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Georg 6-21

DER KLEINE GEORG ist eine Fachzeitschrift für den Pferdefreund, welche im Raum zwischen Harz und Heide sowie in der Umgebung und im westlichen Sachsen-Anhalt vertrieben wird. Hier wird über Pferdesport und Zucht in allen Facetten berichtet. Dabei macht die bunte Mischung aus überwiegend regionaler und überregionaler Berichterstattung sowie diversen Fachartikeln DER KLEINE GEORG so einzigartig.

DER KLEINE GEORG ist eine Fachzeitschrift für den Pferdefreund, welche im Raum zwischen Harz und Heide sowie in der Umgebung und im westlichen Sachsen-Anhalt vertrieben wird. Hier wird über Pferdesport und Zucht in allen Facetten berichtet. Dabei macht die bunte Mischung aus überwiegend regionaler und überregionaler Berichterstattung sowie diversen Fachartikeln DER KLEINE GEORG so einzigartig.

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DER KLEINE GEORG<br />

Die Fachzeitschrift für den Pferdefreund<br />

in Harz, Heide und Umgebung<br />

6/20<strong>21</strong><br />

Ausgabe<br />

Dez./Jan.<br />

€ 3,00<br />

Das waren die ConMoto Jumping Days<br />

Nachlese DM Voltigieren in Verden<br />

Titelseite <strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd CS4.indd 1 1 19.11.<strong>21</strong> 26.11.<strong>21</strong> 19:49 18:08


In dieser Ausgabe:<br />

Heide, Hengste, Handwerkskunst 3<br />

Schlaue Pferdeköpfe<br />

Aus der Not heraus oder nur<br />

wenn sie im Überfluss leben? 4<br />

ConMoto Jumping Days 20<strong>21</strong> 5<br />

VGH Cup-Finale 20<strong>21</strong> in Hannover 8<br />

Verein zur Förderung des Pferdsports 9<br />

Neue Bult 11<br />

Sensationelles ARC Wochenende 15<br />

Besitzertrainer Cup 20<strong>21</strong> 17<br />

RACEBETS „Comeback-Renntag“ 18<br />

Reitsportmosaik 19<br />

Rehe bei Kutschpony ‚Linus‘ 34<br />

‚Pepper‘ hält sich alle Optionen offen 37<br />

Neues vom RFV Vorsfeld 39<br />

Erfolgreiche Reitabzeichenprüfung<br />

in Halchter 40<br />

VETogether-Fortbildung Bargteheide 41<br />

Endlich wieder Hengstparade 43<br />

Stutenpower im LG Celle 47<br />

Kaltblutleistungsprüfung<br />

im LG Celle 49<br />

„E“ wie eindrucksvoll 50<br />

Ihr schlaft - wir wachen 52<br />

Andrea Zachrau mit Fotoausstellung<br />

zu Gast im Pferdemuseum 53<br />

4 Sterne für den VEOLIA Classico 54<br />

Termine 55<br />

Vorschau/Impressum 58<br />

Foto: Sabine Wenck, Außenstelle Cloppenburg<br />

Zum Titelfoto:<br />

Die Kosakenpost, für die man<br />

gutes Training, Balance und<br />

Stehvermögen braucht, sorgt<br />

immer wieder für Begeisterung<br />

bei den Zuschauern<br />

in Neustadt-Dosse<br />

Foto: Marianne Schwöbel<br />

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Das Team von<br />

DER KLEINE GEORG<br />

wünscht allen Lesern<br />

Frohe Weihnachten und<br />

einen guten Rutsch ins neue Jahr<br />

Passen Sie gut auf sich auf und<br />

bleiben Sie gesund<br />

2<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 2 26.11.<strong>21</strong> 18:08


Foto: Sabine Wenck, Außenstelle Cloppenburg<br />

Unter diesem Titel öffnete das<br />

Landgestüt Celle vom 3. - 5.<br />

September auf dem Gelände der<br />

Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf<br />

seine Tore für eine neue Veranstaltung.<br />

Von 11 - 18 Uhr hatten die Besucher<br />

die Möglichkeit, über das 32 ha große<br />

Heidegelände zu flanieren und sich<br />

bei über 70 Ausstellern mit einem<br />

breiten Angebot aus Kunsthandwerk,<br />

Mode, Schmuck und Naturprodukten<br />

umzusehen. An etlichen Ständen<br />

konnte man entspannen und<br />

kulinarische Köstlichkeiten, wie die<br />

besonders leckeren Waffeln der Celler<br />

Waffelschmiede genießen.<br />

Aktuelles<br />

Heide, Hengste, Handwerkskunst<br />

Und immer wieder ließ ein<br />

abwechslungsreiches Rahmenprogramm<br />

mit Celler Hengsten, der hannoverschen<br />

Ponyquadrille und der Polizeireiter- und<br />

Hundestaffel die zahlreichen Zuschauer<br />

zu den Schauvierecken strömen.<br />

Hundeführer Friedhelm Maron<br />

erläuterte anschaulich und zeigte mit<br />

seinem bildschönen Schäferhund<br />

‚Piefke’ Ausschnitte aus der Arbeit<br />

von z. B. Sprengstoffspürhunden. Und<br />

‚Piefke’ fand die versteckte Patrone auf<br />

Anhieb.<br />

Begeistert waren die Zuschauer<br />

vom Auftritt der hannoverschen<br />

Polizeireiterstaffel,<br />

den<br />

Polizeihauptkommissarin Andrea<br />

Neumann fachkundig kommentierte.<br />

Besonders die kleinen Jungs am Rand<br />

waren Feuer und Flamme bei dieser<br />

aktionsgeladenen Vorführung. Pferde,<br />

die durch Papierwände springen, die<br />

völlig cool und doch lebendig für sie<br />

merkwürdige Aufgaben erledigen.<br />

Im nachgestellten Einsatz gegen<br />

„Gestüterdemonstranten“ zeigten sie<br />

spektakuläre Galoppeinlagen, standen<br />

anschließend absolut lieb da und<br />

ließen sich von vielerlei Kinderhänden<br />

streicheln, während ihre Reiter<br />

geduldig alle Fragen der Interessierten<br />

beantworteten.<br />

Große Quadrille<br />

Friedhelm Maron und ‚Piefke‘<br />

OSM Ullrich Müller<br />

3<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 3 26.11.<strong>21</strong> 18:08


Ponyquadrille<br />

Traberwagen<br />

Gespannte Eleganz hieß ein Schaubild,<br />

bei dem ein wenig Wehmut aufkam.<br />

Landstallmeister Dr. Axel Brockmann<br />

dankte OSM Ullrich Müller, der im<br />

nächsten Jahr in den wohlverdienten<br />

Wie viele Halter wissen, zeigen Pferde<br />

oft ein erstaunlich innovatives Verhalten.<br />

Eine Studie der Hochschule<br />

für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen<br />

(HfWU) und der St.<br />

Andrews University in Schottland<br />

untersuchte, ob dieses Verhalten zum<br />

natürlichen Repertoire der Tiere gehört.<br />

begutachten.<br />

Aktuelles<br />

Ruhestand geht,<br />

für seine Arbeit<br />

im Landgestüt.<br />

Mit den vor die<br />

Mylord gespannten<br />

Schimmeln<br />

‚Rio Novo’ und<br />

‚Berggreen’<br />

absolvierte der<br />

erfahrene Fahrer<br />

unter dem Beifall der<br />

Zuschauer seinen<br />

letzten öffentlichen<br />

Auftritt.<br />

Junghengste als<br />

auch schon weiter<br />

ausgebildete<br />

Hengste in Dressur<br />

und Springen,<br />

unter ihnen einer<br />

der derzeitigen<br />

Topseller ‚Shu Fu’,<br />

konnten züchterisch<br />

Interessierte in<br />

Schaubildern<br />

Doch als die große Quadrille mit 24<br />

Hengsten, angeführt von HSM Ole<br />

Verhaltensrepertoire der Pferde nicht<br />

gezeigt wird, oder es sich um natürliches<br />

Pferdeverhalten handelt, das in<br />

Köhler auf ‚Heinrich Heine’, in ihren<br />

leuchtend roten Uniformen über<br />

die Heide kam, das war schon ein<br />

spektakuläres Bild. Dicht gedrängt<br />

standen da die Zuschauer am<br />

Dressurviereck und sahen den akkurat<br />

gerittenen Formationen zu.<br />

Ponys sind Charaktersache mit diesen<br />

Schriftzügen auf dem Rücken ritten 24<br />

junge Reiterinnen mit ihren Reitponys<br />

unter Leitung von Annette Prieß<br />

zu einer Quadrille ein. Mit absolut<br />

sehenswerten Figuren beendeten sie<br />

jeden Tag bei strahlender Abendsonne<br />

die Veranstaltung.<br />

Coronabedingt konnte in Celle in<br />

diesem Jahr keine Veranstaltung<br />

stattfinden, doch bleibt als Resümee<br />

festzuhalten : Heide, Hengste,<br />

Handwerkskunst in Adelheidsdorf war<br />

absolut einen Besuch wert.<br />

Text und Fotos: Marianne Schwöbel<br />

Schlaue Pferde-Köpfe: Aus der Not heraus oder nur<br />

wenn sie im Überfluss leben?<br />

einem ungewöhnlichen, neuen Kontext<br />

zum Einsatz kommt.<br />

Welcher Pferdehalter kann nicht ein<br />

Lied von den vielen Tricks seiner<br />

geliebten Vierbeiner singen? Sie lassen<br />

sich etwas einfallen, wie sie an<br />

ihre geliebten Leckerlies kommen, sich<br />

einen ungeplanten Spaziergang ermöglichen<br />

und vieles mehr. Wissenschaftlerinnen<br />

und Wissenschaftler an der<br />

HfWU und der St. Andrews University<br />

in Schottland fragten sich, ob solche<br />

Innovationen aus der Not geboren<br />

werden oder vielmehr entstehen, wenn<br />

Überfluss herrscht - also Verhalten entwickelt<br />

wird, welches im natürlichen<br />

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4<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 4 26.11.<strong>21</strong> 18:08


Aktuelles /Regionaler Turniersport<br />

Sie baten in einer „Crowd Sourcing<br />

Studie“ Pferdebesitzer „ungewöhnliches“<br />

Pferdeverhaltens zu berichten<br />

und erhielten über tausend Berichte mit<br />

vielen Beispielen solch innovativen<br />

Verhaltens.<br />

Pferde wiederholten oft immer wieder<br />

dieselbe Innovation, um ihre Bedürfnisse<br />

für feie Bewegung Sozialkontakt<br />

und Futter zu decken. Sie öffnen z.B.<br />

Tür- und Torverschlüsse, um zu entkommen<br />

oder zu Sozialpartnern und<br />

besseren Futterquellen zu gelangen.<br />

Manche zeigten erstaunliche Fähigkeiten,<br />

sich aus Halftern zu befreien oder<br />

Knoten von Anbindestricken zu lösen.<br />

Sie warfen ihren Besitzern Futterschüsseln<br />

vor die Füße oder sie schlugen<br />

gegen Bäume bis die Äpfel fielen.<br />

spielten Fangen mit Stöcken, bürsteten<br />

sich gegenseitig, schalteten Licht<br />

an und aus, öffneten eine Vielzahl von<br />

unterschiedlichsten Schlössern ohne<br />

sich jedoch aus dem Stall zu begeben<br />

oder entfernten sich Bandagen und<br />

Decken mit zum Teil komplizierten<br />

Verschlüssen.<br />

Pferdebesitzer, die also einen wirklich<br />

innovativen „Pferde-Einstein“ fördern<br />

möchten, sollten sicherstellen, dass<br />

es ihm an nichts fehlt. Wird ein Pferd<br />

jedoch unter nicht ganz idealen Bedingungen<br />

gehalten, dann wird so mancher<br />

Halter erstaunt sein, mit welchen zielgerichteten<br />

Problemlösungsstrategien<br />

viele ihrer Pferde-Lieblinge aufwarten<br />

können.<br />

Wirklich kreative, innovative Pferde<br />

fanden sich jedoch, wenn alle ihre<br />

Grundbedürfnisse gedeckt waren.<br />

Unter solch günstigen Bedingungen<br />

zeigten einzelne Pferde eine größere<br />

Bandbreite unterschiedlicher Innovationen,<br />

oft im Verhaltenskontext<br />

Spiel und Komfort. Pferde schichteten<br />

bequeme Heulager zum Schlafen auf,<br />

kratzen sich mit Stöcken am Bauch,<br />

Reitturniere in Harsum haben sich längst<br />

einen festen Platz im Turnierkalender<br />

erobert und die Reiter kommen immer<br />

gerne. So zeigte sich Franz Bormann<br />

bereits nach der „wahrscheinlich<br />

Besten Herbst Challenge“ Anfang<br />

September 20<strong>21</strong> sehr zuversichtlich,<br />

dass auch die ConMoto Jumping Days<br />

3 Wochen später so erfolgreich über<br />

Kreativ und innovativ:<br />

Natürliches Pferde-Verhalten oder besonderen Bedingungen geschuldet?<br />

ConMoto Jumping Days 20<strong>21</strong><br />

„Das war wirklich ganz, ganz toller Sport“<br />

die Bühne gehen. Und diese Hoffnung<br />

wurde erfüllt. Dabei konnte sich der<br />

Turnierleiter auch hier wieder über<br />

viel Lob der Aktiven freuen. „Ich muss<br />

sagen, ‚wer hier meckert, der braucht<br />

gar nicht mehr zum Turnier fahren’. Wir<br />

haben hier wirklich tolle Bedingungen,<br />

einen Veranstalter, der das mit Herzblut<br />

macht, wo man merkt, da ist das nötige<br />

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hat einen super Boden und auch<br />

die Rundumbedingungen stimmen.<br />

Das Turnier hat schon viele gute<br />

Eigenschaften “, zeigte sich z.B. Tim<br />

Rieskamp-Goedeking, der erstmals<br />

in Harsum zu Gast war, begeistert<br />

und fügte hinzu: „Was ist auch recht<br />

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5<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 5 26.11.<strong>21</strong> 18:08


Regionaler Turniersport<br />

spannend finde ist, dass hier auch so<br />

ein Engagement hinter steckt bzgl.<br />

Sponsoring und dass vielleicht sogar<br />

der nächste Schritt noch wieder weiter<br />

geht.“<br />

Dabei hatte man in diesem Jahr „ein<br />

etwas anderes Konzept mit einem<br />

Kostümspringen Samstagabend und<br />

einer Dressurkür“ gewählt. Denn die<br />

Veranstalter hatten sich zum Ziel gesetzt,<br />

dieses Mal „kein reines Springturnier,<br />

sondern eine Pferdeleistungsschau<br />

zu machen und auch die vielfältigen<br />

Einsatzmöglichkeiten des Pferdes<br />

sowie die Beziehung Mensch/Pferd<br />

zu zeigen. Wir wollten die Beziehung<br />

Mensch/Pferd, die es ja von jeher schon<br />

gibt, in den Vordergrund stellen, um<br />

mal zu zeigen, was der Mensch dem<br />

Pferd als Kulturgut alles Gutes tut“,<br />

erklärt Franz Bormann.<br />

Und dieses Konzept, ist „sehr, sehr<br />

gut angekommen“, so dass man sich<br />

auch über eine überwältigende Zahl an<br />

Zuschauern freuen konnte, die in den 26<br />

bis zur Klasse S*** ausgeschriebenen<br />

Prüfungen tollen Sport sahen.<br />

Allerdings hätten sich die Veranstalter<br />

in der Mittleren Tour ein paar Starter<br />

mehr gewünscht. „Die haben sich<br />

wahrscheinlich lieber andere Turniere<br />

ausgesucht, wo die Konkurrenz nicht<br />

so groß ist. Ich glaube, es ist hier<br />

nicht besonders leicht zu gewinnen,<br />

deswegen freuen sich die Leute auch<br />

besonders, wenn es gelingt“, erklärt<br />

Franz Bormann lachend die kleineren<br />

Starterfelder.<br />

Christof Kauert (hier auf ‚Pandoletto‘) war in Harsum mehrfach erfolgreich<br />

Schönebeck e.V.), Maren Hoffmann<br />

auf ‚Cessy 47’ (Jumping Arena Gadow<br />

e.V.) und Wilma Marklund im Sattel<br />

von ‚Carlogero’ (RSG Winsen/Aller)<br />

Rang 4.<br />

Am Samstag bildete die Zwei-Phasen-<br />

Springprüfung Kl.S***, bei der sich<br />

30 Teilnehmer in die Starterliste<br />

eingetragen hatten, einen ersten<br />

Höhepunkt. Hier war es erneut Finja<br />

Bormann, die mit ‚Iron Man’ ihre<br />

Konkurrenten ordentlich unter Druck<br />

setzte. Und tatsächlich bissen sich die<br />

nachfolgenden Starter, von denen nur<br />

noch 6 Paare die 2. Phase fehlerfrei<br />

beenden konnten, an den 27,64<br />

Sekunden die Zähne aus. So belegten<br />

Christof Kauert mit ‚Chacandro’ sowie<br />

Volker Lehrfeld (RZV Ferchesar) mit<br />

‚Clash Royale’ die Plätze 2 und 3.<br />

Allerdings durfte man sich<br />

in der Großen Tour über tolle<br />

Teilnehmerfelder freuen. Hier stellte<br />

Finja Bormann, die im letzten Jahr<br />

den Großen Preis gewinnen konnte,<br />

dann bereits am Freitag klar, dass sie<br />

sich erneut einiges vorgenommen hat<br />

und belegte mit einer Nullrunde im<br />

Sattel von ‚Iron Man’ hinter Christof<br />

Kauert mit ‚Chacandro’ (Union 1861<br />

Ich lese<br />

DER KLEINE GEORG<br />

weil die Zeitung<br />

für uns gemacht ist !<br />

Schon abonniert?<br />

Finja Bormann und ‚Iron Man’ hatten ein sehr erfolgreiches Wochenende<br />

6<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 6 26.11.<strong>21</strong> 18:08


Regionaler Turniersport<br />

Am Sonntag standen dann die<br />

Finalprüfungen der verschiedenen<br />

Touren auf dem Programm. Und auch<br />

hier gab es hervorragenden Pferdesport<br />

zu sehen. Dabei bildete der Große Preis,<br />

in dem 28 Starter ihre Pferde gesattelt<br />

hatten, den Höhepunkt. Laut Franz<br />

Bormann „eigentlich ein perfektes<br />

Ergebnis.“ Doch obwohl der Parcours<br />

laut Tim Rieskamp-Goedeking „gut<br />

gebaut“ war und sich „am Ende schön<br />

reiten ließ“, gelang es nur 4 Paaren<br />

den Kurs von Günter Mindermann und<br />

Fred Jäger fehlerfrei zu überwinden.<br />

Dennoch schwärmte Franz Bormann:<br />

„Also das war wirklich ganz, ganz<br />

toller Sport“, fügte aber hinzu: „Es<br />

ist ein bisschen schade, dass die<br />

Richter die Zeit ein bisschen niedrig<br />

festgesetzt haben, so dass wir 4 Leute<br />

mit Zeitfehlern hatten. Ein Stechen mit<br />

6 oder 7 Leuten wäre vielleicht noch<br />

spannender gewesen. Aber, das ist<br />

wirklich jammern auf sehr, sehr hohem<br />

Niveau.“<br />

In der Entscheidung legte Kai Thomann<br />

mit ‚Samba de Janeiro’ flotte 39,91<br />

Sekunden vor, doch Tim Rieskamp-<br />

Goedeking und ‚Chico Bonito’ waren<br />

schneller (0/39,07). Danach hatten es<br />

Finja Bormann und ‚Iron Man’ in der<br />

Hand, sich erneut den Sieg zu sichern.<br />

Tim Rieskamp-Goedeking kam, sah und siegte mit ‚Chico Bonito’<br />

im Großen Preis<br />

Allerdings kassierten die Beiden einen<br />

Abwurf und belegten Rang 3.<br />

Dabei hatte Tim Rieskamp-Goedeking<br />

„natürlich versucht“ sich den Sieg<br />

zu sichern. „Ich wusste, dass ich ein<br />

schnelles Pferd habe“, erklärte der<br />

strahlende Sieger, der das Turnier<br />

in Harsum „witzigerweise im<br />

Unterbewusstsein<br />

auf clip my horse<br />

schon mal verfolgt“<br />

und gedacht hat, „das<br />

ist ja irgendwie auch<br />

total cool.“ Auf der<br />

Europameisterschaft<br />

in Riesenbeck<br />

ist Rieskamp-<br />

Goedeking dann<br />

durch Gerrit<br />

Nieberg auf die<br />

ConMoto Jumping<br />

Days aufmerksam<br />

gemacht worden. „Er sagte ‚hier guck<br />

mal Harsum, das ist ja eigentlich eine<br />

coole Ausschreibung. Mit 2 Mal 3<br />

Sterne und man darf 3 Pferde reiten.<br />

Das ist ja eigentlich richtig, richtig gut’.<br />

Dann hat er mir das rübergeschickt und<br />

dann war ich da so ein bisschen drin“,<br />

erzählt er lachend. Und da es ihm in<br />

Harsum so gut gefallen hat, möchte<br />

er auch gerne wiederkommen. „Jedes<br />

Jahr verschiebt sich der Turnierplan ein<br />

bisschen hin und her. Aber der Termin<br />

an sich, ist gar nicht schlecht, finde ich.<br />

Wenn es einigermaßen passt, kommen<br />

wir.“<br />

So zog auch Franz Bormann ein<br />

durchweg positives Fazit der ConMoto<br />

Jumping Days. „Also, wir sind rundum<br />

zufrieden und glücklich.“<br />

Text und Fotos: K.B.<br />

Kai Thomann und ‚Samba de Janeiro’<br />

auf dem Sprung zu Platz 2<br />

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7<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 7 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Regionaler Turniersport<br />

VGH Cup Finale 20<strong>21</strong> in Hannover<br />

Thies Ludewig und ‚Chins Elektra’ siegen im Finale<br />

Bereits im 26. Jahr fördert die VGH<br />

den Nachwuchs in Niedersachen<br />

und Bremen, durch die lukrative<br />

Ausstattung des VGH Cups. Am<br />

26.09.20<strong>21</strong> fand dann im Rahmen des<br />

Herbstturnieres des RV Hannover das<br />

große Finale statt. Hier setzten sich der<br />

für den RFV Harsum startende Thies<br />

Ludewig und ‚Chins Elektra’ mit dem<br />

schnellsten Null-Fehler-Ritt gegen<br />

Mattes Helmke auf ‚Coleman’ (RF Stall<br />

Tidow) sowie Madeleine Grobosch<br />

(Ländl. RV Lindhorst) mit ‚You belong<br />

to me durch’ und konnte sich über einen<br />

Pferdehänger als Ehrenpreis freuen.<br />

Foto: K.B.<br />

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<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 8 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Bei schönstem Sonnenschein<br />

eröffnete der „Verein zur Förderung<br />

der Reitsports e.V.“ sein diesjähriges<br />

Springturnier unter der Kulisse der<br />

Ruine der Burg Hardenberg auf dem<br />

Gräflichen Landsitz.<br />

Nach ihrem erfolgreichen Dressurturnier<br />

„Dressur im Park“ 14 Tage zuvor im<br />

Schlosspark kamen nun die Springreiter<br />

voll auf ihre Kosten. Und es war<br />

wirklich für jeden etwas dabei. Vom<br />

Stilspring-WB für die Jungen Reiter<br />

über die Springpferdeprüfungen für die<br />

Jungen Pferde bis hin zu 2 Springen der<br />

Klasse S*.<br />

Ein erfolgreiches Wochenende war<br />

es aber auch für den Veranstalter. Im<br />

Gespräch mit Antje Koch kam ganz<br />

deutlich zum Vorschein, dass sie auch<br />

mit dieser Veranstaltung sehr zufrieden<br />

war.<br />

Regionaler Turniersport<br />

Verein zur Förderung des Pferdesports<br />

Nach „Dressur im Park“ kam das Erntedank<br />

Springturnier auf dem Hardenberg Burgplatz<br />

Erfolgreiches Wochenende für die Lokalmatadore<br />

Dirk Klaproth und Kevin Rudolph<br />

Die Highlights am Sonntag waren<br />

neben der Springprüfung der Kl. S*<br />

mit Siegerrunde auch die „Jagd auf den<br />

Keiler“. In der Punktespringprüfung<br />

der Kl. M* wurde um die begehrte<br />

Keiler Figur geritten.<br />

Ein erfolgreiches Wochenende hatte<br />

Dirk Klaproth mir seinen Pferden.<br />

Neben zahlreichen Platzierungen<br />

ritt er gleich mehrfach zum Sieg. So<br />

siegte er in der Springpferdeprüfung<br />

Kl. A** und konnte sich mit seiner<br />

Stute ‚Night Fire’ auch den Sieg in<br />

der Springprüfung der Klasse S* von<br />

Samstagnachmittag sichern.<br />

Am Samstag wurde das Finale der<br />

ACT Youngster Tour, zu dem sich auch<br />

Joana Alet vom RFV Braunschweig<br />

mit Ihrer Stute ‚Sabrina’ qualifizieren<br />

konnte, ausgetragen. Neben ihr startete<br />

aber auch Melissa Fricke (Reitclub<br />

Braunschweiger Land) mit ihren<br />

Pferden beim Turnier.<br />

Dirk Klaproth und ‚Night Fire’ auf dem Sprung zum Sieg im S-Springen<br />

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9<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 9 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Regionaler Turniersport<br />

Studentenreitergruppe Göttingen. „Ich<br />

war ja nicht das erste mal hier auf dem<br />

Schloßgelände, um an dem Turnier<br />

teilzunehmen.“ Für ihn war es ein<br />

sogenanntes Heimspiel, da er bereits<br />

einige Jahre auf der Anlage gearbeitet<br />

hatte, als Nils von Hirscheidt noch dort<br />

war.<br />

Neben Joana Alert las man in den<br />

Starterlisten auch Namen wie<br />

Melissa Fricke mit ihrem ‚Quinci’<br />

und Martinique Gemballa, die bei<br />

diesem Turnier auch mit ihren 2 neuen<br />

Pferden an den Start ging. Mit ihrem<br />

Schimmel ‚Burlington’ konnte Sie sich<br />

mit ihren gerade mal erst 16 Jahren<br />

bis ins Stechen des S-Springen mit<br />

Siegerrunde vorkämpfen und holte<br />

sich als jüngste im Starterfeld Rang 8.<br />

Vater Gemballa war in einem kurzen<br />

Gespräch auf dem Weg zum Shuttle<br />

Bus sehr Stolz auf seine Tochter.<br />

Kevin Rudolph feierte im Sattel von ‚Casil‘ einen Heimsieg am Sonntag<br />

„Tolle<br />

Bedingungen und<br />

viel Herzblut“<br />

Vom Sieger der<br />

Springprüfung<br />

Klasse S mit<br />

Siegerrunde, Kevin<br />

Rudolph, gab es<br />

anschließend ein<br />

großes Lob an<br />

den Veranstalter<br />

und die Helfer der<br />

Save The Date „Dressur im Park“ vom<br />

17. - 19.06.2022<br />

Text und Fotos: Moin Moin Design,<br />

Katharina Walkemeyer<br />

Joana Alet und ‚Sabrina’<br />

10<br />

Melissa Fricke und ‚Quincy‘<br />

Martinique Gemballa ‚Burlington’<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 10 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Knapp 3 Wochen nach einem tollen<br />

Renntag der Hannoverschen Volksbank<br />

öffnete die Neue Bult für einen<br />

stimmungsvollen After Work-Renntag<br />

ihre Tore, bei dem die Zuschauer<br />

mit 9 spannenden Prüfungen das<br />

wohlverdiente Wochenende einläuten<br />

konnten. Dabei stand mit der Audi<br />

Zentrum Hannover-Trophy ein<br />

Ausgleich II über 1.400 Meter im<br />

Mittelpunkt des Geschehens, der mit<br />

insgesamt 10.000,00 Euro dotiert<br />

war. Hier sorgte Gestüt Brümmerhofs<br />

Familienpferd ‚Anno Mio’, der von<br />

Dominik Moser vor Ort trainiert<br />

wird, unter Wladimir Panov für den<br />

ersten Heimsieg eines auf der Bult<br />

vorbereiteten Pferdes an diesem<br />

Nachmittag. „Ich hatte einen prima<br />

Rennverlauf. Vor mir ging auch ‚Kodi<br />

Beach’ nach außen, damit hatte ich<br />

ein tolles Führpferd. ‚Anno Mio’ hat<br />

aber auch bestens durchgezogen“,<br />

freute sich Panov und Dominik Moser<br />

ergänzte: „Im Alter ist er im Rennen<br />

mittlerweile ein bisschen launisch. Zu<br />

Hause übernimmt er aber viele Rollen<br />

und ist für mich das wichtigste Pferd im<br />

Stall.“<br />

Übrigens: Das Gestüt Brümmerhof<br />

legte wenig später noch mal nach: Im<br />

8. Rennen kam auch ‚Sharoka’ aus dem<br />

Moser-Stall unter Wladimir Panov zu<br />

einem eindrucksvollen Sieg.<br />

Galoppsport<br />

Neue Bult<br />

Spannender Rennsport und ein spektakuläres Saisonfinale<br />

Das 6. Rennen, in dem die<br />

Viererwette mit einer garantierten<br />

Gewinnauszahlung von 11.111,00 Euro<br />

ausgespielt wurde, gewann Marco<br />

Angermanns ‚Whiskey Train’. Der<br />

6-jährige Wallach setzte sich unter<br />

Amina Mathony gegen ‚Tandilo’,<br />

‚Roxalagu’ und ‚So Super’ durch. Die<br />

Viererwette zahlte stolze 1.991,70 bei<br />

1,00 Euro Einsatz. Diese Kombination<br />

wurde 13mal mit dem Einsatz von 50<br />

Cent getroffen.<br />

Marco Angermann, der mit ‚Whiskey<br />

Train’ eigens aus Leipzig angereist<br />

war, freute sich gemeinsam mit dem<br />

ehemaligen Trainer des Handballvereins<br />

SC DHfK Leipzig, Christian Prokop,<br />

über den Treffer. Der 42- jährige war<br />

nicht nur der Trainer der deutschen<br />

Handballnationalmannschaft, sondern<br />

betreut in dieser Saison den TSV<br />

Hannover-Burgdorf. „Wir haben die<br />

lockere und entspannte Atmosphäre<br />

sehr genossen. Außerdem hat uns die<br />

Dynamik und Schnelligkeit der Pferde<br />

sehr beeindruckt. Es war der erste<br />

und sicher nicht der letzte Besuch auf<br />

der Neuen Bult“, berichtete Recken-<br />

Trainer, der seinen Premierenaufenthalt<br />

auf einer Pferderennbahn gemeinsam<br />

mit seinem Sohn genoss.<br />

Begleitet wurde Christian Prokop vom<br />

sportlichen Leiter der Recken Sven-<br />

Sören Christophersen, dem das Konzept<br />

in der Garden Lounge aus Ambiente und<br />

Event sehr gut gefiel. „Es fühlt sich wie<br />

eine Rückkehr zur Normalität an. Es<br />

ist schön, dass man nach dieser langen<br />

Pause aufgrund der Corona- Pandemie<br />

wieder hier sein kann“, erklärte der<br />

ehemalige Handballspieler, der für die<br />

deutsche Nationalmannschaft mehr als<br />

100 Spiele bestritt.<br />

Pferderennen für die ganze Familie<br />

beim VGH-Renntag<br />

Bereits am 19.09.20<strong>21</strong> öffnete<br />

die Neue Bult ihre Pforten zum<br />

VGH-Familienrenntag, bei dem 2<br />

international besetzte Listenrennen die<br />

sportlichen Höhepunkte bildeten.<br />

Im Großen Preis der VGH<br />

Versicherungen, einem mit 22.500,00<br />

Euro dotierten Listenrennen für<br />

3-jährige und ältere Stuten über 2.000<br />

Meter, siegte die von Trainer Roland<br />

Dzubasz für das Gestüt Görlsdorf<br />

trainierte ‚Mercedes’, die den<br />

englischen Altmeister John Francis<br />

Egan an Bord hatte, der eigens für seine<br />

5 Ritte nach Hannover gereist war.<br />

Dabei legte die 3-jährige ‚Sea The<br />

Moon’-Tochter auf der Zielgeraden<br />

immer wieder zu und konnte letztlich<br />

die von Markus Klug trainierte<br />

‚Anno Mio‘ setzte sich unter Wladimir Panov gegen<br />

‚Vicente‘ mit Andrasch Starke durch<br />

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11<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 11 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galoppsport<br />

Den 1. Heimsieg gab es durch Janina<br />

Reeses ‚Silyana’, die im 2. Rennen<br />

der Karte unter Waldimir Panov, der<br />

an diesem Tag drei Rennen gewinnen<br />

konnte, zu einem leichten Sieg nach<br />

einer knapp 1-jährigen Pause kam.<br />

Außerdem gewann auch Gestüt<br />

Brümmerhofs ‚Mykonos’, die von<br />

Bult- Trainer Dominik Moser trainiert<br />

wird.<br />

Oktoberfestatmosphäre und ein<br />

strahlendes Königspaar auf der<br />

Neuen Bult<br />

‚Whizzair’ unter Martin Seidl<br />

sowie Peter Schiergens ‚Wismar’<br />

mit Bauyrzhan Murzabayev und<br />

‚Theodora’ (Waldemar Hickst/<br />

Michael Cadeddu) auf die Plätze<br />

verweisen. „Sie fand gleich gut ins<br />

Rennen und ging dann auch immer<br />

gut“, erklärte John Egan gegenüber<br />

Galopp online. „Sie mochte auch<br />

den Boden, und als ich nachfragte,<br />

antwortete die Stute auch umgehend.<br />

Ich hatte schon beim Aufgalopp ein<br />

sehr gutes Gefühl. Der Schlussbogen<br />

in Hannover ist ein bisschen tricky<br />

aber ich habe mich im Vorfeld über<br />

die Bahn informiert und wusste, daher<br />

dass ich mit Mercedes das Rennen<br />

außen gewinnen kann.“<br />

Doch der 53-jährige, der in seiner<br />

aktiven Karriere bislang über 2.000<br />

Rennen gewinnen konnte, in mehr<br />

als 32 Ländern in den Sattel stieg<br />

und in 26 Nationen als erster die<br />

Ziellinie überquerte, zeigte sich nicht<br />

nur von seiner Partnerin begeistert,<br />

sondern auch von der Neuen Bult.<br />

„Im internationalen Vergleich braucht<br />

sich Hannover nicht zu verstecken.<br />

Die Bahn gehört mit zu den besten,<br />

auf denen ich bisher geritten bin“,<br />

so der erfahrene Reiter, dessen Sohn<br />

David ebenfalls Jockey ist und der mit<br />

dem berühmten Rennpferd ‚Mishriff’<br />

derzeit immer wieder für Schlagzeilen<br />

sorgt. Sein Debüt auf der Neuen Bult<br />

gab John Francis Egan allerdings<br />

12<br />

‚Mercedes’ mit John Francis Egan<br />

bereits zuvor, als er mit der ebenfalls<br />

von Roland Dzubasz vorbereiteten<br />

‚First Vision’ siegreich war.<br />

Den 2. Tageshöhepunkt bildete<br />

der ebenfalls mit 22.500,00 Euro<br />

dotierte Preis der Landschaftlichen<br />

Brandkasse Hannover über 1.600<br />

Meter, in dem 8 3-jährige und ältere<br />

Stuten an den Start kamen. Hier<br />

sorgte Waldimir Panov mit Gestüt<br />

Brümmerhofs ‚Sharoka’, die beim<br />

After-Work-Renntag im September<br />

zu einem überlegenen Erfolg kam, der<br />

als perfekte Vorbereitung für dieses<br />

Listenrennen diente,<br />

für den 2 Heimsieg.<br />

Dabei setzte sich<br />

die 5-Jährige nach<br />

einem Rennen vom<br />

drittletzten Platz<br />

aus, noch sicher<br />

gegen Godolphins<br />

‚Romantic Song’ unter<br />

Julien Guillochon (Henri-Alex<br />

Pantall) sowie die von Andreas<br />

Suborics trainierte ‚Peaches’ mit<br />

Bayarsaikhan Ganbat durch.<br />

„Trotz des leichten Sieges beim letzten<br />

Start, wussten wir zunächst nicht<br />

genau, wo wir stehen“, so Dominik<br />

Moser, der sich sichtlich über den<br />

Sieg der von ihm betreuten Stute<br />

freute, die die bisher beste Leistung<br />

ihrer Karriere zeigte.<br />

Beim Oktoberfest-Renntag am<br />

10.10.20<strong>21</strong> wartete eine zünftige<br />

Oktoberfestatmosphäre mit echten<br />

Wiesn-Hits und Trachtenwettbewerb<br />

an dem alle Gäste, die in Tracht<br />

erschienen waren, teilnehmen<br />

konnten, auf die Zuschauer. Am Ende<br />

krönte die Jury aus Promi-Bäcker und<br />

Moderator René Olivér und Model<br />

und Influencerin Miriam Behrens<br />

Marathonläuferin Margaret Rhode<br />

(42) aus Seelze und Student Frederick<br />

Frerck (23) aus Hannover zu den<br />

Siegern, die sich jeweils über den<br />

Gewinn eines BMW E-Rollers freuen<br />

konnten.<br />

„Ich bin heute mit meiner ganzen<br />

Familie auf der Neuen Bult und als<br />

ich vom Trachtenwettbewerb erfahren<br />

habe, war sofort klar, dass ich daran<br />

Waldimir Panov und ‚Sharoka’<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 12 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galoppsport<br />

Die strahlenden Sieger_des_Trachtenwettbewerbs<br />

und die prominente_Jury<br />

teilnehmen würde“, so Trachtenkönig<br />

Frederick Frerck. Sichtlich genoss<br />

auch René Olivér seine Rolle als Juror.<br />

„Ich war schon als Kind mit meinen<br />

Großeltern regelmäßig auf der Bult.<br />

Es fühlt sich also immer wie ein Stück<br />

Kindheit an, hier zu sein“, so der<br />

28-jährige.<br />

Und auch Jockey René Piechulek,<br />

der 1 Woche zuvor mit ‚Torquator<br />

Tasso’ den Prix de l‘Arc de Triomphe<br />

auf der französischen Prestigebahn in<br />

Longchamp gewinnen konnte, zeigte<br />

sich von der Atmosphäre in Hannover<br />

begeistert. „Auf der Neuen Bult<br />

herrschte heute eine tolle Stimmung.<br />

Ich habe mich beim Oktoberfestrenntag<br />

wie zu Hause gefühlt“, so Piechulek, der<br />

für den Renntag aus seiner Wahlheimat<br />

München angereist war.<br />

Im sportlichen<br />

Fokus standen<br />

ein mit 22.500,00<br />

Euro dotiertes<br />

Listenrennen<br />

über 1.750 Meter<br />

sowie das BBAG-<br />

Auktionsrennen.<br />

Im ersten<br />

Höhepunkt, dem<br />

Großen Preis der<br />

Privatbank ODDO<br />

BHF, war das Trio<br />

Godolphin, Henri-<br />

Alex Pantall und<br />

Jockey Julien<br />

Guillochon wieder einmal nicht zu<br />

schlagen und holte den Sieg nach<br />

Frankreich. Dabei übernahm die<br />

3-jährige ‚Nash Nasha’ Mitte der<br />

Zielgeraden die Spitze und setzte<br />

sich gegen ‚Daring Light’ mit Gavin<br />

Ashton (Roland Dzubasz) sowie<br />

‚Pathetique’ mit Eduardo Pedroza<br />

(Waldemar Hickst) durch. Übrigens:<br />

Für die ‚Dubawi’-Tochter könnte<br />

dieser Big Point der letzte Auftritt ihrer<br />

Karriere gewesen sein, denn laut ihrem<br />

Reiter wird die Stute nun in die Zucht<br />

wechseln.<br />

Im mit 52.000,00 Euro dotierten<br />

BBAG-Auktionsrennen über 2.000<br />

Meter wartete dann eine Überraschung<br />

auf die Zuschauer. Denn am Ende<br />

stand nicht der von Marcel Weiß<br />

trainierte Favorit ‚Vallando’ unter René<br />

Piechulek ganz vorne, sondern der von<br />

Henk Grewe vorbereitete Außenseiter<br />

‚Siluto’. Dabei setzte sich der 3-jährige<br />

Hengst aus dem Besitz des Gestüt<br />

Hof Iserneichen mit Andre Best nach<br />

einem Rennen von der Spitze aus<br />

gegen ‚Vallando’ und ‚The Conqueror’<br />

(Andreas Wöhler/ Eduardo Pedroza)<br />

durch.<br />

Julien Guillochon und ‚Nash Nasha’<br />

René Piechulek und Marcel Weiß<br />

Ich lese<br />

DER KLEINE GEORG<br />

weil die Zeitung<br />

für uns gemacht ist !<br />

Schon abonniert?<br />

‚Siluto’ und Andre Best<br />

13<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 13 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galoppsport<br />

„ ‚Siluto’ hat einen großen Sprung<br />

gemacht. Ob er dieses Jahr vielleicht<br />

noch im Handicap weitermacht, müssen<br />

wir noch sehen“, so Robin Weber,<br />

der Trainer Henk Grewe in Hannover<br />

vertrat.<br />

Spektakuläres Saisonfinale<br />

auf der Neuen Bult<br />

Am 24.10.20<strong>21</strong> wurde es dann feierlich<br />

und wehmütig zugleich auf der<br />

Neuen Bult. Denn mit dem Renntag<br />

der Gestüte stand der letzte Renntag<br />

des Jahres auf dem Programm. Und<br />

der bot mit 11 Prüfungen, in denen<br />

Spitzenpferde aus Deutschland,<br />

Schweden, Frankreich, England<br />

und den Niederlanden aufeinander<br />

trafen, noch einmal Galoppsport der<br />

Extraklasse. Außerdem durfte sich der<br />

Hannoversche Rennverein über knapp<br />

5.000 Zuschauer und die Spieler des<br />

TSV Hannover Burgdorf als Ehrengäste<br />

freuen.<br />

Dabei bildete das mit 50.000,00<br />

Euro dotierte Gruppe III-Rennen das<br />

Highlight der Saison und die beiden<br />

Listenrennen weitere Höhepunkte. Hier<br />

wurde es zuerst für 8 2-jährigen Stuten<br />

ernst, die im Großen Preis der Mehl-<br />

Mülhens-Stiftung um das begehrte<br />

Black Type kämpften. Am Ende konnte<br />

die von Andreas Wöhlers trainierte<br />

‚Parnac’ unter Eduardo Pedroza einen<br />

eindrucksvollen Sieg einfahren. Dabei<br />

setzte sich die ‚Zarak-Tochter’ nach<br />

einem Rennen aus hinteren Regionen<br />

mit 1 Länge Vorsprung gegen ‚Run<br />

For Me’ (Waldemar Hickst/Alexander<br />

Pietsch) und ‚Goldana’(Peter Schiergen/<br />

Sibylle Vogt) durch und holte sich bei<br />

ihrem 2. Start ihren 2. Karrieretreffer.<br />

Allerdings verfolgte ihr Züchter und<br />

Besitzer Jean-Pierre-Joseph Dubois<br />

den Sieg seiner Stute nicht live. Denn<br />

der 81-jährige sitzt während der Starts<br />

seiner Pferde aus Aberglaube immer im<br />

Sulky. Dubois ist nämlich der älteste<br />

aktive Trabrennfahrer Frankreichs.<br />

hatte auch ein etwas unruhiges Rennen.<br />

Aber sie hat das trotzdem noch souverän<br />

gemeistert. Das ist schon ein gutes<br />

Pferd mit Potential für nächstes Jahr,<br />

da kann man schon von Düsseldorf<br />

im kommenden Jahr (German 1.000<br />

Guineas) träumen.<br />

Im Großen Preis des Gestüts Auenquelle<br />

und ‚Torquator Tasso’ über 2.200 Meter,<br />

dem viertletzten Grupperennen des<br />

Jahres 20<strong>21</strong> in Deutschland, trafen 10<br />

3-jährige und ältere Stuten aufeinander.<br />

Hier setzte sich Markus Klugs<br />

‚Parnac’ und Eduardo Pedroza<br />

‚Walkaway’ unter dem mehrfachen<br />

Championjockey Andrasch Starke<br />

gegen die Favoritin ‚Waldbiene’<br />

(Waldemar Hickst/Alexander Pietsch)<br />

und Trainingsgefährtin ‚Whizzair’ mit<br />

Maxim Pecheur durch.<br />

„Die Art und Weise wie sie<br />

heute gewonnen hat, war sehr<br />

vielversprechend“, erklärte Andrasch<br />

Starke. „Ich hatte gleich ein gutes<br />

Rennen hinter ‚Waldbiene’, sie hat den<br />

ganzen Weg gekämpft, das war ganz<br />

Foto: Heidi Monetha<br />

„Das ist eine gute Stute. Die 1.400<br />

Meter sind ein bisschen zu kurz für<br />

sie, aber sie hat das alles gut gemacht“,<br />

lobte Eduardo Pedroza sein Pferd im<br />

Siegerinterview und Andreas Wöhler<br />

fügte hinzu: „1.600 Meter und anderer<br />

Boden wäre passender gewesen, sie<br />

14<br />

Die strahlenden Sieger Markus Klug ‚Walkaway’ und Andrasch Starke<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 14 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galoppsport<br />

Foto: Heidi Monetha<br />

toll.“ Und auch Markus Klug zeigte<br />

sich hochzufrieden. „Beide Pferde<br />

sind ein tolles Rennen gelaufen. Auch<br />

‚Whizzair’ als 3. das war die beste<br />

Form, die sie jemals gezeigt hat.“<br />

Mit der RECKEN-Trophy übernahm<br />

die heimische Handballmannschaft<br />

das 7. Rennen, in dem eine garantierte<br />

Gewinnauszahlung in der Viererwette<br />

von 22.222 Euro zur Ausspielung<br />

kam. In diesem Rennen gab es durch<br />

Janina Reeses ‚Igneo‘ auch den ersten<br />

Heimsieg des Tages. Im Sattel saß<br />

Sibylle Vogt, die sich im Hauptrennen<br />

die Nase brach und trotzdem Stall Indias<br />

Wallach zu diesem Treffer steuerte.<br />

„Wir freuen uns sehr, ein Rennen<br />

im Namen der Recken übernehmen<br />

zu können. Dass es in unserem<br />

Rennen auch noch einen Heimsieg<br />

für ein Bult-Pferd mit der derzeit<br />

erfolgreichsten deutschen Reiterin<br />

im Sattel gab, ist doppelt schön“, so<br />

Sören Christophersen, der sportliche<br />

Leiter des TSV Hannover Burgdorf,<br />

der gemeinsam mit Kreisläufer Bastian<br />

Roschek die Siegerehrung übernahm.<br />

Der Einlauf ‚Igneo’, ‚Second Sight’,<br />

‚Roxalagu’, ‚Vendetta’ zahlte 4.040,30<br />

bei 1 Euro Einsatz. Die Viererwette<br />

wurde 11 mal mit einem Einsatz von 50<br />

Cent getroffen.<br />

Sensationelles ARC Wochenende -<br />

Fantastisch aber warum war das so<br />

völlig unerwartet? Aber der Reihe<br />

nach...<br />

Das Rennwochenende begann mit<br />

einer sehr regenreichen Nacht. Am<br />

Samstagvormittag fanden sich erst nur<br />

vereinzelte Besucher vor den Toren der<br />

schicken Rennbahn ein. Man fragte<br />

sich - habe ich richtig auf den Kalender<br />

geschaut - so leer kann es doch nicht<br />

wirklich sein ... ? Immerhin sollte<br />

eines der wichtigsten europäischen<br />

Auch im Großen Preis des Gestüts Etzean gab es spannenden Sport<br />

Im Großen Preis des Gestüts Etzean,<br />

dem 2. Listenrennen des Tages über<br />

schnelle 1.400 Meter, gab es dann<br />

doch noch einen Sieg für Godolphin,<br />

Trainer Henri-Alex Pantall und<br />

Julien-L. Guillochon. Hier setzte sich<br />

die französische Gaststute ‚Romantic<br />

Song’ gegen die Schwedin ‚Good<br />

Eye’ (Jessica Long/Shane Karlsson)<br />

und Lokalmatadorin ‚Anno Mio’ mit<br />

Sibylle Vogt (Dominik Moser).<br />

Mit dem Heimsieg von Dominik Mosers<br />

‚Nordinsky’ (Lilli-Marie Engels) aus<br />

der Zucht des Gestüt Brümmerhof<br />

fand das Rennjahr 20<strong>21</strong> dann einen<br />

Galoppsportmeetings rund um den<br />

weltweit beachteten „Prix de l´arc de<br />

Triomphe“ stattfinden , welcher zum<br />

100. Mal zur Austragung kommen<br />

sollte.<br />

Coronabedingt waren nicht so viele<br />

Japaner wie sonst vor Ort , einige<br />

Iren die sich grün dekoriert hatten<br />

und fröhlich waren , einige Engländer<br />

und Franzosen. Dann gingen die Tore<br />

auf und man sah mehr Fotografen als<br />

Besucher - es war grau, nass, trostlos...<br />

Es wurde dann nach und nach besser<br />

. Tatsächlich kämpften sich ein paar<br />

Sonnenstrahlen hervor und es kamen<br />

tolle Pferde in den Führring - dieser ist<br />

krönenden Abschluss. „Das Finale war<br />

ein versöhnlicher Abschluss für eine<br />

doch schwierige Saison. Bei herrlichen<br />

Wetter haben wir besten Sport erlebt<br />

und einen zufriedenstellenden Umsatz<br />

verzeichnet (in den 11 Rennen wurden<br />

319.265,25 Euro umgesetzt). Wir<br />

freuen uns auf die nächste Saison die<br />

vorrausichtlich am Osterwochenende<br />

beginnt“, schließt Geschäftsführer<br />

Matthias Seeber.<br />

K.B.<br />

Fotos: Petra Beinecke, Katarina Blasig<br />

und Frank Sorge<br />

‚Torquator Tasso’ triumphiert im 100. QATAR<br />

PRIX DE L´ARC DE TRIOMPHE<br />

perfekt angelegt und der Besucher hat<br />

einen hervorragenden Überblick.<br />

Aus deutscher Sicht wurde es im 3.<br />

Rennen besonders spannend, denn<br />

‚Novemba’, die Spitzenmeilerin<br />

vom Gestüt Brümmerhof sollte unter<br />

Bauyrzhan Murzabayev im Prix Daniel<br />

Wildenstein über 1.600 Meter gegen<br />

sehr starke Gegner antreten.<br />

Die tolle Stute war krasse 450:10<br />

Aussenseiterin trotz ihrer enormen<br />

Vorleistungen, wie z.B. dem 4. Platz<br />

in Ascot in den Coronation Stakes -<br />

erstaunlich. Wie sie dann zur Sache<br />

ging und sich auf der Zielgeraden mit<br />

viel Kampfgeist den 3. Platz sicherte -<br />

das war schon beeindruckend.<br />

15<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 15 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Da kam ihr Trainer Peter Schiergen<br />

nicht mehr „aus dem Strahlen“ raus.<br />

Der Sieg ging an ‚Real World’ aus dem<br />

Godolphin Imperium unter Lanfranco<br />

Dettori - dieser Spitzenjockey hat<br />

bereits mehr als 500 Grupperennen<br />

gewonnen. Er sprang unter dem Jubel<br />

seiner Fans , die ihn Frankie nennen,<br />

mit dem berühmten „Dettori Jump“ im<br />

hohen Bogen vom Pferd.<br />

Den 2. Platz belegte ‚The Revenant’,<br />

der auf weichem oder schwerem Boden<br />

immer besonders gut läuft, unter Jockey<br />

Olivier Peslier - er wird von Francis-<br />

Henry Graffard trainiert.<br />

‚Palmas’ die deutsche Dianasiegerin<br />

konnte im Prix de l´Opera Longines<br />

keine Akzente setzen - vermutlich<br />

mochte sie das spezielle Geläuf nicht.<br />

Am Sonntag kamen nach einer weiteren<br />

sehr regenreichen Nacht deutlich mehr<br />

Besucher und das Wetter war wesentlich<br />

freundlicher und sogar trocken.<br />

Der Sektstand war umlagert und<br />

der eine oder andere holte sich ein<br />

irisches Guinness Bier. An den vielen<br />

Verpflegungsständen gab es individuell<br />

gefertigte Hotdogs, Baguettes, Pulled<br />

Porc - alles in bester Qualität...<br />

Galoppsport<br />

ja schon ewig auf einen Sieg hoffen ,<br />

freuten sich auf ‚Broome’.<br />

Es war ein besonderer Moment als die<br />

Pferde in den Führring kamen. Rene<br />

Piechulek saß entspannt auf ‚Torquator<br />

Tasso’ und ruhte offensichtlich in sich -<br />

man merkte ihm keine Anspannung an.<br />

‚Torquator Tasso’ machte optisch einen<br />

tollen Eindruck. Von den Vorleistungen<br />

her war er das einzige Pferd im Feld,<br />

welches bereits bei weichem Geläuf<br />

mit dem hohen Gewicht von 60 Kilo<br />

eine sehr schnelle Zeit über 2.400<br />

Meter gelaufen war. Schon als er im<br />

letzten Jahr 2. im Deutschen Derby<br />

wurde - drängte sich ein Gedanke auf<br />

„ein Pferd für den Arc“ - 2022 oder<br />

2023? Trotzdem war er der größte<br />

Außenseiter der Geschichte mit einer<br />

Quote von 725:10 - sicherlich auch<br />

weil die Namen seines Jockey und<br />

Trainers weltweit noch nicht so bekannt<br />

waren. Oder war er auch so deutlich<br />

Außenseiter weil die deutsche Zucht<br />

und der deutsche Rennsport immer<br />

noch unterschätzt wird obwohl wir<br />

Top-Trainer und Top-Jockeys haben?<br />

Rene Piechulek hat seinem Pferd<br />

im großen Feld einen sehr guten<br />

Rennverlauf serviert. Als die 14 Pferde<br />

auf die Zielgerade kamen konnte man<br />

schon ahnen, das die beiden es bis ganz<br />

nach vorne schaffen würden - einen<br />

ganz kurzen Augenblick fielen sie<br />

vom 4. auf den 5. Platz zurück . Dann<br />

zündete Rene den Turbo und schob sich<br />

bestechend immer weiter nach vorne<br />

bis ganz an die Spitze. Es ist ein großer<br />

Vorteil wenn sich Pferd und Reiter<br />

wirklich gut kennen.<br />

Eine vereinzelte deutsche<br />

Schlachtenbummlerin schrie die obere<br />

Tribüne zusammen und unten waren<br />

auch zwei sehr laut...<br />

‚Tarnawa’ unter Christophe Soumillon<br />

lief auch sehr stark und wurde 2.<br />

‚Hurricane Lane’, in Godolphin Farben,<br />

Die Menschen waren schick , die<br />

Stimmung bestens und es wurde fleissig<br />

gewettet. Viele Wetter gingen zu den<br />

Automaten oder zu den umherlaufenden<br />

menschlichen „Wettannehmern“. Es<br />

ging auf den Höhepunkt des Meetings<br />

zu - den „Arc“.<br />

‚Tarnawa’, die 5-jährige französische<br />

Spitzenstute aus dem Besitz des<br />

Aga Khan wurde in der örtlichen<br />

Fachzeitung sehr hervorgehoben, sie<br />

sollte Chancen haben . Die Japaner, die<br />

Rene Piechulek und ‚Torquator Tasso’ auf dem Weg zum Sieg<br />

Fotos: Deutscher Galopp<br />

Foto: Heidi Monetha<br />

16<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 16 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galoppsport<br />

Fotos: Deutscher Galopp<br />

kam spät noch auf Touren und wurde<br />

unter James Doyle 3.<br />

Bei der Siegerehrung sangen die<br />

wenigen deutschen Fans die Hymne<br />

zum Blasorchester und Rene Piechulek<br />

sollte für die Fotografen immer wieder<br />

die Trophäe küssen.<br />

„Ich werde wahrscheinlich erst morgen<br />

verstehen, dass ich hier gewonnen<br />

habe. Ich wollte nahe der Spitze sein,<br />

als es in die Zielgerade ging. Er hat<br />

eine super Endbeschleunigung und<br />

das hat er einmal mehr bewiesen. „Ich<br />

bin natürlich meinem Trainer und<br />

den Besitzern des Gestüt Auenquelle,<br />

Herrn und Frau Endres und Familie<br />

Ellerbracke sehr dankbar, dass sie mir<br />

hier diese große Chance gegeben haben<br />

und ich sie nutzen konnte“, erklärte<br />

Rene Piechulek. Und auch Siegtrainer<br />

Marcel Weiß war bei der Siegerehrung<br />

„immer noch sprachlos. Was soll ich<br />

sagen? ‚Torquator Tasso’ ist ein super<br />

Pferd. Wir sind hierhergekommen<br />

mit der Hoffnung, 4., 5. oder 6. zu<br />

werden. Das wäre ein wirklich gutes<br />

Besitzertrainer-Cup 20<strong>21</strong>:<br />

Titel für Anna Schleusner-Fruhriep<br />

Zum 2. Mal bei der 5. Auflage hat<br />

Anna Schleusner-Fruhriep den<br />

Besitzertrainer-Cup gewonnen. 20<strong>21</strong><br />

gab es für diesen Wettbewerb, an dem<br />

alle aktiven Besitzertrainer des Vereins<br />

Deutscher Besitzertrainer teilnehmen<br />

können, 7 Wertungsrenntage in<br />

Mülheim, Dresden, Leipzig, Bad<br />

Harzburg, Cuxhaven, Zweibrücken<br />

und abschließend in Verden.<br />

Schon nach der endgültigen<br />

Starterangabe für den Renntag in<br />

Verden am 31.10.20<strong>21</strong> stand fest,<br />

dass Anna Schleusner-Fruhriep nicht<br />

mehr vom 1. Rang (1.000,00 Euro) zu<br />

verdrängen war. Trotzdem starteten für<br />

sie dort 6 Pferde und erhöhten ihren<br />

Gesamtpunktstand von 26 auf letztlich<br />

41 Zähler. Dafür sorgten im einzelnen<br />

‚Unwetter’ (6), ‚Mäuseschwänzchen’<br />

(4), ‚Video Diva’ (2) sowie ‚Max des<br />

Bois’, ‚Oxana’ und ‚Ragazza’ (je 1).<br />

Hinter der souveränen Siegerin gab<br />

es in Verden noch einmal einige<br />

Veränderungen. Durch den Sieg von<br />

‚Soldat’ und Rang 2 von ‚Waldenser’<br />

(beide unter Alexander Weis) erhöhte<br />

Marc Timpelan sein bisheriges<br />

Punktekonto um 18 Zähler auf 23 und<br />

schaffte in der Endabrechnung noch<br />

den Sprung auf Rang 2 (500,00 Euro).<br />

Marc Timpelan trat auf Nachfrage<br />

Veröffentlichungen entgegen, dass<br />

‚Soldat’ sein 1. Sieg als Public-Trainer<br />

gewesen sein soll. „Ich bin weiterhin<br />

Besitzertrainer und werde das wohl<br />

auch im kommenden Jahr bleiben.“<br />

Mit 20 Punkten rutschte Armin Weidler,<br />

der in Verden nicht am Start war, hinter<br />

Marc Timpelan auf die 3. Position<br />

(300,00 Euro). Platz 4 (200,00 Euro)<br />

ging an Kamila Harms, die dank des<br />

Sieges von ‚Ratona’ (Sarah Biessey)<br />

und Rang 2 von ‚Roxalagu’ (Patrick<br />

Gibson) von 0 auf 18 Punkte sprang.<br />

Es folgt auf Rang 5 mit 16 Punkten<br />

Christian Peterschmitt vor Pascal<br />

Jonathan Werning (14), Frauke-Luise<br />

Hinck (13 - 8 davon dank ‚La Aluna’/<br />

Ulrike Timmermann durch einen 2.<br />

Platz in Verden), Christoph Schwab<br />

(12), Hans-Joachim Stolberg (11) sowie<br />

gemeinsam auf Position 10 mit je 10<br />

Zählern Janine Beckmann, Waldemar<br />

Markus Falk, Sarah Jane Hellier, Frank<br />

Maurer, Ralph Siegert, Sebastian Wenz<br />

und Svenja Winter.<br />

Ergebnis gewesen. Aber das hier ist der<br />

Wahnsinn.“<br />

Ein fantastischer Tag für das Pferd<br />

‚Torquator Tasso’, den Züchter Paul<br />

H. Vandeberg, den Besitzer das<br />

Gestüt Auenquelle, den Jockey Rene<br />

Piechulek, den Trainer Marcel Weiß<br />

und alle die zu diesem großen Erfolg<br />

beigetragen haben. Aber auch für<br />

diejenigen die als Zuschauer dabei sein<br />

durften.<br />

Heidi Monetha<br />

Die Plätze 5 bis 10 werden jeweils mit<br />

100,00 Euro belohnt.<br />

Wie gewohnt wurde die Rangfolge über<br />

ein Punktsystem bei allen Galopprennen<br />

von Voll- und Halbblütern in Flachund<br />

Hindernisrennen an den 7<br />

Wertungsrenntagen ermittelt. Pro<br />

Rennen waren je Platzierung von<br />

Pferden von Besitzertrainern folgende<br />

Punkte zu erzielen:<br />

1. Platz – 10 Punkte; 2. Platz – 8<br />

Punkte; 3. Platz – 6 Punkte; 4. Platz<br />

– 4 Punkte; 5. Platz – 2 Punkte; jeder<br />

weitere folgende Platz – 1 Punkt.<br />

Text und Foto: Detlev Kaczmarek<br />

Siegerehrung für den Besitzertrainer-Cup 20<strong>21</strong><br />

v.l.n.r. Marc Timpelan, Ekhard Lüdtke in Vertretung für die erkrankte Siegerin<br />

Anna Schleusner-Fruhriep, Kamila Harms mit Tochter und Karen Kaczmarek<br />

(2. Vorsitzende des Vereins Deutscher Besitzertrainer)<br />

17<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 17 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Galopprennen haben in Bremen<br />

eine lange Tradition. Dabei fanden<br />

in der 111-jährigen Geschichte<br />

hier auch größere Rennen wie z.B.<br />

die Derbyvorprüfung swb Derby<br />

Trial statt. Doch seit Ende März<br />

2018 wurden hier keine Rennen<br />

mehr ausgetragen. 3,5 Jahre später<br />

meldeten sich die Vollblüter in der<br />

Vahr zurück. Dabei hatte der Präsident<br />

des Bremer Rennvereins, Frank Lenk,<br />

bereits „vor 3 Jahren gesagt, ‚auch<br />

die Chance will gejagt sein’ “ und<br />

war diesem Satz gemeinsam mit<br />

seinem Team gefolgt. „Wir haben die<br />

Chance genutzt und den Aufwand,<br />

den wir betrieben haben, wollen wir<br />

nicht für das einmalige Rennen heute<br />

machen“, erklärte Lenk. Dabei hatte<br />

man laut Trainer Pavel Vovcenko,<br />

der in diesem Jahr in den Vorstand<br />

des Rennvereins gewählt wurde,<br />

„bewusst kein Zweijährigen-, Listenoder<br />

Grupperennen ausgeschrieben.<br />

Wir wollen den Basissport mit gut<br />

dotierten Rennen unterstützen.“ Ein<br />

Konzept, das bei allen richtig gut<br />

ankam. So zeigte sich bereits im<br />

Nennungsergebnis deutlich, wie groß<br />

die Freude der Galoppgemeinschaft<br />

auf das Comeback in der Hansestadt<br />

war. Schließlich hatten am 13.11.20<strong>21</strong><br />

zahlreiche namhafte Trainer wie<br />

Galoppsport<br />

„Das war eine Abstimmung mit den Füßen!“<br />

Henk Grewe, Waldemar Hickst, Peter<br />

Schiergen, Christian von der Recke<br />

oder Andreas Wöhler 86 Pferde für<br />

die 8 Rennen genannt, bei denen<br />

u.a. Jozef Bojko, Championjockey<br />

Bauyrzhan Murzabayev, Maxim<br />

Pecheur oder Wladimir Panov in<br />

den Sattel stiegen. „Wir sind vom<br />

Zuspruch überwältigt“, zeigte sich<br />

Frank Lenk begeistert. „Dass es sich<br />

führende Trainer nicht nehmen lassen,<br />

Pferde nach Bremen zu schicken,<br />

sagt viel über die Beliebtheit unserer<br />

Rennbahn aus.“<br />

Dabei gab es eine Startbeschränkung,<br />

da die aus Hamburg geliehene<br />

Startmaschine nur 12 Plätze bietet.<br />

Sonst wären noch größere Starterfelder<br />

möglich gewesen. So konnte man auf<br />

das Hauptereignis, einen Ausgleich<br />

III über 2.200 Meter, einen derartigen<br />

Ansturm an Startern verzeichnen, dass<br />

man dieses Rennen teilen musste.<br />

In der 1. Abteilung konnte sich Janina<br />

Reese über den Sieg des von ihr auf der<br />

Neuen Bult in Hannover vorbereiteten<br />

‚Igneo’ freuen, der „immer brav<br />

seine Form ausläuft und als frischer<br />

Sieger aus Hannover“ kam. Dabei<br />

zeigte Championjockey Bauyrzhan<br />

Murzabayev einmal mehr seine<br />

Reitkunst, als er nach einem Rennen<br />

vom letzten Platz den 5-jährigen<br />

‚Maxios’-Sohn immer schneller<br />

machte und letztlich genau im Ziel<br />

vorne war. Allerdings musste das<br />

Zielfoto über den Sieger entscheiden,<br />

das ‚Igneo’ mit einer Nase vor<br />

‚Vernatsch’ (Sarah Weis/Alexander<br />

Weis) sah. Platz 3 holte sich der von<br />

Bohumil Nedorostek ebenfalls in<br />

Hannover trainierte ‚Anchorage’ unter<br />

Gavin Ashton. Übrigens: Janina Reese<br />

konnte sich bereits im 2. Rennen über<br />

den Erfolg der von ihr trainierten<br />

‚Clementine’ mit Wladimir Panov<br />

freuen, die sich bei ihrem 2. Start<br />

gegen ‚Sarazena’ (Andreas Wöhler/<br />

Jozef Bojko) sowie ‚Icamparo’ (Axel<br />

Kleinkorres/Bauyrzhan Murzabayev)<br />

durchsetzen konnte. „Das war ganz<br />

gut“, freute sich Reese und fügte<br />

hinzu: „Einen ganz, ganz großen<br />

Dank möchte ich an Simon Stokes<br />

und Cevin Chan aussprechen, ohne<br />

die die Stute wahrscheinlich nie an<br />

den Start gekommen wäre, weil sie<br />

panische Angst vor der Startmaschine<br />

hatte. Sie war ungefähr 3,5 bei ihnen<br />

und die haben wirklich super tolle<br />

Arbeit gemacht und haben dem Pferd<br />

die Angst genommen.“<br />

Die 2. Abteilung holte sich die von<br />

Sascha Smrczek trainierte ‚Miss<br />

Marbel’, die sich unter Alexander<br />

Pietsch gegen Lokalmatador<br />

‚Kadrun’ (Pavel Vovcenko/Sarah<br />

Biessey) sowie ‚Valentino Dancer’<br />

(Bohumil Nedorostek/Gavin Ashton)<br />

durchsetzen konnte.<br />

Einen Heimsieg gab es dann im<br />

Preis der Sparkasse Bremen durch<br />

die von Werner Haustein in Bremen-<br />

Mahndorf trainierte ‚Lacrimosa’ mit<br />

Gavin Ashton.<br />

So zog Frank Lenk am Samstagabend<br />

ein durchweg positives Fazit. „Das<br />

war eine Abstimmung mit den Füßen!<br />

Wir haben hier fast 5.000 Besucher<br />

auf der Bahn, das ist ein unglaublicher<br />

Zuspruch. Und es ist ein ganz klares<br />

Statement von den Leuten hier in<br />

Bremen und aus der Umgebung,<br />

dass sie einfach diese Veranstaltung<br />

haben möchten und dass sie hier<br />

ihren Bestand hat. Insofern sind wir<br />

mega zufrieden. Jetzt planen wir für<br />

den Karfreitag und wir sind wirklich<br />

gekommen, um zu bleiben.“<br />

Text und Foto: K.B.<br />

Noch ist ‚Igneo‘ (3. v. li) hinter ‚Vernatsch‘ (re) und ‚Anchorage‘ (5. v. re)<br />

18<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 18 26.11.<strong>21</strong> 18:09


EM der Vierspännerfahrer<br />

Deutsches Team gewinnt Silber - Michael Brauchle Bronze<br />

Während die Europameisterschaften<br />

für die Dressur-, Spring- und<br />

Vielseitigkeitsreiter nach den<br />

Olympischen Spielen bereits das 2.<br />

Highlight in diesem Jahr war, ging es<br />

mit den Europameisterschaften für<br />

die Vierspänner vom 02. - 09.09.20<strong>21</strong><br />

erst so richtig los. So trafen sich 42<br />

Fahrer aus 10 Nationen im ungarischen<br />

Budapest, um ihre neuen Titelträger zu<br />

küren. Hier erwischte das Team von<br />

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger dann<br />

bereits in der Dressur einen guten Start.<br />

Schließlich konnte Mareike Harm die<br />

1. Teilprüfung für sich entscheiden und<br />

auch Michael Brauchle (Rang 10) sowie<br />

<strong>Georg</strong> von Stein (Rang 8) drehten gute<br />

Runden. So lag das deutsche Team mit<br />

90,89 Punkten hinter den Niederländern<br />

(86,96 Punkte) auf Rang 2 vor Ungarn<br />

(98,35 Punkte). „Das sind vier Punkte<br />

Abstand, das ist noch machbar, nicht<br />

wie früher, als die Niederländer nach<br />

der Dressur meistens mit mehr als zehn<br />

Punkten Vorsprung davon zogen“, so<br />

Geiger.<br />

Michael Brauchle gewinnt<br />

Geländeprüfung<br />

Und tatsächlich zeigten die<br />

Titelverteidiger starke Leistungen im<br />

anspruchsvollen Gelände. „Das war<br />

überragend“, sagte Bundestrainer Karl-<br />

Heinz Geiger zur Geländeprüfung von<br />

Michael Brauchle, der mit Bestzeiten in<br />

fast allen Hindernissen die Teilprüfung<br />

vor dem Niederländer Koos de Ronde<br />

gewinnen konnte. „Der Marathon war<br />

wie erwartet sehr schwer und schnell.<br />

Es gab lange Hindernisse und davon<br />

zwei Wasser-Hindernisse, die nochmal<br />

Kraft kosteten, aber die deutschen<br />

Pferde waren topfit und besonders<br />

bei Michis Pferden merkt man, dass<br />

es zuhause hügelig ist und sie richtig<br />

Kondition haben.“<br />

So übernahm das deutsche Team mit<br />

324,86 Punkten knapp die Führung<br />

vor den Niederlanden (325,67) und<br />

den Belgiern (245,36). Damit wurde es<br />

im abschließenden Kegelfahren noch<br />

einmal richtig spannend. Und Geiger<br />

zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben<br />

3 starke Kegelfahrer im Team und wir<br />

haben das auch nochmal ganz viel im<br />

Trainingslager geübt. Die sollten am<br />

besten morgen alle Null fahren, denn<br />

wir möchten die Goldmedaille schon<br />

sehr gerne behalten.“<br />

Doch in der abschließenden Prüfung<br />

lief nicht alles optimal. Dabei fielen<br />

bei <strong>Georg</strong> von Stein 2 Bälle, zusätzlich<br />

kamen noch einige Zeitfehler hinzu.<br />

Bei Mareike Harm fielen ebenfalls 2<br />

Bälle und Michael Brauchle schlug<br />

Reitsportmosaik<br />

Nach 2 Tagen Dressur stand am<br />

Samstag die Geländeprüfung auf dem<br />

Programm, in dessen Vorfeld der<br />

Bundestrainer bereits angekündigt<br />

hatte: „Der Marathon morgen wird<br />

schnell und ist sehr anspruchsvoll,<br />

aber das liegt unseren Fahrern. Die<br />

Geländeprüfung ist unsere Stärke,<br />

denn wir haben mit Michi Brauchle<br />

und <strong>Georg</strong> von Stein zwei sehr starke<br />

Geländefahrer im Team. Wir hatten<br />

damit gerechnet, dass das Gelände<br />

schwierig wird und daher auch die<br />

Teamzusammensetzung so gewählt.“<br />

Michael Brauchle<br />

Mareike Harm<br />

19<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 19 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

aufgrund eines Missverständnisses<br />

zwischen ihm und seinem Beifahrer<br />

einen falschen Weg ein und musste<br />

eine extra Volte fahren, die Zeit kostete.<br />

So ging der Sieg an die Niederländer,<br />

die auf 332,69 Punkte kamen, vor<br />

Deutschland mit 339,31 Punkten und<br />

Belgien mit (353,33).<br />

„Mit ein bisschen Abstand können<br />

wir uns mit Sicherheit auch über<br />

Silber richtig freuen, aber jetzt gerade<br />

überwiegt die Enttäuschung“, sagte<br />

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.<br />

Bronze für Michael Brauchle<br />

Die strahlenden Medaillengewinner in der Mannschaftswertung<br />

In der Einzelwertung gelang Bram<br />

Chardon die Titelverteidigung.<br />

Dabei setzte sich der Europameister<br />

von 2019 vor seinen Vater Ijsbrand<br />

Chardon und Michael Brauchle, der<br />

seit einiger Zeit ein neues Gespann<br />

mit Nachwuchspferden aufgebaut<br />

hat. „Für Michi freut es mich ganz<br />

besonders, dass er hier mit Bronze nach<br />

Hause fahren kann, er hat hier super<br />

Leistungen gezeigt“, so Bundestrainer<br />

Geiger, der insgesamt ein sehr<br />

zufriedenes Fazit zog. „Das war eine<br />

tolle Europameisterschaft, super<br />

organisiert. Die Ungarn sind fahrsportverrückt,<br />

hier waren so viele Zuschauer<br />

an allen Tagen.“<br />

K.B.<br />

Bram Chardon<br />

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20<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 20 26.11.<strong>21</strong> 18:09


CHIO Aachen<br />

Wieder ein großartiges Weltfest des Pferdesports<br />

Kaum waren die aus deutscher Sicht so<br />

erfolgreichen Europameisterschaften<br />

Vergangenheit, stand mit dem in<br />

den September verschobenen CHIO<br />

Aachen schon das nächste Pferdesport-<br />

Highlight auf dem Programm. Dabei<br />

hatte der Vorstandsvorsitzende<br />

des ausrichtenden ALRV, Frank<br />

Kemperman, bereits im Vorfeld<br />

angekündigt: „Der CHIO Aachen 20<strong>21</strong><br />

wird ein Top-Turnier werden, so wie<br />

wir es kennen mit allen 5 Disziplinen<br />

und den besten Reitern und Pferden.<br />

Dabei stehen natürlich Gesundheit und<br />

Sicherheit an erster Stelle.“<br />

Hannover auf ‚Capitain Claus’ mit<br />

Longenführerin und Trainerin Gesa<br />

Bührig den 3. Triumph in der Soers<br />

und untermauerten ihre derzeitige<br />

Vorreiterstellung im deutschen Team-<br />

Voltigiersport. Platz 2 ging an das Team<br />

Norka des VV Köln-Dünnwald, die<br />

Mannschaft BIS 1 aus Dänemark kam<br />

auf Rang 3.<br />

einen deutlichen Sieg vor Pauline Riedl<br />

auf ‚William II Z’ (Maik Husmann). 3.<br />

wurde Alina Roß mit ‚DSP San Zero’<br />

(Marion Schulze).<br />

Wie es ist, in Aachen zu gewinnen,<br />

weiß Jannik Heiland. Das Gefühl<br />

konnte er ja erst am Morgen auskosten,<br />

als er mit dem Team Fredenbeck auf<br />

der Ehrenrunde für ihren Sieg bei den<br />

Reitsportmosaik<br />

So hieß es vom 10. - 19.09.20<strong>21</strong> endlich<br />

wieder CHIO Aachen, endlich wieder<br />

Weltfest des Pferdesports!<br />

Den Anfang machten erneut die<br />

Voltigierer, die sich bereits am 1.<br />

Entscheidungstag in toller Form<br />

zeigten. Am Ende sicherte sich die<br />

Mannschaft Fredenbeck vom LV<br />

Hannover den Sieg bei den Teams, bei<br />

den Damen holte sich Janika Derks<br />

ihren 3. CHIO-Titel und bei den Herren<br />

setzte sich erstmalig Jannik Heiland<br />

aus Wulfsen durch.<br />

Dabei sicherten sich die<br />

Pferdeakrobaten vom Landesverband<br />

Bei den Damen voltigierte Janika Derks<br />

auf dem 18-jährigen Routinier ‚Dark<br />

Beluga’ an der Longe von Barbara<br />

Rosiny zu 8,462 Punkte und feierte<br />

Geschirre Voltigiergurte Sättel Longiergurte<br />

Jegliches Zubehör und Reitbekleidung<br />

in großer Auswahl<br />

Thomas Salz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen (li) und ALRV-<br />

Aufsichtsratmitglied Peter Weinberg gratulieren Team Fredenbeck zum Sieg<br />

Gruppen lief. Und nachdem er auf ‚Dark<br />

Beluga’ einen Tag zuvor in Pflicht und<br />

Technik den 4-fachen Aachen-Sieger<br />

Thomas Brüsewitz mit ‚Eyecatcher’<br />

(Alexandra Knauf) hinter sich lassen<br />

konnte, genügte ein 2. Platz in der Kür,<br />

um sich den Gesamtsieg zu schnappen.<br />

Allerdings war es verdammt knapp!<br />

„Es gibt kein zuverlässigeres Pferd als<br />

ihn“, schwärmt Heiland, der mit seiner<br />

Leistung nicht ganz so glücklich war.<br />

„Ich war zu 90, 95 Prozent zufrieden<br />

heute.“ Ein Perfektionist also? „Das<br />

muss man schon sein. Nicht zu sehr,<br />

sonst macht es keinen Spaß. Aber<br />

man muss immer schauen, welche<br />

Stellschrauben man noch drehen kann,<br />

gerade jetzt, wo die Herrenkonkurrenz<br />

so stark ist wie noch nie.“<br />

Foto: CHIO Aachen/<br />

Michael Strauch<br />

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Platz 3 holte sich Julian Wilfling mit<br />

‚Aragorn’ an der Longe von Alexander<br />

Zebrak.<br />

<strong>21</strong><br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd <strong>21</strong> 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

Foto: Katarina Blasig<br />

Chiara Congia und Justin van<br />

Gerven gewinnen im Pas-de-Deux<br />

Beim großen (Voltigier)Finale waren<br />

die Schützlinge von Bundestrainerin<br />

Ulla Ramge dann erneut nicht zu<br />

schlagen. Allerdings hießen die Sieger<br />

im Pas-de-Deux nicht Janika Derks<br />

und Johannes Kay, die sich nach dem<br />

ersten Umlauf an die Spitze gesetzt<br />

hatten. Denn nachdem sich Kay bei<br />

einem freien Radabgang leicht verletzt<br />

hatte, konnte er im finalen Durchgang<br />

seinen Abgang nicht turnen. Ansonsten<br />

kam das Duo auf ‚Humphrey Bogart<br />

OLD’, der von Nina Vorberg longiert<br />

wurde, nahezu fehlerfrei durch die<br />

2-minütige Kürchoreografie und wurde<br />

mit starken 8,813 Punkten bewertet.<br />

Doch das reichte hauchdünn nicht für<br />

die Verteidigung des Titels aus dem<br />

Jahr 2019. Denn die amtierenden<br />

Vizeweltmeister Chiara Congia<br />

und Justin van Gerven waren am<br />

Abschlusstag in der Soers einen Hauch<br />

stärker als ihre Bundeskader-Kollegen<br />

und holten sich mit ‚Highlight HE’<br />

(Alexandra Knauf) und insgesamt<br />

8,855 Punkten ihren 1. CHIO-Sieg.<br />

Rang 3 in der Tageswertung (8,253)<br />

als auch in der Totalen (8,38) ging an<br />

Jolina Ossenberg-Engels und Timo<br />

Gerdes mit ‚Caram OE’ (Claudia<br />

Döller-Ossenberg-Engels).<br />

Deutschland dominiert den<br />

Nationenpreis<br />

Im abschließenden Nationenpreis hatte<br />

Deutschland bereits nach dem Auftritt<br />

der Mannschaft Deutschland II mit<br />

Thomas Brüsewitz (‚Eyecatcher’/<br />

Alexandra Knauf, 8,534 Punkte),<br />

Pauline Riedl (‚William’/Maik<br />

Husmann, 8,606 Punkte) und das Team<br />

Köln-Dünnwald (‚ Calidor’/Patric<br />

Looser, 8,705 Punkte) mit 25,845<br />

Punkten den 5. Sieg seit 2017 in der<br />

Tasche.<br />

Doch Team Deutschland I konnte<br />

dieses Resultat im Anschluss noch<br />

toppen. Hier voltigierte Jannik<br />

Heiland mit ‚Dark Beluga’ und<br />

Longenführerin Barbara Rosiny zu<br />

8,924 Punkten, Janika Derks (‚Dark<br />

Beluga’/Barbara Rosiny) erhielt 8,818<br />

Punkte. Zum Abschluss präsentierte<br />

die Mannschaft Fredenbeck (‚Capitain<br />

Claus’/ Gesa Bührig) ihre Kür zum<br />

Thema „Unleash yourself“ (Lass dich<br />

entfesseln) - eine Choreografie, die die<br />

Akzeptanz gegenüber anderen Denkund<br />

Lebensweisen ausdrücken soll<br />

und ein Signal gegen Unterdrückung<br />

und Diskriminierung setzen will - für<br />

die sie vom 4-köpfigen internationalen<br />

Richtergremium um Chef-Juror Rob de<br />

Bruin 8,894 Punkte erhielten. Das war<br />

mit total 26,636 Zählern der souveräne<br />

Sieg.<br />

Allerdings gab es während des ersten<br />

hohen Kürblockes der Fredenbecker<br />

eine Schrecksekunde. Hier war<br />

Obermann Henry Frischmuth bei einem<br />

freien komplett herausgedrückten Stand<br />

auf den Armen von Viktor Brüsewitz<br />

in leichte Rücklage gekommen<br />

und nach hinten übergekippt. Doch<br />

Brüsewitz sicherte den 11-jährigen<br />

reaktionsschnell und verhinderte<br />

souverän einen Sturz.<br />

„Heute war es nicht einfach im Zirkel,<br />

ich musste wirklich ganz schön<br />

arbeiten“, erklärte Gesa Bührig und<br />

fügte hinzu: „Aachen ist immer sehr<br />

besonders. Wir hatten, ehrlich gesagt,<br />

Das<br />

Ohr<br />

der<br />

Region<br />

DER<br />

KLEINE<br />

GEORG<br />

FN-Präsident Hans-Joachim Erbel und Dr. Christian Burmester,<br />

Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen (v.r.) sowie ALRV-Präsidentin<br />

Stefanie Peters (2.v.l.) gratulieren Team Deutschland I zum Sieg<br />

Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch<br />

22<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 22 26.11.<strong>21</strong> 18:09


gar nicht erwartet, dass die Stimmung<br />

so großartig wird. Wir hatten vorher<br />

gehört, es werden nur 30 Prozent der<br />

Zuschauer zugelassen und haben ein<br />

bisschen gezweifelt, ob die dieses<br />

Feeling hinbekommen, das wir die<br />

letzten Jahre hier hatten? Aber sie<br />

haben es hingekriegt und es war toll.“<br />

USA gewinnen Nationenpreis der<br />

Springreiter<br />

Am Donnerstagabend stand dann für<br />

die Springreiter ihr Nationenpreis auf<br />

dem Programm. Und hier erlebte das<br />

Team von Bundestrainer Otto Becker<br />

ein wahres Wechselbad der Gefühle.<br />

Denn nach einem fehlerfreien Auftakt<br />

von Daniel Deußer mit ‚Killer Queen<br />

VDM’ stürzte der 2. Teamreiter,<br />

Marcus Ehning mit ‚A la Carte<br />

NRW’, kurz vor seinem Start auf dem<br />

Vorbereitungsplatz. „Das war ein großer<br />

Schreck. Aber es war sofort eine Ärztin<br />

und ein Sanitäter bei Marcus, er wurde<br />

gut versorgt“, erklärte Otto Becker.<br />

Und während die Mannschaftskollegen<br />

Christian Ahlmann mit ‚Clintrexo Z’<br />

sowie David Will mit ‚C-Vier’ mit 0<br />

bzw. 4 Fehlern weiter gute Runden im<br />

Parcours drehten, waren die Gedanken<br />

jedoch bei Ehning, der im Krankhaus<br />

durchgecheckt wurde. In der Pause<br />

kam dann das große Aufatmen: Marcus<br />

Ehning war schon zurück aus dem<br />

Krankenhaus und wieder munter. „Im<br />

Nachhinein habe ich wirklich Glück<br />

gehabt. Mein Pferd und ich sind beide<br />

durchgecheckt worden und mit einem<br />

Schrecken davon gekommen“, sagte er.<br />

beendete die deutsche Equipe den<br />

Nationenpreis mit 24 Strafpunkten auf<br />

Platz 6.<br />

„Wir sind alle froh, dass es Marcus<br />

und seinem Pferd gut geht. Vielleicht<br />

braucht Marcus morgen etwas länger,<br />

um aus dem Bett zu kommen“, sagte<br />

Otto Becker abschließend. „Es war<br />

eine Ausnahmesituation heute Abend,<br />

ich kann den Jungs keinen Vorwurf<br />

machen. Wir haben natürlich trotzdem<br />

bis zum Schluss gehofft. Der erste<br />

Durchgang lief ja sehr vielversprechend<br />

und der zweite fing auch super an mit<br />

Daniels Nullrunde. Wir haben alles<br />

versucht und natürlich sind wir ein<br />

bisschen enttäuscht. Beim nächsten<br />

Mal versuchen wir es wieder besser zu<br />

machen.“<br />

Der Sieg ging zum ersten Mal seit<br />

2005 an ein überragendes US-Team<br />

(4 Strafpunkte)vor Schweden (8) und<br />

Frankreich (12).<br />

Daniel Deußer und ‚Killer Queen’<br />

siegen im Großen Preis<br />

Den abschließenden Höhepunkt des<br />

CHIO Aachen bildete der Große Preis,<br />

für den sich neben Christian Ahlmann<br />

mit ‚Clintrexo Z’, Daniel Deußer mit<br />

‚Killer Queen’ und Christian Kukuk mit<br />

‚Mumbai’, auch die beiden Debütanten<br />

Philipp Schulze Topphoff mit<br />

‚Concordess NRW’ und Gerrit Nieberg<br />

mit ‚Ben’ qualifizieren konnten.<br />

Allerdings schaffte es nur Deußer in<br />

beiden Umläufen fehlerfrei zu bleiben,<br />

so dass er es mit 6 weiteren Paaren in<br />

das Stechen schaffte. Hier mussten<br />

die Beiden zuerst ran und nach einer<br />

erneuten fehlerfreien Runde hieß es<br />

abwarten. Doch keines dieser Paare, zu<br />

denen auch Olympiasieger Ben Maher<br />

und ‚Explosion W’ bzw. der Belgier<br />

Grégory Wathelet mit ‚Nevados S’<br />

gehörten, schaffte es zugleich fehlerfrei<br />

und schneller als Deußer (41,85sec)<br />

durch den Stechparcours. Zum Schluss<br />

hatte es nur noch der erst 20-jährige<br />

US-Amerikaner Brian Moggre mit<br />

‚Balou du Reventon’ in der Hand, sich<br />

den Sieg zu sichern. Diese Beiden<br />

blieben zwar fehlerfrei, doch ihre Zeit<br />

von 42,16 Sekunden reichte „nur“ für<br />

Platz 2. Rang 3 holte sich Grégory<br />

Wathelet.<br />

„Am Ende war es vielleicht gut als<br />

erster zu starten, um Druck auf die<br />

anderen auszuüben. Heute bin ich der<br />

glücklichste Mensch auf der Welt. Es<br />

ist ein Traum, der wahr wird. Ich habe<br />

es schon mehrere Male probiert, war 2<br />

Mal im Stechen 4., 2 Mal 2. Ich kann es<br />

noch nicht fassen, dass es jetzt geklappt<br />

hat. Mit dem Publikum in Aachen, hier<br />

zu Hause in Deutschland, ist das ein<br />

ganz besonderer Moment“, erklärte<br />

Daniel Deußer und fügte hinzu: „Wir<br />

hatten hier ein tolles Turnier, auch<br />

wenn nur 50 % der Zuschauer dabei<br />

sein durften. Danke an die Veranstalter,<br />

die das überhaupt möglich gemacht<br />

haben.“<br />

Reitsportmosaik<br />

Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch<br />

Und auch der zweite Umlauf begann<br />

mit einer erneuten Nullrunde für<br />

Daniel Deußer vielversprechend.<br />

Danach starteten Christian Ahlmann<br />

und ‚Clintrexo’ in eine noch bessere<br />

und sicherere Runde. Doch kurz vor<br />

der Dreifachen Kombination war das<br />

lautstarke Wiehern eines Pferdes auf<br />

dem Vorbereitungsplatz zu hören, von<br />

dem sich der Hengst vielleicht ein<br />

bisschen ablenken ließ. Eine Stange fiel<br />

und der gute Rhythmus ging verloren,<br />

so dass die Beiden den von Parcourschef<br />

Frank Rothenberger gebauten Parcours<br />

mit 8 Fehlerpunkten verließen. So<br />

wuchs der Druck auf Schlussreiter<br />

David Will. Da auch er nicht fehlerfrei<br />

bleiben konnte, er kassierte 3 Abwürfe,<br />

Daniel Deußer sicherte sich mit ‚Killer Queen’ erstmals den Sieg im Großen Preis<br />

23<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 23 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

Voll des Lobes für Deußer war auch<br />

Bundestrainer Otto Becker, der 2000 mit<br />

‚Cento’ den Großen Preis von Aachen<br />

gewinnen konnte. „Alle Runden, die<br />

er und Killer Queen diese Woche hier<br />

abgeliefert haben, waren grandios,<br />

auch schon im Nationenpreis. Die drei<br />

Runden heute waren einfach toll, auf<br />

den Punkt. Und dann auch noch mit<br />

der ungünstigsten Ausgangsposition<br />

als erster Reiter im Stechen. Das hätte<br />

er nicht besser machen können, Hut ab.<br />

Daniel ist der verdiente Sieger, er war<br />

jetzt einfach dran.“<br />

Niederländische Vierspännerfahrer<br />

dominieren<br />

Über einen gelungenen Start in der<br />

Aachener Soers konnten sich auch die<br />

deutschen Vierspännerfahrer freuen.<br />

Dabei gelangen Mareike Harm, <strong>Georg</strong><br />

von Stein und Michael Brauchle, die bei<br />

der EM in Budapest die Silbermedaille<br />

gewinnen konnten, bereits in der 1.<br />

Teilprüfung des Nationenpreises,<br />

der Dressur, gute Vorstellungen.<br />

Hier musste sich Mareike Harm<br />

nur Multichampion Boyd Exell aus<br />

Australien geschlagen geben. Michael<br />

Brauchle belegte Platz 8, <strong>Georg</strong> von<br />

Stein Platz 10. So belegte das Team<br />

von Equipechef René Poensgen hinter<br />

den Niederlanden und vor den Belgiern<br />

Rang 2.<br />

Und auch nach dem Marathon am<br />

Samstag lag das deutsche Team<br />

weiter auf Rang 2. Allerdings lief es<br />

bei keinem der deutschen Fahrer „so<br />

richtig rund“, so dass nicht nur René<br />

Poensgen davon ausging, dass die<br />

Niederländer zum 18. Mal seit 1983<br />

den Nationenpreis für sich entscheiden.<br />

„Mit der Platzierung auf dem 2. Platz<br />

in der Mannschaftswertung sind wir<br />

ganz zufrieden, mit den Ergebnissen<br />

aus dem Marathon nicht. Im Gelände<br />

haben wir uns deutlich mehr erhofft“,<br />

fasste er die Gemütslage im deutschen<br />

Fahrerlager zusammen.<br />

In der Einzelwertung lag der<br />

Niederländer Ijsbrand Chardon<br />

deutlich vor seinem Teamkollegen<br />

Koos de Ronde und Mareike Harm.<br />

Doch die Gespanne auf den Plätzen<br />

2 - 4 lagen nur „um eine Nasenlänge“<br />

voneinander entfernt, so dass für den<br />

Sonntag ein spannendes Kegelfahren<br />

vorprogrammiert war. Hier hatte Dr.<br />

Wolfgang Asendorf einen technisch<br />

sehr anspruchsvollen Kurs aufgebaut,<br />

bei dem die knapp bemessene Zeit<br />

hohe Ansprüche an die Fahrkunst der<br />

Teilnehmer stellte. „Wir sind eben<br />

in Aachen, hier<br />

messen sich die<br />

Weltbesten“, erklärte<br />

der Parcourschef<br />

mit einem<br />

Schmunzeln. Und<br />

tatsächlich gab es<br />

nur 4 strafpunktfreie<br />

Runden. Leider<br />

gehörte das Team<br />

Deutschland nicht<br />

dazu, so dass die<br />

Belgier auf Platz 2<br />

vorrückten. „Das<br />

ist nichts für meine<br />

Nerven“, seufzte<br />

Equipechef René<br />

Poensgen nach der<br />

Vorstellung von<br />

Mareike Harm,<br />

die schlussendlich<br />

die Sicherung<br />

von Platz 3 in der<br />

Mannschaftswertung<br />

bedeutete.<br />

In der Einzelwertung feierte Ijsbrand<br />

Chardon trotz eines Abwurfs einen<br />

überlegenen Sieg vor Koos de Ronde<br />

und Weltmeister Boyd Exell, die beide<br />

fehlerfrei geblieben waren. Damit<br />

wird sein Name zum 12. Mal auf der<br />

Siegertafel in der Aachener Soers<br />

eingraviert.<br />

Britischer Start-Ziel-Sieg und<br />

historischer Erfolg für William<br />

Coleman<br />

Am Freitag wurde es dann auch für die<br />

Vielseitigkeitsreiter ernst. Dabei hatte<br />

Bundestrainer Hans Melzer nach den<br />

Olympischen Spielen und 1 Woche vor<br />

den Europameisterschaften in Avenches<br />

zahlreiche CHIO-Debütanten - Reiter<br />

wie Pferde - in die Soers geschickt. So<br />

24<br />

Spannender Marathon<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 24 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Pferden am Start ist“, sagte Prof. Jens<br />

Adolphsen, Vorsitzender des DOKR-<br />

Ausschuss Vielseitigkeit.<br />

Ingrid Klimke mit ‚Equistros Siena just do it’<br />

rangierten Josephine Schnauer-Völkel<br />

mit ‚Pasadena’, Sandra Auffarth mit<br />

ihrem 8-jährigen Nachwuchspferd<br />

‚Rosveel’, Ingrid Klimke mit<br />

‚Equistros Siena just do it’ und Andreas<br />

Ostholt mit ‚Corvette’ nach den beiden<br />

Teilprüfungen Dressur und Springen<br />

punktgleich mit Frankreich auf Platz 5.<br />

Außerdem belegte Andreas Ostholt als<br />

bester Deutscher Platz 6. Dabei war der<br />

Warendorfer Sportsoldat der einzige<br />

Deutsche, der - nach einer guten<br />

Dressur - den anspruchsvollen Parcours<br />

im Soerser Springstadion ohne Abwurf<br />

und nur Zeitfehlern absolvierte. „Das<br />

war ein anspruchsvoller Parcours und<br />

man muss einfach mit Fehlern rechnen,<br />

wenn man mit Debütanten und jungen<br />

Zum Abschluss der Aachener<br />

Vielseitigkeit wartete dann die<br />

Geländeprüfung auf die 38 Starter,<br />

die allerdings keiner innerhalb der<br />

erlaubten Zeit bewältigten konnte.<br />

Dafür erreichte Parcourschef Rüdiger<br />

Schwarz auch bei diesem etwas<br />

anderen Starterfeld einmal mehr sein<br />

Ziel, spannenden Sport zu bieten, der<br />

gleichzeitig die Besten nach vorne und<br />

die anderen sicher ins Ziel bringt.<br />

Am Ende war Will Coleman mit ‚Off<br />

the Record’ der Schnellste im Cross<br />

und schob sich so von Rang 3 nach<br />

Dressur und Springen an den beiden bis<br />

dato führenden Britinnen Laura Collett<br />

mit ‚Dacapo’ und Emilie Chandler mit<br />

‚Gortfadda’ vorbei an die Spitze des<br />

Feldes. Damit ist Coleman der erste<br />

US-Amerikaner seit Einführung des<br />

SAP-Cups 2007, der seinen Namen<br />

auf der Siegertafel neben dem Einritt<br />

verewigt sehen wird.<br />

EM-Reservist Andreas Ostholt belegte<br />

Platz 5. „Es gefällt mir sehr gut, hier so<br />

eine Visitenkarte beim Bundestrainer<br />

abzugeben.“<br />

In der Mannschaftswertung waren die<br />

Briten erneut nicht zu schlagen, die<br />

sich knapp gegen die Konkurrenz aus<br />

den USA und die geländestarken Iren<br />

durchsetzten konnten.<br />

Reitsportmosaik<br />

„Wir haben dieses Jahr ein anderes<br />

Aachen. Wir hatten keine Sichtung<br />

für ein Championat und daher auch<br />

nicht alle Topreiter und Toppferde hier.<br />

Dafür konnten wir jüngere Pferden<br />

und neuen Reitern die Chance gegen,<br />

in Aachen zu reiten, und das war<br />

sehr wertvoll für uns“, kommentierte<br />

Bundestrainer Hans Melzer den<br />

Ausgang des Nationenpreises. „Mit<br />

dem Geländetag bin ich zufrieden, sie<br />

haben tolle Runden geritten. Wir haben<br />

hier neue Pferde und neue Paarungen<br />

für die Zukunft gesehen und aus der<br />

Sicht bin ich sehr zufrieden.“<br />

Deutsche Dressur-Equipe<br />

gewinnt Nationenpreis<br />

Andreas Ostholt und ‚Corvette’ belegten auch in der Einzelwertzng Platz 5<br />

Nach dem die Voltigierer, Springreiter<br />

und Fahrer ihre Nationenpreise<br />

hinter sich gebracht hatten, stand<br />

25<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 25 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

Bredow-Werndl und ‚Ferdinand BB’<br />

sowie Carina Scholz mit ‚Tarantino’im<br />

Special an den Start, den von Bredow-<br />

Werndl gewinnen konnte, Isabell Werth<br />

und Frederic Wandres sattelten ihre<br />

Pferde ‚DSP Quantaz’ bzw. ‚Duke of<br />

Britain FRH’ in der abschließenden<br />

Kür. Hier hieß die Siegerin zum<br />

4. Mal in Folge Isabell Werth, die<br />

insgesamt bereits 14 Mal beim Großen<br />

Preis von Aachen ganz vorne stand.<br />

CHIO-Debütant Frederic Wandres<br />

belegte nach einer tollen Kür mit<br />

hohem Schwierigkeitsgrad hinter der<br />

Niederländerin Dinja van Liere mit<br />

‚Hermes’ sowie Charlotte Fry (GBR)<br />

auf ‚Dark Legend’ Platz 5.<br />

Isabell Werth und ‚DSP Quantaz’ waren das Maß der Dinge<br />

dann auch für die Dressurreiter<br />

die Mannschaftsentscheidung an.<br />

Und auch hier war das Team von<br />

Bundestrainerin Monika Theodorescu<br />

nicht zu schlagen. Das Bemerkenswerte<br />

daran: Alle 3 Mannschaftssiege in<br />

diesem Jahr hat die deutsche Equipe in<br />

unterschiedlicher Besetzung erreicht,<br />

dabei kamen sowohl die routinierten<br />

Paare als auch junge, neue Pferde und<br />

Reiter zum Einsatz.<br />

Dabei zählten in diesem Jahr neben<br />

den Ergebnissen im Grand Prix auch<br />

die 3 besten Ergebnisse aus Grand Prix<br />

Special und Kür. So gingen Jessica von<br />

„Am Freitag im Grand Prix hat er sich<br />

noch von der Atmosphäre beeindrucken<br />

lassen, heute bin ich mega zufrieden“,<br />

freute sich Werth nach ihrem Ritt. „Es<br />

waren heute Kleinigkeiten, an denen<br />

wir noch arbeiten können. Aber er hat<br />

ein außergewöhnliches Potenzial, das<br />

man nur noch abrufen muss. Ich bin<br />

ganz schön stolz, wie er sich hinter den<br />

beiden Damen etabliert hat.“<br />

K.B.<br />

Fotos: Jacques Toffi<br />

Akrobatik pur in der Niedersachsenhalle<br />

H o c h k a r ä t i g e<br />

Pferdesportveranstaltungen haben in<br />

Verden eine lange Tradition. So fanden<br />

hier schon Deutsche Meisterschaften<br />

und Dressureuropameisterschaften<br />

statt, die Weltmeisterschaften der<br />

jungen Dressurpferde waren über<br />

Jahre ein fester Bestandteil des<br />

Sommerturniers, im November treffen<br />

sich die besten Nachwuchsreiter in<br />

der Niedersachsenhalle zu ihrem<br />

Jugendturnier und im Januar lockt<br />

die VER-Dinale die Dressur- und<br />

Springreiter aus Nah und Fern zu einem<br />

der bedeutendsten Hallenreitturnier in<br />

Norddeutschland. Doch nicht nur die<br />

Reiter kommen immer wieder gerne<br />

in die Pferdestadt, auch die Voltigierer<br />

schätzen die guten Bedingungen.<br />

„Verden ist schon was ganz Besonderes,<br />

auch von der Atmosphäre“, schwärmt<br />

Bundestrainerin Ulla Ramge. So<br />

wurden dieses Jahr bereits zum 5. Mal<br />

die Deutschen Meisterschaften im<br />

26<br />

Voltigieren in der Niedersachsenhalle<br />

ausgetragen. Dabei sollten die<br />

Titelkämpfe eigentlich schon im<br />

letzten Jahr stattfinden, doch auch hier<br />

machte Corona die Pläne zunichte.<br />

EURORIDING<br />

Zwar gab es laut der Bundestrainerin<br />

„Überlegungen, diese auf Ende Oktober<br />

2020 zu verschieben. Da allerdings in<br />

den meisten Bundesländern Voltigieren<br />

wettkampfmäßig bisher kaum möglich<br />

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<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 26 26.11.<strong>21</strong> 18:09


ist, wurde Ende Juni endgültig<br />

beschlossen, die nächsten DM erst<br />

wieder 20<strong>21</strong> auszutragen.“ So fanden<br />

im letzten Jahr weder Deutsche noch<br />

Europa- bzw. Weltmeisterschaften im<br />

Voltigieren statt. „Natürlich ist das<br />

alles sehr schade, da unsere Voltigierer<br />

bereits im März super auf die Saison<br />

vorbereitet waren. Aber wir werden<br />

das jetzt einfach als Chance betrachten,<br />

eine längere Vorbereitungszeit auf das<br />

kommende Jahr zu haben“, erklärte<br />

Ramge. Und diese Chance nutzten ihre<br />

Schützlinge perfekt. Denn bereits bei<br />

den Weltmeisterschaften in Budapest<br />

sorgte das deutsche Team für einen<br />

Medaillenregen. Dabei sicherte sich<br />

die deutsche Mannschaft, die aus dem<br />

Team Fredenbeck, Janika Derks und<br />

Jannik Heiland bestand, souverän<br />

den Titel im Nationenpreis, Jannik<br />

Heiland und Janika Derks holten<br />

die Silbermedaille in den Einzel-<br />

Wettbewerben und im Pas-de-Deux-<br />

Wettbewerb waren Janika Derks und<br />

Johannes Kay nicht zu schlagen. Hier<br />

ging die Silbermedaille an Chiara<br />

Congia und Justin van Gerven.<br />

Vom 24. - 26.10.20<strong>21</strong> trafen die<br />

frischgebackenen Medaillenträger dann<br />

bei den Deutschen Meisterschaften<br />

in Verden aufeinander. Hier waren<br />

Alina Roß, Jannik Heiland, das Team<br />

NORKA Automation des VV Köln-<br />

Dünnwald sowie Chiara Congia und<br />

Justin van Gerven das Maß aller Dinge.<br />

Überraschungssieg für Alina Roß<br />

Allerdings wartete bei den Damen<br />

eine Überraschung auf die pro Tag<br />

zugelassenen 600 Zuschauer. Denn hier<br />

sicherte sich Alina Roß den ersten DM-<br />

Titel ihrer Karriere. Dabei startete die<br />

20-Jährige aus dem mecklenburgischen<br />

Userin, die bei der WM in Budapest<br />

auf dem 7. Platz gelandet war, mit<br />

einem Sieg in der Pflicht, fiel nach der<br />

ersten Kür nur hauchdünn hinter Top-<br />

Favoritin Janika Derks zurück und legte<br />

dann mit einem weiteren Teil-Sieg im<br />

Technikprogramm den Grundstein für<br />

den Titel, den sie mit einem 2. Platz<br />

in der abschließenden Kür verteidigen<br />

konnte. Allerdings kam der Sieg für<br />

das Mitglied der Sportfördergruppe der<br />

Polizei Mecklenburg-Vorpommern aus<br />

heiterem Himmel, zumal sie nicht wie<br />

bei den Saisonhöhepunkten mit ihrem<br />

bewährten 16-jährigen Deutschen<br />

Sportpferd DSP ‚San Zero’, sondern<br />

ihrem Nachwuchspferd ‚Baron R’<br />

nach Verden gereist war. „Ich kann<br />

es gar nicht glauben“, sagte Roß.<br />

„Ich habe nicht einmal mit einer<br />

Medaille gerechnet und habe, ehrlich<br />

gesagt, noch nicht einmal den guten<br />

Trainingsanzug für die Meisterehrung<br />

dabei.“ Übrigens: Dieser Sieg bedeutete<br />

den ersten DM-Titel überhaupt für<br />

Mecklenburg-Vorpommern.<br />

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Alina Roß und ‚Baron R‘<br />

Überaus zufrieden zeigte sich auch<br />

Silbermedaillen-Gewinnerin Janika<br />

Derks, die ebenfalls nicht mit ihrem WM-<br />

Pferd ‚Dark Beluga’ am Start war. Auf<br />

‚Rockemotion’, dem Nachwuchspferd<br />

von Juniorenbundestrainer Kai<br />

Vorberg und seiner Frau Nina, die<br />

auch an der Longe stand, voltigierte<br />

die Vize-Weltmeisterin und CHIO<br />

Aachen-Siegerin zum Sieg in beiden<br />

Kürdurchgängen und kam im<br />

Gesamtranking auf insgesamt 8,572<br />

Punkte.<br />

Nach einem spannenden Kampf um<br />

Bronze zwischen Julia Sophie Wagner<br />

mit ‚Giovanni’ (Longe: Katja Wagner)<br />

und Kathrin Meyer mit ihrem Pferd<br />

‚San Classico S’, die von ihrer Mutter<br />

Sonja Meyer longiert wurde, freute<br />

sich Meyer über 7,981 Punkte und<br />

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27<br />

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Reitsportmosaik<br />

Dritter DM-Titel für Jannik Heiland<br />

Bei den Herren sicherte sich Jannik<br />

Heiland mit dem geringstmöglichen<br />

Abstand von 0,001 Punkten seinen<br />

3. DM-Titel und krönte damit eine<br />

sensationelle Saison in der der<br />

28-Jährige nicht nur Vizeweltmeister<br />

wurde, sondern auch erstmals den Sieg<br />

beim CHIO in Aachen holte. Dabei hatte<br />

sich Heiland mit seinem Erfolgspferd<br />

‚Dark Beluga’ und Longenführerin<br />

Barbara Rosiny gleich zum Auftakt der<br />

Meisterschaften mit dem Pflichtsieg<br />

(8,924) in eine aussichtsreiche Position<br />

gebracht. Doch dann folgte die wohl<br />

schwächste Kür des Jahres womit er<br />

nach der Halbzeit „nur“ auf Rang 3 lag.<br />

In den beiden Finalumläufen stellte der<br />

derzeit beste deutsche Pferdeakrobat<br />

dann jedoch seine Stärke unter Beweis<br />

und präsentierte mit 8,634 Punkten das<br />

deutlich beste Technikprogramm der<br />

Herren. Auf die abschließende Kür gab<br />

es eine 9,345 - machte in der Summe<br />

8,845 Zähler.<br />

„Ich bin mit 3 von 4 Runden ziemlich<br />

zufrieden. In die erste Kür habe ich<br />

einfach nicht gut hineingefunden.<br />

Woran genau das lag, kann ich selber<br />

nicht genau sagen. So knapp zu<br />

gewinnen, fühlt sich ein bisschen so<br />

an wie ein Netzroller beim Tennis.<br />

Der emotionalste Moment für mich<br />

an diesem Wochenende war die FRH-<br />

Auszeichnung für mein Pferd ‚Dark<br />

Beluga’.“<br />

Heiland’s WG-Partner Viktor<br />

Brüsewitz kam nach 4 Durchgängen<br />

auf 8,844 Punkte. Der 31-Jährige, der<br />

in Verden mit ‚Capitain Claus’ und<br />

Gesa Bührig am Start war, landete in<br />

den ersten 3 Durchgängen (Pflicht, Kür,<br />

Technikprogramm) jeweils auf dem 2.<br />

Platz - und ließ schließlich im Finale die<br />

beste Kür des Tages folgen. Für seinen<br />

Auftritt, begleitet von melancholischer<br />

Musik, voltigierte der „Ninja Warrior“<br />

zur starken 9,439 Punkten und dem<br />

Kür-Sieg. Sicherlich ein kleiner Trost<br />

für die knappe Niederlage gegen seinen<br />

Freund Heiland.<br />

Die Bronzemedaille ging an Jannis<br />

Drewell, der in Verden seinen<br />

emotionalen Abschied von der Voltigier-<br />

Bühne feierte. Der 30-Jährige, der eine<br />

schwierige Saison mit enttäuschenden<br />

Ergebnissen bei der WM und in<br />

Aachen hinter sich hat, kam in Verden<br />

nun erstmals wieder in Harmonie<br />

mit seinem 12-jährigen Oldenburger<br />

‚Qualimero OLD’, longiert von seiner<br />

Longenführerin und Mutter Simone<br />

Drewell. Der Europameister der Heim-<br />

EM von Aachen 2015 gewann sowohl<br />

die 1. Kür als auch den ersten Umlauf<br />

und kam in der Totalen schließlich auf<br />

8,719 Punkte.<br />

Team NORKA Automation des VV<br />

Köln-Dünnwald nicht zu schlagen<br />

In der Königsdisziplin bei den Teams<br />

setzte sich am Ende souverän das Team<br />

NORKA Automation des VV Köln-<br />

Dünnwald durch. Die Mannschaft<br />

um Trainer und Longenführer Patric<br />

Looser gewann mit dem 12-jährigen<br />

Holsteiner ‚Calidor’ alle drei Umläufe.<br />

Dabei setzten sich die Rheinländer<br />

zunächst mit einer Wertung von 7,601<br />

Punkten an die Spitze des Feldes. Für<br />

die beiden anschließenden Küren erhielt<br />

die Mannschaft 9,26 und 9,174 Punkte.<br />

Das machte im Gesamtergebnis 8,571<br />

Zähler und damit den deutlichen Sieg.<br />

Klar, dass sich Looser begeistert zeigte.<br />

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„Wir sind natürlich überglücklich, aber<br />

einfach auch stolz auf die Leistung<br />

vom Team und das Zusammenspiel<br />

mit dem Pferd. Sie konnten sich von<br />

Turnier zu Turnier die gesamte Saison<br />

über steigern und mit der ersten Kür<br />

die Top-Leistung zeigen. Im Finale war<br />

es nochmal etwas schwieriger. Aber<br />

grundsätzlich ist es ein mega geiles<br />

Team. Wir werden den Sieg ordentlich<br />

feiern - den Gruppensieg und natürlich<br />

auch die zweite Goldmedaille im<br />

Doppel.“<br />

Die Silber- und Bronzemedaille ging<br />

nach Bayern. Dabei voltigierte der VV<br />

Ingelsberg um Longenführer Alexander<br />

Hartl mit ‚Leo’ zu 7,829 Punkten und<br />

damit Rang 2 in der Meisterschafts-<br />

Wertung. Platz 3 eroberte die Gruppe<br />

Gilching I mit ‚Amontillado’ (Longe:<br />

Julia Handel), die mit Rang 4 in der<br />

Pflicht in den Wettkampf starteten und<br />

dann die zweit- sowie drittbeste Kür<br />

folgen.<br />

Reitsportmosaik<br />

Vize-Weltmeister entscheiden<br />

Pas-de-Deux für sich<br />

Das Team NORKA Automation des VV Köln-Dünnwald<br />

Nicht beenden konnten die amtierenden Weltmeister aus Fredenbeck die<br />

Deutsche Meisterschaft. Dabei starteten die Hannoveraner um Trainerin Gesa<br />

Bührig mit ihrem Pferd ‚Claus’ mit Platz 2 in der Pflicht in den Wettkampf.<br />

Doch schon in dieser Prüfung zeigte sich der Schimmel nervös. In der<br />

ersten Kür entschied Bührig nach der Trabrunde, ihre Voltigierer nicht auf<br />

dem 15-jährigen Mecklenburger turnen zu lassen. „ ‚Claus’ ist nicht in den<br />

Wettbewerb gekommen, er hat sich furchtbar gestresst mit der Halle und dem<br />

ganzen Drumherum. Zum Wohle unseres Schimmels und auch, um Verletzungen<br />

bei den Sportlern zu verhindern, habe ich im Zirkel entschieden, keine Kür<br />

zu starten. Es tut mir unendlich Leid, dass wir unsere Kür nicht noch einmal<br />

zeigen konnten“, sagte Bührig. Das Publikum in Verden respektierte diese<br />

Entscheidung mit Standing Ovations.<br />

Im Pas-de-Deux sicherten sich Chiara<br />

Congia und Justin van Gerven mit<br />

der 13-jährigen Hannoveraner-Stute<br />

‚Highlight HE’, (Alexandra Knauf)<br />

die Goldmedaille. Dabei hatten sich<br />

die amtierenden Vize-Weltmeister<br />

bereits nach dem ersten Durchgang<br />

mit 9,368 Punkten an die Spitze des<br />

Feldes gesetzt. Am Finaltag kamen<br />

die Athleten vom Team NORKA des<br />

VV Köln-Dünnwald auf 9,089 Zähler<br />

(insgesamt 9,229 Punkte). Somit<br />

konnten die Rheinländer, die in diesem<br />

Jahr auch den CHIO in Aachen für sich<br />

entschieden hatten, ihren Titel aus dem<br />

Jahr 2019, den sie in Alsfeld gewonnen<br />

hatten, erfolgreich verteidigen<br />

Mit dem hauchdünnen Abstand von<br />

lediglich 0,024 Punkten sicherten sich<br />

Janika Derks und Johannes Kay vom<br />

RSV Neuss-Grimlinghausen auf dem<br />

Rücken des 14-jährigen Oldenburgers<br />

‚Humphrey Bogart OLD’, (Nina<br />

Vorberg) die Silbermedaille.<br />

Bronze ging an Diana Harwardt und<br />

Peter Künne vom RV Integration<br />

aus Bernau bei Berlin. Die Vize-<br />

Europameister der Junioren aus dem<br />

29<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 29 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

Foto: Veranstalter<br />

Jahr 2018 landeten mit ihrem Pferd<br />

‚Longinus’ und Longenführer Hendrik<br />

Falk in beiden Kürumläufen auf dem 3.<br />

Platz und standen in der Endabrechnung<br />

bei 8,412 Punkten.<br />

Die strahlenden Medaillengewinner der Deutschen Meisterschaften 20<strong>21</strong><br />

„Wir haben hier in Verden super<br />

Leistungen gesehen, gerade nach<br />

der langen Trainingspause. Vielen<br />

Dank an alle Aktiven und den<br />

Turnierveranstalter. Wir wurden in<br />

Verden sehr herzlich empfangen und<br />

haben uns sehr wohlgefühlt. In der<br />

Niedersachsenhalle haben wir tolle<br />

Bedingungen für den Sport und freuen<br />

uns auf die nächsten Jahre Deutsche<br />

Meisterschaften im Voltigieren in<br />

Verden!“, fasst Kerstin Nimmesgern<br />

vom DOKR-Fachbeirat Voltigieren<br />

die Veranstaltung zusammen. Eine<br />

Aussage, der auch Bundestrainerin<br />

Ulla Ramge, die Veranstaltung sehr<br />

genossen hat, nur zustimmen kann.<br />

Text und Fotos: K.B.<br />

Mit einer sehr emotionalen Ehrung wurde ‚Dark Beluga’, eines der besten<br />

Voltigierpferde der Welt, bei den Deutschen Meisterschaften der Voltigierer in<br />

Verden mit dem Namenszusatz FRH gebührend gefeiert.<br />

Der ‚De Niro’/,Akzent II’-Sohn wurde mit Jannik Heiland und seiner Besitzerin<br />

Barbara Rosiny an der Longe vor wenigen Wochen in Budapest/HUN Vize-<br />

Weltmeister bei den Herren und gehörte zum deutschen Team, das Gold in<br />

der Mannschaftswertung gewann. Darüber hinaus verhalf er Janika Derks im<br />

Damenfinale ebenfalls zu einer Silbermedaille<br />

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30<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 30 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Foto: Veranstalter<br />

EM Vielseitigkeit in Avenches<br />

Deutsches Vielseitigkeitsteam holt Silber<br />

Eigentlich sollten die Olympischen<br />

Spiele in Tokio den sportlichen<br />

Höhepunkt 2020 bilden. Doch die<br />

coronabedingte Verschiebung sorgte<br />

dafür, dass für die Reiter in diesem<br />

Jahr gleich 2 Championate auf dem<br />

Turnierplan standen. Denn nach<br />

dem die Spring- und Dressurreiter<br />

bereits Anfang September ihre<br />

Europameisterschaften ausgetragen<br />

hatten, wollten es vom 23. - 26.09.20<strong>21</strong><br />

auch die Vielseitigkeitsreiter noch<br />

einmal wissen und ihren Titel in der<br />

Team- und Einzelwertung in Avenches<br />

verteidigen.<br />

Deutsches Team und „Dibo“<br />

auf Rang 3<br />

So starteten insgesamt 73 Paare<br />

aus 17 Nationen mit der ersten<br />

Verfassungsprüfung in den Wettbewerb.<br />

In der über 2 Tage ausgetragenen<br />

Dressur machte dann Anna Siemer<br />

mit ‚Butts Avondale’ den Auftakt<br />

für die deutsche Mannschaft, zu der<br />

neben Siemer auch Andreas Dibowski<br />

mit ‚FRH Corrida’, Michael Jung mit<br />

‚fischerWild Wave’ und Ingrid Klimke<br />

mit ‚SAP Hale Bob OLD’ gehörten.<br />

„Ich finde ja, wir machen generell einen<br />

Teamsport: Mein Pferd und ich sind ja<br />

immer ein Team. Aber ein Team mit<br />

anderen Reiter-Pferd-Paaren ist noch<br />

cooler“, sagte sie nach ihrem 1. Start<br />

in einem deutschen „Seniorenteam“,<br />

bei dem sie Rang 17 belegte. „Sie<br />

Andreas Dibowski und ‚FRH Corrida’<br />

(‚Avondale’) war schon sehr bei mir,<br />

damit habe ich gar gerechnet, und sie<br />

war konzentriert und hat sich nicht<br />

anstecken lassen von der Atmosphäre,<br />

das fand ich sehr gut. Ich hätte noch<br />

etwas mehr riskieren können. Sie hat<br />

es brav gemacht, es ist ein ordentliches<br />

Ergebnis, mit Sicherheit geht es<br />

deutlich besser“, zog sie ihr Fazit.<br />

Der 2. deutsche (Mannschafts)Reiter,<br />

Andreas Dibowski, brachte das Team<br />

von Hans Melzer dann mit einer<br />

gelungenen Leistung auf den vorläufigen<br />

3. Platz hinter Mannschaftsweltmeister<br />

und -Olympiasieger Großbritannien<br />

(44,2) und Frankreich (56,0) und<br />

rangierte auch in der Einzelwertung<br />

an 3. Stelle. Hier lagen die Britinnen<br />

Nicola Wilson mit ‚JL Dublin’ (20,9<br />

Minuspunkte) und Piggy March mit<br />

‚Brookfield Innocent’ (23,3) vorne.<br />

„Das Pferd fühlt sich einfach wohl. Sie<br />

ist sehr unkompliziert im Umgang mit<br />

Transporten und allem Drum und Dran,<br />

deswegen hat ihr auch die Tokio-Reise<br />

nichts ausgemacht und in den letzten<br />

Wochen war sie einfach berechenbar<br />

und das hat sie heute eben wieder<br />

gezeigt“, sagte „Dibo“. Im Gegenteil<br />

habe ihm das Training mit Jürgen<br />

Koschel, dem Dressurtrainer der<br />

deutschen Vielseitigkeitsreiter, in Tokio<br />

sehr gut getan. „Ich war öfter schon mal<br />

zufrieden und hatte schlechte Noten.<br />

Heute war ich zufrieden und habe gute<br />

Noten. So ist es mir<br />

lieber“, sagte er.<br />

Im Großen<br />

und Ganzen<br />

zufrieden mit<br />

seiner Vorstellung<br />

war Einzelreiter<br />

Christoph Wahler,<br />

auch wenn er und<br />

sein Holsteiner<br />

Schimmel ‚Carjatan<br />

S’ in Avenches<br />

ebenfalls nicht<br />

an ihre bisherige<br />

Bestleistung<br />

herankamen. Mit<br />

26,0 Minuspunkten,<br />

belegte die beiden<br />

den vorläufigen 4. Platz und konnten<br />

sich eine gute Basis für die weiteren<br />

Teilprüfungen verschaffen. „Es war<br />

eine gute Trabtour, er ist super Schritt<br />

gegangen, er war super bei mir. Ich bin<br />

allerdings schlecht zum ersten Wechsel<br />

hingeritten, das war teuer. Danach war<br />

er in der Galopptour sehr entspannt,<br />

wirklich gut, und ich hatte ein tolles<br />

Gefühl heute“, sagte der 27-jährige<br />

Chef des Klosterhofes Medingen.<br />

1. Schritt Richtung Titelverteidigung<br />

Bereits am 2. Dressurtag wendete<br />

sich das Blatt. Denn nach dem<br />

Michael Jung und ‚fischerWildWave’<br />

mit 23,3 Minuspunkten ihr bislang<br />

bestes Dressurergebnis auf 4*-Niveau<br />

abgeliefert hatten, erzielte Ingrid<br />

Klimke 20,2 Minuspunkte, die ihr<br />

zur vorläufigen Führung vor Rosalind<br />

Canter mit ‚Allstar B’ (20,6) und<br />

Nicola Wilson mit ‚JL Dublin’ (20,9)<br />

verhalfen und das deutsche Team in<br />

Schlagdistanz auf das britische Team<br />

brachten. Dabei hatte ihr Bundestrainer<br />

Hans Melzer vorher mit Blick auf das<br />

Teamergebnis etwas Druck gemacht.<br />

„Ich habe gesagt, über 80 %, nun waren<br />

es 79,84, aber damit können wir leben“,<br />

erklärte er.<br />

Deutsches Team und Ingrid Klimke<br />

weiter auf Medaillenkurs<br />

Am Samstag wartete dann ein 5.765<br />

Meter langen Kurs, der kreuz und<br />

quer in und um das Rennbahngelände<br />

in Avenches absolviert wurde, auf die<br />

Teilnehmer. „Ich finde das Gelände<br />

schwer, es ist sehr anspruchsvoll,<br />

sehr viele Richtungswechsel, ganz<br />

viele Wegübergänge, wo die Pferde<br />

unheimlich gut auf den Füßen sein<br />

müssen, viel wechselnder Boden, mit<br />

dem man als Reiter rechnen muss“,<br />

sagte Wahler und fügte hinzu: „Ich<br />

freue mich drauf.“<br />

Und auch hier zeigten sich die<br />

Schützlinge von Hans Melzer in toller<br />

Form. Alle deutschen Teamreiter<br />

beendeten die Geländestrecke ohne<br />

Hindernisfehler, so dass sie weiterhin<br />

hinter der britischen Mannschaft auf<br />

Platz 2 lagen. An 3. Stelle rangierten<br />

Reitsportmosaik<br />

31<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 31 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Reitsportmosaik<br />

Ingrid Klimke und ‚SAP Hale Bob OLD’<br />

die Franzosen. Allerdings war<br />

Titelverteidigerin Ingrid Klimke 3<br />

Sekunden zu langsam und musste in<br />

der Einzelwertung der Britin Nicola<br />

Wilson den Vortritt lassen.<br />

Ihrem Ruf gerecht wurde die<br />

Hannoveraner Stute ‚FRH Butts<br />

Avondale’, die von ihrer Reiterin Anna<br />

Siemer gerne liebevoll als „schnellste<br />

Maus von Mexiko“ bezeichnet wird.<br />

Die beiden machten als 7. Starter am<br />

Vormittag den Anfang für Deutschland<br />

und bewiesen mit ihrer ebenfalls<br />

schnellen Runde, dass sich der Kurs von<br />

Parcourschef Mike Etherington-Smith<br />

trotz der Bedenken über die vielen<br />

Wendungen und unterschiedlichen<br />

Böden gut reiten ließ. „Ein rittiges<br />

Pferd ist ja immer von Vorteil, in jeder<br />

Disziplin. Aber mit einer leichten<br />

Verbindung kann man die Wendungen<br />

hier einfach besser reiten, als wenn<br />

man ein Pferd hat, der richtig stark<br />

ist und die ganze Zeit pullt“, sagte<br />

die Pferdewirtschaftsmeisterin aus<br />

Salzhausen. Lediglich 1,6 Strafpunkte<br />

für Zeitüberschreitung hießen für<br />

das Paar ein Endergebnis von 33,1<br />

Minuspunkten, mit denen sie auf den<br />

15. Platz im Zwischenstand vorrückten.<br />

waren, mussten sie sich im Gelände 15,2<br />

Zeitstrafpunkte anrechnen lassen und<br />

belegten mit 40,8 Minuspunkten Platz<br />

30 vor dem abschließenden Springen.<br />

„Sie war schon sehr stark. Das kenne<br />

ich schon von ihr, dann hört sie nicht<br />

mehr zu“, erklärte er etwas enttäuscht.<br />

„Und man musste eben doch sehr exakt<br />

auf der Linie sein, sonst brauche ich zu<br />

viel Vorbereitung und dann läuft einem<br />

einfach die Zeit weg.“<br />

Michael Jung brachte als einziger<br />

deutscher Reiter sein Dressurergebnis<br />

nach Hause und war auch insgesamt<br />

der Schnellste im Kurs. Damit<br />

Michael Jung und ‚fischerWild Wave’<br />

rangierte er nach dem Gelände mit 23,3<br />

Minuspunkten auf Rang 6.<br />

Und auch Einzelreiter Christoph Wahler<br />

drehte eine tolle Runde, nach der er mit<br />

insgesamt 26,8 Minuspunkten auf Platz<br />

8 lag. Allerdings ärgerte sich Wahler<br />

über 2 Sekunden zu viel auf der Uhr.<br />

„Das ärgert mich, weil mein Pferd<br />

sie heute einfach nicht verdient hat“,<br />

sagte er. „Das was den Rest des Kurses<br />

gut funktioniert hat, ihn in seinem<br />

Rhythmus zu halten, ist mir bei lder<br />

etzten Kombination und am allerletzten<br />

Sprung nicht mehr gelungen. Da musste<br />

er sich nochmal richtig anstrengen, das<br />

Nicht so gut lief es für Andreas<br />

Dibowski. Nach dem er und seine<br />

Hannoveraner Stute laut Hans Melzer<br />

„die Dressur ihres Lebens“ gegangen<br />

32<br />

Nicola Wilson und ‚JL Dublin’ auf dem Weg zum Titel<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 32 26.11.<strong>21</strong> 18:09


hätte nicht sein müssen.“ Auch wenn<br />

der Ärger so gesehen verständlich ist,<br />

kann sich das Ergebnis sehen lassen.<br />

Teamgold und alle Einzelmedaillen<br />

für Großbritannien<br />

So fieberten alle dem abschließenden<br />

Springen am Sonntag entgegen. Hier<br />

drehte Andreas Dibowski eine souveräne<br />

Nullrunde, so dass die EM für „Dibo“<br />

mit insgesamt 40,8 Minuspunkten auf<br />

Rang 22 endete. Danach erwischte<br />

Anna Siemers ‚FRH Butts Avondale’<br />

eine Stange, sie beendete die EM mit<br />

37 Minuspunkten auf auf Platz 17. „Ich<br />

muss einfach besser reiten“. sagte die<br />

Reiterin etwas scherzend, wenn auch<br />

selbstkritisch. „Aber es sind unsere 2.<br />

Europameisterschaften, die haben wir<br />

wieder gut beendet und das ist doch<br />

mega gut für das kleine Pferd.“<br />

Ebenfalls fehlerfrei beendeten Michael<br />

Jung und ‚Walter’ das eher freundlich<br />

aufgebauten Springen. Doch hier<br />

rächte sich jetzt, dass die beiden in der<br />

Dressur in der Schritttour bei einem der<br />

Richter etwas schlecht weggekommen<br />

waren. Gerade einmal 4/10 weniger<br />

hätten sogar noch für einen Podestplatz<br />

ausgereicht. So wurde das Paar 4.<br />

„Mein Pferd hat alles richtig gemacht,<br />

in allen 3 Disziplinen. Das war eine<br />

ganz tolle Leistung. Ich glaube, da<br />

steckt noch einiges drin.“<br />

(23,3) und der britischen Einzelreiterin<br />

Sarah Bullimore mit ‚Corouet’ (23,6).<br />

Dabei war es von der Dressur an es ein<br />

enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen<br />

den deutschen und britischen Reitern,<br />

das die Briten mit jeder Teilprüfung<br />

etwas zu ihren Gunsten verschieben<br />

konnten. So hätten es schon mehr als<br />

2 Abwürfe auf britischer Seite sein<br />

müssen, um dem Team Deutschland<br />

noch die Goldmedaille zu retten. Doch<br />

diesen Gefallen taten Nicola Wilson,<br />

Piggy March und Rosalind Canter ihren<br />

deutschen Kollegen nicht, lediglich<br />

Kitty King machte einen Fehler.<br />

Die Bronzemedaille ging an die<br />

Mannschaft aus Schweden.<br />

„Wir haben hier keine Goldmedaille<br />

verloren, die Briten waren hier wirklich<br />

stark. Es war an keinem Tag möglich,<br />

sie zu schlagen“, brachte Andreas<br />

Dibowski es bei der anschließenden<br />

Pressekonferenz auf den Punkt. Nicht<br />

ohne sofort in Richtung der Sieger<br />

lachend hinzuzufügen: „Aber Ihr könnt<br />

euch sicher sein, wir arbeiten daran!“<br />

Und auch Bundestrainer Hans Melzer,<br />

für den es das letzte Championat war,<br />

zog ein positives Fazit: „Man muss<br />

das sportlich nehmen, die Briten waren<br />

sportlich besser als wir. Das muss man<br />

voll anerkennen, aber ich bin sehr stolz<br />

auf unsere Truppe. Wir hatten ja, bis<br />

auf Ingrid Klimke und ‚SAP Hale Bob<br />

OLD’ nicht unsere Top-Paare hier und<br />

sie haben sich toll geschlagen. Anna<br />

hat sich ihre erste Mannschaftsmedaille<br />

redlich verdient. Für Ingrid Klimke ist<br />

es schade, dass es keine Einzelmedaille<br />

mehr war. Das hätte Bobby verdient<br />

gehabt. Er sprang einen tollen Parcours,<br />

aber dann braucht man halt auch das<br />

Glück, dass diese eine Stange oben<br />

bleibt“, fasste Hans Melzer zusammen.<br />

Des weiteren fand Melzer auch lobende<br />

Worte für die Einzelreiter, insbesondere<br />

den erst 27-jährigen Christoph Wahler,<br />

der seine 2. Europameisterschaften im<br />

„Seniorenlager“ auf Platz 7 beendete.<br />

K.B.<br />

FEI/Richard Juilliart<br />

Reitsportmosaik<br />

Als letzte deutsche Starterin hatte es<br />

Ingrid Klimke in der Hand mit einer<br />

Nullrunde ihren beiden EM-Titeln aus<br />

2017 und 2019 noch eine Silbermedaille<br />

in der Einzelwertung hinzuzufügen.<br />

Doch am drittletzten Sprung fiel die<br />

Stange und dieser „Klotz“ ließ die<br />

Reitmeisterin auf Platz 5 zurückfallen.<br />

„Ich fand er sprang super. Ich bin mit<br />

Bobby richtig gut zufrieden“, sagte sie<br />

und ergänzte: „Mannschaftssilber ist<br />

doch ein Grund sich zu freuen. Und<br />

zum Triple hätte es eh nicht gereicht.“<br />

Dafür hätte nämlich die nach Dressur<br />

und Gelände führende Britin Nicola<br />

Wilson mit ‚DJ Dublin’ wenigstens<br />

Zeitfehler machen müssen. Das tat sie<br />

allerdings nicht. Stattdessen sicherte<br />

sie sich mit ihrem Dressurergebnis<br />

von 20,9 Minuspunkten ihren ersten<br />

EM-Einzeltitel vor ihrer Teamkollegin<br />

Piggy March mit ‚Brookfield Innocent’<br />

33<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 33 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Rehe bei Kutschpony ‚Linus’<br />

Der lange Heilungsweg von der Diagnostik bis zur<br />

Hufumstellung erfordert viel Geduld<br />

Jetzt habe ich seit fast 50 Jahren Pferde,<br />

aber „Rehe“ hatte ich noch nicht! Bis<br />

eines Tages das Kutschpony auf der<br />

Hengstweide klare und eindeutige<br />

Anzeichen für diese Erkrankung<br />

aufgewiesen hat: es kam schlingernd<br />

entlang des Grabens auf mich zu,<br />

mit Durchfall und Kotwasser, matter<br />

Ausstrahlung, hängendem Kopf. Wie<br />

jemand, der am Vorabend ordentlich<br />

dem Alkohol zugesprochen hat. Das<br />

erfordert sofortiges Handeln. Aufladen<br />

und nach Hause auf den Hof holen, ist<br />

die erste Maßnahme von vielen. Ob es<br />

nun eine Vergiftung durch ein Kraut<br />

wie Schachtelhalm war oder Hufrehe,<br />

war unklar.<br />

Das Schicksal ereilte ‚Linus’ im<br />

Monat Juni: Beim Aufenthalt auf einer<br />

vermutlich gedüngten Wiese mit dem<br />

fetten Hochleistungsgras für Kühe,<br />

die wir gerade als Hengstweide frisch<br />

übernommen hatten, kam der kleine<br />

Schimmel am 2. Tag schlingernd an.<br />

Obwohl gar nicht klar war was ihn<br />

plagte, wurde er sofort nach Hause<br />

geholt auf den sandigen Auslauf. Fieber<br />

hatte ‚Linus’ nicht, die Temperatur<br />

war aber leicht erhöht. Der Tierarzt<br />

kam, aber die Diagnose war nicht<br />

eindeutig. Daher sollte ‚Linus’ keine<br />

Schmerzmittel haben, damit er nicht<br />

von Schmerz befreit hinter den Stuten<br />

her tobt und einen Hufbeindurchbruch<br />

riskiert. Bei der kleinen Ponystute,<br />

die ähnlich mollig ist und bei gleicher<br />

Fütterung, ähnlicher Arbeit und in einer<br />

passenden Herde gehalten wird, gab es<br />

keine Symptomatik. Aber sie wird seit<br />

Jahren von einer anderen Hufpflegerin<br />

betreut als Kutschpony ‚Linus’.<br />

Dr. med. vet. S. Drögemüller<br />

Erich-Garben-Str. 3<br />

30989 Gehrden/Ditterke<br />

Keine Entzündungshemmer, keine<br />

Antibiotika, heißt die Entscheidung,<br />

wenn nicht eindeutig feststeht, was die<br />

Ursache ist. Nur die üblichen Mittel<br />

sind hilfreich, wie Weidenrinde, dazu<br />

Stoffwechselkräuter, Umschläge,<br />

Wasserbäder, gutes Heu, Mineralien<br />

und täglich eine Handvoll Quetschhafer<br />

mit Leinöl. Ja, Hafer, denn auch bei<br />

Hufrehe braucht der Kandidat Energie/<br />

Eiweiß, um sich der Erkrankung<br />

erwehren zu können. Dazu gehört<br />

Heu gegen Langeweile. Was absolut<br />

verboten wird, sind zusätzliche<br />

Kohlehydrate (Zucker jeder Art, auch<br />

die und besonders die aus Äpfeln und<br />

Möhren)! Akut sind auch Eisbeutel<br />

hilfreich, wer Tiefkühlerbsen auf die<br />

Hufe hält, ist klar im Vorteil, aber nicht<br />

bandagieren und tapen!<br />

Nach der Blutabnahme und der<br />

Antwort aus dem Labor ist immer noch<br />

nicht eindeutig die Ursache feststellbar,<br />

ähnlich wie bei Tests auf Borreliose.<br />

‚Linus’ zeigt Parameter, die für Cushing<br />

sprechen, aber auch für EMS, jedoch<br />

nichts davon ist eindeutig. Die hohen<br />

Werte sind vielleicht Anzeiger, dass es<br />

eine schwere Rehe ist mit Überlastung<br />

des Stoffwechsels. Im Gegensatz<br />

dazu zeigen die Hufe die Wurzel des<br />

Übels: das Pony steht zu steil und<br />

hinten erhöht, also rutscht die ganze<br />

Chose ausgerechnet vorn in die Zehe.<br />

Frauen, die Highheels tragen, wissen<br />

das. Dazu muss erklärt werden, dass<br />

auf dem Hof 2 Hufbearbeiterinnen mit<br />

unterschiedlichen Ansätzen beschäftigt<br />

sind. Diese ist die falsche. Das dem<br />

(Mit-)Besitzer zu vermitteln, gestaltet<br />

sich fast schwieriger als die Diagnose:<br />

So ein Jahr Therapie kann nämlich<br />

auch sehr teuer werden und viel „innere<br />

Stärke“ erfordern.<br />

Ein langer Heilungsweg<br />

‚Linus’ liegt jetzt an den ersten Tagen<br />

tatsächlich viel. Das tut in der Seele<br />

weh und weckt das Verständnis<br />

für jeden, der diesen langen und<br />

schmerzhaften Weg mit dem Pferd oder<br />

Pony nicht gehen mag. Aufgeben ist<br />

aber keine Option! Das Vertrauen in die<br />

Selbstheilungskraft und das natürliche<br />

Verhalten, dass sich ein krankes<br />

Pferd selbst schont, ist so groß, dass<br />

Adresse Erreichbarkeit Therapieschwerpunkte<br />

Tel: 05108/3311<br />

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Fax: 05108/2255<br />

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Foto: Karola Bady, Oldendorf<br />

34<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 34 26.11.<strong>21</strong> 18:09


weiterhin der Einsatz von chemischen<br />

Schmerzmitteln eher hinderlich wäre.<br />

‚Linus’ hat hohe Leberwerte, den<br />

Organismus jetzt noch mit Chemie zu<br />

belasten, wäre kontraproduktiv.<br />

Hoffnung macht ein Wechsel der<br />

Hufbearbeitung auf Probe: Anja<br />

Makarczuk hat ihre Ausbildung bei Dr.<br />

Hiltrud Straßer gemacht und obwohl<br />

deren „System“ in der Pferdewelt<br />

umstritten ist, habe ich persönlich bei<br />

ihr nicht nur Hufkurse und Vorträge<br />

belegt, sondern auch gute Erfahrungen<br />

gemacht. Es hat schon manchem<br />

Kandidaten auf dem Hof hier das<br />

Leben gerettet. Nach dem ersten<br />

Schnitt steht ‚Linus’ entsprechend<br />

anders da. Die typische Rehehaltung<br />

mit untergeschobenen Beinen hatte er<br />

kaum, jetzt gar nicht mehr, er belastet<br />

wieder alle Viere und entspannt sich<br />

im Gesicht deutlich. Die Anpassung<br />

der Trachten und Zehen hinsichtlich<br />

des bodenparallelen Hufbeins zeigt<br />

ihre Wirkung sofort. Leider hat der<br />

kurzfristige Einsatz der ehemaligen<br />

Hufpflegerin alles gleich wieder<br />

zunichte gemacht und das Hochstellen<br />

der Trachten verschlimmert die Lage<br />

erneut. ‚Linus’ steht wieder am Anfang<br />

der Hufumstellung. Allerdings ist der<br />

Beweis damit doch erbracht, so ist das<br />

„Murks“.<br />

Die Auseinandersetzung mit dem<br />

„Anteilseigner“ ist inzwischen<br />

schlimmer als die Sachlage für<br />

das Pony selbst, das sich unter der<br />

entsprechenden Umstellung der<br />

Hufe entspannt hat: ‚Linus’ geht<br />

schon wieder auf eine der Stuten los<br />

und buckelt bei Spaziergängen. Das<br />

fruchtet endlich beim Menschen und<br />

das „Go!“ für Anja als Hufbearbeiterin<br />

Fachartikel<br />

kommt. Damit lässt sich arbeiten, denn<br />

jetzt wird alle 2 Wochen die Stellung<br />

vorsichtig korrigiert. Nach 3 Monaten<br />

sind schon Rillen (Abschnürung!) im<br />

Horn nach unten gewachsen, das erste<br />

Narbenhorn ist deutlich zu sehen. Bei<br />

der Vorstellung, was im Huf los ist,<br />

wird mir übel. Doch ‚Linus’ entlohnt<br />

alle Mühe, denn er fängt wieder an,<br />

sein ursprüngliches Verhalten zu<br />

zeigen, läuft viel mehr und viel besser.<br />

Die Futterumstellung kommt deutlich<br />

zum Tragen.<br />

Vorher hatte ‚Linus’ gern Eichen<br />

genascht und immer irgendwo auf<br />

dem Platz auch welche gefunden.<br />

Dazu kommt, dass er bei der externen<br />

Aufzucht beim Vorbesitzer auf<br />

extrem kurzem Gras lief, was für<br />

fettleibige Kandidaten von Nachteil<br />

ist: Sonneneinstrahlung wirkt auf<br />

kurze Halme eben doppelt stark<br />

und Zucker/Fruktan auf „engstem<br />

Raum“ dramatisch. So ist die nächste<br />

Maßnahme, die Bäume auf dem Hof<br />

auszuzäunen und ‚Linus’ nicht mehr auf<br />

kurzes Gras zu lassen, wenn überhaupt,<br />

dann auf den Teil mit Steppengras. Also<br />

trocken bis hin zu langen Stängeln, die<br />

kann er schnittweise portionieren und<br />

macht das auch. Naschen gesenster<br />

Brennnesseln und Disteln tut ebenfalls<br />

gut. Die Isolation von der Herde würde<br />

ihm nur Stress machen, den braucht<br />

er garantiert jetzt nicht. Auch keine<br />

Sandkolik, bitte.<br />

Im Fall von Reheproblemen müssen<br />

sich Mensch und Tier auf ein Jahr<br />

einstellen, in dem<br />

das Horn von oben<br />

nach unten einmal<br />

komplett ersetzt<br />

wird. Auf viele<br />

Maßnahmen in der<br />

Haltung und Fütterung, die Mühe<br />

kosten und Einsatz erfordern. Aber<br />

wenn ein Rehepony mit der hohen<br />

Belastung, wie ‚Linus’ sie durch seine<br />

Stoffwechselerkrankung hatte, nach<br />

relativ kurzer Zeit wieder buckelt und<br />

laufen kann, ohne große Schmerzen,<br />

dann gelingt das und tut auch der<br />

Menschenseele gut. Die Blutwerte und<br />

der Zustand lassen übrigens weiter<br />

keinen Schluss zu, dass ‚Linus’ Cushing<br />

oder EMS hat. Sein Fell kräuselt sich<br />

nicht und auch der Fellwechsel läuft<br />

relativ normal ab für ein Pony von 15<br />

Jahren. Aber ‚Linus’ speckt ab. Hiltrud<br />

Straßer ist Verfechterin der These,<br />

dass Cushing und EMS nicht relevant<br />

wären, wenn die Hufbearbeitung und<br />

Haltung der Equiden stimmen würde:<br />

„Daran verdienen sonst doch nur<br />

die Tierärzte“. Sicherlich, aber die<br />

Futtermittelindustrie eben auch? Dabei<br />

belasten diese Futterzusätze einen<br />

angeschlagenen Stoffwechsel meistens<br />

mehr, als dass sie helfen. Leider.<br />

Über das Jahr kommen immer<br />

wieder Rückfälle, wann immer der<br />

Stoffwechsel durch Fütterung oder<br />

Haltung entgleist. Prinzipiell war<br />

das Pony anfangs nur kurz halbwegs<br />

schmerzfrei, lahmte mal mehr vorn<br />

links, dann wieder alle vier Hufe,<br />

schob die Hinterhand unter, lag viel,<br />

das ganze Programm. Ausgiebiges,<br />

glückliches Wälzen war eher selten zu<br />

sehen. So passte sich auch die Therapie<br />

an, bis das Hufbein die nötige Stellung<br />

hatte und sich das Gewicht auf allen<br />

Foto: Karola Bady, Oldendorf<br />

Foto: Jörg Woost<br />

Deutlich sichtbar: das Narbenhorn an der Zehe, die stark<br />

gekürzt wurde. Der Abdruck zeigt deutlich das Gewölbe,<br />

der Strahl trägt als Stoßdämpfer<br />

Endlich wieder wälzen. ‚Linus‘ hat deutlich abgespeckt,<br />

aber: kurzes Gras ist verboten, lebenslang, sonst droht<br />

vielleicht ein neuer Schub<br />

35<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 35 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Fachartikel<br />

Foto: Karola Bady, Oldendorf<br />

vier Hufen gleich verteilte. In der Zeit<br />

hat Dr. Straßer via Mailing immer<br />

Mut gemacht und erklärt, warum<br />

ein Pferd mit einem bodenparallelen<br />

Hufbein keine Rehe bekommen<br />

KANN, da wird nichts gequetscht<br />

und die Blutzirkulation transportiert<br />

(ohne Eisen eben!) die Schadstoffe<br />

ab. Vor allem das Eiweiß. Beschlag ist<br />

dagegen schmerzhaft und unterdrückt<br />

den so notwendigen Hufmechanismus<br />

komplett.<br />

Da ‚Linus’ zwischenzeitlich mit<br />

Kotwasser anzeigt, dass die Fürsorge<br />

nicht in allen Bereichen hundert Prozent<br />

gleich bleibt, kommt der Fütterung<br />

große Bedeutung zu. Ich schätze, dass<br />

es keinen Futterzusatz gibt, den ich in<br />

der Leidenszeit nicht ausprobiert hätte<br />

Bierhefe, Kräuter, Detox mit Zeolith,<br />

Darmsanierung, EM Bokashi, EM<br />

flüssig, Ostpreußenkräuter, Multiflex<br />

zusätzlich zu Hoof & Health aus<br />

England, Heilerde innerlich und<br />

äußerlich. Ganz wichtig ist und bleibt<br />

die Graslänge und -sorte! Fettes Gras<br />

und kurze Halme sind lebenslang<br />

verboten. Inzwischen nimmt ‚Linus’<br />

die selbst gebaute Schwemme an und<br />

watet hindurch. Es ist kein Zufall, dass<br />

diese sich direkt am Tor zum Obsthof<br />

befindet, in den er gern möchte, aber<br />

nicht darf, dort stehen Apfelbäume und<br />

die sind ihm eben verboten.<br />

Was für die Ponyseele wichtig<br />

war, also die Haltung innerhalb der<br />

gewohnten Herde, bekam der Körper<br />

an Wohlgefühl von außen. Täglich die<br />

Therapie mit der<br />

Magnetfelddecke<br />

und die Umschläge<br />

mit Sauerkraut, auch<br />

mal Kohlblättern,<br />

Kartoffelbrei,<br />

t ä g l i c h<br />

Wasserkühlung.<br />

Der Durchfall ist<br />

mit EM Bokashi<br />

schnell besser, die<br />

Gärung aber noch<br />

immer da, ergo<br />

hat ‚Linus’ weiter<br />

„Raketenantrieb“<br />

und leider wiederholt<br />

Kotwasser…bis<br />

zum Herbst, dann ist<br />

auch das Geschichte.<br />

Entscheidend war<br />

hier der Rat eines<br />

homöopathischen<br />

Tierarztes im Süden.<br />

Auch wenn jetzt die Gegner der<br />

Homöopathie aufbegehren wollen,<br />

den entscheidenden Test absolviert<br />

‚Linus’ durch D12 Calcium fluoratum<br />

Globuli; er „läuft sich ein“, geht<br />

neuerdings mehrfach selbst kurz durch<br />

die Schwemme, die ich extra zum<br />

„Duschen“ der Hufe gebaut habe. In<br />

freier Natur baden Pferde die Hufe<br />

täglich an einer Wasserstelle, wenn<br />

sie zum Trinken kommen. Das konnte<br />

ich selbst bei Studienreisen nach<br />

Namibia und in der Zeit in Andalusien<br />

auf einer Finca erleben. Nun fehlte<br />

lediglich das perfekte Rezept gegen<br />

das Kotwasser. Ein Produkt namens<br />

Neu auf dem Hof: die Wippe. Nicht als Spielzeug, sondern<br />

Physiotraining<br />

Darm Balance war in dem Fall eine<br />

Lösung. Inzwischen kann ich aber<br />

sagen, dass sich der Einsatz für alle<br />

gelohnt hat. Dank der Beratung durch<br />

Dr. Günter Wiebusch, Burladingen, hat<br />

die mehrtägige Gabe einer Q-Potenz<br />

Calcium fluoratum den Durchbruch<br />

bewirkt: seither ist die Rehe nicht<br />

wieder aufgetaucht, was vor allem der<br />

Hufbearbeitung zu verdanken ist. Pure<br />

Diät ist dagegen weniger hilfreich,<br />

erzeugt Mängel.<br />

Am erfolgreichen Ende einer solchen,<br />

mit hohem Aufwand betriebenen<br />

Therapie steht nun der Gedanke, dass<br />

nichts, was passiert, nicht auch etwas<br />

Gutes bewirkt.<br />

Foto: Christiane Mund, Bückeburg Foto: Karola Bady, Oldendorf<br />

Gesund und ohne Reheschub legt sich Linus auch mit<br />

Großen an<br />

36<br />

Wenn das Pony wieder gesund ist, freut sich auch der<br />

Mensch.<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 36 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Fachartikel<br />

Foto: Christiane Mund, Bückeburg Foto: Karola Bady, Oldendorf<br />

Früher haben die Schmiede immer<br />

dazu geraten, die Hufe zu fetten, was<br />

leider zum Austrocknen führt. Da gab<br />

es Bücher, die sogar den Einsatz von<br />

Hufteer gegen Strahlfäule empfohlen<br />

haben? Ohne, dass ein Huf vorher<br />

Feuchtigkeit speichern konnte, ist das<br />

pures Gift. Da ich mit allen Pferden, die<br />

mir begegnen, weiterhin Lernprozesse<br />

durchlaufe, hat ‚Linus’ mir Erkenntnisse<br />

beschert und bestätigt. Vieles habe ich<br />

wieder verworfen und bin zurück zu den<br />

Es klang wie ein Notruf aus dem Forum,<br />

die Anfrage für die Stute ‚Pepper’:<br />

Ein Mix aus Kaltblut und Quarter im<br />

Großraum Göttingen war für ein junges<br />

Mädchen gekauft worden und dann<br />

durch 4 Ställe weiter gereicht, innerhalb<br />

weniger Monate. Grund ist, weil sie<br />

sich beim Führen losgerissen hatte und<br />

beim Gurten nach den Menschen trat.<br />

Bevor nun von Händler zu Händler<br />

Wurzeln, also nicht als Futter, sondern<br />

weg von zu vielen Futterzusätzen.<br />

Ein Rezept habe ich gerade selbst<br />

bei einem anderen Pferd eingesetzt:<br />

Rizinusöl nach dem Wässern der<br />

Hufe, regt die Collagen-Produktion<br />

an. Deutlich sichtbar am „Blättern“<br />

alter Hornschichten, die weg müssen.<br />

Ich möchte aber lieber nicht wissen,<br />

was Dr. Straßer dazu sagen würde, die<br />

tatsächlich sehr streng ist.<br />

ihre Odyssee fortgesetzt hätte, fuhr<br />

Tierpsychologin Karola Bady nach<br />

Witzenhausen und holte sie ab.<br />

„Ganz so einfach ging das alles nicht“,<br />

bremst Karola Bady die Euphorie, sie<br />

könne allen Pferden helfen. Zuerst ließ<br />

sie, die vor 20 Jahren auf Reha und<br />

Therapie für Pferde umgesattelt hatte,<br />

sich im Forum genau schildern, was<br />

Zur Beruhigung anderer<br />

Leidensgenossen kann ich noch<br />

anfügen, dass ein Wegbrechen von<br />

Horn ganz normal ist, falls die Form<br />

der Hufe noch nicht stimmt. Es brechen<br />

die Teile weg, die alt und porös sind, oft<br />

genau die „Schwebe“. Das wäre in der<br />

Natur nämlich auch so.<br />

‚Pepper’ hält sich alle Optionen offen<br />

Eine barocke Stute mit Talent als Therapiepferd<br />

und Hang zum Jagdspringen<br />

… für Haut und Fell das A und O:<br />

„Die Haut ist nicht nur das Spiegelbild der Seele,<br />

sondern auch des Immunsystems"<br />

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Karola K. Bady<br />

sie erwarten würde: „Die eine oder<br />

andere Kandidatin mit Kaufinteresse<br />

hatte ‚Pepper’ bereits ausprobiert, aber<br />

abgesagt, weil sich das Pferd schon<br />

nicht auf dem Reitplatz führen lassen<br />

wollte und einfach abgehauen ist“.<br />

Anfang Mai hatte sich Karola Bady die<br />

Stute im Stall in Ziegenhagen das erste<br />

Mal angesehen, um eine Einschätzung<br />

abgeben zu können. Mit der Kette<br />

Informationen und fachkundige<br />

Beratung unter +49 (0)5175/3843<br />

37<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 37 26.11.<strong>21</strong> 18:09


über der Nase wurde das Pferd von der<br />

Box auf die Wiese geführt, auf der sie<br />

in einem herrlichen Galopp tobte und<br />

dabei Sprünge über Abwasserrohre<br />

zeigte. „Welches Talent in schlummert,<br />

ahnte ich da noch nicht und fragte mich<br />

heimlich, wer sich diese Kombination<br />

aus 2 völlig unterschiedlichen<br />

Rassen ausgedacht hat“, gesteht die<br />

Verhaltensexpertin.<br />

Laut Pass stammt die Stute aus<br />

den Niederlanden und kam aus<br />

dem Großraum Stuttgart erst nach<br />

Einbeck, geimpft durch einen<br />

„Rennbahntierarzt“. Vielleicht hatte<br />

‚Pepper’ vorher tatsächlich an<br />

Kaltblutrennen teilgenommen und<br />

schlechte Erfahrungen gemacht,<br />

flüchtete deshalb beim Führen? Die<br />

Entscheidung, das Pferd mit in den<br />

Norden Niedersachsens zu nehmen,<br />

brauchte bis Ende Mai, da es sich um<br />

ein 15-jähriges Pferd handelt, das im<br />

Preis schon recht hoch lag und durch<br />

Wochen oder gar Monate der Therapie<br />

nicht gerade günstiger werden wird.<br />

‚Pepper’s Wesen hat mir gefallen, sie<br />

scheint einen ehrlichen Charakter zu<br />

haben, ließ sich überall anfassen, ohne<br />

jede Gegenwehr“, stellte Karola Bady<br />

bei der ersten Anamnese fest und holte<br />

die Stute zu sich in den Landkreis<br />

Stade.<br />

Beim Verladen kippte der Anhänger<br />

fast um, nachdem ‚Pepper’ recht brav<br />

eingestiegen war. Immerhin bringt der<br />

Rotschimmel bei Stockmaß 1,55 m<br />

einige Kilo an Gewicht mit. Vor der<br />

Abfahrt noch ein letzter Blick ins Innere:<br />

‚Pepper’ war mit einem Vorderhuf über<br />

die Stange vorn geraten und ich mag<br />

mir nicht vorstellen, was geworden<br />

wäre, hätte ich nicht nachgeschaut“,<br />

sagt Karola Bady über die 4-stündige<br />

Anfahrt ins neue Zuhause. ‚Pepper’<br />

bleibt erst einige Tage in Quarantäne<br />

mit Blick auf die Herde im Offenstall.<br />

Das ist erste Pflicht auf dem Hof, zum<br />

Schutz aller Beteiligten, bis der Tierarzt<br />

grünes Licht gibt, dass die Stute keine<br />

Krankheiten einschleppt.<br />

In der 1. Woche gilt die Aufmerksamkeit<br />

körperlichen und seelischen Defiziten,<br />

die zu einem unerwünschten Verhalten<br />

des Pferdes geführt haben könnten.<br />

Die Fütterung wird angepasst, der<br />

Termin für die erste, dringend nötige<br />

38<br />

Fachartikel<br />

Hufbearbeitung gebucht. ‚Pepper’<br />

steht auf allen Vieren viel zu hoch,<br />

die Hinterhufe zeigen nach außen und<br />

besonders links ist die innere Wand<br />

völlig schief. Wie die Stute damit so<br />

famos laufen konnte, wundert Karola<br />

Bady, mit Vorfreude auf das Ergebnis,<br />

wie das erst mit richtiger Stellung und<br />

der Therapie der Gallen hinten wird.<br />

Das braucht aber noch Zeit.<br />

Bei der weiteren Anamnese wird das<br />

Führen geprobt, mit gebisslosem<br />

Halfter. Das finden einige sicher mutig?<br />

„Ich möchte ausschließen, dass dem<br />

Pferd Schmerzen im Maul verursacht<br />

werden“ ist die Begründung dafür, „das<br />

würde den Fluchtreflex aus falschen<br />

Motiven heraus auslösen“, fürchtet<br />

Karola Bady, die aber die Ursache<br />

finden will und nicht nur das Symptom.<br />

‚Pepper’ lässt sich auf dem kleinen<br />

Reitplatz gut bewegen, zeigt einen<br />

schönen Schritt und denkt nicht ans<br />

Flüchten. Einzeln wird ‚Pepper’ nun<br />

den Mitgliedern der Herde vorgestellt.<br />

Der Hof ist in diverse Bereiche<br />

gegliedert, alle lassen sich miteinander<br />

verbinden und schnell durch ein Tor<br />

trennen. So zeigt sich, mit wem sich<br />

‚Pepper’ gut versteht und zu wem sie<br />

nicht so gut passt. Daraus ergibt sich,<br />

welche Pferde auf die Sommerweide<br />

am Fluss umziehen<br />

und wer mit ‚Pepper’<br />

am Hof bleibt.<br />

‚Linus’, der kleine<br />

Schimmelwallach,<br />

bleibt bei ‚Pepper’<br />

, weil er als<br />

einziger jeden Zaun<br />

unterwandert. Am<br />

Hof ist deshalb<br />

alles mit Holz<br />

eingefriedet,<br />

Hausstrom läuft<br />

durch die Litzen. Das<br />

nützt alles nichts,<br />

denn bei einem<br />

frischen Galopp auf<br />

der Hausweide in<br />

der 2. Woche fängt<br />

der 1,20 m Zwerg<br />

auf einmal an,<br />

‚Pepper’ regelrecht<br />

zu treiben wie ein<br />

Cuttinghorse! Das<br />

geht einige Runden<br />

gut, bis sich ‚Linus’ blitzschnell dreht<br />

und nach ihr schlägt. ‚Pepper’ nimmt<br />

den einzigen Ausweg und überwindet<br />

die erste Litze, den Holzzaun dahinter,<br />

die Brombeeren und dazu einen Graben<br />

auf der anderen Seite! „Mir ist fast das<br />

Herz stehengeblieben, dort ist eine stark<br />

befahrene Kreisstraße“, gesteht Karola<br />

Bady das Missgeschick freimütig.<br />

Innerlich stolz, weil ‚Pepper’ brav<br />

am Grünstreifen wartet, bis sie von ihr<br />

wieder eingesammelt ist. Die Autos<br />

warten geduldig, abends, halb zehn.<br />

Im Verlauf der ersten 4 Wochen zeigt<br />

‚Pepper’ das störende Verhalten kein<br />

einziges Mal und auch beim Gurten<br />

tritt sie nicht. Aufgelegt wird nur<br />

ein Filzsattel ohne Bügel, western<br />

gegurtet, da zuckt ‚Pepper’ nicht<br />

einmal. Allerdings hatte Karola Bady<br />

beim Abtasten des Pferderückens auch<br />

die Wurzel des Übels entdeckt: eine<br />

daumenbreite Narbe am Widerrist!<br />

„Wie soll ein Pferd sonst zeigen, dass<br />

es Schmerzen vom Sattel hat, weil<br />

der nicht passt? Satteldruck war die<br />

Ursache“, macht sich die Frau aus<br />

Niedersachsens Norden zur Anwältin<br />

des Pferdes: „Leider ist eben doch<br />

der Mensch meistens die Ursache für<br />

eine Störung beim Pferd“. Sie plädiert<br />

daher dafür, dass sich jeder erst Wissen<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 38 26.11.<strong>21</strong> 18:09


aneignet und dann erst ein Pferd kauft,<br />

das möglichst gut zum Anspruch und<br />

zur Erfahrung passen sollte.<br />

Nicht, dass ‚Pepper’ etwa zu Unrecht<br />

zur Therapie geschickt worden wäre,<br />

kommt dann doch noch ein Rückschlag:<br />

„Beim ersten Spaziergang an der Hand<br />

gemeinsam mit Pony ‚Linus’ und Pony<br />

‚Lucie’ ging es zuerst so gut, dass wir<br />

übermutig wurden und beim Nachbarn<br />

zum Grasen anhielten“, erzählt Karola<br />

Bady mit einem herzlichen Lachen. Als<br />

‚Lucie’ im hohen Gras außer Sichtweite<br />

war und nur noch ‚Linus’ hinter<br />

‚Pepper’ ging, erinnerte sie sich wohl<br />

ans „Cutting“ und geriet in Panik. „Wer<br />

beim Führen hinter die Schulter gerät,<br />

hat keine Chance sie zu halten“, so die<br />

Fachartikel / Aus den Vereinen<br />

erfahrene Pferdefrau, „aber Glück im<br />

Unglück, lief ‚Pepper’ nicht auf der<br />

Straße zurück zum Hof, sondern nur<br />

auf das Maisfeld nebenan“.<br />

Inzwischen wird ‚Pepper’ geritten<br />

und zeigt Talent für Barockreiten: „Ich<br />

hatte mich gefragt, ob sie englisch<br />

oder western ausgebildet ist und<br />

staunte nicht schlecht, als ‚Pepper’ auf<br />

kleinste Hilfen seitwärts ging“, freut<br />

sich die Ausbilderin vielseitiger Pferde.<br />

‚Pepper’ reagiert in der Handarbeit<br />

fein auf Zeichen mit Stöckchen,<br />

Zirkuslektionen beherrscht sie auch<br />

im Ansatz. Da schlummert ein Talent<br />

in ‚Pepper’ , das nun darauf wartet,<br />

einer neuen Bestimmung zugeführt zu<br />

werden? Mit freundlichem Wesen ist<br />

‚Pepper’ vielleicht<br />

als Therapiepferd<br />

für Kinder und<br />

Erwachsene<br />

geeignet, ruhig und<br />

gelassen genug ist<br />

sie jetzt. Außer,<br />

wenn ‚Linus’ hinter<br />

ihr her ist natürlich!<br />

Sie springt aber<br />

auch gern und mag<br />

das Geländereiten,<br />

lernt schnell,<br />

besonders gut „von der eigenen Art“:<br />

Hannoveraner Stute ‚Lava’ öffnet<br />

selbst den Riegel vom Futterplatz zum<br />

Sandpaddock und geht dann einfach<br />

durch das Tor. „Das hatte ‚Pepper’ sich<br />

nach wenigen Tagen abgeschaut und<br />

nachgemacht“, so die Beobachtung.<br />

Einen Fehler hat ‚Pepper’ aber nach<br />

wie vor: sie räumt nachts gern den Stall<br />

um! Manchmal ist morgens nichts mehr<br />

an dem Platz, an dem es vorher war.<br />

Wer Interesse an ‚Pepper’ hat und sie<br />

besuchen möchte, findet sie hier: www.<br />

pferde-auf-die-couch.de<br />

Fotos: Karola Bady, Jörg Woost<br />

Zur Person:<br />

Karola Bady hat vor dem<br />

Studium der Verhaltenskunde und<br />

Tierpsychologie (Diplom 2004 /<br />

ATN, Schweiz) als Redakteurin<br />

für fast alle Magazine im Reitsport<br />

und für Deutschlands größtes<br />

Sportmagazin gearbeitet. Doch<br />

die Liebe zu Pferden war stärker<br />

und so wechselte sie mit 40 noch<br />

einmal den Beruf. Heute lebt sie<br />

auf einem Resthof in der Nähe der<br />

Oste und schreibt nur noch zu ihrem<br />

Vergnügen.<br />

Neues vom Reit-und Fahrverein Vorsfelde<br />

Reiter wählten neuen Vorstand<br />

Der 1. Vorsitzende Udo Griesemann<br />

begrüßte am 30.09.20<strong>21</strong> alle<br />

anwesenden Mitglieder des Reit- und<br />

Fahrverein Vorsfelde. Neuwahlen<br />

standen auf dem Programm und dieser<br />

Punkt sorgte für einen Vorstandwechsel.<br />

Nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit<br />

davon 9 Jahre als 1. Vorsitzender stand<br />

Udo Griesemann für eine Wiederwahl<br />

nicht mehr zur Verfügung.<br />

Der Vorstand wurde wie folgt<br />

gewählt und besteht aus dem<br />

geschäftsführenden Vorstand mit<br />

Manfred Rose (1. Vorsitzender),<br />

Linda Hermes (2. Vorsitzender),<br />

Swen Scharke (Kassenwart). In den<br />

weiteren Ämtern sind Saskia Melhorn<br />

(Sportwart), Kirsten Zimmermann<br />

(Schriftwart), Fabienne Schmidt<br />

(Jugendwart), Sabine Scharke-Krüger<br />

(Pressewart) sowie einem erweiterten<br />

Vorstand mit Beisitzern und einer<br />

technischen Kommission.<br />

Besonderer Dank gebührt den<br />

ausscheidenden Mitgliedern des<br />

Vorstandes und ihrem Engagement, der<br />

neue Vorstand freut sich schon jetzt auf<br />

die weiterhin loyale Unterstützung und<br />

Zusammenarbeit.<br />

39<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 39 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Die erfolgreichsten Reiter wurden<br />

mit einem Wanderpokal geehrt. Die<br />

Wanderpokale erhielten: Junioren:<br />

Bjoern Semrau; LPO: Mali Spahrbier.<br />

Geehrt wurden für 25 Jahre<br />

Mitgliedschaft:<br />

- Nadine Meister<br />

- <strong>Georg</strong> Meister<br />

- Klaus- Ulrich Märtens<br />

- Norbert Jacquemar<br />

- Marianne Jacquemar<br />

- Christina Jaquemar<br />

- Ann-Kathrin Wulkow<br />

- Saskia Mehlhorn<br />

- Manuela Kupsch<br />

- Dr. Timke Ips<br />

Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt<br />

- Marianne Jacquemar<br />

- Margot Piteau<br />

- Margret Gaus<br />

- Heinz-Herbert Grube<br />

- Norbert Jacquemar<br />

- Dr. Werner Reibold<br />

Die Pferdewaage zu Gast<br />

beim RuF Vorsfelde<br />

Auch dieses Jahr hatten wir die mobile<br />

Pferdewaage von Andrea Debus auf<br />

dem Gelände des Reit- und Fahrverein<br />

Vorsfelde zu Besuch. Nacheinander<br />

wurde jedes der rund 16 Pferde gewogen,<br />

das Stockmaß genommen und ein<br />

Wiegepass mit diesen Daten ausgestellt.<br />

Mit 708 kg und einer Größe von<br />

Aus den Vereinen<br />

177 cm ist der Wallach ‚L‘ Avvocatto’<br />

das größte/schwerste und der Wallach<br />

‚Little’ mit 415 kg das kleinste/leichteste<br />

Pferd am heutigen Tag.<br />

Das Gewicht zu kennen ist wichtig,<br />

damit die Tiere die richtige Menge<br />

bei Wurmkuren erhalten und um bei<br />

Behandlungen mit Medikamenten oder<br />

Narkosemitteln dem Tierarzt das richtige<br />

Gewicht mitteilen zu können.<br />

Sabine Scharke-Krüger<br />

(Pressesprecherin RFV Vorsfelde)<br />

Erfolgreiche Reitabzeichenprüfung in Halchter<br />

Alle Reiter bestehen Prüfung<br />

In der 3. Oktoberwoche fand ein<br />

Reitabzeichenlehrgang auf der<br />

Reitanlage in Halchter statt. Nach<br />

1 Woche sorgfältiger Vorbereitung<br />

der Prüflinge durch Reitlehrer Jens<br />

Bosse sowie fleißiges Lernen der<br />

erforderlichen Theorie, legten alle<br />

Lehrgangsteilnehmer erfolgreich<br />

die Prüfung ab.<br />

Insgesamt 16 Urkunden verteilten<br />

die Richter Dietmar Hoffman und<br />

Friedrich Sievers für die bestandene<br />

Prüfung im Pferdeführerschein<br />

Umgang an Jens Storm, Jana<br />

Rabe, Anna-Lena Uhlenhaut, Mila<br />

Plaue, Nina Zimmermann, Sarah<br />

Zimmermann, Eva Conrad, Zoe<br />

Marike Heiser, Jule Elvers, Lara<br />

Raulfs, Selina Petry, Christina<br />

Druba, Maira Rößl, Jule Werner,<br />

Marlene Ernst und Joane Schild.<br />

Das Reitabzeichen 5 bestanden<br />

Joane Schild, Amelie Collisi, Jule<br />

Werner, Christine Druba, Selina<br />

Petry, Lara Raulfs, Emilia Just,<br />

Milla Sophie Czok, Anna-Lena<br />

Uhlenhaut, Leni Schäfer, Anna<br />

Dietrich, Fiene Engel, Friederike<br />

Schäfermann und Susanna Montag.<br />

Über das Reitabzeichen 4 konnten<br />

sich Rebecca von Schreiber, Sahra<br />

Vöhl, Clara Oppermann und Finja<br />

Kohlmeier freuen.<br />

Der Verein gratuliert ganz herzlich<br />

allen Prüflingen zu diesen sehr<br />

40<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 40 26.11.<strong>21</strong> 18:09


guten Ergebnissen und bedankt sich<br />

bei allen Helfern für die tatkräftige<br />

Unterstützung. Einen Eindruck von<br />

der Lehrgangswoche vermitteln<br />

die Bilder auf der Homepage: www.<br />

reitverein-halchter.de.<br />

Der nächste Reitabzeichenlehrgang<br />

ist für die Osterferien 2022 geplant,<br />

so teilt die erste Vorstandsvorsitzende<br />

Stefanie Rose-Hotopp mit.<br />

Text: Emma Gültzow<br />

Fotos: Laura Borchert<br />

Sandra Wenkel<br />

Foto: Axel Althoff<br />

Anfang September 20<strong>21</strong> war<br />

VETogether mit dem Lehrgang<br />

Gerittene Osteopathie® zu Gast<br />

auf der Reitanlage Tannengrund in<br />

Bargteheide. In diesem umfangreichen<br />

Lehrgang waren Theorie und Praxis zu<br />

gleichen Teilen der Frage gewidmet,<br />

wie man notwendige osteopathische<br />

Behandlungen des Pferdes reiterlich<br />

erarbeiten kann.<br />

Aus den Vereinen / Aus- und Fortbildung<br />

VETogether-Fortbildung in Bargteheide<br />

Manuelle Therapie meets Trainingsphilosophie<br />

Zielsetzung: „Wir möchten den<br />

Kolleginnen und Kollegen der<br />

manuellen Therapie Methoden<br />

offenbaren und Mut machen, nach<br />

der Behandlung auch das Training<br />

des Pferdes zu gestalten.“ Das<br />

Konzept Gerittene Osteopathie® hat<br />

er gemeinsam mit Yve Ehler-Klatte<br />

entwickelt, sie ist u.a. Osteopathin und<br />

Spezialistin im Bereich der Trauma-<br />

Pferdeosteopathie®.<br />

In den Theorieteilen wurde zunächst<br />

auch anhand<br />

der Modelle zur<br />

funktionellen<br />

Anatomie und<br />

Biomechanik<br />

erläutert, wie<br />

wichtig es ist, auf<br />

die körperlichen<br />

und seelischen<br />

Bedürfnisse des<br />

Pferdes einzugehen.<br />

Wirkungen der reiterlichen Arbeit<br />

aus veterinärmedizinischer Sicht.<br />

So offenbarte sich nach und nach<br />

eindrucksvoll deutlich, welche<br />

Bedeutung die Grundgangart Schritt<br />

bei der täglichen Arbeit haben darf<br />

und wie sie als bedeutendes Element<br />

der reitsportlichen Entwicklung des<br />

Pferdes eingesetzt werden kann und<br />

sollte.<br />

Ziel ist es, Schritt für Schritt die<br />

Schubkraft des Pferdes zu entwickeln.<br />

Dabei ist es essentiell, das Verhalten<br />

des Pferdes in der Natur zu verstehen.<br />

Viele Reiteinheiten leiden unter zu<br />

wenig beachteter Schrittarbeit. Ein<br />

Grundsatz der Gerittenen Osteopathie®<br />

ist es, das Pferd im Schritt ausreichend<br />

zu gymnastizieren. Schritt ist die<br />

Hauptgangart des Pferdes, in der es<br />

sich natürlicherweise fortbewegt.<br />

Durch längeres und bewusstes<br />

Hauptthema waren die Zusammenhänge<br />

zwischen der strukturellen Osteopathie<br />

und der klassischen Reitlehre. Der<br />

Lehrgang bot jedem Einzelnen<br />

einen neuen Blickwinkel auf eine<br />

erfolgreiche Reiteinheit und ist somit<br />

für jede Reitsportdisziplin bereichernd.<br />

Ralf<br />

Döringshoff,<br />

Pferdewirtschaftsmeister,<br />

Pferdeosteopath und Trainer<br />

Leistungssport benannte gegenüber<br />

„DER KLEINE GEORG“ die<br />

Die Gastgeberin<br />

Dr. Karoline<br />

v. Bassewitz,<br />

die derzeit ein<br />

Rehazentrum<br />

für Pferde auf<br />

Tannengrund<br />

aufbaut, ergänzte<br />

die bedeutenden<br />

physischen wie<br />

psychischen<br />

41<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 41 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Aus- und Fortbildung<br />

Schrittreiten werden deutlich bessere<br />

Trainingserfolge erzielt.<br />

Neben dem an das natürliche Verhalten<br />

der Pferde angepasste Reiten bekam<br />

auch die Psyche des Pferdes besondere<br />

Aufmerksamkeit. Den Reitern wurde<br />

verdeutlicht, wie wichtig es ist, seinem<br />

Pferd einen geregelten Alltag zu<br />

bieten. Regelmäßige Fütterungszeiten,<br />

Weidegänge und auch Trainings- und<br />

Ruhezeiten bieten dem Pferd Sicherheit.<br />

Es ist also essentiell, sein Pferd zu<br />

verstehen. Die Dozenten vermittelten<br />

an diesem Lehrgangswochenende,<br />

dass viel mehr zum Reiten gehört<br />

als nur zu Reiten. Es wurde schnell<br />

offensichtlich, es geht nicht nur um die<br />

Haltung auf dem Pferd, sondern auch<br />

um die Haltung zum Pferd.<br />

Die erläuterten physischen und<br />

auch psychischen Grundsätze des<br />

Lehrganges zeigten den ReiterInnen<br />

auf, wie einfache Umstellungen im<br />

Trainings- und Stallalltag vieles<br />

verändern können. Auch während dieses<br />

Kurses schon haben die Reiterinnen im<br />

Praxisteil viele Fortschritte erarbeiten<br />

können. Durch die Übungseinheiten auf<br />

„Sikorei®”, dem von Ralf Döringshoff<br />

entwickelten Reitsimulator, hatten alle,<br />

angeleitet von Yve<br />

Ehler-Klatte, die<br />

Chance bekommen,<br />

die korrekte<br />

Hilfengebung beim<br />

Schritt reiten zu<br />

routinieren und zu<br />

verfeinern. Hier<br />

wird der Fokus<br />

darauf gesetzt, die<br />

Nickbewegung<br />

des Pferdes zu<br />

begleiten und zu<br />

zulassen anstatt<br />

sie zu blockieren.<br />

Ralf Döringshoff<br />

ist in den einzelnen<br />

Trainingseinheiten<br />

ganz individuell auf<br />

die Reiterin und ihr<br />

Pferd eingegangen.<br />

Einer der<br />

prägendsten Sätze<br />

von Yve und Ralf:<br />

„Wir müssen herausfinden, wann die<br />

Hilfen wirklich Hilfen für das Pferd<br />

sind!“<br />

Verfeinern von Sitz und Einwirkung auf Sikorei®<br />

42<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 42 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Es war beeindruckend zu beobachten,<br />

wie diese als Forschungsarbeit<br />

deklarierte feine Veränderung<br />

aller Hilfen zur harmonischen<br />

Kommunikation mit dem Pferd<br />

führte, in der sich Leichtrittigkeit und<br />

Durchlässigkeit wie selbstverständlich<br />

entwickelten. Besonders am zweiten<br />

Aus- und Fortbildung / Zucht<br />

Lehrgangstag wurde die Nachhaltigkeit<br />

des Konzeptes offensichtlich. Jede<br />

Teilnehmerin konnte mit ihrem Pferd<br />

gemeinsam das Gelernte ausprobieren<br />

und eine klare Verbesserung<br />

des Schrittablaufes erzielen.<br />

Beeindruckend waren neben der<br />

Verbesserung des Bewegungsablaufes<br />

die Entspannungsanzeichen der<br />

Pferde am Ende der Reiteinheiten wie<br />

beispielsweise wiederholtes Gähnen<br />

und viel Kauen. Die Reiterinnen waren<br />

sehr zufrieden mit den selbst errittenen<br />

Verbesserungen.<br />

Vor Sikorei®<br />

Nach Sikorei®<br />

Die manuellen Therapeuten werden von diesem VETogether-Lehrgang viele Ideen für ihr „Handwerk“ mitgenommen haben.<br />

Endlich wieder Hengstparade<br />

und endlich einmal wieder in Neustadt/<br />

Dosse, dem Sanssouci der Pferde in<br />

Brandenburg zu Besuch. In diesem<br />

Jahr feierte das Haupt- u. Landgestüt<br />

100 Jahre Hengstparade.<br />

Geschäftsführerin Regine Ebert und<br />

Landstallmeister Dr. Henning Frevert<br />

hatten an 3 Wochenenden zu ganz<br />

besonderen Paraden eingeladen.<br />

Auch Gäste befreundeter Landgestüte<br />

wie Moritzburg, Celle und dem<br />

Staatsgestüt Kladruby nad Labem<br />

waren an unterschiedlichen Terminen<br />

dabei.<br />

Kommt man ein paar Tage vor der<br />

ersten Parade, so kann man hautnah das<br />

ganz spezielle Paradefeeling erleben.<br />

Denn Insider wissen, donnerstags<br />

findet immer die Generalprobe statt.<br />

In diesem Jahr war es besonders<br />

anstrengend und aufregend für die<br />

Mitarbeiter, war doch vormittags noch<br />

der Geländeabschlusstest der 30 tägigen<br />

Reitponyhengstleistungsprüfung.<br />

Doch pünktlich 13.00 Uhr war jeder<br />

an seinem Platz und startklar. Vieles<br />

klappte schon gut, an der Musik<br />

musste hier und da noch ein wenig<br />

gefeilt werden. Doch am Samstag war<br />

alles perfekt.<br />

43<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 43 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Zucht<br />

‚Da Silva Domingo‘ bei der HLP der Reitponys<br />

Nach 1-jähriger, Corona bedingter<br />

Pause marschierte der Fanfarenzug<br />

vor vollen Tribünen bei strahlendem<br />

Spätsommerwetter ein. Immer wieder<br />

werden interessante geschichtliche<br />

Schaubilder, die mit sehr viel Liebe zum<br />

Detail ausgestaltet werden, gezeigt. So<br />

in diesem Jahr „Vom Maultier zum<br />

Soldatenpferd“ oder unter Mithilfe von<br />

Dr. Jürgen Müller, Landstallmeister a.<br />

D. Pferdekauf vor der Wende in der<br />

ehemaligen DDR. Und immer wieder<br />

regten kleine Anspielungen an die<br />

Der Fanfarenzug marschiert ein<br />

damalige Zeit zum<br />

schmunzeln an.<br />

Doch nicht nur<br />

hier, auch im<br />

Verein der Freunde<br />

und Förderer der<br />

Neustädter Gestüte<br />

sind die ehemaligen<br />

Landstallmeister<br />

aktiv und ein<br />

einmaliges Bild<br />

bot sich, als Heinz<br />

Hoppe, Dr. Jürgen<br />

Müller, Uwe Müller<br />

und Dr. Henning<br />

Frevert vierspännig<br />

im Landauer<br />

gefahren, ihre Einheit untermauerten.<br />

Immer wieder schön die historische<br />

Traberwagenquadrille mit den Stuten<br />

des Gestüts. Auffallend bei allen Stuten<br />

der fließende, raumgreifende Schwung<br />

im Trab.<br />

Für die ungarische Post und die<br />

Kosakenpost braucht man auf dem<br />

riesigen Paradeplatz schon ein gutes<br />

Training, Balance und Stehvermögen.<br />

Steht man bei der<br />

Kosakenpost auf den<br />

Schultern zweier<br />

Reiter, so geht es<br />

in der Pyramide mit<br />

einer weiteren Etage<br />

richtig hoch hinaus.<br />

N a t ü r l i c h<br />

b e k o m m e n<br />

Zuchtinteressierte<br />

n e b e n<br />

vielversprechenden<br />

Remonten auch<br />

bekanntere<br />

Beschäler wie ‚DSP Call Me Crazy’,<br />

‚Ben Benicio’, ‚Don Royal’ oder<br />

‚Benedetto Ragazzo’ zu sehen.<br />

Ein absolutes Muss vor der Pause ist die<br />

spektakuläre Springquadrille, bei der<br />

die Pferde für ihre Reiter buchstäblich<br />

durchs Feuer gehen.<br />

Seit 2001 gibt es bereits das<br />

Projekt „Reiten in der Schule“ in<br />

Zusammenarbeit mit dem Gestüt und so<br />

beteiligten sich die Prinz von Homburg<br />

Schülerinnen und vereinzelt auch<br />

Schüler mit einer großen Quadrille.<br />

Unter Leitung von HPM Heiko Brehmer<br />

begeisterte die große Quadrille, mit<br />

ihren vielfältigen Uniformen, dem<br />

Garde du Corps, den Dragonern,<br />

Ulanen und Ziethen Husaren, mit<br />

komplizierten Quadrillefiguren.<br />

Last but not least eroberten die Römer<br />

mit Neustadts Warmblütern, Rudi<br />

Wetzlaffs englischen Vollblütern,<br />

Darline Grübers Haflingern und Martin<br />

Meyers Koniks den Paradeplatz. Seit<br />

den 30iger Jahren sind solche Quadrigen<br />

fester Bestandteil der Hengstparade<br />

und bilden so den rasanten Abschluss<br />

des Programms.<br />

Doch nicht nur die Parade von<br />

Neustadt/Dosse ist eine Reise wert. Die<br />

Jungpferde und Stutenherden mit ihren<br />

Fohlen auf der Weide zu beobachten,<br />

da kommt man ganz automatisch<br />

zur Ruhe. Das gesamte interessante<br />

Gestütsareal zu erforschen und<br />

natürlich die Grande Dame des Gestüts<br />

‚Poesie I’ v. ‚Brentano II’, mittlerweile<br />

29 Jahre jung, zu besuchen ist immer<br />

wieder ein absolutes Muss!<br />

4 Landstallmeister im Landauer<br />

44<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 44 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Und diese wunderbare Stutenherde, die<br />

man bei der Parade im Freilauf erleben<br />

kann, war letztlich ausschlaggebend,<br />

dass sich der Wilhelmshavener Dr.<br />

Henning Frevert in Neustadt/Dosse<br />

bewarb. Vor 4 Jahren kam er als<br />

Gestütsassistent, zuständig für den<br />

Bereich Zucht u. Verkauf ans Gestüt.<br />

Seit Anfang 20<strong>21</strong> ist der engagierte<br />

Niedersachse nun als Landstallmeister<br />

für den hippologischen Bereich<br />

zuständig. Neben der Vielfalt, in der<br />

das Gestüt aufgestellt ist, reizte es Dr.<br />

Frevert hier mit der qualitätsvollen<br />

Stutenherde selbst züchterisch tätig<br />

werden zu können. Die Herde hat eine<br />

Obergrenze von 35 Stuten. Man ist<br />

immer bemüht durch Eingliederung<br />

vielversprechender Jungstuten die<br />

Qualität weiter zu entwickeln. Wer als<br />

junge Stute nicht in die Herde integriert<br />

wird oder sich als doch nicht so zum<br />

Zuchtprogramm passend erweist, wird<br />

als Reitpferd oder Zuchtstute verkauft.<br />

Nach Ende ihrer Zuchtkarriere werden<br />

altgediente Zuchtstuten an gute Plätze<br />

vermittelt. Lediglich die allseits<br />

Zucht<br />

bekannte ‚Poesie I’, entstanden aus<br />

einer Zuchtunterstützung des damaligen<br />

Celler Landstallmeisters Dr. Burchard<br />

Bade mit einer Samenportion des<br />

‚Brentano II’, erhält das Gnadenbrot<br />

auf dem Gestüt.<br />

Althengste werden teilweise Wallach<br />

und gehen als Reitpferde in die<br />

angegliederte Reitschule. So auch<br />

‚Quaterman I’, Vater des leider viel zu<br />

früh gestorbenen Ausnahmevererbers<br />

‚Quaterback’. Wird die Arbeit in<br />

der Reitschule zu schwer, so haben<br />

sich schon viele Stammgäste für ihr<br />

Lieblingsschulpferd eingetragen und<br />

übernehmen es als aktiven Rentner.<br />

Neustadt ist in der glücklichen Lage,<br />

so Dr. Frevert, neben wohldosiertem<br />

Zukauf oder Pacht von Hengsten<br />

auch durch eigene Nachzucht über<br />

qualitätsvolle Junghengste zu verfügen.<br />

Derzeit wachsen 8 vielversprechende<br />

Youngster heran, die man für die<br />

Körung im März vorgesehen hat.<br />

Das Projekt „Reiten in der<br />

Schule“, das Graf Lehndorffinstitut<br />

für Pferdewisschenschaften,<br />

Leistungsprüfungen, Reit-u.<br />

Fahrunterricht, Erwachsenbildung und<br />

Aus- und Weiterbildung sind weitere<br />

Bausteine in der Stiftung Haupt- u.<br />

Landgestüt Neustadt/Dosse. Zudem<br />

wird in Tourismus investiert. Man<br />

bietet Führungen, Kutschfahrten,<br />

Betriebsausflüge und Räumlichkeiten<br />

für Tagungen und Seminare an.<br />

Im historischen Beschälerstall mit<br />

seinem pittoresken Brunnen kann man<br />

sich auch trauen lassen und Hochzeiten<br />

feiern. Zahlreiche Veranstaltungen<br />

über das Jahr verteilt runden dieses<br />

vielfältige Gesamtbild ab.Mit all<br />

diesen Aktivitäten ist die Stiftung<br />

Haupt- u. Landgestüt Neustadt/<br />

Dosse ein wichtiger Motor für die<br />

Regionsentwicklung und zudem<br />

eine gute Visitenkarte nicht nur für<br />

Pferdefreunde in Brandenburg.<br />

Text und Fotos: Marianne Schwöbel<br />

Ungarische Post<br />

Traberwagenquadrille<br />

Pyramide<br />

45<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 45 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Zucht<br />

‚Ben Benicio’ mit Friederike Maas<br />

Sprung über die mauer in den Westen<br />

‚Captain Olympic‘ und Heiko Brehmer<br />

Reiten in der Schule<br />

Sie gehen füreinander durchs feuer<br />

Große Quadrille<br />

Familie Grüber<br />

Stutenherde<br />

Poesie I v Brentano II<br />

Jährlinge im Abendlicht<br />

46<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 46 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Die Grüne Woche in Berlin wirft ihre<br />

Schatten voraus und so fand am 2.<br />

Oktober die Landesstutenschau des<br />

Stammbuches für Kaltblutpferde<br />

Niedersachsen e.V. im Landgestüt<br />

Celle statt. Zuchtleiterin Ulrike Struck<br />

und der 1. Vorsitzende Dr. Uwe Clar<br />

konnten zu dieser Schau 37 Stuten<br />

der Rassen Schwarzwälder Kaltblut,<br />

Süddeutsches Kaltblut, Hannoversches<br />

Kaltblut und Rheinisch-deutsches<br />

Kaltblut begrüßen. Neben den<br />

Einzelstuten wurden den Richtern<br />

Dieter Quaas, Griebenow und Friedrich<br />

Burgath, Schwelm, 4 Familien zur<br />

Beurteilung vorgestellt.<br />

Zucht<br />

Stutenpower im Landgestüt Celle<br />

Im Anschluss nutzten das Landgestüt<br />

Celle und zwei Privathengsthalter<br />

die Gelegenheit, ihre Hengste den<br />

anwesenden Zuchtinteressierten zu<br />

präsentieren.<br />

<strong>21</strong> Jahre jung ist die besonders<br />

typvolle Staatsprämienstute ‚Dorothee’<br />

v. ‚Wylasko’/,Michel’ Z: Helmut<br />

Behrends, Wardenburg. Nicht nur ihre<br />

Ausdrucksstärke, sondern auch der<br />

herausragende Schritt an der Hand ihres<br />

Besitzers Wolfgang Roxin, Dahlem<br />

Marienau, führten zum Sieg in der<br />

Klasse der Schwarzwälder Kaltblüter.<br />

Die Gruppe der Süddeutschen<br />

Kaltblüter führte die 3-jährige ‚Perle’<br />

v. ‚Volvino’/,Vivaldi’ an. Die aus<br />

der Zucht von Matthias Lamecker,<br />

Chamerau, stammende und noch<br />

voll in der Entwicklung stehende<br />

vielversprechende junge Stute<br />

wusste durch ihre raumgreifenden<br />

Bewegungen zu gefallen. Sie steht<br />

heute im Besitz von Onno Oltmanns,<br />

Moormerland.<br />

‚Rick van Belle’ heißt der Vater<br />

der Siegerstute in der Rassegruppe<br />

hannoversches Kaltblut und der<br />

späteren Gesamtsiegerin der Schau,<br />

‚Ursine’, die auf der Mutterseite das<br />

Blut des englischen Vollblüters ‚Fast<br />

Eddy xx’ führt. Die Richter zeigten<br />

sich sehr angetan vom Typ und den<br />

raumgreifenden Bewegungsabläufen<br />

dieser 6-Jährigen. ‚Ursine’ stammt<br />

aus dem Züchterhaus der Familie zum<br />

Berge in Bad Fallingbostel.<br />

3 Schleswiger Kaltblutstuten hatte<br />

Karin Kahrs aus Döhlbergen zur<br />

Schau mitgebracht. Doch es gelang<br />

den Töchtern noch nicht, sich vor ihrer<br />

Mutter ‚Ruanda’ v. ‚Major’/,Duell’<br />

zu platzieren. Diese nun 14-jährige<br />

‚Ursine’<br />

ehemalige Bundessiegerstute zeigte<br />

einmal mehr, welche Klasse einst zu<br />

dem begehrten Titel führte.<br />

Die Rheinisch deutschen Stuten wurden<br />

in 3 Abteilungen vorgestellt. ‚Carina<br />

vom Utspann’ v. ‚Highlander’/,Carol’<br />

v. ‚Söhre’ der Familie zum Berge, Bad<br />

Fallingbostel entschied die Abteilung<br />

der 2 bis 3-jährigen für sich. Sie bestach<br />

durch ihren Typ.<br />

Reinhard Rausch, Waldeck stellte<br />

mit ‚Rania’ v. ‚Marienthal’ v.<br />

‚Helios’/,Epos’ v. ‚Marienthal’ die<br />

sehr ausdrucksstarke Siegerstute in<br />

der Abteilung der 4- bis 7-jährigen.<br />

Vielleicht verhinderte ein Fohlen<br />

bei Fuß eine am Ende noch höhere<br />

Bewertung dieser qualitätsvollen<br />

Zuchtstute mit einem Gesicht, das man<br />

schöner nicht malen kann.<br />

‚Dorothee’<br />

‚Ruanda’<br />

47<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 47 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Die Abteilung der 8-jährigen und<br />

älteren Stuten gewann ‚Helene’ v.<br />

‚Hartmut’/,Herzensbrecher’ aus der<br />

Zucht von Albert Aryceus, Erndtebrück<br />

und im Besitz der Familie zum Berge,<br />

Bad Fallingbostel.<br />

Ein hervorragender Rasse- und<br />

Geschlechtstyp, gepaart mit<br />

dynamischer Bewegung sorgten<br />

auch für den Gesamtsieg in der<br />

Rassegruppe der Rheinisch deutschen<br />

Kaltblüter. Zudem wurde ‚Helene’ zur<br />

Reservesiegerin der Schau gekürt.<br />

Zucht<br />

‚Heidjer’-Töchtern ‚Birka’ und ‚Benita’<br />

aus der Zuchtstätte von Jörg Jäckel,<br />

Gödestorf.<br />

1d erhielt dann noch einmal Familie<br />

zum Berge für die hannoversche<br />

Kaltblutfamilie der ‚Rangna’ mit ihren<br />

Töchtern ‚Ranke’ und ‚Raja’.<br />

Text und Fotos: Marianne Schwöbel<br />

In den Augen der Züchter ist es immer<br />

ein absolutes Highlight, eine Familie<br />

vorstellen zu können. 3 Töchter, der<br />

von Klaus zum Berge gezogenen<br />

‚Undine’ v. ‚Fast Eddy xx’/,Munkedal’<br />

(‚Ursine’ v. ‚Rick van Belle’, ‚Uschi’<br />

v. ‚Hilarius’ und ‚Ulana’ v. ‚Hilarius’),<br />

wurden in einer züchterischen<br />

Gemeinschaftsproduktion von Jan zum<br />

Berge und Cord Rinne vorgestellt und<br />

gewannen den Familienwettbewerb. Dr.<br />

Uwe Clar überreichte Klaus zum Berge<br />

die silberne Plakette des Ministeriums<br />

für Ernährung, Landwirtschaft und<br />

Verbraucherschutz und gratulierte zu<br />

diesem Erfolg.<br />

‚Helene’<br />

Die 3 weiter vorgestellten Familien<br />

waren allesamt eine Generationsfolge<br />

„Mutter mit zwei Töchtern“. Auf dem<br />

1b Rang kam die Schleswiger Familie<br />

von Karin Kahrs mit ‚Ruanda’ und<br />

ihren Töchtern ‚Runa’ und ‚Rubinie. Sie<br />

erhielt dafür die Goldene Preismünze<br />

der Landwirtschaftskammer<br />

Niedersachsen.<br />

1c ging an eine, sich sehr einheitlich<br />

präsentierende rheinisch-deutsche<br />

Familie der ‚Bellami’ mit ihren beiden<br />

Siegerfamilie der ‚Undine‘<br />

Schleswiger Familie von Karin Kahrs<br />

Rheinisch-deutsche Familie von Jörg Jäckel<br />

48<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 48 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Mitte Oktober fand in diesem Jahr die<br />

Leistungsprüfung des Stammbuches<br />

für Kaltblutpferde Niedersachsen<br />

e.V. im niedersächsischen Landgestüt<br />

Celle statt. Der 1. Vorsitzende Dr. Uwe<br />

Clar und Zuchtleiterin Ulrike Struck<br />

konnten zahlreiche Zuchtinteressierte<br />

begrüßen.<br />

Den Richtern Eduard Laukotka,<br />

Handeloh, Elimar Thunert, Friesoythe<br />

und Fremdfahrer Christian Koller,<br />

Warendorf stellten sich 4 Hengste<br />

und 8 Stuten zur Beurteilung vor. In 3<br />

Prüfungsteilen, dem dressurmäßigen<br />

Fahren vor einem Wagen, dem Ziehen<br />

eines 7 m langen Baumstammes und<br />

vor dem Zugschlitten mussten die<br />

Prüflinge ihre Arbeitstauglichkeit unter<br />

Beweis stellen.<br />

Zucht<br />

Kaltblutleistungsprüfung im Landgestüt Celle<br />

dem Haupt und Landgestüt Neustadt /<br />

Dosse wusste zu gefallen und arbeitete<br />

mit seinem Fahrer Michael Düsedau<br />

zuverlässig alle 3 Prüfungsteile<br />

ab. ‚Marius’ erhielt eine 7,93 als<br />

Endnote. Beide Hengste gehören zur<br />

Rassegruppe der Rheinisch-deutschen<br />

Kaltblüter.<br />

punkten. Eine 8,31 erhielt sie als<br />

Endnote.<br />

Stefanie Jäckel stellte in diesem<br />

Jahr erstmals eine Stute in allen<br />

Prüfungsteilen selbst vor. ‚Birka’ v.<br />

‚Heidjer’ ist in Gödestorf bei Familie<br />

Jäckel gezogen und dort von Vater und<br />

Platz 1 bei den Hengsten mit einer<br />

Endnote von 8,86 erreichte der<br />

Celler Landbeschäler ‚Figaro’ v.<br />

‚Fulminant’, der von Jan Bogun<br />

hervorragend vorbereitet wurde. Mit<br />

seinem Ausbilder wusste der Hengst<br />

in allen Prüfungsteilen zu gefallen.<br />

Auch Christian Koller als Fremdfahrer<br />

zeigte sich sehr angetan und benotete<br />

‚Figaros’ Fahrtauglichkeit mit einer 9,0.<br />

Beeindruckend auch die Gelassenheit<br />

dieses jungen Hengstes.<br />

Ebenso eine 9 in der Fahranlage gab<br />

Christian Koller dem zweitplatzierten<br />

‚Marius’ v. ‚Martell’. Auch der Gast aus<br />

Auf Platz 1 bei den Stuten rangierte<br />

die Süddeutsche Kaltblutstute ‚Perle’<br />

v. ‚Volvino’. Souverän wurde sie<br />

von Hilde Oltmanns vorgestellt und<br />

klar, dass ein Fremdfahrer bei einer<br />

so gut vorbereiteten Stute mit Freude<br />

die Leinen in der Hand hielt und hier<br />

ebenfalls eine 9 zückte. Doch auch<br />

im schweren Zug wusste ‚Perle’ zu<br />

‚Perle’<br />

Tochter ausgebildet. ‚Birka’ wurde<br />

ohne Blendklappen gefahren, was<br />

Fremdfahrer Koller besonders gefiel,<br />

nahm die Stute jegliche Peitschenhilfen<br />

voller Vertrauen an und zeigte sich als<br />

absolut talentiertes Fahrpferd. Völlig<br />

begeistert benotete er diese Rheinisch<br />

deutsche Stute in seinem Teilbereich<br />

mit einer 10. ‚Birka’ schloss die<br />

Prüfung mit einer Endnote von 8,01 ab.<br />

Mit ‚Ada’ v. ‚Carol von Söhre’ kam<br />

eine weitere rheinisch deutsche Stute<br />

auf Platz 3. Für den Biohof Peters<br />

stellte Jan Bogun auch diese Stute<br />

souverän vor, die ebenfalls mit ihrem<br />

Arbeitseifer zu gefallen wusste. ‚Ada’<br />

erhielt eine Endnote von 7,93.<br />

Bei der Ergebnisbesprechung nahm<br />

Hilde Oltmanns den Pokal für die beste<br />

Stute entgegen. Der Pokal für den<br />

besten Hengst ging an das Landgestüt<br />

Celle und wurde von Jan Bogun in<br />

Empfang genommen.<br />

‚Figaro’<br />

Richter Laukotka stellte in seinem<br />

Resümee fest, dass die Pferde in<br />

49<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 49 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Zucht<br />

‚Marius’<br />

diesem Jahr sehr gut vorbereitet zur<br />

Prüfung erschienen seien. Lediglich<br />

sei bei einigen auf ein besser passendes<br />

Geschirr zu achten. Es wäre auch nicht<br />

verkehrt, wenn man sich im Training,<br />

speziell zum Fahren, doch einmal einen<br />

professionellen Trainer holen würde,<br />

der den einen oder anderen Tipp parat<br />

hätte.<br />

Abschließend dankte Dr. Clar<br />

dem Landgestüt Celle, dass das<br />

‚Birka’<br />

Kaltblutstammbuch wieder einmal hier<br />

zu Gast sein durfte.<br />

Text und Fotos: M. Schwöbel<br />

„E“ wie eindrucksvoll<br />

Hengstkörung und Hengstmarkt<br />

Die Verdener Hengstkörung war<br />

geprägt von Hengsten mit dem<br />

Anfangsbuchstaben E, die der<br />

bewährten ‚Adeptus xx’-Linie wieder<br />

neuen Auftrieb geben. Allen voran<br />

ein Prämienhengst v. ‚Escamillo’,<br />

der den Spitzenpreis von 700.000,00<br />

Euro erzielte. 55 Dressurhengste<br />

waren angetreten, von denen 31 gekört<br />

wurden. 6 von ihnen verließen die<br />

Niedersachsenhalle als Prämienhengst.<br />

Aus zuchterprobter Mutter, die schon<br />

2 gekörte Söhne geliefert hat, und mit<br />

gehörigem Vollblutanteil im Pedigree,<br />

präsentierte sich der ‚Escamillo’/,De<br />

Niro’-Sohn (Z. u. Ausst.: 2M2 Horses<br />

I Bastad AB, Bastad/SWE) auch<br />

am letzten Tag genauso kraftvoll<br />

und energisch wie am ersten. Das<br />

überzeugte einen niederländischen<br />

Hengsthalter. Für 700.000,00 Euro<br />

erfolgte der Zuschlag am Telefon.<br />

Als 1. Prämienhengst wurde<br />

ein Schwarzbrauner v. ‚Bon<br />

50<br />

Coeur’/,Carabas’ (Z.: Dirk Schröder,<br />

Lentföhrden, Ausst.: Christine<br />

Klaewer, Lentföhrden) aus dem Stamm<br />

des Jahrhunderthengstes ‚Weltmeyer’<br />

für 300.000,00 Euro versteigert. Jubel<br />

brandete auf, als Auktionator<br />

Frederik De Backer verkündete: „Und<br />

er geht ins Landgestüt Celle!“.<br />

‚Bon Coeur’<br />

Für 370.000,00 Euro sicherte sich<br />

der Klosterhof Medingen ein wahres<br />

„Kraftpaket“, einen Fuchs<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 50 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Zucht<br />

von ‚Totilas’/,Danciano’ (Z.: Josef<br />

Brinkemöller, <strong>Georg</strong>smarienhütte,<br />

Ausst.: BG Brinkemöller und<br />

Westendarp, Wallenhorst). Er<br />

verfügt ebenfalls über beste Genetik,<br />

Aushängeschilder des Stammes der<br />

‚Arma’ sind die Vererber ‚Chasseur I’<br />

und ‚Chasseur II’ sowie ‚Wolkentanz I’<br />

und ‚Wolkentanz II’. Kurz zuvor war<br />

Burkhard Wahler, der zu Jahresbeginn<br />

die Leitung des Klosterhofs an seinen<br />

Sohn Christoph abgegeben hat, im<br />

Schauprogramm mit dem Fritz von<br />

der Decken-Preis als erfolgreichster<br />

Beschicker der Hengstkörung der<br />

vergangenen 10 Jahre ausgezeichnet<br />

worden.<br />

Einen neuen Besitzer aus Frankreich<br />

fand der Prämienhengst v. ‚Fürst<br />

Belissaro’/,San Remo’ (Z.: Jan<br />

Schomaker, Wischafen, Ausst.: Heinrich<br />

Gießelmann, Barver). Der Zuschlag für<br />

den bewegungsstarken Braunen aus<br />

dem Stamm der Stempelhengste ‚Pik<br />

Bube I’ und ‚Pik Bube II’ erfolgte bei<br />

<strong>21</strong>0.000,00 Euro. Schon mehrfach in<br />

Verden fündig geworden ist der Käufer<br />

des Prämienhengstes v. ‚Escolar’/,Sir<br />

Donnerhall’ (Z.: Hermann-Josef<br />

Thoenes, Grefrath, Ausst.: Theo<br />

Lenzen, Nettetal), der sich durch<br />

große Elastizität in den Bewegungen<br />

auszeichnete und 180.000,00 Euro<br />

kostete. Vor 2 Jahren hatte der Käufer<br />

Bundeschampion ‚Va‘ Pensiero’ in der<br />

Niedersachsenhalle entdeckt.<br />

Als Pachthengst wird der Prämienhengst<br />

v. ‚For Dance’/,Dagostini’ (Z.:<br />

Christoph Plate, Beverstedt, Ausst.:<br />

Blue Hors ApS, Randbol/DEN)<br />

eine Box im Landgestüt Warendorf<br />

beziehen.<br />

Die 26 gekörten Hengste erzielten<br />

insgesamt einen Durchschnittspreis<br />

von 125.346,00 Euro, was in etwa<br />

dem Niveau des Vorjahres entspricht.<br />

Die Nachfrage innerhalb Deutschlands<br />

war stark, 22 2,5-jährige werden ihr<br />

Geburtsland nicht verlassen. Die 22<br />

nichtgekörten Hengste kosteten im<br />

Schnitt 38.364,00 Euro.<br />

Im abwechslungsreichen Rahmenprogramm<br />

wurde Dr. Ludwig Christmann<br />

in den Ruhestand verabschiedet.<br />

Seit 37 Jahren stand der promovierte<br />

Agrarwissenschaftler in Diensten<br />

Verabschiedung Dr. Ludwig Christmann<br />

‚Damaschino‘ im Schauprogramm<br />

des Hannoveraner Verbandes und<br />

war als Leiter der Abteilung „Zucht<br />

International“ weltweiter Botschafter<br />

des Hannoveraners. Er erhielt nicht<br />

nur die Goldene Ehrennadel des<br />

Hannoveraner Verbandes, sondern<br />

auch die Gustav Rau-Medaille in<br />

Bronze der Deutschen Reiterlichen<br />

Vereinigung. Zudem waren viele<br />

ehemalige Jungzüchter erschienen, um<br />

ihren „Erfinder“ zu ehren.<br />

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51<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 51 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Zucht<br />

Die Spannung war groß: Im<br />

Rahmenprogramm wurde das Geheimnis<br />

gelüftet. Der ‚Fidermark’/,Ravallo’-<br />

Sohn ‚Fidertanz’ ist Hengst des Jahres<br />

20<strong>21</strong>. Der Dunkelbraune aus der Zucht<br />

von Hermann Schult und im Besitz<br />

der Hengststation Böckmann nahm<br />

in wahrer Beschälermanier die sehr<br />

emotionale Ehrung entgegen und drehte<br />

vor dem begeisterten Publikum in der<br />

Niedersachsenhalle seine Ehrenrunde.<br />

Foto: Holsten-Körner<br />

(Quelle: Hannoveraner Verband)<br />

Fotos: Marianne Schwöbel<br />

Bei Christian Lohmeyer und<br />

seinem Partner Davis Busche<br />

dreht sich alles um kamerabasierte<br />

Herdenüberwachung. Ob Schafe auf<br />

der Weide vor Wölfen zu schützen oder<br />

Geburtenüberwachung bei Kühen und<br />

Pferden, die Einsatzgebiete sind dabei<br />

vielfältig.<br />

„ Da wir selbst - als Züchter - auf dem<br />

aktuellen Markt keine zufriedenstellende<br />

Lösung zur Geburtenkontrolle und<br />

Herdenüberwachung gefunden haben,<br />

welche uns zu 100% überzeugt hat,<br />

haben wir beschlossen die Innovation<br />

selbst voranzutreiben. Der Markt ist<br />

überflutet mit Systemen und Kameras,<br />

die man z.B. zur Geburtenüberwachung<br />

nutzen kann. Mit der Einrichtung im<br />

Stall (Internetverbindung, Installation<br />

usw.) wird man jedoch allein gelassen<br />

und bei auftretenden Problemen<br />

bleibt nur der müßige Anruf bei<br />

52<br />

einer Servicehotline. Wir haben nun<br />

ein bedienerfreundliches Rund-umsorglos<br />

Paket entwickelt, welches nicht<br />

nur zur Geburten- sondern auch zur<br />

Herdenüberwachung genutzt werden<br />

kann.“ so Christian Lohmeyer.<br />

Im Fokus steht nicht die<br />

Überwachungskamera selbst,<br />

sondern die Dienstleistung. Durch<br />

die selbst entwickelte Software<br />

haben die beiden es geschafft, die<br />

Live-Bilder der Kunden zu bündeln<br />

und den geschulten Mitarbeitern zur<br />

nächtlichen Überwachung vorzulegen.<br />

Jeweils von 23 Uhr - 5 Uhr morgens<br />

sorgen Studenten der Tiermedizin<br />

(ab 6. Semester) für eine lückenlose<br />

Überwachung. Bei einsetzender Geburt<br />

oder Unsicherheiten auf der Weide<br />

werden die Tierhalter telefonisch<br />

benachrichtigt.<br />

Der Hengst des Jahres ‚Fidertanz’<br />

Ihr schlaft - wir wachen<br />

Geburtenüberwachung und Herdenschutz der<br />

Herdenschutz UG<br />

Das stille<br />

Beobachten der<br />

Tiere ist daher ohne<br />

Störung möglich,<br />

ein Eingreifen bei<br />

Problemen kann<br />

aber jederzeit und<br />

rechtzeitig erfolgen.<br />

Darüber hinaus<br />

trägt das System zu<br />

einer erheblichen<br />

Steigerung<br />

der eigenen<br />

Lebensqualität<br />

bei, da man sicher sein kann,<br />

dass die trächtigen Tiere nachts<br />

lückenlos überwacht werden. Infrarot<br />

Scheinwerfer sorgen für optimale<br />

Nachtsicht, Weitwinkelobjektive<br />

verringern die Gefahr des toten Winkels<br />

in der Box und auf der Weide.<br />

Für die Geburtenüberwachung stellt<br />

die Herdenschutz UG Leihkameras zur<br />

Verfügung, die sich von alleine in jedes<br />

verfügbare LTE-Netz einwählen. Ohne<br />

Installation können dann die Bilder<br />

vom Kunden mit jedem internetfähigen<br />

Handy abgerufen werden.<br />

Positive Erfahrungen mit diesem<br />

System hat auch Dorothee Heitmüller,<br />

Holtorf gemacht. Eine ihrer Stuten<br />

hatte unerwartet eine Schwergeburt,<br />

die sich erst kurz vor 5 Uhr am Morgen<br />

bemerkbar machte. Eine Uhrzeit, zu<br />

der die engagierte Züchterin selbst<br />

nicht geschaut hätte und sehr dankbar<br />

war, über den Anruf informiert worden<br />

zu sein. „ Sonst wäre es wahrscheinlich<br />

nicht gut ausgegangen,“ so Dorothee<br />

Heitmüller. Die Züchterin zeigt sich<br />

zufrieden mit dem System, auch weil<br />

sie weiß, dass jemand ein Auge auf die<br />

Stute hat und sie dadurch beruhigter<br />

schlafen und am Morgen fit sein kann.<br />

Unter www.herdenschutz.net kann<br />

man sich über das System genauer<br />

informieren.<br />

Text und Foto: Marianne Schwöbel<br />

Fotos: Zachrau<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 52 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Foto: Holsten-Körner<br />

Mit einer neuen Ausstellungsreihe<br />

bietet das Deutsche Pferdemuseum<br />

ausgewählten zeitgenössischen<br />

Künstlerinnen und Künstlern die<br />

Möglichkeit, ihre Arbeiten im<br />

Rahmen einer Kabinettausstellung zu<br />

präsentieren. Über einen Zeitraum von 6<br />

bis 8 Wochen bilden die Räumlichkeiten<br />

des Deutschen Pferdemuseums in<br />

Verden einen besonderen Rahmen für<br />

Fotografie, Malerei oder Skulptur mit<br />

dem Fokus „Pferd“.<br />

Ab dem 9.11.20<strong>21</strong> präsentiert die<br />

Fotografin und Journalistin Andrea<br />

Zachrau eine Auswahl an Fotografien<br />

ihrer Serie „Holi Horses“. Die aufwendig<br />

inszenierten Pferdefotografien wurden<br />

bereits international ausgezeichnet und<br />

sind längst zu einem Markenzeichen<br />

geworden, das ihren außergewöhnlichen<br />

fotografischen Stil kennzeichnet.<br />

Andrea Zachrau ist gelernte Journalistin.<br />

Sie war zehn Jahre als Lokalredakteurin<br />

tätig, wurde im Anschluss<br />

PR-Berichte<br />

Andrea Zachrau mit Fotoausstellung zu Gast im Deutschen Pferdemuseum<br />

Holi Horses erobern Verden<br />

Chefredakteurin einer<br />

Reitsportzeitschrift und<br />

ist seit mittlerweile<br />

vier<br />

Jahren<br />

Redaktionsleiterin des<br />

reitsport MAGAZINs.<br />

Die Fotografie war lange<br />

Zeit nicht viel mehr als<br />

ein Hobby, bis sie 2014<br />

Jacques Toffi, einen<br />

der renommiertesten<br />

Pferdesportfotografen der Welt,<br />

kennenlernte und ihm bei seiner Arbeit<br />

über die Schulter blicken durfte. „An<br />

Jacques‘ Arbeit hat mich vor allem<br />

der Blick für diese eine besondere<br />

Momentaufnahme begeistert“, erinnert<br />

sie sich. „Ihn zeichnet aus, dass er nicht<br />

mit der Masse mitläuft, sondern Bilder<br />

erschafft, die es so noch nie gab.“ So<br />

war es auch nicht verwunderlich, dass<br />

Andrea Zachrau neben der traditionellen<br />

Outdoor- und Sportfotografie einen<br />

ebenfalls eher ungewöhnlichen Weg<br />

einschlug: „Ich entschied, mich auf<br />

die Pferdefotografie im Studio zu<br />

spezialisieren.“<br />

Doch es blieb nicht einfach nur bei<br />

edlen Pferdeportraits vor dunklem<br />

Hintergrund. Verschiedene Effekte<br />

kamen hinzu - von der Arbeit mit<br />

Nebelmaschinen, Lichteffekten,<br />

Satintücher bis hin zu Projektionen<br />

mithilfe eines Beamers waren immer<br />

wieder Ideen dabei, die es so in der<br />

Pferdefotografie noch nie zu sehen gab.<br />

Zu ihrem Markenzeichen wurden jedoch<br />

die „Holi Horses“ - sie fotografierte die<br />

Pferde mit dem bunten Farbpulver, das<br />

traditionell beim indischen Holifest<br />

in die Luft geworfen wird, um den<br />

Sieg des Guten über das Böse zu<br />

feiern. Die Bilder gingen um die Welt<br />

und faszinierten nicht nur zahlreiche<br />

Pferdebesitzer, sondern auch Juroren<br />

internationaler Fotowettbewerbe, die<br />

die außergewöhnlichen Arbeiten mit<br />

Auszeichnungen belohnten. Fast 400<br />

Holi Horses standen seitdem vor ihrer<br />

Kamera und es kommen immer neue<br />

dazu.<br />

Seit dem 9. November sind Andrea<br />

Zachraus kunterbunte Arbeiten im<br />

Deutschen Pferdemuseum zu sehen.<br />

„Ich freue mich sehr über diese<br />

Möglichkeit und hoffe, dass ich für die<br />

Betrachter ein bisschen Farbe in die<br />

dunkle Jahreszeit bringen kann“, sagt<br />

die Fotografin.<br />

Die Kabinettausstellung kann bis<br />

zum 09.01.2022 auf der Stallgasse,<br />

im Dauerausstellungsbereich des<br />

Deutschen Pferdemuseums, zu den<br />

regulären Öffnungszeiten Dienstag<br />

bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr<br />

besichtigt werden. Der Eintritt<br />

in die Kabinettausstellung ist im<br />

Museumseintrittspreis von 5,- Euro für<br />

Erwachsene und 2,- Euro für Kinder (4-<br />

17 Jahre) enthalten<br />

Fotos: Zachrau<br />

Der spanische Hengst ‚Navegante‘<br />

Welsh-Hengst ‚Giowanni‘<br />

53<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 53 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Vier Sterne für den VEOLIA Classico<br />

20<strong>21</strong> musste der Braunschweig<br />

Classico aufgrund der Corona-<br />

Pandemie ausfallen, doch vom 03.<br />

- 06.03.2022 kehrt er mit geballten<br />

Superlativen zurück. Denn Axel<br />

Milkau stockt zum 20. Geburtstag des<br />

internationalen Springturniers gehörig<br />

auf.<br />

„Wir werden 2022 den 20. Classico-<br />

Geburtstag feiern - und das wollen wir<br />

wirklich feiern! Wir werden um einen<br />

Stern erhöhen und ein internationales<br />

Vier-Sterne-Turnier austragen. Und<br />

wir werden das Turnier um einen Tag<br />

verlängern und wieder ein 4-Tage-<br />

Event veranstalten“, erklärt der<br />

Turnierdirektor und betont: „Gerade<br />

in diesen Zeiten wollen wir mit dem<br />

CLASSICO ein Signal für neue<br />

Hoffnung setzen.“<br />

Dabei ist sich Milkau auch mit seinen<br />

Partnern und Sponsoren einig. „Wir<br />

wollen mit unserer Entscheidung<br />

Aufbruchstimmung vermitteln. Wir<br />

wollen zeigen, dass der Pferdesport<br />

auch nach Corona eine bedeutende<br />

Rolle spielt und dass vor allen Dingen<br />

der Classico seine Bedeutung für die<br />

Region mit internationalem Gewicht<br />

weiter ausbauen möchte.“<br />

So heißt der Braunschweig Classico<br />

ab 2022 ‚Veolia CLASSICO‘. „Wir<br />

sind der Stadt Braunschweig ebenso<br />

eng verbunden wie dem Turnier und<br />

der Familie Milkau“, hebt Matthias<br />

Harms, Vorstandsvorsitzender Veolia<br />

Deutschland, hervor. „Und nach fast<br />

20 gemeinsamen Jahren haben wir<br />

die Gelegenheit ergriffen und aus dem<br />

CLASSICO den Veolia CLASSICO<br />

gemacht. Ich bin nicht im Pferdesport<br />

groß geworden, aber seit ich das erste<br />

Mal dieses Turnier live erlebt habe, ist<br />

bei mir und meiner Familie der Funke<br />

übergesprungen. Das spricht für diese<br />

Veranstaltung. 2022 möchte das Team<br />

um Axel Milkau mit dem vierten Stern<br />

noch einen drauflegen - ich bin sehr<br />

gespannt.“<br />

Ähnlich wie Harms geht es dem<br />

neuen Vorstandsvorsitzenden von<br />

BS Energy Jens-Uwe Freitag:<br />

“So wie die Zusammenarbeit und<br />

das Vertrauen zwischen Reiter und<br />

54<br />

Vorschau<br />

Pferd funktioniert, funktioniert es<br />

auch zwischen Veranstalter und<br />

Sponsoren. Die Partnerschaft mit<br />

dem CLASSICO und BS Energy<br />

ist eine gewachsene Partnerschaft,<br />

die auf großem Vertrauen basiert.“<br />

Erklärend ergänzt Freitag: „Ich bin<br />

zwar neu in Braunschweig, aber<br />

ich bin total begeistert von dem<br />

Konzept und freue mich sehr auf<br />

den Veolia CLASSICO 2022.“<br />

Und der Aufstieg in die Vier-Sterne-<br />

Liga wird sich in den Parcours<br />

bemerkbar machen: Denn die<br />

Herausforderungen werden noch<br />

größer, die Konkurrenz noch<br />

internationaler. Schließlich werden<br />

die Verdopplung des Preisgelds im<br />

Veolia Championat und im Großen<br />

Preis auch internationale Springstars<br />

in die Volkswagenhalle locken, so das<br />

Sportdirektor Franke Sloothaak mit<br />

einem Ausnahme-Starterfeld rechnet.<br />

„Es gibt nicht mehr viele Vier-Sterne-<br />

Turniere in Deutschland. Ich denke,<br />

wir werden ein sehr gutes Starterfeld<br />

zum 20. Geburtstag des Turniers<br />

haben. Wahrscheinlich werden<br />

wir sogar einigen Reitern absagen<br />

müssen, weil es sonst einfach zu viele<br />

werden.“<br />

Somit ist nicht nur erstklassiger Sport<br />

garantiert, sondern auch der gewisse<br />

Kitzel für heimische Topreiter<br />

wie Harm Lahde. Der ehemalige<br />

Chefbereiter des Gestüts Eichenhain,<br />

der seit Oktober für das Elmgestüt Drei<br />

Eichen der Familie Müter arbeitet, ist<br />

Stammgast in der Volkswagenhalle.<br />

nun wird er künftig mit Pferden eines<br />

langjährigen CLASSICO-Partners,<br />

der Familie Müter, antreten und ist<br />

beeindruckt: „Was hier auf die Beine<br />

gestellt wird, ist gewaltig. Wir Reiter<br />

freuen uns sehr darauf - nicht zuletzt<br />

wegen der besonderen Stimmung in<br />

der Halle. Das Publikum ist hier so<br />

nah, das macht einfach Spaß!“<br />

Doch bei aller Aufbruch- und<br />

Neustart-Stimmung bleibt man in<br />

Braunschweig einem aber ganz<br />

sicher treu: der einzigartigen<br />

Vielfältigkeit des Programms<br />

mit der Deutschen Meisterschaft<br />

der Landesverbände, dem HGW-<br />

Bundesnachwuchschampionat und<br />

dem U25-Springpokal.<br />

Außerdem wird es beim Veolia<br />

CLASSICO einen echten ‚Bonbon‘<br />

geben. Denn erstmals lädt die M&M<br />

Sportpferde GbR im Rahmen des<br />

internationalen Vier-Sterne-Turniers<br />

zu einer weltweiten Hybrid-Auktion<br />

für Ausnahmetalente des Springsports.<br />

„Da sind echte Rohdiamanten<br />

dabei“, strahlt Tjark Nagel vom<br />

Auktionsteam. Und Hilmar Meyer<br />

von M&M-Sportpferde ergänzt: „Wir<br />

werden zehn Top-Offerten zwischen<br />

vier und sechs Jahren anbieten. Ich<br />

bin sicher, das wird ein super Erlebnis<br />

auch für alle, die in der Volkswagen<br />

Halle sitzen.“<br />

Freuen sich auf den Veolia CLASSICO: v. l. Turnierdirektor Axel Milkau,<br />

Jens-Uwe Freitag (Vorstandsvorsitzender BS Energy), Matthias Harms<br />

(Vorstandsvorsitzender Veolia Deutschland), Hilmar Meyer (M&M-Sportpferde),<br />

Sportdirektor Franke Sloothaak, Springreiter Harm Lahde und<br />

Auktionsmitglied Tjark Nagel<br />

Foto: Katarina Blasig<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 54 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Datum Kategorie Turnierort<br />

06. - 07.01.2022 S bis Kl. M Verden<br />

16.01.2022 D bis Kl. S, LE Adelheidsdorf<br />

17.01.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen<br />

24.01.2022 S bis Kl. S Verden<br />

31.01.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen<br />

05. - 06.02.2022 S bis M Luhmühlen<br />

05. - 06.02.2022 So: D bis Kl. S, Springe<br />

Sa: S bis Kl. M<br />

02. - 03.02.2022 S bis Kl. S Verden<br />

14.02.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen<br />

Nationale und Internationale Turniere:<br />

27. - 30.01.2022 CDN/CSN VER-Dinale Niedersachsenhalle Verden<br />

03. - 06.03.2022 VEOLIA Classico VW Halle Braunschweig<br />

Sonstiges:<br />

Termine<br />

Foto: Katarina Blasig<br />

<strong>21</strong>.01. - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdefütterungsmanagement_2022<br />

Veranstaltungsort:<br />

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen<br />

Referent:<br />

Prof. Dr. Dirk Winter, Studiendekan für Pferdewirtschaft der HfWU<br />

Veranstalter:<br />

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen<br />

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)<br />

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)<br />

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))<br />

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben<br />

Anmeldeschluss:<br />

<strong>21</strong>.01.20<strong>21</strong> sofern noch Plätze frei sind<br />

Infos zu Veranstaltung: In diesem berufsbegleitenden Seminar auf Hochschulniveau nehmen wir alle wichtigen<br />

Themen rund um die Pferdefütterung auf. Jeder füttert sein Pferd – aber was ist denn<br />

wirklich eine pferdegerechte Fütterung und wie stellt man passende Rationen für<br />

jeden Leistungsbedarf oder Alter sinnvoll zusammen? Worauf kommt es wirklich an?<br />

Fütterungsfehler sind vermeidbar und genau hier setzen wir an. So setzen sie sich u.a. mit<br />

ihren Pferden, deren Bedarf und ihren eigenen Futtermitteln aktiv auseinander.<br />

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter<br />

https://weiterbildung-pferd.de/kurse/pferdefuetterung/<br />

55<br />

<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 55 26.11.<strong>21</strong> 18:09


Termine<br />

Ablauf:<br />

Wir bilden mit allen Studierenden für 12 Wochen eine Lerngemeinschaft und erarbeiten in<br />

12 Lerneinheiten alle wichtigen Themen. Wir vermitteln dies über aktuelle Literatur<br />

und Videos, aber auch Praxisaufgaben und Diskussionen verfestigen das Gelernte in der<br />

Anwendung. Immer wieder bieten wir Ihnen Quizfragen an, um selbst Ihren Lernstand<br />

zu überprüfen und Sie optimal auf die optionale Zertifikatsprüfung vorzubereiten. Wann<br />

Sie sich in den Kurs einloggen, bleibt Ihnen überlassen denn wir haben keine festen<br />

Präsenztermine. Sie benötigen nur einen PC oder Laptop und müssen über Zugang zum<br />

Internet verfügen. Es werden keine speziellen Computerkenntnisse vorausgesetzt.<br />

<strong>21</strong>.01.2022 - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdehaltung und Tierwohl<br />

Veranstaltungsort:<br />

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen<br />

Referent:<br />

Dr. Birgit Jostes, GF der Weiterbildung Pferd an der HfWU<br />

Prof. Dr. Dirk Winter, Professor für Pferdewirtschaft an der HfWU<br />

Veranstalter:<br />

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen<br />

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)<br />

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)<br />

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))<br />

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben<br />

Anmeldeschluss:<br />

<strong>21</strong>.01.20<strong>21</strong> sofern noch Plätze frei sind<br />

Infos zu Veranstaltung: Wir möchten Sie mitnehmen, die Welt der Pferde (nochmals) neu zu entdecken und besser<br />

zu verstehen. Tauchen Sie mit uns in die aktuelle Forschung ein, reflektierten und<br />

aktualisieren Sie Ihr Wissen mit Hilfe der unabhängigen Experten. Kommen Sie in unseren<br />

virtuellen Seminarraum und diskutieren Sie aktuelle Themen mit Ihren Mitstudierenden<br />

und der Kursleitung.<br />

In diesem 12 wöchigen Kurs vermitteln wir Ihnen alle Grundlagen und aktuelle<br />

Forschungsergebnisse, die Sie zur Pferdehaltung und Tierwohl kennen sollten.<br />

Ablauf:<br />

Wir bilden mit allen Studierenden für 12 Wochen eine Lerngemeinschaft und erarbeiten in<br />

12 Lerneinheiten alle wichtigen Themen. Wir vermitteln dies über aktuelle Literatur<br />

und Videos, aber auch Praxisaufgaben und Diskussionen verfestigen das Gelernte in der<br />

Anwendung. Immer wieder bieten wir Ihnen Quizfragen an, um selbst Ihren Lernstand<br />

zu überprüfen und Sie optimal auf die optionale Zertifikatsprüfung vorzubereiten. Wann<br />

Sie sich in den Kurs einloggen, bleibt Ihnen überlassen denn wir haben keine festen<br />

Präsenztermine. Sie benötigen nur einen PC oder Laptop und müssen über Zugang zum<br />

Internet verfügen. Es werden keine speziellen Computerkenntnisse vorausgesetzt.<br />

<strong>21</strong>.01.2022 - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdeverhalten, Kommunikation & Lernen<br />

Veranstaltungsort:<br />

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen<br />

Referent:<br />

Dr. Isabell Marr, Verhaltensforscherin im Equine Behaviour Team und Lehrbeauftragte<br />

der HfWU, Pferdewirtin und Trainerin<br />

Veranstalter:<br />

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen<br />

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)<br />

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)<br />

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))<br />

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben<br />

Anmeldeschluss:<br />

<strong>21</strong>.01.20<strong>21</strong> sofern noch Plätze frei sind<br />

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Infos zur Veranstaltung:<br />

In diesem Zertifikatslehrgang setzen Sie sich aktiv mit dem<br />

Lernverhalten der Pferde auseinander. Denn jeder möchte pferdeverständlich ausbilden<br />

und trainieren, aber wie versteht es das Pferd am besten? Der Schlüssel hierzu liegt<br />

im natürlichen Umfeld und Verhalten des Pferdes und wie es seine Sinneseindrücke<br />

verarbeiten kann. Welche Lernprozesse sind beim Pferd tatsächlich möglich und wann<br />

werden Pferde überfordert oder auch gelangweilt? Lernen zeigt sich immer in einer<br />

Verhaltensänderung. Wir stellen Ihnen in diesem Kurs aktuelle Forschungsergebnisse vor<br />

und prüfen diese auf Praxisrelevanz.<br />

Weitere Infos gibt es auf unserer Webseite https://weiterbildung-pferd.de/<br />

25.01.2022 Ausbilder-Online-Seminar: Für alle Fälle gut versichert:<br />

Haftung und Versicherung für Ausbilder im Pferdesport<br />

Uhrzeit:<br />

20:00 Uhr - <strong>21</strong>:30 Uhr<br />

Veranstaltungsort:<br />

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen<br />

Referent(en):<br />

Dr. Constanze Winter<br />

Veranstalter: FN-Seminarteam, seminare@fn-dokr.de, Tel.: 02581-6362-247<br />

Lerneinheiten: 2 Lerneinheiten (Profil 4)<br />

Infos zur Veranstaltung: Der Pferdesport gehört zu den Risikosportarten, denn das Pferd mit<br />

seinen arttypischen Verhaltensweisen bleibt immer ein Stück weit unberechenbar. Zum<br />

Glück gehen die meisten kritischen Situationen gut aus, trotzdem ist es – gerade für<br />

Ausbilder – ratsam, auf einen ausreichenden Versicherungsschutz zu achten. Und das ist<br />

nicht ganz einfach. Wichtige Fragen sind vorab zu klären: Übe ich meine Ausbildertätigkeit<br />

im Auftrag eines Vereins oder Betriebs aus oder bin ich selbstständig tätig? Wann brauche<br />

ich eine Unfallversicherung? Gibt es Unterschiede zwischen Unterrichtserteilung und Beritt<br />

zu beachten? Und was ist mit den Lehrpferden, die ich einsetze? Diese und viele weitere<br />

Fragen klärt Constanze Winter im Ausbilder-Onlineseminar am 25. Januar 2022 um 20 Uhr.<br />

Dabei werden beispielhaft verschiedene Situationen und Konstellationen besprochen und<br />

aus haftungsrechtlicher Sicht verständlich gemacht.<br />

Termine<br />

Das Online-Seminar beginnt um 20:00 Uhr. Wir werden den Online-Seminaranbieter<br />

„Zoom“ nutzen.<br />

Sobald Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie das „Ticket“ per Mail. In diesem Ticket<br />

finden Sie einen Registrierungslink für das Online-Seminar. Bitte registrieren Sie<br />

sich. Anschließend erhalten Sie eine weitere Mail mit dem Zugangslink. Die Online-<br />

Seminarregistrierung kann bei dem Anbieter „Zoom“ jederzeit storniert werden, dies gilt<br />

allerdings nicht für die Buchung über unser Anmeldesystem.<br />

Wichtiger Hinweis: Eine Teilnahme am Online-Seminar ist nur über Laptop/Notebook oder<br />

stationären PC mit DSL-Internetverbindung möglich.<br />

Unsere Hinweise zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie unter www.pferdaktuell.de/datenschutzerklaerungen<br />

Wenden Sie sich bei Fragen oder Problemen bitte per Mail an folgenden Mailadresse:<br />

onlineseminare@fn-dokr.de<br />

DER KLEINE GEORG<br />

informiert Sie umfassend über Pferdesportereignisse in Ihrer Region<br />

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<strong>Georg</strong> 6-<strong>21</strong>.indd 57 26.11.<strong>21</strong> 18:09


In der nächsten Ausgabe von DER KLEINE GEORG lesen Sie u.a. Berichte<br />

über:<br />

- diverse Reitsportveranstaltungen<br />

- Fachthemen<br />

Im Reitsportmosaik werden wir u.a. über<br />

- das Frankfurter Festhallenturnier<br />

- die VER-Dinale<br />

berichten<br />

58<br />

Anmerkung der Redaktion<br />

Die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichneten Artikel stellen nicht<br />

in jedem Fall die Meinung des Herausgebers und der Redaktion dar.<br />

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten.<br />

Jeder Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung und unter<br />

Quellenangabe gestattet.<br />

Eingesandte Manuskripte unterliegen der eventuellen<br />

redaktionellen Bearbeitung.<br />

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für eingesandtes Material<br />

Druckfehler<br />

„Wenn Sie einen Druckfehler finden,<br />

bitte bedenken Sie,<br />

dass er beabsichtigt war.<br />

Unser Blatt bringt für jeden etwas,<br />

denn es gibt immer Leute,<br />

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Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen<br />

kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.<br />

(Henry Ford)<br />

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Impressum<br />

DER KLEINE GEORG<br />

Offizielles Organ<br />

der Braunschweiger Stadtmeisterschaften<br />

Die Fachzeitschrift für den Pferdefreund<br />

in Harz, Heide und Umgebung<br />

Herausgeber<br />

GEORG VERLAG GmbH<br />

Greifswaldstr. 55<br />

38124 Braunschweig<br />

www.der-kleine-georg.de<br />

www.facebook.com/Der-Kleine-<strong>Georg</strong><br />

www.instagram.com/der_kleine_ georg<br />

Verlagsort<br />

38124 Braunschweig<br />

Redaktionsleitung<br />

Katarina Blasig (K.B.)<br />

Greifswaldstr. 55<br />

38124 Braunschweig<br />

Mail: katarina.blasig@der-kleine-georg.de<br />

Verantwortlich für den Inhalt<br />

Katarina Blasig<br />

Telefon: 0531 / 69 08 64<br />

Freie Mitarbeiter<br />

Siegfried Glasow<br />

Kerstin Isserstedt (K.I.)<br />

Andreas u. Christine Pantel (ACP)<br />

Marianne Schwöbel (M.S.)<br />

Katharina Walkemeyer (K.W.)<br />

Fachberichte<br />

Ralf Döringshoff,<br />

Anzeigen<br />

Katarina Blasig<br />

Telefon: 0531 / 69 08 64<br />

Gestaltung<br />

Die Redaktion<br />

Mail: redaktion@der-kleine-georg.de<br />

Fotos<br />

Matthias Adamek<br />

Katarina Blasig<br />

Petra Beinecke<br />

Anne Friesenborg<br />

Walburga Schmidt<br />

Marianne und Thorsten Schwöbel<br />

Druck<br />

Media-Print-Grunenberg<br />

Mareike Grunenberg<br />

Gr. Vahlberger Str. 2a<br />

38170 Schöppenstedt<br />

Telefon: 05332 / 96 89 14<br />

E-Mail: shop@media-print-grunenberg.de<br />

Erscheinungsweise<br />

Jeweils am 15. Februar, April, Juni,<br />

August, Oktober und Dezember<br />

Bankverbindung<br />

Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter eG,<br />

BIC: GEN0DEF 1WF V,<br />

IBAN. DE68 2709 2555 5012 2720 00<br />

Redaktionsschluss<br />

für die<br />

nächste Ausgabe<br />

8. Januar 2022<br />

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- mit den umfangreichen Berichten über alle Facetten<br />

des Reitsports<br />

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Bei Minderjährigen muss ein Erziehungsberechtigter das Abo durch seine Unterschrift bestätigen!<br />

Das Abo verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn nicht bis zum 31.12. des Jahres schriftlich gekündigt wird.<br />

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den Tiertransport sind – und viele weitere Vorteile bieten:<br />

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• Umweltbewusstsein – u. a. mit modernen e-BOXER Mild-Hybrid-Motoren<br />

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Abbildung enthält Sonderausstattung. * 5 Jahre Vollgarantie bis 160.000 km. Optionale 3 Jahre Anschlussgarantie bis 200.000 km bei teilnehmenden Subaru Partnern erhältlich. Die gesetzlichen<br />

Rechte des Käufers bleiben daneben uneingeschränkt bestehen. 1 Die Funktionsfähigkeit des Systems hängt von vielen Faktoren ab. Details entnehmen Sie bitte unseren entsprechenden Informationsunterlagen.<br />

2 Apple CarPlay ist ein Markenzeichen von Apple Inc., eingetragen in den USA und anderen Ländern. 3 Android und Android Auto sind Markenzeichen von Google Inc.<br />

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