DGZ-Weihnachtsbeilage 2021
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DEUTSCHE<br />
GEHÖRLOSENZEITUNG<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
2
2 <strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
FESTTAGSGRUSS
FESTTAGSGRUSS<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
3
RÜCK- & AUSBLICKE<br />
„Corona ist<br />
nicht nur negativ“<br />
Wie hat die Gebärdensprachgemeinschaft das vergangene<br />
Jahr erlebt? Zwölf Personen blicken auf Höhen und Tiefen<br />
zurück und wagen einen Ausblick auf das neue Jahr 2022<br />
Für mich war dieses Jahr unglaublich<br />
positiv, da sich mir viele Türen geöffnet<br />
haben: zum Musikbereich, zum Filmbereich<br />
sowie zu diversen Projekten. Viele<br />
Dinge, die ich schon immer erreichen<br />
Nach dem turbulenten Jahr 2020 mit<br />
vielen Umstellungen wegen der Corona-Pandemie<br />
habe ich mir eine Liste<br />
mit Zielen und Wünschen für <strong>2021</strong><br />
geschrieben. So wollte ich z. B. aktiver<br />
werden und mich an Projekten beteiligen.<br />
Das gelang mir auch! Ich bin nun<br />
1<br />
Susanne Kermer<br />
Performerin<br />
Tobias Hölle<br />
Presenter<br />
2<br />
wollte, erreichte ich. Positiv waren für<br />
mich dieses Jahr die Brücken, die ich<br />
im Film- und Musikbereich zu Hörenden<br />
schlagen konnte. Ich bin auf viel<br />
Verständnis und Empathie sowie auf<br />
Akzeptanz für meine Sicht der Dinge gestoßen.<br />
Das war für mich ein Höhepunkt<br />
meines Jahres.<br />
Schade und traurig finde ich, dass es<br />
wegen der Pandemie kaum Gehörlosen-Veranstaltungen<br />
gab und die Gehörlosengemeinschaft,<br />
so wie wir sie<br />
kennen, stark heruntergefahren ist. Für<br />
2022 plane ich, weiter im Film- und Musikbereich<br />
zu arbeiten. Ich hoffe, dass<br />
sich noch mehr Wege erschließen und<br />
mehr Möglichkeiten bieten werden. Ich<br />
bin positiv gestimmt, das bisherige Jahr<br />
ist gut verlaufen!<br />
Host bei Hand drauf, wurde vom WDR<br />
zum Thema Liebe interviewt und habe<br />
in zwei Musikvideos mitgemacht, obwohl<br />
ich das noch nie gemacht habe. Ich<br />
habe auch an einem kleinen Filmprojekt<br />
für eine Bachelor-Arbeit mitgewirkt. Ich<br />
wurde zudem in meinem Drag-Charakter<br />
gefilmt. Es gab also viel Neues für<br />
mich, bezogen auf den Film- und Kreativbereich.<br />
So konnte einiges von meiner<br />
Wunschliste in Erfüllung gehen. Dadurch<br />
bin ich sehr glücklich und habe eine innere<br />
Zufriedenheit. Meine Ausbildung<br />
läuft super.<br />
Für das nächste Jahr 2022 werde ich mir<br />
wieder eine Liste schreiben mit den Sachen,<br />
die ich umsetzen möchte. Natürlich<br />
gab es auch negative Sachen, wie z.<br />
B. Corona. Viele Dinge mussten verschoben<br />
werden. Es gibt auch einige Punkte,<br />
die ich nicht umsetzen konnte. Aber<br />
vielleicht schaffe ich das ja nächstes Jahr.<br />
Cornelia von Pappenheim<br />
Geschäftsführerin GMU<br />
Das Jahr war sehr gemischt. Einmal der<br />
Lockdown mit Sorgen für das Gehörlosenzentrum<br />
und Mitarbeiter. Als die<br />
Mitarbeiter dann aus dem Homeoffice<br />
zurückkamen, waren wir alle sehr froh<br />
darüber. Das Seniorencafé jeden Dienstag<br />
fand ich sehr schön, vor allem, weil<br />
wir auch einen 90. Geburtstag feiern<br />
konnten. Es war großartig zu spüren,<br />
dass wir alle ein so großartiges Team<br />
sind. Gefühlsmäßig war es wie eine<br />
Achterbahnfahrt von großen Sorgen<br />
um das Gehörlosenzentrum, um meine<br />
Familie und Freunde bis zur Erleichterung<br />
und Freude. Insbesondere der<br />
Sommer war schön, man konnte viel<br />
draußen sein und richtig durchatmen.<br />
Sehr belastend war für mich, immer<br />
wieder schwerwiegende Entscheidungen<br />
hinsichtlich der Infektionsschutzmaßnahmen<br />
treffen zu müssen.<br />
Ein Höhepunkt war, dass wir den<br />
3. Platz beim Bundesteilhabepreis<br />
<strong>2021</strong> „Unterstützung, Assistenz,<br />
Pflege – gesellschaftliche Teilhabe auch<br />
in Corona-Zeiten“ gewonnen haben.<br />
Das mobile Impfangebot im Gehörlosenzentrum<br />
war auch sehr positiv,<br />
ebenso die wunderbare Zusammenarbeit<br />
mit meinem Mann Can. Wir beobachten<br />
auch eine negative Entwicklung<br />
in unserer Community, wo immer mehr<br />
nur in eigenen Interessen gehandelt<br />
wird. Auch ist für mich erschreckend<br />
gewesen, dass viele sich von sozialen<br />
Medien, Freunden und weitergeleiteten<br />
Videos beeinflussen lassen. Für<br />
2022 hoffe ich, dass unser Gehörlosenzentrum<br />
noch schöner und es für die<br />
Jugend interessanter wird. Außerdem<br />
hoffe ich auf die Durchführung vom<br />
DEGETH mit vielen Theatergruppen.<br />
3<br />
1 Kuntergrau & Dunkelbunt Fotografie, 2 privat, 3 GMU<br />
4 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
RÜCK- & AUSBLICKE<br />
Helmut Vogel<br />
DGB-Präsident<br />
Dieses Jahr habe ich freiberufliche Unterrichtstätigkeiten<br />
über Deaf Studies<br />
und DGS aufgrund der Corona-Situation<br />
immer wieder online leisten müssen.<br />
In den Zeiten, wo der Präsenzunterricht<br />
wieder erlaubt war, habe ich<br />
große Erleichterung bei den Studierenden<br />
und Teilnehmenden erlebt.<br />
4<br />
Das Jahr <strong>2021</strong> verging für mich wie im<br />
Flug. Der Alltag mit der Familie und ein<br />
routinierter Tagesablauf – dank Corona<br />
– trugen dazu bei. Dadurch fühlten<br />
sich alle Tage gleich an. Das Jahr<br />
war wie eine Wanderung durch Höhen<br />
und Tiefen. Für mich als Trainerin war<br />
es schön, sieben Kurse in diesem Jahr<br />
über Zoom durchgeführt zu haben. Es<br />
ist toll, Stammkunden zu haben und<br />
ihre Entwicklung mitverfolgen zu können.<br />
Das stimmt mich positiv.<br />
Die Tiefpunkte sind nicht erwähnenswert.<br />
Wir brauchen alle mehr Positivität<br />
in unserem Leben, um für kommende<br />
Zeiten gut gestimmt zu sein. Das Negative<br />
lassen wir hinter uns. Ich denke,<br />
dass 2022 wie <strong>2021</strong> werden wird.<br />
Allerdings hoffe ich, dass mehr Menschen<br />
mit einer positiven Einstellung<br />
durch das Leben gehen. Die negativen<br />
Sachen sollen die positiven Dinge nicht<br />
Laura Hesseln<br />
Fitnesstrainerin<br />
überschatten – sondern umgekehrt.<br />
Ich hoffe auch, dass Steffen Helbing es<br />
mit unserer Unterstützung schafft, Veränderungen<br />
in der Politik zu bewirken.<br />
Dann kann das nächste Jahr mit vielen<br />
Veränderungen für unsere Gemeinschaft<br />
starten. Das ist meine Hoffnung.<br />
5<br />
4,5 privat, 6 Lena Hedemann<br />
Mit meiner Frau war ich viel mehr zu<br />
Hause und mit Gartenarbeiten beschäftigt.<br />
Als ehrenamtlicher DGB-Präsident<br />
war ich sehr wenig unterwegs<br />
und habe sehr viel übers Internet kommunizieren<br />
müssen.<br />
Der 4. Bildungskongress im April<br />
<strong>2021</strong> mit etwa 600 Teilnehmenden<br />
war spannend mit diversen Vorträgen<br />
aus Deutschland, Österreich und der<br />
Schweiz. Das DGB-Team hat die kurzfristige<br />
Umstellung von Präsenz- auf<br />
Online-Veranstaltung gut gemeistert,<br />
worauf ich stolz bin. Das ganze Jahr<br />
durch gab es viele Zoom-Gesprächsrunden<br />
zwischen dem DGB, den Landesverbänden<br />
und Fachverbänden. Die<br />
Arbeitsebene konnte dadurch erhalten<br />
bleiben.<br />
Für mich ist es echt schade, dass es<br />
mit der Impfquote nicht so wie erhofft<br />
gelaufen ist und wir alle mit Unsicherheiten<br />
im nächsten Jahr weiterleben<br />
müssen. Ich hoffe, dass ich nächstes<br />
Jahr wieder mehr Unterricht in Präsenz<br />
durchführen kann. Der DGB (Präsidium,<br />
Beirat und Geschäftsstelle) hat<br />
noch einige Aufgaben zu erledigen,<br />
bevor die Bundesversammlung im Juni<br />
2022 mit neuen Wahlen des Präsidiums<br />
stattfindet. Ich wünsche für mich<br />
mehr Zeit für körperliche Aktivitäten<br />
wie z. B. Radfahren oder Wandern.<br />
Dodzi Dougban<br />
Tänzer und Künstler<br />
Das vergangene Jahr brachte eine große<br />
Veränderung für mich: Die Umstellung<br />
auf das Digitale. Meine Arbeit,<br />
mein Unterricht, neue Projekte, Fortbildungen,<br />
künstlerische Lehrgänge – das<br />
alles lief digital. Ich habe auch viele<br />
neue Leute kennengelernt und viele<br />
neue Kontakte geknüpft, auch mit dem<br />
Dachverband Tanz Deutschland. Ich<br />
habe versucht, die Corona-Zeit gut zu<br />
nutzen und positiv zu denken. Negativ<br />
war für mich, dass es in den sozialen<br />
Medien kaum künstlerische Diskussionen<br />
und wenig Austausch gab.<br />
Man will z. B. Diskriminierung abbauen<br />
und künstlerische Identitäten sowie<br />
6<br />
1<br />
Offenheit fördern. In der Gehörlosenwelt<br />
ist man sich dessen noch nicht bewusst<br />
und es gibt zu wenig Gesprächsmöglichkeiten.<br />
Das ist schade. Schön<br />
ist, dass es mehr gebärdensprachliche<br />
Angebote gibt. Verschiedene Theatereinrichtungen<br />
haben viele Ideen, wie<br />
man die Barrierefreiheit voranbringen<br />
kann. Dazu tauschen diese sich auch<br />
mit mir aus. Ich hoffe, dass dadurch<br />
viele junge Personen eine Chance bekommen,<br />
z. B. Schauspieler oder Tänzer<br />
zu werden. Bis Sommer oder spätestens<br />
Ende 2022 möchte ich mich langsam<br />
von öffentlichen Tanzauftritten zurückziehen.<br />
Ich möchte meinen Fokus auf<br />
mein Expertenwissen und Beratungen<br />
legen und mit Theatereinrichtungen<br />
zusammenarbeiten. Ich möchte das<br />
Niveau der tauben Künstler anheben<br />
und auf Augenhöhe mit den Hörenden<br />
bringen und dabei unsere Sprache,<br />
Kultur und Ideen miteinbringen.<br />
Ich möchte auch Diskriminierungen<br />
in der Gebärdensprachgemeinschaft<br />
abbauen und Offenheit voranbringen.<br />
Zusammenhalt ist sehr wichtig. Wir<br />
sind alle Menschen.<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
5
RÜCK- & AUSBLICKE<br />
Johannes Hennies<br />
Professor<br />
Til Prigge<br />
Taubblinde Studierende<br />
Mit der Art und Weise, wie <strong>2021</strong> abgelaufen<br />
ist, hätte ich nicht gerechnet. Es<br />
gab Momente, in denen ich mit vielen<br />
Hindernissen, Ängsten und Hürden zu<br />
kämpfen hatte – wie zum Beispiel mit<br />
der Liebe, meinem Studium, Freiwilligenarbeit,<br />
Umzügen und Umfällen.<br />
Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt,<br />
an dem ich mich sehr entwickelt habe,<br />
gewachsen und mutiger geworden bin.<br />
Lange Zeit war mein Schreibtisch mein<br />
Anker und ich hielt die Einsamkeit für<br />
7<br />
8<br />
<strong>2021</strong> war natürlich von der Corona-Pandemie<br />
geprägt: Für meine Arbeit an der<br />
Pädagogischen Hochschule Heidelberg<br />
bedeutete das, dass die Online-Lehre<br />
weitergeführt wurde. Die hat sehr viel<br />
mehr Arbeit gemacht als die Präsenzlehre;<br />
manche digitale Formate haben sich<br />
bewährt und wir werden sie sicherlich<br />
beibehalten. Es haben sich aber auch<br />
beruflich und fachlich spannende Entwicklungen<br />
ergeben. So konnten wir einen<br />
Studiengang „BA Gebärdensprachdolmetschen“<br />
an unserer Hochschule<br />
etablieren, den ich derzeit leiten darf.<br />
Es ist eine spannende Erfahrung, mit<br />
meinem Kollegen Markus Fertig einen<br />
solchen Studiengang aufzubauen. Die<br />
Studierenden sind sehr engagiert und<br />
motiviert. In meinem eigentlichen Aufgabenfeld,<br />
der Pädagogik bei Gehörlosen<br />
und Schwerhörigen, war die wichtigste<br />
Entwicklung die Entscheidung<br />
der Kultusministerkonferenz der Länder<br />
(KMK), die Grundlagen für ein Unterrichtsfach<br />
Deutsche Gebärdensprache<br />
(DGS) zu schaffen.<br />
In meinem Bundesland Baden-Württemberg<br />
wird auch aktiv daran gearbeitet,<br />
das Fach in den Schulen einzuführen. Privat<br />
war es für uns ein besonderes Jahr,<br />
weil unsere zweite Tochter Frieda geboren<br />
worden ist. Ich hoffe, dass die positiven<br />
Entwicklungen 2022 weitergeführt<br />
werden, wenn das Alltagsgeschäft ein<br />
bisschen weniger anstrengend sein wird.<br />
selbstverständlich. Bis zu den Momenten,<br />
in denen mir bewusst wurde, dass<br />
ich viel mehr Freunde habe, die mich<br />
lieben und gerne Zeit mit mir verbringen<br />
möchten, als ich je geglaubt hätte.<br />
Ich habe also noch viel Potenzial an<br />
sozialen und emotionalen Kontakten.<br />
Was ich noch aus dem Tiefpunkt herausholen<br />
muss, ist die Stärkung meines<br />
Selbstwertgefühls gegenüber anderen<br />
Menschen.<br />
Für 2022 freue ich mich tierisch auf die<br />
Veranstaltungen und Festivals. Darauf,<br />
wieder zusammenzukommen, zu feiern<br />
und endlich den Mut zu haben, auf die<br />
Bühne zu gehen. Mehr Zeit mit geliebten<br />
Menschen zu verbringen, anstatt<br />
allein zu sein.<br />
Drei große Highlights, die ich absolvieren<br />
werde: den Bachelor-Abschluss, die<br />
Organisation des ersten Europäischen<br />
Taubblinden-Camps und eine tolle Zeit<br />
bei Frontrunners17.<br />
Hyemi Jo<br />
Aktivistin und Webdesignerin<br />
Ich habe mich schon an das Leben mit<br />
Corona gewöhnt, war viel zu Hause<br />
und arbeite auch von dort aus. Komischerweise<br />
habe ich jetzt mehr Arbeit<br />
als vor der Pandemie. Corona ist nicht<br />
nur negativ, denn für mich hatte es<br />
auch positive Auswirkungen auf mein<br />
Leben.<br />
Mein Höhepunkt im Jahr <strong>2021</strong> war,<br />
dass es überraschenderweise viel<br />
Unterstützung für die Bewegung<br />
#stopasianhate gab. Der Auslöser war<br />
die Ermordung mehrerer asiatischer<br />
Frauen in den USA Anfang <strong>2021</strong>. Wir<br />
nutzten das als Aufhänger für den Aktivismus.<br />
Es ist wichtig, dass man über<br />
die eigenen Erfahrungen und Kultur<br />
spricht. Im sozialen System ist vieles<br />
falsch und muss verändert werden. Es<br />
ist nicht wichtig, welche Hautfarbe ein<br />
Mensch hat. Respekt und Aufklärung<br />
ist wichtig. Ich versuche auch, innerhalb<br />
unserer Gemeinschaft aufzuklären.<br />
Ich erfahre viel Dankbarkeit, worüber<br />
ich mich sehr freue.<br />
Für nächstes Jahr wünsche ich mir<br />
mehr asiatische taube Künstler. Es gibt<br />
zwar einige, aber viel zu wenig. Damit<br />
möchten wir aufzeigen, dass es<br />
mehr als nur weiße Menschen gibt. In<br />
der tauben Gemeinschaft können alle<br />
Menschen verschiedener Herkunft zusammenkommen<br />
und gemeinsam performen.<br />
Natürlich möchte ich gesund<br />
bleiben und meine Familie bald wiedersehen.<br />
Ich bin gespannt, was mich<br />
erwartet.<br />
9<br />
7,8,9,10 privat<br />
6 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRÜSSE<br />
10<br />
Christian Pflugfelder<br />
Gebärdensprachdolmetscher<br />
<strong>2021</strong> hat für mich wie für die meisten<br />
Menschen mit dem Lockdown begonnen.<br />
Besonders das Homeschooling<br />
wurde bei vier schulpflichtigen Kindern<br />
an vier unterschiedlichen Schulen mit<br />
jeweils anderen Regeln, Kommunikationswegen<br />
und Unterrichtsangeboten<br />
zu einer großen Herausforderung. Da<br />
bin ich meiner Frau unendlich dankbar,<br />
die immer den Überblick behalten<br />
und Ruhe ausgestrahlt hat, die alle gebraucht<br />
haben.<br />
Was mich in diesem Jahr besonders<br />
bewegt hat, war die Einsamkeit vieler<br />
Menschen im Lockdown. Unsere hörende<br />
Oma musste ins Krankenhaus<br />
und weder ihr Mann noch wir konnten<br />
sie besuchen – zum Glück konnten<br />
wir telefonieren. Unseren gehörlosen<br />
Opa konnten wir wenigstens noch per<br />
Videochat erreichen, aber wie viele<br />
Stunden war er einfach nur allein und<br />
hatte niemanden zum Austausch? Ich<br />
bin dankbar, dass mir mein Glaube<br />
und meine Familie auch in den stürmischen<br />
Zeiten der letzten zwei Jahre<br />
Halt gegeben haben. Froh bin ich<br />
darüber, dass dank der Pandemie fast<br />
alle Dolmetsch-Kollegen jetzt digital<br />
eingerichtet sind und per Videochat<br />
das „Ferndolmetschen“ anbieten<br />
können.<br />
Toll ist auch, dass Kirchen Gottesdienste<br />
per Live-Stream oder Online-Seelsorge<br />
anbieten und so für barrierefreie<br />
Angebote neue Perspektiven schafft.<br />
Für 2022 habe ich mir vorgenommen,<br />
eine bessere Balance zwischen dem<br />
Hin-und-Her von Dolmetsch-Einsätzen<br />
und dem „mir-Zeit-für-die-Familie-nehmen“<br />
zu entwickeln.<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
7
8 <strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
FESTTAGSGRÜSSE
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Ich werde Weihnachten<br />
in meinem Herzen ehren<br />
und versuchen,<br />
es das ganze Jahr<br />
hindurch aufzuheben.<br />
Charles Dickens<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
9
10 <strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
FESTTAGSGRÜSSE
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Ich werde Weihnachten<br />
in meinem Herzen ehren<br />
und versuchen, es das<br />
ganze Jahr hindurch<br />
aufzuheben.<br />
Charles Dickens<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
11
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Tauben und hörgeschädigten Menschen im Alter Selbstbestimmung,<br />
Lebensqualität und Teilhabe ermöglichen: dafür setzt sich das<br />
in Trägerschaft des<br />
ein.<br />
Wir danken allen Unterstützern und den vielen Menschen,<br />
die uns auf unserem Weg begleitet haben.<br />
Das Mitarbeiterinnen-Team im Kompetenzzentrum und im MARTINEUM<br />
Wir wünschen allen ein gemütliches Weihnachtsfest und<br />
einen gutes, friedvolles 2022!<br />
12 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Die Botschaft von Weihnachten:<br />
Es gibt keine größere Kraft<br />
als die Liebe.<br />
Sie überwindet den Hass<br />
wie das Licht die Finsternis.<br />
Martin Luther King<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
13
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Frohe Weihnachten und<br />
ein gutes neues Jahr <strong>2021</strong><br />
Verband zur Förderung der Gehörlosen Köln und Umgebung e. V.<br />
Kölner Gehörlosen Sportverein 1902 e. V.<br />
Frauentreff<br />
Skatfreunde<br />
GECO Köln e. V.<br />
Gl. Lila und Rosa Köln, Abt. Rommé´01<br />
Kölner Gehörlosen Rommé-Club 1997<br />
Gemein. zur Förderung hörgeschädigter Kinder e. V.<br />
Senioren-Freizeitclub 1997<br />
Internat. Gehörlosen-Freizeit Nord-Köln 2001<br />
Deaf Cologne Fanclub 2004<br />
Glück Holz 1958<br />
Gehörlosen Sportclub Bergisch-Gladbach<br />
Gehörlosen Russische Club<br />
Gebärdendolmetschen Loor Ens GbR<br />
Gronewald Stiftung<br />
14 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRÜSSE<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
15
WEIHNACHTSPREISRÄTSEL<br />
Preisrätsel<br />
für <strong>DGZ</strong>-Abonnenten<br />
1. Wer ist die erste Gehörlose in Deutschland, die ein journalistisches Volontariat abschloss?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
1.<br />
2. Seit fast zwei Jahren stellt sie ehrenamtlich auf Social Media Corona-Informationen in DGS bereit.<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ – __ __ __ __ __ __ __<br />
2.<br />
3. Seine große Faszination für Tiere teilt der Tscheche auf Facebook und Instagram in Internationalen Gebärden.<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
4. Eine Bewegung, die sich für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Geschlechter,<br />
vor allem von Frauen, einsetzt.<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
4.<br />
3.<br />
5. Im Monat April hat der Deutsche Gehörlosen-Bund eine Online-Veranstaltung durchgeführt.<br />
Was für eine Veranstaltung war das?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
5.<br />
6. Das englische Wort für „Körpergebärden“. Dafür gibt es auch ein Lexikon, das an der RWTH Aachen<br />
erarbeitet wurde.<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
6.<br />
7. Wer ist der taube Sozialarbeiter, der seit Jahresbeginn in der neuen Ombudsstelle bei der<br />
Antidiskriminierungsstelle in Berlin angestellt ist?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ – __ __ __ __ __ __ __<br />
7.<br />
8. Welches große Event wurde vom 26. bis 28. August <strong>2021</strong> in Dresden durchgeführt?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ – __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
8.<br />
9. Die SPD-Bundestagskandidatin aus Bayern, die es nur ganz knapp nicht in den Bundestag geschafft hat.<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
9.<br />
10. Das Buch Stille Verdrängung: Der taube Psychologe wurde veröffentlicht. Wie heißt die Autorin?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
10.<br />
11. Die Schüler müssen aufgrund der Corona-Pandemie zu Hause virtuell unterrichtet werden.<br />
Wie nennt man das?<br />
__ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __<br />
11.<br />
16 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
WEIHNACHTSPREISRÄTSEL<br />
Lösungswort<br />
herausgefunden?<br />
Gewinnen und Taube unterstützen –<br />
Produkte tauber Produzenten für die<br />
Gebärdensprachgemeinschaft<br />
1. Preis<br />
Gutschein von Löwenherz<br />
im Wert von 50 € +<br />
Kapunzenjacke von<br />
laserfreaks17<br />
+<br />
2. Preis<br />
Stille Verdrängung –<br />
Der taube Psychologe<br />
von Corina Brosch +<br />
Brotzeitdose von<br />
laserfreaks 17<br />
+<br />
3. Preis<br />
Gebärdensprachkalender<br />
2022 + Kulturbeutel<br />
von laserfreaks 17<br />
+<br />
Lösungswort:<br />
___ ___ ___ ___ ___ ___ ___ ___ ___ ___ ___<br />
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.<br />
Einsendeschluss: 6. Januar 2022<br />
Das Lösungswort bitte mit vollständigem Namen und Postanschrift zuschicken an info@gehoerlosenzeitung.de<br />
oder per Fax an 07724/9160666. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
17
18 <strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
FESTTAGSGRUSS
WEIHNACHTSGESCHICHTE<br />
Christas Heiligabend<br />
Die Straßen der Stadt waren öde<br />
und leer. Leise rieselt der Schnee<br />
vom Himmel. Weihnachtlich<br />
waren die Schaufenster der Läden mit<br />
Tannenbäumchen, bunten Kugeln und<br />
glitzernden Sternen geschmückt.<br />
Christa hastete die Straße entlang, dick<br />
vermummt in einem warmen Wintermantel.<br />
Sie starrte auf den Boden, blickte<br />
kaum auf, wenn jemand vorbeiging und<br />
sah nicht die strahlenden und feierlichen<br />
Gesichter der Menschen. Heute war Heiligabend.<br />
Christa dachte nur mit Unmut<br />
daran. Zu Hause hatte es Ärger gegeben,<br />
und das – heute! Christa war kopflos von<br />
zu Hause davongelaufen. Die kalte Winternacht<br />
tat ihr gut. Ihre Wut kühlte sich<br />
ab, als sie so durch die Straßen lief, zielund<br />
planlos.<br />
Sie kam in eine dunkle Gegend, wo die<br />
Armen der Stadt wohnten. Aus einigen<br />
Fenstern drang heller Lichterschein auf<br />
die Straßen. Christa schlich an ein Fenster<br />
und spähte in das Innere. Gerührt sah<br />
sie eine einfache Weihnachtsszene. Zwei<br />
kleine Buben standen mit ihren Eltern vor<br />
einem Weihnachtsbaum, der dürftig mit<br />
ein paar Kerzen und Kugeln geschmückt<br />
war. Wie karg waren doch die Gaben,<br />
und doch – die Augen der Jungen strahlten,<br />
als sie ihre Geschenke auspackten<br />
und den Eltern herzlich dankten. Still<br />
leuchtete die Freude der Knaben in den<br />
Gesichtern der Eltern wieder.<br />
Wie sauber und einfach alles war! Lange<br />
stand Christa still vor dem Fenster.<br />
In ihren Augen schimmerte es feucht.<br />
Nachdenklich ging sie weiter, tief in ihren<br />
Gedanken versunken. Sie dachte an<br />
zu Hause. Auch sie hatte zwei Brüder.<br />
Doch was hatten die alles bekommen.<br />
Eine elektrische Eisenbahn, viele Bücher,<br />
Ski und Schlittschuhe, warme Kleidungsstücke<br />
und viele süße Sachen.<br />
Auch sie, Christa, hatte viel bekommen.<br />
Und doch – sie war unzufrieden gewesen,<br />
hatte gemault und sich gar nicht<br />
gefreut. Sie war neidisch gewesen, dass<br />
ihre Brüder mehr bekommen haben<br />
als sie. Geheult hatte sie und dann war<br />
sie davongerannt. Und nun? Beschämt<br />
blickte sie zu Boden. Dort drinnen in<br />
dem ärmlichen Haus in der kleinen Stube<br />
lebten Menschen, die glücklich waren,<br />
ohne teure Sachen, ohne allen Prunk.<br />
Plötzlich schrak sie zusammen. Vor ihr<br />
stand ein kleines Mädchen, dass sie neugierig<br />
und auch etwas ängstlich anblickte.<br />
Es war ärmlich, aber sauber angezogen<br />
mit geflickten Kleidchen und dünner Jacke.<br />
Christa sah in dem trüben Licht, dass<br />
das Mädchen fror. Die Lippen bibberten<br />
und sie hörte das Klappern der Zähne.<br />
„Wer bist du?“, fragte Christa und ohne<br />
das sie es recht merkte, legte sie ihren<br />
Arm um die Schulter des Mädchens. Eng<br />
schmiegten sich dessen magere Ärmchen<br />
um Christa.<br />
„Ich heiße Edelrot“, flüsterte das kleine<br />
Mädchen und blickte vertrauensvoll<br />
zu Christa auf. Die hatte diesen Namen<br />
noch nie gehört. Sie fragte weiter: „Was<br />
machst du denn hier draußen mitten<br />
in der Nacht und noch dazu am Heiligabend?<br />
Warum bist du nicht zu Hause? “<br />
„Zu Hause, ach zu Hause!“ Edelrot begann<br />
zu weinen und mitleidig strich ihr<br />
Christa über die kalten bleichen Wangen.<br />
Sie wusste nicht, wohin sie nun<br />
mit dem Mädchen gehen sollte. Nach<br />
Hause? Bang dachte sie daran, was wohl<br />
ihre Eltern dazu sagen würden. Sollte sie<br />
es wagen?<br />
Sie wagte es! Durch die breiten, eleganten<br />
Geschäftsstraßen kamen sie in ein<br />
vornehmes Wohnviertel. Hier wohnte<br />
Christa mit ihren Eltern und Geschwistern.<br />
Stumm und mit staunenden Augen<br />
blickte Edelrot das Haus an, das sie nun<br />
betraten. Und drinnen schien es ihr, als<br />
wäre sie in ein Märchen geraten. Zusammen<br />
stiegen sie die breite Treppe zum<br />
oberen Stockwerk hinauf. Christa hörte<br />
das Lachen der Brüder und die scheltende<br />
Stimme des Vaters.<br />
Mit klopfendem Herzen öffnete Christa<br />
die Tür zum Weihnachtszimmer. Die<br />
Brüder hörten auf zu spielen. Die Mutter<br />
blickte von ihrem Buch auf, in dem sie<br />
gerade gelesen hatte. Der Vater schaute<br />
vom Kamin herüber, erstaunt und mit<br />
gefurchten Brauen.<br />
„Wen bringst du da?“, wollte die Mutter<br />
wissen. Christa hatte die zitternde<br />
Hand Edelrots fest in die ihre genommen<br />
und sagte mit klarer Stimme: „Ein armes<br />
Mädchen. Ich habe es auf der Straße getroffen.<br />
Heute ist Heiligabend und – da<br />
wollte ich auch anderen Menschen eine<br />
kleine Freude machen.“<br />
Vor Überraschung vergaß der Vater, die<br />
Pfeife in den Mund zu nehmen. Auch die<br />
Mutter blickte ihre Tochter verwundert<br />
an. Christa, das verwöhnte und eigensinnige<br />
Mädchen, wollte jemand Freude bereiten?<br />
Einem armen Kind, das sie auf der<br />
Straße gefunden hatte? Sekundenlang<br />
war es still im Raum. Dann klatschte der<br />
Vater plötzlich begeistert in die Hände.<br />
„Bravo, Christa! Das hast du gut gemacht.<br />
Das freut mich an dir. Wirklich!<br />
Das freut mich außerordentlich. Das<br />
kleine Mädel soll heute einen schönen<br />
Weihnachtsabend erleben und merken,<br />
dass es noch gute Menschen auf der<br />
Welt gibt, die durch irgendein Erlebnis<br />
dazu gekommen sind, Gutes zu tun.“<br />
Daran dachte Christa – und an das kleine<br />
Zimmer mit den strahlenden Bubenaugen.<br />
Christa war glücklich. Im Herzen<br />
fühlte sie einen tiefen Frieden, und<br />
es war ihr als klängen Glocken und die<br />
Worte: Freude auf Erden und den Menschen<br />
ein Wohlgefallen!<br />
Quelle: <strong>DGZ</strong> 23/24 | 1966<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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FESTTAGSGRÜSSE
FESTTAGSGRÜSSE<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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FESTTAGSGRÜSSE<br />
Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war,<br />
stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.<br />
Buddha<br />
Bundesvereinigung für<br />
Kultur und Geschichte Gehörloser e. V.<br />
wünscht Euch allen<br />
ein besinnliches Weihnachtsfest<br />
und einen guten Rutsch<br />
ins erfolgreiche, positive,<br />
gesunde, neue Jahr 2022.<br />
22 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRÜSSE<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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FESTTAGSGRÜSSE<br />
Allen Mitgliedern, Mitarbeitern, Freunden,<br />
Gönnern und Bekannten wünschen wir<br />
ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest<br />
und ein gesundes, erfolgreiches,<br />
glückliches Jahr 2022<br />
Der Landesverband der Gehörlosen Saarland e. V.<br />
mit seinen angeschlossenen Vereinen<br />
GV „Glück-Auf“ Saarbrücken 1906 e V.,<br />
GV „Frohsinn“ Neunkirchen/Saar e. V.,<br />
GV „Team“ St. Wendeler Land e. V.<br />
Stille Nacht!<br />
Heilige Nacht!<br />
Frohe Weihnachten<br />
und ein gutes neues Jahr 2022<br />
wünscht der<br />
Gehörlosen-Verein Flensburg gegr. 1902<br />
Bleibt gesund!<br />
Der Bezirksverband<br />
der Gehörlosen<br />
Oberfranken e. V.<br />
wünscht<br />
seinen treuen Mitgliedern,<br />
Fördermitgliedern und Gönnern<br />
ein friedliches Weihnachtsfest<br />
und ein gutes, gesundes,<br />
neues Jahr 2022!<br />
Das Berufsbildungswerk Bezirk Mittelfranken<br />
Hören • Sprache • Lernen<br />
wünscht eine fröhliche Weihnachtszeit<br />
sowie ein gesundes, zufriedenes<br />
und glückliches neues Jahr.<br />
www.bbw-mittelfranken.de<br />
24 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Der Bundeselternverband<br />
gehörloser Kinder e. V.<br />
wünscht allen<br />
Mitgliedern, Förderern<br />
und Freunden<br />
friedliche und besinnliche<br />
Weihnachten.<br />
Wir wünschen ein<br />
hoffnungsvolles Jahr 2022<br />
mit neuen Ideen und<br />
persönlichen Momenten!<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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FESTTAGSGRÜSSE<br />
Weiß sind Türme,<br />
Dächer, Zweige,<br />
und das Jahr geht<br />
auf die Neige,<br />
und das schönste Fest<br />
ist da!<br />
Theodor Fontane<br />
26 <strong>Weihnachtsbeilage</strong>
FESTTAGSGRUSS<br />
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FESTTAGSGRÜSSE
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Vom Himmel<br />
bis in die tiefsten Klüfte<br />
Ein milder Stern herniederlacht;<br />
Vom Tannenwalde steigen Düfte<br />
Und hauchen durch die Winterlüfte,<br />
Und kerzenhelle wird die Nacht.<br />
Mir ist das Herz so froh erschrocken,<br />
Das ist die liebe Weihnachtszeit!<br />
Ich höre fernher Kirchenglocken,<br />
Mich lieblich heimatlich verlocken<br />
In märchenstiller Herrlichkeit.<br />
Ein frommer Zauber<br />
hält mich nieder,<br />
Anbetend, staunend muß ich stehn,<br />
Es sinkt auf meine Augenlider,<br />
Ein goldner Kindertraum hernieder,<br />
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.<br />
(Theodor Storm)<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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FESTTAGSGRÜSSE
FESTTAGSGRÜSSE<br />
Alexander Nagulin<br />
Der 35-jährige Alexander Nagulin hat<br />
die Umschlagseite von diesem Heft gestaltet.<br />
Im Alter von knapp vier Jahren<br />
zog er mit seinen Eltern kurz nach dem<br />
Mauerfall von Rostov an Don/Russland<br />
nach Thüringen. Dort besuchte er<br />
die Gehörlosenschule und schloss danach<br />
die Lehre als Technischer Zeichner<br />
im Berufsbildungswerk München ab.<br />
Von 2008 an ist er als technischer Produkt-Designer<br />
bei einem Pharmakonzern<br />
angestellt. Seit Beginn der Corona-Pandemie<br />
arbeitet er im Homeoffice. Er<br />
hat das Usher-Syndrom, welches durch<br />
den Beginn einer Netzhautablösung mit<br />
18 Jahren diagnostiziert wurde.<br />
„Kunst ist mein Hobby, größtenteils Illustrieren<br />
sowie Karikieren“, sagt Nagulin.<br />
Er veröffentlicht lustige Zeichnungen<br />
mit Gebärdensprache. Bereits seit fast<br />
sechs Jahren zeichnet er unter dem Alias<br />
NaguX die Karikaturen für die <strong>DGZ</strong>.<br />
Wie er zum Zeichnen kam? „Der Weihnachtsmann<br />
im Kindergarten schenkte<br />
mir ein Kinderatlasbuch. Ich war sehr<br />
neugierig, was es in der Welt gibt. Sofort<br />
übte ich mit einem billigen Bleistift das<br />
erste Land, Italien, mit genauen Umrissen<br />
– ohne Abpausen – zu übertragen.<br />
Später kaufte ich mir ein teures „Wacom<br />
Cintiq“, ein Grafikbildschirm. Dies<br />
glich mein eingeschränktes Sichtfeld<br />
durch den Tunnelblick aufgrund vom Usher-Syndrom<br />
aus. Ich möchte als Taubblinder<br />
meine künstlerischen und technischen<br />
Erfahrungen beweisen.“, erzählt<br />
der heute in München wohnende.<br />
<strong>Weihnachtsbeilage</strong><br />
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