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Junia-Sonderheft 1/2022

Junia ist das Mitgliedermagazin des kfd-Bundesverbandes. Mehr unter: www.junia-magazin.de

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Spezial<br />

Gemeinsam sind wir kfd<br />

Der neue Bundesvorstand stellt sich vor<br />

<strong>2022</strong>


Lieblingswörter<br />

Mam<br />

Rheinisch für Mutter<br />

Mechthild Heil<br />

Wurzeln<br />

Sie sind wichtig, gleichzeitig strecke<br />

ich mich aus nach dem Himmel.<br />

Monika von Palubicki<br />

Danschig<br />

Etwas, was sich ebenso gut anfühlt,<br />

wie gut tut. Das Wort stammt aus der<br />

Oberpfalz. Eine danschige Person ist<br />

angenehm, zum Knuddeln. Auch ein<br />

Haustier kann danschig sein.<br />

Agnes Wuckelt<br />

Gerechtigkeit<br />

Monika Mertens<br />

Geheischnis<br />

Das ist saarländisch und bedeutet<br />

soviel wie „Vertrauen, Geborgenheit,<br />

menschliche Wärme”.<br />

Andreas Paul<br />

Toleranz<br />

Maria Ruby<br />

Heimat<br />

meine Kinder unterscheiden, ob sie<br />

nach Hause fahren (an ihren Wohnort)<br />

oder heimkommen (zu uns).<br />

Margot Klein<br />

Augenstern<br />

Petra Löwenbrück<br />

Moin<br />

Ein für mich sehr positiv besetztes Wort! Es steht für mich für Heimat, Vertrauen,<br />

Nähe, Selbstverständnis. Man kann es zu Fremden, einem Bischof, einer<br />

Ministerpräsidentin sagen und es ist immer richtig.<br />

Ulrike Göken-Huismann<br />

Vertrauen<br />

Lucia Lagoda<br />

Beweglichkeit<br />

(innere und äußere)<br />

Brigitte Vielhaus<br />

Hoffnung<br />

Solange die Hoffnung besteht,<br />

geht das Leben weiter.<br />

Maria Wittmann


Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

Nach nun fast zweijährigem Ausnahmezustand durch Corona sehnen sich die allermeisten von uns nach<br />

ein bisschen Normalität. Mit Blick auf das neue Jahr kann ich so viel auch für uns vom kfd-Bundesvorstand sagen:<br />

Wir wünschen uns wieder unbefangene Begegnungen, inspirierenden Austausch und das wohlige Gefühl<br />

der Gemeinschaft. Und wir hoffen darauf, dass wir uns weiter mit Kraft und Engagement einsetzen können,<br />

um Dinge zu bewegen, Zustände zu verbessern und im besten Sinne auch Erfolge zu ernten.<br />

Der kfd-Bundesvorstand hat sich, wie Sie möglicherweise in der letzten <strong>Junia</strong> gelesen haben, im September<br />

neu konstituiert – einige Mitglieder sind wiedergewählt worden, andere zum ersten Mal an der Spitze<br />

unseres Verbandes dabei. Weil wir den meisten von Ihnen nicht persönlich bekannt sind – was bei rund<br />

400.000 Mitgliedern nachvollziehbar ist –, möchten wir uns mit diesem besonderen <strong>Junia</strong>-Heft gerne näher<br />

vorstellen.<br />

Wir sind, wie so viele von Ihnen, engagierte ehrenamtliche Frauen (und ein Präses), die sich in kirchenund<br />

gesellschaftspolitischen Feldern für die Ziele der kfd einsetzen. In diesem <strong>Junia</strong> Spezial erfahren Sie, was<br />

uns antreibt, wofür wir uns einsetzen und warum uns die kfd so wichtig ist. Vielleicht erkennt sich die ein<br />

oder andere von Ihnen in der ein oder anderen wieder? Vielleicht finden Sie auch ein paar Anregungen und<br />

gute Gedanken, mit denen Sie in das neue Jahr starten mögen.<br />

Wir haben in <strong>2022</strong> und den darauffolgenden Jahren viele Aufgaben vor uns. Seien Sie unsere Begleiterin,<br />

Fürsprecherin und Freundin. Bitte seien Sie – ob passiv oder aktiv – im besten Sinne wohlwollend, kritisch<br />

und konstruktiv. Wir sind der größte katholische Frauenverband – und es gibt viel zu tun. Gemeinsam schaffen<br />

wir es besser. Auf ein gutes Miteinander!<br />

Inhalt<br />

S. 4<br />

VON BUNDES-<br />

BIS ORTSEBENE:<br />

BEI DER KFD IST<br />

JEDE GEFRAGT<br />

S. 6<br />

WIR FÜR SIE –<br />

DER VORSTAND<br />

STELLT SICH VOR<br />

S. 24<br />

DANKE FÜRS<br />

ENGAGEMENT!<br />

S. 27<br />

TERMINE<br />

Ihre Mechthild Heil<br />

kfd-Bundesvorsitzende und Herausgeberin <strong>Junia</strong><br />

TONSPUR!<br />

Der kfd-Bundesvorstand zum Nachhören.<br />

Einfach QR-Code scannen oder unter: www.kfd.de/bundesvorstand


Meine<br />

Die kfd hat in vielen Pfarreien und Orten eine lange Tradition. Doch dass ihre Ursprünge<br />

schon so weit ins 19. Jahrhundert zurückgehen, ist vielen nicht bekannt. Die offiziell älteste<br />

kfd-Gruppe wurde im Februar 1844 (!) im Bergischen Land (heute NRW) in Hückeswagen<br />

von einem Pfarrer und einer Lehrerin gegründet – als „Verein zur Unterstützung bedürftiger<br />

Familien, insbesondere der Schulkinder, Kranken und Wöchnerinnen“. So wie dort bildeten<br />

sich in den darauffolgenden Jahrzehnten überall im Land Gruppen von katholischen Müttern<br />

und Frauen, die sich gegenseitig unterstützten und das Gemeindeleben prägten. Gegen diese<br />

teils 125, 150 Jahre alten kfd-Gruppen ist der Bundesverband der kfd eigentlich ein „junger<br />

Hüpfer“, wenngleich es den übergeordneten Zusammenschluss nun auch schon seit 93 Jahren<br />

ES KOMMT AUF JEDE AN!<br />

Wie stark die kfd<br />

ist, hängt vom<br />

Zusammenspiel von<br />

Bundes-, Diözesanund<br />

Ortsebene ab<br />

gibt. Wofür die kfd steht, verrät in Kurzform die Präambel der Satzung. Hier heißt es: „Die Katholische<br />

Frauengemeinschaft Deutschlands – Bundesverband e.V. ist ein Zusammenschluss<br />

von Frauen, die als einzelne wie in Gemeinschaft ihre Verantwortung und Aufgaben im Bereich<br />

von Familie, Beruf, Kirche und Gesellschaft zu übernehmen bereit sind.“<br />

Die gegenseitige Ermutigung und Begleitung im Sinne der Botschaft Jesu Christi steht<br />

dabei im Mittelpunkt des Handelns. Die kfd ist seit Jahrzehnten der größte katholische Frauenverband<br />

und damit eine wichtige Interessenvertreterin von Frauen in Politik, Kirche und<br />

Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene. Unterstützt wird die Bundesebene<br />

von 20 Diözesanverbänden und dem Landesverband Oldenburg. Gemeinsam bilden sie den<br />

kfd-Bundesverband e.V. Die mittlere Ebene besteht aus Dekanaten, Pfarrverbänden, Bezirken<br />

oder Regionen, auf der Ortsebene gibt es derzeit etwa 3.900 Gruppen. Sie bilden die Basis<br />

4


des Verbandes. Sie organisieren nicht nur die Gemeinschaft vor Ort, wie zuletzt bei Pandemie<br />

und Flut-Katastrophe zu sehen, sondern auch Hilfe füreinander. Sie tun das mit Herz und<br />

Leidenschaft – so wie es die Vorstände und ehrenamtlich Engagierten auf der Bundes- und<br />

Diözesanebene auch tun. Gemeinschaft heißt auch, sich als starkes Gewicht in kirchen- und<br />

gesellschaftspolitischen Debatten zu positionieren. Dazu gibt es immer wieder Aktionen, Veranstaltungen<br />

und wichtige Verbandstermine, die sich von Bundes- über Diözesan- bis hin zur<br />

Ortsebene miteinander verbinden und realisieren lassen. Ob Unterschriften- oder Postkartenaktionen,<br />

bei denen jede kfd-Stimme zählt. Ob bundesweite Aktionswochen zu bestimmten<br />

Themen, die auf allen Ebenen mitgedacht, mitorganisiert und miterlebt werden.<br />

Was wir geschafft haben, was wir vorhaben<br />

Ob Werbekampagnen und Protestzüge, bei denen es auf jede kfd-Frau vor Ort ankommt:<br />

Die kfd hat sich an vielen Stellen in Politik und Kirche positioniert, arbeitet in wichtigen<br />

nationalen Gremien vom Frauenrat bis zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken<br />

(ZdK) mit. Und natürlich gilt: Je mehr Unterstützung es von den eigenen Mitgliedern gibt,<br />

desto erfolg- und einflussreicher ist der Verband.<br />

Auch <strong>2022</strong> soll es wieder auf allen Ebenen (Mitmach-)Aktionen geben, die das Bild der<br />

kfd auch in der Öffentlichkeit schärfen. Vorbereitet wird derzeit der Stand des kfd-Bundesverbandes<br />

beim Katholikentag vom 25. bis 29. Mai in Stuttgart, auf dem alle kfd-Frauen<br />

herzlich willkommen sind. In Arbeit ist auch der nun schon dritte Predigerinnentag der<br />

kfd, der zum Tag der <strong>Junia</strong> am 17. Mai begangen wird und immer mehr Frauen ermutigt, für<br />

ihre Rechte in der katholischen Kirche zu streiten.<br />

Das Thema „Frauenleben sind vielfältig“ wird die kfd <strong>2022</strong> besonders beschäftigen.<br />

Auch hier sind alle Interessierten herzlich eingeladen, mit ihren Ideen und Veranstaltungsformaten<br />

zur Verwirklichung gleicher Rechte mit beizutragen.<br />

BUNDESGESCHÄFTSSTELLE<br />

Seit fast einem Jahrhundert hat der<br />

kfd-Bundesverband seinen Sitz in<br />

Düsseldorf. Dort treffen sich die<br />

ehrenamtlichen Bundesvorstandsmitglieder<br />

regelmäßig zu ihren<br />

Sitzungen. In der so genannten<br />

Bundesgeschäftsstelle kümmern<br />

sich derzeit 37 Beschäftigte um die<br />

Verbandspolitik, die Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Werbung und Werbematerialien,<br />

Mitgliederverwaltung und<br />

Finanzen.<br />

In Düsseldorf entsteht auch zu<br />

großen Teilen das Mitglieder-Magazin<br />

<strong>Junia</strong>. Besuchergruppen sind<br />

nach Anmeldung herzlich willkommen.<br />

In der Pandemie muss(te) aber<br />

davon Abstand genommen werden.<br />

Kontakt zur kfd:<br />

www.kfd.de und<br />

Telefon 0211 449920<br />

5


Der kfd-Bundesvorstand<br />

stellt<br />

sich vor<br />

Elf Frauen, ein Mann und<br />

mindestens ein Dutzend spannende<br />

Aufgaben! Vielleicht<br />

haben Sie die und den ein<br />

oder andere/n in der „<strong>Junia</strong>“<br />

schon einmal gesehen. Was<br />

aber treibt Mechthild Heil als<br />

Bundesvorsitzende und die<br />

neu gewählten Bundesvorstandsmitglieder<br />

an? Wer sind<br />

ihre Vorbilder, was können sie<br />

gar nicht leiden? Mindestens<br />

zwölf Dutzend Einblicke und<br />

Antworten finden Sie auf den<br />

folgenden Seiten ...<br />

Wir für<br />

S<br />

6


ie!<br />

MECHTHILD HEIL<br />

Bundesvorsitzende<br />

verheiratet, 3 Söhne<br />

Mechthild<br />

Heil<br />

Jahrgang: 1961, Sternzeichen: Löwe, Wohnort: Andernach<br />

DV: Trier, Hobbys: Radfahren, Wandern, Laufen<br />

Beruflicher Werdegang: Dipl.-Ingenieurin, selbstständige<br />

Architektin und Politikerin<br />

Mitglied in der kfd seit 1994, im Bundesvorstand seit 2017<br />

Gesellschaftliche Ämter und Funktionen: u.a. Mitglied Kuratorium<br />

Bundeszentrale für politische Bildung, Vizepräsidentin<br />

DRK Kreisverband Mayen-Koblenz, Mitglied Eine Welt e.V.<br />

und Hospizverein Andernach-Pellenz<br />

Bundesvorsitzende<br />

Was es mit diesen Zeichnungen auf sich hat:<br />

Die kfd ist für Mechthild Heil vor allem eines: ein Stück<br />

Heimat, vertrauter Rückzugsort. Hier begegne sie Menschen,<br />

die miteinander gestalten wollen – in einer vertrauten Weise,<br />

die sie andernorts viel weniger erlebe. „Die kfd ist eine<br />

Gemeinschaft, die auch meinen Kopf anregt. Über den<br />

Austausch komme ich zu neuen Erkenntnissen über<br />

mich selbst und die Dinge, die wichtig sind für die Welt<br />

und im Leben.“ Das Engagement in der kfd tue ihr „einfach<br />

gut“. Aber mehr noch tue sie es für die Frauen. Die bräuchten<br />

einen Verband in der Kirche und Menschen, die sich Gedanken<br />

machten, wie es mit der Kirche weitergehe – damit sie in<br />

der modernen Welt ankommt.<br />

Heil empfindet es daher als Auftrag, sich für Frauen einzusetzen.<br />

Dabei sei der Ort nicht egal. „Wollte ich allgemein etwas<br />

für Frauen tun, könnte ich das auch auf politischer Ebene<br />

machen.“ Macht sie aber nicht – und bringt das Beispiel Equal<br />

Pay: „In der kfd argumentieren wir nicht einfach mit Gesetzen,<br />

warum Frauen und Männer gleich bezahlt werden sollten. Unsere<br />

Ausgangsbasis ist Wertegebundenheit.“ Die Überzeugung,<br />

dass Frauen und Männer denselben Wert haben.<br />

MECHTHILD HEIL – WIR FÜR SIE<br />

Legende S. 23<br />

7


Eine Stärke der kfd, so Heil, sei ihre lange Geschichte und<br />

somit ihre Aufgabe, zu bleiben. Daher ist sie zuversichtlich,<br />

was die Zukunft des Verbands angeht. „Wir lassen uns nicht<br />

frustrieren. Es wird immer neue Frauen geben, die das mittragen,<br />

wenn wir es gut machen.“<br />

Daher wünscht sie der kfd, als Stimme in der Kirche<br />

stärker zu werden. „Den Kräften, die gegen uns sind, darf<br />

es nicht gelingen, uns mundtot zu machen. Wenn wir an<br />

Akzeptanz und Relevanz gewinnen, wird sich die Kirche<br />

ändern.“ Nach den ersten vier Jahren als Bundesvorsitzende<br />

ist sie überzeugt, dass auch die Gegner das längst mitbekommen<br />

haben. „Sie stellen fest: ‚Die Frauen können wir<br />

nicht mit einem Federstrich wegwischen. Die sind da, um<br />

zu bleiben.‘“<br />

Leitspruch<br />

Heil schätzt an Frauen eine Eigenschaft, die<br />

Galileo Galilei in seinem berühmten Zitat<br />

verewigte: „Und sie bewegt sich doch.“<br />

Soll heißen: Dem eigenen Kopf und Gefühl zu<br />

vertrauen, egal, wie die Umstände sind. „Dieser<br />

Widerspruchsgeist! Sich selbst zu vertrauen<br />

und dazu zu stehen.“<br />

PROF’IN DR. AGNES WUCKELT<br />

stellvertretende<br />

Bundesvorsitzende<br />

ledig<br />

Jahrgang: 1949, Sternzeichen: Zwilling,<br />

Wohnort: Paderborn, DV: Paderborn<br />

Hobbys: Tanzen, Theater,<br />

Theaterpädagogik, Schreiben<br />

(Fachliteratur und fiktive<br />

Kurzerzählungen)<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

Religionslehrerin, Theologin,<br />

Seminarleiterin, Schulrätin,<br />

Professorin für Praktische Theologie<br />

Mitglied in der kfd seit 2015,<br />

Im Bundesvorstand seit 2017,<br />

Gesellschaftliche Ämter und<br />

Funktionen: ZdK-Mitglied, Delegierte<br />

im Synodalen Weg, Aufsichtsratsvorsitzende<br />

im SPI (Sozialpsychiatrische<br />

Einrichtung)<br />

Agnes<br />

Wuckelt<br />

8<br />

WIR FÜR SIE – MECHTHILD HEIL


stv. Bundesvorsitzende<br />

„Für mich sind nur zwei Alternativen denkbar: Kirchenaustritt und mich anderswo<br />

politisch engagieren, oder bleiben und mich mit meiner kirchlichen Erfahrung<br />

einbringen.“ Und Erfahrung hat Agnes Wuckelt reichlich: Von der Religionslehrerin<br />

im Kirchendienst bis zur Hochschulprofessorin durchlief Wuckelt alle kirchlichen<br />

Behörden, lernte in Forschung, Lehre und privat die ganze Bandbreite von Frauenfragen<br />

und -schicksalen kennen. Genau deshalb ist sie in der kfd aktiv. „Hier finde ich<br />

Gleichgesinnte mit ähnlichen Erfahrungen, mit denen ich gern unterwegs bin. Die<br />

mich inspirieren, die mich stützen und die ich stützen kann.“ „Unterwegs“ meint sie dabei<br />

durchaus wörtlich, etwa mit dem Purpurkreuz durch Fulda bei der Herbstvollversammlung<br />

2019 der deutschen Bischöfe. „Da sah ich: Wir sind viele, das ist nicht nur meine spinnerte<br />

Idee. Wenn überhaupt, spinnen wir alle.“<br />

Ein auch von Wuckelt immer wieder vorgetragenes Ziel ist die Öffnung aller Dienste und<br />

Ämter in der Kirche für Frauen. „Wenn es beispielsweise zunächst die erste Diakoninnenweihe<br />

gäbe, wäre sehr spannend zu erleben, welche Herausforderung das für die kfd und<br />

ihre geistlichen Ämter bedeutet“, meint Wuckelt. Aber die vermeintlichen Erfolge stimmen<br />

sie auch nachdenklich: „Dann müssten wir uns darüber austauschen, ob wir nur Notnägel<br />

sind oder mutig das gestalten, was eben jetzt geht. Dazu braucht es Klarheit darüber, dass<br />

wir in ein bestehendes System einträten, das von seinen Strukturen her eigentlich dem<br />

Untergang geweiht ist. Und inwiefern wir die Strukturen so verändern können, dass sie<br />

menschenfreundlicher und dem Evangelium gemäßer sind. Erst dann wird sich zeigen, ob<br />

es eine gute Entscheidung war, sich für den Diakonat starkzumachen.“<br />

Vorbild<br />

„Elizabeth Cady Stanton<br />

hat zum Ende des<br />

19. Jahrhundert in den<br />

USA als Frauenrechtlerin<br />

gewirkt, sich für das<br />

Frauenwahlrecht eingesetzt<br />

und die „Woman’s Bible“<br />

kreiert (1895). Das war ihre<br />

Reaktion darauf, dass im Unterhaus<br />

die Ausgrenzung von Frauen aus politischem<br />

Engagement und Wahlrecht mit der Schöpfungstheologie<br />

und der Bibel begründet wurde. Sie<br />

stellte infrage, dass die Bibel gegen Frauen ist,<br />

und gründete eine Runde von sprachlich und<br />

juristisch ausgebildeten Frauen (Theologinnen<br />

gab es kaum), die das wie sie anzweifelten. In der<br />

Woman‘s Bible hat sie nur die Texte von Frauen<br />

über Frauen zusammengestellt und damit vor<br />

gut 100 Jahren einen wichtigen Impuls für die<br />

feministische Exegese und deren Boom in den<br />

1970er-Jahren gegeben. Hier wird für mich zum<br />

einen deutlich, dass Kirchenpolitik nicht von<br />

der Gesellschaftspolitik getrennt ist, sondern sie<br />

sich wechselseitig inspirieren. Und dass Frauen<br />

intuitiv ihrem Inneren folgen sollten. Ich glaube,<br />

das ist heute weiterhin gefragt.“<br />

AGNES WUCKELT – WIR FÜR SIE 9


10<br />

MONIKA VON PALUBICKI<br />

stellvertretende<br />

Bundesvorsitzende<br />

verheiratet, 3 Kinder, 2 Enkel<br />

Jahrgang: 1958<br />

Sternzeichen: Krebs<br />

Wohnort: Nordstemmen<br />

DV: Hildesheim<br />

Hobbys: Standard-Tanzen, DIY (in<br />

vielen Bereichen kreativ unterwegs),<br />

Lesen (derzeit v.a. Sachbücher<br />

zum Klimawandel)<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

Bankfachwirtin, Christliche<br />

Gestaltpädagogin, Lehrtätigkeit in<br />

der Erwachsenenbildung, Firmengründerin<br />

und Geschäftsführerin<br />

Mitglied in der kfd seit 1989<br />

Im Bundesvorstand seit 2017<br />

Gesellschaftliche Ämter und Funktionen:<br />

Vorstandsmitglied im Deutschen<br />

Frauenrat sowie im Stiftungsrat<br />

Donum Vitae, ZdK-Mitglied<br />

WIR FÜR SIE – MONIKA VON PALUBICKI<br />

Monika<br />

von Palubicki<br />

stv. Bundesvorsitzende<br />

Vorbild<br />

Maria Magdalena:<br />

Die frohe Botschaft<br />

weitertragen!<br />

Die kfd, das sind für Monika von Palubicki<br />

auch Kindheitserinnerungen.<br />

An der Hand ihrer Mutter, später selbst,<br />

half sie dabei, die kfd-Zeitschrift „Frau<br />

und Mutter“ zu verteilen und auch den<br />

kfd-Mitgliedsbeitrag einzusammeln.<br />

Es fallen die Worte Heimat, Wurzeln,<br />

Persönlichkeitsentwicklung, wenn sie<br />

über ihre ersten aktiven Jahre in der<br />

kfd spricht. Aus beruflichen Gründen<br />

zog sie Anfang der Achtziger nach Wolfenbüttel<br />

und setzte nach der Geburt<br />

der ersten Tochter die Familie an die<br />

erste Stelle. Parallel engagierte sie sich<br />

in der Erwachsenenbildung und ehrenamtlich.<br />

Fand nach nochmaligem Ortswechsel<br />

eine kfd-Ortsgruppe, gründete<br />

eine neue, nahm an verbandlichen und<br />

anderen Weiterbildungen teil. Im Jahr<br />

2000 wurde sie Geistliche Begleiterin.<br />

Die Bildungsangebote haben die Identifikation<br />

mit dem Verband gefördert.<br />

Und damit die Bereitschaft, Verantwortung<br />

zu übernehmen. „Martin Buber


sagte ‚Der Mensch wird am Du zum<br />

Ich‘. Genau das erfahre und spüre ich<br />

in der kfd: Wir sind im Verband miteinander<br />

unterwegs, bereichern<br />

und stärken einander. Das Geben<br />

und Nehmen ist für mich das Faszinierende.<br />

Diese Erfahrung zu teilen, neue<br />

Frauen einzuladen, sich mit auf den<br />

Weg zu machen, ist mir ein Anliegen“,<br />

sagt Monika von Palubicki.<br />

Die gesellschaftliche Entwicklung<br />

zeigt jedoch, dass Verbandsleben nicht<br />

mehr so geschätzt wird. Sie hofft auf<br />

ein Umdenken: „Ich wünsche mir, dass<br />

sich wieder mehr Menschen mit ihren<br />

Fähigkeiten engagieren wollen. Ein<br />

Verband ist wichtig. Er kann Heimat<br />

sein. Unabhängig vom Wohnort.“ Sie<br />

selbst ist für die ihr übertragene Verantwortung<br />

sehr dankbar: Im Bundesvorstand<br />

der kfd und aktuell im Vorstand<br />

des Deutschen Frauenrates hat sie das<br />

Gefühl, „dass ich etwas bewegen<br />

kann“.<br />

Petra<br />

Löwenbrück<br />

PETRA LÖWENBRÜCK<br />

Mitglied im Bundesvorstand<br />

Sprecherin Ständiger Ausschuss<br />

Frauen und Erwerbsarbeit<br />

verheiratet, 2 Kinder<br />

Jahrgang: 1956, Sternzeichen: Skorpion,<br />

Wohnort: Trier, DV: Trier<br />

Hobbys: Menschen, Kunst und Kultur<br />

Beruflicher Werdegang: Erzieherin<br />

in verschiedenenFunktionen<br />

Mitglied in der kfd seit 1998, im<br />

Bundesvorstand seit 2019<br />

Irgendwann war in Petra Löwenbrücks Leben der Punkt gekommen: Familie, Beruf,<br />

Engagement – jetzt wollte sie etwas für sich tun. „Ich suchte etwas, wo ich mich als<br />

Frau wiederfinde und etwas für Frauen tun kann. Und dann hat die kfd mich entdeckt<br />

und ich die kfd.“ Mit Beginn ihrer Arbeit im Ständigen Ausschuss „Frauen und Erwerbsarbeit“<br />

kam sie mit Sachverhalten in Berührung, die sie sonst nicht erfahren hätte: etwa,<br />

wie sich der Mindestlohn auf die Rente auswirkt. „Gut informiert zu sein und sich<br />

ständig fortzubilden, das ist der Schlüssel zur Gleichstellung. Und den erfahre<br />

ich in der kfd. Das ist ein Hauptmotivator für mein Engagement.“<br />

PETRA LÖWENBRÜCK – WIR FÜR SIE 11


Mehr Kernthemen voranzubringen sei ungemein<br />

wichtig, um so der Gefahr entgegenzuwirken, auf<br />

einen Aspekt reduziert zu werden. „Wenn wir uns<br />

immer mit dem Begriff ‚Vereinbarkeit von Familie und<br />

Beruf‘ beschäftigen, wird das Thema mit uns Frauen<br />

verknüpft. Ich möchte aber, dass der Ausschuss darüber<br />

hinaus im Kontext von Start-ups, Selbstständigkeit<br />

und Karriere gesehen wird.“<br />

Die Vielfalt im Verband hat Löwenbrück sofort begeistert.<br />

Sein Gewicht und seinen Einfluss spürte sie<br />

erstmals auf Diözesanebene. „Allein durch unsere<br />

Größe haben wir ein Pfund. Es kann Kirche oder Politik<br />

nicht unwichtig sein, was 400.000 Frauen denken<br />

und bewegt!“ Deshalb hofft Löwenbrück auf Frauen,<br />

die sich bewusst für die kfd entscheiden, wo sie auch<br />

Kirche und Glaube so erleben und erfahren können,<br />

wie sie wollen. „Das kann eine Chance für sie sein.<br />

Und wenn wir klar und sichtbar bleiben, dann kann<br />

es auch eine Chance für uns sein.“ Die kfd dürfe nicht<br />

nachlassen in ihren Forderungen. „Wir dürfen auf<br />

keinen Fall in unseren Positionierungen schwächer<br />

werden. Vielleicht bekommen wir für ganz andere<br />

Menschen einen ganz anderen Stellenwert, die so bei<br />

uns Mitglied werden.“<br />

Imponierend<br />

„Es beeindrucken mich<br />

die Frauen, die früh unter<br />

widrigsten Umständen<br />

gereist sind, die früher für<br />

uns gekämpft haben und<br />

immer wieder aufstanden,<br />

weil sie an eine Sache<br />

glaubten. So eine Frau ist<br />

für mich Elisabeth Selbert,<br />

eine der ,Mütter des<br />

Grundgesetzes‘. Ihr haben<br />

wir zu verdanken, dass die<br />

Gleichberechtigung darin<br />

verankert wurde.“<br />

MARGOT KLEIN<br />

Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

Sprecherin<br />

Ständiger AuSschuss<br />

Hauswirtschaft und<br />

Verbraucherthemen<br />

verheiratet, 2 Kinder<br />

Jahrgang: 1963,<br />

Sternzeichen: Widder,<br />

Wohnort: Jünkerath<br />

(Eifel), DV: Trier,<br />

Hobbys: Nähen, Garten<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

Dipl.-Ingenieurin (FH)<br />

Ernährung und<br />

Haushaltstechnik<br />

Mitglied in<br />

der kfd seit 1991<br />

DV-Vorstandsmitglied<br />

seit 2006,<br />

DV-Vorsitzende<br />

seit 2014<br />

Im Bundesvorstand<br />

seit 2021<br />

12<br />

WIR FÜR SIE – PETRA LÖWENBRÜCK


Margot<br />

Klein<br />

Ein Ort mit Gleichgesinnten, wo sie sich „nicht groß erklären<br />

muss“, sie ihre politischen Vorstellungen voranbringen und sich engagieren<br />

kann. Wo Frauen dieselben Ziele und oft sogar biografischen<br />

Hintergründe teilen: Auf Margot Klein übt das einen großen Reiz aus.<br />

„Diese Verbindung hat mir bereits gut gefallen, als ich die kfd über meine<br />

Mutter kennenlernte. Nach meinem Beitritt konnte ich mich direkt<br />

darin wiederfinden, obwohl ich eine der wenigen jungen Frauen war.“<br />

Mit Sorge blickt sie auf die – auch demografisch bedingt – zurückgehenden<br />

Mitgliederzahlen des Verbandes. Sie will sich einsetzen für<br />

neue Mitglieder, passive wie aktive. „Die einen stützen den Verband,<br />

indem sie die Idee mittragen. Die anderen haben eine größere Verbandsidentität<br />

– sie wissen, wofür die kfd steht und treten kraftvoll<br />

dafür ein.“ Geselligkeit und Gemeinschaft stellen für Klein keinen Widerspruch<br />

zur politischen Arbeit in Arbeitskreisen und Gremien dar.<br />

„Auf Orts- wie Bundesebene freuen wir uns auf die Zusammentreffen.<br />

Vor Ort ist die Gemeinschaft wichtiger“, sagt sie, „überregional steht<br />

die Gremienarbeit mit ihrer Mischung aus Begegnung und inhaltlichem<br />

Arbeiten im Vordergrund.“ Sie wünscht sich, dass Themen der<br />

kfd auch bis auf die Ortsebene transportiert werden. „Herausragendes<br />

Beispiel war für mich die Mitmach-Aktion „#MachtLichtAn“<br />

im Dezember 2018“, sagt Klein. Die Aktion mit den Taschenlampen<br />

war der Auftakt zu allen späteren Protestaktionen, mit denen die kfd<br />

bundesweit Tausende Menschen im Kampf gegen die kirchlichen Missbrauchsfälle<br />

mobilisieren konnte. In Kleins kleinem Wohnort beteiligten<br />

sich immerhin 45 Personen.<br />

Leitbild<br />

Klein beeindruckt<br />

die „weibliche Art zu<br />

führen“ und nennt<br />

das „Attribut der Fürsorglichkeit“.<br />

„Frauen<br />

schreibt man zu, auf<br />

das Befinden anderer<br />

zu achten, darauf,<br />

wie es den Menschen<br />

im Umfeld oder<br />

bei Sitzungen geht.<br />

Vielleicht ist das das<br />

vielzitierte weibliche<br />

Harmoniebedürfnis,<br />

immer ausgleichen zu<br />

wollen. Da gilt eher<br />

‚Wir zusammen für<br />

eins‘ statt ‚ich vor<br />

und alle mir nach‘.“<br />

MARGOT KLEIN – WIR FÜR SIE 13


14<br />

LUCIA MARIA LAGODA<br />

Mitglied im Bundesvorstand<br />

verheiratet, 2 Töchter<br />

Jahrgang: 1957, Sternzeichen:<br />

Schütze, Wohnort: Duisburg,<br />

DV: Essen<br />

Hobbys: Städtetouren, Museen,<br />

Krimihörbücher, Podcasts<br />

(am liebsten über (Frauen-)<br />

Biografien)<br />

Beruflicher Werdegang: Dipl.-Verwaltungsfachwirtin,<br />

Fernstudium<br />

Theologie<br />

Mitglied in der kfd seit rund 30<br />

Jahren, kfd-Vorstandstätigkeit:<br />

2015–2017 Vorsitzende im DV<br />

Essen, im Bundesvorstand seit 2017<br />

Gesellschaftliche Ämter und Funktionen:<br />

Vorsitzende Kath. Arbeitsgemeinschaft<br />

Müttergenesung,<br />

stv. Vorsitzende Marianne Dirks<br />

Stiftung, Sprecherin im ZdK-Sachbereich<br />

5 (Familien, Generationen<br />

und Geschlechtergerechtigkeit),<br />

Delegierte im Synodalen Weg<br />

WIR FÜR SIE – LUCIA LAGODA<br />

Lucia<br />

Lagoda<br />

Vorbild<br />

„Mein Vorbild war in jungen Jahren meine Patentante:<br />

Sie wurde in Duisburg geboren, arbeitete als Substitutin<br />

[Anm. d. Red.: ähnlich einer Abteilungsleiterin]<br />

bei Quelle, ging nach München und wanderte mit<br />

ihrem Mann schließlich nach Südamerika aus. Wie sie<br />

sich hinausgewagt und was sie aus sich gemacht hat,<br />

fand ich immer toll.“<br />

„Nur Kirche oder nur Gesellschaft war<br />

mir zu wenig. Die kfd verbindet meine beiden<br />

Interessensgebiete und ist daher eine<br />

gute Kombi.“ Für Lucia Lagoda liegt der<br />

Reiz in der Verbindung aus kirchlichem<br />

und gesellschaftlichem Engagement. Das<br />

umfangreiche Programm der kfd hält große<br />

Chancen bereit, so Lagoda. Die gingen<br />

gar so weit, dass sie bei anderen Menschen<br />

eine richtige Persönlichkeitsentwicklung<br />

feststellen konnte.<br />

„Ich habe Frauen gesehen, die sich unglaublich<br />

entwickelten, vorher aber sehr<br />

ängstlich waren und nicht vor Gruppen gesprochen<br />

haben. Die kfd hat diese Frauen<br />

selbstbewusst gemacht.“ Immer<br />

wieder fällt bei ihr der Begriff „lernen“:<br />

von- oder miteinander, für sich selbst oder<br />

den Verband. Enorm wichtig für Lagoda,<br />

die gerne Lehrerin geworden wäre, um<br />

Menschen große Themen und Inhalte nahezubringen.<br />

Genau das verkörpert die kfd<br />

heute für sie, wo sie über die Jahre zahlreiche<br />

Frauen und Männer getroffen hat,<br />

von denen sie „ganz viel lernen konnte“.


„Gerade zu Beginn meiner Mitgliedschaft<br />

wurden immer wieder Seminare<br />

angeboten, die mich weitergebracht haben<br />

– spirituell, fachlich, beruflich. Diese Bandbreite<br />

der kfd hat mich schon als junge<br />

Frau begeistert. In einem Sportverein oder<br />

einer Partei wäre das so nicht möglich gewesen.“<br />

Deshalb wünscht Lucia Lagoda sich, dass<br />

mehr Menschen vom breiten Angebot der<br />

kfd profitieren. Doch dafür müsse die kfd<br />

bekannter werden. „Ich hoffe, dass wir<br />

all das, was wir tun, intensivieren und<br />

noch mehr Frauen erreichen können.“<br />

Dazu müsse die kfd das, wofür sie steht<br />

und was sie tut, breiter streuen. Und sich<br />

öffnen für neue Zielgruppen – etwa für<br />

Kranken- und Pflegepersonal. Oder Soldatinnen.<br />

„Dort könnten wir auf eigene Gottesdienstformen<br />

setzen, wo Frauen ihre<br />

Spiritualität entwickeln und leben können,<br />

die Kraft und Energie geben.“<br />

Maria<br />

Ruby<br />

MARIA RUBY<br />

Mitglied im Bundesvorstand<br />

1 Sohn<br />

Jahrgang: 1952, Sternzeichen: Waage<br />

Wohnort: Leipzig, DV: Dresden-Meißen<br />

Hobbys: Lesen (am liebsten Romane mit<br />

Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert),<br />

Gartenarbeit, Radfahren, zwischenmenschliche<br />

Begegnungen im kleinen Kreis<br />

Beruflicher Werdegang: Programmiererin<br />

und Bautechnikerin, Gemeindereferentin<br />

und Klinikseelsorgerin<br />

Mitglied in der kfd seit 2017, Vorstandstätigkeit<br />

im DV: ab 2019 im Leitungsteam als Geistliche<br />

Begleiterin, im Bundesvorstand seit 2021<br />

Gesellschaftliche Ämter und Funktionen:<br />

Caritas-Gruppenleiterin<br />

„Muss da ein Pfarrer kommen?“ Eine Frage, die Maria Ruby oft hörte, wenn<br />

sie als Klinikseelsorgerin die Krankensalbung anbot. „Wenn ich bejahte, lehnten<br />

die meisten dankend ab.“ Rubys Erfahrung nach wollen die Menschen<br />

eine Bezugsperson, ein Vertrauensverhältnis. Auch bei der Beichte, wo Frauen<br />

Scham und Hemmungen empfinden. „Ehe sie einem Mann gegenüber äußern,<br />

was ihnen auf der Seele brennt, sagen sie: ‚Lieber nehme ich es mit ins Grab.<br />

MARIA RUBY – WIR FÜR SIE<br />

15


16<br />

Bei einer Frau könnte ich mich öffnen.‘“ Hier sei<br />

die kfd als Verband gefragt, der Diakoninnen und<br />

Priesterinnen fordert. „Die Zeit und mit ihr<br />

die Rolle der Frauen hat sich geändert, das<br />

muss sich in Gesellschaft und Kirche widerspiegeln.<br />

Genau das kann die kfd vorantreiben.“<br />

Im Mai 2021 wirkte Ruby beim zweiten kfd-<br />

Predigerinnentag mit. Eine Riesenchance, findet<br />

sie: Wenn Frauen zunehmend in Gottesdiensten<br />

predigten und sich mehr männliche Geistliche<br />

dafür öffneten, könnten sich auch konservative<br />

Gemeindemitglieder daran gewöhnen. „Nur<br />

durch solche Erfahrungen werden Veränderungen<br />

allmählich akzeptiert und selbstverständlich.“<br />

Einen aktiven Kontakt mit den östlichen<br />

Bistümern zu pflegen, jüngere Frauen anzuwerben,<br />

hält Maria Ruby für wichtig. Sie weist auf<br />

die Schwierigkeit hin, dass Frauen mit Vollzeitbeschäftigung<br />

und festen Arbeitszeiten solch ein<br />

Amt wie sie jetzt nicht übernehmen könnten und<br />

ein zeitintensives Ehrenamt eher abgelehnt wird.<br />

Das Anliegen der kfd wird potenziell von mehr<br />

Menschen geteilt, als Mitglieder zu gewinnen<br />

sind.<br />

WIR FÜR SIE – MARIA RUBY<br />

Vorbild<br />

Hildegard von Bingen hat<br />

zu ihrer Zeit versucht, als<br />

Frau das durchzusetzen,<br />

was sie für richtig hielt<br />

und predigte. Letztlich<br />

reiste sie bis nach Rom,<br />

um ihre Anliegen durchzubringen.<br />

Biblische<br />

Vorbilder<br />

Maria Wittmann beeindrucken<br />

Eigenschaften, in denen Frauen<br />

„ihren Mann stehen“: mutig, unbeirrt,<br />

konsequent. In der Bibel<br />

gebe es viele solcher Frauen: die<br />

Sklavin, die ihren Herrn gebeten<br />

hat, nicht in den Krieg zu ziehen.<br />

Maria von Magdala, die beauftragt<br />

wurde, die frohe Botschaft<br />

den Jüngern zu bringen. Maria,<br />

die als junge Mutter so vieles auf<br />

sich nahm und ihr Leben lang<br />

erdulden musste.


MARIA WITTMANN<br />

Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

verheiratet, 2 Söhne,<br />

1 Enkelin<br />

Jahrgang: 1961<br />

Sternzeichen: Zwilling<br />

Wohnort: Kirchdorf (Bayern)<br />

DV: München-Freising<br />

Hobbys: Radfahren, Lesen,<br />

Sportschießen, Bergwandern,<br />

Fotografieren<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

Hauswirtschafterin, div.<br />

Bürotätigkeiten inkl. Leitung,<br />

Pfarrsekretärin<br />

Mitglied in der kfd seit:<br />

Anfang der Neunziger<br />

Vorstandstätigkeit im DV:<br />

Vorstandsmitglied ab 2005,<br />

stv. Vorsitzende seit 2014<br />

Im Bundesvorstand seit 2021<br />

Gesellschaftliche Ämter und Funktionen:<br />

Wortgottesdienst-Leiterin und Lektorin,<br />

2. Bürgermeisterin in Kirchdorf,<br />

Vorstand im örtl. Schützenverein<br />

Maria<br />

Wittmann<br />

„Ich bin stolz, im größten kirchlichen Frauenverband<br />

Mitglied zu sein, und noch stolzer, jetzt das Schiff mitlenken<br />

zu dürfen.“ Für Maria Wittmann ist die kfd der<br />

wichtigste Verband, weil er sich für Frauen in allen Ebenen<br />

einsetzt – kirchlich, politisch UND gesellschaftlich.<br />

„Frauen brauchen eine große Lobby, die sie zu selten<br />

haben. Gerade auch für Themen wie Lohngerechtigkeit<br />

oder Rente.“<br />

Vorstandsmitglied – eine große Aufgabe, findet Wittmann.<br />

Doch ist sie sicher: Gott traut ihr das zu. „Es<br />

wäre vermessen, wenn ich sagen würde: ,Hab i no nie<br />

gmacht, konn i net und probiers gar ned aus‘.“<br />

Im Gegenteil: „Ich empfinde es als großes Zutrauen<br />

unseres Gottes, dass ich an diese Stelle gestellt<br />

wurde.“ Genau hier will sie mitwirken: „Veränderung<br />

muss von innen kommen.“ Die kfd ist für sie der große,<br />

starke Verband, der wichtige Schritte in Richtung Gleichstellung<br />

in Kirche und Gesellschaft erreicht hat. Dazu<br />

gehörte und gehört eine ordentliche Portion Beharrlichkeit.<br />

„Ich habe im Laufe meiner kfd-Arbeit gelernt, dass<br />

man wesentlich mehr verlangen sollte, als man erwartet,<br />

will oder braucht.“ Daher wäre das Diakonat der Frau<br />

bestenfalls ein Zwischenziel. „Wenn wir darauf pochen,<br />

haben wir keinen Verhandlungsspielraum. Deshalb müssen<br />

wir mehr verlangen, als wir wollen. Wir erwarten<br />

und fordern doch das Priesterinnentum!“<br />

MARIA WITTMANN – WIR FÜR SIE<br />

17


MONIKA MERTENS<br />

Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

verheiratet, 2 Söhne<br />

Jahrgang: 1965<br />

Sternzeichen: Krebs<br />

Wohnort: Spelle (Niedersachsen)<br />

DV: Osnabrück<br />

Hobbys:<br />

Gartenarbeit, Radfahren,<br />

Lesen (am liebsten Frauenbiografien)<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

Wirtschafterin, Schulmensa-Leiterin<br />

Mitglied in der kfd seit 1994<br />

kfd-Vorstandstätigkeit<br />

ab 1995 auf Orts- und<br />

Regionalebene, ab 2009 im DV<br />

Im Bundesvorstand seit 2017<br />

Gesellschaftliche Ämter und<br />

Funktionen: Mitarbeit Hospizgruppe<br />

Spelle, Vorstandsvorsitzende<br />

Marianne-Dirks-Stiftung,<br />

Präsidiumsmitglied Arbeitsgemeinschaft<br />

der katholischen Frauenverbände<br />

(AGkath), Mitglied Deutscher Frauenrat<br />

Monika<br />

Mertens<br />

„Es ist meine Vision, dass ich in vier Jahren,<br />

am Ende meiner Amtszeit, die erste<br />

Priesterin am Altar sehe.“ Monika Mertens<br />

ist optimistisch, was Entwicklungen in der Kirche<br />

angeht. An geeigneten Frauen mangele es<br />

jedenfalls nicht. Denn Frauen seien mit vielfältigen<br />

Charismen – von Gott gegebenen Talenten<br />

– ausgestattet. Daher brauche es viele,<br />

auch neue Mitglieder, die mitgehen und sich<br />

engagieren.<br />

Weniger zuversichtlich ist Mertens bei den<br />

gesellschaftspolitischen Entwicklungen. „Die<br />

Ungerechtigkeit gegen Frauen in allen<br />

Bereichen treibt mich um und an. Berechnungen<br />

zufolge soll es 170 Jahre dauern, bis<br />

wir Gleichstellung erreichen, etwa bei Lohngerechtigkeit<br />

oder Sorgearbeit. Schrecklich!“<br />

Sie ist überzeugt, dass die kfd durch ihre<br />

Stärke in Politik und Gesellschaft viel erreichen<br />

kann. Dazu brauche es gut vernetzte Akteurinnen.<br />

„Deshalb will ich den Verband weiter<br />

mittragen und weiter nach vorne bringen.<br />

Um gute Lobbyarbeit für Frauen zu leisten.“<br />

18<br />

WIR FÜR SIE – MONIKA MERTENS


Imponierende<br />

Frau<br />

„Mir imponiert Marianne<br />

Dirks, mit welcher<br />

Zielstrebigkeit sie sich<br />

für die Anliegen und<br />

Ansprüche von Frauen<br />

in Kirche, Staat und Gesellschaft<br />

eingesetzt hat.<br />

Sie hat damals schon<br />

gesehen, dass man die<br />

Frauen in den Blick<br />

nehmen und etwas für<br />

sie tun muss.“<br />

Wichtige Frauen<br />

„Maria Magdalena und <strong>Junia</strong>. Mit beiden habe<br />

ich mich viel beschäftigt. Sie sind beide sehr<br />

wichtig für mich. Sie waren mutig, hatten Engagement<br />

und Leidenschaft. Auch die Frauen aus<br />

dem Film „Die Unbeugsamen“ beschäftigen<br />

mich immer noch. Die Linie von Maria Magdalena<br />

zu diesen Frauen ist ganz klar: Selbstbewusstsein,<br />

Mut, Hartnäckigkeit, die Frauen, wie<br />

sie sich die Politik erobert haben – klasse.“<br />

Starke Zeugin<br />

„Maria Magdalena. Als erster Zeugin der Auferstehung<br />

kommt ihr ein enormer Stellenwert<br />

zu mit hohem Wahrheitsgehalt. Eine faszinierende<br />

und starke Frau, die ganz viele Facetten<br />

von Frauenerfahrungen in der Kirche widerspiegelt.<br />

Sie ist erste Zeugin der Auferstehung.<br />

Aber statt sie in den Mittelpunkt zu stellen,<br />

wurde sie – wie <strong>Junia</strong> – wegradiert, als Hure<br />

dargestellt.“<br />

(ULRIKE GÖKEN-HUISMANN) (ANDREAS PAUL ) 19


ULRIKE GÖKEN-HUISMANN<br />

Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

Geistliche Begleiterin<br />

verheiratet, 2 Kinder<br />

Jahrgang: 1961<br />

Sternzeichen: Schütze<br />

Wohnort: Goch (Niederrhein)<br />

DV: Münster<br />

Hobbys: Lesen (Belletristik),<br />

Radfahren<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

21 Jahre Leiterin einer<br />

Familienbildungsstätte<br />

Mitglied in der kfd seit 1987<br />

kfd-Vorstandstätigkeit:<br />

ab 2015 Geistliche Leiterin<br />

in der Ortsgruppe<br />

Im Bundesvorstand seit 2013<br />

Gesellschaftliche Ämter und<br />

Funktionen: Vorsitzende<br />

Weltgebetstag der Frauen,<br />

ZdK-Mitglied, Delegierte<br />

im Synodalen Weg<br />

Geistliche<br />

Nein, es sei gerade nicht einfach. Ulrike Göken-Huismann blickt mit Sorge auf<br />

die steigenden Kirchenaustritte – auch von kfd-Frauen in ihrem Umfeld. „Denen<br />

möchte ich zurufen: ‚Nicht austreten, auftreten! Geht auf die Plätze, werdet<br />

laut!‘ Denn das beeindruckt mich an der kfd: dieses Auftreten, deutlich<br />

werden, Flagge zeigen.“ Dabei denkt sie an diesen einen Tag im März<br />

2019 bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in<br />

Lingen. An die Aktion „#MachtLichtAn“ zur Aufklärung der Missbrauchsfälle,<br />

die Andacht vor der Kirche mit 300 kfd-Frauen, den Klagepsalm, die Tausende<br />

Protest-Postkarten. Göken-Huismann selbst war es, die beim Auszug der Bischöfe<br />

als erste laut rief: „Macht Licht an!“ Hunderte stimmten damals ein. „Für mich<br />

war das eine Initialzündung für alles, was danach kam.“ Zu dieser alten Stärke des<br />

Verbandes will sie zurück, was unter Coronabedingungen nicht einfach ist. Aber<br />

einge Gruppen sind wieder aktiver geworden. „Eine Frau sagte neulich zu mir:<br />

‚Ich war von den kirchenpolitischen Themen der kfd so weit weg, aber jetzt habe<br />

ich wieder Lust, sie anzugehen.“ Erfolgsaussichten? Göken-Huismann schmunzelt:<br />

„Ich denke an Pippi Langstrumpf, die sinngemäß sagte: ‚Das habe ich noch<br />

nie versucht, also bin ich sicher, dass ich es kann.‘ Genauso ist es in der kfd.“<br />

20<br />

WIR FÜR SIE – ULRIKE GÖKEN-HUISMAN


Doppelspitze<br />

Ulrike<br />

Göken-Huismann<br />

Andreas<br />

Paul<br />

ANDREAS PAUL<br />

Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

Präses<br />

ledig<br />

Jahrgang: 1978<br />

Sternzeichen: Steinbock<br />

Wohnort: Adenau (Eifel)<br />

DV: Trier<br />

Hobbys: Kochen, Lesen,<br />

Wandern<br />

Beruflicher Werdegang:<br />

seit 2005 Priester,<br />

u.a. (Schul-)Pfarrer<br />

Mitglied in der kfd seit 2014<br />

kfd-Vorstandstätigkeit:<br />

Geistlicher Begleiter im<br />

DV Trier seit 2014, im<br />

Bundesvorstand seit 2021<br />

Gesellschaftliche Ämter<br />

und Funktionen: Referent<br />

für Bildung und Pastoral bei<br />

MISEREOR<br />

seit 2017<br />

Die kfd ist für Andreas Paul<br />

„zuallererst eine starke Gemeinschaft“.<br />

Und das sei keine leere<br />

Phrase. Ob Hunderttausende<br />

Euro Spenden für die Flutopfer<br />

des Juli-Hochwassers oder der<br />

Zusammenhalt während der<br />

Corona-Lockdowns: „Wir haben<br />

wirklich das Netz, das<br />

Frauen trägt. Was für eine<br />

Solidarität!“<br />

Gleichzeitig ist die kfd für ihn<br />

eine Stimme, die in Kirche und<br />

Gesellschaft gehört wird. Eine<br />

laute Stimme zu haben und zu<br />

sein, sei anstrengend. „Aber die<br />

kfd-Frauen wollen in der Kirche<br />

bleiben und sie gestalten.<br />

Deshalb bringen sie Kraft auf<br />

und kämpfen, weil ihnen die<br />

Gemeinschaft und der Glaube<br />

wichtig sind. Sie haben verstanden:<br />

Kirche machen wir alle.“<br />

ANDREAS PAUL – WIR FÜR SIE 21


Mit 43 fühlt er sich bereit für die neue Herausforderung<br />

als Präses im Bundesverband. „Ich<br />

will im Vorstand einen Beitrag leisten, um Kirche<br />

zu gestalten und Frauen Gehör zu verschaffen.<br />

Jetzt habe ich die Kraft und die Nerven.<br />

Jetzt ist die Zeit. Im besten Sinne.“<br />

Mit dem Synodalen Weg sei die kfd in eine<br />

spannende Phase eingetreten. Hier werde dem<br />

Verband seine Fähigkeit, „mit langem Atem an<br />

Themen dranzubleiben“, helfen. „Ich wünsche<br />

mir, in den vier Jahren meiner Amtszeit erleben<br />

zu dürfen, dass dieser lange Atem<br />

auch mal belohnt wird. Natürlich werden wir<br />

in vier Jahren noch keine Päpstin haben. Aber<br />

hoffentlich die Erfahrung machen: ‚Und sie bewegt<br />

sich doch‘.“<br />

Gerade beim Zugang von Frauen zu Diensten<br />

und Ämtern in der Kirche will er einen Schritt<br />

weiterkommen. Und hofft, mit diesem (kirchen-)<br />

politischen Handeln weiterhin Frauen zu motivieren,<br />

sich der Gemeinschaft anzuschließen.<br />

„Damit wir auch einen Dienst an der Gemeinschaft<br />

insgesamt leisten können, wenn Frauen<br />

sehen: ‚Hier habe ich eine Heimat, hier ist ein<br />

Ort für mich.‘ Ich habe die Hoffnung, dass wir<br />

das auch weiterhin transportieren können.“<br />

Brigit te<br />

Vielhaus<br />

BRIGITTE VIELHAUS<br />

Beratendes Mitglied im<br />

Bundesvorstand<br />

Bundesgeschäftsführerin<br />

geschieden, in einer Partnerschaft<br />

lebend, 1 Sohn, 2 Enkelkinder<br />

Jahrgang: 1959<br />

Sternzeichen: Löwe<br />

Wohnort: Meerbusch (NRW)<br />

DV: Aachen<br />

Hobbys: Tennis, Wandern, Lesen<br />

Beruflicher Werdegang: Studium,<br />

Mitarbeit bei den Grünen<br />

im Bundestag, Arbeiterin in<br />

einer Fabrik, Referentin<br />

bei Hauptpfarrei Mönchengladbach,<br />

seit 1987 in der<br />

Bundesgeschäftsstelle in<br />

versch. Rollen tätig<br />

Mitglied in der kfd seit 2008<br />

Ämter und Funktionen:<br />

Bundesgeschäftsführerin,<br />

ehrenamtlich im Beerdigungsdienst<br />

im Bistum Aachen<br />

22<br />

WIR FÜR SIE – ANDREAS PAUL<br />

WIR FÜR SIE – BRIGITTE VIELHAUS


Bundesgeschäftsführerin<br />

Brigitte Vielhaus kennt die kfd von Kindesbeinen an: Mit<br />

ihrer Mutter trug sie die „Frau und Mutter“ aus. Als junge<br />

Frau war sie dem Frauenverband gegenüber eher skeptisch<br />

eingestellt, nahm dann aber nach dem Theologie-Studium<br />

eine Stelle bei der kfd an. „Darauf hatte mich die ehemalige<br />

Frauenreferentin der Region Mönchengladbach, Marianne<br />

Henkel, aufmerksam gemacht. Und ich bin geblieben – der<br />

Großteil meiner beruflichen Identität ist von der kfd geprägt“,<br />

sagt Brigitte Vielhaus. Die Arbeit für und mit den ehrenamtlichen<br />

Vertreterinnen auf Diözesan- und Bundesebene ist für<br />

sie sinngebend, ebenso wie das Mitgestalten von Kirche und<br />

die Stärkung von Frauen. „Die Mitgliedschaft in meiner Gruppe<br />

vor Ort bestärkt mich. Es ist wichtig, sich einzumischen<br />

in relevante Themen aus der Frauenperspektive, etwa Gewalt<br />

gegen Frauen, Rente, Equal Pay.“<br />

Die kfd müsse in Zukunft weiterhin klare Positionen zu<br />

Frauenthemen in Kirche, Politik und Gesellschaft beziehen.<br />

Die starke Kraft der Gemeinschaft könne auf allen Ebenen viel<br />

bewegen. Und die kfd sei Heimat in einer zunehmend heimatlosen<br />

Gesellschaft und Kirche. „Daran möchte ich in Zukunft<br />

weiter arbeiten, die kfd soll der Ort für Frauen in der Kirche<br />

sein, eine Heimat, ein Ort des gemeinsamen Suchens und Findens<br />

von Glauben, Spiritualität, Sinn.“<br />

Vorbild<br />

Meine Mutter,<br />

die mit einem<br />

tiefen Glauben<br />

das Leben angenommen<br />

und<br />

sich mit ihren<br />

Kindern, Enkelkindern<br />

und den<br />

oft nicht einfachen<br />

Umständen<br />

immer wieder<br />

neu erfunden<br />

und verändert<br />

hat.<br />

Legende<br />

„Dies oder das?“<br />

wollten wir noch von den<br />

kfd-Bundesvorstandsmitgliedern<br />

wissen. Die kleinen Symbole<br />

neben den Texten verraten,<br />

wofür sie sich entschieden<br />

haben. Ein Test zum Schmunzeln<br />

und Nachahmen!<br />

Tee oder Kaffee?<br />

Stadt oder Land?<br />

Früher Vogel oder<br />

Nachteule?<br />

Hund oder Katze?<br />

Altes oder Neues<br />

Testament?<br />

23


VIELEN<br />

Dank!<br />

Mit Barbara Striegel, Anni Rennock,<br />

Mechthild Burk und Pater Dominik<br />

Kitta scheiden vier teils langjährige<br />

Mitglieder des Vorstandes aus.<br />

Sie alle habe wichtige Akzente gesetzt,<br />

Themen vorangebracht und viele Frauen<br />

gestärkt und begleitet. Dafür sagt die<br />

kfd ganz herzlich „Danke!“<br />

Barbara<br />

Striegel<br />

Anni<br />

Rennock<br />

24


Barbara Striegel<br />

Bundesvorstand von 2009 bis 2021<br />

Funktion: Vorsitzende des Trägervereins<br />

Lebendiges Labyrinth in Helfta;<br />

die „Stimme aus dem Osten“:<br />

Mitgründung des Netzwerks Ost aus<br />

den fünf ostdeutschen Bistümern<br />

Aktuelle Tätigkeit: Mitarbeit in den kfd-<br />

Ortsgruppen Merseburg und Halle/Saale<br />

Barbara Striegels roter Faden in ihrem Engagement für die kfd: Das scheinbar Unmögliche<br />

möglich machen. Wie beim Lebendigen Labyrinth in Helfta, ihrem persönlichen „kfd-Höhepunkt“:<br />

„Da mussten wir uns anfangs gegen Widerstand auch innerhalb der kfd durchsetzen.<br />

Zur Eröffnung 2007 kamen dann 700 Frauen, es ist seitdem ein großer Erfolg.“ Eine<br />

Herausforderung war es auch, im Bundesvorstand verschiedene Interessen in Einklang zu<br />

bringen. „Wir kleinen, von Ehrenamtlichen getragenen Diözesanverbände mussten uns<br />

behaupten. Aber wir profitierten im Gegenzug von den erfahrenen großen.“ Dem neuen<br />

Vorstand wünscht sie für künftige Entscheidungen eine starke Stimme. Und wer weiß:<br />

„Mir hätte vor der Wende niemand glaubhaft machen können, dass ich als katholische<br />

Frau einmal hier stehe. Vielleicht darf ich ein zweites Wunder erleben: Diakoninnen und<br />

Priesterinnen in unserer Kirche.“<br />

Anni Rennock<br />

Bundesvorstand von 2013 bis 2021<br />

Funktion: Sprecherin Ständiger Ausschuss<br />

Hauswirtschaft und Verbraucherthemen,<br />

Delegierte der Verbraucherzentrale Bundesverband<br />

(vzbv), Delegierte der kfd bei Transfair<br />

Aktuelle Tätigkeit: Geistliche Begleiterin und<br />

Vorstandsmitglied in der kfd-Ortsgruppe,<br />

Landfrauenverein<br />

Ein besonders schönes Erlebnis in Anni Rennocks kfd-Amtszeit war das Hochziehen des<br />

„Netzes, das Frauen trägt“ in Mainz im Jahr 2016. Es machte sie sehr glücklich, das Netz<br />

mit den vielen leuchtenden Mitgliedssternchen am Himmel zu sehen. Die Haushaltsbezogenen<br />

Dienstleistungen „fair – legal – bezahlbar“ waren ihr besonders wichtig, ebenso wie<br />

das Projekt „Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht“ – und die Zusammenarbeit.<br />

„Wir waren ein tolles Team mit einem gemeinsamen Ziel. Das hat uns verbunden.“<br />

Verbindung entstand auch durch persönliche Begegnungen, etwa bei Vorstandssitzungen.<br />

„Das Vorbereiten und Planen für langfristige Ziele behalte ich besonders in Erinnerung.<br />

Und die Wiedersehen und Umarmungen mit ‚Hallo! Schön, dass Du da bist.‘“ Leider<br />

dringe die Arbeit des Vorstandes zu wenig an die Basis durch. Da wünscht sie sich mehr<br />

Sichtbarkeit und setzt auf die „<strong>Junia</strong>“: „Das ist eine Plattform, um den Themen mehr<br />

Raum zu geben.“<br />

25


Mechthild Burk<br />

Bundesvorstand von 2013 bis 2021<br />

Funktion: Vertretungen im Ökumenischen Arbeitskreis<br />

sowie im Ökumenischen Forum Christlicher Frauen<br />

Europas, ehrenamtliches Engagement, AGIA, Christinnenrat,<br />

Pfarrhaushälterinnen und Textilbündnis<br />

Aktuelle Tätigkeit: stellv. Vorsitzende im kfd-Diözesanvorstand<br />

Paderborn, seit 2003 Geistliche Begleiterin<br />

auf Ortsebene<br />

Mechthild Burk nimmt aus ihrer Vorstandszeit viel mit – persönlich wie politisch.<br />

„Ich habe viele sehr kompetente und beeindruckende Menschen und Organisationen<br />

kennengelernt. Das hat mein Engagement für die kfd gestärkt. Auch meine<br />

Spiritualität ist intensiver geworden.“ Sie ist sehr froh, dass der Bundesverband seit<br />

2019 die Priesterinnenweihe fordert. „Das stärkt mir den Rücken, wenn ich meine<br />

Haltung zur Rolle von Frauen in der Kirche vertrete.“ Damit Frauen in der katholischen<br />

Kirche weiter mitsprechen können, brauche die kfd mehr Mitstreiterinnen.<br />

Und neue Maßnahmen: „Für das Gemeinschaftsgefühl müssen Frauen sich nicht<br />

mehr physisch treffen, diese Zeit ist vorbei. Der Verband muss sich daher auch digital<br />

neu aufstellen.“<br />

Burk wünscht dem neuen Vorstand, „Stein des Anstoßes“ für die Rolle von Frauen<br />

in der Kirche zu bleiben. „Die kfd darf in ihren Forderungen nicht nachlassen. Da<br />

sollte sie unbedingt weitermachen – und sogar noch mutiger werden.“<br />

26<br />

Pater Dominik Kitta,<br />

OPraem<br />

Bundesvorstand von 2005 bis 2009, 2013 bis 2021<br />

Funktion: Bundespräses, davor Diözesanpräses<br />

Essen (2003 bis 2015)<br />

Aktuelle Tätigkeit: Offizial (Leiter) des bischöflichen<br />

Gerichts in Osnabrück und Hamburg, Priester für<br />

zwei Pfarreien, Geistlicher Beirat der Arbeitsgemeinschaft<br />

der katholischen Verbände (AGkath) im<br />

Bistum Osnabrück, Mitglied in der Kirchenrechtskommission<br />

der Prämonstratenser,<br />

Mitglied bei den Grabesrittern<br />

Ein „Highlight“ war für Pater Dominik der Basistreff der kfd. Elf Mal wirkte er als<br />

Bundespräses beim jährlichen Begegnungstreffen für Mitglieder der Ortsebene mit.<br />

„Da kommen Frauen aus allen Ecken Deutschlands zusammen. Man spürt, dass sie<br />

als kfd trotzdem zusammengehören. Dabei entstehen ganz viel Freude und Kreativität,<br />

wenn sie spirituelle Elemente und Interessen teilen.“ Kitta erkannte bei der kfd,<br />

dass viele Frauen mit ihren Charismen befähigt sind, zu predigen oder Sakramente<br />

zu spenden. „Wenn die Kirche das nicht weiter verfolgt oder zulässt, geht Wesentliches<br />

verloren.“ Einen großen Wunsch hat er an den neuen Bundesvorstand: „Leider<br />

ist es mir nie gelungen, eine große Wallfahrt zu organisieren. Mein Traum wären<br />

400.000 kfd-Frauen auf dem Petersplatz.“ Er überlegt kurz. „Naja, 100.000 wären<br />

auch gut.“


Termine<br />

Synodaler Weg<br />

Synodalversammlung<br />

3. bis 5. Februar <strong>2022</strong><br />

in Frankfurt<br />

Mechthild<br />

Burk<br />

Weltgebetstag<br />

4. März <strong>2022</strong><br />

weltweit<br />

Katholikentag<br />

25. bis 29. Mai <strong>2022</strong><br />

in Stuttgart<br />

Dominik<br />

Kitta, OPraem<br />

Synodaler Weg<br />

Synodalversammlung<br />

8. bis 10. September <strong>2022</strong><br />

Ort: noch offen


IMPRESSUM<br />

Herausgeberin:<br />

Katholische Frauengemeinschaft<br />

Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V.<br />

Prinz-Georg-Straße 44, 40477 Düsseldorf<br />

Redaktion: Jutta Laege,<br />

Isabelle De Bortoli, Kim Theyssen,<br />

Freie Mitarbeit: Saskia Bellem<br />

Gestaltung: Christina Claßen,<br />

Das weite Feld Kommunikationsdesign<br />

Gesamtherstellung:<br />

Westend Druckereibetriebe GmbH/<br />

WKS Druckholding, Essen<br />

Bildrechte ©:<br />

Portraits: kfd/Kay Herschelmann;<br />

S. 9: picture alliance/Courtesy Everett<br />

Collection; S. 16: AdobeStock/<br />

Alexander Hoffmann; picture alliance/<br />

Friedel Gierth; S. 19: C. Claßen;<br />

AdobeStock/jorisvo

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