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Kongressjournal-2021

Offizielle Kongresszeitung der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin, 51. Kongress für Allgemeinmedizin, Lockdown-Ausgabe November 2021

Offizielle Kongresszeitung der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin, 51. Kongress für Allgemeinmedizin, Lockdown-Ausgabe November 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Offizielle Kongresszeitung der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin NOVEMBER 2021

51. Kongress für Allgemeinmedizin

Lockdown-Ausgabe

Vom Überfluss

& Mangel

Long-Covid in der Allgemeinmedizin

Fingerspitzengefühl

erforderlich

Die Coronavirus-Erkrankung dauert in

der akuten Phase vier Wochen. Nach

weiteren drei Monaten sollten alle Symptome

ausgeheilt sein. Was länger dauert,

wird als Post-Covid-Syndrom definiert.

Wichtig ist zu untersuchen, ob die

Ursache der Beschwerden vielleicht eine

andere ist. Dr. Ralf Harun Zwick stellt die

neue Long-Covid-Leitlinie vor. Seite 8

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Präventionsmaßnahmen

gefragt

Etliche Facetten der Folgen von Klimawandel

brauchen mehr (medizinische)

Beachtung. Ob Auswirkungen der Hitzewellen,

Unwetterkatastrophen oder neue

und aggressivere Allergene. Umweltmediziner

Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter

erklärt die vielen verschiedenen Auswirkungen

der Klimakrise auf den Menschen

und dessen Gesundheit. Seite 10

Der Allgemeinmedizinkongress 2021

Webinar-Reihe als

Kongressersatz

Wegen der Coronakrise fiel nun zum

zweiten Mal der 51. Kongress für

Allgemein medizin aus. Das Team der

STAFAM arbeitet daher an einer „Webinar-Reihe“,

um allen Teilnehmern in den

kommenden Monaten möglichst viele

Inhalte zum diesjährigen Thema „Vom

Überfluss und Mangel“ online zur Verfügung

zu stellen. Seite 6


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Trials of Patients With Hypercholesterolemia. JAMA Cardiol. 2020;5(10):1124-1135.

Fachkurzinformationen Seite 25

02-konjo2_AD_daichi-nustendi.indd 2 01.12.21 11:48


KONGRESS

JOURNAL

IMPRESSUM

Medieneigentümer & Herausgeber:

Crisafulli & Stodulka

Unlimited Media GmbH

Unlimited Media

Verlag & Redaktion:

Kornhäuselgasse 3/2/39

1200 Wien

Kontakt:

office@unlimitedmedia.at,

unlimitedmedia.at, zoe.imwebtv.at

Chefredaktion:

Thomas Stodulka, Eliana Crisafulli

Lektorat: Alexandra Lechner

Art Direktion & Layout:

Unlimited Media

Coverbild:

iStock-1136900682/dinachi

Druck:

Druckerei Bachernegg

Werk-VI-Straße 31

8605 Kapfenberg

Das KongressJournal dient der

aktuellen Berichterstattung rund

um den jährlichen Kongress für

Allgemeinmedizin in Graz. Alle

Angaben erfolgen trotz sorgfältigster

Bearbeitung ohne Gewähr.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird

auf eine geschlechtsspezifische

Differenzierung verzichtet.

Entsprechende Begriffe gelten

im Sinne der Gleichbehandlung

für beide Geschlechter.

INHALT

4 Corona wertet die Allgemeinmedizin auf

Sinnerfüllend, bewältigbar und lohnend

6 Interview mit MR Dr. Gottfried Thalhammer

Statt vor Ort leider nur als

Webinar-Reihe

8 Diagnostik und Therapie von Long-Covid

Fingerspitzengefühl erforderlich

10 Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz

Präventionsmaßnahmen gefragt

12 Umwelt – Nachhaltigkeit – Zukunft

Eine nachhaltige Kongresswelt

14 Gastkommentar von Ronny Tekal

Humor als Medikament

16 Neue Impfstoffe, neue Technologien

Zwischen Angst und Hoffnung

18 Rasche Untersuchung der Wirbelsäule und

Gelenke: Zuhören und Begreifen

19 Ayurveda: Wissenschaft über das Leben

20 Wissenswertes über die Schilddrüse

Der Schmetterling im Hals

22 Suizidprävention: Erste Hilfe für die Seele

24 Fachkurzinformationen

27 Hospizpflege zuhause

Angehörige unterstützen

Offizielle Kongresszeitung der

Steirischen Akademie für

Allgemeinmedizin

Lockdown-Ausgabe 2021 KONGRESSJOURNAL 3


KONGRESS

JOURNAL

Corona wertet die Allgemeinmedizin auf

Sinnerfüllend, bewältigbar

und lohnend

Wegen der Coronakrise fiel auch heuer der Kongress für

Allgemeinmedizin aus. Für MR Dr. Peter Sigmund, Vorsitzender

der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM),

ist das in mehrerer Hinsicht ein Drama. Dennoch hat Corona

nicht nur negative Auswirkungen. Die Allgemeinmedizin

erfuhr generell eine schon lange geforderte Aufwertung.

Die Auswirkungen der Coronakrise

waren in ganz Österreich, im

Gesundheits system und auch in

der Kongressplanung massiv. Für

die STAFAM ist der bereits zweite

Ausfall des Allgemeinmedizinkongresses

natürlich auch finanziell ein

Problem. 2021 war bei den Vorträgen

eine Hybridveranstaltung geplant.

Die durch den Lockdown fehlende

Präsenz spricht jedoch gegen einen

reinen Livestream. Die Inhalte sollen

aber als „Webinar-Reihe“ in den

kommenden Monaten angeboten

werden.

Treffpunkt Allgemeinmedizin

Für die steirische Landesgesellschaft

ist der Allgemeinmedizinkongress

generell der große Event, bei dem

sich die Allgemeinmedizin präsentiert,

wiederfindet und kontinuierlich

weiterentwickelt. Peter Sigmund:

„Der Kongress ist wie ein Monument

der Allgemeinmedizin, als solches

verstehen wir uns auch.“ Deshalb soll

der nächste Kongress in Graz im November

2022 wieder die Anlaufstelle

für alle berufstheoretischen und

praktischen Themen der Allgemeinmedizin

sein.

Die STAFAM hat in den letzten Jahren

aber auch viel Erfahrung mit

Online-Webinaren gesammelt. „Allgemeinmedizin

to Go“ findet etwa

vier Mal jährlich online mit rund 155

Teilnehmern statt.

Dennoch liegt das Hauptaugenmerk

beim Allgemeinmedizinkongress

auf der Präsenzveranstaltung.

Vor allem das Seminarangebot und

die Gespräche in der Pause können

nur vor Ort stattfinden. Peter Sigmund:

„Der fachliche Inhalt kann

auch online vermittelt werden, aber

was in den Pausen und persönlichen

Gesprächen passiert, das gibt

es eben nur live in Graz.“

Obwohl Corona das ganze Jahr

permanent präsent ist, fanden sich

im Hauptprogramm nicht so viele

Referate dazu. Denn die laufende

Information ist mit einer Flut an

Empfehlungen sowieso gegeben.

Für Peter Sigmund wäre in puncto

Corona der Festvortrag von Univ.-

Prof. Dr. Markus Hengstschläger ein

besonderes Highlight gewesen. „Es

geht darum, dass wir Lösungsbegabungen

brauchen. Wir wissen nicht,

was wir morgen können müssen.

Corona hat das gezeigt. Vor eineinhalb

Jahren hätte niemand so genau

über Gentests oder PCR-Tests Bescheid

gewusst. Jetzt haben wir die

Technologie ausgerollt und auch die

Logistik dahinter.“ Deshalb braucht

man Lösungsbegabungen für neue

MR Dr. Peter Sigmund, Vorsitzender

der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin

Situationen, um den Problemen

angemessen und kompetent gegenüberzustehen.

„Wir müssen kreativ

sein und das Selbstbewusstsein

haben, dass wir ein wesentlicher Teil

in der Gesundheitsversorgung sind.

Die Allgemeinmedizin ist das breite

Fundament, damit ein großes Haus

darauf stehen kann. Dieses Selbstbewusstsein

ist für uns wichtig“, so

Peter Sigmund.

Neue Herausforderungen

„Letztlich war das letzte Jahr auch

eine Herausforderung, die uns auch

aus einem gewissen Trott herausgerissen

hat“, schildert Peter Sigmund.

„Es gibt neue Lösungsansätze für die

Kassenmedizin und den Hausarzt.

Man kann immer Veränderungen als

beängstigend sehen, aber für mich

war es eigentlich ein Auftrag, Dinge

neu zu gestalten.“

So war die Digitalisierung ein enormer

Vorteil in der Kassenmedizin,

4 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

Foto: STAFAM

C-APROM/AT/TAKH/0015; 05/21

I

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04-05_konjo2021_interview-sigmund_KORR2.indd 4 03.12.21 11:56


KONGRESS

JOURNAL

die erst durch die Coronakrise einen

entscheidenden Schub erhalten hat

– telefonische Kontaktaufnahme

mit Patienten, Verwaltungsvereinfachungen,

Befreiungen von Bewilligungspflichten

oder das E-Rezept.

„Wir sind gewachsen und es ist auch

der Politik und der Kasse klar geworden,

dass der Hausarzt ein wesentlicher

Faktor in der Gesundheitsversorgung

ist“, so Peter Sigmund. Der

Vorsitzende der STAFAM sieht das

als Aufleben der Selbstwirksamkeit

und der Wertschätzung. Die Allgemeinmedizin

steht in der Gesundheitspolitik

und der Öffentlichkeit

heute gefestigter da denn je!

Peter Sigmund: „Die Kongressplanung

war im Jahr 2021 leichter,

denn wir konnten die Themen aus

dem Vorjahr weitestgehend übernehmen.“

Umso mehr widmet sich

die STAFAM heuer einem weiteren

Thema: Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Es wird auch in Zukunft

versucht, beim Kongress möglichst

ressourcenschonend vorzugehen

– also etwa den Einsatz von Papier

und Plastik zu reduzieren.

Weitere Projekte der STAFAM

Neben dem Kongress ist die

STAFAM auch in andere Projekte involviert.

Peter Sigmund: „Wir haben

die Einladung erhalten, am runden

Tisch der steirischen Landesregierung

teilzunehmen, wie wir junge

Menschen motivieren können, Allgemeinmediziner

zu werden.“ Zudem

wurde ein Positionspapier über

den assistierten Suizid erarbeitet.

Wichtiges Anliegen der STAFAM ist

es auch, mit anderen Gesellschaften

in Kontakt zu bleiben: Unterstützung

der jungen Allgemeinmediziner, Primärversorgungskongress,

Partner

des Instituts für Allgemeinmedizin

und evidenzbasierte Versorgungsforschung

oder die steirische Anamnese-Gruppe.

Peter Sigmund: „Die STAFAM will

der Öffentlichkeit, anderen Ärzten,

jungen Kollegen und den Politikern

zeigen, dass Allgemeinmedizin

sinnerfüllend, bewältigbar und lohnend

ist – finanziell und auch von der

Lebensqualität her.“

Aber es sind weitere Veränderungen

und strukturelle Verbesserungen

nötig, um das Hausarztsystem als

Fundament der Medizin zu erhalten.

Selbst wenn es in Österreich 75

Primärversorgungseinheiten geben

wird, werden die Hausarztpraxen

nach wie vor zu 90 Prozent die Träger

der Primärversorgung sein.

Ich dachte, es sei

eine Allergie

Nicht jedes Angioödem

ist allergischer Natur

Hereditäres

Angioödem (HAE)

erkennen 1,2,3

C-APROM/AT/TAKH/0015; 05/21

Jetzt weiß ich,

es ist

HAE

HAE Attacken können ausgelöst werden durch:

% Verletzungen

% Langes Stehen und Sitzen

% Infektionskrankheiten

% Mentalen Stress

Achtung: Kein Ansprechen der Symptome auf

Antihistaminika, Glukokortikoide und/oder Epinephrin.

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1 Bork K et al. Am J Gastroenterol. 2006;101(3):619-27

Lockdown-Ausgabe 2021 KONGRESSJOURNAL 5

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Fachkurzinformationen s. Seite 24 XY

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KONGRESS

JOURNAL

Interview mit MR Dr. Gottfried Thalhammer

Statt vor Ort leider nur als

Webinar-Reihe

Nach einjähriger Pause wegen der Corona-Pandemie sollte

heuer der 51. Kongress für Allgemeinmedizin der STAFAM

(Steirische Akademie für Allgemeinmedizin) wieder in der

Grazer Messe abgehalten werden. Aufgrund des aktuellen

Lockdowns musste der Kongress leider abermals abgesagt

werden, so Kongressleiter MR Dr. Gottfried Thalhammer.

Die Inhalte werden als Webinar-Reihe angeboten.

Leider musste der Kongress

kurzfristig abgesagt werden. Was

passiert mit den Inhalten des

51. Kongresses?

An der Absage aufgrund des aktuellen

Lockdowns hat leider kein Weg

vorbeigeführt. Der Kongress 2021

wurde bei den Vorträgen als Hybridveranstaltung

geplant. Die durch den

Lockdown fehlende Präsenz und die

dadurch gänzlich veränderte Logistik

stehen aber einem Livestream entgegen.

Der 51. Kongress kann daher

nicht als virtueller Online-Kongress

abgehalten werden. Das Team der

STAFAM arbeitet aber gerade an einer

„Webinar-Reihe“, um möglichst

viele Inhalte des abgesagten Kongresses

für Allgemeinmedizin allen

Teilnehmern online anbieten zu können.

Bestehende Kongressteilnehmer

können dann, sollte das Angebot

entsprechen, ihre einbezahlte

Gebühr als Gutschrift verwenden. Es

wird auch eine Anmeldemöglichkeit

für neue Teilnehmer geben.

Welche Bedeutung hat es, den

Kongress vor Ort statt finden

lassen zu können?

Es ist sehr wichtig. Der Kongress

für Allgemeinmedizin zeichnet sich

durch eine umfassende Kongressgestaltung

aus, die in ihrer Gesamtheit

online nicht vermittelt werden

kann. Ich denke da an das Seminarangebot

für Ärztinnen, Ärzte,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die Fachausstellung, das Meet-the-

Expert-Angebot, um nur einige Vorteile

zu nennen.

Welchen Vorteil bietet die persönliche

Anwesenheit beim Kongress?

Die Vorteile der Präsenzveranstaltung

sind die Teilnahme an den

verschiedenen Seminaren und die

zahlreichen Gelegenheiten für persönliche

Kommunikation. Vor Ort

hat man die Möglichkeit, sich umfassend

zu informieren und Kontakte zu

Medizintechnik-, Arzneimittel- und

Heilbehelfsfirmen sowie den Partnern

im Gesundheitswesen zu knüpfen

und zu intensivieren.

MR Dr. Gottfried Thalhammer,

Kongressleiter

Sie sind als Kongressverantwortlicher

Dr. Fiala nachgefolgt. Was

haben Sie vom Konzept her übernommen,

was hat sich geändert?

Ich habe von Dr. Walter Fiala das

über mehr als 50 Jahre ausgereifte

Konzept und das bewährte sowie

erprobte Kongressteam übernommen.

Änderungen hat es in

der Digitalisierung des Kongresses

gegeben, etwa was das Management

und auch die Unterlagen betrifft.

Das Umweltthema wird jetzt

stärker betont, was ist das Ziel?

Die Steirische Akademie für Allgemeinmedizin

möchte als Veranstalterin

ihre Verantwortung im Hinblick

auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit

wahrnehmen. Dabei kommen infrastrukturelle

Maßnahmen zum Tragen,

beispielsweise die Erreichbarkeit

des Veranstaltungsortes sowie

Anreizsysteme für die Benutzung

öffentlicher Verkehrsmittel, Beschaffung,

Material- und Abfallmanagement,

Verpflegung, Energie, Wasser,

soziale Verantwortung und Kommunikation.

Das wird 2022 sicher fortgeführt

und ich hoffe, dass der Kongress

im nächsten November dann

wieder vor Ort in bewährter Art und

Weise der Treffpunkt der Allgemeinmedizin

wird.

Foto: STAFAM

6 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Diagnostik und Therapie von Long-Covid

Fingerspitzengefühl erforderlich

Die Coronavirus-Erkrankung

dauert in der akuten Phase vier

Wochen. Nach weiteren drei

Monaten sollten auch die restlichen

Symptome ausgeheilt

sein. Alles, was länger dauert,

wird als Post-Covid-Syndrom

definiert. Dr. Ralf Harun Zwick

stellt die neue Long-Covid-

Leitlinie vor.

„Der Begriff Long-Covid ist vom Patienten

gekommen. Long-Covid beinhaltet

die postakute Phase und auch

das Post-Covid-Syndrom, weil die

Betroffenen sagen nicht, ich habe

Post-Covid, sondern sagen, ich bin

mittendrin in der Erkrankung“, erklärt

Ralf Harun Zwick. Wie häufig Long-

Covid ist, wird noch diskutiert, aber

letztlich kommt es auf die Patientengruppe

an. Schwer erkrankte, ältere,

multimorbide Menschen, die im KH

waren, haben zu 60 bis 70 % nach

sechs Monaten noch Beschwerden.

Bei leichteren Verläufen und jüngeren

Menschen liegt der Prozentsatz bei

zehn bis 15. Aktuelle Studien haben

gezeigt, dass über die Zeit die Problematik

von selbst abnimmt.

Risikofaktoren für Long-Covid

Auch die Risikofaktoren sind unterschiedlich

nach dem Patientenkollektiv.

Ralf Harun Zwick: „Um an

Covid schwer zu erkranken, sind

Männlichkeit, Multimorbidität, Rauchen,

Übergewicht und sämtliche

Formen der chronischen Erkrankungen

wie COPD, Herzinsuffizienz

oder Diabetes als Risikofaktoren

anzusehen. Das führt eher zu einem

Intensivstationsaufenthalt und auch

mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit

zu Long-Covid.“ Dann gibt

es aber noch Long-Covid-Patienten,

die eine milde Form von Covid haben,

die nicht im Spital waren. Dabei

handelt es sich überwiegend um

junge Frauen.

Hausarzt im Zentrum

„Der Hausarzt sollte in der postakuten

Phase immer untersuchen, ob

die Ursache der Beschwerden vielleicht

nicht eine andere ist. Das ist das

Wichtigste, weil vor lauter Corona vergessen

wir die einfachsten Dinge“, so

Ralf Harun Zwick. Der Hausarzt kennt

seine Patienten gut und weiß normalerweise,

ob ihr Herzproblem, ihr

Blutdruck oder Diabetes gut eingestellt

ist. Oft werden diese Probleme

behandelt und es kommt plötzlich

zum Verschwinden der Long-Covid-

Symptome. „Dann geht es darum,

überproportionale Probleme rasch

zu erkennen und zu beurteilen. Wenn

die Atemnot oder die Erschöpfung

überproportional ist, dann empfehlen

wir in den Leitlinien bereits nach

vier Wochen ein großes Labor und

weitergehende Diagnostik, um dem

Problem auf den Grund zu gehen“,

erklärt der Experte. Andernfalls kann

man ruhig zwei bis drei Monate zuwarten

bis zur Post-Covid-Syndrom-

Schwelle, ob die Beschwerden nicht

von selbst besser werden. Sonst besteht

die Gefahr der Überdiagnostik.

Letztlich ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Deshalb steht der Hausarzt im

Zentrum des Handelns, weil er seine

Patienten besser kennt. Sinnvoll

sind aber auch alle Maßnahmen aus

der Rehabilitation: Ausdauertraining,

Atemübungen, Atemphysiotherapie

und vor allem psychologische Intervention,

um den Menschen die Angst

zu nehmen.

Long-Covid-Leitlinie Kurzfassung:

https://oegam.at/artikel/longcovid-leitlinie-s1-kurz

Diagnostik und Therapie von Long-Covid

Dr. Ralf Harun Zwick, Ärztlicher Leiter

Ambulante Internistische Rehabi litation,

Therme Wien Med

8 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Präventionsmaßnahmen gefragt

Aus medizinischer Sicht ist es

ein zentrales Anliegen, Klimaschutz-

und Klimaanpassungsmaßnahmen

umgehend umzusetzen

bzw. dies bei politisch

Verantwortlichen einzufordern.

Dies hilft, zukünftige Belastungen

für das Gesundheitssystem

zu minimieren.

Im Vordergrund der öffentlichen

Wahrnehmung stehen vor allem direkte

Effekte des Klimawandels, speziell

Extremwetterereignisse. So sind

Hitzeperioden mit erhöhter Sterblichkeit

assoziiert. Starkregenereignisse

mit Überschwemmungen und

Vermurungen gehen akut mit Verletzungen

und Todesfällen, zudem aber

auch über Traumatisierungen mit

Posttraumatischen Belastungsstörungen

einher. Langfristige Gesundheitsauswirkungen

können sich auch

durch Schimmelbildung nach Wasserschäden

entwickeln. Weiters können

aus überfluteten Altlasten Problemstoffe

ausgeschwemmt werden

und ins Grundwasser gelangen.

Migration durch Unwetter

Die Häufung von Unwettern macht

auch innerstaatliche Migrationsbewegungen

und sogar Absiedelungen

wahrscheinlicher. Dies kann zu

Verlustgefühlen und Distress führen.

Diese eher unbekannten Facetten der

Folgen von Klimawandel brauchen

mehr (medizinische) Beachtung.

Ebenso die Schwierigkeiten in der

ambulanten Versorgung betagter und

pflegebedürftiger Menschen, wenn

Regionen auf normalem Weg nicht

zugänglich sind. „Bestimmte Medikamente

– etwa Diuretika, Antihypertensiva

und Psychopharmaka – sind

während Hitzeperioden anders zu

dosieren. Hier müssen Ärzte im Vorfeld

proaktiv Patienten informieren,

was häufig noch zu wenig geschieht“,

erörtert Prof. Dr. Hans-Peter Hutter.

Darüber hinaus sind indirekte Effekte

zu berücksichtigen. Dazu zählen

die Verschiebung von Klimazonen

und die potenzielle Mitverschiebung

daran geknüpfter Krankheiten (z.B.

West-Nil-, Dengue-Fieber) sowie die

Verbreitung gebietsfremder „tropischer“

Krankheitsüberträger in unseren

Breiten (z.B. Asiatische Tiger- und

Buschmücke).

Gefahr Allergene

Gesundheitsrelevant sind auch Allergene.

Das aus Nordamerika stammende

Ragweed ist für Allergiker

schon jetzt ein erhebliches Problem.

Bei heimischen allergenen Pflanzen

können sich durch klimatische Veränderungen

die Vegetationsphasen

und damit die Allergiesaison verlängern.

Während Gesundheitsrisiken

durch „exotische“ Infektionskrankheiten

derzeit noch als gering einzuschätzen

sind, warten dennoch

enorme Aufgaben auf das Gesundheitswesen:

etwa Überlegungen, wie

die Primärversorgung im Fall von

großräumigen Überschwemmungen

gewährleistet werden kann; oder wie

besonders hitzevulnerable Gruppen,

wie alleinstehende ältere Menschen

mit geringerem sozio-ökonomischen

Status, entsprechend versorgt werden

können. Dies erfordert maßgeschneiderte

Konzepte. Allen Folgen

des Klimawandels und ihrer Prävention

ist der hohe (finanzielle) Aufwand

gemein. „Akteure im Gesundheitsbereich

können wichtige Verbündete für

die Umsetzung und Kommunikation

präventiver Maßnahmen, wie mehr

aktive körperliche Bewegung und

weniger Fleischkonsum, sein – denn

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“,

so Hans-Peter Hutter.

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

OA Assoz. Prof. Priv.-Doz. DI Dr.

Hans-Peter Hutter, Abteilung für

Umwelthygiene und Umweltmedizin,

Zentrum für Public Health, MedUni Wien

10 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Umwelt – Nachhaltigkeit – Zukunft

Eine nachhaltige Kongresswelt

Ein Kongress beansprucht große Mengen an Ressourcen und verursacht

Emissionen, die die Umwelt beeinträchtigen. Die Steirische

Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM) hatte dieses Jahr die

„Challenge angenommen“ und auch in Zukunft wird besonderes

Augenmerk auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit gelegt.

So wurden für den 51. Kongress für Allgemeinmedizin, über das

Projekt „Miteinand im Almenland“, Up cycling-Laptoptaschen

hergestellt. Da der Kongress leider auch heuer abgesagt werden

musste, werden die Taschen demnächst allen angemeldeten

Kongressteilnehmern mit der Post zugeschickt, inkl. Block,

Blei stift und Diaskriptum vom Kongress.

Seit heuer wird beim Allgemeinmedizinkongress

großes Augenmerk

auf Abfall- und Plastikvermeidung,

umweltfreundliche Inhaltsstoffe

aber auch auf soziale Nachhaltigkeit

gelegt. Denn während ökologische

Nachhaltigkeit den weitsichtigen

und rücksichtsvollen Umgang mit

natürlichen Ressourcen beschreibt,

ermöglicht soziale Nachhaltigkeit

eine stabile Gesellschaft, an der alle

Mitglieder teilhaben können und die

menschliche Würde sowie Arbeitsund

Menschenrechte über Generationen

hinaus gewährleisten soll.

und Asylwerbern, indem es ihnen

eine sinnvolle und zugleich umweltfreundliche

Beschäftigungsmöglichkeit

gibt. Menschen aus mehr

als zehn Nationen stellen in Zuge

dieses Projektes umweltfreundliche

Taschen aus Stoffresten mit

gespendeten alten Nähmaschinen

her. Der Taschenverkauf ist nicht

gewinn orientiert. Mit den Einnahmen

werden die Arbeitsleistungen

der Asylwerberinnen abgegolten, ein

etwaiger Überschuss wird einer gemeinnützigen

Organisation gespendet.

Alle Infos: www.passail.at

Für den Allgemeinmedizinkongress

hat die STAFAM die Laptoptaschen

als Umhängetaschen von den asylwerbenden

Frauen schneidern lassen,

um ihnen eine sinnvolle Beschäftigung

zu geben, aber auch um

ihnen Wertschätzung für ihre Arbeit

entgegenzubringen. Jede Tasche ist

ein Unikat und steht für eine Herstellung

ohne Kunststoff und Verpackungsmüll,

dafür aber für größtmögliche

Nutzung wertvoller Ressourcen

und für soziale Nachhaltigkeit.

Auch innen hui!

Da leider auch heuer der 51. Kongress

für Allgemeinmedizin abgesagt

werden musste, werden die

Kongress taschen demnächst allen

angemeldeten Kongressteilnehmern

mit der Post zugeschickt. In

jeder Kongress tasche befinden sich

KRKA – WEIL GRÜN NICHT NUR EINE FARBE IST,

SONDERN EIN TEIL UNSERER KULTUR.

Gut verpackt - Taschen mit Sinn

Bei der Herstellung der heurigen

Kongresstaschen wurden sämtliche

Aspekte der Nachhaltigkeit

miteinander verbunden. Für den

Allgemeinmedizinkongress hat die

STAFAM heuer gemeinsam mit der

Firma KRKA die Kongresstaschen

beim Projekt „Miteinand im Almenland“

herstellen lassen. „Miteinand

im Almenland“ ist eine Initiative,

die in der oststeirischen Marktgemeinde

Passail ins Leben gerufen

wurde. Dieses Projekt dient der Unterstützung

von Asylwerberinnen

Wir reduzieren und

kontrollieren unsere

CO ²

-Emissionen

ständig: Effektive

Entstaubungssysteme,

Filtersysteme,

Kondensatorkolonnen

und thermische

Abluftreinigung

sorgen dafür, dass

99,7 % aller Partikel,

die bei der Produktion

entstehen,

entfernt werden.

Wir senken den

Wasserverbrauch

und verbessern das

Wassermanagement

stetig: Krka führt

jährlich etwa 17.000

Analysen von mehr

als 3.500 Abwasserproben

aus der

Produktion und aus

unserer Kläranlage

durch.

Wir verbessern die

Energieffizienz: In

den letzten Jahren

haben wir unsere

CO ²

-Emissionen

um 17.000 Tonnen

reduziert. Die Auswirkungen

sind

vergleichbar mit

der Pflanzung von

85.000 Bäumen. Das

heißt, dass wir für

dieselbe Leistung

weniger Energie

verbrauchen.

#SoGehtGesundheit.GEMEINSAM.

Ein fortschrittliches

Abfallmanagement

sorgt für die getrennte

Sammlung

und den Transport

von Abfällen. In den

letzten 4 Jahren ist

es uns gelungen, die

Menge der recycelten

Abfälle um 18 %

zu erhöhen.

KRKA investiert

0,5% der jährlichen

Einnahmen für den

Umweltschutz –

2019 waren das

fast 7,7 Mio. Euro.

HCS

alternova

TAD

12 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021


KONGRESS

JOURNAL

Foto: Josefa Ranzenhofer

Für den Allgemeinmedizinkongress hat die STAFAM im Zuge des Projekts „Miteinand im Almenland“ Upcycling-Laptoptaschen

von asylwerbenden Frauen nähen lassen. Jeder Kongresstasche sind ein Notizblock und ein Stift beigelegt.

Beides stammt von zwei Unternehmen, die sich auch in der Produktion an der Nachhaltigkeit orientieren. Die Kongresstaschen

werden allen Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern mit der Post zugeschickt.

Foto: Walter J. Stöckl

das Diaskriptum vom Kongress, ein

Notizblock und ein Bleistift. Der Notizblock

stammt von KRKA, einem

Unternehmen, das eine nachhaltige

Produktion, z.B. Verwendung

nachwachsender Rohstoffe und

zertifizierter Druckfarben, vorweist

(siehe Kasten). Die Bleistifte werden

von Jazz Pharmaceuticals® zur Verfügung

gestellt. Denn das Thema

Nachhaltigkeit begleitet das Unternehmen

täglich bei seinen Produktionsprozessen.

Ausdruck der Nachhaltigkeit

Auch bei der Auswahl der Namen-

Badges wird die STAFAM in Zukunft

darauf achten, dass diese den Standards

des FSC-Zertifikates (FSC = Forest

Stewardship Council) gerecht

werden. Sowohl der Druckbogen als

auch das Laminat können wiederverwertet

und zu Papier verarbeitet

werden und stellen keine Gefahr bei

der weiteren Abfallaufbereitung dar.

Die Programmhefte wurden schon

heuer ohne Plastikverpackung versandt.

Tagesaktuelle Informationen

werden beim Kongress in Zukunft

auf Plakaten präsentiert und können

mittels eines QR-Codes auf

Nachhaltige Biopharmazie

Mobilgeräte geladen werden. Programmhefte,

Plakate und Vortragsbände

wurden nach den Standards

der PEFC und FSC von einer mit

dem österreichischen Umweltzeichen

zertifizierten Druckerei produziert.

Sämtliche für Kongressteilnehmer

notwendige Drucksorten,

wie Seminar-Skripte und Vortragsbände,

werden aber (in reduzierter

Auflage) mit Gutschein am Kongress

weiterhin erhältlich sein.

Jazz Pharmaceuticals © ist ein globales Biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt Onkologie

und Neurologie und Entwicklung lebensverändernder Therapien für Menschen mit schwerwiegenden

Erkrankungen. Das Thema Nachhaltigkeit begleitet uns täglich und beginnt in unseren

Produktionsprozessen. Nähere Informationen finden Sie bitte unter ww .jazzpharma.com

Übermäßige Schläfrigkeit trotz Narkolepsie – oder

Obstruktive Schlafapnoe Therapie?

Sunosi ® (Solriamfetol) kann helfen und wird angewendet zur Verbesserung der Wachheit und zur

Reduktion übermäßiger Schläfrigkeit während des Tages bei erwachsenen Patienten mit Narkolepsie

(mit oder ohne Kataplexie) sowie bei erwachsenen Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA),

deren übermäßige Tagesschläfrigkeit (EDS – Excessive Daytime Sleepiness) durch eine primäre

OSA-Therapie, wie z. B. eine CPAP-Therapie (CPAP, continuous positive airway pressure), nicht

zufriedenstellend behandelt werden konnte. Verweisen Sie Ihre Patienten bitte an den behandelnden

Facharzt bzw. an ein Schlaflabor! Weitere Informationen finden Sie unter ww .sunosi.de

Sunosi ® Austria Kodex Fachinformation

Freigabenummer AT-SOL-2100008

Fachkurzinformation siehe Seite 26

Lockdown-Ausgabe 2021 KONGRESSJOURNAL 13


KONGRESS

JOURNAL

Gastkommentar von Ronny Tekal

Humor als Medikament

Seit einem Vierteljahrhundert bin ich nun im Besitz einer

Promotionsurkunde und damit Doktor der gesamten

Heilkunde, ein Vierteljahrhundert stehe ich schon als

Kabarettist auf der Bühne und seit einem Vierteljahrhundert

versuche ich herauszufinden, worin genau der

Unterschied zwischen diesen beiden Disziplinen besteht.

Denn Absurditäten und Heilung finden sich gleichermaßen

in Medizin und Kabarett. Und wo ich in dem einen Beruf

die Menschen tatsächlich wieder gesünder nach Hause

entlassen kann, so lässt sich das vom Arztberuf nicht

zwangsläufig behaupten.

Dennoch wird das Lachen oft belächelt, wenn es darum

geht, dessen Heilungseffekte zu dokumentieren. Die

medizinisch-wissenschaftliche Community steht

schließlich nicht im Ruf, die Lachwurz entdeckt und als

Arznei eingesetzt zu haben. Humor ist jedoch genau

jene Essenz, an der es für ein gutes Miteinander in der

Klinik meist mangelt. Und Humor bedeutet dabei nicht,

Witze zu machen, sondern beschreibt eine gewisse

heitere Grundstimmung.

So wurde die professionelle Bespaßungsbranche in der

Pandemie als gesellschaftlich wenig relevant erachtet.

Dabei hat sie eine Menge zur Gesundung der Bevölkerung

beigetragen. Auch wenn die gesundheitlichen Effekte

des Humors nicht doppelblind randomisiert geprüft sind

– dazu müsste man einer Gruppe gute Pointen und einer

Kontrollgruppe schlechte Kalauer liefern – so vergisst

man zumindest während des Lachens im Kabarett, dass

man krank ist. Die Nebenwirkungen halten sich ebenso

in Grenzen, so sich nicht ein bereits abgelaufener Witz

auf den Magen schlägt. Eine Eintrittskarte auf Rezept

und in der grünen Box wäre also wünschenswert. Die

zähen Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern,

um dieses Ansinnen in die Tat umzusetzen, wären aber

voraussichtlich selbst gelebtes Kabarett.

Ob Lachen nun tatsächlich die beste Medizin ist (oder

doch Insulin, so man Diabetiker ist), mag man diskutieren.

Die gesunde Distanz, die man mit Humor jedoch

einnimmt, um sich ein festgefahrenes Problem aus

der Außenperspektive anzusehen, lohnt allemal. Einen

Schritt zurück machen, den Ordinationsalltag, die Patienten

und vor allem sich selbst in seiner ganzen Ernsthaftigkeit

nicht mehr ganz so ernst zu nehmen, bringt

auf jeden Fall Entspannung ins Leben.

Dr. Ronny Tekal, Arzt für Allgemeinmedizin,

Medizinkabarettist und Ö1-Radiodoktor, Wien

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Fachkurzinformationen Seite 25

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KONGRESS

JOURNAL

Neue Impfstoffe, neue Technologien

Zwischen Angst und Hoffnung

Dr. Christian Geyer spricht im

Interview mit dem Kongressjournal

über seine Erfahrungen

mit über 5.000 von ihm mit

den neuen Impfstoffen geimpften

Personen, diverse Ängste,

Unfähigkeiten der Politik und

wie die Zukunft mit dem Virus,

der die Welt veränderte, weitergehen

wird.

Wie sieht die derzeitige Entwicklung

rund um die Impfstoffe aus?

Es tut sich permanent sehr viel. Wir

haben in Österreich und in der EU

zurzeit zwei mRNA- und zwei Vektorimpfstoffe

zugelassen. Andere

Impfstoffe, wie Sputnik V und ein

paar inaktivierte Ganzvirusimpfstoffe,

sind bei der Europäischen Arzneimittelbehörde

zur Begutachtung.

Der neue Impfstoff, der derzeit in

aller Munde ist, ist von Valneva und

nennt sich VNA2001. Es handelt

sich um einen klassischen Totimpfstoff

mit sehr guten Daten. Sie sind

vergleichbar mit denen der mRNA-

Impfstoffe, aber auch vom VNA2001

werden zwei Impfungen notwendig

sein. Ein adäquater Impfschutz, wie

mit mRNA nach dem dritten Stich,

wird sicherlich nach dem ersten Stich

noch zwei bis drei Monate dauern. Der

VNA2001 wird voraussichtlich erst ab

April 2022 zur Verfügung stehen. Angesichts

der hohen Infektionszahlen

bringt es nichts, darauf zu warten.

Ansonsten befinden sich sehr gute

Medikamente in der Pipeline. Sie

werden teilweise in England schon

eingesetzt und konnten eine Reduktion

der Hospitalisierung und der

Mortalität um 50 Prozent bewirken.

Dr. Christian Geyer, Arzt für

Allgemeinmedizin, Facharzt für

Lungenkrankheiten, Strallegg

Wie sehen Sie das Problem der

Impfdurchbrüche?

Impfdurchbrüche sind etwas völlig

Normales. Die Impfung schützt ja

vor einer schwereren Erkrankung und

nicht vor einer Infektion. Zum Beispiel:

Die Zeckenimpfung kann Sie

nicht vor einem Zeckenbiss schützen,

aber sehr wohl davor, dass Sie

an der gefürchteten Meningoencephalitis

erkranken. Generell sehen

wir an den Daten aus England und

vor allem Israel, dass bei den Durchbruchsinfektionen

die mRNA-Impfstoffe

bezüglich der Delta-Variante

einen gewissen Vorteil gegenüber

den Vektorimpfstoffen haben. Neueste

Daten aus Israel zeigen, dass

der dritte Stich die Wahrscheinlichkeit,

dass ein Geimpfter schwerer erkrankt,

noch einmal um 90 Prozent

reduziert. Wir werden also bei den

Geimpften nur noch zehn Prozent

der jetzigen Impfdurchbrüche haben.

Wenn wir das schnell auf die Reihe

bekommen, bin ich guten Mutes,

dass bei einer Durchimpfungsrate

Foto: Sissi Furgler

von 90 Prozent und einem dritten

Stich Covid hauptsächlich nur noch

ein Problem der Ungeimpften ist

und kein Problem mehr für das gesamte

Gesundheitssystem.

Wann ist die Auffrischung sinnvoll?

Bei Johnson weiß man mittlerweile,

dass man nach 28 Tagen nachimpft,

um einen adäquaten Schutz zu erreichen.

Die Wirkung der mRNA-

Impfstoffe wird anscheinend nach

vier, fünf Monaten abgebaut. Daher

empfiehlt die österreichische Impfkommission

den dritten Stich nach

sechs Monaten. Ich denke, diese

Empfehlungen werden sich noch

auf vier Monate reduzieren. Wenn

jemand beruflich sehr exponiert ist

und viele Kontakte pflegt, empfehle

ich auf jeden Fall den dritten Stich.

Wie steht es um die Thrombosengefahr

aufgrund der Impfung?

Man hat gesehen, dass bei 100.000

Geimpften etwa zwei Thrombosen

aufgetreten sind. Man darf dabei

aber nicht vergessen, dass auch bei

nicht geimpften, gesunden Personen

Thrombosen auftreten. Diese Zahl ist

daher äußerst gering! Da Thrombosen

vor allem bei den Vektorimpfstoffen

aufgetreten sind, wurde die Empfehlung

ausgesprochen, bei Menschen

mit einer Thrombose-Anamnese,

eher den mRNA-Impfstoff zu verwenden

(wobei die Thrombosen

nach einer Impfung einem anderen

Pathomechanismus folgen als „normale“

Thrombosen). Daher stellen

Thrombosen in der Anamnese auch

keine Kontraindikation für eine Impfung

dar! Man muss aber auch klar

sehen, dass Thrombosen eine sehr

häufige Komplikation einer Coronaerkrankung

sind. Auf 100.000 Er-

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KONGRESS

JOURNAL

krankte sind etwa 1.500 Thrombosen

aufgetreten – im Vergleich zu zwei bei

den Geimpften. Das ist ein sehr geringer

Wert im Verhältnis zur Gefährdung

durch die Erkrankung selbst.

Ob ein Totimpfstoff dieses geringe

Risiko nicht auch in sich birgt, kann

man noch nicht sagen, weil wir keine

Langzeiterfahrungen haben. Unterm

Strich werden sich vermutlich keine

großen Unterschiede zeigen.

Kann es zu einer Überdosis

kommen?

Nein. Im Grunde genommen wirken

diese Vektor- und mRNA - Impfstoffe

wie Totimpfstoffe, sie können sich

nicht selbst vermehren, sie werden

vom Körper abgebaut. Tetanusimpfungen

werden z.B. auch sofort bei

einer Verletzung verabreicht, wenn

die betroffene Person nicht weiß,

wann die letzte Impfung erfolgt ist.

Wann macht ein Antikörper-Titer

Sinn?

Da mit unterschiedlichen Labormethoden

gearbeitet wird, die nicht international

validiert sind, bringt die

Antikörperbestimmmung zwar ein

nachvollziehbares Ergebnis im Verlauf

hervor, aber die Titerhöhen sind

nicht miteinander vergleichbar. Außerdem

reagieren Menschen individuell.

Man weiß nicht - egal wie hoch

der Titer ist –, wann es zu einem Abfall

kommt und wie lange diese Titerhöhe

aus der Labormethodik noch

ausreichend ist. Zudem haben wir

verschiedene Mutationen. Als sinnvoll

erachte ich, eine Titerbestimmung

sechs bis acht Wochen nach

einer vollständigen Immunisierung

zu machen, um zu sehen, ob sich

überhaupt Antikörper entwickelt haben.

Denn wir wissen, dass nicht jeder

Mensch nach einer Impfung Antikörper

entwickelt. Diese klassischen

„Impfversager“ müssen noch einmal

nachgeimpft werden oder den Impfstoff

wechseln. Immuninkompetenten

Personen, die durch eine Erkrankung

oder durch Medikamente, die

das Immunsystem beeinträchtigen,

ein schlechtes Immunsystem haben,

wird international empfohlen,

nach der ersten Impfserie eine Titerbestimmung

zu machen.

Welche sind die großen Ängste

Ihrer Patienten?

Am Anfang war die Genmanipulation

das Thema, jetzt ist vor allem die

Angst vor Thrombosen sehr groß. Bei

den jungen Frauen hält sich hartnäckig

die Angst, dass sie keine Kinder

bekommen können, weil die Impfung

angeblich unfruchtbar macht – das

ist wissenschaftlich unmöglich und

belegt. Da ist leider sehr wenig an

effektiver Aufklärungsarbeit passiert.

Wir haben zudem in Österreich den

sozialen Medien die Macht überlassen

– noch dazu in einem Land, das

ohnehin traditionell über sehr niedrige

Durchimpfungsraten verfügt.

Wie stehen Sie zum Impfzwang?

Ich finde ihn notwendig. Es gibt viele

Länder, wo es einen gibt und wo

er gut funktioniert. Falsch war, mit

vielen Maßnahmen zu lange zu warten,

divergierende Informationen

zu überbringen und oft hinten nach

zu sein. Es sind meist Politiker und

nicht fachkompetente Experten vor

der Kamera gestanden. Ein Wissenschaftler

hätte immer gesagt, was

passieren könnte – Politiker bringen

die Botschaft, die gut klingt. Aber

wenn die politische Führung eine

tägliche Meisterschaft im „Ich nehme

alles zurück und behaupte das

Gegenteil“ startet, bleibt eine orientierungslose

und frustrierte Gesellschaft

zurück. Ich wäre ein Freund

der 1G-Regel für ganz Österreich

gewesen. Wenn wir so eine Maßnahme

einfach und klar kommuniziert

hätten, dann hätten wir eine hohe

Durchimpfungsrate – wie in anderen

Ländern auch – und nicht so eine

Spaltung in der Bevölkerung.

Was sind Ihre Hoffnungen?

Die Hoffnung ist, dass sich die Menschen

darauf besinnen, nicht die Demokratie

nur als Schild für ihre eigenen

Bedürfnisse vor sich herzutragen,

sondern sich wieder bewusst werden,

dass Rechte auch mit Pflichten verbunden

sind. Ich wünsche mir, dass

man wieder zusammensteht und

dass sich unsere Politiker bewusst

werden, dass es ein Unterschied ist,

ob man über eine Parteienförderung

im Nationalrat streitet oder darüber,

ob man Menschen impft oder mit

Pferdeabführmitteln behandelt.

Zwischen Angst und Hoffnung –

Neue Impfstoffe, neue Technologien

Dr. Christian Geyer,

Arzt für Allgemeinmedizin, Strallegg

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KONGRESS

JOURNAL

Rasche Untersuchung der Wirbelsäule und Gelenke

Zuhören und Begreifen

Oft wird aus Zeitmangel auf die Untersuchung der Wirbelsäule

und Gelenke in Allgemeinpraxen zu wenig Wert gelegt. Dr. Martin

Steiner zeigt daher, wie man einfach und effizient Patienten untersuchen

kann und dabei schnell Differentialdiagnosen bei Nacken-,

Schulter- und Armbeschwerden sowie bei Kreuz-, Hüft- und Knieschmerzen

stellen kann.

Für eine exakte Anamnese hilft es,

mit wenigen, aber gezielten Fragen

rasch Hinweise auf Ursachen von

Schmerzen zu bekommen. Am besten

erzählen die Patienten selbst,

seit wann sie Schmerzen haben,

wie alles begonnen hat, wodurch es

besser oder schlechter wurde, was

schon untersucht wurde und welche

Behandlungen ihnen geholfen oder

nicht geholfen haben. „So gelingt

es mir meist, innerhalb kurzer Zeit

durch Anamnese und klinische Untersuchung,

eine Verdachtsdiagnose

zu stellen“, schildert Martin Steiner

seine Vorgehensweise. „Nach

der Anamnese erhebung folgt die

körperliche Untersuchung. Danach

sehe ich mir Röntgen- oder MR-Bilder

an und erst danach lese ich die

Befunde. Viele Patienten sind sehr

überrascht, wenn ich ihre Befunde

zunächst zur Seite schiebe, mich für

sie interessiere und von ihnen ihre

Geschichte hören möchte. Immer

wieder bekomme ich von ihnen zu

hören, dass sie noch nie so genau

untersucht worden sind, dass sie

noch nie wenigstens die schmerzende

Stelle oder, zur Gesamtbeurteilung

der Wirbelsäule, sich zur

Gänze bis auf die Unterwäsche entkleiden

mussten. Das schafft aber

eine gute Vertrauensbasis und die

Patienten nehmen meine Therapieempfehlung

ernst.“

Sich selbst ein Bild machen

Martin Steiner schaut sich auch

die Röntgenbilder selbst an, um in

Zusammenschau mit den Symptomen

zu beurteilen. „Der Radiologe

beschreibt Veränderungen, hat

aber nicht das klinische Beschwerdebild

des Patienten vor sich, und

auch die oft ungenaue Zuweisungsdiagnose

erschwert seine Arbeit,

wodurch es zu Fehlinterpretationen

des Röntgenbildes kommen

kann“, begründet der Experte.

Therapeutische Lokalanästhesie

Mit guten anatomischen Kenntnissen

und ausreichender Übung

gelingt es leicht, mithilfe einer Infiltration

das Medikament direkt an

den Ort der Schmerzentstehung zu

bringen. „Ich erreiche auf diese Weise

mit der kleinsten Menge eines

Medikamentes die größtmögliche

Wirkung. Dem wird oft entgegengehalten,

dass es ja gefährlich sei

und zu Infektionen oder Blutungen

führen könne. Dieses Risiko ist bei

sachgemäßer Durchführung der Infiltration

sehr gering. Durch Gabe

von NSAR kommt eine viel größere

Zahl an Patienten durch Nebenwirkungen

zu Schaden“, so der Experte.

Martin Steiners Take-Home-Message:

„Benutzen Sie Ihre Hände, um

die Patienten zu ,begreifen‘. Neben

der Evidence-based Medicine gibt

es auch eine Experience-based Medicine.

Wir sollen unter Gebrauch

unserer Sinne und unserer Erfahrung

unserem gesunden Menschenverstand

vertrauen und damit aus

der ‚High-Tech-Medizin‘ wieder eine

‚Heilkunst‘ machen. Unsere Patienten

werden es uns danken.“

Rasche und effiziente Untersuchung und

Therapie von Wirbelsäule und Gelenken

Dr. Martin Steiner, Arzt für Allgemeinmedizin,

Schwerpunkt konservative Orthopädie, Graz

18 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Ayurveda

Wissenschaft über das Leben

Dass es Sinn macht, sich für

den Ayurveda zu interessieren,

weiß Daniel Scheidbach aus

eigener langjährigen Erfahrung

– und mittlerweile auch aus

Studien, die die Wirksamkeit

von Ayurveda bestätigen.

Ayurveda ist vielen aus der Wellnessindustrie

bekannt und in Österreich

eher dem Yoga- und Komplementärmedizinsegment

zugeordnet. Die

„Wissenschaft über das Leben“ aus

Indien hat aber zudem für evidenzbasierte

Medizin einiges zu bieten.

Das geht von der Blutegeltherapie

und der Manualtherapie über eine

lange Tradition der Beobachtung

krankheitsauslösender Faktoren bis

hin zu einer breit aufgestellten Phytotherapie

mit Jahrtausende alten Methoden,

Blut-Hirn-Schranke (durch

Nasenöle) und First-Pass-Effekt

(durch Kräuterauszug- und Kräuteröleinlauf).

Mehr Studien wünschenswert

„Zugegeben, es gibt unter der Vielzahl

an Studien noch wenige, welche

sich wirklich gut herzeigen lassen.

Die meisten guten Studien wurden

in westlichen Ländern durchgeführt“,

erklärt Daniel Scheidbach. „So konnte

zum Beispiel bei der Behandlung von

Kniearthrose mittels randomisierter

Studie aus der Abteilung für Naturheilkunde

im Immanuelkrankenhaus

Berlin (in Zusammenarbeit mit der

Charité Berlin) gezeigt werden, dass

Ayurveda doppelt so gute Effekte erzielen

kann, verglichen mit konventioneller

Therapie. Inkludiert waren 151

Patientinnen und Patienten und zwei

weitläufige Therapiearme mit unterschiedlichen

Subkonzepten („whole

system research“). Systemimmanent

wurde für die Ayurvedamassage und

Arztgespräche mehr Zeit aufgewendet,

als das für Physiotherapie und

Fachordinationen der Fall war (siehe

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29426006).

„Jedenfalls hätte

diese Studie bei den Orthopäden zu

einem Aufschrei führen müssen, an

der Evidenz allein kann es also nicht

liegen, dass wir noch immer spritzend

zuwarten, bis das Kniegelenk ausgetauscht

wird“, so Daniel Scheidbach.

Stressmanagement für

Körper und Geist

Der Ayurveda hatte durch die Beziehung

zum Yoga außerdem hinreichende

Mittel für Stressmanagement,

lange vor der modernen

Entwicklung der Psychoimmunologie.

Im Institut für Physiologie in

Graz konnten positive Veränderungen

der Herzratenvariabilität bei

ayurvedischer Stirngussbehandlung

gemessen werden und im Bereich

der Massage- und Ölanwendungen

konnte gezeigt werden, dass fettlösliche

Umweltgifte (einige PCB-

Subformen) sich nach geeigneter

Vorbereitung durch einfache Ölgussanwendungen

aus dem Körper

waschen lassen.

„Im Ayurveda gibt es jede Menge

einfache Tipps und allgemeingültige

Empfehlungen, die Betroffenen dabei

helfen, sich eigenverantwortlich um

sich selbst zu kümmern“, schildert

Daniel Scheidbach die Vorteile. „Das

geht über die Wirkung von Kurkumawasser-Gurgeln

bei beginnenden

Halsschmerzen bis hin zur Vermeidung

von bestimmten Nahrungsmitteln

bei unterschiedlichen Erkrankungen“,

erklärt Daniel Scheidbach. „Sich

selbst wieder zu spüren hilft, Krankheit

vorzubeugen.“

Ayurveda – Grundlagen, Evidenz,

medizinische Möglichkeiten für Körper

und Psyche

Dr. Daniel Scheidbach, Arzt für Allgemeinmedizin,

Ayurvedapraxis, Seiersberg-Graz

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KONGRESS

JOURNAL

Wissenswertes über die Schilddrüse

Der Schmetterling im Hals

„Überfluss und Mangel“ an

Schilddrüsenhormonen machen

sich in der Allgemeinmedizinpraxis

als Hyper- und Hypothyreose

häufig bemerkbar.

Dr. Erwin Rebhandl informiert

über die rechtzeitige Erkennung

einer Funktionsstörung

der Schild drüse, die Diagnostik

und die Kontrolle der laufenden

Therapie.

Die Schilddrüse produziert die Hormone

L-Thyroxin (T4) und Trijodthyronin

(T3). Schilddrüsenhormone

sind mitverantwortlich für eine

normale Entwicklung im Kindesalter

und beim Heranwachsenden

und sorgen beim Erwachsenen für

das reibungslose Funktionieren von

Stoffwechsel und Energiehaushalt.

Sie wirken auf Herz und Kreislauf,

Nervensystem und Muskulatur,

Haut, Haare und Fingernägel, auf

den Magen- und Darmtrakt, aber

auch auf das Temperament und die

Stimmungslage. Die Schilddrüse

unterliegt der Steuerung durch den

Hypothalamus und die Hypophyse.

Zu viel oder zu wenig?

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenstörung

ist eine ausführliche Anamnese

sehr wichtig. Gefragt wird meist

nach Gewichtsab- oder –zunahme,

Zunahme des Halsumfanges,

Druckgefühl im Hals, Änderung der

Stuhlgewohnheiten, Unverträglichkeit

von Hitze oder Kälte, Tachycardie

oder Herzrhythmusstörungen.

Wichtig sind auch Vorerkrankungen

oder in der Vergangenheit durchgeführte

Operationen der Schilddrüse

sowie Schilddrüsenerkrankungen in

der Familie. Aus dem Blut werden

der TSH- und Schilddrüsenhormonwerte

ermittelt. Bei entsprechendem

Verdacht werden auch

schilddrüsenspezifische Antikörper

bestimmt. Damit kann eine Hypooder

Hyperthyreose relativ einfach

festgestellt werden. In weiterer Folge

wird dann eine Sonographie und

bei Knoten in der Schilddrüse eine

Szintigraphie durchgeführt.

Strumatherapie

Eine Vergrößerung der Schilddrüse

wird als Struma bezeichnet. Die

wichtigsten Ursachen sind Jodmangel,

eine erbliche Komponente,

Entzündungen, Autoimmunerkrankungen

sowie gutartige und bösartige

Tumoren. Wenn die Schilddrüsenhormone

normal sind, machen

meist nur große Kröpfe, Entzündungen

und Tumoren Beschwerden,

z.B. durch Schmerz oder Einengung

der Luftröhre mit Atemnot.

Wird zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormon

erzeugt, entstehen die

entsprechenden Beschwerden einer

Überfunktion (Hyperthyreose) oder

Unterfunktion (Hypothyreose). Wenn

eine Struma mit normalen oder erniedrigten

Hormonspiegeln vorliegt,

werden Schilddrüsenhormone verordnet,

um weiteres Wachstum zu

verhindern oder eine Verkleinerung

des Kropfes zu erreichen.

Bei korrekter Dosierung sind Nebenwirkungen

selten. Überdosierung

kann zu Nervosität, Schlaflosigkeit,

Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen

führen. Laborkontrollen

sind notwendig. Insbesondere

wenn eine Schwangerschaft eintritt,

darf das Schilddrüsenhormon nicht

ohne Kontrolle abgesetzt werden.

Wenn der Kropf groß ist oder trotz

Therapie wächst, Beschwerden bestehen

oder Verdacht auf einen malignen

Tumor vorliegt, ist meist eine

Operation notwendig. Eine Verkleinerung

einer Struma mit Hyperthyreose

kann auch durch eine Radiojodtherapie

erreicht werden.

Die Schilddrüse

Dr. Erwin Rebhandl, Arzt für Allgemeinmedizin

im GZ Haslach, Univ.-Lektor an

der Med. Fakultät der JKU Linz, Institut für

Allgemeinmedizin

20 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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Typ-2-Diabetes

DIE KRAFT MEHR

ZU ERREICHEN

Jardiance ® ist der einzige SGLT2i

mit signifikanter Reduktion des

CV Todes bei T2D 1,3

38 %

RRR FÜR

CV TOD 1,2*

*Erwachsene Patienten mit nicht ausreichend behandeltem

Typ-2-Diabetes und bestehender kardiovaskularer Erkrankung. 1

RRR: relative Risikoreduktion

1) JARDIANCE Fachinformation, Stand Juni 2021. 2) Zinman B et al,

N Engl J Med 2015;373:2117-2128. 3) ÖDG, Antihyperglykämische

Therapie 2021 (Powerpoint), Version 1.1, 03.02.2021, www.oedg.at

AT/JAR/0821/PC-AT-102547

Fachkurzinformationen Seite 26

28-konjo2_AD_Boehringer-Jardiance.indd 210805_Hochformat_A4_druck.indd 1 28 01.12.21 06.08.21 12:12

10:13


KONGRESS

JOURNAL

Suizidprävention

Erste Hilfe für die Seele

In der Suizidprävention spielt

das gesamte Ordinationsteam

eine große Rolle. Im Optimalfall

wird in der Ordination eine

psycho soziale Krise eines

Menschen schnell erfasst und

eine niederschwellige Krisenintervention

eingeleitet. Dr. Anna

Sigmund erklärt, worauf man

achten sollte und was in diesen

Fällen zu tun ist.

Laut WHO sterben weltweit mehr

Menschen an Suizid als durch Krieg,

Mord oder Naturkatastrophen. Laut

Statistik Austria starben im Jahr

2020 in Österreich 1.072 Menschen

an Suizid. Während bei den Suiziden

der Anteil der Männer mit zwei

Drittel überwiegt, ist bei Suizidversuchen

der weibliche Anteil höher.

Experten erwarten als Folge der

Corona-Pande mie eine Zunahme

individueller psychosozialer Krisen

und damit auch einen Anstieg der

Suizidrate bei Risikogruppen.

Suizidabsicht erkennen

Psychische Störungen – und dabei

vor allem die Depression – stellen

die häufigste Ursache für suizidale

Entwicklungen dar. „Die meisten

Betroffenen kündigen ihren Suizid

und ihre Suizid absichten an. Dann

ist es wichtig, dass eine Bezugsperson

den Mut hat, den Betroffenen

darauf anzusprechen und zuzuhören,

was so belastend ist“, erklärt

Anna Sigmund. Doch oft werden

diese Aussagen nicht wahrgenommen,

da sie für übliche Redewendungen

gehalten werden. Oft ist

der Hausarzt die Vertrauensperson

des Betroffenen. Durch die Nähe

zum Patienten und die Kenntnis

seiner Lebenssituation kommt dem

gesamten Ordinations team daher

eine wichtige Rolle in der Suizidprävention

zu. „Eine Statistik belegt,

dass niedergelassene Ärzte eine

Schlüsselfunktion in der Suizidprävention

haben. Bis zu 80 % konnten

wieder ins Leben zurückbegleitet

werden“, so Anna Sigmund.

„Im Optimalfall bemerkt die Ordinationsmitarbeiterin,

dass sich ein

Patient, zum Beispiel im Zuge einer

schwierigen Lebensphase, verändert.

Oft fallen dann Bemerkungen

wie ,wenn alles vorbei wäre, wären

alle Probleme gelöst‘ oder ,das halte

ich nicht mehr aus‘. Dann ist wichtig,

den Hausarzt umgehend zu informieren“,

weiß Anna Sigmund.

Zuhören und Verstehen

Für die Einschätzung der Suizidgefährdung

sind die Fähigkeit zum

Zuhören und das wohlwollende

Verstehen der Situation des Betroffenen

besonders wichtig. Eine

Gesprächssituation, in der der Arzt

Zeit und Raum für eine offene Aussprache

zur Verfügung stellt, spielt

daher eine große Rolle. Die Vermittlung

von Hilfsmöglichkeiten eröffnet

dazu neue Lebensperspektiven.

„Diese ‚Erste Hilfe für die Seele‘ ist

in vielen Fällen auch eine geeignete

Medikation zur Linderung des seelischen

Schmerzes“, so die Expertin.

Danach können weitere professionelle

Hilfen eher angenommen werden.

Professionelle Krisenintervention

Bei akuten Krisen sind die Psychosozialen

Krisen zentren, die österreichweit

zur Verfügung stehen, Ansprechpartner

erster Wahl. Höchste

Suizidgefahr besteht bei Menschen,

die im Gespräch (z.B. bei Alkoholisierung)

nicht mehr erreichbar sind. Sie

benötigen in den meisten Fällen einen

vorübergehenden Selbstschutz

im geschützten Bereich einer psychiatrischen

Klinik.

Suizidprävention – Eine notwendige

Maßnahme in der Gesundheitspolitik

Dr. Anna Sigmund, FÄ für Psychiatrie und

Psychotherapeutische Medizin, Regionalvertreterin

von GO-ON Suizidprävention

Steiermark (Bezirk Leibnitz), Gamlitz

22 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

Fachkurzinformationen Seite 28

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www.diabetes-museum.at

Ein Projekt von

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KONGRESS

JOURNAL

FACHKURZINFORMATIONEN

TAKHZYRO 300 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine

schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung zu melden. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Eine Fertigspritze enthält 300 mg Lanadelumab* in 2 ml Lösung.

*Lanadelumab wird in der Ovarienzelllinie des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary, CHO) mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt.

Liste der sonstigen Bestandteile: Dinatriumphosphat-Dihydrat, Citronensäure-Monohydrat, Histidin, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Wasser

für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: TAKHZYRO wird bei Patienten ab 12 Jahren zur routinemäßigen Prophylaxe von wiederkehrenden

Attacken des hereditären Angioödems (HAE) angewendet. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen

Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Sonstige hämatologische Mittel, Mittel zur Behandlung des Hereditären Angioödems, ATC-Code:

B06AC05 Inhaber der Zulassung: Shire Pharmaceuticals Ireland Limited, Blocks 2 & 3 Miesian Plaza, 50-58 Baggot Street Lower, Dublin 2, Irland

Abgabe: rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen

für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie

Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fach information zu entnehmen. [01]

Firazyr 30 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede 3-ml-Fertigspritze enthält Icatibant-Acetat

entsprechend 30 mg Icatibant. Jeder ml der Lösung enthält 10 mg Icatibant. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriumchlorid, Eisessig

(zur Einstellung des pH-Werts), Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts), Wasser für Injektionszwecke Anwendungsgebiete: Firazyr ist

angezeigt für die symptomatische Behandlung akuter Attacken eines hereditären Angioödems (HAE) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

ab 2 Jahren mit C1-Esterase-Inhibitor-Mangel. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Hämatologika, Mittel zur Behandlung des hereditären Angioödems, ATC-Code: B06AC02. Inhaber der

Zulassung: Shire Pharmaceuticals Ireland Limited, Blocks 2 & 3 Miesian Plaza, 50-58 Baggot Street Lower, Dublin 2, D02 Y754, Irland Abgabe: rezept-

und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung,

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen

sind der veröffentlichten Fach information zu entnehmen. [02]

Cinryze 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung. ▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Pulver-Durchstechflasche zur einmaligen

Verwendung enthält 500 Internationale Einheiten (I.E.) C1-Inhibitor (vom Menschen), hergestellt aus dem Plasma menschlicher Spender. Nach

der Rekonstitution enthält eine Durchstechflasche 500 I.E. C1-Inhibitor (vom Menschen) pro 5 ml entsprechend einer Konzentration von 100 I.E./

ml. Eine I.E. entspricht der Menge C1-Inhibitor, die in 1 ml normalem menschlichem Plasma vorhanden ist. Der Gesamtproteingehalt der rekonstituierten

Lösung beträgt 15 ± 5 mg/ml. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Cinryze-Durchstechflasche enthält etwa 11,5 mg Natrium.

Liste der sonstigen Bestandteile: Pulver: Natriumchlorid, Sucrose, Natriumcitrat, LValin, LAlanin, LThreonin; Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungsgebiete: Behandlung und vor einem medizinisch indizierten Eingriff durchgeführte Prophylaxe von Angioödem-Attacken bei

Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (2 Jahre und älter) mit hereditärem Angioödem (HAE). Routineprophylaxe gegen Angioödem-Attacken bei

Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (6 Jahre und älter) mit schweren und wiederkehrenden Attacken eines hereditären Angioödems (HAE),

bei denen orale prophylaktische Behandlungen nicht vertragen werden oder keinen ausreichenden Schutz bieten, oder bei Patienten, die sich mit

wiederholten Akutbehandlungen nur unzureichend therapieren lassen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der

sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung des hereditären Angioödems, C1Inhibitor, aus Plasma gewonnen,

ATCCode: B06AC01. Inhaber der Zulassung: Shire Services BVBA, Rue Montoyer 47, 1000 Brüssel, Belgien. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig;

wiederholte Abgabe verboten. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen

mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit, sowie Nebenwirkungensind der

veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [03]

LIXIANA 15 mg Filmtabletten, LIXIANA 30 mg Filmtabletten, LIXIANA 60 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung:

Lixiana 15 mg-Filmtabletten: Jede 15 mg-Filmtablette enthält 15 mg Edoxaban (als Tosilat). Lixiana 30 mg-Filmtabletten: Jede 30 mg-Filmtablette

enthält 30 mg Edoxaban (als Tosilat). Lixiana 60 mg-Filmtabletten: Jede 60 mg-Filmtablette enthält 60 mg Edoxaban (als Tosilat). Liste der sonstigen

Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol (E 421), Vorverkleisterte Stärke, Crospovidon, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat (E 470b). Filmüberzug:

Hypromellose (E 464), Macrogol 8000, Titandioxid (E 171), Talkum, Carnaubawachs; Lixiana 15 mg-Filmtabletten: Eisen(III)-hydroxid-oxid x

H2O (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172). Lixiana 30 mg-Filmtabletten: Eisen(III)-oxid (E 172). Lixiana 60 mg-Filmtabletten: Eisen(III) -hydroxid-oxid x

H2O (E 172)). Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, direkte Faktor Xa-Inhibitoren; ATC-Code: B01AF03. Anwendungsgebiete:

Lixiana wird angewendet zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht valvulärem

Vorhofflimmern (NVAF) und einem oder mehreren Risikofaktoren wie kongestiver Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ≥ 75 Jahren, Diabetes mellitus,

Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) in der Anamnese. Lixiana wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung von

tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) sowie zur Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE (siehe Abschnitt 4.4 für Hinweise

zu hämodynamisch instabilen LE-Patienten). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile. Klinisch relevante akute Blutung. Lebererkrankungen, die mit Koagulopathie und klinisch relevantem Blutungsrisiko einhergehen.

Läsionen oder klinische Situationen, wenn diese als signifikantes Risiko für eine schwere Blutung angesehen werden. Dies können

unter anderem akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale Ulzerationen, maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko, kürzlich aufgetretene

Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich durchgeführte chirurgische Eingriffe an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich aufgetretene intrakranielle

Blutungen, bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen, arteriovenöse Fehlbildungen, vaskuläre Aneurysmen oder größere intraspinale

oder intrazerebrale vaskuläre Anomalien sein. Nicht eingestellte schwere Hypertonie. Die gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulanzien,

z. B. unfraktionierte Heparine (UFH), niedermolekulare Heparine (LMWH) (Enoxaparin, Dalteparin etc.), Heparinderivate (Fondaparinux etc.), orale

Antikoagulanzien (Warfarin, Dabigatranetexilat, Rivaroxaban, Apixaban etc.), außer in der speziellen Situation der Umstellung der oralen Antikoagulationstherapie

(siehe Abschnitt 4.2) oder wenn UFH in Dosen gegeben wird, die notwendig sind, um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen oder

arteriellen Katheters zu erhalten (siehe Abschnitt 4.5). Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).. Die Informationen zu den Abschnitten

Dosierung und Art der Anwendung, besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen sowie Nebenwirkungen, Gewöhnungseffekte und Überdosierung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Inhaber der Zulassung: Daiichi Sankyo Europe GmbH, Zielstattstraße 48, 81379 München, Deutschland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht:

Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: November 2020. Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen,

setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung. Österreich: Daiichi Sankyo Austria GmbH; Tel:

+43-(0) 1 485 86 42 0

24 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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FACHKURZINFORMATIONEN

KONGRESS

JOURNAL

Spiolto® Respimat® 2,5 Mikrogramm/2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Die abgegebene

Dosis beträgt 2,5 Mikrogramm Tiotropium (als Bromidmonohydrat) und 2,5 Mikrogramm Olodaterol (als Hydrochlorid) pro Sprühstoß. Die abgegebene

Dosis ist jene Menge, die für den Patienten nach Passieren des Mundstücks verfügbar ist. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Dieses Arzneimittel

enthält 0,0011 mg Benzalkoniumchlorid pro Sprühstoß. Liste der sonstigen Bestandteile: Benzalkoniumchlorid, Natriumedetat, gereinigtes Wasser, 1 M

Salzsäure (zur Einstellung des pHWertes) Tiotropiumbromid ist ein lang wirksamer spezifischer Muskarinrezeptor-Antagonist. Olodaterol weist eine hohe

Affinität und hohe Selektivität für den humanen Beta 2

-Adrenozeptor auf. Anwendungsgebiete Spiolto Respimat ist indiziert als Bronchodilatator zur Dauerbehandlung

der Symptome von erwachsenen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (Chronic Obstructive Pulmonary Disease = COPD).

Gegenanzeigen Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Tiotropium bzw. Olodaterol oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Anamnestisch

bekannte Überempfindlichkeit gegen Atropin oder einen seiner Derivate, z. B. Ipratropium oder Oxitropium. INHABER DER ZULASSUNG Boehringer

Ingelheim International GmbH Binger Straße 173 D-55216 Ingelheim am Rhein Deutschland REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT Rezept- und

apothekenpflichtig Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln

und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Zusätzliche medizinische Informationen erhalten Sie telefonisch

unter 01/80105-7870 bzw. per e-Mail unter MEDmedicalinformation.AT@boehringer-ingelheim.com Stand der Fachkurzinformation: Oktober 2018

FACHINFORMATION (Kurzfassung) Bezeichnung des Arzneimittels: Diproderm® - Creme Diproderm® - Salbe Diproderm® - dermatologische Lösung

Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Ein Gramm enthält 0,5 mg Betamethason (als Dipropionat). Liste der sonstigen Bestandteile

Creme: Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung pro Gramm Creme: Chlorocresol 1 mg, Cetylstearylalkohol 72 mg, Natriumdihydrogenphosphat-

Dihydrat, flüssiges Paraffin, weiße Vaseline, Macrogolcetylstearylether, Phosphorsäure (zur pH-Wert Einstellung), Natriumhydroxyd (zur pH-Wert Einstellung)

und gereinigtes Wasser. Salbe: Weiße Vaseline und flüssiges Paraffin. Lösung: Carbomer 974, Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung),

Isopropylalkohol und gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete Creme, Salbe: Zur Behandlung von entzündlichen und juckenden Hauterkrankungen,

bei denen stark wirksame, topisch anzuwendende Glukokortikoide angezeigt sind, wie z.B. Psoriasis vulgaris, Initialbehandlung des schweren atopischen

Ekzems. Lösung: Zur Behandlung von entzündlichen und juckenden Erkrankungen der Kopfhaut sowie anderer behaarter Körperstellen, bei denen stark

wirksame, topisch anzuwendende Glukokortikoide angezeigt sind, wie z. B. Psoriasis capitis. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile; Hauttuberkulose, luetische Hautaffektionen und Virosen (Herpes, Vaccinia, Variola,

Varizellen etc.) im Behandlungsbereich; Periorale Dermatitis und Rosazea; 1. Trimenon der Schwangerschaft; Impfreaktionen; Durch Bakterien oder Pilze

verursachte Hautinfektionen, sofern keine geeignete anti-infektiöse Begleittherapie durchgeführt wird. Pharmakotherapeutische Gruppe: Wirkungsstarke

Kortikosteroide (Klasse III); ATC-Code: D07A C01. Inhaber der Zulassung: Organon Austria GmbH, Wien E-Mail: medizin-austria@organon.com

Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: August 2021 Weitere Angaben zu Dosierung und Art

der Anwendung, Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige - 2 -

Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, Nebenwirkungen,

Überdosierung, Pharmakologische Eigenschaften und Pharmazeutische Angaben sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen

NILEMDO 180 MG FILMTABLETTEN ▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung

neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden.

Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 180 mg

Bempedoinsäure. Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung: Jede 180 mg Filmtablette enthält 28,5 mg Lactose. Liste der sonstigen Bestandteile:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose (E 460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Hydroxypropylcellulose (Ph. Eur.)

(E 463), Magnesiumstearat (E 470b), hochdisperses Siliciumdioxid (E 551). Filmüberzug: Poly(vinylalkohol) (E 1203), Talkum (E 553b), Titandioxid (E

171), Macrogol 3350 (E 1521). Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen. ATC-Code: C10AX15. Anwendungsgebiete:

Nilemdo wird angewendet bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht-familiär) oder gemischter

Dyslipidämie, adjuvant zu einer Diät: In Kombination mit einem Statin oder einem Statin zusammen mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten,

die LDL-C-Ziele mit der maximal verträglichen Statin-Dosis nicht erreichen (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4) oder als Monotherapie oder in Kombination

mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist. Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6). Gleichzeitige Anwendung mit Simvastatin > 40 mg täglich (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.5). Die Informationen zu den

Abschnitten Dosierung und Art der Anwendung, besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen sowie Nebenwirkungen, Gewöhnungseffekte und Überdosierung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Inhaber der Zulassung: Daiichi Sankyo Europe GmbH, Zielstattstrasse 48, 81379 München, Deutschland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht:

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: Oktober 2021. Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel

wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in Verbindung. Österreich: Daiichi Sankyo Austria

GmbH; Tel: +43-(0) 1 485 86 42 0; info@daiichi-sankyo.at

Nustendi 180 mg /10 mg Filmtabletten▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung

neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise

zur Meldung von Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 180 mg Bempedoinsäure

und 10 mg Ezetimib. Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung: Jede 180 mg/10 mg Filmtablette enthält 71,6 mg Lactose. Liste der

sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose (E 460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Hydroxypropylcellulose

(Ph. Eur.) (E 463). Magnesiumstearat (E 470b), hochdisperses Siliciumdioxid (E 551), Natriumdodecylsulfat (E 487), Povidon (K30) (E

1201). Filmüberzug: Poly(vinylalkohol) (E 1203), Talkum (E 553b), Titandioxid (E 171), Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132), Glycerolmonocaprylocaprat

(Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat (E 487), Brillantblau-FCF-Aluminiumsalz (E 133). Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel, die den Lipidstoffwechsel

beeinflussen. ATC-Code: C10BA10. Anwendungsgebiete: Nustendi wird angewendet bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot

familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie, adjuvant zu einer Diät: in Kombination mit einem Statin bei Patienten, die LDL-C-Ziele

mit der maximal verträglichen Statin-Dosis zusätzlich zu Ezetimib nicht erreichen (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4), als Monotherapie bei Patienten, die

entweder eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen ein Statin kontraindiziert ist und bei denen die LDL-C-Ziele mit Ezetimib allein nicht erreicht werden

können, bei Patienten, die bereits mit der Kombination aus Bempedoinsäure und Ezetimib als separate Tabletten mit oder ohne ein Statin behandelt

werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile; Schwangerschaft

(siehe Abschnitt 4.6); Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6); gleichzeitige Anwendung mit Simvastatin > 40 mg täglich (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.5). Die gleichzeitige

Anwendung von Nustendi zusammen mit einem Statin ist bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung oder ungeklärten anhaltenden Erhöhungen der

Serumtransaminasen kontraindiziert; wenn Nustendi gleichzeitig mit einem Statin angewendet wird, ist die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

für die jeweilige Statin-Therapie heranzuziehen. Die Informationen zu den Abschnitten Dosierung und Art der Anwendung, besondere Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft

und Stillzeit, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sowie Nebenwirkungen, Gewöhnungseffekte und

Überdosierung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Inhaber der Zulassung: Daiichi Sankyo Europe GmbH, Zielstattstrasse 48, 81379

München, Deutschland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information:

Oktober 2021. Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des pharmazeutischen

Unternehmers in Verbindung. Österreich: Daiichi Sankyo Austria GmbH; Tel: +43-(0) 1 485 86 42 0; info@daiichi-sankyo.at

Lockdown-Ausgabe 2021 KONGRESSJOURNAL 25

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KONGRESS

JOURNAL

FACHKURZINFORMATIONEN

Fachkurzinformation Sunosi 75 mg und 150 mg Filmtabletten. Wirkstoff: Solriamfetol. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern

aus Hyprolose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Filmüberzug aus Poly(vinylalkohol), Macrogol, Talkum, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-hydroxidoxid

x H2O (E 172). Anwendungsgebiete: Sunosi wird angewendet zur Verbesserung der Wachheit und zur Reduktion übermäßiger Schläfrigkeit

während des Tages bei erwachsenen Patienten mit Narkolepsie (mit oder ohne Kataplexie). Sunosi wird angewendet zur Verbesserung

der Wachheit und zur Reduktion übermäßiger Schläfrigkeit während des Tages bei erwachsenen Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA),

deren übermäßige Tagesschläfrigkeit (EDS – Excessive Daytime Sleepiness) durch eine primäre OSA-Therapie, wie z.B. eine CPAP-Therapie

(CPAP, continuous positive airway pressure), nicht zufriedenstellend behandelt werden konnte. Gegenanzeigen: Schwere Überempfindlichkeit

gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile in der Vorgeschichte. Myokardinfarkt innerhalb des vergangenen Jahres, instabile

Angina pectoris, unkontrollierte Hypertonie, schwerwiegende Arrhythmien oder andere schwerwiegende Herzprobleme. Gleichzeitige Anwendung

mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO[1] Hemmern) oder Anwendung innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung einer MAO-Hemmer-

Behandlung. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Kopfschmerz. Häufig: Übelkeit, verminderter Appetit, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit,

Zähneknirschen, Schwindelgefühl, Palpitationen, Husten, Diarrhoe, Mundtrockenheit, Abdominalschmerz, Obstipation, Erbrechen, Hyperhidrosis,

Gefühl der Fahrigkeit, Brustkorbbeschwerden, Blutdruck erhöht. Gelegentlich: Agitiertheit, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörung, Tremor, Tachykardie,

Hypertonie, Dyspnoe, Brustkorbschmerz, Durst, Herzfrequenz erhöht, Gewicht erniedrigt. Warnhinweise: Arzneimittel für Kinder unzugänglich

aufbewahren. Verkaufsabgrenzung: Deutschland: Verschreibungspflichtig. Österreich: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte

Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, zentral wirkende Sympathomimetika, ATC-Code: N06BA14. Weitere

Angaben: Ausführliche Informationen zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft

und Stillzeit, Nebenwirkungen, sowie Dosierung und Art/Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation (Zusammenfassung

der Merkmale des Arzneimittels). Pharmazeutischer Unternehmer (Inhaber der Zulassung): Jazz Pharmaceuticals Ireland

Ltd, 5th Floor, Waterloo Exchange, Waterloo Road, Dublin, D04 E5W7, Irland. Stand der Information: Juli 2021.

Trajenta 5 mg Filmtabletten Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 5 mg Linagliptin. Pharmakotherapeutische

Gruppe: Antidiabetika, Dipeptidyl-Peptidase‐4 (DPP‐4)-Inhibitoren, ATC‐Code: A10BH05 Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol,vorverkleisterte

Stärke (Mais), Maisstärke, Copovidon, Magnesiumstearat Tablettenüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol

(6000), Eisen(III)‐oxid (E172) Anwendungsgebiete: Trajenta wird angewendet bei Erwachsenen mit Typ‐2‐Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und

Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle als: Monotherapie: wenn Metformin wegen Unverträglichkeit ungeeignet oder aufgrund einer Nierenfunktionsstörung

kontraindiziert ist. Kombinationstherapie: in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes einschließlich Insulin,

wenn diese zur Blutzuckerkontrolle nicht ausreichen (siehe Fachinformation zu verfügbaren Daten zu verschiedenen Kombinationen). Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.Inhaber der Zulassung: Boehringer Ingelheim International GmbH,

Binger Str. 173, D‐55216 Ingelheim am Rhein, Deutschland Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu

Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten

Fachinformation zu entnehmen. Zusätzliche medizinische Informationen erhalten Sie telefonisch unter 01/80105-7870 bzw. per e-Mail unter

MEDmedicalinformation.AT@boehringer-ingelheim.com Stand der Fachkurzinformation: Januar 2017

Jardiance 10 mg Filmtabletten Jardiance 25 mg Filmtabletten Qualitative und Quantitative Zusammensetzung Jardiance 10 mg Filmtabletten

Jede Tablette enthält 10 mg Empagliflozin. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung Jede Tablette enthält Lactose-Monohydrat

entsprechend 154,3 mg Lactose. Jede Tablette enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg), d.h. sie ist nahezu „natriumfrei“. Jardiance 25

mg Filmtabletten Jede Tablette enthält 25 mg Empagliflozin. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung Jede Tablette enthält Lactose-

Monohydrat entsprechend 107,4 mg Lactose. Jede Tablette enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg), d.h. sie ist nahezu „natriumfrei“.

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT 2)- Hemmer, ATC Code: A10BK03 Liste der sonstigen

Bestandteile Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose, Croscarmellose-Natrium, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat Tablettenüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol (400), Eisen(III)-hydroxid‐oxid x H 2

O

(E172) Anwendungsgebiete Typ-2-Diabetes mellitus Jardiance wird zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht ausreichend behandeltem

Typ‐2-Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung angewendet als Monotherapie, wenn Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit

als ungeeignet erachtet wird zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes Zu Studienergebnissen im Hinblick auf Kombinationen,

die Wirkung auf Blutzuckerkontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse sowie die untersuchten Populationen siehe Fachinformation.

Herzinsuffizienz Jardiance wird zur Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion

angewendet. Gegenanzeigen Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Inhaber

der Zulassung: Boehringer Ingelheim International GmbH, Binger Str. 173, 55216 Ingelheim am Rhein, Deutschland Verschreibungspflicht/

Apothekenpflicht Rp, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen

mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Zusätzliche medizinische

Informationen erhalten Sie telefonisch unter 01/80105-7870 bzw. per e-Mail unter MEDmedicalinformation.AT@boehringer-ingelheim.com

Stand der Fachkurzinformation: Juni 2021

Synjardy 5 mg/850 mg Filmtabletten Synjardy 5 mg/1.000 mg Filmtabletten Synjardy 12,5 mg/850 mg Filmtabletten Synjardy

12,5 mg/1.000 mg Filmtabletten QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG Synjardy 5 mg/850 mg Filmtabletten Jede

Tablette enthält 5 mg Empagliflozin und 850 mg Metforminhydrochlorid. Synjardy 5 mg/1.000 mg Filmtabletten Jede Tablette enthält 5 mg

Empagliflozin und 1.000 mg Metforminhydrochlorid. Synjardy 12,5 mg/850 mg Filmtabletten Jede Tablette enthält 12,5 mg Empagliflozin und

850 mg Metforminhydrochlorid. Synjardy 12,5 mg/1.000 mg Filmtabletten Jede Tablette enthält 12,5 mg Empagliflozin und 1.000 mg Metforminhydrochlorid.

Liste der sonstigen Bestandteile Synjardy 5 mg/850 mg Filmtabletten und Synjardy 5 mg/1.000 mg Filmtabletten

Tablettenkern: Maisstärke, Copovidon (K 28), Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat Tablettenüberzug: Hypromellose, Macrogol 400,

Titandioxid (E171), Talkum, Eisen(III)‐hydroxid‐oxid x H 2

O (E172) Synjardy 12,5 mg/850 mg Filmtabletten und Synjardy 12,5 mg/1.000 mg

Filmtabletten Tablettenkern: Maisstärke, Copovidon (K 28), Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat Tablettenüberzug: Hypromellose,

Macrogol 400, Titandioxid (E171), Talkum, Eisen(II,III)‐oxid (E172), Eisen(III)‐oxid (E172) Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Kombinationen

mit oralen Antidiabetika, ATC‐Code: A10BD20 Anwendungsgebiete Synjardy wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen

mit Typ‐2-Diabetes mellitus zusätzlich zu Diät und Bewegung: bei Patienten, die unter ihrer maximal verträglichen Dosis von Metformin allein nicht

ausreichend eingestellt sind in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes, bei Patienten, die mit Metformin und diesen

Arzneimitteln nicht ausreichend eingestellt sind bei Patienten, die bereits mit der Kombination aus Empagliflozin und Metformin in Form getrennter

Tabletten behandelt werden. Studienergebnisse im Hinblick auf Kombinationen, die Wirkung auf Blutzuckerkontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse

sowie die untersuchten Populationen, siehe Fachinformation. Gegenanzeigen Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen

Bestandteile. Jede Art von akuter metabolischer Azidose (z. B. Laktatazidose, diabetische Ketoazidose). Diabetisches Präkoma. Schwere

Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min). Akute Erkrankungen mit einer möglichen Veränderung der Nierenfunktion, wie Dehydratation, schwere

Infektion, Schock. Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können (insbesondere akute Erkrankungen oder die Verschlechterung

chronischer Erkrankungen), wie dekompensierte Herzinsuffizienz, respiratorische Insuffizienz, frischer Myokardinfarkt, Schock. Leberfunktionsstörung,

akute Alkoholvergiftung, Alkoholismus. INHABER DER ZULASSUNG Boehringer Ingelheim International GmbH, Binger Str. 173, 55216

Ingelheim am Rhein, Deutschland Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht Rp, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu Warnhinweisen

und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten

Fachinformation zu entnehmen. Zusätzliche medizinische Informationen erhalten Sie telefonisch unter 01/80105-7870 bzw. per e-Mail unter

MEDmedicalinformation.AT@boehringer-ingelheim.com Stand der Fachkurzinformation: April 2020

26 KONGRESSJOURNAL Lockdown-Ausgabe 2021

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KONGRESS

JOURNAL

Hospizpflege zuhause

Angehörige unterstützen

„Angehörige sind die größte

hospizpflegende Gruppe Österreichs“,

ist Dr. Ellen Üblagger

überzeugt: „Sie brauchen

mindestens genauso viel

Unterstützung wie die Betroffenen

selbst.“ Wichtigster

Ansprechpartner bei der

Hospiz pflege zuhause ist der

Allgemeinmediziner.

Entscheiden sich die betroffenen

Personen sowie auch die pflegenden

Angehörigen für eine Hospizpflege in

den eigenen vier Wänden, benötigen

die pflegenden Angehörigen mindestens

genauso viel Aufmerksamkeit

und Unterstützung wie die Betroffenen

selbst. „Die pflegenden Angehörigen

sind für mich die größte Pflegegruppe

in Österreich. Sie machen eine

sehr wertvolle Arbeit, vor der man

nur den Hut ziehen kann. Zudem ist

Pflege meist nicht ihr Quellberuf. Was

sie sich im Laufe der Zeit an Wissen,

Fähigkeiten und Fachkenntnissen

aneignen, ist unglaublich“, weiß Ellen

Üblagger aus Erfahrung.

Pflegeablauf zuhause unterstützen

Um die pflegenden Personen bestmöglich

zu unterstützen, gilt es, eine

optimale Pflegesituation herzustellen.

Dies gelingt durch ein engmaschiges

Zusammenspiel zwischen

dem Pflege-Betreuungsteam, dem

niedergelassenen Arzt und den pflegenden

Angehörigen, die auch die

Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen

vertreten. Bei der Entlassung

aus dem Krankenhaus ist die

richtige Organisation im Vorfeld das

Um und Auf für einen reibungslosen

Ablauf. „Wir erleben immer wieder,

dass Menschen am Freitag entlassen

werden und am Montag wieder ins

Krankenhaus kommen, weil es daheim

nicht gut funktioniert“, bedauert

Ellen Üblagger.

Enge Zusammenarbeit

mit Hausarzt

Das Betreuungsteam plant daher

vorausschauend, was nach dem

Krankenhausaufenthalt notwendig

sein wird und klärt mit den Betroffenen

sowie Pflegenden offene Fragen,

wie: Wie wird der weitere Krankheitsverlauf

sein? Was tun, wenn zum Beispiel

Schmerzen oder Atemnot auftreten?

Welche Medikamente sollten

zuhause sein? Zudem wird mit dem

niedergelassenen Arzt Kontakt aufgenommen

und besprochen, welche

Medikamente die pflege bedürftige

Person bekommt oder welche Hilfsmittel

sie benötigt. So kann etwa die

Besorgung eines Pflegebettes rasch

in die Wege geleitet werden.

Ist der Patient einmal zuhause, ist der

Hausarzt die wichtigste Ansprechperson

für alle medizinischen Fragen

und Schnittstelle für alle weiteren

Schritte, da sich die Pflegesituation

auch im Laufe der Zeit verändert.

„Die große Kunst ist, die Angehörigen

ins Boot zu holen und ihnen alle

möglichen Informationen mitzugeben,

sodass sie handlungsfähig bleiben.

Es gibt für sie nichts Schlimmeres

als das Gefühl der Ohnmacht und

Überforderung“, so Ellen Üblagger.

Eine Telefonnummer mit einer

24-Stunden-Erreichbarkeit ist sehr

hilfreich. „Auch wenn sie selten anrufen,

sie brauchen die Gewissheit,

jederzeit jemanden erreichen zu können,

wenn sie nicht weiterwissen“,

erklärt Ellen Üblagger. „Ich sehe es

aber auch als meine Aufgabe, die Angehörigen

darauf hinzuweisen, dass

es Grenzen gibt. Sie müssen auch

auf sich selbst schauen und Hilfe

und Unterstützung holen können. Es

ist durchaus legitim, einmal Nein zu

sagen. Oft spielen aber Schuldgefühle,

Wut, Trauer und Angst eine große

Rolle. Die meisten Angehörigen

möchten es jedoch zunächst einmal

ausprobieren.“

Pflegende Angehörige – Eine große Ressource

– Welche Unterstützung brauchen sie?

Dr. Ellen Üblagger, MAS, Ärztliche Leiterin

Barmherzige Brüder Raphael Hospiz

Salzburg

Lockdown-Ausgabe 2021 KONGRESSJOURNAL 27

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52. Kongress für

Allgemeinmedizin

24.­26. November 2022, Stadthalle Graz

... vom Harmlosen

und Bedrohlichen ...

© vermed, Quelle: Adobe Stock/freshidea

vom Seltenen

und Häufigen

Die tägliche Herausforderung in der Allgemeinmedizin

Ankündigung

21-konjo2021_AD_Kongress2022.indd 21 01.12.21 12:47

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