forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2007: Klima im Wandel
Im Klimaschutzjahr 2007 informiert das in Kooperation mit dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) entstandene Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften den Leser über neue technische Entwicklungen für Erneuerbare Energien. Solarthermische Kraftwerke, Windparks an Land und zu See, Biogasanlagen, Gezeiten- und Geothermie-Kraftwerke sind die Energieproduzenten der Zukunft. Hochinteressante Projekte zur Reduktion von CO2 zeugen von der intensiven Forschungsarbeit der Institute und Universitäten.
Im Klimaschutzjahr 2007 informiert das in Kooperation mit dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) entstandene Magazin forum Nachhaltig Wirtschaften den Leser über neue technische Entwicklungen für Erneuerbare Energien.
Solarthermische Kraftwerke, Windparks an Land und zu See, Biogasanlagen, Gezeiten- und Geothermie-Kraftwerke sind die Energieproduzenten der Zukunft. Hochinteressante Projekte zur Reduktion von CO2 zeugen von der intensiven Forschungsarbeit der Institute und Universitäten.
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Forum<br />
<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
EUR 10,- (D) • EUR 10,- (A) • CHF 16,50 • www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
<strong>01</strong>/<strong>2007</strong><br />
ISBN 978-3-925646-36-2<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong><br />
<strong>im</strong> <strong>Wandel</strong><br />
Innovationen und Konzepte<br />
Kapital und Unternehmen<br />
Zukunft der Energie • Emissionshandel • Unternehmerische Verantwortung • Best Practice CSR
Editorial<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
die Welt ist in den letzten<br />
Jahren <strong>im</strong>mer enger<br />
zusammengerückt. Digitalisierung,<br />
die Entfesselung<br />
des Kapitalmarktes<br />
und der liberalisierte<br />
Verkehr von Waren und<br />
Dienstleistungen hat<br />
die weltweiten Handelsund<br />
Wirtschaftsbeziehungen<br />
völlig umgekrempelt. Die Folgen: Standortverlagerungen<br />
von Firmen und Arbeitsplätzen, erhöhter<br />
Wettbewerbsdruck, ein Arbeitsmarkt mit <strong>im</strong>mer höheren<br />
Anforderungen und ein globaler Wettbewerb<br />
um Ideen, Produkte und Ressourcen.<br />
Politik, Gesellschaft und Unternehmen sehen sich<br />
mit völlig neuen Aufgaben und Herausforderungen<br />
konfrontiert. FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> zeigt,<br />
in welchem Spannungsfeld Wirtschaft heute existiert<br />
und wie den Herausforderungen der Zukunft begegnet<br />
werden kann. Viermal jährlich werden wir Ihnen zukünftig<br />
Reportagen, Best-Practice-Beispiele, hilfreiche<br />
Kontakt-Adressen, Nachrichten, Veranstaltungshinweise,<br />
Experten-Tipps, Literaturempfehlungen und vieles<br />
mehr zu den Themen <strong>Nachhaltig</strong>keit und „Unternehmerische<br />
Verantwortung“ präsentieren.<br />
Im Schwerpunkt-Thema „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> und Energie“ stellen<br />
wir Ihnen Handlungsfelder vor und freuen uns, wenn<br />
wir Ihnen damit Anregung und Hilfestellung geben<br />
können, selbst aktiv zu werden. Egal ob als Verbraucher,<br />
Manager, Unternehmer, Politiker – helfen Sie mit,<br />
den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel zu stoppen, denn wir alle werden<br />
davon betroffen sein.<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> ist die Weiterentwicklung<br />
des erfolgreichen Gemeinschaftsprojektes<br />
„<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> – Unternehmen sichern<br />
Zukunft“ von B.A.U.M. e. V. und ALTOP.<br />
Das neue Magazin mit dem zugehörigen Internetportal<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net möchte ein offenes<br />
Forum sein für alle, denen verantwortungsbewusstes<br />
<strong>Wirtschaften</strong> am Herzen liegt. Dazu zählen Unternehmen<br />
ebenso wie NGOs. Aber auch staatliche Einrichtungen<br />
und Kommunen starten Programme und bieten<br />
engagierte Hilfestellung. Nicht zuletzt sind auch Forschungseinrichtungen<br />
und Universitäten eingeladen,<br />
sich am Praxisdialog zu beteiligen und Ihre Modelle <strong>im</strong><br />
FORUM zu präsentieren.<br />
Lange bevor das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Thema in den Medien so<br />
starken Raum einnahm, haben sich B.A.U.M. e. V. und<br />
ALTOP als Herausgeber entschieden „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> und Energie“<br />
zum Schwerpunkt der ersten Ausgabe zu machen.<br />
Die jüngsten Entwicklungen haben mittlerweile allen<br />
Akteuren klar gemacht, dass es Zeit ist, gemeinsam zu<br />
handeln: Intelligent, unbürokratisch, effizient! Verantwortungsbewusst<br />
eben.<br />
Ihr Fritz Lietsch<br />
Chefredaktion FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
Geschäftsführer ALTOP Verlag<br />
f.lietsch@nachhaltigwirtschaften.net<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
1
FORUM – Grußworte<br />
Im Jahr <strong>2007</strong> hat sich mit aller<br />
Deutlichkeit bestätigt, dass<br />
der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel eine ernste<br />
Bedrohung der Lebensqualität<br />
des Menschen und der<br />
wirtschaftlichen Entwicklung<br />
aller Staaten darstellt.<br />
Der Europäische Rat hat am<br />
8./9. März <strong>2007</strong> <strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
richtungsweisende Beschlüsse gefasst: Die Europäische<br />
Union wird bis 2020 die Emissionen um 30 Prozent<br />
reduzieren. Sie übern<strong>im</strong>mt diese Verpflichtung unter der<br />
Voraussetzung, dass andere Industrieländer vergleichbare<br />
Anstrengungen unternehmen und auch Schwellenländer<br />
einen Beitrag leisten. Um die Glaubwürdigkeit ihres Engagements<br />
zu unterstreichen, beschloss der Europäische Rat<br />
bereits eine einseitige Verpflichtung der EU, die Treibhausgase<br />
um mindestens 20 % zu vermindern. In einer weiteren<br />
historischen Entscheidung wurde außerdem ein verbindliches<br />
Ziel von 20 % Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020<br />
beschlossen.<br />
Parallel arbeiten wir in Deutschland an einer umfassenden<br />
nationalen Energiestrategie. Ich setze dabei auf mehr Energieeffizienz,<br />
den Ausbau erneuerbarer Energien und die<br />
Förderung technologischer Innovationen.<br />
Ich freue mich, dass diese politischen Entwicklungen durch<br />
viele konkrete Projekte und Aktivitäten von Organisationen,<br />
Verbänden und Unternehmen unterstützt werden. Darüber<br />
hinaus kann jeder etwas gegen den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel tun, indem<br />
z. B. Energie eingespart wird oder erneuerbare Energien<br />
genutzt werden. Machen Sie mit!<br />
Unsere Gesellschaft muss<br />
ein vitales Interesse an einer<br />
langfristigen Strategie zur Energieerzeugung<br />
und -nutzung<br />
sowie zur Versorgungssicherheit<br />
haben, die den aktuellen<br />
Problemen Rechnung trägt<br />
und zukunftssicher und nachhaltig<br />
ist. Die Verfügbarkeit<br />
von Energie und die Versorgungssicherheit<br />
entscheiden letztlich über den weiteren Bestand<br />
unseres gesellschaftlichen Systems. Für Unternehmen<br />
wird die Frage nach den Folgen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels für das<br />
Fortbestehen ihres Geschäftsmodells zudem <strong>im</strong>mer mehr<br />
zu einer existenziellen Frage. Investoren werden in Zukunft<br />
Unternehmen sehr viel stärker auch nach deren <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>- und<br />
Energiestrategie beurteilen.<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist aber nicht nur eine Bedrohung, sondern<br />
bietet nach Auffassung von B.A.U.M. e. V. auch enorme<br />
Chancen für ein nachhaltiges Wachstum und positive Beschäftigungseffekte.<br />
So ist der Umweltbereich bereits heute einer<br />
der nach Beschäftigtenzahlen größten, wichtigsten und am<br />
schnellsten wachsenden Wirtschaftsbereiche in Deutschland.<br />
Die konsequente Einführung von Energieeffizienz- sowie<br />
Energiesparmaßnahmen und Erneuerbaren Energien führt zu<br />
herausragenden, nachhaltigen Effekten mit Kosteneinsparung,<br />
CO 2<br />
-Reduzierung, neuen Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen,<br />
Exportchancen u.v.a.. B.A.U.M. e. V. hat hierzu ein 15-Punkte-<br />
Programm aufgestellt (siehe Seite 11).<br />
Es gilt, diese Potentiale und die damit verbundenen Chancen<br />
noch intensiver zu nutzen. Mit der neuen Ausgabe dieses<br />
Magazins möchten wir Ihnen zeigen, welche Möglichkeiten<br />
es bereits heute gibt und wie sie von Unternehmen schon<br />
erfolgreich umgesetzt werden und von weiteren Unternehmen,<br />
egal welcher Branche und Größenordnung, ebenfalls<br />
erfolgreich realisiert werden könnten.<br />
Sigmar Gabriel<br />
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege<br />
Vorstand B.A.U.M. e. V.<br />
2 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Inhalt<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel – Schicksal oder Chance?<br />
4<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
Energie für die Zukunft<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel – Schicksal oder Chance ................................................. 4<br />
Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Offensive – Wie wir gemeinsam das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten können .... 9<br />
Das B.A.U.M. 15-Punkte-Programm für die Zukunft .......................... 11<br />
CO 2<br />
NTRA Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Initiative gegen CO 2<br />
................................ 12<br />
Geschäfte mit dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
CSR und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
14<br />
52<br />
67<br />
Energie für die Zukunft<br />
Die Sonne schickt uns keine Rechnung .......................................... 14<br />
Solarthermie – die endlose Kraft der Sonne .................................... 17<br />
Das TREC-Konzept – Kooperation zwischen Afrika und Europa ....... 19<br />
Windenergie – Hilfe für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz? ....................................... 22<br />
Energie unter Wasser: Wellen, Strömungen und Gezeiten ............... 28<br />
Biomasse aus dem Ozean – Industrieabgase werden Meeresalgen ... 31<br />
Bioenergie statt Erdgas – die Potenziale der Biomasse-Nutzung ....... 34<br />
Forschung für die Zukunft ............................................................... 38<br />
Energie aus der Erde – Co 2<br />
zurück in die Erde ................................. 41<br />
Der Umbau der Stromerzeugung in Deutschland ............................. 48<br />
Geschäfte mit dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Börse – <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>debatte treibt Aktien auf Rekordniveau ...................... 52<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz – Worauf Anleger be<strong>im</strong> Investieren achten sollten ....... 54<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel erreicht Chefetagen ................................................... 55<br />
Der Emissionshandel hat Gewinnpotential ....................................... 60<br />
Freiwillige CO 2<br />
-Reduktion – Kommerz oder Umweltnutzen? ........... 64<br />
Der 8-Punkte-Plan von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ......... 66<br />
Ein Forum für alle<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und Corporate Social Responsibility in Unternehmen<br />
Dienstleister für CSR und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz ............................................. 67<br />
Best Practice – CSR und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz in der Wirtschaftspraxis .......... 87<br />
120<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
vom Magazin zum FORUM – die sechs Bereiche mit Beispielen ...... 120<br />
Vorschau / Impressum / Servicecoupon .......................................... 128<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
3
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
Der UN-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>rat bezifferte die Kosten des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes<br />
in seinem am 4.5.07 in Bangkok veröffentlichten<br />
Report auf lediglich ein bis drei Prozent<br />
des weltweiten Sozialprodukts. Dies zeige, dass die<br />
Minderung der Treibhausgase „durchaus finanzierbar<br />
ist“, so IPCC-Mitglied Ottmar Edenhofer. Laut<br />
IPCC wird das globale Wirtschaftswachstum durch<br />
den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz bis 2030 allenfalls um max<strong>im</strong>al<br />
0,12 Prozentpunkte <strong>im</strong> Jahr gemindert. Es sei sogar<br />
möglich, dass die neuen Technologien das Wachstum<br />
sogar erhöhten.<br />
Schicksal<br />
oder Chance?<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
Seit dem Frühjahr <strong>2007</strong> laufen publizistische Schockwellen<br />
um die Welt. Der Weltkl<strong>im</strong>abericht der UNO,<br />
publiziert vom INTERGOVERNMENTAL PANEL ON<br />
CLIMATE CHANGE (Weltkl<strong>im</strong>arat, kurz IPCC), machte<br />
unmissverständlich klar, dass das Weltkl<strong>im</strong>a gravierend<br />
geschädigt ist. Bereits heute zeigen sich erste negative<br />
Auswirkungen, die sich in den nächsten Jahren verstärken<br />
werden, wenn keine neuen Wege beschritten werden.<br />
Der IPCC-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass<br />
• die Industrialisierung zu einer messbaren Erwärmung<br />
der Atmosphäre beigetragen hat. Die dafür verantwortliche<br />
Konzentration von Treibhausgasen hat<br />
stark zugenommen und ist <strong>im</strong>mer noch am Wachsen.<br />
Im Extremfall droht bis zum Jahr 2100 eine Erhöhung<br />
der weltweiten Durchschnittstemperatur um 6,4°C,<br />
• Wetterextreme wie Starkregen, Dürren, Stürme und<br />
Hurricans zunehmen werden,<br />
• die Gletscher, das Grönlandeis und die Arktis schmelzen.<br />
Die Gefahr verheerender Überschwemmungen<br />
wächst,<br />
• Permafrostböden auftauen – dadurch wird in den<br />
Böden gebundenes extrem kl<strong>im</strong>aschädliches Methan<br />
frei gesetzt,<br />
• der Meeresspiegel um 28 bis 58 cm ansteigen wird,<br />
auch ein extremer Anstieg um einen Meter oder<br />
mehr kann nicht ausgeschlossen werden,<br />
• es voraussichtlich zu starken Migrationsbewegungen<br />
kommen wird, weil sich die Lebensbedingungen<br />
vielerorts verschlechtern und die Menschen in andere<br />
Regionen ausweichen werden.<br />
Neben den gesellschaftlichen Risiken kommen auch<br />
gewaltige wirtschaftliche Probleme auf die Weltwirtschaft<br />
zu. Bereits am 30. Oktober 2006 trat Sir Nicolas<br />
Stern, der ehemalige Chefökonom der Weltbank vor die<br />
4 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Weltpresse. Sein Bericht – der so genannte Stern-Report<br />
– versuchte erstmals die Kosten des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels zu<br />
bilanzieren. Das Ergebnis: Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel kann Jahr<br />
für Jahr Schäden in Höhe von 5 % des weltweiten<br />
Bruttoinlandsproduktes verursachen. Stern hält sogar<br />
Schäden bis zu 20 % der gesamten Wirtschaftsleistung<br />
für möglich – eine tiefe weltweite Rezession wäre die<br />
Folge. Demgegenüber beziffert Stern die Kosten des<br />
Handelns – der Reduzierung der Treibhausgasemissionen,<br />
um die schl<strong>im</strong>msten Auswirkungen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
zu vermeiden – auf lediglich etwa 1 % des globalen<br />
Bruttoinlandsprodukts pro Jahr.<br />
Diese Zahlen machen klar: Um den Gefahren des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
zu begegnen und ihre Folgen zumindest<br />
abzumildern, bedarf es einer gewaltigen, weltweit<br />
koordinierten Anstrengung. Ach<strong>im</strong> Steiner, Executive<br />
Director of the United Nations Environment Programme<br />
(UNEP) dazu: „Im täglichen Leben reagieren wir sehr<br />
viel heftiger auf geringere Gefahren als den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel,<br />
wenn sie die Zukunft unserer Kinder bedrohen.<br />
Die Einflüsse der globalen Erwärmung werden in den<br />
nächsten Jahrzehnten gravierende Auswirkungen auf<br />
unsere Art des <strong>Wirtschaften</strong>s, der Wasserversorgung,<br />
auf Landwirtschaft, biologische Vielfalt und auch auf<br />
die Geopolitik haben.“<br />
„Das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>problem ist außerordentlich dramatisch,<br />
dementsprechend sind auch radikale Maßnahmen<br />
notwendig“, erklärte Professor Hans Joach<strong>im</strong> Schellnhuber,<br />
Präsident des Potsdam-Institut für <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>folgenforschung<br />
(PIK). Sollte die Erderwärmung über die<br />
zwei Grad Celsius hinaus gehen, ginge es nicht mehr<br />
um volkswirtschaftliche Schäden, sondern um unbeherrschbare<br />
Risiken für das Leben der Menschen.<br />
„Die Reaktion der Menschheit steht in keinem Verhältnis<br />
zur Bedrohung“, konstatierte <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>forscherin<br />
Prof. Dr.phil. Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie<br />
aus Wien. Dies zeigt sich auch <strong>im</strong> steigenden<br />
Gesamtausstoß des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>gases Kohlen dioxid (CO 2<br />
) in<br />
Deutschland. Nach jüngsten Zahlen des Bundesumweltamtes<br />
(UBA) ist der Ausstoß, bedingt durch das<br />
erfreulich robuste Wirtschaftswachstum, <strong>im</strong> Jahr 2006<br />
gegenüber 2005 um 0,6 % oder 5,1 Millionen Tonnen<br />
(Gesamt: 878 Millionen Tonnen) gestiegen. Dieser Anstieg<br />
wäre ohne die Nutzung erneuerbarer Energien<br />
noch höher ausgefallen. Diese bremsten den Anstieg<br />
um 11 Millionen Tonnen CO 2<br />
. Deutlich erhöht haben<br />
sich vor allem die Emissionen aus Industrieprozessen.<br />
Die Zeit des Handelns ist da – jetzt!<br />
Die Wissenschaft hat ihre Diagnose gestellt – der Patient<br />
Weltkl<strong>im</strong>a steht kurz vor dem Kollaps. Die Zeiten<br />
der Unwägbarkeiten, des Zauderns und der faulen<br />
Kompromisse sind vorbei, es ist „T<strong>im</strong>e for action“.<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel betrifft alle, jeden Einzelnen, jede<br />
Kommune, jedes Unternehmen, Länder, Nationen,<br />
Staatenbünde und Kontinente.<br />
Ein – wünschenswertes – weltweites Aktionsprogramm<br />
unter dem Dach der UNO wird auf absehbare Zeit<br />
wohl nicht zu erreichen sein. Die industrialisierten<br />
Länder werden mit ihrem Know-how und technischen<br />
Potential vorangehen müssen, denn sie haben bisher<br />
auf Kosten der übrigen Welt sorglos Ressourcen verschwendet.<br />
Alle Bemühungen der Industriestaaten<br />
werden aber vergebens sein, wenn es nicht gelingt,<br />
auch die aufstrebenden Schwellenländer mit ins Boot<br />
zu holen.<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
5
Lebensader Energie<br />
Energie ist mit der Industrialisierung zur Lebensader<br />
allen <strong>Wirtschaften</strong>s geworden. 80 bis 90 % des<br />
Energieverbrauchs wurden 2004 durch die fossilen<br />
Energieträger Gas, Kohle und Öl gedeckt, aber auch<br />
75 % der 30 Milliarden Tonnen CO 2<br />
, die weltweit<br />
emittiert werden, entstehen aus der Nutzung fossiler<br />
Energieträger. Und die Tendenz ist steigend, da neue<br />
Wachstumsregionen in Asien und Südamerika ihren<br />
<strong>im</strong>mens steigenden Energiehunger überwiegend durch<br />
fossile Energieträger stillen werden.<br />
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe<br />
Schon die unsichere Versorgungslage zwingt zum<br />
Umdenken. „Die eigentliche Problematik der internationalen<br />
Energiesicherheit in der näheren Zukunft<br />
hängt nicht so sehr mit der Endlichkeit von Rohöl- und<br />
Erdgasreserven zusammen, sondern pr<strong>im</strong>är in der<br />
Anhäufung regionaler Krisen und innenpolitischer<br />
Instabilitäten in den Rohöl und Erdgas produzierenden<br />
Staaten“, sagt der Sicherheitsexperte Frank Umbach<br />
von der Deutschen Auswärtigen Gesellschaft für Politik<br />
in Berlin. Einer steigenden Nachfrage stehen zudem<br />
zunehmende Knappheit und steigende Explorationsund<br />
Förderpreise gegenüber – der Wettlauf um die<br />
Ressourcen ist bereits <strong>im</strong> vollen Gange.<br />
Unsere Gesellschaft muss ein vitales Interesse an einer<br />
langfristigen Strategie zur Energieerzeugung und<br />
-nutzung sowie zur Versorgungssicherheit haben,<br />
die den aktuellen Problemen Rechnung trägt und<br />
zukunftssicher ist. Die Verfügbarkeit von Energie und<br />
die Versorgungssicherheit entscheiden letztlich über<br />
den weiteren Bestand unseres „Way of Life“. Es besteht<br />
aller Voraussicht nach nur noch ein Zeitfenster<br />
von zehn bis 15 Jahren, um die nötigen Maßnahmen<br />
zu ergreifen und umzusetzen und katastrophale<br />
Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft<br />
zu verhindern. Mit dem konventionellen Energiemix<br />
heutiger Tage wird dies nicht zu erreichen sein.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie und Unternehmen<br />
Auch für Unternehmen wird die Frage nach den Folgen<br />
des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels für das Fortbestehen ihres Geschäftsmodells<br />
zur existenziellen Frage. Insbesondere<br />
börsennotierte Unternehmen sehen sich in den letzten<br />
Jahren vermehrtem Druck von Seiten der Finanzmärkte<br />
ausgesetzt, ihr unternehmerisches Wirken <strong>im</strong> Sinne<br />
der <strong>Nachhaltig</strong>keit zu gestalten. Investoren werden<br />
in Zukunft Unternehmen sehr viel stärker auch nach<br />
deren <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie und den entsprechenden Planungen<br />
und Entscheidungen beurteilen. Das Risiko einer<br />
Anlage- oder Kreditentscheidung wird mehr und mehr<br />
geprägt von Informationen über die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie des<br />
zu beurteilenden Unternehmens – langfristiger Erfolg<br />
und Attraktivität für Investoren sind damit direkt mit<br />
Fragen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes verknüpft. Der Druck der<br />
Finanzmärkte wird in Zukunft ein entscheidender Hebel<br />
für Veränderungen sein. So hat allein das Carbon<br />
Disclosure Project über 220 institutionelle Investoren<br />
mit einem Anlagevolumen von mehr als 31 Billionen<br />
US-Dollar versammelt, die entsprechend agieren, mit<br />
steigender Tendenz.<br />
Energiesparen und Energieeffizienz<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist aber nicht nur eine Bedrohung,<br />
sondern bietet nach Auffassung des Bundesdeutschen<br />
Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management<br />
(B.A.U.M. e. V.) auch enorme Chancen für ein nachhaltiges<br />
Wachstum und positive Beschäftigungseffekte.<br />
So ist der Umweltbereich bereits heute einer<br />
der nach Beschäftigtenzahlen größten, wichtigsten<br />
und am schnellsten wachsenden Wirtschaftsbereiche<br />
in Deutschland. „Die konsequente Einführung<br />
von Energieeffizienz- sowie Energiesparmaßnahmen<br />
und Erneuerbaren Energien führt zu herausragenden<br />
nachhaltigen Effekten mit Kosteneinsparungen,<br />
6 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
umschlag rz2.indd 1<br />
ISBN-13: 978-3-9809607-9-3<br />
13.04.<strong>2007</strong> 15:42:42 Uhr<br />
Innovative Konzepte und Technologien eröffnen<br />
zudem hervorragende Entwicklungschancen für<br />
Unternehmen mit entsprechenden Wachstums- und<br />
Beschäftigungs<strong>im</strong>pulsen.<br />
Die B.A.U.M.-Vorstände Martin Oldeland und Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian<br />
Gege ermuntern zum engagierten <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
CO 2<br />
-Reduzierung, neuen Arbeitsplätzen, steigenden<br />
Steuereinnahmen und Exportchancen“, schildert Prof.<br />
Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege von B.A.U.M. e. V. „Es gilt, diese<br />
Potentiale und die damit verbundenen Chancen noch<br />
intensiver zu nutzen. Wenn die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie eines<br />
Unternehmens seine Werthaltigkeit und seine Zukunftsfähigkeit<br />
best<strong>im</strong>mt, dann ist das Thema Energie<br />
von zentraler Bedeutung.“<br />
Europa als Motor für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Noch hat Europa die Möglichkeit, mit innovativen<br />
Technologien <strong>im</strong> Bereich Umwelt und Energie eine<br />
wirtschaftliche Führungsrolle in der Welt einzunehmen.<br />
Andere Staaten wachen aber langsam auch auf und<br />
deswegen ist es umso wichtiger, schnell zu handeln,<br />
Märkte zu bearbeiten und Vorsprünge auszubauen.<br />
Eine aktuelle Untersuchung der 30 DAX-Unternehmen,<br />
die Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege exklusiv für das Magazin<br />
„Wirtschaftswoche“ durchgeführt hat, zeigt, dass die<br />
Unternehmen den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel mit seinen Risiken und<br />
Chancen angenommen haben, wenn auch mit unterschiedlicher<br />
Priorität. „Die B.A.U.M.-Mitglieder Henkel<br />
und Deutsche Telekom belegten in dem Ranking die<br />
ersten Plätze“, berichtet Gege nicht ohne Stolz, „aber<br />
auch andere Industrieunternehmen wie BASF, Bayer,<br />
Siemens u.a. sind gut aufgestellt. Die größten Herausforderungen<br />
kommen sicherlich auf die Energieversorger<br />
wie E.ON und RWE zu. Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Check zeigt auch,<br />
dass es noch einigen Spielraum be<strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz gibt.<br />
Durch Effizienzsteigerungen und den Einsatz Erneuerbarer<br />
Energien sind zig Millionen Tonnen CO 2<br />
und rund<br />
64 Milliarden Euro einzusparen“. Für die Firmen gibt<br />
es also noch jede Menge Handlungsoptionen, die sie<br />
möglichst intensiv nutzen sollten, nicht zuletzt ihres<br />
Aktienkurses wegen.<br />
Jeder Einzelne von uns kann in seinem privaten Umfeld<br />
eine Menge tun. Das Buch enthält viele Ratschläge, wie<br />
man <strong>im</strong> Haushalt effektiv Kosten sparen kann und dabei<br />
gleichzeitig die Umwelt durch Einsparen von Kohlendioxid<br />
(CO 2<br />
) entlastet. Durch die <strong>im</strong> Buch veröffentlichen Tabellen<br />
kann jeder sehen, mit welcher Maßnahme seine Kosten<br />
sinken und wie viel CO 2<br />
weniger produziert wird. Interessant<br />
ist auch das Kapitel über<br />
die Welt der neuen Technologi-<br />
Das lohnt sich doppelt!<br />
en wie neue <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> Heizungsformen,<br />
retten und Geld sparen<br />
D<br />
aktuelle <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>diskussion hat ihren Höhepunkt erreicht. Überall werden<br />
Solarenergie Strom und wertvolle u. Energie – und ä.. somit viel Geld – sinnlos Zudem<br />
verschwendet. Angesichts<br />
der zunehmenden Kohlendioxyd-(CO 2)-Belastung fragt sich jeder: Was kann<br />
ich persönlich dagegen tun? Die Antwort lautet: viel mehr, als man denkt!<br />
Herausgeber Prof. Max<strong>im</strong>ilian Gege zeigt in diesem Buch eindrucksvoll, wie jeder<br />
sind viele Bezugsquellen für<br />
Einzelne schon mit einfachsten Mitteln täglich einen Beitrag zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz leisten<br />
und dabei bares Geld sparen kann. So kann eine Familie mit zwei Kindern <strong>im</strong><br />
Jahr bis zu 8,4 Tonnen CO<br />
Produkte, Herstelleradressen<br />
2 vermeiden und gleichzeitig über 3.000 Euro sparen.<br />
Die etwa 1.000 Tipps in diesem Ratgeber beruhen auf langjährigen Erfahrungen<br />
des von Prof. Gege mitgegründeten Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes<br />
Management (B.A.U.M. e. V.), der seit vielen Jahren die Wirtschaft in<br />
Umwelt- und Energiefragen berät.<br />
etc. enthalten.<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege (Hrsg.) war als Experte für<br />
Finanzen und Controlling sowie als Umweltmanager<br />
in der Wirtschaft tätig. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender<br />
des Bundesdeutschen Arbeitskreises für<br />
Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e. V.) und<br />
lehrt als Honorarprofessor an der Universität Lüneburg<br />
B.A.U.M. e.V. <strong>im</strong> Fachbereich Umweltwissenschaften. Aufgrund der<br />
erfolgreichen Realisierung von nationalen und internationalen<br />
Projekten wurde er mit zahlreichen Preisen<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten sowie und dem Bundesverdienstkreuz Geld ausgezeichnet. sparen<br />
12,80 Euro, 114 Seiten<br />
€ 12,80 [D]<br />
Bestellung unter<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten und Geld sparen Max<strong>im</strong>ilian Gege (Hrsg.)<br />
1.000 TIPPS FÜR HAUS, GARTEN, BÜRO, FREIZEIT<br />
Max<strong>im</strong>ilian Gege (Hrsg.)<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten<br />
UNDGeld sparen<br />
So spart die Familie<br />
jährlich 3.000 Euro<br />
und 8 Tonnen CO 2<br />
Bildquelle: OSRAM GmbH<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
7
BAUM-Projekte zeigen Einsparpotentiale auf<br />
Seit über 20 Jahren zeigen B.A.U.M. e. V. und seine<br />
Mitglieder, welche gewaltigen Reserven das einfache<br />
Sparen und der intelligente Einsatz von Energie in<br />
Büros, Fertigungsstätten und Lagerhallen birgt, zum<br />
Wohl von Umwelt, <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> und Finanzen. B.A.U.M. e. V.<br />
ist auf Grund der Ergebnisse von mehr als 1.000<br />
untersuchten Unternehmen aus allen Branchen und<br />
Größenordnungen überzeugt, dass sich die von der<br />
Politik gesetzten Ziele sogar noch übertreffen lassen,<br />
wenn alle Potentiale konsequent genutzt werden.<br />
In Kooperation mit den Handels-/Handwerkskammern<br />
Freiburg, Ulm und Mannhe<strong>im</strong> sowie mit<br />
Unterstützung des Umweltministeriums Baden-<br />
Württemberg entstand das B.A.U.M. Beratungsprojekt<br />
ECO+, ein Einstiegsprogramm zum Thema<br />
Umwelt für KMU. In den ECO+-Projekten ergaben<br />
die Umweltmaßnahmen Kosteneinsparungen von<br />
5 bis 10.000 Euro pro Betrieb/Jahr. Bei vielen der<br />
vorgeschlagenen Maßnahmen waren nur geringe<br />
Investitionen erforderlich. Die meisten Investitionen<br />
amortisierten sich innerhalb kurzer Zeit.<br />
Ein weiter gehender Ansatz sind die ÖKOPROFIT-<br />
Projekte, ein Kooperationsmodell zwischen Kommune<br />
und Unternehmen. In Nordrhein-Westfalen lieferten<br />
diese Projekte bisher folgende Ergebnisse:<br />
In 622 beteiligten Betrieben mit über 170.000 Mitarbeitern<br />
(durchschnittlich 273 Mitarbeiter/Betrieb)<br />
wurden über 5.000 Maßnahmen realisiert. Dadurch<br />
konnten 19,6 Mio. Euro eingespart werden.<br />
Mit den durchgeführten Maßnahmen wurden<br />
folgende Resultate erzielt:<br />
• über 37.000 t weniger Restmüll<br />
• über 1,5 Mio. m3 Wassereinsparung<br />
• 200 Mio. kWh weniger Energieverbrauch<br />
• mindestens 80.000 t CO 2<br />
-Reduktion<br />
Die Zahlen dieser Projektbeispiele zeigen, dass jede<br />
professionelle Analyse in jedem Unternehmen, egal<br />
welcher Größenordnung und Branche, signifikante<br />
Einsparpotentiale bei Energie, Wasser, Abfall, Ressourcenkosten<br />
sowie CO 2<br />
aufzeigt. B.A.U.M. e. V.<br />
sowie die Netzwerkpartner der regionalen BAUM-<br />
Consult Gesellschaften stehen hier den Unternehmen<br />
beratend zur Seite.<br />
Die Solaranlage auf dem Flughafen München: der richtige Schritt zur Erzeugung<br />
Erneuerbarer Energien<br />
8 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Offensive<br />
Wie wir gemeinsam das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten können<br />
Wenn wir in die Vergangenheit<br />
zurückblicken<br />
wird deutlich, dass schon<br />
frühere Warnungen nicht<br />
ernst genommen und<br />
konkrete Ziele nicht erreicht<br />
wurden. So sollten<br />
schon ab 1990 – nach<br />
dem ersten <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bericht<br />
des Bundestages – die<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>killer CO 2<br />
u.a. um<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege 20 % bis 2005 gesenkt<br />
werden. Das reale Ergebnis:<br />
Bis 2005 stiegen die kl<strong>im</strong>aschädlichen Emissionen<br />
um 20 % – also genau eine gegenteilige Entwicklung<br />
– somit eine Zielabweichung von 40 %!<br />
Schon vor 17 und mehr Jahren haben wir von B.A.U.M.<br />
auf die damaligen beträchtlichen Einsparpotentiale<br />
und damit CO 2<br />
-Reduktionsmöglichkeiten hingewiesen.<br />
Schon damals hatten wir Energieeffizienz-Steigerungspotentiale<br />
von ca. 40-50 % und mehr vorgestellt:<br />
Messtechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik,<br />
Druckluft, energiesparende Geräte u.v.a. waren verfügbar<br />
und wurden nur marginal genutzt. Milliarden von<br />
DM/Euro wurden so „verschwendet“ und Hunderte<br />
von Millionen t CO 2<br />
u.a. völlig unnötig in die Luft geblasen<br />
– mit den heute bekannten schwerwiegenden<br />
Konsequenzen.<br />
Sportanlagen, Kirchen, Kliniken, Seniorenhe<strong>im</strong>en oder<br />
Kindergärten, und nicht zuletzt in den Privathaushalten<br />
– überall können Energieeffizienz- und Sparmaßnahmen<br />
realisiert werden durch energiesparende Geräte,<br />
opt<strong>im</strong>ierte Heizungsanlagen, Gebäudesanierungen<br />
(Dämmung, Lüftung, Fenster etc.), Vermeidung von<br />
Stand-by-Verlusten, Bau von Passivhäusern u.v.a..<br />
Neue Strategien und Allianzen für das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong><br />
Der Einsatz von Erneuerbaren Energien wie Solarwärme,<br />
Photovoltaik, Erdwärme, Windkraft, Biomasse<br />
und Wasserkraft kann noch viel massiver als bisher<br />
vorangetrieben werden. Ein gesamtes Einsparpotential<br />
von mindestens 71 Milliarden Euro und mindestens<br />
71 Millionen t CO 2<br />
jährlich wäre aus meiner Sicht<br />
durchaus realistisch. Wir benötigen eine breite, umfassende<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Allianz, ohne erhobenen Zeigefinger,<br />
aber mit klaren Zielvorstellungen und genauso klaren<br />
Umsetzungsstrategien in jedem Unternehmen, jedem<br />
öffentlichen Bereich und allen privaten Haushalten.<br />
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel spricht von der<br />
„<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>dramatik“ als einer der zentralen Herausforderungen<br />
der Gesellschaft und hat mit großem<br />
persönlichem Engagement <strong>im</strong> Rahmen der deutschen<br />
EU-Ratspräsidentschaft die EU zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>vorreiter positioniert.<br />
Europa hat so die große Chance, die längst<br />
fällige <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wende zu vollziehen, weltweit als Vorbild<br />
zu wirken und auf diese Weise viele Länder zur Nach-<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> schützen und Geld sparen<br />
Das Gute ist: Wir haben <strong>im</strong>mer noch die Chancen<br />
und kennen die Möglichkeiten, um dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
wirksam zu begegnen und signifikante Potentiale der<br />
Energiekosten- und CO 2<br />
-Einsparung schnell und wirksam<br />
zu nutzen. In allen Bereichen der Gesellschaft, in<br />
Unternehmen, egal welcher Branche und Größenordnung,<br />
öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Hochschulen,<br />
Schw<strong>im</strong>mbädern, Verwaltungsgebäuden,<br />
Bildquelle: DENA<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
9
Mehr als 170.000 neue Arbeitsplätze wurden durch Umwelt- und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>investitionen neu geschaffen – und es werden täglich mehr<br />
ahmung anzuregen. Sollten die EU-Länder den jetzt<br />
vereinbarten <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz nicht sicherstellen, müsste<br />
schon kurzfristig mit der Bildung hoher Rückstellungen/Rücklagen<br />
für zu erwartende Milliarden-Schäden<br />
begonnen werden.<br />
Die Einführung von <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Maßnahmen wird<br />
auch zu außerordentlich positiven ökonomischen<br />
und sozialen Konsequenzen führen. Dezentrale<br />
Energieversorgung, Erneuerbare Energien, Energieeffizienzprojekte,<br />
umfassende Gebäudesanierung,<br />
Top-Runner-Produkte, ökologisch erzeugte Lebensmittel<br />
etc. führen neben massiven Energie- und CO 2<br />
-<br />
Einsparungen auch zu vielen neuen Arbeitsplätzen,<br />
Wertschöpfung in der Region, zusätzlichen Steuereinnahmen<br />
u.v.a. und tragen so auch direkt zur<br />
Armutsbekämpfung bei.<br />
Job Maschine „Green Tech“<br />
Damit einher geht auch ein enormer Ausbau „grüner<br />
Technologien“. Schon heute gibt es in Deutschland ca.<br />
170.000 Jobs in diesem Bereich – bis 2020 könnten es<br />
durch Steigerung der Exporte in die rasant wachsenden<br />
Märkte Asiens und viele weitere Länder durchaus bis<br />
hin zu 1 Million Arbeitsplätze sein. Alles in allem herausragende<br />
Chancen für die Zukunft, die es auch <strong>im</strong> Interesse<br />
des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes endlich zu nutzen gilt.<br />
Zur erfolgreichen Nutzung schlägt B.A.U.M. aufgrund<br />
praktischer Erfahrungen deshalb ein 15-Punkte-Programm<br />
für die 3,2 Millionen Unternehmen der Wirtschaft,<br />
die öffentliche Hand, sowie die 39,2 Millionen<br />
Haushalte vor.<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege<br />
10 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Das B.A.U.M. 15-Punkte-<br />
Programm für die Zukunft<br />
Das Schwerpunkt-Programm – acht Vorschläge<br />
1) 50 Milliarden Euro-Programm für ein Maßnahmenpaket<br />
zur Energieeffizienz-Steigerung bei den rd.<br />
3,2 Millionen Unternehmen und 39,2 Millionen<br />
Haushalten<br />
2) 50 Milliarden Euro-Programm für eine umfassende,<br />
verpflichtende Gebäude-Sanierung bei den privaten<br />
Haushalten und Unternehmen<br />
3) Reduzierung der kl<strong>im</strong>aschädlichen Subventionen<br />
um ca. 30 Milliarden Euro, damit teilweise Finanzierung<br />
des 100 Mrd. Programms (s. Pos. 1 und 2)<br />
4) Auflegung eines Zukunfts-/<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>fonds in Höhe von<br />
insgesamt 70 Milliarden Euro und Finanzierung der<br />
Pos. 4 und 5. 5 % Zinsen für Anleger, Refinanzierung<br />
durch erzielte Einsparungen<br />
5) erhöhter Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung<br />
6) massiver Einsatz von Erneuerbaren Energien,<br />
Erdwärme, Solarwärme, Photovoltaik, kleinen<br />
Wärmekraftwerken, Windkraftanlagen, Biomasse<br />
– verstärkt nach Kosten-Nutzen-Aspekten, mit<br />
Unterstützung durch gezielte Förderprogramme<br />
und Finanzierung durch einen Zukunfts-/<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>fonds<br />
7) schrittweise Nutzung von „Ökostrom“ in allen öffentlichen<br />
Gebäuden/Einrichtungen, Unternehmen,<br />
privaten Haushalten<br />
8) umfassende Steigerung des Absatzes von energieeffizienten,<br />
sparsamen Geräten, Anlagen,<br />
Kraftfahrzeugen, auf der Basis von Top-Runner-<br />
Konzepten<br />
Die flankierenden Maßnahmen – 7 Vorschläge<br />
2) Gewinnung der Medien für eine permanente,<br />
gezielte Berichterstattung<br />
3) Integration von „Umweltbildung und <strong>Nachhaltig</strong>keit“<br />
in Schul-Lehrpläne<br />
4) Wettbewerbe in allen Bereichen/Branchen der<br />
Gesellschaft zur Nachahmung von Energieeffizienz-<br />
Sparaktionen, CO 2<br />
-neutrale und CO 2<br />
-freie Maßnahmenprogramme,<br />
Unternehmen – Benchmarking<br />
5) Festlegung von „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>abgaben“ auf alle kl<strong>im</strong>a-<br />
/CO 2<br />
-relevanten Produkte/Dienstleistungen, d.h.<br />
wer Produkte/Dienstleistungen mit hohen CO 2<br />
-<br />
Emissionen kauft/nutzt, zahlt einen entsprechenden<br />
„<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>entlastungsbeitrag“, wer wenig emittiert,<br />
zahlt entsprechend weniger (Verursacherprinzip<br />
– Internalisierung externer Kosten)<br />
6) Wirksamer und spürbarer Bürokratieabbau, vor<br />
allem auch für die KMU<br />
7) Umsetzung einer umfassenden Informations-<br />
Kommunikationskampagne unter Mitwirkung aller<br />
gesellschaftlichen Gruppen, Präsentation von Best-<br />
Practice-Beispielen aus allen Bereichen, gezielte<br />
Kommunikation dieser Beispiele und Motivation<br />
zur „Nachahmung“<br />
Mit diesem Konzept wäre auch die oft diskutierte aktive<br />
„Bürgergesellschaft“ möglich. Lippenbekenntnisse<br />
werden in konkretes Handeln umgesetzt.<br />
Der Staat reduziert Subventionen zur Finanzierung<br />
nachhaltiger, zukunftsrelevanter Investitionen, die<br />
Bürger investieren 1,5 % ihres „Geldvermögens“ für<br />
z. B. 5 % Zinsertrag in ein nachhaltiges Wachstumsprogramm<br />
mit vielfältigen ökonomischen, ökologischen<br />
und sozialen Vorteilen.<br />
1) Einführung von CO 2<br />
-Kennzeichnungspflichten bei<br />
Produkten, d.h. der Käufer/Nutzer sollte über den<br />
mit der Nutzung verbundenen CO 2<br />
-Ausstoß soweit<br />
wie möglich informiert werden<br />
Das komplette B.A.U.M. 15-Punkte-Programm finden<br />
Sie auf der B.A.U.M. Homepage www.baumev.de<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege<br />
Tel. 040 / 49 07 11 00<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
11
CO 2<br />
NTRA<br />
Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Initiative gegen CO 2<br />
Ungewöhnlich milde Temperaturen <strong>im</strong> Winter, extrem<br />
heiße Tage <strong>im</strong> Sommer und die Häufung von Hochwasserkatastrophen<br />
– all das sind Auswirkungen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels.<br />
Laut UN-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bericht, der Anfang Februar<br />
vom Weltkl<strong>im</strong>arat veröffentlicht wurde, waren elf der<br />
vergangenen zwölf Jahre unter den wärmsten seit dem<br />
Beginn der Aufzeichnungen <strong>im</strong> Jahr 1850. Wesentliche<br />
Ursache hierfür ist der zunehmende Anstieg der Konzentrationen<br />
der Treibhausgase, wie beispielsweise CO 2<br />
,<br />
das durch den Verbrauch von fossilen Energieträgern<br />
wie Kohle oder Erdöl entsteht. Da die Weltbevölkerung<br />
weiter zun<strong>im</strong>mt, steigt auch der CO 2<br />
-Ausstoß <strong>im</strong>mer weiter<br />
an. Es ist daher höchste Zeit, Energie effizienter einzusetzen<br />
und geeignete Maßnahmen zu finden, um den<br />
CO 2<br />
-Ausstoß pro Kopf möglichst schnell zu senken.<br />
Gesucht:<br />
Deutschlands engagierteste <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schützer<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist seit der Veröffentlichung des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>berichtes<br />
in aller Munde. Doch während Politiker<br />
weltweit über geeignete Maßnahmen diskutieren, ist<br />
der Dämmstoffhersteller Saint-Gobain Isover G+H AG<br />
schon seit einigen Jahren <strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz aktiv: Im Jahr<br />
2005 gründete das Unternehmen die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Initiative<br />
CO 2<br />
NTRA. Deren Ziel ist es, die Wichtigkeit des<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes zu verdeutlichen und die Bevölkerung<br />
aufzurufen, sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen.<br />
So werden jährlich Ideen gesucht, die helfen,<br />
den CO 2<br />
-Ausstoß zu senken und damit die Umwelt<br />
zu entlasten. Ob von Verbänden und Organisationen,<br />
Schulen, Hochschulen, öffentlichen Verwaltungen oder<br />
Einzelpersonen: Alle eingereichten Projekte haben die<br />
Chance auf eine finanzielle Unterstützung. Insgesamt<br />
stehen 200.000 Euro pro Jahr für die Förderung von<br />
kreativen nationalen und nicht wirtschaftlich nutzbaren<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten zur Verfügung. Darüber hinaus<br />
sind zwei Förderpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro<br />
für wissenschaftliche Konzepte und Ideen, die zur<br />
Umsetzung von <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Maßnahmen führen,<br />
ausgeschrieben. Entscheidend für CO 2<br />
NTRA ist die<br />
Verbreitung der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzideen, die der Öffentlichkeit<br />
Methoden für den aktiven <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz aufzeigen.<br />
Daher haben in diesem Jahr Projekte mit pädagogischer<br />
Ausrichtung besonders große Chancen auf eine Förderung.<br />
Welche Projekte unterstützt werden, entscheidet<br />
12 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
ein zehnköpfiger Beirat mit Vertretern aus Forschung<br />
und Wirtschaft, deren Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang<br />
Seiler, Institutsleiter Atmosphärische Umweltforschung<br />
des Instituts für Meteorologie und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>forschung des<br />
Forschungszentrums Karlsruhe, ist.<br />
Warum CO 2<br />
NTRA?<br />
30 Jahren Gebäudenutzung wird<br />
das 225-fache der ursprünglichen<br />
Produktionsemissionen eingespart.<br />
Damit hängt Dämmen mit<br />
Umweltschutz eng zusammen.<br />
Mit CO 2<br />
NTRA fördert Isover, über<br />
seine energiesparenden Produkte<br />
hinaus, <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte. Jürgen<br />
Hohmeier, Vorstand Marketing<br />
und Vertrieb der Saint-Gobain Isover<br />
G+H AG, ist von der Wichtigkeit<br />
des Engagements überzeugt:<br />
„Das Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel gewinnt<br />
<strong>im</strong>mer mehr an Bedeutung in der<br />
Gesellschaft. Die Dämmstoffe von<br />
Isover sind durch ihre energiesparende Wirkung <strong>im</strong><br />
Hochbau ein wichtiger Faktor be<strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz. Mit<br />
CO 2<br />
NTRA möchten wir einen zusätzlichen Beitrag<br />
zum Umweltschutz leisten. Wir freuen uns sehr, in<br />
diesem Jahr wieder neue Projekte auszuwählen und<br />
zu unterstützen“.<br />
Natur kennt keine Verschwendung. Millionen von<br />
Pflanzen und Tieren leben seit Jahrtausenden nach<br />
dem ökologischen Prinzip „Mit wenig viel erreichen“.<br />
Auch das Dämmen folgt diesem Prinzip: Im Winter<br />
muss weniger geheizt, <strong>im</strong> Sommer weniger gekühlt<br />
werden. So wird Energie gespart und der CO 2<br />
-Ausstoß<br />
verringert. Zwar entstehen bei der Produktion von<br />
Dämmstoffen CO 2<br />
-Emissionen, diese werden aber<br />
durch die jährliche Einsparung der gedämmten Häuser<br />
gegenüber ungedämmten Häusern um ein Vielfaches<br />
wieder eingespart. Untersuchungen zeigen: In<br />
Was gibt es Neues zum Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz, wie kann ich mich<br />
bei der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Initiative bewerben und wer sind die Preisträger<br />
der letzten Jahre? Diese sowie viele weitere Informationen<br />
erhalten Sie unter www.contra-co2.de<br />
Jetzt Bewerben!<br />
Ab sofort sind die Bewerbungsunterlagen für CO 2<br />
NTRA <strong>im</strong> Internet erhältlich unter: www.contra-co2.de. Hier fi nden Sie auch<br />
weitere Informationen zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und zur Initiative. Sie können die Unterlagen auch unter folgender Adresse anfordern:<br />
CO 2<br />
NTRA<br />
c/o SAINT-GOBAIN ISOVER G+H<br />
Frau Ute Garrelts<br />
67005 Ludwigshafen<br />
Telefon 0800 / 5 <strong>01</strong> 75 <strong>01</strong><br />
Mail info@contra-co2.de<br />
Alle Bewerbungen, die bis 13. Juli <strong>2007</strong> eintreffen, haben die Chance, mit einem Teil des Gesamtetats von 200.000 Euro gefördert zu<br />
werden.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
13
Die Sonne schickt uns<br />
keine Rechnung<br />
Photovoltaik und thermosolare Energie-Nutzung sind ein Weg in die Zukunft<br />
Die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische<br />
Energie, die Photovoltaik, zählt nicht ohne Grund zu den<br />
Hoffnungsträgern unserer zukünftigen Energieversorgung.<br />
Sonnenenergie ist <strong>im</strong> Überfluss vorhanden und<br />
bei ihrer Nutzung entstehen keine das Erdkl<strong>im</strong>a negativ<br />
beeinflussenden Emissionen. Der „Wissenschaftliche<br />
Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“<br />
(WBGU) geht deshalb in seiner Studie davon<br />
aus, dass die Photovoltaik zusammen mit der Stromerzeugung<br />
aus solarthermischen Kraftwerken gegen Ende<br />
unseres Jahrhunderts den mit Abstand größten Beitrag<br />
zu unserer Elektrizitätsversorgung liefert.<br />
Solarpark in Kalifornien<br />
Bildquelle: US-Department of Energy<br />
abgegriffen werden kann. In der Praxis baut man viele<br />
solcher, nebeneinander angeordneter und elektrisch<br />
verschalteter, Solarzellen zu einem Photovoltaikmodul<br />
zusammen, das den Grundbaustein einer Photovoltaikanlage<br />
bildet. Eine solche Anlage kann aus einer<br />
beliebigen Anzahl von Modulen bestehen und wird<br />
vorzugsweise auf einem nach Süden ausgerichteten<br />
Schrägdach eines Gebäudes oder auch auf einer<br />
freien Bodenfläche aufgebaut, so dass sich möglichst<br />
opt<strong>im</strong>ale Einstrahlbedingungen ergeben. Die gesamte<br />
elektrische Energie der Anlage wird über einen<br />
Wechselrichter, der den Gleichstrom der Solarmodule<br />
in einen Wechselstrom umwandelt, in das öffentliche<br />
Stromnetz eingespeist.<br />
Der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage, ein Maß<br />
für die Umwandlungseffizienz der eingestrahlten<br />
Sonnenenergie in elektrische Energie, beträgt bei der<br />
am meisten verbreiteten, auf kristallinem Silizium beruhenden<br />
Technologie, etwa 12 bis 20 %. Forschungsinstitute<br />
und Industrie arbeiten intensiv daran, diesen<br />
Wirkungsgrad zu steigern. Werte bis zu 25 % werden<br />
für die Zukunft erwartet. Das Ausgangsmaterial Silizium<br />
gibt es auf der Erde in Hülle und Fülle. Alleine die<br />
Notwendigkeit, dass nur extrem reines Material verwendet<br />
werden kann, hat zu einem vorübergehenden<br />
Engpass geführt, der durch den Ausbau der Produktionsstätten<br />
in den nächsten Jahren der Vergangenheit<br />
angehören dürfte.<br />
Das Grundprinzip der Umwandlung von Licht in<br />
elektrische Energie ist seit über 150 Jahren bekannt.<br />
Sonnenlicht trifft auf eine Solarzelle, eine wenige<br />
zehntel Mill<strong>im</strong>eter dicke, etwa handtellergroße und<br />
in einem speziellen Herstellungsprozess präparierte<br />
Siliziumscheibe. Dabei führt der Energietransfer <strong>im</strong><br />
Inneren der Scheibe zu einer Trennung von positiven<br />
und negativen elektrischen Ladungen, so dass an den<br />
Kontakten der Solarzelle eine elektrische Spannung<br />
Dünnschichtsolarmodule auf dem Vormarsch<br />
Gänzlich ohne hochreines Silizium kommen Solarmodule<br />
in Dünnschichttechnologie aus, die keinen zellartigen<br />
Aufbau haben, sondern ganzflächig hergestellt<br />
werden. Diese Module, die derzeit einen Marktanteil<br />
von etwa 7% erreichen, weisen zwar einen geringeren<br />
Wirkungsgrad auf, sind aber erheblich billiger als<br />
Module in kristalliner Siliziumtechnologie.<br />
14 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Photovoltaikzellen werden durch<br />
Massenproduktion wirtschaftlich<br />
Die Reduzierung der Kosten pro installierter Leistung<br />
ist ein weiterer Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung.<br />
Die Senkung der Herstellkosten ist dringend<br />
nötig, um die heute noch vielfach finanziell geförderte<br />
Photovoltaik zum Selbstläufer zu machen. In Deutschland,<br />
dem mit 750 MWpeak (2006) neu installierter<br />
Leistung weltgrößten Photovoltaikmarkt, sorgt das<br />
Erneuerbare-Energien-Gesetz, oder kurz EEG, seit 2004<br />
für ein rasantes Marktwachstum. Der Betreiber einer<br />
neu installierten kleinen Dachanlage erhält derzeit eine<br />
Vergütung von 49,2 Cent für jede eingespeiste Kilo-<br />
wattstunde, und das gesichert auf 20 Jahre. Ein Modell,<br />
das sich für den Anlagenbetreiber zwar rechnet, aber<br />
alle Stromkunden mit der sog. EEG-Umlage belastet.<br />
Um diese aus Umweltgesichtspunkten sehr sinnvolle<br />
Umverteilung nicht ins Unermessliche wachsen zu<br />
lassen, enthält das EEG bereits eine Degression der<br />
Vergütung für jeweils neue Anlagen um 5 % jährlich.<br />
Gleichzeitig rechnet die Branche damit, dass sich durch<br />
die weitere Steigerung der Produktion die Herstellkosten<br />
und in Folge auch die Verkaufspreise entsprechend<br />
einer Lernkurve reduzieren werden. Hierzu trägt <strong>im</strong>mer<br />
mehr auch die wachsende Nachfrage nach Photovoltaikanlagen<br />
aus dem Ausland bei. Interessante Absatzmärkte<br />
werden in Zukunft neben Deutschland Länder<br />
Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder und Enkel<br />
Am Tag, an dem Sie diese Zeilen lesen, verbrauchen wir<br />
– wie an jedem Tag – etwa soviel Kohle, Gas und Öl wie<br />
die Natur in 500.000 Tagen geschaffen hat. Wir verbrennen<br />
die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Wenn<br />
es heute Abend bei uns in der ARD ausnahmsweise<br />
eine ökologisch realistische Tagesschau gäbe, gäbe es<br />
folgende Meldungen: Auch heute wieder ...<br />
... haben wir 100 bis 150 Tier- und Pflanzenarten<br />
unwiederbringlich ausgerottet<br />
... haben wir 30.000 Hektar Wüste zusätzlich<br />
geschaffen<br />
... haben wir 86 Millionen Tonnen fruchtbaren<br />
Boden durch Erosion verloren<br />
... haben wir 100 Millionen Tonnen Treibhausgase<br />
produziert<br />
Zu diesen ökologischen Problemen kommen noch<br />
ökonomische durch beinahe täglich steigende Energiepreise.<br />
Die US-Regierung geht in einer Studie davon<br />
aus, dass sich der Ölpreis bis 2<strong>01</strong>2 vervierfachen<br />
wir. Sind wir noch zu retten? Die Lösung des Energieproblems<br />
steht am H<strong>im</strong>mel. Die Sonne schickt uns<br />
jeden Tag 15.000 mal mehr Energie als alle Menschen<br />
verbrauchen. Es gibt gar kein Energieproblem – es<br />
gibt nur falsches Energieverhalten. Und das können<br />
wir ändern. Wenn wir Öl, Gas, Kohle oder Uran<br />
verbrauchen, sind diese Rohstoffe für <strong>im</strong>mer weg.<br />
Wenn wir jedoch über Sonnenkollektoren Wärme<br />
gewinnen oder unser Wasser wärmen, scheint die<br />
Sonne weiter. Nichts wird verbraucht. Das ist der<br />
fundamentale Unterschied: Fossil-atomare Energien<br />
werden <strong>im</strong>mer verbraucht, Erneuerbare Energien<br />
werden lediglich gebraucht. Wir haben ökologische<br />
und ökonomische Gewinne. Denn die Sonne schickt<br />
uns keine Rechnung. Den Rohstoff gibt es umsonst.<br />
Worauf warten wir noch?<br />
Wir nutzen auf unserem Hausdach seit 15 Jahren zwei<br />
Solaranlagen: Ich kann Ihnen versicheren, dass wir in<br />
dieser Zeit von der Sonne noch nie eine Rechnung<br />
bekamen.<br />
Franz Alt<br />
www.franzalt.de<br />
Franz Alts aktuelles Buch erscheint <strong>im</strong> September <strong>im</strong> Aufbau-<br />
Verlag unter dem Titel „ZUKUNFT ERDE – Wie wollen wir morgen<br />
leben und arbeiten?“<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
15
Dezentrale Energieversorung schafft Arbeitsplätze: Die SMA-Technologie<br />
AG beschäftigt mitlerweile mehr als 1.200 Mitarbeiter<br />
wie Spanien, Italien, Griechenland, Frankreich und<br />
USA sein. Hiervon profitiert natürlich auch die starke<br />
he<strong>im</strong>ische Photovoltaik-Industrie, die sich mehr und<br />
mehr auch zu einer Jobmaschine entwickelt.<br />
Fachleute rechnen damit, dass bis spätestens 2<strong>01</strong>5<br />
die Netzparität erreicht wird. Das bedeutet, dass die<br />
Stromerzeugungskosten von Photovoltaikanlagen unter<br />
die Strompreise für Endkunden fallen werden. Für<br />
Privathaushalte sind das derzeit etwa 18 bis 20 Cent<br />
pro Kilowattstunde. Die weiter steigenden Energiekosten<br />
werden diesen Prozess noch beschleunigen. In<br />
südlichen Ländern wie Spanien, Italien oder Kalifornien<br />
wird dieses Ziel, bedingt durch die deutlich höhere<br />
Sonneneinstrahlung, noch früher erreicht. Die Photovoltaik<br />
könnte dann auch ganz ohne Subventionen<br />
für den Stromkunden attraktiv werden. Einer wirklich<br />
weiten Verbreitung steht dann nichts mehr <strong>im</strong> Wege.<br />
Aus dem derzeitigen Anteil von 0,3 % an der Stromerzeugung<br />
in Deutschland könnten dann vielleicht<br />
30 % oder mehr werden.<br />
Genau hier taucht ein weiteres Problem auf. Ebenso<br />
wie bei der heute schon wesentlich weiter verbreite-<br />
Bildquelle: SMA<br />
ten Windkraft, die mittlerweile einen Anteil von über<br />
7 % an der gesamtem Stromerzeugung in Deutschland<br />
aufweist, ist die Photovoltaik ein fluktuierender<br />
Energieerzeuger, der nicht beliebig auf Knopfdruck<br />
abrufbar ist. Sie steht lokal nur in ausreichendem Maße<br />
zur Verfügung, wenn die Sonne scheint. Die klassischen<br />
Energieversorger gehen deshalb davon aus, dass<br />
auch bei einem sehr hohen Anteil der Versorgung mit<br />
Energie aus Photovoltaik- oder Windenergieanlagen<br />
nur wenige konventionelle Großkraftwerke eingespart<br />
werden könnten. Nötig ist deshalb die Entwicklung<br />
eines Gesamtkonzepts, das weitere Erneuerbare Energiearten<br />
mit einbezieht. So könnten die fluktuierenden<br />
Energiearten wie Wind und Sonnenenergie zur Deckung<br />
der Grundlast eingesetzt werden und nachts oder bei<br />
Flaute mit Biomassekraftwerken ergänzt werden.<br />
Ein weiterer hilfreicher Ansatz ist, die räumlich ganz<br />
unterschiedliche Verfügbarkeit von Erneuerbaren Energien<br />
zu nutzen. Ein verlustarmes, in Hochspannungs-<br />
Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) ausgeführtes<br />
Stromnetz, das ganz Europa verbindet und sich bis nach<br />
Nordafrika erstreckt (Super-Grid) könnte einerseits die<br />
Stromproduktion mit Photovoltaikanlagen effizienter<br />
machen, andererseits lassen sich lokale Energiedefizite<br />
leichter ausgleichen. Dagegen scheint der Weg, die<br />
fluktuierende Natur von Photovoltaik- und Windenergie<br />
über die Speicherung elektrischer Energie zu reduzieren<br />
noch sehr weit zu sein. Trotz intensiver Forschung ist<br />
derzeit außer den bekannten, aber leider in der Verbreitung<br />
l<strong>im</strong>itierten Pumpspeicherkraftwerken keine<br />
großtechnisch einsetzbare Lösung verfügbar.<br />
Dr. Günther Ebert<br />
Abteilungsleiter Elektrische Energiesysteme am Fraunhofer Institut<br />
für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg <strong>im</strong> Breisgau<br />
www.ise.fraunhofer.de<br />
Solarenergie - Renditestark für eine saubere Zukunft<br />
Die Investition<br />
Beteiligen Sie sich am innovativen ADC Solarfonds und nutzen Sie die Möglichkeit vom boomenden Markt<br />
der Solartechnologie zu partizipieren. Der Fonds investiert in zwei deutsche Gesellschaften zur Produktion<br />
und Entwicklung von Solarzellen. Durch die Abdeckung der gesamten Produktkette bietet der Fonds eine<br />
kalkulierbare und sichere Rendite sowie die Chance auf zusätzliche außerordentliche Erträge.<br />
Verwaltung:<br />
ADC Solar Beteiligung GmbH & CoKG<br />
Fon +49 (0) 3991 / 6 33 27 30<br />
www.adc-solar.com<br />
Vertrieb:<br />
Ökodirekt GmbH<br />
Fon +49 (0) 9131 / 97 20 8 - 0<br />
www.oekodirekt.com<br />
Technik<br />
Schon der heutige Stand der Technik<br />
würde ausreichen, um Solarenergie<br />
zur tragenden Säule der<br />
deutschen Energieversorgung auszubauen.<br />
Jetzt muss nur noch das<br />
Potential genutzt werden!<br />
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Deutscher Standort mit innovativer Technologie<br />
*Ab dem dritten Geschäftsjahr<br />
16 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Solarthermie<br />
Die endlose Kraft der Sonne – eingefangen von moderner Technologie<br />
Den Siegeszug traten solarthermische Kraftwerke in<br />
Kalifornien an. Dort wurden zu Beginn der 1980er Jahre<br />
die ersten Solarkraftwerke errichtet. Heute laufen unter<br />
der sengenden Sonne Westamerikas 9 Kraftwerke, die<br />
über 350 MWt1 liefern.<br />
Treiber der Entwicklung ist auch der sich abzeichnende<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel, der die Weltbank bewegt, Projekte <strong>im</strong><br />
Sonnengürtel zu fördern. Da steigende Ölpreise zu<br />
erwarten sind und sich damit der Betrieb von nicht fossilen<br />
Kraftwerken verstärkt lohnt, sind in den Vereinigten<br />
Staaten einige Folgeprojekte <strong>im</strong> Bau. Besonders stechen<br />
jedoch die spanischen Pilotanlagen hervor, in denen<br />
deutsche Lieferanten eine führende Rolle einnehmen<br />
und bereits am Netz sind oder bald gehen werden.<br />
Solarthermische Kraftwerke funktionieren <strong>im</strong> Prinzip<br />
wie fossile oder nukleare Kraftwerke, nur dass anstelle<br />
eines Verbrennungsprozesses die Sonne als Energiequelle<br />
dient. Mittels thermischer Umwandlung von<br />
Sonnenenergie wird eine Dampfturbine angetrieben,<br />
die wiederum einen Generator zum Drehen bringt, der<br />
letztlich Strom erzeugt. Scheint die Sonne nicht, läuft<br />
ersatzweise ein konventionelles Kraftwerk oder die eingesammelte<br />
Wärmeenergie wird zwischengespeichert<br />
und bei Finsternis zur Stromerzeugung eingesetzt.<br />
Zum Einsatz kommen dazu Wärmespeichertanks. An<br />
anderen Speichermedien, wie energieeffizienten Betonblöcken,<br />
wird von Materialwissenschaftlern aktuell<br />
mit Hochdruck geforscht.<br />
In einem solarthermischen Kraftwerksblock können<br />
hunderte von MW an Leistung eingesammelt werden.<br />
Erst durch die Konzentration der Sonnenstrahlung<br />
lassen sich ausreichend hohe Temperaturen<br />
in einem Trägermedium erzeugen, um damit eine<br />
Wärmekraftmaschine anzutreiben. Um die Kraft der<br />
Sonnenstrahlen wie bei einer Lupe zu bündeln und<br />
zu verstärken, werden spezielle Spiegelkonzentratoren<br />
eingesetzt. Sie haben entweder die Form einer<br />
Schüssel (Dishkonzentrator), einer Parabolrinne oder<br />
bestehen aus einem circa 100 Meter hohen Turm,<br />
der die Sonnenstrahlen <strong>im</strong> Zentrum, über ringsherum<br />
mehrfach angeordneten, hunderten von qm großen<br />
Konzentratorspiegelfeldern, bündelt, weswegen er<br />
auch Zentral-Receiver-System genannt wird. Die so<br />
erzielte 500-1000-fache Konzentration des Zentral-<br />
Receivers reicht aus, um Temperaturen bis zu 1.200º C<br />
zu erreichen. Das Zentral-Receiver-System schafft so<br />
einige hundert MW an Leistung. In Spanien wurde<br />
kürzlich ein Zentral-Receiver-Solarkraftwerk mit 11<br />
MW in Betrieb genommen. Als Wärmeträgermedium<br />
nutzt man bei dieser Anlage Wasserdampf mit einer<br />
Temperatur von 250º C, der die Turbine antreibt. Alternativ<br />
versucht man als Trägermedium Luft einzusetzen,<br />
von dem man sich einen einfacheren Aufbau und eine<br />
bessere Regelbarkeit erwartet. Damit lassen sich auch<br />
Gasturbinenaggregate antreiben, die einen besseren<br />
Wirkungsgrad haben, so dass weniger Spiegelfläche<br />
benötigt wird, um die gleiche Leistung wie be<strong>im</strong><br />
Zentral-Receiver-Dampfturbinensystem herzustellen.<br />
Das spart zusätzlich Kosten ein. Zum Lufttransport<br />
entwickelte man poröse Materialien aus Stahl mit<br />
extrem hohen Leitungseigenschaften. In sie strömt<br />
atmosphärische Luft ein, die durch die konzentrierte<br />
Bündelung der Heliostatenstrahlung auf den porösen<br />
Absorberstrukturen erhitzt wird.<br />
In einem solarthermischen Kraftwerksblock können<br />
hunderte von MW an Leistung eingesammelt werden<br />
Bildquelle: Solar Millenium AG<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
17<br />
17
In Deutschland wird aktuell am Forschungszentrum Jülich<br />
ein Demonstrationskraftwerk mit 1,5 MW gebaut.<br />
Zeitgleich möchte man bei diesem Zentral-Receiver-<br />
Pilotprojekt die Materialeigenschaften von porösen<br />
ultraleitfähigen Keramikstrukturen erforschen.<br />
Be<strong>im</strong> Parabolrinnen-Dish-System sind die Konzentratorflächen<br />
windfest verankert und können zu mehreren<br />
parallelen Strängen verbunden werden. Parabolförmige<br />
verspiegelte Rinnen konzentrieren die Sonnenstrahlung<br />
100fach auf ein in der Brennlinie verlaufendes Rohr,<br />
in dem als Wärmeträger ein synthetisches Thermoöl<br />
zirkuliert, das sich auf bis zu 400º C erhitzt. Der Clou<br />
sind die besonderen Komponenten wie das Absorberrohr,<br />
in dem das Spezialöl zirkuliert. Die Strahlung <strong>im</strong><br />
solaren Spektrum wird gut absorbiert und lässt nur<br />
eine geringe Eigenstrahlung zu. Zur Reduzierung der<br />
Wärmeverluste ist das Stahlrohr zusätzlich mit einem<br />
evakuierten Glashüllrohr umgeben. Gerade diese<br />
zukunftsweisenden Komponenten zum Betrieb von<br />
solarthermischen Kraftwerken stammen oftmals aus<br />
deutscher Produktion.<br />
Dish-Systeme können auch Stirling-Motoren antreiben,<br />
die hermetisch gekapselt sind und bei denen die Strahlungswärme<br />
dem System von außen zugeführt wird.<br />
Wesentlicher Pluspunkt an Dish-Sterling-Systemen ist<br />
ihr sehr hoher Wirkungsgrad von bis zu 30 %. Bei<br />
Finsternis kann der Stirling-Motor mit konventionellem<br />
Kraftstoff betrieben werden. Gegenüber fotovoltaischen<br />
Systemen werden keine Batteriespeicher nötig,<br />
die sehr teuer sind. Die Technik befindet sich allerdings<br />
noch <strong>im</strong> Prototypstadium und die Zuverlässigkeit und<br />
der Wartungsaufwand müssen noch weiter reduziert<br />
werden. Ihr Marktpotential liegt jedoch in den<br />
Entwicklungsländern, wo der Transport von fossilen<br />
Brennstoffen hohe Kosten verursacht und es wenig<br />
ausgedehnte Stromnetze gibt.<br />
Anschubfinanzierung<br />
macht Solarthermie wirtschaftlich<br />
Von Kritikern der Technologie wird stets das Kostenargument<br />
angeführt. Tatsache ist, dass unter gleichen<br />
Einstrahlungsbedingungen und verglichen mit guten<br />
Windstandorten der Strom aus solarthermischen Kraftwerken<br />
heute etwa doppelt so teuer ist wie Windstrom<br />
– und halb so teuer wie Strom aus fotovoltaischen<br />
Zellen.<br />
Allerdings werden die Herstellungskosten mit Beginn<br />
der Massenproduktion erheblich sinken. Großkraftwerke<br />
mit einigen 10 MWt konkurrieren in einem liberalisierten<br />
Energiemarkt mit deutlich niedrigeren Erlösen<br />
von heute etwa 4 €Cent/kWh, was die Energieform<br />
kostenrechnerisch ineffizient erscheinen lässt. Wie<br />
bei anderen erneuerbaren Energieformen ist darum<br />
eine Anschubfinanzierung über direkte Subventionen<br />
notwendig, um eine tragfähige Masse an solarthermischen<br />
Kraftwerken herbeizuführen. Vorbildlich geht<br />
Spanien voran, das Netzbetreiber verpflichtet, Strom<br />
aus solarthermischen Kraftwerken mit etwa 21€Cent/<br />
kWh zu vergüten.<br />
Als Payback-Effekt wird geschätzt, dass sich bei einer<br />
Installation eines solarthermischen Kraftwerkparkes mit<br />
5.000 MW die Kosten bis 2<strong>01</strong>5 auf 7-10 €Cent/kWh<br />
halbieren und bis zum Jahr 2020 mit 5-7 €Cent/kWh<br />
ihre Wettbewerbsfähigkeit erreicht haben werden.<br />
Erik Ammann<br />
mit freundlicher Unterstützung durch Prof. Dr. Robert Pitz-Paal,<br />
Leiter Solarforschung am Institut für Thermodynamik des Deutsches<br />
Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.<br />
www.dlr.de/tt/<br />
Das Solar Two-Projekt (Barstow, Kalifornien) soll die Eignung von<br />
geschmolzenen Salzen als Wärmespeicher und Transportmedium<br />
für eine Solaranlage überprüfen.<br />
Bildquelle: Solar Millenium AG<br />
1) MWt – Megawatt thermisch ist eine Leistungsangabe. Sie bezeichnet die thermische Leistung einer Energieumwandlungsanlage.<br />
18 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Das TREC-Konzept<br />
Eine Kooperation zwischen Nordafrika/Naher Osten und Europa<br />
Ausgehend von einer Konferenz (6/2003) über die Elbeflut<br />
von 2002 und ihre Bedeutung für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel,<br />
organisiert vom Hamburger <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Fonds und<br />
dem Club of Rome Deutschland, haben sich Wissenschaftler,<br />
Techniker und Mitglieder von Initiativen aus<br />
Deutschland/Europa und Nordafrika/Naher Osten zu der<br />
Initiative TREC (Transmediterrean Renewable Energy<br />
Cooperation) zusammengefunden und ein Konzept<br />
entwickelt, wie eine solche Kooperation ausgestaltet<br />
werden sollte und wie die nächsten Schritte aussehen<br />
müssen, um das Konzept in die Tat umzusetzen. Nähere<br />
Informationen über das Ergebnis der Konferenz:<br />
www.<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz.com<br />
Ausgangspunkt für TREC war, dass in Europa der<br />
Energieverbrauch hoch, das technische Know-how<br />
vorhanden ist und ein ziemlich hohes Niveau des<br />
Umweltbewußtseins existiert, <strong>im</strong> Nahen Osten (the<br />
Middle East, ME) und Nordafrika (NA) dagegen eine<br />
hohe Sonneneinstrahlung besteht, viele Flächen für<br />
Solarkraftwerke vorhanden sind und alle Länder einen<br />
hohen Entwicklungsbedarf haben. Das Potential der<br />
pr<strong>im</strong>ären Solarenergie in der Region Nordafrika/Naher<br />
Osten entspricht mehrere hundert mal dem heutigen<br />
Weltenergieverbrauch. Hier zeigt sich besonders<br />
deutlich der Gegensatz zu den endlichen fossilen<br />
Energieträgern. Das Konzept von TREC besteht nun<br />
darin, ein Strom-Verbund-Netz zwischen MENA und<br />
Verbundnetz Europa-MENA mit Solarkraftwerken, Wasserkraftwerken, Windkraftwerken, Geothermiekraftwerken<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
19
solarstrom – ja bitte!<br />
Weil die Sonne uns Zukunft schenkt.<br />
Wer heute das Licht der Welt erblickt, könnte mit 46 Jahren die<br />
letzten Tropfen Öl verbrauchen, sich in der Mitte seines Lebens<br />
vom Uran verabschieden und dürfte mit 66 die finale<br />
Gasflamme erlischen sehen. Es sei denn, wir lassen unsere<br />
Kinder in einem neuen Energiezeitalter aufwachsen. Die Sonne<br />
liefert Jahr für Jahr rund 3.000-mal mehr Energie<br />
auf die Erde, als die gesamte Weltbevölkerung jährlich<br />
verbraucht. In Deutschland reicht weniger als ein Prozent<br />
der Gesamtfläche aus, um unseren Strombedarf durch<br />
Photovoltaik-Anlagen zu decken. Sharp ist seit annähernd 50<br />
Jahren treibende Kraft in der Entwicklung von Solarzellen. In<br />
2006 betrug das Produktionsvolumen 434 Megawatt. Weitere<br />
Informationen zum Thema „Solarstrom – ja bitte!“ finden Sie<br />
unter: www.sharp.de/solar<br />
energie ist unsere natur. sharp solar<br />
20 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Europa aufzubauen, das von Solarkraftwerken und<br />
Windkraftwerken in Nordafrika und dem Nahen Osten<br />
gespeist wird, an das aber auch alle Wind-, Biomasseund<br />
Wasserkraftwerke Europas bis hinauf nach Island<br />
angeschlossen sind. Die großen elektrischen Leitungen<br />
sollen Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen (HVDC)<br />
sein, die sich durch besonders geringe Verluste auszeichnen<br />
(3 % pro 1000 km). Die breite räumliche<br />
Streuung der Kraftwerke garantiert einen Ausgleich<br />
von lokalen Schwankungen in der Erzeugung und<br />
<strong>im</strong> Verbrauch. Da die solarthermischen Kraftwerke<br />
mit Speicher die Grundlast übernehmen würden,<br />
bräuchten nur wenige Wasserspeicherkraftwerke für<br />
die Spitzenlasten vorgehalten werden.<br />
Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung<br />
Für die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens<br />
kommt ein wichtiger Anreiz hinzu, wenn neben der<br />
Stromerzeugung auch Meerwasserentsalzung durch<br />
die Solarkraftwerke betrieben wird. Alle diese Länder<br />
sehen einer enormen Süßwasserverknappung entgegen,<br />
sowohl wegen wirtschaftlichen Wachstums als<br />
auch wegen der Bevölkerungszunahme. Wenn also<br />
außer der Stromerzeugung für den eigenen Bedarf<br />
und für den Export nach Europa auch Wasser bereitgestellt<br />
wird, lohnt sich der Bau von Solarkraftwerken<br />
doppelt. Der Bau der Solarkraftwerke kann überdies<br />
einen enormen Entwicklungs<strong>im</strong>puls auslösen, denn<br />
es gibt viele Komponenten, die an Ort und Stelle hergestellt<br />
und eingebaut werden können. Von Europa<br />
muss allerdings verlangt werden, die Technologie in<br />
Kooperation mit den MENA-Ländern anzuwenden<br />
und zumindest am Anfang den größten Teil der Finanzierung<br />
zu übernehmen. Es würde damit seine<br />
eigene Energieversorgung in einem überschaubaren<br />
Zeitraum auf regenerative Quellen umstellen und den<br />
MENA-Ländern einen beträchtlichen Entwicklungsschub<br />
bieten.<br />
Neue Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen zeichnen sich mit<br />
nur 30% Leistungsverlust pro 1000 Kilometer aus und machen<br />
das Super-Netz möglich.<br />
Solarenergie reduziert Konfliktpotential<br />
Das TREC-Konzept bietet eine enge Zusammenarbeit<br />
zwischen Europa und den Ländern Nordafrikas und<br />
des Nahen Ostens auf dem Gebiet der regenerativen<br />
Energiegewinnung mit solarthermischen und Windkraftwerken<br />
an. Diese Art der Energiegewinnung<br />
unterscheidet sich fundamental von der über Öl oder<br />
Erdgas. Wenn der Bedarf für Öl ansteigt, folgt unter<br />
den heutigen Bedingungen eine Verknappung, die<br />
sofort zu einem Kostenanstieg und mittelfristig zu<br />
Verteilungskonflikten führt – die ersten davon finden<br />
schon in der Gegenwart statt.<br />
Ganz anders bei der Solarenergie: wenn der Bedarf<br />
steigt, werden neue Solarkraftwerke gebaut, die<br />
aufgrund der vorhergehenden Erfahrungen billiger<br />
werden als die bestehenden. Es gibt also eine Kostendämpfung,<br />
die um so besser ausfällt, je besser<br />
die Kooperation zwischen den Erzeugern und den<br />
Verbrauchern funktioniert. Und beide haben davon<br />
nur Vorteile, besonders wenn zugleich mit der Stromerzeugung<br />
Süßwasser für den wachsenden Bedarf der<br />
Erzeugerländer produziert wird.<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
Uwe Möller, Generalsekretär Club of Rome<br />
Maßgeblich an der Entwicklung des TREC-Konzeptes beteiligt waren<br />
Dr. Gerhard Knies, Hamburger <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Fonds als Koordinator,<br />
Dr. Franz Trieb, Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt,<br />
Stuttgart, Gregor Czisch, ISET Kassel, Prof. Aziz Bennouna aus<br />
Marokko und Malek Kabariti (Nationales Energieforschungszentrum<br />
Jordanien).<br />
www.trec-eumena.org<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
21
Bildquelle: Vestas Wind Systems A/S<br />
Windenergie<br />
Hilfe für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz?<br />
Offshore-Windpark Horns Rev (Dänemark)<br />
22 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Keine andere Form der Erneuerbaren Energien hat in<br />
den letzten Jahren die Gemüter so bewegt wie die Nutzung<br />
der Windenergie zur Stromerzeugung. Zu Beginn<br />
der kommerziellen Windenergienutzung vor etwa 15<br />
Jahren wurden ihre Protagonisten als skurrile Außenseiter<br />
belächelt, dann aber, mit zunehmendem – und<br />
sichtbarem! – Erfolg der Technologie, wurden sie auf<br />
der einen Seite ebenso heftig bekämpft, wie auf der<br />
anderen Seite begeistert gefördert. Heute drehen sich<br />
in Deutschland nahezu 19.000 Windkraftanlagen mit<br />
einer Leistung von mehr als 20.000 MW. Die öffentliche<br />
Kontroverse ist verstummt. Woran liegt das?<br />
Seit der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz, konkret die Vermeidung des<br />
Gases Kohlendioxid (CO 2<br />
), einen Spitzenplatz in der<br />
politischen Agenda einn<strong>im</strong>mt, ist der Blick – <strong>im</strong> wahrsten<br />
Sinne des Wortes – auch der Windkraftgegner<br />
auf die zahlreichen Windkraftanlagen offensichtlich<br />
etwas milder geworden. Es ist zwar <strong>im</strong>mer noch wahr:<br />
Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe sind nicht jedermanns<br />
Sache. Das muss man zugeben, und das wird<br />
auch so bleiben. Aber wer will sich schon vorwerfen<br />
lassen, aus seiner persönlichen, kleinweltlichen Sicht<br />
das große Ganze, den Schutz der Erdatmosphäre, zu<br />
ignorieren. Ergo: Wir müssen, um das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> zu retten,<br />
auch die vielen Windkraftanlagen akzeptieren.<br />
Vielleicht sind sie doch noch das kleinere Übel, bevor<br />
man uns die Einkaufsfahrt in den Supermarkt mit<br />
unserem Porsche Cayenne Turbo S ganz vermiest.<br />
Aber gut! Lassen wir die Polemik und fragen uns<br />
ganz seriös: Welchen Beitrag leistet die Nutzung der<br />
Windenergie für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz heute und was kann<br />
man realistischerweise für die nähere Zukunft von ihr<br />
noch erwarten?<br />
sich genaue Zahlen ermitteln. Die heute vorhandene<br />
Windenergiekapazität erzeugte <strong>im</strong> Jahre 2006 eine<br />
Strommenge von 30,5 Mrd. kWh. Das entspricht<br />
einem Beitrag von ca. 6 % zur Stromerzeugung in<br />
Deutschland. Was bedeutet diese Zahl für die CO 2<br />
-<br />
Emission?<br />
Die Energieerzeugung ist bekanntlich mit über 40 %<br />
an den Gesamtemissionen beteiligt. Jede elektrische<br />
Kilowattstunde, die mit Windkraft erzeugt wird, vermeidet<br />
in Deutschland die Erzeugung der gleichen<br />
Menge Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken. Warum<br />
gerade bei diesen Kraftwerken? Die unregelmäßig eingespeiste<br />
Windenergie – der Wind weht wann er will<br />
– muss durch die so genannten Mittellastkraftwerke<br />
ausgeregelt werden. Das sind in Deutschland die mittleren<br />
und kleineren Steinkohle- und Gaskraftwerke.<br />
Detaillierte Untersuchungen der Windenergieeinspeisung<br />
in das Verbundnetz und das Zusammenwirken<br />
mit den konventionellen Kraftwerken kommen unter<br />
diesen Voraussetzungen zu dem Ergebnis:<br />
1 KW/h Windenergie vermeidet 856 g CO 2<br />
Mit dieser Formel lässt sich leicht ausrechnen, dass<br />
die Windkraftanlagen in Deutschland 26 Mio. t CO 2<br />
<strong>im</strong> Jahre 2006 vermieden haben. Gemessen an den<br />
Gesamtemissionen von 885 Mio. Tonnen <strong>im</strong> Jahr 2006<br />
entspricht dies gerade mal 3 %. Aber man muss den<br />
Blick in die Zukunft richten und darf nicht vergessen,<br />
dass nur sehr viele kleine Beiträge das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> retten<br />
werden. Deshalb die Frage: Was kann man von der<br />
Windenergienutzung in der überschaubaren nächsten<br />
Zukunft erwarten?<br />
Die Windenergiekapazität in Deutschland lag Ende<br />
2006 bei knapp über 20.000 MW elektrischer<br />
Leistung. Weltweit wird die derzeitige Leistung aus<br />
Windkraftanlagen auf etwa 70.000 MW geschätzt.<br />
Nach Deutschland sind es vor allem Spanien, die USA,<br />
und mit deutlichem Abstand die anderen europäischen<br />
Länder, in denen Windkraftanlagen in großer<br />
Zahl eingesetzt werden. Die Kapazität wächst rasant,<br />
vor allem weltweit. Bald werden – wie üblich – die<br />
asiatischen Länder China und Indien führend sein.<br />
Doch bleiben wir in Deutschland, denn nur hier lassen<br />
Die für die nächste Zukunft geltenden Ziele hat die EU<br />
so formuliert: Reduktion der Treibhausgasemissionen<br />
generell um 20 %, in den Industriestaaten um 30 %,<br />
und Erhöhung der Anteile von Erneuerbaren Energien<br />
auf 20 % bis zum Jahre 2020. Bleiben wir bei dieser<br />
Zielsetzung und fragen uns, wie stark die Windenergiekapazität<br />
bis zum Jahre 2020 wachsen wird.<br />
Das Wachstum der Windenergie in den nächsten<br />
Jahrzehnten wird sich in Deutschland auf drei Faktoren<br />
stützen:<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
23
Entwicklung der Energiekapazitäten durch die Nutzung von Windkraftanlagen on- und offshore.<br />
• Eine weitere Steigerung der Anzahl von Windkraftanlagen<br />
in den windgeeigneten Gebieten. Man<br />
schätzt den Zubau für die nächsten Jahre mit 2.000<br />
bis 1.500 MW pro Jahr, allerdings mit abnehmender<br />
Tendenz wegen der knapper werdenden Standorte<br />
(zum Vergleich: <strong>im</strong> Jahre 2006 betrug die Zubaurate<br />
2.233 MW). Bis 2020 dürfte damit eine weitere Kapazität<br />
von 10.000 bis 15.000 MW hinzukommen.<br />
• Der Ersatz älterer, kleiner Anlagen durch modernere,<br />
effizientere und wesentlich größere Anlagen beginnt<br />
gerade, das sog. „Repowering“. Damit wird die<br />
Kapazität – ohne die Anzahl der Windkraftanlagen<br />
zu erhöhen – um weitere 5.000 bis 10.000 MW<br />
gesteigert werden, möglicherweise sogar deutlich<br />
mehr.<br />
• Die Aufstellung von Windkraftanlagen <strong>im</strong> Offshore-<br />
Bereich von Nord- und Ostsee hat ebenfalls gerade<br />
begonnen. In Deutschland befinden sich Projekte<br />
mit einer Gesamtleistung von ca. 70.000 MW <strong>im</strong><br />
Planungsstadium. Deutschland hinkt <strong>im</strong> Vergleich zu<br />
Dänemark und England hinterher, die technischen<br />
Schwierigkeiten – vor allem in der Nordsee – dürfen<br />
aber auch nicht unterschätzt werden. Die Kapazität<br />
wird deshalb nur langsam wachsen, aber bis zum<br />
Jahr 2020 werden mindestens weitere 10.000 MW<br />
<strong>im</strong> Offshore-Bereich produziert werden.<br />
Eine detaillierte Studie über den Ausbau der Stromerzeugung<br />
aus Windenergie kommt zu dem Ergebnis,<br />
dass bis zum Jahre 2020 mit einer Kapazität<br />
von 48.000 MW in Deutschland gerechnet werden<br />
kann. Übrigens, alle Prognosen über den Ausbau der<br />
Windenergie in der Vergangenheit wurden durch die<br />
Wirklichkeit weit überholt. Unterstellt man diese Zahl<br />
von 48.000 MW für das Jahr 2020, so bedeutet dies<br />
einen Anteil an der Stromerzeugung von knapp 15 %<br />
in Deutschland. Die vermiedene CO 2<br />
-Emission wäre<br />
dann etwa 70.000 t pro Jahr, <strong>im</strong>merhin etwa 10 %<br />
der voraussichtlichen Gesamtemissionen <strong>im</strong> Jahre 2020<br />
und eine zusätzliche jährliche Reduktion von 44 Mio. t<br />
gegenüber dem heutigen Stand.<br />
Windkraft hoch, aber runter vom Gaspedal<br />
Abschließend noch einmal zurück zu dem <strong>im</strong>mer<br />
beliebten Vergleich mit dem Auto. Der PKW-Verkehr<br />
hatte 2006 einen Anteil von 11,9 % an den CO 2<br />
-Emissionen<br />
in Deutschland. Das entspricht einer Menge von<br />
24 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
ca. 100 Mio. t CO 2<br />
. Würde man den durchschnittlichen<br />
Schadstoffausstoß der PKW von 162 g/100 km (2004)<br />
auf das von der EU anvisierte Ziel von 120 g/100 km<br />
reduzieren, so entspräche dies einer CO 2<br />
-Vermeidung<br />
von 25 Mio. t. Das heißt: Diese in der Öffentlichkeit<br />
heiß diskutierte Zielsetzung bringt gerade<br />
mal etwas mehr als die Hälfte an<br />
CO 2<br />
-Reduzierung, verglichen mit dem<br />
skizzierten Ausbau der Windenergienutzung.<br />
Was lernen wir aus diesem Vergleich?<br />
Vielleicht das: „Akzeptieren wir eben ein<br />
paar mehr Windmühlen in der Landschaft<br />
und in Gottes Namen auch <strong>im</strong> Meer und<br />
wir können weiter mit unserem schon<br />
zitierten Porsche zum Einkaufen fahren“.<br />
Das aber wäre genau die falsche Lehre! Wer<br />
es wirklich ernst meint mit der Rettung des<br />
Weltkl<strong>im</strong>as, muss selbstverständlich überall<br />
das Mögliche tun und wahrscheinlich<br />
sogar mehr als das, was wir heute für<br />
möglich halten. Nur keine falschen Alternativen!<br />
Das wäre in der Tat eine<br />
perfide Polemik.<br />
Erich Hau, Felix Nelles<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
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- Führender Entwickler von europäischen Offshore Windparks<br />
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Offshore-Testfeld Borkum<br />
Die Zukunft der Windenergienutzung liegt <strong>im</strong> Meer<br />
Ein bedeutender Teil der Energieversorgung Deutschlands<br />
soll in Zukunft durch die Nutzung der Windenergie<br />
auf See bestritten werden. Die Bundesregierung hat in<br />
ihrer ‚Strategie zur Windenergienutzung auf See‘ ein<br />
Ziel von 20-25 GW installierter Leistung Offshore bis<br />
zum Jahr 2030 gesetzt. Dies entspräche einem Anteil<br />
von ca. 15 % des Stromverbrauchs in Deutschland.<br />
Die Nutzung der Windenergie auf See stellt eine große<br />
technologische und organisatorische Herausforderung<br />
dar. Alle an Planung, Bau und Betrieb von Offshore-<br />
Windparks Beteiligten, aber auch die Institutionen, die<br />
die öffentlichen Interessen bei Planung, Genehmigung<br />
und Politik vertreten, müssen große Anstrengungen<br />
unternehmen und neue Wege beschreiten. Die letzten<br />
Jahre haben gezeigt, dass noch einige Hürden zu<br />
nehmen sind, bevor in Deutschland große Offshore-<br />
Windparks gebaut werden können. Besonders die<br />
Kosten für das Offshore-Netz und die technologischen<br />
Risiken haben Investoren und Versicherungen bisher<br />
abgehalten.<br />
Energieversorger sind mit <strong>im</strong> Boot<br />
Mit dem <strong>im</strong> Herbst 2006 verabschiedeten Infrastrukturplanungsbeschleunigungsgesetz<br />
wurden weitere<br />
Weichen für die Offshore-Windenergienutzung in<br />
Deutschland gestellt. Es verpflichtet die Netzbetreiber<br />
E.ON und Vattenfall, für Offshore-Windparks einen<br />
Anschlusspunkt auf See bereitzustellen. Die Kosten für<br />
den teuren Netzanschluss müssen damit zum großen<br />
Teil nicht mehr von den Windparkbesitzern getragen<br />
werden.<br />
Um die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen<br />
auf See auch technisch beherrschbar zu<br />
machen, unterstützt die Bundesregierung die Errichtung<br />
des Offshore-Testfeldes Borkum West in der<br />
Bildquelle:Bundesverband Windenergie<br />
Offshore-Windpark Horns Rev (Dänemark)<br />
26 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Nordsee. Es wird aus 12 Anlagen der Leistungsklasse<br />
5 MW bestehen. Die Anlagen, die voraussichtlich<br />
von den beiden Herstellern REpower und Multibrid<br />
geliefert werden, sollen 2008 in unmittelbarer Nähe<br />
der FINO1 Messplattform aufgebaut werden. Das<br />
Testfeld wird gleichzeitig der erste Offshore-Windpark<br />
in Deutschland sein.<br />
50 Mio Euro Bundesmittel sollen Offshore-<br />
Technologie den nötigen Schub verleihen<br />
Die Bundesregierung hat zur wissenschaftlichen<br />
Forschung am Offshore-Testfeld (WIFO) ein begleitendes<br />
Forschungsprogramm aufgelegt, für das in<br />
den nächsten 5 Jahren 50 Mio. Euro Forschungsmittel<br />
bereitgestellt werden. Durch die Kombination von Forschungsprojekt<br />
und Demonstrationsvorhaben soll zum<br />
einen die Technologieentwicklung vorangetrieben, zum<br />
anderen aber auch gezeigt werden, dass die Risiken<br />
für Investoren und Versicherungen abschätzbar und<br />
vertretbar sind. Eigentümer und Betreiber des Testfeldes<br />
werden die Energieversorger E.ON, Vattenfall<br />
Europe und EWE gemeinsam sein. Sie haben hierzu<br />
die Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH<br />
(DOTI) gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, in<br />
Deutschland die ersten Windkraftanlagen auf See zu<br />
errichten.<br />
Themen, die begleitend zum Betrieb des Testfeldes<br />
untersucht werden sollen:<br />
Es gibt viel zu tun ...<br />
Einzelne Komponenten der Windkraftanlagen, wie<br />
das Rotorblatt, sollen für die Offshore-Bedingungen<br />
weiterentwickelt und in Bezug auf Kosten, Lebensdauer<br />
und Servicefreundlichkeit opt<strong>im</strong>iert werden.<br />
Für die Konstruktion der Anlage und insbesondere<br />
des Fundaments sollen die zugrunde gelegten<br />
Annahmen und Modelle mit Hilfe von Messungen<br />
verifiziert werden. Für die Überwachung und Steuerung<br />
eines Windparks auf See ist ein umfassendes<br />
Parkleitsystem zu entwickeln. Die Integration von<br />
großen Offshore-Windparks in das Stromnetz und<br />
die Stromversorgung insgesamt stellt eine weitere<br />
große Herausforderung dar. Auch die ökologischen<br />
Auswirkungen des Windparks beispielsweise durch<br />
Betriebsgeräusche von Offshore-Windenergieanlagen<br />
sollen untersucht werden. Mit dem Offshore-Testfeld<br />
wird der Einsatz einer neue Technologie beginnen,<br />
deren Entwicklung durch eine begleitendes Monitoringprogramm<br />
beobachtet und für verschiedene<br />
Nutzer objektiv dargestellt werden soll.<br />
Koordiniertes Vorgehen der Forscher<br />
An diesen ersten Offshore-Windkraftanlagen – 50<br />
km vom Festland entfernt und in 40 m Wassertiefe<br />
verankert – können wichtige Forschungsfragen untersucht<br />
werden, die bisher mit Anlagen an Land<br />
nicht untersucht werden konnten. Entscheidend aus<br />
Forschersicht sind die externen Betriebsbedingungen,<br />
die Strukturdynamik, die Fundamentierung der Anlagen<br />
und die Netzintegration. Neben den technischen<br />
Fragestellungen wird die ökologische Begleitforschung<br />
eine weitere wichtige Rolle bei der Entwicklung der<br />
Windenergienutzung auf See einnehmen.<br />
In den vergangenen Monaten wurden eine Reihe von<br />
Anträgen für Forschungsprojekte zum Offshore-Testfeld<br />
be<strong>im</strong> Projektträger Jülich, der für das Bundesministerium<br />
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit<br />
die Durchführung der Projekte organisiert, eingereicht.<br />
Die Vorschläge umfassen eine große Bandbreite von<br />
Es ist abzusehen, dass diese große Anzahl unterschiedlicher<br />
Forschungsprojekte und industrieller<br />
Entwicklungsvorhaben zu koordinieren und mit dem<br />
wirtschaftlichen Betrieb des Windparks abzust<strong>im</strong>men<br />
sein werden. Auf Initiative der deutschen Sektion der<br />
EAWE (European Academy for Wind Energy) wurde<br />
deshalb ein Koordinationsvorhaben vorbereitet, das<br />
die an den verschiedenen Forschungsprojekten beteiligten<br />
Forschungseinrichtungen, Universitäten, Anlagenhersteller<br />
und Betreiber des Windparks vernetzen<br />
wird. Dadurch sollen Synergieeffekte genutzt und die<br />
Qualität der Forschung verbessert werden. Die Leitung<br />
dieses Koordinationsprojektes, dessen offizieller Start<br />
noch vor der Sommerpause <strong>2007</strong> erwartet wird, soll<br />
das Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V.<br />
(ISET), Kassel übernehmen.<br />
Bernhard Lange, Berthold Hahn<br />
Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V. (ISET)<br />
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Energie unter Wasser!<br />
Wellen, Strömungen und Gezeiten – Meeresenergietechnologien<br />
und ihr Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung<br />
28 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Mit Beginn des Jahres <strong>2007</strong> ist Deutschland, vertreten<br />
durch das Bundesumweltministerium, einem internationalen<br />
Abkommen zur Meeresenergienutzung beigetreten.<br />
Das von der Internationalen Energieagentur<br />
IEA in Paris organisierte „Implementing Agreement“<br />
wird bereits von elf Nationen sowie der Europäischen<br />
Kommission unterstützt. Ziel ist es, den Ausbau von<br />
Technologien zur Nutzung von Wellen, Strömungen<br />
und Gezeiten durch internationale Zusammenarbeit<br />
zu beschleunigen. Nachdem bereits mehrere produzierende<br />
Unternehmen sowie Energieversorger<br />
den Aufbau von Know-how und die Entwicklung<br />
von Komponenten und Anlagen angekündigt haben<br />
– auch das erste deutsche Wellenkraftwerk ist bereits<br />
an der Nordseeküste geplant – bietet der Beitritt<br />
Deutschlands eine wichtige Möglichkeit der Mitarbeit<br />
und Einflussnahme auf diese noch sehr jungen<br />
Technologien und deren Nutzung.<br />
Mit Ausnahme der schottischen Pelamis-Anlagen,<br />
die in Kürze wenigstens zweistellige Stückzahlen<br />
erreichen werden, handelt es sich bis heute in fast<br />
allen Fällen nur um einzelne Prototypen. Im Wettbewerb<br />
um einen wirtschaftlich sinnvollen Beitrag zu<br />
einer zukünftigen nachhaltigen Energieversorgung<br />
müssen sich die Meeresenergieanlagen erst noch<br />
behaupten.<br />
Die Anfänge der Gezeitenenergie gehen in Europa<br />
dabei schon auf die Flutmühlen des Mittelalters zurück,<br />
die mit Wasserrädern mechanische Antriebe zum<br />
Beispiel für Getreidemühlen darstellten. 1966 ging an<br />
der französischen Atlantikküste nahe St. Malo mit einer<br />
Leistung von 240 MW das bis heute größte Gezeitenkraftwerk<br />
ans Netz. Südkorea plant weitere Anlagen<br />
dieses Typs mit zusammen 1730 MW Leistung.<br />
Gezeitenstromtechnik wird mit 300 Millionen<br />
Euro von der Europäischen Union gefördert<br />
Heute gibt es weltweit mehr als hundert unterschiedliche<br />
Projekte zur Nutzung der Meeresenergien. Einige<br />
der Konzepte werden schon seit drei Jahrzehnten<br />
verfolgt. Durch nationale Programme wie das in<br />
Korea, aber vor allem auch in Europa, vorwiegend in<br />
Großbritannien, Irland und Portugal, sowie in Kanada,<br />
hat die Entwicklung in den letzen Jahren Fahrt aufgenommen.<br />
Allein in Europa werden in den kommenden<br />
fünf Jahren etwa 300 Mrd. Euro in Meeresenergieanlagen<br />
investiert. Auch die Europäische Kommission<br />
fördert <strong>im</strong> 7. Forschungsrahmenprogramm verstärkt<br />
diese Technologien. Dabei gibt es noch erheblichen<br />
Forschungs- und Entwicklungsbedarf in allen Sparten.<br />
Eine Vielzahl unterschiedlichster Wellenenergiesysteme<br />
ringt noch um die technologische Führerschaft.<br />
Massive Bauwerke für die Nutzung der Wasserkraft <strong>im</strong> Ozean<br />
Kosten in etwa wie be<strong>im</strong> Offshore-Windpark<br />
Doch die Aussichten stehen gar nicht so schlecht.<br />
Das gesamte Potential aus Wellen, Strömungen und<br />
Gezeiten liegt selbst bei kritischer Betrachtung unter<br />
strengen <strong>Nachhaltig</strong>keitskriterien nach heutigem Wissen<br />
bei etwa einem Drittel des derzeitigen weltweiten<br />
Strombedarfs. Mit Investitionskosten und Erträgen, die<br />
vergleichbar sind mit Offshore-Windkraftanlagen können<br />
zum Beispiel Meeresströmungsturbinen, die von<br />
den regelmäßigen Gezeitenströmungen angetrieben<br />
werden, durchaus wettbewerbsfähige Stromerzeugungskosten<br />
erzielen.<br />
Seaflow – der Technologievorreiter<br />
In einem Europäischen Gemeinschaftsprojekt wurde<br />
mit deutscher und britischer Beteiligung in 2003 eine<br />
erste Anlage dieses Typs an der Britischen Küste in<br />
Betrieb genommen. Der Rotor der Seaflow-Anlage<br />
mit einem Durchmesser von elf Metern wird durch<br />
Gezeitenströmungen zwischen zwei und drei Meter<br />
pro Sekunde angetrieben und erzeugt dabei eine<br />
Leistung von 300 kW.<br />
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29
Das Nachfolgeprojekt, ebenfalls wieder mit deutscher<br />
Beteiligung, hat die Entwicklung und den Bau eines<br />
Prototyps für die Serienfertigung mit einer Leistung<br />
von 1 MW zum Ziel. Die Anlage hat eine technische<br />
Ausstattung, die derjenigen moderner Windkraftanlagen<br />
vergleichbar ist – daher rührt auch das deutsche<br />
Interesse an dieser Technologie. Zwar gibt es kaum<br />
nennenswerte Potentiale in Deutschland – der Export<br />
von Komponenten und Anlagen zur Nutzung der<br />
Meeresenergie stellt aber ein interessantes neues<br />
Marktsegment für die Anbieter von Wind- und Wasserkraftanlagen<br />
dar.<br />
Auf dem Weg zur Markteinführung sind aber auch<br />
die viel versprechenden Ansätze auf Unterstützung<br />
angewiesen. In vielen Fällen wird die neue Technik<br />
von jungen und kleinen Unternehmen vorangetrieben.<br />
Neben den technischen und wirtschaftlichen Risiken<br />
besteht dann die besondere Schwierigkeit, mit den<br />
installierten Anlagenparks Projektgrößen zu erreichen,<br />
die überhaupt einen „Return of Investment“ ermöglichen<br />
können. Mit einzelnen Prototypen lässt sich aber<br />
nicht so ohne weiteres die für große Investitionen<br />
erforderliche Reife der Technologien<br />
erzielen und nachweisen. Daher<br />
müssen differenzierte Strategien<br />
zum Durchbruch verhelfen.<br />
Einspeisevergütung ist der<br />
Knackpunkt<br />
und überhaupt wirtschaftlich sinnvolle Lebensdauern<br />
nachzuweisen. Entscheidend sind Programme wie<br />
der Britische Marine Renewables Deployment Fund,<br />
der die Installation von Demonstrationsanlagen mit<br />
bis zu 9 Mio. Pfund je Technologie fördert. Daneben<br />
gibt es in Großbritannien und Portugal Ansätze, in<br />
geeigneten Meeresgebieten potenzielle Standorte für<br />
Wellenkraftanlagen auszuweisen und einen für den<br />
Projektentwickler kostenlosen Netzanschluss anzubieten.<br />
Damit sind die Betriebsgenehmigungen stark<br />
vereinfacht und die relativ hohen Netzanschlusskosten<br />
für die zunächst noch überschaubaren Installationen<br />
entfallen. Dies könnte in Kombination mit geeigneten<br />
Einspeisevergütungen nach dem Vorbild des deutschen<br />
Energieeinspeisegesetzes, wie bereits in Portugal umgesetzt,<br />
den nötigen Impuls für den Markteintritt der<br />
Meeresenergietechnologien liefern.<br />
Unter dem Druck durch den – wissenschaftlich unbestrittenen<br />
– anthropogenen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel werden<br />
wir nur noch solche neuen Technologien einführen<br />
können, deren rascher Markteintritt in Sicht ist<br />
und deren Kosten mit den sinkenden<br />
Kosten von Windkraft, Biomasse<br />
und Solartechnologien langfristig<br />
werden Schritt halten<br />
können. Die Meeresenergie<br />
ist zumindest<br />
ein aussichtsreicher<br />
Kandidat.<br />
Heute sind vor allem Betriebserfahrungen<br />
mit den neuen<br />
Anlagen notwendig, um die<br />
Verfügbarkeit zu verbessern<br />
Dipl.-Physiker Jochen Bard<br />
Leiter Energiewandlungsverfahren,<br />
Institut für Solare Energieversorgungstechnik<br />
ISET e.V.<br />
www.iset.uni-kassel.de/pls<br />
30 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
Biomasse aus dem Ozean<br />
Wie aus Industrieabgasen Meeresalgen entstehen<br />
An der Jacobs Universität Bremen wird seit mehreren<br />
Jahren an der Entwicklung regenerativer Energien<br />
aus dem Ozean gearbeitet, die gleichzeitig zu einer<br />
Verminderung der CO 2<br />
-Emission führen. Dabei wird die<br />
Massenproduktion von mikroskopisch kleinen Meeresalgen<br />
zur Produktion von Biotreibstoffen, Futtermitteln<br />
und Baustoffen angestrebt.<br />
Meeresalgen wandeln CO 2<br />
in Biotreibstoffe um<br />
Insbesondere der Bedarf an Biodiesel und Bio-Kerosin<br />
wird in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Das US<br />
Department of Energy sagt für das Jahr 2<strong>01</strong>0 einen<br />
globalen Biodieselmarkt von ca. 70 Milliarden Dollar,<br />
mit einem jährlichen Wachstum von 25 %, voraus<br />
(Wall Street Journal).<br />
CO 2<br />
-Reduktionsmethoden werden derzeit weltweit<br />
diskutiert und entwickelt. Der Emissionshandel innerhalb<br />
der EU wurde begonnen und die Preise für CO 2<br />
-<br />
Zertifikate werden bald anziehen. Das Projekt an der<br />
Jacobs Universität Bremen will neue Wege zu einer<br />
Reduktion von CO 2<br />
durch Mikroalgen 1 aufzeigen,<br />
die gleichzeitig eine Produktion von Biotreibstoffen<br />
ermöglicht. Die Algen haben dabei <strong>im</strong> Vergleich zu<br />
Landpflanzen, wie zum Beispiel Raps, eine höhere<br />
CO 2<br />
-Toleranz und einen vielfach höheren Ertrag.<br />
Zusätzlich wird <strong>im</strong> Rahmen des Projektes versucht,<br />
Baustoffe aus Mikroalgen herzustellen, die so widerstandsfähig<br />
gegen eine Zersetzung und dadurch erneute<br />
Freisetzung von CO 2<br />
sind, dass sie dieses langfristig<br />
aus der Atmosphäre entfernen.<br />
Die <strong>im</strong> Projekt OceanGreenhouse an der Jacobs Universität<br />
verfolgte Methode nutzt die Fähigkeit von<br />
Mikroalgen, stark erhöhte CO 2<br />
-Konzentrationen zur<br />
Produktion von Biomasse zu nutzen. Während der CO 2<br />
-<br />
Gehalt der Luft derzeit ca 0,035 % beträgt, können<br />
die Mikroalgen Industrieabgase mit einer erhöhten<br />
CO 2<br />
-Konzentration von 14 % aus Rauchgasen, bis zu<br />
50 % CO 2<br />
aus Biogasanlagen sowie Schadstoffe und<br />
einen erhöhten Säuregehalt tolerieren. Die Methode<br />
wurde in ersten Ansätzen Mitte der 90er Jahre bestä-<br />
1) Mikroalgen sind eukaryotische, phototrophe, vorwiegend aquatische Mikroorganismen. Mit Hilfe von Chlorophyllen und Lichtenergie<br />
erzeugen sie aus anorganischen Stoffen organische Stoffe.<br />
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31
tigt und als eine mögliche zukünftige Alternative zur<br />
CO 2<br />
-Abscheidung angesehen.<br />
Das Prinzip eines Bioreaktors<br />
Von dem an einer Industrieanlage befindlichen<br />
Schornstein wird eine Rauchgasleitung zum Bioreaktor<br />
gelegt (Abb. Seite 33). Ein Bioreaktor besteht z. B. aus<br />
einer langen Reihe von miteinander verbundenen,<br />
lichtdurchlässigen, horizontal, vertikal oder <strong>im</strong> Dreieck<br />
verlaufenden Röhren, durch die die Mikroalgen<br />
strömen. Das Rauchgas wird dann über ein spezielles<br />
Pumpsystem ventilgesteuert in den Bioreaktor eingespritzt.<br />
Dort befinden sich die Mikroalgen, nehmen das<br />
CO 2<br />
auf und wandeln es mit Hilfe von Licht während<br />
der Photosynthese in Biomasse um.<br />
Bioreaktor vor dem kommerziellen Durchbruch<br />
In Deutschland befassen sich derzeit drei Firmen mit<br />
der kommerziellen Nutzung von Mikroalgen. Die Firma<br />
IGV aus Brandenburg stellt moderne Glas-Bioreaktoren<br />
für die Produktion von wertvollen Algen her und ist<br />
auf die Produktion von Süßwasser-Algen spezialisiert.<br />
großem Maßstab aufzubauen, als auch Süß- und Meerwasser-Mikroalgen<br />
für verschiedenste Anwendungen<br />
zu produzieren. Da die Firma sowohl <strong>im</strong> Forschungs-,<br />
als auch <strong>im</strong> Landwirtschaftssektor aktiv ist, liefert sie<br />
derzeit die vielversprechendsten Konzepte zur kosten-effektiven<br />
Großproduktion von Mikroalgen und<br />
ist <strong>im</strong> sogenannten Oldenburger Münsterland an der<br />
konzeptionellen Gesamtnutzung von Biogasanlagen<br />
beteiligt. Dabei soll das bei der Biogasproduktion für<br />
ein 2.5 MW Blockheizkraftwerk entstehende CO 2<br />
von Mikroalgen „gestrippt“ (vermindert) und zur<br />
Produktion von Algen für die Schweinezucht sowie<br />
Aquakultur verwendet werden. Da marine Mikroalgen<br />
kein Süßwasser benötigen, könnte man Großanlagen<br />
in Gebieten aufbauen, die nicht für die Landwirtschaft<br />
geeignet sind, zum Beispiel die riesigen Flächen am<br />
Mittelmeer, in Afrika, Südostasien oder Südamerika.<br />
Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht weiterhin<br />
an der Entwicklung kosteneffektiver Bioreaktortypen,<br />
die mit min<strong>im</strong>alem Energieaufwand eine max<strong>im</strong>ale<br />
Produktion ermöglichen. Pro Hektar Bioreaktoranlage<br />
sollten dabei max<strong>im</strong>al Baukosten von 200.000 und<br />
laufende Kosten von 40.000 pro Jahr entstehen, um<br />
langfristig eine gute Rendite aus dem Verkauf der<br />
Biomasseprodukte zu gewährleisten. Als weitere Voraussetzung<br />
sollten die Algen pro Hektar in Deutschland<br />
mindestens 80-100 t Biomasse aus der alleinigen<br />
Nutzung von CO 2<br />
, Licht und Nährstoffen produzieren.<br />
Hier besteht Überlegenheit zu den Landpflanzen, insbesondere,<br />
was die Herstellung von Futtermitteln und<br />
Biotreibstoffen betrifft.<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
BlueBioTech in Schleswig Holstein kultiviert erfolgreich<br />
marine Mikroalgen für den Bereich Aquakultur, Wellness<br />
und Pharmazie. Novagreen in Niedersachsen ist<br />
sowohl in der Lage, kostengünstige Bioreaktoren in<br />
In den nächsten zehn Jahren muss voraussichtlich von<br />
einer Erhöhung der Rohölpreise auf 100 Dollar pro<br />
Barrel ausgegangen werden. Würde man deswegen<br />
etwa versuchen, den kompletten Dieselverbrauch<br />
in Deutschland durch Biodiesel zu substituieren, so<br />
wären allein hierzu ca. 22 Mio. ha Raps-Anbaufläche<br />
erforderlich (gesamte Agrarfläche in Deutschland<br />
zur Zeit ca. 17 Mio. ha). Aufgrund der beschränkten<br />
Ackerflächen können mit in Deutschland angebautem<br />
Raps derzeit etwa max<strong>im</strong>al 5 % des <strong>im</strong> Verkehrssektor<br />
benötigten Dieselkraftstoffs ersetzt und 1 bis 4 % der<br />
Treibhausgasemissionen in diesem Bereich vermieden<br />
werden. Hierzu müsste aber bereits die Hälfte der<br />
gesamten deutschen Ackerfläche zum Biodiesel-Raps-<br />
32 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Das Rauchgas wird über ein spezielles Pumpsystem ventilgesteuert in den Bioreaktor gespritzt. Dort wandeln die Mikroalgen CO 2<br />
in<br />
Biomasse um.<br />
anbau in vierjähriger Fruchtfolge genutzt werden, was<br />
unrealistisch ist. Das tatsächliche Potential liegt deshalb<br />
eher in der Größenordnung von 1 bis 2 % der Dieselmenge.<br />
Andererseits wird von der EU-Kommission<br />
geschätzt, dass Biokraft- und Heizstoffe aus Pflanzenöl,<br />
Zuckerrüben, Weizen und anderen Pflanzen sowie<br />
aus organischen Abfällen einen Marktanteil von 6 %<br />
des Benzin- und Dieselverbrauches bis zum Jahr 2<strong>01</strong>0<br />
erreichen können.<br />
Als mögliche Lösung dieses Dilemmas käme daher<br />
die direkte Umwandlung von CO 2<br />
aus Kraftwerken in<br />
Phytoplanktonbiomasse in Betracht mit einer <strong>im</strong> Verhältnis<br />
zu Raps bis zu 20fach erhöhten Produktion von<br />
Biomasse und einer bis zu 75fach höheren Produktivität<br />
von Biodiesel pro Hektar Anbaufläche. Das liegt daran,<br />
dass Phytoplankton bis zu 86 % seines Trockengewichts<br />
in Form energiereicher Lipide herstellt, die in<br />
extrahierter Form für die Biodieselherstellung geeignet<br />
sind. Im besten Falle benötigte man also lediglich<br />
300.000 ha Land, um den kompletten Biodieselbedarf<br />
Deutschlands mit Hilfe dieser Technologie zu decken.<br />
Das wären lediglich noch knapp 2 % der gesamten<br />
Agrarfläche Deutschlands. Dies wäre ein wirksamer<br />
Beitrag zum CO 2<br />
-Management. Allerdings wäre damit<br />
das CO 2<br />
nicht aus dem System entfernt, sondern lediglich<br />
die Nutzung fossiler Brennstoffe vermindert.<br />
Für ein umfassendes Konzept zur Nutzung und Bildung<br />
nachwachsender Rohstoffe muss aber nach weiteren<br />
verwertbaren Produkten gesucht werden, da die<br />
prospektiven Installationskosten für eine Großanlage<br />
zwar bereits deutlich reduziert (ca. 20 Mrd./km²), aber<br />
die laufenden Kosten noch zu hoch sind. Als nächste<br />
Schritte sollen an drei verschiedenen Standorten Forschungsreaktoren<br />
<strong>im</strong> 1.000 Liter-Bereich aufgebaut<br />
und die Produktion durch Änderungen der Reaktortechnik<br />
verbessert werden. Als Standorte kommen ein<br />
Kohlekraftwerk, eine Müllverbrennungsanlage sowie<br />
eine Brauerei in Betracht. Letztere produziert reines<br />
Gährungs-CO 2<br />
, welches hervorragend zur Produktion<br />
bioaktiver Substanzen und Futtermittel genutzt werden<br />
kann. Gaskraftwerke stünden ebenfalls zur Verfügung.<br />
Diese produzieren sauberere Abgase als Kohlekraftwerke,<br />
sind jedoch laut E.ON als Versuchsstandort weitaus<br />
weniger geeignet, da in den nächsten Jahren in erster<br />
Linie Kohlekraftwerke in Deutschland gebaut werden,<br />
deren Rauchgase zu vermindern sind.<br />
Da das Interesse der Medien an dem Projekt extrem<br />
hoch ist, erhofft sich die Arbeitsgruppe an der Jacobs<br />
Universität Investivkapital für eine mindestens zwei<br />
Jahre dauernde Forschungsphase, in der die Produktionsanlagen<br />
kosteneffektiv entwickelt werden. Die<br />
norddeutsche Kooperation zwischen Novagreen und<br />
der Jacobs Universität sollte dazu in absehbarer Zeit<br />
zum Erfolg führen.<br />
Prof. Dr. rer. nat. Laurenz Thomsen<br />
Fachbereich Geowissenschaften und Astrophysik an der Internationalen<br />
Jacobs-Universität Bremen<br />
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33
Bioenergie<br />
statt Erdgas<br />
70 % ligninreiche Biomasse – vor allem Holz – die<br />
bisher nur durch thermochemische Umwandlungsprozesse<br />
wie Verbrennung oder Vergasung energetisch<br />
genutzt werden können.<br />
Biokraftstoff aus Holzresten setzt auf erprobte<br />
Verfahren<br />
In der Biomasse-Nutzung liegen<br />
große Potentiale – aber bitte ohne<br />
schädliche Monokulturen<br />
Ein Chemiker untersucht die Qualität des <strong>im</strong> Fischer-Tropsch-<br />
Verfahren verflüssigten Kraftstoffs<br />
Bildquelle: CHOREN Industries GmbH (Freiberg, Österreich)<br />
Verfahren zur thermochemischen Umwandlung von<br />
Biomassen zu einem Brenngas, das in Gasmotoren,<br />
Gasturbinen oder Brennstoffzellen eingesetzt werden<br />
kann, sowie zum so genannten Synthesegas als<br />
Vorprodukt zur Herstellung von Methanol, Fischer-<br />
Tropsch-Diesel, SNG (Substitute Natural Gas) oder<br />
anderer Wertprodukte stehen unmittelbar vor der<br />
kommerziellen Nutzung.<br />
In Europa sind in den vergangenen 20 Jahren diverse<br />
Pilot- und Demonstrationsanlagen mit einer Leistung<br />
von jeweils mehr als 1 MW gebaut worden. Bis auf<br />
die allotherme Wirbelschichtvergasung zur Stromund<br />
Wärmeerzeugung in Güssing (Österreich) und<br />
das zweistufige autotherm betriebene Vergasungssystem<br />
zur Erzeugung von Diesel der Firma Choren<br />
(Deutschland) gibt es aktuell noch keine kommerzielle<br />
Nutzung.<br />
Nach einer Studie des Instituts für Energetik und Umwelt<br />
der Universität Leipzig könnte die Biogenergieproduktion<br />
ab 2020 den gesamten Bedarf russischer<br />
Erdgas<strong>im</strong>porte ersetzen. Bei dieser Prognose wurden<br />
opt<strong>im</strong>ale Bedingungen für den Anbau nachwachsender<br />
Rohstoffe wie beispielsweise von Raps oder<br />
Sojapflanzen neben den existierenden Erdgasnetzen<br />
unterstellt, wobei die Gefahr von Monokulturen diese<br />
Annahme bereits wieder relativieren dürfte.<br />
Der Bau und Betrieb einer Biomassevergasungsanlage<br />
in einer kommerziell sinnvollen Größe hätte<br />
darum Leuchtturmcharakter. Genügend technisches<br />
Know-How ist bei lokalen Firmen vorhanden, um den<br />
Wissensvorsprung <strong>im</strong> internationalen Wettbewerb zu<br />
nutzen. Ein solches Vorzeigeprojekt hätte außerdem<br />
positive Effekte für den Arbeitsmarkt.<br />
Biomassevergasung schafft Vorteile<br />
für Landwirte und Waldbesitzer<br />
Der thermochemischen Biomassevergasung<br />
gehört die Zukunft<br />
Das Biomassepotential in Deutschland betrug für das<br />
Jahr 2005 ca. 280 TWh/a (siehe Tabelle). Insgesamt<br />
könnten in Deutschland bereits ca. 7 % des Pr<strong>im</strong>ärenergieverbrauches<br />
durch die derzeit verfügbare<br />
Biomasse gedeckt werden. Allerdings sind davon ca.<br />
Zusätzlich eröffnet die thermochemische Biomassevergasung<br />
Landwirten und Waldbesitzern eine neue<br />
mittelfristig kalkulierbare Einnahmequelle. Welches<br />
Potential in der thermochemischen Umwandlung<br />
steckt, beweist die seit dem EEG zunehmende Anzahl<br />
an kommerziellen Kleinstanlagen auf Basis von Festbettvergasern.<br />
Allerdings sind diese Klein- und Kleinstanlagen<br />
lediglich für den Blockheizkraftwerk-Betrieb<br />
34 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Holzartige Stroh Nawaro Gras<br />
Landschaftspflegematerial<br />
Sonstige (Abfälle,<br />
Nebenprodukte, …)<br />
in Mrd.<br />
kWh/a<br />
157 36 28 13 5 40<br />
in % 56 13 10 5 2 14<br />
Freies Biomasse-Potential in Deutschland <strong>im</strong> Jahr 2005<br />
geeignet. Die Energiebilanz wird getrübt durch den<br />
für kleine Anlagen typischen schlechten elektrischen<br />
Wirkungsgrad und die meist nicht vorhandene Nutzungsmöglichkeit<br />
für die anfallende Prozessabwärme.<br />
Auch ist die vom Markt geforderte Erzeugung von synthetischen<br />
Kraftstoffen wie Fischer-Tropsch-Diesel oder<br />
SNG mit diesen Kleinanlagen aufgrund der Komplexität<br />
der Vergasungs- und Syntheseverfahren und der damit<br />
verbundenen Kosten bisher nicht zu realisieren.<br />
Dr. Ing. Siegfried Bajohr<br />
Engler-Bunte-Institut an der Universität Karlsruhe<br />
www.ebig.uni-karlsruhe.de<br />
Anlage zur Biomassevergasung<br />
Bildquelle: CHOREN Industries GmbH (Freiberg, Österreich)<br />
Kraft aus Gülle und Mist<br />
Bioenergie wird ein wichtiges Element einer kl<strong>im</strong>averträglichen<br />
Energiewirtschaft sein. Sie stammt aus<br />
nachwachsenden Rohstoffen und ist damit prinzipiell<br />
kohlendioxidneutral. Als eine der wenigen regenerativen<br />
Energien ist sie gut speicherfähig und kann so dem<br />
zeitlichen Bedarf folgen.<br />
Die Nutzungsmöglichkeiten der Bioenergie sind vielfältig<br />
und gefragt: Vor allem Wärme, zunehmend aber<br />
auch Strom und Kraftstoff aus Bioenergie halten einen<br />
Anteil von rund 3 % am deutschen Pr<strong>im</strong>ärenergieverbrauch.<br />
Das Potential ist damit aber nur teilweise erschlossen.<br />
Der Forschungs-Verbund Sonnenenergie (FVS)<br />
geht davon aus, dass Bioenergie<br />
10 % des Bedarfs<br />
decken kann. Im Auftrag<br />
des Bundesumweltministeriums<br />
prognostizierte<br />
das Öko- Insti tut 2004<br />
sogar bis zu 14 %.<br />
Wie die Energie aus Pflanzen<br />
künftig beleuchten,<br />
Häuser heizen und Autos<br />
antreiben kann, kurz, unseren<br />
Wohlstand sichern<br />
soll, das entwickeln En-<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
35
In dieser bestehenden Anlage in Güssing, Österreich, wird das<br />
AER-Verfahren erstmals großtechnisch getestet.<br />
ergiewirtschaft und Forschungsinstitute seit Jahren<br />
mit Hochdruck und Erfolg: Biodiesel aus Raps etwa<br />
ersetzt seit 2005 fast 4 % des fossilen deutschen<br />
Kraftstoffverbrauchs <strong>im</strong> Straßenverkehr. Bioethanol ist<br />
in den USA und Brasilien erfolgreich. Biogaskraftwerke<br />
produzieren aus Maissilage und Gülle bereits eine elektrische<br />
Leistung von 1.100 MW. Verstärkt wird auch in<br />
Biomass to Liquid-Treibstoffe (BtL) investiert.<br />
Biomasse – das Allround-Genie für Strom, Wärme<br />
und Wasserstoff-Erzeugung<br />
Als besonders aussichtsreich gilt das Polygeneration-Konzept.<br />
Mit dieser Technik kann zukünftig aus<br />
Biomasse-Rohgas <strong>im</strong> gewünschten Verhältnis gleichzeitig<br />
Strom, Wärme, Bio-Methan oder Wasserstoff<br />
erzeugt werden. Für Energieproduzenten bedeutet<br />
das: Je nach Energiebedarf ist eine Anpassung des<br />
Gases an die weitere Verwendung möglich. Neben<br />
der Verstromung in einem Heizkraftwerk kann es zu<br />
Wasserstoff weiterverarbeitet werden. Bei einer Konditionierung<br />
in Richtung hohen Methangehalts eignet<br />
sich das Gas auch zur Einspeisung in das Erdgasnetz<br />
oder zur Betankung von Erdgasautos. Heizkraftwerke<br />
mit dieser Technik können bei geringer sommerlicher<br />
Wärmenachfrage der Kunden dann auf die Kraftstoffproduktion<br />
umsteigen.<br />
Auf einen solchen Entwicklungspfad setzt das Zentrum<br />
für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-<br />
Württemberg ZSW mit seinem AER-Verfahren (Absorption<br />
Enhanced Reforming). Im Technikums-Maßstab<br />
läuft der Vergasungsprozess bereits erfolgreich: Er<br />
Bildquelle: ZSW / Baden-Württemberg<br />
wandelt feste Biomasse in ein wasserstoffreiches Produktgas<br />
um. Das Verfahren, das unter Führung des<br />
ZSW mit der Universität Stuttgart und europäischen<br />
Partnern entwickelt wurde, erreicht <strong>im</strong> Rohgas Wasserstoffgehalte<br />
bis zu 70 % – der beste Wert weltweit.<br />
Ungeahnte Ressourcen liegen <strong>im</strong> Abfall<br />
Als pr<strong>im</strong>äre Ressource nutzt das Verfahren Holzhackschnitzel.<br />
Die Technik ist aber auch offen für den Einsatz<br />
bisher kaum genutzter Biomassen aus Landwirtschaft<br />
und Landschaftspflege, etwa Restholz und Stroh. Das<br />
erweitert das Energiepotential der Ressource Biomasse<br />
erheblich, ohne auf Mais- oder Rapsmonokulturen mit<br />
ihrem Düngemittel- und Pestizidbedarf zurückgreifen<br />
zu müssen. Und es kann zur Entlastung am Holzmarkt<br />
führen, da Biomasse minderer Qualität nutzbar wird.<br />
Die Technik ist für dezentrale Heizkraftwerke mit einer<br />
Leistung zwischen 5 und 50 MW Brennstoffwärmeleistung<br />
ausgelegt. Mehrere Gründe sprechen für diese<br />
mittlere Größenordnung: Die Abwärme des Heizkraftwerkes<br />
erreicht den Verbraucher effizient auf kurzen<br />
Wegen. Der Holzverbrauch der kleinen Kraftwerke<br />
ist überschaubar, regionale Rohstoffe können den<br />
Bedarf nachhaltig decken, weniger Transportenergie<br />
wird nötig.<br />
Das Konzept überzeugte auch die baden-württembergische<br />
Landesregierung. Sie entschied Mitte Dezember<br />
2006, eine AER-Demonstrationsanlage mit 10<br />
Megawatt Brennstoffwärmeleistung zu fördern – ein<br />
späterer Ausbau mit dem Ziel der Kraftstoffproduktion<br />
wird damit erleichtert. Die Technik erreicht einen<br />
Gesamtwirkungsgrad von 80 %. Die Stromproduktion<br />
wird vom EEG vergütet. Die Wärme soll für die Fernwärmeversorgung<br />
von Wohngebieten, Schw<strong>im</strong>mbädern<br />
oder Schulen genutzt werden.<br />
Nicht zuletzt für die Industrie <strong>im</strong> Maschinen- und Anlagenbau<br />
ist die neue Technik von Interesse. Denn die<br />
umweltschonende Produktion von Strom und Wärme,<br />
die Substitution von Erdgas und die Gewinnung von<br />
Wasserstoff werden in einer nachhaltigen Energiewirtschaft<br />
<strong>im</strong>mer stärker an Bedeutung gewinnen.<br />
Dr. rer. nat. Thomas Schott<br />
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-<br />
Württemberg ZSW, Stuttgart<br />
www.zsw-bw.de<br />
36 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Biogasanlage mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung<br />
Integrierte Energieversorgung auf der Basis von Biomasse<br />
Die Biogasanlage auf dem Hof Loick in Dorsten-Lembeck<br />
wurde <strong>im</strong> September 20<strong>01</strong> in Betrieb genommen. Die<br />
Planung und Errichtung dieses Demonstrationsprojekts<br />
wurden durch das Land Nordrhein-Westfalen und von<br />
der Europäischen Union gefördert. In Kooperation mit<br />
dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und<br />
Energietechnik UMSICHT entstand eine Biogasanlage mit<br />
integrierter Energieversorgung, das heißt gekoppelter<br />
Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung. Dieses innovative<br />
Konzept wurde <strong>im</strong> Rahmen des Effizienzpreises 2002 des<br />
Landes Nordrhein-Westfalen mit dem „Sonderpreis der<br />
Jury zum nachhaltigen <strong>Wirtschaften</strong>“ ausgezeichnet.<br />
Als Rohstoffe zur Energiegewinnung dienen der <strong>im</strong><br />
landwirtschaftlichen Betrieb anfallende Flüssigmist<br />
(Schweinegülle), biogene Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion<br />
und nachwachsende Rohstoffe. In der<br />
Vergärung wird daraus Biogas gewonnen, ein Gemisch<br />
aus Methan und Kohlendioxid, welches als Brennstoff<br />
für ein Gasmotor-Blockheizkraftwerk (BHKW) dient. Hier<br />
werden Strom (500 kW x 8.000 Std. = 4.000 MW, dies<br />
entspricht dem Bedarf von etwa 1.120 Haushalten) und<br />
Wärme erzeugt.<br />
Die Nutzwärme des BHKW (ca. 4.000 MWh pro Jahr,<br />
entspricht dem Energieinhalt von 400.000 Litern Heizöl)<br />
wird auf dem Gelände der Loick-Gruppe zur Heizung<br />
von Wohnräumen, Büros, Produktionshallen und Ställen,<br />
zur Wassererwärmung und für den Eigenbedarf der<br />
Biogasanlage verwendet. Im Sommer dient die Wärme<br />
außerdem zur Erzeugung von Kälte in einer thermisch<br />
angetriebenen Absorptionskältemaschine. Darin wird<br />
Kaltwasser (6-8 °C) erzeugt,<br />
das zur effizienten<br />
Kühlung der Maschinen<br />
für die Herstellung von<br />
Verpackungen aus nachwachsenden<br />
Rohstoffen<br />
und der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>tisierung<br />
der Büros und Schweinemast-Stallungen<br />
verwendet<br />
wird. Durch diese<br />
integrierte Konzeption ist<br />
ganzjährig eine opt<strong>im</strong>ale<br />
Wärmenutzung gewährleistet.<br />
Bei der Energieerzeugung <strong>im</strong> BHKW entstehendes Kohlendioxid<br />
(CO 2<br />
) wird <strong>im</strong> geschlossenen Kreislauf wieder<br />
von Pflanzen aufgenommen.<br />
Das Gesamtkonzept demonstriert am Standort Dorsten-<br />
Lembeck eine kostengünstige, CO 2<br />
-neutrale integrierte<br />
Energieversorgung. Im Vergleich zu Standardsystemen<br />
werden der Atmosphäre Jahr für Jahr über 3.000 Tonnen<br />
CO 2<br />
erspart.<br />
Mit den gesammelten Erfahrungen aus diesem Konzept<br />
entwickelt die EnD-I Loick Bioenergy GmbH heute neue<br />
Biogasstandorte, baut und betreibt Biogasanlagen mit<br />
hohem Qualitätsstandard von 500 kW bis 10 MW elektrisch.<br />
Hierbei gilt das besondere Augenmerk der Rohstoffbeschaffung,<br />
der Produktion von Premiumgas zur<br />
Einspeisung des Gases in die öffentlichen Gasnetze,<br />
Verwertung als Treibstoff für Autos und der Verstromung<br />
an Standorten mit hohem Wärmebedarf. Das anfallende<br />
Gärsubstrat wird zu hochwertigem Naturdünger aufbereitet.<br />
Somit arbeitet die EnD-I Loick Bioenergy GmbH<br />
in einem geschlossenen Kreislauf, von der Pflanze über<br />
die Energiegewinnung und die Nährstoffversorgung der<br />
Pflanzen aus dem Restprodukt der Biogasnutzung.<br />
Dr.-Ing. Stephan Kabasci<br />
Leiter Nachwachsende Rohstoffe, Fraunhofer-Institut für Umwelt-,<br />
Sicherheits- und Energietechnik<br />
www.umsicht.fraunhofer.de<br />
EnD-I Loick Bioenergy GmbH, Jörg Gebauer, Leiter Bioenergie<br />
www.loick-bioenergie.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
37
Forschung für<br />
Bildquelle: DLR<br />
38 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
die Zukunft<br />
Wie funktionieren das System Erde und die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>maschine? Wie<br />
können wir die Energieversorgung sichern, ohne das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> weiter<br />
aufzuheizen? Und wie erhalten wir Gesundheit bis ins hohe Alter?<br />
Solche großen und drängenden Fragen zu beantworten, das ist<br />
der Auftrag der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungseinrichtungen.<br />
15 Forschungszentren aus ganz Deutschland haben<br />
sich hier zusammengeschlossen. Ihr Merkmal: Sie verfügen über<br />
weltweit einzigartige Großgeräte wie Teilchenbeschleuniger, Supercomputer,<br />
Forschungsschiffe und Forschungsflugzeuge und andere<br />
wichtige Infrastrukturen für die Forschung, haben zusammen ein<br />
Budget von jährlich 2,3 Milliarden Euro und insgesamt mehr als<br />
25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<br />
Ein Teil der Helmholtz-Zentren wurde bereits in den 1950er Jahren<br />
gegründet, vor allem, um Anwendungen der Kernenergie zu<br />
entwickeln, in die man damals große Hoffnungen setzte, sogar<br />
Atomantriebe für PKWs hielt man für machbar. In den kommenden<br />
Jahrzehnten verlor die Kernforschung jedoch an Bedeutung,<br />
die Großforschungszentren veränderten ihr Profil: Grundlagenforschung<br />
in Physik, zu Umweltfragen und zur Gesundheit nahmen<br />
<strong>im</strong>mer größeren Raum ein.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
39<br />
39
Bildquelle: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung<br />
Unterwegs mit Forschungsschiffen lesen Polarforscher aus Eiskernbohrungen<br />
das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> der vergangenen Jahrmillionen ab und<br />
untersuchen auch die Auswirkungen des aktuellen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
auf Flora und Fauna der Polargebiete.<br />
1970 schlossen sich die Großforschungseinrichtungen<br />
zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die sich 1995<br />
zur Helmholtz-Gemeinschaft umbenannte.<br />
20<strong>01</strong> entstand aus dem bis dahin eher lockeren<br />
Dachverband die heutige Helmholtz-Gemeinschaft<br />
Deutscher Forschungszentren e. V., die sich einer großen<br />
Reform unterzog: Die Helmholtz-Gemeinschaft<br />
investiert ihre Forschungsgelder nicht mehr in die<br />
einzelnen Zentren, sondern in die Forschungsprogramme<br />
der sechs Forschungsbereiche „Energie“,<br />
„Erde und Umwelt“, „Gesundheit“, „Struktur der<br />
Materie“, „Schlüsseltechnologien“ sowie „Verkehr<br />
und Weltraum“. Alle Forscher müssen ihre Vorhaben<br />
bewerten lassen, sie stehen damit untereinander <strong>im</strong><br />
Wettbewerb, können aber auch leicht über die Zentren<br />
hinweg miteinander kooperieren.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>forschung und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der<br />
Helmholtz-Gemeinschaft beobachten den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
und seine Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere. Sie<br />
untersuchen jedoch auch, wie wir uns auf Änderungen<br />
einstellen können, zum Beispiel durch besseren Küstenschutz<br />
oder neuartige Bewässerungstechniken.<br />
Mit dem Helmholtz-Earth-Observation-System haben<br />
Helmholtz-Wissenschaftler ein Netz aus Satelliten,<br />
Forschungsflugzeugen und -schiffen aufgebaut, um<br />
Veränderungen der Atmosphäre und der Temperaturen<br />
an Land- und Meeresoberflächen zu messen.<br />
Gleichzeitig erfassen die Satelliten auch die Vegetation<br />
in Wasser und Land sowie viele andere Parameter,<br />
die zu einem umfassenden Bild des Planeten zusammengesetzt<br />
werden. Andere Forschungsvorhaben<br />
untersuchen, wie sich die Freisetzung von Kohlendioxid<br />
in die Atmosphäre verringern lässt: Eine Möglichkeit<br />
wäre, in Kohlekraftwerken nach der Verbrennung der<br />
Kohle das entstehende Kohlendioxid abzuscheiden<br />
und in tieferen Gesteinsschichten zu speichern. Ob<br />
dies mit vertretbarem Aufwand gelingen kann und<br />
langfristig sicher ist, untersuchen Wissenschaftler des<br />
GeoForschungsZentrums Potsdam in dem großen europäischen<br />
Pilotprojekt CO2SINK. Vor kurzem haben<br />
sie mit Bohrungsarbeiten <strong>im</strong> brandenburgischen Ketzin<br />
begonnen. Das Gestein dort ist für diesen Zweck<br />
opt<strong>im</strong>al, denn über einer porösen Schicht, in die das<br />
CO 2<br />
hineingepresst werden kann, liegen Schichten aus<br />
Tonerde, die eine gute Abdichtung herstellen. Früher<br />
lagerte man dort Erdgas.<br />
Pilotprojekte für Erneuerbare Energien<br />
Das zentrale Problem, sowohl für das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> als auch für<br />
die Wirtschaft, ist jedoch der hohe Verbrauch von fossilen<br />
Rohstoffen. Helmholtz-Wissenschaftler arbeiten<br />
an neuartigen Solarzellen und an Biomasse-Reaktoren,<br />
die landwirtschaftlichen Abfall zu Treibstoff veredeln.<br />
In Groß-Schönebeck (Brandenburg) haben soeben die<br />
Probebohrungen für ein Pilotprojekt begonnen, mit<br />
dem man aus der Wärme tief gelegener Erdschichten<br />
Energie gewinnen wird.<br />
All diese Lösungsansätze sind wertvoll, aber die allergrößte<br />
Wirkung könnten Verbesserungen bei der<br />
Effizienz von Kraftwerken, Motoren und Turbinen<br />
haben, an denen ebenfalls gearbeitet wird: Dazu<br />
gehört auch die Entwicklung von ultrastabilen und<br />
extrem leichten Materialien für Karosserien. Außerdem<br />
werden die Technologien zur Speicherung von Energie<br />
und zum verlustfreien Transport von Strom weiter<br />
vorangetrieben.<br />
Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor<br />
Dr. Jürgen Mlynek, setzt sich zurzeit mit aller<br />
Kraft dafür ein, eine Energieforschungsinitiative für<br />
Deutschland ins Leben zu rufen. Forschung, Politik und<br />
Energieunternehmen müssen gemeinsam an einem<br />
Strang ziehen, frisches Geld in die Hand nehmen und<br />
so der „Energiewende“ den Schwung verleihen, der<br />
notwendig ist, um die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>ziele zu erreichen.<br />
www.helmholtz.de<br />
40 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Energie aus der Erde<br />
Geothermie – Herausforderung und Chance für den Energiemix<br />
Aufgrund des wachsenden Rohstoffbedarfs, steigender<br />
Energiepreise und der Folgen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels setzt<br />
die Energiepolitik verstärkt auf die Integration Erneuerbarer<br />
Energien. Die Geothermie mit ihrer Fähigkeit zur<br />
Grundlastversorgung mit Strom und Wärme wird dabei<br />
weltweit <strong>im</strong>mer interessanter. Die Betrachtung allein<br />
ihres gewaltigen Potentials macht sie zu einer Option<br />
für den Energiemix der Zukunft.<br />
Enormes Wachstum<br />
bei Geothermiekleinanlagen<br />
In Deutschland hat die Nutzung geothermischer<br />
Energie in den letzten Jahren stark zugenommen.<br />
Oberflächennahe Erdwärme wird in einer Vielzahl<br />
von Anlagen, die aus einer Wärmequellen- und einer<br />
Wärmepumpenanlage bestehen, genutzt. Mehr als<br />
100.000 derartige Systeme sind derzeit <strong>im</strong> Betrieb.<br />
Das technische Potential ist bei weitem noch nicht<br />
ausgeschöpft. Die jährliche Bereitstellung von regenerativer<br />
Heizenergie beträgt damit mehr als 10 Petajoule<br />
(Maßeinheit PJ=1 Billiarde Joule/1 PJ = 0,278 Milliarden<br />
kWh). Dadurch stieg das jährliche Marktvolumen in<br />
Deutschland auf einen Umsatz von über 500 Mio. Euro<br />
(2006) an. Allein 2006 wurden ca. 28.000 Geothermieanlagen<br />
mit Wärmepumpe an den Mann gebracht<br />
und damit gegenüber 2005 eine Steigerung von über<br />
115 % erzielt.<br />
– ohne vulkanische Gesteinsmassen – geothermische<br />
Stromerzeugung möglich ist.<br />
Hohe Investitionskosten <strong>im</strong> Großanlagenbau<br />
Be<strong>im</strong> aktuellen Stand der Technologie sind die Anfangsinvestitionen<br />
und Risiken be<strong>im</strong> Bau einer Geothermieanlage<br />
noch vergleichsweise hoch, vor allem <strong>im</strong><br />
Untertagebereich. Je tiefer die Bohrung, desto höher<br />
die nutzbare Temperatur und der Wirkungsgrad, umso<br />
höher aber auch die Bohrkosten und Risiken. Von<br />
Bund und Ländern geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte<br />
zielen auf die planungssichere und<br />
effiziente Gestaltung geothermischer Erschließungsund<br />
Wandlungsprozesse sowie die Demonstration der<br />
Technik in Pilotanlagen in verschiedenen geologischen<br />
Umgebungen ab.<br />
In Mitteleuropa werden zwei Konzepte verfolgt: Die<br />
Nutzung kristalliner, heißer, trockener Gesteinsformationen,<br />
sog. HotDryRock-Systeme (HDR), wie es am<br />
Standort des europäischen Forschungsprojektes Soultzsous-Forêts<br />
eingesetzt wird, sowie die Erschließung<br />
Nach Branchenschätzungen gibt es in Deutschland<br />
mittelfristig Planungen für mehr als 50 Neuanlagen zur<br />
Strom- bzw. gekoppelten Strom- und Wärmebereitstellung<br />
in der Größenordnung von jeweils mehreren<br />
MW Leistung für Strom, und ungefähr das Zehnfache<br />
für Wärme, vorrangig <strong>im</strong> Oberrheingraben, <strong>im</strong> Süddeutschen<br />
Molassebecken und <strong>im</strong> Norddeutschen<br />
Becken. Der Betrieb des ersten und bisher einzigen<br />
Geothermiekraftwerks in Neustadt-Glewe unter Nutzung<br />
der weltweit niedrigsten Temperatur von nur<br />
98° C zeigt, dass auch unter hiesigen Bedingungen<br />
Über die Förderbohrung wird das Wasser aus der Tiefe geholt<br />
und nach seiner thermischen Nutzung <strong>im</strong> Kraftwerk über die Injektionsbohrung<br />
wieder in den Untergrund geleitet. Das Wasser<br />
gibt seine Energie an ein – schon bei niedrigen Temperaturen<br />
siedendes Arbeitsmittel – ab, das in einem Sekundärkreislauf den<br />
Generator zur Stromerzeugung antreibt.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
41
von Hydrothermalsystemen. Zu letzteren gehören die<br />
Forschungsvorhaben Unterhaching in Bayern, Landau<br />
in der Pfalz und Groß Schönebeck in Brandenburg.<br />
Hydrothermale Systeme sind heißwasserführende<br />
Schichten des Untergrundes, die als Wärmequelle dienen.<br />
Die meisten geothermischen Kraftwerke der Welt<br />
nutzen heißes Wasser aus vulkanisch aktiven Gebieten.<br />
Aber auch in unseren Breiten gibt es hydrothermale<br />
Systeme: Heißwasserführende Gesteinsschichten in 4-5<br />
km Tiefe bei Temperaturen um 150º C <strong>im</strong> süddeutschen<br />
Raum und in der Norddeutschen Tiefebene haben ein<br />
vielversprechendes geothermisches Potential.<br />
Erdölindustrie als Technologielieferant<br />
Be<strong>im</strong> HotDryRock-Verfahren werden trockene Gesteinsformationen<br />
durch Schaffung eines künstlichen<br />
unterirdischen Wasserreservoirs nach dem Prinzip eines<br />
Wärmetauschers genutzt. Pr<strong>im</strong>är dient Wasser, das von<br />
übertage zugeführt wird, als Wärmeträgermedium.<br />
In Unterhaching laufen die Vorbereitungen für den<br />
Bau eines Kraftwerkes mit einer elektrischen Leistung<br />
von 1 bis 3 MW. Technologieentwicklungsprojekte wie<br />
Groß Schönebeck und Horstberg namens GeneSys<br />
<strong>im</strong> Norddeutschen Becken zielen auf die Entwicklung<br />
innovativer Technologien zur Produktivitätssteigerung<br />
geothermischer Lagerstätten.<br />
Geothermische Kraftwerke findet man bisher fast ausschließlich<br />
in tektonisch aktiven Regionen mit Wärmeanomalien. In<br />
Deutschland gibt es keine ausgeprägten geothermischen Anomalien<br />
wie z.B. in der Toskana oder in Island, aber auch hier<br />
ist Erdwärme für die Bereitstellung von elektrischer Energie,<br />
Wärme und Kälte nutzbar.<br />
Bildquelle: GFZ Potsdam<br />
Ein geothermisches Kraftwerk fördert das heiße Wasser<br />
über eine Produktionsbohrung aus der Tiefe und<br />
leitet es nach seinem Weg durch den Wärmetauscher<br />
über eine Injektionsbohrung wieder zurück in den<br />
Untergrund. Haben die Gesteinsformationen zu kleine<br />
natürliche Risse und ist damit der Wasserdurchsatz zu<br />
gering, ist auch die Fläche für einen effektiven Wärmeaustausch<br />
zu klein. Mit St<strong>im</strong>ulationsmethoden werden<br />
zusätzliche künstliche Risse <strong>im</strong> Gestein erzeugt und<br />
bestehende erweitert. Diese Methode der sogenannten<br />
hydraulischen St<strong>im</strong>ulation ist in der Erdöl- und Erdgasindustrie<br />
ein gängiges Verfahren, das bereits in den<br />
40er Jahren entwickelt wurde. Es wird eingesetzt, um<br />
die natürliche Wasserdurchlässigkeit des Gesteins und<br />
damit die Produktivität von Bohrungen zu erhöhen.<br />
Für geothermische Anwendungen sind die Verfahren<br />
der Kohlenwasserstoffexploration jedoch nur begrenzt<br />
anwendbar.<br />
42 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong><br />
42
Hohe Volumenströme und die nachhaltige Nutzung<br />
des Reservoirs über zwei bis drei Jahrzehnte stellen<br />
erhöhte Herausforderungen an einen dauerhaften<br />
Betrieb.<br />
Zur Wandlung der Erdwärme in elektrischen Strom<br />
werden Sekundärkreisläufe benutzt. Das Organic<br />
Rankine Cycle- (ORC) sowie das Kalina-Verfahren<br />
sind die gängigen Verfahren. Be<strong>im</strong> Organic Rankine<br />
Cycle wird eine Flüssigkeit mit niedrigem Siedepunkt<br />
eingesetzt, während be<strong>im</strong> Kalina-Verfahren Wasser<br />
und Ammoniak als Arbeitsmittel verwendet werden.<br />
Der Vorteil des Kalina-Systems liegt in geringeren internen<br />
Verlusten bei allerdings höherem technischem<br />
Aufwand. So wird je nach Temperatur der Quelle<br />
10 % der Wärme des geförderten Wassers in Strom<br />
gewandelt. Der Einsatz an Hilfsenergie insbesondere<br />
zur Hebung des heißen Tiefenwassers beträgt je nach<br />
Eigenschaften der Wärmequelle bis zu mehreren 10<br />
% der erzeugten Strommenge, was die Energiebilanz<br />
derzeit noch verschlechtert.<br />
Technologie mit Exportchance<br />
In Groß Schönebeck, einem Forschungsstandort mit<br />
hydrothermalen Ressourcen <strong>im</strong> Nordosten Brandenburgs,<br />
wird aktuell eine wissenschaftliche Demonstrationsanlage<br />
zur geothermischen Stromerzeugung<br />
nach dem ORC-Konzept gebaut. Seit 20<strong>01</strong> werden<br />
hier <strong>im</strong> Geothermielabor Groß Schönebeck erfolgreich<br />
Bildquelle: GFZ Potsdam<br />
hydraulische Exper<strong>im</strong>ente und Bohrlochmessungen zur<br />
Produktivitätssteigerung der Lagerstätte durchgeführt.<br />
Acht Monate wühlten sich Bohrmeißel durch das Erdreich,<br />
bis <strong>im</strong> Januar <strong>2007</strong> mit 4.440 Metern die Endteufe<br />
einer zweiten Geothermiebohrung für die Forschung<br />
erreicht war. Mit schonenden Aufschlussverfahren wurden<br />
opt<strong>im</strong>ale Bedingungen für den Bewirtschaftungszeitraum<br />
der Lagerstätte über 20-30 Jahre geschaffen.<br />
Die Anlage soll neue und unausgereifte Techniken in<br />
der Anwendung erproben und zur Marktreife weiterentwickeln.<br />
Im Mittelpunkt stehen Materialfragen und<br />
die Erforschung verfahrenstechnischer Prozesse, um<br />
Qualität und Wirkungsgrade geothermischer Anlagen<br />
zu opt<strong>im</strong>ieren. Dabei werden Technologien entwickelt,<br />
die weltweit auf Standorte ähnlicher Geologie übertragbar<br />
und damit exportfähig sind.<br />
Dr. Ernst Huenges<br />
Sektionsleiter Geothermie am GeoForschungsZentrum Potsdam<br />
www.gfz-potsdam.de/geothermie<br />
CO 2<br />
zurück in die Erde<br />
Die Speicherung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO 2<br />
) <strong>im</strong><br />
Untergrund könnte möglicherweise helfen, den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
einzudämmen. Dabei wird das Treibhausgas zunächst<br />
aus den Emissionen von Kraftwerken isoliert und dann<br />
hunderte von Metern tief <strong>im</strong> Boden sicher „weggeschlossen“.<br />
Nun haben in Ketzin nahe Berlin die Bohrarbeiten<br />
für den ersten europäischen Kohlendioxid-Testspeicher begonnen.<br />
Im Rahmen des europäischen CO2SINK-Projekts<br />
sollen hier in den nächsten zwei Jahren 60.000 Tonnen CO 2<br />
in über 700 Metern Tiefe gelagert werden.<br />
Die Bohrung soll zeigen, wie CO 2<br />
in tief gelegenen und<br />
mit Salzwasser gefüllten porösen Gesteinsschichten<br />
eingebracht und gespeichert werden kann. Am 27.<br />
Februar <strong>2007</strong> wurde die erste Bohrung gestartet, über<br />
die dann später das fast 100 Prozent reine CO 2<br />
in den<br />
Speicherhorizont eingespeist werden soll. Um die Speicherung<br />
zu überwachen und ortsnah die Ausbreitung<br />
des CO 2<br />
<strong>im</strong> Untergrund zu untersuchen, werden zwei<br />
zusätzliche Beobachtungsbohrungen bis auf 800 Meter<br />
niedergebracht und mit modernster Sensorik bestückt.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
43
Durchgeführt werden die Bohrungen unter der Federführung<br />
des GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in<br />
Zusammenarbeit mit 18 Partnern aus neun Ländern<br />
auf dem Testgelände bei Ketzin.<br />
Großlabor <strong>im</strong> Untergrund<br />
„Mit dieser Pilotanlage entsteht ein Großlabor, in<br />
dem das Verhalten von CO 2<br />
<strong>im</strong> Untergrund unter<br />
realistischen Bedingungen untersucht wird“, erklärt<br />
Frank Schilling vom GFZ. „Dabei ist entscheidend,<br />
welche Prozesse durch die Speicherung <strong>im</strong> Untergrund<br />
ausgelöst werden und was mittel- und langfristig mit<br />
dem <strong>im</strong> Untergrund gespeicherten CO 2<br />
geschieht.“<br />
Die Menge CO 2<br />
, die dort täglich gespeichert werden<br />
soll, entspricht dabei der Menge Kohlendioxid, welche<br />
die Potsdamer Bevölkerung <strong>im</strong> selben Zeitraum<br />
ausatmet. Diese kleinen Mengen werden allerdings<br />
schon ausreichen, um wichtige Erkenntnisse über die<br />
Injektionstechnologie, die Sicherheit des Speichers<br />
und über mögliche Langfristrisiken und -kosten zu<br />
gewinnen.<br />
„Die ausgesuchte Gesteinsformation eignet sich für<br />
das geplante Vorhaben besonders gut aufgrund ihrer<br />
Geologie“, erklärt Schilling. „Denn bereits in 400 m<br />
Tiefe über einem ehemaligen Erdgasspeicher befindet<br />
sich eine undurchlässige Deckschicht. Der vorgesehene<br />
CO 2<br />
-Testspeicher wiederum liegt fast doppelt<br />
so tief unter einer weiteren dichten Deckschicht“, so<br />
Schilling.<br />
Permanente Überwachung und Safety First<br />
Bei der Bohrung werden Bohrkerne gezogen, aus denen<br />
man weitere detaillierte Informationen über die<br />
Qualität des Speicherhorizontes und der Abdeckschichten<br />
gewinnen möchte. Während der zweijährigen<br />
Dauer des Exper<strong>im</strong>ents findet zudem eine permanente<br />
Überwachung des Areals von der Oberfläche bis in die<br />
Tiefe statt. Es werden Messsonden in die Bohrlöcher<br />
eingefahren, um die Eigenschaften der Gesteine in den<br />
unterschiedlichen Tiefenlagen mit dreid<strong>im</strong>ensionaler<br />
geophysikalischer Erkundung (ähnlich der Ultraschalldiagnostik<br />
in der Medizin) zu quantifizieren. Es kommen<br />
geoelektrische, seismische und thermische Verfahren<br />
Bildquelle: GFZ Potsdam<br />
zum Einsatz, und es werden die Reaktionen des CO 2<br />
mit dem Nebengestein in situ untersucht.<br />
Die <strong>im</strong> Frühjahr <strong>2007</strong> begonnene Bohrungsphase<br />
hat bereits eine lange Vorgeschichte: So wurde die<br />
Stelle des zukünftigen Forschungsspeichers schon seit<br />
Jahren von der Oberfläche bis in die Tiefe untersucht.<br />
Seit mehr als zwei Jahren messen Wissenschaftler die<br />
natürliche CO 2<br />
-Abgabe aus dem Boden über dem<br />
gesamten Speichergebiet in regelmäßigen Abständen.<br />
Dieses Kohlendioxid entsteht durch die Zersetzung<br />
von Biomasse durch Bodenlebewesen und weist eine<br />
deutliche jahreszeitliche Variation auf.<br />
Auch die Erkundung der örtlichen Geologie gehörte zu<br />
den Vorarbeiten. Um eventuelle zukünftige Veränderungen<br />
der Geologie aufgrund der Speicherung sofort<br />
feststellen zu können, wurde vorab eine aufwändige<br />
dreid<strong>im</strong>ensionale seismische Erkundung durchgeführt.<br />
„Nach Abschluss des Projekts wird sich die Option<br />
„CO 2<br />
zurück in die Erde“ auf einer fundierten Datenbasis<br />
beurteilen lassen“, fasst Schilling die Arbeiten<br />
erwartungsfroh zusammen.<br />
Produktionstest Groß Schönebeck 20<strong>01</strong>: Förderung von Thermalwasser<br />
aus 4 km Tiefe<br />
www.co2sink.org<br />
44 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
DIE VATTENFALL „KLIMASCHUTZKARTE 2030“<br />
Wie können wir dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel Einhalt gebieten?<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
45<br />
45
GEMEINSAM DEN CO 2<br />
-AUSSTOSS SENKEN<br />
Im Jahr 2006 hat Vattenfall als führendes europäisches Energieunternehmen den Bericht „Curbing Cl<strong>im</strong>ate Change“ vorgelegt.<br />
Hier wird skizziert, wie unter Beteiligung aller Staaten der Welt die Emissionen über 100 Jahre hinweg gesenkt werden können<br />
und welche konkreten Möglichkeiten zur Emissionssenkung bis 2030 bestehen. Im Ergebnis liegt ein Plan zur Senkung der<br />
globalen CO 2<br />
-Emissionen um 26,7 Gigatonnen <strong>im</strong> Jahr 2030 vor.<br />
Weitermachen wie bisher ......................................................................................................<br />
26,7<br />
............... CO 2<br />
-Emissionen<br />
....................................<br />
2002 ......................... Analysezeitraum Vattenfall ................................................ 2030<br />
..........<br />
Um das Ziel zur Begrenzung des<br />
Temperaturanstiegs von max<strong>im</strong>al<br />
2 °C zu erreichen, müssen wir den<br />
Emissionsausstoß <strong>im</strong> Jahr 2030<br />
um 26,7 Gigatonnen senken.<br />
Gemeinsam den CO 2<br />
-Ausstoß senken<br />
Die obenstehende Grafik zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
zeigt normalerweise einen dramatischen<br />
Anstieg des CO 2<br />
-Ausstoßes an.<br />
Unserer Studie nach kann diese Grafik<br />
aber auch anders interpretiert werden:<br />
und zwar, indem man keine Bedrohungen,<br />
sondern Chancen darstellt – also Potenziale,<br />
um den Emissionsanstieg aufzuhalten<br />
und so die Temperaturen zu stabilisieren.<br />
Ist dies bis 2030 machbar? Wir denken,<br />
dass es möglich ist. Ein anspruchsvolles<br />
Ziel, das gegenseitiges Einverständnis und<br />
weltweite Zusammenarbeit voraussetzt.<br />
Aber das Ziel ist in Sichtweite.<br />
Was passiert, wenn uns dies nicht gelingt?<br />
Die Hinweise verdichten sich, dass sich in<br />
diesem Fall die Menge der <strong>im</strong> Jahr 2030<br />
in der Atmosphäre befindlichen Kohlendioxidäquivalente<br />
um 45 % erhöht haben<br />
wird. Damit würden wir jährlich 58 Gigatonnen<br />
Kohlendioxidäquivalente freisetzen.<br />
Diese Zahl ist nahezu doppelt so<br />
hoch wie das Niveau, auf dem wir die<br />
CO 2<br />
-Emissionen stabilisieren sollten,<br />
um dem Temperaturanstieg Einhalt zu<br />
gebieten. Inwieweit können wir der Erderwärmung<br />
Herr werden? Niemand weiß<br />
das genau. Die meisten Wissenschaftler<br />
st<strong>im</strong>men darin überein, dass ein durchschnittlicher<br />
Anstieg der Temperatur um<br />
2 °C gegenüber vorindustrieller Zeit ein<br />
akzeptables Niveau ist. Dieses Ziel rückt in<br />
weite Ferne, wenn wir so weitermachen<br />
wie bisher. Aber: Zum Handeln ist noch<br />
Zeit und Gelegenheit.<br />
Potenziale in allen Wirtschaftszweigen<br />
Die Energiewirtschaft kann zur Reduktion<br />
der Emissionen beitragen, indem sie verstärkt<br />
erneuerbare Energien nutzt oder<br />
Kohlendioxid unterirdisch speichert.<br />
Der industrielle Sektor verfügt weltweit<br />
über zahlreiche Möglichkeiten, den CO 2<br />
-<br />
Ausstoß zu senken. Beispielsweise könnte<br />
die Industrie in weit höherem Maße als<br />
Erforderliche Emissionssenkungen je Wirtschaftszweig (Gigatonnen CO 2<br />
)<br />
5,9<br />
Energiewirtschaft<br />
6,0<br />
Industrie<br />
2,8<br />
Verkehr<br />
3,7<br />
Wohnungswirtschaft<br />
6,7<br />
Forstwirtschaft<br />
1,5<br />
Land- und<br />
Abfallwirtschaft<br />
26,7<br />
Gesamt<br />
46 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
isher elektrische Motorantriebssysteme<br />
einsetzen sowie Gas und Biobrennstoffe<br />
verwenden.<br />
Transport und Verkehr lassen sich umweltfreundlich<br />
gestalten durch eine Verbesserung<br />
des Wirkungsgrades sowie durch<br />
den Einsatz von Bioethanol und Biodiesel<br />
als Kraftstoff.<br />
Der CO 2<br />
-Ausstoß von Gebäuden kann mit<br />
einfachen Hilfsmitteln wie hoch energieeffizienten<br />
Kühlschränken und Gebäudeheizungen<br />
drastisch abgesenkt werden.<br />
Die Forstwirtschaft ist der einzige Wirtschaftszweig,<br />
in dem es bereits heute<br />
Potenziale in allen Regionen<br />
Die Potenziale zur Minderung von CO 2<br />
werden in unserer „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzkarte<br />
2030“ anhand von Wirtschaftszweigen<br />
aufgezeigt. Parallel lassen sich die<br />
Ergebnisse aber auch auf regionaler<br />
Ebene betrachten.<br />
Die Industrieländer einschließlich der<br />
Volkswirtschaften <strong>im</strong> Übergang sind für<br />
ca. 45 % der Emissionen verantwortlich,<br />
China für knapp 15 % und die übrige Welt<br />
für ca. 40 %. In Bezug auf die Herkunft<br />
der Emissionen weisen die Regionen<br />
große Unterschiede auf. In den Industrieländern<br />
stammt ein Großteil der CO 2<br />
-<br />
Emissionen aus der Energiewirtschaft,<br />
der Industrie und dem Verkehrssektor,<br />
durchschnittlichen Kosten <strong>im</strong> Jahre 2030<br />
in den Industrieländern. Entscheidend<br />
hierfür sind die Potenziale zur Minderung<br />
<strong>im</strong> Bau- und Verkehrssektor, die sich<br />
zu geringen, ja sogar negativen Kosten<br />
erschließen lassen. Solche Potenziale<br />
bestehen zumeist in den Industrieländern,<br />
so dass dort die durchschnittlichen Kosten<br />
auf sektorübergreifender Basis relativ<br />
gering sind.<br />
Weitere ausführliche Informationen zur<br />
„<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzkarte 2030“ finden Sie<br />
unter www.vattenfall.com/cl<strong>im</strong>atemap.<br />
..........<br />
2050<br />
Anstrengungen zur Verringerung von CO 2<br />
-<br />
Emissionen gibt. Durch die verstärkte<br />
Anpflanzung von Wäldern könnte bis<br />
2030 mehr CO 2<br />
von Bäumen aufgenommen<br />
werden.<br />
Am problematischsten ist eine Reduzierung<br />
der Emissionen in der Land- und Abfallwirtschaft,<br />
da in diesem Bereich ein<br />
Großteil der Emissionen in den ärmeren<br />
Ländern anfällt. Allerdings lassen sich<br />
in diesem Bereich die Emissionen durch<br />
einfache Veränderungen der Anbaumethoden<br />
senken.<br />
wohingegen in den Entwicklungsländern<br />
die Land- und Forstwirtschaft maßgeblich<br />
relevant sind. Nach dem mit „Business as<br />
usual“ überschriebenen Szenario würden<br />
sich die Emissionen um ca. 50 % auf nahezu<br />
60 Gigatonnen CO 2<br />
-Äquivalente pro<br />
Jahr erhöhen.<br />
Die durchschnittlichen Kosten zur Minderung<br />
von CO 2<br />
sind von Region zu Region<br />
unterschiedlich. Am geringsten sind die<br />
...................................................<br />
.............<br />
2070<br />
Trenddarstellung<br />
..................<br />
Erforderliche Emissionssenkungen je Region (Gigatonnen CO 2<br />
)<br />
2,5<br />
Europa OECD<br />
4,4<br />
USA<br />
Kanada<br />
4,6<br />
China<br />
2,5<br />
Andere<br />
Industriestaaten<br />
1,6<br />
Volkswirtschaft<br />
<strong>im</strong> Übergang<br />
11,1<br />
Übrige Welt<br />
26,7<br />
Gesamt<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
47
Der Umbau der Stromerzeugung<br />
in Deutschland<br />
vor dem Hintergrund des notwendigen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes<br />
Der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie und das<br />
durch das EEG angestoßene dynamische Wachstum der<br />
Erneuerbaren Energien (EE) sind wesentliche Eckpfeiler<br />
des notwendigen Strukturwandels in der Stromerzeugung<br />
vor dem Hintergrund des dringend erforderlichen<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes. Eine weitere Randbedingung ist<br />
der Ersatz alter fossiler Kraftwerke, der<br />
kl<strong>im</strong>averträglich gestaltet werden muss.<br />
Von den bis zum Jahr 2000 errichteten<br />
Kraftwerken sind bis 2020 insgesamt 60<br />
GW zu ersetzen, und zwar ca. 35 GW fossile<br />
Kraftwerke, 18 GW Kernkraftwerke<br />
und 8 GW Anlagen zur Nutzung von EE.<br />
Bis 2030 sind es insgesamt bereits 90 GW,<br />
also 75 % der Kraftwerkskapazität des<br />
Jahres 2000.<br />
In der Gesamtbilanz aus zu ersetzenden<br />
Kraftwerken und Neuzubau ergibt sich<br />
der dargestellte Umbau (Tabelle Seite<br />
49) der Kraftwerksstruktur [BMU <strong>2007</strong>].<br />
Von derzeit 131 GW installierter Leistung<br />
(ohne Pumpspeicher), von denen bereits<br />
27 GW Anlagen zur Nutzung von EE sind, steigt die<br />
Leistung auf 155 GW 2020 und 173 GW <strong>im</strong> Jahr 2050.<br />
Verantwortlich dafür ist in erster Linie der EE-Zubau, der<br />
zwischen 2005 und 2050 netto über 100 GW beträgt.<br />
Die Leistung aller fossil gefeuerten Kraftwerke geht<br />
in diesem Zeitraum von derzeit 83 GW auf 43 GW<br />
zurück. Wegen des notwendigen Ersatzbedarfs und<br />
der Kompensation der Kernkraftwerksleistung bleibt<br />
trotz deutlichen Zubaus der EE noch ein beträchtlicher<br />
Spielraum für den Neubau moderner fossiler Kraftwerke.<br />
Die Struktur der <strong>im</strong> LEITSZENARIO 2006 zwischen<br />
20<strong>01</strong> und 2030 neu zu errichtenden Kraftwerke in<br />
Abb. 1 macht dies deutlich.<br />
Bis 2020 können rund 38 GW an neuen fossilen<br />
Großkraftwerken zugebaut werden, ohne dass der<br />
durch das LEITSZENARIO vorgegebene <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzpfad<br />
gefährdet wird. Die derzeit bis 2<strong>01</strong>5 geplanten<br />
(einschließlich der zwischen 20<strong>01</strong> und 2006 bereits<br />
errichteten) größeren Kraftwerke mit zusammen ca.<br />
30 GW Leistung [VDEW 2006] sind mit<br />
diesem Szenario weitgehend kompatibel,<br />
sofern dabei die in der Tabelle genannte<br />
KWK-Leistung von insgesamt<br />
9,6 GW installiert und die Aufteilung<br />
auf die Energieträger Kohle und Gas<br />
eingehalten wird und alte, weniger effiziente<br />
fossile Kraftwerke tatsächlich<br />
stillgelegt werden. Diese Aufteilung<br />
berücksichtigt auch, dass wegen des<br />
steigenden Anteils von EE <strong>im</strong> konventionellen<br />
Teil der Stromversorgung<br />
ein erhöhter Regelbedarf entsteht,<br />
der vorzugsweise mit Gaskraftwerken<br />
abgedeckt wird [Brischke 2005]. Bei<br />
sehr hohen Anteilen an EE (ab etwa<br />
2040) verschwindet die herkömmliche<br />
Grundlaststromerzeugung weitgehend, die verbleibenden<br />
fossilen Kraftwerke stellen dann ausschließlich<br />
die zu einer sicheren Stromversorgung erforderliche<br />
Leistung zur Verfügung. Eine wichtige Voraussetzung<br />
für die Umsetzung des in Tabelle 1 ermittelten Umbaus<br />
ist auch, dass der Abbau der Kernkraftwerksleistung<br />
planmäßig erfolgt. Andernfalls ergeben sich Konflikte<br />
mit den Zubauplänen für fossile Kraftwerke, wenn<br />
gleichzeitig am Ausbau der EE bzw. am Bestand des<br />
EEG festgehalten werden soll.<br />
Für die energiepolitische Diskussion <strong>im</strong> Strombereich<br />
ist die Stromerzeugung aus EE bis zum Jahr 2020<br />
48 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
wegen der bisherigen Erfolge und der derzeit hohen<br />
Wachstumsdynamik von besonderem Interesse. Aus<br />
Abb. 2 (siehe Seite 50) wird deutlich, dass sich die etwa<br />
ab 1999 entstandene Wachstumsdynamik stetig fortsetzt.<br />
Von 63,5 TWh/a <strong>im</strong> Jahr 2005 kann der Beitrag<br />
der EE unter Fortschreibung jetziger Wachstumsraten<br />
bis 2<strong>01</strong>0 auf 92 TWh/a und bis 2020 auf 156 TWh/a<br />
steigen. Bezogen auf die Bruttostromerzeugung <strong>im</strong><br />
LEITSZENARIO 2006 in 2020 (570 TWh/a) entspricht<br />
der Beitrag der EE 27,3 %. Bereits in der Referenzentwicklung<br />
REF 2005 wird zu diesem Zeitpunkt von<br />
einer Erzeugung von 106 TWh/a ausgegangen, was<br />
17,8 % der in diesem Szenario angenommenen Bruttoerzeugung<br />
entspricht.<br />
Da Wind und Biomasse die größten Beiträge liefern,<br />
sind die Annahmen für ihren weiteren Ausbau von<br />
besonderem Einfluss auf diesen Zuwachs. Der Einstieg<br />
in die Offshore-Nutzung verzögert sich gegenüber früheren<br />
Annahmen. Es wird davon ausgegangen, dass<br />
der in 2008 geplante erste Offshore-Park mit 60 MW<br />
Leistung pünktlich in Betrieb geht und auch danach<br />
die weiteren Installationen relativ zügig ablaufen. Mit<br />
einem Leistungsausbau auf 1.000 MW kann bis 2<strong>01</strong>1<br />
der Einstieg in eine energiewirtschaftlich relevante<br />
Nutzung beginnen. Bis zum Jahr 2<strong>01</strong>5 erhöht sich<br />
diese Leistung bereits auf 4.250 MW, <strong>im</strong> Jahr 2020<br />
beträgt sie 10.000 MW. Bis 2030 wird von einem<br />
weiteren stabilen Wachstum auf dann gut 21.000<br />
MW ausgegangen. Für die Nutzung der Windenergie<br />
an Land wird, ausgehend vom aktuellen Zubau <strong>im</strong> Jahr<br />
2006 in Höhe von 2.200 MW, von einem weiteren<br />
Neubau auf den derzeit ausgewiesenen, aber noch<br />
nicht genutzten Flächen, als auch von einem Einstieg<br />
in das „Repowering“ ab etwa 2<strong>01</strong>0 ausgegangen.<br />
Dies führt zu einer installierten Leistung von 25.500<br />
MW 2<strong>01</strong>0 und von 27.300 MW 2020. Insgesamt sind<br />
somit bei der Windenergie <strong>im</strong> Jahr 2020 rund 37.000<br />
MW Windleistung installiert, die 82 TWh/a (14,4 %<br />
der gesamten Bruttostromerzeugung) produzieren<br />
können.<br />
Die Stromerzeugung aus Biomasse verdreifacht sich bis<br />
2020 etwa gegenüber 2005 auf insgesamt 36 TWh/a<br />
(einschl. biogener Abfälle), was 6,2 % der gesamten<br />
Bruttostromerzeugung entspricht. Am stärksten<br />
wächst die Stromerzeugung aus Biogas und zwar von<br />
derzeit knapp 3 TWh/a auf 16 TWh/a (ohne Klär- und<br />
Deponiegas), aus fester Biomasse werden 14,7 TWh/a<br />
erzeugt. Nach 2020 nähert man sich dann den Potentialgrenzen,<br />
sodass der weitere Ausbau der Biomassenutzung<br />
bis gegen 2030 nahezu abgeschlossen ist.<br />
Die jährlich installierte Fotovoltaik-Leistung hat 2005<br />
einen Rekordwert von 860 MWp/a erreicht. Es wird<br />
unterstellt, dass auch das weitere Wachstum dazu<br />
dient, mittelfristig einen ausreichend großen Inlandsmarkt<br />
aufzubauen, der es deutschen Unternehmen<br />
ermöglicht, sich erfolgreich auf den internationalen<br />
Märkten zu behaupten. Die <strong>im</strong> Szenario unterstellte<br />
zukünftige inländische Ausbauaktivität geht von<br />
leicht zurückgehenden jährlichen Zubaumengen aus,<br />
die aber in jedem Fall gewährleisten, dass sich der<br />
Inlandsmarkt weiterhin dynamisch entwickelt und die<br />
Leistung in GW 2<strong>01</strong>0 2<strong>01</strong>5 2020 2025 2030<br />
Stein- und Braunkohle, Abfall, KW + HKW 6,5 13,3 15,6 18,4 21,1<br />
Gas, KW +HKW 4,2 13,2 22,7 29,0 31,2<br />
Fossile Großkraftwerke, gesamt 10,7 26,5 38,3 47,4 52,3<br />
davon als HKW 2,6 6,6 9,4 13,3 15,7<br />
davon HKW Kohle 1,3 4,3 5,7 7,3 8,4<br />
Dezentrale BHKW, fossil 1,8 3,0 4,1 5,3 6,4<br />
Erneuerbare Energien 32,2 43,4 56,0 68,3 80,6<br />
davon Windenergie 22,9 29,8 37,3 44,1 51,0<br />
davon Wind Off-shore 0,55 4,25 10,0 15,6 23,0<br />
davon Biomasse, Biogas 3,9 5,1 6,4 7,1 8,0<br />
davon Fotovoltaik 4,7 7,4 10,0 11,8 13,7<br />
Leistungszubau insgesamt 44,7 72,9 98,4 121,0 139,3<br />
Die Leistungsentwicklung unterschiedlicher Energieträger zeigt, wie stark die Zukunft in Erneuerbaren Energien liegt.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
49
Abb. 1: Das Szenario für den Energiemix der Zukunft<br />
weitere Kostendegression zügig voranschreitet. Im<br />
LEITSZENARIO 2006 wird bis 2020 eine kumulierte<br />
Leistung von 10.000 MW erreicht. Bis 2030 steigt die<br />
installierte Leistung weiter auf knapp 14.000 MW.<br />
Auch <strong>im</strong> Jahr 2020 dominiert noch die Kondensationsstromerzeugung<br />
mit 60 % (2005=82 %),<br />
fossile Brennstoffe stellen noch 67 % des Stroms<br />
bereit. Die eigentliche strukturelle Umstellung der<br />
Stromversorgung, die zu einer Reduktion der fossilen<br />
Kondensationsstromerzeugung auf den für Regelungs-<br />
und Ausgleichszwecke erforderlichen Anteil<br />
führt, benötigt aber weitere 20 bis 30 Jahre. Im Jahr<br />
2030 beträgt ihr Anteil noch<br />
40 %, derjenige der fossilen<br />
Kraft-Wärme-Kopplung 16 %,<br />
<strong>im</strong> Jahr 2050 lauten die entsprechenden<br />
Werte 5 % und<br />
18 %, die EE dominieren die<br />
Stromversorgung mit 77 %.<br />
Aus Gründen der Kostenopt<strong>im</strong>ierung,<br />
aber auch um<br />
mit EE Regelungs- und Reserveaufgaben<br />
übernehmen zu<br />
können, stammen von den<br />
mit ihnen bereitgestellten<br />
434 TWh/a Strom nahezu die<br />
Hälfte (48 %) aus regelbaren<br />
(Biomasse, Geothermie, Solarthermische<br />
Kraftwerke)<br />
oder bedingt regelbaren (Wasserkraftwerke) Energiequellen.<br />
Die Wirkung dieser Umstrukturierung zeigt sich in<br />
einer deutlichen Minderung der Umwandlungsverluste<br />
der Stromerzeugung. Gehen derzeit rund 3.250 PJ/a<br />
Brennstoffe bei der Stromerzeugung verloren, so sind<br />
es <strong>im</strong> Jahr 2020 noch 1.900 PJ/a und <strong>im</strong> Jahr 2050<br />
sogar nur noch 250 PJ/a. Die CO 2<br />
-Emissionen der<br />
Stromerzeugung sinken von derzeit 315 Mio. t/a auf<br />
265 Mio. t/a <strong>im</strong> Jahr 2020. Bis 2050 sinken sie auf nur<br />
noch 43 Mio. CO 2<br />
t/a. Auch während des Ausstiegs aus<br />
der Kernenergie kann also mittels des hier dargestellten<br />
Umbaus die Stromversorgung<br />
einen Beitrag zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
erbringen. Um aber<br />
die insgesamt erforderliche<br />
CO 2<br />
-Reduktion zeitgerecht<br />
bis 2020 zu gewährleisten<br />
(30-40 % Reduktion gegenüber<br />
dem Niveau von 1990),<br />
sind parallel substantielle<br />
Beiträge des Wärmesektors<br />
und des Verkehrssektors erforderlich.<br />
Abb. 2: Entwicklungspotential der Erneuerbaren Energien bis 2020<br />
Dr. Ing. Joach<strong>im</strong> Nitsch<br />
Institut für technische<br />
Thermodynamik<br />
www.dlr.de/tt/<br />
50 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Ökologie und<br />
Ökonomie<br />
<strong>im</strong> Einklang für einen<br />
wirtschaftsfreundlichen<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Förderung von kl<strong>im</strong>afreundlichen Technologien<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. setzt sich für die Entwicklung neuer<br />
Märkte für kl<strong>im</strong>afreundliche Technologien und Innovationen<br />
ein. Exportförderung und Technologietransfer<br />
müssen <strong>im</strong> Einklang mit <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzmaßnahmen<br />
stehen. Dadurch kann ein Beitrag gegen den bedrohlichen<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel geleistet und eine große Chance<br />
für richtungsweisende Technologien aus Deutschland<br />
ergriffen werden.<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. vertritt branchenunabhängig die<br />
Interessen der emissionshandelspflichtigen Unternehmen<br />
in Deutschland.<br />
Der Verband<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. ist eine Initiative der vbw – Vereinigung<br />
der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der<br />
Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. unterstützt<br />
vom Bayerischen Umweltministerium.<br />
Der Verband selbst ging 2005 aus dem bayerischen<br />
Projekt BayCO 2<br />
– Beratungsstelle der bayerischen Wirtschaft<br />
für Emissionshandel und aus dem niedersächsischen<br />
Projekt ‚co2ncept‘ hervor, das von der Deutschen<br />
Bundesstiftung Umwelt unter der Schirmherrschaft des<br />
Bundesumweltministeriums gefördert wurde.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>informationen und -veranstaltungen<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. informiert mit Fachtagungen,<br />
Workshops und Newslettern bundesweit Unternehmen<br />
sowie Institutionen über aktuelle kl<strong>im</strong>apolitische<br />
Entwicklungen und über die Anforderungen zum<br />
CO 2<br />
-Emissionshandel. Zusätzlich berät die Initiative<br />
Mitgliedsunternehmen strategisch zu allen kl<strong>im</strong>arelevanten<br />
betrieblichen Prozessen.<br />
Kontakte und Netzwerkbildung<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. fungiert als Schnittstelle zwischen<br />
Unternehmen, Politik, Behörden, den Industrie- und<br />
Handelskammern und anderen Verbänden, stellt nützliche<br />
Kontakte her und vernetzt die Beteiligten.<br />
Unterstützung bei der Projektierung von<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. initiiert beispielsweise in Zusammenarbeit<br />
mit OneCarbon, dem Beratungsunternehmen<br />
der Econcern-Holding, Emissionsminderungsprojekte<br />
<strong>im</strong> Sinne des CDM-Mechanismuses mit deutschen<br />
Investoren und deutschen Technologien.<br />
Beratung be<strong>im</strong> CO 2<br />
-Zertifikatehandel<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. bietet seinen Mitgliedern aktive<br />
Unterstützung be<strong>im</strong> Handel mit Emissionsberechtigungen.<br />
Über exklusive Handelswege können die<br />
Mitgliedsunternehmen Kleinmengen an Emissionsberechtigungen<br />
kostengünstig kaufen und verkaufen.<br />
Insbesondere die mittelständischen Unternehmen<br />
können dadurch finanzielle Vorteile erzielen.<br />
co 2<br />
ncept plus e. V. wird dabei ab Juli <strong>2007</strong> vom Dienstleistungspartner<br />
FutureCamp unterstützt.<br />
co 2<br />
ncept plus – Verband der Wirtschaft für<br />
Emissionshandel und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz e. V.<br />
Geschäftsführerin: RAin Angelika Ulrich<br />
Am Mittleren Moos 46<br />
86167 Augsburg<br />
Telefon 0821 / 70 00 - 1 35<br />
Telefax 0821 / 70 00 - 1 36<br />
Internet www.co2marktplaz.de<br />
Mail angelika.ulrich@vbw-bayern.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
51
Börse<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>debatte treibt regenerative Aktien auf Rekordniveaus<br />
Münster – Die regenerative Energiewirtschaft boomt.<br />
Erneuerbare Energietechniken werden weltweit so<br />
stark nachgefragt wie nie zuvor und die weiteren<br />
Wachstumsperspektiven sind weiter positiv. Allein <strong>im</strong><br />
Jahr 2006 stieg der weltweite Absatz von neu errichteten<br />
Windkraftanlagen um 30 Prozent auf bis zu 15.000<br />
MW. In der Photovoltaik-Industrie kletterte der Absatz<br />
von Solarzellen und -modulen auf über 2.500 MW <strong>im</strong><br />
Jahr 2006 (2005: 1.800 MW). Die hohen Wachstumsraten<br />
sowie die anhaltende Diskussion um den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
treiben die Aktien der regenerativen Energiewirtschaft<br />
in <strong>im</strong>mer neue Rekordhöhen.<br />
Eigens für die Branche der erneuerbaren Energien wurde<br />
vom Internationalen Wirtschafts<strong>forum</strong> Regenerative<br />
Energien (IWR), Münster, ein Aktienindex geschaffen.<br />
Der RENIXX ® (Renewable Energy Industrial Index) World,<br />
weltweiter Aktienindex für erneuerbare Energien, bildet<br />
als erster globaler Index die Performance der 20<br />
weltweit führenden börsennotierten Unternehmen<br />
auf dem industriellen Zukunftsfeld der regenerativen<br />
Energiewirtschaft ab. Der RENIXX World ist ein Branchen-Aktienindex,<br />
der den Fokus auf die Industrieunternehmen<br />
regenerativer Energietechniken legt. Um<br />
in den RENIXX World aufgenommen zu werden, ist<br />
die Marktkapitalisierung auf der Basis frei handelbarer<br />
Aktien entscheidend (Free Float). Zudem werden nur<br />
Unternehmen gelistet, die mehr als 50 % Umsatz<br />
<strong>im</strong> Bereich der regenerativen Energien (Wind, Solar,<br />
Wasserkraft, Bioenergie, Geoenergie, Brennstoffzelle)<br />
tätigen und nicht mehrheitlich <strong>im</strong> Staatsbesitz sind.<br />
RENIXX-Performance 2006 bis <strong>2007</strong><br />
(RENIXX ® = Renewable Energy Industrial Index)<br />
Jahres-Performance 2006 + 42,17 %<br />
Jahres-Performance <strong>2007</strong><br />
+ 24,48 %<br />
Januar bis März<br />
Geschäftskl<strong>im</strong>a-Index Regenerative Energiewirtschaft <strong>2007</strong><br />
Die Performance des RENIXX kann sich sehen lassen,<br />
die meisten anderen Indizes wie DAX und TecDax oder<br />
MSCI World konnte der RENIXX <strong>im</strong> Jahr 2006 deutlich<br />
schlagen. Parallel zu der Kursentwicklung steigen auch<br />
die Gewinne der Unternehmen. Im Jahr 2006 erreichte<br />
der Umsatz der <strong>im</strong> RENIXX notierten Firmen 11,8 Mrd.<br />
Euro (2005: 8,8 Mrd. Euro) und damit eine Steigerung<br />
um 34 %. 15 der 20 RENIXX-Unternehmen weisen für<br />
2006 bereits Gewinne in den Bilanzen aus.<br />
Als positives Signal <strong>im</strong> Jahr <strong>2007</strong> werten die Anleger<br />
und die Unternehmen die verbindlichen Ausbauziele<br />
für erneuerbare Energien, welche die EU-Staatschefs<br />
auf dem Frühjahrsgipfel beschlossen haben. Der vom<br />
IWR seit 2004 veröffentlichte Geschäftskl<strong>im</strong>a-Index<br />
sprang daraufhin auf 114,7 Punkte (Februar: 105,9)<br />
und erreicht wieder fast das hohe Niveau vom Dezember<br />
2006. Die anhaltende <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>debatte sowie<br />
der wieder steigende Ölpreis, der binnen kurzer Zeit<br />
auf rund 68 Dollar pro Barrel anzog, begünstigten die<br />
Indexentwicklung <strong>im</strong> März <strong>2007</strong>.<br />
Die weltweite Branche der Regenerativen Energiewirtschaft<br />
entwickelt sich derzeit mit einem hohen<br />
Wachstumstempo. Markttreiber sind die aktuellen<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>diskussionen, der<br />
hohe Ölpreis sowie das<br />
zunehmende Bewusstsein<br />
über die Endlichkeit<br />
fossiler Energieträger.<br />
Dieses Faktorengeflecht<br />
dürfte auch in Zukunft<br />
dafür sorgen, dass die<br />
Perspektiven für regenerative<br />
Energietechniken<br />
weiterhin glänzend<br />
sind.<br />
Januar <strong>2007</strong> Februar <strong>2007</strong> März <strong>2007</strong><br />
112,4 105,9 114,7<br />
Dr. Norbert Allnoch und<br />
Dipl.-Vw. Bernd Kleinmanns<br />
www.iwr.de/renixx<br />
52 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
UBS<br />
Global Innovators<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist eine der großen Herausforderungen<br />
der Zukunft. Innovative Firmen entwickeln hierfür<br />
Lösungen. Der Fonds UBS Global Innovators eröffnet<br />
Investoren das Wachstumspotential dieser „Innovatoren“.<br />
Doch der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist nicht die einzige Herausforderung<br />
des 21. Jahrhunderts. Energie- und Wasserknappheit,<br />
die fortschreitende Umweltbelastung<br />
sowie die demografische Entwicklung in vielen Industrienationen<br />
stellen die Gesellschaft vor zusätzliche<br />
und komplexe Aufgaben. Diese Herausforderungen<br />
bieten aus einer Investmentperspektive vielfältige<br />
Möglichkeiten. Denn es gibt Unternehmen, die sich<br />
auf die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen<br />
spezialisiert haben und innovative Lösungen<br />
entwickeln.<br />
UBS Global Innovators investiert in solche Innovatoren,<br />
<strong>im</strong> Energiebereich unter anderem in Unternehmen, die<br />
Erdwärme auf effiziente Weise in elektrischen Strom<br />
umwandeln. Angesichts steigender Preise für fossile<br />
Brennstoffe dürfte diese Energieform an Bedeutung<br />
gewinnen. Im Bereich Mobilität investiert der Fonds<br />
in Biotreibstoffe und energieeffiziente Antriebstechnologien.<br />
Im Bereich Wasser werden Unternehmen<br />
favorisiert, die einen Beitrag zur Reinigung von Abwasser,<br />
Desinfektion von Trinkwasser oder Entsalzung<br />
von Meerwasser leisten. Im Bereich Ernährung ist<br />
der Wachstumsmarkt Bionahrungsmittel interessant<br />
und <strong>im</strong> Bereich Gesundheit werden Unternehmen<br />
berücksichtigt, die einen Beitrag zur Senkung der<br />
Gesundheitskosten leisten. Diese Unternehmen eröffnen<br />
Perspektiven, von denen auch Anleger profitieren<br />
können.<br />
UBS (Lux) Equity Fund – Global Innovators<br />
Rechnungswährung<br />
EUR<br />
Performance <strong>2007</strong> (per 31.3.) + 9,8%<br />
Performance 1 Jahr (per 31.3.) + 10,5%<br />
All-in-Fee<br />
2,04% p.a.<br />
Ausgabeaufschlag 5%<br />
ISIN<br />
LU<strong>01</strong>30799603<br />
Die vergangene Performance ist keine Garantie für<br />
zukünftige Entwicklungen. Die dargestellte Performance<br />
lässt allfällige bei Zeichnung und Rücknahme<br />
von Anteilen erhobene Kommissionen und Kosten<br />
unberücksichtigt.<br />
UBS Deutschland AG<br />
Global Asset Management<br />
Stephanstraße 14-16<br />
60313 Frankfurt am Main<br />
Telefon 069 / 13 69 - 53 00<br />
Telefax 069 / 13 69 - 53 10<br />
UBS Fonds ausländischen Rechts werden in Deutschland<br />
von UBS Deutschland AG, Stephanstraße 14-16, 60313<br />
Frankfurt am Main repräsentiert und vertreten. Prospekte<br />
sowie Jahres- und Halbjahresberichte der in Deutschland<br />
vertriebsberechtigten UBS Fonds können kostenlos bei UBS<br />
Deutschland AG oder bei UBS Global Asset Management<br />
(Deutschland) GmbH, Stephanstraße 14-16, 60313 Frankfurt<br />
am Main angefordert werden. Anteile der in dieser<br />
Publikation erwähnten UBS Fonds dürfen innerhalb der USA<br />
weder angeboten noch verkauft oder ausgeliefert werden.<br />
Die Angaben in dieser Publikation gelten nicht als Angebot.<br />
Sie dienen lediglich zu Informationszwecken.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
53
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
mit Aktienzertifikaten<br />
Worauf Anleger be<strong>im</strong> Investieren achten sollten<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist nun wirklich nichts Neues – die<br />
Beachtung schon, die er nun in der Finanzwelt findet.<br />
Alleine <strong>im</strong> März sind drei weitere Zertifikate auf den<br />
Markt gekommen, die das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> <strong>im</strong> Titel führen und<br />
sich an private Anleger richten.<br />
Das unbefristet laufende Indexzertifikat von Vontobel<br />
greift nach eigenen Angaben der Bank nur auf Aktien<br />
zurück, die die Zürcher <strong>Nachhaltig</strong>keits-Rating-Agentur<br />
INrate positiv bewertet hat. Die 20 gleich gewichteten<br />
Aktien des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Index stammen aus den<br />
fünf Bereichen Solarenergie, Erneuerbare Energien,<br />
kl<strong>im</strong>aeffiziente Infrastruktur, kl<strong>im</strong>aeffiziente Produkte<br />
und Neue Effizienztechnologien. Enthalten sind etwa<br />
SolarWorld AG aus Bonn, aber auch die niederländische<br />
Philips Electronics NV oder der schwedische<br />
Elektrogerätehersteller Electrolux AB. Positiv: Auch<br />
Dividenden und andere Erträge der Aktien werden<br />
eingerechnet. Andererseits verlangt Vontobel eine<br />
jährliche Managementgebühr von 1,6 %.<br />
HSBC Trinkaus & Burkhardt greift bei seinem neuen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz-Strategie-Zertifikat<br />
das Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz men-Park zur internationalen Anleger-Messe IAM findet<br />
Tipp: Die Messe „Grünes Geld“, der nachhaltige The-<br />
auf besondere Weise auf – nämlich ohne Erneuerbare vom 7. bis 9. September <strong>2007</strong> in Düsseldorf statt.<br />
Energie. Den Aktienkorb stellt die Bank aus<br />
Unternehmen zusammen, die „<strong>im</strong> Bereich<br />
der Entwicklung bzw. Herstellung von neuen<br />
Techniken, Verfahren, Geräten oder Anlagen<br />
bei der Gewinnung konventioneller (fossiler)<br />
Energieträger tätig sind“. Enthalten sind etwa<br />
der US-Energiekonzern Anadarko Petroleum<br />
Corp., der unter anderem Projekte zur CO 2<br />
-<br />
Abscheidung verfolgt. Auch Headwaters Inc.<br />
gehört dazu; das Unternehmen stellt unter<br />
anderem Technologie her für eine „sauberere“<br />
Nutzung von – jawohl: Kohle. Ebenfalls<br />
dabei sind der norwegische Öl- und Alumini-<br />
Börse Stuttgart<br />
umkonzern Norsk Hydro ASA und die spanische Gas<br />
Natural SDG S.A.<br />
Verwunderung dürfte das „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel-Zertifikat“<br />
von Lehman Brothers bei vielen Anlegern auslösen.<br />
14 Titel enthält der Aktienkorb, der fünf Jahre läuft.<br />
Darunter – ausdrücklich auch wegen ihrer Kernkraftwerke<br />
– British Energy Group PLC, Electricité de France<br />
sowie die finnische Fortum Oyi. Ebenfalls enthalten: die<br />
deutsche Siemens AG und die französische ALSTOM<br />
S.A., beide unter anderem Kerntechnikanbieter. Und<br />
dann noch das schweizerische Agrartechnologieunternehmen<br />
Syngenta AG, das auch mit grüner Gentechnik<br />
aktiv ist. Lehman Brothers sieht alle Unternehmen als<br />
mögliche „Gewinner“ des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels. Zumindest<br />
damit könnte das Unternehmen ja recht haben. Dennoch<br />
ist zu vermuten, dass sich viele Anleger den Inhalt<br />
eines Zertifikats mit „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel“ <strong>im</strong> Titel anders<br />
vorstellen.<br />
Jörg Weber<br />
Foto: Krishna Lahoti/Esslingen (Neckar)<br />
54 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Bildquelle: swiss-<strong>im</strong>age.ch<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
erreicht Chefetagen<br />
World Economic Forum Davos <strong>2007</strong> ‚BBC World Debate: Cl<strong>im</strong>ate Change‘<br />
Immer mehr Manager sehen, welche ökonomischen<br />
Risiken die Erderwärmung birgt – und versuchen, ihre<br />
Unternehmen darauf einzustellen.<br />
Das alljährliche Welttreffen der Wirtschaftselite <strong>im</strong><br />
Schweizer Nobelskiort Davos war bislang nicht gerade<br />
bekannt als Hort grüner Ideen. Auf dem „World Economic<br />
Forum“ debattierten die VIPs aus Wirtschaft, Politik<br />
und Wissenschaft <strong>im</strong> Schatten der mächtigen Dreitausender<br />
darüber, wie die Weltwirtschaft am besten auf<br />
dem Erfolgspfad gehalten werden könne. Wachstum,<br />
Wachstum, Wachstum lautete die Devise.<br />
Grünes Gedankengut wird salonfähig<br />
Doch in diesem Jahr war vieles anders – und zwar<br />
nicht nur, weil der ungewöhnlich milde Winter auch<br />
in Davos für Schneemangel sorgte. Diesmal stand<br />
der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel <strong>im</strong> Mittelpunkt des Treffens. In 17<br />
Sitzungen beschäftigten sich die 2.400 Manager,<br />
Politiker, Wissenschaftler und Medienleute mit der<br />
akuten Bedrohung des Weltkl<strong>im</strong>as. Der Potsdamer<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>forscher Hans Joach<strong>im</strong> Schellnhuber freute sich:<br />
Die Politiker seien geradezu „überrumpelt“ worden<br />
vom Interesse der Wirtschaftsführer am <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz.<br />
„Das ist etwas ganz Neues.“<br />
Damit die Angelegenheit nicht zu abstrakt wurde,<br />
konnte sich jeder Teilnehmer des Weltwirtschafts<strong>forum</strong>s<br />
auf einer eigens kreierten Webseite einloggen.<br />
Dort gab es einen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>rechner, mit dem ermittelt<br />
werden konnte, wie viel Kohlendioxid für den eigenen<br />
Trip nach Davos in die Luft gepustet worden war.<br />
Um den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schaden auszugleichen, errechnete der<br />
Computer gleich noch einen Dollarbetrag. Das Geld<br />
sollte auf ein spezielles Konto eingezahlt werden und<br />
einem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekt zugutekommen.<br />
Kein Zweifel: Das Menschheitsproblem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist<br />
in der Wirtschaft zum Thema geworden. „Vor ein paar<br />
Jahren wurde das vielleicht einmal <strong>im</strong> Umweltbericht<br />
eines Unternehmens erwähnt. Gut fürs Image, auch<br />
für die Datenerhebung. Aber nicht viel mehr als ein PR-<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
55
welchen Preis es fordern würde, nichts gegen den<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel zu unternehmen. „Business as usual“<br />
werde mit Kosten von bis zu 20 % des Weltbruttosozialproduktes<br />
(BIP) zu Buche schlagen und zu einer verheerenden<br />
Rezession führen, warnte Stern. Dagegen<br />
bezifferte er die Kosten eines technologiegetriebenen<br />
Umsteuerns auf nur 1 % des Welt-BIP.<br />
Action speaks louder than words<br />
Lars Joseffson, Vattenfall: „ Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist beherrschbar. Das<br />
Geld ist da, die Technologie auch.“<br />
Gag“, sagt Christoph Bals, Geschäftsführer der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzorganisation<br />
Germanwatch. Doch seit drei, vier<br />
Jahren sei das Problem des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels zunehmend<br />
ganz oben angekommen, bei den Vorständen und Geschäftsführern<br />
vieler Unternehmen. „Etliche Manager<br />
sind überrascht, dass es sich bei näherer Betrachtung<br />
keineswegs um ein wolkiges Risiko handelt, sondern<br />
richtig Geld kosten oder einbringen kann.“<br />
Der Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Lars Josefsson,<br />
stieg jüngst gar, neben <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>forscher Hans<br />
Joach<strong>im</strong> Schellnhuber, zum offiziellen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>berater<br />
von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf und verkündete:<br />
„Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel wird, wenn wir nichts tun,<br />
so stark in alle Lebensbereiche eingreifen, dass dies<br />
auch die ökonomische Stabilität unserer Gesellschaften<br />
bedroht.“<br />
Sternreport hat Wirtschaftselite sensibilisiert<br />
Nichts anderes stand vor ein paar Monaten in dem<br />
weltweit Aufsehen erregenden „Stern-Report“. Darin<br />
warnte der britische Ökonom Nicholas Stern vor einer<br />
weltweiten Wirtschaftsdepression für den Fall, dass<br />
die Menschheit der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>erwärmung weiter tatenlos<br />
zusehe. Im Auftrag der britischen Regierung hatte der<br />
ehemalige Chefökonom der Weltbank ausgerechnet,<br />
Zuweilen scheint es so, als gebe mittlerweile die Wirtschaft<br />
in Sachen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz das Tempo vor, während<br />
die in unzählige gegensätzliche Interessen verstrickte<br />
Politik nicht „zu Potte“ kommt. Manager, die die Zeichen<br />
der Zeit erkannt haben, reden nicht nur, sondern<br />
handeln. Im Großen, wie <strong>im</strong> Kleinen. Der Fast-Food-<br />
Riese McDonald‘s liefert seine Buletten mit Lastern<br />
aus, die mit Biodiesel betankt sind. Der japanische<br />
Elektrogigant Sharp hat seine Europazentrale in Hamburg<br />
auf „grünen Strom“ eines Ökostromanbieters<br />
umgestellt. Unter dem Slogan „GoGreen“ propagiert<br />
die Deutsche Post „kl<strong>im</strong>aneutrale und emissionsarme<br />
Versandoptionen“. Und der Hamburger Otto-Versand,<br />
Vorreiter in Sachen Umweltschutz, verkündet stolz,<br />
seinen transportbedingten Kohlendioxidausstoß innerhalb<br />
von zehn Jahren um mehr als die Hälfte reduziert<br />
zu haben.<br />
Ein wichtiger Grund für den Sinneswandel in den<br />
Vorstandsetagen war das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls<br />
<strong>im</strong> Februar 2005 und der Start des EU-weiten<br />
Handels mit CO 2<br />
-Verschmutzungszertifikaten. Die<br />
Folgen schädlicher <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>emissionen können jetzt<br />
erstmals auf Heller und Cent in die Bilanzen eingestellt<br />
werden. Der Emissionshandel ist aber nicht nur<br />
ein Kostenfaktor, sondern auch eine Chance, Geld zu<br />
verdienen: Mit Econergy, EcoSecurities und Trading<br />
Emissions sind gleich drei Firmen aufs Börsenparkett<br />
gedrängt, die Emissionszertifikate erwerben und sie<br />
gewinnbringend weiterverkaufen.<br />
Ein weiterer Grund: Die Erneuerbaren Energien aus<br />
Sonne, Wind oder Biogas sind gesellschaftsfähig<br />
geworden. „Das eröffnet den Unternehmen ganz<br />
neue Geschäftschancen“, sagt Christoph Bals von<br />
Germanwatch. Der Mineralölkonzern BP etwa investiert<br />
in Sonnentechnik und gehört zu den größten<br />
Photovoltaikherstellern. Siemens und General Electric<br />
56 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
haben erneuerbare Energien als gewinnbringende<br />
Geschäftssparten entdeckt. Selbst der französische<br />
Atomstromkonzern AREVA sieht seine Zukunft in der<br />
Windkraft und liefert sich um den deutschen Windanlagenhersteller<br />
REpower Systems einen Bieterkampf<br />
mit dem indischen Suzlon-Konzern.<br />
Boom bei „grünen Geldanlagen“ erzeugt Druck<br />
auf Großindustrie<br />
Gleichzeitig kommt <strong>im</strong>mer mehr Druck von den Finanzmärkten.<br />
Geldanlagen, die ökologische, kulturelle<br />
und soziale Kriterien berücksichtigen und damit auch<br />
dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz Rechnung tragen, sind gefragt wie<br />
nie. Nach Angaben von Eurosif, dem europäischen<br />
Dachverband für nachhaltige Investments, werden<br />
mittlerweile allein in den deutschsprachigen Ländern<br />
zwölf Milliarden Euro nachhaltiges Anlagekapital<br />
verwaltet. Das ist bislang zwar nur ein Bruchteil des<br />
gesamten Geldvermögens, das über Fonds oder<br />
Sparkonten Rendite bringen soll. Doch die Tendenz ist<br />
stark steigend. Inzwischen können Anleger sogar be<strong>im</strong><br />
Kauf festverzinslicher Staatsanleihen ökologische und<br />
soziale Kriterien berücksichtigen.<br />
Auch Aktiengesellschaften, die mögliche <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>risiken<br />
verschweigen, laufen künftig Gefahr, von ihren Aktionären<br />
belangt zu werden. „Jedes Unternehmen, das<br />
dieses Thema heute noch ignoriert, ist ein Risiko für<br />
die Gesellschaft und die Aktienmärkte“, sagt Christoph<br />
Bals. Spätestens wenn Katastrophen zu übereilten<br />
staatlichen Gegenmaßnahmen führen, „stehen diese<br />
Unternehmen ganz dumm da“. Soll heißen: Ein<br />
positives Verhältnis zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz kann sich als<br />
Wettbewerbsvorteil herausstellen.<br />
Doch das Bild <strong>im</strong> Big Business ist uneinheitlich.<br />
Selbst Unternehmen, die dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz positiv<br />
gegenüberstehen, werden bockig, wenn es um neue<br />
staatliche Eingriffe geht, mit denen die Emissionen<br />
abgesenkt werden sollen. So warnte BASF-Chef Jürgen<br />
Oekom research hat dazu ein Länder-Ranking veröffentlicht,<br />
in dem Deutschland wegen einer vergleichsweise<br />
ambitionierten <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>politik 2006 von Rang elf<br />
auf Rang sechs vorrückte, während die USA, unter der<br />
Regierung Bush notorische <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>muffel, von einem<br />
ohnehin schlechten 33. Platz noch drei weitere Plätze<br />
abrutschten.<br />
Unternehmen, die sich dem Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
stellen, tun dies aus guten Grund. Sie wollen mögliche<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>risiken für ihr Geschäft min<strong>im</strong>ieren. Dazu<br />
gehören ein möglicher Reputationsverlust, neue<br />
gesetzliche Restriktionen sowie direkte <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>folgen,<br />
etwa wenn Kraftwerken während einer Hitzeperiode<br />
das Kühlwasser ausgeht. Überdies droht ein wachsendes<br />
Klagerisiko. In den USA ist bereits eine Klage des<br />
US-Bundesstaates Kalifornien gegen große Autobauer<br />
anhängig. Der republikanische Gouverneur Arnold<br />
Schwarzenegger will die Konzerne für <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schäden<br />
in Kalifornien zur Kasse bitten, weil die von ihnen verkauften<br />
Autos für einen großen Teil des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
verantwortlich seien.<br />
Bildquelle: swiss-<strong>im</strong>age.ch<br />
World Economic Forum Davos <strong>2007</strong><br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
57
Umweltschützer machen mobil: Von der deutschen Autoindustrie werden zukunftsfähige<br />
Fahrzeugkonzepte gefordert<br />
sparsamen und umweltfreundlichen<br />
Fahrzeugen führt in Zukunft<br />
kein Weg vorbei. Die Zeichen der<br />
Zeit erkannt hat beispielsweise der<br />
japanische Autobauer Toyota, der<br />
in den USA mit großem Erfolg sein<br />
Hybridauto „Prius“ verkauft. Dort<br />
gehört es schon zum guten Ton,<br />
ein Auto mit Hybridtechnik zu fahren.<br />
Das konkurrenzlos sparsame<br />
Fahrzeug verbindet einen Elektromit<br />
einem Verbrennungsmotor<br />
und verwandelt beispielsweise<br />
Bremsenergie wieder in nutzbaren<br />
Strom, der in der Batterie gespeichert<br />
wird und später den Elektromotor<br />
antreibt.<br />
Hambrecht kurz nach Veröffentlichung des jüngsten<br />
Weltkl<strong>im</strong>aberichtes vor einer „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Panik“ und erteilte<br />
strengen Emissionsvorgaben eine Absage. Der<br />
globale Handel mit CO 2<br />
-Verschmutzungsrechten sei<br />
eine wirkungsvollere Methode <strong>im</strong> globalen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
als neue Gesetze.<br />
Lobbyisten finden Gehör bei der Politik<br />
Im Streit um eine neue EU-weite Obergrenze für den<br />
Kohlendioxidausstoß von Kraftfahrzeugen trat der alte<br />
Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie dann<br />
auch sofort offen zutage. Mit aller Macht ihrer Lobbys<br />
wehrten sich die europäischen Automobilhersteller<br />
gegen die verbindlichen Vorgaben aus Brüssel. Darunter<br />
auch der bayerische Autobauer BMW, der be<strong>im</strong><br />
internen Umweltschutz in seinen Fabriken durchaus<br />
die Nase vorn hat. Die Konzerne malten für den Fall<br />
strikter gesetzlicher Regelungen einen Niedergang der<br />
Branche und den Verlust Tausender Arbeitsplätze an<br />
die Wand. EU-Umweltkommissar Stavros D<strong>im</strong>as wollte<br />
die Unternehmen dazu zwingen, den Kohlendioxidausstoß<br />
ihrer Neuwagen bis 2<strong>01</strong>2 um rund ein Drittel<br />
zu senken – auf durchschnittlich 120 Gramm CO 2<br />
pro<br />
Kilometer. Nach einer Intervention von Bundeskanzlerin<br />
Angela Merkel zugunsten der Konzerne schwächte<br />
die EU-Kommission den Wert auf 130 Gramm ab.<br />
Dabei steht außer Frage: An der Entwicklung von<br />
Technologievorsprung leichtfertig verspielt<br />
Zur Erinnerung: Es waren deutsche Ingenieure, die<br />
den Hybridantrieb bereits in den 70er-Jahren an der<br />
Technischen Universität Aachen entwickelten. Aber<br />
hierzulande sah kein Autobauer wie beispielsweise<br />
Audi mit seinem Modell Audi Duo darin eine Zukunft.<br />
Japaner brachten die Hybridtechnik schließlich zur<br />
Marktreife. In vergleichbarer Weise haben französische<br />
Autobauer mit ihrem Rußpartikelfilter Erfolge gefeiert.<br />
Auch diese Entwicklung wurde von deutschen Autobauern<br />
verschlafen.<br />
Versicherungskonzerne<br />
erkennen die Zeichen der Zeit<br />
Vorreiter in Sachen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz sind allerdings nicht<br />
nur Branchen, die mit kl<strong>im</strong>afreundlichen Produkten<br />
Gewinne machen, sondern solche, die ganz unmittelbar<br />
vom <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel betroffen sind. Dazu zählen<br />
vor allem Versicherungen und Rückversicherungen.<br />
Bei dem Münchner Finanz- und Versicherungskonzern<br />
Allianz gibt es seit 2004 eine spezielle Taskforce, die<br />
„Cl<strong>im</strong>ate Core Group“. Sie soll alle Geschäftsbereiche<br />
systematisch auf Chancen und Risiken von <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>folgen<br />
abklopfen. Müssen Prämien in potenziellen<br />
Sturm- oder Überschwemmungsgebieten angepasst<br />
werden? Dürfen best<strong>im</strong>mte Risiken überhaupt noch<br />
58 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
versichert werden? Wie viel Rückversicherungsbedarf<br />
ist nötig, um große Umweltkatastrophen abfedern<br />
zu können? „Die Versicherungsindustrie ist sicher der<br />
Bereich, der die Auswirkungen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels zunächst<br />
am stärksten zu spüren bekommen wird“, sagt<br />
Allianz-Vorstand Joach<strong>im</strong> Faber. Schon heute habe der<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel durch schwere Schäden von Wirbelstürmen<br />
und Flutwellen „ganz spürbaren Einfluss auf die<br />
Geschäftszahlen“, sagt Faber.<br />
Ungeachtet aller Fortschritte, ist es bislang jedoch<br />
<strong>im</strong>mer noch eine Minderheit, die sich dem Thema<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel stellt. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage<br />
des Bundesverbandes Investment und Asset<br />
Management (BVI) <strong>im</strong> Auftrag des weltweiten Carbon<br />
Disclosure Project (CDP), das sich mehr Transparenz<br />
in Sachen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel und seine ökonomischen<br />
Auswirkungen auf die Fahne geschrieben hat. Das<br />
CDP ist eine Initiative von 225 Finanzinstitutionen,<br />
die zusammen ein Gesamtvermögen von mehr als 41<br />
Billionen Euro verwalten. Erstmals wurden <strong>im</strong> Vorjahr<br />
in Deutschland 200 der größten deutschen Börsenunternehmen<br />
gebeten, für das CDP ihre <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>politik<br />
offenzulegen. „Ist der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel für Sie Risiko oder<br />
Chance? Welchen Einfluss hat die staatliche Regulierungstätigkeit<br />
auf Ihr Geschäft? Wie bauen Sie selbst<br />
Treibhausgase ab? So lauteten einige Fragen. Darauf<br />
geantwortet hat nur ein Drittel der befragten Unternehmen,<br />
darunter der Waschmittelkonzern Henkel, der<br />
LKW-Produzent MAN, der Chemieriese BASF und die<br />
Deutsche Telekom. Der Rest schickte die Fragebögen<br />
nicht zurück oder verweigerte explizit, sich mit dem<br />
Thema zu befassen.<br />
Zu den Verweigerern zählen etwa der Chemiekonzern<br />
Degussa, der Handelsriese KarstadtQuelle, der<br />
Rüstungsproduzent Rheinmetall oder der Arzneihersteller<br />
STADA. In Großbritannien nehmen hingegen<br />
83 Prozent der Unternehmen an der Umfrage teil.<br />
Da die Ergebnisse der Befragung CO 2<br />
-Risiken in der<br />
Bilanz zu Tage fördern, interessieren sich auch Finanzanalysten<br />
zunehmend dafür. Ein Grund mehr, warum<br />
sich kein deutsches Unternehmen verweigern sollte,<br />
resümiert verwundert CDP-Chef Paul Dickinson – siehe<br />
Interviewkasten<br />
Georg Etscheit und Erik Ammann<br />
Carbon Disclosure Project<br />
<strong>im</strong> Interview mit FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
„The s<strong>im</strong>ple question for German business to<br />
answer is this one: Are you part of the solution<br />
or part of the problem? If you can help stop<br />
cl<strong>im</strong>ate change you will grow. If you increase<br />
the problem, you are going to die. It is very<br />
s<strong>im</strong>ple: Turkeys do not vote for Christmas and<br />
consumers are not going to invest in ruining<br />
the lives of their children.“<br />
Zu den Ergebnissen und mageren Rücklaufquoten<br />
der letzen Erhebung befragte „Forum <strong>Nachhaltig</strong><br />
<strong>Wirtschaften</strong>“ CDP-Vorstand Paul Dickinson.<br />
FNW: Waren Sie mit den Ergebnissen der jüngsten<br />
Erhebung zufrieden?<br />
PD: Das Datenmaterial anlässlich der fünften<br />
Erhebung aus Deutschland war leider nicht von<br />
besonders hoher Qualität. Wir dachten, aufgrund<br />
des ökologischen Bewusstseins in Deutschland<br />
wird das Ergebnis unserer Befragung viel besser<br />
sein. Wir benötigen die Informationen, denn die<br />
Investoren wollen wissen in welche Firma sie ihr<br />
Geld stecken.<br />
FNW: Vernachlässigen die deutschen Firmen die<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>frage?<br />
PD: Jene, die vermeintlich glauben, die abzusehenden<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>änderungen beträfen sie nicht, machen<br />
heute vielleicht noch Geschäfte, werden aber morgen<br />
vom Markt verschwunden sein.<br />
Die Veränderungen die<br />
der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wechsel für<br />
die Industrien mit sich<br />
bringt, haben eine ähnliche<br />
D<strong>im</strong>ension wie das<br />
Internet vor einigen<br />
Jahren. Nur wer sein<br />
Geschäftsmodell anpasst,<br />
wird diese enorme<br />
Herausforderung<br />
meistern.<br />
Paul Dickinson<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
59
Der Emissionshandel hat<br />
Gewinnpotential<br />
fest. Dieses Budget – jeweils für eine Handelsperiode<br />
– wird auf alle Betreiber der betroffenen Anlagen verteilt.<br />
Wie dies auszusehen hat, wird in einem weiteren<br />
Schritt festgesetzt und in Form von Emissionsberechtigungen<br />
verteilt.<br />
Zur Teilnahme verpflichtet<br />
Börse München<br />
Der Emissionshandel wird in vielen Unternehmen<br />
nicht zu Unrecht als administrative Last empfunden.<br />
Die Beantragung und Bewirtschaftung der Zertifikate<br />
bindet gerade in kleinen und mittleren Unternehmen,<br />
wertvolle Arbeitskraft und verursacht zudem Kosten in<br />
nicht unerheblicher Höhe. Die Chance, Emissionsminderungsmaßnahmen<br />
<strong>im</strong> eigenen Unternehmen oder <strong>im</strong><br />
Ausland gewinnbringend zu versilbern, so Dr. Ines Zenke<br />
von der Kanzlei Becker Büttner Held, Anwältin, werde<br />
von noch zu vielen Unternehmen nicht genutzt. Auch<br />
die Möglichkeit, mit den zugeteilten Berechtigungen zu<br />
handeln, wird noch lange nicht von allen Unternehmen<br />
<strong>im</strong> opt<strong>im</strong>alen Maße eingesetzt. „Hier besteht noch erhebliches<br />
Potential für viele Unternehmen!“, resümiert<br />
die Anwältin.<br />
Die Grundidee<br />
In Deutschland nehmen 1.800 Firmen verpflichtend<br />
am Emissionshandel teil. Betroffen sind vor allem energieintensive<br />
Unternehmen, wie beispielsweise Papier-,<br />
Aluminium-, Stahl- und Energieproduzenten.<br />
Haben die Betreiber die ihnen zustehenden Berechtigungen<br />
nach den festgesetzten Regeln erhalten,<br />
stehen ihnen zwei Optionen zur Auswahl. Reicht die<br />
Zertifikatemenge nicht aus, um die mit der Produktion<br />
verbundenen tatsächlichen Emissionen abzudecken,<br />
können sie Modernisierungsmaßnahmen durchführen,<br />
um so ihre Emissionen zu senken. Gelingt es ihnen,<br />
mehr als ihre eigene Deckungslücke einzusparen, gewinnen<br />
sie so einen handelbaren Überschuss. Ist eine<br />
Modernisierung der Anlage dagegen zu wirtschaftlich<br />
vernünftigen Bedingungen nicht möglich, so müssen<br />
die Betreiber Berechtigungen von anderen Betreibern,<br />
die Zertifikate übrig haben, zukaufen. Ein Zukauf an<br />
Berechtigungen bedeutet, dass an anderer Stelle CO 2<br />
Antrag auf Zuteilung:<br />
vor Zuteilungsperiode<br />
Betreiber<br />
Zuteilungsbescheid<br />
• Energiewirtschaft<br />
+ Ausschüttung (28.02.)<br />
• energieintensive Industrie<br />
DEHSt<br />
Die Grundidee des Emissionshandels ist einfach: Der<br />
Staat setzt eine deutschlandweite Höchstmenge für<br />
den Ausstoß des kl<strong>im</strong>aschädlichen Treibhausgases CO 2<br />
durch Energiewirtschaft und einige Industriezweige<br />
So funktioniert die Zertifikatezuteilung<br />
• Berichtet über Emissionen<br />
• Gibt Berichtigungen ab<br />
60 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
vermindert wurde. Dieses System von Gesamtmengenbegrenzung<br />
und optionalen Handlungsmöglichkeiten<br />
der betroffenen Anlagenbetreiber soll die erforderlichen<br />
Minderungen der Emission von Treibhausgasen<br />
dort motivieren, wo es volkswirtschaftlich am günstigsten<br />
ist.<br />
Die gesetzlichen Regeln<br />
Bildquelle: www.pixelquelle.de<br />
Der deutsche Emissionshandel ist ein Kind der Europäischen<br />
Union. Die EU hat den Mitgliedstaaten<br />
mit der Emissionshandelsrichtlinie (2003/87/EG)<br />
Bedingungen für die Ausgestaltung der nationalen<br />
Emissionshandelsregeln entsprechend den Vorgaben<br />
des Kyoto-Protokolls gesetzt. Die Bundesrepublik hat<br />
diese Regelungen <strong>im</strong> Wesentlichen durch das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz<br />
(TEHG) und das Zuteilungsgesetz<br />
für die Zuteilungsperiode 2005 bis <strong>2007</strong><br />
(ZuG <strong>2007</strong>) verabschiedet. Während das TEHG die<br />
grundlegenden Best<strong>im</strong>mungen über die Teilnehmer,<br />
die zuständigen Behörden und den Grundmechanismus<br />
des Systems festlegt, enthält das ZuG <strong>2007</strong> die<br />
Regelungen über die Aufteilung des Gesamtbudgets<br />
für die derzeit laufende 1. Handelsperiode. Für die 2.<br />
Handelsperiode befindet sich das neue Zuteilungsgesetz<br />
derzeit <strong>im</strong> Gesetzgebungsverfahren. Noch vor der<br />
Sommerpause soll es ein neues Zuteilungsgesetz geben,<br />
das die Aufteilung der Emissionsberechtigungen<br />
für den Zeitraum von 2008 bis 2<strong>01</strong>2 festlegt.<br />
Nach dem TEHG hat jeder emissionshandelspflichtige<br />
Anlagenbetreiber einen Anspruch auf Zuteilung<br />
von Berechtigungen. Diese Berechtigungen werden<br />
ihm aber nicht ohne weiteres auf sein Konto<br />
– das die Deutsche Emissionshandelsstelle be<strong>im</strong><br />
Umweltbundesamt (DEHSt) führt – überwiesen.<br />
Die Anlagenbetreiber haben vielmehr vor Beginn<br />
jeder Handelsperiode einen Antrag auf Zuteilung zu<br />
stellen. Betreiber von neuen Anlagen stellen diesen<br />
Antrag vor Inbetriebnahme ihrer Anlage. Auf diesen<br />
Antrag trifft die DEHSt als zuständige Behörde eine<br />
Zuteilungsentscheidung.<br />
Die zugeteilten Berechtigungen erhält der Anlagenbetreiber<br />
in jährlichen Tranchen. Zum 28.02. jeden Jahres<br />
werden die Berechtigungen ausgeschüttet. Sobald<br />
sie sich auf dem Konto des Betreibers befinden, kann<br />
dieser mit den Berechtigungen Handel treiben.<br />
Ebenfalls jährlich berichten die Anlagenbetreiber über<br />
ihre Emissionen <strong>im</strong> Vorjahr. Diese Emissionsberichte<br />
müssen jedes Jahr zum <strong>01</strong>.03. bei der DEHSt eingegangen<br />
sein. Für jede emittierte Tonne CO 2<br />
muss der<br />
Betreiber bis zum 30.04. eine Emissionsberechtigung<br />
abgeben. Den ihm verbleibenden Überschuss kann er<br />
verkaufen oder für das nächste Jahr (bisher nur innerhalb<br />
der laufenden Handelsperiode) nutzen.<br />
Deutscher Sonderweg: Streit vorprogrammiert<br />
Mit dem ZuG <strong>2007</strong> hat die Bundesrepublik Deutschland<br />
das wohl komplexeste System der Europäischen<br />
Union geschaffen. 58 verschiedene Zuteilungsalternativen<br />
best<strong>im</strong>men über die Anzahl an Berechtigungen,<br />
die die Anlagenbetreiber erhalten haben. Dabei sind<br />
die Grundregeln an sich übersichtlich: Als Ausgangspunkt<br />
für die Zuteilung an bereits laufende Anlagen<br />
sieht das ZuG <strong>2007</strong> die Emissionen der Anlagen in<br />
der Vergangenheit vor, die um einen rechnerischen<br />
Faktor – den sog. Erfüllungsfaktor – verringert werden.<br />
Kompliziert wird das Zuteilungsverfahren indes durch<br />
Wahlrechte und Sonderregeln. So konnten sich auch<br />
Betreiber von Bestandsanlagen wie Neuanlagenbetreiber<br />
behandeln lassen, und Zuteilungen erhalten, die<br />
sich am Maßstab bester verfügbarer Technik auf der<br />
Basis der prognostizierten Auslastung orientieren.<br />
Weiter sieht das ZuG <strong>2007</strong> besondere Erleichterungen<br />
für Anlagenbetreiber vor, die bereits in der Vergangenheit<br />
Emissionsminderungsmaßnahmen durchgeführt<br />
haben. Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen<br />
sollten bessergestellt werden. Unvermeidliche, prozessbedingte<br />
Emissionen sollten von Minderungsverpflich-<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
61
tungen ausgenommen werden. Weitere Sonderregeln,<br />
die teilweise miteinander kombiniert werden konnten,<br />
führten <strong>im</strong> Ergebnis zu vielfachen Anwendungsschwierigkeiten.<br />
Nicht zuletzt die rechtliche Möglichkeit,<br />
die Einhaltung des Gesamtmengenziels durch einen<br />
zusätzlichen rechnerischen Minderungsfaktor zu<br />
gewährleisten, und die Möglichkeit nachträglicher<br />
Zuteilungskorrekturen nach unten („Ex-Post-Kontrolle“)<br />
ließen das ZuG <strong>2007</strong> schnell zu einer der meist<br />
umstrittenen Materien des Umweltrechts werden.<br />
Nicht nur die Europäische Kommission sah das ZuG<br />
<strong>2007</strong> kritisch und befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit<br />
zu den Ex-Post-Kontrollen vor dem Europäischen<br />
Gericht 1. Instanz. Fast 800 Widerspruchsverfahren von<br />
Anlagenbetreibern beschäftigten – und beschäftigen<br />
– die DEHSt. Rund 200 Klagen sind inzwischen be<strong>im</strong><br />
Verwaltungsgericht Berlin anhängig. Es wird erwartet,<br />
dass die gerichtliche Aufarbeitung noch erhebliche Zeit<br />
in Anspruch nehmen wird. Es wird sogar befürchtet,<br />
dass es den Gerichten – nicht zuletzt wegen der langen<br />
Verfahrenszeiten für die Widerspruchsverfahren<br />
bei der DEHSt – nicht gelingen wird, bis zum Ende<br />
der Handelsperiode alle Verfahren rechtskräftig abgeschlossen<br />
zu haben. „Dies wirft erhebliche rechtliche<br />
Probleme auf!“, so Rechtsanwältin Dr. Ines Zenke,<br />
die eine Vielzahl von klagenden Anlagenbetreibern<br />
vertritt. „Die Dauer der Verwaltungsverfahren darf<br />
nicht dazu führen, dass die Anlagenbetreiber am Ende<br />
trotz bestehender Ansprüche leer ausgehen.“, weist<br />
die Mitverfasserin des energierechtlichen Fachbuchs<br />
„Handel mit CO 2<br />
-Zertifikaten“ auf mögliche Schadensersatzansprüche<br />
der Betreiber hin.<br />
Testlauf der ersten Handelsperiode<br />
wohl eher missglückt<br />
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, sind europaweit<br />
mehr Berechtigungen <strong>im</strong> Umlauf, als es dem<br />
tatsächlichen Ausstoß von CO 2<br />
entspricht. Dies hat<br />
den Kurs von Emissionsberechtigungen der 1. Handelsperiode<br />
nach Veröffentlichung der tatsächlichen<br />
Emissionen des Jahres 2005 drastisch sinken lassen:<br />
Während noch <strong>im</strong> Frühjahr 2006 eine Berechtigung<br />
mit fast 30 Euro zu Buche schlug, sind es nunmehr nur<br />
noch rund 0,70 Euro, die an den europäischen Börsen<br />
(wie der EEX in Leipzig) oder <strong>im</strong> freien Verkauf erlöst<br />
werden können.<br />
Dies kann und darf indes nicht dazu führen, den<br />
Emissionshandel als Wirtschaftlichkeitsfaktor links<br />
liegen zu lassen. Bereits am <strong>01</strong>.<strong>01</strong>.2008 wird eine<br />
neue Handelsperiode beginnen, in der das verfügbare<br />
Gesamtbudget wesentlich sinken wird. Statt<br />
– wie derzeit – 495 Mio. t. CO 2<br />
pro Jahr, stehen den<br />
emissionshandelspflichtigen Anlagenbetreibern ab<br />
diesem Zeitpunkt nur noch jährlich 453 Mio. t. CO 2<br />
zur Verfügung. Da ab 2008 weitere Betreiber in den<br />
Emissionshandel einbezogen werden, wird die Zuteilung<br />
an die Betreiber drastisch sinken. Dies bedeutet:<br />
Emittieren wird teurer. Positiv ausgedrückt heißt das:<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz wird profitabler. In Zahlen ausgedrückt:<br />
Schon jetzt kostet eine Emissionsberechtigung der<br />
nächsten Handelsperiode an der EEX rund 18,- Euro,<br />
also das 25-fache einer Berechtigung für die laufende<br />
Handelsperiode.<br />
CERs und ERUs – <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz <strong>im</strong> Ausland<br />
Nicht nur <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzmaßnahmen in Deutschland sollen<br />
sich lohnen. In vielen Ländern ist es wegen geringer<br />
Arbeitskosten und teils <strong>im</strong>mensen Effizienzreserven<br />
um ein Vielfaches günstiger, CO 2<br />
oder ein anderes<br />
Treibhausgas einzusparen als in Deutschland. Um auch<br />
diese „Schätze“ zu heben, sieht das internationale<br />
Regelwerk vor, dass für grenzüberschreitende Projekte<br />
sog. Certified Emission Reduction (CER) bzw. Emission<br />
Reduction Units (ERU) erworben werden können. Ein<br />
deutsches Unternehmen, das mit einem ausländischen<br />
Partner jenseits der deutschen Grenzen Emissionsminderungsmaßnahmen<br />
durchführt, kann sich<br />
also – wenn auch nach einem nicht unaufwändigen<br />
Verfahren – über Zertifikate freuen, die anstelle von<br />
Emissionsberechtigungen zur Erfüllung der Abgabepflicht<br />
eines Unternehmens eingesetzt werden können,<br />
und ansonsten frei verkäuflich sind. Mehr zum Thema<br />
finden Sie <strong>im</strong> Beitrag „Freiwillige CO 2<br />
-Reduktion“ auf<br />
den nächsten Seiten.<br />
Miriam Vollmer<br />
Emissionshandelsexpertin und<br />
Rechtsanwältin in der Kanzlei Becker Büttner Held in Berlin<br />
www.beckerbuettnerheld.de<br />
62 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
CO 2<br />
-Handel – Quo vadis?<br />
Der Emissionshandel als <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzinstrument und<br />
Markt für Emissionsberechtigungen funktioniert, das<br />
zeigen die steigenden Transaktionszahlen. Im Jahr 2006<br />
wurden rund 210 Millionen Zertifikate <strong>im</strong> elektronischen<br />
Register der Deutschen Emissionshandelsstelle<br />
(DEHSt) übertragen, mehr als doppelt so viel wie <strong>im</strong><br />
Vorjahr.<br />
Und der Emissionshandel wirkt: Wie die erste Emissionsberichterstattung<br />
2006 gezeigt hat, sind die CO 2<br />
-<br />
Emissionen der teilnehmenden Anlagen <strong>im</strong> ersten Jahr<br />
des Emissionshandels 2005 absolut zurückgegangen,<br />
nachdem sie in den Jahren zuvor wieder angestiegen<br />
waren.<br />
Der Marktpreis der Zertifikate war zunächst – von einer<br />
erwarteten Knappheit getrieben – auf bis zu 30 Euro<br />
pro Zertifikat angestiegen. Von den Anlagenbetreibern<br />
nicht benötigte Emissionsberechtigungen in zahlreichen<br />
EU-Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland<br />
– ließen den Preis Ende April 2005 drastisch fallen.<br />
Dies zeigt, welche bedeutende Rolle der EU-Kommission<br />
bei der vorgelagerten Genehmigung der nationalen<br />
Allokationspläne der Mitgliedsstaaten zukommt: Nur<br />
in einem System mit einem knappen Angebot an<br />
Emissionsberechtigungen kann der Markt die richtigen<br />
Preissignale hin zu mehr <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz entwickeln;<br />
Überallokationen verhindern dies.<br />
Weiterentwicklung des Emissionshandels<br />
Die Abst<strong>im</strong>mungen zwischen der EU und Bundesregierung<br />
über den Nationalen Allokationsplan 2008-2<strong>01</strong>2<br />
(NAP II) haben jedoch zu Verzögerungen geführt.<br />
Das nationale Verfahren zum Zuteilungsgesetz 2<strong>01</strong>2<br />
ist noch nicht abgeschlossen. Da hierzu ausführliche<br />
Beratungen des Deutschen Bundestages und des Bundesrates<br />
erforderlich sind, rechnen wir erst <strong>im</strong> Sommer<br />
<strong>2007</strong> mit dem Inkrafttreten. Daraus ergibt sich ein<br />
verzögerter Verlauf des Zuteilungsverfahrens und der<br />
Ausgabe der Emissionsberechtigungen an die Anlagen<br />
der Handelsperiode 2008-2<strong>01</strong>2.<br />
Der Emissionshandel zeigt: Die Nutzung der Umwelt<br />
hat einen Preis. Ein wichtiges Signal in die Zukunft wäre<br />
die Abkehr von der vollständig kostenlosen Ausgabe<br />
der Emissionsberechtigungen. Europarechtlich ist ein<br />
Verkauf schon ab 2008 für bis zu 10 % des Budgets<br />
möglich. Nach unserer Einschätzung ist die kostenlose<br />
Ausgabe der Emissionsberechtigungen ein Auslaufmodell,<br />
spätestens ab der dritten Handelsperiode 2<strong>01</strong>3.<br />
Die punktgenaue Erreichung der erforderlichen und<br />
vorausgeplanten Minderungen von kl<strong>im</strong>aschädlichen<br />
Treibhausgas-Emissionen durch den Emissionshandel<br />
ist allerdings ein Erfolgsmodell für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz.<br />
Weitere Informationen: www.dehst.de<br />
Dr. Hans-Jürgen Nantke<br />
Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) <strong>im</strong> Umweltbundesamt<br />
Mit der Absenkung der Zuteilungsmenge auf 453<br />
Million Emissionsberechtigungen (das so genannte<br />
Cap) in der Handelsperiode 2008-2<strong>01</strong>2 ist die Bundesregierung<br />
der Hauptforderung der EU-Kommission<br />
nachgekommen und hat ein wichtiges kl<strong>im</strong>apolitisches<br />
Minderungssignal gesetzt. Angehoben wurde dabei<br />
die Obergrenze für die Nutzung von JI/CDM (Joint<br />
Implementation/Clean Development Mechanism)-Gutschriften<br />
auf 20 Prozent pro Anlage, so dass sich auch<br />
hier ein verstärkter, internationaler <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzanreiz<br />
bildet.<br />
Der Preis der Emissionsberechtigungen reduzierte sich Ende April<br />
2006 deutlich<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
63
Freiwillige CO 2<br />
-Reduktion<br />
Spagat zwischen Kommerz und Umweltnutzen<br />
Bei allem Bemühen um den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz: Mancher Energieverbrauch<br />
geht unvermeidbar mit der Emission von<br />
Treibhausgasen einher. Eine Idee soll Abhilfe schaffen:<br />
Verbraucher und Unternehmen können verursachte<br />
Emissionen tilgen, indem sie <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte mitfinanzieren.<br />
Solche Ausgleichsprogramme finden bei<br />
Firmen und Privatpersonen zunehmend Anklang.<br />
Es gibt inzwischen etliche Firmen mit dem Geschäftsfeld<br />
„Offset-Programme“. Allerdings ist der junge<br />
Markt sehr intransparent und lockt gerade aktuell viele<br />
Geschäftemacher an, die auf den fahrenden CO 2<br />
-Zug<br />
aufspringen.<br />
Bei Firmen muss zunächst der gesamte CO 2<br />
-Ausstoß<br />
der Produktion durch einen Umweltgutachter ermittelt<br />
werden. Er erstellt zusammen mit dem CO 2<br />
-Offset-<br />
Dienstleister eine CO 2<br />
-Bilanz, sowie eine Analyse, an<br />
welchen Stellen CO 2<br />
<strong>im</strong> Produktionsprozess eingespart<br />
werden kann. Erfasst wird auch der Flottenausstoß<br />
für die Auslieferung der Ware über Spedition, also<br />
sämtliche CO 2<br />
-relevanten Posten, bis das Produkt<br />
letztlich <strong>im</strong> Warenregal oder be<strong>im</strong> Verbraucher direkt<br />
ankommt. Anschließend werden entsprechend dem<br />
ermittelten CO 2<br />
-Ausstoß vom Dienstleister Zertifikate<br />
beschafft, mit denen der Verschmutzungsbeitrag der<br />
Firma kompensiert wird.<br />
Aufpassen woraus Zertifikate gewonnen werden<br />
Wer sicher sein will, dass der CO 2<br />
-Offset-Dienstleister<br />
sauber arbeitet, sollte darauf achten, dass die Projekte<br />
zertifiziert sind und Standards wie beispielsweise den<br />
Gold-Standard 1 erfüllen. Nicht jedes <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekt,<br />
das in eine Müllverbrennungs- oder eine Kläranlage<br />
in Südafrika, Indien, Brasilien oder Thailand<br />
investiert, hat den versprochenen CO 2<br />
-reduzierenden<br />
Charakter. Besonders auffällig wird das bei Aufforstungsprojekten.<br />
Diesen stehen Umweltschützer wie<br />
der Tropenwaldreferent Peter Gerhard von Robin Wood<br />
besonders kritisch gegenüber.<br />
„Es klingt zunächst gut, Bäume zu pflanzen, aber<br />
man besetzt damit den Boden, zementiert ihn ähnlich<br />
wie bei den Sojafeldern mit Nutzpflanzen. Außerdem<br />
sollte von jedem, der meint, durch Baumpflanzaktionen<br />
könnte CO 2<br />
gebunden werden, bedacht werden,<br />
dass Bäume relativ schnell wieder mineralisiert werden<br />
können. Passieren kann das beispielsweise durch einen<br />
Waldbrand oder Bergrutsch. Die Aktion wird dann<br />
zum unseriösen Tausch, weil man Äpfel mit Birnen<br />
vergleicht und es an der <strong>Nachhaltig</strong>keit fehlt“, so<br />
Umweltaktivist Gerhard.<br />
Außerdem sollte der Offset-Dienstleister die <strong>im</strong> Kyoto-Protokoll<br />
vorgeschriebenen Standards einhalten:<br />
Danach können sich Länder durch den Erwerb von<br />
CER-Zertifikaten (Certified Emission Reduction) vermiedene<br />
Verschmutzungen aufs eigene Sparziel anrechnen<br />
lassen. Projekte in Entwicklungs- oder Schwellenländern,<br />
durch die sich dann kraft der geschaffenen CO 2<br />
-<br />
Wirkung Zertifikate erstellen lassen, müssen sich be<strong>im</strong><br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>sekretariat der Vereinten Nationen in Bonn registrieren<br />
lassen. Dort sind 504 Vorhaben verzeichnet, die<br />
bis 2<strong>01</strong>2 740 Millionen Tonnen CO 2<br />
einsparen sollen.<br />
Weitere 900 Projekte sind <strong>im</strong> Genehmigungsprozess.<br />
Wichtig ist außerdem, dass der Offset-Dienstleister<br />
eine ordentliche Zertifikatsbuchhaltung führt, damit<br />
<strong>im</strong> Rahmen der Verrechnung die einzusparende CO 2<br />
-<br />
Menge auch sicher gelöscht ist. Garantiert werden<br />
kann das beispielsweise dadurch, dass der Dienstleister<br />
seine Buchführung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer<br />
testieren lässt.<br />
Krasse Abweichungen bei der CO 2<br />
-Berechnung<br />
Für die Berechnung der auszugleichenden Treibhausgase<br />
gibt es keinen verbindlichen Standard. Verschiedene<br />
Methoden sind auf dem Markt. Deswegen sollte jeder<br />
Interessent auf die Parameter der CO 2<br />
-Berechnung achten.<br />
Der eidgenössische Verein mycl<strong>im</strong>ate bietet einen<br />
rud<strong>im</strong>entären Rechner für Privatleute und einen von<br />
Lawrence Berkeley Nat‘l Lab – Roy Kaltschmidt, photographer<br />
64 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Fachleuten als transparent und differenziert beurteilten<br />
CO 2<br />
-Kalkulator für Betriebe.<br />
Besonders deutlich treten Unterschiede bei der CO 2<br />
-<br />
Berechnung von Flügen auf. Für einen Touristenflug<br />
von München nach San Francisco und zurück fallen je<br />
nach Berechnung zwischen 2,1 und 6,6 Tonnen CO 2<br />
an. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass die<br />
Dienstleister unterschiedliche Preise für die Tonne CO 2<br />
ansetzen von 15 bis 25. Geschäftsflüge sind teurer,<br />
denn wer mehr Platz braucht, produziert nach dieser<br />
Logik mehr CO 2<br />
.<br />
Politiker und Ministerialbeamte<br />
wollen mit gutem Beispiel voran gehen<br />
Deutsche Politiker und Spitzenbeamte pusten mit<br />
ihren Dienstreisen jährlich etwa 100.000 Tonnen CO 2<br />
in die Luft. Fast 80 % der Emissionen verursacht die<br />
Flugbereitschaft der Bundeswehr. Weitere 18.750<br />
Tonnen CO 2<br />
werden frei, weil Bundesbedienstete<br />
etwa 125.000 mal pro Jahr zwischen Bonn und Berlin<br />
pendeln. Auf Vorschlag des Bundesumweltministers<br />
sollen darum die gesamten Dienstreisen mit Auto oder<br />
Flugzeug kl<strong>im</strong>aneutral gestaltet werden. Angedacht<br />
ist, dass die einzelnen Ministerien Ausgleichszahlen<br />
für die Emissionen ihrer Häuser bezahlen, die Minister<br />
und Beamte freisetzen. Hochrechnungen für die<br />
gesamte Regierung fehlen noch. Das Umweltministerium<br />
schätzt für seine Behörde die Emissionen auf<br />
5.000 Tonnen CO 2<br />
, die jeweils mit 20 Euro pro Tonne<br />
neutralisert werden müssten. Minister Gabriel erhofft<br />
sich auch den Effekt, dass seine Mitarbeiter Reisen<br />
überdenken, wenn Ausgleichszahlungen fällig werden.<br />
Die Bundestagsfraktion der Grünen hat eine solche<br />
Regelung für Flugreisen seit einiger Zeit.<br />
Fair sein zur Atmosphäre<br />
In Europa wird dank Billigfliegerei heute doppelt soviel<br />
geflogen wie 1990. Nicht nur die Menge, auch der Ort<br />
der Abgasproduktion ist entscheidend: CO 2<br />
, das ein<br />
Flugzeug in 10.000 Metern Höhe produziert, ist zwei bis<br />
dre<strong>im</strong>al kl<strong>im</strong>aschädlicher als das aus Autos am Boden.<br />
Für Vielflieger und Fernreisende bieten gemeinnützige<br />
Organisationen wie Atmosfair CO 2<br />
-freie Flüge zur<br />
Gewissenberuhigung an. Ähnliche Dienstleistungen<br />
gibt es auch für Autofahrer, die eine entsprechende<br />
CO 2<br />
-Vignette erwerben können. Die zeigt an, dass die<br />
Emissionen des Fahrzeugs für eine best<strong>im</strong>mte Kilometerleistung<br />
durch den Ankauf und die Stilllegung von<br />
Emissionszertifikaten ausgeglichen werden.<br />
Der neueste Clou ist die CO 2<br />
-Freistellung von Events,<br />
Messen, Kongressen und Konzerten. Jeder Teilnehmer,<br />
der sich beispielsweise zum Konzert <strong>im</strong> Internet<br />
registriert, gibt zusätzlich seine Fahrleistung mit der<br />
Bahn oder dem Auto an. Anhand der gewonnenen<br />
Daten stellt der Offset-Dienstleister Veranstalter und<br />
Bands anschließend von den durch die Konzert-Tour<br />
verursachten CO 2<br />
-Emissionen frei. Praktisch geschieht<br />
dies wiederum dadurch, dass der Offset-Dienstleister<br />
CO 2<br />
-Zertifikate aus <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten, meist den<br />
eigenen, verwendet oder ankauft und damit die entstandenen<br />
Band- und Fanemissionen, vor-, während<br />
und nach der Rock- und Pop-Gesangsgala auslöscht.<br />
Dem Selbstbetrug vorbeugen<br />
Offset-Projekte werden die Welt nicht retten. Neben<br />
dem aktiven <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz sind sie nur die zweitbeste<br />
Lösung: Eine Art Ablasshandel für das ruhige Gewissen<br />
während der Flugreise oder gar der Freibrief für ein<br />
„weiter so“ bringt für den Natur- und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
nichts. Deshalb muss sich jeder selbst fragen, ob er<br />
nicht durch geeignete Maßnahmen <strong>im</strong> eigenen Umfeld<br />
versucht, den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>gau zu verhindern. Das kann<br />
bereits mit relativ geringem Aufwand passieren, indem<br />
man Fernseher und HiFi-Geräte oder Computer nicht<br />
„standby“ laufen lässt, auf Energiesparlampen umstellt<br />
oder be<strong>im</strong> Autofahren nicht mehr „Bleifuß“ sondern<br />
vorausschauend und angepasst fährt. Oft ist auch die<br />
Bahn oder das Fahrrad das bessere Verkehrsmittel,<br />
gerade jetzt <strong>im</strong> Frühsommer.<br />
Karin Wurzbacher<br />
Originaltext unter: www.umweltinstitut.org/stadtgespraeche/<br />
1 Eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern und NGO-Vertretern hat unter Federführung des WWF einen „Gold Standard“<br />
für <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Projekte in Entwicklungsländern, die <strong>im</strong> Fachjargon Clean Development Mechanism CDM heissen, entwickelt. Zugelassene<br />
K<br />
Wärmedämmung, bessere Heizung oder Beleuchtung.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
65
Der 8-Punkte-Plan<br />
von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel<br />
zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent<br />
Deutschland kann den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um<br />
40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 reduzieren. Dazu<br />
ist aber schnelles und entschlossenes Handeln erforderlich.<br />
In einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag<br />
hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erläutert, mit<br />
welchen Maßnahmen die Bundesregierung dieses ehrgeizige<br />
Ziel erreichen will. Ins Zentrum eines 8-Punkte-Plans stellte<br />
er dabei die massive Senkung des Energieverbrauchs, den<br />
Neubau effizienterer Kraftwerke und den drastischen Ausbau<br />
der Erneuerbaren Energien.<br />
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich darauf<br />
verständigt, die CO 2<br />
-Emissionen in Europa bis 2020 um 30<br />
Prozent zu reduzieren, wenn ein neues internationales <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzabkommen<br />
zustande kommt. Nach einem Beschluss<br />
des Bundestages müsste Deutschland seinen Ausstoß von<br />
Treibhausgasen dann um 40 Prozent verringern. „Das ist<br />
ein ehrgeiziges Ziel. Aber erste Ergebnisse von Studien <strong>im</strong><br />
Auftrag der Bundesregierung zeigen, dass das machbar ist.<br />
„Wir können den CO 2<br />
-Ausstoß bis 2020 um 270 Mio. Tonnen<br />
gegenüber dem Stand von heute reduzieren“, sagte Sigmar<br />
Gabriel und stellte acht konkrete Maßnahmen vor:<br />
1. Reduktion des Stromverbrauchs um 11 Prozent durch<br />
massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen:<br />
40 Mio. Tonnen)<br />
2. Erneuerung des Kraftwerksparks durch effizientere Kraftwerke<br />
(30 Mio. Tonnen)<br />
3. Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der<br />
Stromerzeugung auf über 27 Prozent (55 Mio. Tonnen)<br />
4. Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-<br />
Kopplung auf 25 Prozent (20 Mio. Tonnen)<br />
5. Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung,<br />
effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen<br />
(41 Mio. Tonnen)<br />
6. Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien <strong>im</strong><br />
Wärmesektor auf 14 Prozent (14 Mio. Tonnen)<br />
7. Steigerung der Effizienz <strong>im</strong> Verkehr und Steigerung des Anteils<br />
der Biokraftstoffe auf 17 Prozent (30 Mio. Tonnen)<br />
8. Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen<br />
wie zum Beispiel Methan (40 Mio. Tonnen).<br />
Sigmar Gabriel: „Die letzten<br />
Monate haben uns allen die<br />
Gefahren des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
vor Augen geführt. Jetzt müssen<br />
wir die richtigen Konsequenzen<br />
aus den wissenschaftlich belegten Fakten ziehen.<br />
Dabei geht es um nicht weniger als den Umbau der Industriewirtschaft.<br />
Wir werden neue Technologien entwickeln<br />
müssen, um effizienter mit den vorhandenen Energieträgern<br />
umzugehen. Wir werden bei den erneuerbaren Energien weitere<br />
Innovationsschübe brauchen. All das birgt auch große<br />
ökonomische Chancen – gerade für ein exportorientiertes<br />
Land wie Deutschland.<br />
Wir wissen längst: Nichtstun können wir uns auch wirtschaftlich<br />
nicht leisten. Das DIW hat errechnet, dass sich<br />
die ökonomischen Folgeschäden eines ungebremsten<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels für Deutschland auf 137 Milliarden Euro<br />
belaufen würden. Die notwenigen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzinvestitionen<br />
anzustoßen, wird hingegen bis zum Jahr 2<strong>01</strong>0 rund drei<br />
Milliarden Euro kosten.<br />
Wir alle können mit unserem Verhalten <strong>im</strong> Alltag ganz<br />
maßgeblich zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz beitragen. Energie sparen ist<br />
so einfach und lohnt sich. Wenn wir kurz und kräftig die<br />
Wohnung lüften, sparen wir Heizenergie. Ziehen wir nachts<br />
be<strong>im</strong> Fernsehgerät den Stecker aus der Dose, sparen wir<br />
Standby-Verluste. Ganz entscheidend können wir den Stromverbrauch<br />
senken, wenn wir be<strong>im</strong> Kauf von Kühlschränken,<br />
Computern und Glühlampen auf den Stromverbrauch<br />
achten. All das spart Geld - und schränkt die Lebensqualität<br />
kein bisschen ein.<br />
Noch nie waren die Zeiten für eine konsequente <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzpolitik<br />
so günstig wie heute. Noch nie war die internationale<br />
Staatengemeinschaft so entschlossen und geschlossen für<br />
entschiedenes Handeln. Noch nie waren die Menschen so<br />
bereit mitzutun, weil sie die Vorteile für ihr Budget und ihre<br />
Lebensqualität sehen. Noch nie waren die wirtschaftlichen<br />
Chancen so offensichtlich. Diesen Schwung, diese St<strong>im</strong>mung<br />
sollten wir nutzen. Im Interesse unseres Landes und der<br />
Menschen, die hier leben und arbeiten.“<br />
66 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Dienstleister<br />
für CSR und<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
B.A.U.M. e. V. .................................................. 68<br />
Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG ......... 70<br />
CO 2<br />
OL ............................................................... 72<br />
Deutsche Arbeitskl<strong>im</strong>a-Initiative ...................... 73<br />
Deutsche Bank ................................................. 75<br />
FutureCamp ..................................................... 76<br />
GTZ ................................................................. 77<br />
Juwi GmbH ....................................................... 78<br />
KfW Bankengruppe ....................................... 80<br />
mycl<strong>im</strong>ate Stiftung ........................................... 83<br />
onecarbon ........................................................ 84<br />
Swisscanto ........................................................ 85<br />
TÜV Süd ........................................................... 86<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
67
B.A.U.M. e. V.<br />
Bundesdeutscher Arbeitskreis<br />
für Umweltbewusstes Management e. V.<br />
Osterstraße 58<br />
20259 Hamburg<br />
www.baumev.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 040 / 49 07 - 11 00<br />
Fax 040 / 49 07 - 11 99<br />
Mail info@baumev.de<br />
PROFIL<br />
Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. wurde 1984 als erste überparteiliche Umweltinitiative der Wirtschaft<br />
gegründet und ist heute mit rund 450 Mitgliedern europaweit die größte ihrer Art. B.A.U.M. e. V. unterstützt seine Mitglieder in allen Fragen des<br />
unternehmerischen Umweltschutzes und Fragen der <strong>Nachhaltig</strong>en Entwicklung, der Schwerpunkt liegt dabei auf praxisorientierten Dienstleistungen.<br />
Mit seiner Arbeit will B.A.U.M. e. V. zu einer Sensibilisierung von Unternehmen, Institutionen, Politik und Bevölkerung für die Probleme und<br />
Chancen des Umweltschutzes und der <strong>Nachhaltig</strong>en Entwicklung beitragen und zu einer Einführung von Methoden und Maßnahmen umweltbewussten<br />
Managements und nachhaltiger Entwicklung in den Unternehmen anregen.<br />
Chance <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Angebote des B.A.U.M.-Netzwerkes für Unternehmen<br />
Das B.A.U.M.-Netzwerk (B.A.U.M. e. V. und B.A.U.M. Consult<br />
Gesellschaften) bietet praxisorientierte Unterstützung und umfangreiche<br />
Informationen zu den Themen effiziente Nutzung<br />
von Energie und erneuerbare Energien an (vgl. dazu auch Das<br />
15-Punkte Programm Seite 11 und „Das große Energie- und<br />
CO 2<br />
-Sparbuch“ Seite 7). Im Folgenden präsentieren wir eine<br />
Auswahl der Angebote.<br />
EnergieEffizienzTische für Unternehmer<br />
In Kooperation mit „Modell Hohenlohe – Netzwerk betrieblicher<br />
Umweltschutz und nachhaltiges <strong>Wirtschaften</strong> e. V.“<br />
als Entwickler der EnergieEffizienzTische wird B.A.U.M. e. V.<br />
regionale Energieeffizienztische für Unternehmen aufbauen.<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege, Vorsitzender B.A.U.M. e. V.<br />
Martin Oldeland, Tel. 040 / 49 07 11 00<br />
Betriebliche Energieberatung<br />
Energieverbrauch, Energieeinkauf, Einsatz regenerativer Energieträger<br />
– die B.A.U.M. Consult hat bereits über 1000 Kunden<br />
erfolgreich beraten.<br />
Peter Krabbe, Tel. 040 / 49 07 - 11 13<br />
Johannes Auge, Tel. 02381 / 3 07 21 - 0<br />
Mathias Prange / Voith Siemens Hydro Power (rechts)<br />
Mitarbeiterqualifikation zu Energiethemen<br />
Die B.A.U.M. e. V. Consult bietet Energieschulungen an, in<br />
denen Ihre Mitarbeiter gezielt und praxisnah in die Themen<br />
Energie und Energieeffizienz eingeführt werden.<br />
Peter Krabbe, Tel. 040 / 49 07 - 11 13<br />
Johannes Auge, Tel. 02381 / 3 07 21 - 0<br />
Solaranlagen für Unternehmen<br />
Ob Mitarbeiterbeteiligung, Investorenmodell oder Eigeninvestition.<br />
B.A.U.M. e. V. bietet mit seinen Partnern SunTechnics<br />
und B.A.U.M. Consult ein breites Leistungs-Spektrum rund um<br />
die Photovoltaik – wirtschaften Sie mit der Sonne!<br />
Dieter Brübach, B.A.U.M. e. V. Hannover, Tel. 0511 / 1 65 00 21<br />
Ökostrom<br />
Strom, erzeugt aus regenerativer Energie, ist preislich konkurrenzfähig<br />
und entlastet die CO 2<br />
-Bilanz erheblich. B.A.U.M. e.<br />
V. kooperiert mit dem bedeutensten deutschen Ökostromanbieter<br />
Lichtblick zusammen.<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege, Tel. 040 / 49 07 11 00<br />
für Großunternehmen<br />
Dieter Brübach, B.A.U.M. e. V. Hannover, Tel. 0511 / 1 65 00 21<br />
68 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
B.A.U.M. e. V.<br />
Energie aus Biogas und Holz<br />
Prozess- und Heizwärme aus Biogas und/oder Holz werden<br />
mit dem EEG gefördert und sind bis zu 50 % günstiger als<br />
Wärme aus Öl und Gas. Die B.A.U.M. Consult bietet von der<br />
Planung über die Realisierung bis zur Finanzierung und dem<br />
Contracting ein Full-Service-Angebot.<br />
Peter Krabbe, Tel. 040 / 49 07 - 11 13<br />
Regionale Energieversorgung<br />
Die 100 %ige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist keine<br />
Utopie, sondern machbare Realität. Wie? Das hat ein Autorenteam<br />
von B.A.U.M. Consult <strong>im</strong> mit dem Deutschen Solarpreis<br />
ausgezeichneten Handbuch „Auf dem Weg zur 100% Region“<br />
beschrieben. Das Handbuch kann für 24,80 Euro (inkl. Versandkosten)<br />
per Mail – info@baumgroup.de – bestellt werden.<br />
Informationen zum Buch finden sich unter:<br />
www.fachbuch-erneuerbare-energien.de/baum_region.htm<br />
Auf Grundlage der <strong>im</strong> Handbuch beschriebenen Methoden<br />
bietet B.A.U.M. Consult GmbH Landkreisen und Regionen die<br />
Begleitung auf ihrem Weg zur CO 2<br />
-neutralen Energieversorgung<br />
aus he<strong>im</strong>ischen Quellen an. Zusammen mit Kräften vor<br />
Ort ermitteln wir die Potenziale sowie Strategien, Strukturen<br />
und Maßnahmenpläne für einen Zeitraum bis zu 30 Jahren.<br />
Dr. Martin Tischer, m.tischer@baumgroup.de<br />
B.A.U.M. Consult GmbH München / Berlin<br />
Bereich Mobilität – Mobilitätswochen in Unternehmen<br />
Mobilitätsaktionswochen helfen, Ihren Mitarbeitern durch<br />
Informations- und Mitmachangebote eine nachhaltige und kl<strong>im</strong>aschonende<br />
Mobilität zu vermitteln. Wir beraten Sie bei der<br />
Konzeption Ihres Maßnahmenprogramms und unterstützen Sie<br />
bei der Umsetzung – z. B. be<strong>im</strong> ECO-Fahrtraining.<br />
Dieter Brübach, B.A.U.M. e. V. Hannover, Tel. 0511 / 1 65 00 21<br />
www.mobivo.de<br />
und mit ca. 15 Umweltpreisen für erfolgreiche Projekte national<br />
und international ausgezeichnet.<br />
B.A.U.M. e. V., Tel. 040 / 49 07 - 11 00<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege<br />
B.A.U.M. e. V. – ein führender deutscher Standard<br />
Das Buch Deutsche Standards – Unternehmerische Verantwortung<br />
präsentiert deutsche und in Deutschland tätige Unternehmen, die<br />
sich in vorbildlicher Weise ihrer sozialen, ökologischen und kulturellen<br />
Verantwortung stellen. Es zeigt eine Vielzahl hochinteressanter<br />
Projekte und Initiativen, die einer breiten Öffentlichkeit in der<br />
Regel unbekannt sind. Es will einen konstruktiven Beitrag zu einer<br />
sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Unternehmerische<br />
Verantwortung“ leisten. Die präsentierten Beispiele zeigen deutlich:<br />
Auch <strong>im</strong> Zuge einer fortschreitenden Globalisierung haben sich die<br />
Unternehmen nicht aus ihrer Pflicht und ihrem Bekenntnis zur „Sozialen<br />
Marktwirtschaft“ verabschiedet.<br />
Die Mitgliedschaft in einer Umweltorganisation oder einem CSR-<br />
Netzwerk ist ein wichtiges Instrument zur Umsetzung und Kontrolle<br />
von <strong>Nachhaltig</strong>keitsstrategien. Dem B.A.U.M. e. V. gehören mit 16 %<br />
die meisten der Unternehmen an. Damit liegt B.A.U.M. noch vor so<br />
renommierten Verbänden wie dem Global Compact und der Global<br />
Reporting Initiative (GRI). Dies zeigt die Wertschätzung der langjährigen<br />
erfolgreichen Arbeit von B.A.U.M.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutralität<br />
B.A.U.M. e. V. unterstützt Unternehmen mit seinem Expertenpool<br />
auf dem Weg zur <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutralität (vermeiden – reduzieren<br />
– kompensieren) – bei Entwicklung kl<strong>im</strong>aneutraler bzw.<br />
kl<strong>im</strong>afreundlicher Produkte und Dienstleistungen.<br />
B.A.U.M. e. V., Tel. 040 / 49 07 - 11 00<br />
Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian Gege, Martin Oldeland, Rainer Kant<br />
Strategieberatung<br />
Für grundsätzliche Strategieberatungen steht Ihnen Prof. Dr.<br />
Max<strong>im</strong>ilian Gege, Vorsitzender des B.A.U.M. e. V., mit seiner<br />
über 30-jährigen praktischen Erfahrung gerne zur Verfügung,<br />
wenn Sie eine erfolgreiche, für das Unternehmen nutzbringende<br />
und für die Kommunikation positive <strong>Nachhaltig</strong>keits-,<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-, Energie-, CO 2<br />
-Strategie einführen bzw. intensivieren<br />
wollen. Er ist Mitglied in zahlreichen Energie- / <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>beiräten<br />
Deutsche Standards<br />
Unternehmerische Verantwortung (2006)<br />
Herausgeber: Dr. Florian Langenscheidt<br />
384 Seiten, 23 x 27,5 cm, zahlr. farb. Abb., Leinen<br />
ISBN 978-3-409-12661-8<br />
78,- EUR<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
69
Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG<br />
Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG<br />
GGS5 / Corporate Social Responsibility-<br />
Management<br />
Arabellastraße 14<br />
81925 München<br />
www.hvb.de/nachhaltigkeit<br />
Ansprechpartner<br />
Stefan Löbbert<br />
CSR-Management<br />
Telefon 089 / 3 78 - 2 97 65<br />
PROFIL<br />
Die HypoVereinsbank gehört der neuen UniCredit Gruppe an. Diese n<strong>im</strong>mt eine führende Stellung in Italien, Deutschland, Österreich und den<br />
aufstrebenden Ländern Zentral- und Osteuropas ein. Unter der Überschrift „Werte leben, Wert schaffen“ wird ein umfassendes Bild der Aktivitäten<br />
der HypoVereinsbank <strong>im</strong> Bereich <strong>Nachhaltig</strong>keit gezeichnet. Der <strong>Nachhaltig</strong>keitsbericht ist von der Integration der HypoVereinsbank in<br />
die UniCredit Group geprägt und führt die Ansätze beider Banken <strong>im</strong> Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) zusammen. Dabei fußt das<br />
gemeinsame Grundverständnis auf der Überzeugung, dass langfristige Gewinnerzielung nur dann möglich ist, wenn gleichzeitig Mehrwert für alle<br />
Interessengruppen wie etwa Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaft geschaffen wird.<br />
Wirtschaftlicher Erfolg <strong>im</strong> Einklang mit<br />
ökologischen und sozialen Standards<br />
• Daher achten wir bei Finanzierungen auf Umweltchancen<br />
und -risiken. Die Standards internationaler Institutionen,<br />
wie z. B. der Weltbank, sind unsere Maßstäbe.<br />
• Wir bieten unseren Kunden renditestarke Anlagen, die<br />
ökologischen und sozialen Anforderungen entsprechen.<br />
• Wir unterstützen unsere Immobilienkunden be<strong>im</strong> gesunden<br />
und umweltverträglichen Bauen.<br />
• Wir gehen effizient mit Ressourcen um und sparen damit<br />
Kosten.<br />
Unsere Konzernmutter UniCredit gehört in Italien zu den<br />
führenden Banken in Sachen <strong>Nachhaltig</strong>keit. Die konzernweite<br />
Integrity Charter untermauert als Werterahmen dieses<br />
Engagement.<br />
Bankzentrale am Arabellapark<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit als Leitlinie für unser Handeln<br />
Das Thema <strong>Nachhaltig</strong>keit bzw. Sustainability genießt bei der<br />
HypoVereinsbank einen hohen Stellenwert. Doch in welchen<br />
Bereichen des Bankgeschäftes spielt <strong>Nachhaltig</strong>keit eine<br />
wichtige Rolle?<br />
Unser Finanzierungs- und Anlagegeschäft sowie unsere Betriebsabläufe<br />
haben Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.<br />
Wir können nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn wir<br />
uns an den gesellschaftlichen Erwartungen orientieren und<br />
unseren wirtschaftlichen Erfolg in Einklang mit ökologischen<br />
und sozialen Standards bringen. Unsere Kunden wollen wir<br />
dabei unterstützen, das gleiche zu tun.<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit <strong>im</strong> Bankgeschäft heißt Verantwortung leben<br />
Geldanlagen: Rendite und gleichzeitige Berücksichtigung<br />
ökologischer, sozialer und ethischer Kriterien sind kein Widerspruch.<br />
Deshalb bieten wir unseren Kunden ein umfangreiches<br />
Angebot an <strong>Nachhaltig</strong>en Anlageprodukten wie z. B. den<br />
ältesten deutschen Umweltfonds Activest EcoTech oder Zertifikate<br />
auf den HVB <strong>Nachhaltig</strong>keitsindex, die HVB <strong>Nachhaltig</strong>e<br />
Vermögensverwaltung sowie Empfehlungen der besten Umwelt-<br />
und <strong>Nachhaltig</strong>keitsfonds am deutschen Markt. Nähere<br />
Informationen erhalten Sie unter www.hvb.de/sri<br />
Immobilienfinanzierung: Der Energiebedarfsausweis für<br />
Gebäude wird ab 2008 Pflicht. Dieser Ausweis wird den Energieverbrauch<br />
von Gebäuden, ähnlich wie bei Elektrogeräten,<br />
festhalten. Für Verkauf oder Vermietung werden zukünftig<br />
70 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG<br />
gute Verbrauchswerte<br />
ein zugkräftiges Argument<br />
sein. Daher beraten<br />
wir unsere Kunden<br />
bei Investitionen in<br />
Gebäudesanierungen<br />
besonders hinsichtlich<br />
möglicher Energieeffizienz<br />
und Ressourcenschonung.<br />
Da wir in der<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit sowohl<br />
eine gesellschaftliche<br />
Verpflichtung als auch<br />
eine ökonomische Notwendigkeit<br />
sehen, wollen<br />
wir auch erreichen,<br />
dass das Wissen zu<br />
Umweltschutzthemen<br />
weiter verbreitet wird. Mit dem Produkt „Modernisierungsdarlehen“<br />
der Vereinsbank Victoria Bauspar AG (VVB) und mit<br />
einer intensiven Kommunikation zu den Themen Energiesparen<br />
und Modernisieren leisten wir damit unseren Beitrag. Dieses<br />
Engagement der VVB wurde 2005 mit dem Umweltpreis der<br />
Stadt München honoriert.<br />
Finanzierung Erneuerbarer Energien: Wir finanzieren seit<br />
einigen Jahren eine breite Palette von Wind-, Solar- und<br />
Wasserkraftanlagen, Biomasse- und Biogasanlagen, Klär- und<br />
Meerwasserentsalzungsanlagen sowie Trinkwasseraufbereitungsanlagen.<br />
Unser Engagement in der Fokusbranche Erneuerbare<br />
Energien bauen wir bundesweit weiter aus inklusive der<br />
Beratung unserer Kunden bezüglich Fördermitteln. Ende 2006<br />
standen bei uns insgesamt 3,6 Milliarden Euro für Finanzierungen<br />
in diesem Bereich zur Verfügung.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und CO 2<br />
Emissionshandel: Den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel und<br />
damit verbundene globale Erwärmung nehmen wir ernst. Die<br />
HVB engagiert sich seit Jahren in unterschiedlichen Handlungsfeldern<br />
und leistet u.a. mit ihrem zertifizierten Umweltmanagementsystem<br />
als auch ihren Emissionshandelsdienstleistungen<br />
einen aktiven Beitrag zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz. Damit antworten wir<br />
auf die Anforderungen unserer Stakeholder, die von einer<br />
verantwortungsvoll handelnden Bank erwarten, sich den drängenden<br />
gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen.<br />
Umweltrisikoprüfung bei der Kreditvergabe: Die HVB richtet<br />
ihre Kreditvergabe auch an ethischen Grundwerten aus.<br />
Die Prüfung von Umweltrisiken ist ein integraler Bestandteil<br />
unserer Kreditwürdigkeitsprüfung. Unsere Mindeststandards<br />
sind dabei die nationalen Gesetzgebungen – und falls strikter,<br />
die Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank. Die HVB ist<br />
Mitbegründer der Bankeninitiative Equator Principles, die die<br />
Weltbankstandards als globalen Industriestandard für große<br />
Projektfinanzierungen etabliert hat.<br />
Gesellschaftliches Engagement: Spendenmanagement ...<br />
Die HVB unterstützt seit Jahren Einrichtungen, Projekte und<br />
Initiativen, die das Gemeinwesen bereichern. Wir fördern eine<br />
Vielzahl von sozialen Anliegen und leisten damit einen Beitrag<br />
zur gesellschaftlichen Entwicklung in den Regionen, in denen<br />
wir tätig sind. Zu den Bereichen, die wir unterstützen, gehören<br />
Ausbildung und Integration behinderter Menschen, Hilfe bei<br />
medizinischer und sozialer Not, Hospizarbeit, Entwicklungshilfe<br />
und Umweltengagement.<br />
... und Förderung für Kunst, Kultur und Wissenschaft<br />
Mit der Unterstützung der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung<br />
und der Förderung zahlreicher Festspiele und Festivals engagiert<br />
sich die HypoVereinsbank für kulturelle Belange. Auch<br />
die Wissenschaft erfährt mit der Förderung der Münchner<br />
Universitäten und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft<br />
eine wichtige Unterstützung.<br />
Unser Einkauf beachtet Umwelt- und Sozialverträglichkeit<br />
Die HVB berücksichtigt bei ihrer Produkt- und Lieferantenauswahl<br />
auch ökologische und soziale Kriterien. Bei allen<br />
wesentlichen Ausschreibungen müssen Lieferanten anhand<br />
standardisierter Fragebögen zu Umweltmanagement sowie<br />
zu sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen Auskunft geben.<br />
Diese Selbstdeklaration wird bei Auftragserteilung Vertragsbestandteil.<br />
Den aktuellen <strong>Nachhaltig</strong>keitsbericht und weitere<br />
Informationen finden Sie <strong>im</strong> Internet unter:<br />
www.hvb.de/nachhaltigkeit<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
71
CO 2<br />
OL<br />
Bäume gegen den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
CO 2<br />
OL e. V. wurde 1998 <strong>im</strong> Zuge des Kyoto-Protokolls<br />
in Bonn gegründet. Mit dem Ziel, Treibhausgase wie<br />
Kohlendioxid durch die ökologische Aufforstung von<br />
Wäldern in den Tropen zu binden und zu neutralisieren.<br />
Die Kunden von CO 2<br />
OL sind neben Privatpersonen viele<br />
Unternehmen aus verschiedenen Branchen.<br />
CO 2<br />
OL e. V. berät Privatpersonen und Unternehmen,<br />
wie sie ihren Beitrag gegen die globale Erderwärmung<br />
leisten können, und neutralisiert deren CO 2<br />
-Emissionen.<br />
Firmen verbessern mit CO 2<br />
OL ihre <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bilanz und<br />
bieten kl<strong>im</strong>aneutrale Produkte und Dienstleistungen<br />
an. Die Leistungen von CO 2<br />
OL umfassen u. a. das<br />
Erstellen eines <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>profils, Maßnahmenpakete zur<br />
Reduktion von Kohlendioxid, Unterstützung bei den<br />
Kommunikations- und Vertriebsmaßnahmen. Privatpersonen<br />
gestalten mit CO 2<br />
OL ihr Leben kl<strong>im</strong>aneutral.<br />
Der Verein gleicht entstehende Emissionen aus, die<br />
be<strong>im</strong> Reisen (Auto, Bahn, Flugzeug), Wohnen oder<br />
Einkaufen entstehen. Ein Emissionsrechner auf der<br />
Website ermittelt den individuellen CO 2<br />
-Ausstoss, der<br />
dann durch CO 2<br />
OL neutralisiert wird.<br />
A.S.S. Concert & Promotion setzt als erster Konzertveranstalter<br />
in Deutschland und Europa ein Zeichen:<br />
Gemeinsam mit CO 2<br />
OL werden alle Kohlendioxid-Emissionen<br />
neutralisiert, die bei Konzerten u. a. von Juli,<br />
Heinz Rudolf Kunze, Texas Lightning ausgestoßen werden<br />
– sowohl der Kraftstoffverbrauch des Publikums<br />
und der Crew bei der An- und Abreise als auch der Energieverbrauch<br />
am Veranstaltungsort. Und LeasePlan,<br />
der weltgrößte Leasinggeber von Fahrzeugflotten,<br />
hat ein innovatives Produkt zum „Grünen Flottenmanagement“<br />
eingeführt: GreenPlan. Dieses unterstützt<br />
und ermutigt die Firmenkunden von LeasePlan, ihre<br />
Fahrzeugparks effizienter und umweltfreundlicher zu<br />
betreiben. Hierzu kooperiert LeasePlan mit CO 2<br />
OL.<br />
CO 2<br />
OL-Aufforstungen schließen Lücken, die vor Jahrzehnten in<br />
den Regenwald geschlagen wurden.<br />
stal-Wälder gemäß dem Gold Standard der Cl<strong>im</strong>ate,<br />
Community & Biodiversity Alliance (CCBA) verifiziert.<br />
Mit CO 2<br />
OL kann jeder seinen Beitrag zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz,<br />
zur Wiederaufforstung in den Tropen und zur regionalen<br />
Entwicklung in Mittelamerika leisten.<br />
Die Neutralisierung der schädlichen Treibhausgase<br />
erfolgt durch Aufforstungen in den Tropen. CO 2<br />
OL<br />
pflanzt die Menge an Bäumen, die nötig ist, um die<br />
entstandenen CO 2<br />
-Emissionen zu neutralisieren. Der<br />
Verein arbeitet ausschließlich mit Forstunternehmen<br />
wie Futuro Forestal in Panama zusammen, die durch<br />
den Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert sind,<br />
einem Siegel für soziale und ökologische Forstwirtschaft.<br />
Zudem wird die CO 2<br />
-Bindung der Futuro Fore-<br />
CO 2<br />
OL – Verein zur Verminderung von Kohlendioxid<br />
in der Atmosphäre e. V.<br />
Bergweg 6<br />
53225 Bonn<br />
Telefon 0228 / 4 33 96 60<br />
Fax 0228 / 9 46 92 20<br />
Mail walterspacher@co2ol.de<br />
Internet www.co2ol.de<br />
72 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
„<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz“<br />
für Mitarbeiter – Energie<br />
für die Zukunft?<br />
Foto: MEV<br />
Eine Kampagne der Deutschen Arbeitskl<strong>im</strong>a-Initiative<br />
Über Werte wird viel gesprochen und geschrieben<br />
– und dennoch werden in zahlreichen Unternehmen,<br />
trotz Ethik-Regeln offensichtlich große Fehler begangen.<br />
Der Erfolg eines werteorientierten Managements<br />
hängt davon ab, ob alle Mitarbeiter, eingeschlossen der<br />
Führungskräfte, Werte auch „leben“ können.<br />
Dies setzt das Wissen voraus, welche Werte <strong>im</strong> Unternehmen<br />
Relevanz und Priorität haben und wie diese<br />
Werte <strong>im</strong> Arbeitsalltag „gelebt“ werden können.<br />
Die Fragen am Anfang<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit hat zweifellos einen hohen Stellenwert<br />
– doch wie gelingt es die ökonomischen, ökologischen<br />
und sozialen Parameter damit in Einklang zu bringen?<br />
Wie kann das eigene Handeln als Vorbild gestaltet<br />
werden? Wie <strong>im</strong>plementiert man CSR <strong>im</strong> eigenen<br />
Unternehmen und wie können die Maßnahmen kontrolliert<br />
werden? Wie kann man Potenziale heben, wie<br />
kann die „Energie“ von Mitarbeitern gefördert und<br />
gefordert werden?<br />
Mehr Bewusstsein zur Wertschätzung von<br />
Mitarbeitern<br />
Der „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel“ in den Unternehmen hat sich in<br />
den letzten Jahren dramatisch vollzogen.<br />
So die Studie der Deutschen Arbeitskl<strong>im</strong>a-Initiative<br />
2006. In einer Umfrage in NRW des Bundesverbandes<br />
der mittelständischen Wirtschaft zum Thema „Voraussetzungen<br />
für Innovationen“ findet sich kein Punkt<br />
zum Thema „Mitarbeiter“. Von CSR ist keine Rede.<br />
Kann Innovation auch ohne Mitarbeiter funktionieren?<br />
Wohl kaum.<br />
Leider wird <strong>im</strong> Kampf um den Unternehmenserhalt<br />
häufig als erstes Mittel Personalabbau eingesetzt.<br />
Nachteil: Wegfall wichtiger Kräfte und kreatives Potential,<br />
sowie steigender Druck auf die verbliebenen<br />
Mitarbeiter. Unzufriedenheit, Motivationslosigkeit<br />
und Leistungsabfall sind die bekannten Folgen. Ein<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> des Misstrauens breitet sich aus. Das bedeutet<br />
nichts anders als Energieverlust = Verlust an Wertschöpfung!<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
73
Deutsche Arbeitskl<strong>im</strong>a-Initiative<br />
Detailierte Informationen zum Procedere:<br />
Arbeitskl<strong>im</strong>aindex – Benchmarking – Workshops – Fragebögen<br />
finden Sie ausführlich unter<br />
www.betriebskl<strong>im</strong>a.de<br />
Arbeitskl<strong>im</strong>astudie: Defizite innerhalb der Mitarbeitermotivation<br />
Wichtigkeit der Kreativität (Energie) wird erkannt wird, allerdings<br />
kann diese kaum mehr gestützt oder gefördert werden.<br />
Nach der neuesten Umfrage des Führungskräfteverbands<br />
gaben 39 Prozent der befragten Manager<br />
an, häufig gestresst und überfordert zu sein. Im Jahr<br />
zuvor waren es nur 28 Prozent gewesen. Ganze 71<br />
Prozent stellten eine deutliche Verschlechterung des<br />
Arbeitskl<strong>im</strong>as fest.<br />
Wie misst man Arbeitskl<strong>im</strong>a und wie kann man<br />
Unternehmen in CSR und Arbeitskl<strong>im</strong>a<br />
nachhaltig unterstützen?<br />
Wir bieten Ihnen einen Service, mit dem Sie Ihr Arbeitskl<strong>im</strong>a<br />
messen und in Zusammenhang mit unseren<br />
Benchmarkingwerten von vergleichbaren Arbeitsplätzen<br />
stellen können.<br />
Unterschiedlichen Tätigkeiten entspricht ein unterschiedliches<br />
Arbeitskl<strong>im</strong>a und lässt sich nicht anhand<br />
eines internen abstrakten Maßstabes messen, sondern<br />
nur, indem ähnliche Arbeitsplatzgruppen miteinander<br />
verglichen werden (Benchmarking). Damit erhält man<br />
controllingfähige Daten, welche die Steuerung aller<br />
folgenden Aktivitäten erleichtert.<br />
In allen Unternehmen gibt es jeweils einen unterschiedlichen<br />
Status zu CSR relevanten Fragestellungen. Da<br />
kann z. B. Umweltmanagement vorhanden sein, eine<br />
werteorientierte Unternehmenskultur aber nicht definiert<br />
sein. Oder ein Leitbild ist vorhanden, wird aber<br />
nicht gelebt ... usw.<br />
Deshalb ist es wichtig, am Anfang eine Übersicht über<br />
alle vorhandenen Organisationen, Prozesse und Aufgaben<br />
festzuhalten. Danach sollte eine Mitarbeiterbefragung<br />
den Status der Ressource Mensch erheben.<br />
Die Ergebnisse solcher Befragungen erfordern<br />
Handlungsbedarf<br />
Kann man eine eindeutige Fremdbest<strong>im</strong>mung der<br />
Mitarbeiter erkennen, muss man aus dieser Erkenntnis<br />
ein Handlungsfeld ableiten. Wie sieht die Organisation,<br />
wie sehen die Prozesse und die Aufgaben dieses<br />
Arbeitsplatzes aus? Was ist zu beachten? Welche Veränderung<br />
und Maßnahmen können getroffen werden?<br />
Wir haben Instrumente entwickelt, die Veränderungen<br />
zielgenau durchführen und in späteren Befragungen<br />
Erfolge nachweisen. Was kann man in der Vertrauenskrise<br />
praktisch tun? „Führungsqualität erhöhen,<br />
Dialog suchen, Probleme offen legen, Glaubwürdigkeit<br />
durch Geprächsbereitschaft und Handeln erzeugen.<br />
Werteorientierung bieten.“<br />
Für uns ist wichtig, dass sich folgende Grundwerte in<br />
den Leitbildern wiederfinden: <strong>Nachhaltig</strong>keit – Integrität<br />
– Verantwortung – Sicherheit – Mut – Respekt<br />
– Vertrauen.<br />
Nicht nur als reines Lippenbekenntnis, sondern als klare<br />
Handlungsanweisung an alle von „oben bis unten“.<br />
Wenn Sie also unseren „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz“ ernst nehmen<br />
und CSR sowie Arbeitskl<strong>im</strong>a steuern wollen, dann nehmen<br />
Sie Kontakt mit uns auf: ld@betriebskl<strong>im</strong>a.de<br />
Deutsche Arbeitskl<strong>im</strong>a-Initiative<br />
Institut für vergleichende Arbeits- und Motivationsforschung<br />
e. V.<br />
Unser Motto:<br />
Leitbilder leben – Potenziale heben – Werte geben<br />
Wir unterstützen Firmen und Institutionen wirkungsvoll,<br />
in dem wir zunächst eine fundierte Analyse durch<br />
eine Mitarbeiterbefragung durchführen. Als Ergebnis<br />
dieser Befragung ergeben sich aus der Auswertung<br />
klare Handlungsfelder und Themen, die danach in<br />
einem Aktionsplan systematisch mit Projekten und<br />
Entscheidungen abgeleitet werden.<br />
Ansprechpartner: Lutz Dziarnowski<br />
Murnauer Straße 248<br />
81379 München<br />
Telefon 089 / 78 74 96 80<br />
www.betriebskl<strong>im</strong>a.de<br />
74 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Deutsche Bank<br />
Gegen den Treibhauseffekt<br />
Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie der Deutschen Bank<br />
Immer neue Analysen zu den erwarteten<br />
Folgen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels – wie zuletzt<br />
des Weltkl<strong>im</strong>aberichts – verdeutlichen<br />
die wachsende Relevanz des Themas<br />
auch für die Deutsche Bank.<br />
Denn als globales Unternehmen sind wir<br />
in Regionen aktiv, begleiten Projekte<br />
und engagieren uns in Branchen, die<br />
zunehmend von der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>zerstörung<br />
betroffen und dadurch zusätzlichen Risiken<br />
ausgesetzt sein werden. Gleichzeitig<br />
öffnet uns eine aktive Auseinandersetzung<br />
mit den Herausforderungen des<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels aber auch Chancen.<br />
So ist z. B. durch den europäischen Emissionshandel<br />
ein neues Geschäftsfeld entstanden, erwarten unsere<br />
Kunden innovative Finanzlösungen <strong>im</strong> Bereich der<br />
Finanzierung erneuerbarer Energien oder antworten<br />
Fonds, wie der DWS <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel, auf ein wachsendes<br />
Interesse von privaten Anlegern.<br />
Als Teil unseres Engagements <strong>im</strong> Bereich des <strong>Nachhaltig</strong>keitsmanagements<br />
gehen wir das Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
systematisch und aktiv an.<br />
Unsere umfassende <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>strategie konzentriert sich<br />
dabei <strong>im</strong> wesentlichen auf die vier Säulen<br />
• Vermeidung von Treibhausgasemissionen<br />
• Förderung von erneuerbaren Energien<br />
• Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Thematik<br />
des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels<br />
• Förderung der flexiblen Mechanismen des Kyoto-<br />
Protokolls und Neutralisation unvermeidbarer Treibhausemissionen<br />
Jede Säule unterlegen wir mit einer Vielzahl<br />
von Maßnahmen<br />
So erhöhen wir z. B. durch eine kontinuierliche Opt<strong>im</strong>ierung<br />
unserer technischen Anlagen die Energieeffizienz<br />
in unseren Bankgebäuden, berücksichtigen Kriterien<br />
der Energieeffizienz <strong>im</strong> Einkauf oder halten Mitarbeiter<br />
zu energiesparendem Verhalten an. In Deutschland<br />
beziehen wir bereits 20 Prozent unseres Strombedarfs<br />
aus erneuerbaren Energiequellen und begleiten Investitionen<br />
in erneuerbare Energien mit innovativen<br />
Finanzlösungen. Wir engagieren uns in Initiativen und<br />
Vereinen zur Förderung von Energieeffizienz, <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
und Emissionshandel oder beteiligen uns an<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>fonds der Weltbank. Ergänzend neutralisieren wir<br />
unvermeidbare Treibhausgasemissionen zunehmend<br />
durch Investitionen in hochwertige Ausgleichsprojekte<br />
in Entwicklungsländern.<br />
Unser Ziel ist es, unser Engagement <strong>im</strong> Bereich des<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes kontinuierlich auszubauen – als Teil<br />
unserer gesellschaftlichen Verantwortung als „Unternehmensbürger“,<br />
aber auch zur Sicherung unseres<br />
wirtschaftlichen Erfolgs sowie des unserer Kunden,<br />
Aktionäre und Mitarbeiter.<br />
Weitere Information unter:<br />
www.deutsche-bank.de/csr<br />
Der DWS <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel investiert weltweit in Unternehmen,<br />
die in den Bereichen Saubere Technologien,<br />
Energieneffizienz und Umweltmanagement/Schadensbegrenzung<br />
tätig sind.<br />
Das Konzept des Fonds orientiert sich an den grundlegenden<br />
Fragen<br />
• wie Verhaltensweisen geändert werden können, um<br />
den künftigen Treibgas-Ausstoß abzuschwächen oder<br />
• wie Auswirkungen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels bewältigt<br />
werden können.<br />
Weitere Informationen unter www.dws.de<br />
Gedruckt www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
75
FutureCamp GmbH<br />
FutureCamp GmbH<br />
Chiemgaustraße 116<br />
81549 München<br />
www.future-camp.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 089 / 6 80 08 - 3 30<br />
Mail info@future-camp.de<br />
PROFIL<br />
Die FutureCamp GmbH mit Hauptsitz in München ist ein technologie-orientiertes Unternehmen, das Dienstleistungen in verschiedenen Kompetenzfeldern<br />
erbringt. Der Schwerpunkt liegt auf der Unternehmensberatung <strong>im</strong> Bereich Emissionshandel und Emissionsminderungsprojekten<br />
(JI/CDM). Beratungsleistungen werden auch zu Innovations-Methoden und -prozessen erbracht. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die auf innovativen<br />
Technologien basierende Entwicklung neuer Geschäftsfelder auf den Gebieten Energie, Neue Materialien und Gesundheit.<br />
Allen Aufgabenfeldern gemeinsam ist das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Auftraggeber sind dabei<br />
überwiegend Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen wie Regierungsbehörden und Universitäten.<br />
<strong>Nachhaltig</strong>e Unternehmensberatung<br />
und Geschäftsentwicklung<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz lohnt sich<br />
Mit der Gründung des Unternehmens vor<br />
sechs Jahren gehört FutureCamp zu den<br />
Pionieren <strong>im</strong> Emissionshandelsgeschehen.<br />
Von Anfang an beteiligte sich Future-<br />
Camp an der Umsetzungsdiskussion, von<br />
der Teilnahme an den internationalen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-Konferenzen<br />
bis zur Mitwirkung in nationalen Gremien.<br />
Schon 2004 beriet das Unternehmen Betreiber von über 100<br />
Anlagen bei der Antragstellung auf Emissionsrechte für die erste<br />
Phase des EU-Emissionshandelssystems. Unterstützung bei der<br />
Erstellung von Emissionsinventaren, bei Monitoring und Berichterstattung<br />
sowie <strong>im</strong> Zertifikate-Management gehören seitdem<br />
ebenso zum Alltagsgeschäft wie die Definition und Umsetzung<br />
von Handelsstrategien und die Handelsabwicklung.<br />
Auch in der Beratung zur Entwicklung und Durchführung<br />
von JI-, CDM- und anderen Emissionsminderungsprojekten<br />
<strong>im</strong> In- und Ausland hat FutureCamp langjährige Erfahrung.<br />
In den Projekten unterstützt FutureCamp über den gesamten<br />
Zyklus: Von der Bewertung einer Projektidee über die Genehmigungs-<br />
und Registrierungsschritte bis zur Vermarktung<br />
der Gutschriften. So wurden z. B. einige heute Gutschriften<br />
erzeugende Projekte schon 20<strong>01</strong>/2002, als es noch keine<br />
verbindlichen Regeln für CDM und JI gab, als Pilotprojekte<br />
konzipiert. Von Anfang an legte das Unternehmen dabei<br />
größten Wert auf transparentes und glaubwürdiges Vorgehen:<br />
Alle Projekte werden von einer unabhängigen Prüforganisation<br />
validiert. Insbesondere bei VER-Projekten legt FutureCamp den<br />
Projekteignern nahe, strengen Kriterien wie z. B. dem Gold<br />
Standard zu folgen.<br />
Ein weiteres Leistungsangebot der Firma ist die Unterstützung<br />
bei der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutralstellung best<strong>im</strong>mter Aktivitäten von Unternehmen<br />
und Privatpersonen bis hin zur Emissionskompensation<br />
ganzer Unternehmen sowie deren öffentlichkeitswirksame<br />
Darstellung.<br />
Mit Innovationen zu neuen Ufern<br />
Das ebenfalls bei FutureCamp<br />
verankerte Innovationsmanagement<br />
bietet ideale Möglichkeiten<br />
zu Synergien: So profitieren die<br />
Teilnehmer von Informationsveranstaltungen<br />
und Workshops bei der Suche nach neuen Ideen<br />
und Lösungsansätzen von Kreativitäts-Techniken, Szenario-<br />
Prozessen, Bewertungs-Systemen und Wissenslandkarten.<br />
FutureCamp hat langjährige Erfahrung in der operativen und<br />
strategischen Beratung, Einzelereignisse umzusetzen oder ganze<br />
Innovationsprozesse anzustoßen, Ideen zu selektieren und<br />
diese bis zu wirtschaftlich erfolgreichen Produkten, Diensten<br />
und Geschäftsfeldern auf globalen Märkten zu entwickeln.<br />
Die Gründung des unabhängigen<br />
Unternehmens erfolgte aus der<br />
ehemaligen Mannesmann Pilotentwicklung<br />
<strong>im</strong> Februar 20<strong>01</strong>. Future-<br />
Camp hat derzeit 18 Mitarbeiter<br />
aus verschiedenen akademischen<br />
Disziplinen. Der Hauptsitz des auch<br />
in Bottrop und Berlin vertretenen<br />
Unternehmens ist München.<br />
76 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
GTZ<br />
Deutsche Gesellschaft für<br />
Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH<br />
Dag-Hammarskjöld-Weg 1-5<br />
65760 Eschborn<br />
www.gtz.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 06196 / 79 - 0<br />
Mail info@gtz.de<br />
PROFIL<br />
Die GTZ ist ein weltweit tätiges Unternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. Die GTZ bietet zukunftsfähige<br />
Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt mit dem Ziel, die Lebensbedingungen<br />
der Menschen nachhaltig zu verbessern.<br />
Hauptauftraggeber der GTZ ist das Entwicklungshilfeministerium (BMZ), das 1999 das Public Private Partnership (PPP) Programm initiiert hat.<br />
Im PPP-Programm kombinieren öffentliche und private Partner ihre individuellen Stärken und tragen so dazu bei, entwicklungspolitische Ziele zu<br />
erreichen und gleichzeitig den Geschäftserfolg zu sichern. PPP-Projekte werden gemeinsam geplant, finanziert und realisiert.<br />
GTZ – ein starker Partner für die Umwelt<br />
Eine vorausschauende Energiepolitik kann Wirtschaftswachstum<br />
fördern und dabei gleichzeitig die Kriterien der Umweltverträglichkeit<br />
und der sozialen Gerechtigkeit berücksichtigen.<br />
Um die aktuelle und zukünftige Energienachfrage befriedigen<br />
zu können, ist in vielen Entwicklungsländern ein massiver<br />
Ausbau der Energieversorgung erforderlich. Hierbei können<br />
private Investoren eine wichtige Rolle spielen.<br />
Mit der Förderung von erneuerbaren Energien (kurz: RE, aus<br />
dem Englischen „renewable energies“) verfolgt die GTZ das<br />
Ziel, die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern<br />
nachhaltig zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung<br />
zu fördern. Etwa 1,6 Milliarden Menschen, mehr als ein Viertel<br />
der Weltbevölkerung, haben keinen oder keinen ausreichenden<br />
Zugang zu elektrischem Strom. Mehr als 80 Prozent dieser<br />
Menschen leben in ländlichen Gebieten.<br />
Der Zugang zu preiswerter und sicherer Energie ist aber eine<br />
entscheidende Voraussetzung für soziale und wirtschaftliche<br />
Entwicklung. In ländlichen, dünn besiedelten Gegenden sind es<br />
häufig sogar die dezentral einsetzbaren RE-Technologien, die<br />
die kostengünstigste Versorgung mit Elektrizität ermöglichen.<br />
RE-Technologien können aber nicht nur zur Energieversorgung<br />
von Haushalten genutzt werden. Sie werden auch verstärkt<br />
eingesetzt, um kostengünstig Trinkwasser aufzubereiten, die<br />
Gesundheitsversorgung zu verbessern und Bildung und Kommunikation<br />
voranzutreiben so wie die Kleinindustrie fördern.<br />
Große Potenziale für Wasserkraft<br />
in Entwicklungs- und Schwellenländern<br />
Unter den erneuerbaren Energien besitzt die Wasserkraft<br />
großes Potenzial. Ein Beispiel für ein vielversprechendes PPP-<br />
Vorhaben der GTZ ist ein Projekt zur ländlichen Elektrifizierung<br />
in der Sava-Region <strong>im</strong> Nordosten Madagaskars. Im Rahmen<br />
der Maßnahme bauen die privatwirtschaftlichen Projektpartner<br />
e8 – eine Initiative von neun der weltweit größten Elektrizitätsversorger<br />
– und Electricité de Madagascar (EDM) am Fluss<br />
Lokoho ein Kleinwasserkraftwerk, das durch ein gemeinsames<br />
Unternehmen betrieben werden soll. Die Realisierung des<br />
Vorhabens wird durch die GTZ begleitet und in einen breiteren<br />
entwicklungspolitischen Ansatz eingebettet. Der produzierte<br />
Strom wird zum Teil an den staatlichen Energieversorger JIRA-<br />
MA verkauft, der vor allem die Städte Sambava und Andapa<br />
<strong>im</strong> Nordosten Madagaskars versorgt. In beiden Städten können<br />
dadurch bis zu 50.000 Einwohner sowie zahlreiche lokale Unternehmen<br />
deutlich zuverlässiger und zu geringeren Kosten mit<br />
Energie versorgt werden. Zusätzlich sollen etwa 30 Dörfer mit<br />
bis zu 80.000 Einwohnern erstmalig an die Stromversorgung<br />
angeschlossen werden.<br />
Das Projekt erschließt in Form der Wasserkraft eine vergleichsweise<br />
kosteneffiziente Option zur ländlichen Elektrifizierung.<br />
Die maßgebliche Beteiligung des Privatsektors kann als Beispiel<br />
für ähnliche Projekte in Madagaskar oder in anderen Entwicklungsländern<br />
dienen.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
77
juwi GmbH<br />
juwi GmbH<br />
Untere Zahlbacher Straße 13<br />
D-55131 Mainz<br />
www.juwi.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 06131 / 5 88 56 - 0<br />
Fax 06131 / 5 88 56 - 90<br />
Mail info@juwi.de<br />
PROFIL<br />
Die juwi-Gruppe zählt mit einem Jahresumsatz von über 120 Millionen Euro zu den führenden Unternehmen <strong>im</strong> Bereich erneuerbarer Energien<br />
in Deutschland. Neben Photovoltaik (PV) und Biomasse ist die Windenergie das stärkste Standbein des international tätigen Projektentwicklers.<br />
Mit über 150 Mitarbeitern deckt juwi die gesamt Wertschöpfungskette ab. Im Solarbereich hat das Unternehmen bis Ende des Jahres 2006 über<br />
500 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 30.000 Kilowatt und einem Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro realisiert. Zu<br />
den herausragenden Projekten der juwi GmbH gehören neben den Megawatt-Anlagen auf zahlreichen südwest-deutschen Deponien mehrere<br />
Aufdach-Anlagen der Megawatt-Klasse. „Für unsere Vision einer nachhaltigen Energieversorgung sind wir weltweit aktiv. Wir wollen ökologische<br />
Innovationen verbreiten und damit schon heute die Grundlagen für eine lebenswerte Zukunft schaffen.“ (Fred Jung, Matthias Willenbacher)<br />
Alle Wege führen zur Sonne.<br />
Wir nehmen die Abkürzung.<br />
Die juwi-Gruppe aus Bolanden (Rheinland-Pfalz) eröffnet eine<br />
neue D<strong>im</strong>ension der solaren Stromerzeugung – seit Mitte März<br />
<strong>2007</strong> mit dem Bau des weltweit größten Photovoltaik-Kraftwerks.<br />
Bis Ende 2009 errichtet juwi auf einem ehemaligen<br />
Militärflughafen östlich von Leipzig eine 40-Megawatt-Anlage<br />
mit modernster Dünnschichttechnologie. Zum Vergleich: Heute<br />
hat die weltweit größte installierte Photovoltaik-Anlage eine<br />
Leistung von rund zwölf Megawatt.<br />
200 Fußballfelder Sonne<br />
Die Anlage <strong>im</strong> sächsischen Muldentalkreis wird auf der Hälfte<br />
einer 220 Hektar großen Fläche in den Gemeinden Brandis<br />
und Bennewitz gebaut. „Die Grundfläche der Solaranlage<br />
entspricht dabei in etwa 200 Fußballfeldern“, erläutert juwi-<br />
Geschäftsführer Matthias Willenbacher die D<strong>im</strong>ensionen des<br />
Projektes. Ein wichtiger Partner wird dabei der weltweit führende<br />
Dünnschicht-Spezialist First Solar sein. First Solar liefert<br />
die Solarmodule für den Solarpark Waldpolenz. Die rund<br />
550.000 Module werden dabei überwiegend in Frankfurt an<br />
der Oder produziert. Das Investitionsvolumen für den Solarpark<br />
„Waldpolenz“ beträgt rund 130 Millionen Euro.<br />
Ein Meilenstein für die Entwicklung der Photovoltaik<br />
Der Solarpark „Waldpolenz“ ist sowohl ein Meilenstein für die<br />
Entwicklung der juwi-Gruppe als auch für die Photovoltaik (PV)<br />
allgemein: Denn das PV-Kraftwerk liegt mit einem spezifischen<br />
Preis von rund 3.250 Euro pro Kilowatt etwa 20 bis 40 Prozent<br />
unter dem üblichen Marktpreis.<br />
„Solche Großprojekte tragen <strong>im</strong>mens dazu bei, dass Solarstrom<br />
<strong>im</strong>mer günstiger wird“, sagt juwi-Gründer Willenbacher. Philosophie<br />
der juwi-Gruppe ist es, so schnell wie möglich unabhängig<br />
von Fördersystemen Solarstrom zu wettbewerbsfähigen<br />
Preisen zu produzieren.<br />
Der juwi-Gruppe gelang es gemeinsam mit der Sachsen Landesbank<br />
Gruppe (LB) zeitlich parallel zur Projektierungs- und<br />
Genehmigungsphase des Projektes, die Eigenkapital- und<br />
Fremdkapitalfinanzierung professionell zu strukturieren. Die<br />
SachsenFonds GmbH – ein Unternehmen der Sachsen LB<br />
Gruppe – wird das Eigenkapital des Projektes voraussichtlich <strong>im</strong><br />
Sommer diesen Jahres als geschlossenen Fonds interessierten<br />
Anlegern anbieten.<br />
Foto: juwi / Sascha Kopp<br />
PV-Anlage auf dem Stadiondach des 1. FSV Mainz 05 (Leistung: 240 kW,<br />
realisiert von juwi <strong>im</strong> Sommer 2004)<br />
78 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
juwi GmbH<br />
Fotomontage des 40-MW-Projektes in Brandis/Bennewitz (Sachsen)<br />
„Schon in wenigen Jahren wird der Solarstrom vom eigenen<br />
Dach günstiger sein als der von den Energiekonzernen angebotene<br />
Strom.“, sagt Willenbacher. „Dann wird die Photovoltaik<br />
in ganz neue D<strong>im</strong>ensionen vorstoßen, weil jeder eine Anlage<br />
haben will.<br />
Als Generalunternehmer ist juwi verantwortlich<br />
für Planung, Logistik und Bauleitung<br />
„Der Bau der weltweit größten Anlage ist eine echte Herausforderung<br />
für ein mittelständisches Unternehmen wie die<br />
juwi-Gruppe“, betont Willenbacher. In zahlreichen Megawatt-<br />
Projekten (zu den herausragenden Projekten der juwi GmbH<br />
gehören neben den Megawatt-Anlagen auf zahlreichen südwest-deutschen<br />
Deponien vor allem die Sechs-Megawatt-Anlage<br />
„Rote Jahne“ in Sachsen sowie mehrere Aufdach-Anlagen<br />
der Megawatt-Klasse) konnte das Unternehmen allerdings<br />
bereits beweisen, dass es diese Aufgabe bewältigen wird.<br />
Während des Baus werden rund 100 Personen – überwiegend<br />
aus der Region – <strong>im</strong> Solarpark „Waldpolenz“ mit der Montage<br />
der Anlage beschäftigt sein. Auch nach der Inbetriebnahme<br />
werden mehrere juwi-Mitarbeiter für die Betriebsführung sowie<br />
den Service und die Wartung des Solarparks tätig sein.<br />
Projekte wie dieses <strong>im</strong> Muldentalkreis belegen, dass Solarstrom<br />
<strong>im</strong> Energiemix eine wichtige Rolle spielen kann. „Wir brauchen<br />
in Zeiten des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels und der <strong>im</strong>mer knapper werden-<br />
den Ressourcen keine neuen Kohlekraftwerke und auch keine<br />
verlängerten Atomlaufzeiten – Wind, Sonne & Co können<br />
Deutschland versorgen: sofort, sicher, unabhängig und auf<br />
Dauer preiswert“ so Matthias Willenbacher.<br />
Die juwi solar GmbH verfügt über mehrjährige Erfahrung in<br />
der Realisierung von solaren Großprojekten und wird in den<br />
kommenden Jahren <strong>im</strong> In- und Ausland weiterhin hohe zweistellige<br />
Wachstumsraten erzielen.<br />
Bis zum Jahr 2<strong>01</strong>2 plant die juwi solar GmbH die Realisierung<br />
von Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund<br />
1.000 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, den<br />
USA, Ruanda, Korea sowie zahlreichen anderen Ländern.<br />
Das weltgrößte Solarkraftwerk <strong>im</strong> Überblick<br />
Leistung:<br />
ca. 40.000 Kilowatt<br />
Modulfläche: ca. 400.000 m²<br />
ca. 550.000 Dünnschicht-Module<br />
(First Solar)<br />
Ertrag pro Jahr: ca. 40 Mio. kWh<br />
(entspricht dem Jahresbedarf von über<br />
10.000 Haushalten)<br />
CO 2<br />
-Einsparung: ca. 25.000 t/a<br />
Investitionsvolumen: ca. 130 Mio. Euro<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
79
KfW Bankengruppe<br />
KfW Bankengruppe<br />
Palmengartenstraße 5-9<br />
60325 Frankfurt am Main<br />
www.kfw.de<br />
Stabsstelle <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Olaf Weber<br />
Telefon 069 / 7431 3088<br />
Mail ST-Umwelt@kfw.de<br />
KfW-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzfonds<br />
Telefon 069 / 74 31 42 18<br />
Fax 069 / 74 31 47 75<br />
kl<strong>im</strong>aschutzfonds@kfw.de<br />
PROFIL<br />
Verantwortungsvolles Handeln beschränkt sich nicht allein auf den Schutz der Umwelt – ein modernes Unternehmen muss auf allen Gebieten<br />
Strategien entwickeln, die das Leben von Menschen langfristig und nachhaltig verbessern. Der aktuelle UN-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bericht hat die Diskussion um<br />
die von Menschen gemachte Erderwärmung neu entfacht. Verbrauchern und Unternehmen wird zunehmend bewusst, dass sie mit ihren täglichen<br />
Kauf- und Investitionsentscheidungen der Zerstörung der Umwelt nicht länger Vorschub leisten dürfen. Viele sind zum Umdenken bereit – selbst<br />
wenn dies für sie mit Einschränkungen und Kosten verbunden ist. Vorbild und Vorreiter ist die KfW Bankengruppe. Ob Bankprodukte oder Leistungen,<br />
Anlagestrategie oder Management – das staatliche Förderinstitut trifft seine Entscheidungen unter dem Gesichtspunkt der <strong>Nachhaltig</strong>keit.<br />
<strong>Nachhaltig</strong> finanzieren –<br />
nachhaltig investieren<br />
„Grüner Strom“ soll fossile Brennstoffe ersetzen.<br />
„Über alle unsere Geschäftsbereiche hinweg“, sagt der Leiter<br />
der Stabsstelle <strong>Nachhaltig</strong>keit Olaf Weber, „sind Strategien<br />
gefragt, die das Leben von Menschen langfristig und dauerhaft<br />
verbessern können.“ Das gilt für die Wirtschaftsförderung<br />
<strong>im</strong> eigenen Land, aber auch für die Armutsbekämpfung in<br />
den Entwicklungs- und Schwellenländern. So müssen etwa<br />
auch die mit Hilfe der KfW finanzierten Projekte <strong>im</strong> Ausland<br />
internationalen Umwelt- und Sozialstandards entsprechen.<br />
Alles in allem hat das staatliche Finanzierungsinstitut 2006 ein<br />
Fördervolumen von knapp 77 Milliarden Euro ausgereicht. Zur<br />
Förderung der he<strong>im</strong>ischen Wirtschaft, zur ökologischen Sanierung<br />
privater Wohnungen, für größere Chancengleichheit auf<br />
Bildquelle : KfW-Bildarchiv: Fotograf Thomas Klewar<br />
dem Bildungsmarkt und zur Bekämpfung der Armut weltweit.<br />
Ein großer Teil dieser Mittel wird direkt oder indirekt für den<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz eingesetzt.<br />
Wer eine so globale Förderbilanz vorweist, der muss erst einmal<br />
dafür sorgen, dass genügend Geld in der Kasse ist. Mit einer<br />
jährlichen Mittelaufnahme von rund 55 Milliarden Euro ist<br />
die KfW heute weltweit einer der führenden Emittenten am<br />
Kapitalmarkt. Dass <strong>im</strong>mer mehr Investoren ihr Geld nur dort<br />
anlegen wollen, wo es in gesellschaftlich verantwortlicher Weise<br />
eingesetzt wird, bedeutet für eine Förderbank wie die KfW<br />
kein Problem. Denn bei den <strong>Nachhaltig</strong>keits-Ratings, die von<br />
unabhängigen Agenturen angebotenen werden und Auskunft<br />
geben über Social Responsible Investments (SRI) der Investoren,<br />
n<strong>im</strong>mt sie regelmäßig eine Spitzenstellung ein. Anleger wissen<br />
das. Wenn sie Anleihen der KfW kaufen, dürfen sie also nicht<br />
nur mit einer sicheren Rendite rechnen. Selbstverständlich orientiert<br />
sich die KfW auch bei ihren eigenen Wertpapieranlagen<br />
an den Kriterien eines nachhaltigen Investments.<br />
KfW ist CO 2<br />
-neutral<br />
Wer ökologische Verantwortung fordert, der ist auch selbst in<br />
der Pflicht. Im eigenen Betrieb hat sich die KfW ehrgeizige Ziele<br />
gesetzt – und jetzt einen großen Durchbruch erzielen können.<br />
Als erstes großes Unternehmen in Deutschland wirtschaftet die<br />
KfW CO 2<br />
-neutral. Das heißt <strong>im</strong> Klartext: Die Menge an Kohlendioxid,<br />
die durch die eigene Geschäftstätigkeit verursacht wird,<br />
wird kompensiert durch den Kauf von Emissionsgutschriften.<br />
Mit der Kompensation alleine gibt sich die Bank aber nicht<br />
zufrieden. Um kl<strong>im</strong>aschädliche Emissionen <strong>im</strong> Betriebsalltag so<br />
weit als möglich zu vermeiden, wird in allen Bereichen Energie<br />
80 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
KfW Bankengruppe<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>initiative gestartet<br />
Zum Beispiel <strong>im</strong> Wohnungsbau, wo die KfW <strong>im</strong> Vorjahr eine<br />
viel beachtete <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>initiative unter dem Motto „Wohnen,<br />
Umwelt, Wachstum“ gestartet hat. Hintergrund: Kein anderer<br />
Bereich verbraucht mehr Pr<strong>im</strong>ärenergie – und ein großer Teil<br />
davon geht buchstäblich zum Fenster hinaus. Durch besser<br />
gedämmte Häuser und Wohnungen könnten ihre Besitzer nicht<br />
nur viel Geld sparen, sondern auch der Umwelt einen Gefallen<br />
tun. Die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>initiative der KfW wurde zum Auslöser für eine<br />
energetische Sanierungswelle in Deutschland. Rund 260.000<br />
Kredite <strong>im</strong> Gesamtvolumen von rund 17 Milliarden Euro flossen<br />
binnen eines Jahres aus den einschlägigen Programmen an<br />
Haus- und Wohneigentümer. Gewollter Nebeneffekt: Durch<br />
die Investitionswelle wurden rund 400.000 Arbeitsplätze <strong>im</strong><br />
Bauhandwerk gesichert.<br />
„Großen Nachholbedarf“, was den effizienten Umgang mit<br />
Energie betrifft, sieht Weber be<strong>im</strong> Mittelstand. In einer Untersuchung<br />
habe sich zwar die Mehrzahl der Unternehmen für<br />
mehr Umweltschutz ausgesprochen, aber nur ein geringer Teil<br />
ziehe daraus auch die entsprechenden Konsequenzen. Allzu<br />
häufig werde der Erfolg der Energieeinsparung noch unterschätzt.<br />
Dabei lassen sich mit Hilfe der Umweltprogramme der<br />
KfW solche Investitionen günstig finanzieren. Unternehmen,<br />
die be<strong>im</strong> Energiesparen besonders vorbildlich sind, werden mit<br />
dem Energieeffizienzpreis der KfW ausgezeichnet.<br />
Energetische Sanierung schont <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> und Geldbeutel<br />
eingespart. Die neuen Gebäude der KfW in Frankfurt etwa<br />
setzen unter den Gesichtspunkten der Energieeffizienz neue<br />
Maßstäbe. „Grüner Strom“ und „grünes Gas“ sollen zudem<br />
fossile Brennstoffe mehr und mehr ersetzen.<br />
Die KfW geht mit gutem Beispiel voran – sie ist Vorreiter und<br />
Vorbild, aber doch kein Einzelfall. Immer mehr Unternehmen<br />
in Deutschland versuchen, mit weniger Energie auszukommen<br />
und ersetzen fossile Energieträger durch umweltfreundliche<br />
Alternativen. Günstige Fördermittel vom Staat sollen diesen<br />
Prozess beschleunigen. Wie zum Beispiel die Finanzierungsprodukte<br />
der KfW für Wohnungsbau und gewerblichen Umweltschutz.<br />
Die Bank leistet damit nicht nur einen wichtigen<br />
Beitrag zur Erreichung des nationalen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzziels. „Mit<br />
unserer Förderung“, sagt Weber, „sorgen wir zugleich für<br />
mehr Investitionen und sichern Arbeitsplätze.“<br />
Bildquelle: KfW-Bildarchiv: Fotograf Thomas Klewar<br />
KfW-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzfonds hilft be<strong>im</strong> Schutz der Erdatmosphäre<br />
Die KfW stellt sich aber auch weltweit ihrer Verantwortung zum<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und organisiert mit dem KfW-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzfonds<br />
ein Beschaffungsprogramm für Emissionszertifikate aus Projekten<br />
nach den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls.<br />
Unternehmen, die hieran teilnehmen, können ihre gesetzlichen<br />
Verpflichtungen zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz kostengünstig erfüllen.<br />
Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand: Sie erhalten<br />
auch bei kleineren Beiträgen kostengünstig Zugang zu einem Portfolio<br />
von werthaltigen Emissionszertifikaten und nutzen den Zugang<br />
der KfW zu attraktiven Projekten. Gleichzeitig erschließt der<br />
Zertifikatekauf den Projekten eine zusätzliche Einnahmequelle.<br />
Langfristige Verträge mit einem AAA-Abnehmer bieten ihnen<br />
Sicherheit. So werden <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzvorhaben angestoßen, der<br />
Transfer moderner Technologien gefördert und die nachhaltige<br />
Entwicklung in den Entwicklungsländern unterstützt.<br />
Armutsbekämpfung weltweit<br />
Denn Umweltexperten sehen in der globalen Erwärmung vor<br />
allem auch eine Gefahr für die Entwicklung ärmerer Länder.<br />
Dort kommen Investitionen und Wachstum ohnehin nur langsam<br />
voran, weil der Zugang zu Finanzdienstleistungen nach<br />
wie vor für die breite Bevölkerung sehr schwierig ist. Mikrokredite<br />
der KfW können dies ändern. Denn mit ihrer Hilfe können<br />
viele Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern<br />
nunmehr eine selbständige Tätigkeit aufnehmen.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
81
Prozessintegration.<br />
Anwendungsorientierung.<br />
Effizienter <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz.<br />
Schritt für Schritt.<br />
Darf man so denken? Und kann<br />
man überhaupt so denken?<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und Prozessintegration?<br />
Mehrwerte für dauerhafte<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit?<br />
Cl<strong>im</strong>atePartner entwirft Business-<br />
Strategien für Unternehmen,<br />
entwickelt Geschäftsmodelle<br />
und stellt Anwendungen und<br />
Produkte <strong>im</strong> freiwilligen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
bereit.<br />
Produkte<br />
Integriert. Anwendungs- und<br />
prozessorientiert. Und<br />
<strong>im</strong>mer lösungsbezogen.<br />
Mobilität<br />
Aktionäre<br />
und Investoren<br />
Beschaffung<br />
und Einkauf<br />
Personal<br />
Neukundengewinnung<br />
und Kundenbindung<br />
Events<br />
Interne Zielgruppen<br />
Cl<strong>im</strong>atePartner entwirft<br />
die individuelle <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzkonzeption<br />
eines Unternehmens, setzt entsprechende<br />
Anwendungen auf einzelnen Prozessen auf<br />
und adressiert damit unterschiedlichste Zielgruppen.<br />
Auslieferung<br />
und Service<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutralität alleine ist keine<br />
Strategie. Cl<strong>im</strong>atePartner setzt<br />
auf ganzheitliche Lösungen und<br />
umfassende Minderungsansätze.<br />
Cl<strong>im</strong>atePartner GmbH & Co. KG | Cl<strong>im</strong>atePartner Austria GmbH | Cl<strong>im</strong>atePartner Switzerland AG<br />
Schleißhe<strong>im</strong>er Straße 26 | 80333 München | Telefon +49-89-55 27 91 70 | info@cl<strong>im</strong>atepartner.com | www.cl<strong>im</strong>atepartner.com<br />
82 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
mycl<strong>im</strong>ate<br />
Stiftung mycl<strong>im</strong>ate – The Cl<strong>im</strong>ate<br />
Protection Partnership<br />
Technoparkstraße 1<br />
CH-8005 Zürich<br />
www.mycl<strong>im</strong>ate.org<br />
Ansprechpartnerin<br />
Kathrin Dellantonio<br />
Telefon +41 (0) 44 / 6 33 77 50<br />
Mail info@mycl<strong>im</strong>ate.org<br />
PROFIL<br />
Die non-profit-Stiftung mycl<strong>im</strong>ate ermöglicht innovative Lösungen <strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz, fördert den Einsatz von erneuerbaren Energien und energieeffizienter<br />
Technologien. Die internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln gehört weltweit zu den führenden Anbietern von freiwilligen Kompensationsmassnahmen.<br />
mycl<strong>im</strong>ate steht für qualitativ hochwertige <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte, die Emissionen reduzieren und zudem einen Beitrag<br />
zu nachhaltiger Entwicklung in der Projektregion leisten. So ist mycl<strong>im</strong>ate der erste Anbieter von Emissionsreduktionen, die das Gold Standard<br />
Gütesiegel aufweisen, ein Label für besonders hochwertige Projekte.<br />
Zum Kundenkreis zählen grosse, mittlere und kleine Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, Non-Profit Organisationen, Event-Organisatoren<br />
sowie Privatpersonen in aller Welt.<br />
Innovativer <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz mit mycl<strong>im</strong>ate<br />
Für Unternehmen bietet mycl<strong>im</strong>ate massgeschneiderte Lösungen.<br />
Unternehmen können einzelne Geschäftsbereiche, ein<br />
Produkt oder das ganze Unternehmen kl<strong>im</strong>aneutral machen.<br />
mycl<strong>im</strong>ate berechnet dabei die Emissionen und berät Kunden<br />
hinsichtlich der opt<strong>im</strong>alen CO 2<br />
-Kompensation. Zugleich unterstützen<br />
wir Kunden bei der Kommunikation und machen<br />
damit die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzinitiativen sichtbar.<br />
mycl<strong>im</strong>ate-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte reduzieren Emissionen und fördern die<br />
nachhaltige Entwicklung in der Projektregion.<br />
1 Der Gold Standard ist ein unabhängig geführtes Label, welches<br />
qualitativ hochwertige <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte und die daraus<br />
entstehenden Emissionsreduktionszertifikate auszeichnen soll.<br />
Im vergangenen Jahr war die Fussball-Weltmeisterschaft in<br />
Deutschland mit mycl<strong>im</strong>ate kl<strong>im</strong>aneutral. Es war die bislang<br />
weltweit grösste je freiwillig getätigte Emissions-Kompensation.<br />
Auch das Economic Forum Davos, verschiedene<br />
UNO-Konferenzen und die Großbank HSBC sind Kunden von<br />
mycl<strong>im</strong>ate.<br />
Die Kompensation der Emissionen erfolgt in ausgewählten<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten in Europa und in Entwicklungsländern.<br />
Durch unser Engagement reduzieren wir dort die Emissionen<br />
nachhaltig. Fossile Energiequellen werden durch erneuerbare<br />
Energien ersetzt und energieeffiziente Technologien eingesetzt,<br />
wodurch ein globaler Beitrag zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz geleistet<br />
wird. Denn für das <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> spielt es keine Rolle, wo Emissionen<br />
entstehen und eingespart werden.<br />
mycl<strong>im</strong>ate-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte erfüllen höchste Standards<br />
und leisten neben der Reduktion von Treibhausgasen nachweislich<br />
einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.<br />
Die weltweit ersten auf dem Markt erhältlichen Reduktionszertifikate,<br />
die das Gold Standard Label 1 tragen, stammen aus<br />
dem mycl<strong>im</strong>ate-Projekt in Karnataka (Indien). Dort wird aus<br />
Biomasse Strom und Wärme erzeugt.<br />
mycl<strong>im</strong>ate fördert in diversen Projekten zudem den öffentlichen<br />
Dialog über <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz beispielsweise durch Ausstellungen,<br />
Schulwettbewerbe und Podiumsdiskussionen.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
83
<strong>Nachhaltig</strong>e „Carbon Credits“<br />
bei<br />
Ansicht des EECOPALSA Gold Standard CDM Projektes in Honduras<br />
Die Econcern-Group hat Anfang dieses Jahres die<br />
Aktivitäten ihrer Gesellschaften Ecofys, Ecostream,<br />
Ecoventures und Evelop <strong>im</strong> Bereich CO 2<br />
-Handel und<br />
-Projektentwicklung in der neuen Tochtergesellschaft<br />
OneCarbon zusammengelegt. OneCarbon entwickelt<br />
auf eigene und fremde Rechnung nachhaltige Projekte<br />
zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und bietet<br />
seinen Kunden hochwertige „Carbon Credits“ an.<br />
Diese Zertifikate können entweder für verbindliche<br />
Verpflichtungen oder für freiwillige Maßnahmen verwendet<br />
werden.<br />
Dr. Matthias Scharte, Vorstand von OneCarbon betont<br />
die Bedeutung der <strong>Nachhaltig</strong>keit der Reduktionsprojekte<br />
bzw. der Carbon Credits: „OneCarbon<br />
ist eine Tochtergesellschaft des Econcern und kann<br />
so auf über 20 Jahre Erfahrung <strong>im</strong> Bereich Erneuerbare<br />
Energien und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>politik zurückgreifen. So<br />
bekommen unsere Kunden die Gewährleistung, dass<br />
die erzielten oder erworbenen Carbon Credits auch<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keits-Ansprüchen genügen. Gerade in einem<br />
sensibler werdenden Marktumfeld und größerer<br />
Öffentlichkeit ist die ökologische und soziale Integrität<br />
der Maßnahmen von entscheidender Bedeutung für<br />
ihre Glaubwürdigkeit.“<br />
Ein Beispiel dafür ist das bekannte EECOPALSA Projekt,<br />
bei dem eine Kooperative von 400 kleineren Palmöl-<br />
Bauern seit Mitte 2006 die Methan-Emissionen seiner<br />
Abwässer energetisch nutzt. Dieses Projekt besitzt neben<br />
der Reduktion von Treibhausgasemissionen weitere<br />
positive ökologische und soziale Effekte und wurde<br />
deswegen als ein Gold Standard Projekt des WWF<br />
anerkannt. Teile der Reduktionen wurden genutzt,<br />
um die Emissionen der Vertragsstaaten-Konferenz in<br />
Montreal/ Kanada auszugleichen, der Großteil wurde<br />
vom Schweizer Ausgleichsprogramm „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>rappen“<br />
aufgekauft.<br />
Über Econcern: Econcern wurde vor über 20 Jahren<br />
aus der Utrechter Universität gegründet und verfolgt<br />
seine Mission:“ A Sustainable Energy Supply for Everyone“.<br />
Der Econcern ist mittlerweile eines der am<br />
schnellsten wachsenden Unternehmen <strong>im</strong> Bereich<br />
der Erneuerbaren Energien in Europa mit mehreren<br />
hundert Millionen Euro Umsatz. Econcern beschäftigt<br />
über 800 hoch qualifizierte Mitarbeiter in mehr als 15<br />
Ländern der Welt.<br />
www.onecarbon.com<br />
www.econcern.com<br />
84 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Swisscanto<br />
Swisscanto Fondsleitung AG<br />
Waisenhausstraße 2<br />
CH-8023 Zürich<br />
www.swisscanto.ch<br />
Kontakt<br />
Telefon 0041(0)58 / 3 44 44 - 00<br />
Fax 0041(0)58 / 3 44 44 - <strong>01</strong><br />
Mail fonds@swisscanto.ch<br />
PROFIL<br />
Swisscanto: Das sind die Gemeinschaftsunternehmen der Schweizer Kantonalbanken. Als spezialisierter Leistungserbringer konzentriert sich Swisscanto<br />
auf die Entwicklung und den Vertrieb von qualitativ hoch stehenden Investmentprodukten für Private, Unternehmen und Institutionen.<br />
Swisscanto hat erkannt, dass <strong>Nachhaltig</strong>keit mehr als nur ein Trend ist und engagiert sich seit 1998 auf diesem Gebiet. Mit der Lancierung des<br />
Aktienfonds „Swisscanto Green Invest“ <strong>im</strong> gleichen Jahr ist es erfolgreich gelungen, Rendite und <strong>Nachhaltig</strong>keit zusammenzuführen.<br />
Dies belegt auch die Performance der vergangenen drei Jahre: Mit einem Wertzuwachs von 71,21 Prozent übertraf der Aktienfonds „Swisscanto<br />
Green Invest“ den Index MSCI World (Wertzuwachs 38,20 Prozent) deutlich und unterstreicht das Erfolgsmodell nachhaltiger Investmentfonds.<br />
Erfolgsfaktor <strong>Nachhaltig</strong>keitsanalyse<br />
Volker Weber, Direktionsmitglied<br />
von Swisscanto, Zürich<br />
Wer sein Geld in nachhaltige Anlageprodukte<br />
investiert, verlässt sich<br />
darauf, dass Waffenproduzenten<br />
und Tabakhersteller ausgeschlossen<br />
sind. Um das zu gewährleisten,<br />
unterzieht Swisscanto das Universum<br />
der Aktien und Anleihen einer<br />
mehrstufigen <strong>Nachhaltig</strong>keitsanalyse.<br />
Qualitätsmerkmal Ausschlusskriterien<br />
Das Prüfverfahren mit strengen Ausschlusskriterien stellt die<br />
erste Hürde dar, ob ein Unternehmen den Ansprüchen der<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit genügt. Die Kriterien entwickelte Swisscanto in<br />
Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz und dem unabhängigen<br />
Umwelt- und Sozialbeirat, der zudem das Auswahlverfahren<br />
überwacht. Mit einbezogen ist das <strong>Nachhaltig</strong>keitsresearch<br />
der Zürcher Kantonalbank, das sowohl für Aktien- wie auch<br />
Anleihenanalysen Prüfprozesse entwickelte.<br />
Ausgeschlossen sind Unternehmenstätigkeiten, die aus ökologischer<br />
oder sozialer Sicht mit den weltweit größten Problemen<br />
verknüpft sind. Dazu zählt beispielsweise die Förderung<br />
von fossilen Energieträgern, der Betrieb fossiler Kraftwerke<br />
und die Herstellung von Automobilen und Flugzeugen sowie<br />
Fluggesellschaften selbst. Auch <strong>im</strong> Kernenergiebereich tätige<br />
oder Gentechnik einsetzende Unternehmen stehen auf dem<br />
Index. Weitere kritische Bereiche und damit ausgeschlossen<br />
sind Hersteller von PVC, Vinylchlorid und Waffen sowie Produzenten<br />
von Tabak und Rauchwaren.<br />
Erst <strong>Nachhaltig</strong>keitsranking, dann Titelauswahl<br />
Sind die Ausschlusskriterien überwunden, werden bei Branchenleadern<br />
sämtliche Publikationen des Unternehmens unter<br />
die Lupe genommen. Nach dieser Grundlagenbeschaffung<br />
erfolgt ein <strong>Nachhaltig</strong>keitsranking. Dieses gliedert sich in sechs<br />
Bereiche: Unternehmenspolitik, Betrieb und Produktion, Mitarbeiter,<br />
Managementprozesse, Produkte und Anspruchsgruppen.<br />
Nach der zusätzlichen Sicherheitsstufe „Medienrecherche“<br />
beginnt der Anlageprozess. Die Titelauswahl aufgrund<br />
finanzanalytischer Kriterien ist grundlegend für den Erfolg.<br />
Alle Anlageentscheidungen basieren auf den Erkenntnissen<br />
der modernen Portfoliotheorie.<br />
Neuer Fonds mit Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
Swisscanto erweiterte die bestehende <strong>Nachhaltig</strong>keitspalette und<br />
lancierte am 22. Februar <strong>2007</strong> den neuen Aktienfonds „Swisscanto<br />
(LU) Equity Fund Cl<strong>im</strong>ate Invest“. Im Zentrum des global investierenden<br />
Fonds steht das Thema <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel. Das Fondsmanagement<br />
investiert vor allem in klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen,<br />
die einen Beitrag zur Reduktion des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels oder dessen Folgewirkungen<br />
leisten.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
85
Verifizierung, Zertifizierung, Registrierung<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte<br />
mit TÜV SÜD effizient umsetzen<br />
TÜV SÜD unterstützt Organisationen und Unternehmen<br />
weltweit bei der Umsetzung von <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten<br />
nach dem Kyoto-Protkoll und<br />
be<strong>im</strong> CO 2<br />
-Emissionshandel der Europäischen<br />
Union.<br />
Auf Basis des Kyoto-Protokolls können in Industriestaaten<br />
und Entwicklungsländern konkrete Projekte<br />
umgesetzt werden, die den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz nachhaltig<br />
verbessern. Ergänzt wurde es in der Europäischen<br />
Union <strong>im</strong> Jahr 2005 durch das erste internationale<br />
System für den Handel mit CO 2<br />
-Emissionsrechten.<br />
Die Experten von TÜV SÜD unterstützen Organisationen<br />
und Unternehmen bei der Umsetzung von<br />
Projekten nach dem Kyoto-Protokoll. Sie führen die<br />
Validierung, Verifizierung und Zertifizierung durch<br />
und schlagen die Projekte zur Registrierung bei den<br />
Vereinten Nationen vor. Die Registrierung ist die Voraussetzung<br />
dafür, dass die Emissionszertifikate für den<br />
internationalen Handel zugelassen werden.<br />
Damit auch der Handel mit so genannten VER-Zertifikaten<br />
effizienter abgewickelt werden kann, hat TÜV SÜD<br />
Industrie Service die Datenbank „Blue Registry“ entwickelt.<br />
Die VER-Zertifikate stammen aus <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten,<br />
die ohne Regulierungsbehörde außerhalb<br />
des Kyoto-Protokolls laufen. Solche Zertifikate werden<br />
etwa dafür eingesetzt, Konferenzen, Sportereignisse,<br />
Flüge oder Unternehmen kl<strong>im</strong>aneutral zu gestalten.<br />
„VER-Projekte werden nicht bei den Vereinten Nationen<br />
gelistet“, so der TÜV SÜD-Experte. „Deshalb<br />
haben wir mit Blue Registry eine Plattform für die<br />
einfache Verwaltung solcher Projekte und den Handel<br />
mit den Zertifikaten geschaffen.“ Die Datenbank Blue<br />
Registry wird ab Juni <strong>2007</strong> auf dem Informationsportal<br />
www.netinform.de zur Verfügung stehen.<br />
Weitere Informationen zur Unterstützung von TÜV SÜD<br />
bei <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten und be<strong>im</strong> Emissionshandel<br />
stehen unter www.tuev-sued.de oder<br />
www.netinform.de<br />
„Solche Projekte lohnen sich für die Initiatoren wirtschaftlich,<br />
weil sie für die Emissionsreduktionen entweder<br />
Emissionsgutschriften oder handelbare Zertifikate<br />
erhalten“, sagt Werner Betzenbichler, Emissionshandelsexperte<br />
bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH.<br />
„In den letzten fünf Jahren haben wir beispielsweise<br />
fast 400 Projekte nach dem Clean Development Meachnism<br />
validiert und zertifiziert, von denen inzwischen<br />
150 bei den Vereinten Nationen registriert sind.“<br />
Im Rahmen des EU-Emissionshandels verifizieren die<br />
Experten von TÜV SÜD die CO 2<br />
-Monitoringkonzepte<br />
und die Emissionsberichte von Unternehmen. „Ein<br />
Monitoringkonzept ist die Voraussetzung dafür, dass<br />
ein Unternehmen überhaupt am europäischen Handels<br />
system teilnehmen kann“, betont Betzenbichler.<br />
„Und mit den jährlichen Emissionsberichten muss ein<br />
Unternehmen nachweisen, dass sein Emissionskonto<br />
ausgeglichen ist.“<br />
86 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Best<br />
practice<br />
BP Solar ............................................................ 88<br />
Deutsche BP AG ............................................... 91<br />
Bau-Fritz GmbH & Co. KG seit 1896 .............. 92<br />
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH 94<br />
Cherry GmbH ................................................. 98<br />
Deutsche Post World Net .............................. 100<br />
Deutsche Telekom ......................................... 102<br />
DURABLE ...................................................... 104<br />
Envenaro e. V. ................................................ 107<br />
GEALAN Fenster-Systeme GmbH ................ 108<br />
Papierfabrik Hainsberg GmbH ...................... 110<br />
RWE AG .......................................................... 112<br />
Siemens AG .................................................... 115<br />
Vodafone ....................................................... 118<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
87
BP Solar<br />
Deutsche BP Aktiengesellschaft<br />
Geschäftsbereich BP Solar<br />
Max-Born-Straße 2<br />
D-22761 Hamburg<br />
www.bpsolar.de<br />
Ansprechpartner<br />
Felix Geschke<br />
Telefon 0049(0)40 / 63 95 - 38 31<br />
Fax 0049(0)40 / 63 95 - 38 50<br />
Mail felix.geschke@de.bp.com<br />
PROFIL<br />
BP engagiert sich mit seinen Solaraktivitäten weltweit seit mehr als 30 Jahren für eine umweltorientierte Nutzung von Energie. Heute gehört<br />
BP Solar als Teil des Geschäftsbereiches „BP Alternative Energy“ zu den führenden Solarenergie-Unternehmen der Welt und vertreibt mit 2.200<br />
Mitarbeitern weltweit Solarstromprodukte in etwa 160 Ländern. Die BP Solar Produktionsstätten in den USA, Spanien, Australien, Indien und<br />
China haben eine Gesamtkapazität von etwa 200 Megawatt, die bis Ende <strong>2007</strong> auf rund 300 Megawatt ausgebaut werden soll.<br />
BP Alternative Energy fasst die Solar-, Wind-, Gas- und Wasserstoffaktivitäten von BP in einer gemeinsamen Geschäftseinheit zusammen. BP<br />
wird bis 2<strong>01</strong>5 mindestens 8 Milliarden US $ in die Energieerzeugung aus Solarkraft, Wind, Wasserstoff und Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerken<br />
investieren.<br />
BP Solar – für eine sonnige Zukunft<br />
von Solarstrom (Photovoltaik). Dies beinhaltet die Herstellung<br />
und Vermarktung von qualitativ hochwertigen solarelektrischen<br />
Anlagen zur privaten, gewerblichen oder industriellen<br />
Nutzung. Der Photovoltaik wird allgemein ein großes Potenzial<br />
bescheinigt, weil Sie die Energieerzeugung auf bereits bebauten<br />
Flächen ermöglicht, baulich gut zu integrieren ist und<br />
gleichzeitig laut- und bewegungslos Energie erzeugt.<br />
BP Solar Inselanlage auf den Philippinen zur Stromversorgung von<br />
Wasserpumpen<br />
BP – das ist heute weit mehr als Öl. Als Energiekonzern und<br />
eines der größten Unternehmen der Welt ist sich BP seiner<br />
Verantwortung für eine nachhaltige und kl<strong>im</strong>afreundliche<br />
Energieversorgung bewusst.<br />
Solartechnik für heute und morgen<br />
Mit dem Geschäftsbereich BP Solar trägt BP seit über 30 Jahren<br />
zur Entwicklung alternativer Technologien bei. BP Solar konzentriert<br />
sich auf die Nutzung der Sonnenenergie zur Erzeugung<br />
BP Solar wird seine Solar-Aktivitäten in den nächsten Jahren<br />
weltweit deutlich ausweiten. U.a. hat BP Solar bereits mit der<br />
Erweiterung der Produktionsstandorte <strong>im</strong> europäischen Hauptgeschäftssitz<br />
in Tres Cantos (Madrid) sowie <strong>im</strong> Anlagenkomplex<br />
des Gemeinschaftsunternehmens Tata BP Solar in Bangalore<br />
(Indien) begonnen. Beide Standorte werden bei Abschluss<br />
der Arbeiten jeweils über eine Produktionskapazität von 300<br />
Mega watt verfügen. Weitere 70 Millionen Dollar investiert<br />
BP Solar in seine Fertigungsanlage in Frederick, Maryland.<br />
Damit entsteht dort die größte integrierte Solarproduktionsanlage<br />
Nordamerikas. Bis spätestens 2008 wird die jährliche<br />
Produktionskapazität in Frederick auf 150 Megawatt gesteigert<br />
werden können.<br />
Vertrieb und Partnernetzwerk für Qualität<br />
Der Vertrieb in Deutschland teilt sich in zwei Kanäle: Zum einen<br />
werden die Module über ein strategisches Partner netzwerk<br />
vertrieben. Zum anderen plant, baut und vertreibt BP Solar in<br />
dem so genannten Projektgeschäft schlüsselfertige Großanlagen<br />
an interessierte Dachflächenbesitzer oder Betreibergesellschaften.<br />
Speziell für den deutschen Markt hat BP Solar das Qualitätsprogramm<br />
„BP Solar Zertifizierter Installateur“ entwickelt. Dieses<br />
Partnernetzwerk wurde gemeinsam mit den langjährigen Ver-<br />
88 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
BP Solar<br />
BP Solarkraftwerk Geiseltalsee auf einem ehemaligen Mineralölwerk in Braunsbedra, Sachsen-Anhalt, mit 4 MWp Leistung.<br />
Die Anlage ist in der Lage 1.000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen und spart jährlich 2.300 Tonnen CO ²<br />
ein.<br />
triebspartnern Wagner & Co. Solartechnik GmbH, Energiebau<br />
Solarstromsysteme GmbH, IBC SOLAR AG und FR-Frankensolar<br />
GmbH ins Leben gerufen und besteht seit Juni 2005. Der auf<br />
Installationsbetriebe ausgerichtete Zertifizierungsprozess mit<br />
Trainings zu den Themen Arbeitssicherheit, Qualität, Produktwissen<br />
und Kundenzufriedenheit schafft gemeinsam mit<br />
den Distributionspartnern und zertifizierten Installateuren ein<br />
Netzwerk ausgewiesener Solartechnik-Experten. Gleichzeitig<br />
wird der Qualitätsanspruch von BP Solar über den reinen Modulvertrieb<br />
hinaus gesichert. Die Zertifizierung muss jährlich erneuert<br />
werden. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird der<br />
Kreis der zertifizierten Betriebe zudem <strong>im</strong> Jahr <strong>2007</strong> erweitert.<br />
Durch diese auf lange Sicht gerichteten Partnerschaften, setzt<br />
BP Solar ein Zeichen für Kontinuität und Vertrauen.<br />
finanziert worden sind. Hierzu zählt die Anlage auf dem<br />
Logistikzentrum Rastatt in Baden-Württemberg mit 1,0 Megawatt<br />
Leistung sowie das etwa 600 Kilowatt große Dachprojekt<br />
Schotten & Hansen auf dem Produktionsgebäude des Holzverarbeitungsbetriebes<br />
Schotten & Hansen in Peiting (Bayern).<br />
BP Solar Vertriebspartner in Deutschland<br />
Projektgeschäft<br />
Ab einer Größe von etwa 500 Kilowatt Anlagenleistung (entspricht<br />
etwa 5.000 Quadratmetern nutzbarer Dachfläche) bietet<br />
BP Solar über die Solarmodule hinaus ein vielfältiges Paket<br />
zusätzlicher Leistungen und Services an. Bei schlüsselfertigen<br />
Großprojekten beinhaltet das Service-Paket die Beratung bei<br />
der Finanzierung und Förderung, die technische Planung, das<br />
architektonisches Design, die Installation sowie das Versicherungs-,<br />
Wartungs- und Monitoring-Konzept.<br />
Im Jahr 2006 hat BP Solar zwei große Photovoltaik-Dachanlagen<br />
schlüsselfertig errichtet, die von Betreibergesellschaften<br />
Weitere Informationen finden Sie <strong>im</strong> Internet unter<br />
www.bpsolar.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
89
ERZIELEN SIE RENDITEN UM 10%.<br />
Verlassen Sie sich auf den führenden Anbieter für<br />
Photovoltaik-Anlagen. Von SunTechnics erhalten Sie:<br />
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Gratis Info-Hotline: 0800-800 11 81 | www.SunTechnics.de<br />
90 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Deutsche BP AG<br />
Deutsche BP AG<br />
Wittener Straße 45<br />
44789 Bochum<br />
www.deutschebp.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 0234 / 3 15 - 0<br />
Fax 0234 / 3 15 - 23 19<br />
Mail info@de.bp.com<br />
PROFIL<br />
Die Deutsche BP AG n<strong>im</strong>mt eine Spitzenposition unter den führenden deutschen Wirtschaftsunternehmen ein. Die Geschäftsaktivitäten bestehen<br />
aus der Vermarktung von Mineralölprodukten sowie dem Bereich Gas, Strom & Erneuerbare Energien. BP hat sich als eines der ersten Mineralölunternehmen<br />
1998 dazu verpflichtet, die eigenen CO 2<br />
-Emissionen weltweit zu senken.<br />
Bis 2<strong>01</strong>5 investiert der Konzern 8 Milliarden Dollar in die Stromerzeugung aus alternativen Energien wie Windkraft, Solarenergie und Wasserstoff.<br />
Zudem setzt BP einen weiteren Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung und Erforschung von Biokraftstoffen der nächsten Generation. Auch das<br />
Thema CO 2<br />
-Sequestration trägt zur Senkung der CO 2<br />
-Emissionen bei. Hier wird CO 2<br />
, das z. B. bei der Förderung von Erdgas entsteht, eingefangen<br />
und in Gesteinsschichten gelagert.<br />
Die CO 2<br />
-Diät<br />
Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da veröffentlichte die Deutsche<br />
BP einen Online-CO 2<br />
-Rechner. Alle Haushalte sollten so<br />
ihren CO 2<br />
-Ausstoß be<strong>im</strong> Autofahren, <strong>im</strong> Haushalt und <strong>im</strong><br />
Beruf überprüfen können. Heute ist der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel weltweit<br />
Thema Nummer 1 und der UN-<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bericht zeigt, dass nur<br />
noch wenig Zeit bleibt, um der Erderwärmung entgegenzuwirken.<br />
Als EU-Ratspräsidentin hat Bundeskanzlerin Merkel<br />
deshalb gefordert, die Emissionen von Kohlendioxid bis 2020<br />
um 20 Prozent zu senken.<br />
CO 2<br />
-Rechner mit neuem Extra<br />
Doch <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz ist nicht nur eine Sache der Politik und der<br />
Wirtschaft. Auch die Verbraucher können dazu beitragen, CO 2<br />
-<br />
Emissionen zu verhindern. Auf der Internetseite der deutschen<br />
BP gibt es einen so genannten CO 2<br />
-Rechner. Dort kann jeder<br />
wie auf einem Taschenrechner für seinen Haushalt schnell<br />
und unkompliziert herausfinden, wie viel Kohlendioxid (CO 2<br />
)<br />
er <strong>im</strong> Jahr erzeugt. Man gibt in einen bereits vorformulierten<br />
Fragebogen online die Angaben zu seinem Energieverbrauch<br />
ein und erhält dann seinen persönlichen „CO 2<br />
-Fußabdruck“.<br />
Interessierte bekommen ein Gespür dafür, wie sich ihre Lebensweise<br />
auf den CO 2<br />
-Gehalt der Atmosphäre auswirkt.<br />
Besonderen Spaß macht das Ausrechnen <strong>im</strong> Vergleich mit<br />
anderen – wer hat den niedrigsten Wert, wo liegt das größte<br />
Einsparpotenzial?<br />
Um unvermeidliche CO 2<br />
-Emissionen zu kompensieren, bietet<br />
der BP-Rechner nun ein neues Extra: Ausgewählte Links führen<br />
zu den Anbietern von CO 2<br />
-Zertifikaten. „Als nachhaltig ausgerichtetes<br />
Unternehmen ist es unser Ziel, so viele Menschen<br />
wie möglich für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz zu sensibilisieren“, so Dr.<br />
Uwe Franke, Chef der deutschen BP. „Unser Service ist verbrauchernah:<br />
Er gibt konkreten Tipps, um das eher abstrakte<br />
Thema <strong>im</strong> Alltag praktisch umzusetzen.“<br />
Messen Sie Ihren CO 2<br />
-Fußabdruck unter www.co2-fussabdruck.de<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutral handeln ist heute schon möglich<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutrale Maßnahmen liegen voll <strong>im</strong> Trend. Diese beruhen<br />
auf folgendem Prinzip: Verbraucher, die durch Flüge oder mit<br />
dem Auto CO 2<br />
-Emissionen verursachen, kaufen Zertifikate, die<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte in Entwicklungsländern unterstützen – die<br />
eigenen Emissionen werden so „neutralisiert“. Für Großbritannien<br />
und Australien hat BP für die Nutzung des eigenen Pkw<br />
vergleichbare Konzepte bereits als Test <strong>im</strong> Angebot.<br />
Auf www.targetneutral.com können Verbraucher den CO 2<br />
-<br />
Ausstoß ihres Pkw berechnen und diesen durch den Kauf<br />
eines Zertifikates für die CO 2<br />
-Vermeidung woanders auf der<br />
Welt ausgleichen.<br />
Weiterführende Links:<br />
CO 2<br />
-Rechner der deutschen BP: www.co2-fussabdruck.de<br />
Die Deutsche BP AG: www.deutschebp.de<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutrales Projekt von BP in Großbritannien:<br />
www.targetneutral.com<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
91
Baufritz GmbH & Co. KG<br />
Bau-Fritz GmbH & Co. KG seit 1896<br />
Alpenstraße 25<br />
87746 Erkhe<strong>im</strong><br />
www.baufritz.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 08336 / 9 00 - 0<br />
Mail info@baufritz.de<br />
PROFIL<br />
Das 1896 gegründete Familienunternehmen Baufritz plant und fertigt mit seinen 240 Mitarbeitern am Standort Erkhe<strong>im</strong> Häuser, Büro- und<br />
Gewerbebauten nach einem ganzheitlichen Konzept. Seit 111 Jahren hat die Verarbeitung von Holz bereits Tradition in diesem Unternehmen.<br />
Dabei wird eine natürliche gesunde Wohnwelt von hoher Lebensdauer garantiert, die gleichzeitig die Mitwelt, d. h. Pflanzen, Tiere und natürliche<br />
Ressourcen schonen und vor Umweltbelastungen bewahren.<br />
Die Philosophie des gesunden Bauens ist seit Generationen oberste Max<strong>im</strong>e des Unternehmens. Zahlreich erhaltene Auszeichnungen reflektieren<br />
das hervorragende Engagement in <strong>Nachhaltig</strong>keit und Innovation.<br />
Zukunftshäuser aus Holz<br />
Der zentrale Baustoff der VOLL-WERTE-Häuser ist Holz. Dem<br />
Kreislauf der Natur entnommen, steht er bei nachhaltiger Forstbewirtschaftung<br />
reichhaltig zur Verfügung. Umweltschutz wird<br />
bei Baufritz als gleichwertiges Unternehmensziel behandelt.<br />
Ziel ist es, eine weitgehende Einstofflichkeit mit dem Baustoff<br />
Holz zu erreichen und dort, wo nicht möglich, trotzdem umweltfreundliche<br />
Baustoff-Alternativen einzusetzen. Bei allem<br />
Handeln stellt das Unternehmen die Gesundheit der Menschen<br />
und den Schutz der Umwelt in den Mittelpunkt.<br />
Das Umweltmanagementsystem (EMAS III zertifiziert) bei<br />
Baufritz umfasst alle Unternehmensbereiche und integriert<br />
Komplexe wie Gesundheit, Arbeitsschutz und soziale Belange<br />
in sein Managementsystem.<br />
Baufritz verfolgt ein ganzheitliches CSR-Konzept<br />
Mitarbeiter<br />
Um seinen Mitarbeitern einen gesunden Arbeitsplatz zur Verfügung<br />
zu stellen, ergreift Baufritz alle technisch möglichen<br />
und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen. Umfangreiche<br />
Schulungsmaßnahmen in allen Betriebsbereichen werden<br />
durchgeführt, um die Mitarbeitergesundheit nachhaltig zu<br />
240 motivierte Mitarbeiter engagieren sich für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und planen<br />
und realisieren jährlich über 200 Zukunftshäuser.<br />
verbessern. Großzügige Balkone erlauben Arbeit <strong>im</strong> Freien mit<br />
Laptops zu erledigen. Neuartige Wippstühle, Stehpulte sowie<br />
Fußstützen entlasten den Muskel- und Gelenkapparat des Körpers.<br />
Ein weiteres Highlight <strong>im</strong> Bereich Gesundheitsförderung<br />
ist die seit mehr als einem Jahr eingeführte Body-Relax-Massage<br />
für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine speziell<br />
ausgebildete Masseurin kommt zwe<strong>im</strong>al pro Woche, um <strong>im</strong><br />
eigens dafür konzipierten Motivationsraum Rückenmassagen<br />
durchzuführen.<br />
Produkt<br />
Das BAUFRITZ-VOLLWERTE-HAUS stellt an sich einen wesentlichen<br />
Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung dar, da diese Bauund<br />
Wohnweise umweltfreundlich in den Materialien und <strong>im</strong><br />
Ressourcenverbrauch ist. Jeder einzelne Mitarbeiter ist aktiv am<br />
Umweltschutz beteiligt, dazu wurde das Thema Umweltschutz<br />
auch in das betriebliche Vorschlagswesen integriert. Außerdem<br />
wurden die so genannten „Denkerrunden“ in allen Bereichen<br />
installiert, in denen ökologische und qualitätsbezogene<br />
Verbesserungsvorschläge diskutiert werden. Die Moderation<br />
erfolgt teilweise direkt durch die Geschäftsleitung, teilweise<br />
durch die einzelnen Bereichsleiter. Die Denkerrunden sichern<br />
so eine schnelle Entscheidungsfindung und Umsetzung der<br />
neuen Ideen <strong>im</strong> Unternehmen und haben sich so zu einem<br />
Motor für die kontinuierliche Verbesserung entwickelt.<br />
Umwelttransparenz<br />
Konsequenter Verzicht auf Holzschutzmittel sowie Vorrang<br />
für den Einsatz von Stoffen aus nachwachsenden Rohstoffen;<br />
Schutzausrüstung aller Gebäude gegen gesundheitsschädigende<br />
Einflüsse der Mobilfunknetze, um diese auf ein baubiologisches<br />
Maß zu reduzieren, Schadstoffüberwachung an Häusern;<br />
Permanentes Schadstoffmonitoring auf allen Baustellen.<br />
92 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Baufritz GmbH & Co. KG<br />
Dieses modern geplante <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzhaus entzieht der Erdatmosphäre mehr als 50 Tonnen kl<strong>im</strong>aschädigendes CO 2<br />
.<br />
Das Unternehmen bietet Transparenz über direkte und indirekte<br />
Umweltauswirkungen anhand Kennzahlen, ökologische<br />
Ziele, Fortschritte, aber auch Schwachstellen an denen noch<br />
gearbeitet wird.<br />
Was profitiert das Unternehmen aus seinen CSR-Aktivitäten?<br />
BAUFRITZ verbessert und intensiviert die Beziehungen zu<br />
seinen Lieferanten, dies hat positive Auswirkung auf die Produktqualität.<br />
Die externe Zertifizierung schafft Transparenz und<br />
Glaubwürdigkeit und dokumentiert die hohe Produktqualität,<br />
die von anspruchsvollen Baukunden honoriert wird.<br />
Da zufriedene Mitarbeiter hoch motiviert sind, gibt es eine<br />
sehr geringe Fluktuation <strong>im</strong> Unternehmen, und das Mitarbeiter<br />
Know-How wird gehalten. Außerdem leiden die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter seltener an berufsbedingten Krankheiten<br />
und identifizieren sich mit den Zielen, den Produkten und der<br />
Unternehmenskultur. Sie fühlen sich als Teil dieses Unternehmens<br />
und tragen zu Verbesserungen <strong>im</strong> Produkt und den<br />
Herstellungsprozessen bei.<br />
Viele zukunftsfähige Entwicklungen haben ihren Ursprung<br />
in Verbesserungsvorschlägen von eigenen Mitarbeitern. Mit<br />
dem Qualitäts- und Umweltbewusstsein soll sich bei Baufritz<br />
die gesamte Belegschaft identifizieren, um die Kunden- und<br />
Mitarbeiterzufriedenheit langfristig zu sichern.<br />
Das Konsumverhalten lenken<br />
Die hohe ökologische und baubiologische Qualität sichert<br />
niedrigsten Energieverbrauch für die Bewohner. BAUFRITZ-<br />
Produktempfehlungen lenken das Konsumverhalten der Kunden<br />
hin zu emissionsarmen, umweltverträglichen Produkten<br />
für den Selbstausbau. Produktvorgaben an Subunternehmer<br />
lenken die Produktverwendung auf emissionsarme, nicht gesundheitsschädigende<br />
Produkte. Umfassende Zusatzdienstleistungen<br />
von Baufritz, wie die Messung von Schadstoffen von<br />
Grundstücken, Möbeln, Wohntextilien oder sonstigen Quellen<br />
werden gerne in Anspruch genommen.<br />
Wie profitieren die Stakeholder aus den CSR-Aktivitäten des<br />
Unternehmens?<br />
Die Kunden können sich auf höchste Qualität und gesundes<br />
Wohnkl<strong>im</strong>a in ihrem Haus verlassen, und dies zu einem vernünftigen<br />
Preis. Die energiesparende Bauweise vermindert Kosten<br />
sowie den Ausstoß von CO 2<br />
. Grundstücksuntersuchungen<br />
bezüglich möglicher Altlasten garantierten Wohngesundheit<br />
von Anfang an. Bei Um- und Ausbau garantiert Baufritz ein<br />
Rücknahmeangebot für Altmaterialien.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
93
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH<br />
BSH Bosch und Siemens<br />
Hausgeräte GmbH<br />
Carl-Wery-Straße 34<br />
D-81739 München<br />
www.bsh-group.de<br />
Zentrale Unternehmenskommunikation<br />
Telefon 089 / 45 90 - <strong>01</strong><br />
Fax 089 / 45 90 - 23 47<br />
Mail corporate.communications@bshg.com<br />
PROFIL<br />
Energieefizienz, Umweltverträglichkeit und innovative Features sind seit 40 Jahren die zentralen Merkmale der Produkte der BSH Bosch und<br />
Siemens Hausgeräte GmbH. 1967 als Joint Venture gegründet, produziert das Unternehmen nach rasantem Wachstum heute in 45 Fabriken in<br />
15 Ländern und verfügt über ein weltumspannendes Netz von Vertriebs- und Kundendienstgesellschaften. In Deutschland und Europa ist die BSH<br />
Marktführer, weltweit ist sie die Nummer drei unter den Hausgeräteherstellern. Kennzeichen des Konzerns ist ein einzigartiges Markenportfolio<br />
mit dem weltweit die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse erfüllt werden. Die Produkte setzen Maßstäbe in Qualität, Bedienfreundlichkeit und<br />
technologischer Intelligenz und nahezu jede Innovation führt zu einer erheblichen Verbesserung der Ressourceneffizienz.<br />
Innovative und effiziente Hausgeräte<br />
Hausgeräte sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.<br />
Sie erledigen vielfältige Arbeiten zuverlässig, effizient<br />
und schnell und verschaffen uns damit ein Stück Freiraum.<br />
Eines bleibt aber trotz aller Effienz: Jedes Gerät verbraucht<br />
Strom.<br />
Steigende Stromkosten sowie die zunehmende Sensibilisierung<br />
der Öffentlichkeit für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel verschaffen dem<br />
Thema Energieeffizienz zur Zeit eine hohe Aufmerksamkeit,<br />
denn <strong>im</strong> sparsamen Umgang mit Energie liegt eine enormes<br />
Potenzial, das zudem vergleichsweise einfach aktiviert werden<br />
kann.<br />
Im Haushalt sind insbesondere Kühl- und Gefrierschränke rund<br />
um die Uhr <strong>im</strong> Einsatz. Auf sie entfällt ein maßgeblicher Anteil<br />
des Energieverbrauchs. Da bei der Energieerzeugung Kohlendioxide<br />
(CO2) freigesetzt werden, zahlt sich jede Bemühung der<br />
Entwicklungsingenieure aus, den Stromverbrauch zu senken.<br />
Denn für die Umwelt macht es einen großen Unterschied, ob<br />
ein Kühlschrank 300 oder nur 150 Kilowattstunden Strom<br />
pro Jahr benötigt.<br />
Ende der Eiszeit. Die neuen noFrost Gefriergeräte tauen vollautomatisch<br />
ab. Resultat: Nie wieder Abtauen von Hand und sinkende Stromausgaben.<br />
Schließlich dürfen sich die neuen 70 cm Gefrierschränke – wie hier von<br />
Siemens – den Spitzenwert A++ für Energieeffizienz an die Tür heften.<br />
Ein früher Austausch der Geräte nutzt der Umwelt<br />
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ermittelt:<br />
Am längsten in Gebrauch in deutschen Haushalten sind<br />
Gefriergeräte mit 17,6 Jahren, gefolgt von Waschmaschinen<br />
und Kühlschränken. Mit durchschnittlich 13,7 Jahren laufen<br />
die Haushaltsgroßgeräte weitaus länger als für die Umwelt<br />
wünschenswert. Denn: je älter das Modell, desto höher sein<br />
Energieverbrauch.<br />
Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz gehören bei<br />
der BSH seit vielen Jahren ebenso wie innovative Features<br />
94 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH<br />
Wegweiser zur Effizienz<br />
– das Energielabel<br />
Das europäische Energielabel<br />
zeigt an, wie effizient<br />
ein Hausgerät mit Energie<br />
umgeht: Von sparsam (A) bis<br />
verschwenderisch (G). 2004<br />
wurden für Kühlgeräte zusätzlich<br />
die Energieeffizienzklassen<br />
„A+“ und „A++“ für<br />
einen nochmals reduzierten<br />
Verbrauch eingeführt.<br />
Seit 1990 konnten die Hersteller den Energie- und Wasserverbrauch bei Hausgeräten enorm reduzieren – be<strong>im</strong><br />
Kühlschrank bis zu fast 80 Prozent.<br />
und hoher Bedienkomfort zu den zentralen<br />
Produktmerkmalen. In den vergangenen 15<br />
Jahren konnte die BSH den Verbrauch ihrer<br />
Spitzengeräte von 31 Prozent (Elektroherd) bis<br />
zu 79 Prozent (Kühlschrank) reduzieren. Bei<br />
einem Bestand von <strong>im</strong>merhin 188 Millionen<br />
Geräten in europäischen Haushalten, die älter<br />
als zehn Jahre sind, ist das Potenzial zur Energieeinsparung<br />
groß. Das Ausmaß überrascht,<br />
wie das Öko- Institut in einer aktuellen Studie<br />
festgestellt hat: „Dass ein früherer Ersatz der<br />
alten Geräte durch moderne Kühlschränke der<br />
Energieeffizienzklasse A++ sinnvoll ist, haben<br />
wir schon geahnt. Aber dass sich der Ersatz<br />
aus Energiesicht schon nach zwei Jahren für<br />
die Umwelt lohnt – obwohl wir die Produktion<br />
des neuen Kühlschranks eingerechnet haben<br />
– hat uns doch überrascht“, meint Dr. Rainer<br />
Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung<br />
des Öko-Instituts.<br />
... und der Kunde?<br />
BSH hat in den letzten Jahren viel in energieeffiziente<br />
Produkte, Systeme und Verfahren<br />
investiert und wird diesen Weg auch konsequent<br />
weiter verfolgen. Mit den bereits<br />
heute <strong>im</strong> Markt angebotenen energetisch<br />
hocheffizienten Geräten könnte schnell<br />
wirkend ein enormes Einsparpotential erreicht<br />
werden und der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz vorangetrieben<br />
werden. Das Umweltbundesamt<br />
schätzt, dass bis 2<strong>01</strong>0 durch den Einsatz<br />
effizientester Hausgeräte allein in deutschen<br />
Privathaushalten 7,9 TWh eingespart werden<br />
könnten.<br />
Wie soll man nun aber die Kunden dazu<br />
bewegen, sich von ihren alten Geräten zu<br />
trennen? Dass es über die Energiekosteneinsparung<br />
allein häufig nicht geht, weiß<br />
Gunnar Pautzke von der BSH und Leiter der<br />
Task-Force „T<strong>im</strong>e-to-go“ be<strong>im</strong> europäischen<br />
Verband der Hausgerätehersteller, denn<br />
„eine Neuanschaffung macht sich in vielen<br />
Fällen erst über mehrere Jahre bezahlt – und<br />
das Verbraucherverhalten mit Umweltargumenten<br />
zu ändern, ist sehr schwer“. Als wesentlichen<br />
Beitrag zur Konsumveränderung<br />
nennt Dr. Grießhammer deshalb finanzielle<br />
Anreize durch den Staat. Nachdem die europäische<br />
Energieeinsparrichtlinie nun in<br />
die Umsetzung geht, ist das Zeitfenster für<br />
große Ideen zwar offen, aber knapp: Den<br />
ersten nationalen Energiesparplan müssen<br />
die Länder <strong>im</strong> Sommer <strong>2007</strong> in Brüssel<br />
vorlegen.<br />
Die BSH konnte den Anteil von<br />
Geräten der Klasse „A“ in der<br />
deutschen Produktion auf inzwischen<br />
rund 90 Prozent steigern.<br />
Extrem energiesparende<br />
Waschmaschinen kennzeichnet<br />
die BSH zusätzlich zum<br />
Energielabel mit „Aplus“. Bei<br />
den Kältegeräten erreichen 21<br />
% der Produktion bereits die<br />
Kategorien A+ oder A++.<br />
Die BSH-Ingenieure streben<br />
danach, alle Betriebsprogramme<br />
energieeffizient auszulegen<br />
und nicht nur das Normprogramm,<br />
welches Basis der<br />
Verbrauchsmessung für das<br />
Energielabel ist. Ihre Mühen<br />
werden von den Testzeitschriften<br />
regelmäßig mit Bestnoten<br />
honoriert.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
95
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH<br />
Mit Feuer und Flamme<br />
die Wälder schonen<br />
BSH dokumentiert mit Protos seine Kernkompetenz<br />
<strong>im</strong> Bereich „Kochen in Entwicklungsländern“<br />
Die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) mit<br />
Stammsitz in München testete gemeinsam mit der Leyte<br />
State University eineinhalb Jahre lang den Pflanzenölkocher<br />
„Protos“- in mehr als 100 Testhaushalten auf den Phillipinen.<br />
Die zusammen mit der Universität Hohenhe<strong>im</strong> getätigte Forschungs-<br />
und Entwicklungsarbeit wurde von der Deutschen<br />
Bundesstiftung Umwelt und anderen Mitgliedern des Bellagio<br />
Forum for Sustainable Development unterstützt.<br />
„Mit Protos, dem Pflanzenölkocher, dokumentieren wir von der<br />
BSH unsere über Jahrzehnte gewachsene Kernkompetenz <strong>im</strong><br />
Bereich Kochen. Und wir beweisen unsere gesellschaftliche und<br />
ökologische Verantwortung. Ökonomie und Ökologie müssen<br />
nicht gegeneinander stehen, sondern können sich konstruktiv<br />
ergänzen,“ so Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet, Vorsitzender der Geschäftsführung<br />
bei der BSH.<br />
Rund 2,5 Milliarden Menschen kochen heute an offenen<br />
Feuerstellen. Sie kochen vor allem mit Holz und Holzkohle,<br />
aber auch mit Pflanzenresten. Andere kochen mit einfachen<br />
Kerosin- oder Gaskochern. Dabei steigt der Verbrauch an<br />
fossilen Brennstoffen weltweit in alarmierendem Ausmaß. Um<br />
den Kochbedarf einer einzelnen Person zu decken, sind jährlich<br />
bis zu 700 Kilogramm Brennholz erforderlich. Aufgrund des<br />
Bevölkerungswachstums steigt der weltweite Holzverbrauch<br />
stetig an. Die zunehmende Abholzung der Wälder führt zu<br />
schwerwiegenden ökologischen Folgen, wie zunehmende<br />
Erosion, Schlammlawinen und eine sich ausbreitende Desertifikation.<br />
Auch wegen der be<strong>im</strong> Kochvorgang entstehenden Emissionen,<br />
die zu chronischen Augen- und Lungenkrankheiten vor<br />
allem bei Frauen und Kindern führen, ist die Verwendung von<br />
alternativen Kochenergien zwingend notwendig. Hier stellen<br />
Pflanzenöle bevorzugt aus lokal verfügbaren Ölpflanzen eine<br />
innovative Alternative zu bekannten Kochenergien dar.<br />
Die BSH bietet mit Protos eine gesunde Alternative zum offenen<br />
Holzfeuer, aber auch zu Holzkohle und <strong>im</strong>portiertem<br />
Petroleum oder Gas an und setzt sich somit mit diesem Projekt<br />
für eine nachhaltige Entwicklung ein.<br />
Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft<br />
Mit „Protos“, dem ökologischen Pflanzenölkocher, der in der<br />
Dritten Welt den Alltag verändern kann, hat der Hausgerätehersteller<br />
Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH einen Exoten<br />
in seiner Produktpalette etabliert. Seine hohe Effizienz sorgt<br />
dafür, Unmengen an Holz und fossilen Brennstoffen wie Gas<br />
und Kerosin einzusparen – und da die Verbrennung pflanzlicher<br />
Öle CO2-neutral ist, leistet Protos ebenso seinen Beitrag zum<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz. Durch die Einführung des Kochers werden lokale<br />
96 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH<br />
Arbeitsplätze geschaffen so z B. indem kleine Handwerksbetriebe<br />
den Kocher <strong>im</strong> Land herstellen. Und die Bauern profitieren<br />
durch Absatzmärkte ihrer Pflanzenöle direkt vor Ort.<br />
In den ländlichen Regionen seien die tropischen Ölfrüchte eine<br />
„unabhängige und nachhaltige Energiequelle“, für die keine<br />
Pipelines gebaut werden müssen. „Kokospalmen gibt es in den<br />
Tropen überall“, sagt DEG-Fachmann Rolf Gerber, „das ist ein<br />
riesiges Potential. „Mit 100 Litern Pflanzenöl lässt sich nach Berechnungen<br />
der BSH die Kochenergie einer durchschnittlichen<br />
Familie für ein ganzes Jahr sichern. Zwar hat das Kokosöl nur<br />
einen um vier Prozent geringeren Heizwert als die Konkurrenz<br />
Kerosin. Dafür aber entweichen an offenen Feuerstellen 370<br />
Mal mehr Kohlenoxid als aus Pflanzenölkochern.<br />
Dr. h.c. Dirk Hoffmann, Leiter<br />
Vertrieb International bei der BSH<br />
„Seit ich zum ersten Mal von<br />
der Idee eines Pflanzenölkochers<br />
hörte, war ich überzeugt<br />
davon, dass eine solche Technologie<br />
das Leben für sehr<br />
viele Menschen grundsätzlich<br />
verändern kann. Nach Jahren<br />
der intensiven Forschung haben<br />
wir ihn jetzt zur Serienreife gebracht<br />
– und werden ihn noch<br />
weiter opt<strong>im</strong>ieren. Und daran<br />
arbeiten wir intensiv. Neben der<br />
technischen Entwicklung war auch der Aufbau des Gesamtsystems<br />
erforderlich. Wir haben den Anbau von Ölpflanzen, die Ölherstellung<br />
sowie den Aufbau der Vermarktungssysteme als ungewöhnliche<br />
Herausforderung angenommen und zusammen mit Partnern ein erfolgreiches<br />
ökonomisches Modell aufgebaut, das auch Arbeitsplätze<br />
schafft. Für uns entscheidend: Die Nutzer sind von der neuen Technologie<br />
begeistert und sehen, dass Protos die Lebensbedingungen ihrer<br />
Familien verbessert. Das ist unser Antrieb.“<br />
Dr. h.c. Dirk Hoffmann<br />
Ein Kocher, der mit Pflanzenöl funktioniert – das klingt in Zeiten<br />
rapsölbetriebener Autos nicht besonders spektakulär.<br />
Protos, sieht auf den ersten Blick nicht viel anders aus als ein<br />
gewöhnlicher Campingkocher.<br />
Doch das Ziel bestand darin, einen Hightech-Kocher in bester<br />
Qualität zu fertigen, dessen Kaufpreis dennoch für Familien in<br />
Entwicklungsländern erschwinglich sein soll. Protos ähnelt vom<br />
Grundprinzip den bei uns bekannten Camping-Kochern, nur<br />
dass er anstelle von Petroleum mit Pflanzenöl betrieben wird.<br />
Er besteht aus einem Tank, einer Pumpe, einem Kochgestell,<br />
einem Ventil, einer Brennstoffleitung und dem Kernstück:<br />
dem Brenner.<br />
Und so funktioniert Protos: Zuerst wird Pflanzenöl in den Tank<br />
gefüllt. Mit Hilfe einer Luftpumpe wird dann in diesem Tank<br />
Auch aus Kokosnüssen wird der regenerative Brennstoff Pflanzenöl für<br />
Protos gewonnen.<br />
Druck aufgebaut. Dadurch fließt das Öl durch eine Leitung<br />
bis in das Verdampferrohr aus Edelstahl, wo es durch die<br />
Wärmezufuhr der Kocherflamme verdampft. Der nun gasförmige<br />
Brennstoff tritt aus einer Düse aus, vermischt sich <strong>im</strong><br />
Brennraum mit Umgebungsluft und verbrennt in einer blauen<br />
Flamme. Die Stärke der Flamme kann dabei mit einem Ventil<br />
in der Ölleitung geregelt werden.<br />
Technische Daten: Protos<br />
• Brennstoff: diverse Pflanzenöle, Pflanzenölester<br />
• Verbrauch: 2 Liter pro Woche für einen 4-5 Personen-Haushalt<br />
• CO 2<br />
-Bilanz: neutral<br />
• Leistungsbereich: 1,6 – 3,8 kW<br />
• Emissionswerte: wenigstens 10 Mal kleiner als bei guten<br />
Petroleumkochern<br />
• Keine Gefahr von Explosionen oder unkontrollierter Verbrennung<br />
• Reduzierung der Kochzeit um 30- 40 Prozent <strong>im</strong> Vergleich zu Holz<br />
Weitere Informationen unter www.pflanzenoelkocher.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
97
Cherry<br />
Cherry GmbH<br />
Cherrystraße<br />
91275 Auerbach<br />
www.cherry.de<br />
Ansprechpartner<br />
Arbeitssicherheit und Umweltschutz<br />
Wolfgang Röhrer, Frank Hübner<br />
Telefon 09643 / 18 - 0<br />
Mail info@cherry.de<br />
ZAHLEN PROFIL & FAKTEN<br />
Cherry wurde 1953 in Waukeegan / Illinois gegründet. Heute beschäftigt die Cherry Corporation etwa 3.900 Mitarbeiter auf vier Kontinenten.<br />
In Deutschland ist Cherry bereits seit 1964 mit einer Niederlassung vertreten, seit 1979 befindet sich der deutsche Hauptsitz in Auerbach.<br />
Als einer der weltweit führenden Hersteller von Dateneingabegeräten entwickelt und fertigt Cherry Standard- und kundenspezifische<br />
Tastaturen und Computermäuse und bedient Unternehmen der Automobil- und Hausgeräteindustrie mit Schaltern und Steuerungen.<br />
Ob bei Dateneingabesystemen oder elektronischen Baugruppen für Haushaltsgeräte, in industriellen Anwendungen oder <strong>im</strong> KFZ-Bereich – Tastaturen,<br />
elektronische Module und Baugruppen von Cherry sorgen für mehr Sicherheit, Bequemlichkeit und zuverlässige Funktionen.<br />
Verantwortung für die Zukunft<br />
„Beste Fabrik Europas“<br />
In der Produktion schlägt Cherry <strong>im</strong>mer wieder innovative<br />
Wege ein. Die Zielstrebigkeit und Innovationsfähigkeit des<br />
Unternehmens wurden 2005 <strong>im</strong> Wettbewerb „Beste Fabrik<br />
Europas“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Um „Beste Fabrik“<br />
werden zu können, überprüft die Jury die Aktivitäten entlang<br />
der gesamten Produktions- und Logistikkette, wobei nicht nur<br />
die operative Einheit selbst, sondern die gesamte Supply Chain<br />
vom Lieferanten bis hin zum Endkunden bewertet wird.<br />
Cherry sichert mit dem Erfolg Arbeitsplätze in Deutschland und<br />
beweist, dass „Made in Germany“ durchaus ein Erfolgsmodell<br />
sein kann. Binnen zehn Jahren haben sich die Umsätze <strong>im</strong> Automotive-Bereich<br />
mehr als verfünffacht und liegen inzwischen<br />
bei über 100 Millionen Euro. In vier von fünf Neuwagen in<br />
Europa sind Produkte von Cherry zu finden.<br />
Produktionsstandort von Cherry in Auerbach<br />
Umweltfreundliche Hightech-Produkte<br />
Ein herausragendes Beispiel für innovative und nachhaltig konzipierte<br />
Produktlinien sind die Tastaturen von Cherry. Für den<br />
konsequenten Verzicht auf bromorganische Flammschutzmittel<br />
Das STREAM Corded MultiMedia Keyboard vereint puristisches Design mit<br />
dem Komfort einer Standard-Tastatur. Neben den herkömmlichen Funktionen<br />
der Plug & Play-fähigen Tastatur kommen sechs HotKeys für MultiMedia-Anwendungen<br />
zum Einsatz.<br />
wurden die Tastaturprodukte von Cherry bereits 1994 mit dem<br />
„Blauen Engel“ ausgezeichnet. 1998 stellte Cherry die Tastatur<br />
„Greenline“ vor. Mit recyclinggerechter Konstruktion, dem<br />
Verzicht auf halogenierte Flammschutzmittel und einer kostenneutralen<br />
Rücknahme erfüllte sie bereits damals anspruchsvolle<br />
Bedingungen künftiger Gesetzgebung. In Fortführung dieser<br />
Tradition wird auch für Tastaturen der neuesten Produktgeneration<br />
das Umweltzeichen „Blauer Engel“ beantragt.<br />
Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter<br />
Im April 2004 startete Cherry eine Aktion zur Förderung<br />
der Gesundheit der Mitarbeiter. Ziel ist die Steigerung von<br />
Motivation und Lust an der Arbeit sowie des Gesundheitsbewusstseins<br />
der Mitarbeiter. Ein angenehmer Nebeneffekt<br />
für das Unternehmen ist die Senkung des Krankenstandes.<br />
Begonnen hat alles mit einer Mitarbeiterbefragung, aus deren<br />
Erkenntnissen heraus gezielte Gesundheitsprogramme und<br />
Angebote entwickelt wurden. Angefangen hat man mit einem<br />
Nordic-Walking-Kurs unter Leitung der AOK-Sportfachkraft.<br />
98 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Cherry<br />
Es folgten Aktionswochen in der Betriebskantine mit Ernährungsberatung,<br />
Fitness-Menü und „gesunden Rezepten“.<br />
Auch das nicht ganz unproblematische Thema Rauchen<br />
wurde angepackt. Bei der AOK-Aktion „Mit dem Rad zur<br />
Arbeit“ ist die Cherry GmbH ebenfalls regelmäßig mit einigen<br />
Radlerteams vertreten. Parallel dazu wurden die Betriebssportgruppen<br />
neu aktiviert – ebenso fanden Anti-Stress-Kurse statt.<br />
Gleichzeitig erfolgten Bewegungsanalysen an verschiedenen<br />
Arbeitsplätzen, deren Erkenntnisse in Vorträgen und arbeitsplatzbezogenen<br />
Rückenschulen einflossen. Die Analysen der<br />
Arbeitsplätze hatten an einigen Stellen eine Opt<strong>im</strong>ierung der<br />
Arbeitsplatzgestaltung zur Folge.<br />
Mit seinen Investitionen in das Gesundheitsmanagement signalisiert<br />
das Auerbacher Unternehmen ein klares Bekenntnis<br />
zu den Mitarbeitern.<br />
Wir von Cherry sind überzeugt, dass erfolgreiche Geschäfte und Ethik<br />
Hand in Hand gehen. Die kontinuierliche Verbesserung all unserer<br />
Geschäftstätigkeiten gehört ebenso zu unseren globalen Unternehmenszielen<br />
wie die kompromisslose Einhaltung der für uns geltenden<br />
regionalen und weltweiten Gesetze und Vorschriften. Denn wir<br />
glauben, dass Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz keine Frage<br />
des Standortes sondern des Standpunktes ist. Umweltbelange werden<br />
<strong>im</strong> gesamten Zyklus eines Produktes von der Planung bis zur<br />
Verwertung berücksichtigt.<br />
Cherry n<strong>im</strong>mt in seiner Produktpalette eine Vorreiterrolle <strong>im</strong> Umweltschutz<br />
ein.<br />
Unternehmensleitsätze für <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Betrieblicher Umweltschutz<br />
Beispiel: Energiesparmaßnahmen<br />
Durch die Wärmerückgewinnung aus den Kompressoren zur<br />
Drucklufterzeugung in Verbindung mit Wärmetauschern werden<br />
jährlich 600.000 kWh an Gasverbrauch eingespart.<br />
Durch die Installation einer außenlichtabhängigen Beleuchtungssteuerung<br />
verbunden mit der Drosselung der Beleuchtungsstärke<br />
bei hoher Sonnenintensität ergeben sich jährliche<br />
Energieeinsparungen von 250.000 kWh.<br />
Opt<strong>im</strong>ierungen an Montageautomaten erlauben eine Druckabsenkung<br />
<strong>im</strong> Druckluftnetz um 1,4 bar, was gleichbedeutend<br />
mit einem um 500.000 kWh reduzierten Energieverbrauch pro<br />
Jahr ist. Durch gezielte Leckagesuche und -beseitigung werden<br />
zusätzlich 1,2 Mio. m³ Druckluft jährlich eingespart.<br />
Kleine Sparmaßnahmen – große Wirkung<br />
1995 gehörte Cherry zu den ersten Unternehmen in Europa<br />
mit einem validierten Umweltmanagement nach EG-Öko-<br />
Audit und DIN EN ISO 140<strong>01</strong>. Das Unternehmen arbeitet<br />
nach wie vor in allen Niederlassungen konsequent daran, die<br />
Umweltbelastungen aus Produktion, Verpackung und Transport<br />
zu senken. Viele kleine Schritte haben sich mittlerweile<br />
Durch den Einsatz geschlossener Vorreinigungs-Anlagen mit Vakuum-Destillation<br />
konnte die stündliche Lösemittel-Emission von 1,75 kg auf 0,<strong>01</strong><br />
kg reduziert werden. Dies ergab – bei einem Zweischicht-Betrieb an 250<br />
Arbeitstagen – eine jährliche Entlastung der Abluft um knapp 7 Tonnen.<br />
zu bedeutenden Fortschritten summiert, die sich auch in der<br />
Kostenbilanz positiv ausgewirkt haben.<br />
Beispiel: Wasserverbrauch am Standort Auerbach<br />
An dem Standort Auerbach in der Oberpfalz sank der Wasserverbrauch<br />
kontinuierlich von ehemals 16.000 cbm <strong>im</strong> Jahre<br />
1995 auf 9.000 cbm jährlich. Damit beträgt der Verbrauch nur<br />
mehr 16 Liter Wasser pro Mitarbeiter und Tag. Zum Vergleich:<br />
Im privaten Bereich verbraucht der Bun des bürger rund 130 Liter<br />
Wasser pro Tag.<br />
Die Kompressorkondensate werden aufbereitet und die Gleitschleiferei<br />
arbei tet völlig ohne Abwasser mit einem geschlossenen<br />
Wasserkreislauf, in dem das Abwasser gereinigt und wieder<br />
ver wendet wird.<br />
Dokumentation<br />
Cherry berichtet regelmäßig<br />
in Umweltberichten über<br />
die Maßnahmen in seinen<br />
Werken. Zuletzt erschien der<br />
Um weltbericht <strong>2007</strong>.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
99
Deutsche Post World Net<br />
Deutsche Post World Net<br />
Politik und <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Zentrale<br />
53250 Bonn<br />
www.dpwn.de<br />
Ansprechpartner<br />
Umweltstrategie und -politik<br />
Dr. Winfried Häser<br />
Telefon 0228 / 1 82 - 9 70 06<br />
w.haeser@deutschepost.de<br />
Ansprechpartner<br />
CSR Strategie und -politik<br />
Susanne Meier<br />
Telefon 0228 / 1 82 - 9 70 13<br />
s.meier2@deutschepost.de<br />
PROFIL<br />
Zusammen mit seinen Konzernunternehmen DHL, Deutsche Post sowie Postbank beschäftigt DPWN weltweit rund 500.000 Mitarbeiter in 220<br />
Ländern. Der Konzern ist damit einer der größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber der Welt. „Wir sind Weltmarktführer in der Logistik. In dieser<br />
Führungsrolle setzen wir unsere Kernkompetenzen dazu ein, für unsere Kunden weltweit Dienstleistungen zu erbringen. Gleichzeitig sind wir uns<br />
der Auswirkungen unserer Aktivitäten auf Umwelt und Gesellschaft bewusst.<br />
Während wir unsere Dienstleistungen rund um den Globus weiter ausbauen und Werte für unsere Aktionäre schaffen, wollen wir auch den Nutzen<br />
für unsere MitarbeiterInnen sowie für die Regionen, in denen wir tätig sind, steigern. Dies verknüpfen wir mit unserem Bemühen, die Umweltbelastungen<br />
durch unsere Aktivitäten zu reduzieren.“<br />
Verantwortung<br />
für Mensch, Gesellschaft und Umwelt<br />
Logistik und Transport gehören unverzichtbar zur gesellschaftlichen<br />
und wirtschaftlichen Infrastruktur unserer globalisierten<br />
Welt. Aber sie verursachen naturgemäß Umweltbelastungen.<br />
Die Deutsche Post World Net (DPWN) sieht als ein wesentliches<br />
Ziel in Ihrer <strong>Nachhaltig</strong>keitsstrategie die Reduzierung ihrer<br />
Umweltauswirkungen.<br />
Zu den wichtigsten ökologischen Herausforderungen der<br />
DPWN zählt die<br />
• Reduzierung Ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen,<br />
• Reduzierung Ihrer CO 2<br />
-Emissionen,<br />
• Reduzierung Ihrer sonstigen Emissionen,<br />
• Reduzierung Ihrer Lärmbelastung durch eingesetzte<br />
Flugzeuge, Fahrzeuge und operativen Prozesse,<br />
• Reduzierung Ihres Verbrauchs sonstiger Ressourcen,<br />
insbesondere Papier.<br />
Umweltfreundliche Flotte<br />
Kunden erwarten nicht nur effizientes, sondern auch ressourcenschonendes<br />
Handeln – und dies unter ökonomischen, ökologischen<br />
sowie sozialen Gesichtspunkten. Diesem Anspruch<br />
trägt der Konzern seit Jahren mit verschiedenen Projekten<br />
100 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Deutsche Post World Net<br />
Rechnung. So wurden z. B. bereits in den Jahren 2004/2005<br />
zusätzliche Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (Biogasfahrzeuge)<br />
zur Ausweitung CO 2<br />
-armer Transportlösungen in<br />
den Fuhrpark aufgenommen. Seit 2005/2006 wurden 170<br />
Erdgasfahrzeuge für die Paketzustellung in Deutschland in<br />
Betrieb genommen, die den derzeit strengsten EU Abgasstandard<br />
einhalten. Darüber hinaus erproben wir auch in<br />
anderen Ländern alternativ angetriebene Fahrzeuge, so z. B.<br />
in der Schweiz, Großbritannien, Schweden, Bangladesh oder<br />
Japan. Davon abgesehen werden selbstverständlich weiterhin<br />
in Innenstädten und Ballungszentren Briefe zu Fuß oder per<br />
Fahrrad zugestellt.<br />
Die GOGREEN-Initiative und die zugehörigen Prozesse und<br />
Emissionsberechnungen von DPWN wurden erstmals 2006<br />
von der unabhängigen Gesellschaft SGS erfolgreich verifiziert<br />
und werden künftig von dieser jährlich geprüft.<br />
Das neueste Produkt für Privatkunden aus der GoGreen-<br />
Produktpalette ist der Service GOGREEN in der DHL Online-<br />
Frankierung.<br />
Im Internet können Kunden auf der Seite www.dhl.de selbst<br />
Versandmarken für Pakete und Päckchen ausfüllen und ausdrucken<br />
und dabei gegenüber dem herkömmlichen Paketversand<br />
in der Filiale auch noch sparen. Mit diesen Marken versehene<br />
Sendungen können an jeder Filiale, DHL Packstation oder<br />
Paketbox aufgegeben werden.<br />
DHL bietet gegen Aufpreis hier den kl<strong>im</strong>aneutralen Versand<br />
oder auch eine Abholung direkt be<strong>im</strong> Kunden.<br />
„Mit unseren GOGREEN-Dienstleistungen ergänzen wir unsere<br />
eigenen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzanstrengungen und bieten unseren Kunden<br />
die Möglichkeit, aktiv etwas für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz tun“, bekräftigt<br />
Dr. Monika Wulf-Mathies, Leiterin des Zentralbereichs<br />
Politik und <strong>Nachhaltig</strong>keit <strong>im</strong> Konzern DPWN.<br />
GOGREEN: Die kl<strong>im</strong>aneutrale Versandlösung<br />
So steht auch die Erweiterung des DHL-Produktportfolios unter<br />
der Prämisse ökologischer Gesichtpunkte. Privat- und Geschäftskunden<br />
in Europa können zwischen unterschiedlichen kl<strong>im</strong>aneutralen<br />
und emissionsarmen Versandoptionen auswählen. Bei<br />
diesen werden entweder Fahrzeuge mit alternativen Antrieben<br />
oder Kraftstoffen eingesetzt, oder die durch den Transport entstehenden<br />
CO 2<br />
-Emissionen werden über unternehmensinterne<br />
oder externe <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte ausgeglichen.<br />
Ein erster Meilenstein war das 2005 für umweltbewusste<br />
Geschäftskunden in Deutschland. angebotene „Grüne Paket“.<br />
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur kl<strong>im</strong>aneutralen<br />
Produktpalette war das seit August 2006 in größeren Filialen<br />
angebotene Pluspäckchen-GOGREEN. Die als Pilotprojekt für<br />
deutsche Privatkunden angelegte Versandart umfasst neben<br />
dem kl<strong>im</strong>aneutralen Versand von Sendungen bis 20 Kilogramm<br />
ebenso eine umweltfreundliche Versandverpackung.<br />
Das GOGREEN-Programm wird zukünftig auf weitere Länder<br />
und mit zusätzlichen Produkten und Dienstleistungen ausgedehnt.<br />
CO 2<br />
Emissionen werden aus der Atmosphäre „neutralisiert“...<br />
Einen großen Teil dazu tragen unternehmensinterne Projekte,<br />
wie z. B. der bereits erwähnte Einsatz von Fahrzeugen mit<br />
alternativen Antrieben oder Kraftstoffen bei. Darüber hinaus<br />
unterstützt DPWN auch externe Projekte, wie beispielsweise<br />
zur Reduktion von Methangas in Deutschland, zur Förderung<br />
von Solarenergie in Süd-Ost-Asien.<br />
DPWN unterstützt den 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag<br />
– ein einzigartiges Forum des Dialogs und der<br />
Begegnung<br />
Im Rahmen einer Sponsoringvereinbarung wurde die Deutsche Post<br />
AG und DHL Deutschland als Partner für den Versand der Tagungsunterlagen<br />
für das Ereignis vom 6. bis 10. Juni <strong>2007</strong> in Köln gewonnen.<br />
Als Teil der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzinitiative, mit der sich DPWN für die<br />
Reduktion von CO 2<br />
-Emissionen einsetzt, werden die be<strong>im</strong> Transport<br />
entstehenden CO 2<br />
-Emissionen für alle über DHL versandten Tagungsunterlagen<br />
berechnet und über unternehmensinterne sowie externe<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte ausgeglichen. Die kl<strong>im</strong>aneutralen Sendungen<br />
erkennt man am GOGREEN Sticker.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
1<strong>01</strong>
Deutsche Telekom AG<br />
Deutsche Telekom AG<br />
Zentrale<br />
Postfach 2000<br />
53105 Bonn<br />
Telefon 0228 / 1 81 - 0<br />
www.telekom.de<br />
Ansprechpartner:<br />
Deutsche Telekom<br />
Zentrum Personal, Organisation Umweltschutz<br />
Claudia Schwab<br />
Telefon 06151 / 83 - 33 57<br />
Mail claudia.schwab@t-com.net<br />
PROFIL<br />
Die Deutsche Telekom AG setzt als eines der weltweit führenden Dienstleistungs-Unternehmen der Telekommunikations- und Informationstechnologie-Branche<br />
international Maßstäbe. Der Konzern bietet seinen Kunden die gesamte Palette der Telekommunikations- und IT-Branche aus<br />
einer Hand – egal ob Festnetztelefonie, Breitbandinternet, Mobilfunk oder komplexe ITK-Lösungen für Geschäftskunden. Ziel ist es, die Deutsche<br />
Telekom zum bestangesehenen Service-Unternehmen der Branche zu machen, zur „most highly regarded service company“. Gleichzeitig ist sich<br />
die Deutsche Telekom mit ihren vielfältigen Aktivitäten ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt und Gesellschaft bewusst und setzt sich aktiv<br />
für den Schutz der Umwelt ein. Im Interesse zukünftiger Generationen richten wir unser Denken und Handeln auf ein nachhaltiges <strong>Wirtschaften</strong><br />
aus. Die Konzern-<strong>Nachhaltig</strong>keitsstrategie ist Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.<br />
<strong>Wandel</strong> gestalten<br />
- Fortführung der Maßnahmen zur Reduktion des<br />
Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz;<br />
- Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien;<br />
- Erhöhung des Einsatzes von Erdgasfahrzeugen<br />
<strong>im</strong> Konzern;<br />
3. Steigerung der Ressourceneffizienz und Intensivierung des<br />
Einsatzes ökologisch vorteilhafter Produkte in den internen<br />
Prozessen;<br />
4. Steigerung der Bewusstseinsbildung für Ressourcen schonende<br />
und kl<strong>im</strong>afreundliche Produkte und Dienste bei<br />
unseren Beschäftigten und unseren Kunden.<br />
Verantwortlich handeln – Ressourcen effizient einsetzen<br />
Oberstes Ziel des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzkonzeptes ist es, systematisch<br />
und nachweislich dafür zu sorgen, dass die vom Konzern<br />
Deutsche Telekom zu verantwortenden CO 2<br />
-Emissionen so<br />
niedrig wie möglich sind. CO 2<br />
-Minderungen werden verantwortungsvoll<br />
umgesetzt: ökologisch sinnvoll und ökonomisch<br />
vertretbar.<br />
Auf Basis der Konzern-<strong>Nachhaltig</strong>keitsstrategie und der<br />
Umweltpolitik wurden für die Jahre 2005 bis <strong>2007</strong> vier übergeordnete<br />
Umweltziele für die Deutsche Telekom Gruppe<br />
definiert:<br />
1. Neu- und Weiterentwicklung von Umwelt entlastenden<br />
Produkten und Diensten;<br />
2. Min<strong>im</strong>ierung der vom Konzern ausgehenden<br />
CO 2<br />
-Emissionen durch:<br />
Mehr Effizienz, weniger CO 2<br />
-Emissionen<br />
Alle Geschäftseinheiten des Unternehmens setzen die Ziele<br />
des konzernweiten <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzkonzepts auf jeweils adäquate<br />
Weise um. Unterstützt werden sie von der Tochtergesellschaft<br />
Power and Air Condition Solution Management GmbH & Co.<br />
KG (PASM). Die PASM, <strong>im</strong> Telekom Konzern seit 2005 für die<br />
Bereiche Gesicherte Energieversorgung, Energiebeschaffung,<br />
Portfolio- und Energiemanagement verantwortlich, hat in ihrem<br />
Verantwortungsbereich eine Reihe von Maßnahmen zur<br />
Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt. So konnten <strong>im</strong> Jahr<br />
2005 mit Hilfe eines Investitionsprogramms in Höhe von 166<br />
Millionen Euro zur Opt<strong>im</strong>ierung des Anlagenportfolios 48,5<br />
Gigawattstunden eingespart werden.<br />
102 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Deutsche Telekom AG<br />
Sauber und leise – Erdgasfahrzeuge der Deutschen Telekom<br />
Gleichzeitig spart auch der Festnetzbereich durch aktive Energieopt<strong>im</strong>ierung<br />
in der Technik Jahr für Jahr Energie in etwa<br />
derselben Größenordnung ein.<br />
Innovative Brennstoffzellen liefern kl<strong>im</strong>afreundlich Energie<br />
für Telestationen und Internetterminals, ebenso wie für die<br />
Backup-Energieversorgung der Technik.<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> schützen – Kosten senken<br />
Mit einem effizienten Fuhrpark-Management verbindet die<br />
Deutsche Telekom <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und Kostenreduzierung. Kernziel<br />
ist es, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen.<br />
Der Einsatz neuerer und effektiverer Fahrzeuge sowie Fahrtrouten-Opt<strong>im</strong>ierung<br />
und Öko-Fahrtrainings tragen dazu bei,<br />
den Schadstoffausstoß der Fahrzeugflotte trotz gestiegener<br />
Kilometerleistung zu konsolidieren. Dieser Prozess wird dadurch<br />
unterstützt, dass bei allen Einkaufsentscheidungen für<br />
Neufahrzeuge neben der Wirtschaftlichkeit die Umweltverträglichkeit<br />
gleichrangig <strong>im</strong> Fokus steht. So sind allein bei T-Com<br />
bereits ca. 750 Erdgasfahrzeuge <strong>im</strong> Einsatz. Diese verursachen<br />
keinen Feinstaub, und der CO 2<br />
-Ausstoß ist gegenüber herkömmlichen<br />
Antriebstechnologien deutlich reduziert.<br />
Eine Studie der Vereinigung der Europäischen Netzbetreiber<br />
(ETNO) in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweden belegt,<br />
dass allein mit Video- und Audiokonferenzen, Flexiwork,<br />
elektronischen Telefonrechnungen, webbasierten Steuererklärungen<br />
und Anrufbeantwortern <strong>im</strong> Netz europaweit jährlich<br />
50 Millionen Tonnen CO 2<br />
- Emissionen vermieden werden<br />
können.<br />
Dieses enorme Potenzial gilt es, in den kommenden Jahren<br />
konsequent weiter auszubauen.<br />
Besuchen Sie uns auch <strong>im</strong> Internet unter:<br />
www.telekom.de/nachhaltigkeit<br />
Innovative Dienste – für mehr <strong>Nachhaltig</strong>keit be<strong>im</strong> Kunden<br />
Generell schafft die Informations- und Kommunikationstechnologie<br />
(ICT) die Voraussetzungen für mehr Ressourceneffizienz in<br />
der Gesellschaft. Sie reduziert die Notwendigkeit best<strong>im</strong>mter<br />
Reisen und Warentransporte und steigert die Effizienz durch<br />
flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
103
Durable<br />
DURABLE<br />
Hunke & Jochhe<strong>im</strong> GmbH & Co. KG<br />
Westfalenstraße 77-79<br />
D-58636 Iserlohn<br />
www.durable.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 02371 / 6 62 - 0<br />
Fax 02371 / 6 62 - 2 21<br />
Mail durable@durable.de<br />
PROFIL<br />
Das Familienunternehmen DURABLE mit Stammsitz in Iserlohn wurde 1920 als Hersteller von Kartenreitern aus Metall gegründet und gilt als<br />
Pionier bei der Entwicklung und Produktion von Büroartikeln aus Kunststoff. Ideenreichtum und Erfindergeist sowie der konsequente Fokus auf<br />
Innovation, Qualität und Design sind maßgebend für die Unternehmensphilosophie. Aktuell führt das Sort<strong>im</strong>ent ca. 2.000 Produkte: Mappen,<br />
Hefter, Namensschilder, Registersysteme, Schreibtisch-und EDV-Organisation, Informations- und Präsentationssysteme, Ordnungs- und Archivierungssysteme,<br />
Reinigungsprodukte und Selbstklebeprodukte. Als einer der ersten deutschen Firmen in der Büroartikel-Branche wurde DURABLE<br />
1994 mit der internationalen Qualitätsnorm ISO 90<strong>01</strong> zertifiziert und garantiert damit unternehmensweit einen hohen Qualitätsstandard.<br />
Kompetenz und Fortschritt<br />
Das Familienunternehmen DURABLE Hunke & Jochhe<strong>im</strong> GmbH<br />
& Co. KG steht seit 1920 für innovative Produkte von hoher<br />
Qualität in den Kompetenzfeldern Klemmen und Binden, Ordnen<br />
und Sortieren sowie Informieren und Präsentieren.<br />
Der Markenname DURABLE erlangte durch Erfindungen wie<br />
die 1959 eingeführte, patentierte DURACLIP ® -Klemmmappe<br />
sehr schnell große internationale Bekanntheit. Mittlerweile<br />
zählt das Iserlohner Unternehmen zu den weltweit führenden<br />
Herstellern von Büroorganisations- und Präsentationsmittel<br />
und sichert seine Marktposition durch die stetige Entwicklung<br />
qualitativer Produkte, die einem hohen Design- und Funktionalitätsanspruch<br />
gerecht werden. Zahlreiche nationale und<br />
internationale Designpreise und Unternehmensauszeichnungen<br />
bestätigen diesen Weg.<br />
Natürlich sauber!: Unter diesem Motto unterstützt DURABLE<br />
seit Oktober 2006 <strong>im</strong> Rahmen einer umfangreichen Kooperation<br />
mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) das Umweltprojekt<br />
„Mittlere Elbe“. Das Unternehmen leistet hierbei<br />
einen Beitrag für den natürlichen Schutz der durch Hochwasser<br />
stark gefährdeten Elbauen.<br />
Soziales Engagement und gesellschaftliche Verantwortung<br />
werden <strong>im</strong> Familienunternehmen DURABLE bereits seit über<br />
85 Jahren groß geschrieben. „Auch die Natur liegt DURABLE<br />
sehr am Herzen. Mit dieser Kooperation können wir neue<br />
Wege beschreiten, um dieses Anliegen unseres Unternehmens<br />
weiter umzusetzen. Wir freuen uns daher sehr, <strong>im</strong> WWF einen<br />
renommierten Partner gefunden zu haben, mit dem wir uns<br />
<strong>im</strong> Arten- und Naturschutz engagieren können“, freut sich<br />
Horst Bubenzer, Marketingleiter.<br />
Natürlich sauber!: Eine Kooperation von DURABLE mit dem WWF<br />
104 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Durable<br />
DURABLE unterstützt das WWF-Naturschutzprojekt „Mittlere Elbe“<br />
„Unsere Reinigungsmittelprodukte sind mit umweltfreundlichen<br />
Inhaltsstoffen ausgestattet und stehen damit für eine<br />
schonende Reinigung von PCs, Telefonen und anderen Büroutensilien.<br />
Sie erfüllen die hohen Anforderungen des WWF und<br />
eignen sich daher opt<strong>im</strong>al als Botschafter für diese naturverbundene<br />
Kooperation. Wir hoffen, einen hohen Verkaufserlös<br />
mit unseren Aktionsprodukten zu erzielen, um das Projekt<br />
„Mittlere Elbe“ bestmöglich zu unterstützen. Mit unserer<br />
Spende tragen wir etwas dazu bei, dass der WWF die durch<br />
Überflutung gefährdeten Elbauenwälder sowie die integrierte<br />
Flora und Fauna sichern und renaturieren kann“, so Bubenzer<br />
weiter. „Für die Öffentlichkeit repräsentieren die beiden Marken<br />
DURABLE und WWF Tradition, hohen Bekanntheitswert<br />
und ein sehr positives Image“, so Dr. Bernhard Bauske, Leiter<br />
Unternehmenskooperation des WWF.<br />
Das WWF-Naturschutzprojekt „Mittlere Elbe“<br />
In den letzten 150 Jahren gingen fast 80% der natürlichen Überflutungsflächen<br />
an der Elbe verloren. Die Auen wichen Gewerbegebieten,<br />
Industrieanlagen oder landwirtschaftlichen Flächen. Dadurch<br />
sind nicht nur Tierarten gefährdet, sondern es besteht auch ein größeres<br />
Hochwasserrisiko entlang der Elbe.<br />
Im November 20<strong>01</strong> fiel der Startschuss für das bisher größte Naturschutzprojekt<br />
des WWF. Mit einem Budget aus Geldern des Bundes,<br />
des Landes und Eigenmitteln des WWF soll bis 2<strong>01</strong>3 auf einer rund<br />
9.050 Hektar großen Fläche zwischen Mulde- und Saalemündung in<br />
Sachsen-Anhalt ein durchgehender Verbund echter überflutbarer Auenwäldern<br />
gesichert und renaturiert werden. Dazu kauft der WWF Flächen<br />
an, die zum Teil von Bauern naturnah bewirtschaftet werden.<br />
„DURABLE ist ein äußerst attraktiver Kooperationspartner, da<br />
wir aufgrund des Renommees und der eindeutig definierten<br />
Käufergruppe der Produkte direkt die Menschen erreichen,<br />
für die Umweltschutz ein aktuelles und unterstützendes<br />
Thema darstellt. Wir möchten uns vorab für die Chance,<br />
durch DURABLE eine breite Bevölkerungsschicht zu erreichen,<br />
bedanken“.<br />
Neben dem Sponsoring für das Elbeprojekt engagiert sich<br />
DURABLE ungewöhnlich stark auch in diversen internationalen<br />
sozialen Projekten.<br />
SOS Kinderdörfer, beispielsweise in Nepal und Sri Lanka und<br />
diverse weitere soziale Einrichtungen in Polen, Litauen und in<br />
Deutschland wurden – teils mit Branchenkooperationspartnern<br />
– mit aufgebaut oder mit Hilfsgütern unterstützt. Andere Projekte<br />
erhielten Geldspenden, die von DURABLE-Mitarbeitern<br />
aufgebracht wurden.<br />
Die sich wiederholenden „Jahrhunderthochwasser“ an der Elbe müssen in<br />
Zukunft verhindert werden<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
105
Durable<br />
DURABLE<br />
kümmert sich um eine saubere Umwelt<br />
Gewinnspiel<br />
Sechs ausgewählte Reinigungsprodukte sind Botschafter<br />
der Kooperation mit dem WWF<br />
DURABLE kümmert sich um eine saubere<br />
Umwelt: In der Kooperation von<br />
DURABLE und dem WWF sind sechs<br />
ausgewählte Reinigungsmittel aus<br />
den erfolgreichen SUPERCLEAN- und<br />
SCREENCLEAN-Serien als Aktionsprodukte<br />
eingebunden. Von jeder in Deutschland<br />
verkauften Packung spendet das Traditionsunternehmen<br />
10 Cent an das WWF-Umweltprojekt „Mittlere Elbe“. Alle<br />
Aktionsartikel sind mit einem auffällig gestalteten Button<br />
versehen, der mit dem Motto „Natürlich sauber!“ und einem<br />
abgebildeten Frosch auf die Spende hinweist.<br />
Ke<strong>im</strong>e auf Tastatur und Telefon<br />
Wussten Sie schon: An jedem Büroarbeitsplatz tummeln sich<br />
400mal mehr Bakterien und Viren als auf einem Toilettensitz.<br />
Vor allem das Telefon, die Schreibtischoberfläche sowie die<br />
Computertastatur und -maus sind idealer Nährboden für<br />
Krankheiten.<br />
Doch abfinden muss sich niemand mit dieser krankmachenden<br />
Situation. Und das mit Produkten, die sowohl umfassend<br />
säubern als auch umweltverträglich sind. DURABLE Reinigungsprodukte<br />
bieten bei max<strong>im</strong>aler Umweltverträglichkeit.<br />
Alle Voraussetzungen, um die Bedürfnisse von Verbrauchern<br />
nach opt<strong>im</strong>aler Hygiene zu erfüllen.<br />
Wie Sie Bakterien den Garaus machen<br />
Riskiert man einen Blick auf die eigene Tastatur wird man<br />
Zeuge hartnäckiger Verunreinigungen. Für die Tastatur- und<br />
Gehäusereinigung bietet DURABLE mit SUPERCLEAN diverse<br />
Artikel für eine effektive und gründliche Reinigung von Kunststoffoberflächen<br />
an.<br />
Ein schmutziger Bildschirm kann zu Ermüdung der Augen und<br />
in Folge sogar zu Kopfschmerzen führen. Abgesehen davon<br />
kann eine unsachgemäße Reinigung auch dazu führen, dass<br />
der Entspiegelungsschutz von TFT- oder CRT-Monitoren beschädigt<br />
wird. Mit SCREENCLEAN stehen gleich mehrere professionelle<br />
Lösungen zur Verfügung, die diese empfindlichen<br />
Oberflächen schonend und streifenfrei reinigen.<br />
Handy, Headset, Telefon – für die Bakterienfarm Nummer 1<br />
stehen mit TELEPHONE CLEAN eine Reihe von Produkten zur<br />
Verfügung, die Bakterien den Garaus machen.<br />
Gute Dienste leisten auch die DURABLE-Spezialreiniger wie<br />
beispielsweise Druckluftsprays, Wattestäbchen und Reinigungskarten,<br />
die schwer zugängliche Zwischenräume von<br />
Tastaturen oder Kartenlesegeräte zuverlässig von Staub und<br />
Krümeln befreien.<br />
Die SCREENCLEAN- bzw. SUPERCLEAN Aktionsartikel sind<br />
erhältlich als praktische Zupfbox und als Nachfüllbeutel mit je<br />
100 feuchten, fusselfreien Reinigungstüchern. Zusätzlich wird<br />
mit SCREENCLEAN FLUID ein handliches Pumpspray und mit<br />
SCREENCLEAN SET ein umfangreiches Reinigungskit angeboten.<br />
Weiterführende Informationen zu den Reinigungsmitteln<br />
finden Sie unter www.durable-clean.de.<br />
Mitmachen und gewinnen<br />
Herzlich Willkommen bei unserer Verlosung von 250 Promopacks unter den ersten 250 Einsendungen + zusätzliche Endverlosung von 5<br />
Laptoptaschen gefüllt mit diversen Reinigungsartikeln <strong>im</strong> Gesamtwert von je ca. 50,- Euro. Bitte beantworten Sie dazu die Frage:<br />
„Wieviel Cent vom Erlös jeder Reinigungsmittel-Aktionspackung spendet DURABLE an den WWF?“<br />
Senden Sie die Antwort per Postkarte oder per E-Mail an:<br />
DURABLE Hunke & Jochhe<strong>im</strong> GmbH & Co. KG • Marco Vella • Westfalenstraße 77-79 • 58636 Iserlohn • E-Mail:marco.vella@durable.de<br />
Der Einsendeschluss ist der 1. 10. <strong>2007</strong><br />
106 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Envenaro e. V.<br />
ENVENARO e. V.<br />
Weserstraße 33<br />
36037 Fulda<br />
www.envenaro.de<br />
www.envenaro.com<br />
Kontakt<br />
Telefon 0661 / 94 18 18 - 0<br />
Fax 0661 / 94 29 370<br />
Mail info@envenaro.de<br />
info@envenaro.com<br />
PROFIL<br />
Envenaro, ein deutscher Verein hat sich die Begrünung von Wüstenflächen und damit aktiven <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz zum Ziel gesetzt. Damit Envenaro<br />
e.V. dies realisieren kann, werden Patenschaften für einzelne Bäume ausgegeben. Mit der Anpflanzung eines Baumes können jährlich 6 m³ unverwertbares<br />
Abwasser genutzt werden. Mit der Patenschaft von zwei Bäume kann erreicht werden, die Mengen an CO 2<br />
zu binden, welche ein<br />
durchschnittliches Fahrzeug in seiner gesamten Lebenszeit an die Atmosphäre abgibt. Mit der Patenschaft von drei Bäumen ist es möglich ca. 5 t<br />
an CO2 zu binden, dies entspricht in etwa 7 Hin- und Rückflügen von Frankfurt / Mallorca. Mit der Patenschaft von vier Bäumen kann langfristig<br />
ein Arbeitsplatz geschaffen werden.<br />
Patenschaften für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Umweltexperten fordern ein weltweites Aufforstungsprogramm,<br />
denn sie sind der Meinung, dass Bäume unsere<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>retter sein können. Um eine schnelle Abkühlung der<br />
Temperaturen zu erreichen, sollen weltweit neue Wälder angelegt<br />
werden. Das fordert auch der SPD-Bundestagabgeordnete<br />
und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer.<br />
„Um das kl<strong>im</strong>afeindliche CO 2<br />
zu binden, müssten wir schnell<br />
aufforsten“, so Scheer. Der Staatssekretär <strong>im</strong> Bundesumweltministerium<br />
Michael Müller hat kürzlich ebenfalls angeregt,<br />
weltweit 500 Milliarden Bäume zu pflanzen.<br />
Als erstes Land hat Neuseeland angekündigt, die Menge CO 2<br />
,<br />
die sich nicht vermeiden lässt, mit Bäumen auszugleichen.<br />
Auch in Deutschland sind die Vorraussetzungen geschaffen:<br />
Union und SPD haben das Vorhaben in den Koalitionsvertrag<br />
aufgenommen.<br />
Ein deutscher Verein setzt jetzt das Vorhaben durch. „Ja, man<br />
kann von einem Durchbruch bei der Aufforstung von Wäldern<br />
sprechen“, so einer der Initiatoren des Vereins Envenaro.<br />
In Wüsten entstehen neue Wälder und die Erde kühlt ab!<br />
Der Verein Envenaro e.V. pflanzt Wälder in Wüsten an und<br />
schafft somit in der ganzen Welt grüne Lungen, die dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-<br />
Die Wüste wird grün<br />
Eine Patenschaft<br />
wandel entgegenwirken. Es werden Nutzhölzer in Form einer<br />
Mischkultur mitten in der Wüste gepflanzt, bzw. aufgeforstet.<br />
Was passiert? Es entsteht eine neue, riesige grüne Lunge mitten<br />
in der Wüste. Diese grüne Lunge bindet CO 2<br />
und wirkt gegen<br />
die Erderwärmung. Durch bisher nicht genutzte Abwässer<br />
werden Bewässerungssysteme versorgt. Diese nährstoffreichen<br />
Abwässer, auch Magic Water genannt, fördern den Begrünungsprozess<br />
nachhaltig. So wird zum Beispiel in Ägypten mit<br />
einer staatlichen Stelle zusammen gearbeitet und durch das<br />
persönliche Engagement der Gründungsmitglieder werden<br />
heute schon, Tag für Tag, Baumsetzlinge gepflanzt. Nicht nur<br />
das Binden von CO 2<br />
ist einer der wichtigsten Ziele, sondern<br />
das Zusammenwirken von aktiven Umweltmaßnahmen unter<br />
Berücksichtigung der sozialen Mitverantwortung der einzelnen<br />
Länder und Regionen gegenüber der Bevölkerung. So konnten<br />
schon durch die Aufforstung von Wüstengegenden neue<br />
Arbeitsplätze geschaffen werden.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
107
Gealan<br />
GEALAN Fenster-Systeme GmbH<br />
Hofer Straße 80<br />
D-95145 Oberkotzau<br />
www.gealan.de<br />
Ansprechpartner<br />
Bernd Wiederhold<br />
Telefon 09286 / 77 - 27 10<br />
Mail bernd.wiederhold@gealan.de<br />
PROFIL<br />
Zur GEALAN-Gruppe gehören Produktionsstandorte in Deutschland, Litauen, Polen und Rumänien sowie Vertriebsgesellschaften in weiteren europäischen<br />
Ländern. In St. Petersburg und Nowosibirsk ist GEALAN zusätzlich durch Lizenzextrusionen aktiv. Heute zählt die GEALAN-Gruppe mit<br />
nahezu 80% Exportanteil zu den führenden Anbietern von Kunststoff-Fenster-Systemen in Europa. In 2006 stieg die Mitarbeiterzahl auf 1.100.<br />
Diese erwirtschafteten gegenüber 2005 ein Umsatzplus von 39% – ein Wachstum auf 249 Millionen Euro. „Wir streben in unserem Handeln ein<br />
ausgewogenes Verhältnis zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialem Verhalten an. Es ist dabei unser Ziel, unserer gesellschaftlichen Verantwortung<br />
gegenüber der Umwelt und nachfolgenden Generationen gerecht zu werden.“ B. Wiederhold, Umweltbeauftragter für GEALAN<br />
Das Ergebnis langjähriger Erfahrung<br />
Innovative Technik und Qualität ohne Kompromisse<br />
Obwohl die Geschichte von GEALAN bis zum Jahr 1921<br />
zurückreicht, beginnt die eigentliche Zeitrechnung des Unternehmens<br />
<strong>im</strong> Jahr 1968 – nämlich mit der Herstellung der<br />
ersten Kunststoff-Fensterprofile.<br />
Nach Pelzverarbeitung und ersten Kunststoffprodukten wie<br />
Handläufen und Wäscheleinen, wurde mit diesem Schritt<br />
der Grundstein für die heutige Unternehmensstruktur und<br />
die Kernkompetenzen von GEALAN Fenster-Systeme gelegt:<br />
die Extrusion von Fenster- und Türprofilen aus PVC,und der<br />
Werkzeugbau für die Kunststoffextrusion. Ergänzend kam die<br />
Bereitstellung von Marketing- und Werbedienstleistungen sowie<br />
die Herstellung von Rohstoffen für Lizenznehmer hinzu.<br />
Energieeffizienz – die Energiequellen<br />
der Zukunft<br />
In den 80er Jahren traf die<br />
Unternehmensführung von<br />
GEALAN die Entscheidung,<br />
sich ganz auf die Herstellung<br />
von Kunststoffprofilen für<br />
Fenster und Türen zu konzentrieren.<br />
Wie das aktuelle<br />
Umsatzwachstum zeigt, ein<br />
richtiger Weg. So bedeuten<br />
knapper werdende Rohstoffe,<br />
Preissteigerungen <strong>im</strong><br />
Energiesektor und ein wachsendes<br />
Bewusstsein für den<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz auch zukünftig<br />
gute Absatzchancen für GE-<br />
ALAN-Fenster-Systeme.<br />
So ließen sich mit dem Einsatz<br />
moderner Energiesparfenster,<br />
die CO 2<br />
-Abgase aus dem Gebäudebereich in Europa<br />
jährlich um bis zu fünf Prozent einsparen.<br />
Objekt mit GEALAN-Fenstern<br />
<strong>Nachhaltig</strong>er Produktzyklus –<br />
von der Planung bis zum Recycling<br />
Besonderes Augenmerk richtet GEALAN auf den Produktzyklus.<br />
Bereits in der Produktplanung werden Ergonomie, Haltbarkeit<br />
und Recyclingfähigkeit der Fenster- und Türprofile einbezogen.<br />
Nach ihrer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 40 Jahren<br />
108 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Gealan<br />
sind Kunststofffenster noch nicht am Ende ihres Produktzyklus<br />
angelangt, denn die Materialien können über Recycling wieder<br />
in den Werkstoffkreislauf eingebunden werden. GEALAN bietet<br />
dazu seit 1994 ein funktionierendes Rücknahmesystem an. Die<br />
umweltgerechte Fertigung wird durch regelmäßige externe<br />
Audits gewährleistet. Alle Produktionsstandorte verfügen zur<br />
Forcierung eines verstärkten betrieblichen Umweltschutzes<br />
über ein Umweltmanagementsystem nach den Vorgaben der<br />
ISO 140<strong>01</strong>. Die deutschen Werke werden seit 1996 zusätzlich<br />
nach EMAS, dem anspruchsvollen Umweltmanagementsystem<br />
der Europäischen Union, überwacht.<br />
Globalisierung als Chance- Marktnähe als Erfolgsfaktor<br />
Die politischen Veränderungen <strong>im</strong> Europa der 90er Jahre<br />
brachten den osteuropäischen Ländern wachsenden Lebensstandard<br />
und die Zunahme an privatem Wohneigentum, aber<br />
auch steigende Energiepreise. Eine Option zur Verringerung<br />
der Energiekosten besteht <strong>im</strong> Einbau neuer Fenster zur Wärmeisolation.<br />
GEALAN hat die Chancen, die sich durch die Neuordnung der<br />
politischen Landschaft in Europa ergaben, rechtzeitig erkannt<br />
und konsequent genutzt. Vor allem in den Ländern Mittel- und<br />
Osteuropas entstanden neue Produktionsstandorte und Vertriebsgesellschaften,<br />
um die Fensterbauer vor Ort kurzfristig<br />
beliefern und marktnah betreuen zu können.<br />
Ein entscheidender Faktor für die positive Entwicklung aller<br />
Unternehmen der GEALAN-Gruppe ist die Einhaltung hoher,<br />
international gültiger Qualitäts- und Umweltstandards an<br />
allen Standorten. Heute tragen moderne, kostengünstige<br />
Kunststofffenster aus GEALAN-Profilen dazu bei, auch in den<br />
aufstrebenden Ländern Osteuropas über Jahrzehnte hinweg<br />
ökoeffizient Heizenergie und CO 2<br />
-Emissionen einzusparen<br />
und unterstützen so die Entwicklung einer nachhaltigen Lebensqualität.<br />
Die ausländischen GEALAN-Töchter sind eine tragende Säule<br />
der Wachstumsstrategie, indem sie neue Märkte erschließen.<br />
Der Auf- und Ausbau der osteuropäischen Produktionsstätten<br />
führte entgegen dem allgemeinen Trend dazu, dass nicht nur in<br />
den ausländischen Werken die Mitarbeiterzahlen kontinuierlich<br />
anstiegen. Auch die Arbeitsplätze in Bayern und Thüringen<br />
konnten gesichert und ausgebaut werden.<br />
Sozialengagement in der Kinder- und Jugendbildung<br />
Für alle GEALAN-Mitarbeiter steht das Streben nach höchstmöglicher<br />
Wirtschaftlichkeit durch nachhaltiges Handeln <strong>im</strong><br />
Fokus. Kontinuierliches Umsatzwachstum ermöglicht dem<br />
Unternehmen nicht nur, zukunftsfähige Arbeits- und Ausbildungsplätze<br />
bereitzustellen, sondern darüber hinaus zusätzliche<br />
Sozialengagements in der Kinder- und Jugendbildung – wie<br />
z. B. bei „Jugend forscht“ und dem Bund Naturschutz Bayern<br />
– zu übernehmen. Die Unterstützung von Kinderhe<strong>im</strong>en in<br />
Rumänien und Albanien unterstreichen die soziale Komponente<br />
der Firmenphilosophie auch bei den osteuropäischen<br />
Verbundunternehmen.<br />
Aktiv für <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Zur weiteren Verbesserung der Umweltverträglichkeit der<br />
Produkte beteiligt sich GEALAN aktiv bei verschiedenen Verbänden.<br />
Dort profitiert man durch den Erfahrungsaustausch<br />
mit anderen Unternehmen bei Initiativen wie dem Bundesdeutschen<br />
Arbeitskreis für umweltbewusstes Management<br />
B.A.U.M. e.V, oder future e. V. Zusätzliche Kommunikation<br />
mit Politik und Behörden, bieten Aktivitäten <strong>im</strong> Umweltpakt<br />
Bayern, dem <strong>Nachhaltig</strong>keitsabkommen Thüringen NAThüringen<br />
oder dem Forum zukunftsfähiger mittelständischer<br />
Unternehmen, dem Club of Wuppertal e. V.<br />
GEALAN befindet sich auf dem Weg zu einem <strong>Nachhaltig</strong>en<br />
<strong>Wirtschaften</strong>. Mit umweltgerecht produzierten Fenster-Systemen<br />
bietet man Produkte zur Erschließung einer der größten<br />
„Energiequellen der Zukunft“ – der Energieeffizienz.<br />
Dokumentation<br />
Seit 2006 verfügt GEALAN über einen <strong>Nachhaltig</strong>keitsbericht<br />
mit Umwelterklärung. Dieser führt die<br />
Tradition der seit 1996 veröffentlichten Umwelterklärungen<br />
fort. Mit diesem <strong>Nachhaltig</strong>keitsbericht<br />
werden nicht nur die <strong>im</strong> Rahmen des Umweltmanagementsystems<br />
geforderten Informationen<br />
publiziert, sondern auch weitere Interessengruppen<br />
angesprochen.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
109
Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
Dresdner Straße 321<br />
<strong>01</strong>705 Freital<br />
www.hainsberg-papier.de<br />
Kontakt<br />
Telefon 0351 / 64 74 - 0<br />
Fax 0351 / 64 74 - 2 21<br />
Mail info@hainsberg-papier.de<br />
PROFIL<br />
Seit 1838 wird in Freital-Hainsberg Papier hergestellt. Der Kaufmann Gerhard Friedrich Thode erwarb damals Land um eine Papiermühle in Hainsberg<br />
zu bauen. Im ersten Produktionsjahr verließen 77 Tonnen Papier das Werk. Heute werden auf einer Papiermaschiene mit 264 cm Arbeitsbreite<br />
jährlich 40.000 Tonnen grafische Recyclingpapiere der Marke LETTURA 60 und LETTURA 72 <strong>im</strong> Grammaturbereich von 50 bis 110 g/m2<br />
produziert. Die über 150jährige Tradition, moderne Anlagen sowie ein klar strukturiertes Sortenprogramm machen uns zu einem kompetenten<br />
Partner des deutschen und europäischen Feinpapiergroßhandels. Für die Herstellung der Qualitätspapiere LETTURA® verwenden wir ausschließlich<br />
Altpapier. Damit leistet Hainsberg-Papier einen wichtigen Beitrag zur Schonung von Umwelt und Ressourcen.<br />
Qualitätspapiere aus Altpapier –<br />
Für höchste Ansprüche<br />
Konstanter Weißgrad durch moderne Stoffaufbereitung –<br />
Deinking und Bleiche<br />
Als Mitglied der bundesweiten Inititive Pro Recylingpapier zählt<br />
die Papierfabrik Hainsberg GmbH zu den renommierten deutschen<br />
Herstellern von Qualitätspapieren auf Recyclingbasis. Für<br />
die Herstellung dieses Papieres wird ausschließlich Altpapier<br />
verwendet, so dass das in Hainsberg hergestellte Papier das<br />
Umweltschutzzeichen „Blauer Engel“ trägt und nach DIN EN<br />
ISO 90<strong>01</strong> zertifiziert ist. Die Papierfabrik Hainsberg GmbH ist<br />
eine der ganz wenigen Papierfabriken in Europa, die unter Einsatz<br />
der Deinkingtechnologie hochwertige Recycling-Papiere<br />
herstellen.<br />
Die Verwendung von Altpapier schont Ressourcen und spart<br />
Energie. Für die Herstellung von 1 kg Papier aus Frischfaser<br />
werden ca. 100 Liter Wasser verbraucht, bei der Herstellung<br />
aus Altpapier sind es nur 15 Liter und die Belastung des Abwassers<br />
wird zudem auf 1/18 reduziert.<br />
Knapp die Hälfte der weltweiten Holzernte wird heute für die die<br />
Herstellung von Papierprodukten gebraucht. Will man die negativen<br />
Folgen des Papierverbrauchs mildern, führt an der verstärken Nutzung<br />
von Recyclingpapier kein Weg vorbei. In Europa werden <strong>im</strong>merhin schon<br />
50 bis 60 % der benötigten Faserstoffmenge für die Papierherstellung<br />
aus Altpapier gewonnen (Stand: 2005), bis zum Jahre 2<strong>01</strong>0 sind 66 %<br />
angestrebt. Deutschland ist nach jüngsten Zahlen (Feb. <strong>2007</strong>) Weltmeister<br />
<strong>im</strong> Sammeln und Einsetzen von Altpapier.<br />
Foto: www.vdp-online.de<br />
Die wohl wichtigste Voraussetzung bei der Herstellung hochwertiger<br />
Recyclingpapiere ist die Entfernung der Druckfarben<br />
aus dem Altpapier. Mit der Deinkingtechnologie in Verbindung<br />
mit einer 2-stufigen Bleiche, wie sie bei Hainsberg-Papier angewandt<br />
wird, ist es möglich geworden, Recyclingpapiere mit<br />
hoher Qualität und konstantem, reproduzierbarem Weißgrad<br />
herzustellen.<br />
Umweltbewusster Umgang mit der Natur<br />
Bei der Energieversorgung ist das Werk weitgehend autark.<br />
Dampf und teilweise Strom werden in eigenen Kohlekraftanlagen<br />
erzeugt. Gezielte Wärmerückgewinnung, eine<br />
hochwirksame Abgasreinigungsanlage mit Emissionswerten<br />
weit unter den zulässigen Grenzwerten, eine eigene biologische<br />
Kläranlage und die umweltgerechte Entsorgung der<br />
Deinkingrückstände machen die umweltbewusste Einstellung<br />
von Hainsberg-Papier deutlich. Nicht weil uns Gesetze und<br />
110<br />
Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
Vorschriften dazu zwingen<br />
betreiben wir Umweltschutz;<br />
es ist unsere Philosophie die<br />
Natur zu schonen.<br />
Recycling-Papiere<br />
für kreative Ideen<br />
LETTURA ® -Recycling-Papiere<br />
aus Hainsberg geben Spielraum<br />
für kreative Ideen und<br />
entsprechen den hohen<br />
Ansprüchen von Werbern,<br />
Grafikern und Druckern.<br />
Durch die Veredelung der<br />
Oberfläche in der Papiermaschine<br />
können auf diesen Papieren erstklassige Druckergebnisse<br />
erzielt werden. Ebenfalls erfüllen diese Produkte<br />
die Anforderungen an Schulschreib-, Briefumschlag-, Laser-,<br />
und Office-Papiere.<br />
Jüngstes Kind der Hainsberger Produktfamilie ist die Qualität<br />
LETTURA 80 ® , welche sich durch seine hochwertige Optik<br />
kaum noch von einem holzfreien Papier unterscheidet.<br />
Bekenntnis zum Standort<br />
Nach der Wende 1990 stand die Papierfabrik zeitweise vor dem<br />
Aus. Im Jahre 2002 wurde die Papierfabrik Hainsberg durch<br />
das Augusthochwasser in Freital schwer getroffen, wobei die<br />
Produktionsstätten und Gebäude durch das Wasser, durch<br />
angeschwemmten Schlamm und Unrat stark in Mitleidenschaft<br />
gezogen wurden. Fast alle der gelagerten Papierbestände<br />
wurden vernichtet. Trotz dieser fast völligen Zerstörung hat<br />
sich die Geschäftsführung entschlossen, weiter zu arbeiten<br />
und wieder aufzubauen, was zerstört wurde.<br />
Papierfabrik in Haisberg – Ansicht ca. 1920<br />
Für ihre innovativen Leistungen und ihr Bekenntnis zum Standort<br />
Freiburg wurde die Papierfabrik Hainsberg <strong>im</strong> Jahre 2003<br />
mit dem Unternehmerpreis der Stadt Freital ausgezeichnet.<br />
Initiative Pro Recyclingpapier – Die Wirtschaftsallianz<br />
Die Verarbeitung von Altpapier zu hochwertigen Recyclingpapieren<br />
ist einer der wenigen funktionierenden Wirtschafts-<br />
und Stoffkreisläufe – und somit ein Paradebeispiel<br />
für nachhaltige Entwicklung. Insbesondere Unternehmen<br />
können durch die Verwendung von Recyclingpapier einfach<br />
und pragmatisch ihren Beitrag zum Erhalt der natürlichen<br />
Ressourcen leisten.<br />
Initiative Pro Recyclingpapier<br />
c/o Nissen Consulting • Ludwig Erhard Haus<br />
Fasanenstraße 85<br />
10623 Berlin<br />
Telefon +49 30 / 30 83 14 03<br />
Fax +49 30 / 30 83 14 28<br />
E-Mail info@papiernetz.de<br />
Internet www.papiernetz.de<br />
Unternehmen zeigen Engagement<br />
Im Jahr 2000 schlossen sich 13 führende deutsche Unternehmen<br />
<strong>im</strong> Jahr 2000<br />
zur „Initiative Pro Recyclingpapier“<br />
zusammen.<br />
Heute hat die Initiative<br />
20 Mitglieder aus den<br />
unterschiedlichsten Branchen,<br />
darunter vier DAXnotierte.<br />
Glaubwürdigkeit<br />
und Engagement für das<br />
Thema Recyclingpapier<br />
sind Grundbedingungen<br />
für eine Mitgliedschaft.<br />
Informationsplattform,<br />
Dialog- und Bündnispartner<br />
Neben einer kontinuierlichen Informations- und Öffentlichkeitsarbeit<br />
ist die Zielsetzung der Initiative, Projekte zu kreieren<br />
und umzusetzen, mit denen punktgenau unterschiedliche<br />
gesellschaftliche, wirtschaftliche, administrative und politische<br />
Zielgruppen und Multiplikatoren davon überzeugt werden, dass<br />
Recyclingpapier ein Kernelement des Umweltschutzes und eine<br />
konsequente Umsetzung des Begriffes „<strong>Nachhaltig</strong>keit“ ist.<br />
Insgesamt wurden bereits über 100 Institutionen und Unternehmen<br />
bei der Umstellung auf Recyclingpapier begleitet.<br />
Zur Basis der Initiative gehören ein fachkundiges Informationsbüro,<br />
kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,<br />
Workshops für Beschaffer in Wirtschaft und öffentlichem<br />
Dienst, eine Palette von Informationsschriften, Leitfäden und<br />
Argumentationshilfen sowie ein Online-Portal (www.papiernetz.de).<br />
Das Engagement für Recyclingpapier ist Ausdruck<br />
einer gelebten Corporate Social Responsibility.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net 111
RWE AG<br />
RWE AG<br />
Opernplatz 1<br />
45128 Essen<br />
www.rwe.com<br />
Telefon 0049(0)2<strong>01</strong> / 12 - 00<br />
Ansprechpartner<br />
Joach<strong>im</strong> Löchte / Dr. Hans-Peter Meurer<br />
Telefon +49(0)2<strong>01</strong>/12-1 74 28 / 12-1 52 51<br />
Mail joach<strong>im</strong>.loechte@rwe.com<br />
hans-peter.meurer@rwe.com<br />
PROFIL<br />
Die RWE AG wurde 1898 gegründet, um die Stadt Essen mit Elektrizität zu versorgen. Durch Akquisitionen und die Neugründung zahlreicher<br />
Elektrizitätswerke stieg die RWE AG rasch zu einem der bedeutendsten Energieversorgungsunternehmen Deutschlands auf. Ab 1990 führt die<br />
RWE Aktiengesellschaft als Management-Holding die verschiedenen Geschäftsfelder des Konzerns.<br />
Die Zielmärkte für die Erzeugung sowie Vertrieb und Handel liegen in Deutschland, Großbritannien sowie Mittel- und Osteuropa. Hier n<strong>im</strong>mt RWE<br />
jeweils führende Marktpositionen bei einem der beiden Hauptprodukte Strom und Gas ein.<br />
Energiemix für die Zukunft<br />
wirtschaftlichen Rahmen- und Förderbedingungen haben<br />
damals die weitere Verbreitung alternativer Energiekonzepte<br />
nicht zugelassen.<br />
Die Diskussion um den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz haben den alternativen<br />
Energien neuen Auftrieb verschafft. Traditionell stellt Wasserkraft<br />
mit knapp 60% weiterhin den stärksten Beitrag zur<br />
Erzeugung regenerativer Energien bei RWE. Allerdings n<strong>im</strong>mt<br />
die Stromerzeugung aus Wind und insbesondere aus Biomasse<br />
in den letzten Jahren <strong>im</strong>mer stärker zu.<br />
Heute dominiert noch die Wasserkraft die erneuerbaren Energien <strong>im</strong> RWE-<br />
Konzern. In Zukunft wird die Bedeutung von Biomasse- und insbesondere<br />
Windkraftwerken wachsen.<br />
Effizient und umweltverträglich<br />
Als führender Energieanbieter setzt RWE auf einen breiten<br />
Energiemix, der den Anforderungen nach Umweltschutz, Versorgungssicherheit<br />
und Preiswürdigkeit gleichermaßen Rechnung<br />
tragen soll. Ein wesentliches Standbein ist dabei neben<br />
der Kernenergie die Verstromung der he<strong>im</strong>ischen Braunkohle<br />
in Deutschland und Ungarn während in Großbritannien Gas<br />
neben Steinkohle eine wesentliche Rolle spielt.<br />
Bereits nach der ersten Energiekrise 1973 begann RWE mit<br />
der Erforschung und Erprobung alternativer Energien und<br />
Stromanwendungen, wie Solaranlagen zur Warmwassererzeugung,<br />
Windenergie und Wärmerückgewinnung. Die<br />
Dennoch entfallen z. Zt. nur 2,5% der Eigenerzeugung auf<br />
regenerative Energien. Um insbesondere die Verstromung<br />
von Kohle so umweltverträglich wie möglich zu gestalten,<br />
investiert RWE massiv in die Fortentwicklung der Kraftwerke.<br />
Die neue Kraftwerksgeneration, die in Vorbereitung ist, stellt<br />
die best verfügbare Technik dar und trägt durch die wesentlich<br />
gesteigerte Effizienz zu einer spürbaren Reduktion der Treibhausgasemissionen<br />
bei.<br />
Vorbildliche <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>vorsorge<br />
Aufnahme in den „Cl<strong>im</strong>ate Change Leaderindex“<br />
2006 wurde RWE erstmalig in den „Cl<strong>im</strong>ate Leadership Index“<br />
des Carbon Disclosure Project aufgenommen und als „Best<br />
in Class“ der Versorgungsunternehmen ausgezeichnet. Ungeachtet<br />
der Tatsache, dass RWE zu den größten Emittenten<br />
von CO 2<br />
zählt wurde damit die Transparenz und die Offenheit<br />
ausgezeichnet, mit der RWE sich dieser Herausforderung stellt.<br />
Im Carbon Disclosure Project haben sich internationale institutionelle<br />
Investoren zusammengeschlossen, um Transparenz<br />
für den Finanzmarkt in Fragen des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandels und den<br />
dazugehörigen Unternehmenspositionen zu schaffen. Es ist das<br />
weltweit größte Projekt seiner Art > www.cdproject.net .<br />
112 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
RWE AG<br />
Mit großem Nachdruck treibt RWE die technologische Entwicklung<br />
nahezu CO 2<br />
-freier Kohlekraftwerke voran. RWE strebt an,<br />
bereits <strong>im</strong> Jahr 2<strong>01</strong>4 ein 450 MW Kohlekraftwerk mit CO 2<br />
-<br />
Abtrennung und -Speicherung in Betrieb zu nehmen. Parallel<br />
dazu wird die CO 2<br />
-Wäsche als Abtrenntechnologie aus Rauchgasen<br />
weiter entwickelt. Die geschätzten Kosten für Kraftwerk<br />
sowie Transport und Speicherung von CO 2<br />
belaufen sich auf<br />
rund 1 Milliarde Euro. Für die Entwicklung der kl<strong>im</strong>averträglichen<br />
Kohleverstromung ist RWE besonders gut aufgestellt,<br />
da das Unternehmen über die Expertise in Kraftwerks- und<br />
Vergasungstechnik sowie über das Basis-Know-how für die<br />
CO 2<br />
-Speicherung <strong>im</strong> eigenen Haus verfügt.<br />
Die Realisierung bis 2<strong>01</strong>4 erfordert die parallele Entwicklung<br />
von Kraftwerk und CO 2<br />
-Speicher. Erfolgsvoraussetzung ist,<br />
dass verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen<br />
den ambitionierten Zeitplan ermöglichen.<br />
Mehr Strom aus erneuerbaren Energien<br />
RWE hat bereits 1370 Megawatt Kraftwerksleistung aus erneuerbaren<br />
Energien installiert. In den nächsten Jahren wird der<br />
Konzern 700 Millionen Euro investieren, um seine Kapazitäten<br />
um 500 bis 700 Megawatt zu erweitern.<br />
Unter allen Technologieoptionen ist die von RWE gewählte<br />
IGCC-Technologie (Integrated Gasification Combined Cycle),<br />
also die Kohlevergasung mit CO 2<br />
-Abtrennung, die einzige<br />
schon heute in großem Maßstab realisierbare Lösung. Bei<br />
diesem Verfahren wird die Kohle in einem Vergaser in ein<br />
Rohgas verwandelt. Nach der Abscheidung unerwünschter<br />
Schwefelverbindungen erfolgt die so genannte „CO-Shift<br />
Reaktion“, die das Rohgas in die Hauptbestandteile Wasser-<br />
Hierzu zählen Investitionen in Wasser- und Biomassekraftwerke,<br />
insbesondere aber in die Windenergie. Bereits heute sind<br />
Windparks in Großbritannien, Spanien und Deutschland mit<br />
mehr als 570 Megawatt installiert. RWE wird den Bau von<br />
Winkraftparks in den nächsten Jahren an den verschiedenen<br />
europäischen Standorten vorantreiben.<br />
Insbesondere in Deutschland gibt es allerdings kaum noch<br />
attraktive Windstandorte auf dem Festland. Anders stellt<br />
sich die Situation in Großbritannien dar. Im windreichsten<br />
Land Europas betreibt die RWE Tochter npower renewables<br />
bereits zahlreiche Windparks, darunter auch zwei Offshore-<br />
Windparks in der Irischen See. Vor wenigen Wochen wurde<br />
der Bau zweier neuer Windparks bekannt gegeben, denen<br />
weitere folgen sollen.<br />
Kohlenkraftwerk mit CO 2<br />
-Abtrennung als zentraler Baustein<br />
des RWE <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>vorsorgeprogramms<br />
In absehbarer Zeit wird Braun- und Steinkohle aber für die<br />
weltweite Stromerzeugung unverzichtbar bleiben. RWE sieht<br />
ihre vordringliche Aufgabe deshalb darin, die effiziente und<br />
kl<strong>im</strong>aschonende Nutzung dieser Energieträger weiterzuentwickeln.<br />
„Das weltweit erste großtechnische Kraftwerk mit integrierter Kohlevergasung,<br />
nachgeschalteter CO 2<br />
-Abtrennung und -Speicherung ist nicht nur ein<br />
großer Schritt für eine kl<strong>im</strong>aschonendere und hochmoderne Energieumwandlung,<br />
sondern unterstreicht auch unseren technologischen Führungsanspruch<br />
vor allem in der Kohleverstromung. Letztlich werden wir als erste<br />
in unserer Branche ein derartiges Projekt <strong>im</strong> großtechnischen Maßstab<br />
realisieren“.<br />
Harry Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
113
RWE AG<br />
RWE AG<br />
stoff und Kohlendioxid wandelt. Danach wird das CO 2 vom<br />
Wasserstoff getrennt, verdichtet und per Pipeline zum CO 2 -<br />
Speicher transportiert.<br />
Der Wasserstoff wird dann in einer Gasturbine verbrannt,<br />
ein nachgeschalteter Abhitzekessel erzeugt Dampf für eine<br />
Dampfturbine. Beide Turbinen treiben jeweils Generatoren<br />
an, in denen der Strom erzeugt wird.<br />
IGCC-Kraftwerke können nicht nur mit Braun- und Steinkohlen,<br />
sondern auch mit Biomasse und Reststoffen betrieben<br />
werden. Unabhängig vom Kraftwerksprozess kann hinter der<br />
Gasaufbereitung und -reinigung Wasserstoff als universeller<br />
Energieträger ausgekoppelt werden. Damit eröffnet sich mit<br />
dem IGCC-Verfahren die Möglichkeit, mit nachgeschalteten<br />
Umwandlungsschritten weitere Energieträger wie synthetisches<br />
Erdgas, Methanol oder auch Motorkraftstoffe wie Diesel<br />
oder Benzin zu erzeugen.<br />
Energie effizient einsetzen und sparen<br />
Die best verfügbare Technik einzusetzen, um Energie effizient<br />
und umweltschonend zu erzeugen, ist für RWE eine Selbstverständlichkeit.<br />
Um schnelle Erfolge zu erzielen, reicht dies<br />
aber nicht aus.<br />
In vielen Unternehmen und Haushalten ruht ein enormes<br />
Einsparpotential für Energie, das mit vergleichsweise geringen<br />
Mitteln gehoben werden kann. RWE verstärkt daher sein<br />
Engagement für Energieeffizienz in Deutschland.<br />
In einem zusammen mit dem Magazin stern durchgeführten<br />
„Energiespar-Check“ wird modellhaft gezeigt, mit welchen<br />
Mitteln Wohnungen, Häuser und Gewerbebetriebe energiefit<br />
gemacht werden können. In der am 16. März <strong>2007</strong> gestarteten<br />
Kampagne „Eine Idee von RWE“ gibt RWE Tipps und Ideen, die<br />
es dem Verbraucher leicht machen, den eigenen Strombedarf<br />
spürbar zu senken.<br />
Weitere Informationen<br />
www.rwe.com<br />
Energiespar-Check<br />
www.rwe.com/energiespar-check/index.html<br />
Joach<strong>im</strong> Löchte<br />
Group Public/Environmental Affairs <strong>im</strong><br />
Gespräch mit Forum <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
(FNW)<br />
Herr Löchte, RWE engagiert sich für Energieeffizienz. Schädigen<br />
Sie damit nicht Ihr eigenes Geschäft – schließlich verdienen<br />
Sie doch am Stromverkauf?<br />
Natürlich werden wir auch in Zukunft mit dem Verkauf von Energie<br />
Geld verdienen. Energieeffi zienz ist aber auch eine gesellschaftliche<br />
Herausforderung, der wir uns als erfolgreiches Unternehmen stellen.<br />
Energieeffi zienz wird mehr und mehr zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.<br />
Deshalb werden wir Energieeffi zienz zu einem unserer<br />
wichtigsten Produkte machen.<br />
RWE wird oft das Engagement für die als besonders kl<strong>im</strong>aschädliche<br />
Braunkohle vorgeworfen. Das erste nahezu<br />
CO<br />
2<br />
-freie Kraftwerk wird frühestens 2<strong>01</strong>4 ans Netz gehen.<br />
Ist das nicht viel zu spät?<br />
Wir dürfen nicht verkennen, dass wir neben dem <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz auch<br />
die Verantwortung für eine sichere und preiswürdige Energieversorgung<br />
haben. Braunkohle ist unsere einzige he<strong>im</strong>ische Pr<strong>im</strong>ärenergie,<br />
die diese beiden Anforderungen erfüllt. Und was das nahezu CO<br />
2<br />
-<br />
freie Kraftwerk angeht, derart innovative Entwicklungen erfordern<br />
Zeit, sowohl für die Technik als auch die Gestaltung der rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen.<br />
Was erwarten Sie für Rahmensetzungen von der Politik?<br />
Die Politik berät gegenwärtig über die Ausgestaltung des Allokationsplanes<br />
für Emissionsrechte. Wir hoffen, dass die Politik dabei<br />
auch die wirtschaftlichen Konsequenzen <strong>im</strong> Auge behält und Rahmenbedingungen<br />
schafft, die uns die Umsetzung unserer Investitionen<br />
in hochmoderne Kraftwerke ermöglicht. Weiterhin sind wir auf<br />
einen Konsens mit der Politik über die Rahmenbedingungen für die<br />
Speicherung von CO<br />
2<br />
angewiesen.<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keitsbericht<br />
www.rwe.com/Verantwortung<br />
Wo sehen Sie RWE <strong>im</strong> Jahre 2020?<br />
RWE wird weiterhin ein führendes Energieversorgungsunternehmen<br />
sein. Unser Kraftwerkspark wird eine erhebliche Erneuerung erfahren<br />
haben mit deutlich verbesserten Wirkungsgraden und wesentlich<br />
geringeren CO<br />
2<br />
Emissionen. Der Energieverbrauch wird deutlich<br />
opt<strong>im</strong>iert sein, aber weiterhin mit Elektrizität als dem wesentlichen<br />
Rückgrat unserer Industrie- und Wohlstandsgesellschaft. Effi ziente<br />
Anwendungen wie die Wärmepumpe oder stark verbesserte Insolierungen<br />
der Gebäude sind dann längst Standard.<br />
114 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Siemens AG<br />
Siemens AG<br />
Corporate Environmental Affairs & Technical Safety (CT ES)<br />
Otto-Hahn-Ring 6<br />
81739 München<br />
www.siemens.com/umweltschutz<br />
Ansprechpartner<br />
Dr. Wolfgang Bloch<br />
CT ES – Leitung<br />
Telefon 089 / 6 36 - 4 <strong>01</strong> 60<br />
PROFIL<br />
Umweltschutz hat bei Siemens einen besonders hohen Stellenwert; das gilt für die Fertigungstechnologien ebenso wie für das Warenangebot. Mit<br />
zahlreichen innovativen Produkten und Lösungen begegnet das Unternehmen weltweiten Herausforderungen wie <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz, Energie-Effizienz<br />
oder Ressourcenschonung. Siemens war eins der ersten Unternehmen der Elektro- und Elektronikbranche, die eine eigene firmeninterne Norm zur<br />
umweltverträglichen Produktgestaltung erlassen haben. Ein unternehmensweites Umweltmanagement wacht seit mehr als 30 Jahren darüber,<br />
dass gesetzliche und firmeninterne Umweltschutz-Vorgaben eingehalten werden. Damit bringt Siemens ökonomische, ethische, ökologische und<br />
gesellschaftliche Anforderungen in Einklang.<br />
Siemens baut auf <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Die Diskussion um den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel zeigt: Umweltschutz<br />
bleibt aktuell. Auch wenn die Elektro- und Elektronik-Branche<br />
die Umwelt wenig belastet, kann sie ihren Beitrag leisten<br />
– wie, das zeigt Siemens. Dort ist Umweltschutz Teil der auf<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit ausgerichteten Geschäftsprozesse.<br />
Ein Schlüssel zum Umweltschutz heißt Energie-Effizienz.<br />
Diese war bei Siemens schon <strong>im</strong>mer wichtig. Zum Beispiel<br />
Stromerzeugung: Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke des<br />
Unternehmens erreichen heute Wirkungsgrade von mehr als<br />
58 Prozent. Das ist Weltspitze, doch damit nicht genug: Im<br />
bayerischen Irsching errichtet Siemens eine neu entwickelte<br />
Anlage, die 530 MW leisten und einen Wirkungsgrad von über<br />
60 Prozent haben wird. Die dort arbeitende Gasturbine wird<br />
die größte und leistungsstärkste der Welt sein.<br />
Erneuerbare Energieträger eröffnen weitere Chancen für mehr<br />
Umwelt- und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz. 6.300 Siemens-Windkraftanlagen<br />
leisten 5.500 MW Strom und sparen jährlich 9 Mio. Tonnen<br />
CO 2<br />
. Den Blick – klar nach vorne – richtet das Unternehmen bei<br />
Erdwärme und Brennstoffzellen: In Unterhaching bei München<br />
entsteht eine Geothermie-Anlage, die 3,36 MW leisten und<br />
12 000 Tonnen CO 2<br />
pro Jahr sparen soll, und für 2<strong>01</strong>2 planen<br />
das Energie-Unternehmen EnBW und Siemens gemeinsam<br />
ein Brennstoffzellen-Hybridkraftwerk der Megawattklasse.<br />
Wirkungsgrad: bis zu 70 Prozent. Bei Hochtemperaturbrennstoffzellen<br />
ist Siemens bereits Weltmarktführer<br />
Königswege für Industrie und Kommunen<br />
Energie-Effizienz heißt auch den Energieverbrauch zu senken.<br />
Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Beispiel: Modernisierung<br />
elektrischer Industrie-Anlagen. Siemens hat die Verlustleistung<br />
von Elektromotoren, wie sie in der Fertigungsindustrie<br />
verwendet werden, um bis zu 45 Prozent gesenkt. Solche<br />
Motoren eignen sich für mehr als 90 Prozent aller industriellen<br />
Anwendungen. Eine Anschaffung rechnet sich oft schon<br />
zwischen ein und zwei Jahren – wann das genau der Fall ist<br />
und wie viel Energie eine Modernisierung einspart, berechnet<br />
entsprechende Siemens-Software.<br />
Dienstleistungen und Business-Modelle sind weitere Schritte zu<br />
mehr Energie-Effizienz. Hier gehören auch Kommunen zu den<br />
Gewinnern. Das von Siemens angebotene Energiespar-Contracting<br />
mit maßgeschneiderten Modernisierungskonzepten<br />
spart Einrichtungen wie Schw<strong>im</strong>mbädern, Schulen oder Ver-<br />
Siemens entwickelt Technologien zum Abtrennen und Speichern von CO 2<br />
für neue und bestehende Kraftwerke: Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke<br />
mit vorgeschalteter Kohlevergasung (IGCC), wie hier in Puertollano, und<br />
CO 2<br />
-Wäsche für konventionelle Kraftwerke.<br />
Gedruckt www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
115
Siemens AG<br />
Fabrik den jährlichen Energiebedarf um 870.000 kWh und die<br />
CO 2<br />
-Emissionen um 505 Tonnen verringert. Dass auf hohem<br />
Niveau noch neue Erfolge möglich sind, zeigt unser Werk für<br />
Medizin-Geräte in Kemnath: Trotz gesteigerter Produktion und<br />
erhöhter Auslastung blieb der Energieverbrauch während der<br />
letzten drei Jahre fast konstant.<br />
Eines der Erfolgsprojekte von Siemens Wind Power ist Nysted Offshore in<br />
Dänemark – weltweit der größte Offshore-Windpark mit 72 Windenergieanlagen.<br />
Nysted Offshore hat eine Leistung von über 165 Megawatt.<br />
waltungsgebäuden Energie, Schadstoffemissionen und Kosten.<br />
Das durch Energieeinsparungen gewonnene Geld finanziert<br />
zunächst die Modernisierung, später entlastet es die Budgets.<br />
Alleine in der Europäischen Union haben mehr als 100 solcher<br />
Projekte von 1996 bis 2004 rund 146 Millionen Euro gespart<br />
und Kohlendioxid-Emissionen um 79 000 Tonnen gesenkt.<br />
Was für die öffentliche Hand gilt, gilt auch für Privathaushalte.<br />
Siemens-Kühlschränke verbrauchten 2006 z. B. 79 Prozent<br />
weniger Strom als noch 1990; bei Waschmaschinen waren es<br />
37, bei Geschirrspülern 40 und bei Elektroherden 31 Prozent.<br />
Für Haushalte und Unternehmen gleichermaßen interessant<br />
sind Energiesparlampen des Siemens-Tochterunternehmens<br />
Osram. Sie sind genauso hell wie herkömmliche Glühlampen,<br />
verbrauchen aber bis zu 80 Prozent weniger Strom.<br />
Für Industrieanlagen hält Siemens Paketlösungen parat, die<br />
das Energiemanagement auf Vordermann bringen. Betrachtet<br />
werden nicht nur Strom und Wärme, sondern auch produktionsnahe<br />
Anlagen wie Druckluft-Aggregate oder Kühlsysteme.<br />
Erst wird umfassend analysiert, dann konkret geplant<br />
und schließlich bis zur Abnahme umgesetzt – alles <strong>im</strong> engen<br />
Schulterschluss mit dem Kunden. Schon bald ist letzterer damit<br />
Dank schneller Amortisation auf der Gewinnerstraße. So macht<br />
Siemens alle stark: Kunden, Umwelt und eigenen Erfolg.<br />
Gut gekehrt vor der eigenen Tür<br />
Was für die Kunden von Siemens gut ist, ist auch gut <strong>im</strong><br />
eigenen Unternehmen. Denn betrieblicher Umwelt- und<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz haben bei Siemens ihren festen Platz. Beispiel<br />
Duisburg. Dort spart der Siemens-Bereich Power Generation<br />
nach dem Erneuern einer Druckluftanlage 40 Prozent Energie,<br />
flankiert durch das Heizen mit Abwärme. Damit hat die<br />
Doch damit nicht genug: Siemens ist dabei, weiter die Energie-Effizienz<br />
zu erhöhen und den Ressourcenverbrauch<br />
zu verringern – bei Produkten und in der Produktion. Damit<br />
setzt das Unternehmen seine Tradition des organisierten<br />
Umweltschutzes fort, die schon vor mehreren Jahrzehnten<br />
begonnen wurde, und <strong>im</strong>mer noch top-aktuell ist. Waren es<br />
früher noch nachsorgende, oft auch kostspielige, so genannte<br />
End-of-pipe-Technologien, berücksichtigt heute der integrierte<br />
Umweltschutz Materialkreisläufe in den Fertigungen ebenso<br />
wie Ressourcen schonende Produktentwicklung, Produktrücknahme<br />
und Recycling. Das führt dazu, dass nachsorgender<br />
Umweltschutz <strong>im</strong>mer weniger erforderlich ist und Kosten<br />
sinken.<br />
All das fußt auf einem soliden, weltumspannenden Umweltmanagement,<br />
das sich eines firmenweiten Datenbank- und<br />
Kontrollsystems sowie firmeninterner Normen und regelmäßiger<br />
Audits bedient. So gelingt es Siemens, seine selbst gesetzten<br />
Ziele zu erreichen und die Erwartungen seiner Kunden<br />
und Geschäftspartner zu erfüllen. Das heißt nichts geringeres,<br />
als zu den Klassenbesten zu zählen.<br />
Umweltbildung großgeschrieben: Mitarbeiter von Siemens in der Türkei<br />
haben freiwillig das Programm „Für die Umwelt und unsere Zukunft“<br />
gestartet.<br />
Geprüft und für gut befunden<br />
Hohe Energie-Effizienz und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz von Siemens finden Anerkennung.<br />
Das Unternehmen ist sowohl <strong>im</strong> Dow Jones Sustainability<br />
Index, als auch unter den weltweit 60 Best-in-Class-Unternehmen<br />
des Carbon Disclosure Projects gelistet.<br />
116 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Siemens AG<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz heißt Chancen nutzen<br />
Interview mit Dr. Wolfgang Bloch<br />
Leiter der Unternehmensreferate Umweltschutz und Technische<br />
Sicherheit der Siemens AG<br />
Wirtschaft gerechte Wettbewerbsbedingungen vorfindet. Das<br />
bedeutet, dass so schnell wie möglich entschieden werden<br />
muss, wie es nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls <strong>im</strong><br />
Jahr 2<strong>01</strong>2 international weitergeht.<br />
Und was kann die Industrie zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz beitragen?<br />
Selbstverständlich muss auch die Industrie ihren Beitrag leisten.<br />
Dazu gehört, dass be<strong>im</strong> Neubau und Modernisieren von Kraftwerken<br />
die effizientesten Technologien verwendet werden,<br />
die übrigens meist auch die kostengünstigsten sind. Dazu<br />
gehört aber auch, sich von überkommenen kameralistischen<br />
Ansichten und Verhaltensweisen zu verabschieden.<br />
Dr. Wolfgang Bloch<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist auf dem Vormarsch. Hat der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
überhaupt noch eine Chance?<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz hat eine Chance. Aber es muss gehandelt werden,<br />
und zwar schnell. Dazu muss jeder seinen Beitrag leisten:<br />
die Industrie genauso wie die Politik und die Verbraucher.<br />
Was muss getan werden, um diese Chance zu nutzen?<br />
Bereits jetzt sind Technologien und Verfahren verfügbar, mit<br />
denen man sofort etwas tun kann. Dazu gehören hocheffiziente<br />
Kraftwerke ebenso wie die Nutzung erneuerbarer und<br />
alternativer Energieträger. Dazu gehört aber vor allem auch das<br />
Energiesparen. Siemens hat ja eine ganze Reihe entsprechender<br />
Produkte, Lösungen und Dienstleistungen <strong>im</strong> Angebot. Mit<br />
diesen Möglichkeiten stehen die Chancen, den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
einzudämmen, gar nicht so schlecht.<br />
Man könnte also Entwarnung geben?<br />
Keinesfalls! Man muss nämlich diese Möglichkeiten auch nutzen.<br />
Dies wird aber längst nicht ausreichend getan.<br />
Was muss ihrer Meinung nach also getan werden?<br />
Natürlich brauchen wir geeignete Rahmenbedingungen. Dafür<br />
ist die Politik zuständig. Sie muss dafür sorgen, dass die<br />
Was heißt das konkret?<br />
Bei Investitionen entscheiden nicht nur die Anschaffungskosten.<br />
Nehmen Sie nur die elektrischen Antriebe. Bei ihnen entstehen<br />
mehr als 90 Prozent der Kosten be<strong>im</strong> Energieverbrauch<br />
in der Nutzungsphase. Durch das Ersetzen Strom fressender<br />
Maschinen durch Energie sparende Antriebssysteme lassen<br />
sich die Gesamtkosten also drastisch senken. Das verkürzt die<br />
Amortisationszeit oft auf weniger als zwei Jahre. Es ist also<br />
schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen dringend geboten,<br />
die gesamten Life-cycle-Kosten zu betrachten. Wer danach<br />
handelt, tut nicht nur etwas für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz, sondern<br />
auch für den eigenen Geschäftserfolg. Ganz abgesehen davon,<br />
kommt dies alles auch dem jeweiligen Unternehmens<strong>im</strong>age<br />
zu Gute.<br />
Welche Rolle spielt Siemens dabei?<br />
Das Thema Life-cycle-Kosten nehmen wir natürlich auch <strong>im</strong><br />
eigenen Unternehmen sehr ernst. Bei unseren Modernisierungen<br />
oder Neubauprojekten spielten ja die Betriebskosten<br />
schon <strong>im</strong>mer eine wichtige Rolle. Wir kümmern uns also<br />
auch <strong>im</strong> eigenen Haus um Energie sparende und Ressourcen<br />
schonende Fertigungen.<br />
Vor allem helfen wir mit unseren energie-effizienten Produkten<br />
aber unseren Kunden, <strong>im</strong> Sinne des <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzes zu handeln.<br />
Die neuen U-Bahnen, die wir zurzeit nach Oslo liefern,<br />
verbrauchen zum Beispiel 30 Prozent weniger Energie als ihre<br />
Vorgänger und sparen dadurch 33 Prozent der Betriebskosten.<br />
Das ist genau solch eine Win-win-Situation, die wir für den<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz brauchen: Nutzen für alle – für unsere Kunden,<br />
für den <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und für den Erfolg unseres eigenen Unternehmens.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
117
Vodafone<br />
Vodafone D2 GmbH<br />
Düsseldorf<br />
Dr. Bernhard Lorentz<br />
Leiter Corporate Responsibility und Stiftungen<br />
Telefon 0211 / 5 33 12 63<br />
Mail bernhard.lorentz@vodafone.com<br />
Vodafone-Stiftungen<br />
www.vodafone-stiftung.de<br />
www.vodafone-stiftung-fuer-forschung<br />
PROFIL<br />
Vodafone Deutschland ist mit über 30 Mio. Kunden, über acht Mrd. Euro Umsatz und 9.000 Mitarbeitern einer der größten und modernsten<br />
Telekommunikationsanbieter in Europa. Als innovatives Technologie- und Dienstleistungsunternehmen steht Vodafone für mobile Kommunikation<br />
aus einer Hand: Mobilfunk und Festnetztelefonie sowie schnelle Datendienste für Geschäfts- und Privatkunden. Mit acht Niederlassungen und<br />
mehr als 1.600 eigenen Shops und Partneragenturen ist Vodafone in ganz Deutschland nah am Kunden. Im Unternehmensverbund von Vodafone<br />
Deutschland wird auch die Mehrheitsbeteiligung am Telekommunikationskonzern Arcor mit Sitz in Eschborn/Taunus geführt. Vodafone Deutschland<br />
stellt sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung in Deutschland und fördert auch über die Vodafone Stiftung Deutschland zahlreiche<br />
Projekte.<br />
Zu schade für den Müll<br />
Umweltmanagement ist ein wichtiger Bestandteil des Corporate<br />
Responsibility Engagements von Vodafone und sichert einen<br />
gleich bleibend hohen Standard in allen Unternehmen der<br />
Vodafone Gruppe. Es umfasst die Bereiche „Energieeffizienz“,<br />
„Abfallentsorgung“, „Handy-Recycling“ und „Ressourcenschonung“<br />
und gewährleistet sowohl Rechtssicherheit als auch<br />
die Einhaltung selbst gesteckter Umweltziele. Eine wesentliche<br />
Grundlage jedes Umweltmanagements sind nachvollziehbare<br />
Daten, die Aufschluss über den Status-Quo der Umweltleistungen<br />
eines Unternehmens und die Entwicklungen <strong>im</strong> Zeitverlauf<br />
geben. Bei Vodafone erstreckt sich das interne und externe<br />
Umweltreporting auf die Bereiche „Netzausbau und -betrieb“,<br />
„Büro“ und „Callcenter“ sowie den Shopbereich.<br />
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Entwicklung<br />
ausgewählter umweltrelevanter Stoffströme in den<br />
vergangenen Jahren.<br />
„Deutschland sammelt Alt- Handys“<br />
Bereits seit September 2002 bietet Vodafone seinen Kunden<br />
die Möglichkeit, Alt-Handys über Vodafone umweltgerecht<br />
entsorgen zu lassen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der<br />
Wiederverwendung funktionstüchtiger Handys. Dies ist nach<br />
Überzeugung von Vodafone eine höherwertige Entsorgung:<br />
Durch die Ausnutzung der Lebensdauer der Handys werden<br />
Ressourcen geschont. Die Erlöse aus dem Handyrecyclingprogramm<br />
werden gemeinnützigen Organisationen gespendet. So<br />
wurde mittlerweile eine Spendensumme von über 1 Mio. Euro<br />
erreicht. Im Geschäftsjahr 2006/<strong>2007</strong> wurden über 110.000<br />
Handys recycelt bzw. wiederverwendet. Somit wurde das Vodafone-Ziel<br />
von 100.000 recycelten Handys <strong>im</strong> Geschäftsjahr<br />
2006/<strong>2007</strong> deutlich übertroffen.<br />
118 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
Vodafone<br />
Netztechnikschrott und sonstige Abfälle<br />
Netztechnikschrott entsteht durch den Austausch defekter<br />
oder alter Netztechnikanlagen <strong>im</strong> Rahmen der Netzmodernisierung.<br />
Mehr als 98 % des Elektroschrotts bei Vodafone werden<br />
recycelt bzw. wiederverwendet. Ebenso werden mehr als 98<br />
% der gefährlichen Abfälle <strong>im</strong> Netzbetrieb recycelt.<br />
Zu den so genannten „sonstigen Abfällen“ gehören insbesondere<br />
leere Tonerkartuschen und nicht mehr benötigtes<br />
EDV-Equipment. Diese Materialien werden ebenfalls einer<br />
Wiederverwendung bzw. einem Recycling zugeführt. Wiederverwendbare<br />
Tonerkartuschen und Tintenpatronen werden<br />
wiederbefüllt und dem Markt zugeführt. EDV-Equipment wird<br />
– sofern möglich – ebenso der Wiederverwendung zugeführt;<br />
defekte Ware wird recycelt. Die Erlöse aus diesen Maßnahmen<br />
werden gemeinnützigen Organisationen gespendet.<br />
Einen vollständigen Überblick über das Corporate Responsibility<br />
Engagement von Vodafone Deutschland erhalten Sie <strong>im</strong><br />
CR-Report, der jährlich erscheint und den Sie bestellen oder <strong>im</strong><br />
Internet herunterladen können unter: http://www.vodafone.<br />
de/unternehmen/verantwortung/98112.html.<br />
Seit einem Jahr auf Erfolgskurs: Handys für die Havel<br />
Im März 2006 startete mit dem Naturschutzbund<br />
Deutschland (NABU)<br />
zusätzlich eine bundesweite Kampagne<br />
zur Wiederverwendung von Handys:<br />
Nicht mehr benötigte Handys<br />
können bei den regionalen NABU-<br />
Gruppen abgegeben werden.<br />
Zum 30. März <strong>2007</strong> sind über 11.600<br />
Telefone gesammelt worden und<br />
zugunsten des NABU be<strong>im</strong> Recycling-Unternehmen „Greener Solutions“<br />
eingegangen. Zahlreiche Bürger, aber auch Unternehmen,<br />
Schulen und Behörden haben sich beteiligt. So konnten über 77.000<br />
Euro für das Renaturierungsprojekt Havel, das vom NABU als „eines<br />
der momentan größten Renaturierungsprojekte in ganz Europa“ bezeichnet<br />
wird gesammelt werden.<br />
Foto: Nature Pix; Nabu<br />
Neben nahezu 48.000 Euro aus dem Handy-Recycling kommen mehr<br />
als 29.000 Euro aus dem Vodafone Stars-Bonuspunktesystem.<br />
Dr. Bernhard Lorentz, Leiter Corporate Responsibility und Stiftungen<br />
bei Vodafone Deutschland: „<strong>Nachhaltig</strong>keit ist das Leitprinzip unserer<br />
Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Vodafone hat bereits<br />
vor vier Jahren als erster Netzanbieter in Deutschland ein Recyclingprojekt<br />
ins Leben gerufen. Wir freuen uns über das erfolgreiche<br />
Engagement des NABU bei unserem Handy-Recyclingprojekt.“<br />
Wer also sein Alt-Handy umweltverträglich entsorgen und gleichzeitig<br />
etwas für den Naturschutz tun möchte: Sammelstellen finden Sie<br />
<strong>im</strong> Internet unter http://www.nabu.de/m07/m07_02/06053.html<br />
Des Weiteren war Vodafone Sponsor des RTL-Spendenmarathons.<br />
Das Engagement umfasste die Bereitstellung der Telefon-Hotline.<br />
Darüber hinaus wurden die Erlöse in Höhe von 75.000 Euro aus dem<br />
Recycling der in den Monaten November und Dezember 2006 eingegangenen<br />
Althandys an die RTL-Stiftung gespendet.<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
119
Foto: hess natur<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
vom Magazin zum FORUM<br />
Viele Leser werden sich fragen, was bedeutet<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong>.<br />
unterstützen, sollte nicht extra betont<br />
werden müssen.<br />
FORUM Events<br />
ist ein Veranstaltunskalender, der nach<br />
Themen geordnet die Veranstaltungsangebote<br />
aller FORUM-Netzwerkpartner<br />
vorstellt. Hier finden Sie Tagungen / Kongresse,<br />
Workshops, Seminare, Vorträge,<br />
Weiterbildungen und sonstiges Events<br />
zu CSR und <strong>Nachhaltig</strong>keit.<br />
FORUM Experts<br />
Hier präsentieren sich Consultants und<br />
Experten, zum Beispiel für CSR-Strategie-Entwicklung<br />
und Prozessbegleitung,<br />
CSR-Management und Implementierung,<br />
Corporate Citizenship-Beratung,<br />
CSR-Kommunikationsberatung, CSR-<br />
Evaluation, Dokumentation und Reporting.<br />
Zusätzlich ist geplant <strong>Nachhaltig</strong>keitsbeiräte<br />
für Unternehmen und Institutionen<br />
vorzuschlagen.<br />
FORUM Best Practice und News<br />
Firmen, Kommunen und die Politik<br />
demonstrieren vorbildliche Lösungen.<br />
Zusätzlich präsentieren wir neueste<br />
Nachrichten rund um das Thema <strong>Nachhaltig</strong><br />
<strong>Wirtschaften</strong>.<br />
<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> bedeutet für<br />
uns, die <strong>Nachhaltig</strong>e Entwicklung von<br />
Wirtschaft und Gesellschaft in eine<br />
lebenswerte Zukunft zu unterstützen.<br />
Hier sind alle gesellschaftlichen Kräfte<br />
gefragt. Der Verbraucher ebenso wie<br />
Kommunen, Interessensvertretungen,<br />
Universitäten, Medien, die Politik und<br />
vor allem die Wirtschaft.<br />
Die Verbraucher sollten auf einen bewusst<br />
genussvollen Lebensstil umsteigen!<br />
Im englischen Sprachgebrauch hat<br />
er sich längst als LOHAS-Lifestyle etabliert<br />
(LOHAS = Lifestyle of Health and<br />
Sustainability). LOHAS ist ein genussvoller<br />
Lebensstil, der die eigene Gesundheit<br />
ebenso achtet wie die Umwelt und die<br />
Schonung natürlicher Ressourcen.<br />
Die Unternehmen sind aufgerufen, unter<br />
dem Schlagwort Corporate Sustainability<br />
und Corporate Social Responsability<br />
(CSR) verantwortungsbewusst <strong>im</strong> Sinne<br />
der <strong>Nachhaltig</strong>keit zu Handeln.<br />
Dass nicht zuletzt auch die anderen<br />
Akteure und vor allem die Medien<br />
aufgerufen sind, diese Prozesse zu<br />
FORUM bedeutet für uns hier einen<br />
Anlaufpunkt für alle bieten, denen die<br />
Zukunft am Herzen liegt.<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> ist die<br />
Plattform für realistische und wirtschaftlich<br />
sinnvolle Zukunftsvisionen und<br />
lädt alle Akteure ein, Ihre Ansätze und<br />
Handlungsvorschläge zu präsentieren.<br />
Dazu haben wir sechs Säulen entwickelt.<br />
Hier können alle teilnehmenden Netzwerk-Partner<br />
sich und ihre Ideen vorstellen<br />
und weitere Partner für gemeinsame<br />
Projekte gewinnen.<br />
FORUM Uni<br />
Hier präsentieren Universitäten und<br />
Forschungseinrichtungen ihre neuesten<br />
Forschungs- und Lehransätze für <strong>Nachhaltig</strong>es<br />
<strong>Wirtschaften</strong>.<br />
FORUM Reader<br />
Für den ersten Einstieg in die Thematik<br />
„<strong>Nachhaltig</strong>keit und CSR“ hilft<br />
FORUM-Reader. Hier werden die Studien,<br />
Checklisten, Umfragen, Diplomund<br />
Doktorarbeiten sowie Bücher der<br />
Netzwerkpartner präsentiert.<br />
FORUM Projektbörse<br />
bietet eine Auswahl von unterstützenswerten<br />
Projekten aus den Bereichen<br />
Umwelt, Kultur, Soziales. Firmen schreiben<br />
aus, in welchen Bereichen sie für ihr<br />
CSR-Engagement Partner suchen.<br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> lädt alle<br />
Akteure wie Kommunen, Interessensvertretungen,<br />
Universitäten, Medien,<br />
die Politik und vor allem die Wirtschaft<br />
ein, <strong>im</strong> Netzwerk mitzuwirken und ihre<br />
Leistungen zu präsentieren. Für den<br />
weiteren Ausbau des FORUM suchen wir<br />
Sponsoren und eine Förderungen durch<br />
Stiftungen oder die öffentlichen Hand.<br />
Wenn auch Sie dabei sein wollen<br />
<strong>im</strong> Netzwerk von FORUM <strong>Nachhaltig</strong><br />
<strong>Wirtschaften</strong> freuen wir uns über Ihre<br />
Vorschläge und Anfragen unter:<br />
089 / 74 66 11 - 11 oder per mail an<br />
info@nachhaltigwirtschaften.net<br />
Nachfolgend finden Sie exemplarische<br />
Meldungen aus den sechs zukünftigen<br />
Bereichen des FORUM <strong>Nachhaltig</strong><br />
<strong>Wirtschaften</strong>.<br />
120 Gedruckt auf LETTURA® <strong>forum</strong> 72 – ein <strong>Nachhaltig</strong> Produkt der <strong>Wirtschaften</strong> Papierfabrik Hainsberg • 1/<strong>2007</strong> GmbH
FORUM Uni<br />
FH Eberswalde<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit in allen<br />
Studiengängen<br />
Mit ihren inzwischen vierzehn Studiengängen<br />
besitzt die Fachhochschule<br />
Eberswalde seit ihrer Gründung ein<br />
eigenes, dem nachhaltigen <strong>Wirtschaften</strong><br />
verpflichtetes Profil. Bundesweit<br />
einmalig ist die Zusammenführung der<br />
auf den ländlichen Raum orientierten<br />
Fächer wie Forstwirtschaft, Landschaftsnutzung<br />
und Naturschutz, Ökolandbau,<br />
Holztechnik, Regionalmanagement oder<br />
Tourismus. Ausgehend von ehemals<br />
vier Diplom-Studiengängen wurde das<br />
Studienangebot <strong>im</strong> Zuge der Umstellung<br />
auf die internationalen Bachelor- und<br />
Master-Abschlüsse beständig erweitert.<br />
Die bedarfsgerechte, zukunftsorientierte<br />
Ausbildung der einzelnen Studiengänge<br />
wird ergänzt durch spezielle Seminare<br />
und Coachings zur Förderung der wachsenden<br />
Gründerkultur.<br />
www.fh-eberswalde.de<br />
Universität Bremen<br />
Artec-Forschungszentrum <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
Das Forschungszentrum <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
artec (Forschungszentrum Arbeit und<br />
Technik) ist eine Zentrale Wissenschaftliche<br />
Einrichtung der Universität Bremen.<br />
Die wissenschaftliche Einheit ist ein<br />
Zu sammenschluss von Professoren und<br />
Professorinnen aus unterschiedlichen<br />
Fachbereichen. Zweck ist die disziplinübergreifende<br />
Forschung. Im Rahmen<br />
von Forschung und Lehre wird die<br />
Nach haltigkeitsthematik unter sozialen,<br />
öko nomischen und ökologischen<br />
Perspektiven untersucht. Die wissenschaftliche<br />
Beratungstätigkeit ist darauf<br />
ausgerichtet, nachhaltige Entwicklungen<br />
in relevanten Handlungsfeldern zu unterstützen.<br />
www.artec.uni-bremen.de<br />
Universität Bayreuth<br />
Der Studiengang Geoökologie<br />
Die Wirkungsweise biologischer, chemischer<br />
und physikalischer Prozesse auf<br />
der Erde – vom Boden über Pflanzen<br />
in die Atmosphäre – zu verstehen ist<br />
wissenschaftliches Ziel der Geoökologie.<br />
Mit ihrer fachübergreifenden<br />
naturwissenschaftlichen Ausbildung<br />
sind Geoökologen dazu in der Lage, in<br />
komplexen Kontexten problemorientiert<br />
zu denken. Sie suchen nach Wegen zum<br />
nachhaltigen Umgang mit der Umwelt<br />
und entwickeln naturwissenschaftlich<br />
begründete Strategien zur Lösung von<br />
Umweltproblemen. Der in Bayreuth<br />
erfundene gleichnamige Studiengang<br />
setzte erfolgreich Maßstäbe für ein<br />
modernes Studium der Umweltnaturwissenschaften.<br />
Seit kurzem wird an der Universität<br />
Bayreuth nun ein neuer Bachelor-Studiengang<br />
Geoökologie angeboten.<br />
Direkt darauf aufbauend schließen<br />
sich Master-Studiengänge an, welche<br />
<strong>im</strong> Profilschwerpunkt „Ökologie und<br />
Umweltwissenschaften“ aufeinander<br />
abgest<strong>im</strong>mt sind.<br />
www.geooekologie-bayreuth.de<br />
Universität Lüneburg<br />
MBA Sustainability Management<br />
Der Qualifikationsbedarf zu <strong>Nachhaltig</strong>keitsmanagement<br />
wächst. Das Centre<br />
for Sustainability Management (CSM)<br />
der Universität Lüneburg hat 2002 den<br />
MBA-Fernstudiengang Sustainability<br />
Management ins Leben gerufen. Es ist<br />
der erste akkreditierte universitäre Master<br />
of Business Administration für <strong>Nachhaltig</strong>keitsmanagement,<br />
der als Fernstudium<br />
(Teil- und Vollzeit) angeboten wird.<br />
Der MBA Sustainability Management<br />
vermittelt alle betriebswirtschaftlichen<br />
Inhalte eines konventionellen MBA.<br />
Konzeptionell wurde ganz bewusst der<br />
Focus gleichermaßen auf Praxisrelevanz<br />
und eine vertiefte anspruchvolle wissenschaftliche<br />
Ausbildung gelegt.<br />
www.sustainament.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
121
FORUM Reader<br />
<strong>Nachhaltig</strong>er Unternehmenserfolg<br />
Matthias Wühle<br />
Mit CSR zum Unternehmenserfolg. Gesellschaftliche<br />
Verantwortung als Wertschöpfungsfaktor<br />
VDM Verlag Dr. Müller, 83 Seiten<br />
EUR 42,00<br />
ISBN 9783836402590<br />
www.vdm-verlag.de<br />
Engelbert Schramm, Thomas Kluge<br />
Aktivierung durch Nähe<br />
Regionalisierung nachhaltigen <strong>Wirtschaften</strong>s<br />
OEKOM Verlag, 183 Seiten, EUR 19,90<br />
ISBN 978-3-936581-03-4<br />
www.oekom.de<br />
<strong>Nachhaltig</strong>es Investment<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> und Energie<br />
Wolfgang Keck, Martina Schubert<br />
Trainingshandbuch Corporate Social Responsibility<br />
für kleine und mittlere Unternehmen<br />
Corporate Social Responsibility (CSR) ist nicht<br />
nur bei PR-Strategen der Konzerne <strong>im</strong> Kommen.<br />
Vielmehr betrifft verantwortungsvolles<br />
Unternehmertum auch die rund 99 Prozent<br />
aller europäischen Firmen, die als kleines und<br />
mittelständisches Unternehmen (KMU) tätig<br />
sind.Das KMU-Handbuch bricht die komplexe<br />
Thematik CSR auf die Bedürfnisse kleinerer<br />
Unternehmen herunter und bietet strategische<br />
Ansätze für das betriebliche Kerngeschäft.<br />
Auf 250 Seiten, mit 6 Trainingsmodulen, 18<br />
Übungen, 12 Fallbeispielen und 7 ethischen<br />
Dilemmata bietet das Buch Trainern und Beratern<br />
einen kompakten Leitfaden. Es eignet<br />
sich auch für betriebsinterne Schulungen zu<br />
CSR-Verbesserungsprozessen. Die Trainingseinheiten<br />
umfassen Unternehmensethik,<br />
verantwortliche Unternehmensführung am<br />
Arbeitsplatz, am Markt, <strong>im</strong> Gemeinwesen<br />
und in Umweltfragen.<br />
250 Seiten, EUR 100,00 zzgl. Versandkosten<br />
ISBN: 978-3-9502227-5-3<br />
www.fofos.eu<br />
Karin Fuchs-Gamböck, Sofie Langmeier<br />
Corporate Social Responsibility <strong>im</strong> Mittelstand<br />
– Wie Ihr Unternehmen durch gesellschaftliches<br />
Engagement gewinnt<br />
Diese Neuerscheinung <strong>im</strong> Wirtschaftsverlag<br />
Economica beschäftigt sich besonders pragmatisch<br />
mit dem Thema CSR <strong>im</strong> Mittelstand.<br />
Unternehmer, Führungskräfte und alle mit<br />
CSR Befassten finden in diesem Fachbuch<br />
nicht nur das nötige Hintergrundwissen zu<br />
unternehmerischem Engagement. Einen<br />
zusätzlichen Service bietet die Autorin Karin<br />
Fuchs-Gamböck auf der Webseite ihres<br />
Agentur-Netzwerks. Unter der Adresse www.<br />
csr-network.de finden die Leser ein Probekapitel,<br />
alle Praxisbeispiele aus dem Buch sowie<br />
Arbeitsmaterialien zum Thema.<br />
Economica, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm,<br />
318 Seiten, EUR 49,-<br />
ISBN 978-3-87081-479-3<br />
www.huethig-jehle-rehm.de<br />
B.A.U.M. e.V.<br />
<strong>Nachhaltig</strong>es Investment in Europa:<br />
Das B.A.U.M. Jahrbuch <strong>2007</strong><br />
Ein starkes Nachschlagewerk des Umweltengagements<br />
aus der Wirtschaft. Mehr als 50 Unternehmen<br />
präsentieren darin Umweltleistung<br />
und -technologien. <strong>Nachhaltig</strong>es Investment<br />
bildet in diesem Jahr den Schwerpunkt. Experten<br />
diskutieren ethische Geldanlagen. Das<br />
Vorwort stammt von EU-Umweltkommissar<br />
Stavros D<strong>im</strong>as, der für für betriebliche Umweltmanagementsysteme<br />
votiert. Erstmalig<br />
erscheint das Jahrbuch auch in Österreich<br />
und der Schweiz.<br />
Henkel Kommunikation GmbH, 200 Seiten,<br />
EUR 31,90<br />
ISBN 978-936243079<br />
www.baumjahrbuch.de<br />
IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung<br />
<strong>Nachhaltig</strong> erfolgreich <strong>Wirtschaften</strong><br />
Für 28 deutsche Unternehmen wurden die<br />
öffentlich zugänglichen Daten für die drei<br />
D<strong>im</strong>ensionen der <strong>Nachhaltig</strong>keit - Ökonomie,<br />
Ökologie und Soziales erhoben. Die zehn genutzten<br />
Kennziffern umfassen beispielsweise<br />
die Zahl der Arbeitsunfälle, den CO 2<br />
-Ausstoß<br />
oder den Wasserverbrauch der Unternehmen.<br />
Mit diesem Datenmaterial errechneten die<br />
WissenschaftlerInnen für jedes Unternehmen<br />
den nachhaltigen Mehrwert der unternehmerische<br />
<strong>Nachhaltig</strong>keit in Geldgrößen (Euro)<br />
ausdrückt. Auf diese Art und Weise werden<br />
aufschlussreiche und transparente Vergleiche<br />
zwischen Branchen und Unternehmen<br />
möglich.<br />
Zum Download der Studie:<br />
www.newprojekt.de/studie/download<br />
NEU!<br />
Stefan Rahmstorf, Hans-Joach<strong>im</strong> Schellnhuber<br />
Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
„Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel ist mit Fakten gespickt<br />
und doch leicht verständlich und spannend<br />
zu lesen. Das Buch könnte und sollte ein<br />
Standardwerk zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel werden.“<br />
FR/Tagesspiegel<br />
Beck`sche Reihe, 144 Seiten, 25 Abb.und 2<br />
Tabellen, Paperback, EUR 7,90<br />
ISBN 978-3406508660<br />
www.beck.de<br />
NEU!<br />
Lutz Wicke, Peter Spiegel, Inga Wicke-Thüs<br />
Kyoto PLUS – So gelingt die <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wende<br />
<strong>Nachhaltig</strong>e Energieversorgung PLUS globale<br />
Gerechtigkeit<br />
Mit einem Vorwort von Klaus Töpfer<br />
„Das Buch gibt Aufschluss über die erschreckende<br />
Gegenwart und enthält konkrete<br />
Vorschläge zu Verbesserungen.“<br />
Rheinischer Merkur<br />
Beck`sche Reihe, 251 Seiten,<br />
6 Abb. und 3 Tabellen, broschiert,<br />
EUR 19,90<br />
ISBN 978-3406551277<br />
www.beck.de<br />
122 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
natur & kosmos 04/<strong>2007</strong>, S. 1, 26.02.<strong>2007</strong>, 10:43, KHARB<br />
P R O J E K T<br />
Z U K U N F T<br />
ITALIEN € 5,90<br />
SCHWEIZ SFR 9,50<br />
B 7114<br />
alternative Techniken zur Erzeugung, Speicherung<br />
und zum Transport von Energie wirklich<br />
erfüllen können. Farbige Bilder, übersichtliche<br />
Informationsgrafiken und Informationskästen<br />
lockern die Texte auf.<br />
Das Buch setzt Spaß an naturwissenschaftlichem<br />
Denken voraus. Es wendet sich an alle,<br />
die es genau wissen wollen. Wer es gelesen<br />
hat, kann kompetent mitreden!<br />
Wiley-VCH, 108 Seiten, gebunden<br />
EUR 39,80 / SFr 64,-<br />
ISBN 978-3527407279<br />
www.wiley-vch.de<br />
Colin J.Campbell, Frauke Liesenborghs, Jörg<br />
Schindler und Werner Zittel<br />
Ölwechsel! – Das Ende des Erölzeitalters<br />
und die Weichenstellung für die Zukunft<br />
Der Ölpreis steigt <strong>im</strong>mer weiter, die Nachfrage<br />
aus Indien und China wird <strong>im</strong>mer größer, Kriege<br />
um die Erdölressourcen werden zunehmen.<br />
„Peak Oil“ wird demnächst erreicht. Anhand<br />
neuester Daten legt der weltweit renommierte<br />
Experte Colin J. Campbell zusammen mit<br />
Global Challenges Network, eine Nichtstaatliche<br />
Internationale Organisation (NGO), eine<br />
beeindruckende Analyse unserer prekären<br />
Situation vor.<br />
dtv, 272 Seiten, Grafiken und Abbildungen,<br />
EUR12,-<br />
ISBN 978-342-343893<br />
www.dtv.de<br />
Thomas Bührke, Roland Wengenmayr<br />
Erneuerbare Energie<br />
Alternative Energiekonzepte für die Zukunft<br />
Energie ist das Schlüsselthema des 21.<br />
Jahrhunderts. Ein heftiger <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel<br />
droht, die Vorräte an fossilen Brennstoffen<br />
schrumpfen und heizen den geopolitischen<br />
Kampf um Ressourcen an. Angesichts dieser<br />
Perspektive entwickeln sich einige regenerative<br />
Energietechniken schon zur boomenden<br />
Industrie, andere sind noch <strong>im</strong> Stadium der<br />
Forschung und Entwicklung. In diesem Buch<br />
erklären führende Wissenschaftler detailliert,<br />
wie Photovoltaik, Solarthermie, Windkraft,<br />
Wasserkraft, Geothermie, Brennstoffzellen<br />
und die Wasserstoffwirtschaft funktionieren.<br />
Nüchtern und ohne ideologische Scheuklappen<br />
diskutieren sie, welche Erwartungen<br />
Dr. Martin Tischer, Dr. Michael Stöhr, Markus<br />
Lurz, Ludwig Karg<br />
Auf dem Weg zur 100% Region<br />
Das mit dem Deutschen Solarpreis 2006 ausgezeichnete<br />
Buch ist ein flüssig geschriebenes<br />
und stilistisch homogenes Werk, das allen, die<br />
Erneuerbare Energien in ihrer Region verstärkt<br />
nutzen wollen, konkrete Hilfe bietet. Dafür<br />
enthält das Handbuch viele gute Beispiele,<br />
Arbeitshilfen und unmittelbar verwendbare<br />
Tipps.<br />
B.A.U.M. Consult GmbH, 219 Seiten, zahlreiche<br />
Tipps und Webverweise, SW-Fotos,<br />
broschiert<br />
EUR 24,80 inkl. Versand<br />
ISBN 3-00-<strong>01</strong>8741-3<br />
www.baumgroup.de<br />
Karsten Brandt<br />
Treibhaus Deutschland. Der <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>wandel in<br />
Deutschland und seine Auswirkungen<br />
Bouvier Verlag, EUR 22,90<br />
ISBN 978-3416031929<br />
www.bouvier-online.de<br />
Verbraucher – LOHAS<br />
Andreas Schlumberger<br />
50 einfache Dinge, die Sie tun können, um<br />
die Welt zu retten und wie Sie dabei Geld<br />
sparen.<br />
Heyne Verlag, 165 Seiten, EUR 5,95<br />
ISBN-13: 978-3453685154, www.heyne.de<br />
ECO-World<br />
ECO-World.de ist das führende Internetportal<br />
für ein bewusst genussvolles Leben und ökologisch<br />
nachhaltiges Handel in Deutschland.<br />
Damit kommt Eco-World dem neuen Trend<br />
LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability),<br />
der für einen neuen nachhaltigen Lebensstil<br />
steht, entgegen. Begleitend dazu gibt es das<br />
alternative Branchenbuch, dem Einkaufsrat-<br />
geber für ein bewusst besseres Leben.<br />
Es enthält 5.000 Topadressen sowie hilfreiche<br />
Infos für einen genussvollen Lebensstil und<br />
nachhaltiges <strong>Wirtschaften</strong>. Erhältlich in allen<br />
Buchhandlungen oder direkt unter<br />
Tel.: 089 / 74 66 11 - 0<br />
Altop Verlag, EUR 10,-<br />
ISBN 978-3925646348<br />
www.eco-world.de<br />
APRIL <strong>2007</strong><br />
n a c h h a l t i g f a s z i n i e r e n d<br />
Wunderwerk<br />
Auge<br />
Wie das<br />
Leben<br />
sehen lernte<br />
DEUTSCHLAND € 5,00<br />
ÖSTERREICH/LUXEMBURG/<br />
Die 12-Cent-<br />
Versicherung<br />
CHINESISCHE MEDIZIN Gesunder Sud statt bunter Pillen<br />
STURM IM ALL Wenn die Sonne hustet KLIMAWANDEL Konzernchefs packen's an<br />
natur+kosmos<br />
<strong>Nachhaltig</strong> informiert werden<br />
Seit einem Jahr hat sich natur+ kosmos dem<br />
Ziel der <strong>Nachhaltig</strong>keit verschreiben. Monat<br />
für Monat präsentiert die Redaktion unter<br />
dem Namen „Projekt Zukunft“ herausragende<br />
Beispiele für nachhaltiges <strong>Wirtschaften</strong>, bei<br />
denen Ökonomie und Ökologie Hand in Hand<br />
gehen. Die Redaktion sucht in Zusammenarbeit<br />
mit verschiedenen Organisationen aus<br />
Umwelt, Politik und Wirtschaft diese Projekte<br />
rund um den Globus aus, um zu zeigen, wie<br />
eine positive Globalisierung aussehen kann,<br />
denn jene Unternehmen, denen es gelingt,<br />
gleichzeitig schonend mit den Ressourcen<br />
umzugehen, Profit zu erwirtschaften und faire<br />
Arbeitsbedingungen zu bieten, werden die<br />
Sieger auf den Märkten von morgen sein.<br />
Jeden Monat bietet natur+kosmos tiefgehende<br />
Einblicke in die Zusammenhänge<br />
zwischen Mensch, Natur und Technik - mit<br />
atemberaubenden Bildern aus der Tier- und<br />
Pflanzenwelt, Hintergrundberichten und<br />
Tipps zu den Themen Umwelt, Gesundheit<br />
und Ernährung.<br />
natur+kosmos macht Lust auf Natur, bietet<br />
Denkanstöße und berichtet über Neuigkeiten<br />
aus der Wissenschaft.<br />
Erhältlich am Kiosk und <strong>im</strong> ABO für EUR 5,-<br />
www.natur.de<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
123
FORUM Events<br />
CSR<br />
B.A.U.M.-Jahrestagung <strong>2007</strong><br />
mit Umweltpreisverleihung und Empfang<br />
be<strong>im</strong> Bundespräsidenten<br />
04.06.-06.06.<strong>2007</strong>, Berlin<br />
www.baumev.de<br />
Auch dieses Jahr werden die Gewinner<br />
des B.A.U.M. Umweltpreises vorgestellt.<br />
Der Preis wird in den Kategorien<br />
Großunternehmen, Klein- und Mittelständische<br />
, Medien, Wissenschaft,<br />
Institutionen und Medizin vergeben. Im<br />
Anschluss empfängt Bundespräsident Dr.<br />
Horst Köhler die Preisträger <strong>im</strong> Schloss<br />
Bellevue.<br />
Fachkonferenz<br />
Erfolgsfaktor gesellschaftliches Engagement<br />
<strong>im</strong> Mittelstand<br />
04.06.<strong>2007</strong>, München<br />
www.csr-mittelstand.de/workshops<br />
15. DGFP-Kongress<br />
Wertorientierte Unternehmensführung und<br />
Corporate Governance<br />
14.-15.06.<strong>2007</strong>, Wiesbaden<br />
www.1.dgfp.com/kongress<br />
UN Global Compact Leaders Summit<br />
<strong>2007</strong><br />
05.-06.07.<strong>2007</strong>, Genf<br />
www.unglobalcompact.org<br />
European Business Ethics Network-<br />
Jahreskonferenz <strong>2007</strong><br />
18.-20.09.<strong>2007</strong>, Leuven (Belgien)<br />
www.kuleuven.be<br />
Energie und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong><br />
Seminar<br />
Einführung in die Energiewirtschaft<br />
19.-20.06.<strong>2007</strong>, München<br />
www.euro<strong>forum</strong>.de/p11<strong>01</strong>725<br />
Profi-Seminar<br />
Photovoltaikanlagen<br />
21.06.<strong>2007</strong>, Freiburg<br />
www.otti.de/kolleg.htm<br />
Seminar<br />
Gaspreise<br />
30-31.07.<strong>2007</strong>-04-26, Köln<br />
www.euro<strong>forum</strong>.de/p1102079<br />
Seminar<br />
Emissionsrechtehandel in der zweiten<br />
Handelsperiode<br />
2.08.<strong>2007</strong>, Berlin<br />
5.09.<strong>2007</strong>, Düsseldorf<br />
www.euro<strong>forum</strong>.de/p1102109<br />
5th European Conference on Green<br />
Power Marketing <strong>2007</strong><br />
13.-14.09.<strong>2007</strong>, Lausanne (Schweiz)<br />
www.greenpowermarketing.org<br />
Grünstrom – aktueller denn je: <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>erwärmung,<br />
Versorgungssicherheit,<br />
Strommarktliberalisierung und Preisschwankungen<br />
– das Thema Energie<br />
ist zurück an der Spitze der politischen<br />
Agenda Europas!<br />
Ein massiver Ausbau des Segments<br />
„Grünstrom“ in den kommenden Jahren<br />
wird einhergehen mit einer steigenden<br />
Stromnachfrage, mit Erneuerungen in<br />
den Produktionskapazitäten der Energiewirtschaft,<br />
dem allgemeinen Ausbau<br />
der Stromnetze und nicht zuletzt dem<br />
fortschreitenden Übergang vom geförderten<br />
in den freien Markt.<br />
Welche Herausforderungen und Chancen<br />
ergeben sich aus diesen Veränderungen<br />
für den Grünstrom-Markt?<br />
Welche Rahmenbedingungen und Instrumente<br />
sind nötig, damit er seiner<br />
wachsenden Rolle in der nachhaltigen<br />
Stromversorgung gerecht werden<br />
kann?<br />
Dies sind die Leitfragen der fünften<br />
European Conference on Green Power<br />
Marketing <strong>2007</strong>.<br />
RENEXPO(r) <strong>2007</strong><br />
Internationale Fachmesse und Fachkongress<br />
für Regenerative Energien, Holzenergie (IHE(r)<br />
HolzEnergie) und energieeffizientes Bauen<br />
und Sanieren (reCONSTRUCT(r))<br />
27.-30.09.<strong>2007</strong>, Augsburg<br />
www.renexpo.de<br />
ETH EnergieTage Hessen(r) <strong>2007</strong> und<br />
Passivhaus Hessen <strong>2007</strong><br />
9. Messe und Kongress für Bioenergie,<br />
Regenerative Energien und energieeffizientes<br />
Bauen und Sanieren<br />
26.-28.10.<strong>2007</strong>, Wetzlar<br />
www.energietage.com<br />
Symposium<br />
Bioenergie – Festbrennstoffe, Flüssigkraftstoffe,<br />
Biogas<br />
22.-23.11.<strong>2007</strong>, Kloster Banz<br />
www.otti.de/kolleg.htm<br />
CEP CLEAN ENERGY POWER(r) 2008<br />
Internationale Fachmesse für Erneuerbare<br />
Energien & energieeffizientes Bauen und Sanieren<br />
mit 5. Innovations-Kongress<br />
07.-09.03.2008, Stuttgart<br />
www.cep-expo.de<br />
124 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
FORUM Experten<br />
FORUM Best Practise und News<br />
Fuchs-Gamböck<br />
Marketing und CSR<br />
Wirtschaft und Gesellschaft<br />
sind aufeinander<br />
angewiesen:<br />
Wir wollen ein<br />
bewusstes und nachhaltiges<br />
<strong>Wirtschaften</strong><br />
fördern und Unternehmen<br />
in ihren Entwicklungsprozessen<br />
begleiten, Partnerschaften zwischen der<br />
Wirtschaft und ihrem gesellschaftlichem<br />
Umfeld unterstützen – und damit allen<br />
Beteiligten dienen: den Unternehmen,<br />
den Projekten und der Gesellschaft.<br />
Fuchs-Gamböck Marketing und CSR<br />
bietet unter der Leitung von Karin Fuchs-<br />
Gamböck mit einem Team von CSR Spezialisten<br />
fachliche Unterstützung.<br />
SCMC<br />
Supply Chain Management Center PD<br />
Dr. rer. pol. habil. Martin Müller<br />
EPEA<br />
Internationale Umweltforschung GmbH<br />
Prof. Dr. Michael Braungart<br />
Technische Universität Kaiserslautern<br />
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre<br />
und Wirtschaftspolitik II<br />
Prof. Dr. Michael von Hauff<br />
Fachhochschule Trier<br />
Umwelt-Campus Birkenfeld<br />
Prof. Dr. Peter Heck<br />
IRIS e. V.<br />
Institut für Ressourcenschonung,<br />
Innovation und Sustainability an der<br />
FHW Berlin<br />
Prof. Dr. Anja Grothe<br />
B.A.U.M. Consult München GmbH<br />
Ludwig Karg, Umweltmanagement<br />
ia GmbH<br />
Werner Bauer, Abfallexperte<br />
Akku GmbH<br />
Ökologische Systemanalyse<br />
Michael Lörcher<br />
Weitere Experten unter:<br />
www.nachhaltigwirtschaften.de<br />
Ökologisch vorbildliche Unternehmen<br />
setzen auf „<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutral Drucken“<br />
Mit der österreichischen gugler cross<br />
media, Melk, und der schweizerischen<br />
Druckerei Feldegg AG, Zollikerberg, haben<br />
die ökologischen Vorreiter in diesen<br />
Ländern das Cl<strong>im</strong>atePartner-Geschäftsmodell<br />
„<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>neutral Drucken“ genau<br />
unter die Lupe genommen. Das Ergebnis:<br />
Beide Unternehmen haben dieses<br />
Geschäftsmodell für sinnvoll befunden<br />
und in ihren Ländern jeweils die Vorreiterrolle<br />
<strong>im</strong> Freiwilligen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz übernommen.<br />
Be<strong>im</strong> kl<strong>im</strong>aneutralen Druck<br />
werden die CO 2<br />
-Emissionen, die be<strong>im</strong><br />
Bedrucken und Verarbeiten von Papier<br />
ausgeglichen. Der Cl<strong>im</strong>atePartner-Prozess<br />
für Druckerzeugnisse berücksichtigt<br />
Rohstoffe (Papier, Farbstoffe, Chemie)<br />
sowie Feucht- und Reinigungsmittel<br />
ebenso wie den Druckvorgang selbst<br />
(einschließlich Vorstufe und Verarbeitung).<br />
Auch die Auslieferung der Druckerzeugnisse<br />
oder der Personaleinsatz, der<br />
benötigt wird, um beispielsweise einen<br />
Geschäftsbericht zu drucken, wird in die<br />
Emissionsberechnungen einbezogen.<br />
Durch den Ankauf und die Stilllegung<br />
von Zertifikaten aus hochwertigen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekten<br />
werden sämtliche<br />
dieser angefallenen CO 2<br />
-Emissionen<br />
anschließend ausgeglichen.<br />
www.cl<strong>im</strong>atepartner.com<br />
www.feldegg.ch; www.gugler.at<br />
Wenn auch Sie als Druckerei oder Verlag<br />
kl<strong>im</strong>aneutral produzieren wollen, dann<br />
wenden Sie sich an uns: Als Verlagskollegen<br />
beraten wir Sie gerne.<br />
ALTOP Verlag 089 / 74 66 11 - 11<br />
Fred Butler<br />
Erste nachhaltige Textilreinigung startet europaweiten<br />
Roll-out<br />
Textilien schonender und sanfter reinigen<br />
- das hat sich die Linde AG auf<br />
die Fahnen geschrieben und mit Fred<br />
Butler die erste nachhaltige Textilreinigungsmarke<br />
Europas entwickelt. Das<br />
Reinigungsverfahren beruht auf dem<br />
Einsatz von recyceltem Kohlendioxid<br />
kombiniert mit biologisch abbaubaren<br />
Waschsubstanzen. Das sorgt, so eine<br />
Studie der Initiative EU-Life, für eine um<br />
30-40 Prozent verlängerte Lebensdauer<br />
der Textilien. Außerdem bleiben sie frei<br />
von hautreizenden Rückständen.<br />
Mit Fred Butler können darüber hinaus<br />
auch schwierige Textilien, wie Leder oder<br />
extrem verschmutzte Industriebekleidung,<br />
gereinigt werden. Das umweltschonende<br />
Verfahren wurde kürzlich<br />
mit dem Umweltkennzeichen „Blauer<br />
Engel“ ausgezeichnet. Bis 2<strong>01</strong>1 wird<br />
Fred Butler mit seinem Franchisesystem<br />
europaweit in knapp 200 Geschäftsregionen,<br />
so genannten „Areas“, mehrere<br />
tausend Mitarbeiter beschäftigen.<br />
www.fredbutler.com<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Gedruckt auf LETTURA® 72 – ein Produkt der Papierfabrik Hainsberg GmbH<br />
125
Mitmachen be<strong>im</strong> Wettbewerb<br />
„Mission Sustainability“<br />
Rat für <strong>Nachhaltig</strong>e Entwicklung sucht Ideen<br />
für mehr <strong>Nachhaltig</strong>keit <strong>im</strong> Alltag<br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz und nachhaltige Entwicklung<br />
sind zurzeit in aller Munde. Die<br />
Frage nach der Ausgestaltung unserer<br />
Zukunft stellt für Politik und Gesellschaft<br />
eine große Herausforderung dar.<br />
Der Rat für <strong>Nachhaltig</strong>e Entwicklung<br />
fordert deshalb mit seinem aktuellen<br />
Wettbewerb „Mission Sustainability<br />
- Wir nehmen die Herauforderung an“<br />
Menschen jeden Alters aus Europa<br />
und der Welt dazu auf, ihre Ideen und<br />
Aktionen zum Thema <strong>Nachhaltig</strong>keit zu<br />
präsentieren. Zusätzlich ist auch eine<br />
bildhafte Illustration der Vorhaben gefordert.<br />
Einsendeschluss ist der 31. August<br />
<strong>2007</strong>. Es wurden bereits viele Beiträge<br />
eingereicht. Die besten werden in einer<br />
Publikation veröffentlicht.<br />
www.mission-sustainability.org<br />
www.nachhaltigkeitsrat.de<br />
ME:Energy – Mädchen für<br />
Erneuerbare Energien<br />
Ein Projekt von Energie Impuls OWL – gefördert<br />
vom Bundesministerium für Umwelt,<br />
Naturschutz und Reaktorsicherheit<br />
Prominenz für <strong>Nachhaltig</strong>keit<br />
<strong>2007</strong> erhält Pierce Brosnan bei der Verleihung<br />
der Goldenen Kamera einen Spezialpreis<br />
für sein Umweltmanagement.<br />
Brosnan arbeitet in acht Umweltstiftungen<br />
, in sieben Kinderschutzorganisationen<br />
und in neun Tierschutzstiftungen.<br />
„Ich bin ein irischer Landjunge der auf<br />
Hawaii lebt. In meinem Herzen bin ich<br />
Hippie.“<br />
Dahe<strong>im</strong> in L.A. hat Leonardo Dicaprio<br />
Hybridautos in der Garage stehen , sein<br />
Haus ist mit Solarzellen bestückt und<br />
gründete 1998 seine eigene Umweltstiftung.“<br />
„Ich bin nicht der Typ, der<br />
versucht, cool und trendy zu sein. Ich<br />
bin definitiv ein Individualist“<br />
Sting ging für die Menschenrechtsorganisation<br />
Amnesty International auf<br />
Städte als Schlüssel zum <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz<br />
Sie sind am meisten bedroht und können am<br />
flexibelsten reagieren.<br />
„Die Erneuerung muss aus den Städten<br />
kommen, denn dort erlebt der Bürger<br />
alles in direkter Auswirkung“, erklärte<br />
Freiburgs Oberbürgermeister Dieter<br />
Salomon. „Die Kommunen nehmen<br />
nur zwei Prozent der Erdoberfläche ein,<br />
aber sie verbrauchen 80 Prozent der<br />
Ressourcen“, beschrieb Gunther Hilliges<br />
von German Watch die angespannte<br />
Situation. „Die ungebremste Tendenz<br />
zur Urbanisierung ist Bedrohung und<br />
Chance zugleich“, sagte Molly O‘Meara<br />
Sheehan vom Washingtoner Worldwatch<br />
Institute.<br />
Die Städte haben das größte Potenzial,<br />
dieser Entwicklung durch Maßnahmen<br />
Die Weiterentwicklung und der Vertrieb<br />
der Erneuerbaren Energien (EE) sind eine<br />
Sache für begeisterte Fachleute. Ziel<br />
des Projektes ME:Energy ist es, mehr<br />
Mädchen und junge Frauen für diese<br />
vielfältigen und zukunftsweisenden<br />
Aus- und Weiterbildungen, Studiengänge,<br />
Praktika und Jobs <strong>im</strong> Bereich der<br />
EE und Energieeffizienz zu gewinnen.<br />
Zielgruppen des Projektes sind neben<br />
den Mädchen und jungen Frauen auch<br />
Unternehmen aus der EE-Branche, Schulen<br />
und Arbeitsagenturen.<br />
<strong>im</strong> Verkehr und vor allem durch Einwirkung<br />
auf die Privathaushalte entgegenzuwirken.<br />
Kommunen suchen hier nach<br />
Vorbildern bei anderen Gemeinden. So<br />
konnte der Freiburger OB Salomon zu<br />
seinem Erstaunen den Chef der zehn<br />
Millionen Einwohner zählenden südkoreanischen<br />
Hauptstadt Seoul bei dessen<br />
allererstem Auslandsbesuch empfangen.<br />
Drei Tage informierte sich der Seouler<br />
Bürgermeister in Freiburg über alles,<br />
was mit Solarenergie zusammenhängt,<br />
denn der gute Ruf der Solarstadt reicht<br />
bereits viel weiter in die Welt hinaus<br />
als die Breisgauer ahnten. Kreativer<br />
Wettbewerb, aber auch gegenseitiges<br />
Lernen sind für Salomon die Akzente <strong>im</strong><br />
<strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzstreben der Kommunen.<br />
Beachten Sie auch: „Zur Lage der Welt<br />
<strong>2007</strong> – Der Planet der Städte“ – Herauswww.me-energy.de<br />
Tournee und kämfte gegen den Bau<br />
von Staudämmen in Brasilien, der den<br />
Lebensraum von traditionellen Indianerstämmen<br />
gefährden würde. „Auch<br />
Musik erzeugt ein Gefühl für die Ordnung<br />
der Dinge. Ein Lied kann wie ein<br />
Samenkorn sein, das seine Botschaft<br />
weiterträgt - auch an Politiker“.<br />
Peter Maffay fungiert als Schirmherr<br />
der Tabaluga Kinderstiftung, die schon<br />
seit den neunziger Jahren verschiedene<br />
Therapieeinrichtungen fördert. „Die Tabaluga-Arbeit<br />
hat mich tief beeinflusst.<br />
Man kann doch nicht von einer besseren<br />
Welt singen und die Realität, die für<br />
Kinder oft schmerzlich ist, unverändert<br />
lassen.“ Kennen auch Sie Prominente,<br />
die sich für <strong>Nachhaltig</strong>keit engagieren?<br />
Informieren Sie uns unter<br />
redaktion@nachhaltigwirtschaften.net<br />
126 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
geber der deutschen Ausgabe sind das<br />
Worldwatch Institute, German Watch<br />
und die Heinrich-Böll-Stiftung.<br />
Kommunen<br />
mischen <strong>im</strong> Zertifikatehandel mit<br />
Im Landkreis Emsland können künftig<br />
Privatleute mit CO 2<br />
-Zertifikaten handeln.<br />
Damit werden Anreize zum Energiesparen<br />
und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz gesetzt. Für 150 Privathaushalte<br />
in Sögel und Werlte sowie<br />
öffentliche Gebäude in Haselünne stellen<br />
der Landkreis und der Energieversorger<br />
EWE Zuschüsse für eine Energieberatung<br />
bereit. Energiesparende Maßnahmen<br />
werden dann mit einer CO 2<br />
-Gutschrift<br />
belohnt, die über einen Fonds an die<br />
Eigentümer ausgezahlt wird.<br />
Den teilnehmenden Haushalten werde<br />
zunächst ein Zuschuss für eine Energiesparberatung<br />
in Höhe von 300 Euro für<br />
ein Einfamilienhaus gewährt, das vor<br />
1990 gebaut worden sein muss, um<br />
einen größeren Einspareffekt erzielen<br />
zu können. Danach erfolge eine CO 2<br />
-<br />
Vergütung für die dadurch erzielten<br />
Reduktionen von 20 Euro je Tonne CO 2<br />
-<br />
pro Jahr. Das Projekt ist zunächst auf drei<br />
Jahre angelegt und soll noch in diesem<br />
Jahr starten. Dafür steht ein Budget von<br />
300.000 Euro zur Verfügung, das je zur<br />
Hälfte vom Landkreis Emsland und EWE<br />
getragen wird.<br />
München wird <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>-aktiv<br />
Nach einem fast stetigen Anstieg der<br />
CO 2<br />
-Emissionen <strong>im</strong> Stadtgebiet der Landeshauptstadt<br />
München zwischen 1990<br />
und 2000 (von 6,3 t/EW auf 8,0 t/EW; +<br />
27 %), lässt sich seit 2000 eine Abnahme<br />
der CO 2<br />
-Emissionen pro Einwohner (EW)<br />
<strong>im</strong> Stadtgebiet der Landeshauptstadt<br />
München (von 8,0 t/EW auf 7,7 t/EW;<br />
- 3,4 %) feststellen.<br />
Als Mitglied <strong>im</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>bündnis – ein<br />
europäisches Bündnis mit 1.300 Mitgliedern,<br />
die sich eine Reduktion der<br />
CO 2<br />
Emissionen von 10 % alle 5 Jahre<br />
ab 2005 – d.h. durchschnittlich ca. 2 %<br />
pro Jahr verpflichtet haben, will die Bayrische<br />
Landeshauptstadt bis spätestens<br />
2030 50 % CO 2<br />
-Emissionen (bezogen<br />
auf das Basisjahr 1990) mit folgenden<br />
Maßnahmen einsparen.<br />
1. Senkung des Wärmeverbrauchs<br />
Nach der Studie des Öko-Instituts liegt<br />
das größte CO 2<br />
-Minderungspotenzial<br />
in Höhe von 20,5 % <strong>im</strong> Bereich<br />
der Altbausanierung. Durch eine<br />
wirkungsvolle Kombination von und<br />
finanzieller Förderung sollen die CO 2<br />
-<br />
Emissionen <strong>im</strong> Wärmesektor weiter<br />
gesenkt werden.<br />
2. Senkung des Stromverbrauchs<br />
Im Bereich Büro- und Kommunikationstechnik,<br />
Geräteausstattung<br />
„Weiße Ware“, Beleuchtung, Lüftung<br />
und <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>tisierung, Medientechnik,<br />
Kochen in Privathaushalten und <strong>im</strong><br />
Gewerbe.<br />
3. Reduktion des Pkw-Verkehrs<br />
durch weitere Förderung des ÖPNV<br />
sowie Förderung des Rad- und Fußverkehrs,<br />
Awareness-Kampagne ÖPNV,<br />
Tram- und Busbeschleunigung.<br />
4. Senkung des CO 2<br />
-Emissionsfaktors<br />
bei der Strom- und Fernwärmeerzeugung<br />
durch die Stadtwerke München<br />
durch einen weiteren Ausbau der<br />
erneuerbaren Energien.<br />
Im Sommer <strong>2007</strong> soll das Münchner<br />
Bündnis für <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutz starten. Es soll<br />
die kommunalen <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzaktivitäten<br />
bündeln und verstärken. „Wir möchten<br />
hier als Kommune ein deutliches Zeichen<br />
setzen“, proklamiert der 3. Bürgermeister<br />
Hepp Monatzeder.<br />
Foto: hess natur<br />
FORUM Projektbörse<br />
Corporate Citizenship Portal bringt<br />
Förderprojekte mit engagierten<br />
Unternehmen zusammen<br />
In München ist eine Internetplattform<br />
geplant, die Unternehmen und deren<br />
Stiftungen, die Möglichkeit gibt, sich<br />
unverbindlich über intelligente, kreative<br />
Förderprojekte zu informieren.<br />
Wer ein passendes Corporate Citizenship<br />
Projekt sucht, findet zertifizierte, regionale<br />
und überregionale Förderprojekte<br />
aus allen gesellschaftlichen Bereichen:<br />
• Soziales: Hilfsprojekte mit karitativem<br />
Charakter für die Ärmsten oder für<br />
benachteiligte Gruppen<br />
• Umweltprojekte: ökologisches Engagement<br />
am Standort oder <strong>im</strong> Regenwald;<br />
Einsatz für die Erhaltung unseres<br />
Lebensraumes; Tier und Artenschutz<br />
• Bildung und Kultur: Unterstützung<br />
von Schul- und Lernprogrammen in<br />
Schwellenländern oder bei uns in<br />
Deutschland; Kooperation mit Universitäten;<br />
Förderung der schönen<br />
Künste<br />
• Sport und Gesundheit: Förderung<br />
der Vereinslandschaft <strong>im</strong> Breitensport;<br />
Sponsoring <strong>im</strong> Spitzensport; Projekte<br />
zu gesunder Ernährung und Bewegung<br />
• Zukunftsthemen wie Wasser, demografische<br />
Entwicklung oder umgekehrte<br />
Globalisierung<br />
Gemeinnützige Einrichtungen, Organisationen<br />
und die Stadt selbst haben an dieser<br />
Stelle die Möglichkeit, ihre Projekte,<br />
für die sie Unternehmenskooperationen<br />
suchen, unverbindlich vorzustellen. Das<br />
Projekt sucht gegenwärtig nach Sponsoren<br />
für den Aufbau.<br />
Mehr Infos unter 089 / 74 66 11 - 11<br />
Munich-Volunteers – ein erfolgreiches Projekt; 2006 von<br />
Münchner Firmen unterstützt<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
127
Themen-Vorschau <strong>2007</strong><br />
FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> erreicht die Öffentlichkeit durch ein auflagenstarkes Magazin, dass in diesem<br />
Jahr bereits in vier Ausgaben erscheint.<br />
<strong>01</strong>/<strong>2007</strong> <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong> <strong>im</strong> <strong>Wandel</strong> 02/<strong>2007</strong> Unternehmerische Verantwortung für Eine Welt<br />
03/<strong>2007</strong> Logistik, Verkehr, Tourismus und Mobilität 04/<strong>2007</strong> Unternehmensführung – Erfolgsfaktor Mensch<br />
<br />
02/<strong>2007</strong><br />
EUR 10,- (D) • EUR 10,- (A) • CHF 15,- www.<strong>forum</strong>-csr.net<br />
<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
<br />
03/<strong>2007</strong><br />
EUR 10,- (D) • EUR 10,- (A) • CHF 15,- www.<strong>forum</strong>-csr.net<br />
<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
<br />
04/2008<br />
EUR 10,- (D) • EUR 10,- (A) • CHF 15,- www.<strong>forum</strong>-csr.net<br />
<strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
Unternehmerische<br />
Verantwortung<br />
für eine Welt<br />
Verkehr<br />
und<br />
Mobilität<br />
Verantwortungsvolle<br />
Unternehmensführung<br />
Erfolgsfaktor Mensch<br />
Deutscher Städtetag – Vergleich <strong>2007</strong><br />
Deutscher Städtetag – Vergleich <strong>2007</strong><br />
Deutscher Städtetag – Vergleich <strong>2007</strong><br />
Flankiert wird das Magazin vom Internetportal www.nachhaltigwirtschaften.net mit vielfältigen Serviceangeboten<br />
und einem monatlichen Newsletter.<br />
Impressum<br />
Herausgeber: Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes<br />
Management (B.A.U.M. e. V.) in Kooperation mit<br />
ECO-World by ALTOP<br />
Verlag: Altop Verlag, Gotzinger Str. 48, 81371 München<br />
Tel. 089 / 74 66 11 - 0, Fax 089 / 74 66 11 - 60<br />
www.altop.de; info@altop.de<br />
Geschäftsführer: Fritz Lietsch<br />
Gerichtsort München; Handelsregister Nr. 749 25<br />
Redaktion:<br />
Dr. Mathias Prange, Martin Oldeland, Prof. Dr. Max<strong>im</strong>ilian<br />
Gege, Eric Amman, Edda Langenmayr, Daniela Blien<br />
Anzeigenbetreuung:<br />
Uwe Stiefvater-Hermann, Eric Ammann<br />
Datenbankprogrammierung:<br />
www.oneworld.de; info@oneworld.de<br />
Gestaltung, Layout und Satz:<br />
dtp/layout; www.dtp-layout.de<br />
Titelfoto: Getty Images<br />
Bezug: Im Buchhandel sowie direkt unter<br />
www.nachhaltigwirtschaften.net<br />
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des<br />
Verlages unter Angabe der Bezugsanschrift gestattet.<br />
Für die redaktionellen Beiträge der Sektion Dienst leister/<br />
CSR und Best Practise sind die Unternehmen selbst verantwortlich.<br />
Namentliche oder anders gekennzeichnete<br />
Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion<br />
wieder.<br />
ISBN 978-3-925646-36-2<br />
Preis: 10 Euro; Erscheinungsweise vierteljährlich<br />
Printed in Germany <strong>2007</strong><br />
Die durch die Herstellung des Magazins verursachten<br />
Treibhausgase werden durch <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzmaßnahmen<br />
kompensiert.<br />
FORUM-Servicecoupon<br />
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(vier Ausgaben pro Jahr bequem, druckfrisch und portofrei zum Preis von € 35,-<br />
O bitten um Zusendung von Mediadaten von FORUM <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong><br />
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O bestellen ____ Ex. ECO-World, das Alternative Branchenbuch zum Preis von je € 10,- zzgl. € 3,95 Versandkosten<br />
O bitten um Zusendung des Anmeldebogens für eine Mitgliedschaft <strong>im</strong><br />
Bundesdeutschen Arbeitskreis für umwelt bewusstes Management (B.A.U.M. e. V.)<br />
Absender:<br />
Firma / Institution<br />
Telefon geschäftlich<br />
Vor- und Nachname<br />
Telefon privat<br />
Straße / Hausnummer<br />
Fax<br />
PLZ / Ort<br />
Mail<br />
Coupon einsenden an: Altop Verlag, Gotzinger Str. 48, 81371 München, Fax 089 / 74 66 11 - 60, Tel. 089 / 74 66 11 - 0<br />
128 <strong>forum</strong> <strong>Nachhaltig</strong> <strong>Wirtschaften</strong> • 1/<strong>2007</strong>
GOGREEN: PÄCKCHEN<br />
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Transport des Päckchens entstehen, werden berechnet und durch<br />
weltweite <strong>Kl<strong>im</strong>a</strong>schutzprojekte ausgeglichen. Zu diesem Zweck<br />
investiert DHL je verkauftem PLUSPÄCKCHEN GOGREEN 10<br />
Cent in weltweite Projekte zum Einsatz alternativer Fahrzeuge<br />
und Kraftstoffe. Das umweltfreundliche Produkt ist Teil der GO-<br />
GREEN-Initiative, mit der sich Deutsche Post World Net für die<br />
Reduktion von CO 2<br />
-Emissionen einsetzt. www.dpwn.de/gogreen