möbel kultur 12/21
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<strong>12</strong> I 202<br />
MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS<br />
Topkonjunktur und<br />
Mangelwirtschaft<br />
AMK-Fazit: So stellt sich die aktuelle<br />
Lage der Küchen<strong>möbel</strong>industrie dar<br />
Foto: Fiskars<br />
Media-<br />
Check<br />
Wie sich Händler auf<br />
Facebook, Instagram<br />
& Co. positionieren<br />
ZWEI SPECIALS:<br />
E-COMMERCE<br />
& SCHLAFEN<br />
BVDM: Künftig noch vernetzter<br />
Brüssel: „Hellauf begeistert“<br />
EMV: Sicher ist nur der Wandel<br />
Orderchamp: Kuratierte B2B-Plattform<br />
Connox: Hat zuletzt kräftig investiert<br />
Matratzen-Industrie: Hofft auf Erholung
PERSÖNLICHMARKUS MEYER<br />
Am 26. Oktober wurde Markus<br />
Meyer (r.) einstimmig zum neuen<br />
Präsidenten des Handelsverbands<br />
Möbel und Küchen (BVDM) gewählt.<br />
Zeitgleich wurde das Präsidium nun<br />
wieder auf die größtmögliche Zahl<br />
von sechs Mitgliedern erhöht. Neben<br />
Markus Meyer sind das Oliver Höner<br />
(Musterring), Kirk Mangels (MHK),<br />
Siegfried Brandl (Brandl Einrichtung),<br />
Marc Fahrig (Schaffrath) und Dirk Tesch<br />
(Möbelhof Adersheim).<br />
1Herr Meyer, als Nachfolger von Hans<br />
Strothoff sind Sie als neuer Präsident des<br />
Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM)<br />
gewählt worden. Wann sind Sie zum ersten<br />
Mal in Ihrem Berufsleben mit Möbeln in<br />
Berührung gekommen?<br />
Markus Meyer: Ich wurde tatsächlich<br />
in die Möbelbranche hineingeboren.<br />
Mein Vater war Filialleiter und später<br />
Geschäftsführer eines Filialisten. Ich<br />
habe schon als Kind im Möbelhaus<br />
gespielt. Als mein Vater sich dann<br />
selbstständig gemacht hat, habe ich<br />
damals schon als <strong>12</strong>-jähriger Junge<br />
mit dem Freund meiner Schwester<br />
die ersten Möbel ausgeliefert. Nach<br />
Abitur und Wehrdienst folgte dann<br />
eine kaufmännische Ausbildung im<br />
Familien unternehmen. Und während<br />
meines anschließenden Studiums<br />
habe ich immer dort gearbeitet,<br />
um mir etwas hinzuzuverdienen.<br />
2Was fasziniert Sie daran bis heute?<br />
Markus Meyer: Die Möbelbranche<br />
ist eine der schönsten, vielfältigsten<br />
und kreativsten Branchen überhaupt.<br />
Wir haben mit guten und innovativen<br />
Produkten zu tun, welche beim<br />
Endkunden eine hohe Priorität<br />
haben. Es gibt ständig neue Herausforderungen,<br />
was die Arbeit auch<br />
so abwechslungsreich macht. Und<br />
dann sind da sehr viele Menschen<br />
und Persönlichkeiten in der Branche,<br />
zu denen ich heute sehr partnerschaftliche<br />
und freundschaftliche<br />
Beziehungen unterhalte.<br />
3Wie stark wird künftig der Austausch mit<br />
den anderen Präsidiumsmitgliedern sein?<br />
Markus Meyer: Nach dem Tod von<br />
Hans Strothoff bestand unser Präsidium<br />
nur noch aus drei Personen.<br />
Wir waren in den Monaten danach<br />
in ständigem Austausch, auch mit<br />
der Geschäftsführung. Leider konnten<br />
wir uns nicht so oft persönlich<br />
treffen, haben aber regelmäßig über<br />
Mail, Telefon oder Zoom in Verbindung<br />
gestanden und uns abgestimmt.<br />
Bei der jetzt turnusmäßigen Neuwahl<br />
haben wir das Präsidium bewusst<br />
wieder auf die maximale Zahl von<br />
sechs Mitgliedern erweitert. Ich bin<br />
sehr froh, dass wir ein so kompetentes<br />
und kollegiales Team zusammenstellen<br />
konnten.<br />
4Wie wollen Sie den Handel künftig noch<br />
besser erreichen?<br />
Markus Meyer: Wir möchten in der<br />
Zukunft noch enger und vernetzter<br />
zusammenarbeiten. Im neuen<br />
Präsidium sitzen Vertreter von fünf<br />
18 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
verschiedenen Verbänden. Wir bieten<br />
den Einkaufsgruppierungen<br />
eine aktive Zusammenarbeit an.<br />
Dafür können wir auch neue Wege<br />
beschreiten. Gerade in den letzten<br />
18 Monaten haben wir doch gesehen,<br />
wie wichtig es ist, sich politisches<br />
Gehör zu verschaffen. Damit wir entsprechend<br />
wahrgenommen werden,<br />
ist es unerlässlich mit einer Stimme<br />
zu sprechen. Besser wäre natürlich<br />
mit einer Stimme für die Branche.<br />
Derzeit ist Corona das beherrschende<br />
Thema, aber wir werden uns<br />
noch intensiver dem Fachkräftemangel,<br />
dem Lieferkettengesetz, der Digitalisierung<br />
und dem veränderten Käuferverhalten<br />
widmen müssen. Hier<br />
wäre es für den Handel von Vorteil,<br />
wenn wir eine aktive Zusammenarbeit<br />
der Einkaufsverbände mit BVDM-Vertretern<br />
ins Leben rufen könnten.<br />
Weiterhin arbeiten wir daran,<br />
dem Möbelhandel das BVDM-<br />
Taschenbuch in digitaler Form zur<br />
Verfügung zu stellen. Deshalb werden<br />
wir ein Format erarbeiten, mit dem<br />
wir dem Handel wichtige Informationen<br />
tagesaktuell anbieten können.<br />
5Sie sprachen bereits die Digitalisierung<br />
als eine große Herausforderung an. Wie<br />
wollen Sie diese fördern?<br />
Markus Meyer: Corona war und ist für<br />
viele Themen ein enormer Beschleuniger.<br />
Die Vertreter des BVDM sind<br />
bereits in viele Themen eingebunden<br />
wie zum Beispiel im „Möbel<br />
digit@l“-Projekt, welches die Unterstützung<br />
zur Entwicklung individueller<br />
Digitalisierungsstrategien von<br />
Unternehmen der Möbelbranche<br />
zum Gegenstand hat.<br />
Neben diesen rein technischen<br />
und strategischen Aspekten benötigt<br />
der Handel für den E-Commerce<br />
Fachkräfte mit speziellen Kenntnissen<br />
und Qualifikationen. Hier<br />
werden wir an der MöFa neue Studiengänge<br />
und Abschlüsse wie den/<br />
die E-Commerce-Kaufmann/-frau<br />
anbieten. Weiterhin möchten wir<br />
die Möglichkeit geben, sich an einem<br />
Ort mit den benötigten Dienstleistern<br />
für die Zukunftsthemen Digitalisierung,<br />
E-Commerce aber auch<br />
Nachhaltigkeit zusammenzufinden.<br />
6In welchen Bereichen ist der Fachkräftemangel<br />
besonders gravierend?<br />
Markus Meyer: Das Fehlen von Fachkräften<br />
spüren wir überall. Das<br />
beginnt bereits mit dem Mangel<br />
an geeigneten Auszubildenden.<br />
Der Beruf der Kauffrau/Kaufmann<br />
im Einzelhandel ist für viele junge<br />
Menschen nicht besonders attraktiv.<br />
Hier müssen wir die Karrierechancen<br />
und das spannende Berufsfeld<br />
viel besser kommunizieren. Der<br />
Möbelhandel sucht händeringend<br />
gute Verkäufer, insbesondere für<br />
Küchen. Leider werden meist fertige<br />
Mitarbeiter gesucht, dabei bietet die<br />
Möbelfachschule sehr interessante<br />
Weiterbildungsmöglichkeiten und<br />
duale Studiengänge, auch mit dem<br />
Schwerpunkt Küche. Viele offene<br />
Stellen im Bereich E-Commerce und<br />
Digitalisierung können zur Zeit nicht<br />
adäquat besetzt werden. Und das<br />
letzte Glied in der Kette, die Logistik,<br />
stöhnt schon seit Jahren. Hier fehlen<br />
wahrscheinlich tausende Kräfte.<br />
7Was versprechen Sie sich von dem Schulterschluss<br />
des BVDM mit der MöFa und<br />
dem VDM?<br />
Markus Meyer: Die Pandemie hat<br />
uns allen gezeigt, wie fragil unsere<br />
Geschäftsmodelle sein können. Als<br />
der Handel für längere Zeit die<br />
Geschäfte schließen musste, bekam<br />
das die Industrie schmerzhaft zu<br />
spüren und musste, zeitversetzt,<br />
ebenfalls die Produktionen herunterfahren<br />
oder stoppen. Jetzt bekommt<br />
der Handel die Probleme der Industrie<br />
zu spüren. Täglich flattern neue<br />
Teuerungszuschläge ins Haus.<br />
In der Phase des Lockdowns<br />
haben wir permanent auf die politischen<br />
Entscheidungsträger eingewirkt<br />
und sie für die Belange des<br />
Möbelhandels sensibilisiert. Was lag<br />
also näher, als die Kräfte zu bündeln<br />
und gemeinsam als eine Branche zu<br />
sprechen und tätig zu werden?<br />
Es war deshalb ein Glücksfall,<br />
dass der Präsident des VDM, Elmar<br />
BVDM-Präsidium neu aufgestellt<br />
„Künftig noch enger<br />
und vernetzter“<br />
Nach dem Tod von Hans Strothoff vor mehr als einem Jahr wurde Ende Oktober<br />
mit Markus Meyer der neue BVDM-Präsident gewählt. Im Interview mit der<br />
„<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ erläutert der Branchenkenner, der auch Geschäftsführer von<br />
City-Polster in Kaiserslautern ist, was der Handelsverband in Zukunft vorhat.<br />
Duffner, und der Geschäftsführer,<br />
Jan Kurth, sehr partnerschaftlich<br />
diese Themen mit uns angegangen<br />
sind. Bei einem persönlichen Treffen<br />
haben wir weitere Knackpunkte<br />
herausgearbeitet, welche für die<br />
ganze Branche eine hohe Relevanz<br />
haben. Und als eines der drängenden<br />
Themen haben wir natürlich den<br />
Fachkräftemangel identifiziert. Der<br />
Möbelhandel besitzt mit der MöFa<br />
eine Eliteschule für den zukünftigen<br />
Führungskräftenachwuchs. Etwa die<br />
Hälfte der Absolventen entscheidet<br />
sich jetzt schon für eine Anstellung in<br />
der Industrie. Es lag also auf der Hand,<br />
diese stärker einzubinden und neue<br />
Studiengänge mit Industrieschwerpunkt<br />
anzubieten. Das Engagement<br />
wird zu höheren Studierendenzahlen<br />
und damit zu einer Stärkung der<br />
MöFa führen. Davon profitiert dann<br />
wiederum der Handel.<br />
8Ein weiteres Thema, das uns in den nächsten<br />
Jahren immer mehr beschäftigen wird<br />
ist die Nachhaltigkeit. Was kann der BVDM<br />
tun, um dieses voranzutreiben?<br />
Markus Meyer: Das Thema ist für<br />
den Möbelhandel sehr schwierig<br />
in der Umsetzung. Viele verschiedene<br />
Lieferanten, Direktimporte<br />
und Zuteilungen, auf welche man<br />
keinen Einfluss hat, machen das<br />
sehr komplex. Werden einzelne<br />
Produkte mit Siegeln wie FSC oder<br />
„Blauer Engel“ beworben, wertet<br />
der Händler große Teile des eigenen<br />
Sortiments ab, bei welchen solche<br />
Siegel eben nicht vorhanden sind.<br />
Trotzdem wird Nachhaltigkeit in<br />
der Wahrnehmung der Endverbraucher<br />
eine immer größere Bedeutung<br />
erlangen. Der BVDM wird diese deshalb<br />
in den nächsten Jahren sehr<br />
ernst nehmen und dem Handel verschiedene<br />
Angebote unterbreiten.<br />
9Auch das Lieferkettengesetz beschäftigt die<br />
Branche. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?<br />
Markus Meyer: Das Lieferkettengesetz<br />
trifft die Branche langfristig sehr. Für<br />
viele mittelständische Möbel- und<br />
Küchenfachhändler wird das zwar<br />
unmittelbar keine hohe Relevanz<br />
bekommen, da sie weniger als 3.000<br />
bzw. 1.000 Mitarbeiter haben. Das<br />
bedeutet, dass KMUs vorerst aus<br />
dem gesetzlichen Rahmen ausgenommen<br />
sind. In der Praxis wird<br />
die Anforderung jedoch mit hoher<br />
Wahrscheinlichkeit schneller umzusetzen<br />
sein. Anders sieht es bei den<br />
größeren Filialisten aus, welche hier<br />
verbindlich tätig werden müssen.<br />
Meist liefert nur ein bestimmter<br />
Hersteller das Produkt. Der Handel<br />
kann hier die Lieferkette auf<br />
die vorgelagerte Stufe recht einfach<br />
nachvollziehen.<br />
Bei der Industrie sieht die Sache<br />
deutlich problematischer aus. Wir<br />
haben dort viele größere Betriebe,<br />
welche unter das neue Gesetz fallen.<br />
Hier ist das Thema der vorgelagerten<br />
Produktionsstufe deutlich komplexer.<br />
Es können bei Polster<strong>möbel</strong>n<br />
leicht 10 bis 20 Vorlieferanten nötig<br />
sein, um ein Möbelstück zu fertigen.<br />
Das Lieferkettengesetz ist für uns<br />
ein Ausdruck der gelebten Nachhaltigkeit<br />
und Transparenz. Wir geben<br />
jedoch zu bedenken, dass auch für<br />
den Handel eine mittelbare Haftung<br />
auszuschließen ist. In Europa soll<br />
demnächst eine Richtlinie hierzu<br />
veröffentlicht werden. Wünschenswert<br />
ist, dass wir mit keinen zusätzlichen<br />
Maßnahmen zum deutschen<br />
Gesetz rechnen müssen.<br />
EVELYNE BECKMANN<br />
www.hwb.online<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 19
TOP-THEMA/SOCIAL MEDIA<br />
Media-Check<br />
der Möbelhäuser<br />
Zahlreiche Möbelhändler sind in den sozialen Netzwerken bereits aktiv. Doch reicht es aus, hin und<br />
wieder mal etwas zu posten, um die Zielgruppen zu erreichen? Oder müssen die Unternehmen heute<br />
auf eine professionelle Social Media-Strategie mit kanalspezifischer Content- & Advertising- Planung<br />
setzen? Antworten auf diese Frage liefert die aktuelle Analyse von Web-Netz, die aufzeigt, wie die<br />
markenstärksten und beliebtesten stationären Möbelhäuser auf Facebook, Instagram, Pinterest und<br />
YouTube performen, wer in welchem Netzwerk abräumt, wo das stärkste Followerwachstum zu finden<br />
ist und wo es noch Nachholbedarf gibt.<br />
20 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Starkes Wachstum auf Pinterest<br />
%-Followerwachstum (ø). Zeitraum 01.01. - 31.10.20<strong>21</strong><br />
60 %<br />
40 %<br />
20 %<br />
Instagram Facebook Pinterest YouTube<br />
Das prozentual stärkste Followerwachstum generieren die Möbelhändler auf Pinterest.<br />
Die dortigen Pins sind nicht an einen News Feed gebunden.<br />
Roller zeigt „Posting-Power“ auf Facebook<br />
Facebook-Anzahl der Posts. Zeitraum 01.01. - 31.10.20<strong>21</strong><br />
In Deutschland<br />
tummelt sich auf<br />
Pinterest eine Zielgruppe<br />
von 14,5 Mio.<br />
Nutzern.<br />
Helena Twesten, Web-Netz<br />
Wer als Möbelhändler vorne<br />
mitspielen will, muss auch<br />
online aktiv sein – und das<br />
einladend. Denn über die Social<br />
Media-Kanäle können nicht nur neue<br />
Zielgruppen erschlossen, sondern<br />
die Verbraucher:innen auch optimal<br />
und einfach in die Onlineshops<br />
der Unternehmen gelockt werden.<br />
Welche Faktoren dabei zu beachten<br />
sind, zeigt Web-Netz in seinem<br />
aktuellen „Möbelhaus Media-Check“<br />
auf vier Kanälen auf. Für die Untersuchung<br />
hat die Online-Agentur<br />
die laut einer Erhebung von Splendid<br />
Research markenstärksten<br />
und beliebtesten Möbelhäuser in<br />
Deutschland unter die Lupe genommen.<br />
Diese sind Ikea, Jysk, Poco,<br />
Roller, XXXLutz, Höffner, Porta,<br />
Mömax, Opti Wohnwelt und Segmüller.<br />
Für die Untersuchung wurde<br />
der Zeitraum vom 1. Januar bis zum<br />
31. Oktober dieses Jahres gewählt.<br />
Die mit Abstand größte Zahl an<br />
Möbel-Interessenten ist auf Facebook<br />
zu finden. Dort tummeln sich 4,8<br />
Mio. Abonnenten. Nach absoluten<br />
Zahlen ist dort auch das höchste Followerwachstum<br />
zu verzeichnen. Die<br />
größte Anzahl an Followern können<br />
Ikea, Roller, XXXLutz, Poco und Höffner<br />
für sich verbuchen. Bei der Anzahl<br />
der Facebook-Posts hingegen ist Roller<br />
am fleißigsten. Die Gelsenkirchener<br />
veröffentlichen mehr als doppelt<br />
so viel Content wie die Wettbewerber.<br />
Am wenigsten aktiv ist Jysk. Abgeschlagen<br />
belegt das Unternehmen aus<br />
Handewitt den zehnten Platz.<br />
Bei der sogenannten Engagementrate<br />
auf Facebook, welche die Interaktion<br />
der Follower misst und die<br />
Summe von Likes, Comments und<br />
Shares ins Verhältnis zu der Gesamtzahl<br />
der Follower setzt, liegen Porta,<br />
XXXLutz und Ikea auf den vordersten<br />
Rängen. Obwohl Ikea die mit Abstand<br />
Foto: Shutterstock / Rawpixel.com<br />
Roller<br />
Mömax<br />
XXXLutz<br />
Poco<br />
Höffner<br />
Porta<br />
Segmüller<br />
Ikea<br />
Opti<br />
Jysk<br />
200<br />
400 600 800<br />
Roller postet mehr als doppelt so viele Facebook-Beiträge als die Wettbewerber. Jysk legt<br />
dagegen die mit Abstand geringste Aktivität an den Tag.<br />
Porta mit höchstem Facebook-Engagement<br />
Facebook-Engagement*. Stand 31.10.20<strong>21</strong>.<br />
Porta<br />
XXXLutz<br />
Ikea<br />
Mömax<br />
Segmüller<br />
Höffner<br />
Poco<br />
Opti<br />
Jysk<br />
Roller<br />
0,05 %<br />
0,1 % 0,15 %<br />
*Durchschnittliche Anzahl der Interaktionen pro Tag auf Posts/Beiträge eines Tages im<br />
Verhältnis zur Anzahl der Fans/Follower desselebn Tages in diesem Jahr.<br />
Jysk mit Content-Lücken auf Instagram<br />
Instagram-Anzahl der Beiträge. Zeitraum 01.01. - 31.10.20<strong>21</strong><br />
Roller<br />
Mömax<br />
XXXLutz<br />
Höffner<br />
Porta<br />
Poco<br />
Ikea<br />
Segmüller<br />
Opti<br />
Jysk<br />
250 500<br />
Der fleißigste Contentlieferant ist wie schon auf Facebook Roller. Posting-müde dagegen<br />
zeigt sich erneut Jysk und landet wieder auf den zehnten Platz.<br />
750<br />
Quelle: Web-Netz, Grafik: <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong><br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>21</strong>
VERBÄNDE/EUROPA MÖBEL-VERBUND<br />
Felix Doerr (l.) und Ulf Rebenschütz<br />
haben den EMV durch ein weiteres<br />
Pandemie-Jahr gesteuert. Das<br />
Umsetzungstempo von laufenden<br />
Projekten blieb dabei weiter hoch.<br />
Sicher ist nur<br />
der Wandel<br />
Es ist bis zum Ende ein kräftezehrendes 20<strong>21</strong> gewesen. Doch trotz allen Herausforderungen<br />
im Alltagsgeschäft ist es für den Europa Möbel-Verbund auch ein Jahr des Lernens und der<br />
strategischen Ausrichtung gewesen. Und trotz Pandemie hat der EMV viel auf den Weg gebracht:<br />
Der zentrale Webshop ist live gegangen, das Küchenportal in Kooperation mit moebel.de hat sich<br />
etabliert, es sind neue, junge Mitarbeiter:innen integriert worden und das EMV-Team hat zwei<br />
Messen durchführen können. Wie es 2022 für den EMV weitergeht, hat die „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ im<br />
Interview mit den Geschäftsführern Felix Doerr und Ulf Rebenschütz herausgefunden.<br />
24 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
mobel <strong>kultur</strong>: Herr Doerr, Herr Rebenschütz,<br />
wie haben Sie dieses zweite<br />
Pandemie-Jahr erlebt?<br />
Felix Doerr: Das war zeitweise grausam<br />
und die dennoch erfreuliche Umsatzentwicklung,<br />
die wir in diesem Jahr<br />
erzielen konnten, bildet nicht ab,<br />
unter wie unerfreulichen Bedingungen<br />
es erarbeitet worden ist.<br />
Wir haben in den ersten Monaten<br />
des Jahres viele Telefonate mit verzweifelten<br />
Gesellschafter:innen<br />
geführt. Wir dürfen nicht vergessen,<br />
es gab Regionen, in denen der Lockdown<br />
kein Ende zu nehmen schien.<br />
So herrschte in einigen Häusern<br />
zeitweise eine depressive Stimmung.<br />
In unternehmerischer Hinsicht<br />
grenzten die Maßnahmen für mich<br />
an eine Enteignung. Für einen<br />
Möbelhändler gibt es eine Betriebserlaubnis.<br />
Auf dieser Grundlage<br />
muss er viel Geld in die Infrastruktur<br />
investieren und nur durch die Möglichkeit,<br />
sein Geschäft zu betreiben,<br />
können sich diese Investments<br />
amortisieren. Das war über einen<br />
sehr langen Zeitraum nicht möglich.<br />
Die Überbrückungshilfen sind<br />
dann zwar geflossen, zum Teil aber<br />
recht spät. Und niemand konnte im<br />
Februar oder März wissen, ob und<br />
in welchem Maße diese wirklich<br />
genehmigt werden würden. Das galt<br />
ebenso für das Mittel der Kurzarbeit.<br />
Das waren enorme bürokratische<br />
Belastungen für die Händler.<br />
Ulf Rebenschütz: Ab Anfang März<br />
nahm die Wut der Händler deutlich<br />
zu. Wir haben viel zugehört<br />
und auch Konsequenzen gezogen,<br />
indem wir gemeinsam mit den<br />
Gesellschaftern rechtliche Mittel<br />
genutzt haben. Wir haben es zu<br />
Wir haben<br />
in den ersten<br />
Monaten des<br />
Jahres viele<br />
Telefonate mit<br />
verzweifelten<br />
Gesellschafter<br />
:innen geführt.<br />
diesem Zeitpunkt mit Existenzängsten<br />
zu tun gehabt, sodass die<br />
Reaktionen des Einzelhandels in<br />
Bezug auf viele politischen Entscheidungen<br />
verständlich gewesen<br />
sind. Zudem hat die Krise wie ein<br />
Turbo für die Themen gewirkt, die<br />
uns schon vorher bewegt haben: Die<br />
Konzentration, die Digitalisierung,<br />
die Finanzkraft haben noch mehr<br />
Gewicht bekommen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Hat die Großfläche generell<br />
die besseren Zukunftsaussichten?<br />
Ulf Rebenschütz: Zumindest bedeutet<br />
viel Fläche zukünftig noch mehr<br />
Herausforderungen. Der Kunde<br />
sucht nicht mehr automatisch die<br />
Großflächen auf, wenn er sich mit<br />
Möbeln beschäftigt. Denn im Netz<br />
findet er mittlerweile bequem<br />
die größere Auswahl. Das hat<br />
un mittel bare Auswirkungen auf die<br />
Frequenzen. Damit ist beispielsweise<br />
der Fachsortimentsbereich schwieriger<br />
zu managen, denn Frequenzen<br />
und Drehgeschwindigkeiten hängen<br />
zusammen. Nach unserem Eindruck<br />
gehen die Wohnkaufhäuser im EMV<br />
sehr bewusst mit dieser Herausforderung<br />
um und denken über<br />
Lösungen nach: Untervermietung,<br />
Trading-up über weite Sortimentsstrecken,<br />
Shop-in-Shop-Konzepte,<br />
verstärktes Category-Management<br />
und vieles mehr.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie haben Sie das Jahr<br />
persönlich in Ihren Management-Funktionen<br />
erlebt?<br />
Ulf Rebenschütz: Die Besonderheit war<br />
die dauerhafte Intensität des Themas.<br />
Wir waren praktisch 24/7 mit<br />
den Folgen der Pandemie bei jeder<br />
operativen Entscheidung<br />
beschäftigt. So haben die<br />
Phasen der Erholung, die<br />
Felix Doerr<br />
es braucht, gefehlt. Man<br />
kommt dann schon mal<br />
an Belastungsgrenzen,<br />
was mir auch viele Unternehmer:innen<br />
ähnlich<br />
bestätigten.<br />
Felix Doerr: Das war ein Auf<br />
und Ab der Gefühle. Die<br />
Auftragsbücher waren je<br />
nach Warengruppe eher<br />
mehr als weniger voll<br />
und diese Orderbestände<br />
waren eine gewisse Ab <br />
sicherung auf Zeit. Aber<br />
ab Mitte Februar kippte<br />
die Stimmung dann sehr<br />
schnell. Natürlich sind wir<br />
mit unserer Branche im<br />
Das Personal ist in<br />
zunehmendem Maße<br />
der limitierende Faktor.<br />
Dabei handelt es sich<br />
um ein Mosaik von<br />
Herausforderungen und<br />
Maßnahmen, mit denen<br />
man sich auseinandersetzen<br />
muss. <br />
Ulf Rebenschütz<br />
Vergleich noch gut durch die Krise<br />
gekommen. Einen Hotelaufenthalt<br />
kann man nicht nachholen, einen<br />
Möbelkauf schon.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie sehr haben Sie den<br />
persönlichen Kontakt vermisst?<br />
Felix Doerr: Das war ein großes Defizit,<br />
denn wir waren viel weniger bei<br />
den Gesellschafter:innen draußen als<br />
normalerweise. Es gab während des<br />
ersten Lockdowns noch nicht die<br />
Impfsituation, die wir heute haben.<br />
Aber auch in unserer Zentrale<br />
war das Defizit zu spüren. Im<br />
ersten Lockdown ging es gefühlt<br />
noch ums nackte Überleben und<br />
wir haben uns alle angestrengt,<br />
die Geschäftstätigkeit aufrecht zu<br />
erhalten. Überhaupt haben wir in<br />
dem Thema „Mobile Work“ auch<br />
mit externer Hilfe enorme Fortschritte<br />
gemacht. Aber man muss<br />
eine Organisation kontinuierlich in<br />
persönlichen Gesprächen weiterentwickeln.<br />
Und das fiel während des<br />
zweiten, langen Lockdowns schwer.<br />
Wir wissen mehr denn je um die<br />
Kraft der persönlichen Treffen. Das<br />
haben wir auch auf unserer EMMK-<br />
Messe gespürt.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Was gab es noch an positiven<br />
Erkenntnissen, die sie bewahren<br />
möchten?<br />
Felix Doerr: Ganz sicher ist es ein<br />
sehr effizienter Vorteil, nicht mehr<br />
für jeden Termin durch die Welt zu<br />
reisen. Kurze Abstimmungen lassen<br />
sich sehr gut per Video-Call erledigen.<br />
Das gilt auch für den Vertrieb,<br />
wenn es um die reine Informationsvermittlung<br />
geht.<br />
Ulf Rebenschütz: Wir haben auch<br />
im Aufsichtsrat beschlossen, nicht<br />
mehr jede Sitzung im Live-Modus<br />
zu machen. Das ist von allen sehr<br />
begrüßt worden. Auch der Nachhaltigkeitsaspekt<br />
spielt dabei für uns<br />
eine Rolle.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 25
ZKZ 4937<br />
<strong>12</strong> I 20<strong>21</strong><br />
SPECIAL<br />
E-COMMERCE<br />
Foto: Shutterstock/Gorodenkoff<br />
Jetzt geht‘s um Verfügbarkeit<br />
Die Logistik macht<br />
den Unterschied<br />
/// Orderchamp: Die kuratierte B2B-Plattform /// SHD: Omnichannel par excellence<br />
/// Ebay: Online-Handel optimieren /// Connox: Kräftig in Warehouse und Software<br />
investiert /// 2020: 3D-Tour durch die digitale Fabrik /// Paqato: Das All-in-one-Tool
E-COMMERCE<br />
Was für Fashion-Fans bereits seit längerem zum Alltag gehört, gelangt nun auch in<br />
die Einrichtungs-Welt. Bei XXXLutz startete am Black Friday um 17.30 Uhr ein neues<br />
Verkaufsformat: Kund:innen konnten sich per Smartphone oder Tablet während<br />
einer Liveshopping-Show zum Thema „Tischlein deck dich“ inspirieren lassen. Das<br />
45-minütige Sendeformat soll bei dem Möbelriesen von jetzt an regelmäßig laufen.<br />
Foto: XXXLutz<br />
Nicht mehr drin?<br />
Der diesjährige Black Friday war aufgeladen wie nie. Würden die Online-<br />
Shopper angesichts der zerrissenen Lieferketten schon jetzt ihre Weihnachtseinkäufe<br />
erledigen? Oder würden sie sich unter dem Eindruck der<br />
rasanten Inflation auch von Schnapper-Angeboten nicht hinreißen lassen<br />
und erst einmal abwarten, bis sich die Preislagen wieder beruhigen?<br />
Eine erste Antwort darauf gab der Retargeting-Spezialist Criteo, der in<br />
Deutschland die Sales von 1.500 deutschen Händlern aus unterschiedlichen<br />
Branchen auswertete und ein Umsatzminus von kräftigen 19 Prozent<br />
diagnostizierte. Den verblüffenden Grund lieferte Corinna Hohenleitner,<br />
Managing Director DACH, gleich mit: „Konsumenten nutzen immer früher<br />
Rabattaktionen einzelner Händler und warten nicht mehr notwendigerweise<br />
auf den Black Friday, wenn sie ihr Wunschprodukt zu einem guten Preis<br />
gefunden haben.“ Das heißt: Sie haben nicht abgewartet, sondern schon<br />
längst gekauft, was für das weitere Weihnachtsgeschäft wiederum auch<br />
nicht viel Gutes verheißt.<br />
Aber: Ein Trend aus den USA, wo der Black Friday den Rekordwert von<br />
neun Mrd. US-Dollar knapp verfehlte, ist bemerkenswert. Dort hat es die<br />
Kund:innen wieder verstärkt in die Geschäfte gezogen. Die stationären<br />
Händler freuten sich über 47,5 Prozent mehr Besucher:innen gegenüber 2020,<br />
wie CNBC berichtete. Das sind immer noch um 23,8 Prozent weniger als 2019,<br />
dem Jahr vor Pandemie. Dennoch: Das Drehbuch für den Schwarzen Freitag<br />
muss wohl neu geschrieben werden.<br />
Top-Themen<br />
in diesem<br />
E-Commerce-Special:<br />
Connox: Hat kräftig investiert<br />
Orderchamp: Die kuratierte<br />
B2B-Plattform<br />
SHD: Omnichannel par<br />
excellence<br />
Ebay: Jetzt den Onlinehandel<br />
optimieren<br />
ZUM TITEL<br />
Verfügbarkeit ist mehr denn je der wettbewerbsentscheidende<br />
Faktor, weshalb der Einzelhandel<br />
an vielen Stellen logistisch aufrüstet. Im Inter view<br />
erklärt Connox, wie der Premium- Onlinehändler<br />
aus Hannover das sensible Thema angeht.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 37
E-COMMERCE<br />
Orderchamp setzt auf ein<br />
Erscheinungsbild, das sich stark<br />
am B2C-Commerce orientiert.<br />
Der USP ist die Technologie im<br />
Hintergrund, die das optimale<br />
Suchergebnis ausspielt.<br />
Die kuratierte B2B-Plattform<br />
Es gibt kaum ein komplexeres Geschäftsmodell als einen Online-Markplatz. Orderchamp hat es seit seiner<br />
Gründung vor drei Jahren jedoch vollbracht, mehr als nur eine kritische Masse an Anbietern und Käufern<br />
zusammenzubringen. Nun baut das niederländische Unternehmen seine internationale Infrastruktur aus. Die<br />
„<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“ hat sich mit dem neuen Deutschland-Chef Maximilian Gassner über die Pläne unterhalten.<br />
Näher ran an die einzelnen<br />
europäischen Märkte. Das<br />
ist die große strategische<br />
Zielsetzung von Orderchamp. Deshalb<br />
hat die Online-Großhandelsplattform<br />
nun Arbeitsplätze in der<br />
Factory Berlin angemietet. Von dort<br />
aus sollen die Beziehungen zu den<br />
Einzel händlern und Herstellern vertieft<br />
und deren Wünsche und Anliegen<br />
für die Weiterentwicklung des<br />
Portals aufgegriffen werden. Die<br />
Regie in der Berliner Dependance<br />
führt der neue Country Manager<br />
Maximilian Gassner.<br />
Gassner ist Wirtschaftsingenieur<br />
und hat sich zunächst zwei Jahre<br />
lang als Berater und dann vier Jahre<br />
lang bei einem großen Autobauer<br />
um Digitalisierungsstrategien und<br />
IT-Anwendungen gekümmert – bis<br />
er dann genug hatte vom Konzerndasein.<br />
„Ich bin ein sehr ungeduldiger<br />
Mensch und damit bin ich nicht<br />
unbedingt für Konzernstrukturen<br />
geschaffen.“ So ist er dann 2019<br />
nach Berlin gegangen und hat dort in<br />
einem Start-up für Tele-Medizin das<br />
Sales- und Operations-Team geleitet.<br />
Über Umwege ist er dann vor drei<br />
Monaten bei Orderchamp gelandet.<br />
„Hier kann ich Dinge schnell und<br />
agil vorantreiben“, freut er sich über<br />
die neue Aufgabe.<br />
Orderchamp wurde 2019<br />
von Joost Brugmans (CEO), Max<br />
Verduyn (COO) und Menno Wolvers<br />
(Head of Engineering), Ruud Stelder<br />
(Investor) und Dennis Cuijpers<br />
(Investor) gegründet. Die Investorenriege<br />
des Unternehmens ist eine<br />
illustre Gesellschaft: HenQ, Prime<br />
Ventures, Stefan van den Berg (ehemaliger<br />
CEO AfterPay), Thomas<br />
Plantenga (CEO Vinted/Kleiderkreisel)<br />
und Zhong Xu (CEO Deliverect)<br />
sind bei dem Start-up mit an Bord.<br />
Von diesen Geldgebern sind seit der<br />
Gründung vor drei Jahren schon<br />
mehr als 25 Mio. US-Dollar eingesammelt<br />
worden.<br />
38 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Maximilian Gassner hat sich viel vorgenommen,<br />
um den deutschen Markt für<br />
Orderchamp noch intensiver zu bearbeiten.<br />
„Wir wollen<br />
ein nahbarer<br />
Marktplatz sein“<br />
Es geht ums Besondere: Bevor<br />
ein Anbieter über Orderchamp<br />
verkaufen darf, wird das Angebot<br />
geprüft. Nur wer nachhaltig und<br />
wertig agiert, darf loslegen.<br />
Country Manager Maximilian Gassner erklärt,<br />
mit welchen Maßnahmen der Order-Marktplatz<br />
sich in Deutschland weiterentwickeln wird.<br />
Schon jetzt verbindet Orderchamp<br />
über 15.000 deutsche Einzelhändler<br />
und Marken auf seinem<br />
kuratierten Online-Marktplatz –<br />
davon sind wiederum 5.000 Händler<br />
dem Bereich Home & Living<br />
zuzuordnen. Auf internationaler<br />
Basis sind die Zahlen noch imposanter:<br />
Über 75.000 Einzelhändler<br />
bieten mehr als 400.000 Produkte<br />
von über 4.500 verschiedenen europäischen<br />
Marken an, und zwar in<br />
den Kategorien Home & Living,<br />
Kitchen & Dining, Baby & Kids,<br />
Papeterie, Jewelry & Accessories,<br />
Lebensmittel & Getränke sowie<br />
Schönheit & Gesundheit.<br />
Der treffsichere Vorteil für die<br />
Nutzer: Basierend auf Algorithmen<br />
werden Händlern mit den richtigen<br />
Marken und Produkten maßgeschneiderte<br />
Empfehlungen gegeben.<br />
Das Geschäftsmodell beruht auf<br />
der Überzeugung, dass kleinere<br />
Händler sich vor allem durch ein einzigartiges<br />
Markenangebot basierend<br />
auf ökologisch nachhaltigen, sozial<br />
verträglichen Kriterien Wettbewerbsvorteile<br />
gegenüber dem „anonymen“<br />
Online-Handel verschaffen können.<br />
Deshalb lässt Orderchamp auch nur<br />
etwas mehr als ein Drittel der Interessenten<br />
zu, die sich für einen Verkäufer-Account<br />
bewerben.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Orderchamp ist ein noch relativ junges Unternehmen.<br />
Nach der Gründung vor drei Jahren kommt es nun zum Schritt in den<br />
deutschen Markt. Warum?<br />
Maximilian Gassner: Orderchamp hat von Beginn an ein Geschäftsmodell<br />
verfolgt, das auf Internationalität ausgelegt ist. Deshalb<br />
hat die Plattform sich in den vergangenen drei Jahren in<br />
Deutschland auch schon sehr gut entwickelt und hier schon<br />
15.000 Einzelhändler anbinden können. Deshalb ist jetzt eine<br />
logische Folge, dass das Management sich entschlossen hat,<br />
den deutschen Markt mit einem entsprechenden Set-up zu<br />
bearbeiten, um näher an den Handelspartnern zu sein. Das<br />
gilt für alle Bereiche wie Marketing, Sales und Accounting. Wir<br />
wollen ein nahbarer Marktplatz sein.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wodurch möchte sich Orderchamp noch von anderen<br />
Marktplätzen unterscheiden?<br />
Maximilian Gassner: Wir sind ein kuratierter Marktplatz. Das<br />
heißt, dass wir nur Marken aufnehmen, die bestimmte<br />
Kriterien erfüllen – auch in puncto Nachhaltigkeit. Die<br />
Käufer sind Concept Stores, Boutiquen und Fachhändler,<br />
die einzigartige Dinge verkaufen möchten. Die möchten auf<br />
Produkte mit einer unverdächtigen Wertschöpfungskette<br />
zurückgreifen. Dieses Problem löst Orderchamp – insbesondere<br />
im Bereich Home & Living, denn das ist eine unserer<br />
wichtigsten Kategorien.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Der häufigste Kritikpunkt an B2B-Orderportalen ist, dass<br />
dort zu wenig Transaktionen stattfinden.<br />
Maximilian Gassner: Mit diesem Punkt setzen wir uns natürlich<br />
auch auseinander. Bei einem Order-Marktplatz muss in der Tat<br />
schon ziemlich viel zusammenpassen, damit er funktioniert:<br />
Das Angebot, die Nachfrageseite und die Technologie mit der<br />
entsprechenden Nutzerfreundlichkeit als verbindendes Glied.<br />
Wenn ein Element dieser Gleichung nicht vorhanden ist, bricht<br />
das Konstrukt zusammen. Wir profitieren von unserer Entwicklungsstärke:<br />
Denn wir fragen regelmäßig unsere Partner,<br />
welche Funktionalitäten sie sich wünschen und können diesen<br />
Input direkt in die IT geben. So laufen wir auch nicht Gefahr,<br />
am Anwender vorbei zu entwickeln.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie wollen Sie noch näher an die Händler kommen?<br />
Maximilian Gassner: Wir versuchen den Kontakt zu intensivieren<br />
und dabei viel stärker in die Sortimentsberatung zu gehen.<br />
Außerdem sollen Roundtables mit Händlern und Marken<br />
organisiert werden, um den Austausch und den Wissenstransfer<br />
zu stärken. Darüber hinaus möchten wir die Werbeintensität<br />
erhöhen und nach zwei harten Jahren auch für die Bedeutung<br />
des stationären Handels eine Lanze brechen.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 39
E-COMMERCE<br />
Connox: E-Commerce-Platzhirsch in der DACH-Region<br />
Wir grenzen uns mit<br />
Operational Excellence ab<br />
Die Zeiten, in denen die Aussage galt, dass sich Möbel<br />
online nicht verkaufen lassen, sind längst vorbei. Dazu<br />
hat auch Connox beigetragen. Dabei übersehen viele,<br />
dass einige Steps erforderlich waren, bis sich das<br />
Unternehmen zum erfolgreichen E-Commerce-Player<br />
mit 30.000 Produkten entwickeln konnte. Unter<br />
anderem wurde dafür kräftig in ein Warehouse<br />
sowie eigene Software investiert, wie Gründer und<br />
Geschäftsführer Thilo Haas im Gespräch betont.<br />
Connox-Geschäftsführer<br />
Thilo Haas<br />
geht davon aus, dass<br />
der in letzter Zeit<br />
gestiegene Anteil des<br />
Online-Handels am<br />
Möbelgeschäft nachhaltig<br />
sein wird.<br />
Das neue Lager in Laatzen steigert<br />
die Leistungs fähigkeit von Connox<br />
nochmals deutlich.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Herr Haas, der Online-Handel<br />
gilt als einer der großen Gewinner<br />
der Pandemie. Gleichzeitig war es für die<br />
Unternehmen eine große Herausforderung<br />
in den letzten eineinhalb Jahren effizient<br />
und kundenorientiert zu agieren. Wie<br />
verlief diese besondere Zeit bislang für<br />
Connox?<br />
Thilo Haas: Mit einer solchen Situation<br />
war natürlich überhaupt nicht<br />
zu rechnen. Doch wir steckten nicht<br />
die Köpfe in den Sand, sondern verhielten<br />
uns proaktiv und schickten<br />
schon kurz vor dem offiziellen<br />
Lockdown alle Mitarbeiterinnen und<br />
Mitarbeiter nach Hause.<br />
Schließlich ist das ortsunabhängige<br />
Arbeiten für ein Digitalunternehmen<br />
wie Connox kein Problem.<br />
Das galt und gilt natürlich nicht für<br />
unser Warehouse, also unser Lager.<br />
Hier lagen für uns große Herausforderungen.<br />
Zum einen wollten<br />
wir eine gewisse Fairness unter den<br />
Mitarbeitern bewahren, zum anderen<br />
die Sicherheit der Leute, die<br />
im Lager tätig sind, gewährleisten.<br />
Schließlich nehmen wir unsere Fürsorgepflicht<br />
sehr ernst. In logischer<br />
Konsequenz wurden strenge Hygienestandards<br />
und sofort die Maskenpflicht<br />
eingeführt. Auch wurde der<br />
Zutritt Fremder zum Lager unterbunden<br />
und für die LKW-Fahrer<br />
Schleusen eingerichtet.<br />
Darüber gab es Absprachen mit<br />
der örtlichen Busgesellschaft, damit<br />
sie mehr Busse einsetzen, um überfüllte<br />
Fahrzeuge zu vermeiden. Wir<br />
haben uns also mit sehr vielen<br />
Themen beschäftigt.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Und dann kam es auch enorm<br />
schnell zu einem Nachfrage-Boom bei<br />
Möbeln und Einrichtungsgegenständen.<br />
Thilo Haas: Richtig. Denn die<br />
Man muss den<br />
Kunden über eine<br />
digitale Lösung abholen.<br />
44 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Die anhaltend längeren<br />
Lieferzeiten seitens der<br />
Partner versucht Connox<br />
mit einer höheren Bevorratung<br />
abzupuffern.<br />
Mit dem<br />
Lockdown<br />
rollte eine<br />
riesige<br />
Nachfragewelle<br />
auf<br />
uns zu.<br />
Menschen saßen plötzlich zu Hause,<br />
konnten nicht mehr reisen, nicht<br />
ins Kino oder in Konzerte gehen.<br />
Und da fiel ihnen auf, dass es in<br />
den eigenen vier Wänden viel zu<br />
verschönern gibt. In Folge rollte eine<br />
riesige Nachfragewelle auf uns zu.<br />
Und wenn sich der Umsatz innerhalb<br />
von zwei Wochen verdoppelt,<br />
dann verdoppelt sich alles: Umsätze,<br />
Pakete, Kundenanfragen, Retouren<br />
und so weiter. Aber natürlich konnten<br />
wir nicht plötzlich unser Personal<br />
duplizieren, auch wenn wir<br />
versucht haben dieses aufzustocken,<br />
zum Teil über Zeitarbeitsfirmen.<br />
Doch gerade im Service und in der<br />
Beratung kann man angesichts der<br />
komplexen Produkte nicht einfach<br />
mit Zeitarbeitern agieren. Das war<br />
eine sehr große Herausforderung.<br />
In Folge war unser Kundenservice<br />
„verstopft“. Also wurde in einem<br />
Zeitfenster nur telefoniert, in einem<br />
anderen wurden nur Mails beantwortet.<br />
Darüber hinaus haben wir proaktiv<br />
Lieferinformationen rausgegeben.<br />
Zum Beispiel, wenn ein Hersteller<br />
wegen der Pandemie gerade Lieferprobleme<br />
hatte. Dabei kam unser<br />
Werben um Geduld und Vertrauen<br />
sehr gut an, was zeigt, wie wertvoll<br />
eine offene Kommunikation ist.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie entwickelt sich die<br />
Nachfrage aktuell?<br />
Thilo Haas: Immer noch sehr gut, aber<br />
der extreme Boom ist nicht mehr<br />
da. Trotzdem konnte der Anteil des<br />
Online-Handels am Möbelgeschäft<br />
steigen und das wird nachhaltig sein.<br />
Das merken wir nach wie vor.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Aktuell leidet die gesamte<br />
Branche unter Materialknappheit. Wie<br />
sieht das bei Ihnen aus?<br />
Thilo Haas: Natürlich gibt es längere<br />
Lieferzeiten. Das versuchen wir mit<br />
unserem Lager, also einer größeren<br />
Bevorratung, abzupuffern.<br />
Darüber hinaus ist auch unser<br />
Unternehmen mit Preissteigerungen,<br />
zum Beispiel für Container<br />
oder Rohstoffe, stark konfrontiert.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Auswirkungen wird<br />
das aus Ihrer Sicht haben?<br />
Thilo Haas: Es ist mit einer zunehmenden<br />
Inflation zu rechnen. Die<br />
Preise für alle Konsumgüter werden<br />
steigen und die Langzeitfolgen<br />
der Pandemie uns noch sehr lange<br />
begleiten.<br />
Außerdem dürften sich Produktionen<br />
wieder verstärkt Richtung<br />
Europa verlagern. Denn nach den<br />
letzten eineinhalb Jahren hat das<br />
Thema der Liefersicherheit enorm<br />
an Bedeutung gewonnen. Außerdem<br />
schrumpft der Preisvorteil von<br />
Ländern wie China nach und nach.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Connox ist einer der Pioniere<br />
des Online-Handels mit Möbeln. Wie<br />
konnten Sie am Anfang Unternehmen zur<br />
Zusammenarbeit überzeugen?<br />
Thilo Haas: Natürlich wurde uns<br />
damals immer wieder gesagt, dass<br />
man Möbel nicht online verkaufen<br />
kann. Aber wir haben an die Idee<br />
geglaubt und uns im ersten Schritt<br />
dem Sortiment von der Accessoire-Seite<br />
genähert.<br />
Wir fingen im Sommer an und<br />
hatten perspektivisch das Weihnachtsgeschäft<br />
im Visier. Schließlich<br />
werden dann Accessoires gesucht.<br />
Dann bauten wir unser Angebot<br />
aus und sind dabei stets hochwertig<br />
vorgegangen.<br />
Daneben gab es bei uns auch die<br />
Prämisse „make not buy“, denn nur<br />
wenn man es selbst macht, kann<br />
man es richtig gut machen. Das hat<br />
Connox geprägt. Und wenn man<br />
dann ein paar Jahre am Markt ist,<br />
werden Unternehmen auf einen aufmerksam.<br />
In Folge entstehen Partnerschaften.<br />
Es kamen zunehmend<br />
Unternehmen auf uns zu, denn<br />
Marken gucken immer sehr auf das<br />
Markenumfeld. Und das stimmt bei<br />
Connox.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Rolle spielt das<br />
Thema Eigenmarke?<br />
Thilo Haas: Mit zunehmenden Wachstum<br />
bietet sich eine eigene Marke<br />
an. Auch lassen sich damit andere<br />
Margen generieren. Bei Connox<br />
macht der Eigenmarken-Anteil circa<br />
zehn Prozent aus, der Fokus liegt<br />
also nach wie vor auf den bekannten<br />
Marken.<br />
Grundsätzlich wollen wir mit der<br />
Eigenmarke bestehende Sortimente<br />
sinnvoll ergänzen und Synergien im<br />
Sortiment schaffen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Was sind bei Ihnen die<br />
Kriterien für neue Produkte und neue<br />
Partnerschaften?<br />
Thilo Haas: Trotz inzwischen 30.000<br />
Produkten kuratieren wir unser Sortiment.<br />
Dabei spielt die Möglichkeit<br />
zur Differenzierung eine ganz wichtige<br />
Rolle. Das gilt nicht nur für das<br />
Produkt, sondern zum Beispiel auch<br />
für unsere technische Performance.<br />
So haben wir schnell mit einem<br />
Hochverfügbarkeitslager gearbeitet,<br />
so dass 80 Prozent unseres Angebots<br />
stets sofort lieferbar war.<br />
Es geht einfach immer wieder<br />
darum seine Daseinsberechtigung<br />
im Markt zu finden. Wir grenzen<br />
uns mit Operational Excellence<br />
ab. So wurde gerade unser neues<br />
Logistikzentrum in Betrieb genommen.<br />
Hier sorgen wir für Verfügbarkeit<br />
und automatisierte Prozesse<br />
erzeugen hohe Paketzahlen. Und<br />
das zuverlässig. Dementsprechend<br />
steht der Preis von Produkten nicht<br />
so sehr im Fokus, auch wenn eine<br />
preisliche Vergleichbarkeit gegeben<br />
sein muss. Ganz wichtig ist im<br />
Online- Business die Datenqualität.<br />
Da sind wir wohl Branchenführer.<br />
Denn wir legen Wert auf vernünftige<br />
Texte und Daten.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Spielt die Datenqualität<br />
auch bei der Beratung eine Rolle?<br />
Thilo Haas: Definitiv. Man muss den<br />
Kunden über eine digitale Lösung,<br />
eine digitale Beratung abholen. Die<br />
ihr oder ihm Antworten auf eventuelle<br />
Fragen gibt oder die Kundin<br />
oder den Kunden leitet. Das kann<br />
zum Beispiel ein Text darüber sein,<br />
wie hoch man eine Esstischlampe<br />
hängen sollte, damit sie nicht blendet.<br />
Damit helfen sich die Käufer<br />
dann selbst. Das ist der Ansatz. Da<br />
unterstütze ich mit einem Beitrag<br />
auf unserer Seite vielen – und muss<br />
dafür nicht zusätzliche Berater einstellen.<br />
Dementsprechend haben wir<br />
viele Texte zu unterschiedlichsten<br />
Themen und den üblichen Fragen.<br />
Grundsätzlich ist unsere ganze<br />
Denke digital. Das liegt in der DNA<br />
von Connox.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Wie wichtig ist eine selbstentwickelte<br />
Software?<br />
Thilo Haas: Sehr wichtig. So haben<br />
wir früh verstanden, unsere Website<br />
derart zu programmieren, dass<br />
eine Suchmaschine sie bestmöglich<br />
lesen kann. Damit kommt man auf<br />
die erste Seite und somit zu den<br />
Kunden.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 45
KÜCHE<br />
Im Amt bestätigt: der achtköpfige AMK-Vorstand mit Geschäftsführer Volker Irle (Mitte unten). V.l.o.: André Dorner (Blum),<br />
Bernd Weisser (Nobilia), Uwe Kreidel (Hettich), Markus Sander (Häcker), Dr. Olaf Hoppelshäuser (MHK), Matthias Berens<br />
(Baumann Group), (unten:) Frank Jüttner (Miele), Roland Hagenbucher (BSH).<br />
AMK: Jahrestagung mit Branchenrück- und -ausblick<br />
Zwischen Topkonjunktur<br />
und Mangelwirtschaft<br />
Die rasant steigenden Corona-Inzidenzen kamen auch der AMK in die Quere und kurzerhand<br />
musste die ohnehin verschobene Verbandstagung am 16. November online stattfinden. Über 150<br />
Teilnehmer:innen sprechen immerhin für ein großes Interesse. Kein Wunder, denn trotz Ausnahmekonjunktur<br />
bedrängen eine ganze Reihe von Herausforderungen die Branche.<br />
Trotz Reisebeschränkungen für persönliche Treffen ging auch das intensive Engagement der<br />
AMK China voran. Den „Ratgeber Küche“ zum Beispiel gibt es jetzt auch auf Chinesisch.<br />
Bis auf den beliebten Branchenabend<br />
und auch ohne<br />
Gastspeaker verlief das Programm<br />
der Mitgliederversamlung<br />
nach gewohntem Muster. Zwar<br />
blieb das „Publikum“ zu Hause,<br />
doch der gesamte Vorstand der<br />
Arbeitsgemeinschaft AMK war<br />
zusammen gekommen und sendete<br />
„live aus Mannheim“. Beginnend<br />
bei den guten Nachrichten über die<br />
Branchenentwicklung. Wie wenige<br />
Stunden zuvor von VDM/VdDK publiziert,<br />
steuert die Küchen<strong>möbel</strong>industrie<br />
– mit 10,8 Prozent Zuwachs<br />
bis September – auf einen positiven<br />
Jahresabschluss zu. Das Minus im<br />
August falle laut AMK-Vorstandssprecher<br />
Markus Sander mit Blick<br />
auf den weiteren Verlauf nicht so<br />
sehr ins Gewicht. Vielmehr gebe es<br />
gute Auftragsbestände bis weit ins<br />
nächste Jahr. Kochen bleibt im Trend<br />
und auch die anderen Rahmenbedingungen<br />
– von der Binnenkonjunktur<br />
u.a. im Wohnungsbau bis zur<br />
Weltwirtschaft – signalisieren, dass<br />
die positive Stimmung in der Branche<br />
anhält. Fast alle Länder erholen<br />
sich von der Pandemie, stellte dazu<br />
Roland Hagenbucher als zweiter Vorstandssprecher<br />
fest.<br />
Gleichzeitig belasten jedoch auch<br />
die bekannten Problemfelder: Die<br />
Lieferschwierigkeiten, mit denen<br />
insbesondere die Geräteindustrie<br />
durch den Halbleiter- bzw. Chipmangel<br />
zu kämpfen hat, werden<br />
wohl noch bis mindestens Mitte<br />
nächsten Jahres anhalten, vermutete<br />
52 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Hagenbucher. Trotz dieser dramatischen<br />
Mangelwirtschaft arbeite<br />
jedoch die Industrie allgemein<br />
hart an der Belastungsgrenze. Zwar<br />
werde Personal aufgebaut, doch<br />
der Aufstockung um 2,47 Prozent<br />
stünden 10,43 Prozent mehr Überstunden<br />
gegenüber, erklärte Sander<br />
auf Basis der aktuellen VdDK-Zahlen.<br />
Man müsse allen Mitarbeitern für<br />
diese Leistung ausdrücklich danken,<br />
und zu den Hauptaufgaben in der<br />
Branche gehöre es, mehr Beschäftigte<br />
auszubilden und einzustellen.<br />
Doch die Lieferzeiten stellen<br />
zumindest auf der Möbelseite laut<br />
Sander keinen begrenzenden Faktor<br />
für den weiteren Erfolg dar. Aufgrund<br />
der zu erwartenden anhaltend<br />
positiven Nachfrage bei Küchen<br />
geht der AMK-Vorstand vielmehr<br />
von einem Wachstum im „guten<br />
1-stelligen Bereich“ im nächsten<br />
Jahr aus.<br />
Anhaltende Erfolge verzeichnet<br />
auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />
der AMK, angefangen bei<br />
den im 2-Wochen-Takt verschickten<br />
Pressemitteilungen rund um Lifestyle-<br />
und Wirtschaftsthemen bis<br />
zu Radiointerviews, die mit einer<br />
Reichweite von 11 Mio. Zuhörern<br />
dazu animieren, sich mit dem<br />
Thema Küche zu beschäftigen. Als<br />
Online-Übertragung inklusive Einspielern<br />
verschiedener Sponsoren zu<br />
unterschiedlichen Themenfeldern<br />
wurde am 25. September „Der Tag<br />
der Küche“ abgehalten. Ein unterhaltsames<br />
und informatives Event<br />
mit viel Inter aktion. Im kommenden<br />
Jahr wird er erstmals im November<br />
nach dem bewährten Muster stattfinden<br />
(am <strong>12</strong>.11.2022). In der<br />
Hoffnung, dass auch dann wieder<br />
viele Mitgliedsfirmen das Event<br />
unterstützen.<br />
Neben den gefragten AMK-Merkblättern<br />
– aktuell u. a. zu Standards bei<br />
Oberflächen wie thermobeschichteten<br />
Folien, Antifingerprint- und<br />
Ringfestigkeit – wird der Austausch<br />
mit China lebendig gehalten. Was<br />
angesichts der Reisebeschränkungen<br />
nicht leicht ist, wie AMK-Geschäftsführer<br />
Volker Irle erklärte. Gemeinsam<br />
mit dem neuen Geschäftsführer<br />
der AMK China John Zhang<br />
wurde dennoch einiges auf den Weg<br />
gebracht: der „Ratgeber Küche“ in<br />
chinesischer Sprache, der „Recruiting<br />
Day“ für chinesische Studenten<br />
oder auch die AMK Academy, die<br />
derzeit im Aufbau ist, um in Einzelbausteinen<br />
das Knowhow rund<br />
Die Zeichen stehen auf Wachstum<br />
600000<br />
500000<br />
400000<br />
300000<br />
200000<br />
100000<br />
0<br />
www.amk.de<br />
+1,03%<br />
+8,87%<br />
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September<br />
2020 20<strong>21</strong><br />
+13,16%<br />
+42,24% +19,53%<br />
+18,59%<br />
+5,14%<br />
Umsatz der deutschen Küchen<strong>möbel</strong>industrie im Monatsvergleich 2020/<strong>21</strong> (in Tsd. Euro); Quelle: Destatis/VdDK<br />
um die Einbauküche und somit den<br />
USP der deutschen Küchenindustrie<br />
zu vermitteln. Für den nächsten<br />
Länderinformationstag, der für<br />
den Herbst 2022 geplant ist, wird<br />
Afrika ins Visier genommen: mit<br />
den Zielmärkten Ägypten, Nigeria<br />
und Südafrika.<br />
Eine Bestätigung für die AMK<br />
ist nicht zuletzt die konstante Mitgliederentwicklung<br />
in volatilen<br />
Zeiten. Zwar gab es 2020 zwölf<br />
Abgänge, doch zugleich gab es fünf<br />
Neuzugänge und sechs weitere<br />
Unternehmen sind in diesem Jahr<br />
dazugekommen: Oxytec, Reuschlaw<br />
Legal Consultants, Artego, KH<br />
System<strong>möbel</strong>, Burnout Kitchen<br />
und FunderMax (u.a. Arbeitsplatten).<br />
Insgesamt sind es nun 141<br />
Mitgliedsunternehmen.<br />
Regelkonform wurde zudem der<br />
Vorstand gewählt: Alle acht Mitglieder<br />
– anstelle von Dr. Oliver Streit<br />
und Werner Heilos waren unterjährig<br />
Bernd Weisser (Nobilia) und<br />
Dr. Olaf Hoppelshäuser (MHK)<br />
dazugekommen – wurden bestätigt.<br />
Trotz virtueller Bewährung soll die<br />
nächste AMK-Tagung am 15. März<br />
2022 wieder regulär in Mannheim<br />
face-to-face stattfinden.<br />
<br />
HEIKE LORENZ<br />
-7,50%<br />
+2,88%<br />
Die Lieferkettenproblematik<br />
wird sich<br />
mindestens bis zur Mitte<br />
des nächsten Jahres<br />
hinziehen.<br />
Roland Hagenbucher<br />
GfK-Handelspanel:<br />
Umsatzplus weit vor Menge<br />
Verkaufsmenge<br />
Verkaufsumsatz<br />
Auftragswert/Preis<br />
Küchenverkauf im Handel: Entwicklung Veränderung Januar bis in Juni % 20<strong>21</strong> Jan-Jun in % im 2020 Vgl. zu 2020. zu Jan-Jun 20<strong>21</strong><br />
Quelle: GfK Panelmarkt, Grafik: moebel <strong>kultur</strong><br />
4,1<br />
5,9<br />
Um 10,8 Prozent kletterte<br />
der Umsatz der deutschen<br />
Küchen<strong>möbel</strong>industrie bis<br />
September im laufenden<br />
Jahr. Getrieben durch ein<br />
Exportplus von 20,8 Prozent,<br />
während das Inland<br />
mit 3,93 Prozent über<br />
dem Vorjahreszeitraum<br />
lag. Der Exportanteil liegt<br />
derzeit bei über 44 Prozent<br />
des Umsatzes. Einen<br />
der höchsten Zuwächse<br />
erreichte Frankreich mit<br />
28,7 Prozent Plus.<br />
Auch die GfK-Zahlen aus dem Handel spiegeln die positive Entwicklung im Jahr 20<strong>21</strong> gegenüber<br />
der Verkaufsmenge wider – wobei der Mengenzuwachs (5,9 %) vom Umsatzplus (10,3%)<br />
noch übertroffen wird. Hintergrund ist neben Preissteigerungen das anhaltende Trading-up.<br />
10,3<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 53
INDUSTRIE<br />
Möbelmesse Brüssel: Geglückter Restart<br />
„Hellauf<br />
begeistert“<br />
Erleichtert und stolz blicken die Macher der Brüsseler<br />
Möbelmesse auf die vergangene Veranstaltung zurück.<br />
Denn nicht nur die Industrie, sondern auch der Handel<br />
hatten sich nach zwei Jahren sehnsüchtig auf ein Wiedersehen<br />
in der belgischen Hauptstadt gefreut. Dabei zeigte<br />
sich, dass die Einkäufer auch mit ordentlicher Orderlaune<br />
angereist waren, was für gute Stimmung sorgte.<br />
In Anbetracht der derzeitigen<br />
Corona- Lage in Deutschland,<br />
aber auch in Belgien und den<br />
Niederlanden ist fast kaum zu glauben,<br />
dass noch Anfang November<br />
die Brüsseler Möbelmesse recht<br />
geräuschlos über die Bühne ging.<br />
Wie heutzutage üblich mit den nötigen<br />
Hygienekonzepten, aber dank<br />
im Vorfeld erstellten „Covid-Safe-<br />
Tickets“ und QR Code sogar ohne<br />
Maskenpflicht.<br />
Mit 161 Ausstellern aus elf<br />
Ländern (2019: 268) waren es<br />
zwar fast 40 Prozent weniger als vor<br />
zwei Jahren, aber das tat der guten<br />
Stimmung keinen Abbruch. „Wir<br />
sind vom Resultat hellauf begeistert“,<br />
betonte Messechef Lieven<br />
van den Heede. Wobei bereits im<br />
Vorfeld die positiven Umsatzzahlen<br />
der belgischen Möbelindus trie für<br />
entsprechend gute Laune gesorgt<br />
hatten (siehe S. 60). Jedenfalls<br />
konnte aufgrund der Pandemie mit<br />
mehr Teilnehmer:innen auch nicht<br />
gerechnet werden.<br />
Wie gewohnt waren die Hallen 3<br />
bis 6 plus 8 und 9 belegt, aber eben<br />
nur zu gut drei Viertel. Entsprechend<br />
erwartbar gingen auch die Besucherzahlen<br />
zurück. Das Team rund um<br />
Lieven van den Heede zählte insgesamt<br />
aber immer noch über 16.000<br />
Gäste aus 38 Ländern, nur rund<br />
15 Prozent weniger als 2019. Die<br />
meisten kamen aus Belgien und<br />
Luxemburg (39,1%), gefolgt von<br />
den Niederlanden (23,3%), Frankreich<br />
(10,9%), Deutschland, Österreich<br />
und der Schweiz (zusammen<br />
4,8%). Der größte Rückgang wurde<br />
aus Großbritannien und den USA<br />
verzeichnet. Insgesamt also eine<br />
sehr europäische Messe, was die<br />
Veranstalter aber gerade in diesen<br />
Zeiten als Vorteil interpretierten,<br />
denn durch hohe Transport- und<br />
Geradezu himmlisch: Das „Ticket to Heaven“<br />
mit dem die Messe in die Schlafen-Halle<br />
„Brussels by Night“ eingeladen hatte.<br />
Darüber erleichtert, dass die Messe so<br />
glatt über die Bühne ging, zeigte sich<br />
Messechef Lieven van den Heede.<br />
Auch 20<strong>21</strong> gab es wieder die begehrten „Balthazars“-Auszeichnungen. Zu den diesjährigen<br />
Gewinner zählten Passe Partout, Egoitaliano, Toon de Somer und Revor.<br />
58 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Containerkosten oder steigende<br />
Löhne u. a. in China sei es an der<br />
Zeit, wieder vermehrt auf die Produktion<br />
in Europa zu setzen. Die<br />
Hersteller hatten entsprechend einiges<br />
zu bieten. Auffallend waren abermals<br />
die ausgesprochen schönen<br />
Stand- Inszenierungen, die von der<br />
Brüsseler Möbelmesse auch in diesem<br />
Jahr ausgezeichnet wurden.<br />
Für reichlich Inspirationen sorgten<br />
zudem die Trendpassagen zwischen<br />
den Hallen, Dort wurden kuratierte<br />
Möbel gezeigt, die zu den Themen<br />
„Natur“, „Pure“ und „Deco“<br />
passten.<br />
Zusätzlich zu den Modellen für<br />
Private Labels überraschte Rom<br />
damit, künftig unter „Rom 1961“<br />
mit einem eigenen Markenkonzept<br />
auftreten zu wollen. Für den POS<br />
entwickelte der Polster<strong>möbel</strong>hersteller<br />
eine flexibel gestaltbare Fläche<br />
mit einer exklusiven Kollektion<br />
plus Warenträger, Teppichen,<br />
Couch tischen und Vermarktungsmaterialien.<br />
De Eekhoorn aus den<br />
Niederlanden war mit seinen vier<br />
Marken vor Ort – Woood, BePureHome,<br />
Vtwonen und dem erst<br />
vor rund einem halben Jahr übernommenem<br />
Label Exotan (Persoon<br />
Outdoor Living), womit De Eekhoorn<br />
sein Sortiment um Möbel für<br />
Draußen ergänzt hat. XO Interiors<br />
erweitert sein Angebot an Sofas und<br />
Polstersesseln und zeigte darüber<br />
hinaus die neue Schranklinie „Oslo“<br />
komplett aus Pinienholz, rustikal<br />
gebeizt. Meubar will mit aufgebauten<br />
und zerlegten<br />
Kasten<strong>möbel</strong>n in<br />
Echtholzoptik,<br />
die komplett<br />
in Belgien<br />
produziert werden künftig den<br />
deutschen Markt stärker angehen.<br />
Theuns präsentierte klassische,<br />
aber auch moderne Wohnlösungen<br />
in Eiche massiv und furniert und<br />
hat ebenso den deutschen Handel<br />
im Blick, weshalb das Familienunternehmen<br />
erneut an der „imm<br />
cologne“ teilnehmen wird.<br />
Neben dem Wohnen ist auf der<br />
Brüsseler Möbelmesse traditionell<br />
auch der Schlafen-Bereich wichtig.<br />
LS Bedding zeigte mit der „Schlaf-<br />
DNA“ von Ergosleep „Cocon 2.0“<br />
– ein neues Schlafstudio, in dem das<br />
persönliche Schlafprofil noch überzeugender<br />
ermittelt werden kann.<br />
Über 100 Kabinen hat das Unternehmen<br />
in Benelux, Deutschland,<br />
Österreich und Frankreich bislang<br />
platziert. Die Präsenz soll mit Hilfe<br />
der Neuentwicklung weiter ausgebaut<br />
werden. Umtriebig zeigte sich auch<br />
Polypreen, denn der Anbieter von<br />
Boxspringbetten und Matratzen stellt<br />
sämtliche Schäume selbst her, was ihn<br />
auch als Lieferant für anderen Matratzenhersteller<br />
interessant macht.<br />
Darüber hinaus zog sich das<br />
Thema Nachhaltigkeit durch die<br />
Messe. „Die Designer sind oft die<br />
treibenden Kräfte“, betonte Lieven<br />
van den Heede. Dabei gehe es u. a.<br />
um zertifiziertes Holz, aber auch<br />
um zirkuläre Entwicklungen, also<br />
um Möbel und beispielsweise Matratzen,<br />
die sich komplett recyceln<br />
lassen, aber auch um langlebige<br />
Produkte, die wieder mehr gefragt<br />
sind. Und insgesamt zeigten sich die<br />
Hersteller wirklich zufrieden mit<br />
der Orderlaune von Händlern und<br />
Einkäufern. Hier wurden die Erwartungen<br />
zum Teil sogar übertroffen.<br />
EVELYNE BECKMANN<br />
Am liebsten als<br />
Shop-in-Shop-<br />
Lösung möchte Ferry<br />
Knol, Exportleiter<br />
De Eekhoorn, die<br />
Outdoor<strong>möbel</strong> von<br />
Exotan, die das niederländische<br />
Unternehmen<br />
in diesem<br />
Jahr übernommen<br />
hat, hierzulande in<br />
den Markt bringen.<br />
Aus massiver Eiche<br />
ist das klassische<br />
Programm „Jura“ von<br />
Theuns. Zu haben ist<br />
die Linie, die auch auf<br />
der „imm cologne“<br />
vorgestellt werden<br />
soll, außerdem in<br />
einem dunkleren<br />
Farbton.<br />
Auch deutsche Einkaufsverbände<br />
haben<br />
sich bei XO Interiors<br />
inspirieren lassen.<br />
Fündig wurden sie<br />
bei der Suche nach<br />
Highboards und<br />
Buffetschränken.<br />
Doch das Unternehmen<br />
bietet jetzt auch<br />
vermehrt Sessel an.<br />
Dank Wabenplatte<br />
wirken die Wohn<strong>möbel</strong><br />
und Tische<br />
von Meubar sehr<br />
massiv. Die Tische,<br />
Low- und Highboards<br />
in Echtholzoptik sind<br />
„made in Belgium“.<br />
Hauptmärkte sind<br />
bislang Belgien, die<br />
Niederlande und<br />
Frankreich.<br />
„Die Messe ist ein<br />
Fest“, freute sich<br />
Rom-Geschäftsführer<br />
Paul Rom<br />
(2.v.r.), zusammen<br />
mit Jonas Roth, VTL<br />
DACH (l.) und den<br />
beiden Designern<br />
Julien Pieper und<br />
Paul Falkenberg (r.).<br />
Bauwens wird im<br />
Januar auch in<br />
Köln ausstellen.<br />
Sales Director Luc<br />
Vercruysse zeigte<br />
der „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“,<br />
welches Schlafzimmer<br />
aus seinem<br />
Programm auch den<br />
deutschen Einkäufer<br />
interessieren könnte.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 59
SKANDINAVIEN<br />
Fiskars: Große Kampagne zur Kochgeschirrserie „Norden“<br />
Pure Nordic Cooking<br />
Hochwertige Materialien wie Gusseisen,<br />
Stahl und Birkenholz zeichnen<br />
die Serie „Norden“ aus. Auch der<br />
finnische Michelin Sternekoch Sauli<br />
Kemppainen sowie TV-Köchin und<br />
„The Taste”-Gewinnerin Felicitas Then<br />
sind von der Qualität überzeugt.<br />
70 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Bei einem exklusiven Event in Berlin kochten<br />
die geladenen Gäste mit Sauli Kemppainen und<br />
Felicitas Then und konnten so das Kochgeschirr<br />
ausprobieren und entdecken.<br />
Die nordische Küche steht für frische Zutaten und unverfälschten<br />
Genuss. Mit der Kochgeschirrserie „Norden“<br />
bringt Fiskars diese kulinarische Lebensfreude nun nach<br />
Deutschland. Dabei setzt das finnische Unternehmen auf<br />
eine aufmerksamkeitsstarke Kampagne sowie innovative<br />
Konzepte am PoS, die ein emotionales Einkaufserlebnis<br />
kreieren und neue Umsatzpotenziale fördern sollen.<br />
Fortschrittlich – und trotzdem<br />
stark in den Traditionen verhaftet:<br />
So lässt sich die nordische<br />
Lebensart beschreiben. Und so präsentiert<br />
sich auch das Kochgeschirr<br />
„Norden“ von Fiskars. Es ist aus<br />
einer althergebrachten Handwerkskunst<br />
entstanden, die fest im Norden<br />
verwurzelt ist. Das zeitlose Design<br />
ist von der nordischen Natur und<br />
Traditionen inspiriert, wozu auch<br />
Quellen aus den Originalarchiven<br />
von Fiskars gehören.<br />
Die Kollektion „Norden“ umfasst<br />
verschiedene hochwertige Messer<br />
und Kochgeschirr, wobei alle Pro-<br />
dukte komplett in Finnland hergestellt<br />
werden und aus natürlichen<br />
und zu 70 Prozent recycelten Materialien<br />
bestehen. Neben Gusseisen<br />
und Stahl kommt auch finnisches<br />
Birkenholz zum Einsatz – dieses<br />
findet sich sowohl als Detail an den<br />
Pfannen und Kasserollen als auch an<br />
den Griffen der Messer wieder. Ganz<br />
im Sinne des Nachhaltigkeitsgedanken<br />
ist „Norden“ für die Ewigkeit<br />
gemacht. Deshalb gibt Fiskars eine<br />
erweiterte 25 Jahres-Garantie auf<br />
das gesamte „Norden“-Sortiment.<br />
Live von der Qualität und Vielfalt<br />
der Kochgeschirr-Serie überzeugen<br />
konnten sich am <strong>21</strong>. und 22. Oktober<br />
Influencer, Handels- und Pressevertreter:innen<br />
bei einem exklusiven<br />
Event in der Berliner Location<br />
„Kitchen Kartell“. Mit dem Event<br />
zeigte Fiskars einmal mehr, dass die<br />
Produkte zum Fühlen, Experimentieren<br />
und Entdecken gemacht sind.<br />
Die geladenen Gäste kochten dort<br />
gemeinsam mit dem finnischen<br />
Michelin-Sternekoch Sauli Kemppainen<br />
sowie der TV-Köchin und<br />
„The Taste”-Gewinnerin Felicitas<br />
Then ein 4-Gänge-Menü. Sauli<br />
Kemppainens Motto in der Küche<br />
lautet „Weniger ist mehr!“ Sein<br />
puristischer Kochstil steht für eine<br />
natürliche Zubereitung und frische<br />
Zutaten. Der Profi-Koch mit über<br />
30 Jahren Erfahrung arbeitet in Restaurantküchen<br />
auf der ganzen Welt.<br />
Gemeinsam mit Felictias Then bildet<br />
er das perfekte Dream-Team, denn<br />
auch sie fühlt sich in Küchen auf der<br />
ganzen Welt wohl. In ihrem aktuellen<br />
Kochbuch „Taste the World“ teilt<br />
sie ihre kulinarischen Souvenirs und<br />
nimmt die Leser:innen mit auf eine<br />
köstliche Reise durch mehr als 20<br />
Länder, die sie dafür bereist – unter<br />
anderem auch Finnland.<br />
Die passende Weinbegleitung<br />
so wie das exklusive Ambiente mit<br />
dekorativem Geschirr der Marke<br />
Iittala, die ebenfalls von Fiskars vertrieben<br />
wird, rundeten den Abend<br />
in Berlin ab.<br />
Doch nicht nur geladene Event-<br />
Gäste haben die Möglichkeit, mit<br />
den beiden Profis zu kochen: Fiskars<br />
unterstützt den Handel mit einer<br />
großen Promotion dabei, diese Erfahrung<br />
mit seinen Kund:innen zu teilen.<br />
Mit der „Pure Nordic Cooking<br />
Master Class“-Aktion können Endverbraucher:innen<br />
noch bis zum 31.<br />
Dezember einen digitalen Kochkurs<br />
mit Sauli Kemppainen und Felicitas<br />
Then erhalten. Wer im Aktionszeitraum<br />
ein oder mehrere Küchenprodukte<br />
von Fiskars im Wert von<br />
mindestens 70 Euro kauft, kann<br />
den Kaufbeleg auf der Website<br />
fiskars.de/purenordic hochladen und<br />
erhält dann einen exklusiven Zugriff<br />
auf den Online-Kochkurs mit Sauli<br />
Kamppainen und Felicitas Then in -<br />
klusive Rezepte und Einkaufslisten.<br />
Zusätzlich bekommen die Kund:innen<br />
eine typische finnische Zutat<br />
als Überraschungsgeschenk per Post.<br />
Die Aktion begleitet Fiskars mit<br />
einer groß angelegten 360°-Kampagne,<br />
um gemeinsam mit dem Handel<br />
neue Umsatzpotenziale zur verkaufsstärksten<br />
Jahreszeit zu fördern.<br />
Perana Punniyamoorthy, Marketing<br />
Activation Manager, CREA-DACH,<br />
Fiskars Germany, erklärt dazu:<br />
„Unsere Produkte sind zum Fühlen,<br />
Experimentieren und Entdecken ge -<br />
macht. Diese einzigartige User Experience<br />
und das nordische Feeling<br />
transportieren wir über unsere aufmerksamkeitsstarke<br />
Kampagne, denn<br />
unser Premium Küchensortiment<br />
hält für jeden Kunden das passende<br />
Produkt bereit. Mit unseren innovativen<br />
PoS-Konzepten kreieren wir<br />
darüber hinaus ein emotionales Einkaufserlebnis,<br />
von dem der Handel<br />
profitiert und mit dem er eine<br />
neue Zielgruppe mit hoher Kaufkraft<br />
erreichen kann.“<br />
www.fiskars.com<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 71
ZKZ 4937<br />
<strong>12</strong> I 20<strong>21</strong><br />
SPECIAL<br />
SCHLAFEN<br />
Branche zeigt sich optimistisch<br />
Werte-Wandel<br />
Erfolgsstory<br />
10 Jahre Geltex by<br />
Schlaraffia<br />
Foto: Schlaraffia<br />
Matratzen-Industrie: Hoffnung auf eine deutlich spürbare Erholung /// Agro International:<br />
Vielfältiger Mix grüner Ideen /// „imm cologne“: Kreative Komfortzonen /// Ada: Live the<br />
way you like /// Garant: Shooting mit Kuscheleffekt /// Ruf Betten: Emotionale Markenwelt
SCHLAFEN<br />
Werte-Wandel<br />
Natur pur und traumhafte Kulisse<br />
für das Modell „Creole“ von Bretz.<br />
Foto: Bretz<br />
Das macht Hoffnung: Die Matratzenhersteller blicken dem kom -<br />
menden Jahr recht optimistisch entgegen. Laut der Herbst umfrage<br />
des Fachverbands Matratzen-Industrie erwartet der überwiegende<br />
Teil der Mitglieder eine mittlere oder gute Konjunkturentwicklung.<br />
Und das, obwohl die Umsätze in diesem Jahr bislang unter Vorjahr<br />
sowie unter dem Vor-Corona-Niveau lagen und auch die Situation der<br />
Rohstoffknappheit angespannt bleibt. Die Unternehmen lassen sich<br />
von der Pandemie und ihren Begleiterscheinungen nicht unterkriegen<br />
– im Gegenteil: Mit neuen und insbesondere nach haltigen Entwicklungen<br />
machen sie sich fit für die Zukunft.<br />
So setzen immer mehr Firmen auf grüne Produkte und Herstellungsverfahren.<br />
Prozesse werden hinterfragt und bei Bedarf umweltfreundlicher<br />
gestaltet. Experimentierfreudig bewegt sich die Bettenbranche<br />
aus ihrer „Komfortzone“ heraus und punktet damit nicht nur<br />
bei der Natur, sondern ebenso bei den Verbraucher:innen. Denn auch<br />
wenn die Pandemie allen enormes abverlangt, so hat sie doch auch zu<br />
einem anderen Bewusstsein der Konsument:innen geführt: Bei den<br />
Produkten steht nicht mehr nur der Preis im Vordergrund. Stattdessen<br />
werden verstärkt Herkunft und Qualität hinterfragt. Mit dem Ergebnis,<br />
dass vermehrt hochwertige und unbedenkliche Produkte den Vorzug<br />
erhalten. Und das ist eine große Chance für die Hersteller. DORIS SCHMIDT<br />
Top-Themen<br />
in diesem Schlafen-Special:<br />
Fachverband Matratzen-<br />
Industrie: Hoffnung auf eine<br />
deutlich spürbare Erholung<br />
Agro International:<br />
Vielfältiger Mix grüner Ideen<br />
„imm cologne“: Kreative<br />
Komfortzonen<br />
Schlaraffia: Innovative<br />
Erfolgsgeschichte<br />
Ada: Live the way you like<br />
Ruf Betten: Emotionale<br />
Markenwelt<br />
ZUM TITEL<br />
Modern, sportlich und gemütlich präsentiert sich<br />
das Boxspringbett „Romeo“ von Schlaraffia.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 77
SCHLAFEN<br />
Fachverband Matratzen-Industrie: Pandemiebedingte Umsatzrückgänge<br />
Hoffnung auf eine<br />
deutlich spürbare Erholung<br />
Die Matratzenhersteller haben aktuell zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Neben pandemiebedingten<br />
Einbußen muss das Problem der Rohstoffknappheit und den damit verbundenen teils enormen<br />
Preissteige rungen gelöst werden. Wie die Unternehmen damit umgehen, welche Technologien sich trotz der<br />
angespannten Lage behaupten können und was der Verband Matratzen-Industrie zur „imm cologne“ plant,<br />
erläutert Geschäftsführer Martin Auerbach im Gespräch mit der „<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>“.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Die Matratzenhersteller<br />
hatten im ersten Halbjahr Umsatzrückgänge<br />
und Absatzverluste zu beklagen.<br />
Wie hat sich die Lage zum Jahresende<br />
hin entwickelt?<br />
Martin Auerbach: Unsere aktuellen<br />
Zwischenergebnisse lassen keinen<br />
Zweifel daran: Pandemiebedingte<br />
Verluste haben die Branche massiv<br />
belastet und für das kommende Jahr<br />
hoffen wir dringend auf spürbare<br />
Erholung.<br />
Für den Zeitraum Januar bis September<br />
20<strong>21</strong> haben unsere Hersteller<br />
einen Umsatzrückgang von Minus 7,8<br />
Prozent über alle Technologien und<br />
Warengruppen im Vergleich zum Vorjahr<br />
zu beklagen. Federkerne liegen<br />
17,3 Prozent und Schaum 7,3 Prozent<br />
unter Vorjahresergebnis. Latex<br />
verzeichnet einen Umsatzrückgang<br />
von 6,6 Prozent. Bonnell matratzen<br />
haben 22,4 Prozent Umsatz verloren<br />
und auch bei Unterfederungen/<br />
Lattenrosten schlagen die Verluste mit<br />
10,9 Prozent zu Buche.<br />
Wenn wir den genannten Zeitraum<br />
20<strong>21</strong> mit dem Vor-Vorjahreszeitraum<br />
ohne Pandemiebedingungen<br />
vergleichen – also mit Januar<br />
bis September 2019 – fallen die<br />
Umsatzrückgänge bei den einzelnen<br />
Technologien noch drastischer aus:<br />
Federkern liegt mit 20,1 Prozent und<br />
Schaum mit 14,1 Prozent unter dem<br />
Ergebnis von 2019. Bei Latex beträgt<br />
der Umsatzrückgang sogar 23,7 Prozent,<br />
bei Bonnell 44,2 Prozent.<br />
Bei den Marktanteilen ist Schaum<br />
mit 56 Prozent nach wie vor die am<br />
stärksten nachgefragte Technologie<br />
und hat im Vergleich zum Vorjahr<br />
einen Prozentpunkt dazu gewonnen.<br />
Auf Platz zwei stehen TFK, die zwei<br />
Prozentpunkte unter Vorjahr liegen.<br />
Sonstige haben einen Marktanteil<br />
von acht Prozent, das ist ein Prozentpunkt<br />
über dem Vorjahr, Latex bleibt<br />
unverändert.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche Technologien konnten<br />
sich trotz der angespannten Lage<br />
behaupten?<br />
Martin Auerbach: Im Vergleich mit<br />
dem Vorjahr waren das nur die<br />
„Sonstigen“ – zu denen bei uns<br />
unter anderem Wasserbetten, Kinder-<br />
und medizinische Matratzen<br />
zählen. Sie konnten ein Plus von<br />
16,7 Prozent erwirtschaften. Bei<br />
den Warengruppen sind es Topper,<br />
die 10,1 Prozent gegenüber dem<br />
Vorjahr zugelegt haben. Wegen der<br />
eher kleinen Marktanteile dieser<br />
Produktgruppen schlagen diese<br />
Gewinne aber bezogen auf den<br />
Gesamtmarkt nicht sehr stark zu<br />
Buche. Die Topper konnten sich<br />
auch im Vergleich mit dem Zeitraum<br />
vor der Pandemie behaupten,<br />
sie verbuchen ein Plus von 10,5<br />
Prozent. Unterfederungen/Lattenroste<br />
gehen aus diesem Vergleich<br />
ebenfalls mit einem Zuwachs von<br />
8,9 Prozent hervor.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Neben den Rückgängen<br />
kämpfen die Unternehmen mit Rohstoffknappheit<br />
und Preissteigerungen. Bei<br />
welchen Materialien und in welchen<br />
Bereichen ist diese Problematik besonders<br />
ausgeprägt?<br />
Martin Auerbach: Die am deutlichsten<br />
von Lieferengpässen und den<br />
damit verbundenen Preissteigerungen<br />
betroffenen Rohstoffe sind<br />
nach Auskunft unserer Mitglieder<br />
neben verschiedenen Fasern, Stoffen<br />
Zu den größten<br />
Herausforderungen unserer<br />
Zeit gehören in jedem<br />
Fall der Klimawandel<br />
und die unumgängliche<br />
Entkopplung von Wirtschaftswachstum<br />
und<br />
Ressourcenverbrauch.<br />
und Garnen auch Holzwerkstoffe,<br />
Schaumstoffe aus PU und Latex,<br />
Federkerne und Aluminium. In<br />
unserer Herbst-Konjunkturumfrage<br />
haben wir auf die Frage nach den<br />
besonders betroffenen Rohstoffen<br />
aber auch die Antwort „alle!“<br />
erhalten. Zusätzlich zur Verknappung<br />
machen den Mitgliedern vor<br />
allem die explosionsartig nach oben<br />
gekletterten und zum Teil weiter<br />
wachsenden Kosten für Verpackung<br />
und Logistik Sorgen, zu denen in der<br />
Produktion die ebenfalls stark steigenden<br />
Energie- und insbesondere<br />
Stromkosten hinzukommen. Dabei<br />
scheint das Ende der Preisspirale<br />
noch immer nicht erreicht und die<br />
Weitergabe dieser Kosten an Handel<br />
und Verbraucher ist oftmals kaum<br />
möglich, weil langfristige Verträge,<br />
insbesondere mit den Handelsverbänden,<br />
dem entgegenstehen.<br />
<strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong>: Welche zentralen Herausforderungen<br />
hat die Branche noch zu<br />
bewältigen und wie kann das geschafft<br />
werden?<br />
Martin Auerbach: Zu den größten Herausforderungen<br />
unserer Zeit – und<br />
zwar gesamtgesellschaftlich gesehen<br />
– gehören in jedem Fall der Klimawandel<br />
und die unumgängliche<br />
Entkopplung von Wirtschaftswachstum<br />
und Ressourcenverbrauch. Für<br />
unsere Branche und uns als Verband<br />
ist damit die Wende hin zur Kreislaufwirtschaft<br />
verbunden. Wir stehen<br />
vor der Aufgabe, Unternehmensstrategien,<br />
Produktionsverfahren und<br />
Investitionen auf die erforderlichen<br />
Transformationsprozesse hin auszurichten.<br />
Nicht zuletzt muss aber<br />
auch der Druck auf die politischen<br />
Entscheider erhöht werden, praktikable<br />
Lösungen zu entwickeln, ohne<br />
damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher<br />
und europäischer Akteure aufs<br />
Spiel zu setzen. Die hohe Nachfrage<br />
unserer Mitgliedsunternehmen bei<br />
den Angeboten des Kompetenz-Zentrums<br />
Textil + Sonnenschutz zur<br />
78 <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> <strong>12</strong>/20<strong>21</strong>
Ich bin davon<br />
überzeugt, dass der<br />
Fachhandel bei<br />
beratungsintensiven<br />
Produkten, zu denen<br />
wir die Matratze<br />
zählen, auch in Zukunft<br />
seine Bedeutung<br />
behalten wird.<br />
Foto: Fachverband Matratzen-Industrie<br />
Martin Auerbach, Geschäftsführer des<br />
Fachverbands Matratzen-Industrie.<br />
<strong>12</strong>/20<strong>21</strong> <strong>möbel</strong> <strong>kultur</strong> 79