisabeth Längle.<br />

Und sie schaffte es, dass am 3. Mai die Ausstellung „Pierre Cardin:<br />

Design & Fashion 1950 <strong>–</strong> 2005“ in der Akademie der bildenden Künste<br />

in Wien eröffnet werden konnte. Davor, nämlich 1987, war Cardin<br />

wieder einmal offiziell in Wien gewesen. Eingeladen vom Inhaber des<br />

Modekaufhauses Tlapa, Karl Vitaly, der für 800 Gäste eine Cardin-<br />

Modegala in der Wiener Hofburg inszenierte. Der Anlass war die<br />

Übernahme der Pierre-Cardin-Herrenmode-Kollektion made by<br />

Modellverarbeitung Schildt. Angepriesen als die neue Weltmarke von<br />

Tlapa „Pierre Cardin in Lizenz bei Schildt-Modellkleidung“. Doch im<br />

Jahr 2005 gab es noch größere Überraschungen. Zum ersten Mal<br />

hatte Pierre Cardin erlaubt, dass jemand <strong>–</strong> natürlich die Frau von<br />

hinter den Bergen <strong>–</strong> eine Biografie über ihn verfassen durfte.<br />

Und das auch noch in kürzester Zeit. Dazu meinte Längle: „Im<br />

Februar 2005 haben wir besprochen, dass das Buch anlässlich der<br />

Ausstellung Anfang Mai fertig sein muss. ‚Der Tag hat 24 Stunden‘,<br />

das war seine Zeitrechnung.“ Natürlich schaffte es Elisabeth Längle<br />

(und der Brandstätter Verlag), dass ihr Buch „Pierre Cardin“, den sie<br />

als „Erfinder der Zukunft“ bezeichnet, sozusagen als Katalog zur<br />

Ausstellung erhältlich war.<br />

v<br />

Cardin im<br />

Festsaal der<br />

Modeschule<br />

Hetzendorf im<br />

Februar 1974<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution, WStLA/PID, Brigitte R. Winkler, PID/Christian Fürthner<br />

24


FASHION | PORTRAIT<br />

Brigitte R. Winkler<br />

mit Pierre Cardin<br />

v<br />

„Goldener Rathausmann“<br />

von Bürgermeister<br />

Michael Häupl<br />

x<br />

h<br />

Meisterlicher Umgang mit Stoffen<br />

Wunderbar war bei dieser Gelegenheit, Pierre Cardin einmal in Wien<br />

zu treffen. Im „Hotel Sacher“ empfing er zum Interview. Dieses<br />

endete wie immer in einem sehr persönlichen Gespräch, samt netter<br />

Widmung und Autogramm im Buch. Den Couturier erwartete am<br />

nächsten Tag noch eine erfreuliche Sache. Pierre Cardin liebte Orden<br />

und Auszeichnungen, es war ihm daher eine große Freude, dass ihm<br />

Bürgermeister Michael Häupl den „Goldenen Rathausmann“ überreichte.<br />

Dabei überraschte Cardin alle seine Fans mit dem Hinweis,<br />

dass er den ersten Opernball nach dem Zweiten Weltkrieg besucht<br />

hatte, also im Februar 1956 schon einmal in Wien war. Natürlich lud<br />

er den Bürgermeister nach Paris ein. Ob das zustande kam, ist<br />

offiziell nicht bekannt gegeben worden. Doch eine andere, ebenfalls<br />

sehr Wienerische Geschichte wusste Elisabeth Längle noch zu<br />

berichten. Bei einem Besuch im „Café Hawelka“ erzählte sie der<br />

Besitzerin von Pierre Cardin. Darauf sagte Josefine Hawelka,<br />

dass der berühmte Modeschöpfer doch schon tot sei. Das wiederum<br />

erzählte Längle Cardin, als er wieder einmal nach Wien gekommen<br />

war. Daraufhin besuchte Cardin das berühmte Kaffeehaus zwar<br />

vor allem aus dem Grund, um Buchteln zu essen, er zeichnete<br />

aber auch <strong>–</strong> um die Besitzerin vom Gegenteil zu überzeugen <strong>–</strong> ins<br />

Gästebuch den Entwurf eines Schürzenkleides für Josefine Hawelka.<br />

Und laut Elisabeth Längle: „Darunter hat er ‚Exklusiv für Josefine‘<br />

geschrieben und mit seinem Namen unterzeichnet.“<br />

Wie recht die Journalistin mit ihrem Hinweis hat, dass Pierre Cardin<br />

die Kultur Österreichs liebte, beweist ganz großartig auch folgende<br />

Begebenheit. Zur Eröffnung seines ersten Theaters, des Espace<br />

Cardin, wurde im Jänner 1974 Peter Handkes Stück „Der Ritt<br />

über den Bodensee“ (auf Französisch: „La chevauchée sur le lac<br />

de Constance“) aufgeführt. Später sagte Cardin immer wieder,<br />

dass die Handke-Aufführung zu seinen Lieblingsinszenierungen<br />

zähle. Auf der Bühne standen damals unter anderem Gérard<br />

Depardieu und <strong>–</strong> nach langer Theaterenthaltsamkeit <strong>–</strong> auch wieder<br />

einmal Jeanne Moreau. Auf Wunsch von Cardin. Die skurrile<br />

Freundschaft der beiden begann im Oktober 1957 am Grab<br />

Christian Diors. Überwältigt von diesem Verlust fiel Pierre Cardin<br />

beim Begräbnis quasi in Ohnmacht <strong>–</strong> und fast direkt in die Arme der<br />

Schauspielerin Jeanne Moreau. Sie selbst beschrieb den Beginn der<br />

gemeinsamen Jahre 1963 in der Zeitschrift „Show“: „Ich sah ihn und<br />

es passierte auf den ersten Blick. Ich wollte ihn sofort wiedersehen,<br />

so ging ich unter dem Vorwand, seine Kleider sehen zu wollen,<br />

in seinen Salon. Ich kannte seinen Ruf in Paris. Ich wusste das alles,<br />

und es war mir egal. Ganz im Gegenteil, alle Hindernisse, und mir<br />

war klar, dass es einige geben würde, machten ihn noch attraktiver<br />

für mich. Ich fühlte, dass er fähig war, eine Frau zu lieben.<br />

Ich musste nur geduldig und zart sein und ihm nicht mit den<br />

grässlichen Fantasiegebilden Angst machen, die eine sadistische<br />

Gesellschaft voller Vergnügen immer neu gebärt. Ich musste ihm<br />

beibringen, dass ich alles verstehe, alles erdulden könne und dass<br />

auch er es müsste.“<br />

Kenner der Szene meinten jedoch, dass es die Hölle gewesen sein<br />

muss <strong>–</strong> und nicht nur für Jeanne Moreau. Mit dem Erdulden und<br />

dem Alles-verstehen-Können war es bald nicht mehr weit her.<br />

Wenn sie nicht selbst bei ihm sein konnte, hetzte sie ihm Detektive<br />

auf die Fersen. Cardin selbst hat sich nicht so offen über die Affäre<br />

geäußert. Lieber sprach er über die Arbeit. Mehr als 30 Jahre<br />

danach verrät er nur soviel über die Beziehung mit Jeanne Moreau:<br />

„Es war ein Abschnitt in meinem Leben, ein glücklicher. Nötig und<br />

wunderbar. Aber das Leben hat sich verändert. Es hat andere Phasen<br />

gegeben, die ebenso gut waren.“<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

25


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Die Männermodekollektion 2007 unterwegs<br />

in der chinesischen Wüste Gobi<br />

v<br />

FASHION | PORTRAIT<br />

Entwürfe aus dem Jahr 1971: typische<br />

Cardin-Couture mit Hommagen an den Kreis<br />

x<br />

EIGENTLICH WAR CARDIN<br />

„UNSTERBLICH“<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution, Pierre Pelegry/Yoshi Takata<br />

Sein Partner über 40 Jahre war Andre Oliver, sein „Top-Assistent“.<br />

Die Arbeit an den Kollektionen teilte man sich redlich. Darüber<br />

bemerkte Cardin einst : „Andre macht 30 Prozent davon, ich 70. Und<br />

ich bestimme die Linie, die Längen und die Farben.“ Oliver sollte sein<br />

Erbe werden, aber er starb 1993. Daraufhin beschäftigte sich Pierre<br />

Cardin mit der Forschung zur Bekämpfung von Aids. Deshalb veranstaltete<br />

er 1997 in seinem „Maxim‘s“ in New York seine erste Party,<br />

um Geld dafür aufzutreiben und Aufmerksamkeit dafür zu erregen.<br />

Bald darauf konnte mit seiner Hilfe in New York ein Forschungszentrum<br />

eröffnet werden, das er auch weiterhin unterstützte.<br />

Selbst brauchte der geniale Weltmeister nicht viel zum Leben.<br />

Nach eigener Aussage: Hühnerbouillon, türkischen Kaffee und seine<br />

ältere Schwester Janine. Keinen Alkohol, keine Zigaretten, keine<br />

Dienstboten, keine Köchin. Wie viele andere Modeschöpfer auch war<br />

er abergläubisch. Zurecht offenbar. Denn die Wahrsagerin, die dem<br />

jungen Pierre einst vorhersagte, dass er „steinreich und auf allen fünf<br />

Kontinenten berühmt sein werde“, behielt doch wohl recht. Schon als<br />

kleiner Junge hatte er davon geträumt, ein große Persönlichkeit zu<br />

werden und jemand, der zählt auf dieser Welt. Das hatte er in kurzer<br />

Zeit geschafft. Ebenso wenig mangelte es ihm an Auszeichnungen:<br />

So wurde Cardin 1974 in die französische Ehrenlegion aufgenommen.<br />

In den Jahren 1977, 1979 und 1982 erhielt er den „Dé d‘ Or“<br />

(„Goldener Fingerhut“), eine damals begehrte Trophäe und sozusagen<br />

der Oscar der Modebranche für die beste Kollektion der Saison.<br />

In Japan wurde ihm der „Orden des Heiligen Schatzes, Gold- und<br />

Silberstern“ für seine Verdienste um die dortige Modeindustrie<br />

verliehen. Cardin hatte mehrfach an japanischen Modeschulen<br />

unterrichtet. Seine Schüler waren unter anderem Kenzo und Hanae<br />

Mori, in Paris Jean Paul Gaultier. Schließlich erhielt er 2010 den<br />

„Legend Award“ des Fashion Group International Board of Directors.<br />

Noch ehrenhafter, ja geradezu sensationell jedoch ist die Tatsache,<br />

dass er im Februar 1992 als erster und bis zu diesem Zeitpunkt<br />

einziger Modeschöpfer zum Mitglied der Unsterblichen der Académie<br />

des Beaux-Arts, die zu der renommierten und ehrwürdigen<br />

Académie française gehört, ernannt wurde. Man würdige damit seine<br />

besonderen Leistungen auf wissenschaftlichem und künstlerischem<br />

Gebiet, hieß es in der Begründung. Damit ist der sagenhafte<br />

Geschäftsmann auch noch „unsterblich“. Dies war sicher einer der<br />

größten Augenblicke in seinem Leben.<br />

Fragte man ihn jedoch danach, so bekam man vom Weltraumfanatiker<br />

schmunzelnd eine andere Antwort: Der größte Moment für<br />

ihn war jener Augenblick, als er im Raumfahrtzentrum der NASA in<br />

Houston im Anzug von Astronaut Neil Armstrong umhergehen<br />

durfte. Cardin sagte danach: „Es war gerade Frühstückszeit und ich<br />

konnte den Hüter der Glasvitrine überzeugen, dass er mir den Anzug<br />

herausholen soll.“ Zweiter Höhepunkt: als er das „Maxim‘s“,<br />

das „teuerste Restaurant der Welt“ (Cardin) gekauft hatte.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

27


Unverkennbar Cardin sind auch<br />

Kollektionsentwürfe von <strong>2021</strong><br />

x<br />

h<br />

Fließende Stoffe und ein<br />

untrügliches Gefühl für Farben<br />

v<br />

Wie viele Kreise verträgt<br />

ein perfektes Abendmodell?<br />

JUBILÄEN UND<br />

MONUMENTE<br />

h<br />

Kreisförmiges Spiel mit<br />

schwarz-weißer Geometrie<br />

Das Victoria und Albert Museum in London hatte sich jedenfalls<br />

nicht wenig vorgenommen, als es beschloss, dem damals 68-Jährigen<br />

als erstem lebenden Modeschöpfer die diversen Jahrestage, die<br />

1990 anfielen, mit einer Retrospektive zu versüßen: 40 Jahre<br />

Damenmode, 30 Jahre Männermode, 20 Jahre Espace Cardin und<br />

10 Jahre „Maxim‘s“.<br />

Beeindruckend war auch das Fest anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums<br />

der Marke Pierre Cardin im Théatre du Châtelet, wo auch der<br />

Dokumentarfilm „House of Cardin“ gezeigt wurde. Seine größten<br />

Fans aus der Modebranche nahmen begeistert daran teil <strong>–</strong> wie<br />

Jean Paul Gaultier, Christian Louboutin oder Inès de la Fressange.<br />

Mit Mundschutz. Wegen der Corona-Pandemie war das Fest von April<br />

auf September 2020 verschoben worden. Auf Ansprachen, Diashows<br />

und den Film folgten musikalische Auftritte. Zum Schluss standen<br />

Models auf der Bühne in seinen neuesten Kreationen, darunter<br />

Hosenanzüge mit geometrisch gemusterten Jacken, Herrenwesten<br />

über weißen Hemden und eine elektrifizierte blaue Version des<br />

Metallic-Reifenkleides, das einst von Lady Gaga getragen wurde.<br />

„Er hat mich die Freiheit gelehrt,“ schwärmte Gaultier damals.<br />

„Ich schulde ihm alles. Denn er ist ein absolutes Genie und ein<br />

Tausendsassa. Er ist wirklich einzigartig.“ Und Pierre Cardin über<br />

den Film: „Ich habe vergessen, dass ich jung war. Es gibt viele Dinge,<br />

die ich noch nie gesehen habe. Ich war zu Tränen gerührt.“<br />

Gerne hätte er sich auch ein spezielles Denkmal errichtet. So<br />

versuchte er von 1998 bis 2003 den Leuchtturm von Alexandria<br />

rekonstruieren zu lassen. Seine Fantasie: Der erneuerte Turm sollte<br />

mit so viel Licht ausgestattet werden, dass er bis zur Hälfte des Mittelmeeraumes<br />

zu sehen wäre, als „Monument der mediterranen<br />

Kreativität“. Als er damit scheiterte, versuchte er ein ähnliches Projekt<br />

in seinem Herkunftsland Italien und seinem geliebten Venedig. Dort<br />

wollte er ein Palais Lumiere errichten lassen, einen 244 Meter hohen<br />

Leuchtturm. Sein von ihm gezeichneter Entwurf enthielt auch ein<br />

Hotel, ein Restaurant und Apartments. Diesen Turm wollte der Modedesigner<br />

auf einer kleinen Insel errichten lassen und ihn dann Venedig<br />

schenken. Im Gegenzug sollte ihm die Stadt die Insel schenken. Der<br />

Bürgermeister war dafür. Alles schien man bald auf Schiene bringen<br />

zu können, als 2014 der Bürgermeister festgenommen wurde und ins<br />

Gefängnis kam. Damit platzte auch dieses Vorhaben, der Welt wieder<br />

einmal ein Weltwunder zu schenken. Rund 70 Kilometer entfernt<br />

von Paris in Houdan arbeitete er bis zuletzt an einem neuen Projekt.<br />

Es sollte ein Kulturzentrum entstehen, das einzelne Häuser umfasst,<br />

gedacht als Künstlerresidenzen. Dazu sollte ein Theater mit 500 Sitzplätzen<br />

errichtet werden. Die Eröffnung war für <strong>2021</strong> geplant.<br />

k<br />

Zurück in die Zukunft: Bei seinen futuristischen<br />

Space-Age-Kreationen ließ Cardin seiner Fantasie freien Lauf<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution, Pierre Cardin Evolution/Jerome Faggiano, Pierre Pelegry/Yoshi Takata<br />

28<br />

WINTER <strong>2021</strong>


FASHION | PORTRAIT


FASHION | PORTRAIT<br />

„Ich besitze das Palais<br />

von Casanova in Venedig<br />

und das Schloss von<br />

Marquis de Sade.<br />

Wenn es in der Nacht<br />

erstrahlt, wird es zu<br />

meinem Leuchtturm“<br />

Pierre Cardin<br />

ZEITGENOSSEN<br />

ZUM TOD VON<br />

PIERRE CARDIN<br />

Seine Familie, Wegbegleiter aus der Modewelt und Frankreichs First<br />

Lady, Brigitte Macron, nahmen in Paris Abschied. Einen Monat nach<br />

seinem Tod fanden sich Stars wie Sylvie Vartan oder Carla Sozzani<br />

zu einer Messe in der Kirche Madeleine im Zentrum von Paris ein.<br />

Beigesetzt wurde Pierre Cardin schon Anfang Jänner <strong>2021</strong> in privatem<br />

Kreis am Friedhof von Montmartre. Ein Mitglied seiner rund<br />

50 hinterbliebenen Familienmitglieder: „Wir sind alle stolz auf seinen<br />

hartnäckigen Ehrgeiz und den Wagemut, den er sein ganzes Leben<br />

gezeigt hat. Immer getrieben von dem Wunsch nach Weltoffenheit,<br />

ist es ihm gelungen, seinen Namen und seine Marke weltweit bekannt<br />

zu machen und zu etablieren.“<br />

Eindrucksvoll waren nach seinem Tod die Ehrungen von Modeschöpferinnen<br />

und Designern, Branchenvertretern und Fans auf ihren<br />

offiziellen oder Social-Media-Seiten. Wie zum Beispiel von Maria<br />

Grazia Chiuri, der jetzigen Dior-Chefdesignerin für die Damenmode,<br />

die ein Foto von Cardin im Dior-Atelier (1947 bis 1950) postete und<br />

dazu schrieb: „Ich bin sehr traurig über den Tod des kreativen Genies<br />

Monsieur Pierre Cardin. Ich hatte die Ehre, ihn nach meiner ersten<br />

Show für Dior zu treffen. Er hat mich in dem Haus willkommen<br />

geheißen, zu dem er für immer gehören wird.“ Ein Verantwortlicher<br />

des Hauses postete ein Bild von der Dior-Cruise-Show 2016 im Palais<br />

Bulles in Théoule-sur-Mer und schrieb: „Einzigartig, leidenschaftlich,<br />

ein Ästhet, Pierre Cardin wird immer eine Ikone der unerschöpflichen<br />

Kreativität und Neuerfindung bleiben.“ Und: „Gefesselt von der Kunst<br />

in all ihren Erscheinungsformen <strong>–</strong> vom Theater bis zur Malerei <strong>–</strong><br />

wie auch Christian Dior, ist er ein Symbol französischer Exzellenz.“<br />

Ebenso postete Kim Jones, der Kreative Leiter der Männermode der<br />

Maison, ein Bild des jungen Cardin im Dior-Atelier und schrieb:<br />

„Ich finde, Pierre Cardin schaute in die Zukunft und prägte die<br />

Sprache für die moderne Modelandschaft.“<br />

Das Haus Dior in einer Erklärung: „Mit einer zutiefst futuristischen<br />

Vision und einem Pioniergeist hat Monsieur Cardin Haute Couture<br />

und Konfektionskleidung virtuos neu erfunden. Als Ästhet, der die<br />

Faszination von Monsieur Dior für die Künste teilte, ließ er sich<br />

von Theater, Malerei, Design und Architektur inspirieren, um sein<br />

einzigartiges Universum zu nähren, ein wahres Symbol für<br />

Exzellenz in der Mode.“<br />

Bernard Arnault, Gründer und CEO des Luxuskonzerns LVMH<br />

Moët Hennessy Louis Vuitton: „Pierre Cardin war der letzte<br />

Designer der wunderbaren Generation, die unmittelbar nach dem<br />

Krieg aufblühte. Ich verneige mich vor einem Mann mit immensem<br />

Talent, dem es gelungen ist, einen großartigen Dialog zwischen<br />

Italien und Frankreich aufzubauen und der immer versucht hat,<br />

durch eine futuristische und inspirierte Ästhetik eine kühne<br />

Zukunft zu skizzieren. Er selbst hat mich vor nicht allzu langer Zeit<br />

daran erinnert, dass er vom ersten Tag der Eröffnung des Hauses<br />

an der Seite von Christian Dior war und dass er in den ersten<br />

vier Jahren sein erster Couturier gewesen war. Was für ein<br />

außer gewöhnliches Leben!“<br />

Jean Paul Gaultier über den Verstorbenen: „An meinem<br />

18. Geburtstag machte ich meine ersten Schritte in die Welt der Haute<br />

Couture. Es war der Tag, an dem ich Pierre Cardin kennenlernte und<br />

seinem Team beitrat. Er war ein Mentor für mich.“ Und weiter:<br />

„Er war ein multitalentierter Mastermind: Couturier, Atelierleiter,<br />

Designer, Manager, Geschäftsmann, Showproduzent, Botschafter für<br />

Frankreich, Philanthrop <strong>–</strong> so viele Rollen, die er sein ganzes Leben<br />

lang erfolgreich ausübte. Er war ein Kaiser, ein Eroberer, der die<br />

Modebranche für immer geprägt hat.“<br />

Fotos: Pierre Cardin Evolution<br />

30


Pierre Cardin mit einem Foto aus den 1950er-Jahren<br />

und mit seinen „Gebrauchs-Skulpturen“<br />

Giorgio Armani: „Es macht mich traurig, vom Tod von Pierre Cardin<br />

zu hören. Seine italienische Herkunft hat mich immer sehr stolz auf<br />

seine Leistung gemacht. Vom Parfüm bis zum Restaurant ist er der<br />

Erfinder der Markendiversifizierung, ein wahres Genie und ein<br />

Gentleman. Und auch sehr unterstützend. Als ich ihn zu Beginn<br />

meiner Karriere traf, sagte er mir, dass ich es weit bringen würde.<br />

Ich habe seine ermutigenden Worte nie vergessen.“<br />

Ralph Toledano, Präsident der Fédération de la Haute Couture et<br />

de la Mode (einst Chambre Syndicale), ehrte Cardin als „Vorläufer“,<br />

der mit seinen innovativen Designs die Modegeschichte prägte.<br />

Und weiter: „Pierre Cardin kombinierte Erfindungsreichtum,<br />

Geschäftssinn und Kommunikationsfähigkeit und hat sein ganzes<br />

Leben lang den Zeitgeist, seine Möglichkeiten und all seine<br />

Revolutionen eingefangen. Er war der Erste, der um die Welt ging.<br />

Er reiste nach Russland, China und Indien, bevor jemand darüber<br />

nachdachte. Er erfand das Lizenzmodell, mit dem später alle<br />

Couture-Häuser wachsen konnten. Sie alle sind in die Fußstapfen<br />

von Pierre Cardin getreten.“<br />

Inès de la Fressange: „Zu Beginn meiner Modelarbeit für Pierre<br />

Cardin glaubte ich ihm noch nicht, als er sagte: Wenn etwas gut ist,<br />

passt es jedem. Ich habe nur mit den anderen Mädchen gelacht.<br />

Aber nach einigen Jahren habe ich gemerkt, dass er recht hatte,<br />

dass, wenn man etwas wirklich mag, es passt und es einem egal ist,<br />

sogar welche Größe es hat. Und er kombinierte statt Blusen<br />

Herrenbaumwollhemden mit Couture-Jacken. Da dachte ich zuerst<br />

auch, er ist verrückt. Auch in diesem Fall hatte er recht. Das war sehr<br />

modern und sehr chic und elegant.“<br />

Simon Porte Jacquemus, Modeschöpfer: „Es ist ein sehr trauriger<br />

Tag für die Mode. Pierre Cardin war ein ikonischer Couturier, der<br />

mich von klein auf dazu brachte, Mode zu lieben. Ich war schon<br />

immer fasziniert von seinem Lebensstil und seiner futuristischen Art,<br />

seine Marke über die Kleidung hinaus zu projizieren. Ich bewundere<br />

seine Unabhängigkeit, seine Freiheit und seine Karriere. Seine<br />

Farben, Formen, Ästhetik und seine Art, die Zukunft zu sehen,<br />

werden immer eine Quelle der Inspiration bleiben.“<br />

François-Henri Pinault, Vorsitzender und CEO des Luxusmode-<br />

Konglomerats Kering: „Mit Pierre Cardin verlieren wir nicht nur<br />

einen visionären Designer, sondern auch einen revolutionären<br />

Unternehmer.“<br />

Alexis Mabille, Modedesigner: „Monsieur Cardin war schon immer<br />

aus der Zeit gefallen, er war Avantgardist und wollte seine Vision von<br />

Mode, Schmuck und Design verwirklichen. Seine Vorstellung von<br />

Volumen war so visionär und er tat es mit einem solchen Sinn für<br />

Humor. Ich denke, Monsieur Cardin hat uns alle inspiriert.<br />

Wir haben einen verdammt guten Mann verloren.“<br />

Manolo Blahnik, Schuhdesigner: „Pierre Cardin war ein wahrer<br />

Pionier moderner, futuristischer Kleidung. Er war sehr einflussreich<br />

mit einem modernen Sinn für die Mode des 20. Jahrhunderts.<br />

Ich bin ein großer Bewunderer seiner Vision.“<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

31


Fashion<br />

IN BALANCE<br />

Empathie, ein untrügliches Gespür für Trends und<br />

ein Gläschen Sekt <strong>–</strong> bei Popp & Kretschmer im<br />

Palais Todesco wird seit fast 50 Jahren Mode zelebriert<br />

h<br />

Strahlend schön: Popp & Kretschmer im<br />

Palais Todesco, Kärntner Straße 51, 1010 Wien<br />

v<br />

Einblicke in eine längst vergangene Zeit:<br />

Das ehemalige Lederwarengeschäft eröffnete 1889<br />

32


FASHION | SHOWROOM<br />

k<br />

Goldstandard: Die Boutique ist ein<br />

eleganter Eyecatcher<br />

Schimmernde Paillettenrobe: Model Mara<br />

Nica in einer Kreation von Elie Saab<br />

x<br />

b<br />

Glänzend:<br />

Abendkleid von<br />

Talbot Runhof<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Popp & Kretschmer, Rafaela Pröll, Hersteller<br />

Das Traditionsgeschäft Popp & Kretschmer gegenüber der Wiener<br />

Staatsoper ist seit 1889 in Familienbesitz und war ursprünglich ein<br />

kleiner Laden für Lederwaren. 1976 hat sich Peter Trefelik einen lang<br />

gehegten Traum erfüllt. Er schuf aus den etwas heruntergekommenen<br />

Räumlichkeiten einen der exklusivsten Modesalons der Stadt. Eröffnet<br />

wurde 1977 und zwar mit einer puristischen Kollektion des deutschen<br />

Opernsängers und Modeschöpfers Ermano Sens-Grosholz.<br />

Fast ein halbes Jahrhundert später begeistert die Boutique auf drei<br />

Etagen und 1.400 Quadratmetern sowie mit einem umfangreichen internationalen<br />

Markenportfolio von Elie Saab über Roberto Cavalli und Iris<br />

von Arnim bis Salvatore Ferragamo. Auch die Wiener Szene ist mit dem<br />

Designer Marcos Valenzuela und seinem Label Tiberius vertreten und<br />

zeichnet für maßgeschneiderte Braut- und Anlassmode verantwortlich.<br />

k<br />

Schick in Strick:<br />

Long-Cardigan aus<br />

Kaschmir-Seide-<br />

Mischung von Kiton<br />

Geschäftsführer Dr. Rainer Trefelik beschreibt das besondere Flair<br />

des Modetempels Popp & Kretschmer so: „Wir versuchen stets ein<br />

vertrauter Partner für unsere Kundinnen zu sein und trotzdem neue<br />

interessante Brands miteinzubinden. Ein wichtiger Aspekt ist auch<br />

das Multichanneling. Deshalb haben wir unseren Webshop auf neue<br />

Beine gestellt.“<br />

Dieser offene Zugang zeigt sich auch bei der Marke House of Mua<br />

Mua, die es seit der aktuellen Saison im Traditionshaus zu entdecken<br />

gibt. Es handelt sich um ein spannendes Projekt mit plakativen Designs<br />

aus Bali sowie einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und sozialer<br />

Verantwortung. Popp & Kretschmer beweist, wie man mit einer<br />

sensiblen Balance aus Tradition und Innovation einen Multibrand-Store<br />

von Generation zu Generation erfolgreich in die Zukunft führt.<br />

POPP & KRETSCHMER VERRÄT IN<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 SEINE FAVORITES<br />

„Talbot Runhof ist seit vielen Jahren ein treuer Partner und entwirft für alle Altersgruppen, Größen<br />

und Anlässe einfache, aber raffinierte Schnitte. Bei Kiton ist die Qualität besonders herausragend<br />

und begeistert uns immer wieder aufs Neue. Das Label Domrebel sorgt mit seinen spannenden<br />

T-Shirts und Sweaters sowie mit viel Humor bei den Prints für Feel-good-Vibes im <strong>Winter</strong>.“<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

33


LUXURY PIECE | WOMEN<br />

Funkelnde<br />

KETTENREAKTION<br />

Handtaschen von Chanel sind Kult! Als Coco Chanel 1955 das Modell<br />

„2.55“ kreierte, war das ein Modeskandal. Es war nämlich die erste<br />

Tasche für Frauen mit einem Schultergurt <strong>–</strong> heute ist die Gliederkette<br />

ein bekanntes Markenzeichen der Maison. Neben zeitlosen<br />

Klassikern gelang es dem Luxuslabel auch stets zu überraschen,<br />

etwa mit extravaganten Unikaten wie „Perfume Bottle“, „Milk Carton“<br />

oder „Giant Hoop“. Auch dieses Exemplar aus der aktuellen<br />

Cruise-Kollektion weiß, im wahrsten Sinne des Wortes, zu glänzen.<br />

Die elegante Kreation mit funkelndem Strass und noblen Modeschmuckperlen<br />

zieht definitiv alle Blicke auf sich. Preis auf Anfrage<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

34 WINTER <strong>2021</strong>


I N B E S T E R<br />

Gesellschaft<br />

Die Goldenen Zwanzigerjahre waren die Dekade des Aufbruchs in<br />

der Mode. Man wollte schockieren, neue Wege beschreiten und vor<br />

allem gesellschaftliche Statements setzen. Begehrte Accessoire-Ikonen<br />

dieser legendären Ära sind mondäne Cocktailringe. Auffällige, kunstvoll<br />

gearbeitete Schmuckstücke mit Diamanten und edlen Steinen<br />

wie Onyx, Turmalin oder Citrin <strong>–</strong> damals wie heute sind sie elegante<br />

Must-haves für besondere Anlässe. Den Designs sind dabei keinerlei<br />

Grenzen gesetzt, sie reichen von klassisch-zart bis prächtig-selbstbewusst.<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 hat für Sie aktuelle Preziosen kuratiert<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Fotos: Hersteller


ACCESSOIRES<br />

Cartier<br />

Funkelndes Kleinod: 396 Diamanten im<br />

Brillantschliff zieren diesen Ring aus 18 Karat<br />

Weißgold. Die progressive<br />

Komposition aus Amethysten und Onyx<br />

lassen das Kunstwerk einzig in seiner Art<br />

und zu einem wahren Blickfang werden.<br />

Ring „Clash [Un]limited“<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

37


ACCESSOIRES<br />

K L A S S I S C H E<br />

Schönheiten<br />

3<br />

4<br />

1<br />

2<br />

5<br />

1 | Louis Vuitton<br />

Blue Moon: Diese Exklusivität aus der<br />

High-Jewellery-Kollektion „ Bravery“ aus<br />

18-karätigem Weißgold überzeugt stilvoll<br />

mit Saphiren, Rubinen und Diamanten.<br />

Ring „The Arrow“<br />

2 | Schullin Wien<br />

Scheinwelt: 162 schwarze Diamanten umschließen<br />

diesen Ring aus 18 Karat Roségold.<br />

Ein leuchtend pinker Rubellit im Kissenschliff<br />

wurde oben an die Spitze gesetzt.<br />

Ring „Pink Damokles“<br />

3 | Tamara Comolli<br />

Purismus: Hier wurde 18 Karat Weißgold<br />

mit weißen Diamanten veredelt. Eine<br />

besondere Kostbarkeit ist der grüne Turmalin<br />

in der Mitte <strong>–</strong> eine farbintensive, 19-karätige<br />

Edelstein sensation. Ring „Cushion“<br />

4 | Oliver Heemeyer<br />

Honigsüß: Handgefertigt aus 18 Karat<br />

Rotgold glänzt dieses Schmuckstück<br />

mit zwei Diamanten im Dreiecksschliff<br />

und einem honigfarbenen Turmalin <strong>–</strong><br />

ein Unikat voller Strahlkraft.<br />

Ring „Honey Turmalin Diamant“<br />

5 | Chopard<br />

Maritime Pracht: Delfine aus 18-karätigem<br />

Weißgold sind mit ovalen Tansaniten und<br />

Saphiren in unterschiedlichen Schliffen gefasst.<br />

Diamanten im Brillantschliff und Onyx<br />

vollenden dieses Meisterwerk. Ring „Delphin“<br />

6<br />

7<br />

6 | Tiffany & Co.<br />

Sonnengruß: Ein strahlendes Design kreierte<br />

Paloma Picasso aus 18-karätigem Gelbgold,<br />

einem gelben Citrin und feinen Ornamenten.<br />

Ring „Olive Leaf“<br />

7 | A. E. Köchert<br />

Glanzvoll: Bei diesem Prachtstück aus<br />

18 Karat Weißgold funkeln Brillanten mit<br />

einem wunderschönen grünen Turmalin um<br />

die Wette. Ring „Turmalin“<br />

38<br />

WINTER <strong>2021</strong>


ENTDECKEN SIE<br />

DIE KRÄFTE<br />

IHRER HAUT<br />

Crème de la Mer<br />

Tauchen Sie ein, in eine Welt voller strahlender Möglichkeiten.<br />

Infundiert mit dem zellerneuernden Miracle Broth, spendet Crème de la Mer<br />

tiefe, heilende Feuchtigkeit und energetisiert die natürliche Reparatur.<br />

Die Haut fühlt sich straffer und gesünder an<br />

und sieht sichtbar erneuert aus.<br />

Lamer.eu/at<br />

#CrèmedelaMer


ACCESSOIRES<br />

E X T R A V A G A N T E<br />

Kunstwerke<br />

3<br />

4<br />

1<br />

2<br />

5<br />

6<br />

7<br />

1 | Rozet & Fischmeister<br />

Facettenreich: Brillanten in Pavéfassung<br />

schimmern am handgearbeiteten 18-Karat-<br />

Roségoldstück. Die Kombination aus weißen<br />

Diamanten und Weißgold schafft einen<br />

zeitlosen Klassiker. Ring „Fantasy Setting“<br />

2 | Bucherer<br />

Glücksbote: Dieses Unikat aus dem<br />

bekannten High-Jewellery-Atelier in Luzern<br />

ist ein wahres Meisterwerk aus 18-karätigem<br />

Weißgold mit einem gelben Diamanten im<br />

Tropfenschliff und schwarzen Diamanten.<br />

Ring aus der „Ladybird Limited-Edition“<br />

3 | Aenea<br />

Magischer Mix: Das inspirierende und<br />

wunderschöne Einzelstück verbindet Platin<br />

mit weißen Diamanten und einem Sambia-<br />

Smaragd als Krönung. Ring „Sarpa 4 Snakes“<br />

4 | Mazbani<br />

Blätterschmuck: Zu einer traumhaften<br />

Kreation verschmelzen hier 18-karätiges<br />

Roségold und kostbare grüne Tsavoriten.<br />

Ring „Blatt“<br />

5 | Atelier Heldwein<br />

Farbenmeer: 18 Karat Weißgold vereint mit<br />

einem Amethyst, acht bunten, facettierten<br />

Saphiren und zwei Diamanten <strong>–</strong> das ist<br />

ästhetisch und auffällig gleichermaßen.<br />

Ring „Amethyst & Saphir“<br />

6 | Juwelier Wagner<br />

Klare Vollkommenheit: Eine edle Rarität aus<br />

18 Karat Weißgold und Diamanten, die wie<br />

gemacht ist für besondere Anlässe.<br />

Ring „Masterpiece“<br />

7 | Ole Lynggaard<br />

Zeitlose Ästhetik: Das Design stammt von<br />

Charlotte Lynggaard und besteht aus 18 Karat<br />

Gelbgold, einem grünen Turmalin, einem<br />

gelben Rutilquarz sowie sechs Diamanten.<br />

Ring aus der „BoHo“-Kollektion<br />

40<br />

WINTER <strong>2021</strong>


Genießen Sie Perrier-Jouët verantwortungsvoll. www.verantwortungsvoll.at


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Greg Gorman<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Tony von Thelen (Porträtfoto rechts), Greg Gorman<br />

v<br />

Sir Elton John, Nice, France, 2001<br />

Greg Gorman blickt auf eine Karriere von über 50 Jahren zurück, in<br />

der er maßgeblich daran beteiligt war, den Mythos Hollywood mitzuerschaffen.<br />

Für ikonische Fotografien ist der 1949 in Kansas City<br />

geborene Amerikaner bekannt. Seine Bilder wurden nicht nur in<br />

Magazinen wie „Vogue“, „Life“ und „Rolling Stone“ publiziert und zierten<br />

die Titelseiten von Andy Warhols „Interview Magazine“, sie prangten<br />

auch auf CD-Covern und Filmplakaten wie etwa „Scarface“, „Pirates<br />

of the Caribbean“ und „Tootsie“.<br />

Der Austausch mit Personen, die sich vor seiner Linse befinden, ist<br />

für Gorman unabdingbar. Ein Grundsatz seines Schaffens lautet:<br />

„I never could take a photograph of anything that couldn’t talk back to<br />

me.“ Kommunikation und das Gespür für sein Gegenüber sind also<br />

zusammen mit seiner fototechnischen Finesse das Fundament seiner<br />

Arbeit. Gorman besitzt ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen<br />

für Menschen, und das zeigt sich nicht nur in seinen Arbeiten, sondern<br />

auch dadurch, dass ihn tiefe Freundschaften mit vielen der Porträtierten<br />

verbinden. So schrieb die Pop-Legende Sir Elton John das Vorwort für<br />

sein 2020 erschienenes Buch „It’s Not About Me“, der Kultregisseur und<br />

„Pope of Trash“ John Waters das Nachwort. Der Bildband mit über<br />

400 Seiten umfasst Schwarzweiß- und Farbfotografien berühmter<br />

Persönlichkeiten: David Bowie, Meryl Streep, Elizabeth Taylor, Brad<br />

Pitt, Jodie Foster, Sophia Loren und Sharon Stone <strong>–</strong> um nur einige zu<br />

nennen.<br />

Derzeit tourt Greg Gorman durch Europa und präsentiert seine brillant<br />

ausgearbeiteten Bilder in Ausstellungen, die den Betrachter in die<br />

schillernde Welt Hollywoods und des Pop katapultieren. Trotz seiner<br />

unverkennbaren Handschrift schafft Gorman Kunstwerke, die immer<br />

die abgebildete Person in den Vordergrund stellen. So kreiert er einzigartige<br />

„Ikonen“ von Stars, die in ihrer Gesamtheit eine beeindruckende<br />

Collage entstehen lassen, die den Zeitgeist der letzten Jahrzehnte<br />

eingefangen hat.<br />

www.gormanphotography.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

43


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

Arnold Schwarzenegger,<br />

Beverly Hills, 1985<br />

k<br />

Antonio Lopez,<br />

Pat Cleveland, NYC, 1978<br />

v<br />

Jeff Koons,<br />

Los Angeles, 1988<br />

k<br />

Michael Jackson,<br />

Los Angeles, 1987<br />

Fotos: Greg Gorman<br />

44 WINTER <strong>2021</strong>


Fotos: Greg Gorman


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Eric Roberts, Kim Snowden, Billy Idol,<br />

Elizabeth Nottoli, Los Angeles, 1994<br />

WINTER <strong>2021</strong> 47


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

Alec Baldwin,<br />

Los Angeles, 1989<br />

k<br />

David Bowie,<br />

NYC, 1984<br />

Mick Jagger,<br />

Bette Midler, NYC, 1983<br />

x<br />

Fotos: Greg Gorman<br />

v<br />

Meryl Streep,<br />

Los Angeles, 1991<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

49


MODE<br />

Allen Kreationen von Arthur Arbesser haftet etwas unverkennbar Wienerisches an.<br />

Nach sieben Erfolgsjahren bei Giorgio Armani startete der junge Modeschöpfer<br />

seine eigene Linie. Daneben liebt er Kooperationen und stattet mit Begeisterung<br />

Opern- und Ballettinszenierungen mit Kostümen aus <strong>–</strong> am 1. Jänner 2022 erneut<br />

die Tanzstars des traditionellen Neujahrskonzerts<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

FÜR DIE<br />

GROSSEBÜHNE<br />

Frühjahr/Sommer-Kollektion 2022:<br />

Hemdstoff mit handbemaltem Element<br />

x<br />

k<br />

Arbesser ist auch bei den Stoffen<br />

innovativ wie bei diesem Blumen-Jacquard<br />

h<br />

Kombination von maskulinen<br />

und femininen Details:<br />

strenges Hemd zum Plisseerock<br />

h<br />

Ein Markenzeichen des<br />

österreichischen Designers:<br />

Schachbrettmuster in allen Variationen<br />

v<br />

Unübersehbar in jeder Kollektion:<br />

Romantik und Natur sind omnipräsent<br />

Fotos: Henrik Blomqvist, ORF/ Günther Pichlkostner<br />

50


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Tanzpaar des Wiener<br />

Staat sballetts<br />

in Kostümen von<br />

Arthur Arbesser bei<br />

den Dreharbeiten im<br />

Prunksaal des Schlosses<br />

Schönbrunn für das<br />

Neujahrskonzert, das am<br />

1. Jänner 2022 im ORF<br />

übertragen wird<br />

Wien oder Mailand? Österreich oder Italien? Wo lebt es sich<br />

besser? Arthur Arbesser kennt beide Städte und Länder sehr<br />

gut <strong>–</strong> und hat sich 2005 für Mailand entschieden. Warum?<br />

Aber dazu später.<br />

Denn zunächst hat alles in London begonnen. Dort wurde<br />

Arbesser in das berühmte Central Saint Martins College of Art<br />

and Design aufgenommen, um Mode zu studieren. Nach dem Abschluss<br />

bewarb er sich bei drei Mailänder Modehäusern und wurde gleich einmal<br />

von einer noch berühmteren Institution aufgenommen: Giorgio<br />

Armani holte sich den ausgezeichneten Fashion-Bakkalaureus ins Haus.<br />

Doch, Moment, in Wirklichkeit fing alles in Wien an, wo Arbesser<br />

1983 auf die Welt kam. Und von seinen kunstaffinen Eltern mit aller<br />

Kultur dieser Welt in Kontakt gebracht wurde, wie er erzählt: „Meine<br />

Geschwister und ich wurden schon als Kinder zu Ausstellungen und in<br />

die Oper geschleppt. Mit meinem Vater bin ich oft in letzter Minute<br />

<strong>–</strong> auch wenn es keine guten Plätze mehr gab <strong>–</strong> in die Staatsoper gegangen.<br />

Als Teenager hatte ich dann eine Stehplatzphase. Da habe ich<br />

mich zwei-, dreimal die Woche am Nachmittag für Karten angestellt.“<br />

Es waren dabei aber nicht nur die Musik, die Stimmen, die Dramen<br />

und Tragödien, die ihn anzogen und fesselten. „Schon als kleines Kind<br />

war ich daran interessiert, wie Leute sich anziehen. Was sich daran ändert,<br />

wenn sie in die Oper gehen. Wie sich dadurch eine Person verändert,<br />

wie sie dadurch sogar oft ihren Gang, ihr Auftreten verändert. Wie<br />

spannend ist der soziale Faktor, den Kleidung innehat“, meint der<br />

Modeschöpfer. Aber natürlich begeisterte ihn auch das, was sich in diesem<br />

Bereich auf der Bühne abspielt: „Wie dort das Kostüm dazu beiträgt,<br />

wie sich die Darstellerin oder der Darsteller verhält. Die Kraft der<br />

Bekleidung hat mich schon immer fasziniert.“<br />

Daher entschied er sich für das Studium, natürlich an der besten<br />

Ausbildungsstätte der Welt. Und dann folgte die Aufnahme in eines der<br />

besten Modehäuser der Welt. Sieben Jahre arbeitete er in Mailand quasi<br />

Seite an Seite mit der Designer-Ikone Armani. War erfolgreich, wurde<br />

gelobt, bestens bezahlt, überallhin geschickt, stieg vom Praktikanten<br />

zum Senior Designer auf, hatte Freizeit und Urlaub. Und vermisste<br />

dennoch etwas: die Möglichkeit, nach eigenen Ideen gestalten zu<br />

können und die totale künstlerische Selbstverantwortung. Es war eben<br />

Armani, was da entstand. Nach sieben erfolgsverwöhnten Jahren verließ<br />

er bewundernswerterweise Armanis Imperium. Um zu 100 Prozent<br />

verwirklichen zu können, was er, Arthur Arbesser, sich vorstellte.<br />

Das war zum ersten Mal 2013 bei einer kleinen Präsentations-Installation<br />

in einem Mailänder Geschäftslokal von Freunden zu sehen. Kaum<br />

hatte er sich mit seinem eigenen Label selbstständig gemacht, wurde er<br />

von der italienischen „Vogue“ gleich einmal zum besten Nachwuchsdesigner<br />

erklärt. In der Jury von „Who Is on Next?“ saß auch Suzy Menkes,<br />

eine Koryphäe der weltweiten Modeberichterstattung. Sie eilte am ersten<br />

von zwei geplanten Tagen zur Präsentation seiner Herbst/<strong>Winter</strong>-<br />

Kollektion 2014/15 im Februar 2014 und ließ die Welt am nächsten Tag<br />

in der „Herald Tribune“ (heute „New York Times International“) wissen:<br />

„Ich habe in 40 Jahren keine bessere Modepräsentation gesehen.“ Daraufhin<br />

rannte ihm die gesamte internationale Modepresse sozusagen<br />

die Tür ein. Im Eiltempo arbeitete er sich vom gefragten Nachwuchstalent<br />

zum „spannendsten Designer“ (so die Tageszeitung „Die Presse“)<br />

Mailands empor. Und er entwickelte in kurzer Zeit eine unverkennbare<br />

eigene Handschrift, die deutlich geprägt ist von seinen Wiener Wurzeln<br />

<strong>–</strong> vom Jugendstil, den Secessionisten und der Wiener Werkstätte<br />

ebenso wie von seiner Kindheit und Jugend. Man spürt bei jeder Kollektion,<br />

dass ihm Qualität wichtig ist, und regelmäßig sind Künstler<br />

mitbeteiligt. Wiederkehrende, einfach unverzichtbare Motive sind<br />

Prints und Geometrie, vor allem Streifen. Da ziehen sich auch einmal<br />

goldene Fäden durch einen Strickpullover, bilden ein Muster, das an das<br />

berühmte Wiener Geflecht erinnert, wie man es von Thonet-Stühlen<br />

kennt. Dazu erklärt Arbesser: „Mir geht es um Stil und Eleganz und<br />

darum, Emotionen und Stimmungen zu erzeugen.“<br />

Kein Wunder, dass er nach dem „Who Is on Next?“-Preis 2015 auch<br />

in die Endrunde für den renommierten LVMH-Preis kam. Für diesen<br />

bewerben sich tausende Nachwuchsdesigner und nur zehn werden ins<br />

Finale gewählt. In Österreich erhielt er 2018 den „Outstanding artist<br />

award für experimentelles Modedesign“. Schnell stellten sich auch Kooperationen<br />

ein: mit Iceberg, Silhouette, Absolut Wodka, YOOX und<br />

der Marke Vöslauer, für die er eine Tasche aus 100 Prozent<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

51


ePET-Material kreierte, weil ihm Nachhaltigkeit immer schon wichtig<br />

war. Von 2017 bis 2019 war er Chefdesigner des italienischen Labels Fay,<br />

das zum Tod’s-Konzern von Diego Della Valle gehört. Für das Wiener<br />

Hotel Sofitel entwarf er Uniformen für das Personal, für die schwedische<br />

Interior-Marke Hem gestaltet er Teppiche und Decken, in Wien ist<br />

da etwas mit der bekannten Polstermöbelmanufaktur Wittmann im<br />

Entstehen und so weiter. Gerne gibt Arthur Arbesser auch sein Knowhow<br />

an Mode-Master-Studierende weiter. Zunächst an der Università<br />

Iuav di Venezia, jetzt an der Raffles Milan. Und nicht nur das.<br />

Im Jahr 2018 fragte ihn der ORF, ob er das Ballett des Neujahrskonzertes<br />

2019 mit Kostümen ausstatten wolle. Arbesser hatte Lust dazu<br />

und erzählt gerne von der inspirierenden Zusammenarbeit mit dem<br />

Tanz-Ensemble und dem jungen Choreografen der Staatsoper, Andrey<br />

Kaydanovskiy, dem Ehemann von Solotänzerin Rebecca Horner.<br />

Arbesser gestaltete 2019 auch den Fächer für den Opernball. Dafür ließ<br />

er sich vom 150-Jahre-Jubiläum der Staatsoper und von Richard Wagners<br />

„Der Ring des Nibelungen“ inspirieren. Großartig waren ebenso immer<br />

wieder seine Schauen und Kollektionen bei den Mailänder Modewochen.<br />

Ebenfalls 2019 begann er an den Kostümen für „Der Rosenkavalier“ von<br />

Richard Strauss an der Berliner Staatsoper Unter den Linden zu arbeiten.<br />

Regisseur André Heller hatte sich dafür den jungen Wiener gewünscht.<br />

Es folgten im März <strong>2021</strong> „Il barbiere di Siviglia“ von Gioachino Rossini<br />

für das Teatro Valli in Reggio Emilia, das Ballett „Der Schneesturm“ von<br />

Choreograf Andrey Kaydanovskiy im April an der Bayerischen Staatsoper<br />

in München. Und für den 1. Jänner 2022 gibt es zum zweiten Mal<br />

Arbesser-Kostüme für das Neujahrskonzert im ORF.<br />

Und wie geht Arbesser an die Entwürfe für die Bühne heran? „Man<br />

studiert einmal sehr genau und im Detail die Geschichte, das Libretto.<br />

Man versucht, die Interpretation des Regisseurs zu verstehen. Dann ist<br />

es für mich sehr wichtig zu erfahren: Wer sind die Sängerinnen und<br />

„Ich empfinde es als Bereicherung meiner<br />

Persönlichkeit, für die Oper und das Ballett zu arbeiten.<br />

Man kann dadurch so viel dazulernen“<br />

h<br />

Arthur Arbesser und Brigitte R. Winkler<br />

im Studio (oben), dazu die Einladung für die<br />

Kollektionspräsentation (ganz oben)<br />

Sänger, die in diese Rollen schlüpfen, und wofür stehen sie? Denn es<br />

geht mir darum, dass sie bestmöglich und wunderschön aussehen. Es<br />

macht große Freude und auch Spaß, tiefer in die Materie einzudringen.<br />

Auch in die verschiedenen Aspekte der jeweiligen Zeit. All das ist eine<br />

unglaubliche Bereicherung meiner Arbeit.“<br />

Nach diesen zahlreichen Angeboten und der intensiven Zusammenarbeit<br />

mit Ballett- und Opernensembles ist er noch glücklicher über<br />

seine Vergangenheit: „Ich habe irgendwie alles, was in der Oper und im<br />

Theater in den 1990er-Jahren Rang und Namen hatte, gesehen und<br />

gehört. Das ist im Nachhinein super und ich habe dadurch wirklich eine<br />

gute Wissensbasis entwickelt.“ Und der zweite Neujahrskonzert-<br />

Auftrag macht ihm natürlich eine besondere Freude, denn: „Es war<br />

schon beim ersten Mal eine sehr positive Erfahrung. Es hieß danach,<br />

dass sowohl bei der Choreografie als auch bei den Kostümen ein ‚frischerer<br />

Wind‘ herrschte, und das war für mich eine irrsinnig schöne<br />

Erfahrung. Das gilt ebenso für die Zusammenarbeit mit Choreograf<br />

Andrey Kaydanovskiy, die wir ja dann in München fortgesetzt haben.“<br />

Bei der aktuellen Zusammenarbeit fungierte der neue Ballettchef<br />

der Wiener Staatsoper, Martin Schläpfer, als Choreograf. Für die weltweite<br />

Fernsehübertragung wurden bereits zwei tänzerische Darbietungen<br />

vorproduziert. Man wird das Ballett zum Walzer „Tausend und eine<br />

Nacht“ von Johann Strauß Sohn in den Prunkräumen und Gartenanlagen<br />

von Schloss Schönbrunn inklusive Gloriette tanzen sehen. Beim<br />

zweiten Auftritt gibt es Konkurrenz durch das „Ballett der Weißen<br />

Hengste“ mit Lippizanern zur „Nymphen-Polka“ von Josef Strauss.<br />

Über die Zusammenarbeit mit Martin Schläpfer gerät Arbesser<br />

gleich wieder ins Schwärmen: „Es war ihm wichtig, dass ich vollkommen<br />

verstehe, worum es ihm geht. Er hat die Rollen, aber auch die<br />

Fotos: Henrik Blomqvist<br />

52


FASHION | PORTRAIT<br />

Aus der aktuellen Herbst-<br />

<strong>Winter</strong>-Kollektion <strong>2021</strong>/22:<br />

Allover-Print und Mohairschal<br />

x<br />

v<br />

Das Lookbook wurde im Studio<br />

des Malers Roberto Coda Zabetta<br />

aufgenommen<br />

k<br />

Schachbrettmuster im<br />

XXL-Format auf einer<br />

Kunstpelzstola<br />

Charaktere der Tänzerinnen und Tänzer wunderbar und individuell<br />

genau und ganz präzise beschrieben. Es sind sinnliche, feinfühlige, interessante<br />

Menschen, die sich der Gesamtvision unterordnen müssen.<br />

Bei den Stoffen für die Kostüme haben wir uns auch schließlich in der<br />

Mitte getroffen. Martin Schläpfer wollte zunächst nur dunkle Materialien,<br />

ich konnte dann doch ein bisschen Farbe unterbringen. Er ist ein<br />

ganz toller, feiner Künstler und Mensch. Er hört den Menschen zu und<br />

geht auf sie ein. Auch die Stoffe müssen Geschichten erzählen. Menschen<br />

dürfen nicht verkleidet sein. Er liebt das Glänzende und Lüster<br />

<strong>–</strong> ich habe einiges von ihm gelernt.“ Bei der Frage, ob dabei Solotänzerin<br />

Rebecca Horner auftritt, bricht Arbesser in Begeisterung aus: „Ja, mit<br />

all ihrer Eleganz, ihrer unglaublichen Kraft. Sie ist so eine inspirierende<br />

Person und ein starker Charakter. Sie tanzt alleine und barfuß.“<br />

Kaum waren die Aufnahmen beendet, stellte Arthur Arbesser nur<br />

wenige Tage später im Rahmen der Mailänder Fashionweek Ende September<br />

seine Frühjahr/Sommer-Kollektion 2022 vor. Die Schau fand in<br />

einer wunderbar gestalteten Location mit bemalten Wänden in der Via<br />

della Spiga unter dem Titel „Lost and Found, a collection of memories“<br />

statt. Dazu konstatierte der Designer in aller Ruhe, obwohl er von Medienleuten<br />

geradezu bestürmt wurde: „Ich empfinde es als Bereicherung<br />

meiner Persönlichkeit, für die Oper und das Ballett zu arbeiten.<br />

Man kann dadurch so viel dazulernen, die Menschen und ihre Körper<br />

besser zu verstehen. Ich genieße jedoch auch den Kampf, mein Mode-<br />

Label am Leben zu erhalten. Für meine neue Kollektion bin ich zurück<br />

in die Kindheit gegangen und habe ebenso essenzielle Aspekte wie<br />

Freiheit, Unsicherheit und endlose Möglichkeiten aufgegriffen <strong>–</strong><br />

Themen, auf die wir alle während der Pandemie zurückgeblickt haben.“<br />

Und als wäre ihm die unglaubliche Arbeitsfülle noch immer nicht<br />

genug, präsentierte er parallel zur neuen Kollektion eine neue Linie:<br />

Arthur Arbesser Casa. Sie umfasst Tischtücher mit seinen prägnanten<br />

Drucken, mit denen er dazu zwei antike Thonet-Sessel überzogen hatte.<br />

Komplettiert werden sie von Tischsets und Servietten und weitere<br />

Produkte sind bereits in Planung. Offensichtlich kommen seine Ideen<br />

gut an. Denn seine aktuelle Herbst/<strong>Winter</strong>-Kollektion ist von der Presse,<br />

Influencern und internationalen Modeboutiquen bestens angenommen<br />

worden. Es gab mehr Nachfrage als bisher nach seinen Rautenmustern,<br />

Harlekindrucken, poppig bunten Modellen oder kreativen<br />

Prints, bei denen byzantinische Kacheln als Vorbild dienen. Erhältlich<br />

sind sie etwa in Arbessers eigenem Onlineshop oder Internet-Plattformen<br />

wie Lyst und Farfetch. Und natürlich in speziellen (Avantgarde-)<br />

Modeläden von Wien bis Capri und Seoul sowie von der Schweiz über<br />

Kanada bis Asien.<br />

Außerdem zeigen sich immer mehr Promis gerne in Arthur<br />

Arbesser, etwa von Miley Cyrus über Katja Eichinger bis zu Maurice<br />

Ernst von Bilderbuch und zuletzt Tom Neuwirth alias Conchita Wurst.<br />

Viele bekannte Gesichter sind regelmäßig in seinem Pop-up-Store im<br />

Hinterhof des Stoß im Himmel 3 anzutreffen, wenn dieser wieder<br />

einmal geöffnet ist, so wie etwa vom 16. bis 19. Dezember.<br />

Bleibt noch eine Frage zu klären: Warum Mailand? Und diese beantwortet<br />

der Modemacher so: „Ich liebe Österreich und Wien für seine<br />

wunderbare Kultur und komme immer wieder gerne nach Hause. In<br />

Italien bin ich glücklich über den Alltag, diese positive Art der Südländer,<br />

das Leben zu meistern. Ich bin gerne Ausländer in Mailand. Es<br />

ist ein Luxuszustand, denn ich kann mir die guten Seiten heraussuchen.<br />

So lebt es sich viel leichter und unbeschwerter.“ <br />

p<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

53


LUXURY PIECE | MEN<br />

Moderner<br />

PRÄZISIONSKÜNSTLER<br />

FASHION<br />

LUXURY PICE MEN<br />

HUMIDOR<br />

SEITE 54<br />

Die Schweizer Freunde David Pasciuto und Stéphane Nazzal haben mit der Marke Imperiali Genève die Vision,<br />

Alltagsgegenstände neu zu interpretieren und in echte Meisterwerke zu verwandeln. Mit der Zigarrenkiste „Emperador“ ist<br />

ihnen das mit vielen atemberaubenden Details mehr als nur gelungen. Eine Tourbillonuhr aus 323 Teilen, gebaut von einem<br />

Uhrmachermeister aus dem Jura, krönt den edlen Humidor. Insgesamt 24 Grand-Cru-Zigarren, eingewickelt in vier Lagen<br />

Blattgold, sind nur mit einem persönlichen Code durch das Antippen der vergoldeten Buchstaben auf dem Deckel zugänglich.<br />

Die Feuchtigkeit im Inneren wird über ein spezielles System reguliert, das ohne Zufuhr von Wasser einen Feuchtigkeitsgehalt<br />

von 70 Prozent und eine Temperatur von 16 bis 18 Grad garantiert. In einer unauffälligen Schublade auf der Vorderseite<br />

verstecken sich noch ein Zigarrenschneider, das elegante Tischfeuerzeug sowie ein Aschenbecher, der sich bei Annäherung<br />

automatisch öffnet. Ein zeitloses Schmuckstück, von dem jährlich nur zwölf nummerierte Exemplare gefertigt werden.<br />

Preis: 1 Million Schweizer Franken<br />

Foto: Hersteller<br />

54


ADVERTORIAL<br />

AlphaTauri<br />

MISSION: INNOVATION<br />

Die Premium-Modemarke<br />

fordert den Status quo<br />

heraus und will mit seinem<br />

fortschrittlichen Geist andere<br />

dazu inspirieren, ebenfalls<br />

neue Pfade zu beschreiten<br />

Im Mittelpunkt aller Überlegungen steht bei AlphaTauri die Innovation.<br />

Es dreht sich alles darum, einen sinnvollen Weg zu finden, um das Leben<br />

zu verbessern. Der Pioniergeist und der uneingeschränkte Wille,<br />

neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, zeigen den Ehrgeiz der<br />

Marke. Neues Potenzial wird identifiziert und auf kreative Weise genutzt,<br />

um das eigene Produktportfolio voranzutreiben. Wegweisende<br />

Kollektionen, hochwertige Materialien und einzigartiger Style <strong>–</strong> dafür<br />

steht AlphaTauri. Um die Ideen auf die Straße zu bringen, arbeitet das<br />

Team mit Experten aus aller Welt zusammen.<br />

Das Stand-alone-Fashion-Label von Red Bull begeistert nicht nur<br />

durch Funktionalität und smarte Features, sondern auch durch intelligente<br />

Kreationen gepaart mit einem hohen Wohlfühlfaktor im metropolitischen<br />

Stil. Die gut durchdachten Entwürfe und der Einsatz von<br />

Premium-Materialien in Verbindung mit Spitzentechnologie und modernen<br />

Features sind zielgerichtet und stark.<br />

AlphaTauri wurde 2016 als exklusives Fashion-Label ins Leben gerufen.<br />

Mittlerweile arbeiten Kreative aus 25 Nationen an der Produktentwicklung<br />

und dem Design bis hin zu Marketing, Sales- und Retail-<br />

Strategien im Hauptsitz mit eigenem Designstudio in Elsbethen bei<br />

Salzburg. Damit ebnet die Marke einen neuen Weg, um Mode und<br />

Funktion miteinander zu kombinieren.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

55


ADVERTORIAL<br />

Fashion<br />

trifft auf<br />

kreative<br />

Features<br />

56


Neue AlphaTauri Stores<br />

in Wien Und Graz<br />

AlphaTauri Wien<br />

Graben 10, 1010 Wien<br />

+43 1 89 00 499<br />

AlphaTauri Graz<br />

Herrengasse 2, 8010 Graz<br />

+43 316 22 50 67<br />

Bereits beim Betreten des ersten Wiener Flagshipstores öffnet sich dem<br />

Kunden die AlphaTauri-Galaxie: Empfangen durch den sogenannten<br />

Stargate <strong>–</strong> einer einzigartigen schwebenden Lichtinstallation <strong>–</strong> wird<br />

der Besucher in der Markenwelt willkommen geheißen. In unmittelbarer<br />

Nähe des Stephansdoms erstreckt sich der Store auf 400 Quadratmeter<br />

über zwei Etagen. Während auf der ersten Ebene die aktuellen<br />

Key-Looks und Kollektionen für Damen sowie Herren großzügig präsentiert<br />

werden, lädt das Erdgeschoß seine Besucher zu einer „AlphaTauri<br />

Experience“ ein. Hier erfährt man alles rund um die Shima Seiki 3D-Knit<br />

Maschine für nahtlos gestrickte Outfits oder kann sich via Heat Press<br />

ausgewählte Styles personalisieren lassen. Anlässlich der Eröffnung<br />

wurde die „Vienna Capsule“ bestehend aus zwei Looks für Damen und<br />

Herren lanciert, die exklusiv im Wiener Store erhältlich ist.<br />

Auch in der Grazer Innenstadt eröffnet ein brandneuer AlphaTauri<br />

Store. Zentral gelegen in der Herrengasse steht auf der über 170 Quadratmeter<br />

großen Fläche eine imposante Thekenbar aus monochromem<br />

Edelstahl und Stein im Mittelpunkt und empfängt die Kunden. Die<br />

futuristische Lichtinstallation kontrastiert das historische Ambiente des<br />

Grazer Rathauses und spiegelt den ehrgeizigen Ansatz von AlphaTauri<br />

wider. Ein extravaganter Licht-Plafond sowie das eigens für AlphaTauri<br />

entworfene Sitzinterieur, erzeugen eine angenehme Atmosphäre um<br />

sich von den neuesten Kollektionshighlights inspirieren zu lassen.<br />

www.alphatauri.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

57


UP<br />

EAST S<br />

ST<br />

Fotos: Alpha Smoot, Rebecca Smeyne/Getty Images, Kera Till, Humberto Cantu,<br />

Bettmann/Getty, Andrew Moore, Carlyle_Spread


COFFEE TABLE BOOK<br />

„The Carlyle“ von James Reginato ist<br />

neu erschienen im Assouline Verlag<br />

x<br />

Wo die High Society wohnt:<br />

Zum 90-jährigen Jubiläum erschien<br />

mit „The Carlyle“ eine Hommage<br />

an das weltberühmte Hotel als<br />

exklusives Coffee Table Book<br />

Von Elisabeth Muth<br />

PER<br />

IDE<br />

ORY<br />

Seit 1930 prägt das legendäre Hotel das Stadtbild von New York wie<br />

kaum ein anderes. Entworfen von den Architekten Sylvan Bien und<br />

Harry M. Prince wurde das 35-stöckige Luxushotel schon vor Jahrzehnten<br />

zu einer Institution in Manhattan. Das „Carlyle“ blickt auf eine faszinierende<br />

Geschichte zurück. Hier trafen und treffen sich Präsidenten<br />

und Magnaten, Adelige und Hollywoodstars und schätzen den diskreten<br />

Komfort des Hauses. Bereits John F. Kennedy unterhielt bis zu seinem<br />

tragischen Tod 1963 ein Apartment in der 34. Etage und ließ es sich nicht<br />

nehmen, im sogenannten „Palast der Geheimnisse“ oft zu residieren.<br />

Der opulente Bildband „The Carlyle“ aus dem Assouline Verlag<br />

spiegelt anlässlich des 90-jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr das<br />

Haus in allen Facetten wider. Seit Jahrzehnten eine Nobeladresse verkörpert<br />

es Luxus ebenso wie Status und Weltgewandtheit. Das reich<br />

bebilderte Coffee Table Book gewährt einmalige Einblicke in die unterschiedlichsten<br />

Räumlichkeiten und Epochen des Traditonshotels bis zur<br />

erst kürzlich abgeschlossenen Renovierung mit der Handschrift des<br />

Interior-Designers Tony Chi. Über viele Jahre gesammelte Geschichten,<br />

Mythen und persönliche Statements von Stars wie Lenny Kravitz, Anjelica<br />

Huston, George Clooney oder Naomi Campbell geben Geheimnisse<br />

und Insiderstorys aus dem altehrwürdigen Gebäude preis. Auch<br />

Lady Di, David Bowie und Vera Wang, um nur einige zu nennen, fühlten<br />

sich von der Diskretion der Luxusherberge angezogen. Der Autor und<br />

Journalist James Reginato verarbeitete die reichhaltigen Dokumente<br />

und Zeitzeugnisse zu einem monumentalen Meisterwerk. Exklusive<br />

Interviews und noch nie zuvor veröffentlichte Fotografien gewähren<br />

grandiose Einblick in eine Welt zwischen Schein und Sein. Das Cover<br />

und verschiedene Szenen im Innenteil wurden von Kera Till illustriert,<br />

sechs Kalenderillustrationen im Buch stammen von der großartigen<br />

Chesley McLaren und zeigen prominente Gäste wie Jackie Kennedy.<br />

eu.assouline.com<br />

O<br />

Das Wohnzimmer in der<br />

Presidential Suite<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

59


THE ONLY<br />

WAY IS UP


COFFEE TABLE BOOK<br />

Wie das Who’s who der High Society, Hollywoods und der Pop-Prominenz liest sich<br />

die Gästeliste des „Carlyle“. So schätzte auch Lady Di den diskreten Luxus.<br />

Darunter: Lenny Kravitz und Bobby Short bei Shorts Geburtstagsparty, 2004.<br />

David Bowie bei seinem Hotelaufenthalt, 1983<br />

x<br />

v<br />

Das „Carlyle“ ist mit seinen 35 Etagen ein eleganter Blickfang in der Skyline New Yorks<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

61


COFFEE TABLE BOOK<br />

Jacqueline Kennedy und ihre Schwester<br />

Prinzessin Lee Radziwill, 1961<br />

x<br />

Die Schauspieler Tom Sturridge und Jason Sudeikis<br />

im legendären Café des Luxushotels<br />

x<br />

Gäste auf dem Weg zur Met Gala<br />

beim Verlassen des „Carlyle“:<br />

Illustration aus dem Buch von Kera Till<br />

x<br />

62


DISKRETER<br />

LUXUS<br />

Welcome: die Rezeption der Hotellegende<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

63


IKONE DER OPER<br />

Sie ist eine absolute Starsopranistin und als führende Botschafterin ihrer Kunst<br />

bekannt. Weltweit wird Anna Netrebko als eine der bedeutendsten<br />

Künstlerinnen unserer Zeit gefeiert, deren charismatische Ausdrucksstärke in<br />

jedem Moment ihres Auftritts erkennbar wird. Ein Porträt zum 50. Geburtstag<br />

Von Rosemarie Pescheck<br />

Zurzeit auf dem Höhepunkt ihrer Sangeskunst<br />

nutzt sie die außergewöhnliche<br />

Reifung ihrer Stimme, um die<br />

anspruchsvollen Rollen der Opernliteratur<br />

zu erobern <strong>–</strong> von Lady Macbeth<br />

und Giovanna d’Arco über Tosca,<br />

Aida, Turandot bis zu „Lohengrins“<br />

Elsa. Damit verlässt sie die ihrer immer schon<br />

reichen und flexiblen Stimme entgegenkommenden<br />

lyrischen Partien, in denen sie mit<br />

Leichtigkeit, Sinnlichkeit und Witz in<br />

Mozart- und Belcanto-Opern brillierte.<br />

Doch Anna Netrebko wäre nicht die schillernde<br />

Diva, als die man sie kennt, würde sie<br />

sich nicht auch gerne abseits der großen Bühnen<br />

präsentieren. In den sozialen Medien inspiriert<br />

sie mit ihrer ansteckenden Lebensfreude<br />

die Menschen. Sie verheimlicht auch nicht ihre<br />

Liebe zur Familie und Mode. Als Mutter ist sie<br />

eine leidenschaftliche Fürsprecherin für die<br />

Anliegen von Kindern und unterstützt eine<br />

Reihe gemeinnütziger Organisationen wie<br />

SOS-Kinderdorf International und die Russian<br />

Children‘s Welfare Society.<br />

Anna Jurjewna Netrebko wurde am<br />

18. September 1971 als Tochter eines Geologen<br />

und einer Ingenieurin in Krasnodar in<br />

Russland geboren und erhielt ihre klassische<br />

Gesangsausbildung am Rimski-Korsakow-<br />

Konservatorium in Sankt Petersburg. Ihr erstes<br />

Engagement führte sie 1994 ans dortige<br />

Mariinski-Theater, an dem sie als Susanna in<br />

Mozarts „Le nozze di Figaro“ debütierte und<br />

von ihrem langjährigen künstlerischen Mentor<br />

Waleri Gergijew entdeckt und gefördert<br />

wurde. Unter seiner Leitung gab das Mariinski-Theater<br />

1995 ein Gastspiel in San Francisco<br />

mit Michail Glinkas Oper „Ruslan und<br />

Ljudmila“, was den Beginn ihrer steilen Karriere<br />

auf internationalen Opernbühnen<br />

bedeutete. Mit denkwürdigen ersten Auftritten<br />

an der Metropolitan Opera New York<br />

2002 und am Londoner Royal Opera House<br />

in Covent Garden sowie ihrem triumphalen<br />

Debüt als Donna Anna in Mozarts „Don<br />

Giovanni“ unter Nikolaus Harnoncourt in<br />

Salzburg gelang ihr der endgültige internationale<br />

Durchbruch und sie wurde zum<br />

umjubelten Star.<br />

Privat ist das Leben von Anna Netrebko<br />

ebenso turbulent und strahlend. Nach der<br />

Trennung von ihrem Lebensgefährten, dem<br />

italienischen Bariton Simone Alberghini, im<br />

Jahr 2007 war sie bis 2013 mit dem aus Uruquay<br />

stammenden Bassbariton Erwin Schrott<br />

liiert. Die beiden haben einen gemeinsamen<br />

Sohn. Nach ihrer Schwangerschaft und einer<br />

kreativen Auszeit kehrte die Sängerin am<br />

14. Jänner 2009 mit der Hauptrolle in „Lucia<br />

di Lammermoor“ am Mariinski-Theater auf<br />

die Opernbühne zurück.<br />

Bei der Produktion von Puccinis „Manon<br />

Lescaut“ lernte sie in Rom den 1977 in Algierien<br />

geborenen und in Baku aufgewachsenen<br />

aserbaidschanischen Tenor Yusif Eyvazov<br />

kennen und lieben. Die beiden heirateten<br />

Fotos: Marty Sohl/Metropolitan Opera, ph Brescia e Amisano © Teatro alla Scala, Tim Osipov<br />

64


ART | PORTRAIT<br />

h<br />

Anna Netrebko mit Ehemann Yusif Eyvazov in<br />

Giordanos „Andrea Chénier“ im Teatro alla Scala in<br />

Mailand 2017<br />

b<br />

Anna Netrebko als Lady Macbeth in Giuseppe Verdis<br />

„Macbeth“ 2014 an der Metropolitan Opera in New York<br />

Wie man die Operndiva kennt und liebt:<br />

strahlend und perfekt in Szene gesetzt<br />

x<br />

am 29. Dezember 2015 in Wien. Die Laufbahn<br />

von Eyvazov begann in Italien und 2015<br />

gab er sein Debüt an der Metropolitan Opera<br />

in New York und 2016 an der Berliner Staatsoper.<br />

Gegenwärtig verfolgen sie viele gemeinsame<br />

Projekte auf und abseits der Opernbühne.<br />

Das Album „Romanza“ enthält 18 für<br />

Netrebko und ihrem Ehemann maßgeschneiderte<br />

romantische Balladen und spiegelt die<br />

einzigartige, persönliche und künstlerische<br />

Beziehung der beiden wider.<br />

Große Erfolge feiert sie auch außerhalb der<br />

Opernhäuser, etwa mit der Salzburger-<br />

Festspiele-Inszenierung von „La Traviata“ mit<br />

Ricardo Villazón unter der Regie von Robert<br />

Dornhelm, die im TV übertragen wurde und<br />

noch heute große Beachtung findet. Legendär<br />

sind ihre Auftritte auf dem Roten Platz in<br />

Moskau, mit Placido Domingo an der Berliner<br />

Waldbühne, bei der „Night of the Proms“ in<br />

London oder in Dornhelms Film „La Bohème“,<br />

anlässlich des 150. Geburtstages von Giacomo<br />

Puccini. Das Jahr 2013 markiert einen Wendepunkt<br />

in Netrebkos Karriere. Mit der Veröffentlichung<br />

ihres Verdi-Albums und dem<br />

Titelrollendebüt in Verdis „Giovanna d’Arco“<br />

bei den Salzburger Festspielen entwickelt die<br />

Sopranistin sich in Hinblick auf die sukzessive<br />

Repertoireerweiterung ihres stimmlichen und<br />

künstlerischen Spektrums weg von leichteren,<br />

lyrischen hin zu dramatischeren Rollen.<br />

Von den zahlreichen Ehrungen, die sie erfuhr,<br />

seien beispielhaft erwähnt: „Musician of the<br />

Year 2008“, Wahl zum Ehrenmitglied beim<br />

Metropolitan Opera Guild Luncheon 2018,<br />

„International Opera Award“ als beste Sängerin<br />

2017, „Opera News Award“ 2016, drei<br />

Grammy-Nominierungen und die Aufnahme<br />

in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen<br />

der Welt im „Time Magazine“. In ihrer<br />

Heimat erhielt sie 2005 den Russischen<br />

Staatspreis, die höchste Auszeichnung des<br />

Landes im Bereich der Literatur und schönen<br />

Künste. 2008 folgte noch der Titel „Künstlerin<br />

des russischen Volkes“ und sie wurde ausgewählt,<br />

live die olympische Hymne bei der<br />

weltweit übertragenen Eröffnungsfeier der<br />

Olympischen <strong>Winter</strong>spiele 2014 in Sotschi zu<br />

singen. Ihre umfangreiche Diskografie ist<br />

ebenso beeindruckend: Zwischen 2003 und<br />

heute hat sie mehr als 30 Soloalben, Opernaufnahmen<br />

und DVDs veröffentlicht.<br />

Die Netrebko erhielt 2006 neben der<br />

russischen auch die österreichische<br />

Staatsbürgerschaft und wurde 2017 zur<br />

Öster reichischen Kammersängerin ernannt.<br />

Der Wiener Staatsoper fühlt sie sich<br />

besonders verbunden, wie sie selbst immer<br />

wieder beteuert. Seit Jahren ist sie begeisterte<br />

Opernball-Besucherin mit mehreren<br />

Eröffnungsauftritten. Ihr Hauptwohnsitz<br />

liegt in Sankt Petersburg, zudem besitzt sie<br />

Immobilien in Wien und New York.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

65


ART | PORTRAIT<br />

Anna Netrebko in Giacomo Puccinis „Turandot“<br />

an der Bayerischen Staatsoper im Jahr 2020<br />

Im September 2020 erkrankte die Operndiva<br />

an Covid-19 und litt an einer Lungenentzündung,<br />

die in Moskau behandelt wurde. Glücklicherweise<br />

konnte sie nach einer Woche das<br />

Krankenhaus wieder verlassen.<br />

Die Starsopranistin ist für die Bühnen<br />

dieser Welt geboren. Ihr Kalender für die<br />

aktuelle Saison ist prall gefüllt. Eines der<br />

Highlights ist Franceso Cileas „Adriana<br />

Lecouvreur“ Mitte März 2022 im Teatro alla<br />

Scala in Mailand. Seit ihrem Debüt 2002 an<br />

der Metropolitan Opera in New York kehrt sie<br />

jedes Jahr an diese Bühne zurück <strong>–</strong> natürlich<br />

auch 2022 in Puccinis „Turandot“. In einer<br />

ihrer Paraderollen als Lady Macbeth kann<br />

man sie im Sommer wieder an der Bayerischen<br />

Staatsoper bewundern, um nur einige<br />

sehenswerte Glanzstücke zu nennen.<br />

Nur selten wird eine Künstlerin über die<br />

Grenzen der klassischen Musik hinaus<br />

berühmt und findet breite, weltweite Anerkennung.<br />

Anna Netrebko ist dieses Kunststück<br />

gelungen: Sie ist eine außerordentlich<br />

charismatische Frau mit besonderen musikalischen<br />

Fähigkeiten, einer bezaubernden<br />

Schönheit in der Stimme, ausgezeichneter<br />

Kontrolle, viel Stil und Bühnenpräsenz. p<br />

Anna Netrebko all around the world 2022 <strong>–</strong><br />

AURUM <strong>999</strong>,9 gibt einen Ausblick auf die Highlights der aktuellen Saison<br />

ROYAL OPERA HOUSE, LONDON IN „NABUCCO“ VON GIUSEPPE VERDI 14. | 17. | 20. | 23. JANUAR 2022<br />

TEATRO DI SAN CARLO, NEAPEL IN „AIDA“ VON GIUSEPPE VERDI 15. | 18. | 21. FEBRUAR 2022<br />

TEATRO ALLA SCALA, MAILAND IN „ADRIANA LECOUVREUR“ VON FRANCESCO CILEA 9. | 12. | 16. | 19. MÄRZ 2022<br />

OPERNHAUS ZÜRICH IN „MACBETH“ VON GIUSEPPE VERDI 26. | 29. MÄRZ 2022<br />

THE METROPOLITAN OPERA, NEW YORK IN „TURANDOT“ VON GIACOMO PUCCINI 30. APRIL & 3. | 7. | 11. | 14. MAI 2022<br />

STAATSOPER UNTER DEN LINDEN IN „TURANDOT“ VON GIACOMO PUCCINI 18. | 22. | 25. | 29. JUNI 2022<br />

KONZERTHAUS WIEN IN EINEM KONZERT MIT EHEMANN YUSIF EYVAZOV 2. JULI 2022<br />

ARENA DI VERONA IN „NABUCCO“ VON GIUSEPPE VERDI 7. | 10. JULI 2022<br />

BAYERISCHE STAATSOPER, MÜNCHEN IN „MACBETH“ VON GIUSEPPE VERDI 14. | 18. JULI 2022<br />

SCHLOSS THURN UND TAXIS INNENHOF IN EINEM KONZERT MIT EHEMANN YUSIF EYVAZOV 22. JULI 2022<br />

Foto: Wilfried Hösl<br />

66 WINTER <strong>2021</strong>


ART<br />

v<br />

Sabine Wiedenhofer<br />

in ihrem Atelier<br />

KUNST DARF<br />

PROVOZIEREN<br />

Die Künstlerin Sabine Wiedenhofer<br />

lässt sich niemals beirren und bleibt sich<br />

stets selbst treu. AURUM <strong>999</strong>,9 hat<br />

sie anlässlich ihres jüngsten Projekts<br />

„Innocent <strong>–</strong> Aus Gedanken entstandene<br />

Kunst“ zum Interview getroffen<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Fotos: Atelier Wiedenhofer, Nathan Murrell<br />

Sie arbeitet mit Glas, Malerei und Fotografie. Gegensätze ziehen sie an,<br />

sie vereint Materialien in noch nie da gewesenen Kombinationen,<br />

designt Boote und erschafft in Kooperation mit dem weltbekannten<br />

Berengo Studio schon mal einen ganzen Stadtteil New Yorks en miniature<br />

in aufsehenerregenden Glas-Cubes. Und wird prompt 2017 bei der<br />

Schau Glasstress anlässlich der Biennale in Venedig ausgestellt.<br />

Ihre Bilder und Skulpturen finden sich in namhaften Galerien von New<br />

York über Miami bis Hamburg und Köln, in Salzburg, Wien oder Basel.<br />

Sabine Wiedenhofer ist vieles, nur nicht leise. Ihre Arbeiten wecken die<br />

Neugier. Sie provozieren, regen zu Diskussionen an, begeistern und<br />

machen betroffen. Die umtriebige Kosmopolitin lebt und arbeitet in<br />

Wien, ist jedoch auf der ganzen Welt zu Hause. In einem inspirierenden<br />

Gespräch mit AURUM <strong>999</strong>,9 gibt sie Einblicke in ihr kreatives Schaffen.<br />

Sie leben und arbeiten sozusagen „out of the box“. Wie empfinden<br />

Sie die Reaktionen auf Ihre Arbeiten und was möchten Sie mit<br />

diesen bewirken?<br />

Kunst war für mich immer schon ein Teil von mir, von meiner Persönlichkeit.<br />

Ich konnte nicht anders <strong>–</strong> ich musste einfach malen, was ich<br />

fühlte. Und ich wollte provozieren, um zu Diskussionen anzuregen. Es<br />

gibt Menschen, die meine Arbeiten lieben, andere können damit gar<br />

nichts anfangen. Und genau so soll es auch sein, genau das ist mein<br />

Weg. Ich möchte mich nicht einengen lassen. Und ich muss auch nicht<br />

gefallen. Ich bin, wie ich bin. Mir wurde schon oft gesagt, ich sei zu<br />

schrill, zu laut, zu auffällig. Nun, genau das bin ich nun mal. Ich muss<br />

mich nicht verbiegen, ich kann und will mich ausleben. Und ganz ehrlich:<br />

Mein Weg ist der richtige!<br />

Dieser Weg hat Sie in der Kunstszene und am Kunstmarkt ja schon<br />

weit gebracht. Was waren Ihre wichtigsten Stationen?<br />

Ich durfte bei der Glasstress-Ausstellung während der Biennale di<br />

Venezia zeigen, bei der Contemporary Art in Palm Beach und natürlich<br />

auch auf der Art Fair Miami. In Wien sind meine Arbeiten bei der wunderbaren<br />

Galerie Kovacek von Sylvia Kovacek vertreten <strong>–</strong> sie ist meine<br />

engste Vertraute in der Kunstszene. Meine „Peace“-Projekte kann man<br />

in der Wiener Galerie CA Contemporary sehen. Und in New York sind<br />

in der DTR Modern Gallery in SoHo ebenfalls Werke von mir neben<br />

Damien Hirst und Jeff Koons ausgestellt.<br />

v<br />

„Memorial Oktogon“, 2020, Muranoglas Berengo Studio (rechts)<br />

„Memorial Oktogon“, 2020, Aluminium verschmolzen (links)<br />

Ihr aktuelles Projekt „Innocent <strong>–</strong> Aus Gedanken entstandene Kunst“<br />

geht unter die Haut. Sie waren ja persönlich vom Terroranschlag in<br />

Wien am 2. November im vorigen Jahr betroffen. Wie haben Sie jene<br />

furchtbaren Stunden erlebt?<br />

Meine Kinder haben in jener Nacht ihre unbeschwerte Kindheit verloren.<br />

Wir waren in einem der Lokale rund um den Schauplatz des<br />

Attentats live dabei und mussten uns unter einem Tisch verstecken.<br />

Es war einfach schrecklich. In den Tagen darauf habe ich gesehen, wie<br />

viele Menschen Gedenkkerzen an den Tatorten aufgestellt haben.<br />

Dieser Ausdruck der stillen Trauer, des Miteinanders und der Solidarität<br />

von tausenden Menschen, die ihr Mitgefühl in Form von Blumen,<br />

Briefen und Kränzen ausgedrückt haben, hat mich tief berührt.<br />

Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie Ihre Emotionen in einem<br />

Kunstwerk verarbeiten möchten?<br />

Ich wusste: Dieses niedergelegte Gedankengut darf nicht einfach verloren<br />

gehen. Es entstand die Idee, aus all den Artefakten ein Kunstwerk<br />

zu schaffen. Ich möchte mit meiner Arbeit jeden einzelnen Gedanken<br />

auffangen und in den dafür vorgesehenen Skulpuren für immer<br />

festhalten und verewigen.<br />

Warum haben Sie die Form eines Oktogons gewählt?<br />

Symbole sind für mich total wichtig. Das Datum 2. 11. 2020 ergibt als Quersumme<br />

die Zahl Acht. Diese bedeutet im Christentum die Auferstehung<br />

Jesu Christi. Sie ist auch Sinnbild für die Unendlichkeit und macht uns auf<br />

das ewige Leben aufmerksam. Deshalb habe ich diese Form gewählt.<br />

Wie sind Sie zu dem Material gekommen und wie kann man sich den<br />

Entstehungsprozess vorstellen?<br />

Das war gar nicht so einfach! Die Stadt Wien hat mir dann aber sämtliche<br />

Materialien zur Verfügung gestellt, wir haben 300 Säcke nach<br />

Zwentendorf zur OKV Kunststoff-Verwertung transportiert, dort wurde<br />

alles in 9 mal 9 mm große Teile verschreddert. Damit bin ich dann nach<br />

Murano zu meinem Glasproduzenten Adriano Berengo und zu der<br />

Metallgießerei Beckerguss nach Mödling gefahren. Die Gussformen<br />

waren bereits angefertigt. Das heiße, flüssige Glas und Aluminium<br />

wurden mit den zerkleinerten Materialien ummantelt und gleichzeitig<br />

eingeschmolzen. Jedes Teil ist ein Unikat, keines gleicht dem anderen.<br />

Wo kann man Ihre Kunstwerke erstehen?<br />

Die Skulpturen wurden zum Großteil bei meinem „Innocent“-Benefiz-<br />

Galaabend am 2. November im Gartenpalais Liechtenstein zugunsten<br />

der Hinterbliebenen versteigert. Weitere Gebote für die Oktogone kann<br />

man jedoch noch in der Galerie Kovacek abgeben.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

69


ART<br />

h<br />

„Dark blue poppy“, 2019,<br />

Acryl auf Leinwand<br />

„Exotica mixed media“, 2019,<br />

Acryl auf Leinwand<br />

k<br />

k<br />

„Jenga Tower NYC“, 2017, Muranoglas Berengo Studio<br />

70 WINTER <strong>2021</strong>


ART<br />

h<br />

„Give peace a Hand“, <strong>2021</strong>, Muranoglas Berengo Studio<br />

„The delicate future“, 2012, Stahl- und Aluminiumwürfel<br />

k<br />

j<br />

„Sending you my Hugs & Kisses“, 2016, Rifle Bullets -<br />

Gewehrpatronen in 2 mm gefrästem Acrylglas<br />

72 WINTER <strong>2021</strong>


THE CONCEPT STUDIO<br />

FINE JEWELLERY <strong>–</strong> CONTEMPORARY ART <strong>–</strong> GOLD & GEMSTONES <strong>–</strong> BAR- & SILVERWARE<br />

LITERATURE <strong>–</strong> GIFTING <strong>–</strong> GAMES <strong>–</strong> ACCESSORIES <strong>–</strong> FINE SPIRITS.<br />

SELECT the concept studio | Seitzergasse 1-3 | 1010 Vienna<br />

Follow us on Instagram: www.instagram.com/select.xyz


74<br />

Foto: akg-images


HISTORY<br />

Emperador<br />

MAXIMILIAN<br />

Von Percival Pachta-Rayhofen<br />

Die Geschichte des österreichischen<br />

Erzherzogs war bewegt. Sie spannt sich<br />

von seinem Los als Zweitgeborener,<br />

seinem Einsatz als Admiral und Förderer<br />

der österreichischen Seemacht und<br />

dem Erbauer des malerischen Schlosses<br />

Miramare bis zu seinem letzten<br />

Abenteuer in Mexiko. Ein Porträt<br />

v<br />

Cesare dell’Acqua: „Die Einschiffung des Kaiserpaares<br />

Maximilian und Charlotte“, 1866.<br />

Man sieht das Kaiserpaar im Hafen beim Schloss Miramare<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

75


HISTORY<br />

h<br />

Franz Xaver <strong>Winter</strong>halter: „Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich“<br />

(Maximilian I. von Mexiko)“. Das Porträt zeigt ihn in der k. k. Marineuniform<br />

k<br />

Schloss Miramare bei Triest<br />

≈<br />

l<br />

Constantin Volonakis: „Die Seeschlacht bei Lissa“, 1866<br />

Das Österreichische Flaggschiff „S.M.S. Ferdinand Max“<br />

rammt die italienische „Re d’Italia“ in der Seeschlacht von Lissa<br />

Das Unglück für Erzherzog Ferdinand Maximilian begann schon<br />

mit seiner Geburt 1832, nämlich als Zweitgeborener nach Kaiser<br />

Franz Joseph I. zur Welt zu kommen. Nur zwei Jahre älter war<br />

Letzterem eine fast siebzigjährige Regierungszeit als Kaiser von<br />

Österreich-Ungarn beschieden, dem damals flächenmäßig größten<br />

europäischen Reich nach Russland. Manche meinen, der jüngere<br />

Bruder wäre der klügere, aufgeschlossenere und begabtere<br />

Habsburger gewesen.<br />

Wie dem auch sei, traditionsgemäß wurde Ferdinand Max,<br />

wie er zunächst allseits genannt wurde, von den Regierungsgeschäften<br />

möglichst ferngehalten. Offenbar wollte der ebenfalls<br />

sehr jung zum Kaiser gekrönte Franz Joseph keinerlei Einmischung<br />

oder Hilfestellung seitens seines jüngeren Bruders dulden.<br />

Dem Jüngeren billigte man deswegen jedoch mehr Freiheiten<br />

zum Ausleben seiner künstlerischen Neigungen zu, denn sogar<br />

die gestrenge Mutter der beiden, Erzherzogin Sophie, meinte,<br />

„dass wenigstens er sein Dasein fröhlich durchleben wird“.<br />

So entwickelte er großes Interesse für die Natur und unternahm<br />

zahlreiche ausgedehnte Reisen.<br />

Auf der Suche nach Herausforderungen zog es ihn auf die Weite des<br />

Meeres, das er liebte. So gelang es ihm, mit der kaiserlich-königlichen<br />

Kriegsmarine eine Aufgabe zu übernehmen. Sein regierender Bruder<br />

gab diesem Vorhaben gerne seine Zustimmung, denn so konnte er<br />

ihn von anderen politischen Aktivitäten fernhalten. Mit nur 22 Jahren<br />

wurde er daraufhin zum Oberkommandierenden und Konteradmiral<br />

der österreichischen Kriegsmarine ernannt. Vom energischen Admiral<br />

Wilhelm von Tegetthoff mit Rat und Tat unterstützt, förderte er die<br />

Reorganisation und Modernisierung der Kriegsflotte, wo er konnte,<br />

und soweit es die notorisch knappen Budgetmittel zuließen.<br />

Somit ist der im Grunde eigentlich unwahrscheinliche Seesieg der<br />

österreichischen Flotte über die modernere, besser gepanzerte Flotte<br />

Italiens bei Lissa 1866 neben Tegetthoffs taktischem Können<br />

auch zu einem Teil ihm zuzuschreiben. Schicksalhaft geradezu die<br />

Koinzidenz, dass im entscheidenden Moment dieser Schlacht<br />

Tegetthoffs Flaggschiff mit Namen „S.M.S. Erzherzog Ferdinand<br />

Max“ das italienische Schlachtschiff „Re d’Italia“ erfolgreich rammte.<br />

Aber auch Forschungsprojekte wurden von ihm initiiert, so etwa die<br />

berühmte Weltumsegelung der Fregatte „Novara“.<br />

Fotos: akg-images, Shutterstock, Alamy<br />

76


Als Generalgouverneur von Lombardo-Venetien, damals Teil des<br />

Kaiserreichs, war ihm nur ein kurze Wirkungsperiode gegönnt,<br />

da diese Provinz 1859 mit der österreichischen Niederlage von<br />

Solferino an Italien fiel. Dennoch versuchte er, auch in dieser<br />

Funktion Infrastrukturprojekte voranzutreiben und die italienische<br />

Bevölkerung enger an die Habsburgermonarchie zu binden.<br />

Zudem hatte er in dieser Zeit Gelegenheit, das traumhafte Schloss<br />

Miramare zu planen und zu erbauen. Sein Jugendtraum war stets,<br />

Haus und Garten am Meer zu besitzen.<br />

Dabei flossen sein Kunstsinn sowie sein Interesse an der Natur,<br />

insbesondere der Botanik, ein und ergaben das auch heute gut<br />

besuchte und viel bewunderte Gesamtkunstwerk Schloss Miramare<br />

mit seinen zauberhaften Gartenanlagen, die mit zahlreichen<br />

exotischen Pflanzen ausgestattet sind. Die Baukosten waren enorm,<br />

und die Errichtung auf dem Felsen am Meer eine architektonische<br />

Herausforderung. So wurde etwa der erforderliche Granit aus Tirol<br />

herangeschafft. Ferdinand Maximilians Interesse an der Seefahrt<br />

spiegelt sich hier in der Ausgestaltung seines Arbeitszimmers in<br />

Form einer Admiralskabine wider.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

77


HISTORY<br />

k<br />

Albert Graefle, 1867, nach Franz Xaver <strong>Winter</strong>halter, 1864:<br />

„Charlotte, Kaiserin von Mexiko“ / Graefle, 1867<br />

Schloss Chapultepec (Castillo de Chapultepec)<br />

l<br />

Cesare Dell‘Acqua: „Ernennung Maximilians zum Kaiser Mexikos <strong>–</strong><br />

Erzherzog Ferdinand Maximilian empfängt die mexikanische Delegation in<br />

Miramare“, 1867 Historical Museum of Castello di Miramare, 1867<br />

x<br />

Letztlich blieb Maximilian ein durchschlagender Erfolg als Marineoberkommandierender<br />

sowie als Generalgouverneur versagt.<br />

Sicherlich nicht aus Mangel an Eifer und gutem Willen, sondern zum<br />

Großteil an der Unlösbarkeit der Aufgaben. Dies führte dazu,<br />

dass der Erzherzog sich nicht seinen Neigungen und Fähigkeiten<br />

entsprechend eingesetzt fühlte. Auch seine Ehefrau, Prinzessin<br />

Charlotte von Belgien, war von Jugend an von einem gewissen<br />

Ehrgeiz erfüllt und bemerkte deutlich, wie ihr Mann unter den<br />

Rückschlägen litt. Diese Umstände erklären, wieso ein österreichischer<br />

Erzherzog bereit war, sich auf etwas einzulassen, das<br />

allseits als das „mexikanische Abenteuer“ bezeichnet wird. Um zu<br />

verstehen, wie es überhaupt zu dieser geradezu bizarr anmutenden<br />

Konstellation kommen konnte, muss man den weltpolitischen<br />

Hintergrund näher beleuchten.<br />

Das politisch instabile und wirtschaftlich chaotische Mexiko hatte<br />

gerade einen Bürgerkrieg hinter sich, aus dem Benito Juárez als<br />

Sieger hervorging. Er ließ sich zum Diktator ausrufen, regierte mit<br />

harter Hand und konfiszierte Grundbesitz und Kirchengüter. Unklugerweise<br />

weigerte er sich, Kredite, die Mexiko von Großbritannien,<br />

Spanien und Frankreich aufgenommen hatte, zurückzuzahlen.<br />

Daraufhin beschlossen die Gläubigerländer getreu der „Kanonenbootdiplomatie“<br />

des 19. Jahrhunderts eine Militärintervention in Mexiko.<br />

Dies wurde den anderen Ländern dann doch zu heiß, sodass schließlich<br />

Frankreich übrigblieb. Napoleon III., Neffe von Napoleon I.,<br />

Staatspräsident und schließlich französischer Kaiser, wollte in einem<br />

Aufwaschen gleichzeitig eine katholische Dynastie als Gegengewicht<br />

zu den USA in Mexiko installieren. Also wurde ein entsprechender<br />

Kandidat gesucht. Da Erzherzog Maximilian bei seinen zahlreichen<br />

Reisen auch das französische Kaiserpaar besucht und offenbar einen<br />

sehr guten Eindruck hinterlassen hatte, fiel die Wahl auf ihn.<br />

Mexikos Suche<br />

nach einem Monarchen<br />

Eine Delegation mexikanischer konservativer Politiker besuchte<br />

den 31-jährigen Erzherzog im Herbst 1863 in Miramare und bot ihm<br />

die Kaiserkrone Mexikos an. Natürlich reizte den unterforderten<br />

Erzherzog die Möglichkeit, endlich aus dem Schatten seines älteren<br />

Bruders herauszutreten und selbst etwas bewirken zu können.<br />

Seine ebenso ambitionierte Gattin Charlotte bestärkte ihn noch<br />

dabei, ganz im Gegensatz zu Kaiser Franz Joseph und seinem Hof,<br />

der dringend von diesem Ansinnen abriet.<br />

Maximilian verlangte jedoch Garantien dafür, dass seine Annahme<br />

der mexikanischen Kaiserkrone dem Willen des mexikanischen<br />

Volkes entspräche. Dies wurde ihm leichtfertig von den konservativen<br />

Delegierten zugesichert. Hinzu kam, dass Napoleon III. versprach,<br />

das Unternehmen in jeder Hinsicht, insbesondere militärisch, zu<br />

unterstützen. Beide Zusagen sollten sich als trügerisch erweisen <strong>–</strong><br />

mit tragischen Folgen.<br />

Fotos: akg-images, Shutterstock, Wikimedia<br />

78 WINTER <strong>2021</strong>


HISTORY<br />

Auf diesen Versprechungen aufbauend, trat also das erzherzogliche<br />

Paar allen Warnungen zum Trotz, die Reise ins unbekannte Mexiko<br />

an <strong>–</strong> um dort die Kaiserkrone zu empfangen und den seit Ende der<br />

spanischen Kolonialzeit heruntergekommenen Palast von Chapultepec<br />

bei Mexiko-Stadt wiederzubeleben. Der frischgebackene<br />

Monarch war sicherlich von den besten Absichten beseelt, gab sich<br />

volksverbunden und spazierte gerne unbewacht mit Sombrero<br />

und Gehrock durch die Straßen. Er fand sich jedoch zunehmend<br />

zerrieben zwischen den Mühlsteinen der mexikanischen Politik:<br />

Einerseits wollte er soziale Reformen vorantreiben und insbesondere<br />

das Los der indigenen Bevölkerung verbessern. Andererseits verlor<br />

er damit schrittweise die Zustimmung und Unterstützung der<br />

konservativen Grundbesitzer.<br />

Hinzu kam, dass die liberalen Gegner der kaiserlichen Regierung<br />

unter der Führung von Benito Juárez einen hartnäckigen<br />

Guerillakrieg gegen die Kaisertreuen und die französischen<br />

Expeditionstruppen führten. Napoleon III. geriet angesichts der<br />

gewaltigen Kosten der französischen Militärpräsenz in Mexiko<br />

zunehmend unter starken innenpolitischen Druck, sodass er sich<br />

gezwungen sah, seine Truppen nach und nach zurückzuziehen.<br />

Ohne diese war aber der Kampf gegen die Juaristen nicht zu<br />

gewinnen, zumal die USA letztere mehr oder weniger offen mit<br />

Waffen und mehr unterstützten. Um nicht offiziell Partei ergreifen<br />

zu müssen, verlegten sich die USA auf den Trick, Waffenlieferungen<br />

an ihre eigenen Truppen in Grenznähe an bestimmten, den Juaristen<br />

vorher bekanntgegebenen Orten „zu verlieren“.<br />

Der Abzug der Franzosen konnte auch durch freiwillige Hilfskorps,<br />

wie etwa die knapp 8.000 Mann zählende Österreichische Legion<br />

und das belgische Freiwilligenkontingent nicht ausgeglichen werden.<br />

(Der Autor gestattet sich hier die Anmerkung, dass einer seiner<br />

Vorfahren als Major ein kaiserliches Kavallerieregiment in Mexiko<br />

kommandierte und aufgrund der Entbehrungen der mexikanischen<br />

Kriegsgefangenschaft auf der Rückfahrt nach Europa verstarb.)<br />

Wir sehen, dass auch schon vor über 150 Jahren Militärinterventionen<br />

von Großmächten in Übersee ähnlich wie in Vietnam, Afghanistan,<br />

Syrien etc. letztlich meist zum Scheitern verurteilt waren. So verlor<br />

die Regentschaft Maximilians trotz bester Absichten des Monarchen<br />

peu à peu sowohl politisch als auch militärisch an Boden. In dieser<br />

Situation entschloss sich die junge Kaiserin Carlota <strong>–</strong> wie Charlotte<br />

in Mexiko genannt wurde <strong>–</strong> zu einer ausgedehnten Europareise,<br />

um an den Fürstenhöfen, namentlich bei Napoleon III. in Paris,<br />

bei ihrem Vater, König Leopold I. von Belgien, und natürlich auch<br />

am Wiener Kaiserhof um Unterstützung für die Sache ihres<br />

Ehemannes zu werben. Allerdings erlebte sie hier durchwegs<br />

nur bittere Enttäuschungen.<br />

h<br />

Santiago Rebull: „Maximilian als Kaiser von Mexiko“, 1865<br />

Édouard Manet: „Erschießung Maximilians von Mexiko“, 1868<br />

c<br />

Sie sollte ihren geliebten Maximilian nicht mehr wiedersehen und<br />

starb <strong>–</strong> besonders tragisch <strong>–</strong> als 86-Jährige erst im Jahre 1927,<br />

also 60 Jahre nach ihm, jedoch psychisch krank und völlig gebrochen.<br />

Trotz der bedrohlichen Lage weigerte sich der Kaiser, die einmal<br />

übernommene Verantwortung abzugeben und das Land zu verlassen.<br />

Als nun die USA ihren eigenen blutigen Bürgerkrieg beendet hatten<br />

und massiven Druck auf Frankreich ausübten, die Intervention in<br />

Mexiko zu beenden, wurde die Lage für Maximilian und seine<br />

verbliebenen Anhänger aussichtslos. Von den Truppen des<br />

blutrünstigen Juárez in Querétaro eingeschlossen, musste sich<br />

Maximilian schließlich ergeben. Man wollte ihm die Gelegenheit<br />

zur Flucht geben, doch er weigerte sich getreu seinen Grundsätzen,<br />

ohne seine treuesten mitgefangenen Generäle zu entkommen.<br />

So wurde er in einer Prozess-Farce zum Tode verurteilt und am<br />

19. Juni 1867 von einem Erschießungskommando exekutiert.<br />

So endete die unglückliche Karriere dieses begabten, visionären,<br />

aufrichtigen und gutherzigen, jedoch auch allzu gutgläubigen<br />

Erzherzogs aus dem Hause Österreich.<br />

Doch von der Geschichte in die Gegenwart <strong>–</strong> was erinnert uns heute<br />

noch an das Kaiserpaar? Da wären beispielsweise zu nennen:<br />

Das entzückende Schloss Miramare bei Triest mit seinen liebevoll<br />

gestalteten Gartenanlagen, das Maximilian-Denkmal auf der Piazza<br />

Venezia in Triest, die exquisite Einrichtung des Schlosses von<br />

Chapultepec sowie die Prachtstraße Paseo de Emperatriz Carlota,<br />

nunmehr Paseo de la Reforma in Mexiko City. p<br />

Fotos: akg-images, Shutterstock<br />

80 WINTER <strong>2021</strong>


Italian Masterpieces<br />

In The Mood sofa designed by Jean-Marie Massaud<br />

Pierre low table designed by Jean-Marie Massaud<br />

Marth rocking armchair designed by Roberto Lazzeroni<br />

Plot room divider designed by GamFratesi<br />

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82<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Fotostudio Floyd


A R T<br />

IMAGINE<br />

HUMAN<br />

RIGHTS<br />

Ein wunderbares Charity-Projekt,<br />

dass sich den 30 Artikeln der<br />

Allgemeinen Erklärung der<br />

Menschenrechte widmet und<br />

mit Werken von insgesamt<br />

56 Künstlern in Szene setzt.<br />

k<br />

Andrea Fuchs,<br />

Initiatorin des Projekts<br />

„Imagine Human Rights“<br />

v<br />

Das Buch „Imagine Human Rights“ und das damit einhergehende<br />

Charity-Projekt beschäftigt sich auf künstlerische Weise mit<br />

den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte<br />

Es war ein historischer Tag, als am 10. Dezember 1948 im Palais Chaillot<br />

in Paris von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die<br />

30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verkündet<br />

wurden. Dabei handelt es sich um grundlegende Ansichten über die<br />

Rechte, die jedem Mensch zustehen sollten.<br />

Das Buch „Imagine Human Rights“ nimmt sich nun für ein Charity-<br />

Projekt dieser 30 Artikel im Detail an. Sie werden in allen sechs<br />

offiziellen UNO-Sprachen <strong>–</strong>Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch,<br />

Russisch und Spanisch <strong>–</strong> akribisch präsentiert und mit den Werken<br />

von insgesamt 56 Künstlern begleitet. Die Vorworte, zu finden ab<br />

Seite Zwölf, steuerten Bundespräsident Alexander Van der Bellen und<br />

der nunmehr ehemalige Hochkommissar für Menschenrechte der UNO<br />

Said Raad al-Hussein bei. Laut Van der Bellen soll dieses Buch „ein Gefühl<br />

der Hoffnung vermitteln, in Zeiten, in denen Menschenrechte,<br />

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit immer wieder angegriffen werden“.<br />

Ins Leben gerufen wurde das empathische Vorhaben von Andrea<br />

Fuchs: „Ich bin bereits mein ganzes Berufsleben lang in der Hotellerie<br />

tätig. Infolge wollte ich den internationalen Gästen mit unterschiedlichsten<br />

Backgrounds einen interkulturellen, relevanten und vor allem<br />

ver bindenden Lesestoff anbieten. Und deshalb sollten es die Menschenrechte<br />

sein. Sie sind unsere gemeinsame Basis über alle Staats- und<br />

Religions grenzen hinweg“. Mit dem Projektüberschuss von geplanten<br />

40.000 Euro sollen zwei ausgewählte Hilfsorganisationen unterstützt<br />

werden. Zum einen die Future of Hope Foundation in Simbabwe, ein<br />

Schwerpunkt ihrer engagierten Arbeit ist die Bekämpfung des Hungers<br />

in der Region. Andererseits soll auch die Universität für angewandte<br />

Kunst in Wien gefördert werden.<br />

Der Weg vom Initialgedanken bis zum fertigen Buch war jedoch ein<br />

langer, wie die Initiatorin präzisiert: „Zuerst erzählte ich Professor<br />

Manfred Nowak von meiner Idee. Er ist Menschenrechtsanwalt und Generalsekretär<br />

des European Inter-University Centre for Human Rights<br />

and Democratisation in Venedig sowie wissenschaftlicher Direktor für<br />

den Lehrgang ‚Vienna Master of Arts in Applied Human Rights‘.“ Nach<br />

dem Gespräch war schnell klar: Beide wollten gemeinsam ein Buch<br />

kreieren, das zeigt, wie eine Welt aussehen könnte, in der die Menschenrechte<br />

wirklich für jeden gelten. Komplett machte das Trio die profunde<br />

Kunstkennerin und Kuratorin Petra Stelzer. Ihrem globalen Netz werk<br />

ist es zu verdanken, dass internationale Starkünstler wie Edmund de<br />

Waal, Yoko Ono, Stefan Sagmeister, Julian Opie, Ed Ruscha oder Los<br />

Carpinteros für das Buch begeistert und gewonnen werden konnten.<br />

Das Ergebnis ist ein emotionales Nachschlagewerk, das inspiriert<br />

und zum Nachdenken anregt. Einen Wunsch hätte Andrea Fuchs noch:<br />

„Es wäre schön, bis Jahresende noch 300 Bücher zu verkaufen. Damit<br />

würden wir unser Ziel erreichen und könnten die beiden Institutionen<br />

wie geplant unterstützen.“ Einzelne Exemplare sind sieben Tage die<br />

Woche rund um die Uhr an der Rezeption des Hotels „Sans Souci“,<br />

Burggasse 2, 1070 Wien zu erwerben oder unter imaginehumanrights.<br />

com zu bestellen. Wenn Interesse an größeren Mengen besteht, kann<br />

man Andrea Fuchs direkt kontaktieren: af@imaginehumanrights.com.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

83


Bob and Roberta Smith, „Art is Your Human Right“, 2018<br />

Fotos: Petros Vrellis, Christoph Knoch, Timothy Mahoney, Stoffel Hias, John Bodkin, DawkinsColour<br />

84


A R T<br />

Petros Vrellis, „Portrait of the Average Woman“, 2016<br />

l<br />

k<br />

Liliane Tomasko, „Equilibrium“, 2017<br />

h<br />

Rachel Libeskind, „Landscape of Yesterday<br />

and Tomorrow“, 2018<br />

v<br />

Koen Vanmechelen, „Collective Memory“,<br />

2017<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

85


STILVOLL WOHNEN IN<br />

ZENTRALER DÖBLINGER LAGE<br />

EXKLUSIVE PENTHOUSES & LUXURIÖSE ALTBAUWOHNUNGEN MIT<br />

WEITBLICK AUF DIE WIENER HAUSBERGE DIREKT AM WERTHEIMSTEINPARK<br />

In den beiden Penthouses residieren Sie auf zwei Ebenen. Sie erstrecken sich auf insgesamt über 190 m2 und<br />

bieten Luxus pur: angenehmes Raumgefühl, uneinsehbare Wohn- und Freiraumflächen, paradiesischer Weitblick<br />

auf die Parkanlage und die Weinberge sowie eine Dachterrasse die ihresgleichen sucht.<br />

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Stilvoll revitalisierte Altbauwohnungen, ausgestattet mit hochwertigsten Materialien sowie Fußbodenheizung<br />

schaffen ein Ambiente modernsten Luxus. Der typische Altbaucharakter wurde trotz umfassender Substanzerneuerung<br />

weitgehendst erhalten. Die Wohnungen bieten großzügige Balkone oder Terrassen.


Natur pur in Aspen: Ein Landsitz, der keine Wünsche<br />

von Erholungssuchenden offen lässt<br />

Fotos: Michael Brands for Aspen Snowmass Sotheby’s International Realty


ARCHITEKTUR<br />

Renaissance<br />

der Landidylle<br />

Wie praktisch wäre ein Entspannungsmodus,<br />

den man auf Knopfdruck aktivieren könnte,<br />

oder eine App, um neue Energie zu tanken. Aber ganz<br />

ehrlich, diesen modernen Firlefanz braucht es nicht!<br />

Von Christoph Kulmer<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

89


Die Weite blühender Wiesen, jahrhundertealte Wälder, kristallklare<br />

Seen oder ein schneebedecktes Bergpanorama lassen<br />

uns in der Sekunde zur Ruhe kommen. Es sind exakt jene<br />

romantischen Naturmomente, für die man der Großstadt am Ende der<br />

Arbeitswoche freudig den Rücken kehrt und die Fahrt Richtung<br />

Ferienwohnsitz aufnimmt. Denn ganz ehrlich, für einige Tage tauscht<br />

man urbanen Trubel, U-Bahn, Verkehrschaos und Bürostress gerne<br />

gegen Landidylle. Oder anders gesagt <strong>–</strong> Penthouse gegen Chalet.<br />

Das Chalet ist zweifellos an der Spitze der High-End-Immobilien angekommen.<br />

Umfassender Komfort veredelt mittlerweile den Wohntraum<br />

im Luxusdomizil am Land. Großzügige Wellnessoasen, Gärten<br />

mit Pool und edle Wohnräume mit Panoramaverglasungen unterstützen<br />

dabei, neue Kraft zu tanken. Selbstverständlich, wie sollte es anders<br />

sein, dominiert Holz in allen nur erdenklichen Variationen. Gemütlichkeit<br />

und Behaglichkeit werden in der Ferienresidenz großgeschrieben<br />

<strong>–</strong> egal ob im Sommer oder im <strong>Winter</strong>. Sie ist der exklusive Ruhepol<br />

fernab der pulsierenden Metropolen und im Einklang mit der Natur.<br />

Und im Mittelpunkt steht die Erholung vom Alltagsstress.<br />

Das Wort „Chalet“ kommt ursprünglich aus der französischsprachigen<br />

Schweiz und bedeutet frei übersetzt in etwa „Sennhütte“ <strong>–</strong> ein<br />

kleiner Unterstand für Mensch und Tier. Um es auf den Punkt zu bringen:<br />

Es waren einfache Bauten in den mittleren und hohen Lagen der<br />

Schweizer Alpen. Typischerweise sind Chalets aus Holz gefertigt oder<br />

haben zumindest eine Holzverschalung an der Fassade angebracht und<br />

ein flaches Satteldach mit weitem Dachüberstand. Soweit die präzise<br />

Definition. Moderne Architektur bietet Freiräume in der Interpretation<br />

<strong>–</strong> Holz ist jedoch eine gewünschte Konstante. Dieser nachwachsende<br />

Rohstoff ist in einem Chalet einfach allgegenwärtig und sorgt für die<br />

nötige Wohlfühlatmosphäre. Internationale Studien belegen eine überaus<br />

positive Wirkung auf den Menschen. Deren Ergebnisse verdeutlichen,<br />

dass sich Personen in Räumen mit Zirbenholz effektiver von<br />

körperlichen und mentalen Belastungssituationen erholen können <strong>–</strong> zu<br />

erkennen ist das etwa an niedrigeren Herzraten. Zu einer ähnlichen<br />

Conclusio kommt man auch in Bezug auf die Schlafqualität. Fichtenholz<br />

wiederum soll angeblich die Konzentrationsleistung steigern.<br />

Unbestritten hat die Natur ganz generell einen unmittelbaren positiven<br />

Effekt auf unsere Gesundheit (Stichwort Waldbaden). All jene Aspekte<br />

kumulieren perfekt bei einer Residenz am Land.<br />

In die Welt getragen hat den Begriff Chalet übrigens der einflussreiche<br />

Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge und Komponist Jean-Jacques<br />

Rousseau. Der Naturliebhaber wurde vor rund 310 Jahren am 28. Juni<br />

1712 in Genf geboren und hat sich zeitlebens für seine Heimat in allen<br />

Facetten begeistert. Einige seiner Werke lesen sich fast wie PR- oder<br />

Werbetexte für die wunderschöne Landschaft der Schweiz.<br />

Fotos: Lena Yaremenko for Sotheby’s International Realty, Michael Brands for Aspen<br />

Snowmass Sotheby’s International Realty<br />

90


ARCHITEKTUR<br />

v<br />

Wohntraum in Aspen mit Chalet-Stilelementen: Holzbalken, über fünf Meter Raumhöhe<br />

mit Giebelblick, ein offener Kamin und gemütliche Accessoires<br />

h<br />

Modernes Design im Landhausstil: Die Panoramaverglasung<br />

ermöglicht einen uneingeschränkten<br />

Blick auf das Meer. Ein Juwel am Strand in East<br />

Hampton für knapp acht Millionen Dollar<br />

v<br />

Auch im lichtdurchfluteten Innenraum dominieren<br />

in der Villa in East Hampton Creme- und Beigetöne<br />

in einer Wohlfühlkombination mit viel Holz<br />

Vor allem der Briefroman „Julie oder Die neue Heloise“, erstmals 1761<br />

unter dem Originaltitel „Lettres de deux amans, habitans d’une petite<br />

ville au pied des Alpes“ veröffentlicht, löste einen wahren Begeisterungssturm<br />

für die Alpen aus. Ein Segen für den Tourismus. In der<br />

deutschen Fassung des 36. Briefes im ersten Teil des Romans ist zu<br />

lesen, Chalets seien „eine Art Holzhäuser, in denen man auf dem<br />

Gebirge Käse und andere Arten von Milcherzeugnissen macht“, außerdem<br />

könne es auch „der Liebe und dem Vergnügen, den Freunden des<br />

schlichten Land lebens, Schutz bieten“.<br />

Im Zuge der Romantisierung im 19. Jahrhundert, als der europäische<br />

Adel und das reiche Bürgertum eine steigende Affinität für das traditionelle<br />

Leben auf dem Land entwickelten, stieg zugleich das Interesse<br />

am Chalet. Auch in Österreich kam es zur selben Zeit durch die Erschließung<br />

der Eisenbahn zu verstärkter Reisetätigkeit <strong>–</strong> ebenfalls vorrangig<br />

von Aristokratie und Großbürgertum. Im Sommer ließen viele<br />

die heißen, überlaufenen und stickigen Städte hinter sich und zogen<br />

sich auf ihre Landsitze zurück. In den eigens dafür errichteten Villen<br />

mit großzügigen Gärten, aber meist ohne Heizung wurde der Großteil<br />

der warmen Monate verbracht <strong>–</strong> jedoch nur von Frauen und Kindern.<br />

Die berufstätigen Männer kamen an den Wochenenden oder urlaubten<br />

für maximal zwei bis drei Wochen am Stück mit der Familie. Beliebte<br />

Sommerfrischedestinationen in Österreich waren das Salzkammergut,<br />

der Wörthersee und die Regionen um Semmering, Schneeberg und Rax.<br />

Bezeichnende Immobilien-Juwele aus jener Zeit sind das Schloss<br />

Rothschild und die Rudolfsvilla in Reichenau oder das „Südbahnhotel“<br />

am Semmering. Letzteres wurde 1882 eröffnet und avancierte rasch<br />

zum Place-to-be für betuchte Städter. Durch den Ersten Weltkrieg und<br />

die Weltwirtschaftskrise in den 1920er-Jahren fand die beliebte Sommerfrische<br />

ein jähes Ende. In der Zwischenkriegszeit konnte sie nur in<br />

abgeschwächter Form fortgeführt und nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

nicht wiederbelebt werden: Inzwischen hatten sich die Reiseziele geändert<br />

und es gab andere Mobilitätsoptionen. Somit musste 1976 auch<br />

der Betrieb des „Südbahnhotels“ als Grandhotel schlussendlich eingestellt<br />

werden. Der neue Eigentümer, Immobilienunternehmer Christian<br />

Zeller, hat im Herbst <strong>2021</strong> angekündigt, das altehrwürdige Haus wieder<br />

als Hotelbetrieb öffnen zu wollen. Der Fokus soll auf Kulturveranstaltungen<br />

liegen. Der Zeitpunkt ist klug gewählt, denn die Sommerfrische<br />

ist aktuell wieder in aller Munde.<br />

Als einen Grund für die Renaissance der Landidylle führen Wissenschaftler<br />

der Universität für Bodenkultur Wien die Klimakrise an.<br />

Die zunehmende Hitzebelastung in Ballungsräumen macht der Bevölkerung<br />

im Sommer schwer zu schaffen. Wien verzeichnete zwischen<br />

1961 und 1990 durchschnittlich 9,6 Hitzetage im Jahr, in der Periode<br />

von 1981 bis 2010 waren es bereits 15,2. Sicher ist ein weiterer Anstieg,<br />

fraglich nur in welchem Ausmaß. Im Extremfall gehen Experten von bis<br />

zu fünfzig aus. Das ist natürlich keineswegs ein Wiener Spezifikum.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

91


ARCHITEKTUR<br />

Das Anwesen im noblen Skiort Aspen bietet auf fast 2.000 Quadratmetern Wohnfläche unter anderem<br />

insgesamt sieben Schlafzimmer und Bäder. Aktuell ist es für 75 Millionen Dollar zu erstehen<br />

x<br />

Auch andere Großstädte kämpfen mit der Problematik der Erwärmung<br />

und die Bevölkerung sucht nach Alternativen oder besser gesagt nach<br />

Abkühlung. Die Residenz in der Peripherie, nur unweit der Metropole,<br />

in der man den Arbeits- und Lebensmittelpunkt hat, ist dadurch so<br />

gefragt wie nie. Ein internationales Beispiel dafür sind die Hamptons,<br />

nur ungefähr zweieinhalb Autostunden vor den Toren New Yorks gelegen.<br />

Sie gelten als das Nonplusultra für Ferien- und Wochenendhäuser<br />

der Superreichen aus dem Big Apple. Dort ist eine Designvilla mit<br />

der komfortablen Wohnfläche von 186 Quadratmetern und direkt am<br />

Strand im Moment für rund acht Millionen Dollar zu haben.<br />

Doch eine Auszeit ist nicht nur in den Sommermonaten notwendig und<br />

für die innere Balance unerlässlich. Weißer Pulverschnee und ein <strong>Winter</strong><br />

Wonderland bezaubern in den noblen Skigebieten wie Megève in<br />

Frankreich oder Aspen in den USA. Villen im klassischen Chalet-Stil,<br />

mit viel Holz, hellen und erdigen Farbkompositionen und einer exquisiten<br />

Ausstattung verleihen dem <strong>Winter</strong>urlaub ein wohlig warmes Heimatgefühl.<br />

Und ja, man kann sich durchaus an mehreren Orten zu<br />

Hause fühlen. Das Stichwort in diesem Zusammenhang ist „Multilokalität“.<br />

Peter Weichert, langjähriger Vorsitzender des Salzburger Instituts<br />

für Raumplanung und ehemaliger Universitätsprofessor für Humangeografie<br />

und Regionalforschung, erklärt dieses Phänomen so: „Multilokalität<br />

gibt es eigentlich schon immer. Sie tritt immer dann auf, wenn<br />

Der Wellnessbereich in dieser Luxusvilla in Aspen, Colorado lädt<br />

mit mehreren Saunen zum Entspannen ein<br />

x<br />

Menschen die Vorteile unterschiedlicher Orte miteinander verknüpfen.<br />

Von residenzieller Multilokalität spricht man, wenn dadurch zwei oder<br />

mehrere Wohnsitze zur Verfügung stehen. Die Ursachen können dafür<br />

der Arbeitsplatz, die Ausbildung, Beziehung oder Freizeitgestaltung sein.“<br />

Egal wie man es nun nennt: Zweitwohnsitz, Ferienresidenz, Urlaubsdomizil<br />

oder einfach nur Heimat. Wichtig ist, das jeweilige Refugium<br />

muss seine Bestimmung erfüllen <strong>–</strong> nämlich Geborgenheit in allen<br />

Facetten. Und das schafft ein idyllisches Chalet gewiss. p<br />

Fotos: Christie’s International Real Estate Aspen Snowmass<br />

92 WINTER <strong>2021</strong>


CONNERY SEATING SYSTEM | RODOLFO DORDONI DESIGN<br />

TORII ARMCHAIR | NENDO<br />

LIAM COFFEE TABLE | RODOLFO DORDONI DESIGN<br />

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94<br />

Fotos: KITZIMMO <strong>–</strong> Real Estate <strong>–</strong> OG


ARCHITEKTUR<br />

DIE TOP 7<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 hat sich für Sie<br />

in Österreich umgesehen<br />

und exklusive Domizile<br />

mit Erholungsfaktor entdeckt<br />

Von Christoph Kulmer<br />

FENSTER ZUM<br />

WILDEN KAISER<br />

Jedes noch so kleine Detail in der Architektur spielt eine Rolle für das<br />

Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Dieses Chalet direkt an der<br />

Skipiste mit Blick auf den Wilden Kaiser strahlt eine Atmosphäre der Behaglichkeit<br />

aus. Edle Langholzdielen aus Eiche, elegante Fliesen, hochwertige<br />

Armaturen und Altholzapplikationen kreieren einen einzigartigen<br />

Charakter. Im Wohnsalon ist ein von der Decke freischwebender Kamin<br />

der zentrale Blickfang. Hier befindet sich auch die moderne Designerküche,<br />

die in cremigen Beigetönen und Grau gehalten ist. Vom Wohnbereich<br />

und dem umlaufenden Balkon mit seinen Terrassen hat man eine atemberaubende<br />

Aussicht auf die Kitzbüheler Bergwelt. Ein Lift verbindet bequem<br />

alle Geschoße der Residenz. Insgesamt stehen vier Schlafzimmer<br />

mit vier Bädern en Suite, etliche Neben- und Nutzräume, eine Garage und<br />

ein Garten zur Verfügung. Eine weitläufige Wellnessoase mit Sauna, Dusche<br />

und Ruheraum sowie ein großer Weinkeller veredeln das Chalet.<br />

ELLMAU<br />

TIROL<br />

Wohnfläche: 283 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

kitzimmo.at<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

95


ARCHITEKTUR<br />

NATURVERBUNDENES<br />

HIDEAWAY<br />

In idyllischer Lage hält der Name „Aqua“, wie dieses Chalet genannt<br />

wird, was er verspricht. Der durchdachte Außenbereich ist<br />

eingebettet in malerische Natur und überrascht mit einem Outdoor-Pool<br />

für heiße Sommertage. Ein dominierendes Element in<br />

der auf drei Etagen aufgeteilten Immobilie ist zweifellos warmes,<br />

gemütliches Holz. Im Dachgeschoß befindet sich direkt unter<br />

dem wunderschönen Altholzdachstuhl der geräumige, helle<br />

Wohn- und Essbereich mit offenem Kamin. Alle Wände in dieser<br />

Villa sind entweder mit Altholz verkleidet oder mit einer aufwendigen<br />

Spachteltechnik versehen. Hier entsteht ein angenehmes<br />

Raumgefühl und man kann die Alltagshektik hinter sich<br />

lassen. Eine elegante Treppe und ein Aufzug verbinden alle drei<br />

Ebenen. Im Obergeschoß liegt das Hauptschlafzimmer, daran<br />

angekoppelt ist das exklusive Badezimmer mit freistehender ellipsenförmiger<br />

Badewanne der Luxusmarke Antoniolupi. Der<br />

direkte Zugang auf den Balkon lädt zum Entspannen ein. Ein<br />

weiteres Highlight ist gewiss der inkludierte Wellnessbereich:<br />

Ausgestattet mit einer Sauna, Dusche und Relax-Lounge wurde<br />

die Wohlfühloase in den Farben Blau, Grün und Grau inszeniert.<br />

Durch große Fensterfronten werden der angrenzende Wildwasserbach<br />

und die Waldlandschaft in das Raumkonzept integriert.<br />

KIRCHBERG<br />

TIROL<br />

Wohnfläche: 318 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

cumlaudeimmobilia.com<br />

GIPFEL DER<br />

HARMONIE<br />

Das oberste Gebot war, die Chalet-Anlage „Sonnberg Logde“ so<br />

harmonisch wie nur möglich in die beeindruckende Tiroler Naturkulisse<br />

zu integrieren. Entstanden ist eine gelungene Symbiose aus<br />

Architektur und alpiner Natur. Beständige Materialien wie Holz<br />

und Stein schaffen einen zeitlosen Immobilienklassiker. Das<br />

Wohnhaus mit seinen insgesamt drei Apartments bietet einen unverbaubaren<br />

Blick auf den Hahnenkamm, die legendäre Streif sowie<br />

die Stadt Kitzbühel. Jede Einheit verfügt über eine eigene<br />

Sauna, die in den kalten <strong>Winter</strong>monaten eine echte Wohltat ist.<br />

Eine der drei Wohnungen ist noch erhältlich, bei ihr strömt viel<br />

Licht in den panoramaverglasten Wohn- und Essbereich. Ein Kamin<br />

und die offene Küche runden das behagliche Design gekonnt<br />

ab. Drei Schlafzimmer mit eigenen Ankleiden und exklusiven<br />

Bädern en Suite sind der Beweis für den Masterclass-Status. Ein<br />

Geheimtipp und persönlicher Rückzugsort ist die großzügige Terrasse<br />

mit atemberaubenden Blick auf die einzigartige Landschaft.<br />

KITZBÜHEL<br />

TIROL<br />

Wohnfläche: 257 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

marschall.at<br />

Fotos: Gerhard Groger Photography, Gornik<br />

96 WINTER <strong>2021</strong>


JOHAN Natur Design Wohnen GmbH | Zollergasse 13, 1070 Wien<br />

+43 1 92 36 728 | info@johan-wohnen.at | www.johan-wohnen.at


ARCHITEKTUR<br />

LOGENPLATZ AN<br />

DER SONNE<br />

Auf einem Sonnen-Plateau und etwa 65 Meter oberhalb des örtlichen<br />

Skizentrums liegen drei Chalets mit insgesamt 45 Apartments<br />

und exklusiven Penthouses. Die Wohnungen mit freier<br />

Aussicht auf das eindrucksvolle Bergpanorama überzeugen durch<br />

ausgesuchte Materialien von handverlesenen regionalen Anbietern.<br />

Zudem ist eine kleine Gondelbahn geplant, die das Resort<br />

mit dem Ortskern und den Liftstationen verbinden soll. Das malerische<br />

St. Gallenkirch ist zu allen Jahreszeiten eine Sensation<br />

und eine Reise wert. Im <strong>Winter</strong> wird Schneegarantie geboten, da<br />

50 Prozent der Pistenkilometer auf über 2.000 Metern Seehöhe<br />

liegen. Im Sommer laden viele markierte Wanderwege dazu ein,<br />

die traumhafte Landschaft in der Silvretta-Montafon-Bergwelt<br />

bei ausgiebigen Touren zu erkunden. Damit man diese Besonderheiten<br />

ungestört und in aller Ruhe genießen kann, ist die Chalet-<br />

Anlage in das Viersterne-Resort „AvenidA“ eingebunden. Dieses<br />

zeichnet sich durch eine hochwertige Ausstattung, ein idyllisches<br />

Ambiente sowie einen Rundumservice aus. Als Apartmenteigentümer<br />

steht einem dieser Komfort jederzeit zur Verfügung. Im<br />

ausgedehnten Wellnessbereich mit Saunen sowie Pool und<br />

Whirlpool, jeweils einer in- und outdoor, kann man die Seele<br />

baumeln lassen und wieder zu innerer Ruhe finden.<br />

ST. GALLENKIRCH<br />

VORARLBERG<br />

Wohnfläche: bis 121 m 2<br />

Fertigstellung: Sommer 2023<br />

crownd.at<br />

ENTSPANNUNGSOASE<br />

MIT FERNBLICK<br />

Hier wartet ein Panoramablick, der einfach sprachlos macht <strong>–</strong><br />

vom Hahnenkamm über die Fleckalm, den Rettenstein und Gaisberg<br />

bis hin zur Hohen Salve. Am Puls der Zeit konzipiert, punktet<br />

dieses in Kirchberg gelegene Neubau-Chalet mit<br />

Tiefenbohrung-Erdwärme, kontrollierter Wohnraumbelüftung<br />

und zentraler Staubsaugeranlage. Natürlich sind auch alle drei<br />

Stockwerke komfortabel mit einem Aufzug zu erreichen. Das<br />

untere beherbergt die Garage mit bis zu sechs Stellplätzen und<br />

mehrere Räumen mit der Möglichkeit für einen eigenen Weinkeller.<br />

Zwei Schlafzimmer mit Ankleide- und Badezimmer sowie<br />

der fabelhafte Wellnessbereich mit Sauna, Dusche, Ruhe- und<br />

Sanitärraum sind in der ersten Etage untergebracht. Eine Überraschung<br />

auf dieser Ebene ist jedoch mit Sicherheit die großzügige<br />

Terrasse mit Outdoor-Whirpool <strong>–</strong> hier lassen sich viele erholsame<br />

Stunden verbringen. Im Dachgeschoß begeistern der<br />

großzügig dimensionierte Wohn- und Essbereich sowie die Küche.<br />

Exquisite Materialien sowie die Kombination aus dunklen<br />

Tönen und Naturholz kreieren einen repräsentativen und modernen<br />

Look.<br />

KIRCHBERG<br />

TIROL<br />

Wohnfläche: 434 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

kitzimmo.at<br />

Fotos: © <strong>2021</strong> AvenidA GmbH, KITZIMMO <strong>–</strong> Real Estate <strong>–</strong> OG<br />

98 WINTER <strong>2021</strong>


KETTENBRÜCKENGASSE 22<br />

1040 Wien / in Verkauf<br />

46 EIGENTUMSWOHNUNGEN<br />

2 <strong>–</strong> 4 ZIMMER, CA. 50 BIS 160 m 2<br />

HWB 21,73 kWh/m 2 a<br />

FABERGASSE 2<br />

1230 Wien / in Verkauf<br />

39 EIGENTUMSWOHNUNGEN<br />

2 <strong>–</strong> 4 ZIMMER, CA. 37 BIS 103 m 2<br />

HWB 30,5 kWh/m 2 a<br />

HOHENBERGSTRASSE 20<br />

1120 Wien / in Verkauf<br />

37 EIGENTUMSWOHNUNGEN, 2 TOWNHOUSES<br />

2 <strong>–</strong> 4 ZIMMER CA. 39 BIS 101 m 2<br />

HWB 32,95 kWh/m 2 a<br />

WINEGG REALITÄTEN GMBH / VERKAUF@WINEGG.AT / T +43 1 907 61 78<br />

WINEGG.AT


ARCHITEKTUR<br />

IDYLLE<br />

AM SEE<br />

Der Neusiedlersee ist ein Naturjuwel im Burgenland, nahe der<br />

Metropole Wien gelegen und ein als „UNESCO Welterbe Neusiedlersee“<br />

geschütztes Areal. Um dieses Zertifikat zu wahren,<br />

wurde das Projekt „Am Hafen“ von der UNESCO genehmigt. Die<br />

noch verfügbaren Seehäuser bilden eine harmonische Verbindung<br />

von Natur und Architektur. Das moderne und zeitlose<br />

Design besticht mit einer Fassade aus heimischem Lärchenholz<br />

in elegantem Grau. Dank der Panoramafenster haben die Innenräume<br />

ein lichtdurchflutetes Ambiente und man erhält einen<br />

herrlichen Seeblick. Das Nonplusultra ist jedoch das „Haus im<br />

Schilf“. Es befindet sich mitten im See und eignet sich dadurch<br />

als besonders intimer und exklusiver Rückzugsort. Dieses Kleinod<br />

ist nur über einen privaten Steg erreichbar. Die weitläufige<br />

Terrasse mit zwei Bootsanlegeplätzen ist fast komplett überdacht<br />

und schafft dadurch einen zusätzlichen Wohnraum.<br />

NEUSIEDL AM SEE<br />

BURGENLAND<br />

Wohnfläche: bis 110 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

amhafen.at<br />

WOHNEN<br />

MIT TIEFGANG<br />

Ein Domizil am See sorgt für besondere Strahlkraft. Denn was<br />

kann mehr Balsam für die Seele sein als der Anblick von sanft<br />

wogendem türkisen Wasser? Zwischen dem pulsierenden Velden<br />

und dem idyllischen Pörtschach, nur zehn Autominuten vom<br />

malerischen Wörthersee entfernt, entsteht eine Luxuswohnhausanlage<br />

der besonderen Art <strong>–</strong> mit dem poetischen Namen „Lug ins<br />

Land“. Die 15 Apartments präsentieren sich im modernisierttraditionellen<br />

Design und sind auf sieben Baukörper verteilt. Ein<br />

idyllischer Naturpool steht den künftigen Eigentümern exklusiv<br />

zur Verfügung, um an heißen Tagen eine erfrischende Abkühlung<br />

zu erhalten. Die offene Raumaufteilung vermittelt ein Gefühl der<br />

Freiheit, die großen Fensterfronten und die Giebelverglasung<br />

erfüllen die Zimmer mit Licht. Serviciertes Wohnen ist ein Megatrend<br />

am Immobilienmarkt und in vielen Apartmentanlagen in<br />

den Städten bereits Standard. Auch dieses Objekt am Techelsberg<br />

stellt seinen künftigen Bewohnern ein Rundum-Sorglospaket<br />

bereit. Eines sei noch gesagt: Der Blick auf den zauberhaften<br />

Wörthersee ist einfach unbezahlbar und wunderschön.<br />

ST. MARTIN AM TECHELSBERG<br />

KÄRNTEN<br />

Wohnfläche: bis 103 m 2<br />

Fertigstellung: 2023<br />

lug-ins-land.at<br />

Fotos: Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH, © schreinerkastler<br />

100 WINTER <strong>2021</strong>


WIEN<br />

A NEW BEGINNING<br />

astonmartin.com/de/models/dbx<br />

Kraftstoffverbrauch Aston Martin DBX in l/100 km: innerorts 14,7; außerorts 10,2; kombiniert 11,8. CO 2 ‐Emissionen kombiniert in g/km: 269.<br />

Effizienzklasse G. Die angegebenen Verbrauchs‐ und Emissionswerte wurden nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt.<br />

Aktuell erfolgt die Typengenehmigung für bestimmte Neuwagen auf Basis eines weltweit harmonisierten Prüfverfahrens für Personenwagen und<br />

leichte Nutzfahrzeuge („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“, WLTP), einem realistischeren Prüfverfahren zur Messung des<br />

Kraftstoffverbrauchs und der CO 2 ‐Emissionen. Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs‐<br />

und CO 2 ‐Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem alten NEFZ‐Verfahren („Neuer Europäischer Fahrzyklus“) gemessenen.<br />

Allerdings sind aktuell noch die NEFZ‐Werte verpflichtend zu kommunizieren. Soweit Angaben Neuwagen betreffen, die nach dem WLTP‐Verfahren<br />

typgenehmigt sind, werden die angegebenen NEFZ‐Werte daher von den WLTP‐Werten abgeleitet. Die zusätzliche Angabe der WLTP‐Werte erfolgt<br />

bis zu deren verpflichtender Verwendung freiwillig.


IMMOBILIEN<br />

Round Table<br />

Wird der Lebensalltag auf mehrere Orte verteilt, spricht man von Multilokalität.<br />

Gründe dafür können der Arbeitsplatz, eine Partnerschaft, Hobbys oder die<br />

Familie sein. Besonders beliebt bei Erholungssuchenden sind aktuell<br />

Zweitwohnsitze am Land. Für AURUM <strong>999</strong>,9 analysieren die Immobilieninsider<br />

Franz Gobec, Alexander Tischler und Marlies Muhr diesen Trend.<br />

Eine Expertise aus drei Bundesländern: Tirol, Kärnten und Salzburg<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Franz Gobec<br />

Geschäftsführer bei KITZIMMO Real Estate OG<br />

und Bürgermeister a. D.<br />

Kitzbühel <strong>–</strong> aber auch die Region rundum <strong>–</strong> ist seit<br />

Jahrzehnten für Weltoffenheit und Gastfreundschaft<br />

weit über die Grenzen hinaus bekannt. Vor allem aber die herrliche<br />

Landschaft, gepaart mit den unzähligen Freizeitangeboten und<br />

Möglichkeiten, macht das Leben hier einzigartig. Die Menschen schätzten<br />

diese Eigenschaften und sie haben begonnen, sich hier eine zweite<br />

Heimat zu schaffen. Man ließ sie gewähren und daraus entstand eine<br />

Belebung der heimischen Wirtschaft, des Gewerbes und unzähliger<br />

Betriebe. Und diese Auslastung der hier ansässigen Betriebe hält bis<br />

heute ungebrochen an und hat zu Wohlstand und einer guten Beschäftigungslage<br />

der heimischen Bevölkerung geführt.<br />

In letzter Zeit ist es jedoch, ausgelöst durch ganz wenige engstirnig<br />

Denkende, zu einer Neidgemeinschaft gekommen. Einige Menschen<br />

glauben den unsachlichen Argumenten der Agitatoren und sind der<br />

Meinung, dass Immobilien billiger werden, wenn sie den „Nebenwohnsitzern“<br />

das Leben schwer machen. Bespitzelung sowie Denunziantentum<br />

greifen um sich, spalten die Bevölkerung und sind leider<br />

auch bei populistischen Politikern auf fruchtbaren Boden gefallen.<br />

Dabei wird immer damit argumentiert, dass hier nicht nur die überwiegende<br />

Zeit verbracht werden soll, sondern darüber hinaus auch<br />

der Lebensmittelpunkt hier nachgewiesen werden muss.<br />

Wer aber sagt, was Lebensmittelpunkt genau<br />

bedeutet? Es gibt viele Menschen, die den <strong>Winter</strong> in<br />

südlichen Regionen verbringen, den Herbst wiederum in<br />

der Stadt und den Sommer in herrlichen Wandergebieten.<br />

Wer kann hier den Lebensmittelpunkt definieren und wo?<br />

Gerade Corona hat uns mehr als deutlich vor Augen geführt, was<br />

Kitzbühel und die Region ohne diese „neuen Mitbürger“ wäre <strong>–</strong> nämlich<br />

leer! Die heimische Bevölkerung könnte die hohe Auslastung der unzähligen<br />

Handwerksbetriebe nicht aufrechterhalten <strong>–</strong> das Resultat<br />

wäre die Schließung von Betrieben und natürlich Arbeitslosigkeit.<br />

Die Vergangenheit und die Entwicklung in der Region Kitzbühel hat<br />

gezeigt, dass ein Miteinander auf alle Fälle sinnvoller ist als Isolation.<br />

Die Frage, die sich nun stellt, ist: Was braucht es, damit Toleranz,<br />

gegenseitiger Respekt, Vollbeschäftigung und ein zufriedenes Miteinander<br />

zwischen Einheimischen und Zugezogenen gegeben ist?<br />

Meiner Meinung nach bedarf es einer vernünftigen und nachvollziehbaren<br />

Regelung. Denn der Ausverkauf unserer Heimat ist und darf<br />

nicht das Ziel sein <strong>–</strong> ich denke, da sind wir uns alle einig. Es muss aber<br />

gelingen, den vor Jahrzehnten zugezogenen Mitbürgern Sicherheit zu<br />

geben und den zuzugswilligen klare Vorgaben zu machen. Damit würden<br />

wir uns die Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Identität bewahren,<br />

für die wir weit über die Grenzen von Tirol hinaus bekannt sind.<br />

Fotos: KITZIMMO, ATV-Immobilien, Weissbild / Martina Weiss<br />

102


ARCHITEKTUR<br />

Alexander Tischler<br />

Geschäftsführer von ATV-Immobilien GmbH<br />

Den Wunsch, neben dem Hauptwohnsitz<br />

auch einen Freizeitwohnsitz zu haben, gibt<br />

es schon sehr lange. Begonnen haben damit<br />

die Adelshäuser und diese Lebensweise<br />

wurde später von Großindustriellen<br />

und wohlhabenden Familien fortgeführt.<br />

In den letzten beiden Jahren konnten wir<br />

Corona-bedingt feststellen, dass mittlerweile<br />

viele Berufe ganz oder teilweise<br />

ortsunabhängig ausgeübt werden können.<br />

Seitdem beobachten wir in Kärnten den<br />

Trend, dass Feriendomizile viel stärker genutzt<br />

werden, als es eigentlich beim Kauf geplant war.<br />

Einige residieren bereits häufiger im Zweit- als im<br />

Hauptwohnsitz. Von unseren Kunden haben wir in den<br />

letzten Monaten auch des Öfteren gehört, dass sich ihr Arbeitsalltag<br />

nach Kärnten verlagert hat, da Geschäftspartner und Kollegen hier<br />

einfacher als in Wien oder Graz anzutreffen wären.<br />

Ausschlaggebend dafür ist bestimmt auch, dass die Infrastruktur im<br />

Zentralraum Kärnten in den letzten Jahren erfolgreich aufgebaut und<br />

stetig verbessert wurde. Nun ist eigentlich alles im Umkreis verfügbar<br />

<strong>–</strong> mit dem Mehrwert der Natur, der sauberen Umwelt, der Sicherheit<br />

sowie der schnellen Erreichbarkeit von Großstädten. Vorgaben, wo<br />

man in Kärnten einen Hauptwohnsitz begründen muss oder auch ein<br />

Freizeitwohnsitz möglich wäre, sind im jeweiligen Flächenwidmungsplan<br />

verankert <strong>–</strong> daraus ist zu erkennen, welche Liegenschaft einen<br />

Freizeit- oder Zweitwohnsitz erlaubt. Nur auf solchen ist es zulässig,<br />

einen Zweitwohnsitz zu begründen. Dabei wird eine jährliche Zweitwohnsitzabgabe<br />

fällig, außerdem ist die Kurtaxe an die Gemeinde zu<br />

entrichten. Wir, als Spezialisten für hochwertige Privatimmobilien an<br />

den Seen Kärntens, beraten unsere Kunden hinsichtlich dieser Spezifika<br />

natürlich im Detail.<br />

In den letzten Jahren stieg die Nachfrage nach Objekten, die auch<br />

touristisch vermietet werden können. Viele Eigentümer möchten in<br />

der Zeit, in der sie die Immobilie selbst nicht bewohnen, Einnahmen<br />

generieren. Teilweise wird das jedoch im Wohnungseigentumsgesetz<br />

eingeschränkt. Viele Bauträger greifen deshalb<br />

das Thema auf und errichten Wohnhausanlagen auf<br />

Grundstücken mit einer touristischen Widmung.<br />

Diese Apartments, meist am See mit einem<br />

malerischen Blick auf das Wasser oder direkt<br />

am Skilift gelegen, werden an erholungssuchende<br />

Urlauber vermietet. Dem Eigentümer<br />

beschert das lukrative Mieteinnahmen<br />

und zudem kann er die Wohnung<br />

auch einige Wochen im Jahr selbst<br />

nutzen. Als Wertanlage ist das für viele<br />

eine interessante Option. Den Faktor der<br />

stärkeren Abnutzung aufgrund einer erhöhten<br />

Frequenz darf nicht außer Acht<br />

gelassen werden.<br />

Marlies Muhr<br />

Geschäftsführerin von Marlies Muhr Immobilien GmbH<br />

Wunderschöne Seenlandschaften, beeindruckende Berge, saftig grüne<br />

Täler und frische Alpenbäche <strong>–</strong> all das finden Sie im Umland von Salzburg<br />

und macht diesen Standort besonders attraktiv mit vielen Vorteilen.<br />

Im Einzugsgebiet von einem 150-Kilometer-Radius leben rund<br />

vier Millionen Menschen. In dieser Region befindet sich ein international<br />

gut vernetzter Flughafen, ein gut ausgebautes Bahnnetz und außerdem<br />

begeistern hochwertige Kulturveranstaltungen rund ums Jahr.<br />

Die vier Jahreszeiten, die man hier in der vollen Pracht erleben kann,<br />

sowie ein angenehmes Klima sind für viele internationale Kunden ein<br />

durchaus wichtiges Argument, sich hier anzusiedeln. Die Nachfrage<br />

nach hochwertigen Immobilien ist derzeit so groß wie nie zuvor.<br />

Salzburg und das Salzkammergut werden von internationalen Kunden<br />

immer mehr als Hauptwohnsitz bevorzugt. Seeimmobilien sowie Liegenschaften<br />

in den höher gelegenen <strong>Winter</strong>sportorten sind derzeit<br />

ebenso hoch im Kurs <strong>–</strong> hauptsächlich zum Kauf, da hier der Mietmarkt<br />

sehr dünn gesät ist. Man kann sagen, wir erleben sozusagen ein Revival<br />

der Sommerfrische und Ursprünglichkeit! Auch verfügen diese<br />

Immobilien über Werte für Generationen, denn jene<br />

Liegenschaften werden mit Sicherheit auch zukünftig<br />

als Rarität gehandelt und sind dadurch immens<br />

wertbeständig. Durch Covid-19 haben<br />

sich große Veränderungen gezeigt <strong>–</strong> wohin<br />

geht nun der Trend? Aktuell zeigen unsere<br />

Kunden ein großes Interesse an weitläufigen<br />

Alleinlagen mit viel Freiflächen.<br />

Massiv gefragt sind derzeit auch alte, historische<br />

Objekte, wie zum Beispiel Landund<br />

Bauernhäuser oder Bauernsacherl,<br />

mit Mühlen für die eigene Stromgewinnung,<br />

E-Werk und/oder Wasserwerk sowie<br />

Stallungen für Kleintierhaltungen <strong>–</strong> einfach<br />

Immobilien, die weitgehend ein autarkes<br />

Leben ermöglichen.<br />

Wir verfügen über einen Interessenten-Pool<br />

auch weit über die Landesgrenzen hinaus, welcher die<br />

außergewöhnliche Zeit genutzt hat, um sich Gedanken zu<br />

machen, wie man ein Zuhause schaffen kann, das als Lebens-, aber auch<br />

als Geschäfts- oder Arbeitsumfeld geeignet ist.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

103


ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

DIE BERUFUNG WURDE<br />

ZUM LEBENSWERK<br />

Begonnen hat es mit<br />

zwei Zinshausanteilen.<br />

Mittlerweile ist die<br />

3SI Immogroup einer<br />

der größten privaten<br />

Bestandshalter von<br />

Altbauimmobilien in<br />

Wien und Österreich.<br />

Ein Porträt über den<br />

Mitbegründer und<br />

Geschäftsführer<br />

Michael Schmidt<br />

Von Reinhard Neussner<br />

v<br />

Die Führungsriege der 3SI Immogroup vor dem<br />

neuen Unternehmensbüro am Albertinaplatz:<br />

Claus Schmidt, Harald Schmidt und Michael<br />

Schmidt (v. l. n. r.)<br />

Die 3SI Immogroup ist ein Familienunternehmen,<br />

an dessen Spitze Michael Schmidt <strong>–</strong><br />

zusammen mit seinem Bruder Claus Schmidt<br />

und Vater Harald Schmidt <strong>–</strong> steht. Vor genau<br />

20 Jahren, also 2001, wurde es gegründet und<br />

schon der Firmenname verdeutlicht die starke<br />

familiäre Bindung. Die Zahl Drei steht für den<br />

Vater und die beiden Brüder, das „S“ für den<br />

Familiennamen und das „I“, wie sollte es anders<br />

sein, für Immobilien.<br />

Anlässlich dieses runden Jubiläums haben<br />

sie sich ein ganz besonderes Geschenk<br />

gemacht: In diesem Frühjahr wurden die<br />

neuen Büroräumlichkeiten in einem Stilaltbau<br />

in der Tegetthoffstraße 7 im ersten Bezirk in<br />

Wien bezogen. Genau an dieser Adresse und<br />

zwar in einem geräumigen, lichtdurchfluteten<br />

Be sprechungszimmer mit wunderschöner<br />

Stuckdecke konnte AURUM <strong>999</strong>,9 mit einem<br />

Teil der Führungsriege, dem Visionär<br />

Michael Schmidt, ein spannendes Gespräch<br />

über Veränderungen und Herausforderungen,<br />

aber auch Kreat ivität und Inspiration in der<br />

Immobilien branche führen.<br />

Diese kennt er wie seine Westentasche. Oder<br />

besser gesagt, es wurde dem 41-Jährigen in die<br />

Wiege gelegt, wie er selbst schildert: „Für mich<br />

war dieser Werdegang eigentlich von Anfang<br />

an klar. Mein Vater hat mich bereits sehr früh<br />

mitgenommen, auch zu diversen Geschäftsabschlüssen.<br />

Ich habe von klein auf mitbekommen,<br />

dass man fleißig sein muss. Das ist etwas,<br />

das mir immer vorgelebt wurde.“ Er sieht es<br />

jedoch pragmatisch und meint: „Feiern ist<br />

schön, aber arbeiten muss man auch können.“<br />

Schmidt besuchte die HTL für Hochbau und<br />

schloss diese 2001 erfolgreich ab. Bereits im<br />

Juni desselben Jahres gründete er mit seinem<br />

Vater die Firma 3SI Immogroup. Investiert<br />

wurde in zwei Zinshausanteile im zweiten und<br />

dritten Wiener Gemeindebezirk. „Mein Vater<br />

hat mir damals die Möglichkeit gegeben, nicht<br />

nur mitzuarbeiten, sondern mich als Gesellschafter<br />

einzubringen und etwas zu leisten.<br />

Und wenn man etwas leistet, kommt oft auch<br />

gutes Geld zurück. Damit hat er mich wahrscheinlich<br />

auch gelockt und ich wollte immer<br />

besser und besser werden“, erinnert er sich an<br />

die Anfangszeit nach der Gründung. Mittlerweile<br />

befinden sich im Familienbesitz unter<br />

anderem rund 120.000 Quadratmeter Altbauimmobilien.<br />

Der kreative Vordenker präzisiert:<br />

„Unsere ersten beiden Zinshausanteile haben<br />

wir für 250 bis 300 Euro am Quadratmeter<br />

erworben. Heute kosten sie wahrscheinlich das<br />

Zehnfache. Bis vor kurzem hatten wir sogar<br />

noch Wohnungen aus jenem Paket.“ Das Unternehmen<br />

beschäftigt aktuell über 50 Mitarbeiter<br />

und entwickelt im Durchschnitt zehn<br />

Objekte parallel. Meistens befinden sich ungefähr<br />

fünf davon in Bau und weitere fünf in der<br />

Entwicklungsphase. Die 3SI Immogroup sieht<br />

sich selbst als Bestandshalter, Bauträger und<br />

natürlich auch als Händler, wie Schmidt erklärt:<br />

„Wir versuchen einen lukrativen Bestand<br />

von Zinshausanteilen und Wohnungen aufzubauen,<br />

da wir bereits an die nächste Generation<br />

und an den Werterhalt und Werteaufbau denken.“<br />

Die Wertsteigerung bei Immobilien in<br />

den letzten Jahren geben dem Firmenchef<br />

recht: „Wir können nun die Früchte unserer<br />

langjährigen Arbeit nach Hause tragen.“ Nach<br />

eigener Aussage kauft das Unternehmen im<br />

Jahr ungefähr 30 bis 40 neue Häuser und<br />

Grundstücke. Obwohl es auch in anderen<br />

österreichischen Landeshauptstädten wie Graz,<br />

Fotos: ©3SI Immogroup|stefanjoham.com<br />

104 WINTER <strong>2021</strong>


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ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

v<br />

Blick auf das Projekt „The Masterpiece“<br />

aus dem parkähnlichen Innenhof, in der<br />

Skodagasse in 1080 Wien<br />

Im „The Masterpiece“ lassen sich wunderbare<br />

Stunden mit Familie und Freunden verbingen <strong>–</strong><br />

mit einem inspirierenden Blick ins Grüne<br />

x<br />

k<br />

„The Unique“: 17 moderne Kleinvillen thronen bald<br />

am Hackenberg in Wien Döbling<br />

Großzügige Freiflächen schaffen im „The Unique“<br />

eine einladende Relax-Area<br />

x<br />

Linz oder Salzburg aktiv ist, ist das Kernfeld zu<br />

95 Prozent in Wien und soll es auch bleiben.<br />

Herausforderungen und auch etwaige Hürden<br />

spornen den Immo-Tycoon an. Besonders<br />

stolz ist er auf einen Deal aus dem Jahr 2011:<br />

„Ich nenne es gerne das Swarovski-Paket. Denn<br />

die Familie Swarovski hat damals ein Bündel<br />

aus neun Häusern zum Verkauf angeboten.<br />

Unser Unternehmen war zu jener Zeit noch<br />

nicht sehr groß. Der Makler kam und meinte<br />

salopp, wie wir uns das leisten können. Ich<br />

habe es jedoch geschafft, fünf dieser Objekte<br />

zu erwerben. Das war eine wirklich tolle Erfahrung,<br />

einfach weil es mir gelungen ist.“ Als<br />

einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere<br />

nennt er das Projekt „The Masterpiece“ in der<br />

Skodagasse im achten Wiener Gemeindebezirk.<br />

Gemeinsam mit dem Architekten Martin<br />

Haas wurde ein Wohlfühl-Zuhause mit insgesamt<br />

38 Apartments kreiert. „Man muss wissen,<br />

früher war diese Altbauimmobilie ein<br />

klassisches Wohnhaus. In den Jahren vor unserem<br />

Erwerb war eine Pension untergebracht.<br />

Das Gebäude war abgewohnt, aber das Potenzial<br />

war zu erkennen. Wir hatten die Vision,<br />

den alten Charme zu revitalisieren, mit neuen<br />

modernen Grundrissen auf hohem Niveau“, so<br />

Schmidt. Das Ergebnis ist ein Topobjekt, maßgeschneidert<br />

für Menschen, die den Alt-Wiener<br />

Stil mit einem zeitgemäßen Touch-up lieben.<br />

Seit seinen Anfangstagen hat sich die Branche<br />

durchaus verändert, wie er rückblickend<br />

zugibt: „In den ersten Jahren meiner Tätigkeit<br />

war es ein Käufermarkt. Es gab mehr Objekte als<br />

Interessenten und die Käufer hatten freie Auswahl.<br />

Von 2008 bis 2011 hat hier ein Wandel<br />

stattgefunden. Die Nachfrage ist aktuell riesig<br />

und man spricht von einem Verkäufermarkt.<br />

Dadurch ist natürlich auch der Konkurrenzdruck<br />

gestiegen. Daran arbeiten wir täglich.“ Der<br />

Immobilien-Profi hat diesbezüglich ein persönliches<br />

Credo: „Qualität muss immer siegen. Ich<br />

lebe diesen Grundsatz seit 20 Jahren und dafür<br />

steht natürlich auch die 3SI Gruppe.“ Preisdiskussionen<br />

wegen 50 Euro am Quadratmeter<br />

mehr oder weniger beim Wohnungsbau kann er<br />

nicht verstehen, denn da würde man an der<br />

falschen Stelle sparen. Seit 2016 werden auch<br />

spannende Neubauprojekte verwirklicht wie<br />

aktuell „The Unique“ in Wien-Döbling. Realisiert<br />

werden 17 Kleinvillen mit Eigengrund und Pool<br />

am Hackenberg <strong>–</strong> Baustart vorrausichtlich 2022.<br />

Abzuschalten fällt dem Multitalent dagegen<br />

schwer, wie er zugibt: „Ja, das ist tatsächlich<br />

nicht meine Stärke, da mein Beruf gleichzeitig<br />

auch mein Hobby ist. Er ist mein Leben. Mein<br />

Lebenswerk. Aber natürlich muss man<br />

zwischendurch auch einmal auf andere Gedanken<br />

kommen und das kann ich am ehesten bei<br />

Treffen mit Freunden oder im Urlaub mit<br />

meiner Frau und meinem siebenjährigen<br />

Sohn. Ich liebe das Wasser und das Schwimmen.<br />

Wenn ich untertauche, auch wenn es nur<br />

ein paar Sekunden sind, kann ich sehr gut<br />

abschalten.“ (lacht) Erholung bietet auch das<br />

Familiendomizil in Brunn am Gebirge vor den<br />

Toren der Hauptstadt. Obwohl es Michael<br />

Schmidt in Zukunft wieder in die pulsierende<br />

Metropole ziehen könnte, wie er sagt.<br />

Die Abschlussfrage, welches Objekt er<br />

gerne entwickeln würde, wenn dabei Grenzen<br />

und Auflagen keine Rolle spielen, ist für den<br />

Immobilienexperten zuerst nicht so einfach zu<br />

beantworten. Nach kurzem Nachdenken meint<br />

er dann scherzend: „Das Rathaus zu einem<br />

Wohnhaus umzubauen, wäre eine lustige<br />

Geschichte. Aber ich denke, da hätte wohl nicht<br />

nur der Bürgermeister etwas dagegen.“<br />

Fotos: Visualisierungen ©3SI Immogroup|JAMJAM<br />

106 WINTER <strong>2021</strong>


culture of light<br />

Alma Hasun and Mads Mikkelsen<br />

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www.wienlicht.at


Er ersann eine Saga, schrieb Geschichten und (Film-)Geschichte.<br />

Nun schafft sich George Lucas, der Erfinder von „Star Wars“,<br />

mit seinem Museum of Narrative Art ein Monument.<br />

Eine futuristische Inszenierung, die sich der<br />

erzählenden Kunst in all ihrer Faszination widmet<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Fotos: Lucas Museum of Narrative Art


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Die Lichtinszenierung des Lucas Museum of Narrative Art:<br />

Sci-Fi in der Realität<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

109


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

k<br />

Das extravagante Design aus<br />

der Vogelperspektive und<br />

Blick auf das begrünte Dach<br />

h<br />

Eine grüne Oase zum Wohlfühlen<br />

in der elf Hektar großen Parkanlage<br />

k<br />

Die kreativen Visionäre hinter dem<br />

Museum of Narrative Art: das Ehepaar<br />

George Lucas und Mellody Hobson


Fotos: Lucas Museum of Narrative Art, Shutterstock<br />

Im Exposition Park in Los Angeles<br />

entsteht zurzeit ein extravagantes<br />

Bauwerk, das einem Science-Fiction-<br />

Blockbuster entsprungen sein könnte. Ein<br />

Gebäude aus der Zukunft oder von einem<br />

anderen Planeten. Verantwortlich für das<br />

futuristische Design des Lucas Museum<br />

of Narrative Art zeichnet der Architekt<br />

Ma Yansong von MAD Architects.<br />

Veranschlagt ist es mit einer Milliarde Dollar<br />

und misst die gigantische Nutzfläche von<br />

300.000 Quadratmetern. Davon entfallen<br />

etwa 100.000 Quadratmeter auf die Ausstellungsbereiche<br />

und der Rest auf zwei hochmoderne<br />

Kinosäle und zahlreiche Räume für<br />

Meetings, Studien und Begegnungen sowie<br />

Restaurants, Geschäfte und Event-Areas.<br />

Rund um das Spaceship entsteht eine elf<br />

Hektar große Parkanlage zum Entspannen,<br />

Verweilen und Flanieren.<br />

Die kreativen Visionäre hinter diesem<br />

Megaprojekt sind der US-amerikanische<br />

Produzent, Drehbuchautor und Regisseur<br />

George Lucas und seine Frau Mellody<br />

Hobson. Narrative Art erklären sie so: „Es<br />

erzählt die Geschichte einer Gesellschaft und<br />

v<br />

Ein Spaceship für Los Angeles:<br />

Die Architektur am Rande des<br />

Exposition Parks erinnert an „Star Wars“<br />

vor allem, was die gemeinsamen Überzeugungen<br />

sind, die sie zusammenhalten.“<br />

Im Mittelpunkt stehen erzählende Künste<br />

aller Art, die an einem kosmopolitischen Ort<br />

zusammentreffen sollen.<br />

Die raumschiffartige Konstruktion ist<br />

dabei sicher kein Zufall. Sie erinnert frappierend<br />

an eine der erfolgreichsten Filmreihen<br />

der Kinogeschichte von George Lucas <strong>–</strong> nämlich<br />

„Star Wars“. Er war nicht nur Ideengeber<br />

der Saga, die weltweit über vier Milliarden<br />

Dollar einspielte, sondern auch ausführender<br />

Produzent und Verfasser des Drehbuchs.<br />

Pläne für ein eigenes Museum hegen die<br />

leidenschaftlichen Kunstsammler schon<br />

länger. Der eigentliche Wunschstandort<br />

war die Metropole der Hightech-Genies:<br />

San Francisco. Das Bauvorhaben sollte auf<br />

Crissy Field, einem ehemaligen Flugplatz der<br />

US-Army realisiert werden. Nach vier langen<br />

Verhandlungsjahren wurde dem Modell eine<br />

Absage erteilt. Das Ehepaar wollte nach<br />

Chicago ausweichen, Gegenwind war jedoch<br />

auch hier von Anfang an spürbar. Die Tageszeitung<br />

„Chicago Tribune“ berichtete, dass es<br />

sich wohl eher um ein Monument für seine<br />

Auftraggeber handelt als eine positive Ergänzung<br />

für den öffentlichen Raum. Die Kritik<br />

sollte nicht abreißen und 2016 gab Mellody<br />

Hobson bekannt, die Idee eines Museums in<br />

Chicago nicht weiterzuverfolgen.<br />

Noch im selben Jahr stellte der Bürgermeister<br />

von Los Angeles, Eric Garcetti, dem<br />

Selfmademan und seiner Gattin ein Grundstück<br />

im belebten Exposition Park in Aussicht<br />

und die beiden nahmen das Angebot an.<br />

Das Freizeitareal ist Heimat des Natural<br />

History Museum oder auch vom California<br />

African American Museum und beherbergt<br />

das berühmte Los Angeles Memorial Coliseum.<br />

Die Sportstätte diente zweimal als<br />

Olympiastadion und war 1967 Austragungsort<br />

des allerersten Super Bowls überhaupt.<br />

Also der optimale Ort und die ideale Umgebung<br />

für ein Museum, das der Erzählkunst<br />

unterschiedlichster Genres eine Schaufläche<br />

bieten möchte. Baustart war 2018. Nach der<br />

Fertigstellung 2023 soll das Lucas Museum<br />

of Narrative Art Gemälde, Fotografien, Illustrationen,<br />

Filme und digitale Kunst aus der<br />

persönlichen Sammlung von Lucas sowie<br />

einer „Star Wars“-Ausstellung Raum bieten.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

111


Welchen Partner haben Sie?<br />

Von<br />

Dr. Tatjana Lackner, MBA<br />

Kommunikations- & Verhaltens-Profilerin<br />

Foto: Die Schule des Sprechens GmbH<br />

112


KOLUMNE<br />

In großen Schritten geht es nun schon auf den Advent zu.<br />

Weihnachtsfeiern und Punschstände sind das gesellschaftliche<br />

Parkett der Vorweihnachtszeit und Paare kommen einander<br />

näher. Wie sie sich vor anderen Gästen inszenieren, spricht Bände. In<br />

der Society werden schließlich nicht nur unser Outfit, Styling, unsere<br />

Meinungen und unser Auftreten bewertet, sondern auch unsere<br />

Partner. „Paar-Branding“ heißt das neue Schlagwort!<br />

Dieses wollen wir im Folgenden tiefer beleuchten. Damit es nicht zu<br />

kompliziert wird, verwenden wir zum Kennenlernen noch mal die alten<br />

Rollenklischees: „Mann und Frau“ <strong>–</strong> natürlich sind sie beliebig abwandelbar.<br />

Es gibt drei klassische Typen von „Paar-Branding“:<br />

Typ A: Neben ihm leuchte ich stärker<br />

Männer haben unterschiedliche Wirkungen in Bezug auf ihre Partnerinnen.<br />

Einige sind so fesch und elegant, so charmant und kultiviert,<br />

dass sie selbst die optische Erscheinung der Frau an ihrer Seite noch<br />

stärker zum Strahlen bringen können. „Brangelina“ (Brad Pitt und Angelina<br />

Jolie) waren einst ein Beispiel dafür. „Benifer“ (Jennifer Lopez<br />

und Ben Affleck) starten gerade ihr Revival. Bei Paaren wie Michelle<br />

und Barack Obama geht dieser Effekt sogar von beiden Seiten aus.<br />

Wenn die Klatschpresse vom „Harry-und-Meghan-Moment“ berichtet,<br />

dann ist das ebenfalls ein Medienbeweis der gegenseitigen Leuchtkraft.<br />

In einigen Fällen wird diese Wirkung sogar so stark, dass eine spürbare<br />

Lücke entsteht, wenn die Pärchen mal nicht zusammen in Erscheinung<br />

treten. Egal, wo die beiden allein auftauchen <strong>–</strong> immer wird automatisch<br />

nach dem fehlenden Teilchen gefragt.<br />

Bereits im Jahr 1995 hat die Disney-<br />

Industrie unseren Kindern mit<br />

Pocahontas und John Smith ein ähnliches<br />

Phänomen vorgestellt. Dieses<br />

archaische Prinzip der Vervollständigung<br />

durch den Partner scheint unser<br />

modernes Gehirn <strong>–</strong> auch heute noch <strong>–</strong><br />

gut zu decodieren. Romantiker sehnen sich genau nach diesem einen<br />

Menschen, der „das beste in ihnen zum Vorschein bringt“. Und wer<br />

weiß <strong>–</strong> vielleicht bieten gerade die vorweihnachtlichen Festlichkeiten<br />

eine Gelegenheit, diesen einen Menschen kennenzulernen?<br />

Typ B: Er verblasst neben mir<br />

Einige Männer ziehen das bittere Los, neben ihrer Partnerin zu verblassen.<br />

Wenn Sie allein auftreten, wirken sie wesentlich überzeugender<br />

als in der Trabantenfunktion rund um die Angebetete. Guy Ritchie<br />

konnte im alten Jahrtausend bereits ein Lied davon singen: Zum einen<br />

stand er jahrelang im Medienschatten seiner gehypten Promi-Frau<br />

Madonna, zum anderen offenbarte er selbst in seinen wenigen Solo-<br />

Interviews bedeutend mehr Souveränität. Ihre Ehe zerbrach 2008 und<br />

mit ihr auch das „Paar-Branding“.<br />

In vier Staffeln von „The Crown“ erlebten Netflix-Zuseher, wie<br />

schwer es für Prince Philip gewesen sein muss, sich an der Seite von<br />

Queen Elizabeth II. als Mann im Haus zu fühlen. Es ist schließlich für<br />

niemanden leicht, im Schatten eines anderen charismatisch zu glänzen.<br />

Dabei müssen Frauen gar nicht zwingend medial die wichtigere Rolle<br />

spielen, wie Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones bewiesen. Er<br />

war der Star <strong>–</strong> sie zu Beginn ihrer Beziehung das Starlet, dem bei der<br />

Eheschließung und darüber hinaus noch lange vorgeworfen wurde, unlautere<br />

Absichten gehabt zu haben. Dennoch: Sie strahlt seit Jahren<br />

beständig und er wurde neben ihr alt. Dabei liegt es bestimmt nicht am<br />

Alter, wie sein Daddy Kirk viele Dekaden lang bewies, ehe er hochbetagt<br />

mit 104 Jahren starb.<br />

Typ C: An seiner Seite verliere ich<br />

Strahlkraft<br />

„Die Schöne und das Biest“ waren sogar dem Disney-Konzern eine<br />

Romanze wert. Niemand verstand, was Marilyn Monroe an Arthur<br />

Miller fand oder Helene Fischer an Florian Silbereisen oder warum<br />

Heidi Klum Tokio-Hotel-Tom ehelichte.<br />

„Paar-Branding“<br />

heißt das neue Schlagwort<br />

Der dritte Typus <strong>–</strong> nehmen wir hier wieder einen Mann <strong>–</strong> hat die Eigenschaft,<br />

durch sein mäßig gelungenes Erscheinen auch gleich die Partnerin<br />

optisch zu relativieren. Jesse G. James und Sandra Bullock waren<br />

fünf bittere Ehejahre ein Beleg dafür. Jennifer Aniston und Vince<br />

Vaughn gehörten rund um das Millennium ebenfalls in diese Kategorie:<br />

Solange das süße Hollywood-Soap-Girl aus „Friends“ mit solch einem<br />

Durchschnittskerl ausging, verlor auch sie automatisch an Wirkung.<br />

Dabei schien Vince anfangs richtig nett zu sein. Schließlich kümmerte<br />

er sich nach der Pitt-Trennung wie ein gutes Trostpflaster um Jen. Aber<br />

seine breiten Schultern erinnerten eben mehr an einen LKW-Fahrer.<br />

Interessanterweise färbte das auf Aniston ab: In dieser Zeit mutierte sie<br />

zur Truckerbraut und ihr lieblicher Hollywood-Charme schien verschwunden.<br />

Sandra Bullock gewann ebenfalls erst wieder an „medialer<br />

Bedeutung“, als sie sich vom untreuen Nobody Jesse G. James 2010<br />

endlich scheiden ließ und etwas gegen die Hornhaut unternahm, die<br />

sie im Wahrnehmungsradar der Öffentlichkeit wuchern lassen hatte.<br />

Paar-Branding <strong>–</strong> 1 Stempel für 2<br />

Im 3. Jahrtausend wählen wir selbst aus, wen wir an unserer Seite<br />

nominieren. Da ist es eben nicht egal, wie sich derjenige gebärdet. Ihr<br />

Partner hat es geschafft, in die innerste Zwiebel Ihres sozialen Seins<br />

vorzudringen. Selbstverständlich wird er demnach pars pro toto für die<br />

Qualität Ihrer sonstigen Entscheidungen im Leben besonders unter die<br />

Lupe genommen <strong>–</strong> nicht nur von der Familie, auch von allen anderen.<br />

Manches „vom Neuen“ schadet auch Ihrem Eigenmarketing. Die<br />

Tratsch-Maschinerie setzt sich in Bewegung und verschafft uns nicht<br />

nur gute PR.<br />

Mehrere tausend Frauenzeitschriften<br />

weltweit recherchieren für Millionen<br />

Leserinnen Antworten zum<br />

„Neuen“ an „ihrer“ Seite. Die ersten<br />

Gossip-Fragen, die vor allem weiblichen<br />

Stars gestellt werden, sind:<br />

Wer gefällt ihr und warum? Wie sieht er aus und was kann er? Wo und<br />

wie haben sie sich kennengelernt? Wertet er sie auf oder ab?<br />

In der Beziehung spielt Werbung eine große Rolle. Nicht nur zu<br />

Beginn der männliche Minnesang und die Balzarbeit, auch später wirbt<br />

man für Verständnis, Kompromisse, Einlenken und Ähnliches. Das<br />

Paar-Branding hingegen zeigt eher Wirkung im Bekannten- und<br />

Familienkreis. Welches Image haben Susi und Manfred als Paar? Sind<br />

sie das Power-Couple und stehen beide fest auf der Karriereleiter auf<br />

dem Weg zum Management? Oder sind sie die mit dem „grünen<br />

Daumen“ bekannt für ihre ökologische Ausrichtung? Ist es ein Wanderpaar,<br />

das sämtliche Anstecknadeln der Alpen sammelt?<br />

„Paar-Branding“ ist auch dafür verantwortlich, zu welchen gemeinsamen<br />

Aktivitäten Sie und Ihr Partner eingeladen werden. Man wird<br />

die lustigen, aber illiquiden Campingfreunde aus dem letzten Kroatienurlaub,<br />

die lieber auf dem Boden als in einem Bett schlafen, nicht auf<br />

die Fête Blanche bitten. Gerade Silvester-Einladungen zeigen immer<br />

ganz gut, welches Branding man als Paar in den Köpfen der anderen<br />

aufgebaut hat. Schnell hudelt der einladende Gastgeber nur Namen und<br />

Brandings herunter: „Du, da kommen auch Horst und Martina <strong>–</strong> die sind<br />

bis heute überzeugte Caorle-Urlauber, ganz unkompliziert und lieb.<br />

Dann Pia und Gregor <strong>–</strong> echte Szenekenner, er eher sportlich-rustikal,<br />

sie chic … Na, was sagst du, kommt ihr auch?“ Einige präsentieren den<br />

neuen Partner vielleicht zum ersten Mal im Freundeskreis und da<br />

möchte man möglichst gemeinsam glänzen. Andere lernen erst in<br />

Gesellschaft die „bessere Hälfte“ so richtig kennen.<br />

Fazit: Haben es Singles am Ende leichter? Stehen sie doch ausschließlich<br />

für sich selbst gerade. Manch ein Power-Couple hingegen<br />

präsentiert recht augenscheinlich, worin der Beziehungs-Deal besteht.<br />

Durch die verschiedenen Punsch-Bekanntschaften, Einladungen und<br />

die Auseinandersetzung mit anderen Paaren erleben wir, durch welche<br />

Werte sich Menschen <strong>–</strong> auch in ihrer Paardynamik <strong>–</strong> definieren.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

113


h<br />

L‘AMI DE L‘ART<br />

114


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Josef Fischnaller<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Nicole Fischnaller (Porträtfoto rechts), Josef Fischnaller<br />

Geprägt vom Wien der wilden 80er avancierte der 1964 geborene<br />

Josef Fischnaller zu einem der angesagtesten Porträtisten der<br />

deutschsprachigen Filmemacher- und Schauspielerszene. Doch<br />

dann, hervorgerufen durch die digitale Revolution und den Wandel der<br />

Fotografie an sich, kam die Neuorientierung. Fischnaller wandte sich<br />

von Auftragsarbeiten ab, die seinen Berufsalltag bestimmt hatten. Er<br />

erfand sich neu und begann ein neues fotografisches Leben. Eine Herausforderung,<br />

der er sich stellte, obwohl sie mit viel Zeit, Geld und Inanspruchnahme<br />

von Freundschaftsdiensten einherging.<br />

Fotografie bedeutet „mit Licht schreiben“ und dieses Handwerk beherrscht<br />

Josef Fischnaller meisterhaft. Eine Begabung, die auch in seinen<br />

Kunstwerken auffällt <strong>–</strong> wohl mit ein Grund, weswegen er zurecht<br />

als „Tizian der Fotografie“ bezeichnet wird. Wie auch schon in der Malerei<br />

der Renaissance, die unverkennbar eine Inspirationsquelle von<br />

Josef Fischnaller ist, zeichnet sich ein wahres Genie nicht nur durch<br />

technische Perfektion aus, sondern vielmehr durch die künstlerische<br />

Idee <strong>–</strong> das Disegno. Diesem Prinzip folgend hat Fischnaller es sich zur<br />

Aufgabe gemacht, die Wertigkeit seiner Fotografien in den Vordergrund<br />

zu rücken <strong>–</strong> und das mit dem Blick eines bildenden Künstlers.<br />

Ironie und Anmaßung sind Attribute, die der Seele österreichischer<br />

Künstler gerne zugesprochen werden. Attribute, die auch auf Fischnallers<br />

Opus zutreffen. Beim Eintauchen in seinen Kosmos wird schnell<br />

klar, dass ironische Anmaßung gewollt ist, aber nur ein Genie kann das<br />

Chaos beherrschen und daraus orgiastisch orchestrierte, unverkennbare<br />

Kunstwerke schaffen. In diesem Sinne inszeniert Fischnaller zum<br />

Beispiel die Schauspielerin Andrea Sawatzki als die „Virgin Queen“<br />

Elizabeth I. <strong>–</strong> mit Haaren aus Papiergirlanden und einer Tudor-Halskrause<br />

aus Tortenspitzenpapier. Seine mannigfaltigen, penibelst elaborierten<br />

Adaptionen alter Meister der Malerei füllen sowohl Galerien, als<br />

auch seinen eigenen Bildband „Prächtig“, in dem seine Arbeiten über<br />

200 Seiten einnehmen.<br />

joseffischnaller.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

115


Foto: Josef Fischnaller<br />

h<br />

HIERONYMUS<br />

116


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

117


h<br />

SHIRLEY<br />

118


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

FLOWERBOMB<br />

x<br />

h<br />

RANUNCOLI<br />

PINK CASCADE<br />

x<br />

Foto: Josef Fischnaller<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

119


v<br />

THE QUEEN<br />

h<br />

THE KING<br />

v<br />

TUDORS BLOOD<br />

120


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Fotos: Josef Fischnaller<br />

h<br />

LA BELLE MORT<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

121


Grandiose Grandezza: das Sofa „Chester“, ein legendärer Entwurf von Renzo Frau von 1912, mit grünem Zierkissen „Journey“ von Giulio Ridolfo und Chiara Novello.<br />

Davor: Marmorbeistelltisch „Ilary“ von Jean-Marie Massaud und Vasen „Leather Pot“ von Simona Cremascoli. Links: Coffeetable „Bob Bistrot“ von Jean-Marie Massaud


LIVING | SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

GRENZENLOSE<br />

LUXUS-LEBENSRÄUME<br />

Poltrona Frau Flagshipstore Via Manzoni<br />

Die exklusiven Leder der Luxusmanufaktur Poltrona Frau werden auf der<br />

ganzen Welt wertgeschätzt. In ihrer schönsten Form, nämlich als Möbel von<br />

ewiger Eleganz, sind sie in einem Mailänder Palazzo zu sehen<br />

Von Alice Mandel<br />

Edles Leder ist seit fast 110 Jahren die Kernkompetenz von Poltrona<br />

Frau. Gegründet wurde die Luxusmöbelmarke 1912 von Renzo Frau in<br />

Tolentino und sie ist heute ein internationales Top-Unternehmen.<br />

Berühmt ist die Manufaktur für ihre Expertise in der Lederverarbeitung,<br />

die traditionelle Handwerkskunst mit moderner Technologie vereint.<br />

Insgesamt 21 Schritte beinhaltet der Gerbungsprozess, bis ein Leder in<br />

Spitzenqualität gefertigt ist. Die Bandbreite ist enorm: Poltrona Frau<br />

bietet es in zwölf Kollektionen und 181 Ausführungen an. Diese sind<br />

weltweit geschätzt, auch von großen Fluglinien, namhaften Autoherstellern<br />

und Luxusyachtbauern, die ihre Produkte damit ausstatten.<br />

Ebenso begehrt und beliebt sind die exklusiven Möbel, von Sofas,<br />

Betten und Sesseln bis zu Tischen und Regalen <strong>–</strong> entworfen von preisgekrönten<br />

Designern wie Gio Ponti, Jean-Marie Massaud oder Roberto<br />

Lazzeroni. Am schönsten bewundern kann man die Interior-Objekte im<br />

Flagshipstore Via Manzoni in Mailand. Das vornehme Ambiente des<br />

Palazzo Gallarati Scotti hebt zwischen Kassettendecken und Freskenmalereien<br />

von Carlo Innocenzo Carloni ihren kunstvollen Charakter und die<br />

hochwertige Materialität hervor. Auf 800 Quadratmetern sind sie in Sälen<br />

und Galerien lebensnah arrangiert. Im Sala principale steht exquisites<br />

Interieur für Wohn- und Esszimmer neben Schlafzimmer- und Büromöbeln,<br />

darunter das Sofa „Gran Torino“, der „Vanity Fair“-Armsessel oder<br />

das Bett „Mamy Blue“. Im Saletta della Leathership zeigen zwei Bücher<br />

120 Lederarten in rund 150 Nuancen. Nebenan finden sich ikonische<br />

Entwürfe sowie ein Informationsraum über die Marke. Es gibt einen<br />

Durchgang zur Boutique Bottega Veneta: Beide Labels eint die Liebe zu<br />

Leder, die Kooperationswerke „Meta“ und „Tassello“ sind zu sehen.<br />

Das aktuelle Highlight des Showrooms: die ersten Outdoor-Linien<br />

von Poltrona Frau namens „Boundless Living Outdoor Collections“.<br />

Deren Möbel heben die Grenzen von Innen und Außen auf. Und ihre<br />

Präsentation ist ein Gesamterlebnis aus sattgrünen Pflanzen, Düften und<br />

wunderbaren, luxuriösen Möbeln in einer mediterranen Atmosphäre.<br />

poltronafrau.com<br />

h<br />

Ein Glanzstück der „Take Your Time“-Kollektion <strong>2021</strong>: der imposante Leuchter<br />

„Soffi“ aus mundgeblasenem venezianischen Glas von GamFratesi<br />

Fotos: Poltrona Frau<br />

h<br />

Traum-Möbel für das Schlafzimmer: das von Hand mit Leder bezogene Bett „Coupé“,<br />

Design von GamFratesi. Links: Armsessel „Club“ nach einem Entwurf von Renzo Frau<br />

h<br />

Einladend: Die Outdoor-Serie „Solaria“ von Ludovica + Roberto Palomba umfasst<br />

Sofas, Sessel und Tische. Markenzeichen sind die handgeflochtenen Corda-Gewebe<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

123


d.signwerk.com<br />

Iconic.<br />

Forever.<br />

ENZO Champagne Cooler<br />

by Martin Mostböck ✕ Breitwieser,<br />

<strong>2021</strong>


OBJECTS by Breitwieser.<br />

Umgeben Sie sich mit Individualität, natürlicher Schönheit<br />

und höchstem Anspruch. Einzigartig wie Sie selbst.<br />

www.breitwieser.com


CHALET<br />

LIVING<br />

Wohnzimmer<br />

2 1<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 Natürlicher Charme: Schale „Leaf Bowl“ aus ebonisiertem Eichenholz mit Messingdetail von Kelly Behun für L’Objet, l-objet.com<br />

2 Architektonisch: Das österreichische Designstudio EOOS schuf mit dem Sideboard „The Farns“ ein Meisterwerk aus Holz und Glas. Von<br />

Walter Knoll, walterknoll.de 3 Warmer Schein: neunarmiger Kerzenständer aus Sterlingssilber von Pampaloni über Artemest, artemest.com<br />

4 Hotspot: Skulptural und glamourös wirkt der Indoor-Kamin „Thales“ von Glammfire, glammfire.com 5 Herz für Hasen: Zum Verlieben ist<br />

die Tischleuchte „Rabbit Lamp“ von Front für Moooi, moooi.com 6 Kuschelig wie ein Daunensteppmantel: Das modulare Sofasystem „Strips“<br />

der Designerin Cini Boeri avancierte zur zeitlosen Möbelikone. Von Arflex, arflex.it<br />

Fotos: Studio des fleurs, Artemest, Hersteller<br />

126


LIVING<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

6<br />

11<br />

12<br />

7 Vom Palast in die Hütte: Terrazzo-Teppich „Rugxstyle Venice“ (Design: Kathrin und Mark Patel) von Object Carpet, object-carpet.com 8 Edles<br />

Highlight: Beständige Exklusivität strahlt der zwölfarmige Leuchter „Guinevere“ aus poliertem Messing, Eichen- und Walnussholz aus. Von Joe Scog,<br />

joescog.co.uk 9 Bergglück: Vide-Poche „Mont Blanc“ mit Waldmotiven von Grand Tour by Vito Nesta über Artemest, artemest.com 10 Ewig schön:<br />

Der Tisch „Lignage d’Hermès“ aus belgischem Blaustein von Studio Mumbai ist von Hand geformt und gemeißelt. Von Hermès, hermes.com<br />

11 Stilblüten de luxe: Coffeetables „Fleurette“ aus Palisander mit wahlweise Messing- oder Bronzedetails von Fendi Casa, fendi.com 12 Feine Behaglichkeit:<br />

samtig gepolsterter Hochlehner „Vuelta“ mit Taschenfederkern und geschwungenem Bugholz von Jaime Hayon für Wittmann, wittmann.at<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

127


CHALET<br />

LIVING<br />

Küche & Esszimmer<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

1 Im Reich der Natur: farbenfrohe Keramikfliese „Paper 41 Lux“ von 41zero42 mit üppiger Pflanzenpracht von L‘argilla, largilla.at 2 Vertical<br />

Farming: Im vollautomatisierten Gewächsschrank „Plantcube“ von Agrilution gedeihen frische Kräuter und Salate rund ums Jahr. Von Miele,<br />

miele.at 3 Hochgenuss: Kunstvoll kantig geschliffen ist die extravagante Kaviarschale „Gletscher“ aus Kristallglas. Entwurf von Sebastian<br />

Menschhorn für Lobmeyr, lobmeyr.at 4 Kraftvolle Ästhetik: Einen starken Charakter hat die Kücheninsel „Pure“ aus Beton mit einem<br />

Anbautisch aus Räuchereiche und ausschwenkbarem Kräuterbeet von Steininger Designers, steiningerdesigners.com 5 Repräsentativ: Für feines<br />

Geschirr schufen Gabriele und Oscar Buratti das Sideboard „Gallery“, das Holz mit Glas kombiniert. Von Porro, porro.com<br />

Fotos: Studio des fleurs, matchesfashion.com, Hersteller<br />

128


LIVING<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

6 Heimeliges Licht: Pendelleuchte „Discocó Wood“ von Christophe Mathieu mit mundgeblasener Glaskugel und Eichenholzelementen von<br />

Marset, marset.com 7 Fürs Festmahl: kreativ bunt bemalte Geschirrserie „Feast“ von Starkoch Yotam Ottolenghi für Serax, serax.com<br />

8 Exquisit: Als Rolls-Royce unter den Herden gilt der „Grand Palais 180“ aus Edelstahl von La Cornue, lacornue.com 9 Heiß serviert: grün-weiß<br />

gemusterte Teekanne „Herbarium“ aus Richard-Ginori-Porzellan von Gucci Décor über Matchesfashion, matchesfashion.com<br />

10 Schön gemütlich: Essbank „Flor“ aus Naturholz mit stoffbezogener Polsterung von Team 7, team7-home.com 11 Organische Struktur:<br />

Ein spannendes Design hat Ate Rotas Esstisch „Wood-oo 001“ von al2, al2.gr 12 Perfekte Balance: Der von Jasper Morrison entworfene Sessel<br />

„Équilibre d‘Hermès“ besteht aus Natureichenholz und hat ein abnehmbares Ledersitzkissen. Von Hermès, hermes.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

129


CHALET<br />

LIVING<br />

Schlafzimmer<br />

1 2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

1 Kuschelig: Morgenmantel aus Alpakamischung von Agnona über LuisaViaRoma.com 2 Lichtgestalt: Nach der japanischen Holzbearbeitungstechnik<br />

ist die von Kengo Kuma kreierte, handgefertigte Glastischleuchte „Yakisugi“ benannt. Von Lasvit, lasvit.com 3 Schön nachhaltig:<br />

Der Kabinettschrank „Winch“ von Sacha Lakic besteht aus Kirschholz mit einer Glastür und ist edles Öko-Design von Roche Bobois,<br />

roche-bobois.com 4 Karitativ: Der innen 24-karätig vergoldete Porzellanbecher „Precious Companions“ unterstützt den Naturschutz, von<br />

Dr. Barbara Sturm & Sieger by Fürstenberg, sieger-germany.com 5 Kunststück: Handgeschnitzt ist das besondere Dekor des feinen Sideboards<br />

„Touch“, Design: Studioilse. Von Zanat, zanat.org 6 Charmant: Laterne „Hack“ für LED-Teelichter aus Muranoglas von Armani/Casa, armani.com<br />

Fotoss: LuisaViaRoma.com, Hersteller<br />

130


LIVING<br />

8<br />

7<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

7 <strong>Winter</strong>fabenharmonie: handgeknüpfter Teppich „Clouds <strong>Winter</strong>“, von Vartian, vartian-carpets.com 8 Helle Natur: Von sonnengeküssten<br />

Zweigen ist der messingfarbene Kronleuchter „Plant“ mit Lampenschirmen aus gefrostetem Glas inspiriert. Entwurf: Kranen/Gille. Von Moooi,<br />

moooi.com 9 Wolkenweich: bequemes Bett „Marwari“ vom Design-Duo Bernadotte & Kylberg mit aufwendigem Stoffmuster. Von Hästens,<br />

hastens.com 10 Als Raumteiler, Schmink- und Schreibtisch dient „Threshold“ aus Rattan, Metall und Wellglas mit Spiegel. Design: Neri & Hu.<br />

Von Arflex, arflex.it 11 Hält warm: Plaid aus reinem Kaschmir mit Lederhalterung von Max Mara, maxmara.com 12 Komfortzone: Bereits als<br />

Klassiker gilt Paola Navones gepolsterter Armsessel „Nepal Mama“ mit mongolischem Leder und Fell, von Baxter, baxter.it<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

131


LIVING<br />

1<br />

CHALET<br />

LIVING<br />

Bad<br />

2<br />

10<br />

3<br />

9<br />

4<br />

7<br />

8<br />

5<br />

6<br />

1 Glasklar: Zu Eis gefrierendes Wasser fing Designer Maxim Velčovský optisch mit der Leuchte „Frozen“ ein. Von Lasvit, lasivt.com<br />

2 Pur: Das beleuchtete Duschpaneel „Acquapure" mit Wasserfallduschkopf und 504 Frontdüsen stammt von Franco Sargiani. Von Fantini, fantini.it<br />

3 Zauberwald: Standspiegel „Forest“ aus golden lackiertem Metall von Sophie Larger für Roche Bobois, roche-bobois.com 4 Stilvoll: Rainer Mutschs<br />

ovales Waschbecken „Ono“ aus weißem Marmor erhielt zwei Designpreise. Von Breitwieser, breitwieser.com 5 Steinreich: Schale „Malachite“ aus<br />

Porzellan mit 24 Karat Gold von L’Objet, l-objet.com 6 Verwöhnt: „Ölbad für die Sinne“ von Susanne Kaufmann, susannekaufmann.com<br />

7 Nostalgisch: Badewanne „Jacqueline“ aus Quarzstein von Gentry Home, gentry-home.com 8 Kostbar: handgefertigter Parfümflakon „Hibiscus“<br />

aus Kristallglas, Bronze und 24 Karat Gold von L’Originale, loriginale.it 9 Edel: Armatur „Corvair“ mit Portoro-Marmor von Martin Kemp für THG,<br />

thg-paris.com 10 Hot: Wie gewebt wirkt der Heizkörper „Trame“ von Stefano Giovannoni aus Stahl. Von Tubes, tubesradiatori.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

132 WINTER <strong>2021</strong>


Showroom<br />

Bäckerstr. 3/6A, 1010 wien<br />

Köllnerhofgasse 2, 1010 wien<br />

Gumpendorferstraße 124 + 137, 1060 wien<br />

www.köse.at<br />

Komplettanbieter für Exklusivbäder<br />

01 - 595 29 06


LIVING<br />

CHALET<br />

LIVING<br />

Outdoor<br />

1<br />

10<br />

9<br />

2<br />

8<br />

7<br />

3<br />

6<br />

5<br />

4<br />

1 Schneesicher: modische Unisex-Skibrille von Louis Vuitton, louisvuitton.com 2 Heiße Sache: formschöner Infrarot-Heizstrahler „Hotdoor“ von<br />

Phormalab, phormalab.it 3 Herdwärme: wetter- und witterungsfeste Outdoor-Küche von Flam-e, flam-e.at 4 Geschmeidig: dekorative Kissen aus<br />

Veloursleder von Brunello Cuccinelli, brunellocucinelli.com 5 Behaglich: Von Stardesignerin Patricia Urquiola stammt der nachhaltige Armsessel<br />

„Husk Outdoor“ aus recyceltem Plastik mit Hocker von B&B Italia, bebitalia.com 6 Natürlich: Beistelltische „BC 05 Stomp“ aus massiven<br />

Eichenbaumscheiben von Janua, janua-moebel.de 7 Wärmespender: Feuerstelle „Artù“ aus Stahl und Kastanienholz von Ak47, ak47design.com<br />

8 Komfortzone: elegantes Ledersofa mit Metallgestell von Antonino Sciortini für B&B Italia, bebitalia.com 9 Lichterbaum: Bei der<br />

LED-Stehleuchte „16.25“ bilden 25 Glaselemente die Blätter auf dem Edelstahlgestell „Elm“ (Ulme) in Bäumchenform, Design: Omer Arbel.<br />

Von Bocci, bocci.com 10 Gipfelglück: Decke „Las Lagunas“ aus Schurwolle mit Bergmotiven von Alanui, alanui.it<br />

Fotos: Hersteller<br />

134 WINTER <strong>2021</strong>


h<br />

Spitzenklasse: Passend im Dachgeschoß präsentiert<br />

Wetscher Exklusives zum Penthouse-Stil<br />

Möbel von zeitloser Eleganz sind in der<br />

Wohnwelt „New Classic“ zu sehen<br />

k<br />

Kochende Leidenschaft: Das perfekt inszenierte<br />

Küchenstudio von Poliform ist ein echter Hochgenuss<br />

v<br />

Fotos: Einrichtungshaus Wetscher, Hersteller<br />

136


LIVING | SHOWROOM NATIONAL<br />

v<br />

Martin Wetscher führt in<br />

fünfter Generation die<br />

Wetscher Wohngalerien<br />

im Zillertal<br />

Alpiner<br />

CHIC<br />

Der aktuelle Favorit von Martin Wetscher: „Ein Flexform-Sofa wie<br />

‚Harper‘ ist der perfekte zeitlose Klassiker. Groß, weich und einfach<br />

gemütlich lädt es zum Entspannen und Relaxen ein. Ideal für die<br />

kommenden Monate, in denen wir uns wieder vermehrt in die eigenen<br />

vier Wände zurückziehen, um dort Kraft und Energie zu tanken.“<br />

Die Sehnsucht nach authentischem Handwerk und natürlichen Materialien<br />

ist derzeit groß. Darin liegen die Wurzeln von Wetscher und das<br />

Erbe wird bis heute bewahrt. Beheimatet ist das Tiroler Familienunternehmen<br />

im zauberhaften Zillertal, deshalb ist Naturverbunden heit und<br />

die Kraft der Berge in vielen Bereichen präsent. Gewachsen ist es aus<br />

einer kleinen Tischlerei, die 1912, also vor rund 110 Jahren, eröffnet wurde.<br />

Sie legte den Grundstein für ein Interior-Haus, das mittlerweile erstklassige<br />

Reputation im In- und Ausland besitzt. Unter der Leitung von<br />

Martin Wetscher verbinden sich in der fünften Generation nun Tradition<br />

und Moderne auf einzigartige und stimmige Weise: In den Wetscher<br />

Wohngalerien stehen Eigenkreationen sowie Möbel und Accessoires<br />

von bekannten internationa len Premium-Marken wie Minotti, Cassina,<br />

Poliform oder Giorgetti. Präsentiert werden sie in Monobrand-Designstudios<br />

und geschmackvollen Wohnwelten wie „Chalet“, „Penthouse“<br />

oder „New Classic“, die so elegant wirken, dass man gleich einziehen<br />

möchte. Doch die Inspirationen und das entsprechende Mobiliar, das<br />

kosmopolitischen und alpinen Chic vereint, kann man sich ja gleich mit<br />

nach Hause nehmen, nach eingehender, fachkundiger Beratung.<br />

Zudem gibt es einen ganz besonderen Service, den zweiten Eckpfeiler<br />

des Familienbetriebs: Die Wetscher Werkstätten pflegen mit Passion<br />

nach wie vor das tradierte Handwerk. Personalisiertes Interieur, nach<br />

Maß und indviduellen Wünschen gefertigt aus hochwertigem, beständigem<br />

Holz <strong>–</strong> das ist es, was exklusiven Lebensstil auszeichnet. Und echter<br />

Luxus, den man sich bei Wetscher gönnen kann und sollte.<br />

Adresse: Zillertalstraße 30, 6263 Fügen<br />

wetscher.com<br />

j<br />

Der ulitmative Rückzugsort:<br />

Sofa „Harper“ von Flexform, <strong>2021</strong>,<br />

Design von Antonio Citterio<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

137


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

AB IN DIE<br />

WÄRME!<br />

Luxus Home-Spa<br />

Fotos: © HOLTER, © EFFE, © DEISL.COM, Hersteller<br />

h<br />

„Yoku SH“, das All-in-one-Spa-System von Effe by Holter,<br />

vereint Sauna, Hamam und Dusche<br />

Abschalten, vom Alltag abtauchen, in aller Ruhe entspannen. Nicht<br />

mehr Zeit ist das höchste Gut, sondern Quality-Time. Und diese sollte<br />

man sich einfach und so oft wie möglich nehmen. All diese Ansprüche<br />

an moderne Erholung und Rundum-Regeneration erfüllt das eigene<br />

Home-Spa. Die private Wellnessoase zu Hause ist wunderbar exklusiv,<br />

doch extrem lohnenswert und einfacher umzusetzen, als man denkt.<br />

Wer sein Badezimmer zu einem Spa-Bereich erweitert, steigert seine<br />

Lebensqualität in hohem Maße. In warmem Wasser Stress wegbaden,<br />

in der Sauna Dampf ablassen oder unter der Dusche sein Energielevel<br />

stärken <strong>–</strong> ein umfassendes Verwöhnprogramm lässt sich hier verwirklichen.<br />

Mit Kerzen, Düften und angenehmer Musik kann man das Wohlgefühl<br />

noch fördern, ebenso wenn man sich anschließend in weiche<br />

Handtücher oder Bademäntel hüllt und noch ein ausführliches Beautyritual<br />

anschließt. Zu den Basics gehören Regen-, Massage- und Farbduschen<br />

neben Whirlpool, Sauna und Dampfbad, ergänzt von Liegen<br />

zum Ausruhen. Für die Ausstattung und Gestaltung wird ein breites<br />

Spektrum an Möglichkeiten geboten: Vom Tepidarium bis zur Salzwand<br />

oder dem Floating-Tank gibt es längst auch für Privatleute Produkte,<br />

die man in professionellen Spas finden kann. Was wirklich nötig ist und<br />

worauf man achten sollte, erläutern an dieser Stelle drei Experten.<br />

Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich die entsprechende Räumlichkeit.<br />

Doch braucht man unbedingt ein sehr großes Bad? „Der Platzbedarf<br />

sollte etwa eine Fläche von 150 mal 200 cm für eine Sauna mit<br />

Glasfront sein. Das kleinste Modell in unserem Portfolio ist 150 mal<br />

150 cm groß“, erläutert Andreas Polaschko, CEO von Antiri, die Generalvertretung<br />

der italienischen Wellness-Marke Starpool. „Ein Spa-Raumkonzept<br />

umfasst etwa 20 Quadratmeter mit Sauna, Dusche und zwei<br />

Relaxliegen, um sich zu entspannen.“ Ähnlich sieht es Josef Deisl,<br />

Spezialist für Sauna und Wellness: „Bereits zwei mal zwei Meter reichen<br />

aus, um eine Sauna für vier Personen anzulegen. Es sind aber auch kompaktere<br />

Lösungen mit Unterbank- oder Hinterwandöfen möglich.<br />

Ab dieser Größe kann man kleinste Flächen im Bad, Wohnraum oder<br />

sogar auf dem Balkon mit einer maßgeschneiderten Sauna, Bio-Sauna<br />

v<br />

Wellnessoase de luxe: Das individuell geplante Home-Spa von Deisl<br />

erfüllt höchste Ansprüche<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 zeigt, wo exklusive<br />

Wellness wohnt: zu Hause im eigenen<br />

Spa. Es bietet gepflegten Eskapismus<br />

für Körper, Geist und Seele. Drei<br />

Experten erklären, wie man sich ein<br />

stilvolles Relax-Refugium schafft<br />

Von Alice Mandel<br />

oder Infrarot-Saunakombination ausstatten. Alles in einem lautet die<br />

Devise: Morgens ein klassisch finnisches Saunabad, abends nach dem<br />

Training ein gemütliches Warmluftbad mit Infrarottherapie für den<br />

Rücken und tags darauf ein Kräuterdampfbad mit ätherischen Ölen und<br />

stimmungsvollem Farblicht. Maßgeschneiderte Sauna-Infrarot-Kombikabinen<br />

und clever angelegte All-in-one-Lösungen, die unterschiedlichste<br />

Anwendungen auf wenig Raum und in einer Kabine bieten, sind<br />

sehr gefragt und bilden heute das Herzstück des Private Spa für<br />

Wellness-Enthusiasten.“ Ein Maximum an Erholung auf minimalem<br />

Raum ist auch für Jasmin Holter-Hofer vom Bad-Experten Holter kein<br />

Problem: „Ein Home-Spa kann bereits auf einer Fläche von rund sechs<br />

Quadratmetern geplant werden. Die optimale Größe ist aber immer<br />

abhängig von den Bedürfnissen der Benutzer, die im Fokus jeder Planung<br />

stehen.“ Sie weiß auch über die Essentials in einem praktikablen<br />

Wellnessbereich im eigenen Zuhause bestens Bescheid: „Zu den Musthaves<br />

zählen Klassiker wie moderne Regenbrausen, Duschpaneele mit<br />

Massage düsen, Saunen und Infrarotkabinen. Gezielte Muskelentspannung,<br />

Hautreinigung und damit Wellness pur verspricht auch der heiße<br />

Wasserdampf in einem Hamam. Das Wechselspiel aus wärmenden und<br />

kühlen Phasen liegt besonders im Trend und stärkt das Immunsystem.“<br />

Das bestätigt auch Andreas Poschalko: „Nach wie vor ist die klassische<br />

Sauna oder Softsauna ein Highlight, wie etwa unsere ‚SoulSauna‘.<br />

Weiters gibt es eine große Nachfrage nach Außensaunen.“<br />

Wenn man sich für ein Home-Spa entscheidet, dann ist klarerweise<br />

eine professionelle Beratung und Konzeption unerlässlich, zumal auch<br />

hier Individualität gewünscht wird. „Es gibt eine klare Entwicklung<br />

hin zu maßgeschneiderten Lösungen“, stellt Josef Deisl fest: „Ein<br />

speziell kon zipiertes Sauna-Spa lässt sich in nahezu jeden Raum formschön<br />

und stilvoll integrieren. Der Trend geht auch zu Smarthome- und<br />

Private-Spa-Lösungen mit umfangreichem Wellnessprogramm. Die<br />

Klimavielfalt einer Kombinationssauna lässt sich heute kinderleicht per<br />

Smartphone oder komfortabel über die Bedienungspanels der<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

139


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

Haussteuerung vorheizen und regeln. Bei der Gestaltung stehen naturverbundene<br />

Materialien, auch mit Patina, hoch im Kurs. Vor allem Holz<br />

ist dabei ein sehr vielschichtiges und großartig einsetzbares Material.“<br />

Ist die Grundausstattung einmal festgelegt, lässt sich das Home-Spa<br />

mit Zusatzfunktionen und Accessoires, die Atmosphäre schaffen, in<br />

einen wohligen Wellnesstempel verwandeln. Dafür empfiehlt Andreas<br />

Poschalko von Starpool, eine eigene Ruhezone anzulegen: „Um sich<br />

nach dem Saunieren zu entspannen, ist diese sehr wichtig. Für Musik<br />

ist eine hitzebeständige Musikbox unter der Bank in der Saunawand<br />

bereits in unseren Modellen eingebaut.“<br />

Es steht jedoch ein fast unerschöpfliches Reservoir verschiedenster<br />

Ausstattungselemente zur Verfügung. Bad-Expertin Jasmin Holter-<br />

Hofer nennt einige: „Zu den beliebten On-top-Produkten gehören Liegeflächen<br />

mit Wärmefunktion oder Fitnessgeräte. Beliebte Extras sind<br />

digitale Features wie integrierte En tspan nungsmusik sowie Farblichttherapien.<br />

Gerne gesehen sind auch mobile Handtuchwärmer, Stehlampen<br />

mit Luftreinigung oder automatische Beduftungsanlagen. Smarte<br />

Helferlein informieren, etwa am Spiegel, über persönliche Fitnesswerte.“<br />

Doch bei etlichen Kunden, so Josef Deisl, ist eindeutig Entschleunigung<br />

das Wesentliche: „Sinnvoll ist es, sofern es der Platz zulässt, angrenzende<br />

Ruhe- und Nassbereiche mit Lounges, Daybeds und Duschen zu integrieren.“<br />

Gerade die Möglichkeit zum Digital Detox ist heutzutage für<br />

viele der wichtigste Relaxfaktor, man will das vollkommene Abschalten<br />

genießen <strong>–</strong> etwa auch mit Waldbaden indoor. Dazu Josef Deisl: „Beliebt<br />

sind offen gestaltete Home-Spas, welche durch den Einsatz von großen<br />

Fensterflächen bzw. Panoramaverglasungen einen nahtlosen Übergang<br />

zwischen Wellness- und Naturraum schaffen.“ Also, entspannen Sie sich!<br />

deisl.com | holter.at | starpool.com<br />

h<br />

Wohltemperiert relaxen: Die „SoulSauna“ von Starpool (Design:<br />

Cristiano Mino) tut dem Körper, der Seele und den Sinnen gut<br />

Tiefenentspannung, absolutes Abschalten und Regeneration für<br />

Körper und Geist: Floating im „Zerobody“ von Starpool<br />

x<br />

Fotos: © STARPOOL, Hersteller<br />

140 WINTER <strong>2021</strong>


C L O U<br />

X T R A<br />

FÜR DESIGNLIEBHABER<br />

EIN ECHTER CLOU für alle, die mal etwas ganz Anderes suchen: runde Türe, ovaler Korpus<br />

und ein großer Türgriff aus elegantem Nussholz ergeben eine außergewöhnliche Kombination,<br />

die sicher nicht in jedem Wohnzimmer zu finden ist. Ebenso besonders, wenn auch nicht<br />

außergewöhnlich für Austroflamm-Modelle, ist das fantastische Xtra-Wärmespeichersystem<br />

für bis zu 12 Stunden Speicherwärme.<br />

Noch mehr wärmende Ideen für Ihr Zuhause finden Sie auf www.austroflamm.com.


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

HOME-SPA<br />

Möbel & Accessoires<br />

1<br />

9<br />

2<br />

8<br />

7<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

1 Gesunde Hitze: Die Sauna „Air“ aus Espenholz von Talocci Design besticht mit Klarheit und mittigem Ofen. Von Effe, effe.it 2 Relaxt:<br />

Die Spa-Liege „StarLit“ aus Holz mit wattiertem Dacron-Tuch ist ein Entwurf von Studio Baldessari e Baldessari. Von Starpool, starpool.com<br />

3 Aromatisch: Duftkerzen „Eclectic Underground“ in Kupfergefäßen von Tom Dixon, tomdixon.net 4 Für Erfrischungen: Krug „Harmonie“ mit<br />

passenden Trinkbechern aus Kristallglas mit geätzten Streifen von Baccarat, baccarat.fr 5 Jungbrunnen: „CellReturn Platinum Mask“ von Angela<br />

Caglia für Anti-Aging-LED-Treatments bei Niche-beauty.com 6 Flauschig: bestickte Handtücher „Auspicious Ricamo“ von Frette, frette.com<br />

7 Kunstobjekt: mattgoldfarbenes Waschbecken „Orma“ mit Gravuren von Glass Design, glassdesign.it 8 Let it rain: Die Einbauregendusche<br />

„Raindrop“ schuf das Duo Calvi Brambilla, von Antoniolupi, antoniolupi.it 9 Stilvoll: Bademantel mit Paisleymuster von Etro, etro.com<br />

Fotos: Niche-beauty.com, Hersteller<br />

142 WINTER <strong>2021</strong>


www.largilla.at<br />

GRAZ . WIEN . KLAGENFURT . SALZBURG


Zeit für<br />

WÜNSCHE<br />

Redaktion: Reinhard Neussner, Fotos: Wunschhaus Architektur und Baukunst<br />

Wahre Abenteuer entstehen bekanntlich im Kopf, doch woher kommen unsere Wünsche?<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 hat sich gemeinsam mit Wunschhaus Architektur und Baukunst auf eine<br />

inspirierende Suche begeben. Prominente Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und der<br />

Gastronomie kreierten ihre ganz persönlichen Wohnvisionen und gewähren damit<br />

Einblicke in Sehnsüchte und Träume zwischen Kopf und Herz<br />

144


LIVING<br />

„Ich kann das Haus umgestalten und<br />

es besteht nicht die Gefahr, dass die<br />

Räume mich umgestalten“<br />

Michael Urban<br />

Philosoph, Model und Maler<br />

h<br />

Die futuristische Architektur wächst direkt aus dem<br />

Berggestein und verbindet geschickt die Gegensätze<br />

zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk<br />

j<br />

Maler Michael Urban beschreibt sein Wunschhaus<br />

als einen Halbkreis aus Glas. Und über dieser<br />

„Schale“ entspringt eine Pyramide<br />

k<br />

Im Wasserbecken vor dem Haus spiegeln sich das<br />

Bergpanorama, die vorüberziehenden Wolken<br />

und die ankommenden Besucher<br />

WINTER <strong>2021</strong>


LIVING<br />

k<br />

Das Wasser als beherrschendes Element<br />

zieht sich über alle Etagen und mündet<br />

vor dem Haus in eine kleine Bucht<br />

Das Atrium mit Wasserfall sorgt<br />

für entspannende Momente<br />

x<br />

k<br />

Pedro Müller hat mit seinem<br />

Wunschhaus eine wahre Oase<br />

kreiert. Ein Highlight ist<br />

das schwimmende Bett im<br />

Schlafzimmer. Dieser Raum<br />

überrascht als durchgehende,<br />

weitläufige Wasserfläche<br />

„Ich entscheide alles aus<br />

dem Bauch heraus, also<br />

mit dem Herzen“<br />

Pedro Müller<br />

Gründer von Flair Modelmanagement<br />

146


FLOWERBOMB<br />

x<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

147


v<br />

Das Haus am See überzeugt mit<br />

großzügigen Freiflächen und fügt<br />

sich stimmig in die Landschaft ein<br />

„Die Mischung macht<br />

es aus, die Kombination<br />

aus Wärme und Haptik,<br />

Leder und Stoff“<br />

Fabio Giacobello<br />

Spitzengastronom<br />

v<br />

Das Haus auf Stelzen ähnelt einem Baumhaus<br />

„Das darf teilweise<br />

sogar unbequem sein,<br />

solange es mein<br />

Herz erfreut“<br />

Gery Keszler<br />

Mastermind der Benefiz-Veranstaltung Life Ball<br />

v<br />

Die organische Architektur mit Metallfassade und großzügigen<br />

Glaselementen sprechen für sich und schaffen einen fließenden<br />

Übergang zwischen den Innenräumen und Außenbereichen<br />

„Ich liebe Holz.<br />

Mein Haus braucht viel Licht <strong>–</strong><br />

es sollte nachhaltig sein“<br />

Desirée Treichl-Stürgkh<br />

Journalistin<br />

148 WINTER <strong>2021</strong>


149


Lagom, Hygge & Niksen<br />

Mehr als nur Lifestyle-Trends<br />

Von<br />

DI Elke Reitmayer<br />

Architektin und Wohnpsychologische Expertin<br />

Fotos: Maria Pirchner Fotografie<br />

150


KOLUMNE<br />

Pünktlich zur kalten Jahreszeit machen wir uns auf die Suche<br />

nach mehr Gemütlichkeit in unseren vier Wänden. Kerzenschein,<br />

ein wohlig warmes Kaminfeuer und eine Tasse einer<br />

frisch aufgebrühten, aromatischen Tulsi-Teemischung sind meine<br />

persönlichen Favorites. Kein Wunder also, dass nordische Lebensweisheiten<br />

und Wohntrends gerade in dieser Saison ihre Hochkonjunktur<br />

erleben. Sind die Nordländer doch wahre Meister darin, dem kalten und<br />

rauen Wetter mit Wärme, Behaglichkeit und flauschigen Wollsocken<br />

zu trotzen.<br />

„Lagom“ und „Hygge“ sind die wohl populärsten Trendbegriffe in<br />

diesem Zusammenhang. Aber auch das weniger bekannte „Niksen“ hat<br />

im Bereich Home & Living mittlerweile seinen fixen Platz und eine<br />

Daseinsberechtigung erkämpft. Aber reicht es wirklich aus, nur unser<br />

Interior auf Gemütlichkeit zu trimmen? Oder bedarf es doch auch einer<br />

Architektur, die diese Bedürfnisse bereits von Anfang an mitbedenkt<br />

und den psychologischen Verhaltensmustern des Menschen gerecht<br />

wird? Nur wenn das architektonische Grundgerüst stimmig ist, haben<br />

Lifestyle-Trends überhaupt erst eine Chance, die versprochene Wirkung<br />

zu entfalten. Aspekte, um dann stimmungsvolle Akzente einzubringen,<br />

sind Licht, Farbe oder natürlich auch der Bezug zur Natur.<br />

Aber nun noch einmal auf Anfang<br />

und ganz langsam von vorne <strong>–</strong> denn<br />

zuerst sollte man verstehen, worum<br />

es sich bei den Modebgriffen „Lagom“,<br />

„Hygge“ und „Niksen“ überhaupt<br />

handelt. „Lagom“ beschreibt<br />

die schwedische Kunst des ausgewogenen<br />

Lebens. Nicht zu viel und<br />

nicht zu wenig <strong>–</strong> es sollte genau richtig<br />

dosiert sein. Das dänische „Hygge“<br />

heißt frei übersetzt so viel wie „Gemütlichkeit“ und das niederländische<br />

„Niksen“? Nun ja, das bedeutet so viel wie Nichtstun und einfach<br />

den Moment genießen.<br />

Alle drei haben sie eines gemeinsam: Unser Leben schöner und reicher<br />

an wunderbaren Momenten zu machen. Abschalten vom Alltag<br />

und das Stresslevel mit unterschiedlichen Ansätzen und Methoden<br />

reduzieren. Im Mittelpunkt stehen weiche und natürliche Materialien,<br />

Möbel mit Geschichte und dem gewissen Etwas. Kuschelige Plaids,<br />

Kerzenteller auf Poufs und das Knistern des Kamins. Harmonische<br />

Farbkombinationen und angenehme Lichtstimmungen sorgen für ein<br />

angenehmes Ambiente. Es geht darum, dass eigene Zuhause mit positiver<br />

Energie aufzuladen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der man<br />

entspannen und sich mit Familie und Freunden erholen kann vom<br />

stressigen Alltag.<br />

Grundvoraussetzung für das Gelingen ist ein Wohngrundriss, der<br />

auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner eingeht. Die Planung der<br />

eigenen vier Wände ist ein komplexes und persönliches Unterfangen<br />

und sollte nicht nur aufgrund von Ästhetik oder Trends entschieden<br />

werden. Ich pflege zu sagen: „Wenn die Torte an sich nicht gut<br />

schmeckt, macht eine hübsche Verzierung auch nichts mehr wett.“ Also<br />

als erstes den Grundriss ins Auge fassen. Hier macht es Sinn, eine Fachperson<br />

zurate zu ziehen. Sie oder er kann nämlich ganz einfach feststellen,<br />

ob sämtliche Schutzbedürfnisse im Sinne der Architekturpsychologie<br />

erfüllt werden. Grundvoraussetzung für ein gemütliches<br />

Wohnumfeld ist, dass alle im Haushalt lebenden Menschen einen eigenen<br />

privaten Bereich gestalten und ihr oder sein Eigen nennen dürfen.<br />

Da reicht es nicht aus zu sagen, jeder hat ja sein eigenes Zimmer. Es<br />

geht vielmehr darum, in gemeinschaftlich genutzten Bereichen wie<br />

dem Wohn- oder Esszimmer jedem seinen eigenen Bereich zu überlassen.<br />

Und ganz ehrlich, Hand aufs Herz, wer lässt schon gerne Kinder<br />

im wunderbar durchgestylten Wohnraum einen Bereich selbst gestalten.<br />

Bunte Sticker, Comicfiguren und Patschehändchenabdrücke? Aber<br />

genau das soll ein Familienzentrum leisten und gute Architektur<br />

„Nur wenn das architektonische<br />

Grundgerüst stimmig ist, haben<br />

Lifestyle Trends überhaupt erst<br />

eine Chance die versprochene<br />

Wirkung zu entfalten.“<br />

aushalten können! Ein paar bunte Farbkleckse können nicht das ganze<br />

Designbild zerstören. Unser Zuhause ist zum Leben da. Auch Eltern<br />

oder Paare kommen bei diesem Aneignungsprozess von Raum oft zu<br />

kurz. Kinder haben immerhin meist ein eigenes Zimmer, Paare dagegen<br />

teilen sich fast immer die Schlafräumlichkeiten. Wie sieht es hier also<br />

mit den privaten Rückzugsorten aus? Ein Büro ist meist kein guter<br />

Ersatz für eine gemütliche Leseecke oder einem Bereich, der ausschließlich<br />

der Entspannung dienen sollte.<br />

Nehmen Sie sich einen Farbstift und zeichnen Sie schematisch ein,<br />

wer welchen Teil in Ihrem Eigenheim für sich beansprucht. Sie werden<br />

sehen, dass hier ein großes Ungleichgewicht herrscht. Aneignung und<br />

Identifikation sind die Schlüsselwörter für eine gelungene Architektur<br />

und für ein Domizil, das Geborgenheit ausstrahlt. Ist der Grundriss bereinigt<br />

und verbessert, können nun sämtliche ästhetische Hingucker<br />

und Komponenten miteinfließen. Lichtstimmungen, Materialität und<br />

Farbkompositionen machen aus einem Eigenheim ein „hyggeliges“ Zuhause.<br />

Ein ganz zentraler Punkt in der Architekturpsychologie, aber<br />

auch bei „Lagom“, „Hygge“ und „Niksen“, ist der Naturbezug. Dieser<br />

spiegelt sich nicht nur in den Farben und den gewählten Materialien<br />

wider. Ein zentraler Wohlfühlaspekt<br />

sind auch Blickachsen aus der Wohnung.<br />

Die Outdoorbereiche sollte<br />

man ebenso nicht vernachlässigen.<br />

Die Skandinavier schwören seit Jahrzehnten<br />

auf ihr „Friluftsliv“, was<br />

nichts anderes bedeutet als „Leben<br />

im Freien“. Planen Sie auch Ihre Outdoorbereiche<br />

dementsprechend, so<br />

dass Sie Lust haben, so viele Mahlzeiten<br />

wie möglich auch draußen<br />

einzunehmen. Egal bei welchem Wetter und welcher Jahreszeit. Ein<br />

gemütliches Fondue auf offenem Feuer, eingekuschelt in Rentierfelle<br />

und gemütliche Decken <strong>–</strong> Sie werden sehen, wie Sie von diesen Veränderungen<br />

profitieren werden.<br />

Für die kalten und dunklen <strong>Winter</strong>nächte kann eine stimmungsvolle<br />

Beleuchtung wahre Wunder wirken und unser Gemüt, im wahrsten<br />

Sinne des Wortes, erhellen. Mit Licht können wir Räumen Tiefe geben,<br />

Akzente setzen und eine andere Atmosphäre erzeugen. Heutzutage<br />

bevorzugen Innendesigner und Architekten vermehrt Spots und Einbauleuchten<br />

<strong>–</strong> also Punktbeleuchtung. Für eine stimmige Beleuchtung<br />

bedarf es jedoch mehr. Frida Ramstedt, Skandinaviens Innendesignerin<br />

Nummer Eins, empfiehlt für ein gelungenes Beleuchtungskonzept, drei<br />

unterschiedliche Arten der Beleuchtung in jedem Raum einzusetzen<br />

<strong>–</strong> direktes, diffuses und indirektes Licht. Je mehr Licht quellen<br />

vorhanden sind, umso harmonischer wird der atmosphärische Raum.<br />

Das Licht kann dann wahlweise aus einer Decken-, Steh- oder Wandlampe<br />

kommen. Um die Planung zu erleichtern, würde ich vorschlagen,<br />

mit der Grundbeleuchtung zu starten, danach die Arbeitsbeleuchtung<br />

für die Küchenarbeitsflächen oder die Leseecke weiterzuführen und zu<br />

guter Letzt die Akzent- und Stimmungsbeleuchtung hinzuzufügen. Die<br />

Grundbeleuchtung sollte sich nach unserem zirkadianen Rhythmus<br />

richten. Kurz erklärt <strong>–</strong> das Licht sollte in den Morgenstunden mehr Blauund<br />

am Abend mehr Rotanteile aufweisen, um so den natürlichen Tag-<br />

Nacht-Rhythmus besser nachahmen zu können und dadurch unserem<br />

Körper mehr Wohlbefinden zu schenken.<br />

Grundrisse und Planungen, die auf unsere psychologischen Verhaltensmuster<br />

eingehen und ein Innendesign, das Behaglichkeit ausstrahlt,<br />

sind die Garanten dafür, zu Hause zu entspannen und sich vom Alltag<br />

erholen zu können. Architekturpsychologisch gedachte Planungskonzepte<br />

fördern unsere Gesundheit und beeinflussen unsere sozialen<br />

Beziehungen nachhaltig positiv.<br />

elke-reitmayer.at<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

151


Wohlfühlzeit<br />

Ein Spa-Tag kann für Körper, Geist und Seele wahre Wunder wirken!<br />

Ruhe und Wärme bringen sie wieder behutsam zurück ins innere<br />

Gleichgewicht. Viel zu selten gönnt man sich diese paar Stunden<br />

Me-Time <strong>–</strong> ganz nach dem Motto: Alltag aus, Sauna an.<br />

Von Christoph Kulmer<br />

3<br />

4<br />

1<br />

2<br />

1 | Chanel<br />

„L’Eau de Mousse“<br />

Face first! Vor dem ersten Saunagang ist eine intensive Gesichtsreinigung<br />

ein Must. Der Cleansing-Schaum mit blauen Mikroalgen<br />

und Salicornia-Extrakt entfernt sanft, aber effizient Make-up und<br />

schafft ein angenehmes Hautgefühl.<br />

5<br />

2 | Sisley<br />

„Izia <strong>–</strong> Perfumed Bath and Shower Gel“<br />

Shower next! Eine reinigende und erfrischende Dusche ist<br />

unumgänglich <strong>–</strong> aus hygienischen Gründen und für das Wohlbefinden.<br />

Moschusartiger Rosenduft, pflanzliches Glycerin und Pro-Vitamin B5<br />

versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und wirken beruhigend.<br />

3 | Clarins<br />

„Tonic Sugar Polisher“<br />

Zeit für eine Abreibung: Das Körperpeeling ist ein vitalisierender<br />

Booster mit Meersalz und Zuckerkristallen sowie ätherischen Ölen<br />

aus Rosmarin und Minze. Es entfernt Unreinheiten und hilft der Haut,<br />

zart und frisch zu bleiben. Optimal anzuwenden vor und in der Sauna.<br />

4 | Primavera<br />

„Aroma Sauna Eukalyptus Pfefferminze bio“<br />

Dufte Pause mit Aromatherapie! Eukalyptus und Pfefferminze haben<br />

nicht nur einen stimulierenden Effekt, sondern klären auch Körper<br />

und Geist. Das Aufgusskonzentrat mit Wasser mischen, eine Schöpfkelle<br />

auf den heißen Saunastein gießen, tief einatmen und abschalten.<br />

5 | Bondi Wash<br />

„Massagebürste“<br />

Sanfte Anregung: Den Körper mit einer Massagebürste zu verwöhnen,<br />

fördert die Durchblutung der Haut. Mit leichtem Druck und kreisförmigen<br />

Bewegungen, eventuell in Kombination mit einem Körper -<br />

peeling, ist diese Prozedur eine Wohltat ab dem zweiten Saunagang.<br />

Fotos: Hersteller, niche-beauty.com<br />

152


BEAUTY | PFLEGE<br />

7<br />

8<br />

11<br />

6<br />

9<br />

10<br />

6 | Rahua<br />

„Elixir“<br />

Kraft tanken: Ein Geschenk für die Haare nach den heißen Temperaturen<br />

und der niedrigen Luftfeuchtigkeit ist das hochkonzentrierte<br />

Haaröl. Es dient ihrem Wiederaufbau und der Reparatur, Omega-9-Öl<br />

aus der Ungurahua-Palme stärkt und spendet zusätzlich Feuchtigkeit.<br />

7 | Master Lin<br />

„Body & Face Oil“<br />

Selfcare-Paket: Das Must-have nach einem wohltuenden Spa-Tag ist<br />

ein wertvolles natürliches Körperöl. Pflanzliche und hochwertige<br />

Inhaltsstoffe sind Balsam für die beanspruchte und trockene Haut.<br />

9 | Caudalie<br />

„Foot Beauty Cream“<br />

Gepflegt bis in die Zehenspitzen! Die leichte, angenehme Textur mit<br />

Traubenkernöl und biologischer Karitébutter macht die Füße<br />

geschmeidig, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen <strong>–</strong> in nur zwei<br />

Minuten.<br />

10 | Estee Lauder<br />

„Re-Nutriv <strong>–</strong> Ultimate Diamond Transformative<br />

Eye Serum“<br />

Augen auf: Angereichert mit einem Extrakt aus Black-Diamond-<br />

Trüffel sorgt es für Entspannung um die Augenpartie. Der kühlende<br />

Massagestab aus Keramik kümmert sich um die Milderung von<br />

Schwellungen. Ein Ergebnis, das sich sehen lässt.<br />

8 | Shiseido<br />

„Vital Perfection <strong>–</strong> LiftDefine Radiance Face Mask“<br />

Neue Energie: Nach der Sauna ist die Haut besonders aufnahmefähig<br />

<strong>–</strong> der ideale Zeitpunkt für eine Gesichtsmaske. Sie strafft die<br />

Konturen und trägt dazu bei, einen strahlenden Teint zu erzielen.<br />

Der Wirkstoff „4MSK“ soll außerdem den Hautton ausgleichen.<br />

11 | Guerlain<br />

„Orchidée Impériale“<br />

Goldener Wohlfühl-Abschluss! Das Nacht-Serum mit Orchideen- und<br />

Pflanzenextrakten bekämpft Schlaffalten sowie Schwellungen und<br />

bietet einen Anti-Aging Effekt. Die Mikrotröpfchen dringen tief in die<br />

Haut ein und verleihen Strahlkraft.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

153


Duftreise<br />

Jede Stadt glänzt auf ihre ganz eigene Weise und erzählt eine<br />

aufregende, individuelle Geschichte <strong>–</strong> von Kunst und Kultur<br />

über Architektur bis hin zu Tradition und Kulinarik. Exakt diese<br />

Impressionen inspirieren Kreative immer neu. Begleiten Sie uns<br />

auf ein aromatisches Abenteuer um die Welt <strong>–</strong> in neun<br />

faszinierende Metropolen auf vier Kontinenten<br />

Von Christoph Kulmer<br />

1<br />

3<br />

2<br />

4<br />

1 | „Berlin Soul“<br />

Birkholz<br />

Das Parfüm ist ein tiefer Blick in die Seele der deutschen Hauptstadt:<br />

Man spürt den pulsierenden Rhythmus von Musik, die Wärme eines<br />

Flirts oder die Euphorie auf einem Dancefloor. Rauchige und würzige<br />

Noten repräsentieren bei dieser Komposition die kreative, offene und<br />

mutige Atmosphäre der multikulturellen Stadt. Sie spiegelt sich wider<br />

in Noten von Tabak, Whiskey, Haselnuss, Zedernholz und Moschus,<br />

die einen elektrisierenden und selbstbewussten Charakter schaffen.<br />

2 | „My New York“<br />

Bond No.​9<br />

We love NY! Jeder verbindet spontan Assoziationen mit dem Big<br />

Apple <strong>–</strong> sei es die vibrierende Vielfalt, das inspirierende Gemeinsamkeitsgefühl<br />

oder der dynamische Drive der Mega-City. Es ist ein<br />

kosmopolitscher Meltingpot, wie der Mix aus Ingwer, Pfefferkorn und<br />

Rosen. Mit der Basisnote aus Cashmeran, Sandelholz und Patschuli<br />

präsentiert der Duft ein luxuriöses, sinnliches und freies New York.<br />

3 | „Kyoto“<br />

Diptyque<br />

In den Mittelpunkt dieser Komposition rückt die japanische Ästhetik,<br />

Geschichte und Kunst. Weihrauch, Vetiver und Rote-Bete-Akkorde<br />

sind die Zutaten für eine Hommage an das Triptychon „Himmel, Herz<br />

und Erde“. Es ist eine märchenhafte Reise durch die Blumenkunst<br />

Ikebana​<strong>–</strong> sinnlich, romantisch und zugleich orientalisch und stark.<br />

4 | „Cairo“<br />

Penhaligon’s<br />

Die Hauptstadt Ägyptens dient mit ihrer langen und großen Historie<br />

als Muse für eine bezaubernde Duft-Kreation und offenbart nach und<br />

nach verborgene Kostbarkeiten. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Safran,<br />

Labdanum oder Weihrauch im Verein mit Vanille und Patchouli<br />

erzählen eine orientalische Geschichte, die beeindruckt und betört<br />

und damit Einblicke in eine wunderbare Kultur gewährt.<br />

Fotos: Hersteller<br />

154


BEAUTY | DUFT<br />

7<br />

8<br />

6<br />

5<br />

9<br />

5 | „Cuir de Venise“<br />

Boucheron<br />

Venedig ist geprägt von den pittoresken Kanälen und der gotischen<br />

Architektur, aber auch von edlem Kunsthandwerk wie der berühmten<br />

Glasherstellung und Lederverarbeitung. Venezianisches Leder<br />

zeichnet sich durch seine Robustheit, leuchtende Farben und<br />

Geschmeidigkeit aus. Davon inspiriert schuf Boucheron eine holzige<br />

und würzige Duftsymphonie mit fein aufeinander abgestimmten<br />

Aromen von Guajakholz, Zedernholz, Ingwer und Zimt.<br />

6 | „Paris“<br />

Yves Saint Laurent<br />

Eleganz und Esprit! Eine Stadt, die der Liebe gewidmet ist, und ein<br />

Designer, der die Frauen liebt <strong>–</strong> diese romantische Kreation ist eine<br />

Huldigung der Weiblichkeit. Die liebreizende Rose bildet dabei den<br />

Hauptcharakter des Parfüms und wird unterstützt von frischen<br />

Nuancen aus Orangenblüte und Veilchen sowie einer warmen<br />

Struktur aus Amber und Vanille.<br />

7 | „Udaipur“<br />

Etro<br />

Bekannt als „weiße Stadt“ liegt diese indische Metropole am Picchola<br />

See in Rajasthan. Eine überraschende Interpretation entführt mal in<br />

den königlichen Palastgarten, mal auf einen betörenden Gewürzmarkt<br />

oder in eine Geschichte aus 1.001 Nacht. Der Duft verströmt<br />

einen Hauch von Jasmin, dazu entfalten Akkorde von Gardenie,<br />

Lotusblüten und Bergamotte verführerischen Charme.<br />

8 | „London“<br />

Widian<br />

Der Elizabeth Tower auf dem Flakon lässt unschwer erkennen,<br />

welcher Weltstadt hier gehuldigt wird. Eleganter Glanz und Luxus<br />

wird mit Kopfnoten aus Oud und Zypresse eingefangen und fruchtig<br />

abgerundet mit den Herznoten von Maiglöckchen und Himbeere.<br />

Entdeckt bei Nägele & Strubell.<br />

9 | „Born in Roma Yellow Dream“<br />

Valentino<br />

Eine Reise in die ewige Stadt! Die Sonne leuchtet auf das historische<br />

Zentrum und lässt die Gebäude wie Kunstwerke erstrahlen. Rom ist<br />

schon fast auf ikonische Weise mit der Farbe Gelb verbunden und<br />

unterstreicht damit die Lebendigkeit, den Optimismus und die kraftvolle<br />

Atmosphäre. Bergamotte und Litschi in Kombination mit<br />

leichtem Pfingstrosenaroma, Moschus und cremiger Madagaskar-<br />

Vanille erwecken ebendiese Assoziationen zum Leben.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

155


BEAUTY | MEN<br />

Gepflegte<br />

BART-KUNST<br />

Mann trägt wieder Bart. Er gilt als Zeichen von Maskulinität schlechthin und in den<br />

Trendmetropolen wächst die Zahl der Männer, die ihn in allen Variationen stilbewusst tragen.<br />

Wesentlich ist die Pflege <strong>–</strong> doch es geht auch ohne Barbershop. Damit er topp aussieht,<br />

kann man jetzt diese praktischen Helfer um den Bart streichen<br />

2<br />

1<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 | Anthony<br />

„Conditioning Beard Wash“<br />

Die intensive und regelmäßige Reinigung des Bartes ist das Um und<br />

Auf, um damit zu glänzen. Dafür sorgt diese Powerkombination!<br />

Das Extrakt der Heidelbeerfrucht reinigt Barthaare und Haut,<br />

hochwertiges Kokosnussöl pflegt, hydriert und entwirrt Barthaare<br />

und die Essenzen aus der schwarzen Johannisbeere lindern Juckreiz.<br />

2 | Anthony Brown<br />

„Bartroller“<br />

Das Tool ist die ideale Ergänzung für die tägliche Pflegeroutine. Die<br />

feinen, nur einen halben Millimeter langen Nadeln fördern das Bartwachstum,<br />

schließen Lücken und stärken die bestehenden Haare.<br />

Ein Must-have, egal ob für den Schnauzer, Dreitage- oder angesagten<br />

Vollbart mit einem positiven Nebeneffekt: Durch das Rollen wird die<br />

Haut optimal für die Aufnahme von Pflegeprodukten vorbereitet.<br />

3 | Acca Kappa<br />

„Moustache Wax“<br />

Ob nun klassisch elegant, Business as usual oder zwanglos leger <strong>–</strong> mit<br />

diesem Stylingwachs kreiert man den perfekten Bart-Look für jeden<br />

Anlass. Und nicht nur Schnurrbärte bringt man damit in die<br />

gewünschte Form. Dank der Mischung aus süßem Mandelöl und<br />

Sheabutter ist es elastisch und lässt sich wunderbar verarbeiten.<br />

Nuancen aus Menthol sorgen für den nötigen Frischekick.<br />

4 | Acqua di Parma<br />

„Siero da barba“<br />

Entwickelt nach der italienischen Tradition des Rasurrituals ist das<br />

Bartserum vor allem in der kalten <strong>Winter</strong>zeit eine Wohltat. Mit seiner<br />

feinen Textur nährt es Bärte mit Feuchtigkeit und schafft ein frisches,<br />

glänzendes und gesundes Erscheinungsbild. Das Serum empfiehlt<br />

sich für die tägliche Anwendung nach der Reinigung.<br />

Entdeckt bei Nägele und Strubell.<br />

5 | Tom Ford<br />

„Conditioning Beard Oil“<br />

Dieses duftende Öl-Erlebnis kräftigt die Barthaare, ohne einen<br />

fettigen Glanz zu hinterlassen. Drei edle Variationen bieten für jeden<br />

Mann das passende Aroma: „Neroli Portofino“ fängt das italienische<br />

Lebensgefühl an der Riviera ein, „Tobacco Vanille“ erinnert an die<br />

würzige Atmosphäre eines englischen Gentlemen’s Club und „Oud<br />

Wood“ besticht mit exotischen Rosenholz- und Kardamomnoten.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, niche-beauty.com<br />

156 WINTER <strong>2021</strong>


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Frauke Fischer<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Melanie Schoene (Porträtbild), Frauke Fischer<br />

v<br />

Freie Produktion, 2019<br />

Model: Emily Wen Zhang @ Izaio Management<br />

Haare & Make-up: Melanie Schoene @ Nina Klein Agency<br />

Bereits im zarten Alter von sechs Jahren stand Frauke Fischer im<br />

Badezimmer der elterlichen Wohnung, das zur Dunkelkammer umfunktioniert<br />

worden war, und half ihrem Vater bei der Entwicklung<br />

der Familienfotos. Ihr Interesse an der Fotografie wurde also schon früh<br />

geweckt, es ebbte niemals ab und so trat sie als Teenagerin einer Jugendgruppe<br />

bei, die ihre Freizeit der Arbeit mit der Kamera gewidmet<br />

hatte. Bevor sie sich vollends der Fotografie verschrieb, studierte die<br />

gebürtige Ostberlinerin Ethnographie und Indische Kunst.<br />

Auf die Frage, ob es der Wahrheit entspreche, dass es mindestens<br />

zehntausend Stunden Übung benötigt, um ein künstlerisches Ausdrucksmittel<br />

zu beherrschen, antwortete sie einmal: „Die ersten drei<br />

Jahre waren hart, danach ging es steil bergauf.“ Doch diese Übungsphase<br />

liegt definitiv lange hinter ihr, denn Frauke Fischer gilt im<br />

deutschsprachigen Raum seit Jahren als die Queen der Beauty-Fotografie.<br />

Ihr Talent, die Schönheit ihrer Models einzufangen, wird nicht<br />

nur in Mitteleuropa wertgeschätzt. Mittlerweile erstreckt sich ihr Tätigkeitsbereich<br />

auf die ganze Welt. So machte sie sich unter anderem in<br />

Tokio einen Namen, wo sie namhafte Persönlichkeiten portraitierte. Die<br />

Eroberung des asiatischen Marktes und ihre Begeisterung für Fernost<br />

ist mitunter auch auf ihren japanischen Ehemann zurückzuführen.<br />

Den Begriff „Beauty“ definiert Fischer stets neu. Ihr Portfolio beschränkt<br />

sich nicht nur auf die üblichen Model-Schönheiten. Sie betont,<br />

dass jedes Alter, jeder Mensch seine eigene Art von Schönheit besitzt.<br />

Besonders stolz ist Fischer daher auf ihr Beauty-Editorial für „Elle Bulgaria“<br />

mit Tamara Röske, ein Model mit Down-Syndrom. Fischer wurde<br />

für dieses bahnbrechende Projekt ausgezeichnet und schwärmt sowohl<br />

von Röskes ungebremster Lebenslust als auch von deren Tatendrang.<br />

Gerade solche Attribute sind Frauke Fischer am Set am Wichtigsten.<br />

Denn sie ist überzeugt davon, dass sie nur dann ihr volles Potenzial ausschöpfen<br />

kann, wenn das Team den gleichen Qualitätsanspruch verfolgt.<br />

fraukefischer.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

159


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

„Maxima“ Magazin (AT), 2019<br />

Model: Chin Chin @ Modelwerk<br />

Haare & Make-up: Melanie Mercier @ Nina Klein Agency<br />

Styling: Mareen Aland<br />

v<br />

Editorial für „DV Mode“ Magazin (SE), 2016<br />

Model: Aminata Sanogo @ Modelwerk<br />

Haare & Make-up: Melannie Schoene @ Nina Klein Agency<br />

Styling: Adelaida Cue Bär<br />

k<br />

Editorial für „Couch“ (DE), 2019<br />

Model: Juliana Ohneberg @ M4 Models<br />

Haare & Make-up: Yvonne Wengler<br />

Fotos: Frauke Fischer<br />

160 WINTER <strong>2021</strong>


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

„Diva“ Magazin (AT) 2014<br />

Haare & Make-up: Sandra Arndt<br />

k<br />

Editorial für „Couch“ Magazin (DE), 2019<br />

Model: Juliana Ohneberg @ M4 Models<br />

Haare & Make-up: Yvonne Wengler<br />

v<br />

Editorial für „DV Mode“ Magazin (SE), 2016<br />

Model: Jane Jakobi<br />

Haare & Make-up: Melanie Schoene @ Nina Klein Agency<br />

Styling: Adelaida Cue Bär<br />

Fotos: Frauke Fischer<br />

v<br />

Editorial für „DV Mode“ Magazin (SE), 2017<br />

Model: Ilva @ Place Models<br />

Haare & Make-up: Melanie Schoene @ Nina Klein Agency<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

163


MOBILITY<br />

TEST<br />

THE BEST<br />

SUV<br />

Der Jahreszeit entsprechend haben wir<br />

für die AURUM <strong>999</strong>,9 Community eine<br />

Aus wahl der aufregendsten und sportlichsten<br />

SUVs zusammengestellt. Diese<br />

überzeugen nicht nur durch anspruchsvolles<br />

Design und Raum für die ganze<br />

Familie, sondern glänzen auch mit<br />

modernen Hightech-Gadgets. Frei<br />

nach dem Motto „Das muss man<br />

selbsterleben“ ist für Sie zudem<br />

eine exklusive Wochenendausfahrt<br />

mit diesen<br />

Meisterwerken<br />

reserviert<br />

Wir freuen uns auf Ihre E-Mail an:<br />

testit@aurum-magbook.com<br />

Unter allen Teilnehmer*innen wird pro Fahrzeug<br />

eine Wochenendausfahrt (Freitag bis Sonntag)<br />

vergeben. Das jeweilige Datum ist nicht frei<br />

wählbar. Teilnahmeschluss ist der 31. 1. 2022.<br />

Die teilnehmenden Personen werden zeitnah<br />

schriftlich verständigt. Der Rechtsweg<br />

ist ausgeschlossen. Eine Barablöse<br />

ist nicht möglich.<br />

Redaktion: Reinhard Neussner, Marily Elmezoglou, Fotos: Hersteller<br />

164


SPORTIVE SEELE<br />

Aston Martin: DBX<br />

Es ist nicht nur der erste SUV von Aston Martin, sondern auch das<br />

erste 5-Sitzer-Modell des bekannten Sportwagenherstellers. Der<br />

noble Innenraum des DBX wurde so gestaltet, dass er sowohl im<br />

vorderen als auch im hinteren Teil des Fahrzeugs viel Platz und<br />

Komfort gewährleistet. Angenehme Kopf- und Beinfreiheit kombiniert<br />

mit einem durchgehenden Glas-Panoramadach bieten eine helle<br />

und geräumige Umgebung bei langen Fahrten. Auch beim Exterieur<br />

hat man erfolgreich die Eleganz der klassischen Sportflitzer auf den<br />

SUV übertragen. Das neue Allradsystem mit elektronisch<br />

gesteuertem Mittel- und Hinterachsdifferenzial sorgt für eine präzise<br />

Verteilung des Drehmoments in jeder Situation. Um die mehr als<br />

gelungene Schöpfung eines SUVs mit der Seele eines Sportwagens zu<br />

fühlen, muss man ihn selbst gefahren haben.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

165


MOBILITY<br />

h<br />

Das Armaturenbrett ist um das 8,4 Zoll Display des<br />

Maserati Touch Control Plus angeordnet.<br />

166


LA DOLCE VITA<br />

Maserati: Levante MY19<br />

Der Einsatz des Twin Turbo V8-Motors bringt den neuen Maserati<br />

Levante an die Spitze seiner Klasse in Bezug auf Leistung, Fahrdynamik<br />

und Exklusivität. Die Ausstattung ist luxuriös, elegant und<br />

sportlich zugleich und der geräumige Innenraum verbindet innovative<br />

Hightech-Lösungen wie das hochmoderne Infotainmentsystem<br />

mit edlen Materialien wie dem neuen „Pieno Fiore“-Naturleder.<br />

Außen fließt die Silhouette entlang der Seite des Fahrzeugs von den<br />

katzenaugenartigen Scheinwerfern bis zur charakteristischen<br />

Maserati-Hecksäule und schafft einen modernen Coupé-Look.<br />

Drei verschiedene Drive-Modi gestalten das Fahrerlebnis<br />

einfacher und aufregender. Standardmäßig startet das Fahrzeug<br />

im „Normal“-Modus. „Sport“ und „Off-Road“ unterstreichen<br />

den Adventure-Charakter des Levante.<br />

Italienisches Lebensgefühl, das man selbst testen sollte.<br />

WINTER <strong>2021</strong> 167


MOBILITY<br />

h<br />

Die technischen Neuerungen im Cockpit<br />

machen es möglich, seine Augen auf der<br />

Straße und die Hände am Steuer zu lassen<br />

KRAFTVOLLE ANMUT<br />

Lexus: NX<br />

Die innovative zweite Generation des erfolgreichen NX-Modells ist<br />

der erste Plug-In-Hybrid von Lexus überhaupt. Mit neuer Designsprache<br />

wurde ein Fahrerlebnis der Spitzenklasse kreiert. Damit sich<br />

der Fahrer voll und ganz auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren<br />

kann, sind alle Informationsquellen vom Multimedia-Bildschirm über<br />

das Multifunktions-Display und den zentralen Anzeigen bis zum<br />

Head-up Display so angeordnet, dass man sie auf einen Blick ablesen<br />

kann. Weitere Highlights dieser neuen Ära sind die komfortablen<br />

Sitze, eine elektromechanische Türöffnung, die moderne Klimasteuerung<br />

sowie der Safe Exit Assistant. Kraftvolle Modifikationen,<br />

die man am besten selbst ins Visier nehmen sollte.<br />

168 WINTER <strong>2021</strong>


Provisionsfrei,<br />

direkt vom Bauträger!<br />

EXKLUSIVES WOHNEN<br />

ZWISCHEN GRINZING<br />

UND NUSSDORF<br />

1190 Wien, Armbrustergasse 24A<br />

• 16 Eigentumswohnungen<br />

• 2 bis 5 <strong>–</strong> Zimmer-Wohnungen<br />

• Premium Ausstattung und Pool<br />

• Fertigstellung 2022<br />

HWB 39,4, HWB-Klasse b<br />

Dr. Bernhardt Hinkelmann<br />

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MOBILITY<br />

h<br />

Ein einfaches „Hey, Google“ genügt, um den<br />

Assistant zu aktivieren <strong>–</strong> die praktische und<br />

sichere Unterstützung während der Fahrt<br />

VERNETZTE DYNAMIK<br />

Volvo: XC60<br />

Die jüngste SUV-Generation von Volvo überrascht mit einem<br />

erfrischenden Design und der Integration von Google, um ein<br />

sicheres und angenehmes Fahrerlebnis zu gewährleisten. Mit dem<br />

Google Assistant sind Wegbeschreibungen unkompliziert verfügbar,<br />

unterhaltsame Konversationen mit Freunden und der Familie von<br />

unterwegs überhaupt kein Problem und viele weitere Einstellungen<br />

easy zu bedienen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.<br />

Man kann sich sogar mit den Smarthome-Geräten zu Hause<br />

verbinden und sie vom Cockpit aus steuern. Das digitale Servicepaket<br />

ermöglicht zusätzlich eine einfache und kabellose Schnellladung<br />

kompatibler Smartphones im dafür vorgesehenen Ablagefach. Der<br />

Plug-in-Hybrid-Antrieb bietet ein dynamisches SUV-Fahrvergnügen<br />

mit besonders niedrigen Emissionen. Eine dynamische Erfahrung, die<br />

man sich nicht entgehen lassen sollte.<br />

170<br />

WINTER <strong>2021</strong>


© MK Communication Design • www.kundt.at<br />

Aktuelles Bauprojekt:<br />

MIRABELLE PREMIUM SUITES LAXENBURG<br />

www.mirabellesuites.at<br />

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Service anmelden:<br />

DAS MEHR-WERT<br />

PAPIER <strong>2021</strong><br />

Whitestone<br />

INVESTMENT<br />

DER INFLATION ENTGEGENWIRKEN UND<br />

DIREKT BEIM BAUTRÄGER INVESTIEREN<br />

DIE ORDERSCHULDVERSCHREIBUNG<br />

VON WHITESTONE NEU AUFGELEGT:<br />

MIT FIXVERZINSUNG AB 7% p.a.<br />

Wie jedes Jahr, können in Österreich natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften<br />

vom Gewinnfreibetrag für investierte Gewinne gemäß Einkommensteuergesetz profitieren.<br />

Mit bestimmten Investitionen <strong>–</strong> auch in Wertpapiere <strong>–</strong> können bis zu 13 % des betrieblichen Gewinnes,<br />

maximal 45.350 Euro, steuerfrei belassen werden! Der Grundfreibetrag beträgt 3.900 Euro.<br />

Ihr bestes Immo-Investment mit Top-Steuervorteil!<br />

Zu den begünstigten Wertpapieren für den Gewinnfreibetrag zählt auch<br />

das seit vielen Jahren erfolgreich aufgelegte „MEHR-WERT PAPIER“<br />

der Whitestone Investment Advisory GmbH, ein im Großraum Wiens<br />

tätiger Bauträger, der auch <strong>2021</strong> eine auf Namen lautende Orderschuldverschreibung<br />

begibt, die Anlegern eine jährliche Fixverzinsung<br />

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GEWINN-<br />

FREIBETRAG<br />

FÜR <strong>2021</strong><br />

NUTZEN!


Zwischen den Linien<br />

ruhen die Lösungen<br />

Von<br />

Marcus Josef Weiss<br />

Regisseur und Emotionsforscher<br />

Foto Caro Strasnik<br />

172


KOLUMNE<br />

Ich bin Künstler und Wissenschaftler. Genauer: Regisseur sowie<br />

Emotions- und Bewusstseinsforscher. Ich komme aus den<br />

Strukturen einer Arbeiterfamilie und bin dann über den Umweg<br />

eines Studiums von Philosophie und Mathematik in der darstellenden<br />

Kunst gelandet. Seit über 25 Jahren beschäftige ich mich aus verschiedenen<br />

Blickwinkeln mit dem inneren Menschen. Seinen Bedürfnissen,<br />

seinen Triebfedern, seinen Ängsten, seinen Lüsten, seinen Sehnsüchten<br />

<strong>–</strong> sowie den inneren Welten seiner intuitiven Wahrnehmungen und<br />

festgefrorenen Glaubenssätze.<br />

Stichhaltige Evidenz und praktische Nutzbarkeit aus dem reichhaltigen<br />

Spektrum intuitiver Intelligenz zu gewinnen, zählt zu den großen<br />

Anliegen meines beruflichen Lebens. Getrieben von dieser Mission begleite<br />

ich seit 15 Jahren sehr erfolgreiche, innovative Unternehmen.<br />

Unternehmen, die ihrer Zeit stets eineinhalb Schritte voraus sind.<br />

Ein denkwürdiges Gespräch<br />

Rückblende. Mitte Jänner 2020. Ich stehe mit Irmgard Querfeld und<br />

einer führenden Mitarbeiterin vor dem Café Residenz in Schönbrunn.<br />

Wir sind in der Nachbetrachtung einer sehr interessanten und intensiven<br />

Workshop-Session. Wir sprechen<br />

über Erlebnisse und Ergebnisse dieses<br />

experimentellen Formats, das ich für<br />

eine spezifische Problemstellung entwickelt<br />

hatte. Das Experiment war,<br />

aus der linearen Struktur der Zeit, so<br />

wie sie der menschliche Verstand im<br />

Wahrnehmungsprozess „auffädelt“,<br />

auszubrechen und frische Lösungen<br />

aus der Zukunft zu generieren. Also wenn man so will: den eigenen<br />

Verstand auszutricksen, um aus einem veränderten Bewusstseinszustand<br />

heraus nach ökonomisch interessanten, zukunftstauglichen<br />

Lösungen zu fischen. Wir sind alle drei sehr angetan und neugierig,<br />

wohin uns diese unkonventionelle Methodik noch führen wird. Die<br />

Ergebnisse sind frisch, neuartig und inspirierend. Andererseits aber<br />

auch noch vage und suspekt. Das Potenzial des Zuganges ist unleugbar.<br />

Aber der Verstand tut sich schwer, einzuordnen, was gerade entstanden<br />

ist. Es entspricht seiner Natur. Der Verstand tat sich auch schwer, Quantenphysik,<br />

Raumkrümmung und Zwölftonmusik einzuordnen. Vor<br />

nicht allzu langer Zeit tat sich der Verstand noch sehr, sehr schwer, die<br />

Behauptung, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Kosmos, einzuordnen.<br />

Es ist seine Natur. Er tut sich schwer mit dem Einordnen von Realitätsmodellen,<br />

die außerhalb seiner Reichweite und Kontrolle liegen.<br />

Da stehen wir also vor dem Café Residenz in Schönbrunn, völlig<br />

unwissend darüber, welche Seuchendynamik uns da gerade in vollem<br />

Tempo entgegenprescht. Während wir uns über eine Übung des Workshops<br />

unterhalten, höre ich mich zu den beiden folgenden Satz sagen:<br />

„Ich gebe euch ein blödes Beispiel. Sagen wir in ein bis zwei Jahren<br />

bricht der gesamte Tourismus aus Asien zusammen … Nur mal rein<br />

hypothetisch angenommen … Dann würde uns dieses Bild jetzt schon<br />

zu der Frage führen: Was wäre darauf die richtige Reaktion? Was tun<br />

wir, wenn diese vertrauten und gewohnten Strukturen brechen? Auch<br />

wenn das jetzt nur ein dummes Beispiel ist … so funktioniert diese<br />

Ebene.“<br />

Zu diesem Zeitpunkt war die Pandemie in China bereits ausgebrochen,<br />

hierzulande aber überhaupt kein Thema. Es war für mich zum<br />

damaligen Zeitpunkt nicht präsent und ich hatte mein Beispiel in keinster<br />

Weise darauf gemünzt. Es war „Zufall“. Ich hatte keinen Schimmer<br />

davon, die Realität abgebildet zu haben, die drei Monate später für alle<br />

Wirklichkeit wurde. Und doch sprachen wir schon darüber …<br />

Bewusstes Brechen der<br />

Gewohnheiten erschafft<br />

zeitgemäße Antworten<br />

Ver-rückte Zeit<br />

Der Ausbruch der Pandemie hat das Zeit- und Weltgeschehen über<br />

Nacht verrückt. Sämtliche Planungsgrößen, die auf Berechenbarkeit<br />

gestützt waren, brachen in sich zusammen. Irgendwann in diesem<br />

Lockdown-Frühjahr saßen die Unternehmerin und Kaffeehausbetreiberin<br />

Irmgard Querfeld, der Experte für Change Management Gerald<br />

Ziegler und ich gemeinsam zusammen. Wir listeten Punkte auf, in<br />

denen wir rückhaltlos übereinstimmten.<br />

Erstens: Wir sind Zeitzeugen eines Jahrhundertereignisses, das es zu<br />

überleben gilt. Zweitens: Sitzen, zusehen und hoffen, dass alles gut<br />

wird, ist keine Option. Und drittens: Die Lösung wird etwas ganz Neues<br />

sein. Eine neue Art zu denken, die erst erschaffen und kultiviert<br />

werden muss. Ein Denken, das auch die intuitive Intelligenz einbindet<br />

und die Ebene des „Sinns“ in den Mittelpunkt rückt. Ein Denken, das<br />

emotionale Richtungen und Verhinderungsmechanismen beobachtet<br />

und bewusst werden lässt. Ein Denken, das die soziale Interaktion in<br />

den Dienst eines größeren, gemeinsamen Ganzen stellt. Was uns vorschwebte,<br />

war eine frische und praktikable Form gesellschaftlichen<br />

Austausches, um eine neue Welt zu erschaffen.<br />

Als wir diese Intention ausgesprochen<br />

und den hochtrabenden Klang<br />

der Worte innerlich abgeschüttelt hatten,<br />

machten wir eine sehr interessante<br />

Entdeckung. Unsere Intention war<br />

gar nicht so neu und hochtrabend, wie<br />

wir zunächst dachten. Eigentlich war<br />

es ein alter Hut in einem neuen Kleid.<br />

Denk-Salonkultur<br />

Die Salonkultur hat in Wien und ganz Europa eine lange Tradition. In<br />

Wien übernimmt traditionellerweise das Kaffeehaus die Spiegelfunktion<br />

sämtlicher gesellschaftlicher Dynamiken. Die Liste der Stammgäste<br />

des Café Museum zu Beginn des 20. Jahrhunderts liest sich heute wie<br />

ein Who’s who der geistigen Elite dieser Zeit. Unzählige Ideen, Werke,<br />

Kompositionen, wissenschaftliche Postulate und Innovationen, die in<br />

Kaffeehaussalons ihren Anfang nahmen, erlangten Weltruhm.<br />

Mit einem Schlag wussten wir, was zu tun war.<br />

Was wäre, wenn wir die Salonkultur des Café Museum wieder aufblühen<br />

lassen würden? Mit einem Salon, der die Erfahrung bringt, zwischen<br />

den Linien zu denken und Lösungen zu sehen, die bislang unerkannt<br />

waren? Was, wenn wir eine Art „Netzwerktechnologie der<br />

Menschlichkeit“ designen würden, welche die rationale Intelligenz, die<br />

emotionale Intelligenz, die soziale Intelligenz und die intuitive Intelligenz<br />

gleichermaßen ins Boot holt und mit holistischen Lösungsansätzen<br />

experimentiert? Was, wenn daraus Schritt für Schritt tragfähige<br />

Ideen und Ergebnisse für eine neue und gesündere Welt entstehen<br />

würden? Was, wenn sich dieser Salon zu einer europaweiten Dynamik<br />

aufschwingen würde, aus der sich in den Kaffeehäusern der Metropolen<br />

neue, konstruktive Weltbilder formieren?<br />

Und was, wenn es uns gelänge, in AURUM <strong>999</strong>,9 die Idee dieses<br />

Salons darzustellen, um die richtigen Netzwerkpartner und Investoren<br />

für die entsprechende Skalierung zu gewinnen?<br />

Der Salon7 war geboren<br />

Ein Kaffeehaussalon mit dem Anliegen, das geistige Dynamit der<br />

kulturellen und gesellschaftspolitischen Spaltungstendenzen der<br />

Corona-Pandemie in inspirierende Ideen zu transformieren.<br />

Ideen, die einen echten Unterschied machen.<br />

cafe-wien.at<br />

salon7.at<br />

marcusjosefweiss.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

173


KULINARIK | BEST OF<br />

Seit 2020 ist Séverine Frerson die erste weibliche<br />

Kellermeisterin der Maison Perrier-Jouët.<br />

Hier zu sehen mit Ihrem Vorgänger Hervé Deschamps.<br />

FLÜSSIGES<br />

GOLD<br />

Ein virtuoser Champagner<br />

Die Maison Perrier-Jouët präsentiert mit der „Belle Epoque 2013“<br />

eine wahre Ikone von legendärer Qualität<br />

Wer kennt sie nicht <strong>–</strong> die legendäre Flasche mit japanischen Anemonenranken<br />

im Jugendstildesign, die als hauchdünne Emaille-Schicht auf<br />

dem Flaschenkorpus aufgebracht sind. Seit jeher steht sie für Luxus und<br />

Exklusivität. Vor ziemlich genau 115 Jahren schuf der berühmte französische<br />

Glasmachermeister Émile Gallé diese dekorative Champagnerflasche.<br />

In zahlreichen Filmen war sie seither immer wieder als<br />

unverkennbares Detail zu sehen. In diesem Jahr kooperierte die Maison<br />

Perrier-Jouët mit dem österreichischen Künstler-Duo Katharina Mischer<br />

und Thomas Traxler, um eine Limited-Edition-Verpackung für diese<br />

Ikone zu kreieren. Für das weltbekannte Champagnerhaus, das seit<br />

200 Jahren in Symbiose mit der Natur arbeitet und sich für nachhaltigen<br />

Weinbau einsetzt, steht die Zusammenarbeit mit den Designern<br />

ganz im Zeichen der Biodiversität. Sie stellen dadurch die Vielfalt des<br />

Lebens auf der Erde in den Mittelpunkt der Kreation. Anlass ist der<br />

neue Jahrgang 2013, denn damit setzt das Traditionshaus neuerlich<br />

einen Meilenstein in der Champagnerproduktion. Weniger als 30 Jahrgänge<br />

Perrier-Jouët „Belle Epoque“ wurden bis heute vorgestellt und<br />

zeugen von der Seltenheit dieser Cuvée.<br />

Sechs Jahre musste es reifen, bevor man nun in den Genuss dieses<br />

Glanzstücks kommen darf. Das Jahr 2013 hatte einen außergewöhnlich<br />

kalten <strong>Winter</strong>, dem ein kühler, nasser Frühling folgte, dadurch begannen<br />

die Reben zwei Wochen später als im Durchschnitt zu blühen. Dies<br />

tat der ausgezeichneten Qualität keinen Abbruch und das Warten hat<br />

sich defintiv gelohnt. Finesse, Charakter und ein erhebliches Reifepotenzial<br />

charakterisieren die „Belle Epoque 2013“. Kenner bezeichnen<br />

sie als legendär und hinreißend. Die exzellente Vintage-Cuvée ist auch<br />

ein perfektes Beispiel für die Kunst der Assemblage der Maison. Pinot-<br />

Noir-Trauben aus der Montagne de Reims und die feine Struktur des<br />

Chardonnay aus den berühmten Grand-Cru-Gemeinden Cramant und<br />

Avize sind die Grundpfeiler dieser besonderen Auslese, ein kleines<br />

Quantum an Pinot-Meunier-Trauben aus Dizy komplettiert die Aus gewogenheit<br />

und demonstriert im Zusammenspiel den komplexen floralfruchtigen<br />

Stil des Champagners. Helles, durchscheinendes und<br />

strahlendes Gold sowie ein feiner Schimmer von Apfelgrün vermitteln<br />

ein zeitloses und zartes Erscheinungsbild, wobei die ausgeprägten Aromen<br />

sofort in die Nase steigen. Einfach das Nonplusultra für Genießer.<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Perrier-Jouët<br />

174<br />

WINTER <strong>2021</strong>


L I V I N G A T I T S B E S T<br />

Fotos: © SQUAREBYTES 2020; FINDMYHOME.MEDIA; Marschall Immobilien<br />

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KULINARIK | BEST OF<br />

GRAPPA MIT<br />

GRANDEZZA<br />

Geschmack mit Tradition<br />

Der „Riserva 8 Years“ von Nonino<br />

bietet Liebhabern edler Tresterbrände<br />

einen seltenen Genuss. Mit nur<br />

240 limitierten Flaschen ist er<br />

hierzulande ein wahrhaft exklusives<br />

Vergnügen. Salute!<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Nonino<br />

AGrappa wird aus den festen Bestandteilen der Trauben bei der Weinerzeugung,<br />

dem sogenannten Trester, gebrannt. Er zählt zu den ältesten<br />

und somit traditionsreichsten Destillaten Norditaliens. Die Familie<br />

Nonino widmet sich bereits seit 1897 der Herstellung edler Tropfen und<br />

ist der Grappa-Welt vor allem seit den 1960er-Jahren bekannt. Damals<br />

führten der Seniorchef Benito Nonino und seine Frau Giannola innovative<br />

Produktionsmethoden ein, um damit neue Qualitätsstandards zu<br />

setzen. Heute sind gleich vier Frauen an der Spitze des Familienbetriebes<br />

zu finden <strong>–</strong> neben Giannola auch ihre drei Töchter. Bereits im Alter<br />

von 15 Jahren haben die Schwestern das Familien-Business jeweils in<br />

den Sommerferien unterstützt. Sie kennen somit nicht nur jede Traubenart,<br />

sondern auch jedes Destillat und natürlich auch alle Geheimisse,<br />

die Nonino-Grappas an die Weltspitze führten. Mit dem jüngsten<br />

Highlight der Dynastie, dem „Riserva 8 Years“, haben sie eine exquisite<br />

Symbiose geschaffen. Er wurde mit höchster Sorgfalt aus Trestern von<br />

Moscato Monovitigno, Friulano, Merlot und Schioppettino sowie den<br />

Weinbergen von Friaul gewonnen. Daraufhin durfte das Meisterwerk<br />

ganze acht Jahre in kleinen Eichen- sowie ehemaligen Sherryfässern<br />

reifen und dadurch seine volle Eleganz entfalten. Selbstverständlich<br />

wird auch die Flasche dem Inhalt gerecht. Mit der Anmutung eines<br />

exklusiven Flakons präsentiert sie sich in schwarzem diamantgeschliffenen<br />

Glas und bringt damit edlen Chic in die private Sammlung.<br />

Auch für all jene, die es etwas spritziger lieben, bietet die Traditionsfamilie<br />

aus Friaul eine Alternative an: den „L‘Aperitivo Nonino Botanical<br />

Drink“. Die Geschichte des Kultgetränks beginnt bereits im Jahr 1940,<br />

als Silvia Nonino ihre Destillationskunst mit ihren botanischen Kenntnissen<br />

kombinierte und den „Aperitivo Bianco“ kreierte. Aus den<br />

Familienarchiven haben die Stammhalterinnen Cristina, Antonella,<br />

Elisabetta und Francesca die Rezeptur ihrer Vorfahrin, die als erste<br />

Brennmeisterin Italiens Geschichte schrieb, wieder aufgegriffen und<br />

modernisiert. Frisch und fruchtig, mit Zitrusnoten und einem Hauch von<br />

Waldfrüchten entstand ein ganz besonderer Apero, der nach Sommer<br />

schmeckt. Am besten kühl genießen, mit Eis und einem Spritzer Zitrone<br />

und aufgegossen mit Tonic Water, Prosecco, Sekt oder Champagner.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

177


KULINARIK<br />

New<br />

in town<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 präsentiert neue Hotspots in Wien,<br />

die man unbedingt besuchen sollte<br />

Aller guten Dinge sind drei<br />

Robertos Bar III<br />

Viele haben sich während der Corona-Pandemie zurückgezogen <strong>–</strong> nicht<br />

so Roberto Pavlović-Hariwijadi. Der vierfache Vater und seine Frau<br />

Alexandra haben diesen Herbst ihre dritte American Bar eröffnet und<br />

setzen ihre Erfolgsgeschichte fort. Und das am legendären Standort der<br />

ehemaligen Reiss-Bar, die früher der In-Treff der Wiener Who’s who-<br />

Szene war. Das Interieur zeigt echte Liebe zum Detail: Gediegenes<br />

Kardinalrot zieht sich durch das gesamte Lokal, das Highlight ist aber<br />

sicherlich der Luster mit 375.000 kleinen Glaskristallen im Adolf-Loos-<br />

Design, der alle Blicke auf sich zieht. Auch die Barkarte, die schon eher<br />

wie ein Buch aussieht, hält, was sie verspricht. Jeder Drink ist mit seinen<br />

Ingredizien erklärt und abgebildet, unzählige Seiten laden zum Schmökern<br />

ein, natürlich während man bereits den ersten Drink genießt.<br />

Cheers, auf den neuen Erfolg!<br />

Robertos Bar III | Marco-d‘Aviano-Gasse 1 | 1010 Wien<br />

Kulinarische Köstlichkeiten und feine Weine<br />

Kilgers Wein Kost Laden<br />

Die Innenstadt ist um ein Highlight reicher: Hervorragende Weine und<br />

nachhaltig produzierte Lebensmittel gibt es nun bei Kilgers. Gourmets<br />

finden hier erstklassige Produkte aus den Kilger-Landwirtschaften und<br />

Freunde von Topweinen superbe Tropfen. Dem deutschen Unternehmer<br />

Hans Kilger, der bereits das Kilgers am Naschmarkt betreibt, ist<br />

hier ein weiterer Genuss-Coup gelungen. In dem von Stararchitekt<br />

Martin Cserni offen und reduziert gestalteten 300 Quadratmeter großen<br />

Geschäft kann man sowohl shoppen als auch feine Gerichte aus der<br />

hauseigenen Fleischmanufaktur genießen. Selbstverständlich sind<br />

neben einer Auswahl exzellenter Weine von österreichischen Spitzenwinzern,<br />

aus Bordeaux, Burgund, Champagne, Italien und Kalifornien<br />

ebenso Kostbarkeiten der drei eigenen Weingüter vertreten: So sind<br />

Domaines Kilger, Weingut Schiefer & Kilger, Domäne Müller erhältlich.<br />

Kilgers Wein Kost Laden | Riemergasse 6 | 1010 Wien<br />

Königliche Kost vom Koch der Queen<br />

Mortons Feinkost<br />

Rob Morton, Gastronom aus Leidenschaft, der sogar schon vier Jahre<br />

lang für die Queen kochen durfte, hat sich einen Traum erfüllt: sein<br />

eigenes kleines Delikatessengeschäft mitten im Servitenviertel. Der umtriebige<br />

Vollprofi war bereits in vielen Haubenlokalen am Werk, wie zum<br />

Beispiel im Palais Schwarzenberg oder im Do & Co. Seit 2017 betreut er<br />

die komplette Gastronomie der Wiener Summerstage. In seinem neuen<br />

Laden liegt der Schwerpunkt nun auf ausgesuchten Spezialitäten aus<br />

Österreich. Die umfangreiche Weinkarte kann sich sehen lassen und die<br />

edlen Tropfen können nicht nur gekauft, sondern auch vor Ort verkostet<br />

werden. Zudem werden Freunde des Hauses <strong>–</strong> nach seinem Dienstschluss<br />

<strong>–</strong> persönlich von ihm königlich bekocht. Und seine frisch<br />

zubereiteten Speisen im Glas sind einfach perfekt, wenn daheim der<br />

Kühlschrank wieder einmal leer ist. Ein Besuch lohnt!<br />

Mortons Feinkost | Porzellangasse 32 | 1090 Wien<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Oliver Jiszda, Katharina Schiffl, Domaines Kilger / Rainer Gregor Eckharter<br />

178 WINTER <strong>2021</strong>


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Kulinarischer<br />

Gipfelstürmer<br />

Bereits 18 Gault & Millau-Punkte und zwei Sterne hat Mitja Birlo im Restaurant „7132 Silver“<br />

im ikonischen „7132 Hotel“ in Vals erkocht. Mit viel Talent und<br />

Experimentierfreudigkeit transferiert der gebürtige Berliner Wald und Wiese auf<br />

die Teller und macht sich die Kraft der berühmten St. Petersquelle zunutze<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Jennifer Endom <strong>–</strong> 7132 Hotel, Vals<br />

Der beschauliche Ort Vals in Graubünden ist umrahmt von mächtigen<br />

Bergen und schroffen Felswänden. Monumental und inspiriert<br />

von der Natur finden sich inmitten des Talkessels die<br />

ikonische „7132 Therme“ von Peter Zumthor und das luxuriöse<br />

„7132 Hotel“. Letzteres ist nicht nur ein Ort für herausragendes Design<br />

und Komfort, sondern auch für die kreative Küche von Chef de Cuisine<br />

Mitja Birlo. Dem Restaurant „7132 Silver“ hat dieser mit viel Feingefühl<br />

in die oberste Gourmet-Liga der Schweiz verholfen. Schon als Kind<br />

hatte er ein Faible fürs Kochen und absolvierte nach seiner Ausbildung<br />

Wanderjahre in verschiedenen Ländern, unter anderem bei Nuno Mendes<br />

in London. Markenzeichen seiner Kreationen ist der Bezug zu den<br />

Schätzen der Natur, so hat Birlo die Wälder und Wiesen zu seiner Vorratskammer<br />

erklärt und bringt Aromen der ganzen Welt mit Produkten<br />

aus der Region zusammen. Für ihn sind heimische Pflanzen und Pilze<br />

die Basis für exzellente Geschmackserlebnisse, die es zu kreieren gilt.<br />

Beim Hinterausgang seiner Küche geht es in die Valser Natur, vorbei an<br />

einem wilden Kräutergarten bis zu einer Treppe, die direkt in die Bergwelt<br />

führt. Hier werden Blüten gepflückt, Moose und Pilze gesammelt,<br />

Triebe oder Baumfrüchte entdeckt, geerntet, eingelegt und eingekocht.<br />

Auch das Wasser der St. Petersquelle, das sich jahrzehntelang seinen<br />

Weg durch die Berge sucht, ist für ihn Inspiration und Basis seiner<br />

Menüs. Vor allem beim Kochen von Dashi, der japanischen Brühe,<br />

bemerkt man den Unterschied: Das Quellwasser macht das Gericht<br />

weicher und spannender. Das selbst gebackene Sauerteigbrot profitiert<br />

vom hohen Gehalt an Sulfat, Kalzium und Magnesium.<br />

Ein unübertreffliches Erlebnis ist der „Chef’s Table 7132 Cristal“ für<br />

acht Personen, der exklusive Einblicke in die Abläufe der Zwei-Sterne-<br />

Küche gewährt, befindet er sich doch im Zentrum des Geschehens <strong>–</strong> der<br />

Küche. Dieses kulinarische Abenteuer ist mit dem „7132 Cristal“-Package<br />

in Zusammenarbeit mit Louis Roederer buchbar und beinhaltet ein<br />

sensationelles Zehn-Gang-Menü sowie edle Roederer „Cristal Vintage<br />

Prestige“-Cuvées. Den Auftakt macht ein Helikopterflug mit Landung<br />

auf einem Schweizer Gletscher. Nach einem Glas Champagner genießt<br />

man die kulinarischen Highlights von Mitja Birlo. So sind Abenteuer,<br />

Naturerlebnis und außergewöhnliche Geschmackserlebnisse garantiert!<br />

Mitja Birlo kocht nicht, er designt. Fast wie Skulpturen muten seine<br />

Kreationen an und lassen Mangold, Maroni, Kürbis, Entenleber, bretonischen<br />

Hummer und Steinbutt zu wahren Kunstwerken heranwachsen.<br />

Wir haben dem Sternekoch über die Schulter geschaut und präsentieren<br />

auf den folgenden Seiten seine neuesten Werke.<br />

7132silver.com<br />

h<br />

Chef de Cuisine Mitja Birlo bei der Zubereitung seiner Meisterwerke<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

181


Mangold-Ravioli | Valser Ente


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Laugenbrezel | Kürbis<br />

Dumplings |<br />

Bretonischer Hummer<br />

Entenleber | Orange<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

183


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Marroni | Kaviar |<br />

braune Butter<br />

Bretonischer Steinbutt |<br />

Ponzu | braune Butter<br />

184 WINTER <strong>2021</strong>


Valser Heu | Molke | Kiefer<br />

KULINARIK | MENU À LA CHEF


TRAVEL<br />

Well-Being<br />

Reloaded<br />

Der neue Luxus:<br />

Reisen ins Ich<br />

Es war wohl vor ungefähr acht Jahren, als ich zum ersten Mal mitten<br />

im <strong>Winter</strong> <strong>–</strong> ich kann mich genau erinnern, es war Jänner <strong>–</strong> in die<br />

Ferne gereist bin, um mir Gutes zu tun. In ein außergewöhnliches<br />

Spa-Resort. Dadurch habe ich mein ganz persönliches Luxus-Gefühl<br />

gefunden: Zeit für mich selbst zu haben. Zeit für Visionen und neue<br />

Gedanken. Zeit für Stille und Einkehr. Und ich werde es auch 2022<br />

wieder tun: Gerade nach dieser schwierigen Phase ist es notwendig,<br />

seine Batterien wieder aufzuladen und in sich hineinzuhören, wieder<br />

achtsam mit sich umzugehen und die Dinge ins Fließen zu bringen,<br />

Körper und Seele in Balance zu halten.<br />

Die sogenannte Wellness-Kultur gibt es ja bereits seit dem 19. Jahrhundert,<br />

damals lag das Kurwesen voll im Trend und Thermalbäder<br />

waren internationale Hotspots. Doch schon längst geht es bei „Wellness<br />

und Spa“ nicht mehr nur um „Gesundheit durch Wasser“. Wellness per<br />

se hat sich zu einem umfassenden Wohlgefühl entwickelt, dem viele<br />

Resorts in breitem Umfang Rechnung tragen. In dieser Ausgabe begeben<br />

wir uns auf die Suche nach außergewöhnlichen Rückzugsorten,<br />

Spa-Anwendungen und Signature-Treatments. Die Reisen führen von<br />

Mauritius in die Dolomiten, von Bali nach Südtirol, von Brasilien ins<br />

Schweizerische Valsertal. Und alle Luxusrefugien haben eines gemeinsam:<br />

Dort hat man es sich zur Aufgabe gemacht, die Gäste zu entspannen,<br />

ihnen neue Lebensenergie zu schenken und sie rundherum zu<br />

verwöhnen. Außergewöhnliche Saunalandschaften mit Weitblick in die<br />

Berge, asiatische, ayurvedische und zutiefst spirituelle Wellness-<br />

Programme sowie ganz spezielle Beautybehandlungen bieten Erholung<br />

und Erdung. Und sie ermöglichen, dass man sich mit sich selbst und der<br />

Natur verbindet. Und, ehrlich gesagt, wer liebt es nicht, in diese wunderbaren<br />

Wohlfühl-Welten einfach einzutauchen, den Alltag abzustreifen<br />

und sich um nichts kümmern zu müssen <strong>–</strong> außer um sich selbst!<br />

Natürlich kommt auch die Kulinarik bei unseren Empfehlungen nicht<br />

zu kurz, alle Resorts verfügen über hervorragende Restaurants, in<br />

denen sich nebenbei auch neue Geschmackswelten erkunden lassen.<br />

Ich hoffe, dass Sie beim folgenden Streifzug durch internationale<br />

First-Class-Domizile auch die für Sie passende Destination entdecken<br />

werden. Und ich wünsche Ihnen für die kalte Jahreszeit viel Energie,<br />

viel Inspiration für 2022 und vor allem eines: viel Zeit für sich selbst!<br />

Ihre Elisabeth Muth<br />

Foto: Jürgen Hammerschmid<br />

186 WINTER <strong>2021</strong>


Auf einen genauen Zeitpunkt lässt sich die Gründung von Venedig nicht<br />

datieren. Eine Jahreszahl in diesem Zusammenhang ist 568. Seitdem hat<br />

sich viel getan. Venedig ist bekannt als die Stadt auf dem Wasser, die Stadt<br />

der Liebe, Träume und Sehnsüchte, aber auch von Kunst und Kultur.<br />

Und ein Ort mit magischer Strahlkraft, um Körper und Geist eine<br />

Auszeit zu gönnen<br />

Von Christoph Kulmer


TRAVEL<br />

Außenansicht des Hotel Bauer Palazzo,<br />

am südlichen Eingang des Canal Grande.<br />

Idyllisch schaukeln die Gondeln im<br />

Rhythmus der Wellen<br />

k<br />

ermann Hesse stellte ehemals fest:<br />

„Schon das Fahrzeug, die schwarze,<br />

leichte, schlanke Gondel, und die lautlos<br />

sanfte Art der Bewegung hat<br />

etwas Fremdartiges, träumerisch Schönes<br />

und gehört als wesentlicher Faktor in die<br />

Stadt des Müßigganges, der Liebe und der<br />

Musik.“ Venedig schafft es, zwar turbulent<br />

und voller Leben zu sein, doch auch eine grazile<br />

Anmut und Ruhe auszustrahlen. Um den<br />

Alltag hinter sich zu lassen, abzuschalten und<br />

neue Kraft zu tanken, braucht es also nicht<br />

immer die absolute Einsamkeit. Wenn man in<br />

einer Trattoria am Wasser einen guten italienischen<br />

Rotwein genießt, einen Gondoliere<br />

beobachtet und dabei zuhört, wie er während<br />

seiner Fahrt einige „Canzoni di battello“<br />

schmettert, und daraufhin den Blick vorbei<br />

an wunderschönen Palazzi hinaus aufs Meer<br />

schweifen lässt, dann weiß man: Hier ist der<br />

perfekte Ort, um seinen Energie-Akku<br />

wieder aufzuladen. Man ist angekommen in<br />

einer Enklave der Entschleunigung, der<br />

Kreativität und des Genusses.<br />

Ein besonderer Sehnsuchtsort, um erholsame<br />

Tage in der Lagunenstadt zu verbringen, ist<br />

das elegante Hotel „Bauer Palazzo“. Malerisch<br />

gelegen an der südlichen Einfahrt des Canal<br />

Grande und nur unweit vom weltberühmten<br />

Markusplatz entfernt, residiert es inmitten<br />

von Museen, kulinarischen Hotspots, venezianischen<br />

Maskengeschäften und Luxusboutiquen<br />

wie Prada, Miu Miu, Cartier oder<br />

Louis Vuitton. Jedes historische Gebäude in<br />

Venedig hat seine ganz eigene Entstehungsgeschichte.<br />

Dieser Tradition folgt natürlich<br />

auch das noble Domizil. Ganz typisch für<br />

die Stadt der Liebe stand am Anfang eine<br />

Romanze: Der junge österreichische<br />

Fotos: Shutterstock, Simon Watson, Bauer Palazzo<br />

h<br />

Eines der Badezimmer im „Bauer Palazzo“:<br />

ausgestattet mit hochwertigem Marmor und<br />

wunderbarem Blick auf den Markusturm<br />

v<br />

Das „Deluxe“-Zimmer des Fünfsternehotels<br />

präsentiert sich typisch venezianisch.<br />

Edle Stoffe schaffen ein Wohlfühlgefühl<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

189


k<br />

Balsam für die Seele: die ebenerdige Terrasse des<br />

„Bauer Palazzo“ direkt am Wasser mit Blick auf die<br />

Kirche Santa Maria della Salute<br />

Unternehmer Julius Grünwald verliebte sich<br />

in die schöne Tochter des angesehenen<br />

Direktors des „Hotel De La Ville“, Theodor<br />

Bauer. Bald wurde auch geheiratet. Vater und<br />

Schwiegersohn gaben daraufhin den Bau<br />

eines Hotels in Auftrag, für das zwei<br />

getrennte Immobilien in San Moise zusammengelegt<br />

wurden. Seit seiner Eröffnung<br />

1880 setzt es nun den Standard für Gastfreundschaft<br />

in Venedig. Das Fünf-Sterne-<br />

Luxushotel verfügt über 191 Zimmer und Suiten.<br />

Die vom Art déco inspirierte Einrichtung<br />

und Gestaltung der Innenbereiche in Kombination<br />

mit modernen Designelementen verleiht<br />

dem „Bauer Palazzo“ eine extravagante<br />

Optik und bietet seinen Gästen allerhöchsten<br />

Komfort mit vielen Annehm lichkeiten. Hinter<br />

traditionellen Spitzbogenfenstern und einer<br />

unverwechselbaren neogotischen Fassade<br />

liegen die geräumigen Hotelzimmer im venezianischen<br />

Stil mit feinen Stoffen, vergoldeten<br />

Spiegeln, geschnitzten Stuck decken und<br />

Kronleuchtern aus Muranoglas.<br />

h<br />

Ein 360-Grad-Rundumblick wird einem auf der<br />

höchsten Dachterrasse Venedigs geboten<br />

Ein absolutes und erholsames Highlight für<br />

die Seele ist die ebenerdige Terrasse mit Blick<br />

auf den Canal Grande. Hier genießt man<br />

sowohl während des Frühstücks als auch<br />

beim Abendessen im Gourmetrestaurant<br />

„De Pisis“ einen uneingeschränkten Blick auf<br />

die Lagune, die Kirche Santa Maria della<br />

Salute und das muntere Treiben der Boote<br />

sozusagen front-row. In einem exklusiven<br />

Rahmen werden dabei originelle kulinarische<br />

Kreationen serviert, die auf internationaler<br />

Küche basieren und durch lokale mediterrane<br />

Traditionen bereichert werden. Eine Philosophie,<br />

die besonders auf die Verwendung<br />

von lokalen Zutaten und Saisonalität achtet,<br />

ohne auf kreative Experimente zu verzichten.<br />

Besonders sensationell ist das hoteleigene<br />

Rooftop-Restaurant „Settimo Cielo“ mit seiner<br />

dazugehörigen Terrasse. Es ist die höchste in<br />

Venedig und begeistert mit einem 360-Grad-<br />

Panoramablick. Seit nunmehr einem Jahr lädt<br />

Sternekoch Cristiano Tomei hier hoch über<br />

den Dächern der Stadt zum Dinieren ein.<br />

Fotos: Simon Watson, Top Venice, Bauer Palazzo, Shutterstock<br />

190


TRAVEL<br />

k<br />

Das in Gold getauchte Restaurant<br />

„Settimo Cielo“ kredenzt Haute-Cuisine-<br />

Köstlichkeiten von Sternekoch Cristiano Tomei<br />

h<br />

Die Fondamenta lädt zum Flanieren ein-direkt<br />

am Wasser, wo Gondoliere beschaulich durch die<br />

Kanäle schippern<br />

Venedig ist ein wahrlich besonderer Kraftort<br />

mit unzähligen Details und Raffinessen. Das<br />

historische Zentrum wurde auf 127 Inseln<br />

erbaut. Dadurch entstanden kleinere und<br />

größere Gassen, die immer wieder von den<br />

ungefähr 175 Kanälen unterbrochen werden<br />

und einem Labyrinth gleichen. Die Canali<br />

bilden die eigentlichen Wegeverbindungen<br />

für den täglichen Verkehr am Wasser. Die<br />

erdgebundenen Straßen, die man traditionell<br />

venezianisch in Calle, Fondamenta und Ruga<br />

unterteilt, sind durch insgesamt 398 Brücken<br />

miteinander verbunden. Als „Calle“ bezeichnet<br />

man dabei eine klassische Gasse, eine<br />

„Fondamenta“ wird auf einer Seite durch<br />

einen Kanal begrenzt und die „Ruga“ ist ein<br />

sehr schmaler Durchgang zwischen den eng<br />

aneinandergebauten Gebäuden.<br />

Wasser ist in Venedig natürlich allgegenwärtig.<br />

Die alltäglichen Wege, Besorgungen<br />

oder Lieferungen werden per Boot oder zu<br />

Fuß erledigt. Eine Tatsache, die auch Architekten<br />

vor Herausforderungen gestellt hat<br />

und bis heute stellt. Besonders<br />

beeindruckend ist die Bauweise der Häuser.<br />

Dass die gesamte Lagunenstadt auf Stelzen<br />

errichtet wurde, ist jedoch nur ein Fantasiegebilde.<br />

Tatsächlich wurde die Pfahlbauweise,<br />

wie der korrekte Begriff lautet, nur bei<br />

Gebäuden angewandt, die direkt an einem<br />

Kanal und somit am und im Wasser der Adria<br />

entstanden sind. Es war als Unterstützung<br />

gedacht, falls das Fundament abrutschen<br />

sollte.<br />

Jetzt könnte man meinen, die Pfähle würden<br />

mit der Zeit morsch und brüchig. Doch<br />

solange Holz sich komplett und dauerhaft<br />

unter Wasser befindet, ist es sozusagen<br />

konserviert <strong>–</strong> genau dieses Phänomen hat<br />

man sich zunutze gemacht.<br />

Das Ergebnis ist eine malerische Kulisse. Ein<br />

traumhafter Schauplatz mit einer weltweit<br />

einmaligen Infrastruktur. Egal wohin man<br />

schaut oder geht, man wird augenblicklich<br />

von einem wunderschönen Palazzo, interessanten<br />

Gemälde oder anderen Meisterwerk<br />

überrascht und in den Bann gezogen.<br />

Seit Anbeginn, als die Lagunenstadt aus<br />

Schlamm und Schilf gewachsen ist, liegt eine<br />

musische Atmosphäre in der Luft. Künstler<br />

von Giovanni Bellini und Vittore Carpaccio<br />

bis Paolo Veronese, von Giorgione bis Tizian<br />

und Jacopo Tintoretto, von Palladio bis<br />

Francesco Guardi und Antonio Canova haben<br />

die Geschichte und das Stadtbild mitgestaltet<br />

und nachhaltig geprägt. Kreative, deren<br />

Schaffen und Inspirationen bis heute nachwirken<br />

und dieser Destination ihren unverwechselbaren<br />

Charme verleihen. Auch der<br />

Karneval mit seinen aufwendigen Kostümen<br />

und Masken ist ein Paradebeispiel für die<br />

Lebensfreude der Bewohner.<br />

Venedig ist aber nicht nur für seine Maler,<br />

Bildhauer, Architekten und kulturellen<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

191


TRAVEL<br />

v<br />

Effektvolle Lichtinszenierung mit den „Hanami“-<br />

Leuchten von Barovier & Toso im Entrée des<br />

firmeneigenen Palazzos auf der Insel Murano<br />

Inszenierungen berühmt, sondern auch für<br />

Glaskunst aus Murano. Sie gilt als Wiege der<br />

mitteleuropäischen Glasherstellung <strong>–</strong> das<br />

älteste Dokument, das dies belegt, stammt<br />

von 982. Erst später, 1295, wurde veranlasst,<br />

dass alle Glasöfen aus Brandschutzgründen<br />

auf die Insel Murano verlagert werden müssen.<br />

Diese tausend Jahre alte Tradition des<br />

Kunsthandwerks ist im Museo Del Vetro im<br />

Palazzo Giustinian auf Murano mit kostbaren<br />

Vasen, Spiegeln und Trinkgefäßen festgehalten.<br />

Im selben Jahr begann auch Jacobello<br />

Barovier seine kunstvolle Arbeit mit Glas.<br />

Die Historie der Glaskunst ist somit eng mit<br />

dieser Familie verwoben. Ende des Zweiten<br />

Weltkriegs schloss man sich mit dem Unternehmen<br />

SAIAR Ferro Toso zusammen und ist<br />

seither weltbekannt als Barovier & Toso, das<br />

700. Firmenjubiläum wurde 1995 gefeiert. Ein<br />

eindrucksvoller Ort, der die lange Geschichte<br />

würdigt, ist der Palazzo Barovier & Toso auf<br />

Murano. Wer jedoch einen klassischen Showroom<br />

erwartet, wird staunen. Es ist ein wahrer<br />

Luxustempel, ein grandioser Ausdruck<br />

von Historie und zeitgenössischem Flair,<br />

von Tradition und Innovation.<br />

Doch Venedig wäre nicht jene Oase der<br />

Entspannung und Erholung ohne seinen<br />

traumhaften Sandstrand. Am Lido di Venezia,<br />

einem vorgelagerten Teil, der die Lagune von<br />

der offenen Adria trennt, befinden sich<br />

exklusive Beachclubs <strong>–</strong> mit verschiedenen Restaurants,<br />

wohltuenden Spa-Treatments und<br />

DJ-Sounds, die für Feel-Good-Vibes sorgen.<br />

Unbestritten ist Venedig voller Gegensätze,<br />

die sich auf faszinierende Weise zu einem<br />

beeindruckenden, vielfältigen Mikrokosmos<br />

formen <strong>–</strong> reich an Emotionen und Inspirationen,<br />

die diese Stadt unvergesslich machen.<br />

h<br />

Faszinierend fragile Kunst: Einblick in die<br />

facettenreichen Glas-Designs von Barovier & Toso<br />

h<br />

Herz(stück) aus Glas: der spektakuläre „Blue Room“,<br />

also das blaue Zimmer, im Palazzo Barovier & Toso<br />

Fotos: Barovier & Toso<br />

192 WINTER <strong>2021</strong>


SEHNSUCHTSORT GARTEN<br />

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wir planen und bauen<br />

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VERDARIUM GmbH 3400 Weidling, Hauptstrasse 286 www.verdarium.at 01/21 21 309


M A R I T I M E<br />

FREIHEIT<br />

Nach einem Jahr Corona-bedingter Pause fand diesen September wieder die<br />

Monaco Yacht Show statt. AURUM <strong>999</strong>,9 zeigt aktuelle Juwele der Meere


YACHT<br />

Bereits am Tag vor der offiziellen Eröffnung lud die Messeleitung<br />

in den Yacht Club de Monaco zu einem exklusiven Symposium<br />

für werdende und bestehende Superyachteigner.<br />

Ein Grund mehr, dass sich im und rund um den Hafen mehr<br />

als 100 Edelschiffe zeigten <strong>–</strong> ein idealer Hotspot für Interessenten aus<br />

aller Welt. An keinem anderen Wochenende kann man sozusagen im<br />

Stundentakt eine solche Vielzahl von neuen und gebrauchten Luxusyachten,<br />

die zurzeit für Charter oder Kauf am Markt sind, besichtigen.<br />

Bei traumhaftem Wetter ankerten die Exemplare aus der Champions<br />

League der internationalen Bootsbauerszene im Wert von rund zwei<br />

Milliarden Euro im Hafen und erfreuten sich großen Interesses.<br />

Gemeinsam mit unserem in Monaco ansässigen und weltweit<br />

tätigen Partner Fraser stellen wir hier einige Meisterwerke vor, die für<br />

mehr als nur einen Besuch zur Verfügung stehen.<br />

fraseryachts.com<br />

k<br />

Der Salon präsentiert sich in<br />

unaufdringlichem Design und<br />

glänzt mit indirekten<br />

Beleuchtungsakzenten<br />

Redaktion: Reinhard Neussner, Andy Gaiser, Fotos: Fraser<br />

LÄNGE 55 M / 180‘05“<br />

ERBAUER<br />

AMELS<br />

GEBAUT / ÜBERHOLT 2013 / 2018<br />

GÄSTE 10<br />

WÖCHENTLICHE RATE<br />

WINTERLOCATION<br />

KONTAKT<br />

KARIBIK UND BAHAMAS<br />

YACHTCHARTER@FRASERYACHTS.COM<br />

v<br />

Elegant gleitet die 55 Meter lange „Kamalaya“ durchs Wasser<br />

KAMALAYA<br />

Die „Kamalaya“ wurde 2013 ausgeliefert und ist nun erstmals auf dem<br />

Chartermarkt vertreten. Als erfahrene, hochseetüchtige Motoryacht<br />

hat sie bereits den Polarkreis und Spitzbergen sowie einige der<br />

schönsten Hideaways im Mittelmeer und in der Karibik erkundet.<br />

Das beeindruckende Sonnendeck mit Whirlpool kann auch in ein<br />

Open-Air-Kino oder eine Party-Area verwandelt werden und lädt zum<br />

Dinner unter Sternen ein. Das maßgeschneiderte Interieur wurde von<br />

Rémi Tessier entworfen. Zeitgenössisch und in makellosem Zustand<br />

präsentieren sich der große Salon sowie die herrliche Sky-Lounge.<br />

Weitere Highlights sind die Master-Suite mit ausklappbarem Balkon<br />

sowie zwei zusätzliche Kabinen, die in eine VIP-Suite umgewandelt<br />

werden können. Zahlreiche Sportgeräte wie E-Foil, Jet-Ski sowie<br />

Tauchausrüstung mitsamt geschultem Personal Trainer stehen für<br />

Aktivitäten auf dem und unter Wasser bereit.<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

195


YACHT<br />

PINK GIN VI<br />

Mit der „Pink Gin VI“ ist eine der am meisten gefeierten Segelyachten<br />

der letzten Jahre auf den Markt gekommen. Sie gilt als die größte<br />

Segelyacht aus Carbon-Composite-Schaluppen-Rigg der Welt.<br />

Die spektakuläre und innovative Schaluppe mit silbernem Rumpf<br />

wurde für weltumspannende Kreuzfahrten entwickelt. Dieses<br />

prächtige Design-Juwel von Judel/Vrolijk & Co kombiniert die<br />

ultimativen Leistungsvorteile einer leichten Verbundkonstruktion<br />

mit innovativer Gestaltung und beherbergt insgesamt sechs Kabinen,<br />

darunter zwei mit nach oben zu öffnenden Balkonen.<br />

LÄNGE 53.9 M / 176’10”<br />

ERBAUER<br />

GEBAUT 2017<br />

GÄSTE 12<br />

h<br />

Warme Farben und samtige Materialien sorgen für<br />

eine angenehme Atmosphäre an Bord<br />

BALTIC YACHTS<br />

PREISVORSTELLUNG € 38.000.000<br />

KONTAKT<br />

GEORGES.BOURGOIGNIE@FRASERYACHTS.COM<br />

DENNIS.FREDERIKSEN@FRASERYACHTS.COM<br />

k<br />

Die „Pink Gin VI“ ist sportlich<br />

und elegant zugleich<br />

v<br />

Dinner-Bereich an Deck: Man speist outdoor direkt unter dem Hauptsegel<br />

196 WINTER <strong>2021</strong>


YACHT<br />

PATH<br />

Die 2011 aus Kohlefaserverbundstoff hergestellte „Baltic 112 Path“<br />

ist eine echte Performance-Kreuzfahrtyacht, die für eine Weltumsegelung<br />

gebaut wurde. Sie bietet ihrem Eigner und ihren Gästen<br />

eine enorme Stau- und Treibstoffkapazität, ohne die Segelleistung zu<br />

beeinträchtigen. Dieses Schiff verfügt über eine anspruchsvolle<br />

Marinearchitektur, ein aufregendes Design von Judel/Vrolijk & Co und<br />

Platz für acht Gäste in drei fabelhaften Kabinen mit der Option, den<br />

Salon in eine vierte Gästekabine umzuwandeln. Die Mannschaftsquartiere<br />

sind über einen separaten Zugang zu erreichen und<br />

garantieren damit die gewünschte Privatsphäre.<br />

LÄNGE<br />

ERBAUER<br />

35.8 M / 117'04"<br />

BALTIC YACHTS<br />

GEBAUT / ÜBERHOLT 2011 / 2018<br />

GÄSTE 8<br />

PREISVORSTELLUNG € 8.500.000<br />

KONTAKT<br />

h<br />

Unschwer erkennbar: Performance<br />

wird bei der „Path“ großgeschrieben<br />

JURGEN.KOCH@FRASERYACHTS.COM<br />

k<br />

Ein klar strukturiertes Deck ermöglicht<br />

den Überblick in jeder Situation<br />

v<br />

Das Retrodesign passt perfekt für sportliche Abenteuer<br />

198 WINTER <strong>2021</strong>


Bilder:© schreinerkastler


BABA’S<br />

Sie ist eine spektakuläre und brandneue Superyacht für Charter und<br />

bringt bis zu zwölf Personen in sechs Designkabinen unvergesslichen<br />

Abenteuern entgegen. Alle Decks der „Baba’s“ sind mit einem Aufzug<br />

bequem erreichbar, Salons und Lounges bieten ausreichend Platz<br />

für die unterschiedlichsten Aktivitäten. Die großzügigen Außenbereiche<br />

sind mit mehreren Lounge- und Dining-Areas sowie zwei<br />

Whirlpools, einen am Sonnendeck und einen im Beachclub, exklusiv<br />

ausgestattet. Ein minimalistisches Interieur, Designerstoffe, Leder,<br />

maßgefertigte Möbel und Spiegelmosaike verbinden außergewöhnliche<br />

Hand werkskunst mit zeitgemäßem Design und sorgen für eine<br />

angenehme Atmosphäre.<br />

LÄNGE<br />

ERBAUER<br />

h<br />

Abends wird die elegante Yacht mit Lichtdetails in<br />

Szene gesetzt <strong>–</strong> sowohl über als auch unter Wasser<br />

56 M / 183'09"<br />

HARGRAVE<br />

GEBAUT 2020<br />

GÄSTE 12<br />

WÖCHENTLICHE RATE AB $ 350.000<br />

WINTERLOCATION<br />

KONTAKT<br />

COSTA RICA<br />

YACHTCHARTER@FRASERYACHTS.COM<br />

k<br />

Eine gelungene Symbiose:<br />

hochwertiges Design und edle Materialien<br />

in den großzügigen Kabinen<br />

v<br />

Ein weitläufiges Sonnendeck wird mit bequemen Liegen<br />

und einem Whirpool zu einer Oase der Entspannung<br />

200


YACHT<br />

47 M VIRTUS HULL 03<br />

LÄNGE<br />

ERBAUER<br />

AUSLIEFERUNG 2023<br />

GÄSTE 10<br />

47,3 M / 155'02"<br />

MENGI YAY<br />

PREISVORTSELLUNG € 19.900.000<br />

KONTAKT<br />

DAVID.LEGRAND@FRASERYACHTS.COM<br />

ALAIN.AUVARE@FRASERYACHTS.COM<br />

Die „Virtus Hull“-Motoryacht zeichnet eine exquisite Balance aus<br />

niederländischer Bootsarchitektur und italienischem Design aus.<br />

Gebaut wird sie aktuell von der am längsten etablierten Werft in der<br />

Türkei, Mengi Yay. Die Auslieferung ist für Juni 2023 vorgesehen. Eine<br />

großzügige Raumaufteilung mit bodentiefen Fenstern schafft ein<br />

weitläufiges Ambiente und kann zehn Gäste in ausladenden Kabinen<br />

beherbergen. Große Erkerfenster an Back- und Steuerbord mit klappbaren<br />

Balkonen, ein Salon, ein Diningroom, eine geräumige<br />

Sky-Lounge sowie ein Beachclub mit Heckspiegel und seitlicher<br />

Öffnung garantieren jeglichen nur denkbaren Komfort. Die Garage<br />

umfasst Platz für zwei Tender.<br />

v<br />

Der Salon wirkt mit seinen Glasfronten<br />

gleichermaßen zurückhaltend und exklusiv<br />

k<br />

Das Deck bietet Annehmlichkeiten wie Whirlpool,<br />

Outdoor-Diningbereich und verschiedene Lounge-Areas<br />

Mit diesem<br />

Design-Hingucker<br />

zieht man in jedem<br />

Hafen die Blicke<br />

auf sich<br />

x<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

201


Fotos: © Jan Hanser<br />

h<br />

Rund um das Farm Resort Geislerhof<br />

offenbart sich ein <strong>Winter</strong> Wonderland<br />

202


ADVERTORIAL<br />

Stallbesuche liefern authentische<br />

Einblicke ins Hofleben.<br />

x<br />

Imposante Natur, herzliche Gemütlichkeit<br />

und exklusiver Wohnkomfort <strong>–</strong> das Zillertal<br />

besitzt die Zutaten für eine Auszeit für die<br />

ganze Familie. Als Ausgangspunkt<br />

empfiehlt sich das Farm Resort Geislerhof<br />

in Gerlos. Noch ist das 2020 eröffnete<br />

Chaletdorf ein Geheimtipp.<br />

Leuchtende Kinderaugen garantiert: Während der Blick der<br />

Erwachsenen langsam über die verschneite Bergwelt gleitet, tobt der<br />

Nachwuchs bereits in der weißen Pracht. Die klare <strong>Winter</strong>luft macht<br />

bei Groß und Klein den Kopf frei. Nach einem erlebnisreichen Tag im<br />

Schnee entspannen Urlaubende in den Chalets des Farm Resort<br />

Geislerhof in Gerlos.<br />

Bauernhof-Flair trifft hier auf exklusiven Wohnkomfort. Auf<br />

125 Quadratmeter und zwei Etagen verteilt bieten die acht Chalets<br />

viel Platz und Privatsphäre. Ein luxuriöses Wohlgefühl beschert der<br />

Private-Spa-Bereich mit eigener Sauna, Ruheinsel und freistehender<br />

Badewanne. Das <strong>Winter</strong>idyll draußen ist dabei stets im Blick. Die<br />

Kinder schnuppern derweil in das authentische Hofleben. Gastgeber<br />

Walter Geisler ist Landwirt mit Leidenschaft und nimmt sie gerne mit<br />

zum Füttern und Melken der Tiere. Besonders die Ponys lassen<br />

Kinderherzen höherschlagen.<br />

Familie Geisler ist mit Vorliebe aktiv in der Natur unterwegs.<br />

Das Farm Resort ist hierfür zu jeder Jahreszeit die ideale Basis, aber<br />

gerade in den kalten Monaten starten die Gäste direkt vor der<br />

Haustür in ein <strong>Winter</strong> Wonderland. Skibegeisterte freuen sich auf<br />

Pistenspaß auf 143 Kilometer einschließlich der längsten Talabfahrt<br />

Österreichs. Praktisch für Familien: Dank zweier Skischulen<br />

probieren die Kleinsten ihre ersten Abfahrten unter professioneller<br />

Anleitung. Rasant ins Tal geht es auch beim Rodeln an der Gerlossteinbahn<br />

auf 1.650 Höhenmetern. Mit stolzen sieben Kilometern<br />

wartet die längste Rodelstrecke des Zillertals auf.<br />

Wer lieber beim Langlauf gemächlich durch die Landschaft gleitet,<br />

freut sich auf über 200 Kilometer präparierte Loipen. Für die jungen<br />

Gäste empfehlen die Gastgeber die Innertal-Funsingau-Loipe. Mit nur<br />

drei Kilometern und geringem Höhenunterschied eignet sich diese<br />

für die ersten Versuche auf den langen Skiern. Die notwendige<br />

Körperspannung haben Kinder in der Regel ab sechs Jahren.<br />

„Ein einmaliges Erlebnis ist das <strong>Winter</strong>wandern im Wimmertal<br />

gleich gegenüber des Farm Resorts“, erklärt Gabi Geisler. „Der Weg<br />

über die verschneiten Almwiesen und durch die unberührten Seitentäler<br />

ist traumhaft.“ Gerne verrät sie ihren Gästen ihre Lieblingsrouten.<br />

Dabei sind ihre Tipps selbstverständlich individuell und altersgerecht.<br />

Das <strong>Winter</strong>vergnügen für die ganze Familie kann kommen.<br />

k<br />

Die acht doppelstöckigen Chalets<br />

bieten ein komfortables Wohnerlebnis<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

203


Foto: Adobe Stock


TRAVEL<br />

Auszeit vom Alltag. Sich wohlfühlen<br />

und Stress loslassen. Abschalten.<br />

Gerade im <strong>Winter</strong> möchte man sich<br />

zurückziehen, seinem Körper und auch der<br />

Seele Gutes tun <strong>–</strong> aus der Stille Kraft<br />

schöpfen, Energie tanken und neue Ideen<br />

entwickeln. Genießen auf höchstem<br />

Niveau ist jetzt angesagt!<br />

Von Elisabeth Muth


W<br />

Die großen Panoramafenster bieten eine traumhafte<br />

Aussicht auf die Natur<br />

v<br />

Die fast futuristische Architektur fügt sich harmonisch in<br />

die einmalige Schweizer Landschaft ein<br />

Fotos: 7132 Hotel<br />

206


TRAVEL<br />

Baden in der Stille<br />

der Nacht im<br />

Valsertal<br />

Hotel & Spa 7132, Schweiz<br />

W<br />

Einzigartig und spektakulär ist<br />

das Nachtbade-Erlebnis im warmen<br />

Thermalwasser des Außenpools<br />

j<br />

Die minimalistische Atmosphäre der Badewelt<br />

lenkt den Blick auf das Wesentliche:<br />

vollkommene Entspannung<br />

7132. Diese Zahlenkombination ist nicht nur die Postleitzahl der Gemeinde<br />

Vals, sondern vielmehr bereits Synonym für absoluten Luxus auf Fünfsterne-Niveau:<br />

Vier Stararchitekten waren daran beteiligt, das Schweizer<br />

Hotel durchdacht und formvollendet mit der Therme, dem Outdoor-Pool<br />

und dem Zweisternerestaurant „7142 Silver“ zu verbinden. Peter Zumthor,<br />

Kengo Kuma, Tadao Ando und Thom Mayne haben mit dem Hotelensemble<br />

ein optisches Erlebnis geschaffen, das sich perfekt in die Valser Landschaft<br />

einbettet und bereits ikonischen Status erlangt hat. Insgesamt<br />

22 Zimmer und Suiten, darunter spezielle Spa-Suiten, Spa-Deluxe-Zimmer<br />

mit eigenem Dampfbad sowie drei Doppel- und ein Einzelzimmer<br />

bieten atemberaubende Ausblicke auf die Bergwelt, die das Domizil umgibt.<br />

Seit über 100 Jahren zieht die Valser Thermalquelle bereits Badegäste<br />

an und ist zugleich ein Mekka für Architektur- und Designliebhaber.<br />

Die vom Bündner Architekturstar Peter Zumthor gestaltete Badewelt<br />

aus 60.000 Platten Valser Quarzitgestein sind eine Hommage an die<br />

archaische Natur des umliegenden Gebirges und steht unter Denkmalschutz.<br />

Sechs Bäder, vom 14 Grad kalten „Eisbad“ bis zum „Feuerbad“ mit<br />

42 Grad und ein spektakuläres Außenbad mit bis zu 36 Grad warmem<br />

Wasser lädt an drei Tagen in der Woche auch zum Floaten unter freiem<br />

Himmel ein. Exklusiv für Hotelgäste öffnet die Therme jeweils am Mittwoch,<br />

Freitag und Samstag von 23 bis ein Uhr nachts. Erholungssuchende<br />

genießen hier ein Rundumangebot der besonderen Art und können im<br />

„ESPA Spa“ mit sieben Behandlungsräumen und einem Wassermassageraum<br />

zahlreiche Körper- und Gesichtsbehandlungen buchen. Eines der<br />

Signature-Treatments arbeitet mit Valser Quarzitsteinen, die für Hot-<br />

Stone-Massagen verwendet werden, um besonders hartnäckige Verspannungen<br />

zu lösen. Abgerundet wird der wohl einzigartige Aufenthalt durch<br />

das Gourmetrestaurant „7132 Silver“, das mit zwei Michelin-Sternen und<br />

seit vorigem Jahr auch mit 18 Gault & Millau-Punkten ausgezeichnet ist.<br />

Wellness-Faktor: Mit beeindruckender, meditativer Architektur und<br />

einer legendären Thermalquelle bietet das Hotel exklusiven Spa-Luxus<br />

im naturbelassenen Valsertal.<br />

7132.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

207


W<br />

Die Kraft der Natur spürt man hautnah in der<br />

„Forest“-Sauna<br />

v<br />

Viel Holz dominiert die Luxussuiten und sorgt für<br />

naturverbundene Erdung<br />

Fotos: BennoPrenn, Moving Pictures<br />

208


TRAVEL<br />

Hoch hinaus und<br />

fest verwurzelt<br />

in Südtirol<br />

My Arbor Plose Wellness Hotel, Italien<br />

W<br />

Im Baumhotel ist man dem (Wellness-)Himmel<br />

ein gutes Stück näher<br />

j<br />

Der Infinitypool steht den Gästen rund um<br />

die Uhr zur Verfügung<br />

Hier kreist alles um den Baum, auf Latein „arbor“. Und um größtmögliche<br />

Freiheit. Zeit für sich selbst zu haben und sie auch zu nutzen, wie<br />

und wann man möchte <strong>–</strong> das ist eines der Grundprinzipien im „My<br />

Arbor Plose Wellness Hotel“, ein einzigartiges Baumhotel in Brixen in<br />

Südtirol. Deshalb gibt es Frühstück bis mittags, Schwimmen nach Sonnenuntergang,<br />

Yoga und Wandern zu jeder Zeit. Das Hotel thront auf<br />

Stelzen statt Stämmen inmitten immergrüner Wipfel. Entspannungssuchende<br />

finden eine 2.500 Quadratmeter große Ruhe-Oase mit Infinitypool,<br />

Yoga-Refugium, Saunawelt und Personal Training vor. Die<br />

Treatments im „Spa Arboris“ folgen einem innovativen Konzept, das auf<br />

den Wirkkräften heimischer Baumarten beruht. In der hotelinternen<br />

Forest-Sauna ist man der Natur noch näher als sonst, hier umfasst das<br />

Angebot etwa verschiedene Yoga-Formen, Atemmeditation, Pilates<br />

oder Progressive Muskelentspannung. Besonders wohltuend sind die<br />

Aktivitäten im Wald, etwa vom WAV-E Training, Balance Movement<br />

oder „Boot-Camp Workout“ bis zum Forest-Yoga und Waldbaden.<br />

Auch indoor stehen die Behandlungsräume ganz im Zeichen des<br />

Baumes. Hier soll und darf man sich richtig verwurzeln. Vor den Treatments<br />

wird mit jedem Gast ein Anamnesebogen zur Einordnung in<br />

die vier Baumtypen ausgefüllt. Denn die intern entwickelten<br />

Anwendungen im „Spa Arboris“ beziehen sich auf die Wirkungen von<br />

Lärche, Zirbe, Latsche und Fichte. Demzufolge beginnt auch jedes<br />

Körperritual bei den Füßen, die unsere Erdung sind und uns täglich<br />

Halt geben. Als Signature-Treatment gilt das „Arboris-Baum ritual“ auf<br />

einer 4D-Massageliege, das die Wirkungsfelder aller vier Bäume<br />

vereint. Kosmetikpartner sind die Marken Team Dr. Joseph aus Südtirol<br />

und Pharmos Natur aus Bayern.<br />

Wellness-Faktor: So außergewöhnlich wie das Hotel sind auch die<br />

Spezialbehandlungen inmitten toller Natur <strong>–</strong> einfach ein Erlebnis!<br />

my-arbor.com<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

209


TRAVEL<br />

Unberührte Natur für<br />

ganzheitliche Erholung<br />

in den Dolomiten<br />

Lefay Resort & Spa Dolomiti, Italien<br />

Beim Floaten im warmen Wasser taucht man förmlich<br />

in die grandiose Natur ein<br />

Die Reinheit und Schönheit der Alpen in sich aufnehmen und gleichzeitig<br />

eintauchen in völlige Entspannung: Nirgendwo kann man das<br />

authentischer erleben als im „Lefay Resort & Spa Dolomiti“. Es liegt in<br />

Pinzolo im Trentino und mitten in den Dolomiten, einem UNESCO-<br />

Weltnaturerbe. Auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern hat das<br />

Eco-Resort ein wohl einzigartiges Konzept entwickelt, das östliche und<br />

westliche Heillehren vereint. Das Ziel: die innere Harmonie wiederherzustellen.<br />

Energetisch-therapeutische Ansätze, Signature-Behandlungen,<br />

regionale Rituale und der sogenannte „Pfad der Schwarzen Schildkröte“<br />

bilden die Grundlagen dieser einzigartigen Spa-Philosophie.<br />

Gearbeitet wird dabei mit Produkten der „Lefay“-Beautylinie „Tra<br />

Suoni e Colori“. Die Saunawelt wurde nach den Prinzipien der Traditionellen<br />

Chinesischen Medizin errichtet. Insgesamt neun Saunen mit<br />

unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtigkeitswerten, darunter „Die<br />

Schwarze Schildkröte“ <strong>–</strong> ein Salzsee in einer Salzgrotte <strong>–</strong> regenerieren<br />

die Atemwege und die Haut. Das breite Spezialangebot im Sinne des<br />

ganzheitlichen Wohlfühlens umfasst Energiemassagen und Beautyrituale<br />

für Gesicht und Körper sowie Packungen mit gesundheitsförderndem<br />

Heilschlamm aus dem Genova-Tal. Alle Treatments dienen<br />

der Reinigung, Meditation, Ruhe und Erneuerung der Lebensenergie.<br />

Wellness-Faktor: In atemberaubender Natur trifft fernöstliche auf<br />

alpine Entspannungskunst und ausgesuchten Luxuskomfort.<br />

dolomiti.lefayresorts.com<br />

W<br />

Der herrliche Weitblick<br />

eröffnet neue Perspektiven<br />

v<br />

Die harmonische Gestaltung<br />

und Ruhe in den Relaxräumen<br />

des Spa fördern die Balance<br />

Fotos: © Lefay Resorts<br />

210<br />

WINTER <strong>2021</strong>


Reha & Präventionstraining<br />

Functionaltraining<br />

Kettlebelltraining<br />

ManagerTraining<br />

Bodyshaping<br />

Pilates<br />

Yoga<br />

STEFAN ESDERS PLATZ 7 | 1190 WIEN<br />

office@thebag.at<br />

www.thebag.at


TRAVEL<br />

Royal relaxen<br />

im roten Palast<br />

in Apulien<br />

Paragon 700 Boutique<br />

Hotel & Spa, Italien<br />

Ungewöhnlich ist die Location dieses Relex-Aufenthalts: Es ist ein Ort,<br />

an dem schon im 18. Jahrhundert faszinierende Geschichte geschrieben<br />

wurde. Danach lag der Palazzo Rosso in Ostuni mehr als vierzig Jahre<br />

in einem Dornröschenschlaf, bevor er sich im vergangenen Jahr in das<br />

„Paragon 700 Boutique Hotel & Spa“ und ein märchenhaftes Wellness-<br />

Domizil verwandelte.<br />

Dafür wurde der elegante rote Palast sorgfältig restauriert und bietet<br />

nun seinen Gästen in elf individuell gestalteten Zimmern und Suiten<br />

ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Sinne. So liegt das Luxushotel inmitten<br />

des größten Gartens der Stadt und besitzt auch den einzigen<br />

Pool vor Ort. Ebenso einmalig: der unterirdische Wellness-Bereich.<br />

Anstelle der alten Wasserzisterne befindet sich sieben Meter unter der<br />

Erde jetzt das „Spa 700“, das exklusiv für Hotelgäste geöffnet ist. Neben<br />

einem Hydromassage-Pool, einem Dampfbad und einer Spa-Dusche mit<br />

Chromotheraphie sorgen zudem ein Behandlungsraum über zwei<br />

Etagen sowie der Entspannungsbereich mit Himalaya-Salzwand für ein<br />

wunderbares und höchst privates Wellness-Feeling. Reinigende<br />

Salz-Scrubs mit anschließendem Relaxritual, duftende Aromatherapiemassagen,<br />

wohltuende indische Abhyanga-Massagen oder eine Shiroabhyanga-Kopfmassage<br />

helfen beim Abschalten und Regenerieren.<br />

Das umfangreiche Beautyprogramm beinhaltet unterschiedlichste<br />

Treatments für Gesicht und Körper in der ruhigen, exklusiven Oase.<br />

Wellness-Faktor: Das Spa führt zur Tiefenentspannung durch<br />

vornehme Exklusivität und die ungestörte Lage in einer Zisterne.<br />

paragon700.com<br />

h<br />

Die Himalaya-Salzwand in der historischen<br />

Zisterne sorgt für pures Wellness-Feeling<br />

b<br />

Die große freistehende Badewanne ist eine<br />

Oase der Ruhe par excellence<br />

Fotos: © Paragon 700 Boutique Hotel & Spa<br />

212


W<br />

Im Relaxmodus ist man bei reinigenden Salz-Scrubs<br />

und Massagen im „Spa 700“<br />

v<br />

Das Luxushotel versprüht den nostalgischen Charme<br />

früherer Zeiten im Verein mit moderner Architektur<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

213


W<br />

Zen-Atmosphäre zieht sich auch architektonisch durch<br />

alle Behandlungsräume<br />

v<br />

Die lichtdurchfluteten Suiten bieten einen eleganten Mix<br />

aus gehobenem Komfort und luxuriösem Ethno-Stil<br />

Fotos: The Residence Mauritius<br />

214


TRAVEL<br />

Balance für<br />

Körper und Geist<br />

unter Palmen<br />

The Residence Mauritius<br />

Belle Mare, Mauritius<br />

W<br />

Zwischen Palmen, Sandstrand und Meer<br />

verströmt das Fünfsterne-Luxusresort<br />

tropisches Flair<br />

j<br />

Das Spa-Team stellt auf Wunsch ganz<br />

individuelle Packages zusammen<br />

Ein großflächiger tropischer Garten, ausgesuchtes Interior-Design, zeitloser<br />

Charme <strong>–</strong> das Fünfsterne-Resort „The Residence Mauritius Belle<br />

Mare“ verzaubert schon auf den ersten Blick. Das weitläufige Areal am<br />

herrlichen Sandstrand Belle Mare umfasst zehn Hektar. Liebhaber von<br />

exzellentem Service und wunderbarer Küche kommen in dem harmonischen<br />

Ambiente ebenso voll auf ihre Kosten wie Urlaubende, die sich<br />

zu einer entspannenden Reise zu sich selbst aufmachen wollen. Denn<br />

das luxuriöse Spa „The Sanctuary“ wird auf 850 Quadratmetern allen<br />

erdenklichen Ansprüchen mehr als gerecht. So sind die Wellness- und<br />

Beautykuren individuell auf jeden einzelnen Besucher abgestimmt und<br />

sie stützen sich auf die Zen-Philosophie. In acht, unterschiedlich gestalteten<br />

Behandlungsräumen wird mit Produkten der französischen<br />

Kosmetikmarke Carita gearbeitet, Hotelgäste können sich für die Dauer<br />

ihres Aufenthalts eigene Programme zusammenstellen lassen, etwa<br />

auch private Einzel-Sessions für Yoga, Pilates und andere Sportarten.<br />

Das besondere Highlight: Einer der Spa-Pavillons liegt mitten im<br />

wunderbaren Garten, von dort aus hat man einen fanastischen Blick<br />

über die Lagune und genießt die Behandlungen, begleitet von einer<br />

leichten Meeresbrise. Ayurvedische Praktiken kommen hier ebenso zur<br />

Anwendung wie asiatische Techniken. Ihr Ziel ist es, die Harmonie<br />

zwischen Körper und Geist wiederherzustellen.<br />

Wellness-Faktor: Das für Mauritius einzigartige Spa-Konzept hat<br />

seinen Ursprung in der Zen-Philosophie und Individualität ist die<br />

Basis jeder Behandlung.<br />

theresidencemauritius.mauritiushotelsweb.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

215


TRAVEL<br />

Integrated Wellness<br />

in den Mantiqueira-<br />

Bergen<br />

Six Senses Botanique,<br />

São Paulo, Brasilien<br />

Inmitten von 283 Hektar mitteltropischer Atlantikwälder residiert das<br />

„Six Senses Botanique“. Es ist das erste Domizil der Luxushotelkette in<br />

Südamerika. In der Abgeschiedenheit der Serra de Mantiqueira kann<br />

man sich wunderbar wieder mit der Natur und dem Rest der Welt verbinden.<br />

Im „Six Senses Spa“ versteht sich Wellness als ein Weg zur absoluten<br />

Freiheit, als Einladung, sich selbst zu erforschen und sich auf<br />

die Suche nach einem gesünderen und glücklicheren Ich zu machen.<br />

Ein Team von Experten, Ärzten und Heilpraktikern vermittelt die sogenannte<br />

„Six Senses Integrated Wellness“, eine disziplinübergrei fende<br />

Philosophie, um sich selbst zu entdecken und zu erforschen. Das<br />

beginnt bei der Ernährung, gesundem Schlaf und Achtsamkeit bis zum<br />

Umgang mit Menschen, die man tagtäglich trifft.<br />

Auf Wunsch erarbeiten die Spezialisten einen Check-up für den Gesundheits-<br />

und Lebensstil und entwickeln individuelle Programme. Das<br />

Spa umfasst acht Behandlungsräume, Entspannungssuiten, ein Floating-<br />

Becken, ein Kohlensäurebad sowie eine tropische Regen-Feuchtsauna,<br />

die als Basis für eine Vielzahl von Therapien auf Wasserbasis dient. Entgiftung,<br />

Anti-Aging und Yoga sind nur ein kleiner Teil der offerierten<br />

Kuren, dazu kommen eigene Wellness-Tage: So befasst sich etwa „Boost<br />

Your Immunity“ mit der Stärkung des Körpers, „Mind Your Brain“ fokussiert<br />

sich auf geistige Stabilität und „Love Your Heart“ zielt auf eine tiefere<br />

Selbstverbundenheit ab. Basierend auf althergebrachten lokalen Ritualen<br />

genießt man Treatments, die im wahrsten Wortsinn unter die Haut gehen.<br />

Und die es leicht machen, Negatives loszulassen und zu entspannen.<br />

Wellness-Faktor: Die nachhaltigen Brain- und Body-Therapien des<br />

Resorts sollen helfen, seinen Flow wiederzufinden.<br />

sixsenses.com<br />

h<br />

Luxuriöse Entspannung in totaler Abgeschiedenheit<br />

inmitten grüner Wälder<br />

b<br />

In der Botanique Villa lädt nach dem Spa-Treatment der<br />

private Wellnessbereich mit Swimmingpool zur Me-Time<br />

Fotos: Six Senses Botanique Brasilien<br />

216


W<br />

„Mind your Brain“ ist hier nicht nur ein Schlagwort, sondern ein<br />

gezieltes Therapieangebot in naturverbundenen Räumlichkeiten<br />

v<br />

Im Spa kann man viele Behandlungen auch paarweise genießen<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

217


TRAVEL<br />

Geist und Körper in<br />

Balance auf Bali<br />

Mandapa, a Ritz-Carlton Reserve,<br />

Ubud, Bali, Indonesien<br />

Wasser spielt bei allen Behandlungen im „Mandapa“<br />

eine besonders beruhigende Rolle<br />

Intim und in völliger Ruhe präsentiert sich das „Mandapa, a Ritz-Carlton<br />

Reserve“ am Ufer des Ayung-Flusses. Es liegt mitten in Balis kulturellem<br />

und spirituellem Herzen, in Ubud, und hält persönlich zugeschnittene,<br />

spirituelle Wellness- und Gesundheitsprogramme bereit. Im Hotel-Spa<br />

gewähren alle acht Behandlungsräume einen Blick auf den Fluss, allein<br />

schon dessen beruhigende Geräusche versetzen einen in andere Welten.<br />

Von balinesischen Traditionen und althergebrachten Praktiken des Landes<br />

inspiriert sind die Anwendungen. Kombiniert mit lokalen Produkten<br />

aus hochwertigsten botanischen Essenzen bilden sie die Grundlage, um<br />

den Körper zu regenerieren, zu entstressen und zu verjüngen.<br />

Das Team des „Mandapa Spa“ lebt die lokalen Bräuche und bietet seinen<br />

Gästen umfassende Wellness- und Lifestyle-Programme, die auf<br />

sechs Säulen beruhen: Balinesisches Spa, Entgiftung und Ernährung, alternative<br />

Therapien, Körpertherapie und Heilung. Zu den Signature-<br />

Treatments zählen balinesische Massagetechniken wie die Mejipet-Massage<br />

oder Hot-River-Stone-Massage, eine hautglättende, wärmende und<br />

energieausgleichende Behandlung. Mit diesen Methoden versuchen die<br />

ausgebildeten Heiler, die physische und psychische Balance herzustellen.<br />

Wellness-Faktor: Meditation, Yoga und hochwertige Signature-<br />

Behandlungen bringen Körper und Geist in Einklang.<br />

ritzcarlton.com<br />

W<br />

Beim Blick auf den Fluss<br />

kann man die Gedanken<br />

fließen lassen<br />

v<br />

Ruhesuchende finden hier<br />

ausgesuchte Relaxmethoden<br />

für Körper und Geist<br />

Fotos: Mandapa, a Ritz-Carlton Reserve<br />

218<br />

WINTER <strong>2021</strong>


DIE GELDANLAGE MIT DEM EXTRA<br />

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Wichtige Hinweise: Marketingmitteilung gemäß Wertpapieraufsichtsgesetz.<br />

Diese Information ist keine Finanzanalyse und stellt weder eine Anlageberatung<br />

noch ein Angebot oder eine Empfehlung beziehungsweise eine Einladung zur<br />

Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen<br />

dar. Diese Information ersetzt nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung<br />

durch die Kundenbetreuerin oder den Kundenbetreuer im Rahmen<br />

eines Beratungsgesprächs. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass<br />

Finanzinstrumente und Veranlagungen teilweise erhebliche Risiken bergen, bis<br />

hin zum Verlust oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals.<br />

Impressum: Medieninhaber:<br />

Raiffeisen-Landeswerbung Niederösterreich-Wien, F.-W.-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien. Stand: Oktober <strong>2021</strong>


TRAVEL | BUCHTIPP<br />

BERGE AN<br />

SPANNUNG<br />

Der AURUM <strong>999</strong>,9-Buchtipp für eine Auszeit in einer Wellnessoase:<br />

Mysteriöse Todesfälle halten Ischgl, den wohlbekannten Skiort der Alpen, in Atem.<br />

Davon handelt der fesselnde Debütroman von Gert Weihsmann.<br />

Wie es dazu kam, verrät er im Interview<br />

Fortsetzung folgt:<br />

Gert Weihsmann plant<br />

bereits das Sequel<br />

Plötzlich wird das bunte, quirlige Tourismustreiben von einem irren<br />

Serienmörder gestört, dem es scheinbar zu laut ist im Paznauntal.<br />

Der Wiener Kommissar Selikovsky, selbst in Tirol aufgewachsen, wird<br />

nach Ischgl beordert, um den Dingen nachzugehen. Mit „Ischgler<br />

Schnee“ hat Gert Weihsmann, ein erfahrener On-Trade-Field-Manager<br />

und in einem großen internationalen Getränkekonzern tätig, diesen<br />

Herbst seinen ersten Roman veröffentlicht. Ein kurzer Talk über<br />

Beweggründe, Parallelen und Pläne beim Schreiben:<br />

Wird Harald Selikovsky noch weitere Mordfälle lösen?<br />

Zumindest einen. Der Folgeroman erscheint im Herbst kommenden<br />

Jahres und wird in Wien spielen. Dieser Krimi wird sehr viel mit<br />

klassischer Musik, psychischen Ausnahmezuständen und dem sehr<br />

speziellen Zugang der Wiener zum Tod zu tun haben.<br />

Eine abschließende Frage noch: Welche Bücher lesen Sie privat?<br />

Überraschenderweise keine Krimis. Vor allem amerikanische und<br />

italienische Gegenwartsliteratur und das auch in den Originalsprachen.<br />

Für mein Debüt haben mir sicher die Romane von Brett Easton<br />

Ellis und Richard Ford geholfen. Derzeit lese ich „Die Anomalie“ von<br />

Hervé Le Tellier und das „Lissaboner Requiem“ von Antonio Tabucchi.<br />

Herr Weihsmann,„Ischgler Schnee“ ist Ihr Erstlingswerk. Wie lange<br />

haben Sie die Idee zu Ihrem Roman verfolgt beziehungsweise was hat<br />

Sie zu der Geschichte inspiriert?<br />

Inspiriert haben mich sicherlich meine langjährigen Erfahrungen<br />

mit den Ischgler Gastronomen und ihren Betrieben, das ist alles ein<br />

absolut cleveres Geschäftsmodell für mondäne Party-People. „Relax if<br />

you can“ ist der perfekte Claim für die solventen Ich-Maschinen einer<br />

Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, die langsam die Kontrolle verliert.<br />

Ich habe das Thema in den letzten vier Jahren zu meinem Roman<br />

verarbeitet. Und dabei habe ich die Figur des Wiener<br />

Kommissars Harald Selikovsy erfunden.<br />

Gibt es Parallelen zwischen Ihnen selbst und Ihrer Romanfigur?<br />

Ja, gewiss. Etwas von der eigenen Persönlichkeit fließt ja immer ein in<br />

Romanfiguren. Er hat dieselbe Vergangenheit wie ich, nämlich<br />

Spirituosen-Verkaufsleiter, lebt in einer Wohnung, die meiner sehr<br />

ähnlich ist, und sein privates Umfeld ist meinem ebenfalls nahe.<br />

Gert Weihsmann: „Ischgler Schnee“,<br />

Gmeiner-Verlag, 344 Seiten,<br />

erschienen 8. September <strong>2021</strong>.<br />

Erhältlich online und im Buchhandel<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Christof Wagner<br />

220<br />

WINTER <strong>2021</strong>


Die gastronomische Allzweckwaffe der Wiener Gastro- und Eventszene Hannah Neunteufel<br />

hat ihr neues Herzensprojekt direkt am Donauufer eröffnet. Als gastronomischer Leuchtturm<br />

am Eingang zur Wachau wartet DER GUTE FANG mit Gemütlichkeit und großem Donaugarten<br />

für entspannten Gourmet-Genuss auf. Zum schicken Ausführen, für spontane Anlässe, Geschäftsessen,<br />

Familienfeiern. Das legere Bistro FISCHBAR bietet sich den Gästen all-day-long<br />

vom Frühstück bis zum Sundowner als Treffpunkt für jede Gelegenheit an.<br />

Aufgekocht wird in der Ausnahme-Location vor allem saisonal und regional. Immer frisch wie<br />

die Donau, immer abwechslungsreich wie die Region. Traditionelles und Neuinterpretationen<br />

gibt es, Vergessenes der regionalen Küche und L´amour-Hatscher. Der Küchenchef interpretiert<br />

gerne mit Twist, bereitet Klassiker so zu, wie sie sein sollen und erfindet für lange vergessene<br />

Zutaten neue Rezepte.<br />

dergutefang.at


Das Haus im See als absoluter Ruhepol: Privacy pur!<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Vladi Private Islands


TRAVEL | WITH THE STARS<br />

Die Privatinsel Hunt Island von Showstar<br />

Jörg Pilawa ist ein idyllisches Hideaway im<br />

Osten Kanadas. Ein perfektes Refugium<br />

für Ruhesuchende und Naturliebhaber<br />

IN DER<br />

STILLE<br />

LIEGT DIE<br />

KRAFT<br />

Moderator, Talkmaster, TV-Produzent. Jörg Pilawa ist seit Jahren und<br />

Jahrzehnten ein Fixpunkt im deutschen Fernsehen. Mit Kompetenz und<br />

Charme ist er in der Medienwelt zu Hause, bewegt sich auf diesem<br />

Parkett wie kein anderer und steht meist mitten im Trubel. Kein Wunder,<br />

dass sich der Hamburger Fernsehstar auch hin und wieder eine<br />

Auszeit gönnt. Gemeinsam mit seiner Frau und den vier Kindern zieht<br />

er sich dafür gerne in das beschauliche Kanada zurück. Dort hat er 2009<br />

Hunt Island gekauft <strong>–</strong> eine Insel in der ostkanadischen Provinz Nova<br />

Scotia. So oft es geht verbringt er dort Zeit in der Wildnis und findet so<br />

wieder zurück zu seinen Wurzeln.<br />

Die Privatinsel befindet sich mitten auf dem malerischen Ponhook<br />

Lake. Unvergleichlich ist hier das Naturerlebnis und eindrucksvoll die<br />

große Stille, wie man sie so kaum noch kennt. Die Wassertemperatur<br />

erreicht im Sommer immerhin bis zu 23 Grad und daher ist der See für<br />

zahlreiche Wassersportarten geeignet. Im dazugehörigen Bootshaus<br />

finden sich dafür diverse Sportausrüstungen, die von den Gästen genutzt<br />

werden können. Die Insel selbst ist von einem dichten Mischwald<br />

bedeckt und lockt zu zahlreichen Erkundungstouren. Am Seeufer bietet<br />

das romantische Blockhaus ausreichend Platz für bis zu sechs Personen.<br />

Auf rund 120 Quadratmetern und zwei Etagen überrascht das Domizil<br />

im Obergeschoss mit zwei Schlafzimmern sowie Bad en Suite. Das<br />

Erdgeschoß umfasst ein weiteres Schlafzimmer, Badezimmer mit<br />

Dusche sowie einen großen Wohn- und Essbereich mit offener, voll<br />

ausgestatteter Küche. Dieser höchst private Rückzugsort eignet sich<br />

hervorragend für Freundes- oder Familienrunden, die gerne Zeit<br />

miteinander verbringen und Kanada von einer intimen Seite kennenlernen<br />

möchten. Ein besonderes Flair versprüht Nova Scotia zur Zeit<br />

des Indian Summer, wenn die Blätter in prachtvolle Farben getaucht<br />

sind. Dann ist Abenteuerromantik garantiert.<br />

Bridgewater, die größte Stadt in der Region, erreicht man in nur<br />

35 Autominuten. Dort warten vielseitige Einkaufsmöglichkeiten für<br />

den täglichen Bedarf <strong>–</strong> man braucht also für das Abendessen nicht selbst<br />

auf die Jagd zu gehen! Die Anreise nach Hunt Island gestaltet sich auch<br />

denkbar einfach. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in der<br />

Hauptstadt Halifax. Mit einem Leihwagen trennt einen dann nur noch<br />

die ungefähr zweistündige Fahrt vom paradiesischen Hideaway.<br />

Und dieses wunderschöne Refugium ist sicher eine Entdeckung wert.<br />

vladi-private-islands.de<br />

k<br />

Romantisch: die Terrasse mit großartigem Ausblick in intakte Natur<br />

WINTER <strong>2021</strong><br />

223


TRAVEL<br />

New<br />

Places<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 präsentiert internationale Neueröffnungen<br />

und Top-Destinationen, die man unbedingt sehen sollte<br />

Cora Cora Maldives<br />

Freiheit und freie Zeit für Familys & Friends<br />

Was wie ein Songtitel klingt, ist ein neues, großartiges Fünfsterne-Resort,<br />

das ab sofort geöffnet hat: Im „Cora Cora Maldives“ im Raa Atoll hat<br />

man sozusagen die Zeit abgeschafft. Wenn man um Mitternacht am<br />

Strand picknicken oder mit einem Cocktail in den Tag starten will, ist das<br />

nicht nur möglich <strong>–</strong> hier werden einem förmlich die Wünsche von den<br />

Augen abgelesen. Das Premium-All-inclusive-Angebot beinhaltet neben<br />

vier Restaurants auch sämtliche Getränke und Ausflüge sowie diverse<br />

Aktivitäten. Insgesamt 100 Villen und Suiten sind in neun Kategorien<br />

unterteilt und Familien sind hier besonders willkommen, auch für die<br />

kleinen Gäste gibt es ein breitgefächertes Unterhaltungsprogramm. Tauchen,<br />

Schnorcheln, romantische Bootstouren und Ausflüge zu benachbarten<br />

Inseln bucht man im Resort-eigenen Wassersportzentrum. Und<br />

im „Moksha Spa and Wellbeing Centre“ entspannt man ganz wunderbar.<br />

coracoraresorts.com<br />

Rosewood Castiglion del Bosco<br />

Luxus-Privatsuiten im historischen Landgut<br />

Toskana reloaded <strong>–</strong> inmitten der wunderschönen Landschaft von<br />

Montalcino liegt das „Rosewood Castiglion del Bosco“, eines der ältesten<br />

und am besten erhaltenen Landgüter Italiens. Das 800 Jahre alte Anwesen,<br />

das sich seit 2003 im Privatbesitz der Familie Ferragamo befindet,<br />

ist eine Destination, die sich voll und ganz dem Genuss verschrieben<br />

hat: Hier wird authentische lokale Küche zelebriert und ein<br />

Verwöhn-Spa bietet ein breites Angebot für unvergessliche Wohlfühlmomente.<br />

Für den Aufenthalt stehen 19 neu gestaltete Privatsuiten zur<br />

Verfügung, alle schenken einen atemberaubenden Blick auf den zum<br />

UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Naturpark Val d’Orcia sowie die<br />

Stadt Montalcino und haben Zugang zu einem halb-olympischen,<br />

beheizten Infinitypool. Erstmals verlängert das ikonische Hotel seine<br />

Öffnungszeiten und seine Saison in der Herbst- und Festtagszeit.<br />

castigliondelbosco.com<br />

Hotel Luc<br />

Preußische Geschichte trifft perfekte Klarheit<br />

Der berühmte Gendarmenmarkt, einer der schönsten Plätze Berlins,<br />

hat ab sofort ein neues Juwel: Das „Hotel Luc“ öffnet seine Pforten für<br />

alle, die Historie und geometrische Klarheit gleichermaßen schätzen.<br />

Auch der Name ist geschichtsträchtig: Der französische Autor und Philosoph<br />

Voltaire gab seinem besten Freund und Förderer, Friedrich II.<br />

von Preußen, einen Spitznamen, nämlich Luc. Im neuen Boutique-Hotel<br />

entwickelt man nun einen eigenen Zugang zur Vergangenheit dieses<br />

Ortes und übersetzt diese in ein zeitgenössisches Gesamterlebnis. Die<br />

wichtigsten Werte der damaligen Zeit, die durchaus auch heute Berechtigung<br />

haben, wie Weltoffenheit und Geradlinigkeit spiegeln sich<br />

auch im Lounge- und Restaurantkonzept wider. Auffällige Stilelemente,<br />

großflächige Fotokunst und eine perfekte Lage sind die besten Voraussetzungen,<br />

das „Luc“ zum neuen Berliner Hotspot zu machen.<br />

mhphotels.com<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: © Cora Cora Maldives Resort, Berag, Rosewood Castiglion del Bosco<br />

224


Ein schöner<br />

Garten ist eine<br />

office@begruender.at | www.begründer.at | T: 02773/42540<br />

BÜRO: 3033 Hochstraß 599 | SCHAURAUM: 1010 Wien, Schottenring 31

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