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Nachhaltigkeit im Oldenburger Münsterland

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<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong><br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

EINE REGION ZEIGT<br />

WIE ES GEHT.<br />

Foto: Marilena Friebe<br />

IN KOOPERATION MIT:


vr.de/weser-ems<br />

Nachhaltig investieren<br />

für unsere Zukunft.<br />

Wer aus derselben Region kommt, spricht die gleiche<br />

Sprache. Genau wie unsere Mitglieder, Kundinnen<br />

und Kunden sind wir tief verwurzelt und kennen als<br />

mittelständische Banken die Bedürfnisse der regionalen<br />

Unternehmen besonders gut. Wir beraten authentisch<br />

und auf Augenhöhe und bringen gemeinsam den<br />

Fortschritt dorthin, wo er am schönsten ist: direkt vor<br />

die eigene Haustür.<br />

Wir machen den Weg frei. Gemeinsam mit den Spezialisten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisen banken: Bausparkasse<br />

Schwäbisch Hall, Union Investment, R+V Versicherung, easyCredit, DZ BANK, DZ PRIVATBANK, VR Smart Finanz, DZ HYP, MünchenerHyp.<br />

2


Inhalt<br />

5 „Den Kampf um <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

haben wir längst<br />

aufgenommen!“<br />

Jan Kreienborg<br />

6 Die Transformation<br />

steuern und lenken<br />

Sven Guericke, Vorstandschef des Agrar- und<br />

Ernährungsforums <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>,<br />

über die Rolle der Landwirtschaft in einer Zeit,<br />

in der das Wort <strong>Nachhaltigkeit</strong> besonders großgeschrieben<br />

wird.<br />

9 Mit 5G über die Felder<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Agrartechnik<br />

11 Beton aus Hausmüll<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Baugewerbe<br />

13 Digitalisierung als Strategie<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche<br />

15 Umdenken Richtung Tierwohl<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Fleischindustrie<br />

17 Frischer Wind <strong>im</strong> Regal<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handel<br />

19 Ressourcen sparen,<br />

lange Wege vermeiden<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handwerk<br />

21 Das Problem Langlebigkeit<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie<br />

24 Raus aus der Komfortzone<br />

Seit 2016 ist Nick Lin-Hi Inhaber der Professur<br />

für Wirtschaft und Ethik an der Uni Vechta. Er gilt<br />

heute als Experte für nachhaltige Entwicklungen,<br />

unternehmerische Verantwortung, digitalen<br />

Wandel und disruptive Innovationen.<br />

28 Erste Schritte auf<br />

einem langen Weg<br />

Das große Ziel: nachhaltige Kommune werden.<br />

32 Wussten Sie schon… ?<br />

Fünf Fakten zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

Baumschulenweg 28, 26127 Oldenburg<br />

Tel. 0441 9353-0, info@kuw.de, kuw.de<br />

In Zusammenarbeit mit:<br />

Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> e. V.<br />

Diekmanns Esch 13<br />

49377 Vechta-Langförden<br />

oldenburger-muensterland.de<br />

Layout und Herstellung:<br />

Gisela Lang + T<strong>im</strong> Rost,<br />

Kommunikation & Wirtschaft GmbH<br />

Redaktion:<br />

Mediavanti GmbH<br />

Donnerschweer Straße 90<br />

26123 Oldenburg<br />

mediavanti.de<br />

Autor*innen:<br />

Jessica Foppe, Katja Hofmann,<br />

Lena Hofmann, Lisa Knoll,<br />

Thorsten Lange,<br />

Claus Spitzer-Ewersmann<br />

Druck:<br />

Brune-Mettcker<br />

Druck- und Verlags-GmbH<br />

Parkstraße 8<br />

26382 Wilhelmshaven<br />

brune-mettcker.de<br />

Gedruckt auf Papier aus<br />

nachhaltiger Waldbewirtschaftung.<br />

ID-Nr. 21110745<br />

Das Manuskript ist Eigentum des<br />

Verlages. Alle Rechte vorbehalten.<br />

Auswahl und Zusammenstellung sind<br />

urheberrechtlich geschützt. Für die<br />

Richtigkeit der <strong>im</strong> Inhaltsverzeichnis<br />

aufgeführten Autorenbeiträge und<br />

der PR-Texte übernehmen Verlag und<br />

Redaktion keine Haftung.<br />

Printed in Germany 2021<br />

Gender-Hinweis:<br />

Es oblag den jeweiligen Verfassern der Texte<br />

– Anzeigen-Kunden, Autor(en), Redaktion, Interviewten<br />

– ob sie ihre Beiträge „gendern“ oder<br />

aus praktischen Gründen wie Platzersparnis<br />

und bessere Lesbarkeit die männliche oder<br />

weibliche Form von personenbezogenen<br />

Hauptwörtern wählen. Dies <strong>im</strong>pliziert keinesfalls<br />

eine Benachteiligung der jeweils anderen<br />

Geschlechter (weiblich, männlich, divers), die<br />

mit den Inhalten der Texte gleichermaßen<br />

angesprochen werden.<br />

3


Ideen entfalten,<br />

Zukunft gestalten.<br />

#Gemeinsam<br />

4<br />

agv-oldenburg.de


„Den Kampf um<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> haben wir<br />

längst aufgenommen!“<br />

Jan Kreienborg<br />

„Ausgerechnet!“ Ich kann gar nicht genau sagen, wie<br />

oft ich diesen Ausruf in der letzten Zeit gehört habe. „Ausgerechnet<br />

ihr <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>!“ Immer dann,<br />

wenn ich von Ideen und Plänen berichtete, unsere Region<br />

in punkto <strong>Nachhaltigkeit</strong> voranzubringen, kam als Antwort<br />

wortreiches Erstaunen. Und die Verblüffung wurde noch<br />

größer, wenn ich hinzufügte, dass wir uns bereits auf einem<br />

guten Weg befinden. Kann doch nicht! Wo denn? Zeig mal!<br />

Ja gern, zeigen wir’s. Natürlich haben wir <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> mit Sünden der Vergangenheit zu<br />

kämpfen. Aber mal ganz unter uns: Welche Region hat das<br />

nicht? Wer kann sich da wirklich guten Gewissens von Vorwürfen<br />

freisprechen? Sehen Sie …<br />

Ich stelle mit Freude fest, dass die Menschen, die<br />

Unternehmen, die Institutionen in der Region den Kampf<br />

aufgenommen haben. Sie warten nicht mehr, bis andere<br />

ihnen zeigen, wie es geht – auch wenn sie wissen, dass<br />

Veränderungsprozesse mitunter schmerzhaft sind, Geduld<br />

brauchen und eher einem Lang- als einem Kurzstreckenlauf<br />

gleichen.<br />

Kl<strong>im</strong>aschutz, <strong>Nachhaltigkeit</strong>, bessere Lebens- und<br />

Arbeitsbedingungen – das alles sind keine Worthülsen,<br />

sondern reale Ziele, an deren Erreichen wir arbeiten. Im<br />

Großen wie <strong>im</strong> Kleinen. Hier legt eine Firma Blühwiesen für<br />

den Erhalt der Insektenvielfalt an, dort stellen Betriebe ihre<br />

Produktion so um, dass der Ausstoß von Treibhausgasen<br />

maßgeblich reduziert werden kann.<br />

Nicht zu vergessen: Kommunen gehen mit gutem<br />

Beispiel voran und beraten auf höchster Ebene, wie sie<br />

möglichst bald den Status der Kl<strong>im</strong>aneutralität erreichen<br />

können. Zum Beispiel Cloppenburg und Lohne: Hier<br />

wurden sogar eigene Kl<strong>im</strong>aschutzbeauftragte eingesetzt.<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> wird sich für viele Städte und Gemeinden in<br />

gar nicht mehr so ferner Zukunft zu einem zentralen Standortfaktor<br />

entwickeln – erst recht in einer Region, die zu den<br />

geburtenstärksten Deutschlands zählt.<br />

Die „Ausgerechnet!“ rufenden Skeptiker – vor allem<br />

diejenigen aus den großen Städten – wundern sich, dass<br />

gerade wir uns um mehr nachhaltiges Agieren bemühen.<br />

Dabei liegt unseren Aktivitäten eine s<strong>im</strong>ple Erklärung zugrunde:<br />

Menschen, die <strong>im</strong> ländlichen Raum leben, kennen<br />

die Bedeutung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen nur zu<br />

gut. Sie haben täglich damit zu tun.<br />

In dieser Broschüre wollen wir Ihnen aufzeigen, wo<br />

und wie es mit dem Streben nach <strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> vorangeht. Ich wünsche Ihnen bei<br />

Ihrer Lektüre viele wertvolle Erkenntnisse.<br />

Jan Kreienborg<br />

Geschäftsführer Verbund <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

5


Die Transformation<br />

steuern und lenken<br />

Sven Guericke, Vorstandschef des Agrar- und Ernährungsforums<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>, über die Rolle der Landwirtschaft in einer Zeit, in<br />

der das Wort <strong>Nachhaltigkeit</strong> besonders großgeschrieben wird.<br />

Von Claus Spitzer-Ewersmann.<br />

Herr Guericke, welche Aufgaben verfolgt das Agrarund<br />

Ernährungsforum <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>,<br />

kurz AEF?<br />

Guericke: Das AEF ist ein Zusammenschluss von<br />

rund 100 Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche,<br />

deren Interessen es verfolgt. Das ist besonders<br />

wichtig in einer Situation, in der viele Menschen über die<br />

Landwirtschaft als Problem sprechen, ohne die wichtigen<br />

Zusammenhänge zu verstehen.<br />

Welche Schwerpunkte wollen Sie sich für Ihre<br />

Arbeit setzen?<br />

Guericke: Ich möchte vorausschicken, dass sich das<br />

AEF unter meinem Vorgänger zu einem viel beachteten<br />

Gesprächspartner entwickelt hat. Heute warten neue Herausforderungen<br />

auf uns, mit denen wir umgehen müssen.<br />

Ich erinnere an die Ergebnisse der Zukunftskommission<br />

Landwirtschaft, die für uns die Richtung vorgeben. Wir<br />

werden also neben den traditionellen Themen, die auf der<br />

Tagesordnung stehen, ganz eindeutig das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

und Folgen des Kl<strong>im</strong>awandels in den Fokus nehmen<br />

müssen. Das wird unsere Arbeit in den nächsten Jahren<br />

maßgeblich beeinflussen. Dazu müssen wir den Transformationsprozess<br />

in der Landwirtschaft, der ja bereits läuft,<br />

unterstützen.<br />

Wo liegt da das Konfliktpotenzial?<br />

Guericke: Die Anforderungen an die Landwirtschaft<br />

sind sehr hoch. Sie soll Insektenschutz betreiben,<br />

das Grundwasser schützen, Tierwohl sicherstellen, sie<br />

soll dies und sie soll das – aber alles ohne entsprechende<br />

Entlohnung. Das kann nicht sein. Die Landwirtschaft trägt<br />

zu einem wesentlichen Teil zur Ernährung der Bevölkerung<br />

bei. Das muss auch honoriert werden. Ernährung sichern<br />

ist und bleibt ihre Hauptaufgabe.<br />

Es gibt <strong>im</strong>mer noch das romantische Bild vom<br />

Bauern auf dem Feld. Und „klein“ gilt als sympathisch,<br />

„groß“ als weniger. Was entgegnen Sie<br />

darauf?<br />

Guericke: Es geht nicht um die Größe der Betriebe,<br />

es geht um die Qualität, die sie liefern. Wir wissen, dass<br />

große Ackerflächen oder große Stallanlagen vielen Menschen<br />

Angst machen. Aber um sich ein Urteil zu erlauben,<br />

sollte man wissen, wie dort produziert wird. Hier müssen<br />

wir selbstkritisch sein und uns eingestehen, dass das Rad<br />

an der einen oder anderen Stelle überdreht wurde. Die<br />

Gespräche hier in der Region zeigen mir, dass die Landwirtschaft<br />

bereit ist, den Transformationsprozess mitzutragen<br />

und zu gestalten.<br />

Also kein Zurück?<br />

Guericke: Nein, kein Zurück. Und das liegt auch<br />

daran, dass sich das Berufsbild des Landwirts in den letzten<br />

Jahren erheblich verändert hat. Die Digitalisierung spielt<br />

längst auch auf dem Acker oder <strong>im</strong> Stall eine große Rolle.<br />

Ich gehe sogar davon aus, dass durch die Möglichkeiten<br />

der Künstlichen Intelligenz die Bedeutung noch zunehmen<br />

wird. Wir sind mit einer Reihe von wissenschaftlichen<br />

Einrichtungen <strong>im</strong> intensiven Austausch, um von deren Erfahrungen<br />

zu profitieren und die Einsatzoptionen unseren<br />

Partnern in der Region möglichst rasch und zielführend<br />

zugänglich zu machen.<br />

Was verstehen Sie persönlich unter <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

in der Landwirtschaft?<br />

Guericke: Nachhaltiges Wirtschaften ist Wirtschaften<br />

in Kreisläufen. Das was ich dem Land entnehme, muss<br />

ich ihm auch wieder zuführen. Der <strong>Nachhaltigkeit</strong>sbegriff<br />

umfasst für mich darüber hinaus aber auch soziale und<br />

wirtschaftliche Aspekte. Das gehört alles zusammen. Ich<br />

sehe, dass Anpassungen nötig und möglich sind. Leider<br />

gibt es aber Bereiche, in denen uns zurzeit noch die Instrumente<br />

dazu fehlen.<br />

6


<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Blick: Der neue AEF-Vorsitzende Sven Guericke. Foto: Tz<strong>im</strong>urtas<br />

Was konkret kritisieren Sie?<br />

Guericke: Die Transformation der Landwirtschaft ist<br />

gesellschaftlicher Konsens, den wir mittragen. Um das aber<br />

auch umsetzen zu können, muss die Politik erst einmal<br />

ihre Hausaufgaben machen und die notwendigen Rahmenbedingungen<br />

schaffen. Landwirte sind Unternehmer. Sie<br />

brauchen Verlässlichkeit, sie brauchen Sicherheit für ihre<br />

Investitionen und sie brauchen Perspektiven für rund 20<br />

Jahre. Solange es daran mangelt, geht es nur halbherzig<br />

voran. Wenn überhaupt. Bleiben die politischen Vorgaben<br />

unklar, n<strong>im</strong>mt niemand mehr Geld in die Hand, um beispielsweise<br />

Stallumbauten vorzunehmen.<br />

Es gibt – vermeintlich – einen Gegensatz zwischen<br />

ökologischer Vernunft und ökonomischer Vernunft.<br />

Wie lösen wir das?<br />

Guericke: Beides kann man zusammenbringen.<br />

Selbstverständlich unterliegt jede landwirtschaftliche<br />

Produktion ökonomischen Zwängen. Vereinfacht gesagt: Es<br />

muss sich rechnen. Darum, das auch unter ökologischen<br />

Gesichtspunkten zu schaffen, geht es in dem Prozess, in<br />

dem wir uns jetzt befinden. Wir dürfen bei all unseren Anstrengungen<br />

nicht den Aufwand vergessen, den wir dafür<br />

treiben müssen.<br />

Wir wird eine nachhaltige Landwirtschaft das<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> verändern?<br />

Guericke: Grundsätzlich kann man sagen, dass sich<br />

die Landwirtschaft <strong>im</strong>mer den Rahmenbedingungen angepasst<br />

hat. Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, war<br />

eine Folge des Preisdrucks. Wenn sich jetzt die Anforderungen<br />

ändern, wird das ebenso wenig spurlos an den Betrieben<br />

vorbeigehen. Es wird Situationen geben, in denen<br />

Betriebe leider nicht dem Druck standhalten können und<br />

den Prozess nicht überleben. Aber wir werden auch jene<br />

haben, bei denen die Landwirte bereit sind, das unternehmerische<br />

Risiko zu tragen. Der Stellenwert der Agrar- und<br />

Ernährungswirtschaft wird <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

weiterhin sehr hoch sein. Daran habe ich keinen Zweifel.<br />

Agrar- und Ernährungsforum<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> e. V.<br />

Driverstraße 18, 49377 Vechta<br />

www.aef-om.de<br />

7


GREEN technology<br />

Made in Goldenstedt<br />

BERGMANN –<br />

Know-how für eine nachhaltige Landwirtschaft<br />

Die Ludwig Bergmann GmbH, ein erfolgreiches, mittelständisches<br />

Familienunternehmen in der dritten Generation,<br />

ist seit 125 Jahren <strong>im</strong> Bereich des landwirtschaftlichen<br />

Maschinen- und Fahrzeugbaus tätig. Seit 1896 entwickelt<br />

und produziert das Unternehmen am Standort Goldenstedt<br />

leistungsfähige, zuverlässige und praxisgerechte<br />

Landmaschinen für Streu- und Grünlandtechnik, Ernteund<br />

Transportlogistik für den täglichen reibungslosen und<br />

wirtschaftlichen Einsatz. Qualität „Made in Goldenstedt“<br />

ist die traditionelle Firmenphilosophie und eine gelebte<br />

Verpflichtung dem Kunden gegenüber.<br />

BERGMANN garantiert langlebige und hochwertige<br />

Maschinen, die in der Praxis überzeugen – weltweit Tag<br />

für Tag.<br />

Die Produktpalette umfasst Dungstreuer, Universalstreuer,<br />

Ladewagen, Häckseltransportwagen, Überladewagen,<br />

Rübenreinigungswagen, Sondermaschinen und Wechselsysteme.<br />

BERGMANN<br />

8<br />

Mit Innovationskraft, zeitgemäßer Technologie und dem<br />

Anspruch nach absoluter Qualität der Produkte ist das<br />

Unternehmen zu einem der maßgeblichen Hersteller und<br />

Anbieter professioneller Systemtechnik für landwirtschaftliche<br />

Betriebe und Lohnunternehmen geworden.<br />

VIRTUELL<br />

ERLEBEN<br />

www.bergmann-goldenstedt.de


Foto: Gr<strong>im</strong>me<br />

Mit 5G über die Felder<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Agrartechnik<br />

Von Katja Hofmann.<br />

Das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> gilt als eine der<br />

Speisekammern Deutschlands – für ihre Erdbeeren,<br />

Kartoffeln und Fleisch ist die Region bekannt. Und wo<br />

viel angebaut wird, müssen auch Maschinen zur Ernte<br />

her. Mehr noch: Mittlerweile ist die Digitalisierung<br />

auch aus der Tierhaltung nicht mehr wegzudenken.<br />

Der Bereich Agrartechnik ist federführend in der<br />

regionalen Wirtschaft und stets in Bewegung.<br />

Die Digitalisierung in den Ställen und auf den Feldern<br />

ist in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta kein<br />

Neuland mehr. Schon längst fährt der Traktor mit Autopilot.<br />

Und von Hand gedüngt wird auch nicht mehr. Geräte und<br />

Maschinen lassen sich miteinander vernetzen und liefern<br />

umfangreiche Daten an die Landwirte, die so ihre Prozesse<br />

überwachen und steuern können. Die Technik stammt in<br />

vielen Fällen aus der Region selbst, findet aber auch darüber<br />

hinaus Abnehmer. Darum ist es für die Unternehmen<br />

der Region wichtig, stets auf dem neuesten Entwicklungsstand<br />

zu sein. Hier macht die Digitalisierung ihren nächsten<br />

Schritt: Mit dem Projekt „5G Nachhaltige Agrarwirtschaft“<br />

werden neue Möglichkeiten geschaffen und vorhandene<br />

besser ausgeschöpft.<br />

5G ist der Nachfolger von 4G, auch als LTE bekannt,<br />

und bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunks. Mit<br />

ihr ist eine bis zu zehnmal schnellere Datenübertragung<br />

möglich als mit LTE – Kommunikation in Echtzeit garantiert!<br />

Zusätzlich benötigt 5G weniger Strom. Diese neue<br />

Technologie wird seit Anfang 2020 genutzt, um Tierwohl,<br />

Tiergesundheit, <strong>Nachhaltigkeit</strong> und Umweltschutz zu steigern.<br />

Dafür stellte das Bundesministerium für Verkehr und<br />

digitale Infrastruktur mehr als 38 Millionen Euro Fördergeld<br />

zur Verfügung, von denen vier Millionen ins <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> gingen.<br />

Tiergesundheit in Echtzeit<br />

Unternehmen aus der Region wie Big Dutchman, die<br />

BWE-Brüterei Weser-Ems und Gr<strong>im</strong>me Landmaschinenfabrik<br />

sind Partner des Projekts. Ziel ist ein Reallabor <strong>im</strong><br />

Landkreis Vechta, das die Wertschöpfungsketten Schwein<br />

und Geflügel zeigt. Mithilfe von 5G werden Systeme entwickelt,<br />

die den Farmern in Echtzeit Informationen über die<br />

Gesundheit ihrer Tiere liefern. Auch be<strong>im</strong> Futtermanagement<br />

und dem nachhaltigen Umgang mit Mist kann die<br />

Technologie helfen. Ein Beispiel dafür ist die automatische<br />

Fütterung. Kameras und Sensoren erkennen, wenn ein Tier<br />

nicht frisst, und geben Meldung an den Landwirt. Am anderen<br />

Ende der Wertschöpfungskette sorgen Assistenten für<br />

eine effiziente und nachhaltige Verwertung.<br />

Der Mensch bleibt in der Tierbetreuung nach wie vor<br />

das A und O, aber dank 5G können weit über die Region<br />

hinaus neue Maßstäbe bei Tierwohl und <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

gesetzt werden. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz<br />

könnte Agrartechnik <strong>im</strong> OM zukünftig innovativer und<br />

nachhaltiger machen als je zuvor.<br />

9


Erlebe die<br />

besondere Atmosphäre<br />

und den Teamgeist eines familiengeführten Unternehmens.<br />

Weiterbildung<br />

Bodenständigkeit<br />

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Der doppelte<br />

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und Damme<br />

Philipp und Christoph Gr<strong>im</strong>me<br />

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GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG · Hunteburger Straße 32 · 49401 Damme · www.gr<strong>im</strong>me.com<br />

10


Optera GmbH, CC BY 3.0, via Wik<strong>im</strong>edia Commons<br />

Beton aus Hausmüll<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Baugewerbe<br />

Von Jessica Foppe.<br />

Über 500 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe<br />

werden Jahr für Jahr in Deutschland verbaut.<br />

Damit gehört der Bausektor zu den ressourcenintensivsten<br />

Wirtschaftszweigen. Doch der enorme<br />

Rohstoffeinsatz bietet auch großes Einsparpotenzial:<br />

Betriebe <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> zeigen, wie Ansätze<br />

Richtung nachhaltiges Bauen aussehen können.<br />

Kein Baustoff wird so häufig verwendet wie Beton.<br />

Kies, Sand, Wasser und Zement bilden die Grundlage für<br />

den Alleskönner. Das hört sich zunächst noch nicht nach<br />

großer Umweltverschmutzung an, doch tatsächlich ist Beton<br />

für etwa acht Prozent der weltweiten CO 2<br />

-Emissionen<br />

verantwortlich. Zurückführen lässt sich das vor allem auf die<br />

Herstellung von Zement, der als Bindemittel benötigt wird.<br />

Da auf den Einsatz von Beton in naher Zukunft nicht zu verzichten<br />

sein wird, muss die Baubranche umweltfreundliche<br />

Sorten entwickeln.<br />

So könnte die Zugabe kl<strong>im</strong>aschädlichen Zements<br />

durch den Einsatz alternativer Bindemittel reduziert werden.<br />

Zugleich ist es möglich, statt Pr<strong>im</strong>ärbaustoffen wie Kies und<br />

Sand Recyclingmaterial zu nutzen. Kunststoffabfälle, Elektroschrott<br />

oder Hausmüll könnten so Verwendung finden und<br />

den Abbau begrenzter Rohstoffe reduzieren. Die Berding<br />

Beton GmbH aus Steinfeld beteiligt sich an der Entwicklung<br />

umweltfreundlicher Betonsorten „unter Beachtung aller<br />

Phasen des Produktlebenszyklus“. So werden bereits während<br />

der Produktentwicklung Aspekte wie die Entsorgung<br />

und das Recyclingpotenzial der Betonware mitgedacht.<br />

Kohlenstofffasern statt Stahl<br />

Ein Beispiel für den Einsatz umweltfreundlicher<br />

Baustoffe kann voraussichtlich ab November 2022 in Friesoythe<br />

betrachtet werden. Im Schw<strong>im</strong>mbad Aquaferrum<br />

soll erstmals ein neues Badebecken aus Carbonbeton<br />

entstehen – eine nachhaltige Alternative zu Stahlbeton, bei<br />

der Kohlenstofffasern statt Stahl als Bewehrung eingesetzt<br />

werden. Bundesweit ist das Projekt bislang einmalig. Das<br />

Ziel: Ressourceneinsparung und eine längere Lebenszeit<br />

des fertigen Bauwerks.<br />

Ein Hochhaus aus Holz? Das scheint abwegig. Doch<br />

tatsächlich gilt Holz als Alternative zu Beton und anderen<br />

kl<strong>im</strong>aschädlichen Baustoffen. Nachwachsend, energieneutral<br />

und regional: Die Ökobilanz ist kaum zu schlagen.<br />

Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> wird Holz zum Bauen<br />

vielseitig eingesetzt. Bei der Sextro Holzbau GmbH aus<br />

Dinklage reichen die Leistungen vom Fassadenbau über Altbausanierungen<br />

bis zum anspruchsvollen Ingenieurholzbau.<br />

Als besonders nachhaltig gilt der Holzrahmenbau. Durch<br />

die ausgezeichnete Wärmedämmung lässt sich während<br />

der Nutzung des fertigen Gebäudes zusätzlich Energie einsparen.<br />

Vor allem die Wahl der Materialien ist <strong>im</strong> Baugewerbe<br />

entscheidend für die Ökobilanz. Doch umweltfreundliche<br />

Betonsorten und -alternativen sind auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> <strong>im</strong> Kommen. Damit sind die Weichen gestellt<br />

für mehr nachhaltiges Bauen.<br />

11


Premix<br />

Futterzusatzstoffe<br />

Liquids<br />

Spezialfuttermittel<br />

12


Foto: Frank Stibi<br />

Digitalisierung als Strategie<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Ernährungsbranche<br />

Von Jessica Foppe.<br />

Experten wie auch die Gesellschaft sind sich<br />

einig: Die Ernährungsbranche muss sich wandeln.<br />

Forderungen nach mehr Umwelt-, Natur- und Kl<strong>im</strong>aschutz<br />

werden lauter. Doch der Sektor zeigt sich<br />

längst bereit für die Transformation hin zu einer<br />

nachhaltigeren Ernährungswirtschaft. Wie das funktionieren<br />

soll? Vor allem durch Innovationen.<br />

Schon lange gilt das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> als<br />

Hochburg der Agrarwirtschaft. Doch <strong>im</strong>mer mehr entwickelt<br />

es sich auch zu einem Innovationszentrum für nachhaltige<br />

Entwicklungen in der Ernährungsbranche. Dabei sind neue<br />

Ansätze unter anderem bei der Nährstoffproblematik zu<br />

beobachten. Vergangene Innovationen haben bereits zu<br />

einer kontinuierlichen Steigerung der Produktivität <strong>im</strong><br />

Ackerbau geführt: Emissionen wurden reduziert, ohne die<br />

Intensität der eingesetzten Mittel zu erhöhen. Allein durch<br />

die Lagerung und den Transport von Wirtschaftsdünger in<br />

gasdichten Behältnissen können die verursachten Emissionen<br />

bereits um 18 Prozent gesenkt werden.<br />

Zudem setzt die Region auf Digitalisierung als<br />

Strategie für mehr <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Abläufe sollen präziser,<br />

effizienter und transparenter werden, um die Effektivität<br />

der gesamten Wertschöpfungskette zu erhöhen und Ressourcen<br />

zu sparen. Durch Datenerhebung und -verarbeitung<br />

können etwa die Menge des Saatguts, des Düngers<br />

und des Pflanzenschutzes opt<strong>im</strong>al ermittelt und angepasst<br />

werden, um hohe Erträge zu erzielen. Zur Ausweitung<br />

der Digitalisierung ist der Breitbandausbau in ländlichen<br />

Räumen unabdingbar. Die Landkreise Cloppenburg und<br />

Vechta sind entschlossen, den Ausbau so schnell wie möglich<br />

voranzutreiben.<br />

Der Eierautomat an der Weide<br />

Auch mit Blick auf den Ökolandbau tut sich einiges in<br />

der Region. Dabei muss es nicht <strong>im</strong>mer gleich die große Umstellung<br />

sein, auch kleine Beiträge sind Schritte in die richtige<br />

Richtung. Das dachte sich auch Jupp Meyer aus Cloppenburg<br />

und erweiterte kurzerhand den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb<br />

um eine mobile Bio-Legehennenhaltung. Die Hühnereier<br />

werden am Verkaufsautomaten direkt an der Weide verkauft.<br />

Frische, saisonale und regionale Lebensmittel direkt<br />

vom Hof nebenan. Das gibt es auch bei der Solidarischen<br />

Landwirtschaft – kurz Solawi. Das Prinzip ist einfach: Interessierte<br />

Verbraucher verpflichten sich, einen monatlichen Betrag<br />

an den Solawi-Betrieb zu zahlen und erhalten <strong>im</strong> Gegenzug<br />

einen Teil des Ernteertrags. Sie wissen also genau, wie<br />

und wo die Nahrungsmittel angebaut werden, und fördern<br />

gleichzeitig regionale <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> ist die Solidarische Landwirtschaft vertreten.<br />

Familie Balz etwa setzt mit ihrem Arche-Wilhelminenhof in<br />

Bakum auf ökologische Standards und Kreislaufwirtschaft,<br />

statt auf konventionelle Landwirtschaft.<br />

Auch wenn das Ziel einer nachhaltigen Ernährungsbranche<br />

noch nicht vollends erreicht ist, ist eines klar: Der<br />

Wandel hat schon längst begonnen.<br />

13


14<br />

Deine Entscheidung


Umdenken Richtung Tierwohl<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Fleischindustrie<br />

Von Lena Hofmann.<br />

Jeder dritte Arbeitsplatz <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

steht in Verbindung zur Tierhaltung oder<br />

Fleischproduktion. Damit ist die Branche eine der<br />

wichtigsten der Region. Das OM weist nicht nur in der<br />

Bundesrepublik die höchste Dichte an Fleischproduktions-<br />

und Verarbeitungsbetrieben auf, sondern auch<br />

<strong>im</strong> europäischen Vergleich.<br />

Laut Statistischem Bundesamt verzehrten die Menschen<br />

in Deutschland <strong>im</strong> Jahr 2020 <strong>im</strong> Durchschnitt 32,8<br />

Kilogramm Schweinefleisch. Deutschland ist <strong>im</strong> weltweiten<br />

Vergleich nach den USA und China drittgrößter Schweinefleischproduzent.<br />

Mehr als ein Fünftel der hierzulande<br />

geschlachteten Schweine, nämlich 11,25 Millionen Tiere,<br />

stammte <strong>im</strong> gleichen Jahr aus dem <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>.<br />

Ähnlich sieht es hinsichtlich Rind- und Geflügelfleisch<br />

aus. Etwa zehn Prozent des in Deutschland verzehrten Rindfleischs<br />

kommt aus dem <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>, be<strong>im</strong> Geflügel<br />

liegt der Anteil bei vier (Enten) bzw. 21 Prozent (Gänse).<br />

Fest steht: Die Fleischindustrie ist einer der wichtigsten<br />

Wirtschaftszweige der Region und mitverantwortlich für den<br />

Wohlstand der hier lebenden Menschen. Kritik etwa an den<br />

Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, ist deshalb<br />

über eine lange Zeit an vielen Unternehmen abgeperlt.<br />

Inzwischen aber hat ein Umdenken eingesetzt, und das Tierwohl<br />

erhält einen deutlich höheren Stellenwert.<br />

Suche nach Alternativen<br />

Eine besonders wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung<br />

kommt dem Agrar- und Ernährungsforum <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> (kurz: AEF) zu. Es vertritt rund 100 Unternehmen<br />

aus dem Agribusiness-Cluster. In einer Stellungnahme aus<br />

dem Sommer 2021 heißt es über die Akzeptanz des bereits<br />

laufenden Transformationsprozesses: „Jeder Schritt, Tierwohl<br />

zu verbessern und in den landwirtschaftlichen Betrieben<br />

umzusetzen, ist gesellschaftlich gewünscht und sinnvoll. Die<br />

Landwirte sind bereit, den Weg der Umstellung mitzugehen.“<br />

Mehr Tierwohl auf der einen Seite, die Suche nach<br />

Fleischalternativen auf der anderen. Auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> wird nach Ersatzprodukten geforscht. Oder<br />

Unternehmen wie etwa die Rechterfelder PHW-Gruppe beteiligen<br />

sich an jungen Gründungen, die in diesem Segment<br />

bereits Produkte auf den Markt gebracht haben. PHW hat<br />

sogar einen eigenen Geschäftsbereich für alternative Proteinquellen<br />

etabliert. Seit 2018 sind Insekten und Würmer in der<br />

EU als Nahrungsmittel zugelassen. Sie finden beispielsweise<br />

in Burger-Patties Verwendung.<br />

Die Vermutung, dass das Thema nur etwas für eine<br />

kleine Nische bleibt, ist inzwischen vom Tisch. Selbst Microsoft-Gründer<br />

Bill Gates und Sergey Brin, Ex-Chef von Google,<br />

haben in Start-ups investiert, die künstliches Fleisch produzieren.<br />

15


Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />

Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />

Wir sehen uns in der ökologischen Verantwortung<br />

Das Verantwortungsgefühl gegenüber unserer Gesellschaft und unserer Erde ist<br />

Das<br />

unsere<br />

Das Verantwortungsgefühl<br />

Verantwortungsgefühl<br />

Motivation, die Produktion<br />

gegenüber<br />

gegenüber<br />

und<br />

unserer<br />

unserer<br />

die Produkte<br />

Gesellschaft<br />

Gesellschaft<br />

von fm<br />

und<br />

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Büromöbel<br />

unserer<br />

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in<br />

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allen<br />

ist<br />

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Bereichen<br />

unsere Motivation,<br />

Motivation,<br />

auf dem höchsten<br />

die Produktion<br />

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ökologischen<br />

und die<br />

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Produkte<br />

Produkte<br />

zu<br />

von<br />

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fm Büromöbel<br />

fm Büromöbel<br />

Wir ruhen uns<br />

in<br />

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allen<br />

allen<br />

Bereichen<br />

auf<br />

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unseren<br />

auf<br />

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Zertifikaten<br />

dem höchsten<br />

dem höchsten<br />

aus<br />

ökologischen<br />

ökologischen<br />

- <strong>im</strong> Gegenteil:<br />

Standard<br />

Standard<br />

Immer<br />

zu<br />

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wieder<br />

wissen.<br />

wissen.<br />

aufs<br />

Wir<br />

Wir<br />

Neue<br />

ruhen<br />

ruhen<br />

suchen<br />

uns nicht<br />

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wir<br />

auf<br />

bei<br />

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den<br />

unseren<br />

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einzelnen<br />

Zertifikaten<br />

Zertifikaten<br />

Produktionsschritten,<br />

aus - <strong>im</strong> Gegenteil:<br />

aus - <strong>im</strong> Gegenteil:<br />

Materialien<br />

Immer wieder<br />

Immer wieder<br />

und Lieferanten<br />

aufs Neue<br />

aufs Neue<br />

nach<br />

suchen<br />

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ökologisch<br />

wir<br />

wir<br />

bei<br />

bei den<br />

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sinnvollen<br />

einzelnen<br />

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Lösungen<br />

Produktionsschritten,<br />

Produktionsschritten,<br />

und Alternativen.<br />

Materialien<br />

Materialien<br />

Für die Zukunft<br />

und Lieferanten<br />

und Lieferanten<br />

aller Generationen...<br />

nach ökologisch<br />

sinnvollen Lösungen und Alternativen. Für die Zukunft aller Generationen...<br />

nach ökologisch<br />

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Büromöbel<br />

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16


Foto: Marilena Friebe<br />

Frischer Wind <strong>im</strong> Regal<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handel<br />

Von Katja Hofmann.<br />

Der Handel bildet eine wichtige Säule für die<br />

Wirtschaft – auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Nachhaltiges<br />

Agieren ist hier in vielen Bereichen möglich. Ein<br />

Ansatz: Saisonalität und Regionalität. Beides wird <strong>im</strong><br />

OM großgeschrieben. Nicht selten findet man in Supermärkten<br />

eigene Regale für Spezialitäten aus der Region.<br />

Im Sommer Erdbeeren und Spargel, <strong>im</strong> Winter Grünkohl,<br />

und das ganze Jahr regionale Milch- und Fleischprodukte:<br />

Regionale Lebensmittel stehen <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong><br />

hoch <strong>im</strong> Kurs. Der Effekt ist positiv, denn kurze Transportketten<br />

bedeuten weniger Energie, weniger CO 2<br />

, mehr <strong>Nachhaltigkeit</strong>.<br />

Und das gilt nicht nur für die Lebensmittelbranche. Auch ein<br />

Unternehmen wie Remmers, der in Löningen ansässige Spezialist<br />

für die Herstellung bauchemischer Produkte, Holzfarben<br />

und -lacke sowie Industrielacke, führt längst ein Sort<strong>im</strong>ent, das<br />

sich an <strong>Nachhaltigkeit</strong>sprinzipien orientiert, die den gesamten<br />

Produktzyklus berücksichtigen.<br />

Große Handelsunternehmen haben in den vergangenen<br />

Jahren ihre Kundschaft befragt, wie für sie <strong>Nachhaltigkeit</strong> aussehen<br />

könnte. Meistgenannt wurden faire Arbeitsbedingungen<br />

und eine umweltbewusste Produktherstellung. Allerdings:<br />

Spätestens an der Kasse rückt das Thema noch <strong>im</strong>mer allzu<br />

häufig in den Hintergrund. Laut einer Umfrage des Güte-Siegel-<br />

Anbieters Trusted Shops bekennen sich zwar rund 60 Prozent<br />

der Deutschen zur <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Aber lediglich jeder Fünfte<br />

würde dafür auch mehr bezahlen – und das auch nur, wenn<br />

der Zuschlag max<strong>im</strong>al fünf Prozent beträgt.<br />

Kleine Schritte, große Ziele<br />

Manchmal sind es kleine Schritte, die den Weg zu großen<br />

Zielen einleiten. Beispiel Verpackungen. Kaum ein Produkt<br />

kommt ohne sie aus. Für Lebensmittel wie Salate, Saucen und<br />

Dressings sind Becher ein beliebter Behälter. Davon können<br />

beispielsweise die Beschäftigten bei Wernsing Feinkost in<br />

Essen (Oldenburg) ein Lied singen. Kartoffelsalat, Ketchup und<br />

Co. werden hier längst nicht mehr in die bekannten runden Becher<br />

gefüllt, sondern in eckige. Warum? Der Platz kann sowohl<br />

<strong>im</strong> Supermarktregal als auch be<strong>im</strong> Transport und der Lagerung<br />

viel besser genutzt werden, so dass Energie und CO 2<br />

gespart<br />

werden. Zusätzlich sind Wernsing-Verpackungen recyclebar.<br />

Das bedeutet: Nach dem Verzehr gehören die Becher in den<br />

Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.<br />

Klar ist aber auch: Die einzige, 100 Prozent nachhaltige<br />

Verpackung ist gar keine Verpackung. Diesem Gedanken folgt<br />

Heidrun Plümer. Seit Anfang 2020 zieht sie mit ihrem Unverpackt-Truck<br />

über die Wochenmärkte <strong>im</strong> Landkreis Diepholz<br />

sowie in Lohne und Damme. Zusätzlich betreibt die gelernte<br />

Landwirtin und Einzelhandelskauffrau einen stationären Laden<br />

in Diepholz und verkauft auch dort in erster Linie lose Ware, die<br />

man sich beispielsweise in mitgebrachte Dosen füllen lassen<br />

kann.<br />

17


WWW.HANDWERK.DE<br />

WWW.HANDWERK.DE<br />

WWW.HWK-OLDENBURG.DE<br />

WWW.HWK-OLDENBURG.DE<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

ist in unserer<br />

ist in unserer<br />

DNA verankert.<br />

DNA verankert.<br />

Handwerkerinnen und Handwerker schaffen Werte und fertigen langlebige<br />

Handwerkerinnen Produkte, installieren und kl<strong>im</strong>afreundliche Handwerker schaffen Technik, Werte sie reparieren, und fertigen engagieren langlebige<br />

Produkte, sich ehrenamtlich installieren für das kl<strong>im</strong>afreundliche Gemeinwohl und Technik, legen sie Wert reparieren, auf regionale engagieren Lieferketten.<br />

ehrenamtlich Sie bilden aus, für das geben Gemeinwohl also wertvolles und legen Wissen Wert an auf die regionale Fachkräfte Liefer-<br />

von<br />

sich<br />

ketten. morgen Sie weiter. bilden Handwerkerinnen aus, geben also und wertvolles Handwerker Wissen tun an seit die jeher Fachkräfte genau von das,<br />

morgen was das weiter. Trendthema Handwerkerinnen <strong>Nachhaltigkeit</strong> und ausmacht: Handwerker Sie tun gehen seit verantwortungsvoll<br />

jeher genau das,<br />

was mit Ressourcen das Trendthema um und <strong>Nachhaltigkeit</strong> denken langfristig ausmacht: über Sie Generationen gehen verantwortungsvoll<br />

hinweg.<br />

mit Ressourcen um und denken langfristig über Generationen hinweg.<br />

18<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>_KuW.indd 1 12.11.2021 10:04:14


Foto: ArGe Medien <strong>im</strong> ZVEH<br />

Ressourcen sparen,<br />

lange Wege vermeiden<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong> Handwerk<br />

Von Jessica Foppe.<br />

Wie kein anderer Wirtschaftsbereich steht das<br />

Handwerk für <strong>Nachhaltigkeit</strong>. Und das schon mit<br />

langer Tradition. Sanieren, reparieren oder restaurieren<br />

– das alles schont die Umwelt und ist in vielen<br />

Gewerken selbstverständlich. Aber auch innovative<br />

Technologien, etwa zur Umsetzung der Energiewende,<br />

wären ohne diese Branche undenkbar.<br />

Schuhe, Autos, Möbel, technische Geräte – alle<br />

Gebrauchsgüter gehen ab und an kaputt. Doch deshalb<br />

müssen sie noch lange nicht neu gekauft werden. Das<br />

reparierende Handwerk hilft aus und verhindert somit den<br />

unnötigen Verbrauch knapper Ressourcen. Doch auch das<br />

produzierende Handwerk arbeitet effizient: Materialreste<br />

werden etwa über Online-Börsen weiterverkauft und auch<br />

<strong>im</strong> Lebensmittelhandwerk sind Abfälle eine Seltenheit. Anders<br />

als in der Industrie, können hier kleine Fehler schnell<br />

und unkompliziert per Hand korrigiert werden, ohne, dass<br />

ganze Produktionseinheiten entsorgt werden müssen.<br />

Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist ebenfalls<br />

nichts Neues, etwa <strong>im</strong> Holz- oder Textilgewerbe. In anderen<br />

Bereichen wird mittlerweile vermehrt auf <strong>Nachhaltigkeit</strong> in<br />

der Materialauswahl gesetzt. Maler- und Lackierermeister<br />

Nils Meiners und sein Team aus Garrel verwenden beispielsweise<br />

ausschließlich umweltschonende Wandfarben für ihre<br />

Arbeiten. Die speziellen Naturfarben werden aus mineralischen<br />

oder nachwachsenden Quellen bezogen und tragen<br />

somit zur Ressourcenschonung bei.<br />

Regional vernetzt<br />

Eine starke regionale Vernetzung ist ein weiteres<br />

Merkmal vieler handwerklicher Betriebe. Rohstoffe kommen<br />

meist direkt aus der Region und auch die fertigen Produkte<br />

und Dienstleistungen werden zum großen Teil regional angeboten.<br />

Das spart unnötige Wege und Emissionen – natürlich<br />

auch <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>. Die Landbäckerei<br />

Diekhaus beispielsweise – mit Standorten <strong>im</strong> gesamten<br />

Landkreis Vechta wie auch der Stadt Cloppenburg – setzt<br />

auf „Qualität, Philosophie, Regionalität und auch Sympathie“,<br />

wenn es um die Auswahl ihrer Rohstoffe und Lieferpartner<br />

geht.<br />

Sparsamer Ressourceneinsatz, nachwachsende Rohstoffe,<br />

kurze Transportwege: Das Handwerk lebt <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

Tag für Tag. Doch damit nicht genug. Es ist außerdem<br />

entscheidender Motor bei der Umsetzung CO 2<br />

-neutraler<br />

Techniken. So sind die Kompetenzen des Kfz- und Elektrohandwerks<br />

unabdingbar für die Umsetzung der E-Mobilität.<br />

Und auch <strong>im</strong> Bereich der energetischen Sanierung und be<strong>im</strong><br />

Einsatz regenerativer Energien sind die umfassenden Fähigkeiten<br />

der Branche gefragt, etwa in Form von Beratung oder<br />

der fachgerechten Umsetzung vor Ort.<br />

Es zeigt sich also: So breit gefächert das Handwerk<br />

ist – vom Bäcker bis zum Mechatroniker – so vielschichtig<br />

sind auch dessen Beiträge zur Erreichung von <strong>Nachhaltigkeit</strong>szielen.<br />

19


Nachhaltige<br />

Verpackungslösungen<br />

made in Holdorf<br />

Als Hersteller von flexiblen Verpackungen für Konsumgüter entwickeln wir für<br />

unsere Kunden zukunftsfähige Lösungen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung<br />

der Kreislaufwirtschaft beitragen können.<br />

Dank leistungsfähiger Fotovoltaikanlagen nutzen wir selbsterzeugte regenerative<br />

Energie, um die CO 2<br />

-Emissionen unserer Produktion deutlich zu senken.<br />

Mit unserem langfristigen Engagement be<strong>im</strong> Verein Zukunft für Jugend in Holdorf<br />

e. V. unterstützen wir als Teil der Gesellschaft soziale Aktivitäten.<br />

Know-how & Performance<br />

für Ihre zukünftigen Anforderungen.<br />

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20


Foto: Christian Tombrägel<br />

Das Problem Langlebigkeit<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> in der Kunststoffindustrie<br />

Von Lena Hofmann.<br />

Kunststoff, umgangssprachlich oft Plastik<br />

genannt, stellt eine der großen Herausforderungen<br />

unserer Zeit dar. Im <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> sitzen<br />

führende Unternehmen der Branche, deren ganze<br />

Aufmerksamkeit einem umweltbewussten Umgang<br />

mit dem Material gilt.<br />

Kunststoff, Plastik, Plaste oder Technopolymere. Es<br />

gibt viele Bezeichnungen. Doch der Stoff selbst ist noch<br />

deutlich vielseitiger als seine Namen. Das macht ihn beliebt<br />

und praktisch, doch er birgt auch ein Risiko: seine Langlebigkeit.<br />

So braucht etwa ein herkömmlicher Strohhalm aus<br />

Plastik rund 200 Jahre, um sich zu zersetzen. Eine Plastiktrinkflasche<br />

benötigt gar 450 Jahre und eine Angelschnur bis<br />

zu 600 Jahre. Und Experten des Umweltbundesamtes gehen<br />

sogar davon aus, dass sich viele Kunststoffe aufgrund ihrer<br />

chemischen Eigenschaften nie vollständig auflösen können.<br />

Sie werden lediglich <strong>im</strong>mer kleiner.<br />

Das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> ist seit Jahrzehnten<br />

ein Zentrum der Kunststoffherstellung. Allein in Lohne, einer<br />

Stadt mit gut 26.000 Einwohnern, fertigen etwa zehn Firmen<br />

Jahr für Jahr Milliarden an Plastikprodukten: Verpackungen<br />

für Lebensmittel sowie für die Pharma- und Kosmetikbranche,<br />

technische Folien, Pflanztöpfe für den Gartenbau,<br />

Spezialteile für die Automobilindustrie und vieles mehr.<br />

Folien aus Folien<br />

Damit die Plastikmüllberge nicht weiterwachsen,<br />

setzen viele der Unternehmen auf Wiederverwertung <strong>im</strong><br />

Recycling-Kreislauf. Jeder alte Joghurtbecher, der nochmals<br />

verwendet werden kann, hilft das Problem zu lösen.<br />

Be<strong>im</strong> Traditionsunternehmen Pöppelmann in Lohne<br />

wurde eine Verpackung in einer „Recycling Blue“ genannten<br />

Farbe entwickelt, die bei der Abfallsortierung identifiziert<br />

und getrennt gesammelt werden kann. Damit lässt sich<br />

die Quote des in gelben Säcken gesammelten Plastikmülls,<br />

der tatsächlich wiederverwertet werden kann, signifikant<br />

erhöhen. Die alten Verpackungen werden zu Granulat verarbeitet,<br />

aus dem wieder neue Produkte wie beispielsweise<br />

Pflanztöpfe entstehen.<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> wird auch bei Nordfolien in Steinfeld<br />

großgeschrieben. Folienabfälle und aus dem Markt zurückgenommene<br />

Folienverpackungen lassen sich zu Regranulaten<br />

verarbeiten. Im betriebseigenen Heizkraftwerk wird<br />

durch die Eigenstromerzeugung und durch die Gewinnung<br />

thermischer Energie aus Abwärme die Belastung der Luft<br />

durch CO 2<br />

deutlich verringert.<br />

Die Vertreter der Kunststoffbranche <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> haben Herausforderungen nie gescheut.<br />

Deshalb darf man sich sicher sein, dass in den Forschungslaboren<br />

längst an neuen Lösungen für die Materialien der<br />

Zukunft geforscht wird.<br />

21


Geschlossener<br />

Materialkreislauf mit<br />

PÖPPELMANN blue∏.<br />

Gut fürs Kl<strong>im</strong>a: Sie entsorgen Ihren<br />

Verpackungsabfall in der Gelben<br />

Tonne und wir machen daraus<br />

hochwertige recyclingfähige<br />

Kunststoffprodukte. So schließen<br />

wir gemeinsam den Kreislauf.<br />

Serienreife Beispiele aus unseren<br />

vier Geschäftsbereichen:<br />

PÖPPELMANN TEKU ® :<br />

Pflanztöpfe für den Erwerbsgartenbau.<br />

PÖPPELMANN KAPSTO ® :<br />

Schutzkappen und -stopfen.<br />

PÖPPELMANN K-TECH ® :<br />

Technische Lösungen für die<br />

Automobilindustrie.<br />

PÖPPELMANN FAMAC ® :<br />

Non-Food-Verpackungen.<br />

Wir machen das. Besser.<br />

In gemeinsamer Verantwortung für<br />

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Lust auf PÖPPELMANN blue ®<br />

Produkte?<br />

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mitzugestalten?<br />

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22


Natürlich<br />

nachhaltig!<br />

Wir von Hawita sind täglich so nah an der Natur, dass uns<br />

Umwelt- und Kl<strong>im</strong>aschutz besonders ans Herz gewachsen<br />

sind. Deswegen bieten wir Ihnen schon <strong>im</strong>mer in allen<br />

Bereichen ökologisch wie ökonomisch besonders fortschrittliche<br />

Lösungen: Von ressourcen schonenden Erden<br />

über Pflanz töpfe aus PCR-Kunsstoff und nachhaltige<br />

Verpackungs folien bis hin zu unseren cleveren Mehrwegsystemen<br />

Palettino und Easypot. Und trotzdem arbeiten<br />

wir täglich daran, noch besser zu werden.<br />

www.hawita.de<br />

23


Raus aus der Komfortzone<br />

Seit 2016 ist Nick Lin-Hi Inhaber der Professur für Wirtschaft und Ethik an der<br />

Uni Vechta. Er gilt heute als Experte für nachhaltige Entwicklungen,<br />

unternehmerische Verantwortung, digitalen Wandel und disruptive Innovationen.<br />

Von Thorsten Lange.<br />

Herr Lin-Hi, bevor Sie nach Vechta kamen, haben<br />

Sie an der Universität Mannhe<strong>im</strong> die Juniorprofessur<br />

für Corporate Social Responsibility (CSR)<br />

aufgebaut. Welche Bedeutung hat das Thema<br />

heute?<br />

Nick Lin-Hi: Die Entwicklung ist rasend schnell<br />

vorangegangen. Zu Beginn des Jahrtausends wurde CSR<br />

vielfach als sozialromantische Vorstellung belächelt. Zwanzig<br />

Jahre später ist Verantwortungsübernahme Standard.<br />

Unternehmen beschäftigen sich heute mit Sozialstandards<br />

bei ihren Lieferanten, stellen CO 2<br />

-Bilanzen auf und integrieren<br />

ökologische Überlegungen in die Produktentwicklung.<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> ist das „neue Normal“ in der Wirtschaft. Und<br />

ganz wichtig: Richtig umgesetzt zahlt sich Verantwortungsübernahme<br />

langfristig aus, weil sich hierdurch das Arbeitgeber<strong>im</strong>age<br />

oder die Mitarbeitermotivation verbessert.<br />

Ging diese Entwicklung schmerzfrei vor sich?<br />

Nick Lin-Hi: Nicht <strong>im</strong>mer. Manche Unternehmen<br />

haben sich mit Händen und Füßen gegen CSR gewehrt.<br />

Zudem war lange Zeit die Vorstellung verbreitet, es ginge<br />

bei CSR um Sozial- und Spendenprojekte – am besten mit<br />

schönen Fotos von der Scheckübergabe. Es hat schon<br />

etwas gedauert, bis sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass<br />

es bei Verantwortungsübernahme nicht um gute Taten<br />

geht, sondern darum, dass das Kerngeschäft sauber bleibt.<br />

Verantwortliches Handeln bedeutet erst einmal, dass Gewinne<br />

fair und damit ohne Preisabsprachen, Abgasmanipulationen<br />

oder Menschenrechtsverletzungen erzielt werden.<br />

Was hat sich für Sie mit dem Wechsel an die vergleichsweise<br />

kleine Universität in Vechta geändert?<br />

Nick Lin-Hi: Die Aufgaben als solches in Forschung,<br />

Lehre und Praxis sind eigentlich gleichgeblieben. Klar, bei<br />

den organisatorischen Abläufen ist einiges anders, aber<br />

das ist nichts, was einen Unterschied macht. Die wirkliche<br />

Veränderung spielt auf der thematischen Ebene: Standortbedingt<br />

beschäftige ich mich mit <strong>Nachhaltigkeit</strong> in der<br />

Agrar- und Ernährungsbranche. Das Thema hat mich mittlerweile<br />

richtig gefesselt und zählt heute zu meinen großen<br />

Forschungsschwerpunkten.<br />

Nick Lin-Hi, Inhaber der Professur für Wirtschaft und<br />

Ethik an der Uni Vechta. Foto: privat<br />

Wie nehmen Sie die Agrar- und Ernährungsbranche<br />

<strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> wahr?<br />

Nick Lin-Hi: Man hat in der Vergangenheit vieles<br />

richtig gemacht und war entsprechend erfolgreich. Allerdings<br />

dreht sich die Zeit weiter und die Region steht vor einer<br />

riesigen Transformationsherausforderung. Nur ein Beispiel:<br />

Rund ein Drittel der menschengemachten Kl<strong>im</strong>aemissionen<br />

kommt aus dem Ernährungssektor, davon die Hälfte aus der<br />

Fleischindustrie. Berücksichtigt man das prognostizierte Bevölkerungswachstum<br />

und die weiter steigende Fleischnachfrage,<br />

dann wird klar: So kann es nicht weitergehen. Ohne<br />

radikale Veränderungen in der Landwirtschaft wird es nahezu<br />

unmöglich sein, globale <strong>Nachhaltigkeit</strong>sziele zu erreichen.<br />

24


Transformationsherausforderung für Unternehmen <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>.<br />

Das dürften viele Unternehmen der Branche aber<br />

nicht gern hören …<br />

Nick Lin-Hi: Die Wahrheit ist nicht <strong>im</strong>mer angenehm.<br />

Natürlich kann man einfach die Augen schließen<br />

und hoffen, dass alles so bleibt, wie es ist. Nur darf man<br />

sich dann nicht beschweren, wenn der Zug irgendwann abgefahren<br />

ist. Meine Empfehlung ist ganz klar: raus aus der<br />

Komfortzone und schauen, wie man die eigenen Stärken in<br />

neue Geschäftsmodelle überführen kann.<br />

Wie wird das <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> Ihrer<br />

Meinung nach in 20 Jahren aussehen?<br />

Nick Lin-Hi: Definitiv komplett anders als heute. Ich<br />

bin davon überzeugt, dass die Zukunft der sogenannten<br />

zellulären Landwirtschaft gehört. Dahinter verbirgt sich<br />

das Programm, tierische Produkte wie Fleisch und Milch<br />

<strong>im</strong> Labor zu erzeugen – ohne den riesigen ökologischen<br />

Fußabdruck der industriellen Nutztierhaltung. Die hiesige<br />

Wirtschaft steht damit am Scheideweg: Wird sie Teil der<br />

zellulären Landwirtschaft oder setzt sie weiterhin auf die<br />

klassische Nahrungsmittelproduktion? Im letzteren Fall<br />

muss man damit rechnen, dass viele der heutigen Unternehmen<br />

in 20 Jahren nicht mehr existieren werden. Und<br />

auch das Wohlstandsniveau dürfte dann deutlich gesunken<br />

sein. Ich bin aber opt<strong>im</strong>istisch, dass die Region es mit ihrem<br />

ausgeprägten Unternehmergeist schafft, die neuen Technologien<br />

für sich zu erschließen.<br />

Was treibt Sie an?<br />

Nick Lin-Hi: Ich liebe meine Arbeit, wozu auch klar<br />

meine Themen beitragen. Ich bin sehr dankbar, dass ich die<br />

Möglichkeit habe, auch mal polternd auftreten zu können,<br />

um den ein oder anderen aufzuwecken. Und wir müssen<br />

aufwachen, wenn wir als Gesellschaft eine Zukunft haben<br />

wollen. An dieser Stelle sehe ich mich als Vater von zwei<br />

Töchtern selbst in der Verantwortung. Ich will ihnen später<br />

sagen können, dass ich etwas getan habe, um ihrer und<br />

den folgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen.<br />

Dafür bin ich auch mal unbequem und nehme es in<br />

Kauf, dass ich nicht überall beliebt bin.<br />

Dafür braucht es ein dickes Fell …<br />

Nick Lin-Hi: … und auch eine große Frustrationstoleranz.<br />

Aber wie heißt es so schön: Um Drachen steigen<br />

zu lassen, muss man gegen den Wind laufen.<br />

25


DEIN WEG<br />

ZUM ERFOLG!<br />

Eine begeisterte Gemeinschaft und<br />

persönliche Betreuung: das zeichnet<br />

Lass die Private uns Hochschule dein Wegweiser für Wirtschaft sein:<br />

Finde und Technik, bei uns kurz PHWT, den Studiengang,<br />

aus. Neben<br />

der den hervorragenden zur dir passt. Chancen <strong>im</strong><br />

Berufsleben mit einem praxisnahen<br />

Studienabschluss ist die Atmosphäre<br />

der privaten Hochschule nicht zu<br />

unterschätzen. Verbundenheit durch<br />

das Lernen in kleinen Gruppen macht<br />

das Studium, ob dual oder klassisch, zu<br />

einer prägenden Zeit <strong>im</strong> Leben.<br />

Das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> spielt bei der<br />

PHWT eine große Rolle. So gab es zum<br />

Beispiel eine Online-Studie mit einem<br />

Forschungsteam bestehend aus sieben<br />

Studierenden unter der Leitung von<br />

Prof. Dr. Norbert Meiners zum Thema<br />

„Transformationsprozesse und <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

<strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>“.<br />

Die Ergebnisse wurden in mehreren<br />

Wochen gesammelt und ausgewertet.<br />

Bemerkenswert war dabei die hohe<br />

Beteiligung an der Umfrage seitens der<br />

Unternehmen. 112 nahmen teil und<br />

beantworteten 20 Fragen wie beispielsweise:<br />

„Wie ökonomisch nachhaltig und<br />

zukunftsfähig sind die Unternehmen des<br />

<strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong>es?“ Oder:<br />

„In welchen Transformationsprozessen<br />

befinden sich die Schlüsselbranchen<br />

und durch welche Strategien werden<br />

diese bewältigt?“<br />

Schlüsselerkenntnisse waren, dass vor<br />

allem in den Bereichen IT und Marketing<br />

ein hoher Transformationsbedarf gefragt<br />

ist und generell eine deutliche Hinwendung<br />

zum Thema Ressourcenschonung<br />

vorhanden ist.<br />

In einem anderen Projekt der PHWT<br />

unter der Leitung von Prof. Dr. Maik<br />

Büssing entwickelten Studierende eine<br />

S<strong>im</strong>ulation für eine Einrichtung in Form<br />

einer Blasenbarriere für Flüsse, um<br />

dort Kunststoffmüll aufzufangen. Die<br />

aus dem Versuchsstand gewonnenen<br />

Daten flossen in eine eigenständig<br />

programmierte S<strong>im</strong>ulation ein, um so<br />

Informiere dich einfach<br />

nicht nur unterschiedliche Flussbreiten<br />

auf www.phwt.de<br />

oder -tiefen zu s<strong>im</strong>ulieren, sondern auch<br />

technische und betriebswirtschaftliche<br />

Parameter zu erarbeiten.<br />

Auch in dem Bereich der Weiterbildung<br />

plant die PHWT Inhalte zu den Themen<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> und Kl<strong>im</strong>aschutz. Die<br />

Module sind in der Vorbereitung und<br />

können in naher Zukunft berufsbegleitend<br />

absolviert werden. Weitere Infos<br />

gibt es auf www.phwt.de<br />

DEIN WEG<br />

ZUM ERFOLG!<br />

Lass uns dein Wegweiser sein:<br />

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der zur dir passt.<br />

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26


Nachhaltig erfolgreich.<br />

Für Dich und für die GS.<br />

Das genossenschaftliche Geschäftsmodell<br />

basiert auf gesellschaftlich,<br />

ökologisch und ökonomisch nachhaltigen<br />

Max<strong>im</strong>en – so auch bei uns.<br />

Die kommenden Herausforderungen<br />

der Agrarbranche bestehen wir nur,<br />

wenn wir die Interessen aller drei<br />

möglichst effektiv miteinander<br />

verbinden und <strong>im</strong>mer auf der Suche<br />

nach neuen Wegen sind. Die ersten<br />

Schritte in eine nachhaltigere Zukunft<br />

haben wir mit GS AckerPLUS, umweltfreundlichen<br />

Futterkonzepten,<br />

digitalen Lösungen (wie z.B. Acker24<br />

oder akoro) sowie alternativen<br />

Energieträgern (bspw. LNG und<br />

Wasserstoff) gemacht.<br />

Gehen wir die nächsten Schritte gemeinsam.<br />

gs-genossenschaft.de<br />

27


Erste Schritte auf<br />

einem langen Weg<br />

Das große Ziel: nachhaltige Kommune werden.<br />

Von Claus Spitzer-Ewersmann.<br />

Auch die Kommunen sind gefordert, sich der<br />

Herausforderung Kl<strong>im</strong>awandel zu stellen. Im <strong>Oldenburger</strong><br />

<strong>Münsterland</strong> gibt es bereits die ersten, die<br />

das Thema gezielt angehen und sich als „nachhaltige<br />

Kommune“ positionieren wollen.<br />

Damme und Holdorf, Dinklage und Cloppenburg<br />

– das Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong> ist in den Städten und<br />

Gemeinden <strong>im</strong> <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> auf der Tagesordnung.<br />

Wir müssen etwas tun, darin sind sich Politik und<br />

Verwaltung einig. Mancherorts wird über die Einstellung<br />

eines <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagers bzw. einer <strong>Nachhaltigkeit</strong>smanagerin<br />

nachgedacht.<br />

Wichtigster Partner auf dem Weg zur „nachhaltigen<br />

Kommune“ ist die Kommunale Umwelt-AktioN UAN. Sie hat<br />

es sich als erster und bislang einziger kommunaler Umweltverband<br />

in Deutschland zum Ziel gesetzt, Kommunen,<br />

kommunalen Verbänden und kommunalen Unternehmen<br />

bei der Lösung örtlicher Umwelt- und <strong>Nachhaltigkeit</strong>saufgaben<br />

zu helfen. Die UAN ist ein Verein in Trägerschaft<br />

des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und<br />

parteipolitisch ungebunden. Sie n<strong>im</strong>mt sich ausschließlich<br />

der Umwelt- und <strong>Nachhaltigkeit</strong>sfragen an, die auf kommunaler<br />

Ebene zu lösen oder zumindest beeinflussbar sind.<br />

Die Initiative orientiert sich an den 17 <strong>Nachhaltigkeit</strong>szielen<br />

der Agenda 2030, die Gesichtspunkte wie Kl<strong>im</strong>aschutz,<br />

Armutsbekämpfung und Infrastruktur umfassen.<br />

Bislang haben 15 niedersächsische Kommunen<br />

– darunter Cloppenburg und Damme – damit begonnen,<br />

ihre eigene <strong>Nachhaltigkeit</strong>sstrategie zu entwickeln<br />

und umzusetzen. Was aber zeichnet eine „nachhaltige<br />

Kommune“ überhaupt aus? „Dass die verantwortlichen<br />

Akteure ihre Entscheidungen für das Gemeinwesen generationengerecht,<br />

ganzheitlich und global ausrichten und<br />

dabei möglichst partizipativ vorgehen“, heißt es in einem<br />

Arbeitspapier der Bertelsmann Stiftung. Wichtig dabei:<br />

Be<strong>im</strong> nachhaltigen Handeln sind nicht nur die Planer in<br />

der Stadtverwaltung, sondern alle Bürgerinnen und Bürger<br />

gefragt.<br />

Obligatorischer erster Schritt ist eine Auftaktveranstaltung,<br />

die 2021 aufgrund der Corona-Pandemie per<br />

Zoom stattfinden musste. Darin können Bürgerinnen und<br />

Bürger ihre Ideen einbringen. Im Idealfall entstehen aus<br />

diesen Runden lokale Arbeitsgruppen. In Damme fand die<br />

Veranstaltung bereits <strong>im</strong> Juni mit 35 Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmern statt. Der Austausch war rege, viele Themen<br />

kamen zur Sprache. „Ein guter Beginn“, sagt Kerstin Biestmann,<br />

Leiterin des städtischen Planungsamtes. Schließlich<br />

gebe es bereits einige Projekte in Damme, die dem Thema<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> dienen. Das „Repair Café“ in der Scheune<br />

Leiber und der Windpark Borringhauser Moor sind nur<br />

zwei davon.<br />

Das virtuelle Treffen blieb nicht ohne Folgen. Es<br />

fanden sich erste Interessierte zusammen, um die Arbeitsgruppe<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong> ins Leben zu rufen. Bei einem<br />

28


Cloppenburg Derby Teststrecke. © Stadt Cloppenburg. Foto: Roman Mensing (romanmensing.de)<br />

Workshop legten sie fest, sich auf fünf Arbeitsbereiche zu<br />

konzentrieren: Kl<strong>im</strong>a und Energie, Natürliche Ressourcen<br />

und Umwelt, Digitale Infrastruktur, Bildung sowie Mobilität.<br />

Als nächstes steht eine detaillierte Bestandsaufnahme aller<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>sinitiativen und -projekte in der Stadt auf<br />

dem Programm. Weitere Strategieworkshops für die Entwicklung<br />

von Schwerpunkten, Zielen und Maßnahmen, auf<br />

deren Grundlage das auf zwei Jahre befristete kommunale<br />

UAN-<strong>Nachhaltigkeit</strong>slabel erworben werden kann, werden<br />

folgen.<br />

Viel Aufwand – aber einer der sich lohnen dürfte,<br />

wie Dammes ehemaliger Bürgermeister Gerd Muhle feststellte:<br />

„Das Projekt ist eine Riesenchance für Damme,<br />

sich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Bemerkenswert ist<br />

die große Diversität der Teilnehmenden. Aus sämtlichen<br />

Bereichen wie Wirtschaft und Umwelt sind Interessierte<br />

dabei – Menschen aller Altersgruppen. Dadurch können<br />

die unterschiedlichsten Perspektiven eingebracht werden.<br />

Cloppenburg hat mit seiner Auftaktveranstaltung<br />

<strong>im</strong> Oktober 2021 ebenfalls den Weg zur „nachhaltigen<br />

Kommune“ angetreten. Die Kreisstadt kann bereits eine<br />

Reihe von Projekten aufweisen, in denen bürgerschaftliches<br />

Engagement sichtbar wird. Ein Beispiel ist etwa<br />

die Initiative „Dein Grüner Daumen für Cloppenburg“, die<br />

möglichst viele ungenutzte und brachliegende öffentliche<br />

und private Flächen der Stadt begrünen will. So sollen<br />

Lebensräume für Insekten geschaffen werden. Zudem hat<br />

sich die Stadt als „Fairtrade-Town“ beworben. Im Rahmen<br />

der Kampagne geht es in erster Linie darum, dass die Stadt<br />

in ihrem Beschaffungswesen in fair gehandelte und nachhaltig<br />

hergestellte Produkte investiert.<br />

Dinklage hat seit Herbst 2021 mit André Wölk einen<br />

neuen Kl<strong>im</strong>aschutzbeauftragten. Seinen Aufgabenbereich<br />

definiert das bereits 2014 vom Rat der Stadt verabschiedete<br />

Integrierte Kl<strong>im</strong>aschutzkonzept. Das übergeordnete<br />

Ziel seiner Arbeit sieht Wölk in der Reduktion des Kohlenstoffdioxidausstoßes.<br />

„Da Treibhausgasemissionen jeden<br />

Lebensbereich betreffen, sind sie auch bei sämtlichen<br />

unserer täglichen Handlungen relevant“, unterstreicht er.<br />

Als Kl<strong>im</strong>aschutzmanager will Wölk vor allem die Rolle des<br />

Vermittlers und Vernetzers annehmen und versuchen, auf<br />

kl<strong>im</strong>aschutzrelevante Themen aufmerksam zu machen,<br />

Veränderungen anzustoßen, zu informieren und Zusammenhänge<br />

deutlich machen. Auch in Dinklage baut man<br />

dabei auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger,<br />

die Entwicklung ihrer Kommune nachhaltig mitgestalten zu<br />

wollen.<br />

29


30


ACHTEN,<br />

WORAUF ES<br />

ANKOMMT<br />

Langlebige Produkte, innovative Technik und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen –<br />

der Vogelsang-Dreiklang für ein besseres Morgen.<br />

Als Maschinenbauunternehmen kann und wird Vogelsang nicht behaupten, umweltfreundliche<br />

Produkte herzustellen. Das Augenmerk des Unternehmens liegt daher auf Fertigungs- und<br />

Material-Qualität sowie dem gewissenhaften Umgang mit Rohstoffen. Vogelsang-Maschinen<br />

sind gebaut, um ein Leben lang zu funktionieren. In der Fertigung kommen moderne, energieeffiziente<br />

Maschinen zum Einsatz, eigene PV-Anlagen sorgen für die notwendige Energie.<br />

Zudem ist die Gebäude-Infrastruktur auf Emissionsreduktion ausgelegt. Denn wie für die<br />

Produkte selbst gilt auch in Sachen Umweltschutz der Grundsatz: „Leading in Technology“.<br />

• Eigene Stromerzeugung – bis zu 30.000 kWh pro Monat speisen Vogelsang-PV-Anlagen<br />

ins Netz ein.<br />

• Innovative Gebäudetechnik – u. a. eine hocheffiziente zentrale Drucklufterzeugung sowie<br />

eine zentrale Heizungsanlage für die Produktionsflächen in Sandloh helfen Energie zu sparen.<br />

• Recycling – 300 – 400 Tonnen Stahl und Aluminium pro Jahr werden wiederaufbereitet.<br />

Deutschlands<br />

Innovationsführer<br />

Vogelsang Gmbh & Co. KG<br />

170. 0.000 untersuchte<br />

Unternehmen<br />

06 | 2021<br />

www.faz.net/Innovationsfuehrer<br />

VOGELSANG – LEADING IN TECHNOLOGY<br />

vogelsang.info<br />

31


Wussten Sie<br />

Fünf Fakten zum Thema <strong>Nachhaltigkeit</strong><br />

Von Lisa Knoll.<br />

Man lernt nie aus<br />

Um Handwerkerinnen und Handwerker in Sachen <strong>Nachhaltigkeit</strong> <strong>im</strong>mer auf dem<br />

neuesten Stand zu halten, werden die Ausbildungsinhalte regelmäßig auf Aktualität geprüft.<br />

Außerdem bietet das Handwerk mehr als 320 Weiterbildungsangebote zu Energieeffizienz<br />

und erneuerbaren Energien.<br />

Drahtesel statt Auto<br />

Kurzstrecken mit dem Auto zu fahren, ist viel kl<strong>im</strong>aschädlicher als die meisten vermuten<br />

würden: Bis zu ein Kilogramm CO 2<br />

verbraucht ein kalter Motor pro Kilometer. Da st<strong>im</strong>mt<br />

es opt<strong>im</strong>istisch, dass der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Vechta <strong>im</strong> bundesweit<br />

durchgeführten Fahrradkl<strong>im</strong>atest 2020 unter den Top Ten einstufte. Nur sieben weitere<br />

Städte bis 50.000 Einwohner waren noch fahrradfreundlicher. In der Gesamtbewertung<br />

legte die Stadt damit <strong>im</strong> Vergleich zu 2018 (Platz 23) deutlich zu.<br />

Aus Alt mach Neu<br />

Wenn Kleidungsstücke, Elektrogeräte oder Fahrräder kaputtgehen, landen sie<br />

schnell auf dem Müll. Dabei ist eine Reparatur oft nachhaltiger. Wem Know-how, Werkzeug<br />

oder Fingerfertigkeit fehlt, der kann eines der vielen Repaircafés in der Region besuchen.<br />

Hier helfen geschickte Ehrenamtliche, alte Toaster und Plattenspieler wieder fit zu machen.<br />

Im <strong>Oldenburger</strong> <strong>Münsterland</strong> gibt es entsprechende Initiativen zum Beispiel in der Jugendwerkstatt<br />

Löningen und der Scheune Leiber in Damme.<br />

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schon...<br />

Einkaufen ohne Plastikmüll<br />

Oft sind Lebensmittel mehrfach in Plastik verpackt und machen den Einkauf schnell<br />

zum Müllverursacher Nummer eins <strong>im</strong> Haushalt. Heidrun Plümer zeigt Käuferinnen und<br />

Käufern mit ihrem Unverpackt-Konzept ProPure eine echte Alternative auf: Ihr mobiler<br />

Verkaufsstand tourt über die Wochenmärkte in der Region und bietet Nudeln und Reis,<br />

Mehl, Öle, Pflegeprodukte und Gewürze zum Abfüllen in mitgebrachte Behältnisse. Unnötiger<br />

Verpackungsmüll adé! Jede zweite Woche steht der ProPure-Truck auf den Märkten<br />

in Damme und Lohne.<br />

Mehr Innovation = weniger CO 2<br />

Der deutschen Landwirtschaft ist es in den letzten zwanzig Jahren gelungen, die<br />

Produktivität <strong>im</strong> Ackerbau durch zahlreiche Innovationen erheblich zu steigern. Mehr Ertrag<br />

auf weniger Fläche – und das ganz ohne eine intensivierte Bewirtschaftung. Konkret<br />

bedeutet das Einsparungen von bis zu 20 Prozent CO 2<br />

. Allein 22 Millionen Tonnen CO 2<br />

können auf diesem Wege bis 2030 in der Geflügelmast eingespart werden. Vergleichbare<br />

Ergebnisse lassen sich weltweit nur in wenigen Ländern finden. Das bedeutet aber auch:<br />

Wenn eine Ackerfläche in Drittländern mit konventioneller Landwirtschaft um nur einen<br />

Hektar vergrößert wird, ist die Emission von Treibhausgasen 35-mal höher, als wenn dieselbe<br />

Fläche in Deutschland genutzt würde.<br />

33


HEIDEMARK steht<br />

für eine tiergerechte<br />

und nachhaltige<br />

Fleischerzeugung!<br />

Dr. Hanna Strüve<br />

<strong>Nachhaltigkeit</strong>sbeauftragte<br />

Viel<br />

Mehr<br />

Wir<br />

falt<br />

wert<br />

-Gefühl<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

34<br />

Die ganze Welt<br />

der Pute unter


Pioniere<br />

der Sauberkeit.<br />

LR-Facility-Services.de<br />

35


Warum Unternehmen jetzt<br />

investieren sollten?<br />

Weil es sich<br />

lohnt, einen Schritt<br />

voraus zu sein<br />

Investitionen in digitale Prozesse, nachhaltige<br />

Technologien und globale Märkte<br />

sind die Wettbewerbs vorteile der Zukunft.<br />

Also lassen Sie uns Ihr Unternehmen<br />

gemeinsam nach vorn bringen! Mehr<br />

Infos auf www.lzo.com/investieren.<br />

Jetzt beraten lassen!<br />

Unsere Nähe bringt Sie weiter.<br />

36

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