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UMWELT JOURNAL 2021-4

UMWELT JOURNAL Nr. 4/2021 mit den Themen: Grundwasser, Renaturierung, Ökosoziale Steuerreform in Österreich, Recycling, Deponietechnik, Recy & DepoTech, Wärmespeicher, Tools für die Smart City, Kreislaufwirtschaft, Grüne Logistik, Energie, ECOMONDO, Key Energy, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

UMWELT JOURNAL Nr. 4/2021 mit den Themen:
Grundwasser, Renaturierung, Ökosoziale Steuerreform in Österreich, Recycling, Deponietechnik, Recy & DepoTech, Wärmespeicher, Tools für die Smart City, Kreislaufwirtschaft, Grüne Logistik, Energie, ECOMONDO, Key Energy, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

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ABS.: UMWELT JOURNAL | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA

Heft 4/2021

Steuerreform

öko + sozial?

Einbahnstraßen Richtung Grundwasserr

Recy & DepoTech 2022r

Wärmespeicher im Untergrundr

Tools für die Smart Cityr

Paketversand mit Öko-Touchr


UMWELTjournal 4/2021 | S2

INHALT

4/2021

02 Inhalte

03 Editorial, Stories

04 Aktuelles

06 Wasser Einbahnstraßen Richtung Grundwasser

10 Wasser Renaturierung oder aquatischer Exorzismus?

14 COVER Steuerreform – ökologisch und sozial?

18 Recycling Recy&Depotech 2022 vor Ort geplant

20 Energie Wärmespeicher: Giganten im Untergrund

24 Smart City Tools von A1 für mehr Lebensqualität

27 Green Logistics Paketversand mit Öko-Touch

30 Green Logistics Klimawandel: nachhaltige Logistik

33 Umwelt ECOMONDO & Key Energy 2021, Rückblick

36 Ausbildungen, Seminare, Partner

37 Karriere Qualitäts-Champions und -Talente 2021

38 Ausblick UMWELT JOURNAL 2021

39 UMWELT+MOBILITÄT Sonderausgaben für 2022

1

S

D

06

Wasser

Tunnel und Unterführungen

im Straßenverkehr

bergen

bei Starkregen ein

besonderes Risiko.

Vorbeugend sollten

dem Niederschlag

unterirdisch installierte

Tunnel anbieten –

als „Einbahnstraßen“

in Richtung Grundwasser.

© Mall


4

teuerreform – ökologisch und sozial?

etails zu den Steuerplänen der österreichischen Regierung

20

Energie

Wasser ist als Energiespeicher

unschlagbar: Es kostet fast

nichts, ist ungiftig und in Mitteleuropa

fast überall verfügbar.

Doch wer auf diese Art große

Mengen Wärme über Monate

speichern will, braucht viel Platz.

Das Projekt giga_TES hat untersucht,

wie das gehen kann.

24

Smart City

Die nachhaltige Stadt von morgen

bietet ihren Bewohnern eine

Reihe von Tools an, die für mehr

Lebensqualität sorgen sollen.

Das Telekomunternehmen A1 hat

schon heute einiges im Portfolio.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Werte Kunden!

In diesem Jahr hat die österreichische Bundesregierung

in Sachen Steuerpolitik erstmals einen klaren Schwenk in

Richtung Umwelt eingeleitet. Die vorgelegte Steuerreform

soll ökologisch und zugleich sozial sein. Dass die

Vermengung dieser beiden Leitthemen nicht unbedingt

einfach ist, zeigt auch das Ergebnis der Steuerpläne: Die

ökologische Seite wird von der Umweltseite her kritisiert,

die sozialen Aspekte werden von sozial orientierten

Organisationen bemängelt.

Und damit steht diese Regierung vor dem gleichen

Dilemma, wie es in Unternehmen herrscht. Wie kann

einerseits ein signifikanter Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit

geliefert werden, ohne die Ertragskomponente zu

gefährden?

Nun, es kommt auf den Gestaltungswillen an. Wer nur

auf Mechanismen der Märkte reagiert, kann keine weiten

Sprünge vollziehen, sondern immer nur Korrekturen

versuchen. Genau das lässt sich in dieser Steuerreform

ablesen: Es werden Maßnahmen gesetzt, die bestimmte

Verhaltensweisen teurer machen. Langfristig ist das erstens

zu wenig, und zweitens werden Änderungen damit nicht

rasch genug erreicht.

Stattdessen müssen die Rahmenbedingungen geändert

werden: weniger Verkehr - ganz egal, wie der geschieht,

weniger Bodenverbrauch, mehr Kreislaufwirtschaft

und weniger Verbrauch. Und dazu müssen manche

möglicherweise sogar gezwungen werden.

Das UMWELT JOURNAL ist seit vielen Jahren Wegbegleiter

der Nachhaltigkeit – wir zeigen regelmäßig auf, wer

nachhaltig arbeitet, welche Modelle angewendet werden

und welche Arbeitsweisen langfristig sinnvoll sind.

Viel Lesevergnügen,

Ihr Peter R. Nestler

Herausgeber


UMWELTjournal 4/2021 | S4

Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit – Nominierte stehen fest

Auch in seiner siebten Auflage

war das Interesse der Fachwelt

am Staatspreis Architektur und

Nachhaltigkeit riesengroß. 72

Projekte aus ganz Österreich

– vom Schulbau über Wohnanlagen

bis hin zum Gewerbebau–

bewarben sich um die renommierte

Auszeichnung. Die zehn

besten Projekte wurden nun

von einer unabhängigen Jury

nominiert. Die Bekanntgabe der

Preisträger:innen erfolgt im Rahmen

einer feierlichen Veranstaltung

im Dezember 2021 in Wien.

Klimaschutzministerin Leonore

Gewessler freut sich über das

große Interesse der zahlreichen

Architektur- und Planungsbüros

und der Immobilienwirtschaft an

der Auszeichnung: „Die hochwertige

Weiterentwicklung des

Gebäudebestandes ist ein zentraler

Baustein zur Erreichung

der nationalen Klimaziele und

für eine klimaneutrale Zukunft.

Ich freue mich sehr, dass es

in diesem Jahr erneut so viele

Einreichungen gab. Alle eingereichten

Projekte und vor

allem die zehn Nominierungen

zeigen klar: Nachhaltige Architektur

ist mittlerweile ein fester

Bestandteil der heimischen

Bau- und Sanierungsprojekte.

Sehr erfreulich ist auch wieder

die herausragende Qualität der

Einreichungen und es gibt dabei

immer mehr Sanierungen

und Weiterentwicklungen von

Bestandsgebäuden.“

Katharina Bayer ist neue Vorsitzende

der Staatspreisjury

Großes Lob für die Einreichungen

kommt auch von Architektin

Katharina Bayer, die seit

heuer die neue Vorsitzende der

internationalen Staatspreisjury

ist: „Wir waren beeindruckt von

der hohen Qualität und Fülle

der Projekteinreichungen.

Praktisch aus ganz

Österreich und für jede

Art von Gebäude bis hin

zu ganzen Quartieren

wurden tolle Projekte

eingereicht, von denen

wir die allerbesten für

eine Nominierung ausgewählt

haben.“

Die sechs-köpfige Jury

ist gleichermaßen mit

Expert:innen aus Architektur

und Nachhaltigkeit

besetzt. Beiden Gruppen

steht ein Vetorecht bei

der Auswahl zu. Als Ausgangsbasis

für die Nachhaltigkeitsbewertung

werden dabei die strengen

Anforderungen des

klimaaktiv Gebäudestandards

herangezogen.

Sanierung und Bestandsentwicklung

am Vormarsch

Wie sehr die für das Erreichen

der Treibhausgasneutralität bis

2040 dringend notwendige Sanierung

und Bestandsentwicklung

bereits in der hochwertigen

Gebäude- und Immobilienwirtschaft

angekommen ist, zeigt

auch die heute veröffentlichte

Nominierungsliste. Lediglich vier

der zehn nominierten Projekte

sind Neubauten, zwei davon

Ersatzneubauten in zentralen

Lagen in Wien und Salzburg. Bei

den anderen sechs Projekten

handelt es sich um ambitionierte

Sanierungsprojekte, Um- und

Zubauten von Bestandsobjekten

und die Weiterentwicklung

eines Ortszentrums.

Unterstützt wird der Staatspreis

Architektur und Nachhaltigkeit

2021 von der HYPO NOE Landesbank

und vom Fachverband

Steine-Keramik.

© BMK/Kurt Hoerbst

Generalsanierung Gebäude des Hauptverbands der Sozialversicherungen, Wien

Reclay-Schwester RecycleMe

expandiert nach Österreich

Nach dem erfolgreichen Launch der RecycleMe GmbH in

Deutschland agiert die internationale Unternehmensberatung ab

sofort auch von einem neuen Standort in Wien aus. Das RecycleMe-

Team unterstützt nun auch österreichische Kunden und Partner in

den Bereichen Verpackungsmanagement, Recyclingfähigkeit von

Verpackungen und erweiterte Produzentenverantwortung (EPR).

Dabei legen die Circular-Economy-Experten besonderen Wert auf

ihre länderübergreifende Kompetenz.

Nur wenige Wochen nach dem offiziellen Start in Deutschland erweitert

die RecycleMe GmbH – ein Schwesterunternehmen der

Reclay Systems GmbH – ihre Tätigkeit auf den österreichischen

Markt. „Das Team von RecycleMe besitzt maßgebliche Expertise

in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Umweltmanagement.

Wir konnten bereits zu Beginn einige namhafte internationale Unternehmen

als Kunden gewinnen“, freut sich Sabrina Goebel, RecycleMe-Geschäftsführerin.

So gaben die Circular-Economy-Experten

erst kürzlich eine Kooperation mit der Stadler Anlagenbau GmbH,

dem international tätigen Spezialisten für Müllsortieranlagen und

-komponenten, bekannt. „Der Schritt nach Österreich war die logische

Konsequenz aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage auf

diesem Markt. Die österreichische Kreislaufwirtschaft steht außerdem

in den kommenden Jahren vor bahnbrechenden Veränderungen:

Diese möchten wir mit unserer Beratungskompetenz proaktiv

begleiten“, freut sich Goebel über die Expansion nach Österreich.


Erste Group Null-Emissionen

Als erste Bank mit Hauptsitz

in Österreich und Zentral- und

Osteuropa tritt die Erste Group

der UN-Brancheninitiative Net-

Zero Banking Alliance (NZBA)

bei. Damit verpflichtet sich die

Bankengruppe, spätestens bis

2050 ihr Kredit- und Anlageportfolio

auf Netto Null Emissionen

auszurichten. Neben der

Net-Zero Banking Alliance tritt

die Erste Group zeitgleich der

Financial Initiative des UN Environmental

Programm (UNEP FI)

bei und unterfertigt die UN Principles

for Responsible Banking.

Die Erste Group setzt damit im

Jahr 2021 nach Verabschiedung

der eigenen Kohlerichtlinie

und den Beitritten zu EU

Green Consumption Pledge sowie

der Partnership for Carbon

Accounting Financials (PCAF),

den nächsten Meilenstein in

Sachen Nachhaltigkeit. Bereits

2023 plant die Erste Group

selbst in ihrem Betrieb klimaneutral

zu sein.

Auf dem Weg zu Net-Zero

„Das starke Ergebnis zum dritten

Quartal versetzt uns in die

komfortable Lage, dass wir uns

mit voller Energie den wichtigen

strategischen Initiativen im

Bereich Nachhaltigkeit widmen

können,“ erklärt Bernd Spalt,

CEO der Erste Group.

„Der Zusammenschluss mit anderen

großen Instituten unter

der Leitung der UN hilft uns bei

der Mobilisierung von Finanzmitteln

für eine umweltfreundlichere

Zukunft und der Reduzierung

von Emissionen. Es

geht um die Jahrhundertaufgabe

Klimaneutralität. Wir gehen

unseren Weg in Richtung einer

nachhaltigeren Bank weiter und

wir gehen voran.“

Allgemein weist die Erste

Group ein geringes Exposure

von knapp ein Prozent des

gesamten Kreditportfolios zu

emissionsintensiven Branchen

wie Kohle, Klimatechnik, Viehwirtschaft

oder Abfallwirtschaft

auf. Die Erste Group hat eine

sehr gute Ausgangsbasis, um

ihre Netto-Null-Verpflichtung zu

erreichen. Die finanzierte Emissionsintensität

beträgt insgesamt

nur knapp unter 100 CO2e

pro Euro und spiegelt damit die

ausgewogene, regionale und

branchenmäßige Verteilung

des Kreditportfolios wider.

Insgesamt sind mehr als 80

Banken aus 36 Ländern Teil

der Net-Zero Banking Alliance.

Mit einer summierten Bilanzsumme

von rund 64 Billionen

Dollar repräsentiert die Allianz

etwa 40 Prozent der weltweiten

Bankaktiva.

Die Mitglieder der Allianz verpflichten

sich, szenariobasierte

Zwischenziele zur Emissionsreduktion

für 2030 (oder früher)

für die Bereiche mit den stärksten

Belastungen festzulegen,

d.h. die treibhausgasintensivsten

und emissionsstärksten

Sektoren. Darüber hinaus gelten

strenge Richtlinien in der

Berichterstattung für die jährliche

Veröffentlichung von Emissionen

und Emissionsintensität

bzw. die Offenlegung der Fortschritte

anhand einer auf Vorstandsebene

überprüften Übergangsstrategie.

Die Erste Group muss innerhalb

von 18 Monaten (erstmals im

Nachhaltigkeitsbericht 2022)

erste Zielvorgaben unter Berücksichtigung

der solidesten

verfügbaren wissenschaftlichen

Erkenntnisse erarbeiten und

danach in der jährlichen Berichterstattung

ausweisen.

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UMWELTjournal 4/2021 | S6

Einbahnstraßen Richtung Grundwasser

Tunnel und Unterführungen im Straßenverkehr bergen bei Starkregen ein besonderes Risiko. Laufen

Sie mit Regenwasser voll, stecken die Verkehrsteilnehmer in der Falle. Vorbeugend sollten wir dem

Niederschlag, z. B. unter Straßen und Parkplätzen, unterirdisch installierte Tunnel anbieten – als

„Einbahnstraßen“ in Richtung Grundwasser. Text: Klaus W. König

Kommunen tun gut daran, beides zugleich

im Blick zu behalten: Die Dürre als Folge

der Trockenheit und lokale Überflutungen

als Folge von Starkregen. „Nicht nur in Europa,

sondern auch innerhalb Österreichs gab es große

Unterschiede: So war der Juli 2021 im Süden

Österreichs zu trocken, andernorts führten Unwetter

zu extremen Regenmengen“, meldet Anfang

September die österreichische Zentralanstalt

für Meteorologie und Geodynamik in Wien,

eine Einrichtung des Bundesministeriums für

Bildung, Wissenschaft und Forschung. „Unter anderem

in Kufstein und Amstetten wurden sogar

Niederschlagsrekorde gebrochen“.

Wirksame Starkregenvorsorge gleicht

einem Puzzle

Die unangenehmen Auswirkungen der Wetterextreme

lassen sich nicht mit einer einzigen Methode

vermeiden. Dieses Wissen ist mittlerweile

Allgemeingut. Vielmehr brauchen wir ein System

von vorbeugenden Maßnahmen, die Puzzleteilchen

ähnlich das lokal passende Bild der vielfältigen

Vorsorge allmählich komplettieren. Ein

solches Puzzleteil kann der Mall-Sickertunnel CaviLine

VS sein. Mit Vorfiltervlies und Filtermaterial

reinigt er belastetes Niederschlagswasser von

Verkehrsflächen. Die Fläche, mit der unterirdisch

auf der Tunnelsohle gefiltert wird, steht rechnerisch

im Zusammenhang mit dem Bemessungsregen,

einem lokalen Wert des am jeweiligen Ort zu

berücksichtigenden maximalen Niederschlagsereignisses.

Auch die entwässerte Fläche spielt

eine Rolle. Je stärker der Bemessungsregen und

je größer die Einzugsfläche, desto mehr Filterfläche

wird gebraucht. Die technischen Regeln, speziell

die ÖNORM B 2506-3, geben den Planern

hierzu Auskunft, auch zur Qualität des Filtermaterials.

Wichtig sind noch zwei Voraussetzungen für

dauerhaftes und wirkungsvolles Funktionieren:

Vor dem Sickertunnel muss der Zufluss von Sedimenten

und Schwimmstoffen mechanisch vorgereinigt

sein und im Tunnel ein ausreichendes

Rigolenvolumen bereitstehen.

Vorreinigung und Rigolenvolumen

Mall bietet Behälter aus Stahlbeton in verschiedenen

Dimensionen zur Vorreinigung des Straßenablaufs

an. Sie werden mit der Versickerungsanlage

CaviLine VS kombiniert. Die Funktionsweise

ist Sedimentation, die einfachste und wirtschaftlichste

Art der Regenwasserbehandlung. Solche

Anlagen der Baureihen ViaSed und ViaTub werden

auch vor Regenrückhaltebecken oder vor

der Ableitung von Niederschlägen in Oberflächengewässer

seit Jahren erfolgreich eingesetzt.

Sie enthalten ein Zentralrohr und eine Leitwand.

Durch die Leitwand wird das zulaufende Wasser

in eine tangential zum Behälter gerichtete Kreisel-Strömung

geleitet. In dem Ringspalt zwischen

der Behälteraußenwand und dem Zentralrohr

entsteht ein rotierender Wasserkörper. Dadurch

sinken absetzbare Stoffe an den Behälterboden.

Leichte schwimmfähige Stoffe bewegen sich

nach oben und werden dort zurückgehalten. Das

so gereinigte Wasser fließt aus der Klarwasserzone

am unteren Ende des Zentralrohres ab. Ab

einem Volumenstrom größer als 24 l/s kommt Via-

Tub zum Einsatz, denn bei gleicher Behältergröße

kann durch eingebaute Lamellen mehr Wasser in

der gleichen Zeit gereinigt werden. Entscheidend


Fotos (5) © Mall

für die Dimensionierung von Sedimentationsanlagen

ist die zulaufende Wassermenge. Diese wird

durch die Parameter angeschlossene Fläche, zu

erwartende Regenmenge und kritische Regenspende

bestimmt. Der Wirkungsgrad von Sedimentationsanlagen

richtet sich nach der Oberflächenbeschickung

qA. Die Standardbemessung

geht von einer Oberflächenbeschickung qA von

18 m/h und einer Fließgeschwindigkeit von 5

cm/s aus. Für höhere Anforderungen kann qA

mit einem niederen Wert von z. B. 10 m/h angesetzt

werden. Dies gilt für alle Produkte ViaSed

und ViaTub. Und sie sind alle mit einem ausreichend

bemessenen Schlammsammelraum und

einem Raum zur Sammlung von Leichtstoffen

ausgestattet. Zur Sicherheit liegt auf der Sohle

des Sickertunnels ein Spezialvlies, das feine abfiltrierbare

Partikel zurückhält, welche von den

mechanischen Anlagen der Vorreinigung nicht

zurückgehalten werden. Bei Regenwasser von

Dachflächen genügt diese Art der Reinigung in

den meisten Fällen. Oberflächenabflüsse von

Verkehrsflächen jedoch enthalten polare gelöste

Stoffe, z. B. Schwermetalle, für deren Adsorption

unter dem Vlies bei CaviLine VS eine hoch wirksame

und 30 cm starke Filterschicht vorhanden

ist. Welches Rigolenvolumen zur Rückhaltung

notwendig ist, wird errechnet. Es ergibt sich aus

der Differenz des Niederschlagsaufkommens

(Produkt aus Bemessungsregen und entwässerter

Fläche) und der Versickerungsfähigkeit des

Untergrundes (Durchlässigkeitsbeiwert kf, gewonnen

durch Bodenprobe).

Oben befahrbar, unten zugänglich

Laut Herstellerangaben ist das Besondere und

der Grund zur Entwicklung des im Jahr 2020 neu

auf den Markt gekommenen Sickertunnels CaviLine

seine flache Bauform und die Befahrbarkeit,

die selbst bei oberflächennahem Einbau mit

geringer Überdeckung gegeben ist. Die zylindrischen,

liegenden Halbschalen haben ein sehr gutes

Verhältnis zwischen Hohlkörpervolumen und

Sickerfläche. Das bedeutet günstige Baukosten.

Modulartig aneinandergereiht werden die Elemente

direkt auf ca. 15 cm sickerfähigen Kiessand

oder auf Split 2/8 mm gelegt.

Die Sickertunnel eignen sich somit als „Linienentwässerung“.

Sie können wie Kanäle unmittelbar

und in beliebiger Länge unter Straßen eingebaut

werden – und das relativ nahe an der Oberfläche,

also mit wenig Aushub, ein weiterer Kostenvorteil.

Bevor die Verfüllung der Baugrube beginnt,

wird die gerundete Oberseite des Tunnels an den

Elementstößen mit Geotextil abgedeckt, der Domschacht

für den Einstieg bis zur Geländehöhe aufgesetzt

und die Zulaufleitung verlegt. Hohlkörperrigolen

des Typs CaviLine haben gegenüber den

gebräuchlichen Füllkörperrigolen Vorteile durch

den Werkstoff Stahlbeton. Sie sind statisch bestimmt,

standsicher, mit LKW befahrbar und kommen

auch bei großen Hohlräumen ohne innere

Aussteifungen aus. Der Austausch von erschöpften

oder kolmatierten Filterschichten ist aufgrund

der sehr guten Zugänglichkeit der Anlagen mit geringen

Mitteln einfach durchführbar.


UMWELTjournal 4/2021 | S8

Versickern, statt die Donau zu belasten

Mit Versickerung statt Ableitung entsteht eine Win-

Win-Situation: Die Donau und ihre Zuflüsse, zu denen

letztendlich auch die Schmutzwasserkanalisation

gehört mit ihrem Umweg über die Kläranlage,

sind von diesen Wassermengen entlastet. Zweitens

wird mit Versickerung der gereinigten Regenabflüsse

das Grundwasser angereichert, und das wird

mit zunehmender Siedlungsfläche bzw. Versiegelung

der Oberfläche immer wichtiger. Denn unter

Siedlungsgebieten ist die Tendenz größer, dass

der natürliche Grundwasserspiegel absinkt – eine

Folge der übermäßigen Regenableitung in Kanälen.

Dieses Wasser fehlt dem unterirdischen Wasserreservoir.

Das Verhältnis der Anteile von Versickerung

und Verdunstung zum Anteil der Ableitung von Regenwasser

hat sich praktisch umgekehrt. Während

in der Natur die Ableitung in Bächen und Flüssen

der kleinste Anteil war, ist er im Siedlungsgebiet

und entlang der Verkehrswege der größte geworden

– was zudem Überflutungen begünstigt.

Sinkende Grundwasserspiegel bedenken

Mit Natur ist hierbei nicht landwirtschaftlich genutzte

Fläche gemeint, sondern weitgehend unberührte

Natur mit ihren intakten Speicher- und Rückhaltepotentialen.

Fällt mehr Regen, als spontan versickern

oder verdunsten kann, so haben in einer ursprünglichen

Landschaft Senken und Mulden sowie

Altarme von Flüssen und moorige Feuchtgebiete

die Funktion eines Schwammes zum Ausgleich von

Zuviel und Zuwenig übernommen.

Die eingangs erwähnte Dürre als Folge von Trockenperioden

entsteht durch das andere Extrem,

das Zuwenig an Wasser in der Natur. Eine Situation,

die nach Meinung vieler Experten künftig, ebenso

wie lokaler Starkregen, tendenziell zunimmt. Die

Landwirtschaft und der gewerbliche Gartenbau

werden dann zur Bewässerung vermehrt Bedarf an

Grundwasser anmelden. Auch dies ist ein Grund, mit

Versickerung der anfallenden Niederschläge einem

sinkenden Grundwasserspiegel entgegenzuwirken.

Zusammenfassung

Für Regenabfluss von Verkehrs- und Dachflächen

gelingt Versickerung ohne Flächenbedarf – unterirdisch,

mit der erforderlichen Vorreinigung, bei

gleichzeitiger Befahrbarkeit. Die Regeln der Technik

sind vorhanden, entsprechende Produkte

ebenfalls. Die Verantwortlichen aus Planung und

Verwaltung können mit dem Sickertunnel CaviLine

ihrem Maßnahmen-Puzzle gegen Überflutung bei

Starkregen und gegen sinkende Grundwasserspiegel

an vielen Stellen ein wirksames und kostengünstiges

Puzzleteil hinzufügen.

Zum Autor

Dipl.-Ing. Klaus W. König ist freiberuflicher Fachjournalist

und Buchautor sowie von der Industrie- und Handelskammer

Bodensee-Oberschwaben öffentlich

bestellter und vereidigter Sachverständiger für Bewirtschaftung

und Nutzung von Regenwasser. Er ist

auch Mitarbeiter im DIN-Ausschuss NA 119-05-08 AA

Wasserrecycling/Regen- und Grauwassernutzung.


Europas Branchentreffpunkt der Wasserkraft

Vom 25. bis 26. November steht das Messezentrum Salzburg wieder ganz im Zeichen der regenerativen Energiequelle

Wasser. Die Fachmesse für Wasserkraft Renexpo Interhydro und der begleitende Kongress vernetzen die verschiedensten

Branchenvertreter und Entscheidungsträger aus Politik, Bau- und Ingenieurswesen.

Dafür steht die Renexpo Interhydro. Experten

aus ganz Europa versammeln sich in

Salzburg und nutzen die Fachmesse für

Wasserkraft als Plattform für Wissenstransfer und

Erfahrungsaustausch. Rund 80 Aussteller und

das facheinschlägige Bühnen- und Kongressprogramm

bieten den Besuchern zwei Tage lang

kompaktes Know-how aus erster Hand. Die Messe

zeigt, welchen Beitrag Wasserkraft zu einer

sicheren, nachhaltigen, bezahlbaren und klimaneutralen

Energieversorgung leistet.

Erfrischendes Bühnenprogramm

Selbstverständlich ist auch auf der Bühne das

Wasser der Hauptdarsteller. Im sogenannten Hydro-Forum

finden spannende Fachvorträge und

Podiumsdiskussionen statt. Bereits die Eröffnung

durch Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt,

Energie, Mobilität, Innovation und Technologie,

Eleonore Gewessler BA, verspricht ein sofortiges

Eintauchen ins Thema Wasserkraft und baut die

erste Brücke zwischen Gesetzgeber und gelebter

Praxis. Als nächstes sticht auf der Agenda wohl

Herbert Saurugg, internationaler

Blackoutund

Krisenvorsorgeexperte,

ins Auge, der

mit einem Impulsvortrag

und im anschließenden

Energietalk

mögliche Szenarien

skizziert. Mit dem Fallbeispiel

Schachtkraftwerk

Großweil wird

eine der neuesten

technischen Entwicklungen

im Bereich

der Wasserkraft präsentiert.

Eine Flut an

Know-how ist gewiss!

Kongress mit Tiefgang

Auch ein Blick auf das

Kongressprogramm

lohnt. Für noch mehr

Insiderwissen und Expertenrat!

An den zwei Tagen stehen drei Kernbereiche

im Fokus. Der Donnerstag, 25. November

widmet sich dem Thema „Wasserkraft & Sedimente“,

während am Freitag, 26. November bei „Wasserkraft

& Speicher“ sowie „Gewässerökologie“

Ideen ausgetauscht und innovative Lösungen

diskutiert werden.

Wasserkraft, die Wissen schafft

Zweifelsohne ist die Renexpo Interhydro als Fachmesse

für Wasserkraft europaweit unerreichbar

was die Dichte und Qualität an Praxisbezug betrifft.

Die internationale Ausrichtung des Messeformats,

sowie seinen vernetzender Charakter,

schätzen Experten und Branchenkenner über die

Grenzen Österreichs hinaus. Denn auch nur der

gemeinsame Gedanke und ein verbindendes Miteinander

können zu einer nachhaltigen Zukunft

Europas beitragen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website:

www.renexpo-interhydro.eu.


UMWELTjournal 4/2021 | S10

Renaturierung oder aquatischer Exorzismus?

Fließende Gewässer wurden über viele hundert Jahre „reguliert“. Einer der Hauptgründe für Regulierungsmaßnahmen

war die Angst vor dem (Hoch)Wasser. Aber auch aus landwirtschaftlichen

Gründen suchte man nach Möglichkeiten, das Wasser zu beseitigen.

Text: Peter Baumgartner

Der Dämon Wasser musste ausgetrieben

werden, weil er Hab und Gut und sogar

das Leben der Menschen bedrohte. Man

könnte also sagen, Wasserbauer sind aquatische

Exorzisten.

interdisziplinären Team 500 Jahre Donauregulierung

in Wien dokumentiert. Dabei wurde sichtbar,

wie gravierend sich der Fluss selbst durch relativ

einfache Wasserbaumethoden, in erdgeschichtlich

gesehen kurzer Zeit, verändert hat.

PETER BAUMGARTNER

REDAKTION

UMWELT JOURNAL

Der Exorzist, der den Exorzismus durchführt, soll

in eine direkte Kommunikation mit dem Dämon

treten und versuchen, dessen „Beseitigung“ herbeizuführen.

Beim Exorzismus geht es also um

die Abwendung des Bösen bis hin zu dessen Ausrottung.

Genau wie im Wasserbau. Die Rituale,

die dabei angewendet wurden und noch werden,

sind vielfältig. Vielleicht nennt man deshalb die

Trockenlegung von Feuchtgebieten in der Fachsprache

„Wasseraustrieb“. Jedenfalls geschah die

Besitzergreifung von aquatischen Ökosystemen

über die Jahrhunderte zunehmend effizient. Wie

effizient, zeigt zum Beispiel eine Forschungsarbeit

(ENVIEDAN (Environmental history of the

Viennese Danube, Umweltgeschichte der Wiener

Donau 1500 – 1890) von Verena Winiwarter. Die

Wissenschaftlerin des Jahres 2013 hat mit einem

Fast unglaublich, wie aus einem Fluss, dessen

Adern einst das Wiener Becken vollständig durchzogen,

ein träg fließender Kanal wurde. Die langfristigen

Folgen dieser menschlichen Aktivitäten

sehen wir heute und sind Gegenstand einer Bewegung,

die sich weltweit Renaturierung nennt. Inzwischen

wurde nämlich erkannt, dass der Verlust

von Überschwemmungsflächen ebenso verheerende

Auswirkungen hat, wie seinerzeit der unregulierte

Fluss. Allerdings werden jetzt die Kosten

entstandener Schäden, zum Beispiel durch Überschwemmungen,

um ein Vielfaches höher.

Die neue Erkenntnis lautet daher, wir müssen an

den Flüssen wieder einen naturnahen Zustand

herbeiführen. Es muss „renaturiert“ werden.

Menschliche Eingriffe in die Natur sollen durch

LIFE-Projekt: Wachau-Touristen bekommen eine neue, schönere Au (Foto: Svetlana Werner)


menschliche Eingriffe weitestgehend beseitigt

werden und langfristig soll sich das Ökosystem

ohne menschliche Hilfe wieder selbst regenerieren

und erhalten. Dominierendes Streben ist die

„Konnektivität“. Das Prinzip Vernetzung dominiert

den gesellschaftlichen Wandel in allen Lebensbereichen

– so auch im Wasserbau.

Grundlage für die Zielsetzung sind eine Reihe von

Verordnungen, übergeordnete Planungen, Studien

und Gesetze, die inzwischen festlegen, was

bis wann und wie zu geschehen hat. Da gibt es

zum Beispiel die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL,

2000/60/EG). Sie wurde 2000 von den EU-Mitgliedsstaaten

verabschiedet und sollte die europäische

Wasserpolitik grundlegend reformieren.

Erstmals werden darin Gewässer (Flüsse, Seen,

Übergangsgewässer, Grundwasser, Küstengewässer)

als Ökosysteme verstanden und erstmals

werden Ziele für einen besseren Zustand dieser

mit konkreten Fristen beschrieben. Zentrale Teile

der Richtlinie sind ein Verschlechterungsverbot

und eine Verbesserungspflicht. Schon 2027 sollen

diese Vorgaben erfüllt sein.

Daneben gibt es den Green Deal der EU und als

dessen Herzstück die EU-Biodiversitätsstrategie.

Sie nennt als Ziel, die Biodiversität in Europa

bis 2030 auf den Weg der Erholung zu bringen.

Auf österreichischer Seite ist für die Zielsetzung

neben den EU-Vorgaben das Wasserrechtsgesetz

und der mittlerweile 3. Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan

(NGP), der noch 2021 veröffentlicht

wird, maßgeblich. Der wiederum fußt

auf einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) und

beschreibt zum Beispiel, welche Gewässerrenaturierungen

schwerpunktmäßig durchzuführen

sind und welche finanziellen Mittel dafür bereitgestellt

werden.

Was sich die Nationalstaaten hier vorgenommen

haben, ist eine Mammutaufgabe. Ähnlich wie das

Vorhaben, dass unsere Vorfahren vor 500 Jahren

begonnen haben, stehen wir jetzt vor der

Aufgabe, alles wieder zu korrigieren. Der Bericht

über den „Zustand der Natur in der Europäischen

Union“ (2013-2018) zeigt, dass sich der Erhaltungszustand

der Lebensräume im Vergleich zur

Vorperiode nicht verbessert hat. Nur 15 % der Lebensraumbewertungen

weisen auf einen guten

Erhaltungszustand hin.

Man steht in der EU praktisch erst am Beginn

des Handlungsbedarfes. Entsprechend dramatisch

klingt die Warnung der EU, wenn die

Bemühungen um eine Ökologisierung nicht beschleunigt

werden: „Geschieht dies nicht, so

wird dies nicht nur die fortgesetzte Erosion unseres

gemeinsamen Naturerbes zur Folge haben,

sondern auch die fortgesetzte Erosion der

lebenswichtigen Funktionen, die dieses Erbe

liefert und die letztlich die Grundlage für die

Gesundheit und den Wohlstand der Menschen

bilden“. Der nächste Zustandsbericht (2027)

wird also zur Zäsur. Zahlreiche Umweltorganisationen

in Österreich kritisieren und verweisen

auf eine Studie der Universität für Bodenkultur

(BOKU), dass aktuell nur noch 15 Prozent

der Flüsse ökologisch intakt sind.

Bereits 2010 hat der Rechnungshof die Umsetzung

der Wasserrahmenrichtlinie überprüft und

kritisiert, dass die vorgegebenen Ziele bis 2027

nicht erreicht werden. Auch im zweiten Bericht

(2019-Ökologisierung Fließgewässer, zweite Sanierungsperiode),

kritisierte der RH die massiven

Verzögerungen in Österreich, die sogar ein

Vertragsverletzungsverfahren seitens der EU zur

Folge hatten. Aktuell kritisiert der WWF, dass Österreich

nur einen Bruchteil des Finanzbedarfs

zur Verfügung stellt, um die Vorhaben rechtzeitig

umzusetzen. Besonders harsche Kritik übt der

EU-RH an der EU-Agrarpolitik. Diese sei nicht geeignet,

die Landwirtschaft dazu zu bringen, dass

sie die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie

erfüllt. Vielmehr fördere die EU-Agrarpolitik

eine ineffiziente Wassernutzung.

Das klingt alles sehr kompliziert – ist es auch.

Schließlich geht es nicht nur darum, unzählige

Renaturierungsmaßnahmen zu setzen. Es geht

auch um die Verteilung von sehr viel Geld. Wer

ein Stück vom Kuchen bekommt, unterliegt einem

komplizierten Prozedere, das nur von Experten

durchschaubar ist. Bevor noch ein einziger Stein

in der Natur bewegt wird, kämpfen Unternehmen

und Organisationen mit dem Schöpflöffel und

Baggerschaufel am Fördertopf. Eines der wichtigsten

Finanzierungsprogramme für diese Aufgaben

ist EU-LIFE. In der Programmperiode 2021-

2027 stehen seitens der EU 5,43 Mrd. Euro an

Fördergeld zur Verfügung. Die Finanzierung der

Renaturierungsmaßnahmen erinnert ein wenig

an das beliebte DKT-Brettspiel, das ursprünglich

eigentlich „Spekulatio“ hieß und fast schon so alt

ist, wie die Wasserbauwirtschaft. Tatsächlich gibt

es seit 2021 „Das kaufmännische Talent“-DKT

auch als Wachau-Version.


UMWELTjournal 4/2021 | S12

Neben einer Donaulände kann man auch einen

Treppelweg erwerben und damit spekulieren.

Zur Präsentation des Spieles sind extra Nationalratspräsidenten

Mag. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stv.

Dr. Stephan Pernkopf und der für

die Donau zuständige Staatssekretär Dr. Magnus

Brunnner in die Wachau-Gemeinde Rossatz-Arnsdorf

zu Bgm. Erich Polz gereist.

Die Frage ist, kann das übergeordnete Ziel der

Renaturierung und Beseitigung degradierter

Ökosysteme überhaupt gelingen? Was ist ein natürlicher

Lebensraum? Welchen Zustand sollen

wir herstellen? Den von vor 100 Jahren, von vor

500 oder gar zehntausend Jahren?

Man könnte auch die Prädonau als ideales Ziel anstreben.

Wer bestimmt, welche ehemaligen Regulierungsbauwerke

wieder abgerissen werden sollen?

Vielleicht den Marchfeldschutzdamm, der der

Donau 34 Quadratkilometer Auland gekostet hat?

Anlässlich der aktuellen Neugestaltung des Nordwestbahnhof-Geländes

in Wien, würde sich auch

die Gelegenheit ergeben, dass alte „Fahnenstangenwasser“

– welches 1838 endgültig zugeschüttet

wurde, wieder freizulegen. Dann könnten Schiffe

endlich wieder am Augarten anlegen. Es stellt

sich auch noch die Frage, wessen natürlicher Lebensraum

soll prioritär geschützt werden? Den der

Fische, der Vegetation oder des Wassers?

Forscher an der Uni Wien halten fest, dass eine

vollständige Regeneration des Ökosystems

oftmals nur in historischen oder geologischen

Zeiträumen möglich ist. Andere behaupten

überhaupt, dass wir mit dem Vermächtnis vergangener

Generationen werden leben müssen. Nährstoffeinträge

aus der Landwirtschaft, Abwasser

Einträge, Regulierungen, Kraftwerksbauten, Feststoffhaushalt,

Sohleeintiefung usw., all das wird

uns bis in alle Ewigkeit begleiten. Ist also alles

rund um die Renaturierung und Ökologisierung

für die Katz, wenn wir es eh nicht schaffen? Da

muss man wohl einwenden, dass sich der ganze

Aufwand jedenfalls für die Wirtschaft lohnt.


Aulandschaft Rossatz Wachau:

Millionen glücklicher Wachau-

Besucher wissen nicht, dass

das nur eine minderwertige

„Zweitau“ ist, was sie bisher bewundert

und geliebt haben.

Was würden die vielen Wasserbauexperten machen,

wenn keine neuen Eingriffe in die Natur erfolgen

sollen und Rückbauten auch nicht?

Was jetzt gerade passiert ist, dass sich die Wirtschaft

die gesellschaftliche Änderung zunutze

macht und die Kriegskasse füllt. Wir haben nämlich

die paradoxe Situation, dass Renaturierungsmaßnahmen

und neue Eingriffe in die Natur parallel

laufen. Das wird so nicht mehr lange gehen.

Der Widerstand wächst.

Vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung in der

Energieversorgung, wachsen die Begehrlichkeiten

bezüglich erneuerbarer Energie. Besonders

der Ausbau der Wasserkraft soll die Energieversorgung

retten. Eine ganze Reihe von namhaften

Experten läuft aber bereits dagegen Sturm, weil

sie der Meinung sind, das würde den gegenwärtigen

Trend des Biodiversitätsverlusts verschärfen.

Alle Umweltorganisationen haben sich bereits

ebenfalls gegen neue Wasserkraftwerke ausgesprochen,

die nicht naturverträglich gebaut

werden. Zusammenfassend bleibt eine zentrale

Frage unbeantwortet: Wie ernst ist es den Entscheidungsträgern

mit der Ökologisierung? Unser

Flusssystem und das aquatische Ökosystem hat

zwar einen großen Anteil am Gesamtsystem, ist

aber eben nur ein Teil des großen Ganzen. Damit

das Gesamtsystem funktioniert, müssen alle Räder

ineinandergreifen. Hat schon mal jemand gesagt,

wir müssen nicht nur Flüsse, sondern auch Autobahnen

renaturieren?

Wie sinnbefreit ist das Ansinnen, Flüsse hochwasserfit

zu machen, wenn gleichzeitig die

Bodenversiegelung an Land ungehindert fortschreitet?

Welchen Sinn hat der Schutz von

Fischbeständen, wenn gleichzeitig die Einträge

aus der Landwirtschaft und Industrie zunehmen?

Brauchen wir mehr Natur nur deshalb, damit wir

noch mehr Natur verbrauchen und zerstören

können? »Es ist noch nie gelungen, ein Problem

an seinem Ende zu reparieren. Man muss an seine

Ursachen gehen«, sagt die Umwelthistorikerin

Verena Winiwarter.


UMWELTjournal 4/2021 | | S14

Steuerreform

ökologisch und sozial?

Die von der österreichischen Bundesregierung beschlossene Steuereform soll zwei

Leitgedanken unter einen Hut bekommen: Ökologie und soziale Gerechtigkeit. Dass

das gelungen ist, bezweifeln viele. Aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Das bis zum 6. Dezember 2021 in Begutachtung

vorliegende Paket zu einer Steuerreform

für Österreich bringt einige markante

Änderungen. In Sachen Ökologie sticht vor allem

die Bepreisung von CO2 heraus. Daneben sind

noch weitere Maßnahmen geplant, die zu einem

nachhaltigeren Handeln führen sollen. Zugleich

werden einige Stellschrauben zugunsten von Menschen

aus unterschiedlichen Gruppen getroffen.

Alles zusammen ergibt ein verwaltungstechnisches

Monster. Wir werden sehen, wie der Staat und seine

Institutionen damit zurechtkommen wird.

Die Maßnahmen der Steuerreform

Zur Ökologisierung sind geplant:

• Einführung des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz

2022 (CO2-Bepreisung plus

flankierende Entlastungsmaßnahmen für bestimmte

Branchen)

• Einführung des regionalen Klimabonusgesetz

• Absetzbarkeit von Sonderausgaben für thermische

Sanierung

• Absetzbarkeit von Sonderausgaben für Investitionen

zum Ersatz von fossilen durch klimafreundliche

Heizungssysteme

• Ausweitung der Befreiung von der Elektrizitätsabgabe

für selbst hergestellten Strom

Zur Entlastung sind geplant:

• Einführung des Investitionsfreibetrages

• Tarifsenkung Einkommensteuer/Lohnsteuer

• Stufenweise Senkung des KöSt-Satzes

• Senkung der Krankenversicherungsbeiträge

• Erhöhung des Familienbonus

• Mitarbeitergewinnbeteiligung neu

• Erhöhung der GWG-Grenze

• Erhöhung des Grundfreibetrages im Rahmen

des Gewinnfreibetrages

• Verkürzung des Vorsteuerberichtigungszeitraumes

für gemeinnützige Bauvereinigungen

Darüber hinaus ist noch eine Reform der Besteuerung

von Krypto-Assets geplant. Dies spielt zu unseren

Themen jedoch keine Rolle und wir lassen

diesen Punkt daher außen vor.

Nationales Emissionszertifikatehandelsgesetz

Dieses Gesetz betrifft die Bepreisung von CO2und

begleitende Maßnahmen dazu. Ab 1. Juli 2022

wird von Inverkehrbringern von fossilen Kraft- und

Treibstoffen (Kohle, Erdgas und Erdölprodukte)

eine Abgabe eingehoben werden, deren Höhe

von den Treibhausgasemissionen dieser Energieträger

abhängen soll: Die Energielieferanten müssen

Emissionszertifikaten kaufen und je nach tatsächlichem

Emissionsausstoß in entsprechender

Anzahl an die eigens dafür eingerichtete Behörde

im Folgejahr wieder abgeben. Nicht verwendete

CO2-Zertifikate müssen gegen eine Refundierung

des Kaufpreises retourniert werden. Die

dadurch entstehenden Zusatzkosten können von

den Händlern direkt an ihre Kunden, also auch an

Unternehmen der Immobilien- und Baubranche,

weitergegeben werden.

Zur Milderung der Mehrbelastung der finanziellen

Mehrbelastung durch die CO2-Bepreisung plant

der Gesetzgeber soziale Ausgleichsmaßnahmen:

• Klimabonus für natürliche Personen als EndverbraucherInnen.

• Vermeidung von Doppelbelastungen aufgrund

einer Teilnahme am EU-ETS: Da die Immobilienund

Baubranche erst ab 2026 in den EU-ETS

eingebunden werden soll, fällt sie bis dahin nicht

unter diese Begünstigung.

• Kompensations-Rückverteilungsmechanismus

für bestimmte Unternehmen: Darunter ist eine

(teilweise) Rückzahlung der weiterverrechneten

Abgabe zu verstehen. Dadurch soll die Landund

Forstwirtschaft entlastet und Härtefälle vermieden

werden.


Die geplanten CO2-Bepreisungen lauten auf

30 EUR (ab 07/2022) bzw. 35 EUR (ab 01/2023).

Danach soll der Preis weiter angehoben werden

auf 45 EUR (ab 01/2024) bzw. 55 EUR (ab 01/2025).

Regionales Klimabonusgesetz federt ab

Um die Belastung durch die neue CO2-Bepreisung

für die Bevölkerung auszugleichen, sollen

die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zum Teil

und sozial gestaffelt rückvergütet werden. Der regionale

Klimabonus wird an natürliche Personen,

ausbezahlt, die zumindest mehr als 183 Tage im

Kalenderjahr ihren Hauptwohnsitz in Österreich

hatten. Das gilt auch für Minderjährige. In diesen

Fällen geht der Klimabonus an den Bezieher der

Familienbeihilfe.

Der Klimabonus besteht aus einem Sockelbetrag

zuzüglich eines Regionalausgleichs. Der Sockelbetrag

wird im Jahr 2022 zunächst 100 Euro für

jeden Erwachsenen und je 50 Euro für Minderjährige

betragen. Und hier kommt ein bereits stark

kritisiertes Modell zum Tragen: Ausgehend von

der Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln

und von der lokal vorhandenen technischen und

sozialen Infrastruktur werden die österreichischen

Gemeinden in vier Kategorien eingeteilt. Abhängig

von der Einstufung der Hauptwohnsitzgemeinde

wird ein abgestufter Regionalausgleich von 0

bis 100 Euro für das Kalenderjahr 2022 gewährt.

Für Menschen mit gewissen Behinderungen wird

fiktiv angenommen, dass sich ihr Hauptwohnsitz

in einer Gemeinde der Kategorie IV befindet und

daher der höchste Regionalausgleich gewährt. Für

Minderjährige wird der Regionalausgleich zu 50

Prozent gewährt.

Die Gesamthöhe des Klimabonus für das Jahr

2022 stellt sich derzeit je nach Klassifikation der

Wohnsitzgemeinde wie folgt dar:

I. Urbane Zentren mit höchstrangiger ÖV-Erschließung

– 100 Euro,

II. Urbane Zentren mit zumindest guter ÖV-Erschließung

– 133 Euro,

III. Zentren sowie das Umland von Zentren mit zumindest

(guter) Basiserschließung – 167 Euro,

IV. Ländliche Gemeinden und Gemeinden mit

höchstens Basiserschließung – 200 Euro.

Neufassung Elektrizitätsabgabegesetz

Die Elektrizitätsabgabe für selbst aus erneuerbaren

Energien hergestellten Strom, der vom Erzeuger

bzw. im Fall einer Energiegemeinschaft von

den Mitgliedern selbst verbraucht wird. Die bisher

bestehende Grenze von 25.000 kWh wird aufgegeben

und die Befreiung auf alle erneuerbaren

Energien ausgeweitet. Die Änderungen sollen für

Vorgänge nach dem 1. Juli 2022 anwendbar sein.


UMWELTjournal 4/2021 4/2021 | S16 | S16

Raus aus dem Öl

Für die thermische Sanierung von Gebäuden sowie

für den Austausch von fossilen Heizungssystemen

(Ölheizung etc.) durch klimafreundliche

Heizungssysteme können ab der Veranlagung für

das Steuerjahr 2022 pauschale Sonderausgaben

berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür ist,

dass die Maßnahmen vom Bund im Rahmen des

Umweltförderungsgesetzes gefördert werden,

die Datenübermittlung gemäß Transparenzdatenbankgesetz

erfolgt und die Ausgaben abzüglich

erhaltener Förderung größer als 4.000 Euro bei

thermischer Sanierung bzw. 2.000 Euro bei Austausch

des Heizungssystems waren.

Der anzusetzende Pauschalbetrag beträgt 800

Euro für thermische Sanierungen und 400 Euro für

den Austausch von Heizungssystemen und kann

für fünf Jahre in der Steuererklärung/Arbeitnehmerveranlagung

berücksichtigt werden. Sollten

weitere geförderte Maßnahmen umgesetzt werden,

für die ein pauschaler Abzug von Sonderausgaben

zusteht, dann verlängert sich der Zeitraum

auf zehn Jahre, wobei sich der Pauschalsatz ab

dem sechsten Jahr nach der weiteren getätigten

Maßnahme richtet.

Ökologischer Investitionsfreibetrag

Unter den Entlastungsmaßnahmen im Rahmen

dieser großen Steuerreform sticht aus Umweltsicht

insbesondere der geplante ökologische Investitionsfreibetrag

(IFB) hervor. Dieser wird im

Einkommensteuergesetz verankert. Der IFB kann

für bestimmte Wirtschaftsgüter des abnutzbaren

Anlagevermögens geltend gemacht werden, die

nach dem 31. 12. 2022 angeschafft oder hergestellt

werden und stellt eine außerbücherliche, zusätzliche

Betriebsausgabe dar. Er wird zehn Prozent

der Anschaffungs- oder Herstellungskosten

betragen. Wenn es sich um Wirtschaftsgüter aus

dem Bereich Ökologisierung handelt, dann erhöht

sich der IFB sogar auf 15 Prozent.

Die Definition bzw. Auflistung der Investitionen

im Bereich Ökologisierung soll in einer noch

nicht vorliegenden ergänzenden Verordnung erfolgen.

Experten gehen davon aus, dass sich die

Bestimmungen zu diesem neuen IFB an der bereits

existierenden Definition der Maßnahmen zur

Ökologisierung für Zwecke der Investitionsprämie

orientieren wird. Formale Voraussetzungen für die

Geltendmachung des IFB sind die Aufnahme ins

Anlageverzeichnis bzw. in die Anlagenkartei und

der Ausweis des IFB an der richtigen Stelle in der

Steuer- bzw. Feststellungs-Erklärung.

Der Investitionsfreibetrag ist gedeckelt, weil er

nur für Anschaffungs-/Herstellungskosten in Höhe

von höchstens einer Million Euro pro Kalenderjahr

geltend gemacht werden kann. Bei Rumpfwirtschaftsjahren

ist dieser Wert entsprechend zu

aliquotieren. Der IFB ist somit betriebsbezogen

ausgestaltet und kann nur im Rahmen der betrieblichen

Einkunftsarten und bei der Gewinnermittlung

durch Bilanzierung oder vollständiger Einnahmen-Ausgaben-Rechnung,

also nicht bei einer

Pauschalierung genutzt werden.

Durch den Investitionsfreibetrag wird die Bemessungsgrundlage

bei Absetzung für Abnutzung

(AfA) nicht berührt, er stellt also im ersten Jahr

wirtschaftlich eine Art zusätzliche AfA dar. Geltend

gemacht werden kann der IFB für Wirtschaftsgüter,

die einem inländischen Betrieb bzw. einer solchen

Betriebsstätte zuzurechnen sind und eine betriebsgewöhnliche

Nutzungsdauer für die AfA von

zumindest vier Jahren haben. Einige Wirtschaftsgüter

sind allerdings dezidiert ausgeschlossen.

Dies gilt insbesondere für bereits anderweitig herangezogene

und auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter

und solche, die nur einen geringen Wert haben,

also sofort abgesetzt werden.

Günstigere Beiträge vielerorts

Ebenfalls in der Steuerreform geplant sind Vergünstigungen

bei Beiträgen und Steuersätzen. Mit

1. Juli 2022 soll etwa die zweite Tarifstufe der Einkommensteuer/Lohnsteuer

gesenkt werden. Konkret

soll für Einkommensbestandteile zwischen

18.000 und 31.000 Euro der Steuersatz von momentan

35 auf 30 Prozent gesenkt werden. Mit

1. Juli 2023 soll dann die dritte Tarifstufe gesenkt

werden. Ab diesem Zeitpunkt sollen Einkommensbestandteile

zwischen 31.000 und 60.000 Euro

anstatt mit 42 mit 40 Prozent besteuert werden.

Die Körperschaftsteuer (KöSt) soll ebenfalls gesenkt

werden: für das Jahr 2023 auf 24 Prozent

und für die Jahre ab 2024 auf jeweils 23 Prozent.

Für Privatstiftungen wird die Regelung zur Vortragsfähigkeit

und Verrechnung der Zwischensteuer

an die neuen Steuersätze angepasst.

Darüber hinaus kommt es zu einer Senkung der

Krankenversicherungsbeiträge für Einkommen

unter 2.500 Euro. Der Familienbonus-Plus soll erhöht

werden, ebenso die GWG-Grenz. Eingeführt

wird ein Freibetrag für die Gewinnbeteiligung von

Dienstnehmern. Der Grundfreibetrag des Gewinnfreibetrages

wird auch erhöht. Man darf gespannt

sein, was und wie das alles umgesetzt wird.


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UMWELTjournal 4/2021 | S18

Recy&Depotech 2022 wieder

im gewohnten Gewand geplant

Die bedeutendste Veranstaltung für die Themen Recycling und Deponietechnik in Österreich hatte nun

bereits zweimal mit der Pandemie zu kämpfen. Hausherr Univ.-Prof. Roland Pomberger rechnet aber

für 2022 mit einer „normalen“ Veranstaltung mit echten Menschen vor Ort und wieder spannenden

Themen. Wir haben um einen Ausblick gebeten. Interview: Peter R. Nestler

Peter Nestler: Herr Professor Pomberger, wenn

Sie an die jüngste Veranstaltung der Recy & DepoTech

aus dem Jahr 2020 zurückdenken, wie

war das im neuen Format und unter den Bedingungen

einer Pandemie?

Roland Pomberger: Das war für uns eine Riesen

Herausforderung. Wir haben es aber rückblickend

super bewältigt. Davor haben wir uns entschlossen:

Wenn wir es machen, dann ordentlich

und möglichst professionell. Das hat leider auch

bedeutet: ziemlich teuer. Zusammenfassend

sage ich heute: Es hat sehr gut funktioniert, aber

ich hätte gerne, dass es eine Ausnahme bleibt.

Es war bis zwei Wochen vor der Veranstaltung

nicht klar, wie das genau ablaufen kann. Das

war schon eine nervliche Anspannung. Es waren

auch alle Teilnehmer sehr zufrieden und ich habe

viele positive Rückmeldungen erhalten. Wenn

man da drinnen war, war es ja wie in einem Videospiel.

Ich bin aber grundsätzlich kein Freund

von Online-Konferenzen. Denn eine Konferenz

ist viel mehr als irgendwelche Vorträge, die man

hört. Sondern es ist ein Gesamtkunstwerk.

Nestler: Wenn Sie an die Teilnehmer zurückdenken,

war da ein wesentlicher Unterschied zu den

bisherigen Live-Veranstaltungen, hat man mit der

Online-Ausgabe neue Leute erreicht, die sonst

nicht angereist wären?

Pomberger: Wenn ich mir die Range anschaue,

dann kamen ungefähr gleich viele Teilnehmer

wie davor auch – rund 600 Personen. Angesichts

dessen, dass es ja auch etwas kostet, da wir

auch die Kosten hereinspielen müssen, war ich

da überrascht. Tendenziell haben wir online ein

etwas jüngeres Publikum angezogen.

Nestler: Es läuft nun der „Call for Papers“ für die

Recy & DepoTech 2022. Wie ist ihre Erwartungshaltung,

was wünschen Sie sich?

Hausherr Univ.-Prof. Roland Pomberger wünscht sich wieder eine Recy & DepoTech live wie zuletzt im Jahr 2018 ...


Fotos (3): © Montanuniversität Leoben

Pomberger: Ich wünsche mir eine große Auswahl.

Es ist das Themengebiet definiert und wir

laden ein zu Vorträgen zu Schwerpunkten, bei

denen wir glauben, dass das besonders attraktiv

du interessant ist. Aber wir geben nicht vor, wie

das Programm genau sein wird. Das Programm

entsteht erst durch die Einreichungen. Um Weihnachten

herum wird einmal gesichtet und dann

wird das Programm aus den Einreichungen heraus

zusammengestellt.

Nestler: Was sind da die Eckdaten? Wieviele Vorträge

brauchen Sie, um die Konferenz zu gestalten?

Pomberger: Wir haben zweieinhalb Konferenztage

zu bespielen – Mittwoch und Donnerstag

ganztägig und Freitag bis Mittag. Wir haben

vier Parallelsessions, so kamen wir zum Beispiel

2020 auf insgesamt 117 Vorträge. Das ist schon

eine ganz anständige Anzahl. Prinzipiell sind wir

deutschsprachig, was wir als USP sehen, auch mit

dem Schwerpunkt Österreich/Deutschland. Mir

kommt vor, dass viele Leute eine muttersprachliche

Tagung haben wollen. Wir sind ja nicht nur

eine wissenschaftliche Tagung, wobei wir schon

einen abfallwissenschaftlichen Anspruch haben.

Aber ich will nicht nur wissenschaftliche Themen

haben. Diese Tagung ist seit der Gründung eine

Plattform, die Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung

zusammenbringt. Es ist mir auch ganz

wichtig, dass aus den Forschungen und Entwicklungen

von Firmen etwas berichtet wird, aus dem

universitären Bereich, aus dem Verwaltungsbereich

– Ministerien, Sachverständige etc. - und

alle ihren Platz haben und sich austauschen können.

Daher haben wir auch ein entsprechendes

Rahmenprogramm und schauen, dass sich die

Leute auch zwischen den Vorträgen wohlfühlen.

Das fehlt leider bei Online-Veranstaltungen, da

kann man Chatrooms einrichten, was man will.

Es ist etwas anderes, wenn man zusammensteht

und einen Kaffee miteinander trinkt oder ein Bier.

Wir werden jedenfalls wieder ein gutes Programm

zusammenstellen. 2018 hatten wir zum

Beispiel einen Schwerpunkt zum Thema Batterien

und Batterierecycling. Da sind die Leute bis

auf den Gang hinaus gestanden, weil das Thema

so spannend war. Und mir ist es auch wichtig,

dass die Bereiche behandelt werden, die keine

eigenen Tagungen mehr haben, wie Deponien.

Da sollen die Leute sich auch treffen können. Sie

sehen also, es wird wieder spannend!

RECY & DEPOTECH 2022

Wichtige Termine

12. Dezember 2021

Einreichung “Call for Papers”

16. Jänner 2022

Zu-/Absage Einreichungen

28. Februar 2022

Rückbestätigung/Anmeldung

seitens der Vortragenden

bzw. Posterpräsentatoren/innen

31. Mai 2022

Ende Frühregistrierung

4. November 2022

Anmeldeschluss (Nachanmeldungen

bei der Konferenz

sind möglich)

8. November 2022

Ende kostenlose

Stornierung

9. November 2022

1. Konferenztag mit

Abendempfang

10. November 2022

2. Konferenztag mit

Posterpräsentation

11. November 2022

3./letzter Konferenztag

... er war aber auch mit der Online-Ausgabe im Jahr 2020 sehr zufrieden. Für 2022 ist die Konferenz wieder live geplant.


UMWELTjournal 4/2021 | S20

Wärmespeicher: Giganten im Untergrund

Wasser ist als Energiespeicher unschlagbar: Es kostet fast nichts, ist ungiftig und in Mitteleuropa

fast überall verfügbar. Doch wer auf diese Art große Mengen Wärme über Monate speichern will,

braucht viel Platz. Das Projekt giga_TES hat untersucht, wie das gehen kann – mit abgedeckten

Erdbeckenspeichern, die bis zu 2 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Text: Wim van Helden

Wasser ist als Energiespeicher unschlagbar:

Es kostet fast nichts, ist ungiftig

und in Mitteleuropa fast überall verfügbar.

Doch wer auf diese Art große Mengen Wärme

über Monate speichern will, braucht viel Platz. Das

Projekt giga_TES hat untersucht, wie das gehen

kann – mit abgedeckten Erdbeckenspeichern, die

bis zu 2 Millionen Kubikmetern Wasser fassen.

Die Physik ist denkbar simpel. Ein Kubikmeter

Wasser, den man von 30 auf 60 °C erwärmt,

nimmt dabei knapp 35 Kilowattstunden thermische

Energie auf. Wer also zum Beispiel ein Viertel

des jährlichen Bedarfs der Stadt Wien (6.280

GWh) bevorraten will, braucht einfach 45 Millionen

Kubikmeter Wasser. Man sieht: Auch wenn

die Physik einfach ist, ist die praktische Umsetzung

eine Herausforderung. Wo bringt man eine

solche Menge Wasser in einer Großstadt unter?

Wie tief kann ein unterirdischer Speicher sein?

Wie baut und stabilisiert man ihn? Wie dämmt

man die Wände, damit das Speicherwasser warm

und das Grundwasser kalt bleibt? Wie deckt man

den Speicher von oben ab? Und wie kann diese

Oberfläche sinnvoll genutzt werden - insbesondere

in Ballungsräumen?

An Antworten auf diese und weitere Fragen haben

18 Partner im Projekt giga_TES in den vergangenen

drei Jahren gearbeitet. Als Leitprojekt des österreichischen

Klima- und Energiefonds hatte giga_TES

ein Budget von mehr als vier Millionen Euro bei

einer Industriebeteiligung von mehr als 50 Prozent.

AEE INTEC koordinierte das Gesamtprojekt.

Große Erdbeckenspeicher sind bereits aus däni-


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Ö-Norm B2506-3

+ Entfernung bzw. Reduzierung

von AFS, Schwermetallen,

Pestiziden, PAK und MKW

+ Einfacher Filtertausch und

Filteraufbau

schen Wärmenetzen mit hohem Solaranteil

bekannt. Der aktuell größte Erdbeckenspeicher

in Vojens, Dänemark, fasst 210.000 m3

Wasser. Das entspricht rund 25 Prozent des

Wärmebedarfs der Kleinstadt mit ihren knapp

8.000 Einwohnern. Giga_TES untersuchte

Speicher zwischen 100.000 und zwei Millionen

Kubikmetern. Für diese Größenordnung

mussten die Projektpartner anhand von Modellrechnungen

und Materialentwicklungen

erst einmal die notwendigen Grundlagen

schaffen. Die Anwendungsszenarien umfassten

zwei Speichergrößen (100.000 und 1,2

Millionen Kubikmeter) und zwei Temperaturniveaus

(max 90°C/min 60°C und max 60°C/

min 30°C). In den Szenarien soll Wärme aus

Solarthermie oder Geothermie vom Sommer

bis in den Winter gespeichert werden.

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der begehbare

Sickertunnel

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zugänglich nach DGUV

Regel 103-003

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UMWELTjournal 4/2021 | S22

Speicher für die Städte

Die dänischen Erdbeckenspeicher sind einfach gebaut

und liegen oberhalb des Grundwasserspiegels.

Sie sind daher maximal fünf bis sechs Meter tief. Bei

großem Volumen führt das zu erheblichem Platzbedarf.

Der kompakte Gegenentwurf für die Großstadt

ist ein Stahltank. Doch spätestens bei 200.000 m3

stößt dieser technisch an seine Grenzen.

Die giga_TES-Partner haben daher an verschiedenen

Stellschrauben gedreht, um die Erdbeckenspeicher

für Österreichs Ballungsräume tauglich zu

machen. Sie haben die Speichertiefe vergrößert, die

Temperaturspreizung variiert und neue Materialien

entwickelt. Herausgekommen sind verschiedenste

Hybride aus klassischem Erdbeckenspeicher und

Stahltank. Jeder davon hat seine speziellen Vorund

Nachteile (siehe Tabelle). Mit den Konzepten

aus giga_TES können die Speicher bis zu 50 Meter

in die Tiefe reichen. Dabei müssen dann die Wände

stabilisiert und der Speicher gegen das Grundwasser

isoliert werden. Die Konstruktion der dafür

nötigen Schlitzwände setzt derzeit die technische

Grenze für die Speichertiefe.

Die Projektpartner haben eine spezielle Wandkonstruktion

aus sogenannten Dämmbohrpfählen

entwickelt und patentieren lassen. Die

Bohrpfähle werden im Inneren mit Schaumglasschotter

gefüllt und überlappen sich jeweils ein

Stück, sodass eine durchgängige Wand entsteht.

Vorbild waren dabei klassische Bohrpfähle, eine

etablierte Technik im Spezialtiefbau.

Speicheroberflächen nutzen - See, Park oder

Solaranlage?

Eine besondere Herausforderung ist auch die Abdeckung

des Speichers. Sie muss mindestens ihr

eigenes Gewicht tragen und über Jahrzehnte hohen

Temperaturen von unten und der Witterung

und UV-Licht von oben Stand halten. Sie muss auch

flexibel sein, denn die Erwärmung und Abkühlung

sorgt dafür, dass der Wasserspiegel je nach Speichergeometrie

um ein bis zwei Meter variiert.

Zudem ist es in einer urbanen Umgebung kaum

vorstellbar, die Oberfläche ungenutzt zu lassen.

Die Projektpartner haben daher zwei verschiedene

Deckel-Konstruktionen entwickelt und patentieren

lassen. Das „Floating Cover 2.0“ schwimmt

auf der Wasseroberfläche. Auf der Abdeckung

könnten ein Park, Gewächshäuser oder Solaranlagen

entstehen. Beim „Submerged Cover“ liegt

die Abdeckung einige Meter tief unter der Wasseroberfläche.

Der Raum über dem Speicher wird

zu einem künstlichen See. Dieser hält UV-Licht,

Hagel und Temperaturextreme von der Speicherdecke

fern. Der See ist als Freizeitgewässer nutzbar

– zum Rudern, für Schwimmstege oder auch

schwimmende Solaranlagen.

Auch für die innere Abdichtung des Speichers,

den Liner, haben die Projektpartner neue Materialien

entwickelt. Dabei ging es vor allem um die

Haltbarkeit über mehrere Jahrzehnte bei hohen

und wechselnden Temperaturen. Die Partner

entwickelten dafür ein Polypropylen-Material mit


einem speziellen Stabilisator. In beschleunigten

Alterungsversuchen kamen sie zu dem Schluss,

dass der neue Liner etwa doppelt so lange hält

wie das bisher verwendete Polyethylen-Material.

In Zahlen sind das gut 30 Jahre im oben

beschriebenen Hochtemperatur-Szenario. Bei

Betriebstemperaturen zwischen 35 und 80 °C

könnte das neue Linermaterial sogar deutlich

über 50 Jahre halten.

Grundlagenarbeit am Modell

Angesichts der Größe, Bauzeit und Kosten der

Wärmespeicher kann die Entwicklung unmöglich

am Original stattfinden. Deshalb arbeiten die

Projektpartner mit detaillierten numerischen Modellen,

um zum Beispiel die ideale Bauform und

Dämmstärke abzuleiten. Um das energetische

Verhalten des Speichers zu modellieren und zu

bewerten, wie zum Beispiel seine Leistung oder

die Wärmeabgabe ans Grundwasser, nutzten sie

das Simulationstool COMSOL Multiphysics.

Zudem entwickelten die Projektpartner ein eigenes

Kostentool zur Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Anhand einer Abschätzung der Investition

sowie mit Parametern wie Effizienz und Zyklenzahl

berechneten sie die spezifischen Speicherkosten

(Levelised Cost of Storage, LCOS).

Niedrige Temperaturen führen zu

niedrigen Kosten

Am LCOS zeigt sich, dass eine niedrige Systemtemperatur

gleich mehrere Vorteile bietet. Eine

geringere Speichertemperatur bedeutet weniger

Wärmeverluste und eine geringere Erwärmung

des Grundwassers. So kann die Isolierung dünner

ausfallen.

Wichtig sind auch die Kosten für Liner und Abdeckung.

Bei niedrigen Temperaturen lässt sich

die gewünschte Lebensdauer mit recht günstigen

Materialien erreichen. Bei sehr hohen Temperaturen

braucht man einen Stahlliner. Zwischen den

Bauformen gleichen sich dagegen verschiedene

Effekte teilweise aus: Bei flachen Speichern

ist die großflächige Abdeckung der größte Kostenfaktor,

bei den tiefen Bauformen sind es die

Schlitzwände.

In Zahlen heißt das für die simulierten Prototypen:

Im Hochtemperatur-System kostet die Speicherung

etwa 84 bis 92 Euro pro Megawattstunde. In

der Niedrigtemperatur-Version sind es nur knapp

50 bis 55 Euro pro Megawattstunde. Bei zukünftigen

Projekten auf dem Weg zu einem breiten

Roll-Out gibt es bei den Materialien, der Konstruktion

und der Implementierung noch erhebliches

Potenzial für die Kostensenkung.

Skalierbarer Pilotspeicher als nächster Schritt

Das Projekt giga_TES hat viele grundlegende

Erkenntnisse und drei patentierte Konstruktionslösungen

gebracht. Im nächsten Schritt müssen

sich die Entwicklungen an der Praxis messen:

Wie leicht lassen sich die Dämmbohrpfähle installieren

– und ist ihre Wirkung so, wie erhofft?

Schwimmt die Abdeckung so stabil wie sie soll?

Ein Speicher in voller Größe würde allerdings

einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Deshalb

soll es zunächst noch einen kleineren Pilotspeicher

in der Größenordnung von etwa 10.000

Kubikmetern geben. Gespräche mit möglichen

Partnern und die Standortsuche laufen gerade.

Weitere Informationen

Die Endergebnisse zum abgeschlossenen Projekt

giga_TES werden am 30. November 2021 in

einem Webinar vorgestellt. Hier der Link dazu:

www.aee-intec-events.at/webinargigates.html

Weiterführende Informationen finden Sie auf der

Projektwebseite: www.gigates.at

Der Autor Wim van Helden ist Bereichsleiter

Technologieentwicklung bei AEE INTEC, erreichbar

per Mail unter: w.vanhelden@aee.at .

ÜBER AEE INTEC

AEE - Institut für Nachhaltige Technologien

(AEE INTEC) mit Sitz in Gleisdorf wurde 1988

als außeruniversitäre Forschungseinrichtung

gegründet und ist Mitglied des Forschungsnetzwerks

ACR - Austrian Cooperative Research.

Als eines der führenden Institute im Bereich

angewandter Forschung arbeitet AEE INTEC

gemeinsam mit Industriepartnern an der

stetigen Weiterentwicklung von Energieversorgungstechnologien

sowie Systemen zur

nachhaltigen und effizienten Nutzung von Energie

in den Zielbereichen Städte und Netze,

Industrielle Systeme und Gebäude. Weitere

Forschungsschwerpunkte sind Technologieentwicklungen

in den Bereichen Thermischer

Energiespeicher, Erneuerbarer Energien

sowie Wasser- und Prozesstechnologien. AEE

INTEC beschäftigt derzeit rund 75 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

PROJEKTSTECKBRIEF

Laufzeit:

01.01.2018 - 31.08.2021

Forschungspartner:

• AEE – Institut für nachhaltige

Technologien

(Projektkoordinator)

• Johannes Kepler

Universität - Institute of

Polymeric Materials and

Testing

• Universität Innsbruck –

Institut für Konstruktion

und Materialwissenschaften

Forschungspartner:

• SOLID Solar Energy Systems

GmbH

• Ingenieurbüro ste.p

ZT-GmbH

• AGRU Kunststofftechnik

GmbH

• Metawell GmbH

• Bilfinger VAM Anlagentechnik

GmbH

• Geologie und Grundwasser

GmbH

• PORR Bau GmbH

• Lenzing Plastics GmbH

• Gabriel-Chemie Gesellschaft

m.b.H.

• Smart Minerals GmbH

• Wien Energie GmbH

• Salzburg AG für Energie,

Verkehr und Telekommunikation

• GVT Verfahrenstechnik

GmbH

Internationale Partner:

• PlanEnergi

• Solites – Steinbeis Innovation

GmbH

Auftrags- und Fördermittelgeber:

Klima- und Energiefonds

Förderprogramm:

Energieforschung,

3. Ausschreibung 2016


UMWELTjournal 4/2021 | S24

Die Stadt der Zukunft ist smart

und nachhaltig lebenswert

Wachsende Städte und die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns erfordern auch für die Stadt von

morgen neue Konzepte. Smart City scheint ein solches zu sein – und es sollte künftig auch bei

kleineren Städten eingesetzt werden. Österreichische Unternehmen spielen in der Planung und

Umsetzung von Smart Cities eine wichtige Rolle und wir haben die Ideen der A1 Telekom Austria

Group genauer unter die Lupe genommen. Text: Peter R. Nestler

Im Grunde sollen die Entwicklungskonzepte

für Smart Cities dabei helfen Städte effizienter,

technologisch fortschrittlicher, umweltverträglicher

und sozial inklusiver zu gestalten

– sie stellen die Antwort auf die Herausforderungen

einer modernen Stadt dar. Diese Konzepte

beinhalten sowohl technische Innovationen

aus den unterschiedlichsten Gebieten

wie auch wirtschaftliche und gesellschaftliche

Neuerungen. Die technischen Innovationen für

Smart Cities stehen großteils im Zusammenhang

mit den so bezeichneten Internet of Things – damit

werden Technologien einer umfassenden Infrastruktur

in Informationsgesellschaften zusammengefasst,

die es ermöglichen, physische und

virtuelle Objekte miteinander zu vernetzen und

sie durch Informations- und Kommunikationstechniken

miteinander kooperieren zu lassen.

Im Grunde sollen die Entwicklungskonzepte

für Smart Cities dabei helfen Städte effizienter,

technologisch fortschrittlicher, umweltverträglicher

und sozial inklusiver zu gestalten – sie

stellen die Antwort auf die Herausforderungen

einer modernen Stadt dar. Diese Konzepte beinhalten

sowohl technische Innovationen aus den

unterschiedlichsten Gebieten wie auch wirtschaftliche

und gesellschaftliche Neuerungen.

Die technischen Innovationen für Smart Cities

stehen großteils im Zusammenhang mit den so

bezeichneten Internet of Things – damit werden

Technologien einer umfassenden Infrastruktur in

Informationsgesellschaften zusammengefasst,

die es ermöglichen, physische und virtuelle Objekte

miteinander zu vernetzen und sie durch Informations-

und Kommunikationstechniken miteinander

kooperieren zu lassen.

A1 positioniert sich bereits seit mehreren Jahren

im IoT-Bereich. Dabei werden verschiedene

Schwerpunkte gesetzt und zahlreiche innovative

Lösungen in diversen Branchen positioniert. Allen

ist gemeinsam, dass sie zu mehr Effizienz,

Kostenersparnissen und zu mehr Sicherheit

beitragen sollen. Eine der Branchen, die A1 als

wichtiges Fokusthema sieht ist die Stadt der Zukunft

– eine Smart City. Und damit schließt sich

wieder der Kreis.

A1 liefert Tools für Smart Cities

Die Experten bei A1 verstehen eine Smart City als

Stadt, in der sich die EinwohnerInnen wohl und si-


cher fühlen, sich Zeit bei Anreisen innerhalb der

Stadt sparen und ohne viel Nachdenken nachhaltige

Entscheidungen treffen. Es ist eine Stadt, in der

Entscheidungen basierend auf Fakten und Analysen

getroffen werden und zum Wohlbefinden aller

BürgerInnen beitragen. Die Smart City ist aber für

A1 auch eine hochtechnologische Stadt mit optimal

gesteuerten Abläufen in vielen Lebensbereichen

– von der Müllsammlung über die Luftgütemessung,

den Winterräumdienst bis hin zum Asset

Management in der modernen Mobilität.

Der Mobilfunkkonzern kann schon jetzt Lösungen

für Fragen einer Smart City liefern, von der

Basis bis hin zu konkreten Tools. Für die Stadtverwaltung

interessant ist A1 City Insights. Dieses

Analysewerkzeug soll die umfangreiche

Analyse einer Stadt ermöglichen, indem es dabei

hilft bestimmte Fragestellungen zu beantworten

(siehe Grafik).

Die mit dem Analyswerkzeug erhobenen Daten

werden anonymisiert, sie sind also nicht auf einzelne

BewohnerInnen einer Stadt zurückzuführen.

Als Mehrwert des Tools ergeben sich Antworten

auf planerische Aufgaben in einer Stadt:

Aufgrund der Analysen können faktenbasierte

Entscheidungen getroffen werden – wo soll

gebaut werden, welche Transportmittel sollen

weiter ausgebaut werden, wo fehlen Transportmittel,

wo sollte das Kultur- und Freizeitangebot

ausgeweitet werden? Informationen zum zugrundeliegenden

Produkt sind im Internet zu finden:

https://www.a1.net/a1-mobilityinsights

A1 City Insights hat zwei Produktgeschwister: A1

Event Insights und A1 Tourism Insights, ebenfalls

beides Analysewerkzeuge in spezifischen Themenbereichen.

Das erste ermöglicht die Analyse

von Events: Woher kamen die Besucher,

wohin sind sie danach abgereist, wie lange waren

sie bei dem Event vor Ort? Das zweite Tool

schafft spezielle Analysen für den Bedarf des

Tourismus: Woher kommen die Touristen, wie

lange bleiben sie vor Ort, welche Aktivitäten

und Attraktionen nehmen sie in Anspruch, von

welchen Regionen oder Ländern kommen sie?

Gerade nach der aktuellen Pandemie können

solche Analysen überaus wertvolle Inputs und

Daten liefern.


UMWELTjournal 4/2021 | S26

Ein weiterer Bereich für intelligente Werkzeuge

in Smart Cities sind Sensoren und deren entsprechende

Konnektivität. Die Sensoren erfassen

Daten zu diversen Parametern wie z. B. Luftgüte,

Temperatur, Füllstand und senden diese an eine

eigene Plattform. Wird der eingestellte Höchstoder

Niedrigstwert über- oder unterschritten,

kann ein Alarm und eine Benachrichtigung ausgelöst

werden.

Bereits jetzt verfügbare Beispiele von Tools seitens

A1 dazu sind:

• Müllcontainerfüllstand: Müllcontainer werden

mit einer speziellen Sensorik zur Füllstandmessung

ausgestattet. Die Müllabfuhr wird über den

Füllstand informiert und fährt ausschließlich dorthin,

wo die Müllcontainer tatsächlich geleert gehören.

So werden einerseits Kosten gespart, weil

die Müllabfuhr effizienter wird. Andererseits wird

die Umwelt geschont, weil die Müllabfuhr gezielt

dort unterwegs ist, wo es tatsächlich notwendig

wird – der CO2-Abdruck wird reduziert.

• Hydranten Sicherheitslösung: Dieses Tool hilft

dabei, den nicht autorisierten Zugriff auf Hydranten

zu identifizieren und bei missbräuchlicher

Verwendung zu melden bzw. einzugreifen.

• A1 Asset Insight: Eine Lösung für das Tracking

von Fahrzeugen, etwa E-Scootern oder städtischen

Rasenmähern. So kann ein Unternehmen

seine mobilen Assets immer im Blick behalten.

• Luftgütemessung: A1 bietet eine Sensorik an,

die die Feinstaubbelastung und die Luftqualität

misst und in einem Dashboard abbildet. Aufgrund

dessen können Stadt- und Verkehrsplaner Entscheidungen

für die Weiterentwicklung der Stadt

treffen (z. B. zusätzliche Grünzonen, Umleitungen

oder eine Aufteilung des Verkehrs).

• A1 Charge App – damit das Finden, Laden und

Bezahlen von Elektrofahrzeugen noch einfacher

wird, bietet A1 eine App an, in der alle Tankstellen

von (derzeit) ÖAMTC sowie A1 für Elektroautos

abgebildet sind. Verfügbar ist die App für alle

Endgeräte. Sie beinhaltet eine Anzeige, ob die

ausgewählte Tankstelle zum Zeitpunkt frei ist. Mit

einer „Pro Option“ der App ist es auch möglich,

Tankstellen von anderen Anbietern einzusehen.

• Winterdienst: Speziell für den Winterdienst gibt

es von A1 ein Flottenmanagement für die Räumfahrzeuge

und eine Lösung, die Schneeschild,

Streuer und Außentemperatur kontrolliert, um bei

Bedarf einsatzbereit zu sein.

Kundenspezifische Lösungen für Lebensqualität

Die genannten Produkte von A1 wenden sich an

Unternehmen und Organisationen und sind nach

Angaben des Anbieters gemeinsam mit dem Kunden

entwickelbar und skalierbar. Am Beginn steht

ein kostenloses Beratungsgespräch, in dem die

Rahmenbedingungen und der Bedarf abgeklärt

werden. Danach geht der Kunde mit A1 entweder

in eine gemeinsame Konzeptionsphase oder bekommt

(bei standardisierten Produkten) ein Angebot.

Am Ende sollen durch effiziente, umfangreiche

Analysen Kosten gespart werden. Aufgrund

der erhobenen Daten können gezielte Maßnahmen

ergriffen werden. Für die Anwender soll ein

Mehr an Lebensqualität herausschauen.

Smart City Award

Zur Förderung von Innovationen für Smart Cities

hat A1 den A1 Smart City Award ins Leben gerufen.

Gesucht werden die innovativsten Ideen und

Projekten im Bereich Smart City. Dabei spielt die

Entwicklungsphase des jeweiligen Projekts keine

Rolle – bewerben können sich Teilnehmer sowohl

noch in der Konzeptionsphase, aber auch wenn

ein Projekt bereits in der Umsetzung ist. Bewerben

können sich außerdem auch Unternehmen

und Startups, die Produkte im Smart City Bereich

anbieten. Diese haben auch die Chance in das A1

Portfolio aufgenommen zu werden. Städte, Unternehmen

und Startups werden in jeweils separaten

Kategorien bewertet.

Der Award verspricht attraktive Gewinnmöglichkeiten

– von Stadtanalysen, über monetäre

Gewinne und Expertenberatung hin zu den ausgewählten

Herausforderungen. Und er soll wohl

auch als Anregung dazu dienen, sich Innovationen

im Bereich Smart City zu widmen. Ab Jänner

2022 wird der Smart City Award von A1 in der

Öffentlichkeit erscheinen. Details dazu gibt es im

Internet: URL wird nachgeliefert. / Details dazu

wird A1 demnächst veröffentlichen.

Fazit

Telekomunternehmen erweitern ihr Portfolio um

Lösungen im Bereich Datennutzung. Davon können

Politik und Wirtschaft profitieren. Ihre Stärke

können Anbieter wie A1 vor allem in Städten anbieten.

Denn dort fallen große Datenmengen an

und es sind strategisch wichtige planerische Entscheidungen

für die nachhaltige Stadt von morgen

– die Smart City – zu treffen. Ein Blick auf

die bereits vorhandenen Tools lohnt sich, weitere

Lösungen sollen über den neuen A1 Smart City

Award aufgespürt werden. Am Ende steht mehr

Lebensqualität für uns alle.


Paketversand mit Öko-Touch

Onlinebestellungen boomen, mit der Verpackung wächst der Müllberg. Bis jetzt! Im neuen Pilotprojekt

der Post und der FH Oberösterreich in Kooperation mit DM, Interspar Weinwelt, Intersport, Tchibo und

Thalia kommen Mehrwegverpackungen zum Einsatz. Go green lautet die Devise! Text: Angelika Gabor

Allein im Dezember 2020 stellte

die Österreichische Post im Inland

mehr als 18 Millionen Pakete zu. Der

Lockdown, die Pandemiesituation und das

nahende Weihnachtsfest legen die berechtigte

Vermutung nahe, dass es in diesem

Dezember nicht weniger sein wird. Und auch wenn

die Recyclingrate von Altpapier hierzulande mit

rund 78 Prozent über dem europäischen Durchschnitt

liegt, ist das trotzdem eine große Anzahl an

Kartonagen, die auf dem Müll landen.

„Allein in Österreich sehen wir 30 Prozent

Wachstum beim e-Commerce. Für die Post

spielt Nachhaltigkeit schon seit über 10 Jahren

eine wichtige Rolle, sei es durch den Einsatz

von Elektrofahrzeugen für die CO2-neutrale

Zustellung oder die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen.

Mit der „Grünen Verpackung“ gehen

wir den nächsten Schritt“, freut sich DI Peter

Umundum, Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen

Post AG.

Seit 2020 forscht die Post gemeinsam mit der FH

Oberösterreich an wiederverwendbaren und nachhaltigen

Verpackungslösungen für den Paketversand

– im Februar 2022 geht es los, bis Juli 2022

dürfen die verschiedenen Variranten der „Grünen

Verpackung“ sich im echten Leben = Warenverkehr

beweisen. Die Mehrwegverpackungen werden für

Bestellungen bei den fünf kooperierenden Handelsunternehmen

eingesetzt, wobei die Kunden

vorher nicht wissen, ob sie eine Mehrwegverpackung

erhalten oder eine Einwegschachtel.

10.000 Schachteln, 4 Varianten

Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums

an der FH Oberösterreich, war in den

Auswahlprozess involviert, für den Handelsunternehmen

und Kunden gleichermaßen befragt

wurden. Aus den 40 verschiedenen getesteten

Verpackungslösungen wurden schließlich

vier herausgefiltert: Re-Zip Boxen, Re-Zip

Bags, Packoorang Bags und Returnity Weinboxen.

„Umfragen zeigen, dass 80 Prozent der

Kunden Mehrwegverpackungen wichtig finden

– und mehr als die Hälfte der Befragten dafür

auch mehr bezahlen würde. Zudem kommt demnächst

auch der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft

(CEAP) der Europäischen Kommission

zum Tragen, in dem es unter anderem um die

Verringerung von Verpackungen geht“, erklärt

Staberhofer.

Die Kosten für das Projekt trägt zur Hälfte das

Land Oberösterreich, auch wenn es in ganz Österreich

läuft: sämtliche Postfilialen, Postpartner

und das Filialnetz der Handelspartner nehmen

teil. Umundum: „Wir starten mit insgesamt 10.000

Verpackungen, aber wir sind bereit, bei Bedarf

aufzustocken. Auch erwarten wir, dass nicht jeder

seine Verpackung auch tatsächlich retourniert.

Aber es wird auf jeden Fall einen erklärenden Begleittext

im Paket sowie eine Informationskampagne

während des Feldversuchs geben.“ Zumindest

während des Pilotprojekts ist die Rückgabe

völlig kostenlos – ein späteres Pfand wird aber abhängig

von der Resonanz nicht ausgeschlossen.

Während die Verpackungen aktuell noch aus Dänemark

und China kommen, ist das Ziel, diese

zukünftig in Österreich produzieren zu lassen.

Diesbezügliche Gespräche sind bereits am Laufen

– ein Gewinn für die heimische Wertschöpfung

und die Umwelt.

So funktioniert‘s

Für den Kunden gibt es im Online-Bestellprozess

keine Änderung,

er wird wie gewohnt

von den teilnehmenden Unternehmen

abgewickelt. Nur

dass die Waren in wiederverwendbaren

Verpackungen

via Post ausgeliefert werden.

Diese lassen sich einfach

und klein zusammenfalten

und dann entweder in einen

Briefkasten werfen oder persönlich

retournieren: in Post-

Geschäftsstellen, SB-Zonen,

beim Post-Zusteller oder in

einer Filiale des Unternehmens,

bei dem man bestellt

hat – die gemischte Rückgabe

ist zumindest im Pilotversuch

(noch) nicht möglich.

Die Verpackungen werden

bei Bedarf gereinigt und

gehen erneut in den Versand.

Die Ergebnisse der im

Vorfeld durchgeführten Studie

der FH Oberösterreich


UMWELTjournal 4/2021 | S28

über 40 nachhaltige Verpackungslösungen

zeigen,

dass der Aufbau eines Mehrwegzyklus‘

die größten Emissionseinsparungen

erzielt. Im

Anschluss wird die FK eine

ökologische Bilanz erstellen,

aber da die Verpackungen

aus nachwachsenden Rohstoffen

oder recyceltem PET

bestehen, ist mit einer durchaus

positiven Nachhaltigkeitsbilanz

im Vergleich zu

Einwegkartons zu rechnen.

Die Motivation der Partner

Die fünf involvierten Handelsunternehmen

eint der

Gedanke der Nachhaltigkeit

als Beweggrund, an diesem

Experiment teilzunehmen:

Das Thema Zukunftsfähigkeit

liegt im Fokus von dm,

wie Mag. Elmar Riepl, Bereichsmanager

Logistik, Direktkunden-

& Filiallogistik,

erklärt: „Wir möchten unsere

Kunden sensibilisieren, wie

jeder Einzelne seinen ökologischen

Fußabdruck reduzieren

kann, und das spiegelt

sich beispielsweise auch in

unserer Sortimentsauswahl

wieder. Der Onlinehandel ist ein Serviceangebot

an unsere Kunden, und die „Grüne Verpackung“

eine großartige Chance, weshalb auch sämtliche

Filialen in die Rückgabe der Verpackungen eingebunden

werden.“

Als Pionier der Mehrwegverpackung von Getränken

im Onlinehandel stand die Teilnahme an dem

Pilotprojekt für Mag. Lukas Wiesmüller, Leiter

Nachhaltigkeit, SPAR Österreich, nicht zur Debatte:

„Schon im Jahr 2000 haben wir mit der weinwelt

den ersten Onlineshop eröffnet und ständig

an Verbesserungen gearbeitet.

Ab Februar wird nun ein Teil der Bestellungen

auf weinwelt.at in faltbaren Mehrwegboxen mit

gepolsterten Innenfächern verschickt. Für den

Rückversand werden Beutel mitgeliefert, wo die

gefalteten Boxen platzsparend verstaut und über

die Post retourniert werden können. Mit dem Test

sammeln wir wichtige Erfahrungen für Mehrweg-

Logistiklösungen für alle unsere INTERSPAR-Onlineshops

und andere Produkte.“

Intersport setzt auf Nachhaltigkeit

Natur und Emotionen im Freien stehen häufig

im Fokus bei den Kampagnen des Fachändlers

INTERSPORT, da liegt das Thema

Nachhaltigkeit dann klar auf der Hand. Mag.

Günther Junkowitsch, Leitung Logistik und

Persona bei der INTERSPORT AUSTRIA: „Als

einer der größten Sportfachhändler Österreichs

bietet Intersport mit seinen stationären

Shops und dem Onlineshop alles, was

das Sportlerherz begehrt. Selbst bei Onlinebestellungen

erfolgt der Kauf dann regional.

Mit der Teilnahme am Projekt möchten wir die

Bereitschaft der Kunden herausfinden, beim Einsparen

von Verpackung zu helfen. Es wird spannend

zu erfahren, wie der Konsument auf gebrauchte

Verpackungen reagiert. Für den Anfang

werden wir Textilien, Schuhe und kleinere Produkte

mit der „Grünen Verpackung“ ausliefern.“

Tchibo bereits seit 15 Jahren dabei

Nach 15 Jahren nachhaltiger Geschäftstätigkeit

war für Mag. Erik Hofstädter, Geschäftsführer,

Tchibo Österreich, das Projekt ein logischer

nächster Schritt: „Hinsichtlich Verpackungen

reduzieren wir kontinuierlich unseren Materialeinsatz

- wie bei der nahezu plastikfreien Textilverpackung

oder der Möglichkeit, Kaffeebohnen

verpackungsfrei einzukaufen - und fördern zudem

Mehrweglösungen, etwa bei Tragetaschen

und beim Coffee to go. Besonders interessant

wird sein zu sehen, wie die Rückgabe funktioniert,

in die natürlich sämtliche Filialen eingebunden

sind. Wir sind gespannt, wie die Kunden die

„Grüne Verpackung“ annehmen und wie gut das

mit den mehreren Zyklen funktioniert.“

Thalia reduziert Verpackungen

In Zeiten von e-Readern und digitalen Büchern ist

der Buchversand zwar rückläufig, dennoch freut

sich Andrea Heumann, Geschäftsführerin, Thalia

Österreich, auf das Potenzial des Projekts: „In Zeiten

von Onlineshops, Pandemie und immer größerem


Versandaufkommen müssen Lösungen des Verpackungsproblems

gefunden werden. Unser Angebot

an E-Books, digitalen Hörbüchern, oder auch unsere

aufbereiteten eReader schont Ressourcen in der

Produktion, aber auch bei Verpackung und Transport.

Zwar reduzieren wir durch unseren Filial-Abholservice

und die neuen, 24h geöffneten Abholstationen

bereits die Anzahl der Versandaktionen,

aber auch die restlichen Sendungen möchten wir

mit der „Grünen Verpackung“ nachhaltig, recyclebar

und umweltfreundlich abwickeln.“

FH Oberösterreich forscht

„Wir haben Kund*innen und Handelsunternehmen

befragt und 40 verschiedene Verpackungslösungen

evaluiert. Aktuell arbeiten wir im Innovationszentrum

Logistikum.Retail gemeinsam

mit unseren Projektpartner*innen am operativen

Set-up, das heißt: der Beschaffungsprozess für

die ausgewählten Verpackungen für den Pilottest

läuft, die Schulung der Mitarbeiter*innen in

der Kommissionierung wird konzipiert wie auch

interne Prozesse werden adaptiert“, beschreibt

Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums

an der FH Oberösterreich, den Status quo

im Forschungsprojekt. „Danach werden wir gemeinsam

mit den Handelsunternehmen dm, IN-

TERSPAR-Onlineshop weinwelt.at, INTERSPORT,

Tchibo und Thalia vier nachhaltige Mehrweg-

Verpackungen testen.“

In einer Vorstudie der FH Oberösterreich wurden

über 40 nachhaltige Verpackungslösungen

detailliert betrachtet und analysiert. Die Erkenntnisse

der Studie zeigten, dass durch den Aufbau

eines Mehrwegzyklus die größten Emissionseinsparungen

möglich sind. In Zusammenarbeit mit

den Verpackungsanbieter*innen sowie den fünf

Partner*innenunternehmen wurden vier Verpackungen

für den Test ausgewählt:

Fazit

Die Idee der Mehrwegverpackung ist zwar vielleicht

nicht neu, aber in dieser Form durchaus innovativ,

und auch die Vielfalt der teilnehmenden

Unternehmen verspricht einen aussagekräftigen

Praxistest. Hoffen wir, dass er positiv ausfällt und

sich diese Verpackungen im Marekt durchsetzen.


UMWELTjournal 4/2021 | S30

Klimawandel: Nachhaltige Logistik

Um eine starke Senkung der Emissionen bzw. eine CO2-neutrale Logistik zu erreichen, muss eine

„Verkehrs- und Energiewende“ stattfinden. Transport-Unternehmen und Logistiker werden langfristig

nur durch eine nachhaltige Geschäftsausrichtung wettbewerbsfähig bleiben. Text: Dirk Ruppik

Laut des Brundtland-Berichts (Our Common

Future, 1987) ist „eine Nachhaltige

Entwicklung eine Entwicklung, die die

Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne

zu riskieren, dass künftige Generationen ihre

eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen

können.“ Carsten Deckert, Professor für Innovation

und Produktionsmanagement an der Hochschule

Düsseldorf, definiert die Aufgaben der

Nachhaltigen Logistik wie folgt: „Bei Green Logistics

werden die Logistikfunktionen Transport,

Lagerung und Verpackung an den ökologischen

Zielen der Nachhaltigkeit – Ressourceneffizienz

und Umweltverträglichkeit – ausgerichtet. Die

Aufgabe der grünen Logistik besteht darin, die

richtige Menge der richtigen Objekte am richtigen

Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen

Qualität zu den richtigen Kosten unter möglichst

geringem Ressourcenverbrauch und möglichst

geringen Emissionen zur Verfügung zu stellen.“

Die Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Wettbewerbsvorteil.

Eine zunehmende Zahl von

Unternehmen hat erkannt, dass Nachhaltigkeit

nicht nur das Betreiben von Risikomanagement

bedeutet, sondern neue Chancen eröffnet, im

sozialen, ökologischen und ethischen Bereich

einen gewinnbringenden Wettbewerbsvorteil

zu generieren. Dabei sind die Themenbereiche

der Nachhaltigkeit weit gespannt und reichen

von der Einflussnahme auf die Umwelt, den

Arbeitsplatz, die Gesellschaft und Ökonomie

bis hin zur Produktverantwortung. Einen großen

Teil der Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit

machen Technologien zur CO2-Emissionseinsparung

aus, um den Klimawandel zu verlangsamen.

Verkehr muss bis 2050 Treibhausgase um 80

bis 95 Prozent senken

Die Minderung der Kohlenstoffdioxid (CO2)-

Emissionen ist ein erklärtes Ziel nicht nur in der

Transport- und Logistik-Branche, sondern auch

der gesamten deutschen Wirtschaft. Bis 2050

will Deutschland weitgehend treibhausgasbzw.

CO2-neutral werden. Laut der Studie „Klimaschutzbeitrag

des Verkehrs bis 2050“ des

Umweltbundesamtes will die Bundesregierung

die Treibhausgasemissionen über alle Sektoren

bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber

1990 senken. Bis 2030 sollen sie um 40 bis 42

Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Der

Beitrag des Verkehrssektors und die daraus abgeleiteten

Handlungsoptionen wurden in der

Studie untersucht. In Deutschland wurden gemäß

des Umweltbundesamtes (UBA) 2019 rund

805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt

– rund 54 Millionen Tonnen oder 6,3 Prozent

weniger als 2018. Gründe für diese Entwicklung

sind die erfolgreiche Reform des europäischen

Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der

Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie

die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke.

Die CO2-Emissionen des Verkehrssektors lagen

in 2019 mit 163,5 Millionen Tonnen auf einem

leicht höheren Niveau als im Vorjahr (+0,7 Prozent).

Zwar kamen verbrauchsärmere Fahrzeuge

auf den Markt, gleichzeitig nahm aber auch

der Kfz-Bestand zu (+1,6 Prozent), sodass in der

Summe mehr Benzin und Diesel verbraucht wurde.

In 2020 sanken die Emissionen wegen der

Lockdowns um 11,4 Prozent auf 146 Millionen

Tonnen.

Verkehrs- und Energiewende vonnöten

Um eine starke Senkung der Emissionen bzw.

eine CO2-neutrale Logistik zu erreichen, muss

eine „Verkehrs- und Energiewende“ stattfinden.

Die Verkehrswende umfasst Maßnahmen zur

Verkehrsvermeidung, der Verkehrsverlagerung

und der Effizienzsteigerung der Verkehrs- und

Transportmittel. Letzteres schließt beispielsweise

bessere Auslastungsgrade der Fahrzeuge,

eine energetisch sparsamere Fahrweise und

energieeffizientere Verkehrsmittel mit ein. Der

Anteil des Schienengüterverkehrs kann gleichzeitig

laut Studie bis 2050 im Vergleich zu heute

auf mehr als das Zweieinhalbfache gesteigert

werden. Die gleichzeitig stattfindende Energiewende

bedeutet die Ablösung von fossilen

Energieträgern oder die Verwendung von CO2-

armen Energieträgern. Die direkte Nutzung von


Strom aus erneuerbaren Energieträgern für den

Antrieb von Elektromotoren soll zur Norm werden.

Daraus fogt die Verdrängung von Verbrennungsmotoren.

Da der Weg bis zum All-Electric

Aircraft in der kommerziellen Luftfahrt noch sehr

weit ist, muss man hier zunächst auf Energieträger

wie synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff

setzen, die aus erneuerbaren Energien, vorzugsweise

regenerativem Strom, hergestellt werden.

Die aus Strom erzeugten Kraftstoffe PtG (Power

to Gas) und PtL (Power to Liquid) sind nur mit

hohen Energieverlusten zu produzieren. Der Primärenergieverbrauch

in 2050 steigt dadurch gegenüber

2005 um 36 Prozent (bezogen auf den

Gesamtverkehr). Durch beide Techniken lassen

sich Wasserstoff und Methan beziehungsweise

flüssige Kraft- und Rohstoffe herstellen. Wenn der

Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt,

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UMWELTjournal 4/2021 | S32

sind diese Kraftstoffe der Schlüssel für die Energiewende.

Die 95-prozentige Treibhausgaseinsparung

hängt wesentlich von der Substitution

konventioneller durch erneuerbare Kraftstoffe

ab. Die Herstellung von PtG und PtL benötigt große

Mengen erneuerbaren Stroms, der in diesen

Mengen wirtschaftlich in Deutschland nicht produziert

werden kann. Insbesondere PtL müsste

zukünftig wie heute Rohöl importiert werden.

Damit die Verkehrs- und Energiewende umgesetzt

werden kann, sind u. a. Anreize zur Steigerung

der Energieeffizienz z. B. über CO2- und

Energieverbrauchs-Flottenwerte für Pkw sowie

leichte und schwere Nutzfahrzeuge notwendig.

Die Umschichtung der Fahrzeugflotte hin

zu strombasierten Antriebssystemen sowie zur

Schaffung der entsprechenden Ladeinfrastruktur

muss ebenso gefördert werden. Weiterhin müssen

Maßnahmen zur Vermeidung, Verlagerung

und zur effizienteren Verkehrsabwicklung einschließlich

des Ausbaus der notwendigen Verkehrsinfrastruktur

durchgeführt werden.

Intralogistik muss zur Nachhaltigkeit beitragen

Zur Gestaltung nachhaltiger Logistiksysteme und

damit einer grünen Logistik kann neben dem

Transportbereich vor allem die Intralogistik beitragen.

Dabei stehen bei der umweltgerechten

Gestaltung des Betriebes bzw. Lagers Energie-,

Wärme- und Wassermanagement, die Nutzung

von regenerativen Energien, Kraftstoffeinsparung

im Fuhrpark, moderne Lagertechnik und

effiziente Fördersysteme sowie leistungsfähige

Softwaresysteme im Mittelpunkt.

Maßnahmen als Unternehmen konkret umsetzen

Eines der wichtigen Ziele der Nachhaltigkeit in

der Logistik ist, CO2-neutral zu wirtschaften.

Transport-Unternehmen und Logistiker werden

langfristig nur durch eine nachhaltige Geschäftsausrichtung

wettbewerbsfähig bleiben. Viele

Logistiker laufen Gefahr ohne klar bestimmte

Nachhaltigkeitsziele bzw. CO2-Reduktions-Ziele

ihre Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Zentraler

Grund für die betriebswirtschaftliche Relevanz

der Nachhaltigkeit sind die fortwährend steigenden

Energiepreise. Zudem fragen Kunden zunehmend

nach nachhaltigen Dienstleistungen. Was

können Logistik-Unternehmen nun tun, um CO2-

neutral zu werden?

Einerseits müssen die eingesetzten Fahrzeuge

energieeffizienter werden und außerdem muss

mittelfristig der Umstieg auf Elektroantriebe erfolgen.

Der Kraftstoffverbrauch kann u. a. durch die

Vermeidung überflüssiger Transportwege (z. B.

durch Transportwege-optimierung durch Künstliche

Intelligenz), Fahrerschulungen zum Umgang

mit Fahrzeugen (Senken des Kohlendioxid-Ausstoß

um bis zu vier Prozent), Einsatz von Reifen

mit kleinerem Rollwiderstand und ein regelmäßige

Reifendruckkontrolle (Einsparungen bis zu

sechs Prozent möglich) reduziert werden.

Weiterhin bietet sich die Optimierung der Anzahl

der Niederlassungen, die Zusammenarbeit mit

nachhaltigen Dienstleistern, die Nutzung klimaneutraler

Transport- und Versandarten, die Vermeidung

von Leerfahrten und eine optimierte

verlustfreie Beladung von Transportfahrzeugen

an, um Kohlendioxid zu reduzieren und die Umwelt

zu schonen.

Auch ganze Logistikzentren können energieeffizient

gestaltet werden. Grundsätzlich wird ein

energieeffizientes Logistikzentrum von zwei Säulen

getragen:

• eine CO2-neutrale Energiebereitstellung (Nutzung

regenerativer Energiequellen und überschüssiger

Prozessenergie)

• eine effiziente Energienutzung (energieeffiziente

Gebäudestruktur und Förder bzw. Gebäudetechnik)

Ganzheitliche Betrachtung notwendig

Dazu muss eine ganzheitliche Betrachtung der

Energiebedarfe und Energiekreisläufe im Logistikzentrum

erfolgen. Die Energieverbräuche und

-kosten müssen genaustens aufgeschlüsselt

werden. Neue technische Lösungen in den Teilbereichen

der Fördertechnik und Gebäudetechnik

leisten einen Beitrag zur Energieeffizienz.

Das Logistikzentrum sollte schon bei Neubau

ganzheitlich geplant werden. Neben den genanten

Säulen ist auch die Sensibilisierung der

Mitarbeitern für das Thema Klimaschutz ratsam,

denn sie können dabei helfen, Energie einzusparen,

wo es möglich ist.

Nicht jedes Unternehmen hat die Möglichkeit,

alternativen Strom selbst in großen Mengen flächendeckend

zu erzeugen und damit Kohlendioxid-Emissionen

zu vermeiden. Von daher ist

eine Investition in Zertifikate eine gute Möglichkeit,

freiwillig CO2-Emissionen zu kompensieren.

Eine vorteilhafte Maßnahme der Kundenwerbung

und -bindung ist auch, die Kunden über

die Klima-Projekte entscheiden zu lassen, in die

investiert wird.


ECOMONDO & Key Energy 2021

Italien sagt «Grün»

Die Kreislaufwirtschaft geht durch Rimini

Die Ausgabe 2021 der beiden Messen ECOMONDO und Key Energy der Italian Exhibition Group,

den wichtigsten Bezugspunkten für die Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energien in Europa und

im Mittelmeerraum, ist zu Ende gegangen. Mehr als 1.080 Marken in Rimini teilten grünes Technologie-Know-how

und mehr als 500 Stunden Konferenzen.

Der Weg zum ökologischen Wandel wurde

vorgezeichnet und führt durch Rimini, wo

Ecomondo und Key Energy, die beiden

Messen der Italian Exhibition Group, die sich der

Kreislaufwirtschaft und den erneuerbaren Energien

widmen, heute mit Ergebnissen abgeschlossen

wurden, die weit über den optimistischsten

Prognosen liegen. Fast 85% der Besucher im

Vergleich zur letzten Pre-Covid-Ausgabe, mehr

als 1.080 Marken, die im gesamten Expo-Zentrum

ausstellen, 90% der Fläche, 500 Stunden Konferenzen

und Seminare und das zehnjährige Jubiläum

der Generalstaaten der Grünen Wirtschaft

sind Zahlen, die bestätigen, wie der Drang nach

ökologischem Wandel auch durch diese beiden

historischen Veranstaltungen von Rimini geht.

Ein Ort der Debatte und vor allem des Geschäfts

für eine Gemeinschaft von Unternehmen, Institutionen,

Einrichtungen und Organisationen, die in

den Hallen des Rimini Expo Centre auch in diesem

Jahr prominente Themen diskutierten, die

heute auf den Tagesordnungen aller Regierungen

stehen, insbesondere angesichts der Möglichkeiten,

die das NRRP am Vorabend einer so

grundlegenden politischen Ernennung wie der

COP26 in Glasgow bietet.

Die Beteiligung der italienischen Regierung war

ebenso wichtig und qualifiziert wie die Ägide der

Europäischen Kommission, was die Bedeutung

unterstreicht, die diese Veranstaltungen im Laufe

der Jahre als Bezugspunkt sowohl im Mittelmeer-


UMWELTjournal 4/2021 | S34

raum als auch für hochrangige europäische Institutionen,

die in Politik, Forschung und Innovation

in den betreffenden Sektoren tätig sind, angenommen

haben.

Themen der ECOMONDO

Zirkuläre Bioökonomie, Wasserressourcen, Abfallbehandlung

und Digitalisierungsprozesse, die

die grüne Wirtschaft in den Rahmen von Industrie

4.0 bringen, gehörten zu den interessantesten

Neuentwicklungen der Branche bei dieser Ausgabe

2021. Unternehmen, die an Prozessen und

Monitoring arbeiten, sind das Bindeglied zwischen

Abfallstoffsammlung und Zweitrohstoffen.

Bioenergien und Photovoltaik sind gewachsen,

auch in Bezug auf das auf der Messe generierte

Geschäft, ebenso wie der gesamte Bereich der

intelligenten Beleuchtung in Städten, der mit Effizienz

und Sicherheit verbunden ist.

Sonderaustellungen

SALBAUM. VE, die alle zwei Jahre stattfindende

ökologische Fahrzeugausstellung, vereint

unter einem Dach Chassisbauer, städtische Hygienefahrzeugmonteure

und Geräte für die Abfallsammlung

mit Hybrid- oder vollelektrischen

Fahrzeugen. Von mechanischen Pressen bis

hin zu 3D-Druckern, die mit Biokunststoffen betrieben

werden, wurden Industrie und Start-ups

von qualifizierten und geschäftsorientierten Betreibern

erforscht und die beiden Messen in grüne

Business-Events verwandelt. Auch der Anteil

der Stände, die mit nachhaltigen Materialien aus

recyceltem Möbelholz oder anderen Baumaterialien,

von Paneelen bis hin zu Fliesen, aufgebaut

wurden, stieg.

Wissenschaftliche Begleitung

Mit den Veranstaltungen bei Ecomondo – organisiert

vom Wissenschaftlichen Komitee unter der

Leitung von Professor Fabio Fava – wurde eine

detaillierte Analyse zum Thema Umweltregeneration

im Einklang mit den Empfehlungen des

Europäischen Green Deal durchgeführt. Dank

„Leuchtturmkonferenzen“ wurden Maßnahmen

identifiziert, die eine systemische und integrative

Regeneration unserer Produktion, unserer Städte,

unseres Naturerbes, unseres Bodens, unseres

Wassers und unserer Meere ermöglichen könnten,

um eine rasche wirtschaftliche, ökologische

und soziale Erholung des Landes zusammen mit

Europa und dem Mittelmeerraum zu erreichen.

Key Energy fördert Wirtschaft

In der Eröffnungssitzung von Key Energy untersuchte

eine Studie, die von der Energy Strategy

Group des Mailänder Polytechnikums für die Veranstaltung

erstellt wurde, die Chancen, die mit

Messebesucher konnten sich von vielen Lösungen für Umweltfragen live überzeugen lassen.


Fotos (3) © ITALIAN EXHIBITION GROUP

Der Besucherandrang zu ECOMONDO und Key Energy 2021 war auch in diesem Jahr sehr groß.

dem NRRP verbunden sind, insbesondere in Bezug

auf Wirtschaft und Beschäftigung: Es wird von

mehr als 64 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen

sowie 132 Tausend zusätzlichen Arbeitsplätzen

gesprochen. Darüber hinaus wurden auf

den vom Wissenschaftlichen Komitee unter der

Leitung von Gianni Silvestrini organisierten Konferenzen

neue Entwicklungen von Offshore-Wind

bis Agro-Photovoltaik, von Energiegemeinschaften

bis hin zu Wasserstoff- und Klimastrategien

sowie erste interessante Ergebnisse an der Superbonus-

und Elektromobilitätsfront diskutiert.

Termin für 2022 steht bereits fest

Die Italian Exhibition Group hat den Termin mit

der Welt der Green Economy und der erneuerbaren

Energien für 2022 festgelegt, das Jahr,

in dem auch die neue SOLAR EXHIBITION AND

CONFERENCE by Key Energy Veranstaltung im

Kalender stehen wird.vom 23. bis 25. März 2022

, im Rimini Expo Centre: eine dreitägige Veranstaltung,

die ausschließlich der Solarenergiebranche

und ihren Lieferketten mit einem Ausstellungsbereich,

Konferenzen, Meetings und

Debatten gewidmet ist. Die Veranstaltung mit

ihrem innovativen Format, das sich stark auf die

Bedürfnisse von Solarunternehmen und -gemeinschaften

konzentriert, findet in Synergie und in

Verbindung mit der zweiten Ausgabe von FO-

RUMTECH, der Trainings- und Informationsveranstaltung

von ITALIA SOLARE, die am 23. März

2022 organisiert wird, statt. Für 2022 stehen

zwei weitere internationale Veranstaltungen auf

dem Programm: CDEPE - Chengdu International

Environmental Protection Expo powered by Ecomondo,

die größte Grüne Technologiemesse auf

dem westchinesischen Markt, die stattfindetvom

20. bis 22. Mai in Chengdu (in diesem Jahr vom

18. bis 20. November) und Ecomondo Mexico, organisiert

in Zusammenarbeit mit der Deutschen-

Messe,vom 12. bis 14. Juli 2022 in León.

ÜBER ITALIAN EXHIBITION GROUP

Die Italian Exhibition Group (IEG), die an

der von Borsa Italiana S.p.A. organisierten

und verwalteten MTA (screen-based Stock

Exchange) notiert ist, hat im Laufe der Jahre

durch ihre Veranstaltungsorte in Rimini

und Vicenza eine Position der inländischen

Führungsrolle bei der Organisation von Messen

und Konferenzen aufgebaut und ihre

Auslandsaktivitäten entwickelt - auch durch

Joint Ventures mit globalen oder lokalen

Veranstaltern. So ist die IEG mit Veranstaltungen

vor allem auch in den Vereinigten

Staaten von Amerika (USA), den Vereinigten

Arabischen Emiraten, China, Mexiko, Indien

– die es unter den führenden europäischen

Betreibern in der Branche positioniert haben.


UMWELTjournal 4/2021 | S36

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen

2021/22 TITEL ORT* ANBIETER

Anmeldungen

möglich

Anmeldung

möglich

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Energie- und Umweltmanagement

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Pinkafeld

Pinkafeld

FH Burgenland

FH Burgenland

10.03.2022 Zertifizierung zum Umweltmanagementbeauftragten Linz WIFI Oberösterreich

26.01. – 28.01.2022

7.12.

14.12. – 15.12.

12.01.2022

Umweltmanagementbeauftragte/-r (UMB) –

Modul 1: Management der Führungsprozesse

Webinar Circular Globe –

Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM –

Prüfung Systemmanager Umwelt

Webinar Circular Globe –

Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung

Wien

Online

Linz

Online

WIFI Wien

Quality Austria

Quality Austria

Quality Austria

31.01. – 02.02.2022 Integriertes Managementsystem – Anforderungen Online Quality Austria

14.02. – 16.02.2022 Umweltmanagementsysteme Online Quality Austria

02.03. – 03.03.2022 Integriertes Managementsystem – Arbeitssicherheits- und Umweltrecht Online Quality Austria

Im E-Paper/PDF klicken Sie für weitere Informationen einfach auf die Ausbildung oder den Veranstalter.

Bitte fragen Sie Ihren Seminarveranstalter, ob die Kurse online oder als Präsenzkurse abgehalten werden!

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Vecoplan stärkt zwei Schlüsselpositionen

Seit Anfang Oktober 2021 hat Vecoplan zwei neue Vertriebsleiter: Tim Hamer verantwortet nun den

Sales im Geschäftsbereich Recycling | Waste, Kersten Beib im Bereich Holz | Biomasse. Damit hat

Vecoplan sein Vertriebsteam personell nachhaltig verstärkt. Beide Führungskräfte verfügen über sehr

viel Erfahrung und Fachwissen.

Seit Anfang Oktober hat Vecoplan zwei neue

Vertriebsleiter: Tim Hamer verantwortet nun

den Sales im Geschäftsbereich Recycling |

Waste, Kersten Beib im Bereich Holz | Biomasse.

Damit hat Vecoplan sein Vertriebsteam personell

nachhaltig verstärkt. Beide Führungskräfte verfügen

über sehr viel Erfahrung und Fachwissen.

Kersten Beib leitet seit dem 1. Oktober den Vertrieb

Geschäftsbereich Holz | Biomasse der Vecoplan AG.

In den vergangenen Monaten hat die Vecoplan

AG in ihren wichtigsten Wachstumsmärkten und

Anwendungen die Vertriebsteams personell weiter

aufgestockt. Schlüsselpositionen nehmen

dabei die beiden neuen Vertriebsleiter ein. Sie

sorgen dafür, dass die Mitarbeitenden zusammen

erfolgreich international agieren und ihre gesteckten

Ziele erreichen können. Die Vertriebsleiter

verantworten die strategische Planung und

die operative Umsetzung. Aufgaben, die sehr

viel Erfahrung und Know-how erfordern. Deshalb

setzt Vecoplan seit

Anfang Oktober im Geschäftsbereich

Recycling |

Waste auf Tim Hamer (38).

Er ist schon seit 2004 bei

Vecoplan beschäftigt.

Der gelernte Mechatroniker

begann bei dem Recyclingspezialisten

als Inbetriebnahme-Ingenieur

für

Zerkleinerungsmaschinen

und komplette Abfall-,

Holz- und Recyclinganlagen.

In dieser Funktion

arbeitete er bei Kunden

weltweit an unterschiedlichen

Prozessen und

sammelte so umfassende

Erfahrung – besonders im

Bereich der Maschinensteuerung

und Antriebskonzepte.

Nach mehreren

Jahren im Außendienst

übernahm er dann die

Entwicklungsabteilung für

elektrische Steuerungssysteme.

Danach wechselte Tim Hamer in den

Vertrieb und war von 2013 bis 2019 Area Sales

Manager & Key Account Cement Applications

und anschließend, nach erfolgreicher Weiterbildung,

Head of Sales Waste and Alternative Fuels.

„Wir sind ein starkes Team, mit dem wir unsere

Marktposition weiter ausbauen und gemeinsam

wachsen können“, sagt der neue Vertriebsleiter

Recycling | Waste.

Neu auf der Position ist auch Kersten Beib. Er leitet

seit Oktober den Vertrieb im Geschäftsbereich

Holz | Biomasse. Der 54-jährige kann auf sehr viel

Erfahrung zurückgreifen. Er ist seit Beginn seines

beruflichen Werdegangs im Maschinen- und Anlagenbau

für die Holzindustrie tätig. Der gelernte Industriekaufmann

begann seine Karriere bei einem

Maschinenbau-Unternehmen. Nach einer berufsbegleitenden

Weiterbildung arbeitete er dort als

Tim Hamer verantwortet seit 1. Oktober in der Vecoplan AG

als Vertriebsleiter den Geschäftsbereich Recycling | Waste.

Gebietsvertriebsleiter. 2008

wechselte er zu Vecoplan.

Vier Jahre später ging er zurück

zu seinem alten Arbeitgeber

und übernahm dort

die Geschäftsführung. Nun,

knapp zehn Jahre später, ist

er bei Vecoplan Vertriebsleiter.

Kersten Beib verfügt über

sehr gute Markt- und Produktkenntnisse

im Bereich

Materialaufbereitung und

Handling in der Holzindustrie.

„In meiner neuen Funktion ist

mir vor allem eine gute Kommunikation

nach innen und

außen wichtig “, sagt er. „Damit

steht und fällt der Erfolg

eines Unternehmens.“


UMWELTjournal 4/2021 | S38

THEMEN FÜR IHREN ERFOLG

Das war das UMWELT JOURNAL 2021

Die nächste Ausgabe erscheint Ende Jänner 2022

1

2

3

4

Unterlagenschluss

Erscheinungstermin

• Aus-, Weiterbildung Freitag Montag

• Abfallbehandlung, -verwertung 15. Jänner 25. Jänner

• Erneuerbare Energie

• Special: E-World energy&water

• Special: Energiesparmesse

• Special: Bauen und Wohnen

• Special: Tiroler Hausbau & Energie Messe

• Wasser-, Abwasserbehandlung Freitag Montag

• Messtechnik 2. April 12. April

• Energietechnik und -netze

• Bau-, Gebäudetechnik

• Special: Light + Building

• Special: IFAT

• Special: RENEXPO

• Green Logistics Freitag Montag

• Kommunale Infrastruktur 21. Mai 31. Mai

• Abluftreinigung | Filtertechnik

• Grüne Industrietechnologie

• Special: OÖ Umwelttage

• Special: BatteryExperts Forum

• Special: Smart Automation Austria

• Recycling, Entsorgung Freitag Montag

• Nachhaltiges Bauen, Sanieren 5. November 15. November

• Kanal-, Rohrleitungstechnik

• Deponietechnik, Rohstoffrückgewinnung

• Special: Recy & DepoTech

• Special: Ecomondo

• Special: Pollutec

In jedem Heft:

Spezialthema • Branchennews • Internationale Entwicklungen • Technische Innovationen •

Best Practices und Anwenderberichte • Serviceteil • Umweltrechtliche Fragen • Förderungen •

Karriere und Ausbildung • Veranstaltungen • Pressestimmen • Rezensionen

Hinweis: Themen- und Terminänderungen vorbehalten.


UMWELT JOURNAL Specials 2022

Im zu Ende gehenden Jahr 2021 haben wir unsere Ausgaben neu geordnet. Statt davor

sechs Ausgaben pro Jahr alle zwei Monate sind es nunmehr vier reguläre Ausgaben mit

unterschiedlichen Themen plus zwei Specials zu je einem Sonderthema. Auch im Jahr

2022 werden wir das fortführen. Den ganzen Newsflow aus den Themenwelten Klima,

Umwelttechnik, Abfallwirtschaft, Energie, Green Finance und Mobilität gibt es laufend

auf unserer Website umwelt-journal.at sowie THEMEN in den Newslettern FÜR IHREN und ERFOLG auf unseren Social-Media-Kanälen.

Im Jahr 2022 gibt es folgende Sonderausgaben:

Special Nr. 1 wird sich dem Thema Mobilität widmen - von Alternativen Antrieben bis

hin zu Mobilitäts- und Verkehrskonzepten -> erscheint im Herbst.

Unterlagenschluss Erscheinungstermin

Special Nr. 2 wird sich zur Gänze dem Thema Ausbildung widmen.

Special 1 • MOBILITÄT

Freitag

10. Juni

Montag

20. Juni

Wir wollen mit dieser Aufteilung für unsere Leser und für unsere Kunden den Fokus

noch weiter verschärfen und die Ausgaben des Fachmagazins stärker themenorientiert

gestalten.

Special 2 • UMWELT

Freitag

9. September

Montag

19. September

Besuchen Sie uns im Internet: umwelt-journal.at

Wir produzieren und vermarkten weitere SPECIALS und Sonderpublikationen zu anderen

Themen gerne jederzeit und auf Ihren Wunsch! Wenden Sie sich dazu an unseren Vertrieb:

peter.nestler@umwelt-journal.at.

IMPRESSUM

Medieninhaber: Markus Jaklitsch, Peter Nestler

Herausgeber: Peter Nestler

Redaktion: Peter Nestler

Grafik: nes2web

Hameaustraße 44, 1190 Wien, Austria

Das E-Mail: UmweltJournal redaktion@umwelt-journal.at ist Mitglied der European Environmental Press (EEP), einer Vereinigung der

https://umwelt-journal.at

führenden Umwelttechnikmagazine Europas.

Exklusiv Das UMWELT in Österreich JOURNAL erscheint können 6 x wir jährlich. damit unseren Kunden Werbeauftritte in allen 15 EEP-Partnermedien

oder Zusätzlich: im europaweiten E-Paper, Website, Newsletter, EEP-Newsletter Specials anbieten.

Die Unsere EEP Mediadaten vergibt den finden begehrten Sie hier. EEP-AWARD für innovative Technologien im Umwelt- und Energiesektor.

Informieren Sie sich unter www.eep.org


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nachhaltigen

Logistik

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• umwelt-journal.at

• binnenschiff-journal.at

• mobilitaet.business

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