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Georg 6-21

DER KLEINE GEORG ist eine Fachzeitschrift für den Pferdefreund, welche im Raum zwischen Harz und Heide sowie in der Umgebung und im westlichen Sachsen-Anhalt vertrieben wird. Hier wird über Pferdesport und Zucht in allen Facetten berichtet. Dabei macht die bunte Mischung aus überwiegend regionaler und überregionaler Berichterstattung sowie diversen Fachartikeln DER KLEINE GEORG so einzigartig.

DER KLEINE GEORG ist eine Fachzeitschrift für den Pferdefreund, welche im Raum zwischen Harz und Heide sowie in der Umgebung und im westlichen Sachsen-Anhalt vertrieben wird. Hier wird über Pferdesport und Zucht in allen Facetten berichtet. Dabei macht die bunte Mischung aus überwiegend regionaler und überregionaler Berichterstattung sowie diversen Fachartikeln DER KLEINE GEORG so einzigartig.

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DER KLEINE GEORG

Die Fachzeitschrift für den Pferdefreund

in Harz, Heide und Umgebung

6/2021

Ausgabe

Dez./Jan.

€ 3,00

Das waren die ConMoto Jumping Days

Nachlese DM Voltigieren in Verden

Titelseite Georg 6-21.indd CS4.indd 1 1 19.11.21 26.11.21 19:49 18:08


In dieser Ausgabe:

Heide, Hengste, Handwerkskunst 3

Schlaue Pferdeköpfe

Aus der Not heraus oder nur

wenn sie im Überfluss leben? 4

ConMoto Jumping Days 2021 5

VGH Cup-Finale 2021 in Hannover 8

Verein zur Förderung des Pferdsports 9

Neue Bult 11

Sensationelles ARC Wochenende 15

Besitzertrainer Cup 2021 17

RACEBETS „Comeback-Renntag“ 18

Reitsportmosaik 19

Rehe bei Kutschpony ‚Linus‘ 34

‚Pepper‘ hält sich alle Optionen offen 37

Neues vom RFV Vorsfeld 39

Erfolgreiche Reitabzeichenprüfung

in Halchter 40

VETogether-Fortbildung Bargteheide 41

Endlich wieder Hengstparade 43

Stutenpower im LG Celle 47

Kaltblutleistungsprüfung

im LG Celle 49

„E“ wie eindrucksvoll 50

Ihr schlaft - wir wachen 52

Andrea Zachrau mit Fotoausstellung

zu Gast im Pferdemuseum 53

4 Sterne für den VEOLIA Classico 54

Termine 55

Vorschau/Impressum 58

Foto: Sabine Wenck, Außenstelle Cloppenburg

Zum Titelfoto:

Die Kosakenpost, für die man

gutes Training, Balance und

Stehvermögen braucht, sorgt

immer wieder für Begeisterung

bei den Zuschauern

in Neustadt-Dosse

Foto: Marianne Schwöbel

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DER KLEINE GEORG

wünscht allen Lesern

Frohe Weihnachten und

einen guten Rutsch ins neue Jahr

Passen Sie gut auf sich auf und

bleiben Sie gesund

2

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Foto: Sabine Wenck, Außenstelle Cloppenburg

Unter diesem Titel öffnete das

Landgestüt Celle vom 3. - 5.

September auf dem Gelände der

Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf

seine Tore für eine neue Veranstaltung.

Von 11 - 18 Uhr hatten die Besucher

die Möglichkeit, über das 32 ha große

Heidegelände zu flanieren und sich

bei über 70 Ausstellern mit einem

breiten Angebot aus Kunsthandwerk,

Mode, Schmuck und Naturprodukten

umzusehen. An etlichen Ständen

konnte man entspannen und

kulinarische Köstlichkeiten, wie die

besonders leckeren Waffeln der Celler

Waffelschmiede genießen.

Aktuelles

Heide, Hengste, Handwerkskunst

Und immer wieder ließ ein

abwechslungsreiches Rahmenprogramm

mit Celler Hengsten, der hannoverschen

Ponyquadrille und der Polizeireiter- und

Hundestaffel die zahlreichen Zuschauer

zu den Schauvierecken strömen.

Hundeführer Friedhelm Maron

erläuterte anschaulich und zeigte mit

seinem bildschönen Schäferhund

‚Piefke’ Ausschnitte aus der Arbeit

von z. B. Sprengstoffspürhunden. Und

‚Piefke’ fand die versteckte Patrone auf

Anhieb.

Begeistert waren die Zuschauer

vom Auftritt der hannoverschen

Polizeireiterstaffel,

den

Polizeihauptkommissarin Andrea

Neumann fachkundig kommentierte.

Besonders die kleinen Jungs am Rand

waren Feuer und Flamme bei dieser

aktionsgeladenen Vorführung. Pferde,

die durch Papierwände springen, die

völlig cool und doch lebendig für sie

merkwürdige Aufgaben erledigen.

Im nachgestellten Einsatz gegen

„Gestüterdemonstranten“ zeigten sie

spektakuläre Galoppeinlagen, standen

anschließend absolut lieb da und

ließen sich von vielerlei Kinderhänden

streicheln, während ihre Reiter

geduldig alle Fragen der Interessierten

beantworteten.

Große Quadrille

Friedhelm Maron und ‚Piefke‘

OSM Ullrich Müller

3

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Ponyquadrille

Traberwagen

Gespannte Eleganz hieß ein Schaubild,

bei dem ein wenig Wehmut aufkam.

Landstallmeister Dr. Axel Brockmann

dankte OSM Ullrich Müller, der im

nächsten Jahr in den wohlverdienten

Wie viele Halter wissen, zeigen Pferde

oft ein erstaunlich innovatives Verhalten.

Eine Studie der Hochschule

für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

(HfWU) und der St.

Andrews University in Schottland

untersuchte, ob dieses Verhalten zum

natürlichen Repertoire der Tiere gehört.

begutachten.

Aktuelles

Ruhestand geht,

für seine Arbeit

im Landgestüt.

Mit den vor die

Mylord gespannten

Schimmeln

‚Rio Novo’ und

‚Berggreen’

absolvierte der

erfahrene Fahrer

unter dem Beifall der

Zuschauer seinen

letzten öffentlichen

Auftritt.

Junghengste als

auch schon weiter

ausgebildete

Hengste in Dressur

und Springen,

unter ihnen einer

der derzeitigen

Topseller ‚Shu Fu’,

konnten züchterisch

Interessierte in

Schaubildern

Doch als die große Quadrille mit 24

Hengsten, angeführt von HSM Ole

Verhaltensrepertoire der Pferde nicht

gezeigt wird, oder es sich um natürliches

Pferdeverhalten handelt, das in

Köhler auf ‚Heinrich Heine’, in ihren

leuchtend roten Uniformen über

die Heide kam, das war schon ein

spektakuläres Bild. Dicht gedrängt

standen da die Zuschauer am

Dressurviereck und sahen den akkurat

gerittenen Formationen zu.

Ponys sind Charaktersache mit diesen

Schriftzügen auf dem Rücken ritten 24

junge Reiterinnen mit ihren Reitponys

unter Leitung von Annette Prieß

zu einer Quadrille ein. Mit absolut

sehenswerten Figuren beendeten sie

jeden Tag bei strahlender Abendsonne

die Veranstaltung.

Coronabedingt konnte in Celle in

diesem Jahr keine Veranstaltung

stattfinden, doch bleibt als Resümee

festzuhalten : Heide, Hengste,

Handwerkskunst in Adelheidsdorf war

absolut einen Besuch wert.

Text und Fotos: Marianne Schwöbel

Schlaue Pferde-Köpfe: Aus der Not heraus oder nur

wenn sie im Überfluss leben?

einem ungewöhnlichen, neuen Kontext

zum Einsatz kommt.

Welcher Pferdehalter kann nicht ein

Lied von den vielen Tricks seiner

geliebten Vierbeiner singen? Sie lassen

sich etwas einfallen, wie sie an

ihre geliebten Leckerlies kommen, sich

einen ungeplanten Spaziergang ermöglichen

und vieles mehr. Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler an der

HfWU und der St. Andrews University

in Schottland fragten sich, ob solche

Innovationen aus der Not geboren

werden oder vielmehr entstehen, wenn

Überfluss herrscht - also Verhalten entwickelt

wird, welches im natürlichen

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Aktuelles /Regionaler Turniersport

Sie baten in einer „Crowd Sourcing

Studie“ Pferdebesitzer „ungewöhnliches“

Pferdeverhaltens zu berichten

und erhielten über tausend Berichte mit

vielen Beispielen solch innovativen

Verhaltens.

Pferde wiederholten oft immer wieder

dieselbe Innovation, um ihre Bedürfnisse

für feie Bewegung Sozialkontakt

und Futter zu decken. Sie öffnen z.B.

Tür- und Torverschlüsse, um zu entkommen

oder zu Sozialpartnern und

besseren Futterquellen zu gelangen.

Manche zeigten erstaunliche Fähigkeiten,

sich aus Halftern zu befreien oder

Knoten von Anbindestricken zu lösen.

Sie warfen ihren Besitzern Futterschüsseln

vor die Füße oder sie schlugen

gegen Bäume bis die Äpfel fielen.

spielten Fangen mit Stöcken, bürsteten

sich gegenseitig, schalteten Licht

an und aus, öffneten eine Vielzahl von

unterschiedlichsten Schlössern ohne

sich jedoch aus dem Stall zu begeben

oder entfernten sich Bandagen und

Decken mit zum Teil komplizierten

Verschlüssen.

Pferdebesitzer, die also einen wirklich

innovativen „Pferde-Einstein“ fördern

möchten, sollten sicherstellen, dass

es ihm an nichts fehlt. Wird ein Pferd

jedoch unter nicht ganz idealen Bedingungen

gehalten, dann wird so mancher

Halter erstaunt sein, mit welchen zielgerichteten

Problemlösungsstrategien

viele ihrer Pferde-Lieblinge aufwarten

können.

Wirklich kreative, innovative Pferde

fanden sich jedoch, wenn alle ihre

Grundbedürfnisse gedeckt waren.

Unter solch günstigen Bedingungen

zeigten einzelne Pferde eine größere

Bandbreite unterschiedlicher Innovationen,

oft im Verhaltenskontext

Spiel und Komfort. Pferde schichteten

bequeme Heulager zum Schlafen auf,

kratzen sich mit Stöcken am Bauch,

Reitturniere in Harsum haben sich längst

einen festen Platz im Turnierkalender

erobert und die Reiter kommen immer

gerne. So zeigte sich Franz Bormann

bereits nach der „wahrscheinlich

Besten Herbst Challenge“ Anfang

September 2021 sehr zuversichtlich,

dass auch die ConMoto Jumping Days

3 Wochen später so erfolgreich über

Kreativ und innovativ:

Natürliches Pferde-Verhalten oder besonderen Bedingungen geschuldet?

ConMoto Jumping Days 2021

„Das war wirklich ganz, ganz toller Sport“

die Bühne gehen. Und diese Hoffnung

wurde erfüllt. Dabei konnte sich der

Turnierleiter auch hier wieder über

viel Lob der Aktiven freuen. „Ich muss

sagen, ‚wer hier meckert, der braucht

gar nicht mehr zum Turnier fahren’. Wir

haben hier wirklich tolle Bedingungen,

einen Veranstalter, der das mit Herzblut

macht, wo man merkt, da ist das nötige

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Knowhow und auch der Antrieb, so

ein Turnier zu machen. Der Platz

hat einen super Boden und auch

die Rundumbedingungen stimmen.

Das Turnier hat schon viele gute

Eigenschaften “, zeigte sich z.B. Tim

Rieskamp-Goedeking, der erstmals

in Harsum zu Gast war, begeistert

und fügte hinzu: „Was ist auch recht

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Regionaler Turniersport

spannend finde ist, dass hier auch so

ein Engagement hinter steckt bzgl.

Sponsoring und dass vielleicht sogar

der nächste Schritt noch wieder weiter

geht.“

Dabei hatte man in diesem Jahr „ein

etwas anderes Konzept mit einem

Kostümspringen Samstagabend und

einer Dressurkür“ gewählt. Denn die

Veranstalter hatten sich zum Ziel gesetzt,

dieses Mal „kein reines Springturnier,

sondern eine Pferdeleistungsschau

zu machen und auch die vielfältigen

Einsatzmöglichkeiten des Pferdes

sowie die Beziehung Mensch/Pferd

zu zeigen. Wir wollten die Beziehung

Mensch/Pferd, die es ja von jeher schon

gibt, in den Vordergrund stellen, um

mal zu zeigen, was der Mensch dem

Pferd als Kulturgut alles Gutes tut“,

erklärt Franz Bormann.

Und dieses Konzept, ist „sehr, sehr

gut angekommen“, so dass man sich

auch über eine überwältigende Zahl an

Zuschauern freuen konnte, die in den 26

bis zur Klasse S*** ausgeschriebenen

Prüfungen tollen Sport sahen.

Allerdings hätten sich die Veranstalter

in der Mittleren Tour ein paar Starter

mehr gewünscht. „Die haben sich

wahrscheinlich lieber andere Turniere

ausgesucht, wo die Konkurrenz nicht

so groß ist. Ich glaube, es ist hier

nicht besonders leicht zu gewinnen,

deswegen freuen sich die Leute auch

besonders, wenn es gelingt“, erklärt

Franz Bormann lachend die kleineren

Starterfelder.

Christof Kauert (hier auf ‚Pandoletto‘) war in Harsum mehrfach erfolgreich

Schönebeck e.V.), Maren Hoffmann

auf ‚Cessy 47’ (Jumping Arena Gadow

e.V.) und Wilma Marklund im Sattel

von ‚Carlogero’ (RSG Winsen/Aller)

Rang 4.

Am Samstag bildete die Zwei-Phasen-

Springprüfung Kl.S***, bei der sich

30 Teilnehmer in die Starterliste

eingetragen hatten, einen ersten

Höhepunkt. Hier war es erneut Finja

Bormann, die mit ‚Iron Man’ ihre

Konkurrenten ordentlich unter Druck

setzte. Und tatsächlich bissen sich die

nachfolgenden Starter, von denen nur

noch 6 Paare die 2. Phase fehlerfrei

beenden konnten, an den 27,64

Sekunden die Zähne aus. So belegten

Christof Kauert mit ‚Chacandro’ sowie

Volker Lehrfeld (RZV Ferchesar) mit

‚Clash Royale’ die Plätze 2 und 3.

Allerdings durfte man sich

in der Großen Tour über tolle

Teilnehmerfelder freuen. Hier stellte

Finja Bormann, die im letzten Jahr

den Großen Preis gewinnen konnte,

dann bereits am Freitag klar, dass sie

sich erneut einiges vorgenommen hat

und belegte mit einer Nullrunde im

Sattel von ‚Iron Man’ hinter Christof

Kauert mit ‚Chacandro’ (Union 1861

Ich lese

DER KLEINE GEORG

weil die Zeitung

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Finja Bormann und ‚Iron Man’ hatten ein sehr erfolgreiches Wochenende

6

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Regionaler Turniersport

Am Sonntag standen dann die

Finalprüfungen der verschiedenen

Touren auf dem Programm. Und auch

hier gab es hervorragenden Pferdesport

zu sehen. Dabei bildete der Große Preis,

in dem 28 Starter ihre Pferde gesattelt

hatten, den Höhepunkt. Laut Franz

Bormann „eigentlich ein perfektes

Ergebnis.“ Doch obwohl der Parcours

laut Tim Rieskamp-Goedeking „gut

gebaut“ war und sich „am Ende schön

reiten ließ“, gelang es nur 4 Paaren

den Kurs von Günter Mindermann und

Fred Jäger fehlerfrei zu überwinden.

Dennoch schwärmte Franz Bormann:

„Also das war wirklich ganz, ganz

toller Sport“, fügte aber hinzu: „Es

ist ein bisschen schade, dass die

Richter die Zeit ein bisschen niedrig

festgesetzt haben, so dass wir 4 Leute

mit Zeitfehlern hatten. Ein Stechen mit

6 oder 7 Leuten wäre vielleicht noch

spannender gewesen. Aber, das ist

wirklich jammern auf sehr, sehr hohem

Niveau.“

In der Entscheidung legte Kai Thomann

mit ‚Samba de Janeiro’ flotte 39,91

Sekunden vor, doch Tim Rieskamp-

Goedeking und ‚Chico Bonito’ waren

schneller (0/39,07). Danach hatten es

Finja Bormann und ‚Iron Man’ in der

Hand, sich erneut den Sieg zu sichern.

Tim Rieskamp-Goedeking kam, sah und siegte mit ‚Chico Bonito’

im Großen Preis

Allerdings kassierten die Beiden einen

Abwurf und belegten Rang 3.

Dabei hatte Tim Rieskamp-Goedeking

„natürlich versucht“ sich den Sieg

zu sichern. „Ich wusste, dass ich ein

schnelles Pferd habe“, erklärte der

strahlende Sieger, der das Turnier

in Harsum „witzigerweise im

Unterbewusstsein

auf clip my horse

schon mal verfolgt“

und gedacht hat, „das

ist ja irgendwie auch

total cool.“ Auf der

Europameisterschaft

in Riesenbeck

ist Rieskamp-

Goedeking dann

durch Gerrit

Nieberg auf die

ConMoto Jumping

Days aufmerksam

gemacht worden. „Er sagte ‚hier guck

mal Harsum, das ist ja eigentlich eine

coole Ausschreibung. Mit 2 Mal 3

Sterne und man darf 3 Pferde reiten.

Das ist ja eigentlich richtig, richtig gut’.

Dann hat er mir das rübergeschickt und

dann war ich da so ein bisschen drin“,

erzählt er lachend. Und da es ihm in

Harsum so gut gefallen hat, möchte

er auch gerne wiederkommen. „Jedes

Jahr verschiebt sich der Turnierplan ein

bisschen hin und her. Aber der Termin

an sich, ist gar nicht schlecht, finde ich.

Wenn es einigermaßen passt, kommen

wir.“

So zog auch Franz Bormann ein

durchweg positives Fazit der ConMoto

Jumping Days. „Also, wir sind rundum

zufrieden und glücklich.“

Text und Fotos: K.B.

Kai Thomann und ‚Samba de Janeiro’

auf dem Sprung zu Platz 2

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Regionaler Turniersport

VGH Cup Finale 2021 in Hannover

Thies Ludewig und ‚Chins Elektra’ siegen im Finale

Bereits im 26. Jahr fördert die VGH

den Nachwuchs in Niedersachen

und Bremen, durch die lukrative

Ausstattung des VGH Cups. Am

26.09.2021 fand dann im Rahmen des

Herbstturnieres des RV Hannover das

große Finale statt. Hier setzten sich der

für den RFV Harsum startende Thies

Ludewig und ‚Chins Elektra’ mit dem

schnellsten Null-Fehler-Ritt gegen

Mattes Helmke auf ‚Coleman’ (RF Stall

Tidow) sowie Madeleine Grobosch

(Ländl. RV Lindhorst) mit ‚You belong

to me durch’ und konnte sich über einen

Pferdehänger als Ehrenpreis freuen.

Foto: K.B.

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Bei schönstem Sonnenschein

eröffnete der „Verein zur Förderung

der Reitsports e.V.“ sein diesjähriges

Springturnier unter der Kulisse der

Ruine der Burg Hardenberg auf dem

Gräflichen Landsitz.

Nach ihrem erfolgreichen Dressurturnier

„Dressur im Park“ 14 Tage zuvor im

Schlosspark kamen nun die Springreiter

voll auf ihre Kosten. Und es war

wirklich für jeden etwas dabei. Vom

Stilspring-WB für die Jungen Reiter

über die Springpferdeprüfungen für die

Jungen Pferde bis hin zu 2 Springen der

Klasse S*.

Ein erfolgreiches Wochenende war

es aber auch für den Veranstalter. Im

Gespräch mit Antje Koch kam ganz

deutlich zum Vorschein, dass sie auch

mit dieser Veranstaltung sehr zufrieden

war.

Regionaler Turniersport

Verein zur Förderung des Pferdesports

Nach „Dressur im Park“ kam das Erntedank

Springturnier auf dem Hardenberg Burgplatz

Erfolgreiches Wochenende für die Lokalmatadore

Dirk Klaproth und Kevin Rudolph

Die Highlights am Sonntag waren

neben der Springprüfung der Kl. S*

mit Siegerrunde auch die „Jagd auf den

Keiler“. In der Punktespringprüfung

der Kl. M* wurde um die begehrte

Keiler Figur geritten.

Ein erfolgreiches Wochenende hatte

Dirk Klaproth mir seinen Pferden.

Neben zahlreichen Platzierungen

ritt er gleich mehrfach zum Sieg. So

siegte er in der Springpferdeprüfung

Kl. A** und konnte sich mit seiner

Stute ‚Night Fire’ auch den Sieg in

der Springprüfung der Klasse S* von

Samstagnachmittag sichern.

Am Samstag wurde das Finale der

ACT Youngster Tour, zu dem sich auch

Joana Alet vom RFV Braunschweig

mit Ihrer Stute ‚Sabrina’ qualifizieren

konnte, ausgetragen. Neben ihr startete

aber auch Melissa Fricke (Reitclub

Braunschweiger Land) mit ihren

Pferden beim Turnier.

Dirk Klaproth und ‚Night Fire’ auf dem Sprung zum Sieg im S-Springen

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Regionaler Turniersport

Studentenreitergruppe Göttingen. „Ich

war ja nicht das erste mal hier auf dem

Schloßgelände, um an dem Turnier

teilzunehmen.“ Für ihn war es ein

sogenanntes Heimspiel, da er bereits

einige Jahre auf der Anlage gearbeitet

hatte, als Nils von Hirscheidt noch dort

war.

Neben Joana Alert las man in den

Starterlisten auch Namen wie

Melissa Fricke mit ihrem ‚Quinci’

und Martinique Gemballa, die bei

diesem Turnier auch mit ihren 2 neuen

Pferden an den Start ging. Mit ihrem

Schimmel ‚Burlington’ konnte Sie sich

mit ihren gerade mal erst 16 Jahren

bis ins Stechen des S-Springen mit

Siegerrunde vorkämpfen und holte

sich als jüngste im Starterfeld Rang 8.

Vater Gemballa war in einem kurzen

Gespräch auf dem Weg zum Shuttle

Bus sehr Stolz auf seine Tochter.

Kevin Rudolph feierte im Sattel von ‚Casil‘ einen Heimsieg am Sonntag

„Tolle

Bedingungen und

viel Herzblut“

Vom Sieger der

Springprüfung

Klasse S mit

Siegerrunde, Kevin

Rudolph, gab es

anschließend ein

großes Lob an

den Veranstalter

und die Helfer der

Save The Date „Dressur im Park“ vom

17. - 19.06.2022

Text und Fotos: Moin Moin Design,

Katharina Walkemeyer

Joana Alet und ‚Sabrina’

10

Melissa Fricke und ‚Quincy‘

Martinique Gemballa ‚Burlington’

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Knapp 3 Wochen nach einem tollen

Renntag der Hannoverschen Volksbank

öffnete die Neue Bult für einen

stimmungsvollen After Work-Renntag

ihre Tore, bei dem die Zuschauer

mit 9 spannenden Prüfungen das

wohlverdiente Wochenende einläuten

konnten. Dabei stand mit der Audi

Zentrum Hannover-Trophy ein

Ausgleich II über 1.400 Meter im

Mittelpunkt des Geschehens, der mit

insgesamt 10.000,00 Euro dotiert

war. Hier sorgte Gestüt Brümmerhofs

Familienpferd ‚Anno Mio’, der von

Dominik Moser vor Ort trainiert

wird, unter Wladimir Panov für den

ersten Heimsieg eines auf der Bult

vorbereiteten Pferdes an diesem

Nachmittag. „Ich hatte einen prima

Rennverlauf. Vor mir ging auch ‚Kodi

Beach’ nach außen, damit hatte ich

ein tolles Führpferd. ‚Anno Mio’ hat

aber auch bestens durchgezogen“,

freute sich Panov und Dominik Moser

ergänzte: „Im Alter ist er im Rennen

mittlerweile ein bisschen launisch. Zu

Hause übernimmt er aber viele Rollen

und ist für mich das wichtigste Pferd im

Stall.“

Übrigens: Das Gestüt Brümmerhof

legte wenig später noch mal nach: Im

8. Rennen kam auch ‚Sharoka’ aus dem

Moser-Stall unter Wladimir Panov zu

einem eindrucksvollen Sieg.

Galoppsport

Neue Bult

Spannender Rennsport und ein spektakuläres Saisonfinale

Das 6. Rennen, in dem die

Viererwette mit einer garantierten

Gewinnauszahlung von 11.111,00 Euro

ausgespielt wurde, gewann Marco

Angermanns ‚Whiskey Train’. Der

6-jährige Wallach setzte sich unter

Amina Mathony gegen ‚Tandilo’,

‚Roxalagu’ und ‚So Super’ durch. Die

Viererwette zahlte stolze 1.991,70 bei

1,00 Euro Einsatz. Diese Kombination

wurde 13mal mit dem Einsatz von 50

Cent getroffen.

Marco Angermann, der mit ‚Whiskey

Train’ eigens aus Leipzig angereist

war, freute sich gemeinsam mit dem

ehemaligen Trainer des Handballvereins

SC DHfK Leipzig, Christian Prokop,

über den Treffer. Der 42- jährige war

nicht nur der Trainer der deutschen

Handballnationalmannschaft, sondern

betreut in dieser Saison den TSV

Hannover-Burgdorf. „Wir haben die

lockere und entspannte Atmosphäre

sehr genossen. Außerdem hat uns die

Dynamik und Schnelligkeit der Pferde

sehr beeindruckt. Es war der erste

und sicher nicht der letzte Besuch auf

der Neuen Bult“, berichtete Recken-

Trainer, der seinen Premierenaufenthalt

auf einer Pferderennbahn gemeinsam

mit seinem Sohn genoss.

Begleitet wurde Christian Prokop vom

sportlichen Leiter der Recken Sven-

Sören Christophersen, dem das Konzept

in der Garden Lounge aus Ambiente und

Event sehr gut gefiel. „Es fühlt sich wie

eine Rückkehr zur Normalität an. Es

ist schön, dass man nach dieser langen

Pause aufgrund der Corona- Pandemie

wieder hier sein kann“, erklärte der

ehemalige Handballspieler, der für die

deutsche Nationalmannschaft mehr als

100 Spiele bestritt.

Pferderennen für die ganze Familie

beim VGH-Renntag

Bereits am 19.09.2021 öffnete

die Neue Bult ihre Pforten zum

VGH-Familienrenntag, bei dem 2

international besetzte Listenrennen die

sportlichen Höhepunkte bildeten.

Im Großen Preis der VGH

Versicherungen, einem mit 22.500,00

Euro dotierten Listenrennen für

3-jährige und ältere Stuten über 2.000

Meter, siegte die von Trainer Roland

Dzubasz für das Gestüt Görlsdorf

trainierte ‚Mercedes’, die den

englischen Altmeister John Francis

Egan an Bord hatte, der eigens für seine

5 Ritte nach Hannover gereist war.

Dabei legte die 3-jährige ‚Sea The

Moon’-Tochter auf der Zielgeraden

immer wieder zu und konnte letztlich

die von Markus Klug trainierte

‚Anno Mio‘ setzte sich unter Wladimir Panov gegen

‚Vicente‘ mit Andrasch Starke durch

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Galoppsport

Den 1. Heimsieg gab es durch Janina

Reeses ‚Silyana’, die im 2. Rennen

der Karte unter Waldimir Panov, der

an diesem Tag drei Rennen gewinnen

konnte, zu einem leichten Sieg nach

einer knapp 1-jährigen Pause kam.

Außerdem gewann auch Gestüt

Brümmerhofs ‚Mykonos’, die von

Bult- Trainer Dominik Moser trainiert

wird.

Oktoberfestatmosphäre und ein

strahlendes Königspaar auf der

Neuen Bult

‚Whizzair’ unter Martin Seidl

sowie Peter Schiergens ‚Wismar’

mit Bauyrzhan Murzabayev und

‚Theodora’ (Waldemar Hickst/

Michael Cadeddu) auf die Plätze

verweisen. „Sie fand gleich gut ins

Rennen und ging dann auch immer

gut“, erklärte John Egan gegenüber

Galopp online. „Sie mochte auch

den Boden, und als ich nachfragte,

antwortete die Stute auch umgehend.

Ich hatte schon beim Aufgalopp ein

sehr gutes Gefühl. Der Schlussbogen

in Hannover ist ein bisschen tricky

aber ich habe mich im Vorfeld über

die Bahn informiert und wusste, daher

dass ich mit Mercedes das Rennen

außen gewinnen kann.“

Doch der 53-jährige, der in seiner

aktiven Karriere bislang über 2.000

Rennen gewinnen konnte, in mehr

als 32 Ländern in den Sattel stieg

und in 26 Nationen als erster die

Ziellinie überquerte, zeigte sich nicht

nur von seiner Partnerin begeistert,

sondern auch von der Neuen Bult.

„Im internationalen Vergleich braucht

sich Hannover nicht zu verstecken.

Die Bahn gehört mit zu den besten,

auf denen ich bisher geritten bin“,

so der erfahrene Reiter, dessen Sohn

David ebenfalls Jockey ist und der mit

dem berühmten Rennpferd ‚Mishriff’

derzeit immer wieder für Schlagzeilen

sorgt. Sein Debüt auf der Neuen Bult

gab John Francis Egan allerdings

12

‚Mercedes’ mit John Francis Egan

bereits zuvor, als er mit der ebenfalls

von Roland Dzubasz vorbereiteten

‚First Vision’ siegreich war.

Den 2. Tageshöhepunkt bildete

der ebenfalls mit 22.500,00 Euro

dotierte Preis der Landschaftlichen

Brandkasse Hannover über 1.600

Meter, in dem 8 3-jährige und ältere

Stuten an den Start kamen. Hier

sorgte Waldimir Panov mit Gestüt

Brümmerhofs ‚Sharoka’, die beim

After-Work-Renntag im September

zu einem überlegenen Erfolg kam, der

als perfekte Vorbereitung für dieses

Listenrennen diente,

für den 2 Heimsieg.

Dabei setzte sich

die 5-Jährige nach

einem Rennen vom

drittletzten Platz

aus, noch sicher

gegen Godolphins

‚Romantic Song’ unter

Julien Guillochon (Henri-Alex

Pantall) sowie die von Andreas

Suborics trainierte ‚Peaches’ mit

Bayarsaikhan Ganbat durch.

„Trotz des leichten Sieges beim letzten

Start, wussten wir zunächst nicht

genau, wo wir stehen“, so Dominik

Moser, der sich sichtlich über den

Sieg der von ihm betreuten Stute

freute, die die bisher beste Leistung

ihrer Karriere zeigte.

Beim Oktoberfest-Renntag am

10.10.2021 wartete eine zünftige

Oktoberfestatmosphäre mit echten

Wiesn-Hits und Trachtenwettbewerb

an dem alle Gäste, die in Tracht

erschienen waren, teilnehmen

konnten, auf die Zuschauer. Am Ende

krönte die Jury aus Promi-Bäcker und

Moderator René Olivér und Model

und Influencerin Miriam Behrens

Marathonläuferin Margaret Rhode

(42) aus Seelze und Student Frederick

Frerck (23) aus Hannover zu den

Siegern, die sich jeweils über den

Gewinn eines BMW E-Rollers freuen

konnten.

„Ich bin heute mit meiner ganzen

Familie auf der Neuen Bult und als

ich vom Trachtenwettbewerb erfahren

habe, war sofort klar, dass ich daran

Waldimir Panov und ‚Sharoka’

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Galoppsport

Die strahlenden Sieger_des_Trachtenwettbewerbs

und die prominente_Jury

teilnehmen würde“, so Trachtenkönig

Frederick Frerck. Sichtlich genoss

auch René Olivér seine Rolle als Juror.

„Ich war schon als Kind mit meinen

Großeltern regelmäßig auf der Bult.

Es fühlt sich also immer wie ein Stück

Kindheit an, hier zu sein“, so der

28-jährige.

Und auch Jockey René Piechulek,

der 1 Woche zuvor mit ‚Torquator

Tasso’ den Prix de l‘Arc de Triomphe

auf der französischen Prestigebahn in

Longchamp gewinnen konnte, zeigte

sich von der Atmosphäre in Hannover

begeistert. „Auf der Neuen Bult

herrschte heute eine tolle Stimmung.

Ich habe mich beim Oktoberfestrenntag

wie zu Hause gefühlt“, so Piechulek, der

für den Renntag aus seiner Wahlheimat

München angereist war.

Im sportlichen

Fokus standen

ein mit 22.500,00

Euro dotiertes

Listenrennen

über 1.750 Meter

sowie das BBAG-

Auktionsrennen.

Im ersten

Höhepunkt, dem

Großen Preis der

Privatbank ODDO

BHF, war das Trio

Godolphin, Henri-

Alex Pantall und

Jockey Julien

Guillochon wieder einmal nicht zu

schlagen und holte den Sieg nach

Frankreich. Dabei übernahm die

3-jährige ‚Nash Nasha’ Mitte der

Zielgeraden die Spitze und setzte

sich gegen ‚Daring Light’ mit Gavin

Ashton (Roland Dzubasz) sowie

‚Pathetique’ mit Eduardo Pedroza

(Waldemar Hickst) durch. Übrigens:

Für die ‚Dubawi’-Tochter könnte

dieser Big Point der letzte Auftritt ihrer

Karriere gewesen sein, denn laut ihrem

Reiter wird die Stute nun in die Zucht

wechseln.

Im mit 52.000,00 Euro dotierten

BBAG-Auktionsrennen über 2.000

Meter wartete dann eine Überraschung

auf die Zuschauer. Denn am Ende

stand nicht der von Marcel Weiß

trainierte Favorit ‚Vallando’ unter René

Piechulek ganz vorne, sondern der von

Henk Grewe vorbereitete Außenseiter

‚Siluto’. Dabei setzte sich der 3-jährige

Hengst aus dem Besitz des Gestüt

Hof Iserneichen mit Andre Best nach

einem Rennen von der Spitze aus

gegen ‚Vallando’ und ‚The Conqueror’

(Andreas Wöhler/ Eduardo Pedroza)

durch.

Julien Guillochon und ‚Nash Nasha’

René Piechulek und Marcel Weiß

Ich lese

DER KLEINE GEORG

weil die Zeitung

für uns gemacht ist !

Schon abonniert?

‚Siluto’ und Andre Best

13

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Galoppsport

„ ‚Siluto’ hat einen großen Sprung

gemacht. Ob er dieses Jahr vielleicht

noch im Handicap weitermacht, müssen

wir noch sehen“, so Robin Weber,

der Trainer Henk Grewe in Hannover

vertrat.

Spektakuläres Saisonfinale

auf der Neuen Bult

Am 24.10.2021 wurde es dann feierlich

und wehmütig zugleich auf der

Neuen Bult. Denn mit dem Renntag

der Gestüte stand der letzte Renntag

des Jahres auf dem Programm. Und

der bot mit 11 Prüfungen, in denen

Spitzenpferde aus Deutschland,

Schweden, Frankreich, England

und den Niederlanden aufeinander

trafen, noch einmal Galoppsport der

Extraklasse. Außerdem durfte sich der

Hannoversche Rennverein über knapp

5.000 Zuschauer und die Spieler des

TSV Hannover Burgdorf als Ehrengäste

freuen.

Dabei bildete das mit 50.000,00

Euro dotierte Gruppe III-Rennen das

Highlight der Saison und die beiden

Listenrennen weitere Höhepunkte. Hier

wurde es zuerst für 8 2-jährigen Stuten

ernst, die im Großen Preis der Mehl-

Mülhens-Stiftung um das begehrte

Black Type kämpften. Am Ende konnte

die von Andreas Wöhlers trainierte

‚Parnac’ unter Eduardo Pedroza einen

eindrucksvollen Sieg einfahren. Dabei

setzte sich die ‚Zarak-Tochter’ nach

einem Rennen aus hinteren Regionen

mit 1 Länge Vorsprung gegen ‚Run

For Me’ (Waldemar Hickst/Alexander

Pietsch) und ‚Goldana’(Peter Schiergen/

Sibylle Vogt) durch und holte sich bei

ihrem 2. Start ihren 2. Karrieretreffer.

Allerdings verfolgte ihr Züchter und

Besitzer Jean-Pierre-Joseph Dubois

den Sieg seiner Stute nicht live. Denn

der 81-jährige sitzt während der Starts

seiner Pferde aus Aberglaube immer im

Sulky. Dubois ist nämlich der älteste

aktive Trabrennfahrer Frankreichs.

hatte auch ein etwas unruhiges Rennen.

Aber sie hat das trotzdem noch souverän

gemeistert. Das ist schon ein gutes

Pferd mit Potential für nächstes Jahr,

da kann man schon von Düsseldorf

im kommenden Jahr (German 1.000

Guineas) träumen.

Im Großen Preis des Gestüts Auenquelle

und ‚Torquator Tasso’ über 2.200 Meter,

dem viertletzten Grupperennen des

Jahres 2021 in Deutschland, trafen 10

3-jährige und ältere Stuten aufeinander.

Hier setzte sich Markus Klugs

‚Parnac’ und Eduardo Pedroza

‚Walkaway’ unter dem mehrfachen

Championjockey Andrasch Starke

gegen die Favoritin ‚Waldbiene’

(Waldemar Hickst/Alexander Pietsch)

und Trainingsgefährtin ‚Whizzair’ mit

Maxim Pecheur durch.

„Die Art und Weise wie sie

heute gewonnen hat, war sehr

vielversprechend“, erklärte Andrasch

Starke. „Ich hatte gleich ein gutes

Rennen hinter ‚Waldbiene’, sie hat den

ganzen Weg gekämpft, das war ganz

Foto: Heidi Monetha

„Das ist eine gute Stute. Die 1.400

Meter sind ein bisschen zu kurz für

sie, aber sie hat das alles gut gemacht“,

lobte Eduardo Pedroza sein Pferd im

Siegerinterview und Andreas Wöhler

fügte hinzu: „1.600 Meter und anderer

Boden wäre passender gewesen, sie

14

Die strahlenden Sieger Markus Klug ‚Walkaway’ und Andrasch Starke

Georg 6-21.indd 14 26.11.21 18:09


Galoppsport

Foto: Heidi Monetha

toll.“ Und auch Markus Klug zeigte

sich hochzufrieden. „Beide Pferde

sind ein tolles Rennen gelaufen. Auch

‚Whizzair’ als 3. das war die beste

Form, die sie jemals gezeigt hat.“

Mit der RECKEN-Trophy übernahm

die heimische Handballmannschaft

das 7. Rennen, in dem eine garantierte

Gewinnauszahlung in der Viererwette

von 22.222 Euro zur Ausspielung

kam. In diesem Rennen gab es durch

Janina Reeses ‚Igneo‘ auch den ersten

Heimsieg des Tages. Im Sattel saß

Sibylle Vogt, die sich im Hauptrennen

die Nase brach und trotzdem Stall Indias

Wallach zu diesem Treffer steuerte.

„Wir freuen uns sehr, ein Rennen

im Namen der Recken übernehmen

zu können. Dass es in unserem

Rennen auch noch einen Heimsieg

für ein Bult-Pferd mit der derzeit

erfolgreichsten deutschen Reiterin

im Sattel gab, ist doppelt schön“, so

Sören Christophersen, der sportliche

Leiter des TSV Hannover Burgdorf,

der gemeinsam mit Kreisläufer Bastian

Roschek die Siegerehrung übernahm.

Der Einlauf ‚Igneo’, ‚Second Sight’,

‚Roxalagu’, ‚Vendetta’ zahlte 4.040,30

bei 1 Euro Einsatz. Die Viererwette

wurde 11 mal mit einem Einsatz von 50

Cent getroffen.

Sensationelles ARC Wochenende -

Fantastisch aber warum war das so

völlig unerwartet? Aber der Reihe

nach...

Das Rennwochenende begann mit

einer sehr regenreichen Nacht. Am

Samstagvormittag fanden sich erst nur

vereinzelte Besucher vor den Toren der

schicken Rennbahn ein. Man fragte

sich - habe ich richtig auf den Kalender

geschaut - so leer kann es doch nicht

wirklich sein ... ? Immerhin sollte

eines der wichtigsten europäischen

Auch im Großen Preis des Gestüts Etzean gab es spannenden Sport

Im Großen Preis des Gestüts Etzean,

dem 2. Listenrennen des Tages über

schnelle 1.400 Meter, gab es dann

doch noch einen Sieg für Godolphin,

Trainer Henri-Alex Pantall und

Julien-L. Guillochon. Hier setzte sich

die französische Gaststute ‚Romantic

Song’ gegen die Schwedin ‚Good

Eye’ (Jessica Long/Shane Karlsson)

und Lokalmatadorin ‚Anno Mio’ mit

Sibylle Vogt (Dominik Moser).

Mit dem Heimsieg von Dominik Mosers

‚Nordinsky’ (Lilli-Marie Engels) aus

der Zucht des Gestüt Brümmerhof

fand das Rennjahr 2021 dann einen

Galoppsportmeetings rund um den

weltweit beachteten „Prix de l´arc de

Triomphe“ stattfinden , welcher zum

100. Mal zur Austragung kommen

sollte.

Coronabedingt waren nicht so viele

Japaner wie sonst vor Ort , einige

Iren die sich grün dekoriert hatten

und fröhlich waren , einige Engländer

und Franzosen. Dann gingen die Tore

auf und man sah mehr Fotografen als

Besucher - es war grau, nass, trostlos...

Es wurde dann nach und nach besser

. Tatsächlich kämpften sich ein paar

Sonnenstrahlen hervor und es kamen

tolle Pferde in den Führring - dieser ist

krönenden Abschluss. „Das Finale war

ein versöhnlicher Abschluss für eine

doch schwierige Saison. Bei herrlichen

Wetter haben wir besten Sport erlebt

und einen zufriedenstellenden Umsatz

verzeichnet (in den 11 Rennen wurden

319.265,25 Euro umgesetzt). Wir

freuen uns auf die nächste Saison die

vorrausichtlich am Osterwochenende

beginnt“, schließt Geschäftsführer

Matthias Seeber.

K.B.

Fotos: Petra Beinecke, Katarina Blasig

und Frank Sorge

‚Torquator Tasso’ triumphiert im 100. QATAR

PRIX DE L´ARC DE TRIOMPHE

perfekt angelegt und der Besucher hat

einen hervorragenden Überblick.

Aus deutscher Sicht wurde es im 3.

Rennen besonders spannend, denn

‚Novemba’, die Spitzenmeilerin

vom Gestüt Brümmerhof sollte unter

Bauyrzhan Murzabayev im Prix Daniel

Wildenstein über 1.600 Meter gegen

sehr starke Gegner antreten.

Die tolle Stute war krasse 450:10

Aussenseiterin trotz ihrer enormen

Vorleistungen, wie z.B. dem 4. Platz

in Ascot in den Coronation Stakes -

erstaunlich. Wie sie dann zur Sache

ging und sich auf der Zielgeraden mit

viel Kampfgeist den 3. Platz sicherte -

das war schon beeindruckend.

15

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Da kam ihr Trainer Peter Schiergen

nicht mehr „aus dem Strahlen“ raus.

Der Sieg ging an ‚Real World’ aus dem

Godolphin Imperium unter Lanfranco

Dettori - dieser Spitzenjockey hat

bereits mehr als 500 Grupperennen

gewonnen. Er sprang unter dem Jubel

seiner Fans , die ihn Frankie nennen,

mit dem berühmten „Dettori Jump“ im

hohen Bogen vom Pferd.

Den 2. Platz belegte ‚The Revenant’,

der auf weichem oder schwerem Boden

immer besonders gut läuft, unter Jockey

Olivier Peslier - er wird von Francis-

Henry Graffard trainiert.

‚Palmas’ die deutsche Dianasiegerin

konnte im Prix de l´Opera Longines

keine Akzente setzen - vermutlich

mochte sie das spezielle Geläuf nicht.

Am Sonntag kamen nach einer weiteren

sehr regenreichen Nacht deutlich mehr

Besucher und das Wetter war wesentlich

freundlicher und sogar trocken.

Der Sektstand war umlagert und

der eine oder andere holte sich ein

irisches Guinness Bier. An den vielen

Verpflegungsständen gab es individuell

gefertigte Hotdogs, Baguettes, Pulled

Porc - alles in bester Qualität...

Galoppsport

ja schon ewig auf einen Sieg hoffen ,

freuten sich auf ‚Broome’.

Es war ein besonderer Moment als die

Pferde in den Führring kamen. Rene

Piechulek saß entspannt auf ‚Torquator

Tasso’ und ruhte offensichtlich in sich -

man merkte ihm keine Anspannung an.

‚Torquator Tasso’ machte optisch einen

tollen Eindruck. Von den Vorleistungen

her war er das einzige Pferd im Feld,

welches bereits bei weichem Geläuf

mit dem hohen Gewicht von 60 Kilo

eine sehr schnelle Zeit über 2.400

Meter gelaufen war. Schon als er im

letzten Jahr 2. im Deutschen Derby

wurde - drängte sich ein Gedanke auf

„ein Pferd für den Arc“ - 2022 oder

2023? Trotzdem war er der größte

Außenseiter der Geschichte mit einer

Quote von 725:10 - sicherlich auch

weil die Namen seines Jockey und

Trainers weltweit noch nicht so bekannt

waren. Oder war er auch so deutlich

Außenseiter weil die deutsche Zucht

und der deutsche Rennsport immer

noch unterschätzt wird obwohl wir

Top-Trainer und Top-Jockeys haben?

Rene Piechulek hat seinem Pferd

im großen Feld einen sehr guten

Rennverlauf serviert. Als die 14 Pferde

auf die Zielgerade kamen konnte man

schon ahnen, das die beiden es bis ganz

nach vorne schaffen würden - einen

ganz kurzen Augenblick fielen sie

vom 4. auf den 5. Platz zurück . Dann

zündete Rene den Turbo und schob sich

bestechend immer weiter nach vorne

bis ganz an die Spitze. Es ist ein großer

Vorteil wenn sich Pferd und Reiter

wirklich gut kennen.

Eine vereinzelte deutsche

Schlachtenbummlerin schrie die obere

Tribüne zusammen und unten waren

auch zwei sehr laut...

‚Tarnawa’ unter Christophe Soumillon

lief auch sehr stark und wurde 2.

‚Hurricane Lane’, in Godolphin Farben,

Die Menschen waren schick , die

Stimmung bestens und es wurde fleissig

gewettet. Viele Wetter gingen zu den

Automaten oder zu den umherlaufenden

menschlichen „Wettannehmern“. Es

ging auf den Höhepunkt des Meetings

zu - den „Arc“.

‚Tarnawa’, die 5-jährige französische

Spitzenstute aus dem Besitz des

Aga Khan wurde in der örtlichen

Fachzeitung sehr hervorgehoben, sie

sollte Chancen haben . Die Japaner, die

Rene Piechulek und ‚Torquator Tasso’ auf dem Weg zum Sieg

Fotos: Deutscher Galopp

Foto: Heidi Monetha

16

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Galoppsport

Fotos: Deutscher Galopp

kam spät noch auf Touren und wurde

unter James Doyle 3.

Bei der Siegerehrung sangen die

wenigen deutschen Fans die Hymne

zum Blasorchester und Rene Piechulek

sollte für die Fotografen immer wieder

die Trophäe küssen.

„Ich werde wahrscheinlich erst morgen

verstehen, dass ich hier gewonnen

habe. Ich wollte nahe der Spitze sein,

als es in die Zielgerade ging. Er hat

eine super Endbeschleunigung und

das hat er einmal mehr bewiesen. „Ich

bin natürlich meinem Trainer und

den Besitzern des Gestüt Auenquelle,

Herrn und Frau Endres und Familie

Ellerbracke sehr dankbar, dass sie mir

hier diese große Chance gegeben haben

und ich sie nutzen konnte“, erklärte

Rene Piechulek. Und auch Siegtrainer

Marcel Weiß war bei der Siegerehrung

„immer noch sprachlos. Was soll ich

sagen? ‚Torquator Tasso’ ist ein super

Pferd. Wir sind hierhergekommen

mit der Hoffnung, 4., 5. oder 6. zu

werden. Das wäre ein wirklich gutes

Besitzertrainer-Cup 2021:

Titel für Anna Schleusner-Fruhriep

Zum 2. Mal bei der 5. Auflage hat

Anna Schleusner-Fruhriep den

Besitzertrainer-Cup gewonnen. 2021

gab es für diesen Wettbewerb, an dem

alle aktiven Besitzertrainer des Vereins

Deutscher Besitzertrainer teilnehmen

können, 7 Wertungsrenntage in

Mülheim, Dresden, Leipzig, Bad

Harzburg, Cuxhaven, Zweibrücken

und abschließend in Verden.

Schon nach der endgültigen

Starterangabe für den Renntag in

Verden am 31.10.2021 stand fest,

dass Anna Schleusner-Fruhriep nicht

mehr vom 1. Rang (1.000,00 Euro) zu

verdrängen war. Trotzdem starteten für

sie dort 6 Pferde und erhöhten ihren

Gesamtpunktstand von 26 auf letztlich

41 Zähler. Dafür sorgten im einzelnen

‚Unwetter’ (6), ‚Mäuseschwänzchen’

(4), ‚Video Diva’ (2) sowie ‚Max des

Bois’, ‚Oxana’ und ‚Ragazza’ (je 1).

Hinter der souveränen Siegerin gab

es in Verden noch einmal einige

Veränderungen. Durch den Sieg von

‚Soldat’ und Rang 2 von ‚Waldenser’

(beide unter Alexander Weis) erhöhte

Marc Timpelan sein bisheriges

Punktekonto um 18 Zähler auf 23 und

schaffte in der Endabrechnung noch

den Sprung auf Rang 2 (500,00 Euro).

Marc Timpelan trat auf Nachfrage

Veröffentlichungen entgegen, dass

‚Soldat’ sein 1. Sieg als Public-Trainer

gewesen sein soll. „Ich bin weiterhin

Besitzertrainer und werde das wohl

auch im kommenden Jahr bleiben.“

Mit 20 Punkten rutschte Armin Weidler,

der in Verden nicht am Start war, hinter

Marc Timpelan auf die 3. Position

(300,00 Euro). Platz 4 (200,00 Euro)

ging an Kamila Harms, die dank des

Sieges von ‚Ratona’ (Sarah Biessey)

und Rang 2 von ‚Roxalagu’ (Patrick

Gibson) von 0 auf 18 Punkte sprang.

Es folgt auf Rang 5 mit 16 Punkten

Christian Peterschmitt vor Pascal

Jonathan Werning (14), Frauke-Luise

Hinck (13 - 8 davon dank ‚La Aluna’/

Ulrike Timmermann durch einen 2.

Platz in Verden), Christoph Schwab

(12), Hans-Joachim Stolberg (11) sowie

gemeinsam auf Position 10 mit je 10

Zählern Janine Beckmann, Waldemar

Markus Falk, Sarah Jane Hellier, Frank

Maurer, Ralph Siegert, Sebastian Wenz

und Svenja Winter.

Ergebnis gewesen. Aber das hier ist der

Wahnsinn.“

Ein fantastischer Tag für das Pferd

‚Torquator Tasso’, den Züchter Paul

H. Vandeberg, den Besitzer das

Gestüt Auenquelle, den Jockey Rene

Piechulek, den Trainer Marcel Weiß

und alle die zu diesem großen Erfolg

beigetragen haben. Aber auch für

diejenigen die als Zuschauer dabei sein

durften.

Heidi Monetha

Die Plätze 5 bis 10 werden jeweils mit

100,00 Euro belohnt.

Wie gewohnt wurde die Rangfolge über

ein Punktsystem bei allen Galopprennen

von Voll- und Halbblütern in Flachund

Hindernisrennen an den 7

Wertungsrenntagen ermittelt. Pro

Rennen waren je Platzierung von

Pferden von Besitzertrainern folgende

Punkte zu erzielen:

1. Platz – 10 Punkte; 2. Platz – 8

Punkte; 3. Platz – 6 Punkte; 4. Platz

– 4 Punkte; 5. Platz – 2 Punkte; jeder

weitere folgende Platz – 1 Punkt.

Text und Foto: Detlev Kaczmarek

Siegerehrung für den Besitzertrainer-Cup 2021

v.l.n.r. Marc Timpelan, Ekhard Lüdtke in Vertretung für die erkrankte Siegerin

Anna Schleusner-Fruhriep, Kamila Harms mit Tochter und Karen Kaczmarek

(2. Vorsitzende des Vereins Deutscher Besitzertrainer)

17

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Galopprennen haben in Bremen

eine lange Tradition. Dabei fanden

in der 111-jährigen Geschichte

hier auch größere Rennen wie z.B.

die Derbyvorprüfung swb Derby

Trial statt. Doch seit Ende März

2018 wurden hier keine Rennen

mehr ausgetragen. 3,5 Jahre später

meldeten sich die Vollblüter in der

Vahr zurück. Dabei hatte der Präsident

des Bremer Rennvereins, Frank Lenk,

bereits „vor 3 Jahren gesagt, ‚auch

die Chance will gejagt sein’ “ und

war diesem Satz gemeinsam mit

seinem Team gefolgt. „Wir haben die

Chance genutzt und den Aufwand,

den wir betrieben haben, wollen wir

nicht für das einmalige Rennen heute

machen“, erklärte Lenk. Dabei hatte

man laut Trainer Pavel Vovcenko,

der in diesem Jahr in den Vorstand

des Rennvereins gewählt wurde,

„bewusst kein Zweijährigen-, Listenoder

Grupperennen ausgeschrieben.

Wir wollen den Basissport mit gut

dotierten Rennen unterstützen.“ Ein

Konzept, das bei allen richtig gut

ankam. So zeigte sich bereits im

Nennungsergebnis deutlich, wie groß

die Freude der Galoppgemeinschaft

auf das Comeback in der Hansestadt

war. Schließlich hatten am 13.11.2021

zahlreiche namhafte Trainer wie

Galoppsport

„Das war eine Abstimmung mit den Füßen!“

Henk Grewe, Waldemar Hickst, Peter

Schiergen, Christian von der Recke

oder Andreas Wöhler 86 Pferde für

die 8 Rennen genannt, bei denen

u.a. Jozef Bojko, Championjockey

Bauyrzhan Murzabayev, Maxim

Pecheur oder Wladimir Panov in

den Sattel stiegen. „Wir sind vom

Zuspruch überwältigt“, zeigte sich

Frank Lenk begeistert. „Dass es sich

führende Trainer nicht nehmen lassen,

Pferde nach Bremen zu schicken,

sagt viel über die Beliebtheit unserer

Rennbahn aus.“

Dabei gab es eine Startbeschränkung,

da die aus Hamburg geliehene

Startmaschine nur 12 Plätze bietet.

Sonst wären noch größere Starterfelder

möglich gewesen. So konnte man auf

das Hauptereignis, einen Ausgleich

III über 2.200 Meter, einen derartigen

Ansturm an Startern verzeichnen, dass

man dieses Rennen teilen musste.

In der 1. Abteilung konnte sich Janina

Reese über den Sieg des von ihr auf der

Neuen Bult in Hannover vorbereiteten

‚Igneo’ freuen, der „immer brav

seine Form ausläuft und als frischer

Sieger aus Hannover“ kam. Dabei

zeigte Championjockey Bauyrzhan

Murzabayev einmal mehr seine

Reitkunst, als er nach einem Rennen

vom letzten Platz den 5-jährigen

‚Maxios’-Sohn immer schneller

machte und letztlich genau im Ziel

vorne war. Allerdings musste das

Zielfoto über den Sieger entscheiden,

das ‚Igneo’ mit einer Nase vor

‚Vernatsch’ (Sarah Weis/Alexander

Weis) sah. Platz 3 holte sich der von

Bohumil Nedorostek ebenfalls in

Hannover trainierte ‚Anchorage’ unter

Gavin Ashton. Übrigens: Janina Reese

konnte sich bereits im 2. Rennen über

den Erfolg der von ihr trainierten

‚Clementine’ mit Wladimir Panov

freuen, die sich bei ihrem 2. Start

gegen ‚Sarazena’ (Andreas Wöhler/

Jozef Bojko) sowie ‚Icamparo’ (Axel

Kleinkorres/Bauyrzhan Murzabayev)

durchsetzen konnte. „Das war ganz

gut“, freute sich Reese und fügte

hinzu: „Einen ganz, ganz großen

Dank möchte ich an Simon Stokes

und Cevin Chan aussprechen, ohne

die die Stute wahrscheinlich nie an

den Start gekommen wäre, weil sie

panische Angst vor der Startmaschine

hatte. Sie war ungefähr 3,5 bei ihnen

und die haben wirklich super tolle

Arbeit gemacht und haben dem Pferd

die Angst genommen.“

Die 2. Abteilung holte sich die von

Sascha Smrczek trainierte ‚Miss

Marbel’, die sich unter Alexander

Pietsch gegen Lokalmatador

‚Kadrun’ (Pavel Vovcenko/Sarah

Biessey) sowie ‚Valentino Dancer’

(Bohumil Nedorostek/Gavin Ashton)

durchsetzen konnte.

Einen Heimsieg gab es dann im

Preis der Sparkasse Bremen durch

die von Werner Haustein in Bremen-

Mahndorf trainierte ‚Lacrimosa’ mit

Gavin Ashton.

So zog Frank Lenk am Samstagabend

ein durchweg positives Fazit. „Das

war eine Abstimmung mit den Füßen!

Wir haben hier fast 5.000 Besucher

auf der Bahn, das ist ein unglaublicher

Zuspruch. Und es ist ein ganz klares

Statement von den Leuten hier in

Bremen und aus der Umgebung,

dass sie einfach diese Veranstaltung

haben möchten und dass sie hier

ihren Bestand hat. Insofern sind wir

mega zufrieden. Jetzt planen wir für

den Karfreitag und wir sind wirklich

gekommen, um zu bleiben.“

Text und Foto: K.B.

Noch ist ‚Igneo‘ (3. v. li) hinter ‚Vernatsch‘ (re) und ‚Anchorage‘ (5. v. re)

18

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EM der Vierspännerfahrer

Deutsches Team gewinnt Silber - Michael Brauchle Bronze

Während die Europameisterschaften

für die Dressur-, Spring- und

Vielseitigkeitsreiter nach den

Olympischen Spielen bereits das 2.

Highlight in diesem Jahr war, ging es

mit den Europameisterschaften für

die Vierspänner vom 02. - 09.09.2021

erst so richtig los. So trafen sich 42

Fahrer aus 10 Nationen im ungarischen

Budapest, um ihre neuen Titelträger zu

küren. Hier erwischte das Team von

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger dann

bereits in der Dressur einen guten Start.

Schließlich konnte Mareike Harm die

1. Teilprüfung für sich entscheiden und

auch Michael Brauchle (Rang 10) sowie

Georg von Stein (Rang 8) drehten gute

Runden. So lag das deutsche Team mit

90,89 Punkten hinter den Niederländern

(86,96 Punkte) auf Rang 2 vor Ungarn

(98,35 Punkte). „Das sind vier Punkte

Abstand, das ist noch machbar, nicht

wie früher, als die Niederländer nach

der Dressur meistens mit mehr als zehn

Punkten Vorsprung davon zogen“, so

Geiger.

Michael Brauchle gewinnt

Geländeprüfung

Und tatsächlich zeigten die

Titelverteidiger starke Leistungen im

anspruchsvollen Gelände. „Das war

überragend“, sagte Bundestrainer Karl-

Heinz Geiger zur Geländeprüfung von

Michael Brauchle, der mit Bestzeiten in

fast allen Hindernissen die Teilprüfung

vor dem Niederländer Koos de Ronde

gewinnen konnte. „Der Marathon war

wie erwartet sehr schwer und schnell.

Es gab lange Hindernisse und davon

zwei Wasser-Hindernisse, die nochmal

Kraft kosteten, aber die deutschen

Pferde waren topfit und besonders

bei Michis Pferden merkt man, dass

es zuhause hügelig ist und sie richtig

Kondition haben.“

So übernahm das deutsche Team mit

324,86 Punkten knapp die Führung

vor den Niederlanden (325,67) und

den Belgiern (245,36). Damit wurde es

im abschließenden Kegelfahren noch

einmal richtig spannend. Und Geiger

zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben

3 starke Kegelfahrer im Team und wir

haben das auch nochmal ganz viel im

Trainingslager geübt. Die sollten am

besten morgen alle Null fahren, denn

wir möchten die Goldmedaille schon

sehr gerne behalten.“

Doch in der abschließenden Prüfung

lief nicht alles optimal. Dabei fielen

bei Georg von Stein 2 Bälle, zusätzlich

kamen noch einige Zeitfehler hinzu.

Bei Mareike Harm fielen ebenfalls 2

Bälle und Michael Brauchle schlug

Reitsportmosaik

Nach 2 Tagen Dressur stand am

Samstag die Geländeprüfung auf dem

Programm, in dessen Vorfeld der

Bundestrainer bereits angekündigt

hatte: „Der Marathon morgen wird

schnell und ist sehr anspruchsvoll,

aber das liegt unseren Fahrern. Die

Geländeprüfung ist unsere Stärke,

denn wir haben mit Michi Brauchle

und Georg von Stein zwei sehr starke

Geländefahrer im Team. Wir hatten

damit gerechnet, dass das Gelände

schwierig wird und daher auch die

Teamzusammensetzung so gewählt.“

Michael Brauchle

Mareike Harm

19

Georg 6-21.indd 19 26.11.21 18:09


Reitsportmosaik

aufgrund eines Missverständnisses

zwischen ihm und seinem Beifahrer

einen falschen Weg ein und musste

eine extra Volte fahren, die Zeit kostete.

So ging der Sieg an die Niederländer,

die auf 332,69 Punkte kamen, vor

Deutschland mit 339,31 Punkten und

Belgien mit (353,33).

„Mit ein bisschen Abstand können

wir uns mit Sicherheit auch über

Silber richtig freuen, aber jetzt gerade

überwiegt die Enttäuschung“, sagte

Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.

Bronze für Michael Brauchle

Die strahlenden Medaillengewinner in der Mannschaftswertung

In der Einzelwertung gelang Bram

Chardon die Titelverteidigung.

Dabei setzte sich der Europameister

von 2019 vor seinen Vater Ijsbrand

Chardon und Michael Brauchle, der

seit einiger Zeit ein neues Gespann

mit Nachwuchspferden aufgebaut

hat. „Für Michi freut es mich ganz

besonders, dass er hier mit Bronze nach

Hause fahren kann, er hat hier super

Leistungen gezeigt“, so Bundestrainer

Geiger, der insgesamt ein sehr

zufriedenes Fazit zog. „Das war eine

tolle Europameisterschaft, super

organisiert. Die Ungarn sind fahrsportverrückt,

hier waren so viele Zuschauer

an allen Tagen.“

K.B.

Bram Chardon

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Ijsbrand Chardon

20

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CHIO Aachen

Wieder ein großartiges Weltfest des Pferdesports

Kaum waren die aus deutscher Sicht so

erfolgreichen Europameisterschaften

Vergangenheit, stand mit dem in

den September verschobenen CHIO

Aachen schon das nächste Pferdesport-

Highlight auf dem Programm. Dabei

hatte der Vorstandsvorsitzende

des ausrichtenden ALRV, Frank

Kemperman, bereits im Vorfeld

angekündigt: „Der CHIO Aachen 2021

wird ein Top-Turnier werden, so wie

wir es kennen mit allen 5 Disziplinen

und den besten Reitern und Pferden.

Dabei stehen natürlich Gesundheit und

Sicherheit an erster Stelle.“

Hannover auf ‚Capitain Claus’ mit

Longenführerin und Trainerin Gesa

Bührig den 3. Triumph in der Soers

und untermauerten ihre derzeitige

Vorreiterstellung im deutschen Team-

Voltigiersport. Platz 2 ging an das Team

Norka des VV Köln-Dünnwald, die

Mannschaft BIS 1 aus Dänemark kam

auf Rang 3.

einen deutlichen Sieg vor Pauline Riedl

auf ‚William II Z’ (Maik Husmann). 3.

wurde Alina Roß mit ‚DSP San Zero’

(Marion Schulze).

Wie es ist, in Aachen zu gewinnen,

weiß Jannik Heiland. Das Gefühl

konnte er ja erst am Morgen auskosten,

als er mit dem Team Fredenbeck auf

der Ehrenrunde für ihren Sieg bei den

Reitsportmosaik

So hieß es vom 10. - 19.09.2021 endlich

wieder CHIO Aachen, endlich wieder

Weltfest des Pferdesports!

Den Anfang machten erneut die

Voltigierer, die sich bereits am 1.

Entscheidungstag in toller Form

zeigten. Am Ende sicherte sich die

Mannschaft Fredenbeck vom LV

Hannover den Sieg bei den Teams, bei

den Damen holte sich Janika Derks

ihren 3. CHIO-Titel und bei den Herren

setzte sich erstmalig Jannik Heiland

aus Wulfsen durch.

Dabei sicherten sich die

Pferdeakrobaten vom Landesverband

Bei den Damen voltigierte Janika Derks

auf dem 18-jährigen Routinier ‚Dark

Beluga’ an der Longe von Barbara

Rosiny zu 8,462 Punkte und feierte

Geschirre Voltigiergurte Sättel Longiergurte

Jegliches Zubehör und Reitbekleidung

in großer Auswahl

Thomas Salz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen (li) und ALRV-

Aufsichtsratmitglied Peter Weinberg gratulieren Team Fredenbeck zum Sieg

Gruppen lief. Und nachdem er auf ‚Dark

Beluga’ einen Tag zuvor in Pflicht und

Technik den 4-fachen Aachen-Sieger

Thomas Brüsewitz mit ‚Eyecatcher’

(Alexandra Knauf) hinter sich lassen

konnte, genügte ein 2. Platz in der Kür,

um sich den Gesamtsieg zu schnappen.

Allerdings war es verdammt knapp!

„Es gibt kein zuverlässigeres Pferd als

ihn“, schwärmt Heiland, der mit seiner

Leistung nicht ganz so glücklich war.

„Ich war zu 90, 95 Prozent zufrieden

heute.“ Ein Perfektionist also? „Das

muss man schon sein. Nicht zu sehr,

sonst macht es keinen Spaß. Aber

man muss immer schauen, welche

Stellschrauben man noch drehen kann,

gerade jetzt, wo die Herrenkonkurrenz

so stark ist wie noch nie.“

Foto: CHIO Aachen/

Michael Strauch

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Platz 3 holte sich Julian Wilfling mit

‚Aragorn’ an der Longe von Alexander

Zebrak.

21

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Reitsportmosaik

Foto: Katarina Blasig

Chiara Congia und Justin van

Gerven gewinnen im Pas-de-Deux

Beim großen (Voltigier)Finale waren

die Schützlinge von Bundestrainerin

Ulla Ramge dann erneut nicht zu

schlagen. Allerdings hießen die Sieger

im Pas-de-Deux nicht Janika Derks

und Johannes Kay, die sich nach dem

ersten Umlauf an die Spitze gesetzt

hatten. Denn nachdem sich Kay bei

einem freien Radabgang leicht verletzt

hatte, konnte er im finalen Durchgang

seinen Abgang nicht turnen. Ansonsten

kam das Duo auf ‚Humphrey Bogart

OLD’, der von Nina Vorberg longiert

wurde, nahezu fehlerfrei durch die

2-minütige Kürchoreografie und wurde

mit starken 8,813 Punkten bewertet.

Doch das reichte hauchdünn nicht für

die Verteidigung des Titels aus dem

Jahr 2019. Denn die amtierenden

Vizeweltmeister Chiara Congia

und Justin van Gerven waren am

Abschlusstag in der Soers einen Hauch

stärker als ihre Bundeskader-Kollegen

und holten sich mit ‚Highlight HE’

(Alexandra Knauf) und insgesamt

8,855 Punkten ihren 1. CHIO-Sieg.

Rang 3 in der Tageswertung (8,253)

als auch in der Totalen (8,38) ging an

Jolina Ossenberg-Engels und Timo

Gerdes mit ‚Caram OE’ (Claudia

Döller-Ossenberg-Engels).

Deutschland dominiert den

Nationenpreis

Im abschließenden Nationenpreis hatte

Deutschland bereits nach dem Auftritt

der Mannschaft Deutschland II mit

Thomas Brüsewitz (‚Eyecatcher’/

Alexandra Knauf, 8,534 Punkte),

Pauline Riedl (‚William’/Maik

Husmann, 8,606 Punkte) und das Team

Köln-Dünnwald (‚ Calidor’/Patric

Looser, 8,705 Punkte) mit 25,845

Punkten den 5. Sieg seit 2017 in der

Tasche.

Doch Team Deutschland I konnte

dieses Resultat im Anschluss noch

toppen. Hier voltigierte Jannik

Heiland mit ‚Dark Beluga’ und

Longenführerin Barbara Rosiny zu

8,924 Punkten, Janika Derks (‚Dark

Beluga’/Barbara Rosiny) erhielt 8,818

Punkte. Zum Abschluss präsentierte

die Mannschaft Fredenbeck (‚Capitain

Claus’/ Gesa Bührig) ihre Kür zum

Thema „Unleash yourself“ (Lass dich

entfesseln) - eine Choreografie, die die

Akzeptanz gegenüber anderen Denkund

Lebensweisen ausdrücken soll

und ein Signal gegen Unterdrückung

und Diskriminierung setzen will - für

die sie vom 4-köpfigen internationalen

Richtergremium um Chef-Juror Rob de

Bruin 8,894 Punkte erhielten. Das war

mit total 26,636 Zählern der souveräne

Sieg.

Allerdings gab es während des ersten

hohen Kürblockes der Fredenbecker

eine Schrecksekunde. Hier war

Obermann Henry Frischmuth bei einem

freien komplett herausgedrückten Stand

auf den Armen von Viktor Brüsewitz

in leichte Rücklage gekommen

und nach hinten übergekippt. Doch

Brüsewitz sicherte den 11-jährigen

reaktionsschnell und verhinderte

souverän einen Sturz.

„Heute war es nicht einfach im Zirkel,

ich musste wirklich ganz schön

arbeiten“, erklärte Gesa Bührig und

fügte hinzu: „Aachen ist immer sehr

besonders. Wir hatten, ehrlich gesagt,

Das

Ohr

der

Region

DER

KLEINE

GEORG

FN-Präsident Hans-Joachim Erbel und Dr. Christian Burmester,

Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen (v.r.) sowie ALRV-Präsidentin

Stefanie Peters (2.v.l.) gratulieren Team Deutschland I zum Sieg

Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch

22

Georg 6-21.indd 22 26.11.21 18:09


gar nicht erwartet, dass die Stimmung

so großartig wird. Wir hatten vorher

gehört, es werden nur 30 Prozent der

Zuschauer zugelassen und haben ein

bisschen gezweifelt, ob die dieses

Feeling hinbekommen, das wir die

letzten Jahre hier hatten? Aber sie

haben es hingekriegt und es war toll.“

USA gewinnen Nationenpreis der

Springreiter

Am Donnerstagabend stand dann für

die Springreiter ihr Nationenpreis auf

dem Programm. Und hier erlebte das

Team von Bundestrainer Otto Becker

ein wahres Wechselbad der Gefühle.

Denn nach einem fehlerfreien Auftakt

von Daniel Deußer mit ‚Killer Queen

VDM’ stürzte der 2. Teamreiter,

Marcus Ehning mit ‚A la Carte

NRW’, kurz vor seinem Start auf dem

Vorbereitungsplatz. „Das war ein großer

Schreck. Aber es war sofort eine Ärztin

und ein Sanitäter bei Marcus, er wurde

gut versorgt“, erklärte Otto Becker.

Und während die Mannschaftskollegen

Christian Ahlmann mit ‚Clintrexo Z’

sowie David Will mit ‚C-Vier’ mit 0

bzw. 4 Fehlern weiter gute Runden im

Parcours drehten, waren die Gedanken

jedoch bei Ehning, der im Krankhaus

durchgecheckt wurde. In der Pause

kam dann das große Aufatmen: Marcus

Ehning war schon zurück aus dem

Krankenhaus und wieder munter. „Im

Nachhinein habe ich wirklich Glück

gehabt. Mein Pferd und ich sind beide

durchgecheckt worden und mit einem

Schrecken davon gekommen“, sagte er.

beendete die deutsche Equipe den

Nationenpreis mit 24 Strafpunkten auf

Platz 6.

„Wir sind alle froh, dass es Marcus

und seinem Pferd gut geht. Vielleicht

braucht Marcus morgen etwas länger,

um aus dem Bett zu kommen“, sagte

Otto Becker abschließend. „Es war

eine Ausnahmesituation heute Abend,

ich kann den Jungs keinen Vorwurf

machen. Wir haben natürlich trotzdem

bis zum Schluss gehofft. Der erste

Durchgang lief ja sehr vielversprechend

und der zweite fing auch super an mit

Daniels Nullrunde. Wir haben alles

versucht und natürlich sind wir ein

bisschen enttäuscht. Beim nächsten

Mal versuchen wir es wieder besser zu

machen.“

Der Sieg ging zum ersten Mal seit

2005 an ein überragendes US-Team

(4 Strafpunkte)vor Schweden (8) und

Frankreich (12).

Daniel Deußer und ‚Killer Queen’

siegen im Großen Preis

Den abschließenden Höhepunkt des

CHIO Aachen bildete der Große Preis,

für den sich neben Christian Ahlmann

mit ‚Clintrexo Z’, Daniel Deußer mit

‚Killer Queen’ und Christian Kukuk mit

‚Mumbai’, auch die beiden Debütanten

Philipp Schulze Topphoff mit

‚Concordess NRW’ und Gerrit Nieberg

mit ‚Ben’ qualifizieren konnten.

Allerdings schaffte es nur Deußer in

beiden Umläufen fehlerfrei zu bleiben,

so dass er es mit 6 weiteren Paaren in

das Stechen schaffte. Hier mussten

die Beiden zuerst ran und nach einer

erneuten fehlerfreien Runde hieß es

abwarten. Doch keines dieser Paare, zu

denen auch Olympiasieger Ben Maher

und ‚Explosion W’ bzw. der Belgier

Grégory Wathelet mit ‚Nevados S’

gehörten, schaffte es zugleich fehlerfrei

und schneller als Deußer (41,85sec)

durch den Stechparcours. Zum Schluss

hatte es nur noch der erst 20-jährige

US-Amerikaner Brian Moggre mit

‚Balou du Reventon’ in der Hand, sich

den Sieg zu sichern. Diese Beiden

blieben zwar fehlerfrei, doch ihre Zeit

von 42,16 Sekunden reichte „nur“ für

Platz 2. Rang 3 holte sich Grégory

Wathelet.

„Am Ende war es vielleicht gut als

erster zu starten, um Druck auf die

anderen auszuüben. Heute bin ich der

glücklichste Mensch auf der Welt. Es

ist ein Traum, der wahr wird. Ich habe

es schon mehrere Male probiert, war 2

Mal im Stechen 4., 2 Mal 2. Ich kann es

noch nicht fassen, dass es jetzt geklappt

hat. Mit dem Publikum in Aachen, hier

zu Hause in Deutschland, ist das ein

ganz besonderer Moment“, erklärte

Daniel Deußer und fügte hinzu: „Wir

hatten hier ein tolles Turnier, auch

wenn nur 50 % der Zuschauer dabei

sein durften. Danke an die Veranstalter,

die das überhaupt möglich gemacht

haben.“

Reitsportmosaik

Foto: CHIO Aachen/Michael Strauch

Und auch der zweite Umlauf begann

mit einer erneuten Nullrunde für

Daniel Deußer vielversprechend.

Danach starteten Christian Ahlmann

und ‚Clintrexo’ in eine noch bessere

und sicherere Runde. Doch kurz vor

der Dreifachen Kombination war das

lautstarke Wiehern eines Pferdes auf

dem Vorbereitungsplatz zu hören, von

dem sich der Hengst vielleicht ein

bisschen ablenken ließ. Eine Stange fiel

und der gute Rhythmus ging verloren,

so dass die Beiden den von Parcourschef

Frank Rothenberger gebauten Parcours

mit 8 Fehlerpunkten verließen. So

wuchs der Druck auf Schlussreiter

David Will. Da auch er nicht fehlerfrei

bleiben konnte, er kassierte 3 Abwürfe,

Daniel Deußer sicherte sich mit ‚Killer Queen’ erstmals den Sieg im Großen Preis

23

Georg 6-21.indd 23 26.11.21 18:09


Reitsportmosaik

Voll des Lobes für Deußer war auch

Bundestrainer Otto Becker, der 2000 mit

‚Cento’ den Großen Preis von Aachen

gewinnen konnte. „Alle Runden, die

er und Killer Queen diese Woche hier

abgeliefert haben, waren grandios,

auch schon im Nationenpreis. Die drei

Runden heute waren einfach toll, auf

den Punkt. Und dann auch noch mit

der ungünstigsten Ausgangsposition

als erster Reiter im Stechen. Das hätte

er nicht besser machen können, Hut ab.

Daniel ist der verdiente Sieger, er war

jetzt einfach dran.“

Niederländische Vierspännerfahrer

dominieren

Über einen gelungenen Start in der

Aachener Soers konnten sich auch die

deutschen Vierspännerfahrer freuen.

Dabei gelangen Mareike Harm, Georg

von Stein und Michael Brauchle, die bei

der EM in Budapest die Silbermedaille

gewinnen konnten, bereits in der 1.

Teilprüfung des Nationenpreises,

der Dressur, gute Vorstellungen.

Hier musste sich Mareike Harm

nur Multichampion Boyd Exell aus

Australien geschlagen geben. Michael

Brauchle belegte Platz 8, Georg von

Stein Platz 10. So belegte das Team

von Equipechef René Poensgen hinter

den Niederlanden und vor den Belgiern

Rang 2.

Und auch nach dem Marathon am

Samstag lag das deutsche Team

weiter auf Rang 2. Allerdings lief es

bei keinem der deutschen Fahrer „so

richtig rund“, so dass nicht nur René

Poensgen davon ausging, dass die

Niederländer zum 18. Mal seit 1983

den Nationenpreis für sich entscheiden.

„Mit der Platzierung auf dem 2. Platz

in der Mannschaftswertung sind wir

ganz zufrieden, mit den Ergebnissen

aus dem Marathon nicht. Im Gelände

haben wir uns deutlich mehr erhofft“,

fasste er die Gemütslage im deutschen

Fahrerlager zusammen.

In der Einzelwertung lag der

Niederländer Ijsbrand Chardon

deutlich vor seinem Teamkollegen

Koos de Ronde und Mareike Harm.

Doch die Gespanne auf den Plätzen

2 - 4 lagen nur „um eine Nasenlänge“

voneinander entfernt, so dass für den

Sonntag ein spannendes Kegelfahren

vorprogrammiert war. Hier hatte Dr.

Wolfgang Asendorf einen technisch

sehr anspruchsvollen Kurs aufgebaut,

bei dem die knapp bemessene Zeit

hohe Ansprüche an die Fahrkunst der

Teilnehmer stellte. „Wir sind eben

in Aachen, hier

messen sich die

Weltbesten“, erklärte

der Parcourschef

mit einem

Schmunzeln. Und

tatsächlich gab es

nur 4 strafpunktfreie

Runden. Leider

gehörte das Team

Deutschland nicht

dazu, so dass die

Belgier auf Platz 2

vorrückten. „Das

ist nichts für meine

Nerven“, seufzte

Equipechef René

Poensgen nach der

Vorstellung von

Mareike Harm,

die schlussendlich

die Sicherung

von Platz 3 in der

Mannschaftswertung

bedeutete.

In der Einzelwertung feierte Ijsbrand

Chardon trotz eines Abwurfs einen

überlegenen Sieg vor Koos de Ronde

und Weltmeister Boyd Exell, die beide

fehlerfrei geblieben waren. Damit

wird sein Name zum 12. Mal auf der

Siegertafel in der Aachener Soers

eingraviert.

Britischer Start-Ziel-Sieg und

historischer Erfolg für William

Coleman

Am Freitag wurde es dann auch für die

Vielseitigkeitsreiter ernst. Dabei hatte

Bundestrainer Hans Melzer nach den

Olympischen Spielen und 1 Woche vor

den Europameisterschaften in Avenches

zahlreiche CHIO-Debütanten - Reiter

wie Pferde - in die Soers geschickt. So

24

Spannender Marathon

Georg 6-21.indd 24 26.11.21 18:09


Pferden am Start ist“, sagte Prof. Jens

Adolphsen, Vorsitzender des DOKR-

Ausschuss Vielseitigkeit.

Ingrid Klimke mit ‚Equistros Siena just do it’

rangierten Josephine Schnauer-Völkel

mit ‚Pasadena’, Sandra Auffarth mit

ihrem 8-jährigen Nachwuchspferd

‚Rosveel’, Ingrid Klimke mit

‚Equistros Siena just do it’ und Andreas

Ostholt mit ‚Corvette’ nach den beiden

Teilprüfungen Dressur und Springen

punktgleich mit Frankreich auf Platz 5.

Außerdem belegte Andreas Ostholt als

bester Deutscher Platz 6. Dabei war der

Warendorfer Sportsoldat der einzige

Deutsche, der - nach einer guten

Dressur - den anspruchsvollen Parcours

im Soerser Springstadion ohne Abwurf

und nur Zeitfehlern absolvierte. „Das

war ein anspruchsvoller Parcours und

man muss einfach mit Fehlern rechnen,

wenn man mit Debütanten und jungen

Zum Abschluss der Aachener

Vielseitigkeit wartete dann die

Geländeprüfung auf die 38 Starter,

die allerdings keiner innerhalb der

erlaubten Zeit bewältigten konnte.

Dafür erreichte Parcourschef Rüdiger

Schwarz auch bei diesem etwas

anderen Starterfeld einmal mehr sein

Ziel, spannenden Sport zu bieten, der

gleichzeitig die Besten nach vorne und

die anderen sicher ins Ziel bringt.

Am Ende war Will Coleman mit ‚Off

the Record’ der Schnellste im Cross

und schob sich so von Rang 3 nach

Dressur und Springen an den beiden bis

dato führenden Britinnen Laura Collett

mit ‚Dacapo’ und Emilie Chandler mit

‚Gortfadda’ vorbei an die Spitze des

Feldes. Damit ist Coleman der erste

US-Amerikaner seit Einführung des

SAP-Cups 2007, der seinen Namen

auf der Siegertafel neben dem Einritt

verewigt sehen wird.

EM-Reservist Andreas Ostholt belegte

Platz 5. „Es gefällt mir sehr gut, hier so

eine Visitenkarte beim Bundestrainer

abzugeben.“

In der Mannschaftswertung waren die

Briten erneut nicht zu schlagen, die

sich knapp gegen die Konkurrenz aus

den USA und die geländestarken Iren

durchsetzten konnten.

Reitsportmosaik

„Wir haben dieses Jahr ein anderes

Aachen. Wir hatten keine Sichtung

für ein Championat und daher auch

nicht alle Topreiter und Toppferde hier.

Dafür konnten wir jüngere Pferden

und neuen Reitern die Chance gegen,

in Aachen zu reiten, und das war

sehr wertvoll für uns“, kommentierte

Bundestrainer Hans Melzer den

Ausgang des Nationenpreises. „Mit

dem Geländetag bin ich zufrieden, sie

haben tolle Runden geritten. Wir haben

hier neue Pferde und neue Paarungen

für die Zukunft gesehen und aus der

Sicht bin ich sehr zufrieden.“

Deutsche Dressur-Equipe

gewinnt Nationenpreis

Andreas Ostholt und ‚Corvette’ belegten auch in der Einzelwertzng Platz 5

Nach dem die Voltigierer, Springreiter

und Fahrer ihre Nationenpreise

hinter sich gebracht hatten, stand

25

Georg 6-21.indd 25 26.11.21 18:09


Reitsportmosaik

Bredow-Werndl und ‚Ferdinand BB’

sowie Carina Scholz mit ‚Tarantino’im

Special an den Start, den von Bredow-

Werndl gewinnen konnte, Isabell Werth

und Frederic Wandres sattelten ihre

Pferde ‚DSP Quantaz’ bzw. ‚Duke of

Britain FRH’ in der abschließenden

Kür. Hier hieß die Siegerin zum

4. Mal in Folge Isabell Werth, die

insgesamt bereits 14 Mal beim Großen

Preis von Aachen ganz vorne stand.

CHIO-Debütant Frederic Wandres

belegte nach einer tollen Kür mit

hohem Schwierigkeitsgrad hinter der

Niederländerin Dinja van Liere mit

‚Hermes’ sowie Charlotte Fry (GBR)

auf ‚Dark Legend’ Platz 5.

Isabell Werth und ‚DSP Quantaz’ waren das Maß der Dinge

dann auch für die Dressurreiter

die Mannschaftsentscheidung an.

Und auch hier war das Team von

Bundestrainerin Monika Theodorescu

nicht zu schlagen. Das Bemerkenswerte

daran: Alle 3 Mannschaftssiege in

diesem Jahr hat die deutsche Equipe in

unterschiedlicher Besetzung erreicht,

dabei kamen sowohl die routinierten

Paare als auch junge, neue Pferde und

Reiter zum Einsatz.

Dabei zählten in diesem Jahr neben

den Ergebnissen im Grand Prix auch

die 3 besten Ergebnisse aus Grand Prix

Special und Kür. So gingen Jessica von

„Am Freitag im Grand Prix hat er sich

noch von der Atmosphäre beeindrucken

lassen, heute bin ich mega zufrieden“,

freute sich Werth nach ihrem Ritt. „Es

waren heute Kleinigkeiten, an denen

wir noch arbeiten können. Aber er hat

ein außergewöhnliches Potenzial, das

man nur noch abrufen muss. Ich bin

ganz schön stolz, wie er sich hinter den

beiden Damen etabliert hat.“

K.B.

Fotos: Jacques Toffi

Akrobatik pur in der Niedersachsenhalle

H o c h k a r ä t i g e

Pferdesportveranstaltungen haben in

Verden eine lange Tradition. So fanden

hier schon Deutsche Meisterschaften

und Dressureuropameisterschaften

statt, die Weltmeisterschaften der

jungen Dressurpferde waren über

Jahre ein fester Bestandteil des

Sommerturniers, im November treffen

sich die besten Nachwuchsreiter in

der Niedersachsenhalle zu ihrem

Jugendturnier und im Januar lockt

die VER-Dinale die Dressur- und

Springreiter aus Nah und Fern zu einem

der bedeutendsten Hallenreitturnier in

Norddeutschland. Doch nicht nur die

Reiter kommen immer wieder gerne

in die Pferdestadt, auch die Voltigierer

schätzen die guten Bedingungen.

„Verden ist schon was ganz Besonderes,

auch von der Atmosphäre“, schwärmt

Bundestrainerin Ulla Ramge. So

wurden dieses Jahr bereits zum 5. Mal

die Deutschen Meisterschaften im

26

Voltigieren in der Niedersachsenhalle

ausgetragen. Dabei sollten die

Titelkämpfe eigentlich schon im

letzten Jahr stattfinden, doch auch hier

machte Corona die Pläne zunichte.

EURORIDING

Zwar gab es laut der Bundestrainerin

„Überlegungen, diese auf Ende Oktober

2020 zu verschieben. Da allerdings in

den meisten Bundesländern Voltigieren

wettkampfmäßig bisher kaum möglich

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Satz: Katarina Blasig

Georg 6-21.indd 26 26.11.21 18:09


ist, wurde Ende Juni endgültig

beschlossen, die nächsten DM erst

wieder 2021 auszutragen.“ So fanden

im letzten Jahr weder Deutsche noch

Europa- bzw. Weltmeisterschaften im

Voltigieren statt. „Natürlich ist das

alles sehr schade, da unsere Voltigierer

bereits im März super auf die Saison

vorbereitet waren. Aber wir werden

das jetzt einfach als Chance betrachten,

eine längere Vorbereitungszeit auf das

kommende Jahr zu haben“, erklärte

Ramge. Und diese Chance nutzten ihre

Schützlinge perfekt. Denn bereits bei

den Weltmeisterschaften in Budapest

sorgte das deutsche Team für einen

Medaillenregen. Dabei sicherte sich

die deutsche Mannschaft, die aus dem

Team Fredenbeck, Janika Derks und

Jannik Heiland bestand, souverän

den Titel im Nationenpreis, Jannik

Heiland und Janika Derks holten

die Silbermedaille in den Einzel-

Wettbewerben und im Pas-de-Deux-

Wettbewerb waren Janika Derks und

Johannes Kay nicht zu schlagen. Hier

ging die Silbermedaille an Chiara

Congia und Justin van Gerven.

Vom 24. - 26.10.2021 trafen die

frischgebackenen Medaillenträger dann

bei den Deutschen Meisterschaften

in Verden aufeinander. Hier waren

Alina Roß, Jannik Heiland, das Team

NORKA Automation des VV Köln-

Dünnwald sowie Chiara Congia und

Justin van Gerven das Maß aller Dinge.

Überraschungssieg für Alina Roß

Allerdings wartete bei den Damen

eine Überraschung auf die pro Tag

zugelassenen 600 Zuschauer. Denn hier

sicherte sich Alina Roß den ersten DM-

Titel ihrer Karriere. Dabei startete die

20-Jährige aus dem mecklenburgischen

Userin, die bei der WM in Budapest

auf dem 7. Platz gelandet war, mit

einem Sieg in der Pflicht, fiel nach der

ersten Kür nur hauchdünn hinter Top-

Favoritin Janika Derks zurück und legte

dann mit einem weiteren Teil-Sieg im

Technikprogramm den Grundstein für

den Titel, den sie mit einem 2. Platz

in der abschließenden Kür verteidigen

konnte. Allerdings kam der Sieg für

das Mitglied der Sportfördergruppe der

Polizei Mecklenburg-Vorpommern aus

heiterem Himmel, zumal sie nicht wie

bei den Saisonhöhepunkten mit ihrem

bewährten 16-jährigen Deutschen

Sportpferd DSP ‚San Zero’, sondern

ihrem Nachwuchspferd ‚Baron R’

nach Verden gereist war. „Ich kann

es gar nicht glauben“, sagte Roß.

„Ich habe nicht einmal mit einer

Medaille gerechnet und habe, ehrlich

gesagt, noch nicht einmal den guten

Trainingsanzug für die Meisterehrung

dabei.“ Übrigens: Dieser Sieg bedeutete

den ersten DM-Titel überhaupt für

Mecklenburg-Vorpommern.

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Alina Roß und ‚Baron R‘

Überaus zufrieden zeigte sich auch

Silbermedaillen-Gewinnerin Janika

Derks, die ebenfalls nicht mit ihrem WM-

Pferd ‚Dark Beluga’ am Start war. Auf

‚Rockemotion’, dem Nachwuchspferd

von Juniorenbundestrainer Kai

Vorberg und seiner Frau Nina, die

auch an der Longe stand, voltigierte

die Vize-Weltmeisterin und CHIO

Aachen-Siegerin zum Sieg in beiden

Kürdurchgängen und kam im

Gesamtranking auf insgesamt 8,572

Punkte.

Nach einem spannenden Kampf um

Bronze zwischen Julia Sophie Wagner

mit ‚Giovanni’ (Longe: Katja Wagner)

und Kathrin Meyer mit ihrem Pferd

‚San Classico S’, die von ihrer Mutter

Sonja Meyer longiert wurde, freute

sich Meyer über 7,981 Punkte und

Edelmetall.

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27

Georg 6-21.indd 27 26.11.21 18:09


Reitsportmosaik

Dritter DM-Titel für Jannik Heiland

Bei den Herren sicherte sich Jannik

Heiland mit dem geringstmöglichen

Abstand von 0,001 Punkten seinen

3. DM-Titel und krönte damit eine

sensationelle Saison in der der

28-Jährige nicht nur Vizeweltmeister

wurde, sondern auch erstmals den Sieg

beim CHIO in Aachen holte. Dabei hatte

sich Heiland mit seinem Erfolgspferd

‚Dark Beluga’ und Longenführerin

Barbara Rosiny gleich zum Auftakt der

Meisterschaften mit dem Pflichtsieg

(8,924) in eine aussichtsreiche Position

gebracht. Doch dann folgte die wohl

schwächste Kür des Jahres womit er

nach der Halbzeit „nur“ auf Rang 3 lag.

In den beiden Finalumläufen stellte der

derzeit beste deutsche Pferdeakrobat

dann jedoch seine Stärke unter Beweis

und präsentierte mit 8,634 Punkten das

deutlich beste Technikprogramm der

Herren. Auf die abschließende Kür gab

es eine 9,345 - machte in der Summe

8,845 Zähler.

„Ich bin mit 3 von 4 Runden ziemlich

zufrieden. In die erste Kür habe ich

einfach nicht gut hineingefunden.

Woran genau das lag, kann ich selber

nicht genau sagen. So knapp zu

gewinnen, fühlt sich ein bisschen so

an wie ein Netzroller beim Tennis.

Der emotionalste Moment für mich

an diesem Wochenende war die FRH-

Auszeichnung für mein Pferd ‚Dark

Beluga’.“

Heiland’s WG-Partner Viktor

Brüsewitz kam nach 4 Durchgängen

auf 8,844 Punkte. Der 31-Jährige, der

in Verden mit ‚Capitain Claus’ und

Gesa Bührig am Start war, landete in

den ersten 3 Durchgängen (Pflicht, Kür,

Technikprogramm) jeweils auf dem 2.

Platz - und ließ schließlich im Finale die

beste Kür des Tages folgen. Für seinen

Auftritt, begleitet von melancholischer

Musik, voltigierte der „Ninja Warrior“

zur starken 9,439 Punkten und dem

Kür-Sieg. Sicherlich ein kleiner Trost

für die knappe Niederlage gegen seinen

Freund Heiland.

Die Bronzemedaille ging an Jannis

Drewell, der in Verden seinen

emotionalen Abschied von der Voltigier-

Bühne feierte. Der 30-Jährige, der eine

schwierige Saison mit enttäuschenden

Ergebnissen bei der WM und in

Aachen hinter sich hat, kam in Verden

nun erstmals wieder in Harmonie

mit seinem 12-jährigen Oldenburger

‚Qualimero OLD’, longiert von seiner

Longenführerin und Mutter Simone

Drewell. Der Europameister der Heim-

EM von Aachen 2015 gewann sowohl

die 1. Kür als auch den ersten Umlauf

und kam in der Totalen schließlich auf

8,719 Punkte.

Team NORKA Automation des VV

Köln-Dünnwald nicht zu schlagen

In der Königsdisziplin bei den Teams

setzte sich am Ende souverän das Team

NORKA Automation des VV Köln-

Dünnwald durch. Die Mannschaft

um Trainer und Longenführer Patric

Looser gewann mit dem 12-jährigen

Holsteiner ‚Calidor’ alle drei Umläufe.

Dabei setzten sich die Rheinländer

zunächst mit einer Wertung von 7,601

Punkten an die Spitze des Feldes. Für

die beiden anschließenden Küren erhielt

die Mannschaft 9,26 und 9,174 Punkte.

Das machte im Gesamtergebnis 8,571

Zähler und damit den deutlichen Sieg.

Klar, dass sich Looser begeistert zeigte.

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„Wir sind natürlich überglücklich, aber

einfach auch stolz auf die Leistung

vom Team und das Zusammenspiel

mit dem Pferd. Sie konnten sich von

Turnier zu Turnier die gesamte Saison

über steigern und mit der ersten Kür

die Top-Leistung zeigen. Im Finale war

es nochmal etwas schwieriger. Aber

grundsätzlich ist es ein mega geiles

Team. Wir werden den Sieg ordentlich

feiern - den Gruppensieg und natürlich

auch die zweite Goldmedaille im

Doppel.“

Die Silber- und Bronzemedaille ging

nach Bayern. Dabei voltigierte der VV

Ingelsberg um Longenführer Alexander

Hartl mit ‚Leo’ zu 7,829 Punkten und

damit Rang 2 in der Meisterschafts-

Wertung. Platz 3 eroberte die Gruppe

Gilching I mit ‚Amontillado’ (Longe:

Julia Handel), die mit Rang 4 in der

Pflicht in den Wettkampf starteten und

dann die zweit- sowie drittbeste Kür

folgen.

Reitsportmosaik

Vize-Weltmeister entscheiden

Pas-de-Deux für sich

Das Team NORKA Automation des VV Köln-Dünnwald

Nicht beenden konnten die amtierenden Weltmeister aus Fredenbeck die

Deutsche Meisterschaft. Dabei starteten die Hannoveraner um Trainerin Gesa

Bührig mit ihrem Pferd ‚Claus’ mit Platz 2 in der Pflicht in den Wettkampf.

Doch schon in dieser Prüfung zeigte sich der Schimmel nervös. In der

ersten Kür entschied Bührig nach der Trabrunde, ihre Voltigierer nicht auf

dem 15-jährigen Mecklenburger turnen zu lassen. „ ‚Claus’ ist nicht in den

Wettbewerb gekommen, er hat sich furchtbar gestresst mit der Halle und dem

ganzen Drumherum. Zum Wohle unseres Schimmels und auch, um Verletzungen

bei den Sportlern zu verhindern, habe ich im Zirkel entschieden, keine Kür

zu starten. Es tut mir unendlich Leid, dass wir unsere Kür nicht noch einmal

zeigen konnten“, sagte Bührig. Das Publikum in Verden respektierte diese

Entscheidung mit Standing Ovations.

Im Pas-de-Deux sicherten sich Chiara

Congia und Justin van Gerven mit

der 13-jährigen Hannoveraner-Stute

‚Highlight HE’, (Alexandra Knauf)

die Goldmedaille. Dabei hatten sich

die amtierenden Vize-Weltmeister

bereits nach dem ersten Durchgang

mit 9,368 Punkten an die Spitze des

Feldes gesetzt. Am Finaltag kamen

die Athleten vom Team NORKA des

VV Köln-Dünnwald auf 9,089 Zähler

(insgesamt 9,229 Punkte). Somit

konnten die Rheinländer, die in diesem

Jahr auch den CHIO in Aachen für sich

entschieden hatten, ihren Titel aus dem

Jahr 2019, den sie in Alsfeld gewonnen

hatten, erfolgreich verteidigen

Mit dem hauchdünnen Abstand von

lediglich 0,024 Punkten sicherten sich

Janika Derks und Johannes Kay vom

RSV Neuss-Grimlinghausen auf dem

Rücken des 14-jährigen Oldenburgers

‚Humphrey Bogart OLD’, (Nina

Vorberg) die Silbermedaille.

Bronze ging an Diana Harwardt und

Peter Künne vom RV Integration

aus Bernau bei Berlin. Die Vize-

Europameister der Junioren aus dem

29

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Reitsportmosaik

Foto: Veranstalter

Jahr 2018 landeten mit ihrem Pferd

‚Longinus’ und Longenführer Hendrik

Falk in beiden Kürumläufen auf dem 3.

Platz und standen in der Endabrechnung

bei 8,412 Punkten.

Die strahlenden Medaillengewinner der Deutschen Meisterschaften 2021

„Wir haben hier in Verden super

Leistungen gesehen, gerade nach

der langen Trainingspause. Vielen

Dank an alle Aktiven und den

Turnierveranstalter. Wir wurden in

Verden sehr herzlich empfangen und

haben uns sehr wohlgefühlt. In der

Niedersachsenhalle haben wir tolle

Bedingungen für den Sport und freuen

uns auf die nächsten Jahre Deutsche

Meisterschaften im Voltigieren in

Verden!“, fasst Kerstin Nimmesgern

vom DOKR-Fachbeirat Voltigieren

die Veranstaltung zusammen. Eine

Aussage, der auch Bundestrainerin

Ulla Ramge, die Veranstaltung sehr

genossen hat, nur zustimmen kann.

Text und Fotos: K.B.

Mit einer sehr emotionalen Ehrung wurde ‚Dark Beluga’, eines der besten

Voltigierpferde der Welt, bei den Deutschen Meisterschaften der Voltigierer in

Verden mit dem Namenszusatz FRH gebührend gefeiert.

Der ‚De Niro’/,Akzent II’-Sohn wurde mit Jannik Heiland und seiner Besitzerin

Barbara Rosiny an der Longe vor wenigen Wochen in Budapest/HUN Vize-

Weltmeister bei den Herren und gehörte zum deutschen Team, das Gold in

der Mannschaftswertung gewann. Darüber hinaus verhalf er Janika Derks im

Damenfinale ebenfalls zu einer Silbermedaille

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Foto: Veranstalter

EM Vielseitigkeit in Avenches

Deutsches Vielseitigkeitsteam holt Silber

Eigentlich sollten die Olympischen

Spiele in Tokio den sportlichen

Höhepunkt 2020 bilden. Doch die

coronabedingte Verschiebung sorgte

dafür, dass für die Reiter in diesem

Jahr gleich 2 Championate auf dem

Turnierplan standen. Denn nach

dem die Spring- und Dressurreiter

bereits Anfang September ihre

Europameisterschaften ausgetragen

hatten, wollten es vom 23. - 26.09.2021

auch die Vielseitigkeitsreiter noch

einmal wissen und ihren Titel in der

Team- und Einzelwertung in Avenches

verteidigen.

Deutsches Team und „Dibo“

auf Rang 3

So starteten insgesamt 73 Paare

aus 17 Nationen mit der ersten

Verfassungsprüfung in den Wettbewerb.

In der über 2 Tage ausgetragenen

Dressur machte dann Anna Siemer

mit ‚Butts Avondale’ den Auftakt

für die deutsche Mannschaft, zu der

neben Siemer auch Andreas Dibowski

mit ‚FRH Corrida’, Michael Jung mit

‚fischerWild Wave’ und Ingrid Klimke

mit ‚SAP Hale Bob OLD’ gehörten.

„Ich finde ja, wir machen generell einen

Teamsport: Mein Pferd und ich sind ja

immer ein Team. Aber ein Team mit

anderen Reiter-Pferd-Paaren ist noch

cooler“, sagte sie nach ihrem 1. Start

in einem deutschen „Seniorenteam“,

bei dem sie Rang 17 belegte. „Sie

Andreas Dibowski und ‚FRH Corrida’

(‚Avondale’) war schon sehr bei mir,

damit habe ich gar gerechnet, und sie

war konzentriert und hat sich nicht

anstecken lassen von der Atmosphäre,

das fand ich sehr gut. Ich hätte noch

etwas mehr riskieren können. Sie hat

es brav gemacht, es ist ein ordentliches

Ergebnis, mit Sicherheit geht es

deutlich besser“, zog sie ihr Fazit.

Der 2. deutsche (Mannschafts)Reiter,

Andreas Dibowski, brachte das Team

von Hans Melzer dann mit einer

gelungenen Leistung auf den vorläufigen

3. Platz hinter Mannschaftsweltmeister

und -Olympiasieger Großbritannien

(44,2) und Frankreich (56,0) und

rangierte auch in der Einzelwertung

an 3. Stelle. Hier lagen die Britinnen

Nicola Wilson mit ‚JL Dublin’ (20,9

Minuspunkte) und Piggy March mit

‚Brookfield Innocent’ (23,3) vorne.

„Das Pferd fühlt sich einfach wohl. Sie

ist sehr unkompliziert im Umgang mit

Transporten und allem Drum und Dran,

deswegen hat ihr auch die Tokio-Reise

nichts ausgemacht und in den letzten

Wochen war sie einfach berechenbar

und das hat sie heute eben wieder

gezeigt“, sagte „Dibo“. Im Gegenteil

habe ihm das Training mit Jürgen

Koschel, dem Dressurtrainer der

deutschen Vielseitigkeitsreiter, in Tokio

sehr gut getan. „Ich war öfter schon mal

zufrieden und hatte schlechte Noten.

Heute war ich zufrieden und habe gute

Noten. So ist es mir

lieber“, sagte er.

Im Großen

und Ganzen

zufrieden mit

seiner Vorstellung

war Einzelreiter

Christoph Wahler,

auch wenn er und

sein Holsteiner

Schimmel ‚Carjatan

S’ in Avenches

ebenfalls nicht

an ihre bisherige

Bestleistung

herankamen. Mit

26,0 Minuspunkten,

belegte die beiden

den vorläufigen 4. Platz und konnten

sich eine gute Basis für die weiteren

Teilprüfungen verschaffen. „Es war

eine gute Trabtour, er ist super Schritt

gegangen, er war super bei mir. Ich bin

allerdings schlecht zum ersten Wechsel

hingeritten, das war teuer. Danach war

er in der Galopptour sehr entspannt,

wirklich gut, und ich hatte ein tolles

Gefühl heute“, sagte der 27-jährige

Chef des Klosterhofes Medingen.

1. Schritt Richtung Titelverteidigung

Bereits am 2. Dressurtag wendete

sich das Blatt. Denn nach dem

Michael Jung und ‚fischerWildWave’

mit 23,3 Minuspunkten ihr bislang

bestes Dressurergebnis auf 4*-Niveau

abgeliefert hatten, erzielte Ingrid

Klimke 20,2 Minuspunkte, die ihr

zur vorläufigen Führung vor Rosalind

Canter mit ‚Allstar B’ (20,6) und

Nicola Wilson mit ‚JL Dublin’ (20,9)

verhalfen und das deutsche Team in

Schlagdistanz auf das britische Team

brachten. Dabei hatte ihr Bundestrainer

Hans Melzer vorher mit Blick auf das

Teamergebnis etwas Druck gemacht.

„Ich habe gesagt, über 80 %, nun waren

es 79,84, aber damit können wir leben“,

erklärte er.

Deutsches Team und Ingrid Klimke

weiter auf Medaillenkurs

Am Samstag wartete dann ein 5.765

Meter langen Kurs, der kreuz und

quer in und um das Rennbahngelände

in Avenches absolviert wurde, auf die

Teilnehmer. „Ich finde das Gelände

schwer, es ist sehr anspruchsvoll,

sehr viele Richtungswechsel, ganz

viele Wegübergänge, wo die Pferde

unheimlich gut auf den Füßen sein

müssen, viel wechselnder Boden, mit

dem man als Reiter rechnen muss“,

sagte Wahler und fügte hinzu: „Ich

freue mich drauf.“

Und auch hier zeigten sich die

Schützlinge von Hans Melzer in toller

Form. Alle deutschen Teamreiter

beendeten die Geländestrecke ohne

Hindernisfehler, so dass sie weiterhin

hinter der britischen Mannschaft auf

Platz 2 lagen. An 3. Stelle rangierten

Reitsportmosaik

31

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Reitsportmosaik

Ingrid Klimke und ‚SAP Hale Bob OLD’

die Franzosen. Allerdings war

Titelverteidigerin Ingrid Klimke 3

Sekunden zu langsam und musste in

der Einzelwertung der Britin Nicola

Wilson den Vortritt lassen.

Ihrem Ruf gerecht wurde die

Hannoveraner Stute ‚FRH Butts

Avondale’, die von ihrer Reiterin Anna

Siemer gerne liebevoll als „schnellste

Maus von Mexiko“ bezeichnet wird.

Die beiden machten als 7. Starter am

Vormittag den Anfang für Deutschland

und bewiesen mit ihrer ebenfalls

schnellen Runde, dass sich der Kurs von

Parcourschef Mike Etherington-Smith

trotz der Bedenken über die vielen

Wendungen und unterschiedlichen

Böden gut reiten ließ. „Ein rittiges

Pferd ist ja immer von Vorteil, in jeder

Disziplin. Aber mit einer leichten

Verbindung kann man die Wendungen

hier einfach besser reiten, als wenn

man ein Pferd hat, der richtig stark

ist und die ganze Zeit pullt“, sagte

die Pferdewirtschaftsmeisterin aus

Salzhausen. Lediglich 1,6 Strafpunkte

für Zeitüberschreitung hießen für

das Paar ein Endergebnis von 33,1

Minuspunkten, mit denen sie auf den

15. Platz im Zwischenstand vorrückten.

waren, mussten sie sich im Gelände 15,2

Zeitstrafpunkte anrechnen lassen und

belegten mit 40,8 Minuspunkten Platz

30 vor dem abschließenden Springen.

„Sie war schon sehr stark. Das kenne

ich schon von ihr, dann hört sie nicht

mehr zu“, erklärte er etwas enttäuscht.

„Und man musste eben doch sehr exakt

auf der Linie sein, sonst brauche ich zu

viel Vorbereitung und dann läuft einem

einfach die Zeit weg.“

Michael Jung brachte als einziger

deutscher Reiter sein Dressurergebnis

nach Hause und war auch insgesamt

der Schnellste im Kurs. Damit

Michael Jung und ‚fischerWild Wave’

rangierte er nach dem Gelände mit 23,3

Minuspunkten auf Rang 6.

Und auch Einzelreiter Christoph Wahler

drehte eine tolle Runde, nach der er mit

insgesamt 26,8 Minuspunkten auf Platz

8 lag. Allerdings ärgerte sich Wahler

über 2 Sekunden zu viel auf der Uhr.

„Das ärgert mich, weil mein Pferd

sie heute einfach nicht verdient hat“,

sagte er. „Das was den Rest des Kurses

gut funktioniert hat, ihn in seinem

Rhythmus zu halten, ist mir bei lder

etzten Kombination und am allerletzten

Sprung nicht mehr gelungen. Da musste

er sich nochmal richtig anstrengen, das

Nicht so gut lief es für Andreas

Dibowski. Nach dem er und seine

Hannoveraner Stute laut Hans Melzer

„die Dressur ihres Lebens“ gegangen

32

Nicola Wilson und ‚JL Dublin’ auf dem Weg zum Titel

Georg 6-21.indd 32 26.11.21 18:09


hätte nicht sein müssen.“ Auch wenn

der Ärger so gesehen verständlich ist,

kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Teamgold und alle Einzelmedaillen

für Großbritannien

So fieberten alle dem abschließenden

Springen am Sonntag entgegen. Hier

drehte Andreas Dibowski eine souveräne

Nullrunde, so dass die EM für „Dibo“

mit insgesamt 40,8 Minuspunkten auf

Rang 22 endete. Danach erwischte

Anna Siemers ‚FRH Butts Avondale’

eine Stange, sie beendete die EM mit

37 Minuspunkten auf auf Platz 17. „Ich

muss einfach besser reiten“. sagte die

Reiterin etwas scherzend, wenn auch

selbstkritisch. „Aber es sind unsere 2.

Europameisterschaften, die haben wir

wieder gut beendet und das ist doch

mega gut für das kleine Pferd.“

Ebenfalls fehlerfrei beendeten Michael

Jung und ‚Walter’ das eher freundlich

aufgebauten Springen. Doch hier

rächte sich jetzt, dass die beiden in der

Dressur in der Schritttour bei einem der

Richter etwas schlecht weggekommen

waren. Gerade einmal 4/10 weniger

hätten sogar noch für einen Podestplatz

ausgereicht. So wurde das Paar 4.

„Mein Pferd hat alles richtig gemacht,

in allen 3 Disziplinen. Das war eine

ganz tolle Leistung. Ich glaube, da

steckt noch einiges drin.“

(23,3) und der britischen Einzelreiterin

Sarah Bullimore mit ‚Corouet’ (23,6).

Dabei war es von der Dressur an es ein

enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen

den deutschen und britischen Reitern,

das die Briten mit jeder Teilprüfung

etwas zu ihren Gunsten verschieben

konnten. So hätten es schon mehr als

2 Abwürfe auf britischer Seite sein

müssen, um dem Team Deutschland

noch die Goldmedaille zu retten. Doch

diesen Gefallen taten Nicola Wilson,

Piggy March und Rosalind Canter ihren

deutschen Kollegen nicht, lediglich

Kitty King machte einen Fehler.

Die Bronzemedaille ging an die

Mannschaft aus Schweden.

„Wir haben hier keine Goldmedaille

verloren, die Briten waren hier wirklich

stark. Es war an keinem Tag möglich,

sie zu schlagen“, brachte Andreas

Dibowski es bei der anschließenden

Pressekonferenz auf den Punkt. Nicht

ohne sofort in Richtung der Sieger

lachend hinzuzufügen: „Aber Ihr könnt

euch sicher sein, wir arbeiten daran!“

Und auch Bundestrainer Hans Melzer,

für den es das letzte Championat war,

zog ein positives Fazit: „Man muss

das sportlich nehmen, die Briten waren

sportlich besser als wir. Das muss man

voll anerkennen, aber ich bin sehr stolz

auf unsere Truppe. Wir hatten ja, bis

auf Ingrid Klimke und ‚SAP Hale Bob

OLD’ nicht unsere Top-Paare hier und

sie haben sich toll geschlagen. Anna

hat sich ihre erste Mannschaftsmedaille

redlich verdient. Für Ingrid Klimke ist

es schade, dass es keine Einzelmedaille

mehr war. Das hätte Bobby verdient

gehabt. Er sprang einen tollen Parcours,

aber dann braucht man halt auch das

Glück, dass diese eine Stange oben

bleibt“, fasste Hans Melzer zusammen.

Des weiteren fand Melzer auch lobende

Worte für die Einzelreiter, insbesondere

den erst 27-jährigen Christoph Wahler,

der seine 2. Europameisterschaften im

„Seniorenlager“ auf Platz 7 beendete.

K.B.

FEI/Richard Juilliart

Reitsportmosaik

Als letzte deutsche Starterin hatte es

Ingrid Klimke in der Hand mit einer

Nullrunde ihren beiden EM-Titeln aus

2017 und 2019 noch eine Silbermedaille

in der Einzelwertung hinzuzufügen.

Doch am drittletzten Sprung fiel die

Stange und dieser „Klotz“ ließ die

Reitmeisterin auf Platz 5 zurückfallen.

„Ich fand er sprang super. Ich bin mit

Bobby richtig gut zufrieden“, sagte sie

und ergänzte: „Mannschaftssilber ist

doch ein Grund sich zu freuen. Und

zum Triple hätte es eh nicht gereicht.“

Dafür hätte nämlich die nach Dressur

und Gelände führende Britin Nicola

Wilson mit ‚DJ Dublin’ wenigstens

Zeitfehler machen müssen. Das tat sie

allerdings nicht. Stattdessen sicherte

sie sich mit ihrem Dressurergebnis

von 20,9 Minuspunkten ihren ersten

EM-Einzeltitel vor ihrer Teamkollegin

Piggy March mit ‚Brookfield Innocent’

33

Georg 6-21.indd 33 26.11.21 18:09


Rehe bei Kutschpony ‚Linus’

Der lange Heilungsweg von der Diagnostik bis zur

Hufumstellung erfordert viel Geduld

Jetzt habe ich seit fast 50 Jahren Pferde,

aber „Rehe“ hatte ich noch nicht! Bis

eines Tages das Kutschpony auf der

Hengstweide klare und eindeutige

Anzeichen für diese Erkrankung

aufgewiesen hat: es kam schlingernd

entlang des Grabens auf mich zu,

mit Durchfall und Kotwasser, matter

Ausstrahlung, hängendem Kopf. Wie

jemand, der am Vorabend ordentlich

dem Alkohol zugesprochen hat. Das

erfordert sofortiges Handeln. Aufladen

und nach Hause auf den Hof holen, ist

die erste Maßnahme von vielen. Ob es

nun eine Vergiftung durch ein Kraut

wie Schachtelhalm war oder Hufrehe,

war unklar.

Das Schicksal ereilte ‚Linus’ im

Monat Juni: Beim Aufenthalt auf einer

vermutlich gedüngten Wiese mit dem

fetten Hochleistungsgras für Kühe,

die wir gerade als Hengstweide frisch

übernommen hatten, kam der kleine

Schimmel am 2. Tag schlingernd an.

Obwohl gar nicht klar war was ihn

plagte, wurde er sofort nach Hause

geholt auf den sandigen Auslauf. Fieber

hatte ‚Linus’ nicht, die Temperatur

war aber leicht erhöht. Der Tierarzt

kam, aber die Diagnose war nicht

eindeutig. Daher sollte ‚Linus’ keine

Schmerzmittel haben, damit er nicht

von Schmerz befreit hinter den Stuten

her tobt und einen Hufbeindurchbruch

riskiert. Bei der kleinen Ponystute,

die ähnlich mollig ist und bei gleicher

Fütterung, ähnlicher Arbeit und in einer

passenden Herde gehalten wird, gab es

keine Symptomatik. Aber sie wird seit

Jahren von einer anderen Hufpflegerin

betreut als Kutschpony ‚Linus’.

Dr. med. vet. S. Drögemüller

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30989 Gehrden/Ditterke

Keine Entzündungshemmer, keine

Antibiotika, heißt die Entscheidung,

wenn nicht eindeutig feststeht, was die

Ursache ist. Nur die üblichen Mittel

sind hilfreich, wie Weidenrinde, dazu

Stoffwechselkräuter, Umschläge,

Wasserbäder, gutes Heu, Mineralien

und täglich eine Handvoll Quetschhafer

mit Leinöl. Ja, Hafer, denn auch bei

Hufrehe braucht der Kandidat Energie/

Eiweiß, um sich der Erkrankung

erwehren zu können. Dazu gehört

Heu gegen Langeweile. Was absolut

verboten wird, sind zusätzliche

Kohlehydrate (Zucker jeder Art, auch

die und besonders die aus Äpfeln und

Möhren)! Akut sind auch Eisbeutel

hilfreich, wer Tiefkühlerbsen auf die

Hufe hält, ist klar im Vorteil, aber nicht

bandagieren und tapen!

Nach der Blutabnahme und der

Antwort aus dem Labor ist immer noch

nicht eindeutig die Ursache feststellbar,

ähnlich wie bei Tests auf Borreliose.

‚Linus’ zeigt Parameter, die für Cushing

sprechen, aber auch für EMS, jedoch

nichts davon ist eindeutig. Die hohen

Werte sind vielleicht Anzeiger, dass es

eine schwere Rehe ist mit Überlastung

des Stoffwechsels. Im Gegensatz

dazu zeigen die Hufe die Wurzel des

Übels: das Pony steht zu steil und

hinten erhöht, also rutscht die ganze

Chose ausgerechnet vorn in die Zehe.

Frauen, die Highheels tragen, wissen

das. Dazu muss erklärt werden, dass

auf dem Hof 2 Hufbearbeiterinnen mit

unterschiedlichen Ansätzen beschäftigt

sind. Diese ist die falsche. Das dem

(Mit-)Besitzer zu vermitteln, gestaltet

sich fast schwieriger als die Diagnose:

So ein Jahr Therapie kann nämlich

auch sehr teuer werden und viel „innere

Stärke“ erfordern.

Ein langer Heilungsweg

‚Linus’ liegt jetzt an den ersten Tagen

tatsächlich viel. Das tut in der Seele

weh und weckt das Verständnis

für jeden, der diesen langen und

schmerzhaften Weg mit dem Pferd oder

Pony nicht gehen mag. Aufgeben ist

aber keine Option! Das Vertrauen in die

Selbstheilungskraft und das natürliche

Verhalten, dass sich ein krankes

Pferd selbst schont, ist so groß, dass

Adresse Erreichbarkeit Therapieschwerpunkte

Tel: 05108/3311

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Foto: Karola Bady, Oldendorf

34

Georg 6-21.indd 34 26.11.21 18:09


weiterhin der Einsatz von chemischen

Schmerzmitteln eher hinderlich wäre.

‚Linus’ hat hohe Leberwerte, den

Organismus jetzt noch mit Chemie zu

belasten, wäre kontraproduktiv.

Hoffnung macht ein Wechsel der

Hufbearbeitung auf Probe: Anja

Makarczuk hat ihre Ausbildung bei Dr.

Hiltrud Straßer gemacht und obwohl

deren „System“ in der Pferdewelt

umstritten ist, habe ich persönlich bei

ihr nicht nur Hufkurse und Vorträge

belegt, sondern auch gute Erfahrungen

gemacht. Es hat schon manchem

Kandidaten auf dem Hof hier das

Leben gerettet. Nach dem ersten

Schnitt steht ‚Linus’ entsprechend

anders da. Die typische Rehehaltung

mit untergeschobenen Beinen hatte er

kaum, jetzt gar nicht mehr, er belastet

wieder alle Viere und entspannt sich

im Gesicht deutlich. Die Anpassung

der Trachten und Zehen hinsichtlich

des bodenparallelen Hufbeins zeigt

ihre Wirkung sofort. Leider hat der

kurzfristige Einsatz der ehemaligen

Hufpflegerin alles gleich wieder

zunichte gemacht und das Hochstellen

der Trachten verschlimmert die Lage

erneut. ‚Linus’ steht wieder am Anfang

der Hufumstellung. Allerdings ist der

Beweis damit doch erbracht, so ist das

„Murks“.

Die Auseinandersetzung mit dem

„Anteilseigner“ ist inzwischen

schlimmer als die Sachlage für

das Pony selbst, das sich unter der

entsprechenden Umstellung der

Hufe entspannt hat: ‚Linus’ geht

schon wieder auf eine der Stuten los

und buckelt bei Spaziergängen. Das

fruchtet endlich beim Menschen und

das „Go!“ für Anja als Hufbearbeiterin

Fachartikel

kommt. Damit lässt sich arbeiten, denn

jetzt wird alle 2 Wochen die Stellung

vorsichtig korrigiert. Nach 3 Monaten

sind schon Rillen (Abschnürung!) im

Horn nach unten gewachsen, das erste

Narbenhorn ist deutlich zu sehen. Bei

der Vorstellung, was im Huf los ist,

wird mir übel. Doch ‚Linus’ entlohnt

alle Mühe, denn er fängt wieder an,

sein ursprüngliches Verhalten zu

zeigen, läuft viel mehr und viel besser.

Die Futterumstellung kommt deutlich

zum Tragen.

Vorher hatte ‚Linus’ gern Eichen

genascht und immer irgendwo auf

dem Platz auch welche gefunden.

Dazu kommt, dass er bei der externen

Aufzucht beim Vorbesitzer auf

extrem kurzem Gras lief, was für

fettleibige Kandidaten von Nachteil

ist: Sonneneinstrahlung wirkt auf

kurze Halme eben doppelt stark

und Zucker/Fruktan auf „engstem

Raum“ dramatisch. So ist die nächste

Maßnahme, die Bäume auf dem Hof

auszuzäunen und ‚Linus’ nicht mehr auf

kurzes Gras zu lassen, wenn überhaupt,

dann auf den Teil mit Steppengras. Also

trocken bis hin zu langen Stängeln, die

kann er schnittweise portionieren und

macht das auch. Naschen gesenster

Brennnesseln und Disteln tut ebenfalls

gut. Die Isolation von der Herde würde

ihm nur Stress machen, den braucht

er garantiert jetzt nicht. Auch keine

Sandkolik, bitte.

Im Fall von Reheproblemen müssen

sich Mensch und Tier auf ein Jahr

einstellen, in dem

das Horn von oben

nach unten einmal

komplett ersetzt

wird. Auf viele

Maßnahmen in der

Haltung und Fütterung, die Mühe

kosten und Einsatz erfordern. Aber

wenn ein Rehepony mit der hohen

Belastung, wie ‚Linus’ sie durch seine

Stoffwechselerkrankung hatte, nach

relativ kurzer Zeit wieder buckelt und

laufen kann, ohne große Schmerzen,

dann gelingt das und tut auch der

Menschenseele gut. Die Blutwerte und

der Zustand lassen übrigens weiter

keinen Schluss zu, dass ‚Linus’ Cushing

oder EMS hat. Sein Fell kräuselt sich

nicht und auch der Fellwechsel läuft

relativ normal ab für ein Pony von 15

Jahren. Aber ‚Linus’ speckt ab. Hiltrud

Straßer ist Verfechterin der These,

dass Cushing und EMS nicht relevant

wären, wenn die Hufbearbeitung und

Haltung der Equiden stimmen würde:

„Daran verdienen sonst doch nur

die Tierärzte“. Sicherlich, aber die

Futtermittelindustrie eben auch? Dabei

belasten diese Futterzusätze einen

angeschlagenen Stoffwechsel meistens

mehr, als dass sie helfen. Leider.

Über das Jahr kommen immer

wieder Rückfälle, wann immer der

Stoffwechsel durch Fütterung oder

Haltung entgleist. Prinzipiell war

das Pony anfangs nur kurz halbwegs

schmerzfrei, lahmte mal mehr vorn

links, dann wieder alle vier Hufe,

schob die Hinterhand unter, lag viel,

das ganze Programm. Ausgiebiges,

glückliches Wälzen war eher selten zu

sehen. So passte sich auch die Therapie

an, bis das Hufbein die nötige Stellung

hatte und sich das Gewicht auf allen

Foto: Karola Bady, Oldendorf

Foto: Jörg Woost

Deutlich sichtbar: das Narbenhorn an der Zehe, die stark

gekürzt wurde. Der Abdruck zeigt deutlich das Gewölbe,

der Strahl trägt als Stoßdämpfer

Endlich wieder wälzen. ‚Linus‘ hat deutlich abgespeckt,

aber: kurzes Gras ist verboten, lebenslang, sonst droht

vielleicht ein neuer Schub

35

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Fachartikel

Foto: Karola Bady, Oldendorf

vier Hufen gleich verteilte. In der Zeit

hat Dr. Straßer via Mailing immer

Mut gemacht und erklärt, warum

ein Pferd mit einem bodenparallelen

Hufbein keine Rehe bekommen

KANN, da wird nichts gequetscht

und die Blutzirkulation transportiert

(ohne Eisen eben!) die Schadstoffe

ab. Vor allem das Eiweiß. Beschlag ist

dagegen schmerzhaft und unterdrückt

den so notwendigen Hufmechanismus

komplett.

Da ‚Linus’ zwischenzeitlich mit

Kotwasser anzeigt, dass die Fürsorge

nicht in allen Bereichen hundert Prozent

gleich bleibt, kommt der Fütterung

große Bedeutung zu. Ich schätze, dass

es keinen Futterzusatz gibt, den ich in

der Leidenszeit nicht ausprobiert hätte

Bierhefe, Kräuter, Detox mit Zeolith,

Darmsanierung, EM Bokashi, EM

flüssig, Ostpreußenkräuter, Multiflex

zusätzlich zu Hoof & Health aus

England, Heilerde innerlich und

äußerlich. Ganz wichtig ist und bleibt

die Graslänge und -sorte! Fettes Gras

und kurze Halme sind lebenslang

verboten. Inzwischen nimmt ‚Linus’

die selbst gebaute Schwemme an und

watet hindurch. Es ist kein Zufall, dass

diese sich direkt am Tor zum Obsthof

befindet, in den er gern möchte, aber

nicht darf, dort stehen Apfelbäume und

die sind ihm eben verboten.

Was für die Ponyseele wichtig

war, also die Haltung innerhalb der

gewohnten Herde, bekam der Körper

an Wohlgefühl von außen. Täglich die

Therapie mit der

Magnetfelddecke

und die Umschläge

mit Sauerkraut, auch

mal Kohlblättern,

Kartoffelbrei,

t ä g l i c h

Wasserkühlung.

Der Durchfall ist

mit EM Bokashi

schnell besser, die

Gärung aber noch

immer da, ergo

hat ‚Linus’ weiter

„Raketenantrieb“

und leider wiederholt

Kotwasser…bis

zum Herbst, dann ist

auch das Geschichte.

Entscheidend war

hier der Rat eines

homöopathischen

Tierarztes im Süden.

Auch wenn jetzt die Gegner der

Homöopathie aufbegehren wollen,

den entscheidenden Test absolviert

‚Linus’ durch D12 Calcium fluoratum

Globuli; er „läuft sich ein“, geht

neuerdings mehrfach selbst kurz durch

die Schwemme, die ich extra zum

„Duschen“ der Hufe gebaut habe. In

freier Natur baden Pferde die Hufe

täglich an einer Wasserstelle, wenn

sie zum Trinken kommen. Das konnte

ich selbst bei Studienreisen nach

Namibia und in der Zeit in Andalusien

auf einer Finca erleben. Nun fehlte

lediglich das perfekte Rezept gegen

das Kotwasser. Ein Produkt namens

Neu auf dem Hof: die Wippe. Nicht als Spielzeug, sondern

Physiotraining

Darm Balance war in dem Fall eine

Lösung. Inzwischen kann ich aber

sagen, dass sich der Einsatz für alle

gelohnt hat. Dank der Beratung durch

Dr. Günter Wiebusch, Burladingen, hat

die mehrtägige Gabe einer Q-Potenz

Calcium fluoratum den Durchbruch

bewirkt: seither ist die Rehe nicht

wieder aufgetaucht, was vor allem der

Hufbearbeitung zu verdanken ist. Pure

Diät ist dagegen weniger hilfreich,

erzeugt Mängel.

Am erfolgreichen Ende einer solchen,

mit hohem Aufwand betriebenen

Therapie steht nun der Gedanke, dass

nichts, was passiert, nicht auch etwas

Gutes bewirkt.

Foto: Christiane Mund, Bückeburg Foto: Karola Bady, Oldendorf

Gesund und ohne Reheschub legt sich Linus auch mit

Großen an

36

Wenn das Pony wieder gesund ist, freut sich auch der

Mensch.

Georg 6-21.indd 36 26.11.21 18:09


Fachartikel

Foto: Christiane Mund, Bückeburg Foto: Karola Bady, Oldendorf

Früher haben die Schmiede immer

dazu geraten, die Hufe zu fetten, was

leider zum Austrocknen führt. Da gab

es Bücher, die sogar den Einsatz von

Hufteer gegen Strahlfäule empfohlen

haben? Ohne, dass ein Huf vorher

Feuchtigkeit speichern konnte, ist das

pures Gift. Da ich mit allen Pferden, die

mir begegnen, weiterhin Lernprozesse

durchlaufe, hat ‚Linus’ mir Erkenntnisse

beschert und bestätigt. Vieles habe ich

wieder verworfen und bin zurück zu den

Es klang wie ein Notruf aus dem Forum,

die Anfrage für die Stute ‚Pepper’:

Ein Mix aus Kaltblut und Quarter im

Großraum Göttingen war für ein junges

Mädchen gekauft worden und dann

durch 4 Ställe weiter gereicht, innerhalb

weniger Monate. Grund ist, weil sie

sich beim Führen losgerissen hatte und

beim Gurten nach den Menschen trat.

Bevor nun von Händler zu Händler

Wurzeln, also nicht als Futter, sondern

weg von zu vielen Futterzusätzen.

Ein Rezept habe ich gerade selbst

bei einem anderen Pferd eingesetzt:

Rizinusöl nach dem Wässern der

Hufe, regt die Collagen-Produktion

an. Deutlich sichtbar am „Blättern“

alter Hornschichten, die weg müssen.

Ich möchte aber lieber nicht wissen,

was Dr. Straßer dazu sagen würde, die

tatsächlich sehr streng ist.

ihre Odyssee fortgesetzt hätte, fuhr

Tierpsychologin Karola Bady nach

Witzenhausen und holte sie ab.

„Ganz so einfach ging das alles nicht“,

bremst Karola Bady die Euphorie, sie

könne allen Pferden helfen. Zuerst ließ

sie, die vor 20 Jahren auf Reha und

Therapie für Pferde umgesattelt hatte,

sich im Forum genau schildern, was

Zur Beruhigung anderer

Leidensgenossen kann ich noch

anfügen, dass ein Wegbrechen von

Horn ganz normal ist, falls die Form

der Hufe noch nicht stimmt. Es brechen

die Teile weg, die alt und porös sind, oft

genau die „Schwebe“. Das wäre in der

Natur nämlich auch so.

‚Pepper’ hält sich alle Optionen offen

Eine barocke Stute mit Talent als Therapiepferd

und Hang zum Jagdspringen

… für Haut und Fell das A und O:

„Die Haut ist nicht nur das Spiegelbild der Seele,

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Karola K. Bady

sie erwarten würde: „Die eine oder

andere Kandidatin mit Kaufinteresse

hatte ‚Pepper’ bereits ausprobiert, aber

abgesagt, weil sich das Pferd schon

nicht auf dem Reitplatz führen lassen

wollte und einfach abgehauen ist“.

Anfang Mai hatte sich Karola Bady die

Stute im Stall in Ziegenhagen das erste

Mal angesehen, um eine Einschätzung

abgeben zu können. Mit der Kette

Informationen und fachkundige

Beratung unter +49 (0)5175/3843

37

Georg 6-21.indd 37 26.11.21 18:09


über der Nase wurde das Pferd von der

Box auf die Wiese geführt, auf der sie

in einem herrlichen Galopp tobte und

dabei Sprünge über Abwasserrohre

zeigte. „Welches Talent in schlummert,

ahnte ich da noch nicht und fragte mich

heimlich, wer sich diese Kombination

aus 2 völlig unterschiedlichen

Rassen ausgedacht hat“, gesteht die

Verhaltensexpertin.

Laut Pass stammt die Stute aus

den Niederlanden und kam aus

dem Großraum Stuttgart erst nach

Einbeck, geimpft durch einen

„Rennbahntierarzt“. Vielleicht hatte

‚Pepper’ vorher tatsächlich an

Kaltblutrennen teilgenommen und

schlechte Erfahrungen gemacht,

flüchtete deshalb beim Führen? Die

Entscheidung, das Pferd mit in den

Norden Niedersachsens zu nehmen,

brauchte bis Ende Mai, da es sich um

ein 15-jähriges Pferd handelt, das im

Preis schon recht hoch lag und durch

Wochen oder gar Monate der Therapie

nicht gerade günstiger werden wird.

‚Pepper’s Wesen hat mir gefallen, sie

scheint einen ehrlichen Charakter zu

haben, ließ sich überall anfassen, ohne

jede Gegenwehr“, stellte Karola Bady

bei der ersten Anamnese fest und holte

die Stute zu sich in den Landkreis

Stade.

Beim Verladen kippte der Anhänger

fast um, nachdem ‚Pepper’ recht brav

eingestiegen war. Immerhin bringt der

Rotschimmel bei Stockmaß 1,55 m

einige Kilo an Gewicht mit. Vor der

Abfahrt noch ein letzter Blick ins Innere:

‚Pepper’ war mit einem Vorderhuf über

die Stange vorn geraten und ich mag

mir nicht vorstellen, was geworden

wäre, hätte ich nicht nachgeschaut“,

sagt Karola Bady über die 4-stündige

Anfahrt ins neue Zuhause. ‚Pepper’

bleibt erst einige Tage in Quarantäne

mit Blick auf die Herde im Offenstall.

Das ist erste Pflicht auf dem Hof, zum

Schutz aller Beteiligten, bis der Tierarzt

grünes Licht gibt, dass die Stute keine

Krankheiten einschleppt.

In der 1. Woche gilt die Aufmerksamkeit

körperlichen und seelischen Defiziten,

die zu einem unerwünschten Verhalten

des Pferdes geführt haben könnten.

Die Fütterung wird angepasst, der

Termin für die erste, dringend nötige

38

Fachartikel

Hufbearbeitung gebucht. ‚Pepper’

steht auf allen Vieren viel zu hoch,

die Hinterhufe zeigen nach außen und

besonders links ist die innere Wand

völlig schief. Wie die Stute damit so

famos laufen konnte, wundert Karola

Bady, mit Vorfreude auf das Ergebnis,

wie das erst mit richtiger Stellung und

der Therapie der Gallen hinten wird.

Das braucht aber noch Zeit.

Bei der weiteren Anamnese wird das

Führen geprobt, mit gebisslosem

Halfter. Das finden einige sicher mutig?

„Ich möchte ausschließen, dass dem

Pferd Schmerzen im Maul verursacht

werden“ ist die Begründung dafür, „das

würde den Fluchtreflex aus falschen

Motiven heraus auslösen“, fürchtet

Karola Bady, die aber die Ursache

finden will und nicht nur das Symptom.

‚Pepper’ lässt sich auf dem kleinen

Reitplatz gut bewegen, zeigt einen

schönen Schritt und denkt nicht ans

Flüchten. Einzeln wird ‚Pepper’ nun

den Mitgliedern der Herde vorgestellt.

Der Hof ist in diverse Bereiche

gegliedert, alle lassen sich miteinander

verbinden und schnell durch ein Tor

trennen. So zeigt sich, mit wem sich

‚Pepper’ gut versteht und zu wem sie

nicht so gut passt. Daraus ergibt sich,

welche Pferde auf die Sommerweide

am Fluss umziehen

und wer mit ‚Pepper’

am Hof bleibt.

‚Linus’, der kleine

Schimmelwallach,

bleibt bei ‚Pepper’

, weil er als

einziger jeden Zaun

unterwandert. Am

Hof ist deshalb

alles mit Holz

eingefriedet,

Hausstrom läuft

durch die Litzen. Das

nützt alles nichts,

denn bei einem

frischen Galopp auf

der Hausweide in

der 2. Woche fängt

der 1,20 m Zwerg

auf einmal an,

‚Pepper’ regelrecht

zu treiben wie ein

Cuttinghorse! Das

geht einige Runden

gut, bis sich ‚Linus’ blitzschnell dreht

und nach ihr schlägt. ‚Pepper’ nimmt

den einzigen Ausweg und überwindet

die erste Litze, den Holzzaun dahinter,

die Brombeeren und dazu einen Graben

auf der anderen Seite! „Mir ist fast das

Herz stehengeblieben, dort ist eine stark

befahrene Kreisstraße“, gesteht Karola

Bady das Missgeschick freimütig.

Innerlich stolz, weil ‚Pepper’ brav

am Grünstreifen wartet, bis sie von ihr

wieder eingesammelt ist. Die Autos

warten geduldig, abends, halb zehn.

Im Verlauf der ersten 4 Wochen zeigt

‚Pepper’ das störende Verhalten kein

einziges Mal und auch beim Gurten

tritt sie nicht. Aufgelegt wird nur

ein Filzsattel ohne Bügel, western

gegurtet, da zuckt ‚Pepper’ nicht

einmal. Allerdings hatte Karola Bady

beim Abtasten des Pferderückens auch

die Wurzel des Übels entdeckt: eine

daumenbreite Narbe am Widerrist!

„Wie soll ein Pferd sonst zeigen, dass

es Schmerzen vom Sattel hat, weil

der nicht passt? Satteldruck war die

Ursache“, macht sich die Frau aus

Niedersachsens Norden zur Anwältin

des Pferdes: „Leider ist eben doch

der Mensch meistens die Ursache für

eine Störung beim Pferd“. Sie plädiert

daher dafür, dass sich jeder erst Wissen

Georg 6-21.indd 38 26.11.21 18:09


aneignet und dann erst ein Pferd kauft,

das möglichst gut zum Anspruch und

zur Erfahrung passen sollte.

Nicht, dass ‚Pepper’ etwa zu Unrecht

zur Therapie geschickt worden wäre,

kommt dann doch noch ein Rückschlag:

„Beim ersten Spaziergang an der Hand

gemeinsam mit Pony ‚Linus’ und Pony

‚Lucie’ ging es zuerst so gut, dass wir

übermutig wurden und beim Nachbarn

zum Grasen anhielten“, erzählt Karola

Bady mit einem herzlichen Lachen. Als

‚Lucie’ im hohen Gras außer Sichtweite

war und nur noch ‚Linus’ hinter

‚Pepper’ ging, erinnerte sie sich wohl

ans „Cutting“ und geriet in Panik. „Wer

beim Führen hinter die Schulter gerät,

hat keine Chance sie zu halten“, so die

Fachartikel / Aus den Vereinen

erfahrene Pferdefrau, „aber Glück im

Unglück, lief ‚Pepper’ nicht auf der

Straße zurück zum Hof, sondern nur

auf das Maisfeld nebenan“.

Inzwischen wird ‚Pepper’ geritten

und zeigt Talent für Barockreiten: „Ich

hatte mich gefragt, ob sie englisch

oder western ausgebildet ist und

staunte nicht schlecht, als ‚Pepper’ auf

kleinste Hilfen seitwärts ging“, freut

sich die Ausbilderin vielseitiger Pferde.

‚Pepper’ reagiert in der Handarbeit

fein auf Zeichen mit Stöckchen,

Zirkuslektionen beherrscht sie auch

im Ansatz. Da schlummert ein Talent

in ‚Pepper’ , das nun darauf wartet,

einer neuen Bestimmung zugeführt zu

werden? Mit freundlichem Wesen ist

‚Pepper’ vielleicht

als Therapiepferd

für Kinder und

Erwachsene

geeignet, ruhig und

gelassen genug ist

sie jetzt. Außer,

wenn ‚Linus’ hinter

ihr her ist natürlich!

Sie springt aber

auch gern und mag

das Geländereiten,

lernt schnell,

besonders gut „von der eigenen Art“:

Hannoveraner Stute ‚Lava’ öffnet

selbst den Riegel vom Futterplatz zum

Sandpaddock und geht dann einfach

durch das Tor. „Das hatte ‚Pepper’ sich

nach wenigen Tagen abgeschaut und

nachgemacht“, so die Beobachtung.

Einen Fehler hat ‚Pepper’ aber nach

wie vor: sie räumt nachts gern den Stall

um! Manchmal ist morgens nichts mehr

an dem Platz, an dem es vorher war.

Wer Interesse an ‚Pepper’ hat und sie

besuchen möchte, findet sie hier: www.

pferde-auf-die-couch.de

Fotos: Karola Bady, Jörg Woost

Zur Person:

Karola Bady hat vor dem

Studium der Verhaltenskunde und

Tierpsychologie (Diplom 2004 /

ATN, Schweiz) als Redakteurin

für fast alle Magazine im Reitsport

und für Deutschlands größtes

Sportmagazin gearbeitet. Doch

die Liebe zu Pferden war stärker

und so wechselte sie mit 40 noch

einmal den Beruf. Heute lebt sie

auf einem Resthof in der Nähe der

Oste und schreibt nur noch zu ihrem

Vergnügen.

Neues vom Reit-und Fahrverein Vorsfelde

Reiter wählten neuen Vorstand

Der 1. Vorsitzende Udo Griesemann

begrüßte am 30.09.2021 alle

anwesenden Mitglieder des Reit- und

Fahrverein Vorsfelde. Neuwahlen

standen auf dem Programm und dieser

Punkt sorgte für einen Vorstandwechsel.

Nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit

davon 9 Jahre als 1. Vorsitzender stand

Udo Griesemann für eine Wiederwahl

nicht mehr zur Verfügung.

Der Vorstand wurde wie folgt

gewählt und besteht aus dem

geschäftsführenden Vorstand mit

Manfred Rose (1. Vorsitzender),

Linda Hermes (2. Vorsitzender),

Swen Scharke (Kassenwart). In den

weiteren Ämtern sind Saskia Melhorn

(Sportwart), Kirsten Zimmermann

(Schriftwart), Fabienne Schmidt

(Jugendwart), Sabine Scharke-Krüger

(Pressewart) sowie einem erweiterten

Vorstand mit Beisitzern und einer

technischen Kommission.

Besonderer Dank gebührt den

ausscheidenden Mitgliedern des

Vorstandes und ihrem Engagement, der

neue Vorstand freut sich schon jetzt auf

die weiterhin loyale Unterstützung und

Zusammenarbeit.

39

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Die erfolgreichsten Reiter wurden

mit einem Wanderpokal geehrt. Die

Wanderpokale erhielten: Junioren:

Bjoern Semrau; LPO: Mali Spahrbier.

Geehrt wurden für 25 Jahre

Mitgliedschaft:

- Nadine Meister

- Georg Meister

- Klaus- Ulrich Märtens

- Norbert Jacquemar

- Marianne Jacquemar

- Christina Jaquemar

- Ann-Kathrin Wulkow

- Saskia Mehlhorn

- Manuela Kupsch

- Dr. Timke Ips

Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt

- Marianne Jacquemar

- Margot Piteau

- Margret Gaus

- Heinz-Herbert Grube

- Norbert Jacquemar

- Dr. Werner Reibold

Die Pferdewaage zu Gast

beim RuF Vorsfelde

Auch dieses Jahr hatten wir die mobile

Pferdewaage von Andrea Debus auf

dem Gelände des Reit- und Fahrverein

Vorsfelde zu Besuch. Nacheinander

wurde jedes der rund 16 Pferde gewogen,

das Stockmaß genommen und ein

Wiegepass mit diesen Daten ausgestellt.

Mit 708 kg und einer Größe von

Aus den Vereinen

177 cm ist der Wallach ‚L‘ Avvocatto’

das größte/schwerste und der Wallach

‚Little’ mit 415 kg das kleinste/leichteste

Pferd am heutigen Tag.

Das Gewicht zu kennen ist wichtig,

damit die Tiere die richtige Menge

bei Wurmkuren erhalten und um bei

Behandlungen mit Medikamenten oder

Narkosemitteln dem Tierarzt das richtige

Gewicht mitteilen zu können.

Sabine Scharke-Krüger

(Pressesprecherin RFV Vorsfelde)

Erfolgreiche Reitabzeichenprüfung in Halchter

Alle Reiter bestehen Prüfung

In der 3. Oktoberwoche fand ein

Reitabzeichenlehrgang auf der

Reitanlage in Halchter statt. Nach

1 Woche sorgfältiger Vorbereitung

der Prüflinge durch Reitlehrer Jens

Bosse sowie fleißiges Lernen der

erforderlichen Theorie, legten alle

Lehrgangsteilnehmer erfolgreich

die Prüfung ab.

Insgesamt 16 Urkunden verteilten

die Richter Dietmar Hoffman und

Friedrich Sievers für die bestandene

Prüfung im Pferdeführerschein

Umgang an Jens Storm, Jana

Rabe, Anna-Lena Uhlenhaut, Mila

Plaue, Nina Zimmermann, Sarah

Zimmermann, Eva Conrad, Zoe

Marike Heiser, Jule Elvers, Lara

Raulfs, Selina Petry, Christina

Druba, Maira Rößl, Jule Werner,

Marlene Ernst und Joane Schild.

Das Reitabzeichen 5 bestanden

Joane Schild, Amelie Collisi, Jule

Werner, Christine Druba, Selina

Petry, Lara Raulfs, Emilia Just,

Milla Sophie Czok, Anna-Lena

Uhlenhaut, Leni Schäfer, Anna

Dietrich, Fiene Engel, Friederike

Schäfermann und Susanna Montag.

Über das Reitabzeichen 4 konnten

sich Rebecca von Schreiber, Sahra

Vöhl, Clara Oppermann und Finja

Kohlmeier freuen.

Der Verein gratuliert ganz herzlich

allen Prüflingen zu diesen sehr

40

Georg 6-21.indd 40 26.11.21 18:09


guten Ergebnissen und bedankt sich

bei allen Helfern für die tatkräftige

Unterstützung. Einen Eindruck von

der Lehrgangswoche vermitteln

die Bilder auf der Homepage: www.

reitverein-halchter.de.

Der nächste Reitabzeichenlehrgang

ist für die Osterferien 2022 geplant,

so teilt die erste Vorstandsvorsitzende

Stefanie Rose-Hotopp mit.

Text: Emma Gültzow

Fotos: Laura Borchert

Sandra Wenkel

Foto: Axel Althoff

Anfang September 2021 war

VETogether mit dem Lehrgang

Gerittene Osteopathie® zu Gast

auf der Reitanlage Tannengrund in

Bargteheide. In diesem umfangreichen

Lehrgang waren Theorie und Praxis zu

gleichen Teilen der Frage gewidmet,

wie man notwendige osteopathische

Behandlungen des Pferdes reiterlich

erarbeiten kann.

Aus den Vereinen / Aus- und Fortbildung

VETogether-Fortbildung in Bargteheide

Manuelle Therapie meets Trainingsphilosophie

Zielsetzung: „Wir möchten den

Kolleginnen und Kollegen der

manuellen Therapie Methoden

offenbaren und Mut machen, nach

der Behandlung auch das Training

des Pferdes zu gestalten.“ Das

Konzept Gerittene Osteopathie® hat

er gemeinsam mit Yve Ehler-Klatte

entwickelt, sie ist u.a. Osteopathin und

Spezialistin im Bereich der Trauma-

Pferdeosteopathie®.

In den Theorieteilen wurde zunächst

auch anhand

der Modelle zur

funktionellen

Anatomie und

Biomechanik

erläutert, wie

wichtig es ist, auf

die körperlichen

und seelischen

Bedürfnisse des

Pferdes einzugehen.

Wirkungen der reiterlichen Arbeit

aus veterinärmedizinischer Sicht.

So offenbarte sich nach und nach

eindrucksvoll deutlich, welche

Bedeutung die Grundgangart Schritt

bei der täglichen Arbeit haben darf

und wie sie als bedeutendes Element

der reitsportlichen Entwicklung des

Pferdes eingesetzt werden kann und

sollte.

Ziel ist es, Schritt für Schritt die

Schubkraft des Pferdes zu entwickeln.

Dabei ist es essentiell, das Verhalten

des Pferdes in der Natur zu verstehen.

Viele Reiteinheiten leiden unter zu

wenig beachteter Schrittarbeit. Ein

Grundsatz der Gerittenen Osteopathie®

ist es, das Pferd im Schritt ausreichend

zu gymnastizieren. Schritt ist die

Hauptgangart des Pferdes, in der es

sich natürlicherweise fortbewegt.

Durch längeres und bewusstes

Hauptthema waren die Zusammenhänge

zwischen der strukturellen Osteopathie

und der klassischen Reitlehre. Der

Lehrgang bot jedem Einzelnen

einen neuen Blickwinkel auf eine

erfolgreiche Reiteinheit und ist somit

für jede Reitsportdisziplin bereichernd.

Ralf

Döringshoff,

Pferdewirtschaftsmeister,

Pferdeosteopath und Trainer

Leistungssport benannte gegenüber

„DER KLEINE GEORG“ die

Die Gastgeberin

Dr. Karoline

v. Bassewitz,

die derzeit ein

Rehazentrum

für Pferde auf

Tannengrund

aufbaut, ergänzte

die bedeutenden

physischen wie

psychischen

41

Georg 6-21.indd 41 26.11.21 18:09


Aus- und Fortbildung

Schrittreiten werden deutlich bessere

Trainingserfolge erzielt.

Neben dem an das natürliche Verhalten

der Pferde angepasste Reiten bekam

auch die Psyche des Pferdes besondere

Aufmerksamkeit. Den Reitern wurde

verdeutlicht, wie wichtig es ist, seinem

Pferd einen geregelten Alltag zu

bieten. Regelmäßige Fütterungszeiten,

Weidegänge und auch Trainings- und

Ruhezeiten bieten dem Pferd Sicherheit.

Es ist also essentiell, sein Pferd zu

verstehen. Die Dozenten vermittelten

an diesem Lehrgangswochenende,

dass viel mehr zum Reiten gehört

als nur zu Reiten. Es wurde schnell

offensichtlich, es geht nicht nur um die

Haltung auf dem Pferd, sondern auch

um die Haltung zum Pferd.

Die erläuterten physischen und

auch psychischen Grundsätze des

Lehrganges zeigten den ReiterInnen

auf, wie einfache Umstellungen im

Trainings- und Stallalltag vieles

verändern können. Auch während dieses

Kurses schon haben die Reiterinnen im

Praxisteil viele Fortschritte erarbeiten

können. Durch die Übungseinheiten auf

„Sikorei®”, dem von Ralf Döringshoff

entwickelten Reitsimulator, hatten alle,

angeleitet von Yve

Ehler-Klatte, die

Chance bekommen,

die korrekte

Hilfengebung beim

Schritt reiten zu

routinieren und zu

verfeinern. Hier

wird der Fokus

darauf gesetzt, die

Nickbewegung

des Pferdes zu

begleiten und zu

zulassen anstatt

sie zu blockieren.

Ralf Döringshoff

ist in den einzelnen

Trainingseinheiten

ganz individuell auf

die Reiterin und ihr

Pferd eingegangen.

Einer der

prägendsten Sätze

von Yve und Ralf:

„Wir müssen herausfinden, wann die

Hilfen wirklich Hilfen für das Pferd

sind!“

Verfeinern von Sitz und Einwirkung auf Sikorei®

42

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Es war beeindruckend zu beobachten,

wie diese als Forschungsarbeit

deklarierte feine Veränderung

aller Hilfen zur harmonischen

Kommunikation mit dem Pferd

führte, in der sich Leichtrittigkeit und

Durchlässigkeit wie selbstverständlich

entwickelten. Besonders am zweiten

Aus- und Fortbildung / Zucht

Lehrgangstag wurde die Nachhaltigkeit

des Konzeptes offensichtlich. Jede

Teilnehmerin konnte mit ihrem Pferd

gemeinsam das Gelernte ausprobieren

und eine klare Verbesserung

des Schrittablaufes erzielen.

Beeindruckend waren neben der

Verbesserung des Bewegungsablaufes

die Entspannungsanzeichen der

Pferde am Ende der Reiteinheiten wie

beispielsweise wiederholtes Gähnen

und viel Kauen. Die Reiterinnen waren

sehr zufrieden mit den selbst errittenen

Verbesserungen.

Vor Sikorei®

Nach Sikorei®

Die manuellen Therapeuten werden von diesem VETogether-Lehrgang viele Ideen für ihr „Handwerk“ mitgenommen haben.

Endlich wieder Hengstparade

und endlich einmal wieder in Neustadt/

Dosse, dem Sanssouci der Pferde in

Brandenburg zu Besuch. In diesem

Jahr feierte das Haupt- u. Landgestüt

100 Jahre Hengstparade.

Geschäftsführerin Regine Ebert und

Landstallmeister Dr. Henning Frevert

hatten an 3 Wochenenden zu ganz

besonderen Paraden eingeladen.

Auch Gäste befreundeter Landgestüte

wie Moritzburg, Celle und dem

Staatsgestüt Kladruby nad Labem

waren an unterschiedlichen Terminen

dabei.

Kommt man ein paar Tage vor der

ersten Parade, so kann man hautnah das

ganz spezielle Paradefeeling erleben.

Denn Insider wissen, donnerstags

findet immer die Generalprobe statt.

In diesem Jahr war es besonders

anstrengend und aufregend für die

Mitarbeiter, war doch vormittags noch

der Geländeabschlusstest der 30 tägigen

Reitponyhengstleistungsprüfung.

Doch pünktlich 13.00 Uhr war jeder

an seinem Platz und startklar. Vieles

klappte schon gut, an der Musik

musste hier und da noch ein wenig

gefeilt werden. Doch am Samstag war

alles perfekt.

43

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Zucht

‚Da Silva Domingo‘ bei der HLP der Reitponys

Nach 1-jähriger, Corona bedingter

Pause marschierte der Fanfarenzug

vor vollen Tribünen bei strahlendem

Spätsommerwetter ein. Immer wieder

werden interessante geschichtliche

Schaubilder, die mit sehr viel Liebe zum

Detail ausgestaltet werden, gezeigt. So

in diesem Jahr „Vom Maultier zum

Soldatenpferd“ oder unter Mithilfe von

Dr. Jürgen Müller, Landstallmeister a.

D. Pferdekauf vor der Wende in der

ehemaligen DDR. Und immer wieder

regten kleine Anspielungen an die

Der Fanfarenzug marschiert ein

damalige Zeit zum

schmunzeln an.

Doch nicht nur

hier, auch im

Verein der Freunde

und Förderer der

Neustädter Gestüte

sind die ehemaligen

Landstallmeister

aktiv und ein

einmaliges Bild

bot sich, als Heinz

Hoppe, Dr. Jürgen

Müller, Uwe Müller

und Dr. Henning

Frevert vierspännig

im Landauer

gefahren, ihre Einheit untermauerten.

Immer wieder schön die historische

Traberwagenquadrille mit den Stuten

des Gestüts. Auffallend bei allen Stuten

der fließende, raumgreifende Schwung

im Trab.

Für die ungarische Post und die

Kosakenpost braucht man auf dem

riesigen Paradeplatz schon ein gutes

Training, Balance und Stehvermögen.

Steht man bei der

Kosakenpost auf den

Schultern zweier

Reiter, so geht es

in der Pyramide mit

einer weiteren Etage

richtig hoch hinaus.

N a t ü r l i c h

b e k o m m e n

Zuchtinteressierte

n e b e n

vielversprechenden

Remonten auch

bekanntere

Beschäler wie ‚DSP Call Me Crazy’,

‚Ben Benicio’, ‚Don Royal’ oder

‚Benedetto Ragazzo’ zu sehen.

Ein absolutes Muss vor der Pause ist die

spektakuläre Springquadrille, bei der

die Pferde für ihre Reiter buchstäblich

durchs Feuer gehen.

Seit 2001 gibt es bereits das

Projekt „Reiten in der Schule“ in

Zusammenarbeit mit dem Gestüt und so

beteiligten sich die Prinz von Homburg

Schülerinnen und vereinzelt auch

Schüler mit einer großen Quadrille.

Unter Leitung von HPM Heiko Brehmer

begeisterte die große Quadrille, mit

ihren vielfältigen Uniformen, dem

Garde du Corps, den Dragonern,

Ulanen und Ziethen Husaren, mit

komplizierten Quadrillefiguren.

Last but not least eroberten die Römer

mit Neustadts Warmblütern, Rudi

Wetzlaffs englischen Vollblütern,

Darline Grübers Haflingern und Martin

Meyers Koniks den Paradeplatz. Seit

den 30iger Jahren sind solche Quadrigen

fester Bestandteil der Hengstparade

und bilden so den rasanten Abschluss

des Programms.

Doch nicht nur die Parade von

Neustadt/Dosse ist eine Reise wert. Die

Jungpferde und Stutenherden mit ihren

Fohlen auf der Weide zu beobachten,

da kommt man ganz automatisch

zur Ruhe. Das gesamte interessante

Gestütsareal zu erforschen und

natürlich die Grande Dame des Gestüts

‚Poesie I’ v. ‚Brentano II’, mittlerweile

29 Jahre jung, zu besuchen ist immer

wieder ein absolutes Muss!

4 Landstallmeister im Landauer

44

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Und diese wunderbare Stutenherde, die

man bei der Parade im Freilauf erleben

kann, war letztlich ausschlaggebend,

dass sich der Wilhelmshavener Dr.

Henning Frevert in Neustadt/Dosse

bewarb. Vor 4 Jahren kam er als

Gestütsassistent, zuständig für den

Bereich Zucht u. Verkauf ans Gestüt.

Seit Anfang 2021 ist der engagierte

Niedersachse nun als Landstallmeister

für den hippologischen Bereich

zuständig. Neben der Vielfalt, in der

das Gestüt aufgestellt ist, reizte es Dr.

Frevert hier mit der qualitätsvollen

Stutenherde selbst züchterisch tätig

werden zu können. Die Herde hat eine

Obergrenze von 35 Stuten. Man ist

immer bemüht durch Eingliederung

vielversprechender Jungstuten die

Qualität weiter zu entwickeln. Wer als

junge Stute nicht in die Herde integriert

wird oder sich als doch nicht so zum

Zuchtprogramm passend erweist, wird

als Reitpferd oder Zuchtstute verkauft.

Nach Ende ihrer Zuchtkarriere werden

altgediente Zuchtstuten an gute Plätze

vermittelt. Lediglich die allseits

Zucht

bekannte ‚Poesie I’, entstanden aus

einer Zuchtunterstützung des damaligen

Celler Landstallmeisters Dr. Burchard

Bade mit einer Samenportion des

‚Brentano II’, erhält das Gnadenbrot

auf dem Gestüt.

Althengste werden teilweise Wallach

und gehen als Reitpferde in die

angegliederte Reitschule. So auch

‚Quaterman I’, Vater des leider viel zu

früh gestorbenen Ausnahmevererbers

‚Quaterback’. Wird die Arbeit in

der Reitschule zu schwer, so haben

sich schon viele Stammgäste für ihr

Lieblingsschulpferd eingetragen und

übernehmen es als aktiven Rentner.

Neustadt ist in der glücklichen Lage,

so Dr. Frevert, neben wohldosiertem

Zukauf oder Pacht von Hengsten

auch durch eigene Nachzucht über

qualitätsvolle Junghengste zu verfügen.

Derzeit wachsen 8 vielversprechende

Youngster heran, die man für die

Körung im März vorgesehen hat.

Das Projekt „Reiten in der

Schule“, das Graf Lehndorffinstitut

für Pferdewisschenschaften,

Leistungsprüfungen, Reit-u.

Fahrunterricht, Erwachsenbildung und

Aus- und Weiterbildung sind weitere

Bausteine in der Stiftung Haupt- u.

Landgestüt Neustadt/Dosse. Zudem

wird in Tourismus investiert. Man

bietet Führungen, Kutschfahrten,

Betriebsausflüge und Räumlichkeiten

für Tagungen und Seminare an.

Im historischen Beschälerstall mit

seinem pittoresken Brunnen kann man

sich auch trauen lassen und Hochzeiten

feiern. Zahlreiche Veranstaltungen

über das Jahr verteilt runden dieses

vielfältige Gesamtbild ab.Mit all

diesen Aktivitäten ist die Stiftung

Haupt- u. Landgestüt Neustadt/

Dosse ein wichtiger Motor für die

Regionsentwicklung und zudem

eine gute Visitenkarte nicht nur für

Pferdefreunde in Brandenburg.

Text und Fotos: Marianne Schwöbel

Ungarische Post

Traberwagenquadrille

Pyramide

45

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Zucht

‚Ben Benicio’ mit Friederike Maas

Sprung über die mauer in den Westen

‚Captain Olympic‘ und Heiko Brehmer

Reiten in der Schule

Sie gehen füreinander durchs feuer

Große Quadrille

Familie Grüber

Stutenherde

Poesie I v Brentano II

Jährlinge im Abendlicht

46

Georg 6-21.indd 46 26.11.21 18:09


Die Grüne Woche in Berlin wirft ihre

Schatten voraus und so fand am 2.

Oktober die Landesstutenschau des

Stammbuches für Kaltblutpferde

Niedersachsen e.V. im Landgestüt

Celle statt. Zuchtleiterin Ulrike Struck

und der 1. Vorsitzende Dr. Uwe Clar

konnten zu dieser Schau 37 Stuten

der Rassen Schwarzwälder Kaltblut,

Süddeutsches Kaltblut, Hannoversches

Kaltblut und Rheinisch-deutsches

Kaltblut begrüßen. Neben den

Einzelstuten wurden den Richtern

Dieter Quaas, Griebenow und Friedrich

Burgath, Schwelm, 4 Familien zur

Beurteilung vorgestellt.

Zucht

Stutenpower im Landgestüt Celle

Im Anschluss nutzten das Landgestüt

Celle und zwei Privathengsthalter

die Gelegenheit, ihre Hengste den

anwesenden Zuchtinteressierten zu

präsentieren.

21 Jahre jung ist die besonders

typvolle Staatsprämienstute ‚Dorothee’

v. ‚Wylasko’/,Michel’ Z: Helmut

Behrends, Wardenburg. Nicht nur ihre

Ausdrucksstärke, sondern auch der

herausragende Schritt an der Hand ihres

Besitzers Wolfgang Roxin, Dahlem

Marienau, führten zum Sieg in der

Klasse der Schwarzwälder Kaltblüter.

Die Gruppe der Süddeutschen

Kaltblüter führte die 3-jährige ‚Perle’

v. ‚Volvino’/,Vivaldi’ an. Die aus

der Zucht von Matthias Lamecker,

Chamerau, stammende und noch

voll in der Entwicklung stehende

vielversprechende junge Stute

wusste durch ihre raumgreifenden

Bewegungen zu gefallen. Sie steht

heute im Besitz von Onno Oltmanns,

Moormerland.

‚Rick van Belle’ heißt der Vater

der Siegerstute in der Rassegruppe

hannoversches Kaltblut und der

späteren Gesamtsiegerin der Schau,

‚Ursine’, die auf der Mutterseite das

Blut des englischen Vollblüters ‚Fast

Eddy xx’ führt. Die Richter zeigten

sich sehr angetan vom Typ und den

raumgreifenden Bewegungsabläufen

dieser 6-Jährigen. ‚Ursine’ stammt

aus dem Züchterhaus der Familie zum

Berge in Bad Fallingbostel.

3 Schleswiger Kaltblutstuten hatte

Karin Kahrs aus Döhlbergen zur

Schau mitgebracht. Doch es gelang

den Töchtern noch nicht, sich vor ihrer

Mutter ‚Ruanda’ v. ‚Major’/,Duell’

zu platzieren. Diese nun 14-jährige

‚Ursine’

ehemalige Bundessiegerstute zeigte

einmal mehr, welche Klasse einst zu

dem begehrten Titel führte.

Die Rheinisch deutschen Stuten wurden

in 3 Abteilungen vorgestellt. ‚Carina

vom Utspann’ v. ‚Highlander’/,Carol’

v. ‚Söhre’ der Familie zum Berge, Bad

Fallingbostel entschied die Abteilung

der 2 bis 3-jährigen für sich. Sie bestach

durch ihren Typ.

Reinhard Rausch, Waldeck stellte

mit ‚Rania’ v. ‚Marienthal’ v.

‚Helios’/,Epos’ v. ‚Marienthal’ die

sehr ausdrucksstarke Siegerstute in

der Abteilung der 4- bis 7-jährigen.

Vielleicht verhinderte ein Fohlen

bei Fuß eine am Ende noch höhere

Bewertung dieser qualitätsvollen

Zuchtstute mit einem Gesicht, das man

schöner nicht malen kann.

‚Dorothee’

‚Ruanda’

47

Georg 6-21.indd 47 26.11.21 18:09


Die Abteilung der 8-jährigen und

älteren Stuten gewann ‚Helene’ v.

‚Hartmut’/,Herzensbrecher’ aus der

Zucht von Albert Aryceus, Erndtebrück

und im Besitz der Familie zum Berge,

Bad Fallingbostel.

Ein hervorragender Rasse- und

Geschlechtstyp, gepaart mit

dynamischer Bewegung sorgten

auch für den Gesamtsieg in der

Rassegruppe der Rheinisch deutschen

Kaltblüter. Zudem wurde ‚Helene’ zur

Reservesiegerin der Schau gekürt.

Zucht

‚Heidjer’-Töchtern ‚Birka’ und ‚Benita’

aus der Zuchtstätte von Jörg Jäckel,

Gödestorf.

1d erhielt dann noch einmal Familie

zum Berge für die hannoversche

Kaltblutfamilie der ‚Rangna’ mit ihren

Töchtern ‚Ranke’ und ‚Raja’.

Text und Fotos: Marianne Schwöbel

In den Augen der Züchter ist es immer

ein absolutes Highlight, eine Familie

vorstellen zu können. 3 Töchter, der

von Klaus zum Berge gezogenen

‚Undine’ v. ‚Fast Eddy xx’/,Munkedal’

(‚Ursine’ v. ‚Rick van Belle’, ‚Uschi’

v. ‚Hilarius’ und ‚Ulana’ v. ‚Hilarius’),

wurden in einer züchterischen

Gemeinschaftsproduktion von Jan zum

Berge und Cord Rinne vorgestellt und

gewannen den Familienwettbewerb. Dr.

Uwe Clar überreichte Klaus zum Berge

die silberne Plakette des Ministeriums

für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz und gratulierte zu

diesem Erfolg.

‚Helene’

Die 3 weiter vorgestellten Familien

waren allesamt eine Generationsfolge

„Mutter mit zwei Töchtern“. Auf dem

1b Rang kam die Schleswiger Familie

von Karin Kahrs mit ‚Ruanda’ und

ihren Töchtern ‚Runa’ und ‚Rubinie. Sie

erhielt dafür die Goldene Preismünze

der Landwirtschaftskammer

Niedersachsen.

1c ging an eine, sich sehr einheitlich

präsentierende rheinisch-deutsche

Familie der ‚Bellami’ mit ihren beiden

Siegerfamilie der ‚Undine‘

Schleswiger Familie von Karin Kahrs

Rheinisch-deutsche Familie von Jörg Jäckel

48

Georg 6-21.indd 48 26.11.21 18:09


Mitte Oktober fand in diesem Jahr die

Leistungsprüfung des Stammbuches

für Kaltblutpferde Niedersachsen

e.V. im niedersächsischen Landgestüt

Celle statt. Der 1. Vorsitzende Dr. Uwe

Clar und Zuchtleiterin Ulrike Struck

konnten zahlreiche Zuchtinteressierte

begrüßen.

Den Richtern Eduard Laukotka,

Handeloh, Elimar Thunert, Friesoythe

und Fremdfahrer Christian Koller,

Warendorf stellten sich 4 Hengste

und 8 Stuten zur Beurteilung vor. In 3

Prüfungsteilen, dem dressurmäßigen

Fahren vor einem Wagen, dem Ziehen

eines 7 m langen Baumstammes und

vor dem Zugschlitten mussten die

Prüflinge ihre Arbeitstauglichkeit unter

Beweis stellen.

Zucht

Kaltblutleistungsprüfung im Landgestüt Celle

dem Haupt und Landgestüt Neustadt /

Dosse wusste zu gefallen und arbeitete

mit seinem Fahrer Michael Düsedau

zuverlässig alle 3 Prüfungsteile

ab. ‚Marius’ erhielt eine 7,93 als

Endnote. Beide Hengste gehören zur

Rassegruppe der Rheinisch-deutschen

Kaltblüter.

punkten. Eine 8,31 erhielt sie als

Endnote.

Stefanie Jäckel stellte in diesem

Jahr erstmals eine Stute in allen

Prüfungsteilen selbst vor. ‚Birka’ v.

‚Heidjer’ ist in Gödestorf bei Familie

Jäckel gezogen und dort von Vater und

Platz 1 bei den Hengsten mit einer

Endnote von 8,86 erreichte der

Celler Landbeschäler ‚Figaro’ v.

‚Fulminant’, der von Jan Bogun

hervorragend vorbereitet wurde. Mit

seinem Ausbilder wusste der Hengst

in allen Prüfungsteilen zu gefallen.

Auch Christian Koller als Fremdfahrer

zeigte sich sehr angetan und benotete

‚Figaros’ Fahrtauglichkeit mit einer 9,0.

Beeindruckend auch die Gelassenheit

dieses jungen Hengstes.

Ebenso eine 9 in der Fahranlage gab

Christian Koller dem zweitplatzierten

‚Marius’ v. ‚Martell’. Auch der Gast aus

Auf Platz 1 bei den Stuten rangierte

die Süddeutsche Kaltblutstute ‚Perle’

v. ‚Volvino’. Souverän wurde sie

von Hilde Oltmanns vorgestellt und

klar, dass ein Fremdfahrer bei einer

so gut vorbereiteten Stute mit Freude

die Leinen in der Hand hielt und hier

ebenfalls eine 9 zückte. Doch auch

im schweren Zug wusste ‚Perle’ zu

‚Perle’

Tochter ausgebildet. ‚Birka’ wurde

ohne Blendklappen gefahren, was

Fremdfahrer Koller besonders gefiel,

nahm die Stute jegliche Peitschenhilfen

voller Vertrauen an und zeigte sich als

absolut talentiertes Fahrpferd. Völlig

begeistert benotete er diese Rheinisch

deutsche Stute in seinem Teilbereich

mit einer 10. ‚Birka’ schloss die

Prüfung mit einer Endnote von 8,01 ab.

Mit ‚Ada’ v. ‚Carol von Söhre’ kam

eine weitere rheinisch deutsche Stute

auf Platz 3. Für den Biohof Peters

stellte Jan Bogun auch diese Stute

souverän vor, die ebenfalls mit ihrem

Arbeitseifer zu gefallen wusste. ‚Ada’

erhielt eine Endnote von 7,93.

Bei der Ergebnisbesprechung nahm

Hilde Oltmanns den Pokal für die beste

Stute entgegen. Der Pokal für den

besten Hengst ging an das Landgestüt

Celle und wurde von Jan Bogun in

Empfang genommen.

‚Figaro’

Richter Laukotka stellte in seinem

Resümee fest, dass die Pferde in

49

Georg 6-21.indd 49 26.11.21 18:09


Zucht

‚Marius’

diesem Jahr sehr gut vorbereitet zur

Prüfung erschienen seien. Lediglich

sei bei einigen auf ein besser passendes

Geschirr zu achten. Es wäre auch nicht

verkehrt, wenn man sich im Training,

speziell zum Fahren, doch einmal einen

professionellen Trainer holen würde,

der den einen oder anderen Tipp parat

hätte.

Abschließend dankte Dr. Clar

dem Landgestüt Celle, dass das

‚Birka’

Kaltblutstammbuch wieder einmal hier

zu Gast sein durfte.

Text und Fotos: M. Schwöbel

„E“ wie eindrucksvoll

Hengstkörung und Hengstmarkt

Die Verdener Hengstkörung war

geprägt von Hengsten mit dem

Anfangsbuchstaben E, die der

bewährten ‚Adeptus xx’-Linie wieder

neuen Auftrieb geben. Allen voran

ein Prämienhengst v. ‚Escamillo’,

der den Spitzenpreis von 700.000,00

Euro erzielte. 55 Dressurhengste

waren angetreten, von denen 31 gekört

wurden. 6 von ihnen verließen die

Niedersachsenhalle als Prämienhengst.

Aus zuchterprobter Mutter, die schon

2 gekörte Söhne geliefert hat, und mit

gehörigem Vollblutanteil im Pedigree,

präsentierte sich der ‚Escamillo’/,De

Niro’-Sohn (Z. u. Ausst.: 2M2 Horses

I Bastad AB, Bastad/SWE) auch

am letzten Tag genauso kraftvoll

und energisch wie am ersten. Das

überzeugte einen niederländischen

Hengsthalter. Für 700.000,00 Euro

erfolgte der Zuschlag am Telefon.

Als 1. Prämienhengst wurde

ein Schwarzbrauner v. ‚Bon

50

Coeur’/,Carabas’ (Z.: Dirk Schröder,

Lentföhrden, Ausst.: Christine

Klaewer, Lentföhrden) aus dem Stamm

des Jahrhunderthengstes ‚Weltmeyer’

für 300.000,00 Euro versteigert. Jubel

brandete auf, als Auktionator

Frederik De Backer verkündete: „Und

er geht ins Landgestüt Celle!“.

‚Bon Coeur’

Für 370.000,00 Euro sicherte sich

der Klosterhof Medingen ein wahres

„Kraftpaket“, einen Fuchs

Georg 6-21.indd 50 26.11.21 18:09


Zucht

von ‚Totilas’/,Danciano’ (Z.: Josef

Brinkemöller, Georgsmarienhütte,

Ausst.: BG Brinkemöller und

Westendarp, Wallenhorst). Er

verfügt ebenfalls über beste Genetik,

Aushängeschilder des Stammes der

‚Arma’ sind die Vererber ‚Chasseur I’

und ‚Chasseur II’ sowie ‚Wolkentanz I’

und ‚Wolkentanz II’. Kurz zuvor war

Burkhard Wahler, der zu Jahresbeginn

die Leitung des Klosterhofs an seinen

Sohn Christoph abgegeben hat, im

Schauprogramm mit dem Fritz von

der Decken-Preis als erfolgreichster

Beschicker der Hengstkörung der

vergangenen 10 Jahre ausgezeichnet

worden.

Einen neuen Besitzer aus Frankreich

fand der Prämienhengst v. ‚Fürst

Belissaro’/,San Remo’ (Z.: Jan

Schomaker, Wischafen, Ausst.: Heinrich

Gießelmann, Barver). Der Zuschlag für

den bewegungsstarken Braunen aus

dem Stamm der Stempelhengste ‚Pik

Bube I’ und ‚Pik Bube II’ erfolgte bei

210.000,00 Euro. Schon mehrfach in

Verden fündig geworden ist der Käufer

des Prämienhengstes v. ‚Escolar’/,Sir

Donnerhall’ (Z.: Hermann-Josef

Thoenes, Grefrath, Ausst.: Theo

Lenzen, Nettetal), der sich durch

große Elastizität in den Bewegungen

auszeichnete und 180.000,00 Euro

kostete. Vor 2 Jahren hatte der Käufer

Bundeschampion ‚Va‘ Pensiero’ in der

Niedersachsenhalle entdeckt.

Als Pachthengst wird der Prämienhengst

v. ‚For Dance’/,Dagostini’ (Z.:

Christoph Plate, Beverstedt, Ausst.:

Blue Hors ApS, Randbol/DEN)

eine Box im Landgestüt Warendorf

beziehen.

Die 26 gekörten Hengste erzielten

insgesamt einen Durchschnittspreis

von 125.346,00 Euro, was in etwa

dem Niveau des Vorjahres entspricht.

Die Nachfrage innerhalb Deutschlands

war stark, 22 2,5-jährige werden ihr

Geburtsland nicht verlassen. Die 22

nichtgekörten Hengste kosteten im

Schnitt 38.364,00 Euro.

Im abwechslungsreichen Rahmenprogramm

wurde Dr. Ludwig Christmann

in den Ruhestand verabschiedet.

Seit 37 Jahren stand der promovierte

Agrarwissenschaftler in Diensten

Verabschiedung Dr. Ludwig Christmann

‚Damaschino‘ im Schauprogramm

des Hannoveraner Verbandes und

war als Leiter der Abteilung „Zucht

International“ weltweiter Botschafter

des Hannoveraners. Er erhielt nicht

nur die Goldene Ehrennadel des

Hannoveraner Verbandes, sondern

auch die Gustav Rau-Medaille in

Bronze der Deutschen Reiterlichen

Vereinigung. Zudem waren viele

ehemalige Jungzüchter erschienen, um

ihren „Erfinder“ zu ehren.

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inkl. Schäden an gemieteten Boxen, Reithallen

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51

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Zucht

Die Spannung war groß: Im

Rahmenprogramm wurde das Geheimnis

gelüftet. Der ‚Fidermark’/,Ravallo’-

Sohn ‚Fidertanz’ ist Hengst des Jahres

2021. Der Dunkelbraune aus der Zucht

von Hermann Schult und im Besitz

der Hengststation Böckmann nahm

in wahrer Beschälermanier die sehr

emotionale Ehrung entgegen und drehte

vor dem begeisterten Publikum in der

Niedersachsenhalle seine Ehrenrunde.

Foto: Holsten-Körner

(Quelle: Hannoveraner Verband)

Fotos: Marianne Schwöbel

Bei Christian Lohmeyer und

seinem Partner Davis Busche

dreht sich alles um kamerabasierte

Herdenüberwachung. Ob Schafe auf

der Weide vor Wölfen zu schützen oder

Geburtenüberwachung bei Kühen und

Pferden, die Einsatzgebiete sind dabei

vielfältig.

„ Da wir selbst - als Züchter - auf dem

aktuellen Markt keine zufriedenstellende

Lösung zur Geburtenkontrolle und

Herdenüberwachung gefunden haben,

welche uns zu 100% überzeugt hat,

haben wir beschlossen die Innovation

selbst voranzutreiben. Der Markt ist

überflutet mit Systemen und Kameras,

die man z.B. zur Geburtenüberwachung

nutzen kann. Mit der Einrichtung im

Stall (Internetverbindung, Installation

usw.) wird man jedoch allein gelassen

und bei auftretenden Problemen

bleibt nur der müßige Anruf bei

52

einer Servicehotline. Wir haben nun

ein bedienerfreundliches Rund-umsorglos

Paket entwickelt, welches nicht

nur zur Geburten- sondern auch zur

Herdenüberwachung genutzt werden

kann.“ so Christian Lohmeyer.

Im Fokus steht nicht die

Überwachungskamera selbst,

sondern die Dienstleistung. Durch

die selbst entwickelte Software

haben die beiden es geschafft, die

Live-Bilder der Kunden zu bündeln

und den geschulten Mitarbeitern zur

nächtlichen Überwachung vorzulegen.

Jeweils von 23 Uhr - 5 Uhr morgens

sorgen Studenten der Tiermedizin

(ab 6. Semester) für eine lückenlose

Überwachung. Bei einsetzender Geburt

oder Unsicherheiten auf der Weide

werden die Tierhalter telefonisch

benachrichtigt.

Der Hengst des Jahres ‚Fidertanz’

Ihr schlaft - wir wachen

Geburtenüberwachung und Herdenschutz der

Herdenschutz UG

Das stille

Beobachten der

Tiere ist daher ohne

Störung möglich,

ein Eingreifen bei

Problemen kann

aber jederzeit und

rechtzeitig erfolgen.

Darüber hinaus

trägt das System zu

einer erheblichen

Steigerung

der eigenen

Lebensqualität

bei, da man sicher sein kann,

dass die trächtigen Tiere nachts

lückenlos überwacht werden. Infrarot

Scheinwerfer sorgen für optimale

Nachtsicht, Weitwinkelobjektive

verringern die Gefahr des toten Winkels

in der Box und auf der Weide.

Für die Geburtenüberwachung stellt

die Herdenschutz UG Leihkameras zur

Verfügung, die sich von alleine in jedes

verfügbare LTE-Netz einwählen. Ohne

Installation können dann die Bilder

vom Kunden mit jedem internetfähigen

Handy abgerufen werden.

Positive Erfahrungen mit diesem

System hat auch Dorothee Heitmüller,

Holtorf gemacht. Eine ihrer Stuten

hatte unerwartet eine Schwergeburt,

die sich erst kurz vor 5 Uhr am Morgen

bemerkbar machte. Eine Uhrzeit, zu

der die engagierte Züchterin selbst

nicht geschaut hätte und sehr dankbar

war, über den Anruf informiert worden

zu sein. „ Sonst wäre es wahrscheinlich

nicht gut ausgegangen,“ so Dorothee

Heitmüller. Die Züchterin zeigt sich

zufrieden mit dem System, auch weil

sie weiß, dass jemand ein Auge auf die

Stute hat und sie dadurch beruhigter

schlafen und am Morgen fit sein kann.

Unter www.herdenschutz.net kann

man sich über das System genauer

informieren.

Text und Foto: Marianne Schwöbel

Fotos: Zachrau

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Foto: Holsten-Körner

Mit einer neuen Ausstellungsreihe

bietet das Deutsche Pferdemuseum

ausgewählten zeitgenössischen

Künstlerinnen und Künstlern die

Möglichkeit, ihre Arbeiten im

Rahmen einer Kabinettausstellung zu

präsentieren. Über einen Zeitraum von 6

bis 8 Wochen bilden die Räumlichkeiten

des Deutschen Pferdemuseums in

Verden einen besonderen Rahmen für

Fotografie, Malerei oder Skulptur mit

dem Fokus „Pferd“.

Ab dem 9.11.2021 präsentiert die

Fotografin und Journalistin Andrea

Zachrau eine Auswahl an Fotografien

ihrer Serie „Holi Horses“. Die aufwendig

inszenierten Pferdefotografien wurden

bereits international ausgezeichnet und

sind längst zu einem Markenzeichen

geworden, das ihren außergewöhnlichen

fotografischen Stil kennzeichnet.

Andrea Zachrau ist gelernte Journalistin.

Sie war zehn Jahre als Lokalredakteurin

tätig, wurde im Anschluss

PR-Berichte

Andrea Zachrau mit Fotoausstellung zu Gast im Deutschen Pferdemuseum

Holi Horses erobern Verden

Chefredakteurin einer

Reitsportzeitschrift und

ist seit mittlerweile

vier

Jahren

Redaktionsleiterin des

reitsport MAGAZINs.

Die Fotografie war lange

Zeit nicht viel mehr als

ein Hobby, bis sie 2014

Jacques Toffi, einen

der renommiertesten

Pferdesportfotografen der Welt,

kennenlernte und ihm bei seiner Arbeit

über die Schulter blicken durfte. „An

Jacques‘ Arbeit hat mich vor allem

der Blick für diese eine besondere

Momentaufnahme begeistert“, erinnert

sie sich. „Ihn zeichnet aus, dass er nicht

mit der Masse mitläuft, sondern Bilder

erschafft, die es so noch nie gab.“ So

war es auch nicht verwunderlich, dass

Andrea Zachrau neben der traditionellen

Outdoor- und Sportfotografie einen

ebenfalls eher ungewöhnlichen Weg

einschlug: „Ich entschied, mich auf

die Pferdefotografie im Studio zu

spezialisieren.“

Doch es blieb nicht einfach nur bei

edlen Pferdeportraits vor dunklem

Hintergrund. Verschiedene Effekte

kamen hinzu - von der Arbeit mit

Nebelmaschinen, Lichteffekten,

Satintücher bis hin zu Projektionen

mithilfe eines Beamers waren immer

wieder Ideen dabei, die es so in der

Pferdefotografie noch nie zu sehen gab.

Zu ihrem Markenzeichen wurden jedoch

die „Holi Horses“ - sie fotografierte die

Pferde mit dem bunten Farbpulver, das

traditionell beim indischen Holifest

in die Luft geworfen wird, um den

Sieg des Guten über das Böse zu

feiern. Die Bilder gingen um die Welt

und faszinierten nicht nur zahlreiche

Pferdebesitzer, sondern auch Juroren

internationaler Fotowettbewerbe, die

die außergewöhnlichen Arbeiten mit

Auszeichnungen belohnten. Fast 400

Holi Horses standen seitdem vor ihrer

Kamera und es kommen immer neue

dazu.

Seit dem 9. November sind Andrea

Zachraus kunterbunte Arbeiten im

Deutschen Pferdemuseum zu sehen.

„Ich freue mich sehr über diese

Möglichkeit und hoffe, dass ich für die

Betrachter ein bisschen Farbe in die

dunkle Jahreszeit bringen kann“, sagt

die Fotografin.

Die Kabinettausstellung kann bis

zum 09.01.2022 auf der Stallgasse,

im Dauerausstellungsbereich des

Deutschen Pferdemuseums, zu den

regulären Öffnungszeiten Dienstag

bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr

besichtigt werden. Der Eintritt

in die Kabinettausstellung ist im

Museumseintrittspreis von 5,- Euro für

Erwachsene und 2,- Euro für Kinder (4-

17 Jahre) enthalten

Fotos: Zachrau

Der spanische Hengst ‚Navegante‘

Welsh-Hengst ‚Giowanni‘

53

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Vier Sterne für den VEOLIA Classico

2021 musste der Braunschweig

Classico aufgrund der Corona-

Pandemie ausfallen, doch vom 03.

- 06.03.2022 kehrt er mit geballten

Superlativen zurück. Denn Axel

Milkau stockt zum 20. Geburtstag des

internationalen Springturniers gehörig

auf.

„Wir werden 2022 den 20. Classico-

Geburtstag feiern - und das wollen wir

wirklich feiern! Wir werden um einen

Stern erhöhen und ein internationales

Vier-Sterne-Turnier austragen. Und

wir werden das Turnier um einen Tag

verlängern und wieder ein 4-Tage-

Event veranstalten“, erklärt der

Turnierdirektor und betont: „Gerade

in diesen Zeiten wollen wir mit dem

CLASSICO ein Signal für neue

Hoffnung setzen.“

Dabei ist sich Milkau auch mit seinen

Partnern und Sponsoren einig. „Wir

wollen mit unserer Entscheidung

Aufbruchstimmung vermitteln. Wir

wollen zeigen, dass der Pferdesport

auch nach Corona eine bedeutende

Rolle spielt und dass vor allen Dingen

der Classico seine Bedeutung für die

Region mit internationalem Gewicht

weiter ausbauen möchte.“

So heißt der Braunschweig Classico

ab 2022 ‚Veolia CLASSICO‘. „Wir

sind der Stadt Braunschweig ebenso

eng verbunden wie dem Turnier und

der Familie Milkau“, hebt Matthias

Harms, Vorstandsvorsitzender Veolia

Deutschland, hervor. „Und nach fast

20 gemeinsamen Jahren haben wir

die Gelegenheit ergriffen und aus dem

CLASSICO den Veolia CLASSICO

gemacht. Ich bin nicht im Pferdesport

groß geworden, aber seit ich das erste

Mal dieses Turnier live erlebt habe, ist

bei mir und meiner Familie der Funke

übergesprungen. Das spricht für diese

Veranstaltung. 2022 möchte das Team

um Axel Milkau mit dem vierten Stern

noch einen drauflegen - ich bin sehr

gespannt.“

Ähnlich wie Harms geht es dem

neuen Vorstandsvorsitzenden von

BS Energy Jens-Uwe Freitag:

“So wie die Zusammenarbeit und

das Vertrauen zwischen Reiter und

54

Vorschau

Pferd funktioniert, funktioniert es

auch zwischen Veranstalter und

Sponsoren. Die Partnerschaft mit

dem CLASSICO und BS Energy

ist eine gewachsene Partnerschaft,

die auf großem Vertrauen basiert.“

Erklärend ergänzt Freitag: „Ich bin

zwar neu in Braunschweig, aber

ich bin total begeistert von dem

Konzept und freue mich sehr auf

den Veolia CLASSICO 2022.“

Und der Aufstieg in die Vier-Sterne-

Liga wird sich in den Parcours

bemerkbar machen: Denn die

Herausforderungen werden noch

größer, die Konkurrenz noch

internationaler. Schließlich werden

die Verdopplung des Preisgelds im

Veolia Championat und im Großen

Preis auch internationale Springstars

in die Volkswagenhalle locken, so das

Sportdirektor Franke Sloothaak mit

einem Ausnahme-Starterfeld rechnet.

„Es gibt nicht mehr viele Vier-Sterne-

Turniere in Deutschland. Ich denke,

wir werden ein sehr gutes Starterfeld

zum 20. Geburtstag des Turniers

haben. Wahrscheinlich werden

wir sogar einigen Reitern absagen

müssen, weil es sonst einfach zu viele

werden.“

Somit ist nicht nur erstklassiger Sport

garantiert, sondern auch der gewisse

Kitzel für heimische Topreiter

wie Harm Lahde. Der ehemalige

Chefbereiter des Gestüts Eichenhain,

der seit Oktober für das Elmgestüt Drei

Eichen der Familie Müter arbeitet, ist

Stammgast in der Volkswagenhalle.

nun wird er künftig mit Pferden eines

langjährigen CLASSICO-Partners,

der Familie Müter, antreten und ist

beeindruckt: „Was hier auf die Beine

gestellt wird, ist gewaltig. Wir Reiter

freuen uns sehr darauf - nicht zuletzt

wegen der besonderen Stimmung in

der Halle. Das Publikum ist hier so

nah, das macht einfach Spaß!“

Doch bei aller Aufbruch- und

Neustart-Stimmung bleibt man in

Braunschweig einem aber ganz

sicher treu: der einzigartigen

Vielfältigkeit des Programms

mit der Deutschen Meisterschaft

der Landesverbände, dem HGW-

Bundesnachwuchschampionat und

dem U25-Springpokal.

Außerdem wird es beim Veolia

CLASSICO einen echten ‚Bonbon‘

geben. Denn erstmals lädt die M&M

Sportpferde GbR im Rahmen des

internationalen Vier-Sterne-Turniers

zu einer weltweiten Hybrid-Auktion

für Ausnahmetalente des Springsports.

„Da sind echte Rohdiamanten

dabei“, strahlt Tjark Nagel vom

Auktionsteam. Und Hilmar Meyer

von M&M-Sportpferde ergänzt: „Wir

werden zehn Top-Offerten zwischen

vier und sechs Jahren anbieten. Ich

bin sicher, das wird ein super Erlebnis

auch für alle, die in der Volkswagen

Halle sitzen.“

Freuen sich auf den Veolia CLASSICO: v. l. Turnierdirektor Axel Milkau,

Jens-Uwe Freitag (Vorstandsvorsitzender BS Energy), Matthias Harms

(Vorstandsvorsitzender Veolia Deutschland), Hilmar Meyer (M&M-Sportpferde),

Sportdirektor Franke Sloothaak, Springreiter Harm Lahde und

Auktionsmitglied Tjark Nagel

Foto: Katarina Blasig

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Datum Kategorie Turnierort

06. - 07.01.2022 S bis Kl. M Verden

16.01.2022 D bis Kl. S, LE Adelheidsdorf

17.01.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen

24.01.2022 S bis Kl. S Verden

31.01.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen

05. - 06.02.2022 S bis M Luhmühlen

05. - 06.02.2022 So: D bis Kl. S, Springe

Sa: S bis Kl. M

02. - 03.02.2022 S bis Kl. S Verden

14.02.2022 LE, S bis Kl. M Luhmühlen

Nationale und Internationale Turniere:

27. - 30.01.2022 CDN/CSN VER-Dinale Niedersachsenhalle Verden

03. - 06.03.2022 VEOLIA Classico VW Halle Braunschweig

Sonstiges:

Termine

Foto: Katarina Blasig

21.01. - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdefütterungsmanagement_2022

Veranstaltungsort:

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen

Referent:

Prof. Dr. Dirk Winter, Studiendekan für Pferdewirtschaft der HfWU

Veranstalter:

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben

Anmeldeschluss:

21.01.2021 sofern noch Plätze frei sind

Infos zu Veranstaltung: In diesem berufsbegleitenden Seminar auf Hochschulniveau nehmen wir alle wichtigen

Themen rund um die Pferdefütterung auf. Jeder füttert sein Pferd – aber was ist denn

wirklich eine pferdegerechte Fütterung und wie stellt man passende Rationen für

jeden Leistungsbedarf oder Alter sinnvoll zusammen? Worauf kommt es wirklich an?

Fütterungsfehler sind vermeidbar und genau hier setzen wir an. So setzen sie sich u.a. mit

ihren Pferden, deren Bedarf und ihren eigenen Futtermitteln aktiv auseinander.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter

https://weiterbildung-pferd.de/kurse/pferdefuetterung/

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Termine

Ablauf:

Wir bilden mit allen Studierenden für 12 Wochen eine Lerngemeinschaft und erarbeiten in

12 Lerneinheiten alle wichtigen Themen. Wir vermitteln dies über aktuelle Literatur

und Videos, aber auch Praxisaufgaben und Diskussionen verfestigen das Gelernte in der

Anwendung. Immer wieder bieten wir Ihnen Quizfragen an, um selbst Ihren Lernstand

zu überprüfen und Sie optimal auf die optionale Zertifikatsprüfung vorzubereiten. Wann

Sie sich in den Kurs einloggen, bleibt Ihnen überlassen denn wir haben keine festen

Präsenztermine. Sie benötigen nur einen PC oder Laptop und müssen über Zugang zum

Internet verfügen. Es werden keine speziellen Computerkenntnisse vorausgesetzt.

21.01.2022 - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdehaltung und Tierwohl

Veranstaltungsort:

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen

Referent:

Dr. Birgit Jostes, GF der Weiterbildung Pferd an der HfWU

Prof. Dr. Dirk Winter, Professor für Pferdewirtschaft an der HfWU

Veranstalter:

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben

Anmeldeschluss:

21.01.2021 sofern noch Plätze frei sind

Infos zu Veranstaltung: Wir möchten Sie mitnehmen, die Welt der Pferde (nochmals) neu zu entdecken und besser

zu verstehen. Tauchen Sie mit uns in die aktuelle Forschung ein, reflektierten und

aktualisieren Sie Ihr Wissen mit Hilfe der unabhängigen Experten. Kommen Sie in unseren

virtuellen Seminarraum und diskutieren Sie aktuelle Themen mit Ihren Mitstudierenden

und der Kursleitung.

In diesem 12 wöchigen Kurs vermitteln wir Ihnen alle Grundlagen und aktuelle

Forschungsergebnisse, die Sie zur Pferdehaltung und Tierwohl kennen sollten.

Ablauf:

Wir bilden mit allen Studierenden für 12 Wochen eine Lerngemeinschaft und erarbeiten in

12 Lerneinheiten alle wichtigen Themen. Wir vermitteln dies über aktuelle Literatur

und Videos, aber auch Praxisaufgaben und Diskussionen verfestigen das Gelernte in der

Anwendung. Immer wieder bieten wir Ihnen Quizfragen an, um selbst Ihren Lernstand

zu überprüfen und Sie optimal auf die optionale Zertifikatsprüfung vorzubereiten. Wann

Sie sich in den Kurs einloggen, bleibt Ihnen überlassen denn wir haben keine festen

Präsenztermine. Sie benötigen nur einen PC oder Laptop und müssen über Zugang zum

Internet verfügen. Es werden keine speziellen Computerkenntnisse vorausgesetzt.

21.01.2022 - 16.04.2022 Zertifikatslehrgang Pferdeverhalten, Kommunikation & Lernen

Veranstaltungsort:

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen

Referent:

Dr. Isabell Marr, Verhaltensforscherin im Equine Behaviour Team und Lehrbeauftragte

der HfWU, Pferdewirtin und Trainerin

Veranstalter:

Weiterbildung Pferd - Bismarckstrasse 27 - 72622 Nürtingen

Kosten: - PM: 891,00 Euro (Mwst. frei)

- Nicht-PM: 990,00 Euro (Mwst. frei)

(Optionale Zertifikatsprüfung 200,00 Euro (mwst.frei))

Bitte bei Buchung PM Nummer mit angeben

Anmeldeschluss:

21.01.2021 sofern noch Plätze frei sind

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Infos zur Veranstaltung:

In diesem Zertifikatslehrgang setzen Sie sich aktiv mit dem

Lernverhalten der Pferde auseinander. Denn jeder möchte pferdeverständlich ausbilden

und trainieren, aber wie versteht es das Pferd am besten? Der Schlüssel hierzu liegt

im natürlichen Umfeld und Verhalten des Pferdes und wie es seine Sinneseindrücke

verarbeiten kann. Welche Lernprozesse sind beim Pferd tatsächlich möglich und wann

werden Pferde überfordert oder auch gelangweilt? Lernen zeigt sich immer in einer

Verhaltensänderung. Wir stellen Ihnen in diesem Kurs aktuelle Forschungsergebnisse vor

und prüfen diese auf Praxisrelevanz.

Weitere Infos gibt es auf unserer Webseite https://weiterbildung-pferd.de/

25.01.2022 Ausbilder-Online-Seminar: Für alle Fälle gut versichert:

Haftung und Versicherung für Ausbilder im Pferdesport

Uhrzeit:

20:00 Uhr - 21:30 Uhr

Veranstaltungsort:

Virtueller Seminarraum – von zu Hause lernen

Referent(en):

Dr. Constanze Winter

Veranstalter: FN-Seminarteam, seminare@fn-dokr.de, Tel.: 02581-6362-247

Lerneinheiten: 2 Lerneinheiten (Profil 4)

Infos zur Veranstaltung: Der Pferdesport gehört zu den Risikosportarten, denn das Pferd mit

seinen arttypischen Verhaltensweisen bleibt immer ein Stück weit unberechenbar. Zum

Glück gehen die meisten kritischen Situationen gut aus, trotzdem ist es – gerade für

Ausbilder – ratsam, auf einen ausreichenden Versicherungsschutz zu achten. Und das ist

nicht ganz einfach. Wichtige Fragen sind vorab zu klären: Übe ich meine Ausbildertätigkeit

im Auftrag eines Vereins oder Betriebs aus oder bin ich selbstständig tätig? Wann brauche

ich eine Unfallversicherung? Gibt es Unterschiede zwischen Unterrichtserteilung und Beritt

zu beachten? Und was ist mit den Lehrpferden, die ich einsetze? Diese und viele weitere

Fragen klärt Constanze Winter im Ausbilder-Onlineseminar am 25. Januar 2022 um 20 Uhr.

Dabei werden beispielhaft verschiedene Situationen und Konstellationen besprochen und

aus haftungsrechtlicher Sicht verständlich gemacht.

Termine

Das Online-Seminar beginnt um 20:00 Uhr. Wir werden den Online-Seminaranbieter

„Zoom“ nutzen.

Sobald Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie das „Ticket“ per Mail. In diesem Ticket

finden Sie einen Registrierungslink für das Online-Seminar. Bitte registrieren Sie

sich. Anschließend erhalten Sie eine weitere Mail mit dem Zugangslink. Die Online-

Seminarregistrierung kann bei dem Anbieter „Zoom“ jederzeit storniert werden, dies gilt

allerdings nicht für die Buchung über unser Anmeldesystem.

Wichtiger Hinweis: Eine Teilnahme am Online-Seminar ist nur über Laptop/Notebook oder

stationären PC mit DSL-Internetverbindung möglich.

Unsere Hinweise zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie unter www.pferdaktuell.de/datenschutzerklaerungen

Wenden Sie sich bei Fragen oder Problemen bitte per Mail an folgenden Mailadresse:

onlineseminare@fn-dokr.de

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In der nächsten Ausgabe von DER KLEINE GEORG lesen Sie u.a. Berichte

über:

- diverse Reitsportveranstaltungen

- Fachthemen

Im Reitsportmosaik werden wir u.a. über

- das Frankfurter Festhallenturnier

- die VER-Dinale

berichten

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Anmerkung der Redaktion

Die mit dem Namen des Verfassers gekennzeichneten Artikel stellen nicht

in jedem Fall die Meinung des Herausgebers und der Redaktion dar.

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten.

Jeder Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung und unter

Quellenangabe gestattet.

Eingesandte Manuskripte unterliegen der eventuellen

redaktionellen Bearbeitung.

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für eingesandtes Material

Druckfehler

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© DER KLEINE GEORG

Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen

kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.

(Henry Ford)

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Impressum

DER KLEINE GEORG

Offizielles Organ

der Braunschweiger Stadtmeisterschaften

Die Fachzeitschrift für den Pferdefreund

in Harz, Heide und Umgebung

Herausgeber

GEORG VERLAG GmbH

Greifswaldstr. 55

38124 Braunschweig

www.der-kleine-georg.de

www.facebook.com/Der-Kleine-Georg

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Verlagsort

38124 Braunschweig

Redaktionsleitung

Katarina Blasig (K.B.)

Greifswaldstr. 55

38124 Braunschweig

Mail: katarina.blasig@der-kleine-georg.de

Verantwortlich für den Inhalt

Katarina Blasig

Telefon: 0531 / 69 08 64

Freie Mitarbeiter

Siegfried Glasow

Kerstin Isserstedt (K.I.)

Andreas u. Christine Pantel (ACP)

Marianne Schwöbel (M.S.)

Katharina Walkemeyer (K.W.)

Fachberichte

Ralf Döringshoff,

Anzeigen

Katarina Blasig

Telefon: 0531 / 69 08 64

Gestaltung

Die Redaktion

Mail: redaktion@der-kleine-georg.de

Fotos

Matthias Adamek

Katarina Blasig

Petra Beinecke

Anne Friesenborg

Walburga Schmidt

Marianne und Thorsten Schwöbel

Druck

Media-Print-Grunenberg

Mareike Grunenberg

Gr. Vahlberger Str. 2a

38170 Schöppenstedt

Telefon: 05332 / 96 89 14

E-Mail: shop@media-print-grunenberg.de

Erscheinungsweise

Jeweils am 15. Februar, April, Juni,

August, Oktober und Dezember

Bankverbindung

Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter eG,

BIC: GEN0DEF 1WF V,

IBAN. DE68 2709 2555 5012 2720 00

Redaktionsschluss

für die

nächste Ausgabe

8. Januar 2022

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2 Apple CarPlay ist ein Markenzeichen von Apple Inc., eingetragen in den USA und anderen Ländern. 3 Android und Android Auto sind Markenzeichen von Google Inc.

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