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Taxi Times München - 4. Quartal 2021

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INFEKTION

MASKE AB – MASKE AUF

Wenn Menschen bei Veranstaltungen keine Maske tragen müssen, sollte das auch

im Taxi möglich sein. Oder doch nicht? Ein Pro und Contra.

Seit Neuestem dürfen bei Heimspielen

der 60er im Grünwalder Stadion

wieder alle zugelassenen

15.000 Fans dabei sein, sofern sie entweder

geimpft, genesen und – je nach „Ampelfarbe“

– getestet sind. Dann müssen sie nicht

einmal einen Mund-Nasen-Schutz mehr

tragen. Nach dieser 2- oder 3G-Regelung

laufen seit einiger Zeit etliche Veranstaltungen

ab. Hinterher ist dann wieder eine

Maske nötig, etwa in der Straßenbahn, der

U-Bahn oder auch im Taxi.

Während also fast überall die Maskenpflicht

fällt, scheint sie im öffentlichen Verkehr,

dem auch Taxis und Mietwagen

zugeordnet sind, in Stein gemeißelt zu sein.

Das hat durchaus Konfliktpotenzial: „Im

Branchenalltag bedeutet dies beispielsweise

für Nachtfahrer, dass sie ihre Fahrgäste

von feucht-fröhlichen 3G-Partys abholen,

wo Abstand wieder ein

Fremdwort ist, und sie

müssen diese dann zur

Maskennutzung zwingen“,

schreibt Taxiunternehmer

und

Taxi Times-Autor

Remmer Witte auf der

Website dieser Zeitung.

„Hier ist es höchste Zeit,

den Sinn oder Unsinn dieser

Regelung zur prüfen.“

MASKENPFLICHT SEIT 2020

Die Einführung der Maskenpflicht im Jahr

2020 sei laut Witte sinnvoll gewesen, weil

es noch keine Impfstoffe gab und jeder vor

jedem geschützt werden musste. Besonders

gefährdet waren dabei die Orte, wo sich

Menschen auf weniger als 1,5 Meter näherten.

Da erschien es logisch und sinnvoll,

für den ÖPNV sowie für Taxi und Mietwagen

klare Regelungen zum Infektionsschutz

zu treffen. Inzwischen sind ca. zwei

Drittel der Bevölkerung geimpft und

Geschäfte und Gastronomie wieder

geöffnet. Überall dort, wo

ungeimpfte Menschen ein

Infektionsrisiko eingehen

müssen, wenn sie am

gesellschaftlichen Leben

teilnehmen, herrscht nach

wie vor die Maskenpflicht.

„Das ist auch gut so“, findet

Witte. „Dies ist auch der Grund,

warum gerade der ÖPNV mit Bussen und

Bahnen voraussichtlich der letzte

Bereich sein wird, in dem die

Masken pflicht fällt.“

Allerdings komme inzwischen

ein gravierender

Unterschied zwischen den

einstmals vergleichbaren

Sammelverkehren des

ÖPNV und des Gelegenheitsverkehrs

mit Taxi und

Mietwagen zum Tragen. „In den

Sammelverkehren treffen Fahrgäste

aufeinander, die nichts miteinander zu

tun haben und die tatsächlich bestmöglich

voreinander geschützt werden müssen. Im

Gelegenheitsverkehr mit Taxi und Mietwagen

reduziert sich dieses Risiko auf das

Zusammentreffen des Fahrpersonals mit

den Fahrgästen. Nach jeder Fahrt wird das

Fahrzeug gelüftet und kann im Corona-

Sinn wieder als keimfrei gelten. Die Fürsorgepflicht

des Fahrpersonals für den

Kontakt der Fahrgäste untereinander

entfällt im Gegensatz

zum ÖPNV oder gebündelten

Bedarfsverkehr.

Im Umkehrschluss werden

die allermeisten

Fahrer*innen inzwischen

geimpft sein, weshalb viele

von ihnen sehr entspannt mit

der Maskenpflicht der Fahrgäste

umgehen wollen, mutmaßt Witte. „Diejenigen,

die es nicht sind, können trotzdem

auf eine Maske bei ihren Fahrgästen

bestehen.“

GEFAHR FÜR FAHRER

Der Taxifahrer Tom Buntrock

sieht dies ganz anders.

„Es mag sein, dass es keine

reelle oder nur eine geringe

Gefahr gibt, dass sich Fahrgäste

untereinander anstecken. Es

gibt aber die reelle Gefahr, dass sie

den Fahrer anstecken“, äußert sich Buntrock

in einem Leserkommentar auf der

Taxi Times-Website. Er trägt

nach wie vor bei allen

Besetztfahrten eine

FFP2-Maske, steuert

ein Taxi mit Trennscheibe

und lässt

seine Fahrgäste fast

ausnahmslos hinten

sitzen. „Nach jeder

Fahrt desinfiziere ich die

benutzten Sitze und lüfte durch.

Ich trage damit aktiv zur Eindämmung der

Pandemie bei. Der Kunde muss nur eines:

Maske tragen. Da das in vielen Bereichen

des Alltags bereits Usus ist, gibt es keinen

vernünftigen Grund, das während einer

vergleichsweise kurzen Taxifahrt zu

unterlassen.“

jh,rw

FOTO: Witte, Freepik / Ibrandify

24 4. QUARTAL 2021 TAXI

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