Der Auftrag. - Burgtheater

burgtheater.at

Der Auftrag. - Burgtheater

vorspiel

Sylvie Rohrer, Agnes Riegl, Johannes Terne und Werner Wölbern

„Mir brennt der Boden!“

„Glaube und Heimat” von Karl Schönherr

in Kooperation mit

Feb/März 2000/2001 Nr.8

Das Magazin des Wiener Burgtheaters


vor behalt

Kontrafaktur Von Raoul Schrott

Österreich. Es ist ein Befremden, das mich jedesmal

überkommt, wenn ich über die Grenze fahre,

ja, Befremden ist das richtige Wort, und auch

Grenze, auch wenn ich sagen hätte können:

nach Hause. Vielleicht ist es, dass ich hier nicht

geboren bin, dass ich zu spät erst wieder nach

Österreich zurückkam, oder zu früh wieder ging,

und jetzt keinen Ort mehr finde. Anderswo ihn

aber auch immer nur für eine Zeit gefunden habe.

Es ist die Sattheit, die mich hier immer verschreckt,

aber dieselbe Sattheit verschreckt mich auch in

Deutschland, mehr noch in der Schweiz, überall

da habe ich auch gelebt, bin sogar zur Schule

gegangen, und jetzt, wo ich es nicht mehr tue,

werde ich aber auch anderswo nicht satt, satt in

einem anderen Sinn, einem Sinn, der das Genügen

ausschließt, diese Selbstgenügsamkeit,

besser Selbstzufriedenheit, der ich in Österreich,

aber auch in Deutschland und der Schweiz

immer begegne. [...] Hierzu kommt, dass auch

Literatur für mich nur ein Weg war, mir Welt anzueignen

und nicht nur das Wissen um die Welt;

und die Welt, scheint mir, lässt keine Mitte zu,

auch, wenn sie rund ist, oder gerade, weil sie

rund ist, sie lässt mich nicht an einem Mittelpunkt

zu, sonst hätte sie sich ja längst schon aus den

Angeln heben lassen, in Österreich zumal, denn

an den Bergen ließe sich ja ein Hebel ansetzen,

im Flachland kaum, das wäre bestenfalls ein

Schlag ins Wasser, aber Schläge ins Wasser,

nichts anderes ist im Grunde die Literatur. Ich

habe es bisher stets vermieden, über mich zu

sprechen, vielleicht aber liegt darin wiederum das

Servile der Österreicher: sie tun es dann hinterrücks,

und ich will mich dabei nicht ausschliessen,

doch ist es, wenn wir wieder auf die Literatur

kommen, mir immer schwer gefallen, es hinter

meinem eigenen Rücken zu tun; man verhört sich

dann leicht im zweifachen Sinn. Als Verhör über

mich selbst habe ich die Literatur nie aufgefasst;

bei den Österreichern ufert dies ja leicht zur Suada

aus, auch wenn die österreichische Literatur

selten diese Züge der Selbstkasteiung zeigt, die

ich in Deutschland mit dem Protestantismus in

einer ursächlichen Verbindung sehe, die

Österreicher hielten sich eher immer an die

Brandreden, ohne dass sie jemals Feuer gelegt

hätten, dazu sind sie, wie gesagt, zu servil, ein

Erbe kaiserlicher und königlicher Monarchien,

das zur hohen Kunst des Hofnarrentums geführt

hat, ich meine das ernst, die schönste Figur, die

es für mich gibt, ist die des Narren, dem alle alles

zutrauen, nur er sich selbst nichts, und man kann

sie dafür ja auch nicht zur Verantwortung ziehen,

die österreichischen Narren schon gar nicht, ihre

Seele schwebt ja zwischen Himmel und Erde,

aber wenn sie das nicht tut, was sie meistens

nicht tut, dann nimmt sie die widerlichsten Züge

der Servilität an, eines Beamtentums, das einem

in Wien auf Schritt und Tritt begegnet, eines

Hoflakaientums, dessen morbider Charakter sich

in den Kaffeehäusern offenbart, in der hohen

Kunst des Nörgelns, die nur eine interessante

Form des Selbstgesprächs ist, man muss ihnen

dabei nur in die Gesichter sehen, wenn sie in der

Tasse umrühren, sie sehen dabei samt und

sonders aus, als hätte man ihnen Brom in den

Kaffee geleert. In dieser Stadt überkommt mich

nicht nur ein Befremden, sondern mehr noch ein

Unwohlsein, bar jeder metaphysischen Dimension,

dazu sind die Häuser grau und die Leute zu alt,

ich halte es nie länger als einen Tag in Wien aus,

schon die Zugfahrt ist eine Tortur, es beginnt

bereits ab Salzburg, am schlimmsten ist es aber

auf dem Weg nach Graz, durch ein bierflaschengrünes

Österreich, das ich jedoch kaum kenne,

wie ich gestehen muss, Wien liegt zu weit ab,

man ist schneller in München, Zürich oder Italien,

vielleicht bin ich deshalb nie heimisch geworden

in Österreich und suche immer noch nach einem

Haus, in dem ich meine Bücher für länger unterbringen

kann als zwei Jahre, Jahre in England,

Frankreich und Italien, zum Österreicher werde

ich nur im Ausland, nie in Österreich selbst, am

meisten bin ich Österreicher in Deutschland, das

liegt wohl an der Sprache, dabei versichere ich

jedem, dass das Hochdeutsche eine Frage der

Geographie sei, und hoch ist es eben nur in

Österreich, wenn man von der Zugspitze absieht,

die ja nur ein Geburtstagsgeschenk des österreichischen

Kaisers an den deutschen war,

Hochdeutsch, das redet man eben, wo die Berge

hoch sind, ansonsten handelt es sich um Niederdeutsch,

wenn nicht gar Plattdeutsch. [...]

Schließlich aber nahm ja auch die Kultur in

Österreich ihren Anfang, man hat hier die Vokale

A E I O U erfunden, die Lautverschiebung und die

Literatur zwischen dem Wolkenstein und der

Vogelweide, aber das ist es ja gerade, es ist nicht

wahr, auch wenn es im Vergleich zu Deutschland

und der Schweiz wahrer wird, die meisten Schriftsteller

sind ja Österreicher, nicht nur proportional

Impressum

vorspiel. Das Magazin des Wiener Burgtheaters erscheint fünfmal jährlich als Sonderbeilage der Tageszeitung DER STANDARD.

Medieninhaber: DER STANDARD Verlagsgesellschaft mbH. 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132.

Herausgeber: Direktion Burgtheater GesmbH, 1010 Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 2. Redaktion: Dramaturgie Burgtheater.

Gestaltung: section.d. Hersteller: Goldmann-Zeitungsdruck GesmbH, 3430 Tulln, Königstetter Strasse 132

03

gesehen, sondern auch, was den Proporz betrifft,

es gibt hier eine Subventionskultur, um die man

uns auswärts beneidet, aber deswegen sind die

meisten Österreicher noch lange keine Schriftsteller,

sie werden es erst auswärts. [...] In Österreich

Österreicher zu sein, ist ein Ding der Unmöglichkeit,

anderswo fällt es gewissermassen leichter, ja

gehört es fast dazu, aber wenn man nun einmal

nicht hier geboren ist, sitzt man zwischen den

Stühlen, zwischen Sesshaften und Satten, man

fühlt sich sozusagen als Liechtensteiner, aber nur

symbolisch, denn die sind ja noch satter und

sesshafter, nein, mir fällt ein besserer Vergleich

ein, nämlich das Kleine Walsertal, diese österreichische

Enklave, die nur über Deutschland zu

erreichen ist, dieses Zollschutzgebiet, und die

Walser, das ist bekannt, haben sich über die

ganze Welt verbreitet, wie Österreich sich über

die ganze Welt ausgebreitet hat, dass Mexiko

österreichisch war, ist bekannt, von Krakau ganz

zu schweigen, dem Vatikan ebenso, weniger

bekannt aber, weil bezeichnender, ist, dass auch

die einsamst gelegene Insel der Welt, jene, die

am weitesten von allen anderen Inseln und dem

Festland entfernte Insel, nämlich das sogenannte

Tristan da Cunha, zu Zeiten Josephs II. im österreichischen

Besitz war, so hat sich Österreich zu

allen Zeiten bereits vom Franz-Joseph-Land im

Norden bis zur Antarktis erstreckt, über gemässigte

Zonen äquatorialer Meere, mit einigen Aussenposten

in Brasilien und Japan, so dass einen,

wie gesagt, das sprichwörtliche Kopfschütteln

überkommt, wenn man nach Österreich gefragt

wird, denn wo wäre es denn genau, Wien ist es

nicht, es ist nur ein Fliegenschiss auf dieser

orthographischen Projektion, oder haben Sie je

einen Mittelpunkt auf einer Landkarte gefunden,

wohingegen jener berühmte Witz seine bittere

Wahrheit hat, dass man nämlich in Österreich

jenen Globus erfand, auf dem nur ein einziges

Land eingezeichnet ist: Österreich. Und deshalb

ist es ein Befremden, das mich jedesmal überkommt,

wenn ich über die Grenze fahre, ja,

Befremden ist das richtige Wort, und auch Grenze,

selbst wenn ich anderes sagen hätte wollen.

(Raoul Schrott ist Lyriker, Romanautor, Übersetzer

und Essayist. Für das Burgtheater schrieb er

zuletzt eine deutschsprachige Nachdichtung der

Bakchen des griechischen Dichters Euripides)


vor läufig

19-17-89

Zum !Revolution!s-Spektakel um „Dantons Tod“ und „Der Auftrag

„Revolution“ ist ein Begriff, der als politischer nurmehr Fernwärme zu erzeugen scheint.

Wer sich dennoch motiviert, in politischer Absicht von „Revolution“ zu sprechen, spricht

von Geistern der Geschichte und Gespenstern der Vergangenheit. Denn zwischen der

Genauigkeit des Historikers und dem Phantasma des Erinnernden tun sich Abgründe auf,

in denen kollektive Mythen lagern.

Georg Büchner:

Dantons Tod

Fünf Jahre nach dem Sturm auf

die Bastille, nach den gemeinsam

verantworteten Septembermorden

und der Etablierung

der „Terreur“, der radikalen

Ausschaltung von Gegnern,

haben sich die Revolutionäre in

verschiedenste Fraktionen

zersplittert und bekämpfen

einander aufs Blut. Der Mythos

der Brüderlichkeit zeigt sich in

Gestalt des Brudermords.

Während der Realist Danton für

ein Ende der Schreckensherrschaft

plädiert, hält der

Radikale Robespierre die Revolution

noch lange nicht für

abgeschlossen und wirft ihm

Hedonismus und Arroganz vor.

Saint-Just und Robespierre

verabreden die Verhaftung

Dantons. Mit Desmoulins und

anderen seiner Anhänger im

Gefängnis auf seine Hinrichtung

wartend, tritt Danton seine

politischen Ideen an einen

resignierten Realismus ab, der

das Eingreifen des Einzelnen in

den Verlauf der Geschichte

radikal in Frage stellt. Julie, die

Frau Dantons, begeht Selbstmord.

Lucile, die Frau von

Desmoulins, versucht, der

Eigendynamik der Revolution

eine andere Logik entgegenzustellen

- und mit dem Ausruf

„Es lebe der König!“ spricht sie

ihr eigenes Todesurteil.

Guillotinierte im Wachsfigurenkabinett

So wie der Name Danton schon zu

den Lebzeiten seines historischen Vorbilds

für revolutionäre Praxis schlechthin

stand, für Führerschaft, Heilsbotschaften

und blutige Radikalität, so spricht der

apokalyptische Titel „Dantons Tod“ nicht

nur vom Tod eines Protagonisten. Er

spricht vom Sterben des „revolutionären

Subjekts“, das Geschichte und Politik

macht, schlechthin. Ob der Titel dieses

Ende ankündigt oder die Autopsie zu

Beginn des Stückes schon abgeschlossen

ist - in jedem Fall löst sich mit diesem

Tod symbolisch die Macht von

ihrem Inhaber. Die Macht wird ortlos, die

Helden machtlos angesichts eines Prozesses,

der mehr und mehr Eigendynamik

entwickelt.

Mit der Einführung der Guillotine zur

Ausschaltung politischer Gegner ist eine

Mechanik der Gewalt in Gang gesetzt,

deren Eigendynamik bald all jene erfasst,

die glaubten, diese lediglich instrumentell

für die eigenen Interessen in den Dienst

nehmen zu können. Während im September

1792 unter der Duldung Dantons

der erste systematische Massenmord an

politischen Gegnern stattfand, werden

später Danton und Robespierre jener

Gewalt, „bei der die Gesetze schweigen“,

selbst zum Opfer fallen. Die Effizienz der

Tötungsmaschine tritt an die Stelle politischer

Argumentation und löst den

Einzelnen als politisch Handelnden ab.

Die Guillotine führt eine Revolution der

Geschwindigkeit an, die das Töten von

der Reaktionszeit im Mann-zu-Mann-

Gefecht löst. Abgetrennte Köpfe und

Leiber türmen sich auf den öffentlichen

Hinrichtungsplätzen, die Schlacht findet

nicht auf den Äckern vor der Stadt, sondern

direkt vor den Augen der Bevölkerung

und der Befehlsgeber statt - und

ihre Toten verfolgen diese gespenstisch

in jedem ihrer Schritte. Der Kampf zwischen

Danton und Robespierre ist so

auch ein Wettlauf mit der Zeit. Während

der eine inmitten der Beschleunigung

innehält, erstarrt und, die verbleibende

Zeit rückwärts zählend, seine Auslöschung

erwartet, deutet der andere,

gleichermaßen überfordert, den schnelleren

Lauf als revolutionären Sieg um.

Doch die Zeit ist „aus den Fugen“.

Das System, das er einst mit geschaffen

hat, richtet am Ende auch Robespierre.

„Erinnerung an eine Revolution“ heißt

Heiner Müllers Stück „Der Auftrag“ im

Untertitel. Zeit ist auch hier im Spiel, und

es ist unentschieden, ob eine Erinnerung

an etwas Vergangenes oder ein Aufruf zu

etwas Zukünftigem gemeint ist. Sich

erinnern oder jemanden an etwas erinnern

- die Rollen des in sich gekehrten

Archivars und des agitierenden Akteurs

sind gleichermaßen vorgesehen.

Der Auftrag“ zielt auf den Konflikt des

Intellektuellen schlechthin. Soll er sich

aus ethischen Gründen als Elite an die

Spitze einer politischen Bewegung setzen,

deren Ziel wäre, die Elitenbildung

gerade abzuschaffen? In Müllers Stück

soll ein Weißer im Auftrag von Weißen

die Befreiungsbewegung der schwarzen

Sklaven anführen. Er soll sich als Herr

tarnen, um die Herrschaft zu beseitigen.

Doch die zugelegte Rolle entspricht

gleichzeitig seiner wahren Identität in der

Vergangenheit: Gesicht und Maske sind

eins. „Wir sind nicht gleich, eh wir einander

nicht die Häute abgezogen haben“,

kommentiert sein schwarzer Mitkämpfer

Sasportas. Erneut von Weißen in Frankreich

- die mit der Machtübernahme

Napoleons auch ihre Parolen gewechselt

haben - wird die schwarze Revolution

wieder abgesagt.

In einem seltsamen Intermezzo, dessen

Handlungszeit in einem unbestimmten

Heute spielt, plaziert Müller eine alternative

Position. Einer, der zu spät kommt, um

einen Auftrag entgegenzunehmen, der

ihm die eigenen Handlungen diktierte,

sieht sich nach Peru versetzt. Er wird

seine eigene Fremdheit erkennen - und

sie akzeptieren. Er wird das Scheitern

eines Aufbauversuchs vorausahnen -

doch er wird die Rolle des elitär Wissenden

verweigern und seinem eigenen

Verschwinden zuarbeiten.

Die „Botschaft“ der französischen

Revolution, die universalen Menschenrechte

der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit,

sind selbst verdächtig geworden,

seit man die Eigenheit anderer Kulturen

wahrzunehmen gewillt ist. Die Frage, ob

meine Freiheit auch deine Freiheit ist,

stellt inzwischen jede politische und

militärische Intervention in einen neuen

Rechtfertigungszwang.

Müller schreibt dies 1979, einer Zeit,

in der Gruppenphantasien zwischen

Erster und Dritter Welt in mehr oder

weniger expliziter Form noch durch

marxistische Theorie erhitzt sind.

Heute scheint es, als sei das politische

Denken in globalen Maßtäben dem

des Wirtschaftskapitalismus gewichen. In

der Annahme, dass die Globalisierung

des Liberalismus die Demokratisierung

im Schlepptau zöge, scheint ein Interesse

für die politische Situation der derartig

„liberalisierten“ Länder ohnehin obsolet.

Die Freiheitskriege ehemalig kolonisierter

Länder sind geführt worden - dass die

Liberalisierung in der McWorld auf andere

Weise Kolonisierung statt Befreiung

bedeuten kann, bleibt als Argument gern

einigen wenigen Kulturpessimisten überlassen,

die damit nur outen, wie out sie sind.

04

Roland Koch als Georg Danton


vor über

Doch die One-World-Slogans verschleiern

nur halbwegs blickdicht, dass sich

an der Kontroverse Nord-Süd nur wenig

geändert hat. Noch immer geht es um

die Fleischtöpfe, und mehr denn je

wabert die Angst vorm Großen Marsch.

Doch das politische Bewusstsein der

ursächlichen Zusammenhänge wird

überdeckt von Abgrenzungsängsten, die

mit hoch emotionalisierten Migrationsdebatten

ihre öffentliche Form finden.

„Das Boot ist voll“, lautet die eher

schwimmende Argumentation, und fragwürdige

„identity politics“ prägen den

derzeitigen politischen Diskurs. Mittels

latent gewalttätiger Ausgrenzung des

Marx-Engels-Forum 1990

Anderen versucht man, kollektive Identitäten

zu stiften, wo keine sind.

Tatsächlich ist ja das Kollektivsubjekt

eines der zentralen Argumente, derer wir

verlustig gegangen sind. Gruppenidentitäten,

denen ein Wesenskern unterstellt

werden könnte, sind argumentativ nicht

zu schaffen, und Massenbildungen

haben heutzutage immer einen über die

Medien vermittelten Anlass: die reale

Masse erschreckt dann eher, und ein

Gruppeninteresse ist selten glaubwürdig.

Seit mit dem Zusammenbruch des

Antagonismus Kapitalismus/Kommunismus

philosophisch wie politisch sowohl

der Held wie das Kollektivsubjekt abhanden

gekommen sind, scheint eine politische

Revolution grundsätzlich undenkbar

geworden. Ohne Held keine

Geschichte, sagen die Theoretiker der

Posthistoire, die die Geschichte der

dialektischen Klassenkämpfe an ihr Ende

gelangt sehen.

Der amerikanische Regierungsberater

und Kommunismusspezialist Francis

Fukuyama fasst es 1989 (und in verschiedenen

Variationen bis heute) auf der

Maus mit Menschenohr

Ebene der Gesellschaftsmodelle in seinem

Aufsatz The End of History, der

weltweit Aufsehen erregt: Der Kapitalismus

habe seine Überlegenheit über jede

denkbare Alternative bewiesen, die Verbindung

von liberaler Demokratie und

Kapitalismus könne sich nur noch

flächendeckend ausbreiten. Die einzige

Dynamik sei mithin die ökonomische.

Dass Fukuyama gerade damit der marxistischen

Logik vom Sprung aus dem

Kontinuum der Geschichte verhaftet

bleibt, weist ihm später sein Kollege von

05

der Gegenpartei Samuel Huntington

nach. Auftritt: das Gespenst.

Wenn aber weder Einzelne noch

Kollektivsubjekte als Motoren der Politik

mehr verantwortlich gemacht werden

können, fragt sich, wo die Macht diesmal

ihren Ort gefunden hat. Wodurch könnte

jenes gemeinsame Interesse überhaupt

entstehen, das politische Handlungen

motivierte? Worin bestünde die Souveränität

einer solchen Menge? Oder nüchterner:

Was wäre zeitgemäßes Engagement?

(Wien im Februar 2000: sentimentale

Schwundstufen des Revolutionsgestus.

Da die Massenbildung auch hier eher

medial vermittelt geschieht, ist ihr die

Isolation des einzelnen TV- und Internet-

Konsumenten mit eingeschrieben. Dementsprechend

schnell weicht die Straße,

jener bevorzugte Heizkörper der bürgerlichen

Erregungsgemeinschaft, der

Melancholie des Faktischen: dem Sieg

der „Tagesordnung“, der alltäglichen

Akzeptanz einer noch so kritikwürdigen

politischen Situation.)

Doch das revolutionäre Vokabular hat

nicht ausgedient. Als Stammvokabular aller

Post- und Endismen (Posthistoire, Postkommunismus,

postrevolutionäre Politik...)

lebt es fort im Geiste der Apokalyptiker, die

gerade ihr Ende verkünden. Die Gespenster

der politischen Revolutionen - das

Gespenst des Kommunismus, die

Gespenster der Toten dieser Kriege - sie

sind als das Frühere, das uns verfolgt, auf

ihre abwesende Weise anwesend.

Gleichzeitig scheint das Versprechen

des Ganzneuen recyclefähig zu sein und

seine Radikalität auf ganz anderem

Gebiet zur Vermarktung von Neuheiten

nutzbar. Wo der Neue Mensch unglaubwürdig

geworden ist, wird das Projekt

der totalen Neuschöpfung der Apparatewelt

anvertraut. Diese soll dann ihrerseits den

Menschen verändern, indem sie seine

Anpassungskapazitäten auf die totale

Anschlussfähigkeit prüft. Die Autoindustrie

kündigt die „ReVolvolution“ an und

die Kommunikationstechnologie die

„mobile Revolution für alle“. Viavagina

verspricht die Revolution für die Frau,

und die Biotechnologie die anthropogenetische

Revolution für alle. In einem

ganz und gar anderen Sinn, als ihn Trotzki

vorschlug, befinden wir uns in einer

„permanenten Revolution“, in der uns

täglich das Ganzandere verkündet wird.

Der Alte Mensch, der dieser Entwicklung

nicht Schritt hält, wird heute auf andere

Weise beseitigt - auch der revolutionäre

Mythos des Blutopfers scheint ausgedient

zu haben. Er verschwindet beispielsweise

im „Heer“ der Arbeitslosen

und Rationalisierten. Ob dieses jedoch

anders als statistisch zuschlagen wird,

ist zumindest derzeit zu bezweifeln.

Claudia Hamm

Heiner Müller:

Der Auftrag.

Erinnerung an

eine Revolution

Wer kann, darf, will, muss Verantwortung

übernehmen und

für wen? Während der französischen

Revolution erhalten der

Arzt und Sohn von Sklavenhaltern

Debuisson, der Bauer

Galloudec und der entflohene

Sklave Sasportas in Jamaica

von der französischen Republik

den Auftrag, einen Sklavenaufstand

gegen die englischen

Kolonialherren anzustiften. Bald

jedoch übernimmt in Frankreich

Napoleon die Macht und die

vorrevolutionären Herrschaftsverhältnisse

werden wieder

hergestellt. Während der

Intellektuelle Debuisson eine

Revolution nun für hinfällig hält,

bestehen die beiden anderen

weiter auf einer Änderung der

Machtverhältnisse. Debuisson

entschließt sich bewusst zum

Verrat und zum Rückzug in die

private, privilegierte bürgerliche

Existenz. Dem Schwarzen

Sasportas bleibt keine Wahl,

als zu kämpfen und zu sterben.

Der machtlose Galloudec gibt

nach der Hinrichtung von

Sasportas den Auftrag zurück.

Dazwischen ein seltsam

fremder Monolog: ein Mann im

Fahrstuhl seines Bürogebäudes

ist auf dem Weg zu seinem

Chef. Doch der Fahrstuhl spielt

verrückt: der Mann wird nicht

bei seinem Vorgesetzten und

dessen unbekannten Auftrag

ankommen, sondern auf einer

Landstraße in Peru. Mit der

Beobachtung der dortigen

Verhältnisse, glaubt er, seine

Bestimmung nun zu kennen.

!Revolution!

MIT: Ulli Fessl, Judith Hofmann, Doreen

Nixdorf, Natali Seelig, Dunja Sowinetz; Michele

Cuciuffo, Heinz Frölich, Adrian Furrer,

Amadeus Gollner, Benno Ifland, Roland Kenda,

Johannes Krisch, Roland Koch, Tim Kramer,

Florian Liewehr, Michael Masula, Wolfgang

Michael, Heinz Schubert, Stefan Wieland, Peter

Wolfsberger u.a.

REGIE UND BÜHNE: Andreas Kriegenburg,

KOSTÜME: Johanna Pfau,

MUSIK: Laurent Simonetti,

LICHT: Werner Chalubinski,

MITARBEIT BÜHNE: Ilona Glöckel/Julia Schultheis

An ausgewählten Vorstellungstagen ist

das Revolutions-Spektakel in seiner

integralen Fassung mit Zwischen-Spielen,

Installationen, Filmen, Liedern, Suppen

und Gulaschkanone im gesamten

Akademietheater zu sehen.

An Wochentagen werden die Stücke

„Dantons Tod“ und „Der Auftrag“ einzeln

im Repertoire gezeigt.


vorgesungen

„Die Heimaten haben die Lieder,

die sie verdienen“

Im Kasino am Schwarzenbergplatz hatte am 25. Jänner die Wirtshausoper „Heimatlos“ des steirischen Autors

Reinhard P. Gruber in der Inszenierung von Joachim Lux Premiere. Ein Gespräch mit dem Autor über Heimat,

Alkohol und ähnlich ambivalente Themen:

SRobert Eichhorn Sie beschäftigen sich seit dreissig

Jahren satirisch mit dem Thema Heimat. Wie

definieren Sie den Begriff Heimat für sich persönlich?

Reinhard P. Gruber Ja, das ist ein Begriff, der mir

deswegen ans Herz geht, weil ich wenig damit

anfangen kann. Er hat eine Vorbelastung aus den

Anfängen des neunzehnten Jahrhunderts, wo

besonders dick aufgetragen worden ist, und der

dann den Höhepunkt in der Hitlerei gehabt hat.

Danach ist es, Gott sei Dank, ein bisschen stiller

geworden, und ich glaube, es ist berechtigt, entweder

ironisch über den Begriff drüber zu fahren oder

zu schweigen. Jetzt bin ich seit längerer Zeit bereit,

darüber zu schweigen.

Privat hat Heimat für Sie nie eine Rolle gespielt?

Für mich ist Heimat gleichbedeutend mit Aufenthaltsort.

Der H. C. Artmann hat das auch ungefähr so

gesagt. Der Lebeort ist der Ort, wo ich mich am

besten auskenne. Da ich meistens in der Steiermark

gelebt habe, habe ich auch das Meiste über die

Steiermark geschrieben. Als ich in Wien gelebt habe,

gab es Texte wie die „Benützungsvorschriften für

Wien“. Als ich ein Jahr in Graz gelebt habe, entstand

ein Roman, der in Graz spielt. Es lässt sich also in

meinen Texten nachvollziehen, wo ich gelebt habe.

Hätte ich eine längere Zeit in New York gelebt, dann

hätte ich New Yorker Heimatliteratur geschrieben.

...als Steirer in New York?

Nein, nicht als Steirer in New York, sondern als New

Yorker. Es ist ein Zufall, dass ich in der Steiermark

aufgewachsen bin, dafür kann ich ja nichts. Ich

brauche mich nicht dazu zu bekennen. Ich brauche es

aber auch nicht abzustreiten. Ich kann nichts dagegen

machen, wo ich geboren bin. Heimat ist für mich zu

ideologisch besetzt, für mich ist der Begriff „gegenwärtiger

Ort des Aufenthalts“ übriggeblieben.

„Heimatlos“ wurde nach der Uraufführung 1985

sehr häufig auch in Deutschland, von Konstanz bis

Hamburg, inszeniert...

...bis Kiel!

...wie erklären Sie sich die große Nachfrage bei

unseren Nachbarn, trotz steirischer Mundart?

Das habe ich mich oft gefragt, bin aber nie ganz

draufgekommen. Es könnte sein, dass der Startpunkt

beim „steirischen herbst“ das ausgelöst hat,

weil einige Deutsche beteiligt waren. Aber warum

das so ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht spielt das

Exotische eine Rolle. Für die ist es so exotisch, als

würde man ein Stück aus Afrika bringen. Und durch

Besetzungen aus dem bayerischen Raum, der Schweiz

oder auch aus Südtirol wurde dann weniger eine

steirische als eine älplerische Wirtshausoper daraus.

Gibt es vielleicht in Deutschland ein gesteigertes

Bedürfnis nach Klischeefiguren und Bodenständigkeit

und zugleich das Bedürfnis, sich daran zu reiben?

Nein. Nein und Ja. Ja insofern, als es, was die

Heimatliteratur angeht, eine starke Trivialtradition im

ganzen deutschen Sprachraum gibt. Die ist auch

mir in die Wiege gelegt worden. Ich habe diese

Tradition allerdings immer verweigert. Meine Mutter

war eine heftige Leserin von Heimatromanheften.

Ich habe das immer heftigst abgelehnt und habe ihr

versprochen, dass ich eines Tages zurückschlagen

werde. Das habe ich mit „Hödlmoser“ und mit

„Heimatlos“ dann gemacht. Insofern ist es eine

Rache an der schönen Heimatliteratur.

„Heimatlos“ ist eine Mischung aus allen trivialen

Heimatklischees, wogegen Sie bei Ihrem Roman

„Aus dem Leben Hödlmosers“ Namen real

existierender Personen aus Ihrer Umgebung

verwendet haben. Gab es da Reaktionen?

Hauptsächlich Entsetzen. War auch beabsichtigt.

Das ist natürlich besonders griffig gewesen.

Die Leute haben geglaubt, ich mache mich über ihre

Einzelschicksale lustig, obwohl ich genauso nur Klischees

beschrieben habe, nur die Namen sind echt

gewesen. Deswegen hat es furchtbare Reaktionen

gegeben. Die ganze Familie ist sozusagen in Sippenhaft

genommen worden. Das Haus ist

beschmiert worden. Anonyme Briefe und Anrufe hat

es gegeben. Der Vater hat sich nicht mehr aus dem

Haus getraut. Im Fernsehen war ein Ausschnitt zu

sehen, gegen den das Lokalblatt sehr gehetzt hat.

Ich wurde heftigst attackiert. Ich habe dann auch

zurückgeschrieben. Das war eine große Aufregung

im ganzen Aichfeld.

Im Untertitel von „Heimatlos“ steht „eine steirische

Wirtshausoper in einem Rausch“ und im Verlauf der

Oper entwickelt sich der Bierrausch zum Blutrausch.

Sehen Sie eine direkte Verbindung zwischen Heimat

und Alkohol?

Ich sehe ein Kontinuum zwischen Alkoholrausch und

Blutrausch. Wenn dann, als Aspekt, noch der ideologisch

überfrachtete Begriff von Heimat dazukommt, ist

der Kurzschluss sehr schnell hergestellt zwischen den

beiden. Das geht sehr schnell. Biertrinken führt, wenn

man es in größeren Mengen tut, zum Stumpfsinn, zum

Dumpfsein. Deswegen sagen manche Politiker in Wien

Dumpf, Humpf, Lump und Hump und so.

Ja, das Dumpfe des Bierrausches. Bier führt nach dem

dritten Krügel in einer Kurve nach unten, führt sozusagen

zum Griff zum Messer oder zum Würgen oder zur

Puffn. Einfach gesagt, zum Umbringen.

...und wenn am Ende alle tot sind, war es nur ein

großer Rausch?

Ein typisch österreichisches Wunschdenken, dass,

wenn man im Blutrausch war, schlussendlich eh

nichts passiert ist. Dass es nur ein Rausch war. Mit

der Ambivalenz spiele ich ein bisschen. Die Österreicher

glauben ja, dass tot nicht tot ist. Es kann aber

auch sein, dass tot tot ist. Besonders frappant war

es nach dem Zweiten Weltkrieg. Da war nur ein

ganz ein kurzes Abbeuteln und das war’s, hat man

geglaubt. Jahrzehnte später kommt man drauf,

hoppla, da war doch irgendwas. Man muss jetzt

endlich aus dem Traum, dass da eigentlich eh nichts

war, erwachen. Ich hoffe, dass wir wirklich daraus

erwachen. Es ist natürlich eigenartig, dass die

Kinder und die Enkelkinder der Generation, die

betroffen war, darüber nachdenken müssen, was da

vorgegangen ist. Aber es bleibt nichts anderes

übrig. Es muss einmal aufgearbeitet werden.

In Ihrem Buch „HEIMWÄRTS EINWÄRTS“ kann man

lesen: „Der Intellektuelle haut die Heimat nie ganz zu,

sondern lässt sie immer einen Spalt offen, in den er

sich zurückziehen kann.“ Wie groß ist der Spalt für

den Intellektuellen in der Gegenwart?

Ja, jetzt sehnt man sich nach diesem Spalt. Jetzt

braucht man diesen Spalt sehr dringend. Mit dem

Wohlig-sich-daheim-Fühlen ist es ziemlich vorbei, und

man muss schauen, dass man ein neues Daheimsein...,

was weiß ich, ... erfindet? Nein, zu erfinden

brauchen wir es nicht, aber man muss etwas tun

dafür, denn es schaut aus, als ob sich alles polarisieren

würde. Irgendwie geht die Gesellschaft auseinander.

Die einen wissen ganz genau, wie es geht, kriegen

aber nie die Mehrheit. Die Jelineks, die Turrinis, die

linke Szene sagt: das geht nicht, was jetzt die Regierung

macht, aber sie kriegt nie die Mehrheit. Da gibt’s

Aversionen heftigster Art, beiderseits natürlich. Also

da wird’s ein bisserl eng. Günstig wäre, wenn die

blau-schwarze Regierung ziemlich bald verschwinden

würde. Bei Neuwahlen hätten wir eine andere Konstellation.

Es polarisiert einfach zu stark zur Zeit.

Und als Reaktion? Besonders viele Stücke

schreiben? Seine Stücke verbieten? Nur noch

zynische oder satirische Stücke hervorbringen?

Derzeit ist nicht nur alles möglich, sondern notwendig,

finde ich. Man muss alle Register ziehen. Jeder kann

seinen Beitrag machen. Es gibt nicht das eine

Rezept: und jetzt muss man das Thema in der und

der Art angehen, das gibt es nicht, man muss es

von allen Seiten angehen. Ich persönlich lehne

07

Reinhard P. Gruber

Aufführungsverbote ab. Finde ich völlig absurd und

überflüssig, bringt nichts. Ich glaube, dass es besser

ist, wenn man über Dinge, die auf der Bühne zu

sehen sind, diskutiert, als nicht diskutiert über Dinge,

die man nicht sehen kann. Es ist doch absurd, sich

der Diskussion zu entziehen. Als Strafe darf nicht

über mein Stück diskutiert werden? Das ist doch

lächerlich. Wenn ich etwas verändern will, dann

muss ich schauen, dass ich den Anstoss dazu

gebe. Wenn ich meine Stimme der Diskussion

entziehe, dann will ich das nicht verändern, sondern

will darauf hinweisen: Das System ist es nicht wert,

verändert zu werden. Das ist für mich dann das

Fazit dieses Verhaltens. Ein solches Verhalten war

natürlich in der Hitlerzeit berechtigt, wie Leute ausgewandert

sind, da gab es keine Diskussion, aber

damit ist die heutige Situation in Österreich nicht

vergleichbar. Die heutige Situation ist nicht mit dem

Faschismus der Dreißiger Jahre in Deutschland

vergleichbar, das ist doch leicht überzogen. Man

muss eher viel schreiben, das glaube ich.

„Die Heimaten haben die Lieder, die sie

verdienen“, ebenfalls ein Zitat aus „HEIMWÄRTS

EINWÄRTS“. Wenn man das Wort Lieder durch das

Wort Regierung ersetzt, würden Sie sich wehren,

in diesem Zusammenhang zitiert zu werden?

Nein, das ist ohnehin ein altbekanntes Zitat.

Witzigerweise schreibe ich gerade für eine Zeitung

zu einem Jahresrückblick den Vorspann und genau

mit dem Satz will ich auch zu tun haben. Aber ich

schreibe noch dazu, dass dieses Sprichwort widerlegt

wurde, denn dann hätten wir den Haider in der

Regierung haben müssen. Verdient hätten wir ihn.

In Ihren „Benützungsvorschriften für Wien“ ist der

1. Paragraph dem Burgtheater und der Staatsoper

gewidmet. Hätten Sie jemals gedacht, dass das

Burgtheater eines Ihrer Werke auf die Bühne bringt?

Sicherlich nicht.

Und warum nicht?

Na ja, es ist die größte Rampe in Österreich, die man

als Theaterschriftsteller hat, und ich sehe mich nicht

als Großautor, schon gar nicht als Theatergroßautor.

Es gibt große Autoren, wie z.B. H. C. Artmann, der

ist auch nie gespielt worden an der Burg. Es gibt

viele Kollegen von mir, die dort nicht gespielt worden

sind, und die trotzdem große Kollegen sind oder

waren. Und andere, die sind gespielt worden.

Manche werden gespielt, und manche werden nicht

gespielt. Das ist wie mit der Heimat. Manchmal wird

man darin geboren und manchmal wird man halt

nicht darin geboren. Es gibt Zufälle.

(Reinhard P. Gruber, Jahrgang 1947, arbeitet als

Romancier, Essayist, Feuilletonist. Er lebt in der Nähe

von Stainz. – Das Gespräch führte Robert Eichhorn)

HEIMATLOS. Eine steirische Wirtshausoper

in einem Rausch von Reinhard P. Gruber

MUSIK: Anton Prestele

REGIE: Joachim Lux

MUSIKALISCHE LEITUNG: Otmar Klein

BÜHNE: Thomas Dreißigacker

KOSTÜME: Hildegard Altmeyer MIT: Johanna

Eiworth, Katharina Schubert; Joseph Lorenz, Juergen

Maurer, Michael Schottenberg, Andreas Patton u.a.


vorschau

Donnerstag

1.2.

Freitag

2.2.

Samstag

3.2.

Sonntag

4.2.

Montag

5.2.

Dienstag

6.2.

Mittwoch

7.2.

Donnerstag

8.2.

Freitag

9.2.

Samstag

10.2.

Sonntag

11.2.

Montag

12.2.

Dienstag

13.2.

Mittwoch

14.2.

Donnerstag

15.2.

Freitag

16.2.

Samstag

17.2.

Sonntag

18.2.

Montag

19.2.

Dienstag

20.2.

Mittwoch

21.2.

Donnerstag

22.2.

Burgtheater

19.30-21.15 Uhr, Abo aufgeh.,

Jugendabo, Sitzplan A

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

19.30-22.00 Uhr, Abo 7, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

19.00-22.30 Uhr, Sitzplan B

Edmond Rostand

Cyrano von Bergerac

18.00-20.30 Uhr, Abo 23, Sitzplan B

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

19.00-21.30 Uhr, Abo 16, Sitzplan B

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

19.00-21.30 Uhr, Abo 4, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

19.00-21.30 Uhr, Abo 12, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

20.00-22.30 Uhr, Abo 20, Sitzplan B

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

19.00-21.30 Uhr, Abo 8, Sitzplan B,

Kinderermäßigung 50%

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

19.00-21.00 Uhr, Sitzplan A

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

19.30-22.00 Uhr, Abo 24, Sitzplan B

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

19.00-21.00 Uhr, Abo 13, Sitzplan A

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

16.00-18.30 Uhr, Abo aufgeh.,

Sitzplan A, geschlossene Vorstellung

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

20.00-22.30 Uhr, Abo 71, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

20.00-22.30 Uhr, Abo 17, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

19.00-22.30 Uhr, Abo aufgeh., Stadtabo,

Sitzplan A

Edmond Rostand

Cyrano von Bergerac

18.00-20.40 Uhr, Familienzyklus, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

19.00-21.40 Uhr, Abo 21, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

19.00-21.40 Uhr, Abo 14, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

18.00-20.30 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A,

Geschlossene Vorstellung

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

Keine Vorstellung wegen Vorbereitung

der Premiere „Leonce und Lena” am

11. März

Keine Vorstellung wegen Vorbereitung

der Premiere „Leonce und Lena” am

11. März

Akademietheater Kasino Vestibül

19.00-22.10 Uhr, Abo 17, Sitzplan C

Anton Tschechow

Die Möwe

20.00-21.50 Uhr, Abo 5, Sitzplan A

Edward Albee

Das Spiel ums Baby

Zum letzten Mal

19.00-22.10 Uhr, Sitzplan C

Anton Tschechow

Die Möwe

15.00 Uhr, Abo aufgehoben,

Zyklus „Nach der Premiere", Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner / Heiner Müller

Dantons Tod / Der Auftrag

19.00 Uhr, Abo 14, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner

Dantons Tod

19.00 Uhr, Abo 2, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Heiner Müller

Der Auftrag

19.00 Uhr, Abo 10, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner

Dantons Tod

19.00-22.00 Uhr, Abo 18, Sitzplan C

Edward Bond

Die See

19.30-22.30 Uhr, Abo 6, Sitzplan C

Edward Bond

Die See

19.00 Uhr, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner

Dantons Tod

19.00 Uhr, Abo 22, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Heiner Müller

Der Auftrag

19.00-22.10 Uhr, Testabo 1, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

19.00-22.10 Uhr, Abo 52, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

19.00-22.10 Uhr, Abo 11, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

19.00 Uhr, Abo 19, Sitzplan B

!REVOLUTION!

Heiner Müller

Der Auftrag

19.00-22.10 Uhr, Abo aufgehoben, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

18.00-19.30 Uhr, Bernhard-Zyklus, Sitzplan A

Thomas Bernhard Zum letzten Mal

Claus Peymann kauft sich eine

Hose und geht mit mir essen

18.00 Uhr, Abo 24 (Abo 23 verschoben

auf 25.2.), Sitzplan A

!REVOLUTION!

Dantons Tod Georg Büchner

20.00-21.30 Uhr, Testabo 2, Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

20.00-21.30 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

19.00-22.00 Uhr, Abo 12, Sitzplan C

Edward Bond

Die See

19.00 Uhr, Abo 20, Sitzplan B

!REVOLUTION!

Dantons Tod Georg Büchner

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

Bearbeitet von Michael Bogdanov

Leitung: Michael Bogdanov, Axel Schneider,

Chris Dyer, Olaf Casalich-Bauer, Eric Newsham,

Roland Dixon, Malcolm Ranson, Olaf Freese

Mit: Johanna Eiworth, Stefanie Dvorak, Tamara

Metelka, Isabella Szendzielorz; Bernd Birkhahn,

Roland Kenda, Johannes Krisch, Alexander Löffler,

Peter Matić, Juergen Maurer, Markus Mössmer,

Robert Reinagl, Hermann Scheidleder, Dirk

Warme, Martin Woldan, Heinz Zuber

Musiker: Karen Assatrian, Olaf Casalich-Bauer/Lenny

Dickson, Otmar Klein, Bernhard Moshammer, Andreas

Radovan, Claus Riedl

Für Menschen ab 8 Jahren Karten für Kinder/Jugendliche

bis 16 Jahre: 50% Ermäßigung in allen

Preiskategorien

Im Burgtheater

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

Edward Albee

Das Spiel ums Baby

Leitung: Holger Berg, Thomas Hermsdorf, Ilse Welter

Mit: Birgit Minichmayr, Kitty Speiser; Michael Heltau,

Cornelius Obonya

Im Akademietheater

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

Leitung: Martin Kusej, Martin Zehetgruber, Heide

Kastler, Bert Wrede, Reinhard Traub Mit: Maria Hengge,

Agnes Riegl, Sylvie Rohrer, Hilke Ruthner, Bibiana Zeller;

Bernd Birkhahn, Ignaz Kirchner, Johannes Terne,

Hermann Scheidleder, Martin Schwab, Edmund

Telgenkämper, Nicki von Tempelhoff, Dirk Warme,

Michael Weber, Werner Wölbern, Paul Wolff-Plottegg

Im Burgtheater

20.00-21.20 Uhr, Gratisscheck, Vestibül

Der Spaziergang

Ignaz Kirchner spricht Robert Walser

20.00-21.20 Uhr, Gratisscheck, Vestibül

Der Spaziergang

Ignaz Kirchner spricht Robert Walser

Sarah Kane

Gier

Leitung: Katrin Hiller, Doris Maria Aigner, Claus Riedl

Mit: Jana Becker, Katharina Schubert; Denis Petković,

David Rott

Im Vestibül

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

21.00 Uhr, Kasino nachschlag , Gratisscheck ATS 100,-

Im Krügerl schwimmt mein

Heimatland

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

08

1. Februar bis 31. März 2001

Freitag

23.2.

Samstag

24.2.

Sonntag

25.2.

Montag

26.2.

Dienstag

27.2.

Mittwoch

28.2.

Edmond Rostand

Cyrano von Bergerac

Leitung: Sven-Eric Bechtolf, Rolf Glittenberg,

Marianne Glittenberg, Peter Fischer, Friedrich Rom

Mit: Barbara Auer, Johanna Eiworth, Sylvia

Lukan, Dunja Sowinetz, Isabella Szendzielorz,

Isabelle Uhl; Klaus Maria Brandauer, Franz J.

Csencsits, Adrian Furrer, Roland Koch, Florian

Liewehr, Alexander Löffler, Joseph Lorenz,

Peter Mati´c, Karl Mittner, Denis Petković,

Robert Reinagl, David Rott, Branko Samarovski,

Hermann Scheidleder, Rafael Schuchter,

Heinrich Schweiger/Roland Kenda,

Paul Sigmund, Johannes Terne, Dirk Warme,

Peter Wolfsberger, Heinz Zuber u.v.a.

Im Burgtheater

Jean Genet

Die Zofen

Leitung: Ursula Voss, Ignaz Kirchner,

Gert Voss, Katrin Brack, Ilona Glöckel,

Gerd Bessler, Werner Merz, Frank Kaster.

Mit: Kirsten Dene; Ignaz Kirchner, Gert Voss

Im Akademietheater

Donnerstag

1.3.

Freitag

2.3.

Samstag

3.3.

Sonntag

4.3.

Montag

5.3.

Dienstag

6.3.

Mittwoch

7.3.

8.3.

Freitag

9.3.

Donnerstag

Burgtheater

20.00-22.30 Uhr, Abo 6, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

15.00-17.30 Uhr Kinderermäßigung 50%

18.30-21.00 Uhr, geschlossene Vorstellung, Sitzplan A

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

16.00-18.30 Uhr, Abo 72, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

19.30-22.00 Uhr, Abo 15, Sitzplan B

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

20.00 Uhr, Gratisscheck, 1/2 Preise, Bernhard-Zyklus

Thomas Bernhard / Johann Sebastian Bach

Der Untergeher / Goldberg-Variationen

Mit Martin Schwab und Stefan Vladar (Klavier)

20.00-21.45 Uhr, Abo 11, Sitzplan D

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

Arthur Schnitzler

Das weite Land

Leitung: Achim Benning, Ferdinand Wögerbauer,

Andrea Bernd, Roland Batik

MIT: Regina Fritsch, Sylvia Lukan, Tamara Metelka,

Hilke Ruthner, Simona Sbaffi, Kitty Speiser, Katrin

Stuflesser, Isabella Szendzielorz; Michele Cuciuffo,

Detlev Eckstein, Karlheinz Hackl, Frank Hoffmann,

Roland Kenda, Johannes Krisch, Michael Masula,

Robert Meyer, Denis Petković, Reinhard Reiner,

Michael Rotschopf, Branko Samarovski, Hermann

Scheidleder, Heinrich Schweiger, Stefan Wieland.

Im Burgtheater

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

Leitung: Franz Wittenbrink, Barbara Ehnes,

Annabelle Witt, Olaf Freese

Cello: Fritz Feger / Roland Schueler,

Klavier: Franz Wittenbrink / Matthias Stötzel

Mit: Kirsten Dene, Stefanie Dvorak, Ulrike Grote,

Birgit Minichmayr, Dunja Sowinetz, Gusti Wolf;

Bernd Birkhahn, Nicholas Ofczarek, Hermann

Scheidleder, Peter Wolfsberger, Heinz Zuber

Im Burgtheater

20.00-22.30 Uhr, Abo 19, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

20.00-21.45 Uhr, Abo 7, Sitzplan D

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

19.00-22.30 Uhr, Sitzplan B, Familientag

Edmond Rostand

Cyrano von Bergerac

15.00-18.30 Uhr, Testabo 1, Sitzplan B

Edmond Rostand Familientag

Cyrano von Bergerac

20.00-22.30 Uhr, Abo 16, Sitzplan D

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

Keine Vorstellung wegen Vorbereitung

der Premiere „Leonce und Lena“ am

11. März

20.00-21.45 Uhr, Abo 12, Sitzplan D

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

20.00 Uhr, Abo aufgeh, Gratisscheck, 1/2 Preise

Peter Turrini liest

Karl Kraus

Für alle Vorstellungen im Burgtheater, Akademietheater und Kasino gelten Wahlabo und freier Verkauf. Einschränkungen werden extra angeführt.

Ak

19.00

!REVO

Heiner

Der

19.00-

Anton

Die

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Anton

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20.00 U

Thoma

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19.00

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Georg

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20.00

Abo au

Jede

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Da diese Beilage aus drucktechnischen Gründen sehr

März unsere Planung ohne G

Ab Mitte Februar liegt der gültige März-Spie

Beachten Sie auch unsere Internet-Seite www.bur

19.00 Uhr, Voraufführung, Abo aufgehoben,

Premierenzyklus

Georg Büchner

Leonce und Lena

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Der F

Leitung

Friedric

Mit: Ma

Petritsc

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Melicha

Nichola

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Leitung

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Mit: Ale

Jutta L

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19.00

!REVO

Heiner

Der

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Micha

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Dialoge

20.00-

Jean G

Die

19.30-

Edwar

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Henrik

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19.00

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Georg

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19.00

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ademietheater Kasino Vestibül

Uhr, Abo 8, Sitzplan B

LUTION!

Müller

Auftrag

22.10 Uhr, Sitzplan C

Tschechow

öwe

22.40 Uhr, Abo 23 (Abo 24 vern

auf 18.2.), Sitzplan C

Tschechow

öwe

INFORMATION über Kartenreservierungen und Serviceleistungen im Servicecenter

des Burgtheaters, Hanuschgasse 3, 1010 Wien. Tel +43/1/51444-4140/4145

TAGESKASSEN

Im Burgtheater:

Dr.-Karl-Lueger-Ring 2, 1010 Wien, Telefon: 514 44/4440

Zentrale Kassen der Bundestheater:

Hanuschgasse 3, 1010 Wien, Telefon/Information: 514 44/7810

In der Volksoper Wien:

Währinger Straße 78, 1090 Wien, Telefon: 514 44/3318

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr;

Samstag, Sonn- und Feiertag: 9 bis 12 Uhr;

ABENDKASSEN Tel +43/1/51444+DW, Burgtheater DW 4440,

Akademietheater DW 4740, Kasino DW 4830. Die Abendkassen öffnen

eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

hr, Gratisscheck, 1/2 Preise Bernhard-Zyklus

s Bernhard

der Erde und in der Hölle

te, gelesen von Karlheinz Hackl

Uhr, Abo 1, Sitzplan B

LUTION!

Büchner

tons Tod

Uhr, Gratisscheck, halbe Preise

fgeh., Bernhard-Zyklus

s Wort ein Treffer

rt Gstrein liest Thomas Bernhard

n Nestroy

ärber und sein Zwillingsbruder

: Karlheinz Hackl, Ezio Toffolutti, Otmar Klein,

h Rom, Kim Duddy

resa Hörbiger, Birgit Minichmayr, Barbara

h; Sam Brisbe, Franz J. Csencsits, Detlev

n, Peter Matić, Juergen Maurer, Rudolf

r, Robert Meyer, Karl Mittner, Markus Mössmer,

s Ofczarek, Hanno Pöschl, Robert Putzinger,

Reinagl, Hermann Scheidleder, Rafael

ter u.a.

rgtheater

Tschechow

öwe

: Luc Bondy, Gilles Aillaud, Marianne

erg, Gerd Bessler, Alexander Koppelmann

na Baich, Maria Hengge, Gertraud Jesserer,

ampe, Johanna Wokalek; Philipp Brammer,

in Cabuk/Peter Grand, August Diehl, Urs Hefti,

irchner, Martin Schwab, Gert Voss

uktion mit den Wiener Festwochen

ademietheater

Uhr, Abo 17, Sitzplan A

LUTION!

Müller

Auftrag

hr, Abo aufgeh., Gratisscheck, 1/2 Preise

el Heltau

nd Er. Er und Sie

und Szenen von Arthur Schnitzler

21.30 Uhr, Sitzplan B

enet

ofen

22.30 Uhr, Abo 21, Sitzplan C

d Bond

ee

Uhr, Abo 14, Sitzplan A

LUTION!

Müller

Auftrag

22.10 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A

Ibsen

ersholm

hr, Abo aufgeh., Gratisscheck, 1/2 Preise

h Lorenz liest Goethe

eiden des jungen

her oder Intime Briefe

hr, Abo 18, Sitzplan A

LUTION!

Büchner

ons Tod

Uhr, Abo 6, Sitzplan A

LUTION!

Büchner

tons Tod

Edward Bond

Die See

Leitung: Andrea Breth, Annette Murschetz, Heidi

Hackl, Elena Chernin, Alexander Koppelmann

Mit: Jana Becker, Andrea Clausen, Ulli Fessl,

Sabine Haupt, Elisabeth Orth, Annette Paulmann,

Libgart Schwarz; Benno Ifland, Hans Dieter

Knebel, Michael König, Wolfgang Michael, Lukas

Miko, Cornelius Obonya, Johannes Terne

Im Akademietheater

20.00 Uhr, Kasino act , ATS 100,-, Gratisscheck

Road Stories and Music and

other people from the street

Mit Johannes Krisch, Geoffrey Carey und

der NOTHING/SPECIAL-Band

10.00-11.30 Uhr, Kasino

geschlossene Vorstellung

Nothing / Special

nach Andy Warhol/Lou Reed/John Cale

20.00-21.30 Uhr, Kasino

Nothing / Special

nach Andy Warhol/Lou Reed/John Cale

Luigi Pirandello

Mit Leidenschaften ist

nicht zu spaßen!

Leitung: Karin Beier, Thomas Dreißigacker, Lydia

Kirchleitner, Wolfgang Siuda, Georg Wagner/Anton

Gisler, Friedrich Rom.

MIT: Guja Jelo, Annette Paulmann, Margherita Di

Rauso, Sylvie Rohrer, Katharina Schubert, Mariagrazia

Solano; Paolo Calabresi, Francesco Cordella,

Michele Cuciuffo, Urs Hefti, Hans Dieter Knebel,

Martin Reinke, Rafael Schuchter, Bruno Thost,

Michael Weber u.v.a.

Sänger: Claudia Guarin/Eleonore Marguerre, Wolfram

Igor Derntl/Polo Saldana Marquez

Im Burgtheater

Henrik Ibsen

Rosmersholm

Leitung: Peter Zadek, Karl Kneidl, André Diot

Mit: Annemarie Düringer, Angela Winkler; Peter Fitz,

Klaus Pohl, Otto Schenk, Gert Voss

Im Akademietheater

früh produziert wird, müssen wir für den Monat

ewähr bekannt geben.

lplan an allen Vorverkaufsstellen aus.

gtheater.at (Abo-Termine auf einem Blick!)

20.00-21.30 Uhr, Kasino

Nothing / Special

nach Andy Warhol/Lou Reed/John Cale

21.00-22.30 Uhr, Kasino

Nothing / Special Warhol/ Reed/ Cale

20.00 Uhr, Premiere, Vestibül

Rottweiler Thomas Jonigk

20.00-21.30 Uhr, Kasino

Nothing / Special Warhol/ Reed/ Cale

20.00 Uhr, Vestibül

Rottweiler Thomas Jonigk

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

KARTENVORVERKAUF Beginn jeweils am 20. des Vormonats für den gesamten

Folgemonat. Wahlabonnenten haben Vorkaufsrecht ab 15. des Monats

für den gesamten Folgemonat (neue Tel.: 5132967-2967 weniger Wartezeit,

verbesserter Service!). Sollte der Wahlabonnenten-Vorverkaufstag

auf ein Wochenende oder einen Feiertag fallen, so ist der nächstfolgende

Werktag der offizielle Vorverkaufstag. Ermäßigte Karten auch im Vorverkauf.

Der telefonische Kartenverkauf für Inhaber von Kreditkarten

beginnt am ersten Vorverkaufstag. Tel: 5131513. Mo bis So 10-21 Uhr.

Stehplätze für das Burgtheater und Akademietheater können im Internet

bestellt und an den Abendkassen gekauft werden.

SCHRIFTLICHE KARTENBESTELLUNGEN

aus den Bundesländern und aus dem Ausland können bis spätestens zehn

Tage vor dem Vorstellungstag an den Kartenvertrieb Burgtheater, Hanuschgasse

3, 1010 Wien, gerichtet werden. Faxnummer: +43/1/51444-4147.

Wahlabonnenten können ihren Gratisscheck auch für folgende Einzelveranstaltungen

einlösen: Kasino nachschlag am 20.2., Der Spaziergang

am 15. u.16.2., Road Stories am 25.2., Bernhardlesungen am 26., 27.

und 28.2., Krauslesung am 8.3., Schnitzlerlesung am 2., 14. und

30. 3., Goethelesung am 7. und 26.3., Tschechowlesung am 27.3.

Samstag

10.3.

Sonntag

11.3.

Montag

12.3.

Dienstag

13.3.

Mittwoch

14.3.

Donnerstag

15.3.

Freitag

16.3.

Samstag

17.3.

Sonntag

18.3.

Montag

19.3.

Dienstag

20.3.

Mittwoch

21.3.

Donnerstag

22.3.

Freitag

23.3.

Samstag

24.3.

Sonntag

25.3.

Montag

26.3.

Dienstag

27.3.

Mittwoch

28.3.

Donnerstag

29.3.

Freitag

30.3.

Samstag

31.3.

Burgtheater

19.00 Uhr, Voraufführung,

Georg Büchner

Leonce und Lena

19.00 Uhr, Abo aufgehoben, eingeschr.

Wahlabo/Verkauf, Premiere

Leonce und Lena Georg Büchner

Regie: Bechtolf, Bühne: R. Glittenberg,

Kostüme: M. Glittenberg

19.00 Uhr, Abo aufgeh.,

Freunde des Burgtheaters

Georg Büchner

Leonce und Lena

19.00-21.40 Uhr, Abo 1, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

19.00 Uhr, Abo 9

Georg Büchner

Leonce und Lena

20.00-22.00 Uhr, Abo aufgehoben, Sitzplan A

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

19.30-21.30 Uhr, Abo 5, Sitzplan B

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

18.00-20.30 Uhr, Sitzplan A,

Kinderermäßigung 50%

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

16.00-18.30 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A,

geschlossene Vorstellung

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

19.00-22.50 Uhr, Abo 51, Sitzplan B

Arthur Schnitzler

Das weite Land

19.30-22.10 Uhr, Abo 2, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

19.00 Uhr, Abo 71

Georg Büchner

Leonce und Lena

18.30-21.00 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A,

geschl. Vorstellung

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

19.00 Uhr, Abo 6

Georg Büchner

Leonce und Lena

20.00-22.30 Uhr, Sitzplan A

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

18.00 Uhr, Abo 22

Georg Büchner

Leonce und Lena

20.00-21.45 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A

Franz Wittenbrink

Pompes Funèbres

20.00-22.30 Uhr, Abo 3, Sitzplan B

Der Färber und sein

Zwillingsbruder Johann Nestroy

19.30-21.30 Uhr, Abo 11, Sitzplan B

Karl Schönherr

Glaube und Heimat

19.00 Uhr, Abo aufgehoben

Georg Büchner

Leonce und Lena

18.30-21.00 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan B,

geschl. Vorstellung

Johann Wolfgang von Goethe

Reineke Fuchs

20.00-22.40 Uhr, Testabo 2, Sitzplan A

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

anschliessend Nachtfoyer

09

KARTENPREISE

Preiskategorien Burgtheater und Akademietheater ATS 50,-, 100,-,

200,-, 300,-, 400,-, 500,- und ATS 600,- Stehplätze ATS 20,-. Einheitlicher

Kartenpreis im Kasino ATS 300,-. Preise für Einzelveranstaltungen

sind extra gekennzeichnet.

Reineke Fuchs: Karten für Kinder bis 16 Jahre: 50% Preisreduktion.

ERMÄSSIGUNGEN

Last Minute Ticket: 50% Ermäßigung ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn

an der Abendkasse bei nicht ausverkauften Vorstellungen, ausgenommen

Sonderveranstaltungen im Kasino und Matineen. Schüler, Studenten,

Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener sowie Arbeitslose mit entsprechendem

Lichtbildausweis erhalten bei nicht ausverkauften Vorstellungen an der

Abendkasse 30 Minuten vor Beginn ermäßigte Karten zum Preis von ATS 100,-.

DAS BURGTHEATER IM INTERNET!

Informationen über Spielplan, Premieren, Ensemble und Serviceangebote

sowie Kauf- und Bestellmöglichkeit von Theaterkartenunter

www.burgtheater.at und www.akademietheater.at

Akademietheater Kasino Vestibül

15.00 Uhr, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner / Heiner Müller

Dantons Tod / Der Auftrag

19.00-20.30 Uhr, Abo 24, Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

19.00 Uhr, Abo 15, Sitzplan A

!REVOLUTION!

Georg Büchner

Dantons Tod

19.00-22.10 Uhr, Abo 3, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

20.00 Uhr, Gratisscheck, halbe Preise

Michael Heltau Schnitzler-Zyklus

Sie und Er. Er und Sie

Dialoge und Szenen von Arthur Schnitzler

19.00-22.10 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

20.00-21.20 Uhr, Abo 7, Sitzplan B

Robert Meyer singt und spricht

Häuptling Abendwind

von Nestroy/Offenbach Am Klavier: Georg Wagner

19.00-22.10 Uhr, Sitzplan C

Anton Tschechow

Die Möwe

16.00-19.10 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan C

Anton Tschechow

Die Möwe

19.00-22.00 Uhr, Abo 16, Sitzplan C

Edward Bond

Die See

19.00-22.10 Uhr, Abo 4, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

19.00-22.10 Uhr, Abo aufgeh., Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

19.00-22.10 Uhr, Abo 20, Sitzplan A

Henrik Ibsen

Rosmersholm

20.00 Uhr, Abo aufgeh., 1/2 Preise

Pfeif’ auf den Prinzen!

Ein Abend zugunsten der Wiener Frauenhäuser

20.00-21.30 Uhr, Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

19.00-20.30 Uhr, Abo 52, Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

20.00 Uhr, Abo aufgeh., Gratisscheck, 1/2 Preise

Joseph Lorenz liest Goethe

Die Leiden des jungen

Werther oder Intime Briefe

20.00 Uhr, Tschechow-Zyklus, Gratisscheck,1/2 Preise

Anton Tschechow / Olga Knipper

Krokodil meines Herzens

Eine Liebesgeschichte in Briefen

Mit Anne Bennent und Gerd Böckmann

Keine Vorstellung wegen Vorbereitung

der Premiere „Frühlings Erwachen“

am 1. April

20.00 Uhr, Abo aufgeh., 1/2 Preise

Pfeif’ auf den Prinzen!

Ein Abend zugunsten der Wiener Frauenhäuser

20.00 Uhr, Gratisscheck, Abo aufgeh., 1/2 Preise

Michael Heltau

Sie und Er. Er und Sie

Dialoge und Szenen von Arthur Schnitzler

20.00-21.30 Uhr, Sitzplan B

Jean Genet

Die Zofen

20.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

19.00 Uhr, Kasino

Reinhard P. Gruber / Musik: Anton Prestele

Heimatlos

Eine steirische Wirtshausoper in einem Rausch

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

20.00 Uhr, Vestibül

Thomas Jonigk

Rottweiler

Achtung: Für Festabonnenten gilt der Aufruf des Abonnements im Monatsspielplan, den sie per Post jeweils Mitte des Vormonats erhalten.

Ödön von Horváth

Der jüngste Tag

Leitung: Andrea Breth, Susanne Raschig, Dorothee

Uhrmacher, Elena Chernin, Alexander Koppelmann

Mit: Annette Paulmann, Elisabeth Orth, Libgart Schwarz,

Johanna Wokalek; Gerd Böckmann, Franz J. Csencsits,

Wolfgang Gasser, Florentin Groll, Urs Hefti, Daniel

Jesch, Hans Dieter Knebel, Michael König, Hanspeter

Müller, Cornelius Obonya, Nicholas Ofczarek,

Branko Samarovski, Peter Simonischek,

Sängerinnen: Julia Conwell, Claudia Haber

Im Burgtheater

Thomas Bernhard

Claus Peymann kauft sich eine

Hose und geht mit mir essen

Drei Dramolette

Leitung: Philip Tiedemann, Etienne Plüss, Margit

Koppendorfer Mit: Kirsten Dene und Martin Schwab

Im Akademietheater

20.00 Uhr, ATS 200,-/erm. 100,-, Vestibül

Sarah Kane

Gier

20.00 Uhr, ATS 200,-/erm. 100,-, Vestibül

Sarah Kane

Gier

20.00 Uhr, ATS 200,-/erm. 100,-, Vestibül

Sarah Kane

Gier

20.00 Uhr, ATS 200,-/erm. 100,-, Vestibül

Gier Sarah Kane

20.00 Uhr, Premiere, Kasino

Alte Meister Thomas Bernhard

Änderungen vorbehalten


vorallen anderen

Im Burgtheater

Zyklus

Nach der Premiere

Im Akademietheater

Mit dem Zyklus „Nach der Premiere“ sehen Sie immer die neuesten Inszenierungen im Burgtheater

oder Akademietheater – und das bereits an der zweiten Vorstellung nach jeder Premiere.

Bestellen Sie schon heute Ihren Zyklus „Nach der Premiere“ für Burgtheater oder Akademietheater

für die kommende Spielzeit 2001/02.

Werner Wölbern in „Glaube und Heimat“

Angela Winkler und Gert Voss in „Rosmersholm“


vorsprache

„ ... diese Unverfrorenheit,

sich als unschuldig zu empfinden.“

ein Gespräch mit Thomas Jonigk

IEine unerträgliche Mutter, eine verschüchterte

Tochter und ein Mann, der behauptet, dass er

immer „kann“ und zwar „kannenweise“. Das

ist das Personal in „Rottweiler“, einem Stück

des jungen deutschen Dramatikers Thomas

Jonigk, das am 3. März im Vestibül des

Burgtheaters in der Inszenierung von Stephan

Rottkamp Premiere hat. Der Dramaturg der

Produktion sprach mit dem Autor über sein

Stück, gewalttätige Frauen und sein Verhältnis

zur österreichischen Politik.

Björn Bicker Du hast „Rottweiler“ mit zwanzig

geschrieben – es steckt darin eine Menge Kraft und

viel beißender Humor. Das Stück ist erfrischend

polemisch. Eine Mutter, die selbst Opfer von Missbrauch

und Gewalt ist, tyrannisiert ihre anämische

Tochter, die gleichzeitig ihre Schwester ist. Die Tochter

löst sich vor lauter Schuldgefühl fast auf, und der

einzige Mann des Stückes ist ein kleiner verklemmter

Phrasendrescher, der die ganze Zeit nur von seiner

vermeintlichen Potenz faselt. Die Figuren erscheinen

unglaublich dumm allesamt. Was interessiert dich

an diesen Figuren?

Thomas Jonigk Was mich an denen interessiert,

ist bei den Frauen ganz eindeutig ihre Unfähigkeit,

sich aus ihrer Opferrolle herauszubewegen und – in

diesem Fall – dadurch zu Täterinnen zu werden. Das

ist ein Thema, das mich in allen Stücken beschäftigt

hat. Auf der Frauenseite gäbe es, gesamtgesellschaftlich

gesehen, das Potential für eine Veränderung,

das sich als Widerstand formieren könnte, aber

Feminismus und so, das ist ja längst passé, das ist

ja mittlerweile auch bei Frauen wieder ein Schimpfwort.

Da steckt bei mir auch eine ziemliche Wut

dahinter. Ich bin selbst keine Frau, ich kann das also

nur beobachten. Es ist klar, dass Frauen in Männerpositionen

genauso entsetzlich sind wie Männer;

das ist dann also eine Frage des Systems, eine

Machtfrage - wie werden Menschen in Machtpositionen.

Also eine Margaret Thatcher ist mir nicht lieber

als Ronald Reagan. Da sehe ich keinen Unterschied

mehr. Aber in persönlichen Situationen neige ich zu

der vielleicht sentimentalen Ansicht, dass es bei

Frauen noch eine Hoffnung auf Veränderung gibt

und bei Männern nicht, und ich finde, das spiegelt

sich auch in dem Stück. Weil die Frauen, ganz stark

jedenfalls die Tochter, Momente haben, die ich ganz

ernst meine, wo ich glaube, die hat einen Grund, als

Opfer zu empfinden. Die Tochter wird aber dadurch

unerträglich, dass sie sich immer wieder arrangiert

aus ihrer Position heraus.

BB Glaubst du denn, dass jemand wie die Tochter

in deinem Stück, deren Vater gleichzeitig ihr Großvater

ist, ihre Mutter also ihre Schwester, jemand der

unter fürchterlichen Schuldgefühlen leidet und sich

nicht von seiner Mutter lösen kann, eine reelle Chance

hat, sich weiterzuentwickeln und aus diesem

Teufelskreis von Missbrauch herauszukommen?

TJ Ja sicher, das ist zwar nicht das Thema des

Stücks, aber sie bräuchte die Mutter ja nur rauszuschmeissen

beispielsweise. Das wäre mal ein

Anfang. Sie ist ja völlig eingemeindet in ein System,

dass ihr aufoktroyiert zu sein scheint, das sie aber

ganz entscheidend mit stützt, und diese Stütze

könnte sie der Mutter ja entziehen. Was dann für

Probleme entstehen ...das wäre wahrscheinlich

auch eine Lebensaufgabe, die zu lösen. Aber es

gehört in Angriff genommen.

BB Wenn man dein Stück liest, hat man den

Eindruck, jedes Familienleben und jede Annäherung

der Geschlechter untereinander ist immer ein Krieg

aller gegen alle.

TJ Ja, ein Krieg aller gegen alle, klassisches Radfahrertum.

Männer gegen Frauen und Frauen gegen

Frauen in dem Sinne: wer ist da noch schwächer als

ich? Wie bei Mutter und Tochter, wo die eine immer

das verdrängte und runtergeschluckte Potential der

anderen abkriegt. Man gibt halt im hierarchischen

Sinne nach unten ab, was man selbst nicht aushält

BB In „Rottweiler“ ist kein Vater anwesend. Die

Mutter führt das herrische Regiment auf der Bühne.

Auch in deinem Stück „Du sollst mir Enkel schenken“

ist das so – was ist an Müttern das Schlimme?

TJ Die sind einfach die dramatisch interessanteren

Figuren. Frauen haben das dramatischere Potential.

Selbst wenn eine Frau wunderbare Faschistin wird,

zehn Kinder wirft, ihrem Mann eine gute Gattin ist und

auch noch BDM-Vorsitzende ist, trotzdem wird sie

nie das Gefühl haben, genügt zu haben, ausreichend

zu sein. In der real existierenden Männerwelt ist es

notwendig, dass Frauen als defizitär gelten und

empfunden werden. Und diese „wissenschaftlich“

verhängte Unzulänglichkeit geht über Fragestellungen

wie Gleichstellung am Arbeitsplatz etc.

weit hinaus.

BB Dann geht es dir nicht darum, die Aufmerksamkeit

von den missbrauchenden Vätern auf die

Frauen zu lenken und zu sagen: Schaut mal her,

die eigentlichen Monster sind die Mammas?

TJ Nein. Das ist für mich ein ganz theaterpraktischer

Punkt: Ich persönlich finde Frauen auf der Bühne

viel interessanter, ganz platt. Und genau aus diesem

Grund gilt auch die Umkehrung: ein gewalttätiger

Mann auf der Bühne ist einfach die Doppelung der

Doppelung der Doppelung, was will man da noch

groß erzählen? Das interessiert mich nicht besonders.

Wenn ich aber eine wirklich gewalttätige Frau zeige,

die gleichzeitig auch noch Opfer ist, dann wird das

ganz spannend. Und das ist auch dramatisch.

BB Das sind alles ganz ernste und schwerwiegende

Themen, die da in deinen Stücken verhandelt werden.

Missbrauch, unreflektiertes rechtes Gedankengut...

Auf den Proben, die wir bisher hatten, wird unentwegt

gelacht. „Rottweiler“ ist ein lustiges Stück.

Glaubst du, man kann all diesen Dingen überhaupt

auf andere Weise als mit Ironie und Sarkasmus

beikommen?

TJ Das glaube ich momentan nicht. Ich könnte mir

vorstellen, dass das geht, aber ich habe noch kein

Stück gelesen, in dem das gelungen ist, und ich selbst

könnte es auch nicht. Mich interessiert in diesem

Zusammenhang an der Komödie, dass dann eben

erzählt wird, wie funktionsfähig das Ganze ist. Es

wird in der Komödie ja nicht die Brüchigkeit einer

Gesellschaft erzählt, sondern vielmehr wie wunderbar

das alles abschnurrt und wie jeder seinen festen

Platz hat. Und das finde ich ja eigentlich das Fatale:

gar nicht, dass irgendjemand an den Zuständen leidet,

sondern dass sich jeder einfindet in die Zustände.

BB Du hast ein paar Jahre in Wien gelebt, warst am

Schauspielhaus in der Porzellangasse Chef-Dramaturg,

hast hier inszeniert. Du kennst die Stadt also ganz

gut. „Rottweiler“ wird nun schon zum zweiten Mal in

Wien gespielt. Glaubst du, das Stück hat einen

besonderen Bezug zu dieser Stadt?

TJ Zu der Stadt würde ich nicht sagen, aber es hat

einen besonderen Bezug zu diesem tiefen Katholizismus

hier. Ich habe generell die Feststellung

gemacht, dass meine Texte umso mehr verstanden

werden, je südlicher man in den deutschsprachigem

Raum vordringt. Mein Humor wird hier verstanden

und die Leute können sich, ob sie wollen oder nicht,

in den Figuren spiegeln. Also diese Art brachialer

Religiosität, eine hohes Maß an Selbstgerechtigkeit,

ein Humor, der auf Kosten anderer geht, das finde

ich in Wien natürlich stark angesiedelt.

BB Dieses ständige hemmungslose Aussprechen

von völlig ungeheuerlichen Dingen, das machen die

Figuren in „Rottweiler“ permanent...

TJ Ja, das passt doch im speziellen zu Österreich in

der momentanen Situation. Diese Unverfrorenheit,

sich als unschuldig zu empfinden. Was in Österreich

auf Grund der mangelnden Aufarbeitung der

Nazizeit so ist bzw. im Ablehnen der Verantwortung

begründet liegt. Die betrachten sich ja immer noch

als überrollt vom Deutschen Reich. Ja, das passt

sehr gut zu Gesprächen, die ich in der Straßenbahn

oder sonstwo in Wien aufgeschnappt habe, wo ich

dachte, mein Gott, was hier noch für ein Vokabular

benutzt wird. Wörter wie Rasse oder Blutreinheit z.B.,

Wörter, die mir in bestimmten Zusammenhängen in

Deutschland, außer bei wirklichen Nazis oder Skins,

nie begegnet sind. Die sind in Wien aber volksweit

gestreut, weil man hier einfach nicht das Gefühl hat,

dass das eine Zeit ist, derer man sich schämen

müsste oder die man aufzuarbeiten hat. Daraus

entstehen dann so ungeheuerliche Blüten aus Biologismen

oder fürchterlichsten Sozialhierarchien, die

aber dann als ganz normal empfunden und dargestellt

werden und nicht als eine politische Extremität.

BB Meinst du, dass die Sprache einfach Ausdruck

11

von Mentalität ist oder ist es umgekehrt so, dass

dieser Sprachgebrauch erst diese Mentalität schafft?

TJ Sowohl als auch. Die Sprache entsteht ja nicht

aus dem Nichts. Sie muss aus einem gewissen

Bewusstsein heraus entstehen. Es wird eine gewisse

Sprache kreiert, um einem Bedürfnis Ausdruck zu

verleihen. Andererseits glaube ich, dass diese Sprache

schon so funktionalisiert bzw. institutionalisiert ist,

dass man sich ihrer jetzt einfach bedienen kann.

Insofern glaube ich nicht, dass man die Sprache erst

neu gebären muss, sondern, dass man sie wie ein

Kleidungsstück anziehen kann. Es gibt nicht nur die

Sprache an sich, sondern es gibt ja auch Situationssprachen.

Man hat vielleicht eine Privatsprache, eine

Wohnungssprache, eine geschlechtsspezifische

Sprache, eine politische, eine öffentliche, je nachdem

kann man sich eine gewisse Sprache überstülpen

und einen gewissen Typ verkörpern.

BB Wenn man über die politische Aktualität deines

Stückes spricht, dann muss man auch darüber

sprechen, dass es in und auch außerhalb Österreichs

Autoren und andere Künstler gibt, die, berechtigterweise,

darüber nachdenken, angesichts der

Thomas Jonigk

politischen Situation in Österreich die Präsentation

ihrer Arbeiten in diesem Land zu vermeiden, wenn

nicht gar zu verbieten. Hast du über so etwas auch

nachgedacht?

TJ In unterschiedlichen Bereichen, ja. Als ich zum

Beispiel letztes Jahr in Klagenfurt beim Bachmann-

Wettbewerb aus meinem Roman „Jupiter“ gelesen

habe, gehörte ich neben ganz wenigen Ausnahmen

zu denjenigen, die beschlossen hatten, dass sie,

wenn sie den Preis des Landes Kärnten gewinnen

sollten, ihn ablehnen würden. Ich würde mich verweigern.

Dass meine Texte aber in Österreich

präsentiert werden, das halte ich für selbstverständlich.

Es wäre doch undenkbar für die Theaterlandschaft,

wenn alle politisch halbwegs bewussten Menschen

sich zurückziehen würden, da würde die ganze

Szene zusammenbrechen. So entmutigend die

Situation auch ist, Österreich liegt mitten in Europa,

und ich sehe keinen Grund mich zurückzuziehen.

(Thomas Jonigk, Jahrgang 1966, ist Autor

zahlreicher Theaterstücke, Dramaturg und Regisseur.

Zuletzt erschien sein Roman „Jupiter“ beim Residenz

Verlag in Salzburg.)

ROTTWEILER von Thomas Jonigk

REGIE: Stephan Rottkamp

BÜHNE UND KOSTÜME: Claudia Vallant

MUSIK: Markus Aubrecht

MIT: Brigitta Furgler, Tamara Metelka und

Anian Zollner

Premiere am 3. März im Vestibül


vormärz

„Faulheit ist kein Laster“

Zu Georg Büchners „Leonce und Lena“ Von Kasimir Edschmid

L

Leonce und Lena sind die Sprossen zweier

Dynastien, die sich heiraten sollen und es nicht

mögen, die zu Hause durchgehen, sich dann

treffen, ohne sich zu kennen und sich infolgedessen

ineinander verlieben ... im Rahmen des Schneckenhauses,

welches das Königreich Popo darstellt.

Büchner ergötzt sich selbst bei diesen

Szenen, man spürt es, wie er innerlich über jedes

seiner Worte lacht. [...] Er bleibt stets der himmlische

Raisoneur der menschlichen Unzulänglichkeit. [...]

Er fühlte sich nur wohl, wenn er zwischen dem

vollen Leben und der ganzen Ewigkeit stand, und

die Ströme, die zwischen ihnen laufen, knisternd

seine Schöpfungszentren durchstoßen. „Auf Ehre,

Prinz“, stöhnt Valerio, „die Welt ist doch ein

ungeheuer weitläufiges Gebäude.“ Und Leonce

erwidert: „Nicht doch. Ich wage kaum die Hände

auszustrecken wie in einem engen Spiegelzimmer,

aus Furcht, überall anzustoßen.“

Und so haben auch die Figuren, die sich durch

dieses Spiel hindurchgestikulieren, wie alle

Gestalten Büchners, ein eigentümliches Verhältnis

zu dem Tod. Prinzessin Lena hat den Gedanken

an den Tod in sich wie das Gefühl für Schmetterlinge

und bunte Vögel, nicht düster, nicht bange,

sondern frisch und voll liebenswürdiger Anmut.

Er ist ein Stück von ihr, und je froher, je frischer

sie ist, um so heller, um so zärtlicher, um so

schöner steht der Tod in ihr auf.

Und Prinz Leonce ist Danton. Er flüchtet in die

Natur, wo Leben und Sterben sich immer

zugleich darbieten, genau so wie Danton in den

Tod flüchtet, als er sieht, daß der Triumphwagen

der Revolution ein Kirchhofskarren wird, der statt

in die Oase des Friedens in die Wüste der

menschlichen Irrtümer zurückrollt. Der Tod ist

ihnen schöner als das Leben. Er ist der wahre

Triumphator, er ist herrlich geschminkt wie eine

antike Statue und allein würdig jener feierlichen

Worte an die Freiheit, ohne die Danton und

Leonce nicht zu leben vermöchten.

Als Leonce und Lena sich zum ersten Male im

sommerlichen Mondscheingarten treffen, sprechen

sie sofort vom Sterben, von einem verklärten,

märchenhaften, wollüstigen Tod. Von jenem Tod,

den die mykenischen, die hellenischen, die

etruskischen Jünglinge liebten, weil sie wussten,

daß er eine Gnade und keine Bestrafung ist.

Vom schönen Todesengel: „Laß meine Lippen

sich gleich seinen Schwingen auf deine Augen

senken.“ Wer hat wie Büchner so begeistert vom

Tod und so hingerissen vom Leben geschrieben?

Wer hat, ohne poetisch sein zu wollen, so viel

Poesie zu spenden vermocht wie er, der doch

Revolutionär und nicht Lyriker war? Und wer hat

so tief wie er die ewige Tragödie des Daseins

durchschaut, aus welcher die menschliche Kreatur

sich immer wieder mit Zähnen und Messern zu

befreien versucht ... und wer hat so sehr wie

Büchner gleichzeitig bewiesen, daß man sich aus

der Hängematte der Abseitigkeit zu erheben

vermag, um das Schwert zu führen, das Schwert

der Menschenliebe, nicht nur deren Weihrauchgefäß?

Wo findet sich eine ähnlich entzückende

Liebeserklärung wie am Ende dieses Spiels?

„Oder hast du Verlangen nach einer Drehorgel“,

fragt Leonce, „auf der die milchweißen ästhetischen

Spitzmäuse herumhuschen? Wollen wir

ein Theater bauen? Aber ... ich weiß besser, was

du willst: Wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle

Kalender verbieten und zählen Stunden und

Monde nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte

und Frucht. Und dann umstellen wir das Ländchen

mit Brennspiegeln, daß es keinen Winter mehr

gibt und wir uns im Sommer bis Ischia und Capri

hinaufdestillieren und das ganze Jahr zwischen

Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und

Lorbeer stecken.“

Worauf Valerio das Programm des Zukunftstaates

auf seine Weise sachlicher entwirft: „Es

wird ein Dekret erlassen, daß, wer sich Schwielen

an die Hände schafft, unter Kuratel gestellt wird.

Dass, wer sich krank arbeitet, kriminalistisch

strafbar ist. Dass jeder, der sich rühmt, sein Brot

im Schweiße seines Angesichts zu essen, für verrückt

und der menschlichen Gesellschaft gefährlich

12

Sabine Haupt, Nicholas Ofczarek

erklärt wird. Und dann“, fährt er fort, „dann legen

wir uns in den Schatten und bitten Gott um

Makkaroni, Melonen und Feigen, um musikalische

Kehlen, klassische Leiber und um eine kommode

Religion.“

Wahrscheinlich hat Büchner dieses Programm,

über welches die Menschen lachen, ernst gemeint.

Es stellt, seines dichterischen Überschwangs

entkleidet, senza fuga, das Paradies dar, aus

dem die Menschen einmal vertrieben wurden,

als der Fluch über die Arbeit ausgesprochen

ward, und in das zurückzukehren sich alle guten

Geister mühen, welche der menschlichen

Gesellschaft wieder Gerechtigkeit und Würde

erkämpfen wollen.

Wenn Büchner sagte: „Wer arbeitet, ist ein

subtiler Selbstmörder“, so verdammte er nicht

von sich aus die Arbeit, sondern er verfluchte

eine Gesellschaftsordnung, in welcher die Arbeit

eine Fron für die Unterdrückten und ihr Ergebnis

das Ziel aller Raubzüge der Besitzenden ist.

Büchner wollte die Arbeit gerecht verteilt wissen

und jedem, der arbeitete, ein Minimum an

Mühen, aber ein optimales Maß am Genuß der

Genüsse dieser Welt gönnen. Faulheit war in seiner

Sprache kein Laster, Faulseindürfen vielmehr ein

Geschenk, das Gott denjenigen zu gewähren

verpflichtet sein müsste, die sich umsonst

Jahrtausende lang nach den lieblichen Früchten

ihrer Arbeit gesehnt hatten.

Leonce und Lena von Georg Büchner

REGIE: Sven Eric Bechtolf

BÜHNE: Rolf Glittenberg

KOSTÜME: Marianne Glittenberg

MIT: Regina Fritsch, Sabine Haupt, Barbara

Petritsch; Gerd Böckmann, Philipp Brammer,

Detlev Eckstein, Nicholas Ofczarek,

Alexander Löffler, Peter Matić, Rudolf Melichar,

Denis Petković, Robert Reinagl, Hermann

Scheidleder, Dirk Warme, Heinz Zuber

Premiere am 11. März im Burgtheater


naturgemäß

Thomas Bernhard

Auf der Erde und in der Hölle

Lyrik

Karlheinz Hackl liest Thomas Bernhard

Gedichte

Thomas Bernhard begann seine schriftstellerische

Laufbahn als Lyriker. Das erste Gedicht erschien am

22. April 1952 im Münchner Merkur und trug den

Titel „Mein Weltenstück“. 1957 folgt schon die erste

wichtige Veröffentlichung: im Salzburger Otto Müller

Verlag erscheint der Gedichtband: „Auf der Erde

und in der Hölle“. Im Jahr darauf folgen schließlich

die beiden Sammlungen „In hora mortis“ und „Unter

dem Eisen des Mondes“. Nachdem Thomas Bernhard

1963 der literarische Durchbruch mit dem Roman

„Frost“ gelang, schien der Lyriker über dem bald

weltberühmten Prosaisten und Dramatiker in Vergessenheit

zu geraten, zumal er zur Lyrik auch nicht

mehr zurückgekehrt ist. Obwohl es problematisch

scheint, im Frühwerk des Autors Motivkreise des

Späteren im Entstehen zu beobachten und zu

beschreiben, zeigen die Gedichte doch eine ganz

besondere Art des Ausdrucks, eine einzigartige

Intensität, sich mit sprachlich-bildnerischer Kraft seinen

großen Themen - Vergänglichkeit, Lebensqual und

Prosa

Tod - zu nähern: „Was aber im nichtlyrischen Werk

entweder in unüberschaubaren Wort- und Satztiraden

oder in schmerzhafter Sprachreduktion zum

Ausdruck gebracht wird, gewinnt in der Metaphorik

seiner Gedichte erschütternde Unmittelbarkeit und

Plastizität.“ (Alfred Barthofer).

Gemeinsam mit Oscar Deleglise zeichnet Karlheinz

Hackl eine autobiografische Spur des unbekannten

Thomas Bernhard. Durch die Auswahl und Folge

der Gedichte entsteht eine Selbstdarstellung seiner

Träume, Kämpfe und Verzweiflungen.

Im Akademietheater am 26. Februar, Beginn 20 Uhr

Der Untergeher /

Goldberg-Variationen

Von Thomas Bernhard / Johann Sebastian Bach

Mit Martin Schwab und Stefan Vladar (Klavier)

Die stetige Variation, die stetige Wiederholung und

symmetrische Auslotung eines Themas geben der

virtuosen Sprachgewalt Thomas Bernhards eine einzigartige

Musikalität. Seine intensive Beziehung zur

Musik, speziell von Johann Sebastian Bach, hat er in

seinem 1983 erschienenen Roman „Der Untergeher“

zum Ausdruck gebracht. Im Zentrum dieser

‘dreistimmigen Invention’ stehen der Klaviervirtuose

Glenn Gould und Bachs „Goldberg-Variationen“:

„Auch Glenn Gould, unser Freund und der wichtigste

9. Februar 1931 - 12. Februar 1989

Einer der umstrittendsten Dichter der zweiten Republik wäre dieser Tage 70 Jahre alt geworden - Thomas Bernhard.

Aus diesem Anlass steht das Programm des Burgtheaters im Februar ganz im Zeichen dieses Giganten österreichischer

Literatur und bietet in vier Veranstaltungen einen Streifzug durch dessen Lyrik, Prosa und Dramatik:

Klaviervirtuose des Jahrhunderts, ist nur einundfünfzig

geworden, dachte ich beim Eintreten in das Gasthaus.“

Dieser Satz des Ich-Erzählers eröffnet Thomas Bernhards

Roman und leitet zugleich dessen monströse

Erinnerung an die verstorbenen Künstlerfreunde, die

Pianisten Glenn Gould und Wertheimer, ein. In Bernhards

Spiel mit erdichteter und authentischer Wirklichkeit

führt die Genialität des fiktiven Gould den

Wertheimer im Salzburger Sommerkurs trifft, diesen

zur schlagartigen Überzeugung: „Das schaffe ich

nie“, und nach dem Tode Goulds zu dessen Selbstmord.

Der Freitod des ‘Untergehers’ (so Goulds Charakteristik

von Wertheimer) ist Auslöser des Erinnerns,

das zu einem Bernhardschen existenzphilosophischen

Entwurf par excellence führt: „Er war der rücksichtsloseste

Mensch gegen sich selbst. Er gestattete sich

keine Ungenauigkeiten. Er verabscheute Menschen,

die nicht zuende Gedachtes redeten, also

verabscheute er beinahe die ganze Menschheit“.

Bernhard trifft Bach - Burgschauspieler Martin

Schwab, einer der großen Gestalter Bernhardscher

Theaterfiguren („Emmanuel Kant“, „Der Theatermacher“,

„Peymann-Dramolette“) und Stefan Vladar

führen Bernhards „Untergeher“ mit einer Auswahl aus

Bachs „Goldberg-Variationen“ kongenial zusammen.

Der Pianist Stefan Vladar begann seine internationale

Karriere mit Konzerten auf allen Kontinenten.

Er spielte unter der Leitung der bedeutendsten

Dirigenten und mit den größten Orchestern. 1988

wurde er künstlerischer Leiter der „Neuberger Kulturtage“,

seit 1999 der „Oberösterreichischen Stiftskonzerte“

und Professor für Klavier an derUniversität

für Musik und Darstellende Kunst Wien. In den

letzten Jahren machte sich Stefan Vladar vermehrt

als Dirigent einen Namen, wie zum Beispiel mit den

zyklischen Aufführungen sämtlicher Klavierkonzerte

von Beethoven in Wien und München.

In der kommenden Saison sind Konzerte durch

Europa, USA, Japan sowie auch das Kanada-Debut

des Künstlers geplant.

Im Burgtheater am 27. Februar, Beginn 20 Uhr.

Jedes Wort ein Treffer

Norbert Gstrein liest Thomas Bernhard

Mit einer Einleitung von Raimund Fellinger

„Nichts ist widerlicher, als eine sogenannte Dichterlesung,

sagte Reger, mir ist kaum etwas verhaßter,

aber alle diese Leute finden nichts dabei, überall

ihren Mist vorzulesen.“ Dieses Zitat aus Bernhards

„Alte Meister“ dient Raimund Fellinger, Lektor des

Suhrkamp Theaterverlags, als Introduktion zu Norbert

13

Gstreins Bernhard-Lesung, und schon steht dieser

Abend ganz im Zeichen der hintergründigen

Bernhardschen Ironie. Gstrein läßt sich ein auf

Österreichs größten Querdenker und nähert sich auf

sehr persönliche Weise dessem Prosaschaffen: Auf

seinem Programm zwischen Düsterem und Hellem,

zwischen Todessehnsucht und Lebensbejahung,

zwischen Tragödie und Komödie, Weltauslöschung

und „Lachprogramm”, stehen Passagen aus Bernhards

großen Prosatexten „Das Kalkwerk“, „Gehen“,

„Wittgensteins Neffe“ und „Auslöschung“; anschließend

gemeinsam mit Raimund Fellinger „Elisabeth II“ und

schließlich „Der Stimmenimitator“. Thomas Bernhard

– neu gesehen und neu gelesen von Norbert

Gstrein. Die Unterschiedlichkeit der Dichter macht

den Reiz dieser besonderen Autorenlesung aus.

Beider Gemeinsamkeit findet sich in Thomas Bernhards

Forderung: „Wenn Sie glauben, Sie schreiben

ein Buch, Sie schreiben es nur für sich, und das liest

die Omi und der Opa und irgendein blöder Germanist

– das wäre zu wenig. Ausstrahlen! Und das nicht

nur weltweit, sondern universell. Jedes Wort ein

Treffer. Jedes Kapitel eine Weltanklage.“

Norbert Gstrein, 1961 in Mils/Tirol geboren,

avancierte mit seiner Erzählung „Einer“ 1988 zum

shooting star der Literaturszene. Mit seinen nachfolgenden

Erzählungen und Romanen „Andertags“,

„Das Register“, „Die englischen Jahre“,- oder

jüngst - „Selbstportrait mit einer Toten“ gelang es

ihm, seinen Rang als einer der wichtigsten österreichischen

Gegenwartsautoren zu festigen.

Gstrein erhielt zahlreiche internationale Stipendien

und wurde vielfach ausgezeichnet - so u.a. mit

dem Rauriser Literaturpreis 1989, dem Alfred-

Döblin-Preis 1999 oder dem Literaturpreis der

Konrad-Adenauer-Stiftung 2001.

Im Akademietheater

Drama

am 28. Februar, Beginn 20 Uhr

Claus Peymann kauft sich eine

Hose und geht mit mir essen

Drei Dramolette von Thomas Bernhard

Die mittlerweile legendäre Inszenierung der

theater-ironischen „Peymann Dramolette“ von Philip

Tiedemann mit Martin Schwab als Peymann und

Kirsten Dene als Fräulein Schneider, Bernhard und Beil!

„Die drei Dramolette über den Irrsinn des Theaters sind

nicht nur voller Hintersinn, sie sind wie ein Mikrokosmos

des ganzen Bernhardschen Welttheaters und damit ein

richtiges Theaterstück, eine schelmische Kunstdebatte,

die den Wahnsinn des Theaters sichtbar macht.“

Hermann Beil

Im Akademietheater am 17. Februar, Beginn 18 Uhr

Martin Schwab, Kirsten Dene Karlheinz Hackl Norbert Gstrein Stefan Vladar Martin Schwab

ALTE

MEISTER

„Die Toilettenfrage ist in Wien noch nicht geklärt.“

Daher hat am 30. März im Kasino am Schwarzenbergplatz eine Dramatisierung von Thomas Bernhards vorletztem Roman Premiere!

Regie und Dramaturgie: Stephan Müller und Claudia Hamm, Bühnenbild: Siegfried E. Mayer, Kostüme: Miro Paternostro

Mit: Adrian Furrer, Urs Hefti, Joseph Lorenz, Hanspeter Müller


vorschläge

„SIE UND ER, ER UND SIE”

Dialoge und Szenen von Arthur Schnitzler

Es spricht Michael Heltau

Der Doyen des Burgtheaters, Michael Heltau, lässt Szenen

des großen Dichters des Fin de Siécle auf der Bühne

des Akademietheaters auf unverwechselbare Art lebendig

werden.

Michael Heltau

„Im Theater muß es ein bißchen

nach Fest riechen, damit fängts an,

ob sie Faust spielen – oder weißes

Rössel. –” Arthur Schnitzler an seine Frau Olga

Im Akademietheater am 2., 14. und 30. März, jeweils 20 Uhr

DIE LEIDEN DES JUNGEN

WERTHER ODER INTIME BRIEFE

Joseph Lorenz spricht Goethe - Das Meridien-Quartett

spielt Leos Janáček

Joseph Lorenz

Goethes WERTHER-Roman wird mit dem 2. Streichquartett

(„Intime Briefe“) des mährischen Meisters Leos

Janáček konfrontiert und verwoben. So entsteht ein Dialog

der starken Emotionen - die Musik verweist auf die Herztöne

des unglücklichen oder überglücklichen Werther.

Goethe schrieb seinen Briefroman mit 25 Jahren und

bezog sich zum Teil auf eine eigene Liebesgeschichten in

Wetzlar. Auch Leos Janáček verschickte in seinem 2.

Streichquartett intime Briefe an eine hoffnungslos Geliebte.

Es ist, wörtlich verstanden, ein komponierter Abend. Nicht

Vollständigkeit wird erstrebt, sondern tieferer Sinn. Aus

Goethes Roman wird rund ein Viertel vorgelesen - konzentriert

auf die Themen Liebe, Natur, Tod. Die Ausschnitte

aus Janáčeks 2. Streichquartett bilden die unsichtbare

Folie: kurze Sequenzen, die die seelische Stimmung Werthers

ertönen lassen. Sie zeichnen die psychische Kurve

der Goethe-Figur zwischen Hoffnung und Verzweiflung,

zwischen Ruhe und Aufschrei nach.

Bei aller Übereinstimmung der Gefühlsintensität befand

sich Leos Janáček, als er 1928 seine „Intimen Briefe“

komponierte, in einer anderen Situation als der junge

Goethe oder gar seine Romanfigur Werther. Janáček zählte

74 Jahre, seine grosse Liebe Kamilla Stösslova war genau

halb so alt. Auch sie war wie Werthers Lotte verheiratet,

was den „ewigen Jüngling“ Janáček keineswegs an

glühender Zuneigung hinderte: Kamilla Stösslova wurde

zur Muse seiner letzten Schaffensphase. Janáček starb

kurz nach der Fertigstellung von „Intime Briefe“. Kein weltschmerzlerischer

Selbstmord freilich wie bei Werther setzte

dem Komponisten ein Ende, doch hatte er ein schwaches

Herz, das die späten Stürme nicht mehr aushalten

mochte.

Es spricht: Joseph Lorenz

Es spielt das Meridien-Quartett unter der Leitung

von Claus Riedl

Gesamtleitung: Stephan Müller

Die Produktion entstand für das Frankfurter Goethe-Fest

1999, gastierte in Zürich bei den Arena-Konzerten und am

Staatstheater Stuttgart

Im Akademietheater am 7. und 26. März 2001 um 20.00 Uhr

PFEIF’ AUF DEN PRINZEN!

Ein Abend zugunsten der Wiener Frauenhäuser

Er schlug nach ihr. Da wurde ihr Gesicht/sehr schmal und

farblos wie erstarrter Brei./Er hätte gern ihr Hirn gesehn. -

Das Licht/blieb grell. Ein Hund lief draußen laut vorbei./Sie

dachte nicht an Schuld und Schmerz und nicht/an die

Verzeihung. Sie dachte keine Klage./Sie fühlte nur den

Schlag vom nächsten Tage/voraus. Und sie begriff auch

diesen nicht. Hertha Kräftner

Die meisten Gewaltdelikte an Frauen werden im Familienkreis

verübt - in Österreich ist, nach neusten Untersuchungen,

jeder fünfte Mann seiner Partnerin gegenüber gewalttätig.

Die drei Wiener Frauenhäuser bieten bedrohten und

misshandelten Frauen und ihren Kindern Schutz, Hilfe und

spezielle Betreuung.

Wien, Jänner 2001

Der Anspruch dieses literarischen Abends ist es, auf das

Thema Gewalt an Frauen und somit auch auf die strukturelle

Gewalt in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Dazu versammelt sind Lyrik und Prosa, Szenen

und Lieder, sowohl von 'Klassikern' der modernen Literatur

als auch von zeitgenössischen Schriftstellerinnen und

Schriftstellern wie Ingeborg Bachmann, Bertolt Brecht,

Botho Strauß oder August Strindberg, Elfriede Gerstl,

Christine Nöstlinger oder Hertha Kräftner; sie haben - bitterernst

oder ironisch, zynisch oder sarkastisch - immer

wieder die alltäglichen Komplikationen und Grausamkeiten

in Beziehungen zwischen Frau und Mann reflektiert:

Ihre Texte sprechen von der Liebe und dem Hunger nach

Geborgenheit, vom Mit- und Gegeneinander, schließlich

von Verletzbarkeit, und - vom Verletzen ... .

50% der Einnahmen dieses Abends kommen dem

Monika-Burdak-Fonds des Vereins Wiener Frauenhäuser

zugute, dessen Mittel direkt an betroffene Frauen gehen

und eine erste, unmittelbare Soforthilfe gewährleisten.

Es sprechen und singen: Maresa Hörbiger,

Tamara Metelka, Dunja Sowinetz, Bibiana Zeller und

Joseph Lorenz

Musikalische Beratung: Franz Wittenbrink

Am Klavier: Matthias Stötzel

Im Akademietheater am 23. und 29. März, jeweils 20 Uhr

15

Kasino nachschlag

IM KRÜGERL SCHWIMMT

MEIN HEIMATLAND

Ein Abend, an dem Sie den Zusammenhang zwischen

Bierdurst und Ihrem Bedürfnis nach Heimat herausfinden

können. Ein Experiment, bei dem vom Almrausch bis zum

Hohelied auf die heile Welt alles möglich wird: Heimat

spiegelt sich im Krügerl Bier. Ein Griff, ganz tief hinein in

den Topf kulturellen Volksguts von Musik und Tanz,

Schwänken und Gstanzln und natürlich dem Förster vom

Silberwald! Als Special Guest wird Reinhard P. Gruber erwartet!

Und dazu reichlich Dauerwurst und Dosenbier für alle!

Im Kasino am Schwarzenbergplatz am 20. Februar, Beginn 21 Uhr

Achten Sie auf den Nachschlag für HEIMATLOSe

nach speziellen Vorstellungen von HEIMATLOS

WIEDER IM SPIELPLAN:

NOTHING / SPECIAL nach Warhol/Reed/Cale

ab 27. Februar im Kasino am Schwarzenbergplatz

Die warholistische Lebensberatungsshow in 6 Kapiteln

mit viel Musik, vier Männern und Mama.

LEITUNG: Stephan Müller, Claudia Hamm, Gerd Bessler, Siegfried E. Mayer, Miro Paternostro

MIT: Bibiana Zeller; Geoffrey Carey, Greg Fuller, Adrian Furrer, Johannes Krisch, Edmund

Telgenkämper MUSIKER: Gerd Bessler, Lenny Dickson, Clementine Gasser, Peter Lössl

...und dazu der fulminante Kasinoact Road Stories and

Music and other People from the Street mit Johannes

Krisch, Geoffrey Carey und der NOTHING/SPECIAL-Band

am 25. Februar im Kasino am Schwarzenbergplatz

NACHWEISE

Der Artikel Kontrafaktur von Raoul Schrott (S.3) erschien zuerst in „Österreich, Europa,

die Zeit und die Welt“ Residenz Verlag Salzburg (1998). Den Artikel zu „Leonce und Lena“

von Kasimir Edschmid (S.12) entnahmen wir dem Buch: „Georg Büchner“ von Kasimir

Edschmid. Verlag Kurt Desch, München (1963).

Fotos: Christian Brachwitz (Titelbild), Bechtermünz Verlag „Geschichte der Folter und der

Todesstrafe“ (S.4 „Guillotinierte”), Christian Brachwitz (S.4/5 „Roland Koch”), Kiepenheuer

& Witsch „Ein Gespenst verlässt Europa” (S.5 „Marx-Engels-Forum”),

dpa (S.5 „Maus mit Menschenohr”), Christian Jungwirth (S.7 „Reinhard P. Gruber”),

Isolde Ohlbaum (S.11 „Thomas Jonigk“), Reinhard Werner (S.12 „Sabine Haupt, Nicholas

Ofczarek“, S.13 „Karlheinz Hackl, Martin Schwab“, S.15 „Joseph Lorenz, Wien 1/2001,

Screenshot HEIMATLOS“), Andreas Pohlmann (S.13 „Martin Schwab, Kirsten Dene“),

Andrej Reiser (S.13 „Thomas Bernhard“), Renate von Mangoldt (S.13 „Norbert Gstrein“),

Georg Soulek (S.15 „Michael Heltau“), Alfons Kovatsch (S.13 „Stefan Vladar“)

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