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mensch joseph! | Magazin 3-2021

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joseph!

mensch

IHR GESUNDHEITSMAGAZIN FÜR DIE REGION

AUSGABE 3 | 2021

Gemeinsam geschultert –

Patient Mirco Borgmann fühlt sich

bestens aufgehoben im JHW S. | 14

Behält immer den

Überblick: Hanna

Roskam, Sekretärin in

der Kardiologie

S. I 18

Sicher und schonend – Polypen und

kleinere Tumore effektiv entfernen S. | 04

Wenn einen der Schlag trifft –

Wie man Schlaganfälle erkennt und

behandelt – mit Notfall-Leitfaden S. | 06


Handeln

statt reden!

Etwas

zurückgeben!

Zeit

schenken!

Sinn

stiften!

Sich

einbringen!

Gemeinschaft

erleben!

Gute Gründe fürs Ehrenamt.

Was ist Ihrer?

Was auch immer Sie vom Ehrenamt erwarten, im Josephs-Hospital

kommt Ihr Engagement direkt und ohne Umwege unseren Patientinnen

und Patienten zugute.

Verstärken Sie das Team der Grünen Damen und Herren, helfen Sie in der

Bücherei, begleiten und unterstützen Sie Menschen mit Demenz oder werden

Sie Pate für unsere internationalen Pflegekräfte.

Unsere Pflegedirektorin Sigrid Krause berät Sie gern

und freut sich auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.

Telefon: 02581 20-1053, E-Mail: s.krause@jhwaf.de

www.jhwaf.de


INHALT

Peter Goerdeler und Michael von Helden

„Wir spüren eine besondere

Verbundenheit zu den Menschen.“

04 I IM INTERVIEW

Prof. Dr. Dirk Domagk und

Dr. Andreas Pohlmann

05 I JHW ERKLÄRT

Trauma

06 I STROKE UNIT

Wenn einen der Schlag trifft –

das JHW ist spezialisiert auf

Schlaganfälle

Liebe Leserin,

lieber Leser,

10 I JHW INTERN

· Zertifizierung Adipositaszentrum

· Ausländische Pflegekräfte

· Patient Blood Management

Schlaganfälle gelten weltweit als

die zweithäufigste Todesursache.

Allein in Deutschland trifft die auch

als Apoplexie bekannte Herz-Kreislauf-

Erkrankung jährlich etwa 270.000

Menschen. Damit die Betroffenen

überleben und keine schweren

Folgeschäden davontragen, kommt

es auf schnelle Erste Hilfe und eine

umfassende Akutversorgung an. Die

Stroke Unit im JHW ist auf Schlaganfall-Patienten

spezialisiert – mit dem

Ziel, das Leben der Menschen in der

Region ein großes Stück sicherer zu

machen. Wie Schlaganfälle richtig

erkannt und behandelt werden, lesen

Sie in der Titelgeschichte ab Seite 6.

Und damit auch Sie wissen, was bei

einem Schlaganfall zu tun ist, finden

Sie in dieser Ausgabe eine Erste-

Hilfe-Anleitung zum Herausnehmen.

Patientinnen und Patienten medizinisch

optimal zu versorgen – um

diesem Anspruch auch in Zukunft

gerecht zu werden, erweitern wir

kontinuierlich unser Leistungsspektrum.

Als eine von wenigen Kliniken in

der Region bieten wir die sogenannte

endoskopische Vollwandresektion

an. Dank dieses modernen Verfahrens

ist es unserem zertifizierten

Darmzentrum möglich, Polypen und

kleinere Tumore sicher und schonend

aus dem Verdauungstrakt zu

entfernen. Was das für die Patienten

bedeutet, erfahren Sie im Interview

mit Chefarzt Prof. Dr. Dirk Domagk

und Oberarzt Dr. Andreas Pohlmann

(S. 4).

Die besondere Beziehung des Josephs-Hospitals

zu den Menschen

in der Region zeigen die Seiten 14

und 15. Eine Fahrradfahrt an seinem

48. Geburtstag endete für Mirco

Borgmann mit einem komplizierten

Schlüsselbeinbruch. Wie es dem Hobbysportler

heute geht und warum ihm

die erste Operation seines Lebens

positiv in Erinnerung bleibt, lesen Sie

in der Patientenstory.

Liebe Leserin, lieber Leser, im Namen

aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wünschen wir Ihnen eine besinnliche

Weihnachtszeit und einen tollen Start

ins Jahr 2022. Bleiben Sie so aufmerksam

wie bisher – und bleiben Sie vor

allem gesund!

Ihr Peter Goerdeler

Ihr Michael von Helden

12 I FIT-TIPP

Gesunde Weihnachten!

13 I MENSCH, SAG MAL

„Was ist Ihr Lieblings-

Weihnachtsfilm?“

14 I PATIENTENSTORY

Die erste OP im Leben

von Mirco Borgmann

16 I JOB-CHECK

Intensiv- und

Anästhesiepflegefachkraft

18 I IM GESPRÄCH MIT ...

Hanna Roskam

Sekretärin in der Kardiologie

19 I SCHLUSSENDLICH

· Wortfuchs-Gesundheitsrätsel

· Impressum

02


03


mensch joseph! IM INTERVIEW

„Die Vollwandresektion ist

ein Meilenstein!“

Sicher und schonend:

Dank der endoskopischen

Vollwandresektion

können Polypen und

kleinere Tumore effektiv

aus dem Verdauungstrakt

entfernt

werden. Wir haben mit

Oberarzt Dr. Andreas

Pohlmann und Chefarzt

Prof. Dr. Dirk Domagk

aus der Inneren Medizin

und Gastroenterologie

über das Verfahren

gesprochen.

Chefarzt Prof. Dr. Dirk Domagk und Oberarzt Dr. Andreas Pohlmann im Interview.

Herr Dr. Pohlmann, was macht die

endoskopische Vollwandresektion so besonders?

Dr. Andreas Pohlmann (AP): Die Vollwandresektion ermöglicht

die effektive Entfernung schwer zugänglicher Polypen

sowie kleinerer Tumore aus dem Magen, Zwölf-Fingerdarm

oder Dickdarm. Im Prinzip funktioniert eine Vollwandresektion

ähnlich wie eine normale Magen- oder Darmspiegelung.

Wie läuft der Eingriff ab?

AP: Zunächst markieren wir die Ränder des Befundes mit einer

speziellen Sonde. Das Endoskop mit dem sogenannten

FTRD-System (Full-Thickness Resection Device, Anm. d. Red.)

besteht aus einer Kappe mit einem besonderen Verschlussclip

und einer integrierten elektrischen Schlinge. Eine Greifzange,

die über den Arbeitskanal des Endoskopes eingeführt wird,

zieht das Gewebe in die Kappe ein, bevor es mithilfe des Clips

sicher verschlossen wird. Schließlich wird der Befund oberhalb

des Clips abgeschnitten und geborgen.

Welche Vorteile hat das Verfahren für den Patienten?

AP: Weil das Verfahren auch tiefer wachsende und vernarbte

Befunde entfernen kann, bleibt den Patienten eine chirurgische

Operation meist erspart. Zudem zieht der Clip die Schleimhaut

zusammen, sodass eine Perforation der Darmwand und

auch Blutungen verhindert werden können.

Prof. Dr. Dirk Domagk (DD): Das Verfahren ist ein Meilenstein

in der Gastroenterologie, weil es in etwa 80 Prozent

aller Fälle die Tumore komplett entfernt und wenige Risiken birgt.

Zudem erlaubt das Verfahren eine genaue diagnostische Aufbereitung,

um die vollständige Entfernung des abgetragenen

Gewebes sicherzustellen.

Was muss ich als Patient beachten?

AP: Der Eingriff erfolgt unter leichter Sedierung, deshalb muss der

Patient nüchtern zur Untersuchung erscheinen und wie zur Darmspiegelung

abgeführt werden, falls der Eingriff im Dickdarm erfolgen

soll. Am Tag des Eingriffs bekommt der Patient flüssige Nahrung,

anschließend kann er wieder normal essen. Eine Schmerztherapie

ist in der Regel nicht erforderlich.

Seit wann bieten Sie die

endoskopische Vollwandresektion an?

DD: Wir bieten die Vollwandresektion seit Mitte dieses Jahres an –

als eine von wenigen Kliniken in der Region. Das moderne Verfahren

bildet eine sinnvolle Ergänzung des Leistungsspektrums und

zeigt die hohe Kompetenz unseres zertifizierten Darmzentrums.

Ihr Kontakt:

Innere Medizin &

Gastroenterologie

Tel.: 02581/20-1401

Fax: 02581/20-1402

inn@jhwaf.de


mensch joseph! JHW ERKLÄRT

SERIE:

FACH-

BEGRIFFE

ERKLÄRT

TRAUMA

Verkehrsunfälle, Verbrennungen, Stürze aus großer Höhe: Ein

körperliches Trauma kann unterschiedliche Ursachen haben. Was

für Traumata aber gibt es und wann wird es lebensbedrohlich?

Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen

und bedeutet so viel wie „Verletzung“. In der heutigen

Zeit findet das Trauma in verschiedenen Zusammenhängen

eine unterschiedliche Bedeutung. In der Medizin

ist es als ein Ereignis definiert, das den menschlichen

Organismus schädigt. Diese körperlichen Verletzungen

können beispielsweise durch einen Unfall im Straßenverkehr

oder beim Sport, stumpfe Gewalteinwirkung,

Bisse, Stiche oder Schnitte hervorgerufen werden. In

solchen Fällen spricht man von einem mechanischen

Trauma. Darüber hinaus gibt es noch die physikalischen

Traumata, ausgelöst durch Verbrennungen, Kälte oder

Strahlung, und chemische Traumata infolge von Vergiftungen

und Verätzungen. Alle unterschiedlichen

Formen haben eines gemeinsam: Sie schädigen den

Betroffenen nicht durch direkte Gewebsverletzungen

wie Wunden oder Knochenbrüche, sondern auch durch

indirekte Auswirkungen auf den Gesamtorganismus.

Typische Beispiele dafür sind das Schädel-Hirn-Trauma,

Wirbelsäulentrauma, Extremitätentrauma (Arme und

Beine) oder Zahntrauma.

Verschiedene Arten und Ausmaße

Auch das Ausmaß eines Traumas ist klar festgelegt: Ein

Monotrauma zum Beispiel meint eine einzelne, nicht

lebensbedrohliche Verletzung. Ein Schädel-Hirn-Trauma

wiederum gilt als schwere Einzelverletzung, die lebensbedrohliche

Züge annehmen kann. Wenn mehrere Organe

oder Körperbereiche in Mitleidenschaft gezogen

werden, spricht die Medizin von einem Polytrauma.

Weil eine der Verletzungen oder ihre Summe lebensgefährdend

sind, ist die zeitnahe Erstversorgung entscheidend

für den Behandlungserfolg. Als zertifiziertes

Traumazentrum verfügt das JHW über einen sogenannten

Schockraum: Hier stehen Ärzte und Pflegekräfte

verschiedener Fachabteilungen jederzeit bereit, um die

optimale Behandlung schwerverletzter Patienten zu

gewährleisten.

04


05


mensch joseph! STROKE UNIT

MIT EINEM

SCHLAG

IST ALLES

ANDERS


mensch joseph! STROKE UNIT

Schlaganfälle kommen oft

aus heiterem Himmel und

müssen so schnell wie

möglich behandelt werden.

Die Stroke Unit im JHW ist

auf die umfassende und

fachübergreifende Akutversorgung

von Schlaganfall-Patienten

spezialisiert.

Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Allein in Deutschland

erleiden jährlich etwa 270.000 Menschen die als

Apoplexie bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Hinter

einem Schlaganfall steckt in der Regel eine plötzlich

auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, sodass

umliegendes Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff

und Nährstoffen versorgt wird. Als typische

Anzeichen gelten einseitige Lähmungen von Armen,

Beinen oder Gesichtshälften. Auch Sprach- und Wahrnehmungsstörungen

sowie Schwindelgefühle können

auf einen Schlaganfall hindeuten. „Grundsätzlich unterscheidet

man zwischen ischämischen und hämorrhagischen

Schlaganfällen“, sagt Dr. Jakob Kreczi, Facharzt

für Neurologie am Josephs-Hospital. Ischämische

Schlaganfälle gehen auf verstopfte Blutgefäße im Kopf

zurück. Häufige Auslöser sind Blutgerinnsel, die an verschiedenen

Stellen im Körper entstehen können, sich

lösen und über den Blutstrom in die Hirngefäße gelangen.

Außerdem können Gefäßverkalkungen bzw. Arteriosklerose

an den Hirngefäßen zu Engstellen führen,

wodurch größere Hirnareale nicht mehr ausreichend

durchblutet werden. Bei hämorrhagischen Schlaganfällen

wiederum platzen oder reißen Blutgefäße im Gehirn

oder zwischen den Hirnhäuten, sodass eine Einblutung

entsteht. Die auch Hirnblutungen genannten hämorrhagischen

Schlaganfälle resultieren meist aus Arterienverkalkungen

und zu hohem Blutdruck, der die Gefäße

langfristig schädigt und instabil macht.

Jede Minute zählt!

Ob ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall:

Beide Arten gehören umgehend behandelt für optimale

Heilungschancen. „Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall“,

erklärt Dr. Kreczi. Schon die ersten Minuten sind

entscheidend, ob der Betroffene überlebt und keine

schweren Folgeschäden davonträgt. Oft warten Betroffene

oder Zeugen allerdings zu lange ab, bevor sie die

Notrufnummer 112 wählen – trotz eindeutiger Symptome

06


07


mensch joseph! STROKE UNIT

wie halbseitige Lähmungen oder Sprachstörungen. „Wer

Anzeichen eines Schlaganfalls bei sich oder Angehörigen

bemerkt, sollte sofort den Notruf wählen, egal zu welcher

Tages- oder Nachtzeit“, erklärt der Facharzt. Viele Folgeschäden

wie Behinderungen wären vermeidbar, wenn

die Betroffenen rechtzeitige Hilfe bekämen – schließlich

sterben bei einem Schlaganfall pro Minute etwa zwei Millionen

Nervenzellen ab. Bevor der Rettungsdienst kommt,

ist es zudem wichtig, das Bewusstsein und die Atmung

regelmäßig zu überprüfen. Auch Unruhe sollte man vermeiden

und beruhigend auf die Betroffenen einwirken

(eine Anleitung für Erste Hilfe bei einem Schlaganfall

finden Sie im Einleger in dieser Ausgabe).

Bestens versorgt in der Stroke Unit

Wenn der Rettungsdienst eintrifft, spielt die Wahl der Klinik

eine entscheidende Rolle. Schlaganfall-Patienten aus

der Region sind in der Stroke Unit des Josephs-Hospitals

bestens aufgehoben. Diese Spezialstation zur Akutbehandlung

von Schlaganfall-Patienten wurde im September

eröffnet – mit dem Ziel, das Leben der Menschen ein

ganzes Stück sicherer zu machen. Fachärzte wie Neurologen,

Kardiologen und Radiologen, geschulte Pflegekräfte,

Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden agieren

hier im engen Schulterschluss, um den Patienten eine

„Ein Schlaganfall ist

immer ein Notfall“,

sagt Dr. Kreczi.

schnelle und sichere Akutversorgung zu garantieren.

Dabei kann sich das interdisziplinäre Team unter der

Leitung des kardiologischen Chefarztes Dr. Jürgen Biermann

auch auf moderne Diagnose- und Therapieverfahren

verlassen. Direkt nach der Ankunft des Patienten

wird per Computertomografie (CT) untersucht, welche

Ursache hinter dem Schlaganfall steckt. Welche Hirnareale

sind betroffen? Liegt ein Blutgerinnsel oder eine

Hirnblutung vor? Anschließend erfolgt eine individuelle

und zielgerichtete Behandlung. „Blutgerinnsel zum Beispiel

kann man entweder mithilfe medikamentöser oder

interventioneller Therapien auflösen“, sagt Dr. Kreczi.

Besonders erfolgversprechend: die Lyse-Therapie

Als besonders wirksam erweist sich oftmals die

Lyse-Therapie, mit der im JHW schon viele Leben

Dr. Jakob Kreczi,

Facharzt für Neurologie,

und Gesundheits- und Krankenpflegerin

Katharina Kreickmann.

Schlaganfälle erkennen

und richtig handeln

Die ersten Minuten entscheiden: Mit dem

FAST-Test können Sie in kurzer Zeit überprüfen,

ob ein Schlaganfall vorliegt.

FACE: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt

ein Mundwinkel herab, deutet das auf eine

Halbseitenlähmung hin.

ARMS: Bitten Sie die Person, die Arme nach

vorne zu strecken und dabei die Handflächen

nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung

können nicht beide Arme gehoben werden,

ein Arm sinkt oder dreht sich.

SPEECH: Lassen Sie die Person einen einfachen

Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in

der Lage oder klingt die Stimme verwaschen,

liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

TIME: Zögern Sie nicht, wählen Sie unverzüglich

die 112 und schildern Sie die Symptome.

gerettet wurden. Dabei bekommen die Patienten stark

blutverdünnende Medikamente über die Vene verabreicht,

die den Verschluss im Hirngefäß auflösen. In

Ausnahmefällen ist es nötig, einen Katheter bis zur

verstopften Hirnarterie einzuführen und das Blutgerinnsel

abzusaugen. „Hierfür arbeiten wir vertrauensvoll

mit der Fachabteilung für Neurologie am Herz-Jesu-

Krankenhaus Hiltrup zusammen“, lobt Dr. Kreczi die

klinikübergreifende Zusammenarbeit. Bei beiden

Therapieansätzen sei vor allem eines entscheidend:


mensch joseph! STROKE UNIT

der Faktor Zeit. „Das Zeitfenster für die erfolgreiche

Behandlung eines Schlaganfalls beträgt bis zu viereinhalb

Stunden nach dem Auftreten.“ Während des Aufenthalts

in der Stroke Unit wird der Patient natürlich kontinuierlich

überwacht und Blutdruck, Sauerstoffgehalt des

Blutes, Körpertemperatur und Herzrhythmus optimiert.

Entscheidend für die Genesung:

die Frührehabilitation

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Akutbehandlung

bildet die Sekundärprophylaxe. „Hierunter versteht man

die Identifikation individueller Risikofaktoren und deren

Behandlung“, erklärt der Neurologe. Ziel der Sekundärprophylaxe

ist es, weiteren Schlaganfällen vorzubeugen

– zum Beispiel über medikamentöse Therapien oder eine

Umstellung des Lebensstils. Da nach einem Schlaganfall

schwere Folgeschäden auftreten können, gilt zudem

der Frührehabilitation durch Physiotherapie, Logopädie

und Ergotherapie besonderes Augenmerk. Übungen

für die Feinmotorik wie Greifübungen und Sprechtrainings

sollen es dem Patienten ermöglichen, verlorene

Fähigkeiten Stück für Stück wiederzuerlangen. „Der

Heilungsprozess verläuft am besten, wenn wir so früh

wie möglich mit der Therapie beginnen“, sagt Dr. Kreczi.

Bis zu eine Woche dauert der Aufenthalt in einer Stroke

Unit, bevor für die meisten Erkrankten die Verlegung in

eine Rehabilitationsklinik auf dem Programm steht. Die

Therapie in der Reha knüpft dabei direkt an die Akutbehandlung

an, um den Patienten die Rückkehr in ein

möglichst selbstbestimmtes Leben zu ebnen.

Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Umso wichtiger

ist es, schnell zu reagieren und den Betroffenen eine

optimale Behandlung zu ermöglichen – wie in der neuen

Stroke Unit des Josephs-Hospitals.

Ihr Kontakt:

Kardiologie, Rhythmologie

& Angiologie

Tel.: 02581 20-1451

Fax: 02581 20-1453

kar@jhwaf.de

08


09


Von Vietnam

nach

Warendorf

Ausgezeichnete Qualität (v.l.): Zentrumskoordinator und Oberarzt Dr. Sebastian Hofmeister,

Chefarzt Dr. Lothar Biermann, Chefärztin und Zentrumsleiterin Dr. Barbara Schulze Eilfing,

Ernährungsberaterin Daniela Brand und Chefarzt Prof. Dr. Dirk Domagk.

Auszeichnung für

das Adipositas-

Zentrum

Diäten, Sport, Kalorienzählen: Bei Menschen mit Adipositas (krankhaftes Übergewicht)

ist die Liste der Abnehmversuche oft so lang wie die Leidensgeschichte.

Adipositas bedeutet aber nicht nur einige Kilo zu viel, die Erkrankung kann zum

Beispiel mit Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkproblemen und sozialer Isolation

einhergehen. Die gute Nachricht: Betroffenen kann geholfen werden. Das Adipositas-Zentrum

im JHW begleitet fettleibige Menschen auf dem Weg in ein neues

Leben in Leichtigkeit. „Als spezialisiertes Adipositas-Zentrum kennen und verstehen

wir die Sorgen und Nöte der Patienten“, sagt Barbara Schulze Eilfing, Chefärztin

der Allgemein- und Viszeral- sowie Gefäßchirurgie und Leiterin des Adipositaszentrums

im JHW. Zusammen mit ihrem eingespielten Team setzt sie dabei

auf ein multimodales Behandlungskonzept, das den Patienten ganzheitlich in den

Blick nimmt. Dazu zählen gezielte Ernährungs- und Bewegungstherapien genauso

wie gewichtsreduzierende Operationen.

Note 1+ für die Behandlungsqualität

Der spezielle Mix aus Expertise und Einfühlungsvermögen hat dem Adipositaszentrum

zu einem hervorragenden Ruf verholfen. Aber nicht nur das. Auch die

Auditoren der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zeigten

sich beeindruckt von den Abläufen und der Organisation: Sie zeichneten die

Klinik als zertifiziertes Adipositaszentrum aus. Neben quantitativen Anforderungen

(mindestens 50 bariatrische OPs jährlich) fließen auch qualitative Ziele wie

geringe Komplikationsraten und interdisziplinäre Behandlungskonzepte mit in die

Bewertung ein. Die Zertifizierung beweist damit die hohe Beratungs- und

Behandlungsqualität des Adipositaszentrums.

Besonderes Augenmerk legt

das Team auf eine enge Zusammenarbeit

aus Medizin, Pflege, Ernährungsexperten,

Psychologen, Diabetesberatern

und vielen weiteren Kooperationspartnern,

wie Dr. Barbara Schulze Eilfing

hervorhebt.

Ihr Kontakt:

Adipositaszentrum

Tel.: 02581 20-1301

Fax: 02581 20-1302

achi@jhwaf.de

Ein neues Land, eine neue Sprache:

Sechs junge Vietnamesinnen

und Vietnamesen haben ihre

Ausbildung zur examinierten

Pflegefachkraft im JHW gestartet.

Vorab haben sie bereits ihre erste

Prüfung erfolgreich gemeistert

– und das Sprachzertifikat der

Stufe B2 erworben.

Fünf Monate. 400 Unterrichtsstunden. Und

besondere Einsatzbereitschaft. Bei der Suche

nach den Pflegekräften für morgen setzt das

JHW auf internationale Verstärkung – und das

mit Erfolg. Sechs vietnamesische Nachwuchskräfte

sowie eine rumänische Kollegin haben

vor Kurzem ihr Sprachzertifikat erhalten und

damit einen wichtigen Schritt zur Integration

gemacht. Dank des intensiven Kurses an der

Volkshochschule Warendorf sind die Absolventen

noch besser in der Lage, sich in der

Klinik und im Alltag auf Deutsch zu verständigen.

Die JHW-Integrationsbeauftragte Daniela

Wefering lobt das besondere Engagement:

„Wir haben die Einstellung ausländischer Pflegekräfte

sorgfältig vorbereitet und freuen uns

über die beeindruckende Motivation, eine

neue Sprache zu lernen.“

Kleine Feierstunde, großer Schritt: Die angehenden

Pflegekräfte freuen sich über ihre Sprachzertifikate.


mensch joseph! JHW INTERN

WENIGER BLUTVERLUST,

MEHR PATIENTENSICHERHEIT

Blut ist lebenswichtig: Die rote Flüssigkeit versorgt unsere Organe

mit Nährstoffen und Sauerstoff und wehrt bedrohliche Krankheitserreger

ab. Einige Menschen aber leiden unter Blutarmut bzw.

Anämie, die bei größeren Operationen zu Komplikationen führen

kann. Um dieser Blutarmut entgegenzuwirken und die Patientensicherheit

zu erhöhen, hat das JHW ein Konzept entwickelt: das

„Patient Blood Management“.

„Patient Blood Management“? Was sich zunächst

kompliziert anhört, ist im Grunde ganz einfach.

Dr. Klaus Dellori, Oberarzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin

und Schmerztherapie, erklärt das Konzept:

„Beim Patient Blood Management geht es darum, Patienten

mit Blutarmut zu erkennen und optimal auf

Operationen vorzubereiten, um weitere Blutverluste

während und nach dem Eingriff zu reduzieren.“ Um

dies zu erreichen, setzt die Arbeit der Spezialisten

schon früh an. Vor einer geplanten Operation kontrollieren

die Ärzte, ob der Patient an Blutarmut leidet. Ist

dies der Fall, wird er entsprechend therapiert. Die Behandlung

ist dabei abhängig von der Ursache der

Blutarmut. Liegt zum Beispiel ein Eisenmangel vor,

wird die Anämie mit der Gabe von Eisenpräparaten bekämpft.

Neben Tabletten können dazu auch Infusionen

eingesetzt werden. Ein weiteres Ziel ist es, den Blutverlust

während des Eingriffs auf ein Minimum zu reduzieren.

Dies ermöglichen zum Beispiel minimalinvasive

Operationstechniken, die nur kleine Hautschnitte

erfordern und damit Blut sparen. Dank der geringen

Blutverluste braucht es zudem auch keinen Ausgleich

durch fremde Bluttransfusionen. „Für uns hat die

Patientensicherheit oberste Priorität – und mit dem

Patient Blood Management gelingt es uns, Risiken zu

vermeiden und die Gesundheit der Patienten bestmöglich

zu schützen“, sagt Dr. Klaus Dellori.

Die verborgene Volkskrankheit: Blutarmut

Blutarmut – auch Anämie oder Bleichsucht genannt –

wird zunächst oft nicht bemerkt. „Blutarmut ist jedoch

fast schon eine Volkskrankheit“, hält der Oberarzt fest.

Dabei fehlen dem Körper wichtige Blutzellen – genauer

gesagt: das Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff in den

roten Blutzellen (Eryhtrozyten) transportiert Sauerstoff

und Kohlenstoffdioxid durch den gesamten Körper.

„Erst wenn der Gehalt an Hämoglobin stark abgefallen

„Blutarmut ist fast eine Volkskrankheit“, sagt Dr. Klaus Dellori,

Oberarzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

ist oder eine weitere Erkrankung hinzukommt, fällt die

Blutarmut in der Regel auf“, sagt Dr. Klaus Dellori. Häufige

Symptome sind zum Beispiel Müdigkeit, Atemnot

oder auch Kopfschmerzen. Doch wie kann es zu einer

Blutarmut kommen? „Es gibt unterschiedliche Gründe.

Manche Patienten haben Schwierigkeiten, Eisen aufzunehmen

und leiden somit unter Eisenmangel. Bei Frauen

kann auch die Menstruation zur Anämie beitragen“,

sagt Dr. Klaus Dellori. Blutarmut ist individuell therapierbar

– gerade vor länger geplanten Operationen

sollten Patienten vom Hausarzt checken lassen, ob sie

unter einer Anämie leiden und sich unter Umständen

behandeln lassen.

„Mit dem Patient Blood Management haben wir die

Patientensicherheit deutlich erhöht und wir benötigen

lange nicht mehr so viele Blutkonserven wie früher“,

freut sich Dr. Klaus Dellori.

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mensch joseph! FIT-TIPP

Gesunde Weihnachten!

Egal ob Spekulatius, Glühwein, gebrannte Mandeln

oder Schoko-Nikoläuse – die Weihnachtszeit lädt zum

Naschen ein. Das Resultat: Die Leckereien landen auf

der Hüfte oder am Bauch und sorgen für Unzufriedenheit

mit dem eigenen Körper. Das muss nicht sein!

Damit die Waage im neuen Jahr keine Rekorde bricht,

haben wir Ihnen einige gesunde und leckere

Alternativen unter den Weihnachtsbaum gelegt.

Gesund und lecker:

alkoholfreier Glühwein

ohne Zucker

Beim ersten Buden-Stopp auf dem Weihnachtsmarkt

heißt es: einen Glühwein bitte!

Mit oder ohne Schuss? Natürlich mit – aber

heute mit einem Schuss Vitamin-Power!

Der selbstgemachte Glühwein für zu Hause

ist nämlich nicht nur lecker, sondern auch gesund. Die Zutaten

(für 4-6 Gläser): 1 Liter Apfelsaft, 200 ml Orangensaft, ½

Apfel, 1 Prise Stevia (alternativ 2 EL Honig oder Agavendicksaft),

1 bis 2 Zimtstangen, 3 Nelken und 1 Orange. Zunächst

die Orange sowie den Apfel in Scheiben schneiden und mit

den restlichen Zutaten in einen Topf geben. Daraufhin alles

erwärmen und mindestens eine Stunde ziehen lassen. Tipp:

Je länger der Saft zieht, desto aromatischer schmeckt er.

Der Snack für zwischendurch:

Obstchips

Zur Weihnachtszeit sind süße, kleine Leckereien

ein Muss. Und dieses Mal sind sie sogar gesund!

Der perfekte Snack für zwischendurch:

Obstchips. Ob Äpfel, Bananen oder Birnen –

welche Sorte auf den Teller kommt, ist reine

Geschmackssache. Die Frucht wird zunächst in

Scheiben oder Streifen geschnitten und dann

in 100 ml Wasser und 6 EL Zitronensaft getaucht.

Die Scheiben auf ein Küchentuch zum

Abtrocknen und anschließend auf ein Backblech

legen. Bei 80 Grad Umluft wandern die

Chips für zwei bis drei Stunden in den Backofen,

die Backofentür bleibt dabei während der

ganzen Zeit leicht geöffnet.

Wertvolle Nährstoffe:

Cashew-Dattel-Cookies

In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei! Diesmal ohne Milch

und Mehl, aber dafür mit wertvollen Nährstoffen.

Das Rezept: 100 g Cashewkerne, 100 g Datteln und 20 g Haferflocken

zunächst zerkleinern. Anschließend kommen 30 g Mandelmus, weitere 40 g

Haferflocken, 30 g gehackte Mandeln, sowie 50 ml Wasser hinzu. Zimt,

Nelken oder andere weihnachtliche Gewürze hinzugeben und miteinander

vermengen. Daraufhin wird die Masse in zwölf Kugeln geformt und bei 170

Grad Ober-/Unterhitze etwa zehn Minuten gebacken. Das Ergebnis: ein

veganer, ballaststoffreicher und glutenfreier Keks!


mensch joseph! MENSCH, SAG MAL

„Ein Weihnachtsfilm muss bei uns zu

Hause jedes Jahr geschaut werden: ‚Schöne

Bescherung‘ mit Chevy Chase. Familie Griswold

fasziniert mich dabei jedes Mal aufs

Neue. Und: Der Film wird natürlich zusammen

mit meiner Familie geschaut, das ist

das Schönste.“

Plätzchen backen,

Glühwein trinken – die besinnliche Jahreszeit

hat begonnen. Fernab vom Alltagsstress

heißt es nun, die Weihnachtsstimmung mit viel

Ruhe und Zeit mit den Liebsten zu genießen. Was

auf dem Wunschzettel nicht fehlen darf: ein toller

Weihnachtsfilm.

„WAS IST IHR

LIEBLINGS-

WEIHNACHTSFILM?“

Wir haben nachgefragt.

Anika Geisler, Versmold

„In der Weihnachtszeit freue ich mich besonders auf die

echten Klassiker unter den Weihnachtsfilmen. Mein

absoluter Liebling: Die ,Weihnachtsgeschichte‘ von

Charles Dickens – natürlich als Erstverfilmung

von 1984. Dabei gefällt mir vor allem der Blick auf

die Werte der damaligen und heutigen Zeit.“

Carsten Tönspeterotto, Rheda-Wiedenbrück

„Ein Muss an Weihnachten ist ‚Kevin – Allein

zu Haus`. Ich finde den Film einfach witzig –

vor allem das Verhalten von Kevin. Und natürlich,

wie er sein Haus gegenüber den Einbrechern

verteidigt: Das ist das Beste von allem!“

Luca Tews, Rheda-Wiedenbrück

„Mit meinem Lieblings-Weihnachtsfilm

tauche ich jedes Jahr wieder in

die wunderbare Weihnachtsstimmung

ein – und zwar mit ‚Liebe braucht keine

Ferien‘ und den Schauspielern Cameron

Diaz und Jude Law. Die Komödie zeigt

alle Facetten und Schicksale der Liebe

auf und endet ganz romantisch mit

einem Happy End.“

12


13

Natascha Fot, Warendorf


mensch joseph! PATIENTENSTORY

Eine

starke

Schulter

Der 48. Geburtstag

wird Mirco Borgmann

lange im Gedächtnis

bleiben: Eine Fahrradfahrt

endete mit

einer Schultereckgelenksprengung.

Heute

radelt und läuft der

Hobbysportler wieder,

als wäre nichts

gewesen.

Nein, an den Unfall selbst kann er sich nicht

erinnern, erzählt Mirco Borgmann. Er weiß

nur noch, wie er um die Kurve bog und die

Einkaufstüte am Fahrradlenker baumelte.

Im Normalfall reicht der Rucksack, um alle

Besorgungen zu verstauen. Der 27. Mai

aber war sein Geburtstag, und an Geburtstagen

kauft man eben einige Besorgungen

mehr ein als geplant. Also stopfte er alles,

was nicht mehr in den Rucksack wollte, in

eine zusätzliche Einkaufstüte. „Die Tüte ist

wohl in die Speichen gekommen, sodass

ich über den Fahrradlenker gestürzt bin“,

vermutet Mirco Borgmann. Der 48-Jährige

kam erst wieder zu Bewusstsein, als er auf

dem Bordstein saß. Ohne Erinnerung an

den Unfall, dafür mit einer Gehirnerschütterung,

einer Platzwunde, drei angebrochenen

Rippen und einer Verletzung des Schlüsselbeingelenks.

Die Diagnose bekam er einige

Minuten nach seinem Fahrradsturz – im

Schockraum des Josephs-Hospitals.

Sicher versorgt im Schockraum

Der Schockraum bildet das Herzstück der

Zentralen Notaufnahme: Hier laufen alle

Fäden zusammen, um Patienten schnell

und sicher zu helfen. Die Erstversorgung

erfolgt dabei nach einem festen Schema:

Das ATLS-Prinzip (Advanced Trauma Life

Support) ermöglicht eine zügige Einschätzung

des Schweregrades der Verletzungen

und eine sofortige Behandlung der eventuell

vorhandenen lebensbedrohlichen Verletzun-


mensch joseph! PATIENTENSTORY

gen. Als wichtiger Bestandteil dienen moderne Diagnoseverfahren

wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen oder

Computertomografien (CT). In Mirco Borgmanns Fall

wurde unter anderem eine Spiral-CT vorgenommen, die

ihn vom Scheitel bis zur Sohle durchleuchtet hat. Julia

Vinnenberg, Ärztin der Orthopädie und Unfallchirurgie,

diagnostizierte mithilfe der Aufnahmen eine sogenannte

Schultereckgelenksprengung. Eine konservative Behandlung

kam nicht infrage, weil ein Rucksack- oder

Schlingenverband zu einem schief zusammengewachsenen

Knochen hätte führen können. Stattdessen riet

das Ärzteteam um Oberarzt Dr. med. Giovanni Miotti

zu einer Operation: Eine spezielle Hakenplatte sollte

das Schultergelenk stabilisieren und die Stellung des

Schlüsselbeins korrigieren. Mirco Borgmann stimmte

der OP zu. Er packte seinen verletzten Arm in die

Schlinge und fuhr mit dem Taxi nach Hause.

Julia Vinnenberg und Dr. med. Giovanni Miotti

im Gespräch mit Mirco Borgmann.

Eine Hakenplatte stabilisiert die Schulter

Vier Tage nach der Diagnose reiste Mirco Borgmann erneut

ins JHW. Obwohl es die erste Operation seines

Lebens war, spürte er kaum Nervosität. Schon in den

Vorgesprächen fühlte er sich bestens aufgehoben. Schritt

für Schritt sind sie alle Einzelheiten des geplanten Verfahrens

durchgegangen. Auch am OP-Tag selbst gab es

viel Raum, über die Operation zu sprechen und offene

Fragen zu klären. „Mir wurde es wirklich

leicht gemacht, weil alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sehr hilfsbereit

waren.“Bevor er im Stationsbett zum

Operationssaal geschoben wurde,

ging es für einen Zwischenstopp in die

OP-Schleuse. Über einen peripheren

Venenzugang verabreichte ihm der

Anästhesist exakt abgestimmte Medikamente

für eine sichere und sanfte Narkose. „Ich

weiß noch, wie ich mich mit dem Anästhesisten über

Marathons ausgetauscht habe. Es war 12.10 Uhr, als ich

das letzte Mal auf die Uhr geschaut habe“, erzählt Mirco

Borgmann. Gegen 16 Uhr erwachte er aus der Narkose.

In den vier Stunden dazwischen setzten ihm die Ärzte die

Hakenplatte ein. Der namengebende Haken fixierte die

Platte fest unter dem knöchernen Schulterdach. „Gerissene

und genähte Bänder bekommen so die Gelegenheit

zur optimalen Einheilung“, erklärt Julia Vinnenberg.

Optimaler Heilungsprozess

Mirco Borgmann bekam vom Eingriff nichts mit. Nachdem

die Aufwachphase ohne Komplikationen und

Schmerzen verlief, wurde er für zwei Tage auf die Station

verlegt. Im Patientenzimmer fragte er Julia Vinnenberg,

wann er denn wieder die Laufschuhe schnüren

könne. „Am liebsten hätte ich sofort wieder losgelegt,

so schnell geht es aber natürlich nicht“, lacht Mirco

„Mir wurde es

wirklich leicht gemacht,

alle waren

sehr hilfsbereit.“

Borgmann. Anschließend ging es nach Hause. Vier Wochen

war er insgesamt krankgeschrieben. Zwar galt es

in dieser Zeit, Bewegungen in und über Schulterhöhe zu

vermeiden, weil sonst eine Lockerung der Hakenplatte

gedroht hätte – kilometerlange Spaziergänge aber waren

erlaubt. „Und auch mit meinen beiden Töchtern konnte

ich ganz unbeschwert spielen“, erzählt der Familienvater.

Die Nachbehandlung sah zudem eine begleitende Physiotherapie

vor, mit Stabilisations- und

Dehnübungen zur Wiedererlangung

der vollen Bewegungsfreiheit. Alle

zwei Wochen warf ein Orthopäde

einen Blick auf den Heilungsprozess.

Drei Monate nach der ersten stand die

zweite Operation auf dem Programm:

In nur 45 Minuten wurde Mirco Borgmann

die Hakenplatte entfernt – und

das perfekt verheilte Schultereckgelenk war wieder voll

funktionstüchtig. Der Moment des Unfalls ist zwar weiterhin

wie ausgelöscht, der Aufenthalt im JHW aber

bleibt dem Telgter positiv in Erinnerung. „Es ist doch

schön, wenn die erste OP im Leben so gut verläuft.“

Heute ist Mirco Borgmann froh, wieder das machen

zu dürfen, was er liebt: Sport. Mehrmals in der Woche

schnürt er die Laufschuhe oder schwingt sich in den Fahrradsattel.

„Und für den nächsten Geburtstagseinkauf habe

ich mir eine Fahrradtasche gekauft.“ Sicher ist sicher!

Ihr Kontakt:

Orthopädie, Hand- und

Unfallchirurgie

Tel.: 02581 20-1351

uchi@jhwaf.de

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mensch joseph! JOB-CHECK

WIE WIRD MAN

EIGENTLICH …

INTENSIV- UND

ANÄSTHESIEPFLEGE-

FACHKRAFT?

Ob Medizin, Pflege, Technik

oder Verwaltung: Im

JHW arbeiten Menschen

aus unterschiedlichen

Berufsgruppen Hand in

Hand. In der Reihe „Job-

Check“ stellen wir Ihnen

einige dieser Berufe vor.

Heute geht es um die

angehende Intensivund

Anästhesiepflegefachkraft.

„Ich mag meinen Beruf, weil er mit viel Verantwortung

und großen Herausforderungen einhergeht“, sagt Michelle

Schütte, die seit 2019 als Gesundheits- und Krankenpflegerin

auf der Intensivstation beschäftigt ist. Zu

ihren Hauptaufgaben gehören die pflegerische Versorgung

schwer- oder schwerstkranker und zum Teil vitalbedrohter

Patienten, insbesondere die Überwachung der

Vitalfunktionen wie Atmung, Blutdruck, Körpertemperatur

und Puls. Außerdem wechseln Intensivpflegekräfte

Verbände, verabreichen Medikamente und assistieren

bei operativen Eingriffen. Sie begleiten die Patienten

auf Krankentransporten im Haus, helfen bei psychischen

Problemen und kümmern sich um die Angehörigen. Auch

die Dokumentation der Arbeitsabläufe ist fester Bestandteil

der täglichen Routine. Nach ihrem ersten Jahr auf

der Intensivstation hat sich Michelle entschieden, eine

Weiterbildung zur Fachkrankenpflegerin für Intensiv- und

Anästhesiepflege zu absolvieren.


mensch joseph! JOB-CHECK

SERIE:

JOB-CHECK

Wie läuft die Fachweiterbildung ab?

Voraussetzung für die Weiterbildung ist

eine dreijährige Ausbildung als Gesundheits-

und Krankenpflegerin. Die berufsbegleitende

Fachweiterbildung dauert

insgesamt zwei Jahre und findet im Institut

für Bildung im Gesundheitswesen in

Hamm statt. Der theoretische Unterricht

umfasst 800 Stunden und erfolgt in der

Regel in Blockwochen. Der praktische Teil

liegt bei mindestens 1.200 Stunden, wovon

große Teile auf Anleitungssituationen

entfallen. Dabei durchlaufen die Teilnehmer

zum Teil fremde Einrichtungen und

Abteilungen, sodass sie abwechselnd verschiedene

Bereiche der Intensivmedizin

und Anästhesie kennenlernen. Haben die

Teilnehmer alle Prüfungen wie Hausarbeiten

und Klausuren bestanden, endet die

Fachweiterbildung mit einer praktischen

und mündlichen Abschlussprüfung.

„Es ist schön, wie viel

man in diesem Beruf

bewirken kann.“

Michelle Schütte

Welche Voraussetzungen

sollte ich mitbringen?

„Die Zugangsvoraussetzung ist zunächst

einmal das Examen in der Gesundheitsund

Krankenpflege“, erklärt Stephanie

Pfeiffer, Abteilungsleitung Pflege im

JHW. Konkrete Berufserfahrung ist in

NRW nicht erforderlich, aber manchmal

von den Weiterbildungsstätten gewünscht.

„Wir finden es gut, wenn die Mitarbeiter

Berufserfahrung haben und den Schritt

vom Azubi zur Pflegekraft bereits vollzogen

haben“, erklärt Stephanie Pfeiffer.

Und natürlich helfen auch einige persönliche

Stärken weiter. „Empathie und Einfühlungsvermögen

im Umgang mit Patienten und Angehörigen

sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Außerdem

braucht man Belastbarkeit sowie die Fähigkeit, in Ausnahmesituationen

die Ruhe zu bewahren“, erzählt Michelle.

Es gehe oft buchstäblich intensiv zu. Umso wichtiger sei

es, in kritischen Momenten besonnen zu handeln. „Es ist

schön, wie viel man in diesem Beruf bewirken kann und

wie viel Dankbarkeit man erfährt“, meint die 29-Jährige.

Wie sehen meine Perspektiven aus?

Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels

sind Intensivpflegekräfte sehr gefragt.

Umso zukunftsträchtiger und krisensicherer ist der Beruf.

Als ausgebildete Intensivpflegefachkraft steigt man ab dem

01. Januar 2022 mit einem tariflich geregelten Bruttogehalt

von etwa 3.400 Euro ein. Mit Wochenend- und

Aktuell ist Michelle Schütte in der Anästhesiepflege im Zentral-OP eingesetzt.

Auf dem Bild ist zu sehen, wie sie Dr. Klaus Dellori bei der Intubation assistiert.

Schichtdiensten steigt das Gehalt. Wohin der Weg führen

kann, hängt vom individuellen Engagement und persönlichen

Wünschen ab, sagt Stephanie Pfeiffer. „Im Rahmen

der Fachweiterbildung erhalten die Teilnehmer zudem die

Qualifikation zum Praxisanleiter. Man hat also gute Chancen,

an der Weiterentwicklung der Station mitzuwirken

und Auszubildende für den Beruf zu begeistern.“

Ihr Kontakt:

Pflegedirektion

Tel.: 02581/20-1054

Mail: s.pfeiffer@jhwaf.de

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mensch joseph! IM GESPRÄCH MIT ...

IM GESPRÄCH MIT ...

Hanna Roskam ist ein echtes Organisationstalent.

Als Sekretärin in der Kardiologie

sorgt sie für einen geregelten

Kreislauf – nicht im Körper, sondern im

Büro: Die 24-Jährige ist die Schnittstelle

zwischen Ärzten, Patienten und Praxen

und behält dabei immer den Überblick.

Frau Roskam, was gefällt Ihnen an Ihrem Job

eigentlich am besten?

❱ Hanna Roskam: Die Kombination aus Patientenkontakt

und administrativen Tätigkeiten mag ich besonders an

meinem Beruf. Außerdem hat mein Job viele Facetten,

die jeden Tag sehr abwechslungsreich machen. Auch das

Arbeitsklima im JHW ist sehr angenehm, ich verstehe

mich wirklich gut mit meinen Kollegen!

Sie sprechen die vielen Facetten in Ihrem Job an.

Wie sieht denn Ihr Arbeitsalltag aus?

❱ Die Aufgabenbereiche im Sekretariat sind sehr vielseitig.

Wichtig ist dabei immer ein strukturierter Tagesablauf.

Zusammen mit meiner Kollegin verschaffe ich mir

zu Beginn des Tages einen Überblick, wie viele Patienten

am Vortag und über Nacht kardiologisch aufgenommen

wurden. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Jürgen Biermann

besprechen wir dann einmal den Tagesablauf. Anschließend

konzentrieren wir uns auf die Hauptaufgaben.

Welche Hauptaufgaben sind das?

❱ Dazu zählt zum einen das Terminieren und Organisieren

der geplanten stationären Aufenthalte, Operationen und

Sprechstundentermine. Zum anderen planen wir interne

und externe Veranstaltungen, wie beispielsweise das kardiologische

Symposium. Zudem sind wir im Sekretariat

für die Abrechnungen der stationären und ambulanten

Fälle zuständig. Und wir unterstützen Dr. Biermann in

seiner kardiologischen Sprechstunde.

Gibt es bestimmte Eigenschaften,

die für Ihren Beruf wichtig sind?

❱ Organisieren und Planen – daran sollte man auf jeden

Fall sehr viel Spaß haben. Da man die Schnittstelle zwischen

dem Chefarzt, den anderen Kollegen, Patienten

sowie den Praxen ist, sollte man außerdem zuverlässig

Hanna Roskam

und kommunikationsfreudig sein. Hier im Sekretariat

haben wir es auch mal mit verunsicherten Patienten zu

tun – deshalb ist es wichtig, höflich, einfühlsam und empathisch

zu sein.

Studium oder Ausbildung – welchen Weg haben

Sie gewählt, bevor Sie ans JHW kamen?

❱ Nach meinem Abitur am Mariengymnasium Warendorf

habe ich an der Universität in Bielefeld den Bachelorstudiengang

„Health Communication“ erfolgreich absolviert.

Danach wollte ich erst mal Berufserfahrung sammeln und

habe ein Jahr lang Praktika gemacht. Und seit Juni 2020

bin ich hier: im kardiologischen Sekretariat von Chefarzt

Dr. Biermann.

Warum haben Sie sich für das JHW entschieden?

❱ Für mich war seit meinem Studienabschluss klar, dass

ich beruflich gerne im Gesundheitswesen tätig sein

möchte. Das familiär geprägte JHW bietet dafür vielzählige

Möglichkeiten. Außerdem wohne ich in der Nähe und

bin sehr heimatverbunden. Das JHW ermöglicht viele

lukrative Angebote für seine Mitarbeiter, darunter das

Jobradeln oder das Lebensarbeitszeitkonto. Auch die

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind super!

Stichwort Work-Life-Balance: Was machen Sie,

wenn Ihr Feierabend beginnt?

❱ Nach der Arbeit gehe ich gerne mit dem Hund spazieren

und genieße die Zeit in der Natur. Außerdem trainiere ich

als Ausgleich zu meiner Bürotätigkeit im Fitnessstudio

oder unternehme etwas mit Freunden.


WORTFUCHS

Stellen Sie Ihr Allgemeinwissen auf die Probe, finden Sie das

gesuchte Wort und schicken Sie uns die Lösung unter dem

Kennwort „Wortfuchs“ per E-Mail an menschjoseph@jhwaf.de

oder postalisch an das Josephs-Hospital, Am Krankenhaus 2,

48231 Warendorf (Namen und Anschrift nicht vergessen!).

Einfach Lösung einsenden und einen von drei 50-Euro-Gutscheinen

für das Modehaus Ebbers in Warendorf gewinnen. Einsendeschluss

ist der 15. März 2022.

LÖSUNGSWORT der letzten Ausgabe: HERZRHYTHMUSMASSAGE

Die drei Gewinner eines Gutscheins für ein Beratungsgespräch

und eine Erstbehandlung in der TCM-Praxis Warendorf heißen

U. Schaffhausen aus Everswinkel, L. Röttger aus Warendorf und

W. Pagel aus Sassenberg.

mensch joseph! SCHLUSSENDLICH

Münsterstraße 3, 48231 Warendorf

LÖSUNG EINSENDEN

UND EINEN VON DREI

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GEWINNEN!

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Zahnes

äußerste

Armut

nicht

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teilbar

krankhaft

erhöhte

Temperatur

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bibl.

Stammvater

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Geltung

Grund,

Anlass

Unglück

prophezeien

(ugs.)

Nadelbaum,

Kiefer

eine

Farbe

Mailänder

Opernhaus

Handelnder;

Schauspieler

Greifvogel,

Aasfresser

11

5

Ureinwohner

Mexikos

großer

schwarzer

Vogel

persönl.

Fürwort

(erste

Person)

Affe,

Weißhandgibbon

unsicher,

verkrampft

Kfz-

Zeichen

Cham

Lobgesang;

Ruhm,

Ehre

unvergorener

Traubensaft

Kredit

Sieger,

Bester

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

7

franz.

Modeschöpfer

(Christian)

Stadt in

Finnland

12

Urgroßmutter

(Kosewort)

Fenstervorhang

Ohrenrauschen,

-pfeifen

Gewinn,

Ausbeute

Schlimmes

Getreidespeicher

Vorname

Strawinskys

Straße in

Berlin

(Kzw.)

bayerisch:

Rettich

der

gleichen

Meinung

deutscher

Reichspräsident

(Friedrich)

Farb-,

Arzneigrundstoff

Wissensdurst

8 (Arche)

9

Weltmacht

(Abkürzung)

Himmelsrichtung

Versehen,

Fehler

6 1

2

Traubenernte

norwegischer

Dichter

(Henrik)

europ.

Hochgebirgsteil

Nachtvogel

Ruhelosigkeit

Gespenstertreiben

engl.-

amerik.

Längenmaß

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Gewinnerin oder der Gewinner werden

schriftlich oder telefonisch benachrichtigt. Alle persönlichen Daten werden von uns nur für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben.

Teilnehmende erklären sich einverstanden, dass ihr Name im Gewinnfall in der mensch joseph! veröffentlicht wird.

Westafrikaner

Stacheltier

Popmusikstil

Jamaikas

Könner

(ugs.)

Teil der

Woche

4

fehlerlos

blütenlose

Wasserpflanze

Laubbaum,

Heilpflanze

früherer

Name

Thailands

ein

Spurenelement

Erfahrung,

Know-

3 how 10

Sinnesorgan

Stimmzettelbehälter

weibliches

Bühnenfach

Fluss

durch

London

IMPRESSUM

Herausgeber:

Josephs-Hospital Warendorf

Am Krankenhaus 2

48231 Warendorf

Telefon: 02581 20-0

Telefax: 02581 20-1003

info@jhwaf.de

www.jhwaf.de

Verantwortlich für den Inhalt:

Tobias Christof Dierker

Marketing & Kommunikation

Konzept, Redaktion und Design:

KIRCHNER Kommunikation

und Marketing GmbH

www.kirchner-kum.de

Bildnachweise:

Manuela Mertens (S. 2, 10)

Tobias Christof Dierker (S. 3, 10)

iStockphoto (S. 5, 12)

Kai Senf (S. 1, 3, 4, 6-9, 11, 13,

14-15, 16-17, 18, 20)

Modehaus Ebbers (19)

freepik (Einleger)

In unseren Texten

verwenden wir häufig

die männliche Form – für

einen besseren Lesefluss.

Wir meinen natürlich

immer alle Menschen

des weiblichen, männlichen

oder nicht binären

Geschlechts.

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19


Ihre Meinung zählt!

Wie fanden Sie unsere aktuelle Ausgabe?

Wir sind dankbar für Kritik, Lob

und Anregungen – schreiben Sie uns

einfach eine E-Mail an

menschjoseph@jhwaf.de

Wir freuen uns, Sie schon bald wieder

mit spannenden Gesundheitsthemen

aus dem Josephs-Hospital Warendorf

informieren zu dürfen: Die nächste

Ausgabe erscheint im April 2022.

Kontakt: Josephs-Hospital Warendorf

Am Krankenhaus 2 · 48231 Warendorf · Tel.: 02581 20-0 · Fax: 02581 20-1003

E-Mail: info@jhwaf.de · www.jhwaf.de · www.mehrwerden.net

facebook.com/jhwarendorf · instagram.com/josephs_hospital_warendorf


SERIE:

ERSTE ERSTE HIL-

HILFE

Erste Hilfe

BEI

SCHLAG-

ANFALL

Dank dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung wissen

Sie auch als Laie, woran Sie einen Schlaganfall

erkennen und was im Notfall zu tun ist.

joseph!

mensch


mensch joseph! ERSTE HILFE

EINEN SCHLAGANFALL ERKENNEN

Sehstörungen, Sprach- und Verständnisstörungen,

Taubheitsgefühle: Mit dem sogenannten FAST-Test

können Sie die Symptome genau erkennen und

wissen in kurzer Zeit, ob ein Schlaganfall vorliegt.

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln.

Hängt ein Mundwinkel oder ein Augenlid

herab, deutet das auf eine typische

Halbseitenlähmung hin.

Arms: Bitten Sie die Person, die Arme

nach vorne zu strecken und dabei die

Handflächen nach oben zu drehen.

Bei einer Lähmung können nicht beide

Arme gehoben werden, ein Arm sinkt

oder dreht sich.

"!XYFH?"

Speech: Lassen Sie die Person einen

einfachen Satz wie „Heute ist Mittwoch“

nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der

Lage, lallt sie, redet sie abgehackt oder

klingt die Stimme verwaschen, liegt

vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time: Zögern Sie nicht, wählen

Sie unverzüglich die 112, schildern

Sie die Symptome und wann sie

aufgetreten sind.


mensch joseph! ERSTE HILFE

SO LEISTEN SIE ERSTE HILFE

Bei einem Schlaganfall muss die Erste Hilfe so schnell wie

möglich erfolgen, weil die ersten Minuten über das Ausmaß

der Zellschäden im Gehirn entscheiden.

Bleiben Sie bis zum Eintreffen

der Rettungskräfte bei der betroffenen

Person.

Beruhigen Sie die Person und

lockern Sie gegebenenfalls beengende

Kleidung. Falls möglich,

öffnen Sie die Fenster im Raum.

Ist die Person bei Bewusstsein, lagern

Sie den Oberkörper etwas hoch.

Ist der Betroffene bewusstlos,

hält die stabile Seitenlage die

Atemwege frei.

Auf keinen Fall etwas zu trinken,

essen oder Medikamente geben,

weil durch Schluckstörungen

Fremdkörper in die Lunge

geraten können.

Kontrollieren Sie regelmäßig

Atmung und Puls und beginnen

Sie bei fehlender Atmung und

fehlendem Puls mit der Herzdruckmassage.

WIE FUNKTIONIERT EINE

HERZDRUCKMASSAGE?

Knien Sie neben den Patienten und legen Sie den

Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust.

Legen Sie den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand,

verschränken Sie die Finger und halten Sie die Arme gerade.

Bringen Sie Ihre Schultern senkrecht über den Brustkorb und

drücken Sie das Brustbein etwa 5 cm nach unten.

Entlasten Sie nach jeder Kompression den Brustkorb, ohne

den Kontakt zwischen den Händen und dem Brustkorb zu verlieren.

Wiederholen Sie dies mit einer Frequenz von

100 bis 120 Kompressionen pro Minute.

Sie wollen mehr erfahren?

Wie eine Herzdruckmassage funktioniert, erfahren Sie auch in unserem ersten Einleger „Erste Hilfe rettet

Leben“. Falls Sie den Einleger haben möchten, schreiben Sie einfach eine Mail an menschjoseph@jhwaf.de


Erste Hilfe rettet Leben. Ein Erste-Hilfe-Kurs

kann Unsicherheiten und Ängste

vor der Wiederbelebung nehmen. In

Warendorf bieten zum Beispiel das DRK

oder die Malteser regelmäßig Kurse und

Trainings zu diesem lebenswichtigen

Thema an.

Kontakt: Josephs-Hospital Warendorf

Am Krankenhaus 2 · 48231 Warendorf · Tel.: 02581 20-0 · Fax: 02581 20-1003

E-Mail: info@jhwaf.de · www.jhwaf.de · www.mehrwerden.net

facebook.com/jhwarendorf · instagram.com/josephs_hospital_warendorf

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