Nachhaltigkeit im Oldenburger Münsterland
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<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong><br />
<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />
EINE REGION ZEIGT<br />
WIE ES GEHT.<br />
Foto: Marilena Friebe<br />
IN KOOPERATION MIT:
vr.de/weser-ems<br />
Nachhaltig investieren<br />
für unsere Zukunft.<br />
Wer aus derselben Region kommt, spricht die gleiche<br />
Sprache. Genau wie unsere Mitglieder, Kundinnen<br />
und Kunden sind wir tief verwurzelt und kennen als<br />
mittelständische Banken die Bedürfnisse der regionalen<br />
Unternehmen besonders gut. Wir beraten authentisch<br />
und auf Augenhöhe und bringen gemeinsam den<br />
Fortschritt dorthin, wo er am schönsten ist: direkt vor<br />
die eigene Haustür.<br />
Wir machen den Weg frei. Gemeinsam mit den Spezialisten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisen banken: Bausparkasse<br />
Schwäbisch Hall, Union Investment, R+V Versicherung, easyCredit, DZ BANK, DZ PRIVATBANK, VR Smart Finanz, DZ HYP, MünchenerHyp.<br />
2
Inhalt<br />
5 „Den Kampf um <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
haben wir längst<br />
aufgenommen!“<br />
Jan Kreienborg<br />
6 Die Transformation<br />
steuern und lenken<br />
Sven Guericke, Vorstandschef des Agrar- und<br />
Ernährungsforums <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>,<br />
über die Rolle der Landwirtschaft in einer Zeit,<br />
in der das Wort <strong>Nachhaltigkeit</strong> besonders großgeschrieben<br />
wird.<br />
9 Mit 5G über die Felder<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Agrartechnik<br />
11 Beton aus Hausmüll<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Baugewerbe<br />
13 Digitalisierung als Strategie<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche<br />
15 Umdenken Richtung Tierwohl<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Fleischindustrie<br />
17 Frischer Wind <strong>im</strong> Regal<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handel<br />
19 Ressourcen sparen,<br />
lange Wege vermeiden<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handwerk<br />
21 Das Problem Langlebigkeit<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie<br />
24 Raus aus der Komfortzone<br />
Seit 2016 ist Nick Lin-Hi Inhaber der Professur<br />
für Wirtschaft und Ethik an der Uni Vechta. Er gilt<br />
heute als Experte für nachhaltige Entwicklungen,<br />
unternehmerische Verantwortung, digitalen<br />
Wandel und disruptive Innovationen.<br />
28 Erste Schritte auf<br />
einem langen Weg<br />
Das große Ziel: nachhaltige Kommune werden.<br />
32 Wussten Sie schon… ?<br />
Fünf Fakten zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
Impressum<br />
Herausgeber:<br />
Baumschulenweg 28, 26127 Oldenburg<br />
Tel. 0441 9353-0, info@kuw.de, kuw.de<br />
In Zusammenarbeit mit:<br />
Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> e. V.<br />
Diekmanns Esch 13<br />
49377 Vechta-Langförden<br />
oldenburger-muensterland.de<br />
Layout und Herstellung:<br />
Gisela Lang + T<strong>im</strong> Rost,<br />
Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />
Redaktion:<br />
Mediavanti GmbH<br />
Donnerschweer Straße 90<br />
26123 Oldenburg<br />
mediavanti.de<br />
Autor*innen:<br />
Jessica Foppe, Katja Hofmann,<br />
Lena Hofmann, Lisa Knoll,<br />
Thorsten Lange,<br />
Claus Spitzer-Ewersmann<br />
Druck:<br />
Brune-Mettcker<br />
Druck- und Verlags-GmbH<br />
Parkstraße 8<br />
26382 Wilhelmshaven<br />
brune-mettcker.de<br />
Gedruckt auf Papier aus<br />
nachhaltiger Waldbewirtschaftung.<br />
ID-Nr. 21110745<br />
Das Manuskript ist Eigentum des<br />
Verlages. Alle Rechte vorbehalten.<br />
Auswahl und Zusammenstellung sind<br />
urheberrechtlich geschützt. Für die<br />
Richtigkeit der <strong>im</strong> Inhaltsverzeichnis<br />
aufgeführten Autorenbeiträge und<br />
der PR-Texte übernehmen Verlag und<br />
Redaktion keine Haftung.<br />
Printed in Germany 2021<br />
Gender-Hinweis:<br />
Es oblag den jeweiligen Verfassern der Texte<br />
– Anzeigen-Kunden, Autor(en), Redaktion, Interviewten<br />
– ob sie ihre Beiträge „gendern“ oder<br />
aus praktischen Gründen wie Platzersparnis<br />
und bessere Lesbarkeit die männliche oder<br />
weibliche Form von personenbezogenen<br />
Hauptwörtern wählen. Dies <strong>im</strong>pliziert keinesfalls<br />
eine Benachteiligung der jeweils anderen<br />
Geschlechter (weiblich, männlich, divers), die<br />
mit den Inhalten der Texte gleichermaßen<br />
angesprochen werden.<br />
3
Ideen entfalten,<br />
Zukunft gestalten.<br />
#Gemeinsam<br />
4<br />
agv-oldenburg.de
„Den Kampf um<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> haben wir<br />
längst aufgenommen!“<br />
Jan Kreienborg<br />
„Ausgerechnet!“ Ich kann gar nicht genau sagen, wie<br />
oft ich diesen Ausruf in der letzten Zeit gehört habe. „Ausgerechnet<br />
ihr <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>!“ Immer dann,<br />
wenn ich von Ideen und Plänen berichtete, unsere Region<br />
in punkto <strong>Nachhaltigkeit</strong> voranzubringen, kam als Antwort<br />
wortreiches Erstaunen. Und die Verblüffung wurde noch<br />
größer, wenn ich hinzufügte, dass wir uns bereits auf einem<br />
guten Weg befinden. Kann doch nicht! Wo denn? Zeig mal!<br />
Ja gern, zeigen wir’s. Natürlich haben wir <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> mit Sünden der Vergangenheit zu<br />
kämpfen. Aber mal ganz unter uns: Welche Region hat das<br />
nicht? Wer kann sich da wirklich guten Gewissens von Vorwürfen<br />
freisprechen? Sehen Sie …<br />
Ich stelle mit Freude fest, dass die Menschen, die<br />
Unternehmen, die Institutionen in der Region den Kampf<br />
aufgenommen haben. Sie warten nicht mehr, bis andere<br />
ihnen zeigen, wie es geht – auch wenn sie wissen, dass<br />
Veränderungsprozesse mitunter schmerzhaft sind, Geduld<br />
brauchen und eher einem Lang- als einem Kurzstreckenlauf<br />
gleichen.<br />
Kl<strong>im</strong>aschutz, <strong>Nachhaltigkeit</strong>, bessere Lebens- und<br />
Arbeitsbedingungen – das alles sind keine Worthülsen,<br />
sondern reale Ziele, an deren Erreichen wir arbeiten. Im<br />
Großen wie <strong>im</strong> Kleinen. Hier legt eine Firma Blühwiesen für<br />
den Erhalt der Insektenvielfalt an, dort stellen Betriebe ihre<br />
Produktion so um, dass der Ausstoß von Treibhausgasen<br />
maßgeblich reduziert werden kann.<br />
Nicht zu vergessen: Kommunen gehen mit gutem<br />
Beispiel voran und beraten auf höchster Ebene, wie sie<br />
möglichst bald den Status der Kl<strong>im</strong>aneutralität erreichen<br />
können. Zum Beispiel Cloppenburg und Lohne: Hier<br />
wurden sogar eigene Kl<strong>im</strong>aschutzbeauftragte eingesetzt.<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> wird sich für viele Städte und Gemeinden in<br />
gar nicht mehr so ferner Zukunft zu einem zentralen Standortfaktor<br />
entwickeln – erst recht in einer Region, die zu den<br />
geburtenstärksten Deutschlands zählt.<br />
Die „Ausgerechnet!“ rufenden Skeptiker – vor allem<br />
diejenigen aus den großen Städten – wundern sich, dass<br />
gerade wir uns um mehr nachhaltiges Agieren bemühen.<br />
Dabei liegt unseren Aktivitäten eine s<strong>im</strong>ple Erklärung zugrunde:<br />
Menschen, die <strong>im</strong> ländlichen Raum leben, kennen<br />
die Bedeutung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen nur zu<br />
gut. Sie haben täglich damit zu tun.<br />
In dieser Broschüre wollen wir Ihnen aufzeigen, wo<br />
und wie es mit dem Streben nach <strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> vorangeht. Ich wünsche Ihnen bei<br />
Ihrer Lektüre viele wertvolle Erkenntnisse.<br />
Jan Kreienborg<br />
Geschäftsführer Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />
5
Die Transformation<br />
steuern und lenken<br />
Sven Guericke, Vorstandschef des Agrar- und Ernährungsforums<br />
<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>, über die Rolle der Landwirtschaft in einer Zeit, in<br />
der das Wort <strong>Nachhaltigkeit</strong> besonders großgeschrieben wird.<br />
Von Claus Spitzer-Ewersmann.<br />
Herr Guericke, welche Aufgaben verfolgt das Agrarund<br />
Ernährungsforum <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>,<br />
kurz AEF?<br />
Guericke: Das AEF ist ein Zusammenschluss von<br />
rund 100 Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche,<br />
deren Interessen es verfolgt. Das ist besonders<br />
wichtig in einer Situation, in der viele Menschen über die<br />
Landwirtschaft als Problem sprechen, ohne die wichtigen<br />
Zusammenhänge zu verstehen.<br />
Welche Schwerpunkte wollen Sie sich für Ihre<br />
Arbeit setzen?<br />
Guericke: Ich möchte vorausschicken, dass sich das<br />
AEF unter meinem Vorgänger zu einem viel beachteten<br />
Gesprächspartner entwickelt hat. Heute warten neue Herausforderungen<br />
auf uns, mit denen wir umgehen müssen.<br />
Ich erinnere an die Ergebnisse der Zukunftskommission<br />
Landwirtschaft, die für uns die Richtung vorgeben. Wir<br />
werden also neben den traditionellen Themen, die auf der<br />
Tagesordnung stehen, ganz eindeutig das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
und Folgen des Kl<strong>im</strong>awandels in den Fokus nehmen<br />
müssen. Das wird unsere Arbeit in den nächsten Jahren<br />
maßgeblich beeinflussen. Dazu müssen wir den Transformationsprozess<br />
in der Landwirtschaft, der ja bereits läuft,<br />
unterstützen.<br />
Wo liegt da das Konfliktpotenzial?<br />
Guericke: Die Anforderungen an die Landwirtschaft<br />
sind sehr hoch. Sie soll Insektenschutz betreiben,<br />
das Grundwasser schützen, Tierwohl sicherstellen, sie<br />
soll dies und sie soll das – aber alles ohne entsprechende<br />
Entlohnung. Das kann nicht sein. Die Landwirtschaft trägt<br />
zu einem wesentlichen Teil zur Ernährung der Bevölkerung<br />
bei. Das muss auch honoriert werden. Ernährung sichern<br />
ist und bleibt ihre Hauptaufgabe.<br />
Es gibt <strong>im</strong>mer noch das romantische Bild vom<br />
Bauern auf dem Feld. Und „klein“ gilt als sympathisch,<br />
„groß“ als weniger. Was entgegnen Sie<br />
darauf?<br />
Guericke: Es geht nicht um die Größe der Betriebe,<br />
es geht um die Qualität, die sie liefern. Wir wissen, dass<br />
große Ackerflächen oder große Stallanlagen vielen Menschen<br />
Angst machen. Aber um sich ein Urteil zu erlauben,<br />
sollte man wissen, wie dort produziert wird. Hier müssen<br />
wir selbstkritisch sein und uns eingestehen, dass das Rad<br />
an der einen oder anderen Stelle überdreht wurde. Die<br />
Gespräche hier in der Region zeigen mir, dass die Landwirtschaft<br />
bereit ist, den Transformationsprozess mitzutragen<br />
und zu gestalten.<br />
Also kein Zurück?<br />
Guericke: Nein, kein Zurück. Und das liegt auch<br />
daran, dass sich das Berufsbild des Landwirts in den letzten<br />
Jahren erheblich verändert hat. Die Digitalisierung spielt<br />
längst auch auf dem Acker oder <strong>im</strong> Stall eine große Rolle.<br />
Ich gehe sogar davon aus, dass durch die Möglichkeiten<br />
der Künstlichen Intelligenz die Bedeutung noch zunehmen<br />
wird. Wir sind mit einer Reihe von wissenschaftlichen<br />
Einrichtungen <strong>im</strong> intensiven Austausch, um von deren Erfahrungen<br />
zu profitieren und die Einsatzoptionen unseren<br />
Partnern in der Region möglichst rasch und zielführend<br />
zugänglich zu machen.<br />
Was verstehen Sie persönlich unter <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
in der Landwirtschaft?<br />
Guericke: Nachhaltiges Wirtschaften ist Wirtschaften<br />
in Kreisläufen. Das was ich dem Land entnehme, muss<br />
ich ihm auch wieder zuführen. Der <strong>Nachhaltigkeit</strong>sbegriff<br />
umfasst für mich darüber hinaus aber auch soziale und<br />
wirtschaftliche Aspekte. Das gehört alles zusammen. Ich<br />
sehe, dass Anpassungen nötig und möglich sind. Leider<br />
gibt es aber Bereiche, in denen uns zurzeit noch die Instrumente<br />
dazu fehlen.<br />
6
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Blick: Der neue AEF-Vorsitzende Sven Guericke. Foto: Tz<strong>im</strong>urtas<br />
Was konkret kritisieren Sie?<br />
Guericke: Die Transformation der Landwirtschaft ist<br />
gesellschaftlicher Konsens, den wir mittragen. Um das aber<br />
auch umsetzen zu können, muss die Politik erst einmal<br />
ihre Hausaufgaben machen und die notwendigen Rahmenbedingungen<br />
schaffen. Landwirte sind Unternehmer. Sie<br />
brauchen Verlässlichkeit, sie brauchen Sicherheit für ihre<br />
Investitionen und sie brauchen Perspektiven für rund 20<br />
Jahre. Solange es daran mangelt, geht es nur halbherzig<br />
voran. Wenn überhaupt. Bleiben die politischen Vorgaben<br />
unklar, n<strong>im</strong>mt niemand mehr Geld in die Hand, um beispielsweise<br />
Stallumbauten vorzunehmen.<br />
Es gibt – vermeintlich – einen Gegensatz zwischen<br />
ökologischer Vernunft und ökonomischer Vernunft.<br />
Wie lösen wir das?<br />
Guericke: Beides kann man zusammenbringen.<br />
Selbstverständlich unterliegt jede landwirtschaftliche<br />
Produktion ökonomischen Zwängen. Vereinfacht gesagt: Es<br />
muss sich rechnen. Darum, das auch unter ökologischen<br />
Gesichtspunkten zu schaffen, geht es in dem Prozess, in<br />
dem wir uns jetzt befinden. Wir dürfen bei all unseren Anstrengungen<br />
nicht den Aufwand vergessen, den wir dafür<br />
treiben müssen.<br />
Wir wird eine nachhaltige Landwirtschaft das<br />
<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> verändern?<br />
Guericke: Grundsätzlich kann man sagen, dass sich<br />
die Landwirtschaft <strong>im</strong>mer den Rahmenbedingungen angepasst<br />
hat. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, war<br />
eine Folge des Preisdrucks. Wenn sich jetzt die Anforderungen<br />
ändern, wird das ebenso wenig spurlos an den Betrieben<br />
vorbeigehen. Es wird Situationen geben, in denen<br />
Betriebe leider nicht dem Druck standhalten können und<br />
den Prozess nicht überleben. Aber wir werden auch jene<br />
haben, bei denen die Landwirte bereit sind, das unternehmerische<br />
Risiko zu tragen. Der Stellenwert der Agrar- und<br />
Ernährungswirtschaft wird <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />
weiterhin sehr hoch sein. Daran habe ich keinen Zweifel.<br />
Agrar- und Ernährungsforum<br />
<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> e. V.<br />
Driverstraße 18, 49377 Vechta<br />
www.aef-om.de<br />
7
GREEN technology<br />
Made in Goldenstedt<br />
BERGMANN –<br />
Know-how für eine nachhaltige Landwirtschaft<br />
Die Ludwig Bergmann GmbH, ein erfolgreiches, mittelständisches<br />
Familienunternehmen in der dritten Generation,<br />
ist seit 125 Jahren <strong>im</strong> Bereich des landwirtschaftlichen<br />
Maschinen- und Fahrzeugbaus tätig. Seit 1896 entwickelt<br />
und produziert das Unternehmen am Standort Goldenstedt<br />
leistungsfähige, zuverlässige und praxisgerechte<br />
Landmaschinen für Streu- und Grünlandtechnik, Ernteund<br />
Transportlogistik für den täglichen reibungslosen und<br />
wirtschaftlichen Einsatz. Qualität „Made in Goldenstedt“<br />
ist die traditionelle Firmenphilosophie und eine gelebte<br />
Verpflichtung dem Kunden gegenüber.<br />
BERGMANN garantiert langlebige und hochwertige<br />
Maschinen, die in der Praxis überzeugen – weltweit Tag<br />
für Tag.<br />
Die Produktpalette umfasst Dungstreuer, Universalstreuer,<br />
Ladewagen, Häckseltransportwagen, Überladewagen,<br />
Rübenreinigungswagen, Sondermaschinen und Wechselsysteme.<br />
BERGMANN<br />
8<br />
Mit Innovationskraft, zeitgemäßer Technologie und dem<br />
Anspruch nach absoluter Qualität der Produkte ist das<br />
Unternehmen zu einem der maßgeblichen Hersteller und<br />
Anbieter professioneller Systemtechnik für landwirtschaftliche<br />
Betriebe und Lohnunternehmen geworden.<br />
VIRTUELL<br />
ERLEBEN<br />
www.bergmann-goldenstedt.de
Foto: Gr<strong>im</strong>me<br />
Mit 5G über die Felder<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Agrartechnik<br />
Von Katja Hofmann.<br />
Das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> gilt als eine der<br />
Speisekammern Deutschlands – für ihre Erdbeeren,<br />
Kartoffeln und Fleisch ist die Region bekannt. Und wo<br />
viel angebaut wird, müssen auch Maschinen zur Ernte<br />
her. Mehr noch: Mittlerweile ist die Digitalisierung<br />
auch aus der Tierhaltung nicht mehr wegzudenken.<br />
Der Bereich Agrartechnik ist federführend in der<br />
regionalen Wirtschaft und stets in Bewegung.<br />
Die Digitalisierung in den Ställen und auf den Feldern<br />
ist in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta kein<br />
Neuland mehr. Schon längst fährt der Traktor mit Autopilot.<br />
Und von Hand gedüngt wird auch nicht mehr. Geräte und<br />
Maschinen lassen sich miteinander vernetzen und liefern<br />
umfangreiche Daten an die Landwirte, die so ihre Prozesse<br />
überwachen und steuern können. Die Technik stammt in<br />
vielen Fällen aus der Region selbst, findet aber auch darüber<br />
hinaus Abnehmer. Darum ist es für die Unternehmen<br />
der Region wichtig, stets auf dem neuesten Entwicklungsstand<br />
zu sein. Hier macht die Digitalisierung ihren nächsten<br />
Schritt: Mit dem Projekt „5G Nachhaltige Agrarwirtschaft“<br />
werden neue Möglichkeiten geschaffen und vorhandene<br />
besser ausgeschöpft.<br />
5G ist der Nachfolger von 4G, auch als LTE bekannt,<br />
und bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunks. Mit<br />
ihr ist eine bis zu zehnmal schnellere Datenübertragung<br />
möglich als mit LTE – Kommunikation in Echtzeit garantiert!<br />
Zusätzlich benötigt 5G weniger Strom. Diese neue<br />
Technologie wird seit Anfang 2020 genutzt, um Tierwohl,<br />
Tiergesundheit, <strong>Nachhaltigkeit</strong> und Umweltschutz zu steigern.<br />
Dafür stellte das Bundesministerium für Verkehr und<br />
digitale Infrastruktur mehr als 38 Millionen Euro Fördergeld<br />
zur Verfügung, von denen vier Millionen ins <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> gingen.<br />
Tiergesundheit in Echtzeit<br />
Unternehmen aus der Region wie Big Dutchman, die<br />
BWE-Brüterei Weser-Ems und Gr<strong>im</strong>me Landmaschinenfabrik<br />
sind Partner des Projekts. Ziel ist ein Reallabor <strong>im</strong><br />
Landkreis Vechta, das die Wertschöpfungsketten Schwein<br />
und Geflügel zeigt. Mithilfe von 5G werden Systeme entwickelt,<br />
die den Farmern in Echtzeit Informationen über die<br />
Gesundheit ihrer Tiere liefern. Auch be<strong>im</strong> Futtermanagement<br />
und dem nachhaltigen Umgang mit Mist kann die<br />
Technologie helfen. Ein Beispiel dafür ist die automatische<br />
Fütterung. Kameras und Sensoren erkennen, wenn ein Tier<br />
nicht frisst, und geben Meldung an den Landwirt. Am anderen<br />
Ende der Wertschöpfungskette sorgen Assistenten für<br />
eine effiziente und nachhaltige Verwertung.<br />
Der Mensch bleibt in der Tierbetreuung nach wie vor<br />
das A und O, aber dank 5G können weit über die Region<br />
hinaus neue Maßstäbe bei Tierwohl und <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
gesetzt werden. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz<br />
könnte Agrartechnik <strong>im</strong> OM zukünftig innovativer und<br />
nachhaltiger machen als je zuvor.<br />
9
Erlebe die<br />
besondere Atmosphäre<br />
und den Teamgeist eines familiengeführten Unternehmens.<br />
Weiterbildung<br />
Bodenständigkeit<br />
Loyalität<br />
Vertrauen<br />
Weltmarktführer<br />
Innovationen<br />
Erfahrung<br />
Vorsorge<br />
Dynamik<br />
Der doppelte<br />
Imagefilm GRIMME<br />
und Damme<br />
Philipp und Christoph Gr<strong>im</strong>me<br />
Wir suchen dich!<br />
GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG · Hunteburger Straße 32 · 49401 Damme · www.gr<strong>im</strong>me.com<br />
10
Optera GmbH, CC BY 3.0, via Wik<strong>im</strong>edia Commons<br />
Beton aus Hausmüll<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Baugewerbe<br />
Von Jessica Foppe.<br />
Über 500 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe<br />
werden Jahr für Jahr in Deutschland verbaut.<br />
Damit gehört der Bausektor zu den ressourcenintensivsten<br />
Wirtschaftszweigen. Doch der enorme<br />
Rohstoffeinsatz bietet auch großes Einsparpotenzial:<br />
Betriebe <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> zeigen, wie Ansätze<br />
Richtung nachhaltiges Bauen aussehen können.<br />
Kein Baustoff wird so häufig verwendet wie Beton.<br />
Kies, Sand, Wasser und Zement bilden die Grundlage für<br />
den Alleskönner. Das hört sich zunächst noch nicht nach<br />
großer Umweltverschmutzung an, doch tatsächlich ist Beton<br />
für etwa acht Prozent der weltweiten CO 2<br />
-Emissionen<br />
verantwortlich. Zurückführen lässt sich das vor allem auf die<br />
Herstellung von Zement, der als Bindemittel benötigt wird.<br />
Da auf den Einsatz von Beton in naher Zukunft nicht zu verzichten<br />
sein wird, muss die Baubranche umweltfreundliche<br />
Sorten entwickeln.<br />
So könnte die Zugabe kl<strong>im</strong>aschädlichen Zements<br />
durch den Einsatz alternativer Bindemittel reduziert werden.<br />
Zugleich ist es möglich, statt Pr<strong>im</strong>ärbaustoffen wie Kies und<br />
Sand Recyclingmaterial zu nutzen. Kunststoffabfälle, Elektroschrott<br />
oder Hausmüll könnten so Verwendung finden und<br />
den Abbau begrenzter Rohstoffe reduzieren. Die Berding<br />
Beton GmbH aus Steinfeld beteiligt sich an der Entwicklung<br />
umweltfreundlicher Betonsorten „unter Beachtung aller<br />
Phasen des Produktlebenszyklus“. So werden bereits während<br />
der Produktentwicklung Aspekte wie die Entsorgung<br />
und das Recyclingpotenzial der Betonware mitgedacht.<br />
Kohlenstofffasern statt Stahl<br />
Ein Beispiel für den Einsatz umweltfreundlicher<br />
Baustoffe kann voraussichtlich ab November 2022 in Friesoythe<br />
betrachtet werden. Im Schw<strong>im</strong>mbad Aquaferrum<br />
soll erstmals ein neues Badebecken aus Carbonbeton<br />
entstehen – eine nachhaltige Alternative zu Stahlbeton, bei<br />
der Kohlenstofffasern statt Stahl als Bewehrung eingesetzt<br />
werden. Bundesweit ist das Projekt bislang einmalig. Das<br />
Ziel: Ressourceneinsparung und eine längere Lebenszeit<br />
des fertigen Bauwerks.<br />
Ein Hochhaus aus Holz? Das scheint abwegig. Doch<br />
tatsächlich gilt Holz als Alternative zu Beton und anderen<br />
kl<strong>im</strong>aschädlichen Baustoffen. Nachwachsend, energieneutral<br />
und regional: Die Ökobilanz ist kaum zu schlagen.<br />
Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> wird Holz zum Bauen<br />
vielseitig eingesetzt. Bei der Sextro Holzbau GmbH aus<br />
Dinklage reichen die Leistungen vom Fassadenbau über Altbausanierungen<br />
bis zum anspruchsvollen Ingenieurholzbau.<br />
Als besonders nachhaltig gilt der Holzrahmenbau. Durch<br />
die ausgezeichnete Wärmedämmung lässt sich während<br />
der Nutzung des fertigen Gebäudes zusätzlich Energie einsparen.<br />
Vor allem die Wahl der Materialien ist <strong>im</strong> Baugewerbe<br />
entscheidend für die Ökobilanz. Doch umweltfreundliche<br />
Betonsorten und -alternativen sind auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> <strong>im</strong> Kommen. Damit sind die Weichen gestellt<br />
für mehr nachhaltiges Bauen.<br />
11
Premix<br />
Futterzusatzstoffe<br />
Liquids<br />
Spezialfuttermittel<br />
12
Foto: Frank Stibi<br />
Digitalisierung als Strategie<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche<br />
Von Jessica Foppe.<br />
Experten wie auch die Gesellschaft sind sich<br />
einig: Die Ernährungsbranche muss sich wandeln.<br />
Forderungen nach mehr Umwelt-, Natur- und Kl<strong>im</strong>aschutz<br />
werden lauter. Doch der Sektor zeigt sich<br />
längst bereit für die Transformation hin zu einer<br />
nachhaltigeren Ernährungswirtschaft. Wie das funktionieren<br />
soll? Vor allem durch Innovationen.<br />
Schon lange gilt das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> als<br />
Hochburg der Agrarwirtschaft. Doch <strong>im</strong>mer mehr entwickelt<br />
es sich auch zu einem Innovationszentrum für nachhaltige<br />
Entwicklungen in der Ernährungsbranche. Dabei sind neue<br />
Ansätze unter anderem bei der Nährstoffproblematik zu<br />
beobachten. Vergangene Innovationen haben bereits zu<br />
einer kontinuierlichen Steigerung der Produktivität <strong>im</strong><br />
Ackerbau geführt: Emissionen wurden reduziert, ohne die<br />
Intensität der eingesetzten Mittel zu erhöhen. Allein durch<br />
die Lagerung und den Transport von Wirtschaftsdünger in<br />
gasdichten Behältnissen können die verursachten Emissionen<br />
bereits um 18 Prozent gesenkt werden.<br />
Zudem setzt die Region auf Digitalisierung als<br />
Strategie für mehr <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Abläufe sollen präziser,<br />
effizienter und transparenter werden, um die Effektivität<br />
der gesamten Wertschöpfungskette zu erhöhen und Ressourcen<br />
zu sparen. Durch Datenerhebung und -verarbeitung<br />
können etwa die Menge des Saatguts, des Düngers<br />
und des Pflanzenschutzes opt<strong>im</strong>al ermittelt und angepasst<br />
werden, um hohe Erträge zu erzielen. Zur Ausweitung<br />
der Digitalisierung ist der Breitbandausbau in ländlichen<br />
Räumen unabdingbar. Die Landkreise Cloppenburg und<br />
Vechta sind entschlossen, den Ausbau so schnell wie möglich<br />
voranzutreiben.<br />
Der Eierautomat an der Weide<br />
Auch mit Blick auf den Ökolandbau tut sich einiges in<br />
der Region. Dabei muss es nicht <strong>im</strong>mer gleich die große Umstellung<br />
sein, auch kleine Beiträge sind Schritte in die richtige<br />
Richtung. Das dachte sich auch Jupp Meyer aus Cloppenburg<br />
und erweiterte kurzerhand den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb<br />
um eine mobile Bio-Legehennenhaltung. Die Hühnereier<br />
werden am Verkaufsautomaten direkt an der Weide verkauft.<br />
Frische, saisonale und regionale Lebensmittel direkt<br />
vom Hof nebenan. Das gibt es auch bei der Solidarischen<br />
Landwirtschaft – kurz Solawi. Das Prinzip ist einfach: Interessierte<br />
Verbraucher verpflichten sich, einen monatlichen Betrag<br />
an den Solawi-Betrieb zu zahlen und erhalten <strong>im</strong> Gegenzug<br />
einen Teil des Ernteertrags. Sie wissen also genau, wie<br />
und wo die Nahrungsmittel angebaut werden, und fördern<br />
gleichzeitig regionale <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> ist die Solidarische Landwirtschaft vertreten.<br />
Familie Balz etwa setzt mit ihrem Arche-Wilhelminenhof in<br />
Bakum auf ökologische Standards und Kreislaufwirtschaft,<br />
statt auf konventionelle Landwirtschaft.<br />
Auch wenn das Ziel einer nachhaltigen Ernährungsbranche<br />
noch nicht vollends erreicht ist, ist eines klar: Der<br />
Wandel hat schon längst begonnen.<br />
13
14<br />
Deine Entscheidung
Umdenken Richtung Tierwohl<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Fleischindustrie<br />
Von Lena Hofmann.<br />
Jeder dritte Arbeitsplatz <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />
steht in Verbindung zur Tierhaltung oder<br />
Fleischproduktion. Damit ist die Branche eine der<br />
wichtigsten der Region. Das OM weist nicht nur in der<br />
Bundesrepublik die höchste Dichte an Fleischproduktions-<br />
und Verarbeitungsbetrieben auf, sondern auch<br />
<strong>im</strong> europäischen Vergleich.<br />
Laut Statistischem Bundesamt verzehrten die Menschen<br />
in Deutschland <strong>im</strong> Jahr 2020 <strong>im</strong> Durchschnitt 32,8<br />
Kilogramm Schweinefleisch. Deutschland ist <strong>im</strong> weltweiten<br />
Vergleich nach den USA und China drittgrößter Schweinefleischproduzent.<br />
Mehr als ein Fünftel der hierzulande<br />
geschlachteten Schweine, nämlich 11,25 Millionen Tiere,<br />
stammte <strong>im</strong> gleichen Jahr aus dem <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>.<br />
Ähnlich sieht es hinsichtlich Rind- und Geflügelfleisch<br />
aus. Etwa zehn Prozent des in Deutschland verzehrten Rindfleischs<br />
kommt aus dem <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>, be<strong>im</strong> Geflügel<br />
liegt der Anteil bei vier (Enten) bzw. 21 Prozent (Gänse).<br />
Fest steht: Die Fleischindustrie ist einer der wichtigsten<br />
Wirtschaftszweige der Region und mitverantwortlich für den<br />
Wohlstand der hier lebenden Menschen. Kritik etwa an den<br />
Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, ist deshalb<br />
über eine lange Zeit an vielen Unternehmen abgeperlt.<br />
Inzwischen aber hat ein Umdenken eingesetzt, und das Tierwohl<br />
erhält einen deutlich höheren Stellenwert.<br />
Suche nach Alternativen<br />
Eine besonders wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung<br />
kommt dem Agrar- und Ernährungsforum <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> (kurz: AEF) zu. Es vertritt rund 100 Unternehmen<br />
aus dem Agribusiness-Cluster. In einer Stellungnahme aus<br />
dem Sommer 2021 heißt es über die Akzeptanz des bereits<br />
laufenden Transformationsprozesses: „Jeder Schritt, Tierwohl<br />
zu verbessern und in den landwirtschaftlichen Betrieben<br />
umzusetzen, ist gesellschaftlich gewünscht und sinnvoll. Die<br />
Landwirte sind bereit, den Weg der Umstellung mitzugehen.“<br />
Mehr Tierwohl auf der einen Seite, die Suche nach<br />
Fleischalternativen auf der anderen. Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> wird nach Ersatzprodukten geforscht. Oder<br />
Unternehmen wie etwa die Rechterfelder PHW-Gruppe beteiligen<br />
sich an jungen Gründungen, die in diesem Segment<br />
bereits Produkte auf den Markt gebracht haben. PHW hat<br />
sogar einen eigenen Geschäftsbereich für alternative Proteinquellen<br />
etabliert. Seit 2018 sind Insekten und Würmer in der<br />
EU als Nahrungsmittel zugelassen. Sie finden beispielsweise<br />
in Burger-Patties Verwendung.<br />
Die Vermutung, dass das Thema nur etwas für eine<br />
kleine Nische bleibt, ist inzwischen vom Tisch. Selbst Microsoft-Gründer<br />
Bill Gates und Sergey Brin, Ex-Chef von Google,<br />
haben in Start-ups investiert, die künstliches Fleisch produzieren.<br />
15
Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />
Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />
Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />
Das Verantwortungsgefühl gegenüber unserer Gesellschaft und unserer Erde ist<br />
Das<br />
unsere<br />
Das Verantwortungsgefühl<br />
Verantwortungsgefühl<br />
Motivation, die Produktion<br />
gegenüber<br />
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und<br />
unserer<br />
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die Produkte<br />
Gesellschaft<br />
Gesellschaft<br />
von fm<br />
und<br />
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Büromöbel<br />
unserer<br />
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Erde<br />
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allen<br />
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und die<br />
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Produkte<br />
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fm Büromöbel<br />
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Bereichen<br />
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dem höchsten<br />
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aus<br />
ökologischen<br />
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- <strong>im</strong> Gegenteil:<br />
Standard<br />
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Immer<br />
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Produktionsschritten,<br />
aus - <strong>im</strong> Gegenteil:<br />
aus - <strong>im</strong> Gegenteil:<br />
Materialien<br />
Immer wieder<br />
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und Lieferanten<br />
aufs Neue<br />
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nach<br />
suchen<br />
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ökologisch<br />
wir<br />
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bei<br />
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sinnvollen<br />
einzelnen<br />
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Lösungen<br />
Produktionsschritten,<br />
Produktionsschritten,<br />
und Alternativen.<br />
Materialien<br />
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Für die Zukunft<br />
und Lieferanten<br />
und Lieferanten<br />
aller Generationen...<br />
nach ökologisch<br />
sinnvollen Lösungen und Alternativen. Für die Zukunft aller Generationen...<br />
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16
Foto: Marilena Friebe<br />
Frischer Wind <strong>im</strong> Regal<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handel<br />
Von Katja Hofmann.<br />
Der Handel bildet eine wichtige Säule für die<br />
Wirtschaft – auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Nachhaltiges<br />
Agieren ist hier in vielen Bereichen möglich. Ein<br />
Ansatz: Saisonalität und Regionalität. Beides wird <strong>im</strong><br />
OM großgeschrieben. Nicht selten findet man in Supermärkten<br />
eigene Regale für Spezialitäten aus der Region.<br />
Im Sommer Erdbeeren und Spargel, <strong>im</strong> Winter Grünkohl,<br />
und das ganze Jahr regionale Milch- und Fleischprodukte:<br />
Regionale Lebensmittel stehen <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />
hoch <strong>im</strong> Kurs. Der Effekt ist positiv, denn kurze Transportketten<br />
bedeuten weniger Energie, weniger CO 2<br />
, mehr <strong>Nachhaltigkeit</strong>.<br />
Und das gilt nicht nur für die Lebensmittelbranche. Auch ein<br />
Unternehmen wie Remmers, der in Löningen ansässige Spezialist<br />
für die Herstellung bauchemischer Produkte, Holzfarben<br />
und -lacke sowie Industrielacke, führt längst ein Sort<strong>im</strong>ent, das<br />
sich an <strong>Nachhaltigkeit</strong>sprinzipien orientiert, die den gesamten<br />
Produktzyklus berücksichtigen.<br />
Große Handelsunternehmen haben in den vergangenen<br />
Jahren ihre Kundschaft befragt, wie für sie <strong>Nachhaltigkeit</strong> aussehen<br />
könnte. Meistgenannt wurden faire Arbeitsbedingungen<br />
und eine umweltbewusste Produktherstellung. Allerdings:<br />
Spätestens an der Kasse rückt das Thema noch <strong>im</strong>mer allzu<br />
häufig in den Hintergrund. Laut einer Umfrage des Güte-Siegel-<br />
Anbieters Trusted Shops bekennen sich zwar rund 60 Prozent<br />
der Deutschen zur <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Aber lediglich jeder Fünfte<br />
würde dafür auch mehr bezahlen – und das auch nur, wenn<br />
der Zuschlag max<strong>im</strong>al fünf Prozent beträgt.<br />
Kleine Schritte, große Ziele<br />
Manchmal sind es kleine Schritte, die den Weg zu großen<br />
Zielen einleiten. Beispiel Verpackungen. Kaum ein Produkt<br />
kommt ohne sie aus. Für Lebensmittel wie Salate, Saucen und<br />
Dressings sind Becher ein beliebter Behälter. Davon können<br />
beispielsweise die Beschäftigten bei Wernsing Feinkost in<br />
Essen (Oldenburg) ein Lied singen. Kartoffelsalat, Ketchup und<br />
Co. werden hier längst nicht mehr in die bekannten runden Becher<br />
gefüllt, sondern in eckige. Warum? Der Platz kann sowohl<br />
<strong>im</strong> Supermarktregal als auch be<strong>im</strong> Transport und der Lagerung<br />
viel besser genutzt werden, so dass Energie und CO 2<br />
gespart<br />
werden. Zusätzlich sind Wernsing-Verpackungen recyclebar.<br />
Das bedeutet: Nach dem Verzehr gehören die Becher in den<br />
Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.<br />
Klar ist aber auch: Die einzige, 100 Prozent nachhaltige<br />
Verpackung ist gar keine Verpackung. Diesem Gedanken folgt<br />
Heidrun Plümer. Seit Anfang 2020 zieht sie mit ihrem Unverpackt-Truck<br />
über die Wochenmärkte <strong>im</strong> Landkreis Diepholz<br />
sowie in Lohne und Damme. Zusätzlich betreibt die gelernte<br />
Landwirtin und Einzelhandelskauffrau einen stationären Laden<br />
in Diepholz und verkauft auch dort in erster Linie lose Ware, die<br />
man sich beispielsweise in mitgebrachte Dosen füllen lassen<br />
kann.<br />
17
WWW.HANDWERK.DE<br />
WWW.HANDWERK.DE<br />
WWW.HWK-OLDENBURG.DE<br />
WWW.HWK-OLDENBURG.DE<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
ist in unserer<br />
ist in unserer<br />
DNA verankert.<br />
DNA verankert.<br />
Handwerkerinnen und Handwerker schaffen Werte und fertigen langlebige<br />
Handwerkerinnen Produkte, installieren und kl<strong>im</strong>afreundliche Handwerker schaffen Technik, Werte sie reparieren, und fertigen engagieren langlebige<br />
Produkte, sich ehrenamtlich installieren für das kl<strong>im</strong>afreundliche Gemeinwohl und Technik, legen sie Wert reparieren, auf regionale engagieren Lieferketten.<br />
ehrenamtlich Sie bilden aus, für das geben Gemeinwohl also wertvolles und legen Wissen Wert an auf die regionale Fachkräfte Liefer-<br />
von<br />
sich<br />
ketten. morgen Sie weiter. bilden Handwerkerinnen aus, geben also und wertvolles Handwerker Wissen tun an seit die jeher Fachkräfte genau von das,<br />
morgen was das weiter. Trendthema Handwerkerinnen <strong>Nachhaltigkeit</strong> und ausmacht: Handwerker Sie tun gehen seit verantwortungsvoll<br />
jeher genau das,<br />
was mit Ressourcen das Trendthema um und <strong>Nachhaltigkeit</strong> denken langfristig ausmacht: über Sie Generationen gehen verantwortungsvoll<br />
hinweg.<br />
mit Ressourcen um und denken langfristig über Generationen hinweg.<br />
18<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong>_KuW.indd 1 12.11.2021 10:04:14
Foto: ArGe Medien <strong>im</strong> ZVEH<br />
Ressourcen sparen,<br />
lange Wege vermeiden<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handwerk<br />
Von Jessica Foppe.<br />
Wie kein anderer Wirtschaftsbereich steht das<br />
Handwerk für <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Und das schon mit<br />
langer Tradition. Sanieren, reparieren oder restaurieren<br />
– das alles schont die Umwelt und ist in vielen<br />
Gewerken selbstverständlich. Aber auch innovative<br />
Technologien, etwa zur Umsetzung der Energiewende,<br />
wären ohne diese Branche undenkbar.<br />
Schuhe, Autos, Möbel, technische Geräte – alle<br />
Gebrauchsgüter gehen ab und an kaputt. Doch deshalb<br />
müssen sie noch lange nicht neu gekauft werden. Das<br />
reparierende Handwerk hilft aus und verhindert somit den<br />
unnötigen Verbrauch knapper Ressourcen. Doch auch das<br />
produzierende Handwerk arbeitet effizient: Materialreste<br />
werden etwa über Online-Börsen weiterverkauft und auch<br />
<strong>im</strong> Lebensmittelhandwerk sind Abfälle eine Seltenheit. Anders<br />
als in der Industrie, können hier kleine Fehler schnell<br />
und unkompliziert per Hand korrigiert werden, ohne, dass<br />
ganze Produktionseinheiten entsorgt werden müssen.<br />
Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist ebenfalls<br />
nichts Neues, etwa <strong>im</strong> Holz- oder Textilgewerbe. In anderen<br />
Bereichen wird mittlerweile vermehrt auf <strong>Nachhaltigkeit</strong> in<br />
der Materialauswahl gesetzt. Maler- und Lackierermeister<br />
Nils Meiners und sein Team aus Garrel verwenden beispielsweise<br />
ausschließlich umweltschonende Wandfarben für ihre<br />
Arbeiten. Die speziellen Naturfarben werden aus mineralischen<br />
oder nachwachsenden Quellen bezogen und tragen<br />
somit zur Ressourcenschonung bei.<br />
Regional vernetzt<br />
Eine starke regionale Vernetzung ist ein weiteres<br />
Merkmal vieler handwerklicher Betriebe. Rohstoffe kommen<br />
meist direkt aus der Region und auch die fertigen Produkte<br />
und Dienstleistungen werden zum großen Teil regional angeboten.<br />
Das spart unnötige Wege und Emissionen – natürlich<br />
auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Die Landbäckerei<br />
Diekhaus beispielsweise – mit Standorten <strong>im</strong> gesamten<br />
Landkreis Vechta wie auch der Stadt Cloppenburg – setzt<br />
auf „Qualität, Philosophie, Regionalität und auch Sympathie“,<br />
wenn es um die Auswahl ihrer Rohstoffe und Lieferpartner<br />
geht.<br />
Sparsamer Ressourceneinsatz, nachwachsende Rohstoffe,<br />
kurze Transportwege: Das Handwerk lebt <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
Tag für Tag. Doch damit nicht genug. Es ist außerdem<br />
entscheidender Motor bei der Umsetzung CO 2<br />
-neutraler<br />
Techniken. So sind die Kompetenzen des Kfz- und Elektrohandwerks<br />
unabdingbar für die Umsetzung der E-Mobilität.<br />
Und auch <strong>im</strong> Bereich der energetischen Sanierung und be<strong>im</strong><br />
Einsatz regenerativer Energien sind die umfassenden Fähigkeiten<br />
der Branche gefragt, etwa in Form von Beratung oder<br />
der fachgerechten Umsetzung vor Ort.<br />
Es zeigt sich also: So breit gefächert das Handwerk<br />
ist – vom Bäcker bis zum Mechatroniker – so vielschichtig<br />
sind auch dessen Beiträge zur Erreichung von <strong>Nachhaltigkeit</strong>szielen.<br />
19
Nachhaltige<br />
Verpackungslösungen<br />
made in Holdorf<br />
Als Hersteller von flexiblen Verpackungen für Konsumgüter entwickeln wir für<br />
unsere Kunden zukunftsfähige Lösungen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung<br />
der Kreislaufwirtschaft beitragen können.<br />
Dank leistungsfähiger Fotovoltaikanlagen nutzen wir selbsterzeugte regenerative<br />
Energie, um die CO 2<br />
-Emissionen unserer Produktion deutlich zu senken.<br />
Mit unserem langfristigen Engagement be<strong>im</strong> Verein Zukunft für Jugend in Holdorf<br />
e. V. unterstützen wir als Teil der Gesellschaft soziale Aktivitäten.<br />
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für Ihre zukünftigen Anforderungen.<br />
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20
Foto: Christian Tombrägel<br />
Das Problem Langlebigkeit<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie<br />
Von Lena Hofmann.<br />
Kunststoff, umgangssprachlich oft Plastik<br />
genannt, stellt eine der großen Herausforderungen<br />
unserer Zeit dar. Im <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> sitzen<br />
führende Unternehmen der Branche, deren ganze<br />
Aufmerksamkeit einem umweltbewussten Umgang<br />
mit dem Material gilt.<br />
Kunststoff, Plastik, Plaste oder Technopolymere. Es<br />
gibt viele Bezeichnungen. Doch der Stoff selbst ist noch<br />
deutlich vielseitiger als seine Namen. Das macht ihn beliebt<br />
und praktisch, doch er birgt auch ein Risiko: seine Langlebigkeit.<br />
So braucht etwa ein herkömmlicher Strohhalm aus<br />
Plastik rund 200 Jahre, um sich zu zersetzen. Eine Plastiktrinkflasche<br />
benötigt gar 450 Jahre und eine Angelschnur bis<br />
zu 600 Jahre. Und Experten des Umweltbundesamtes gehen<br />
sogar davon aus, dass sich viele Kunststoffe aufgrund ihrer<br />
chemischen Eigenschaften nie vollständig auflösen können.<br />
Sie werden lediglich <strong>im</strong>mer kleiner.<br />
Das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> ist seit Jahrzehnten<br />
ein Zentrum der Kunststoffherstellung. Allein in Lohne, einer<br />
Stadt mit gut 26.000 Einwohnern, fertigen etwa zehn Firmen<br />
Jahr für Jahr Milliarden an Plastikprodukten: Verpackungen<br />
für Lebensmittel sowie für die Pharma- und Kosmetikbranche,<br />
technische Folien, Pflanztöpfe für den Gartenbau,<br />
Spezialteile für die Automobilindustrie und vieles mehr.<br />
Folien aus Folien<br />
Damit die Plastikmüllberge nicht weiterwachsen,<br />
setzen viele der Unternehmen auf Wiederverwertung <strong>im</strong><br />
Recycling-Kreislauf. Jeder alte Joghurtbecher, der nochmals<br />
verwendet werden kann, hilft das Problem zu lösen.<br />
Be<strong>im</strong> Traditionsunternehmen Pöppelmann in Lohne<br />
wurde eine Verpackung in einer „Recycling Blue“ genannten<br />
Farbe entwickelt, die bei der Abfallsortierung identifiziert<br />
und getrennt gesammelt werden kann. Damit lässt sich<br />
die Quote des in gelben Säcken gesammelten Plastikmülls,<br />
der tatsächlich wiederverwertet werden kann, signifikant<br />
erhöhen. Die alten Verpackungen werden zu Granulat verarbeitet,<br />
aus dem wieder neue Produkte wie beispielsweise<br />
Pflanztöpfe entstehen.<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> wird auch bei Nordfolien in Steinfeld<br />
großgeschrieben. Folienabfälle und aus dem Markt zurückgenommene<br />
Folienverpackungen lassen sich zu Regranulaten<br />
verarbeiten. Im betriebseigenen Heizkraftwerk wird<br />
durch die Eigenstromerzeugung und durch die Gewinnung<br />
thermischer Energie aus Abwärme die Belastung der Luft<br />
durch CO 2<br />
deutlich verringert.<br />
Die Vertreter der Kunststoffbranche <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> haben Herausforderungen nie gescheut.<br />
Deshalb darf man sich sicher sein, dass in den Forschungslaboren<br />
längst an neuen Lösungen für die Materialien der<br />
Zukunft geforscht wird.<br />
21
Geschlossener<br />
Materialkreislauf mit<br />
PÖPPELMANN blue∏.<br />
Gut fürs Kl<strong>im</strong>a: Sie entsorgen Ihren<br />
Verpackungsabfall in der Gelben<br />
Tonne und wir machen daraus<br />
hochwertige recyclingfähige<br />
Kunststoffprodukte. So schließen<br />
wir gemeinsam den Kreislauf.<br />
Serienreife Beispiele aus unseren<br />
vier Geschäftsbereichen:<br />
PÖPPELMANN TEKU ® :<br />
Pflanztöpfe für den Erwerbsgartenbau.<br />
PÖPPELMANN KAPSTO ® :<br />
Schutzkappen und -stopfen.<br />
PÖPPELMANN K-TECH ® :<br />
Technische Lösungen für die<br />
Automobilindustrie.<br />
PÖPPELMANN FAMAC ® :<br />
Non-Food-Verpackungen.<br />
Wir machen das. Besser.<br />
In gemeinsamer Verantwortung für<br />
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22
Natürlich<br />
nachhaltig!<br />
Wir von Hawita sind täglich so nah an der Natur, dass uns<br />
Umwelt- und Kl<strong>im</strong>aschutz besonders ans Herz gewachsen<br />
sind. Deswegen bieten wir Ihnen schon <strong>im</strong>mer in allen<br />
Bereichen ökologisch wie ökonomisch besonders fortschrittliche<br />
Lösungen: Von ressourcen schonenden Erden<br />
über Pflanz töpfe aus PCR-Kunsstoff und nachhaltige<br />
Verpackungs folien bis hin zu unseren cleveren Mehrwegsystemen<br />
Palettino und Easypot. Und trotzdem arbeiten<br />
wir täglich daran, noch besser zu werden.<br />
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23
Raus aus der Komfortzone<br />
Seit 2016 ist Nick Lin-Hi Inhaber der Professur für Wirtschaft und Ethik an der<br />
Uni Vechta. Er gilt heute als Experte für nachhaltige Entwicklungen,<br />
unternehmerische Verantwortung, digitalen Wandel und disruptive Innovationen.<br />
Von Thorsten Lange.<br />
Herr Lin-Hi, bevor Sie nach Vechta kamen, haben<br />
Sie an der Universität Mannhe<strong>im</strong> die Juniorprofessur<br />
für Corporate Social Responsibility (CSR)<br />
aufgebaut. Welche Bedeutung hat das Thema<br />
heute?<br />
Nick Lin-Hi: Die Entwicklung ist rasend schnell<br />
vorangegangen. Zu Beginn des Jahrtausends wurde CSR<br />
vielfach als sozialromantische Vorstellung belächelt. Zwanzig<br />
Jahre später ist Verantwortungsübernahme Standard.<br />
Unternehmen beschäftigen sich heute mit Sozialstandards<br />
bei ihren Lieferanten, stellen CO 2<br />
-Bilanzen auf und integrieren<br />
ökologische Überlegungen in die Produktentwicklung.<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> ist das „neue Normal“ in der Wirtschaft. Und<br />
ganz wichtig: Richtig umgesetzt zahlt sich Verantwortungsübernahme<br />
langfristig aus, weil sich hierdurch das Arbeitgeber<strong>im</strong>age<br />
oder die Mitarbeitermotivation verbessert.<br />
Ging diese Entwicklung schmerzfrei vor sich?<br />
Nick Lin-Hi: Nicht <strong>im</strong>mer. Manche Unternehmen<br />
haben sich mit Händen und Füßen gegen CSR gewehrt.<br />
Zudem war lange Zeit die Vorstellung verbreitet, es ginge<br />
bei CSR um Sozial- und Spendenprojekte – am besten mit<br />
schönen Fotos von der Scheckübergabe. Es hat schon<br />
etwas gedauert, bis sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass<br />
es bei Verantwortungsübernahme nicht um gute Taten<br />
geht, sondern darum, dass das Kerngeschäft sauber bleibt.<br />
Verantwortliches Handeln bedeutet erst einmal, dass Gewinne<br />
fair und damit ohne Preisabsprachen, Abgasmanipulationen<br />
oder Menschenrechtsverletzungen erzielt werden.<br />
Was hat sich für Sie mit dem Wechsel an die vergleichsweise<br />
kleine Universität in Vechta geändert?<br />
Nick Lin-Hi: Die Aufgaben als solches in Forschung,<br />
Lehre und Praxis sind eigentlich gleichgeblieben. Klar, bei<br />
den organisatorischen Abläufen ist einiges anders, aber<br />
das ist nichts, was einen Unterschied macht. Die wirkliche<br />
Veränderung spielt auf der thematischen Ebene: Standortbedingt<br />
beschäftige ich mich mit <strong>Nachhaltigkeit</strong> in der<br />
Agrar- und Ernährungsbranche. Das Thema hat mich mittlerweile<br />
richtig gefesselt und zählt heute zu meinen großen<br />
Forschungsschwerpunkten.<br />
Nick Lin-Hi, Inhaber der Professur für Wirtschaft und<br />
Ethik an der Uni Vechta. Foto: privat<br />
Wie nehmen Sie die Agrar- und Ernährungsbranche<br />
<strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> wahr?<br />
Nick Lin-Hi: Man hat in der Vergangenheit vieles<br />
richtig gemacht und war entsprechend erfolgreich. Allerdings<br />
dreht sich die Zeit weiter und die Region steht vor einer<br />
riesigen Transformationsherausforderung. Nur ein Beispiel:<br />
Rund ein Drittel der menschengemachten Kl<strong>im</strong>aemissionen<br />
kommt aus dem Ernährungssektor, davon die Hälfte aus der<br />
Fleischindustrie. Berücksichtigt man das prognostizierte Bevölkerungswachstum<br />
und die weiter steigende Fleischnachfrage,<br />
dann wird klar: So kann es nicht weitergehen. Ohne<br />
radikale Veränderungen in der Landwirtschaft wird es nahezu<br />
unmöglich sein, globale <strong>Nachhaltigkeit</strong>sziele zu erreichen.<br />
24
Transformationsherausforderung für Unternehmen <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>.<br />
Das dürften viele Unternehmen der Branche aber<br />
nicht gern hören …<br />
Nick Lin-Hi: Die Wahrheit ist nicht <strong>im</strong>mer angenehm.<br />
Natürlich kann man einfach die Augen schließen<br />
und hoffen, dass alles so bleibt, wie es ist. Nur darf man<br />
sich dann nicht beschweren, wenn der Zug irgendwann abgefahren<br />
ist. Meine Empfehlung ist ganz klar: raus aus der<br />
Komfortzone und schauen, wie man die eigenen Stärken in<br />
neue Geschäftsmodelle überführen kann.<br />
Wie wird das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> Ihrer<br />
Meinung nach in 20 Jahren aussehen?<br />
Nick Lin-Hi: Definitiv komplett anders als heute. Ich<br />
bin davon überzeugt, dass die Zukunft der sogenannten<br />
zellulären Landwirtschaft gehört. Dahinter verbirgt sich<br />
das Programm, tierische Produkte wie Fleisch und Milch<br />
<strong>im</strong> Labor zu erzeugen – ohne den riesigen ökologischen<br />
Fußabdruck der industriellen Nutztierhaltung. Die hiesige<br />
Wirtschaft steht damit am Scheideweg: Wird sie Teil der<br />
zellulären Landwirtschaft oder setzt sie weiterhin auf die<br />
klassische Nahrungsmittelproduktion? Im letzteren Fall<br />
muss man damit rechnen, dass viele der heutigen Unternehmen<br />
in 20 Jahren nicht mehr existieren werden. Und<br />
auch das Wohlstandsniveau dürfte dann deutlich gesunken<br />
sein. Ich bin aber opt<strong>im</strong>istisch, dass die Region es mit ihrem<br />
ausgeprägten Unternehmergeist schafft, die neuen Technologien<br />
für sich zu erschließen.<br />
Was treibt Sie an?<br />
Nick Lin-Hi: Ich liebe meine Arbeit, wozu auch klar<br />
meine Themen beitragen. Ich bin sehr dankbar, dass ich die<br />
Möglichkeit habe, auch mal polternd auftreten zu können,<br />
um den ein oder anderen aufzuwecken. Und wir müssen<br />
aufwachen, wenn wir als Gesellschaft eine Zukunft haben<br />
wollen. An dieser Stelle sehe ich mich als Vater von zwei<br />
Töchtern selbst in der Verantwortung. Ich will ihnen später<br />
sagen können, dass ich etwas getan habe, um ihrer und<br />
den folgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen.<br />
Dafür bin ich auch mal unbequem und nehme es in<br />
Kauf, dass ich nicht überall beliebt bin.<br />
Dafür braucht es ein dickes Fell …<br />
Nick Lin-Hi: … und auch eine große Frustrationstoleranz.<br />
Aber wie heißt es so schön: Um Drachen steigen<br />
zu lassen, muss man gegen den Wind laufen.<br />
25
DEIN WEG<br />
ZUM ERFOLG!<br />
Eine begeisterte Gemeinschaft und<br />
persönliche Betreuung: das zeichnet<br />
Lass die Private uns Hochschule dein Wegweiser für Wirtschaft sein:<br />
Finde und Technik, bei uns kurz PHWT, den Studiengang,<br />
aus. Neben<br />
der den hervorragenden zur dir passt. Chancen <strong>im</strong><br />
Berufsleben mit einem praxisnahen<br />
Studienabschluss ist die Atmosphäre<br />
der privaten Hochschule nicht zu<br />
unterschätzen. Verbundenheit durch<br />
das Lernen in kleinen Gruppen macht<br />
das Studium, ob dual oder klassisch, zu<br />
einer prägenden Zeit <strong>im</strong> Leben.<br />
Das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> spielt bei der<br />
PHWT eine große Rolle. So gab es zum<br />
Beispiel eine Online-Studie mit einem<br />
Forschungsteam bestehend aus sieben<br />
Studierenden unter der Leitung von<br />
Prof. Dr. Norbert Meiners zum Thema<br />
„Transformationsprozesse und <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
<strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>“.<br />
Die Ergebnisse wurden in mehreren<br />
Wochen gesammelt und ausgewertet.<br />
Bemerkenswert war dabei die hohe<br />
Beteiligung an der Umfrage seitens der<br />
Unternehmen. 112 nahmen teil und<br />
beantworteten 20 Fragen wie beispielsweise:<br />
„Wie ökonomisch nachhaltig und<br />
zukunftsfähig sind die Unternehmen des<br />
<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>es?“ Oder:<br />
„In welchen Transformationsprozessen<br />
befinden sich die Schlüsselbranchen<br />
und durch welche Strategien werden<br />
diese bewältigt?“<br />
Schlüsselerkenntnisse waren, dass vor<br />
allem in den Bereichen IT und Marketing<br />
ein hoher Transformationsbedarf gefragt<br />
ist und generell eine deutliche Hinwendung<br />
zum Thema Ressourcenschonung<br />
vorhanden ist.<br />
In einem anderen Projekt der PHWT<br />
unter der Leitung von Prof. Dr. Maik<br />
Büssing entwickelten Studierende eine<br />
S<strong>im</strong>ulation für eine Einrichtung in Form<br />
einer Blasenbarriere für Flüsse, um<br />
dort Kunststoffmüll aufzufangen. Die<br />
aus dem Versuchsstand gewonnenen<br />
Daten flossen in eine eigenständig<br />
programmierte S<strong>im</strong>ulation ein, um so<br />
Informiere dich einfach<br />
nicht nur unterschiedliche Flussbreiten<br />
auf www.phwt.de<br />
oder -tiefen zu s<strong>im</strong>ulieren, sondern auch<br />
technische und betriebswirtschaftliche<br />
Parameter zu erarbeiten.<br />
Auch in dem Bereich der Weiterbildung<br />
plant die PHWT Inhalte zu den Themen<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> und Kl<strong>im</strong>aschutz. Die<br />
Module sind in der Vorbereitung und<br />
können in naher Zukunft berufsbegleitend<br />
absolviert werden. Weitere Infos<br />
gibt es auf www.phwt.de<br />
DEIN WEG<br />
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26
Nachhaltig erfolgreich.<br />
Für Dich und für die GS.<br />
Das genossenschaftliche Geschäftsmodell<br />
basiert auf gesellschaftlich,<br />
ökologisch und ökonomisch nachhaltigen<br />
Max<strong>im</strong>en – so auch bei uns.<br />
Die kommenden Herausforderungen<br />
der Agrarbranche bestehen wir nur,<br />
wenn wir die Interessen aller drei<br />
möglichst effektiv miteinander<br />
verbinden und <strong>im</strong>mer auf der Suche<br />
nach neuen Wegen sind. Die ersten<br />
Schritte in eine nachhaltigere Zukunft<br />
haben wir mit GS AckerPLUS, umweltfreundlichen<br />
Futterkonzepten,<br />
digitalen Lösungen (wie z.B. Acker24<br />
oder akoro) sowie alternativen<br />
Energieträgern (bspw. LNG und<br />
Wasserstoff) gemacht.<br />
Gehen wir die nächsten Schritte gemeinsam.<br />
gs-genossenschaft.de<br />
27
Erste Schritte auf<br />
einem langen Weg<br />
Das große Ziel: nachhaltige Kommune werden.<br />
Von Claus Spitzer-Ewersmann.<br />
Auch die Kommunen sind gefordert, sich der<br />
Herausforderung Kl<strong>im</strong>awandel zu stellen. Im <strong>Oldenburger</strong><br />
<strong>Münsterland</strong> gibt es bereits die ersten, die<br />
das Thema gezielt angehen und sich als „nachhaltige<br />
Kommune“ positionieren wollen.<br />
Damme und Holdorf, Dinklage und Cloppenburg<br />
– das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> ist in den Städten und<br />
Gemeinden <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> auf der Tagesordnung.<br />
Wir müssen etwas tun, darin sind sich Politik und<br />
Verwaltung einig. Mancherorts wird über die Einstellung<br />
eines <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagers bzw. einer <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagerin<br />
nachgedacht.<br />
Wichtigster Partner auf dem Weg zur „nachhaltigen<br />
Kommune“ ist die Kommunale Umwelt-AktioN UAN. Sie hat<br />
es sich als erster und bislang einziger kommunaler Umweltverband<br />
in Deutschland zum Ziel gesetzt, Kommunen,<br />
kommunalen Verbänden und kommunalen Unternehmen<br />
bei der Lösung örtlicher Umwelt- und <strong>Nachhaltigkeit</strong>saufgaben<br />
zu helfen. Die UAN ist ein Verein in Trägerschaft<br />
des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und<br />
parteipolitisch ungebunden. Sie n<strong>im</strong>mt sich ausschließlich<br />
der Umwelt- und <strong>Nachhaltigkeit</strong>sfragen an, die auf kommunaler<br />
Ebene zu lösen oder zumindest beeinflussbar sind.<br />
Die Initiative orientiert sich an den 17 <strong>Nachhaltigkeit</strong>szielen<br />
der Agenda 2030, die Gesichtspunkte wie Kl<strong>im</strong>aschutz,<br />
Armutsbekämpfung und Infrastruktur umfassen.<br />
Bislang haben 15 niedersächsische Kommunen<br />
– darunter Cloppenburg und Damme – damit begonnen,<br />
ihre eigene <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategie zu entwickeln<br />
und umzusetzen. Was aber zeichnet eine „nachhaltige<br />
Kommune“ überhaupt aus? „Dass die verantwortlichen<br />
Akteure ihre Entscheidungen für das Gemeinwesen generationengerecht,<br />
ganzheitlich und global ausrichten und<br />
dabei möglichst partizipativ vorgehen“, heißt es in einem<br />
Arbeitspapier der Bertelsmann Stiftung. Wichtig dabei:<br />
Be<strong>im</strong> nachhaltigen Handeln sind nicht nur die Planer in<br />
der Stadtverwaltung, sondern alle Bürgerinnen und Bürger<br />
gefragt.<br />
Obligatorischer erster Schritt ist eine Auftaktveranstaltung,<br />
die 2021 aufgrund der Corona-Pandemie per<br />
Zoom stattfinden musste. Darin können Bürgerinnen und<br />
Bürger ihre Ideen einbringen. Im Idealfall entstehen aus<br />
diesen Runden lokale Arbeitsgruppen. In Damme fand die<br />
Veranstaltung bereits <strong>im</strong> Juni mit 35 Teilnehmerinnen und<br />
Teilnehmern statt. Der Austausch war rege, viele Themen<br />
kamen zur Sprache. „Ein guter Beginn“, sagt Kerstin Biestmann,<br />
Leiterin des städtischen Planungsamtes. Schließlich<br />
gebe es bereits einige Projekte in Damme, die dem Thema<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> dienen. Das „Repair Café“ in der Scheune<br />
Leiber und der Windpark Borringhauser Moor sind nur<br />
zwei davon.<br />
Das virtuelle Treffen blieb nicht ohne Folgen. Es<br />
fanden sich erste Interessierte zusammen, um die Arbeitsgruppe<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong> ins Leben zu rufen. Bei einem<br />
28
Cloppenburg Derby Teststrecke. © Stadt Cloppenburg. Foto: Roman Mensing (romanmensing.de)<br />
Workshop legten sie fest, sich auf fünf Arbeitsbereiche zu<br />
konzentrieren: Kl<strong>im</strong>a und Energie, Natürliche Ressourcen<br />
und Umwelt, Digitale Infrastruktur, Bildung sowie Mobilität.<br />
Als nächstes steht eine detaillierte Bestandsaufnahme aller<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong>sinitiativen und -projekte in der Stadt auf<br />
dem Programm. Weitere Strategieworkshops für die Entwicklung<br />
von Schwerpunkten, Zielen und Maßnahmen, auf<br />
deren Grundlage das auf zwei Jahre befristete kommunale<br />
UAN-<strong>Nachhaltigkeit</strong>slabel erworben werden kann, werden<br />
folgen.<br />
Viel Aufwand – aber einer der sich lohnen dürfte,<br />
wie Dammes ehemaliger Bürgermeister Gerd Muhle feststellte:<br />
„Das Projekt ist eine Riesenchance für Damme,<br />
sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Bemerkenswert ist<br />
die große Diversität der Teilnehmenden. Aus sämtlichen<br />
Bereichen wie Wirtschaft und Umwelt sind Interessierte<br />
dabei – Menschen aller Altersgruppen. Dadurch können<br />
die unterschiedlichsten Perspektiven eingebracht werden.<br />
Cloppenburg hat mit seiner Auftaktveranstaltung<br />
<strong>im</strong> Oktober 2021 ebenfalls den Weg zur „nachhaltigen<br />
Kommune“ angetreten. Die Kreisstadt kann bereits eine<br />
Reihe von Projekten aufweisen, in denen bürgerschaftliches<br />
Engagement sichtbar wird. Ein Beispiel ist etwa<br />
die Initiative „Dein Grüner Daumen für Cloppenburg“, die<br />
möglichst viele ungenutzte und brachliegende öffentliche<br />
und private Flächen der Stadt begrünen will. So sollen<br />
Lebensräume für Insekten geschaffen werden. Zudem hat<br />
sich die Stadt als „Fairtrade-Town“ beworben. Im Rahmen<br />
der Kampagne geht es in erster Linie darum, dass die Stadt<br />
in ihrem Beschaffungswesen in fair gehandelte und nachhaltig<br />
hergestellte Produkte investiert.<br />
Dinklage hat seit Herbst 2021 mit André Wölk einen<br />
neuen Kl<strong>im</strong>aschutzbeauftragten. Seinen Aufgabenbereich<br />
definiert das bereits 2014 vom Rat der Stadt verabschiedete<br />
Integrierte Kl<strong>im</strong>aschutzkonzept. Das übergeordnete<br />
Ziel seiner Arbeit sieht Wölk in der Reduktion des Kohlenstoffdioxidausstoßes.<br />
„Da Treibhausgasemissionen jeden<br />
Lebensbereich betreffen, sind sie auch bei sämtlichen<br />
unserer täglichen Handlungen relevant“, unterstreicht er.<br />
Als Kl<strong>im</strong>aschutzmanager will Wölk vor allem die Rolle des<br />
Vermittlers und Vernetzers annehmen und versuchen, auf<br />
kl<strong>im</strong>aschutzrelevante Themen aufmerksam zu machen,<br />
Veränderungen anzustoßen, zu informieren und Zusammenhänge<br />
deutlich machen. Auch in Dinklage baut man<br />
dabei auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger,<br />
die Entwicklung ihrer Kommune nachhaltig mitgestalten zu<br />
wollen.<br />
29
30
ACHTEN,<br />
WORAUF ES<br />
ANKOMMT<br />
Langlebige Produkte, innovative Technik und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen –<br />
der Vogelsang-Dreiklang für ein besseres Morgen.<br />
Als Maschinenbauunternehmen kann und wird Vogelsang nicht behaupten, umweltfreundliche<br />
Produkte herzustellen. Das Augenmerk des Unternehmens liegt daher auf Fertigungs- und<br />
Material-Qualität sowie dem gewissenhaften Umgang mit Rohstoffen. Vogelsang-Maschinen<br />
sind gebaut, um ein Leben lang zu funktionieren. In der Fertigung kommen moderne, energieeffiziente<br />
Maschinen zum Einsatz, eigene PV-Anlagen sorgen für die notwendige Energie.<br />
Zudem ist die Gebäude-Infrastruktur auf Emissionsreduktion ausgelegt. Denn wie für die<br />
Produkte selbst gilt auch in Sachen Umweltschutz der Grundsatz: „Leading in Technology“.<br />
• Eigene Stromerzeugung – bis zu 30.000 kWh pro Monat speisen Vogelsang-PV-Anlagen<br />
ins Netz ein.<br />
• Innovative Gebäudetechnik – u. a. eine hocheffiziente zentrale Drucklufterzeugung sowie<br />
eine zentrale Heizungsanlage für die Produktionsflächen in Sandloh helfen Energie zu sparen.<br />
• Recycling – 300 – 400 Tonnen Stahl und Aluminium pro Jahr werden wiederaufbereitet.<br />
Deutschlands<br />
Innovationsführer<br />
Vogelsang Gmbh & Co. KG<br />
170. 0.000 untersuchte<br />
Unternehmen<br />
06 | 2021<br />
www.faz.net/Innovationsfuehrer<br />
VOGELSANG – LEADING IN TECHNOLOGY<br />
vogelsang.info<br />
31
Wussten Sie<br />
Fünf Fakten zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />
Von Lisa Knoll.<br />
Man lernt nie aus<br />
Um Handwerkerinnen und Handwerker in Sachen <strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong>mer auf dem<br />
neuesten Stand zu halten, werden die Ausbildungsinhalte regelmäßig auf Aktualität geprüft.<br />
Außerdem bietet das Handwerk mehr als 320 Weiterbildungsangebote zu Energieeffizienz<br />
und erneuerbaren Energien.<br />
Drahtesel statt Auto<br />
Kurzstrecken mit dem Auto zu fahren, ist viel kl<strong>im</strong>aschädlicher als die meisten vermuten<br />
würden: Bis zu ein Kilogramm CO 2<br />
verbraucht ein kalter Motor pro Kilometer. Da st<strong>im</strong>mt<br />
es opt<strong>im</strong>istisch, dass der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Vechta <strong>im</strong> bundesweit<br />
durchgeführten Fahrradkl<strong>im</strong>atest 2020 unter den Top Ten einstufte. Nur sieben weitere<br />
Städte bis 50.000 Einwohner waren noch fahrradfreundlicher. In der Gesamtbewertung<br />
legte die Stadt damit <strong>im</strong> Vergleich zu 2018 (Platz 23) deutlich zu.<br />
Aus Alt mach Neu<br />
Wenn Kleidungsstücke, Elektrogeräte oder Fahrräder kaputtgehen, landen sie<br />
schnell auf dem Müll. Dabei ist eine Reparatur oft nachhaltiger. Wem Know-how, Werkzeug<br />
oder Fingerfertigkeit fehlt, der kann eines der vielen Repaircafés in der Region besuchen.<br />
Hier helfen geschickte Ehrenamtliche, alte Toaster und Plattenspieler wieder fit zu machen.<br />
Im <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> gibt es entsprechende Initiativen zum Beispiel in der Jugendwerkstatt<br />
Löningen und der Scheune Leiber in Damme.<br />
32
schon...<br />
Einkaufen ohne Plastikmüll<br />
Oft sind Lebensmittel mehrfach in Plastik verpackt und machen den Einkauf schnell<br />
zum Müllverursacher Nummer eins <strong>im</strong> Haushalt. Heidrun Plümer zeigt Käuferinnen und<br />
Käufern mit ihrem Unverpackt-Konzept ProPure eine echte Alternative auf: Ihr mobiler<br />
Verkaufsstand tourt über die Wochenmärkte in der Region und bietet Nudeln und Reis,<br />
Mehl, Öle, Pflegeprodukte und Gewürze zum Abfüllen in mitgebrachte Behältnisse. Unnötiger<br />
Verpackungsmüll adé! Jede zweite Woche steht der ProPure-Truck auf den Märkten<br />
in Damme und Lohne.<br />
Mehr Innovation = weniger CO 2<br />
Der deutschen Landwirtschaft ist es in den letzten zwanzig Jahren gelungen, die<br />
Produktivität <strong>im</strong> Ackerbau durch zahlreiche Innovationen erheblich zu steigern. Mehr Ertrag<br />
auf weniger Fläche – und das ganz ohne eine intensivierte Bewirtschaftung. Konkret<br />
bedeutet das Einsparungen von bis zu 20 Prozent CO 2<br />
. Allein 22 Millionen Tonnen CO 2<br />
können auf diesem Wege bis 2030 in der Geflügelmast eingespart werden. Vergleichbare<br />
Ergebnisse lassen sich weltweit nur in wenigen Ländern finden. Das bedeutet aber auch:<br />
Wenn eine Ackerfläche in Drittländern mit konventioneller Landwirtschaft um nur einen<br />
Hektar vergrößert wird, ist die Emission von Treibhausgasen 35-mal höher, als wenn dieselbe<br />
Fläche in Deutschland genutzt würde.<br />
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HEIDEMARK steht<br />
für eine tiergerechte<br />
und nachhaltige<br />
Fleischerzeugung!<br />
Dr. Hanna Strüve<br />
<strong>Nachhaltigkeit</strong>sbeauftragte<br />
Viel<br />
Mehr<br />
Wir<br />
falt<br />
wert<br />
-Gefühl<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
34<br />
Die ganze Welt<br />
der Pute unter
Pioniere<br />
der Sauberkeit.<br />
LR-Facility-Services.de<br />
35
Warum Unternehmen jetzt<br />
investieren sollten?<br />
Weil es sich<br />
lohnt, einen Schritt<br />
voraus zu sein<br />
Investitionen in digitale Prozesse, nachhaltige<br />
Technologien und globale Märkte<br />
sind die Wettbewerbs vorteile der Zukunft.<br />
Also lassen Sie uns Ihr Unternehmen<br />
gemeinsam nach vorn bringen! Mehr<br />
Infos auf www.lzo.com/investieren.<br />
Jetzt beraten lassen!<br />
Unsere Nähe bringt Sie weiter.<br />
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