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moneyeditorial

FRANK MERTGEN

stellv. Chefredakteur FOCUS-MONEY

EDITORIAL

Was Aktien ziemlich

alternativlos macht

Die neue Ampel-Regierung hat erstaunlich viel Lob für ihren Koalitionsvertrag

erhalten. Eindeutige Ausnahme: die Reformverweigerung bei der gesetzlichen

Rente. Alles in die nächste Legislaturperiode verschoben. Diese wichtigste Säule

der Alterssicherung steht auf einem immer wackligeren Fundament.

Und dann ist da noch die Sache mit den Zinsen. Brisantes findet sich im aktuellen

Geschäftsbericht der Deutschen Bundesbank auf Seite 52 des Tabellenteils. Dort ist

aufgedröselt, wann welche Anleihen deutscher Emittenten in den nächsten Jahren

fällig werden. Warum das wichtig ist? Ihre Lebensversicherung oder das Vermögen

Ihrer Pensionskasse ist hierzulande in hohem Maße mit Zinspapieren unterlegt. Aktien

und Immobilien machen hingegen nur einen kleineren Teil aus. Je weniger diese

Institutionen auf ihre Anlagen kassieren, desto weniger können sie an Sie bei Fälligwerden

weiterreichen. Gut die Hälfte aller Anleihen laufen in den kommenden vier

Jahren aus, fast ein Drittel gar schon 2022 und 2023 (siehe obere Grafik rechts).

Nehmen wir an, Sie hätten vor einem Jahrzehnt eine Anleihe mit einer Laufzeit von

zehn Jahren erworben. Dann hätte Ihnen der Schuldner damals im Schnitt so um die

drei Prozent Zinsen geboten. Die wären Ihnen in diesem Zeitraum auch immer pünktlich

gutgeschrieben worden. Nun aber bekommen Sie von der Bank den Hinweis, dass

Sie Ihren Einstandsbetrag zurückerhalten, weil die Anleihe ausgelaufen ist. Jetzt beginnen

Sie, darüber nachzusinnen, was Sie mit dem Geld anfangen sollen. Sie könnten

versuchen, eine neue Anleihe zu erwerben. Das kostet zwar ein paar Spesen, aber

inzwischen erhalten Sie da wieder wenigstens nur 0,25 Prozent Negativverzinsung.

Lassen Sie das Geld auf dem Konto stehen, sind es immerhin 0,5 Prozent Verwahrentgelt,

also Minus- oder Strafzinsen. Wie Sie es auch immer drehen, im Zinsbereich gibt

es nun statt der alten drei Prozent weniger als nichts. Mit Verzögerung trifft Lebensversicherer,

Pensionskassen oder Stiftungen alle jetzt die Keule der historischen Niedrigzinsen,

und das bei der höchsten Jahresinflation seit 1993 mit über drei Prozent.

Wenigstens eines macht Mut: Die Bundesbürger nehmen die Vorsorge immer häufiger

selbst in die Hand, gerade auch die jungen Deutschen. Das belegt eine Studie der

DZ Bank. Von September 2019 bis September 2021 nahm die Zahl der Wertpapierdepots

im Land um 3,9 Millionen auf 27,1 Millionen zu. Fondsgesellschaften erlebten

2021 einen wahren Boom: Schon im ersten Halbjahr legten private Haushalte bei

ihnen mehr als 50 Milliarden Euro neu an, vor allem in Aktien- und Mischfonds. Dieser

Nettomittelzufluss war 2,8-mal so hoch wie im Durchschnitt der ersten sechs Monate

in den Vorjahren.

Die Deutschen kaufen aber nicht nur mehr Fonds, sondern auf hohem Niveau

auch direkt Aktien und Zertifikate und profitieren so zum Beispiel von den

Wertzuwächsen an den Börsen. „Das schlug sich bei Aktien, unterschiedlichen

Fonds und Zertifikaten in den Depots privater Haushalte in Deutschland

nieder und sorgte 2021 für einen kursbedingten Zuwachs des Geldvermögens

von insgesamt über 130 Milliarden Euro“, schreibt Michael

Stappel von der DZ Bank. Das ist doch mal ein Wort.

Ihr

Alte Zinsbringer laufen aus

Schon bis 2025 werden Anleihen im

Nominalwert von gut 1,85 Billionen Euro

fällig, das ist mehr als die Hälfte des

gesamten Bestands.

Fälligkeit deutscher Anleihen nach Jahren

bis 2025

0–2 2–4 4–6 6–8 8–10

Jahre

Neue Lust auf Börse

Die private Geldvermögensbildung zeigt

2020 vor allem hohe Zuflüsse direkt in

Aktien und im vergangenen Jahr vor

allem in Fonds.

Private Geldvermögensbildung

in Milliarden Euro

Aktien

Aus aktuellem Anlass!

Lesen Sie FOCUS-MONEY bequem zu Hause

Liebe Leserinnen und Leser,

vergangene Woche erschütterten die Protokolle von der

Dezember-Sitzung der US-Notenbank die Tech-Aktien: Kommt

die Zinswende noch schneller als bereits erwartet, so die bange

Frage. Wie geht es also an den Börsen ohne die ganz große Unterstützung

der Zentralbanken weiter? Mein Tipp: Sie erfahren alles

Wichtige in FOCUS-MONEY. Den portofreien Kombi-Bezug (Print und

Digital) für 1 Jahr erhalten Sie zum Vorzugspreis von nur 185,25 €* (statt

242,25 € – Sie sparen 24 %) und sichern sich einmalig eine 120-€-Prämie

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Anleihenvolumen

in Milliarden Euro

10–15 15–20 20+

Fonds

2013 14 15 16 17 18 19 20 2021

1000

800

600

200

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möchten: Ein Anruf genügt, und das Abo ist beendet.

400

0

20

10

0

–10

Quelle: Bundesbank

Quelle: DZ Bank

FOCUS-MONEY 3/2022

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Foto: S. Ugurlu/FOCUS-MONEY 3


moneyinhalt

12. JANUAR 2022 www.money.de

6

Die besten Börsenstrategien für 2022

Wer seine Anlagen strategisch angeht wie beim Schach, verdient

viel mehr und verliert weit weniger. Hier steht genau, wie das geht

moneykompakt

98 Andis Börsenbarometer: Warum

genau jetzt die beste Zeit für

Warren-Buffett-Anlagen kommt

moneytitel

6 Reich mit Strategie: Wer seine

Investments systematisch aufbaut,

erhöht Gewinnchancen und senkt

die Verlustrisiken deutlich

8 Was wirklich funktioniert: Welche

Anlage-Ansätze aus FOCUS-

MONEY bisher die besten Resultate

brachten – und weiter bringen. So

erzielen Sie über 15 Prozent

Rendite – viel besser als der Dax.

Oder: Mit einem ETF-Kauf pro Jahr

das Vermögen vervielfachen

14 Das Delta-System: Wie ein

griechischer Buchstabe die Kurse

von morgen verrät. Bis zu 13

Prozent Jahresrendite bei einer

Gewinnchance von 80 Prozent

16 Die Mehr-Money-Methode: So

ermöglichen etwas Disziplin und

Geduld locker Top-Resultate

22 Geniale Börsenfonds: Diese

ETFs setzen bequem und günstig

erfolgreiche Geldsysteme um

moneymarkets

28 Ampel-Anlagen: Diese Aktien

starten unter der neuen

Bundesregierung richtig durch

32 Chip, Chip, hurra: Warum bei

Infineon die Geschäfte top laufen

33 Pinterest: Hier lockt das höchste

Potenzial im Social-Media-Bereich

38 Vom Verlierer zum Gewinner:

Diese Auswahl-Titel bieten die

Chance auf eine fulminante

Trendwende

42 Mega-Hype Metaverse: Welche

AGs in der digitalen Parallelwelt so

richtig absahnen werden

46 Inflationsschutz: Konzerne, die

bei Teuerung sogar profitieren

50 Musterdepots: So haben die

Investmentprofis das Jahr 2021

insgesamt abgeschlossen

54 Gewinn-Automaten: Am Milliardenmarkt

Robotik klotzig verdienen

62

Spielend verdienen

Die Blockchain-Technologie revolutioniert die Gaming-Industrie

und eröffnet Firmen und Anlegern ungeahntes Gewinnpotenzial

4 Titelillustration: iStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 3/2022


58 Expresszertifikate: Diese Papiere

bringen gleichzeitig mehr Rendite

und Sicherheit ins Depot

62 Neues Spiel: Die Blockchain-Technologie

verändert das Gaming

moneydigital

34 Kleingeldhelden-Kolumne: Platzt

im Jahr 2022 die Kryptoblase?

35 Aktienanalyse: Ein eingehender

Anlage-Check des Enzym-

Spezialisten Brain Biotech

45 Chartsignal: Das Euro-Dollar-Paar

kann aus seiner Range ausbrechen

45 Börsenwissen: Was der Dow-

Jones-Transport-Index aussagt

moneyanlegerschutz

58

Rasante Erträge

Spezielle Zertifikate bringen auch in der Null-Zins-Zeit

ordentliche Einnahmen, und das bei überschaubaren

Risiken. Lange gedulden müssen sich Anleger bei den

schnellen Expresspapieren zumeist nicht

65 Aktienkultur: Bleiben die neuen

Anleger bei der Stange?

65 Brexit-Folgen: Die Auswirkungen

auf grenzüberschreitende

Wertpapierbuchungen

moneysteuern&recht

66 Betongold-Beteiligungen: Eine

lukrative und internationale

Auswahl von erstklassigen

Immobilieninvestments

moneyservice

70 Faire Vermieter: Welche Wohnungsunternehmen

ihre Kunden

besonders korrekt behandeln

74 Die zahlen, wenn’s zählt: Eine

umfangreiche Studie zeigt, welche

Versicherer im Schadenfall ohne

Probleme einspringen

Wende-Großchance

Diese akribisch recherchierten

Aktienempfehlungen bieten

beste Chancen, bei hochlukrativen

Unternehmens-Trendwenden

frühzeitig dabei zu sein

38

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

28

Gewinn-Ampel

auf Grün

Klar, mit der neuen

Bundesregierung dürften

ökologisch orientierte

Dividendenwerte reüssieren.

Hier erfahren Sie,

welche das sein werden

und warum

FOCUS-MONEY 3/2022

Fotos: Activision Blizzard, Can Stock Photo, Ray Demski/Red Bull Content Pool, iStock, 123RF 5


moneytitel

GEBERT-STRATEGIE Vier Signale für mehr Rendite

Das Wundermittel gegen die Geldentwertung 8 % Rendite in

MOMENTUM-STRATEGIE

15,6 % p. a. seit 1 96

MACD-STRATEGIE Die Macht des Durchschnitts Doppelt so gut wie der Markt | Seite 21

VOLATILITÄTS-STRATEGIE

21-MONATE-STRATEGIE

ZERTIFIKATE-

SICHERHEITS-STRATEGIE Dauerplus – Volatilität halbieren & Rendite maximie

FAULBÄR-STRATEGIE Rendite im Schlaf 8600 % Gewinn seit 1992

WACHSTUMS-STRATEGIE Geniale ETFs – vier ETFS, die den Markt locker schlagen

IFO-GESCHÄFTSKLIMA-STRATEGIE

Maximale Sicherheit

So geht Timing 257,7% seit 2000 |

Seite 18

STRATEGIE Ein Blick in die Zukunft Die 27,6 %-Chance |

Die ideale Balance

310 % seit 1995 – ohne

Seite 14

ren | Seite 12

Das Jahr der richtigen Strategie

Corona, wachsende Schuldenberge, Inflationssorgen und vielleicht die

Zinswende? Das Börsenjahr 2022 wird anspruchsvoll. FOCUS-MONEY

stellt Ihnen deshalb Anlagesysteme vor, mit denen Sie Ihre ganz

persönlichen Jahresziele erreichen.

| Seite 22

|

| Seite 11

Risiko | Seite 19

Seite 8

Die Trefferquote? 67 Prozent! | Seite 20

6

Illustration: iStock Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 3/2022


Jahren der Inflation

Ein herausforderndes Börsenjahr

steht bevor: FOCUS-MONEY stellt

Ihnen deshalb zehn Strategien vor –

von Kapitalschutz bis Rendite-

Turbo –, mit denen Sie Ihre Vermögensziele

2022 erreichen

Omikron ist noch nicht mal ansatzweise Geschichte,

da steht schon die nächste Corona-Variante aus

Südfrankreich in den Startlöchern. Währenddessen

steigen die Inflationszahlen in immer schwindelerregendere

Sphären und heizen die Spekulationen

einer möglichen Zinswende weiter an. Das

Jahr 2022 startet turbulent – vor allem für die globalen Finanzmärkte

und damit auch für Sie als Privatanleger. Die Zeit, in der Sie

fast blind ETFs kaufen konnten, sich anschließend zurücklehnten

und dabei zusehen konnten, wie sich Ihr Vermögen stets vergrößerte,

scheint endgültig vorbei zu sein. Die jüngste Tech-Korrektur

lässt grüßen.

Das Jahr 2022 markiert laut einigen Experten das Ende der „einfachen

Gewinne“ und damit auch den Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Denn nur weil es nicht mehr so leicht sein wird, heißt es

nicht, dass es unmöglich ist. Vielmehr trennt sich die Spreu vom

Weizen. Und damit Sie zu den Anlegern gehören, die auch in diesem

Jahr wieder zu den Gewinnern gehören, stellt FOCUS-MONEY

Ihnen zehn Strategien vor, mit denen Sie Ihre Ziele erreichen. Sie

wollen wissen, mit welcher Strategie Sie seit 1996 im Schnitt über

15 Prozent einfahren? Wir zeigen Ihnen die Gebert-Strategie! Sie

möchten Ihr Risiko auf ein Minimum reduzieren, aber dennoch

die Renditechancen des Aktienmarkts nutzen? Unsere Sicherheitsvon

SINAN KRIEGER

| Seite 10

TITEL

10

strategien machen es möglich! „Buy and Hold“ ist Ihnen mittlerweile

zu unsicher, doch Sie wissen nicht, wann und wie Sie Ihre

Käufe und Verkäufe genau „timen“ sollen? Wir haben gleich mehrere

Timing-Strategien, die nachweislich seit Jahren funktionieren.

Und vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit, wie Sie im

Schlaf reich werden – die Faulbär-Strategie verspricht seit 1992

eine Gesamtrendite von 8600 Prozent. Außerdem: Die Wissenschaft

hält Momentum-Aktien für die beste Wahl – so profitieren

Sie. Und vier ETFs, mit denen Sie den Markt locker schlagen.

Egal, ob Sie im neuen Jahr nach maximalen Gewinnen oder minimalen

Risiken streben – diese zehn Strategien helfen Ihnen dabei,

ihre Neujahrsvorsätze an der Börse einzuhalten. Fundiert.

Nachweislich erfolgreich. Clever!

STRATEGIEN

FÜR 2022

FOCUS-MONEY 3/2022

7


moneytitel

INDEXFONDS

Geniale ETF-Strategien

Mit einer Handvoll kaum bekannter Indexfonds lässt sich der Markt locker schlagen. Wer das

bezweifelt, sollte sich diese vier Strategie-ETFs genauer ansehen

von ULI KÜHN

HOHE WISSENSCHAFT: mit

den richtigen Erkenntnissen

systematisch verdienen

22 Illustration: VectorStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 3/2022


Besitzer börsennotierter Indexfonds (ETF) konnten sich

im vergangenen Jahr über stolze Gewinne freuen. Sie

profitierten eins zu eins von der Super-Show der Aktienmärkte,

denn die meisten Indexfonds entwickeln sich genau

wie der Markt, repräsentiert von Dax, Euro-Stoxx oder

S&P-500. Doch es geht noch besser: Einige Indexfonds können

den Markt sogar schlagen. Das Erfolgsrezept dieser Gewinner-ETFs

ist ihre clevere Anlagestrategie. Logisch: Wer

den Markt schlagen will, darf ihn nicht kopieren, sondern

braucht Aktien, die besser laufen als die Masse. Diese simple

Wahrheit gilt auch für ETFs.

Vier solcher Strategie-ETFs stellen wir auf den folgenden

Seiten vor. Wer sie im Portfolio hatte, konnte über Minizinsen

und anziehende Inflation nur lachen. So stieg der Wert

des Deka-Stoxx-Europe-Strong-Growth-20-ETF in den vergangenen

drei Jahren nach Kosten um stolze 133 Prozent. In

den fünf Jahren seit Anfang 2017 schaffte er sogar satte 170

Prozent. Im Schnitt brachte der ETF also Jahresrenditen von

34 beziehungsweise 22 Prozent. Zum Vergleich: Ein ETF auf

den europäischen Gesamtmarkt schaffte in den vergangenen

drei und fünf Jahren eine mittlere Rendite von 16 bzw. neun

Prozent, also deutlich weniger als die Hälfte.

Auch wer weltweit investieren wollte, konnte sich mit einigen

ETFs vom Markt absetzen. So kletterte der Xtrackers-

MSCI-World-Momentum-ETF in den letzten fünf Jahren um

beeindruckende 124 Prozent. Der MSCI-Welt-Aktien-Index

kam (in Euro) im gleichen Zeitraum „nur“ auf ein Plus von

86 Prozent. Doch wie genau haben die Überflieger-ETFs ihre

beeindruckenden Erfolge erzielt? Mit welchen Methoden

identifizieren sie die Gewinneraktien und nach welchen Regeln

stellen sie ihr Portfolio zusammen?

Zur Erinnerung: Bei ETFs, börsennotierten Indexfonds,

gibt es keinen Fondsmanager, der aufgrund mehr oder weniger

sorgfältiger Analyse aussichtsreiche Aktien für das

Fondsportfolio auswählt. Stattdessen bestimmen bei ETFs

klare Regeln, welche Titel ins Portfolio gehören und welche

nicht. Das gilt für klassische ETFs, die einen bekannten Index

wie den Euro-Stoxx-50 abbilden genauso wie für die hier

vorgestellten Strategie-ETFs. Für Fondsanleger hat das

transparente Regelwerk der ETFs einen eindeutigen Vorteil.

Beruhigend transparent. Wer die auf diesen Seiten vorgestellten

Strategie-ETFs im Depot hat, braucht nicht zu befürchten,

dass die Performance des Fonds in Mitleidenschaft

gezogen wird, weil der Fondsmanager den Job wechselt, sich

verzockt oder sein goldenes Händchen verliert. Stattdessen

lässt sich aufgrund des relativ übersichtlichen Regelwerks

abschätzen, unter welchen Börsenbedingungen sich die jeweilige

Strategie besonders gut entwickeln dürfte und wann

die Erfolgssträhne abreißen könnte.

Die Zukunftsaussichten der Strategie-ETFs zu beurteilen,

ist gar nicht so schwer, denn zumindest drei der Gewinner-

ETFs setzen ziemlich eindeutig auch auf Faktoren, die Wissenschaftler

und Börsenprofis in den vergangenen Jahrzehnten

als relativ zuverlässige Renditetreiber identifiziert

WACHSTUMS-STRATEGIE

Dynamik macht sich bezahlt

Wachstum lohnt! Das beweist der Deka-Stoxx-Europe-Strong-Growth-20-ETF.

In den vergangenen fünf Jahren konnte er seinen Wert fast verdreifachen und

damit den Gesamtmarkt weit hinter sich zurücklassen. Die Anlage-Strategie

des Fonds aus dem Lager der deutschen Sparkassen ist geradeheraus: Der

ETF setzt ausschließlich auf europäische Wachstumsraketen. Anlageuniversum

dieses kurz vor der Finanzkrise 2008 aufgelegten Strategie-ETF sind die

Aktien in den Stoxx-Europe-Total-Market-Style-Indizes. Darin sind alle Anlagestile

und Unternehmensgrößen vertreten – Unternehmen aus 18 Ländern, die

95 Prozent der Marktkapitalisierung in Europa ausmachen. Der ETF investiert

jedoch nur in die 20 Unternehmen mit dem stärksten Wachstum.

Gemessen wird das Wachstum ganz systematisch anhand von sechs fundamentalen

Kennzahlen: an der erwarteten und historischen Entwicklung des

Unternehmensgewinns, am erwarteten und historischen Kurs-Gewinn-Verhältnis,

am Kurs-Buchwert-Verhältnis und an der Dividendenrendite. Anhand dieser

Daten errechnet der Indexanbieter Stoxx für jedes Unternehmen aus dem

Total-Market-Style-Index den sogenannten Growth-Wert. Anschließend stellt

Stoxx die Aktien mit den höchsten Growth-Werten zum Strong-Growth-Index

zusammen, den dann der Deka-ETF nachbildet. Mit dieser strikten Selektion

schlägt der ETF übrigens nicht nur den gesamten europäischen Aktienmarkt,

sondern auch den ebenfalls auf Wachstumsaktien fokussierten MSCI-Europe-

Growth-Index. Jeweils im September wird das ETF-Portfolio neu zusammengestellt.

Aktuell hält der ETF jeweils rund 25 Prozent Aktien aus den Sektoren

Gesundheit und zyklische Konsumgüter sowie 20 Prozent Technologietitel.

FOCUS-MONEY 3/2022

Quelle: Morningstar

Für aktuelle Kursdaten

und zusätzliche Infos

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Dreimal besser

Die 20 Wachstumsraketen im Strong-Growth-

ETF schafften in fünf Jahren 170 Prozent Plus.

Der Gesamtmarkt kam nur auf 50 Prozent.

Deka-Stoxx-Europe-Strong-Growth-ETF

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2017, auf Euro-Basis

MSCI-Europe

+140

+100

+60

+20

–20

2017 18 19 20 21 2022

WKN/ISIN

ETFL03/DE000ETFL037

Fondsvolumen 476 Mio. €

laufende Kosten 0,65 %

Ertragsverwendung

ausschüttend

Wertentwicklung 3 und 5 Jahre p. a. 32,7/22,0 %

Auflagedatum 14.3.2008

23


moneymarkets

AUSVERKAUF:

Niedrigpreise gibt es auch

noch bei vielen Titeln an der

deutschen Börse

TURNAROUND-WERTE

Gestern pfui, morgen hui?

Die Hausse am deutschen Aktienmarkt 2021 zog längst nicht alle Titel nach oben. Häufig setzte

es sogar deftige Kursverluste. Manche Verlierer könnten aber 2022 zu Gewinnern mutieren

von BERND JOHANN

Deutliche 16 Prozent legte der Dax-Index im Jahr 2021

zu – ein Top-Wert selbst bei einer Jahresrendite von

10,4 Prozent im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren.

Und das trotz des harschen Omikron-Rückschlags im

November. Der rund 400 Werte starke CDax schaffte es 2021

auf 14 Prozent Plus, der Euro-Stoxx-50, obwohl nur Kursindex

ohne Dividenden, sogar auf 21 Prozent Zuwachs.

So eindrucksvoll sich die 2021er-Bilanz präsentiert, so rekordverdächtig

erscheint aber auch die Streuung der einzelnen

Werte um die Allgemeintrends. In Deutschland reicht

sie beim CDax von 286 Prozent Kursgewinn bei GFT Technologies

oder 232 Prozent bei Heidelberger Druck bis zu einem

Wertverlust von fast drei Vierteln beim noch 2020 gehypten

Remote-Software-Anbieter TeamViewer. Auch Titel

wie Morphosys (minus 64 Prozent) oder der Laserspezialist

LPKF (minus 34 Prozent) erlitten harte Schläge. Selbst im

Dax-Index liegen zwischen den 74 Prozent Kursplus des Laborausrüsters

Sartorius oder 61 Prozent bei Merck Pharma

auf der einen Seite und einem Minus von 25 Prozent beim

Neuling Siemens Energy oder von 23 Prozent beim Essensauslieferer

Delivery Hero Welten. Sogar die Aktie eines so gestandenen

Unternehmens wie Henkel kam 2021 mit mehr

als 20 Prozent unter die Räder.

Insgesamt schlossen im Top-Börsenjahr 2021 nicht weniger

als 14 der 40 Dax-Titel im roten Bereich. An stark performenden

Börsen in anderen Ländern sah es kaum anders aus.

Manfred Schlumberger, Leiter Portfolio-Management beim

Vermögensverwalter Star Capital, verweist so zu Recht auf

38 Foto: 123RF

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 3/2022

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