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E - Christoph Schaub

E - Christoph Schaub

«Die Kunst besteht

«Die Kunst besteht darin, den eigenen Stil zu finden oder zu erfinden.» Und das wurde dann anders durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Marcel Hoehn? Ja, wobei diese Zusammenarbeit bezeichnenderweise mit dem Dokumentarfilm Die Reisen des Santiago Calatrava begann. D I R E C T O R ’ S P O R T R A I T / S C H A U B Das ist ein Architekturfilm, bzw. ein Architektenfilm, und damit sozusagen ein dokumen- tarischer Stoff mit einer dramatischen Strukturvorgabe – in der Persönlichkeit und in der Arbeit des Architekten. Und Sie haben ja noch andere solche Architektenfilme gemacht. Das war doch wohl auch eine Wieder-Annäherung an die dramatische Form? Ich habe davor den Film Rendez-vous im Zoo gemacht, einen Dokumentarfilm. Mein Interesse dabei galt dem insze- nierten und dramatisierten Verhältnis zwischen Mensch und Tier (auch zum Teil mittels Architektur) im Laufe der Zeit. Da findet man tatsächlich Aspekte, die eine Verwandtschaft zum Spielfilm haben. Und es gibt auch in den Architekturfilmen einen «fiktionalen» Ansatz, es geht auch da um die Arbeit mit Raum, der normalerweise eine Funktion inne hat. Interessant ist, diesen Raum filmisch zu verstehen, zu erzählen und zu interpretieren. Architektur findet ausserdem ihren Sinn nur in ihrer Benutzung durch den Menschen. Mich hat auch immer interessiert, wie diese Nutzung dann aussieht, die atmosphärischen Zustände, die sich ergeben, je nach Umstand, nach Wetter, nach Jahreszeit. Das lässt sich im Film zeitlich gerafft und «dramatisiert» erzählen. So gesehen ging es mir immer auch um das narrative Potential, das Architektur in sich trägt. Und dann kam 1992, fast zehn Jahre nach AM ENDE DER NACHT, der Spielfilm STILLE LIEBE, den Sie zusammen mit Marcel Hoehn entwickelt haben. Ich hatte dieses Projekt mit dem Drehbuchautor Peter Purtschert entwickelt, mit dabei war ein Produzent, mit dem es dann aber zur Trennung kam. Ich hatte das Projekt Marcel Hoehn schon zwei Jahre vorher unterbreitet, er hatte damals aber keine Zeit dafür. Nach der Trennung mit dem anderen Produzenten und unserer guten Zusammenarbeit beim Calatrava-Film, hat Marcel sich dann aber bereit erklärt, sich darauf einzu- lassen. Obwohl er der Meinung war, es liege ihm nicht so sehr, in ein bereits entwickeltes Projekt einzusteigen. Die Zusammenarbeit mit Marcel Hoehn hat sich dann wirklich als Glücksfall erwiesen, denn wir konnten zusammen eine langfristige Perspektive entwicklen. Er in seiner Funktion als Produzent hat mich weitergebracht und das war für mich eine neue, sehr positive Erfahrung. Eine eingespielte Zusammenarbeit mit einem Produzenten führt ja auch dazu, dass man komplexere und wohl auch teurere Projekte leichter in Angriff nehmen kann? Natürlich, das ist ein positiver Nebeneffekt. Aber die Grösse der Budgets, auch wenn sie tatsächlich grösser 1.6. INTERVIEW SWISS FILMS

«Die Kunst besteht darin, den eigenen Stil zu finden oder zu erfinden.» geworden sind, ist weniger wichtig, als der Umstand, dass ich mit Marcel Hoehn mit jedem Projekt auch etwas Neues ausprobieren konnte. Bei allen unseren gemeinsamen Filmen sind gewisse Parameter anders besetzt und das war jedes Mal möglich, ohne dass ich meine Integrität als Filmemacher hätte aufs Spiel setzen müssen. Wir haben bei keinem Projekt auf eingefahrene Systeme oder auf fixe Rezepte gesetzt. D I R E C T O R ’ S P O R T R A I T / S C H A U B STILLE LIEBE war in gewisser Weise Pionierarbeit für die Schweiz. Pionierarbeit für etwas, das in den 50er Jahren mal existiert hatte, das aber mit dem cinéma copain der 60er Jahre fast verschwunden war: Die professionelle, arbeitsteilige Produktion, unter anderem auch mit einem internationalen Casting. Schliesslich gab es zu Beginn der 90er Jahre in der Schweiz kaum mehr eine Schauspielergarde, aus der man einfach so hätte auswählen kön- nen. Fühlten Sie sich mit dem «Import» der gehörlosen Hauptdarsteller Emmanuelle Laborit und Lars Otterstedt eher als Pionier oder hatten Sie das Gefühl, man nähme Sie eher als «Landesverräter» wahr? Ich glaube, es war eher ein Risiko, dass wir uns anmassten, einfach eine emotionale Geschichte zu erzählen, ohne einen konzeptionellen Metaansatz, so zum Beispiel das angewandte Genre zu hinterfragen oder auch zu ironisieren. Dieser postmoderne Ansatz war damals sehr in Mode. Das war eher das Ungewöhnliche zu jenem Zeitpunkt, dass wir einfach eine Geschichte erzählen wollten, ein Drama, das allerdings auch als Metapher funktionieren sollte. Wir drehten zwar in Zürich, aber auf Hochdeutsch und in Gebärdensprache, und wir hatten den Anspruch, einen universellen Film zu machen. Und für mich war hier die Arbeit mit professionel- len Schauspielern etwas, bei dem ich spürte, dass da für mich noch viel Potential drin lag. Die Begeisterung für diese Arbeit hat sich nicht verändert, auch mit der gewachsenen Erfahrung nicht. Mein Eindruck ist, dass Sie genügend professionelles Selbstverständnis in Ihre Arbeit ein- bringen, dass Sie als Regisseur nicht autoritär auftreten müssen. Vielleicht gerade darum, weil Sie stets bereit sind, auch selber aus der Zusammenarbeit mit anderen zu lernen. Ich bin nicht der Typ des Löwenbändigers. Ich vertraue auf meine Sensibilität, auf meine Fähigkeit, Dinge wahrzunehmen, auf Leute einzugehen, sie allenfalls verführen zu können, argumentativ – emotional. Damit bin ich bis jetzt gut gefahren. Ich hatte noch nie Autoritätsprobleme auf einem Dreh. Ich bin eher der ruhige Beobachter, als der, der auf dem Set herumbrüllt. Auch wenn mir das natürlich in Zeiten grosser Anspannung auch schon passiert ist. 1.7. INTERVIEW SWISS FILMS

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