Angelika Beste - Ruhrwerkstatt, Kultur-Arbeit im Revier e.V.

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Angelika Beste - Ruhrwerkstatt, Kultur-Arbeit im Revier e.V.

helfen

Leben

Jahresbericht 2011

unterstützen

engagiert

nachhaltig

fördern

aktiv Arbeit


Wir trauern um unsere Kollegin

Angelika Beste

die am 5. Juni 2011 im Alter von nur 60 Jahren nach

langer Krankheit gestorben ist.

Angelika Beste hat lange Jahre als Verwaltungsmitarbeiterin

bei uns und mit uns gearbeitet.

Nicht nur in ihrem direkten Arbeitsumfeld war sie

„unsere Beste“. Wir alle haben sie mit ihrer einfühlsamen

und herzlichen Art und als zuverlässige und

engagierte Kollegin sehr geschätzt.

Sie fehlt uns, und wir werden sie sehr vermissen.

Vorstand, Geschäftsführung, Kolleginnen und Kollegen

der RUHRWERKSTATT Kultur-Arbeit im Revier e.V.


Inhaltsverzeichnis

Nichts ist so beständig wie die Veränderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Die Arbeitsfelder

Kinder und Familien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Jugend, Schule und Beruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Weiterbildung und Qualifizierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Angebote zur beruflichen Integration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

Pflege und Betreuung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

AKA 103 – Café, Treff und Kultur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Wir sagen Danke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Fakten und Zahlen

Über uns . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Finanzierungsquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39


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Nichts ist so beständig

wie die Veränderung

Der vorliegende Jahresbericht gibt einen umfangreichen

Einblick in die Vielfalt unserer Arbeit und

Arbeitsfelder im Jahr 2011, das geprägt war von Veränderungen,

die uns sehr herausgefordert haben.

Sparkurs bei der Bundesagentur für Arbeit

Eine Veränderung, die uns auf allen Ebenen, angefangen

vom Vorstand bis zur Belegschaft intensiv

beschäftigt hat, ist der Sparkurs der Bundesregierung

bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Einbrüche

im Bundesetat für Integrationsleistungen

bedeuteten für unsere Einrichtung, dass die insgesamt

140 zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten im Rahmen

unserer GemeinWohlArbeit auf letztendlich 67

bis Ende 2011 gekürzt wurden und bis Ende 2012

auslaufen. Die dafür vorgehaltenen Einsatzstellen im

Bereich Holz, Garten-Landschaftsbau einschließlich

Flächendienst mussten aufgegeben werden.

Es ist uns gelungen, im Rahmen eines Interessensausgleiches

mit Zustimmung des Betriebsrates einige

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen

Feldern bei uns unterzubringen. Drei Mitarbeitern

musste jedoch leider gekündigt werden. Zwei davon

arbeiten jedoch mittlerweile seit August 2011 wieder

bei uns in anderen Arbeitsbereichen.

Führungswechsel in Bereichsleitung

und Geschäftsführung

Nach zehn Jahren als Leiter unseres

großen Bereiches Bildung, Qualifizierung

und berufliche Integration hat uns

Holger Schelte zum Ende des Jahres

2011 verlassen um eine neue berufliche

Herausforderung als Geschäftsführer

der Kreisgruppe Bochum des Paritätischen

Wohlfahrtsverbandes anzunehmen.

Dieser Weggang hat uns veranlasst,

den Bereich neu zu organisieren

und in zwei Bereiche aufzuteilen: den

Bereich Weiterbildung und den Bereich

Jugend, Schule und Beruf. Die Leitung des Bereichs

Weiterbildung wurde intern mit Thorsten Haag

besetzt, der bereits seit Jahren als Abteilungsleiter für

die Weiterbildung zuständig ist. Der Bereich Jugend,

Schule und Beruf wird zurzeit kommissarisch geleitet.

Ab Juli 2012 wird eine inzwischen neu eingestellte

Bereichsleiterin diesen Bereich übernehmen.

Eine große Veränderung und Herausforderung für

uns war der Führungswechsel in der Geschäftsführung

zum 1. März 2012. Unsere langjährige Geschäftsführerin

Birgit Beierling hat die RUHRWERKSTATT und Oberhausen

nach 20 Jahren verlassen und ihren neuen

Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegt und beim Bundesverband

des Paritätischen als Referentin für

Jugendsozialarbeit eine neue berufliche Aufgabe übernommen.

Die neue Geschäftsführerin ist Dr. Britta

Lenders, 48 Jahre alt und studierte Wirtschaftswissenschaftlerin.

Lange Jahre hat sie das Nachbarschaftsheim

in Wuppertal geleitet, das von den Arbeitsfeldern

her ähnlich breit aufgestellt ist. In den letzten drei

Jahren war sie Geschäftsführerin eines großen Vereins

mit über 200 Beschäftigten in Heidelberg, der vielfältige

Betreuungsangebote für Schulkinder konzipiert,

organisiert und durchführt.

Birgit Beierling (li) übergibt die Schlüssel der neuen Geschäftsführerin

Dr. Britta Lenders.


Personalentwicklung

Passgenaue Führungskräfte- und Nachwuchsförderung

ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten

Personalpolitik und bei der Gestaltung des Generationswechsels

unerlässlich. Wir sind deswegen eine

Verbundpartnerin im Projekt „OPEN – Organisation

der Personal Entwicklung im Netzwerk sozialwirtschaftlicher

Unternehmen”, das im Rahmen des Programms

„rückenwind” des Europäischen Sozialfonds

durchgeführt wird und uns bei der Systematisierung

und Strukturierung der Personalentwicklung bis

Ende 2013 unterstützt.

Räumliche Veränderungen

Unsere Verwaltung wurde umgebaut und hat sich

äußerlich sehr verändert. Die Renovierung und

Modernisierung war lange fällig und ist sowohl eine

deutliche Verbesserung des barrierefreien Zugangs

für unsere Kundinnen und Kunden als auch eine

Verbesserung der Arbeitssituation der Beschäftigten.

Unverändert gut ist die Qualität

unserer Arbeit

Bereits zum zweiten Mal wurde die Qualität unserer

ambulanten Kranken- und Altenpflege vom MDK

(Medizinischer Dienst der Krankenkassen) geprüft

und hat die Gesamtnote 1,1 erhalten.

Das Audit zur Überprüfung unseres zertifizierten

Qualitätsmanagement-Systems durch die Deutsche

Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen

– DQS war sehr erfolgreich.

Darüber hinaus wurde unsere Arbeit ausgezeichnet.

Mit unserem Gesundheitsprojekt „GUT DRAUF-

Mobil – unterwegs an Grundschulen“ wurden wir

beim Initiativenpreis des Paritätischen Jugendwerkes

unter dem Motto „Mehr Chancen für gesundes

Aufwachsen“ mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Beim Internet-Videowettbewerb „Deine Stimme ist

gefragt“ des Paritätischen Gesamtverbandes erreichten

die Jugendlichen unseres Werkstattjahres mit dem

selbst gemachten Musikvideo „Schritt in die Zukunft“

den 2. Platz.

In der Kürze liegt die Würze

Kurz und knapp Dritten zu erklären, was wir machen,

wofür wir stehen und was das Besondere an unserer

Leistung ist, welche Position wir beziehen, ist nun

wahrlich bei der Vielfalt unserer Arbeit nicht einfach.

Deswegen haben wir uns mit externer Unterstützung

auf den Weg gemacht, eine Positionierung zu erarbeiten.

Sie besteht aus 17 Wörtern und dauert ganze

zehn Sekunden:

Die RUHRWERKSTATT hilft engagiert, unterstützt

nachhaltig und fördert aktiv Menschen in allen

Bereichen ihrer Arbeits- und Lebenswelt.

Was diese 17 Wörter bedeuten, steht in diesem Bericht

ausführlich und lebendig beschrieben.

Viel Spaß beim Lesen.

Oberhausen im April 2012

Uschi Förster

Vorstandsvorsitzende

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Kinder und Familien

� Das Familienzentrum

Unser Familienzentrum beinhaltet

auf der einen Seite eine Kindertagesstätte

zur Bildung, Betreuung und

Erziehung von Kindern im Alter von

einem Jahr bis zur Einschulung. Auf

der anderen Seite stärkt es durch

vielfältige Beratungs-, Informations- und Freizeitangebote

die Erziehungskompetenz von Eltern und ist

offen für alle Familien im Stadtteil.

Unser Familienzentrum wird vom Land NRW und

der Stadt Oberhausen gefördert.

Die Ziele oder Was uns wichtig ist

Zu unserem Selbstverständnis gehört die bestmögliche

Entwicklung aller Kinder im Alltag, in Projekten

und in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in

einer Atmosphäre der Geborgenheit.

Ein familienähnliches Zusammenleben in altersgemischten

Gruppen sowie die individuelle Förderung

ist unsere wichtigste Aufgabe.

Wir stärken die Lern- und Lebensfreude unserer

Kinder und ermöglichen eine spielerische, ganzheitliche

Bildung mit allen Sinnen.

Unsere Kinder und Familien sind so vielfältig wie

der Stadtteil. Eine gute Kommunikation zwischen

den Kulturen sehen wir als großen Schatz für die

Entwicklung und wollen diese fördern. Die gute

Zusammenarbeit mit allen Eltern ist deswegen auch

ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Das Betreuungsangebot

In unserem Familienzentrum betreuen wir mittlerweile

120 Kinder, davon 28 Kinder unter drei Jahren

(U3) in insgesamt acht Stammgruppen:

• 44 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren

in vier Stammgruppen mit 35 und 45 Stunden

Betreuungszeit pro Woche

• 26 Kinder im Alter von einem bis vier Jahren in

zwei Stammgruppen mit 35 Stunden Betreuungszeit

pro Woche

• 50 Kinder im Alter von drei

bis sechs Jahren in zwei

Stammgruppen mit 25

Stunden Betreuungszeit.

Unser Familienzentrum ist

montags bis freitags von 7

Uhr bis 17 Uhr geöffnet und

somit eine verlässliche Partnerin

für berufstätige Eltern und auch für Alleinerziehende,

die es ihnen ermöglicht, Familie und Beruf gut in

Einklang zu bringen.

Betriebserlaubnis wurde aktualisiert

Durch die Erweiterung unserer Kindertagesstätte in

den Jahren 2010/2011 auf 120 Kinder war eine Aktualisierung

der Betriebserlaubnis erforderlich. Diese

haben wir nach einer eingehenden Begehung unserer

Einrichtung durch den Landschaftsverband Rheinland

(die Aufsichtsbehörde für Kindertagesstätten) erhalten.

Positiv wurde „die Bildung von kleineren altersgemischten

Betreuungseinheiten wie auch die gezielte

punktuelle Förderung in altershomogenen Gruppen“

hervorgehoben und im Bericht als „absolut überzeugend“

dokumentiert.

Das Kinderbildungsgesetz KiBiz

wurde verbessert

Seit August 2011 gibt es Verbesserungen in der finanziellen

Ausstattung der Kindertagesstätten in NRW. Für

uns verbesserte sich dadurch die Personalausstattung

in den U3 Gruppen, die Finanzierung der Sprachförderung

und die Förderung für Familienzentren in sozialen

Brennpunkten wurde etwas aufgestockt.

Gut für alle Eltern: Das letzte Betreuungsjahr vor

der Einschulung wird beitragsfrei. Unabhängig vom

KiBiz hat die Landesregierung darüber hinaus ein

Programm zur Förderung zusätzlicher Jahrespraktikumsstellen

(leider für nur ein Jahr) aufgelegt. Dadurch

konnte unser Familienzentrum mit einer Stelle profitieren.


Sprachförderung mit den

Quasselangeboten

Neu in unserer Sprachförderung ist die Quasselbude,

eine Eltern-Kind-Spielgruppe mit Sprachförderschwerpunkt

für Familien mit ein- bis zweijährigen

Kindern aus dem Stadtteil. Die Quasselbude ist als

offenes Angebot konzipiert und wird gefördert aus

Präventionsmittel der Stadt Oberhausen.

Fest etabliert sind dagegegen die Quasselfrösche

als festes Angebot der Sprachförderung für die Vorschulkinder

im Rahmen des Sprachstandfeststellungsverfahrens

Delfin4.

Mehrere Eltern haben darüber hinaus zum Oberhausener

Lesetag wieder vorgelesen. Ein besonderer

Vorleser war wiederholt der Geschäftsstellenleiter

der Spardabank in Oberhausen Osterfeld, Reiner

Kirchner, der wieder einen Scheck über 500 Euro für

den Feuerwehrtopf im Gepäck hatte.

Projekte bereichern die Arbeit

Das von der Energieversorgung Oberhausen (EVO)

geförderte Projekt zur Stärkung der Vorschulkinder

„ICH, MEIN KÖRPER, MEINE UMWELT“ ging über mehrere

Monate und beinhaltete Yoga, Aktionen zur

Wahrnehmung der Gefühle und Workshops zur

Selbstbehauptung.

Um die Ausweitung der Erfahrungsräume der Kinder

drehte sich alles in „OBERHAUSEN – MEINE

STADT“, ein Projekt, das mit Ausflügen zum Beispiel

zur Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus verbunden war.

Naturpädagogische Erlebnisse im Wald standen im

Mittelpunkt des Naturprojektes WALDSPÜRNASEN für

die Vorschulkinder.

Nach Abschluss des Projektes LANDWIRTSCHAFT

UND BAUERNHOF mit Bauernhofbesuch, Pony streicheln,

Marmelade einkochen und Stallfest im Familienzentrum

musste auf vielfachen Wunsch der Kinder

der zur „Scheune“ mit echtem Stroh umfunktionierte

Raum noch lange erhalten bleiben.

Im LAND DER ZWERGE, RIESEN, ELFEN, FEEN wurden

Märchen aus aller Welt lebendig.

Im Rahmen der GESUNDHEITSWOCHE ging es um

glücklich machende Vollkornnudeln mit knallroter

Tomatensoße, Fußgymnastik und Traumreisen im Morgenkreis,

Taststraßen und Balancierparcours. Und

besonders das „Kneipptreten“ nicht nur mit Wasser

begeisterte Kinder und Eltern.

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Auch feiern muss sein

Neben der St. Martin- und Nikolausfeier war der

Höhepunkt das Sommerfest RUND UM DIE WELT, das

den krönenden Abschluss einer interkulturellen

Woche, die jeden Tag einen anderen Schwerpunkt

(Musik und Tanz, Kochen und Essen, verschiedene

Sprachen, Schriften und Schriftzeichen, Handwerk,

Spiele aus aller Welt) hatte. Aber die Welt war nicht

genug für unser Fest. Deshalb waren die Astrostars

zu Gast, eine interstellare Theatertruppe. Das wunderbare

Theaterstück unter Regie eines Erziehers

unserer Kindertagesstätte schaffte die sehr unterhaltsame

Thematisierung von Sprach- und kulturellen

Barrieren, die Einbindung des Personals und der

Eltern in die Theatergruppe und die Begeisterung

des Publikums mit Musik und Mitmachelementen.

Eine Feier der besonderen Art war wieder die

Benefiz Party im ausverkauften Ebertbad, die Dank

des großes Engagements der Oberhausener Coverband

Smackwater Jack mittlerweile zum 8. Mal stattfand.

Die Thee Orphans als Vorgruppe heizte die

Stimmung hervorragend ein und bereitete den Auftritt

von Smackwater Jack als glanzvolles Highlight

vor, die mit ihrer Musik das Ebertbad in eine riesige

Tanzfläche verwandelte. Großen Dank verdienen die

Bands, die nicht nur ohne Gage auftraten, sondern

auch die Bademeister, die das Ebertbad kostenlos

zur Verfügung stellten.

Der Erlös kam natürlich wieder der Arbeit unseres

Familienzentrums zugute.

Eltern im Familienzentrum

Elternabende wie „Erziehen heißt auch Grenzen setzen“,

die regelmäßigen Elterncafés mit und ohne

Themen sowie das Mütter-Café zum 100. Internationalen

Frauentag fanden viel Zuspruch. Auch die

Erziehungsberatung wurde regelmäßig in Anspruch

genommen. Inzwischen auch von Familien aus dem

Stadtteil, die keine Kinder in unserer Einrichtung

haben. Um dies zu fördern, beteiligte sich unser

Familienzentrum auch am Aktionstag der Oberhau-

sener Familienzentren und öffnete das Familienzentrum

für alle Interessierten.

Eine gute Gelegenheit, die Angebote des Familienzentrum

bekannt zu machen, war die Teilnahme am

Tag der offenen Tür der EVO mit attraktiven Spielangeboten

für Eltern und Kinder.

Das Bildungs- und Teilhabegesetz zeigte Auswirkungen

auf die Arbeit des Familienzentrums. Dies sind

vor allem zusätzliche Beratungen und Infos für Eltern,

aber auch ein in großer Mehraufwand an Verwaltungsarbeiten.

Dafür erhalten Eltern einen Zuschuss zum

Mittagessen und zu Veranstaltungen wie Familienseminare.

Zahlreiche Hausbesuche standen bei den Eltern der

neu aufzunehmenden Kinder an. Sie erleichtern den

Kindern den Übergang und schaffen Vertrauen.

Die pädagogische Arbeit und die Arbeit des Familienzentrums

trifft auf viel positive Resonanz und wird

von den Eltern durchgängig mit gut benotet. Das ergab

die Auswertung der Elternbefragungen.

FELIX-Auszeichnung

Im Dezember 2011 hat unser Familienzentrum offiziell

den FELIX, das Qualitätszeichen des deutschen Chorverbandes

erhalten. Mit diesem Preis werden alljährlich

Kindertagesstätten ausgezeichnet, die die musikalische

Entwicklung der Drei- bis Sechsjährigen ganz besonders

fördern. Der Schwerpunkt wird dabei auf das kindgerechte

Singen gelegt. Die Preisverleihung fand in größerem

Rahmen zusammen mit anderen Kindertagesstätten im

Stadttheater Oberhausen statt, natürlich mit zahlreichen

Gesangsdarbietungen der Preisträger.

Mobidik – der Mobile Dienst für Kinder

Mobidik, der Notmütterdienst der RUHRWERKSTATT ist

seit Anfang 2011 im Familienzentrum angesiedelt. Er

vermittelt „Notmütter“, die im Krankheitsfall den Haushalt

weiterführen und stundenweise die Betreuung der

Kinder übernehmen. Mobidik hatte 24 Einsätze in 2011

und stellt eine gute Ergänzung in der Familienzentrumsarbeit

dar.


ENERGIEBÄLLCHEN für Eltern

So heißt ein Projektantrag, den wir bei der Lichtpunkte-Stiftung

von RWE gestellt haben. Ziel ist die

Stärkung von Eltern in schwierigen finanziellen und

sozialen Situationen. Dazu wird es verschiedene

Energiebällchen geben: Zum Beispiel

ein Familienseminar, Aktionen

zum Wohlfühlen und zur

Bewältigung von Stress, Selbstbehauptung

und ein Angebot

zur Überprüfung von Leistungsbescheiden.

Das Projekt ist

bewilligt und startet im März

2012.

� Der Bauspielplatz – ein Ort für Kinder

Unser Bauspielplatz (oder kurz auch „Baui“ genannt)

ist ein pädagogisch betreuter Spielplatz, der ein

attraktives und naturnahes Freizeit- und Bildungsangebot

für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren bereithält.

Der Bauspielplatz ist montags bis freitags von

15.00 bis 18.30 Uhr für alle Kinder und samstags

außerhalb der Ferien von 11 bis 17 Uhr für Kinder,

Eltern, Familien und Interessierte geöffnet und wird

von 25 bis 60 Kindern täglich besucht. Er wird gefördert

vom Land NRW und der Stadt Oberhausen.

Der Bauspielplatz hat einen Baubereich, eine Feuerstelle,

eine Spielhütte, einen Kreativbauwagen und für die

Die Kinder bei der FELIX-Verleihung.

jüngeren Kinder einen Wasser-Matsch-Sand-Bereich.

Auf dem Bauspielplatz ist Erleben und Entdecken,

Abenteuer und Experimentieren in vielfältiger Form

möglich. Hier können Kinder Hütten bauen und Feuer

machen, toben und ihren Bewegungsdrang ausleben,

matschen und plantschen, hämmern und sägen, spielen

und basteln und vor allem eigene Ideen umsetzen.

Daneben bilden kindgerechte Bildungsangebote und

spielerische Projekte einen weiteren Schwerpunkt der

pädagogischen Arbeit. Hier lernen Kinder z.B. die Natur

kennen und mit ihr sorgsam umzugehen sowie Konflikte

untereinander gewaltfrei zu lösen. Hier können sie sich

spielerisch mit Themen wie Sexualität, Gewalt, Umweltschutz

und Gesundheit auseinander setzen und lernen,

ihre Handlungskompetenzen im Alltag zu erweitern

und ihre Bedürfnisse auszudrücken.

Ein attraktives Ferienprogramm mit mehrtägigen

Fahrten, Ausflügen und Festen bildet den dritten

Schwerpunkt rund um den Baui.

Mit Pauken und Trompeten

Musik, Theater und Zirkus bildeten 2011 einen Schwerpunkt

der Arbeit des Bauspielplatzes.

So wurden während einer Projektwoche in den Osterferien

Musikinstrumente gebaut, ein Trommelworkshop

mit einem Semi-Profi getrommelt, und der Auftritt der

Baui-Bigband beim Musikfest klang beachtlich gut.

Doch auch im übrigen Jahr wurden immer wieder

Anlässe für musikalische und rhythmische

Elemente gefunden.

Die Baui-Theatergruppe GROSS-

STATT-KINDER gefördert durch die

„Ich kann was-Initiative“ der Deutschen

Telekom – probte kontinuierlich

und mit viel Engagement und

hatte drei Tage lang Auftritte im

Zirko Zampano am Südmarkt und

zeigte eine Feuershow mit Akrobatik-Elementen,

die beim Publikum

sehr gut ankam.

Die Baui-Chefwoche hat inzwischen

Tradition; die Chaosphase

wird immer kürzer. Nix mit Pauken und Trompeten: die

kleinen Baui-Chefinnen und -Chefs für einen Tag boten

einen überzeugenden Wahlkampf, lernten reden, zu

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verlieren, zu steuern und zu vermitteln und nebenbei

viel über Demokratie. Die Freizeitaktivitäten

selbst unterschieden sich nur wenig vom Alltag.

Eine gute Rückmeldung für uns.

Das Fremde so nah

Das Fremde näher zu bringen ist kein neues Ziel des

Bauspielplatzes; in 2011 jedoch ging es mit viel Elan

an die unterschiedlichsten Aspekte dieser Aufgabe:

Die Festwoche der Kulturen widmete sich fremden

Kulturen. Die Baui-Kinder verbrachten eine erlebnisreiche

Ferienprojektwoche mit interkulturellem

Quiz, einer Kulturrallye quer durch den Stadtteil,

sowie beim Fest der Kulturen zum Abschluss. Highlight

war allerdings der Besuch der Anlaufstelle für

afrikanische Familien mit buntem Programm. Die

Kooperation mit der Anlaufstelle für afrikanische

Familien läuft bis heute weiter.

Der Erweiterung des Alltagshorizontes diente die

Herbstwoche. Der Baui wandert aus mit täglichen

Ausflügen quer durch das Ruhrgebiet.

Die Abenteuerfreizeit im Sommer führte dann richtig

in die Ferne, nämlich in die Normandie ans Meer

und war somit mit einer fremden Sprache und der

Notwendigkeit nonverbal oder wie auch immer Kontakt

aufzunehmen verbunden. Das weitgehend

schlechte Wetter konnte die gute Stimmung nicht

versauern. Highlight war neben Regenfußball natürlich

das Meer, das dem größten Teil der Kinder bisher

live unbekannt war. Die Freizeit ins Ausland

wurde erst durch die Spende der Henkel Friendship

Initiative und der Firma Elektro Koppen möglich.

Das Kinderseminar Sensible Jungs und abenteuerlustige

Mädchen drehte sich mehr um das fremde oder

ach so bekannte klischeebesetzte andere Geschlecht

und gegenseitige Rollenzuschreibungen.

Bewegung und Gesundheit…

bestimmen seit mehreren Jahren maßgeblich die

Arbeit des Baui, sei es durch regelmäßige Bewegungsspaßaktionen,

Abzeichen- und Spaß-Schwimmen oder

die Sommerwoche „Volle Kraft voraus”, in der es um

das Auspowern in Sportarten nach Wahl ging.

Im Bauprojekt Dschungelfieber ist eine Kletter- und

Bewegungslandschaft mit einer Kletterwand entstanden.

Auf dem Alleefest stand Slackline-Balancieren mit

Einbezug von Eltern sowie einigen Menschen aus dem

nahen Umfeld im Vordergrund.

Für die Fußball AG wurde extra der Bolzplatz hergerichtet

und Star-Trainer Fabian (unser Baui-Praktikant)

führte das Baui-Fußball-Team nach regelmäßigem Training

zum deutlichen Sieg gegen das Team des CVJM.

Die Fußballarbeit hat sich zu einem wichtigen Baustein

unserer gewaltpräventiven Jungenarbeit entwickelt.

Beim ROSSAINT-CUP waren wir wieder die Jüngsten,

Fairsten und die einzige Mannschaft mit Mädchenbeteiligung.

Und dazu hat eins unserer beiden Teams

auch noch den 3. Platz gemacht.

Das Baui-Fußball-Team nahm im Juli zum 2. Mal am

ICH-KANN-WAS-CUP in Berlin teil, Stadtbesichtigung

inbegriffen und erhielt die „Top-Team-Urkunde“.

Stärkung und Kräfte sammeln …

sind wichtige Bestandteile der Gesundheit und des

Bauspielplatzalltags. Dazu dienen Alltagselemente wie

das Frühlingsfest mit Weidenpavillon und Gemüsebeet,


die Teich- und Hängemattenecke und die regelmäßige

Geschichtenwerkstatt am Lagerfeuer.

Die wöchentliche POWER-KIDS-Gruppe in Kooperation

mit der Drogenberatungsstelle DROBS erfreute

sich großer Beliebtheit mit ihrer Mischung aus aktivierenden

Ausflügen und stärkenden Angeboten vor

Ort. Das POWER-KIDS Konzept hat sich sehr gut weiterentwickelt

und ist noch mal deutlich fachlicher

geworden und von hoher Kontinuität geprägt. Es gibt

ein Interesse der DROBS, diese Art von Gruppen auch

in anderen Sozialräumen einzurichten. Unsere Rolle

könnte bei Bedarf die fachliche Begleitung neuer

Gruppen sein.

Der Stärkung und Entlastung von Familien dient

weiter der wöchentliche Familiensamstag mit Eltern-

Café, Austausch und Beratungsmöglichkeit sowie

gemeinsamen Eltern-Kind-Aktivitäten. Einmal monatlich

geht es gemeinsam zum Familienschwimmen.

Das ausgebuchte Familienwochenende „Abenteuer

Winter” im Dezember im Sauerland konnte sein Winterversprechen

nicht wirklich einlösen, dafür aber

die kleinen und größeren Abenteuer Vorweihnachtszauber

mit Plätzchenbacken, Adventskranzbinden

und Familienbasteln für alle, Entspannung für die

Eltern und Action für die Kinder im Aquamagic-Bad

gehörten zum offiziellen Programm, spannende

Müttergespräche eher zum informellen Teil.

Kräfte bündeln

Viele Gruppen hatte der Baui zu Gast. So war die Kita

Rechenacker auf dem Baui und hat gebaut, gemalt

und gegrillt und so viel Spaß gehabt, dass sie wiederkommen

wollen. Auch eine Gruppe des Gerhardt-

Terstegen-Instituts kommt immer mal wieder in

unregelmäßigen Abstand zum Alltag dazu. Die Herder

Schule kommt regelmäßig einmal die Woche. Die

Kinder sind sehr motiviert, bauen fleißig und freuen

sich immer sehr auf diese Zeit. Gleiches gilt für die

Christian-Morgenstern-Schule.

Die Ritterwoche in Kooperation mit unserem

Spielmobil und dem CVJM stellte den Sommerferienauftakt

dar und diente auch der Verbesserung der

Anbindung des Bauis an den Südmarkt. Gefährliche

Ritterkämpfe waren angesagt, Lanzenstechen,

Katapultieren und Schwertkampf. Zum Abschluss

galt es den Drachen zu töten, um schließlich den

Ritterschlag zu erhalten.

Das Feuerfest fand mit vielen Kooperationspartnern

am Südmarkt statt. Trotz schlechten Wetters

war es gut besucht und die Kinder hatten viel Spaß

mit Leucht-Pois und Jonglage, Stockbrot, Großgruppenspielen,

Popcorn & Punsch sowie mit einem Bühnenprogramm

mit Feuershow und Rap-Gruppe.

Beim gut besuchten traditionellen Pappbootrennen

des Innenstadtverbundes (zu dem auch wir gehören)

galt es, sportlich zusammen was zu erreichen, aber

auch für Eltern und Kinder mit- oder gegeneinander

Boote zu bauen.

Harte Fakten

Unser Bauspielplatz hat sich mit den „Baui-Chefwochen“

am dm-drogerie markt-Wettbewerb INITIATIVE

ZUKUNFT beteiligt und die meisten Stimmen der

Kundschaft im dm-markt in der Marktstraße und damit

1.000 Euro erhalten. Ein hoch motiviertes und kreatives

Wahlkampfteam hat viele Kundinnen und Kunden

überzeugen können, uns ihre Stimme zu geben.

� Das Spielmobil – Mobile Arbeit

mit Kindern in Oberhausen

Das Spielmobil ist ein weiteres offenes Angebot für

Kinder in Oberhausen. Unter dem Motto „Spielen –

Lernen – Bewegen – Gestalten“ steuert das Spielmobil,

das von den Kindern „Dicker Brummer“ getauft wurde,

Parks, Spielplätze und Schulhöfe in allen Stadtteilen an

und verwandelt diese für kurze Zeit zu besonderen

Spiel- und Lernräumen.

Es wird finanziert von der Stadt Oberhausen.

Das Spielmobil ist ferner bei vielen Großveranstaltungen

der Stadt mit attraktiven Angeboten dabei, so

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etwa beim Spiel- und

Sportfest in Sterkrade

und dem Weltkindertag.

Ergänzend verleiht

es Hüpfburgen, Spielgeräte

und andere Materialien

an Vereine,

Einrichtungen und Spielplatzpatenschaften.

Das Spielmobil „Dicker

Brummer“ hat sich weiter etabliert.

Regelmäßig werden etwa

13 Standorte im kompletten

Stadtgebiet Oberhausens jeweils

für eine Woche angefahren. Themenwochen

gehören zum festen

Alltagsrepertoire. So gibt es neben den Freispielmaterialien

täglich ein Angebot zu Themen wie Piraten,

Medien, Naturforscher oder Themen, die die Kinder

auch selbst vorschlagen können. Beibehalten

wurden die Kleinkinderspielecke und das kleine

Eltern-Café, die das Spielmobil auch für Familien

attraktiv machen.

Das Spielmobil ist täglich von 14 bis 18 Uhr

besucht und in den Sommerferien von 10 bis 17 Uhr

unterwegs.

Themenwochen sind beliebt

Gelockt haben neben den attraktiven Spielmaterialien

vor allem die Themenwochen. Diese greifen am jeweiligen

Standort eine Woche lang ein Thema auf und setzen

es neben den Alltagsangeboten spielerisch um.

So waren die Kinder etwa als Detektive unterwegs

und lernten dabei auch ihren Stadtteil besser kennen.

Der Brummer war verschwunden und nur gut geschulte

Detektive hatten die Chance, ihn zu finden. Es galt

für die Kinder also die Wahrnehmung zu schulen und

alle Sinne zu nutzen. Natürlich fehlten auch die klassischen

Elemente Detektivausweis, Lupe, Fingerabdrücke

und die notwendige Initiative zur Suche nach dem

Brummer nicht.

In den Umweltwochen wurde mit verschiedenen

Naturmaterialien gebastelt, physikalische Experimente

erprobt und die Umwelt an den Standorten miteinbezogen.

Die Woche der Kinderrechte setzen Kinderrechte auf

spielerische, unverschulte Weise in den Blickwinkel

der Kinder. Sie zeigten, dass es möglich ist, das Thema

auch mit viel Spaß für die Kinder in die Offene Arbeit

einzubringen. Bestandteile der Woche waren u.a. eine

Abstimmung darüber, welches den Kindern die wichtigsten

Rechte sind, ein Quiz zum Ende der Woche

sowie ein Hinweis auf das Kinderbüro.

Feste

Der Brummer wurde sieben Jahre! Das Brummerfest

fand diesmal in Holten statt und war ein voller Erfolg!

Rund 120 Kinder und ca. 50 Erwachsene freuten sich

über verschiedene Kreativ- und Bewegungsangebote,

Getränke, Snacks und über das schöne Wetter.

Am 14. und 15. Mai war das Spielmobil wieder zu

Gast beim Sterkrader Spiel- und Sportwochenende. In

diesem Jahr präsentierte es einen größeren Auszug

von Großspielgeräten aus dem Verleih-Katalog. Die

Spielgeräte konnten durchgehend angespielt und

ausprobiert werden.

Der Weltkindertag stand dieses Jahr unter dem

Motto „Kinderrechte: Ich will-Ich kann-Ich darf”. Das

bunte Kinder- und Familienfest war sehr gut besucht.

Neben einem Kreativangebot, den klassischen Freispielmaterialien

und der neuen Piratenschiff-Hüpfburg


stellte das Spielmobil auch seine Kinderrechte-

Wochen in einer kleinen Präsentation vor.

Feuer in allen Variationen gab es auf dem Feuerfest

des Innenstadtverbundes im Dezember auf dem

Südmarkt. Und das war auch dringend nötig bei klirrender

Kälte. Das Fest war trotz der Superkälte gut

besucht und eine Feuershow rundete das Programm

ab. Ein Bläsereinsatz hingegen musste ausfallen, da

die Instrumente die Kälte nicht überstanden hätten.

Noch mehr für Eltern und Familien

Vom 9. bis 21. Mai 2011, dem internationalen Zeitraum

der Familie, startete eine gemeinsame Aktion

mit dem Familienbüro der Stadt Oberhausen am

Spielmobil. Das Familienbüro bot während dieser

Zeit unter dem Motto DIE PERFEKTE MINUTE kleine,

kurze Spiele an.

Im Juli sorgte eine Familienwoche im Olgapark mit

Picknick und Grillen für ein ansprechendes Angebot

für Familien rund um das Thema „Bewegung und Entspannung”.

Der Schwerpunkt lag auf kleinen gemeinsamen

Eltern-Kind-Aktivitäten.

Veränderungen

Die Kinder stellen immer wieder neue Anforderungen

an das Brummer-Team. In den regelmäßigen Kinderbefragungen

rangieren auf der Wunsch-Hitliste auf

den ersten Plätzen Fahrzeuge, Kettcars und alles,

was sich um Bewegung dreht.

Auf die Kinderarmut, die an einigen Standorten

deutlich sichtbarer geworden ist, reagiert das Spielmobil

mit kleinen und gesunden Snacks.

Auch auf veränderte räumliche Bedarfe kann das

Spielmobil schnell reagieren. In Absprache mit dem

Kinderbüro ist 2011 die Rombacher Straße am Wohnpark

Bebelstraße neu hinzugekommen, im Jahr 2012

wird erstmals der Uhlandpark dabei sein und in

Sterkrade steht ein Umzug vom Gymnasialplatz zum

neuen Platz am Rathaus an.

Bei den Veranstaltungen in Kooperation mit RWO

vor und während der RWO-Heimspiele ist die Anzahl

der Kinder deutlich gestiegen und den Eingang zum

Kinderbereich im Stadion haben wir noch attraktiver

gestaltet. Aus finanziellen Gründen hat RWO die

erfolgreiche Kooperation mit Beginn der neuen Spielsaison

2011/2012 zunächst auf Eis gelegt.

Seit 2011 beteiligt sich das Spielmobil an einer

Arbeitsgruppe der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG)

Spielmobile zur Entwicklung von Qualitätsstandards

für Spielmobile und wird die in diesem Jahr erarbeiteten

Kriterien 2012 auf ihre Praxistauglichkeit

testen und die Spielmobilarbeit damit auf ihren

aktuellen Qualitätsstandard überprüfen.

Das Spielmobil kommt gut an

Mehr als 8.000 Kinder waren in der vergangenen

Saison beim Spielmobil zu Besuch am Südmarkt, in

Holten, am Freitagsfeld und an weiteren zehn Stand-

orten, verteilt über das gesamte Stadtgebiet, im Schnitt

fast 50 Kinder täglich. Deutlich mehr Eltern und kleine

Kinder nutzten den Dicken Brummer im Jahre 2011.

Der Verleih

Etwa 75 Mal wurde im Vorjahr der Verleih von Spielmaterialien

von Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern

genutzt. Das sind einzelne Großspiele wie die Malschaukel,

das ganze Spielmobil oder die brandneue

Piratenschiff-Hüpfburg. Das ist ein stabiles Niveau.

Geringer war die Nachfrage nach den Spielekisten zu

Themen wie Piraten, Mittelalter, Mädchen/Jungen, etc.

durch Spielplatzpaten und Tagespflege, die dieser Zielgruppe

kostenlos zur Verfügung gestellt werden und

Materialien, Musik sowie Spielanleitungen für ganze

Spielfeste enthalten.

Der Verleihkatalog wurde komplett überarbeitet,

neue Spielgeräte wurden aufgenommen, so zum Beispiel

auch die neue Piratenschiff-Hüpfburg sowie sechs

GPS-Geräte.

� GUT DRAUF-Mobil –

unterwegs an Grundschulen

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 ist das interkulturell

angelegte Gesundheitsprojekt „GUT DRAUF-Mobil

– unterwegs an Grundschulen“ angelaufen, das bis 31.

Juli 2011 an vier ausgewählten Grundschulen der Sozialräume

Innenstadt und Lirich unterwegs war. Zielsetzung

war, an den ausgewählten Grundschulen

modellhaft eine ganzheitliche Gesundheitsförderung

mit den Schwerpunkten Bewegung, Ernährung und Entspannung

nachhaltig zu

etablieren. Im Rahmen

der Projektarbeit

wurde die ganze

Bandbreite von

Unterricht über

Offenen Ganztag,

Schul-sozialarbeit

bis hin zu Elternabenden

und Sonderveranstaltungen

genutzt. Besondere Beachtung

erfuhr die Einbeziehung von Eltern, ohne die eine

Nachhaltigkeit nicht gelingen kann.

Das Projekt wurde Ende Juli 2011 nach drei Jahren

erfolgreich beendet. Es fand in Kooperation mit dem

Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW

statt und wurde von der Stiftung Wohlfahrtspflege

NRW gefördert und unterstützt durch die Stadt Oberhausen.

Bausteine wurden erprobt

Bausteine wie zum Beispiel Bewegungskicks im Unterricht,

Pausenspiele, Aktionen zum gesunden Frühstück,

der Ernährungsführerschein, das Elterncafé, Entspannungs-

und Konzentrationsübungen wurden in den

drei Jahren der Projektlaufzeit entwickelt und erprobt.

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14

Die Aktionen machten den Kindern Spaß, schulten

Lehrkräfte und Fachkräfte im Offenen Ganztag und

bereicherten Elternabende und Speisezettel der Familien.

Beliebte Angebote für Eltern im letzten Projektjahr

waren etwa „Walking on Sunshine“, ein gut

genutztes Angebot zum gemeinsamen Walken sowie

der anschließende Kaffeeklatsch mit Pfiff. Für die

Kinder waren neben Entspannungsangeboten die

Wunschstunden das Highlight: Alle Klassen konnten

sich aus den kennengelernten Aktionen der drei

Jahre ihr Lieblingsangebot aussuchen und noch einmal

erleben.

AkroFobie war ein beliebtes Fortbildungsangebot

für Lehrkräfte der Schulen und Fachkräfte des Offenen

Ganztages. Der Akrobatik-Workshop „AkroFobie –

Keine Angst vor luftigen Höhen” wurde auf Anfrage

der Lehr- und Fachkräfte entwickelt, vermittelte

Grundlagen zur Durchführung von Akrobatikangeboten

mit Kindern und erhöhte so die Nachhaltigkeit des

Projektes in den Schulen.

Darüber hinaus war das GUT DRAUF Mobil

nochmal bei einigen Festen aktiv, so beim Frühlingsfest

der Josefschule mit verschiedenen Stationen

um die Thematik Bewegung, Ernährung,

Entspannung mit Möhrenpunsch und falschem Spiegelei,

einer Decken-Matten-Ecke und Bewegungsspielen.

Beim Liricher Lichterfest glänzten die GUT

DRAUF-Gruppen der Emscherschule mit einer Jonglage-Nummer

und der Josefschule mit einer Akrobatik-Vorführung.

Gesundheitsforschertag

Bestandteil des Projektes waren mehrere Transfer-

Workshops für nicht am Projekt beteiligte Schulen.

Der letzte Workshop lud nicht die Fachkräfte zu

einer Veranstaltung ein, sondern ging den mobilen

Weg. Fünf interessierte Schulen konnten das Projekt

für einen Tag mit beispielhaften Aktionen der

Gesundheitsförderung in Unterricht, Pause und

Offenem Ganztag „buchen“. Der Unterricht wurde

angereichert mit Bewegungs- und Entspannungselementen;

die Offenen Ganztage der jeweiligen Schulen

profitierten an diesem Tag durch passende offene

Angebote zur Entspannung und Bewegung. Außerdem

gab es gesunde Pausensnacks und viele Möglichkeiten

ganz konkret zu erfahren, welche gesundheitsfördernden

Angebote für die jeweilige Schule besonders gut

passen.

Projektabschluss – Gesundheit ist …

„Gesundheit ist genug zu schlafen, gut zu essen, Sport

zu treiben und sich zu entspannen“. Aber auch mit

Freunden Spaß zu haben, Apfelkuchen zu genießen,

mit dem Hund spazieren zu gehen und fit zu sein.

Dies sind nur einige Statements von Schülerinnen und

Schülern zum Abschluss der spannenden drei Jahre

und aufgenommen auf Video, die die Abschlussveranstaltung

einleiteten. Zu dieser Veranstaltung waren

nicht nur die beteiligten Schulen, Eltern und Fachkräfte

des Offenen Ganztags, sondern auch weitere

Akteure aus Gesundheitsamt, Sozialraum und den

Landesverbänden des Paritätischen Wohlfahrtsverbands

und des Kinderschutzbunds eingeladen.

Gemeinsam wurde aus unterschiedlichen Blickwinkeln

ein intensiver Blick in das abgelaufene Projekt geworfen

und darüber hinaus auch Anregungen gegeben für

eine Gesundheitsförderung von Kindern im Grundschulalter

über das Projekt hinaus.

Materialien zur Nachhaltigkeit

Im Rahmen des Projektes sind verschiedene Materialien

entstanden. Neben dem Abschlussbericht sind für die

praktische Arbeit sicher am interessantesten die


Gesundheitstipps für Eltern und Kinder 3 x bunt hält

dich gesund sowie Ideen zur Gesundheitsförderung

von Grundschulkindern, eine Materialsammlung für

Fachkräfte an Grundschulen, die auch für die außerschulische

Verwendung gut geeignet ist.

Im Nachgang Initiativenpreis gewonnen

„Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen“ unter diesem

Motto hatte das Paritätische Jugendwerk NRW

zum neunten Mal den Initiativenpreis ausgeschrieben.

Gesucht wurden Praxisbeispiele, die Kindern

und Jugendlichen ein gesundes Aufwachsen ermöglichen.

Mit dem Gesundheitsprojekt „GUT DRAUF

Mobil – unterwegs an Grundschulen” haben wir uns

dafür beworben und den 3. Preis gewonnen. Laut

Jury „überzeugten sowohl der konzeptionelle Ansatz

als auch die mit den Jugendlichen erstellte filmische

Clips zum Thema Gesundheit”. Mit dem Preis war

nicht nur die fachliche Anerkennung für dieses

Projekt, sondern auch ein Preisgeld in Höhe von

500 Euro verbunden.

Das Projekt wurde gefördert von der

Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

und unterstützt von der

Stadt Oberhausen

� Schulverweigerung – Die 2. Chance

Das vom Bundesjugendministerium initiierte

Projekt dient der Wiedereingliederung

von schulmüden Kindern in das

Schulsystem und der Verringerung von

schulabschlusslosen Schulkarrieren.

Das Projekt wird über das Bundesjugendministerium

aus Mitteln des

Europäischen Sozialfonds gefördert.

Zielgruppe und Inhalt

Das Projekt Schulverweigerung – Die 2. Chance wendet

sich an alle Schüler und Schülerinnen ab 12 Jahren, die

in einem erheblichen Umfang die Teilnahme am Unterricht

aktiv oder passiv verweigern und die somit

gefährdet sind, sich innerlich und äußerlich von der

Schule abzukoppeln und deren Schulabschluss damit

potentiell gefährdet ist. Diese Schülerinnen und

Schüler werden von Sozialpädagoginnen individuell

begleitet, Hilfeleistungen vor Ort (z.B. Hilfen zur Erziehung,

Schulsozialarbeit, schulische Angebote) werden

von ihnen koordiniert und neue motivierende und

unterstützende Angebote aufgebaut und begleitet.

Die Koordinierungsstelle

Unsere Arbeit als Koordinierungsstelle beinhaltet auch

eine Unterstützung beim Aufbau von Motivation und

Schulleistung fördernden Gruppen- und Einzelangeboten

für betroffene Schülerinnen und Schülern an ihren

Schulen sowie das Angebot einer Projektklasse (in

Kooperation mit dem Schulamt) mit ganzheitlichem

Förderansatz, Binnendifferenzierung der Lerngruppe

und projektorientiertem, lebensweltnahem Unterricht.

Diese sozialpädagogischen Schulintegrationshilfen

werden in enger Kooperation mit der Gemeinnützigen

Gesellschaft für Soziale Arbeit (GSA mbH) über Hilfen

zur Erziehung durchgeführt. Ziele der Hilfen zur Erziehung

sind die Befähigung zur Teilhabe insbesondere in

der schulischen Gemeinschaft, sowie die Verbesserung

der Lernmotivation und die Stärkung des Selbstwertgefühls,

die Unterstützung bei der Entwicklung einer

altersgemäßen, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen

Persönlichkeit. Zur Unterstützung dieses

Anliegens ist neben der pädagogischen Arbeit mit

den Kindern und der koordinierenden Tätigkeit zur

Vernetzung von Hilfeleistungen auch eine intensive

Eltern- bzw. Familienarbeit notwendig.

Aktuell gibt es in Oberhausen ca. 170 Hauptschülerinnen

und -schüler der Klassen sechs bis neun, die im

2. Schulhalbjahr 2009/2010 mehr als 60 Stunden

unentschuldigt fehlten. Die Notwendigkeit eines Projektes,

das in Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule

schulmüden Kindern und Jugendlichen hilft, wieder

Fuß im schulischen und gesellschaftlichen System zu

fassen bzw. den Halt dort nicht zu verlieren, wird

anhand der Zahlen deutlich.

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Örtliche Verankerung –

Personelle Ausstattung

Das Gesamtprojekt Schulverweigerung – Die 2. Chance

hat im November 2011 neue innenstadtnahe

Räume bezogen, in denen sowohl die Räumlichkeiten

der Koordinierungsstelle als auch der Projektklasse

untergebracht sind.

Das Team der Projektklasse besteht aus zwei sozialpädagogischen

Fachkräften, einer Hauswirtschaftskraft,

die für das leibliche Wohl und die Sauberkeit

sorgt, sowie einer Lehrkraft der Hauptschule und

weiteren Fachkräften der RUHRWERKSTATT, die uns

in unterschiedlichen Bereichen unterstützen.

Der Erfolg der Arbeit – Zahlen und Fakten

Durch eine intensive Beziehungsarbeit mit den Kindern

und Familien gelingt es, die Kinder zum Lernen

und zum weiteren Schulbesuch und die Eltern

zur Mitarbeit zu bewegen. Vertrauen und Wertschätzung

sind die wesentlichen Voraussetzungen, um

einen positiven Einfluss auf die Werdegänge der Kinder

zu erreichen.

Die Kleingruppe der Projektklasse und der außerschulische

Lernort machen ein spontanes und direktes

Handeln der sozialpädagogischen Fachkräfte

möglich, um direkt und auch konsequent auf das

Verhalten oder auf die einzelnen Probleme der Schülerinnen

und Schüler zu reagieren.

So konnten aus der Projektklasse im Jahr 2011

sieben Schülerinnen bzw. Schüler wieder an ihre

Stammschule oder eine andere Regelschule zurückgeführt

werden.

Die seit Dezember 2009 bestehenden ambulanten

Angebote an drei ausgewählten Schulen konnten

nach Verhandlungen mit dem Jugendamt zum Schuljahr

2011/2012 auf vier Schulen ausgeweitet werden.

An diesen Schulen bieten wir Unterstützung bei

der Entwicklung und Durchführung von präventiven

Angeboten zur Vermeidung von Schulverweigerung

an. An jeder der vier kooperierenden Schulen werden

gleichzeitig jeweils drei bis vier Schülerinnen

und Schüler mit schulverweigernden Tendenzen,

deren Schulabschluss gefährdet ist, individuell

intensiv begleitet und gefördert. Hausbesuche mit

Beratungsgesprächen, die Koordinierung und Vermittlung

von Hilfen und die Wiederherstellung des

positiven Kontaktes zur Schule ermöglichen so die

erfolgreiche Wiedereingliederung in das Schulleben.

Wenn es hilfreich ist, unterstützt Förderunterricht

den schulischen Erfolg der Einzelnen zusätzlich.

In 14 Fällen hat diese frühzeitige Unterstützung

in den ambulanten Angeboten zu messbar schnellen

und Leistung steigernden Ergebnissen geführt.

Durch die ambulante Betreuung konnte ein deutlich

besserer Notendurchschnitt, eine regelmäßigere

Anwesenheit und Anbindung an die Schule erreicht

werden.

Im Jahr 2011 konnten insgesamt 42 Schüler und Schülerinnen

durch das Projekt gefördert werden, darunter

16 Mädchen und 22 Jungen. Die überwiegende Zahl

dieser Kinder und Jugendlichen bringt neben der

Schulverweigerung eine Vielzahl von familiären und

persönlichen Problemen mit.

Zurzeit werden zwischen 22 und 24 Kinder und

Jugendliche im Projekt gefördert, davon seit Sommer

2011 12 bis 14 durch die Individualbetreuung an den

Schulen, sowie 10 Schüler und Schülerinnen in der

Projektklasse.

Bei Schülerinnen und Schülern, deren umfassende

familiäre und persönliche Problematik eine intensivere

Form der Unterstützung erfordert, werden gemeinsam

mit den Kooperationseinrichtungen sowie mit den

Regionalteams der Jugendhilfe passgenaue Angebote

entwickelt und eine Überleitung in diese sichergestellt.

Kooperationen mit Fachdiensten

Das Zusammenspiel der Akteure (Jugendhilfe –Schule –

Koordinierungsstelle Schulverweigerung – Die 2. Chance)

hat sich gut entwickelt. Das Angebot der Koordinierungsstelle

mit der Projektklasse und den ambulanten

Individual- und Gruppenförderungen an ausgewählten

Schulen wird von Seiten der Schulen und der Jugendhilfe

immer häufiger angefragt.

Die enge Kooperation mit der Psychologischen Beratungsstelle

der Stadt Oberhausen unterstützt unsere

Arbeit. Gemeinsame Hausbesuche und unsere Begleitung

der Familien zu Beratungsgesprächen wurden

verabredet und durchgeführt. So können sehr schnell

passgenaue Hilfen entwickelt und realisiert werden.

In Einzelfällen arbeiten wir mit ansässigen Kinderund

Jugendpsychologen und Beratungsstellen zusam-


men. Daneben ist die Kooperation mit der Essener

Schulverweigerer-Ambulanz und den dazugehörigen

Angeboten eine wichtige Unterstützung bei der individuellen

Anamnese und der anschließenden Hilfeplanung.

Handreichung Schulverweigerung

Die Regionalteams der Jugendhilfe wie auch die

Schulen und die Schulsozialarbeit beschäftigen sich

immer mehr mit der Thematik Schulverweigerung

und erkennen die Vielfältigkeit und Wichtigkeit des

Problems.

i n f o

Wie aber wird Schulverweigerung definiert, was ist

schulverweigerndes Verhalten, wie kann es verhindert,

minimiert werden oder was kann vorbeugend getan

werden?

Wir haben gemeinsam mit der Gemeinnützigen

Gesellschaft für soziale Arbeit mbH eine „Handreichung

Schulverweigerung” mitentwickelt und herausgegeben,

die sich als praktische Unterstützung für Fachkräfte

von Schule und Jugendhilfe versteht und neben der

Darstellung von Hilfsmöglichkeiten und der Vorstellung

der Oberhausener Akteure auch viele hilfreiche

Textvorlagen, Checklisten und Tipps gibt.

Das Projekt wird gefördert von:

• 120 Kinder kamen täglich ins

Familienzentrum

• 25 bis 60 Kinder kamen täglich

auf den Bauspielplatz

• 24 Einsätze gab es im Mobilen

Dienst für Kinder

• Das GUT DRAUF-Mobil erreichte

etwa 800 Kinder und bezog viele

Eltern und Multiplikatoren mit

ein.

• 8.000 Kinder (zum Teil in

Begleitung ihrer Mütter/Eltern)

nutzten die Angebote des

Spielmobils

• In der 2. Chance wurden 42

Schülerinnen und Schüler

gefördert

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Jugend, Schule und Beruf

� Jugendwerkstatt

Die Jugendwerkstatt hilft Jugendlichen beim

Einstieg in die Berufswelt

In unserer Jugendwerkstatt erhalten Jugendliche

sowohl eine Orientierung im Bereich der Arbeitswelt

als auch die Chance, ihre Neigungen und Talente,

ihre Stärken und auch ihre Grenzen kennenzulernen.

Sie lernen in einem Zeitraum von 12 Monaten

verschiedene Werkbereiche kennen. Dies sind die

Bereiche Metall und Medien und neu seit August

2011 die Gartenlandschaftspflege/-bau. Aufgegeben

wurde aufgrund wegfallender Räumlichkeiten die

Farb- und Raumgestaltung. Neben diesen fachpraktischen

Angeboten bietet die Jugendwerkstatt den

Jugendlichen sozialpädagogische Beratung und

Betreuung, fördert sie schulisch durch Stützunterricht

in allgemeinbildenden Fächern und begleitet

sie bei der Suche und Durchführung von Praktika.

Anpassung an die Fördernotwendigkeiten von

Jugendlichen

Während wir in der Jugendwerkstatt die Jugendlichen

im Übergang von der Schule in den Beruf begleiten,

unterstützen wir sie mit verschiedenen Angeboten

darin, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die

sie für den Schritt in die Erwerbstätigkeit und in ein

selbstständiges Leben benötigen.

Verstärkt zeigt sich in unserer täglichen Arbeit, dass

es nur gelingt, diesem Anspruch gerecht zu werden,

wenn sich die Methoden und Arbeitsweisen beständig

an die vermehrten Fördernotwendigkeiten der Zielgruppe

anpassen.

Erlebnispädagogische Angebote, soziale Gruppenarbeit

und gesundheitspräventive Angebote aus den

Bereichen Bewegung, Entspannung, Ernährung sind

deswegen wichtige Elemente und in den Alltag der

Jugendwerkstatt integriert.

Elternarbeit hat hohen Stellenwert

Aufgrund der gestiegenen vielschichtigen Problematiken

der Jugendlichen wird der Umfang, der Inhalt

und die Häufigkeit von Eltern-, Erziehern- und sonstigen

Betreuerkontakten immer größer. Bei vielen der

Jugendlichen finden täglich mehrere telefonische oder

persönliche Gespräche statt. Bei Elternkontakten häufen

sich „Nebenberatungen“ zu Familienproblemen.

Dies hat zur Folge, dass die Zusammenarbeit mit anderen

beratenden und unterstützenden Einrichtungen

und Akteuren immer umfangreicher und intensiver

wird und die Grundlage für einen ganzheitlichen

Betreuungsansatz bildet.

Damit der Arbeitsalltag von unseren Jugendlichen

gemeistert werden kann, erarbeiteten wir gemeinsam

mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine

persönliche/individuelle Tagesstruktur.

Die schulische Förderung wird intensiviert.

Erstmalig im Maßnahmejahr 2011/2012 erhalten die

Jugendlichen der Jugendwerkstatt die Möglichkeit,

über eine externe Prüfung den Hauptschulabschluss

nach Klasse 9 zu erreichen. In Absprache mit der

Bezirksregierung Düsseldorf wurden diejenigen

Jugendlichen zur Prüfung im Februar 2012 angemeldet,

die die notwendige Anstrengungsbereitschaft und

die intellektuellen Voraussetzungen besitzen, die Prü-


fung erfolgreich zu bestehen. Die Schwerpunktaufgabe

des Stützunterrichts im laufenden Maßnahmejahr

ist die Entwicklung von entsprechenden

Unterstützungs- und Hilfsangeboten, die für die

benachteiligten Jugendlichen zur Bestehung der Prüfung

unabdingbar sind. (Individuelle Vorbereitung,

Vermeidung/Linderung von Prüfungsangst, pädagogische

Begleitung während der Prüfung, etc.). In Einzelunterricht

oder in Zweier-Teams werden die

Jugendlichen in den prüfungsrelevanten Fächern

beschult. Es hat sich eine Gruppe von acht Jugendlichen

herauskristallisiert, die aufgrund von ausreichendem

schulischem Basiswissen und gutem

Engagement zur Externenprüfung angemeldet werden

konnten. Die Prüfungen werden im Mai/Juni

2012 an einer Hauptschule abgenommen.

Kreativität, Gesundheit und

soziale Kompetenzen

Auch im diesem Lehrgang gab es neben der täglichen

Arbeit in den Werkstätten besondere Angebote oder

kleinere Projekte. Hierzu gehören insbesondere

• ein erlebnispädagogisches Training, bei dem mit

Hilfe von GPS-Geräten Anlaufstellen im Wald geortet

und Aufgaben zu bewältigen waren. Hier ging

es darum, die erprobten sozialen Kompetenzen

wie Ausdauer, Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft

und Teamgeist umzusetzen,

• mädchenspezifische Angebote zur kreativen

Arbeit, Gesprächsrunden zu besonderen Themen,

• Sport- und Bewegungsangebote unter der Berücksichtigung

des GUT DRAUF Aspektes Bewegung

und Entspannung (Fußball, Muskelaufbau- und

Rückentraining, Entspannungstechniken, etc.),

• die Aktion „Der Wertevertrag“. Hierbei wurden

Umgangsformen, geltende Werte und Normen

erarbeitet und in einer Art Vertrag festgehalten. In

einer Gruppenaktion wurde gemeinschaftlich um

jede einzelne Unterschrift „gekämpft“. Der Vertrag

musste in drei Meter Höhe unterzeichnet werden.

Der Unterzeichnende wurde von allen anderen mit

Hilfe von Gurt, Seil und Leiter in die entsprechende

Höhe gezogen. Alle Jugendlichen mussten „an

einem Strang ziehen“, um das jeweilige Gruppen-

mitglied sicher hoch und wieder auf den Boden zu

bringen,

• eine Projektwoche unter dem Motto „Advent,

Advent“. Hier fertigten die Jugendlichen passend

zum Motto Gegenstände aus Holz und Blech, gestalteten

Fotocollagen und entwickelten ein kleines

Theaterstück. Das Ganze wurde zu einer Ausstellung

zusammengestellt und präsentiert.

Die Jugendwerkstatt arbeitet

mit Schulen zusammen

Um Mut- und Orientierungslosigkeit bei Schülerinnen

und Schülern, deren Schulabschluss auf der Kippe

steht, vorzubeugen, entwickelt die Jugendwerkstatt für

Schülerinnen und Schüler von Haupt- und Förderschulen

besondere Projekte zur beruflichen Orientierung.

Dabei erhalten die Jungen und Mädchen einen Einblick

in die Arbeitswelt und lernen arbeitsnahe Lernsituationen

kennen. Sie erhalten Unterricht in Projektform von

Lehrkräften der kooperierenden Schulen.

Die Lern- und Arbeitsmotivation der jungen Menschen

wird durch kleine Lernschritte und Erfolgserlebnisse

im Werkalltag wieder gestärkt.

Die Bilanz der Jugendwerkstatt

Insgesamt haben 66 Jungen und Mädchen im Jahr 2011

die Jugendwerkstatt durchlaufen. Von den 24 Jugendlichen

zum Ende des Lehrgangs 2010/2011 wurden neun

Jugendliche in das beginnende Werkstattjahr 2011/

2012 aufgenommen.

Ein Jugendlicher wechselte in die DIAM-Maßnahme

(Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener

behinderter Menschen). Weitere zwei Jugendliche

wechselten an ein Berufskolleg ins Berufsgrundschuljahr,

um dort ihren Fachoberschulabschluss zu erwerben.

Ein Jugendlicher wurde in unterstützende

Beschäftigung vermittelt. Bei zwei Jugendlichen erfolgte

als Anschlussperspektive der Besuch einer berufsvorbereitenden

bzw. einer berufsorientierenden Maßnahme.

Zwei Jugendliche wurden in eine Einstiegsqualifizierung

(EQ) bei ihrem Praktikumsbetrieb übernommen.

Drei Jugendliche verblieben für ein weiteres Jahr

in der Jugendwerkstatt. Vier Jugendliche blieben trotz

aller Bemühungen leider unversorgt.

Die Jugendwerkstatt wird finanziell unterstützt

durch die Jugendämter der Städte Oberhausen und

Mülheim a. d. Ruhr, die Stadtsparkasse Oberhausen,

das Land NRW und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds

(ESF).

� Schulprojektarbeit

Seit vielen Jahren arbeitet die RUHRWERKSTATT erfolgreich

mit Oberhausener und Mülheimer Schulen zusammen.

Insbesondere im Bereich des Übergangs von der

Schule in den Beruf bieten wir vielfältige Angebote, die

– in unterschiedlichster Art und Weise – Schulen dabei

unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler zum

Schulbesuch zu motivieren und auf einen Beruf vorzubereiten.

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„Zukunft fördern. Vertiefte

Berufsorientierung gestalten“

Berufsorientierungscamps

Neben der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit

drei Oberhausener Schulen bieten wir

Berufsorientierungscamps für Oberhausener und

Mülheimer Schulen im Rahmen des Projektes

„Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung

gestalten“ von Partner für Schule an:

Berufsorientierung, lebenspraktische Inhalte mit

Bezug zur Ausbildung oder Erwerbstätigkeit, werkpraktische

und erlebnispädagogische Angebote zur

Initiierung von Gruppenprozessen sind Inhalte dieser

Camps und werden mit unterschiedlicher

Gewichtung nach den Wünschen der Schulen zusammen

gestellt.

2011 haben wir mit zwei Schulen (einer Gesamtschule

und einer Hauptschule) diese Camps mit insgesamt

180 Schülerinnen und Schüler durchgeführt.

Unsere Camps werden von den Schulen und den

Schülerinnen und Schülern sehr geschätzt und als

sehr hilfreich zurückgemeldet.

Darüber hinaus führten wir im Auftrag des DGB

Bildungswerkes Hattingen einen „Technik-Tag“ für

Schülerinnen und Schüler aus NRW im Rahmen eines

sogenannten „Zukunfts-Camps“ durch.

Aktionstage zur Berufsorientierung

Im Auftrag der Willy-Brand-Gesamtschule in Mülheim

haben wir bereits zum vierten Mal ein Angebot

zur Berufsorientierung der etwas anderen Art für

den gesamten achten Jahrgang durchgeführt. In

2011 war es ein erlebnispädagogischer Aktionstag

für insgesamt über 120 Schülerinnen und Schüler.

Das Konzept verknüpfte eine Schnitzeljagd per GPS-

Gerät mit Premium-Teamaufgaben (zum Selberanleiten)

und kleinen Herausforderungen am Wegesrand.

Mobilitätstraining

Alle Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen

der Oberhausener Förderschulen beteiligten sich

auch 2011 an einem Mobilitätstraining, das die

Schulsozialarbeiterinnen in Kooperation mit den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendwerkstatt

durchführten. Insgesamt 60 Jugendliche

streiften in Gruppen aufgeteilt durch Oberhausen,

mussten z. B. bei der Polizei, dem DGB, den Regionalteams/Jugendamt

Antworten auf vorgegebene

Aufgaben finden, Akteure aus dem Übergang Schule

und Beruf kennenlernen und unbekannte Orte aufsuchen.

Neben der Polizei, der DGB Jugend, dem

JobCenter, den Rathäusern und Regionalteams der

Jugendämter waren in diesem Jahr die Beschäftigungsförderung

Oberhausen (BFO), die Beratungsstelle

Jugend und Beruf und die Schuldnerberatung

neu dabei. Alle Entscheidungen auf diesem Weg

mussten gemeinsam getroffen werden, positive

Erlebnisse miteinander geteilt und Misserfolge gemeinsam

ertragen werden. Die letzte Station des Trainings

war wieder die RUHRWERKSTATT. Hier erhielten die

Schülerinnen und Schüler einen Einblick in unsere

Projekte Jugendwerkstatt und Werkstattjahr, da die

Teilnahme an einer dieser Maßnahmen für sie eine

realistische berufliche Perspektive bedeutet.

Perspektive Ausbildung und Arbeit

An der Hauptschule Alstaden finden im gesamten

achten Jahrgang (60-80 Schülerinnen und Schüler)

seit dem Sommer 2011 Sozialtrainings, die Ermittlung

von Förderbedarf und eine Wegbegleitung statt. Die

pädagogische Intention hierbei ist die Förderung der

individuellen Ausbildungsreife von besonders benachteiligten

Schülerinnen und Schülern.

„STARTKLAR! Mit Praxis fit für

die Ausbildung in NRW“

Dies ist ein Angebot für Haupt-, Gesamt- und Förderschulen

in Nordrhein-Westfalen und richtet sich an

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis

10, die den direkten Übergang in eine Ausbildung

anstreben und zusätzliche Unterstützung benötigen.

2011 führten wir im Auftrag insgesamt 15 Samstagsworkshops

durch, die ganztägig Mathe- und Deutschaktionstage

und erlebnispädagogische und theaterpädagogische

Angebote zum Inhalt hatten. Insgesamt

nahmen ca. 150 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen

Schulen teil.

STARTKLAR! wird finanziert vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung, dem Ministerium für

Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-

Westfalen und durch Mittel des Europäischen Sozialfonds,

der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur

für Arbeit sowie dem Ministerium für Schule und

Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Angebot wird umgesetzt von der Stiftung Partner

für Schule NRW, der Landes-Gewerbeförderungsstelle

des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. LGH

und dem Bundesinstitut für Berufsbildung, BiBB.

Eltern – Medien – Seminare

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitsfeldes

Jugend, Schule und Beruf ließen sich zu Trainerinnen

und Trainern zur Durchführung von Eltern-Medien-

Seminaren zum Thema Internet + Handy über die Landesanstalt

für Medien NRW (LfM) ausbilden. Ein Thema,

das aus der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen

nicht mehr wegzudenken ist, sind moderne elektroni-


sche Medien (insbesondere Internet, Handy, Computerspiele).

Daher haben natürlich auch Eltern

hier tägliche Berührungen und sind häufig damit

überfordert.

2011 konnten so zehn Elternabende zu diesem

Thema stattfinden.

� BIWAQ

Im Rahmen unserer Beteiligung am

Bundesprogramms BIWAQ (ausführliche

Beschreibung siehe Bildung und Qualifizierung)

ist der Schwerpunkt des zweiten

Bausteines unserer Beteiligung die

Verbesserung des Übergangs von der

Schule in den Beruf.

An der Hauptschule Alstaden und der Gesamtschule

Alt-Oberhausen unterstützen wir vier

Gruppen mit insgesamt über 60 Schülerinnen und

Schülern in ihrer Berufsvorbereitung.

Seit Februar 2009 verfolgen wir mit unseren

wöchentlichen Angeboten die Ziele Ausbildungsreife

fördern und Schulabschlüsse verbessern. Wir arbeiten

in den Jahrgängen acht, neun und zehn und

haben ein Motivationsprogramm für Schülerinnen

und Schüler aufgelegt, deren Schulabschlussprognose

gefährdet ist. Wir entwickeln soziale Kompetenzen,

lockern Lernblockaden, unternehmen

Betriebsbesichtigungen und schreiben Bewerbungen.

Im 9. Jahrgang der Gesamtschule Alt-Oberhausen

entwickelten wir im Werkprojekt eigene Skulpturen

zum Thema „Freundschaft & Familie – was mir wichtig

ist”. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei

Entwürfe gemacht, die die Ideen aller miteinbezog.

Als Materialien wurden Holz, Beton, Metall, Speckstein

und eine Fotocollage ausgewählt. Dabei sind

drei Skulpturen und ein metallener BIWAQ-Schriftzug

entstanden.

Mit den Querschnittsthemen Sprach- und Gesundheitsförderung

versuchen wir, die Entwicklung unserer

Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig positiv zu

beeinflussen. So gehören Bewegungseinheiten und

gesunde Obst- und Getränkeangebote zu jedem

Programm.

Das Projekt wird gefördert von:

� Die Schulsozialarbeit

Die Schulsozialarbeit betreut an vier Oberhausener Förderschulen

sozial benachteiligte und/oder individuell

beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler und hilft

und unterstützt dabei, die Chancen ihrer sozialen

Integration zu verbessern. Sie interveniert bei Regelverletzungen,

Aggressionen und Gewalt, zeigt Lösungsmöglichkeiten

auf und entwickelt Alternativen zur

Motivations- und Perspektivlosigkeit. Dabei arbeitet sie

intensiv mit anderen unterstützenden Institutionen

zusammen.

Die Aufgaben der Schulsozialarbeit sind Prävention,

Intervention und Vernetzung.

Die Präventionsangebote bestehen aus verschiedenen

Maßnahmen, Projekten und Angeboten, die im Vorfeld

auf eine Unterstützung, Stärkung und Verbesserung

von Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder

und Jugendlichen abzielen. Themenschwerpunkte sind

in dem Zusammenhang z.B. Suchtprävention, Soziales

Lernen, Benimmtraining nach Knigge, Sexualerziehung,

Gesundheits- bzw. Bewegungsangebote, Streitschlichtung,

Gewaltprävention, Selbstsicherheitstraining,

Theaterpädagogik und geschlechtsspezifische Angebote.

Durch frühzeitige Intervention werden Konflikte

behoben, Gewaltbereitschaft reduziert und Handlungsalternativen

erarbeitet. Die

Vernetzung dient sowohl der Koordination

der Hilfsangebote innerhalb

der Schule und der

Vermittlung zwischen Schule und

dem sozialen Umfeld als auch der

gemeinsamen Entwicklung von

Angeboten und Projekten mit den

unterschiedlichen Akteuren in

Oberhausen, insbesondere mit der

öffentlichen Jugendhilfe, der

Jugendgerichtshilfe, der Drogenberatungsstelle,

Pro Familia, dem

Kommissariat „Vorbeugung” der

Polizei, Kinder- und Jugendtherapeuten

bzw. Kliniken, der psychologische

Beratungsstelle als auch

verschiedenen konfessionellen Einrichtungen.

Eine weitere Aufgabe

der Schulsozialarbeit ist die Mitwirkung

in Gremien und Arbeitskrei-

21


22

sen der Stadt Oberhausen wie z.B. dem Mädchenarbeitskreis,

stadtteilbezogenen Arbeitskreisen und

Sozialraumgesprächen.

Die Schulsozialarbeit wird durch das Jugendamt

der Stadt Oberhausen finanziert.

Einzelfallhilfe als Schwerpunkt

Den überwiegenden Schwerpunkt der Arbeit bildet

nach wie vor die Einzelfallhilfe für Schülerinnen

und Schüler, die im Rahmen der Schule zum Beispiel

durch Introvertiertheit, Aggressionen, Delinquenz,

Störungen des Unterrichts, psychosomatische

Beschwerden, Schulverweigerung auffallen. Hier ist

es wichtig, individuelle Angebote und Hilfen zu

ermöglichen.

Erwähnenswert ist, dass die Schülerinnen und

Schüler der Klassen 1-4 zunehmend vermehrt durch

psychische Störungen belastet sind und somit in

höherem Maße betreut werden müssen. Eine intensive

Elternarbeit und ein ständiger Austausch aller

Beteiligten sind deswegen unerlässlich.

Im abgelaufenen Schuljahr gab es insgesamt ca.

230 intensive Betreuungskontakte (40-75 je Schule).

Weitere Aktivitäten

Im Freizeitbereich der Förderschulen wurden zahlreiche

Tanzangebote in Kooperation mit verschiedenen

Oberhausener Tanzschulen, Selbstverteidigung,

Konflikttrainings, Teilnahme an der Jungentrophy,

den Mädchengesundheitstagen, Ausflüge, kulturelle

Aktivitäten wie Theater- und Kinobesuche, schulinterne

Veranstaltungen und Feste etc. angeboten.

Die Schulsozialarbeit beteiligte sich am Projekt

Zirko Zampano, nahm am Wettbewerb „Leben ohne

Qualm“ teil und an den Mobilitätstrainings im Rahmen

unser Schulprojektarbeit. Außerdem engagierten sich

Förderschülerinnen und Förderschüler in sozialen Projekten

wie dem Schulprojekt „Wir tun gut“, in dem sie

mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes Spendengelder

für die Katastrophenopfer in Japan sammelten.

Die Schulsozialarbeit unterstützt darüber hinaus

Angebote zur Berufsorientierung wie den Girls Day

und ein durch „Stärken vor Ort“ finanziertes Projekt im

Bereich Garten- und Landschaftsbau.

Grundschüler der Förderschulen nahmen am Projekt

mit dem DRK „Kinder helfen Kindern“ teil. Oberstufenschüler

wurden zu Streitschlichtern ausgebildet.

� Das Werkstattjahr

Das Werkstattjahr ist ein gemeinsam vom Arbeits- und

vom Schulministerium NRW ins Leben gerufenes Programm

für unversorgte, berufsschulpflichtige Jugendliche

mit dem Ziel der Herstellung bzw. Verbesserung

der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit. Es

bietet Hilfe bei der beruflichen Orientierung und

erleichtert den Einstieg in die Berufswelt.

Das Werkstattjahr beginnt jeweils am 1. August und

ist ein freiwilliges Angebot. Es wird mit Mitteln des

Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes NRW

finanziert.

Die Umsetzung in der RUHRWERKSTATT

An drei Tagen in der Woche arbeiten die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer des Werkstattjahres in unseren

Lernwerkstätten, die wir mit Beginn des Werkstattjah-


es 2011/2012 mit Gastronomie/Hauswirtschaft und

Holzverarbeitung neu festgelegt haben (der Bereich

Metall und Logistik/EDV ist weggefallen). Jugendliche

lernen praktisch sowie theoretisch in diesen

Lernwerkstätten die Grundlagen des Berufsfeldes

kennen.

Zweimal in der Woche besuchen sie das Käthe-

Kollwitz Berufskolleg um den Hauptschulabschluss

nach Klasse 9 zu absolvieren. Für besonders lernschwache

Jugendliche wird von uns begleitend

Förderunterricht in den Hauptfächern angeboten.

Jobcoaching, intensive Elternarbeit und kreative

Angebote sind nach wie vor unverzichtbare Methoden,

um die Ziele des Werkstattjahres zu erreichen.

In verschiedenen Betriebspraktika lernen die Jugendlichen

den Berufs-alltag des 1. Arbeitsmarktes

kennen, um Kontakte zu Betrieben zu knüpfen und

selbst Erfahrungen und Stärken zu sammeln, die

ihnen beim Einstieg in eine Ausbildung nützlich

sein können.

Besondere Aktionen

In Kooperation mit dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg

nahmen zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer des

Werkstattjahres an einem von uns begleiteten Filmprojekt

„Chance Werkstattjahr“ des Berufskollegs

teil. Sie übernahmen die Kameraführung und filmten

ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei der

Umgestaltung von Unterrichtsräumen; führten Interviews

mit Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen

und Schülern. Anschließend wurde das Filmmaterial

gesichtet und unter fachlicher Anleitung

zusammen geschnitten. Der Film erhielt viel Anerkennung.

Einmal im Mittelpunkt stehen, sich selbst in Szene

setzen, dazu hatten die Jugendlichen in einer Projektwoche

Gelegenheit. Die Medien Video, Musik

und Fotografie wurden intensiv genutzt und kreativ

eingesetzt. So entstanden eigene Texte, die im

Musikstudio als HipHop Song „Schritt in die Zukunft“

vertont und auf einer CD mit selbst gestaltetem

Cover gebrannt wurden. Ein weiteres Ergebnis

dieser kreativen Arbeit war eine Titelblatt- bzw.

Covergestaltung mit eigenem Foto und entsprechenden

Schlagzeilen.

Und last but not least produzierten die Jugendlichen

zum HipHop Song unter fachlicher Anleitung

einen Videoclip. Gemeinsam wurden Drehorte

ausgewählt, Szenen passend zum Song umgesetzt,

gefilmt und geschnitten. Der Clip fand großen

Anklang und erlangte im Oktober 2011 den 2. Platz

beim Internet-Videowettbewerb des Paritätischen

Gesamtverbandes in Berlin „Ab in die Zukunft“.

Die Bilanz des Werkstattjahres 2010/2011

Insgesamt haben zum Abschluss des Durchgangs im

Sommer 2011 38 Jugendliche die Zuweisung zur

Teilnahme am Werkstattjahr durch die Arbeitsagen-

tur erhalten. Zehn davon verließen vorzeitig das Werkstattjahr

aufgrund massiver disziplinarischer Defizite

und hoher Fehlzeiten.

Zum Abschluss des Werkstattjahres 2010/2011

haben drei Jugendliche einen Ausbildungsplatz erlangen

können (Gastgewerbe, schulische Ausbildung und

Krankenpflegehelferin). Acht Jugendliche absolvierten

im Schuljahr 2011/2012 ein Berufsgrundschuljahr.

Sieben Jugendliche besuchen eine BVB-Maßnahme

(Berufsvorbereitungsmaßnahme) der Arbeitsagentur.

Zehn Jugendliche blieben leider trotz intensiver

Bemühungen unversorgt und werden weiterhin durch

die Arbeitsagentur begleitet.

i n f o

• 66 Jugendliche nutzten das

Angebot der Jugendwerkstatt

• 38 Jugendliche nutzten das

Werkstattjahr 2010/2011

• 230 intensive Beratungskontakte

an vier Förderschulen hatte

das Angebot Schulsozialarbeit

im Schuljahr 2010/2011

• 350 Schülerinnen und Schüler

nahmen an Angeboten der

Schulprojektarbeit teil

23


24

Weiterbildung

und Qualifizierung

Bildungswerk Grevenstraße 36

� Das Bildungswerk

Unser Bildungswerk ist seit 1982 eine nach dem

Weiterbildungsgesetz anerkannte und von Land NRW

geförderte Einrichtung der Erwachsenenweiterbildung

und seit fast 30 Jahren ein verlässlicher

Partner bei der Realisierung von Bildungsinhalten

für alle Bevölkerungsgruppen in Oberhausen und

Umgebung. Wir arbeiten mit anderen nordrheinwestfälischen

Bildungswerken in der Landesarbeitsgemeinschaft

für eine Andere Weiterbildung (LAAW)

zusammen.

Das Ziel – die inhaltlichen Schwerpunkte

Wir wollen mit unseren Angeboten alle Menschen in

Oberhausen und Umgebung ansprechen, die ihren

Wunsch nach Weiterbildung und Qualifizierung in

den Bereichen der arbeitsweltbezogenen Bildung,

Computer/EDV, Sprachen, politische Bildung,

Gesundheit, Bewegung, Entspannung einschliesslich

der Förderung von Eltern und Kindern umsetzen

wollen.

Ein zentraler Bestandteil ist die Offenheit des

Angebotes für alle, die sich orientieren oder qualifizieren

wollen. Daneben will das Bildungswerk den

Spagat zwischen den anstrengenden Anforderungen

des Privat-, Berufs- und sozialen Lebens ein wenig

Außenstelle im Bürgerzentrum Alte Heid 13

vereinfachen und Platz schaffen für Begegnung und

Kreativität.

Potenziale erweitern, Veränderungen ermöglichen,

sich selbst im Beruf, in Lebensalltag und gesellschaftlicher

Umgebung entwickeln – das sind Schwerpunkte

unseres Programms, die unsere Teilnehmerinnen und

Teilnehmer unterstützen, um mit gebündelter Energie

und neuem Mut den vielfältigen Herausforderungen

des Lebens noch besser begegnen zu können.

„Weiterbildung nach Maß“

war unser Motto für das Jahr 2011

Beständigkeit und Wandel stehen zunächst einmal

widersprüchlich zueinander. Allerdings ist selten

etwas so beständig wie der stetige Wandel.

Die Weiterbildung vollzieht diesen Wandel permanent,

indem sie sich neuen Anforderungen stellt. Etwa

dem Thema lebenslanges Lernen, den Umgang mit

neuen Medien oder die Ansprache und Beratung besonderer

Zielgruppen. Deswegen war es für uns bei der

Planung des neuen Programms jedes Mal wieder eine

Herausforderung, die Wünsche der Kundinnen und

Kunden, veränderte gesetzliche Vorgaben, neue wissenschaftliche

Erkenntnisse, aktuelle und zukunftsweisende

Themen sowie Vorschläge der Dozentinnen und

Dozenten Verbesserungsprozesse durch Qualitätsma-


nagement in den Fokus zu stellen und Weiterbildung

„nach Maß“ zu realisieren.

„Auftrieb Weiterbildung“ – Fortbildungen

für Fachkräfte der sozialen Arbeit

Die Fortbildungsreihe, die seit 2009 eine Ergänzung

zu unserem Weiterbildungsangebot bildet, wurde

auch in 2011 fortgeführt und um die Angebote

„Interkulturelle Kompetenz in der pädagogischen

Praxis“ und „Gewaltprävention in der Arbeit mit

Jugendlichen“ erweitert. Die Reihe richtet sich an

pädagogische Fachkräfte, die sich im Kontext ihrer

Arbeit in den Themenbereichen methodische Praxis,

Recht, psychische Erkrankungen und Kindeswohl

fortbilden wollen. Im Jahr 2011 nahmen 40 Personen

an den unterschiedlichen Angeboten teil.

Bewegungs-Sommer

ZUMBA-Fitness wurde im Rahmen des Bewegungs-

Sommer! 2011 an zwei unterschiedlichen Terminen

als Open-Air Event angeboten. Beide Termine waren,

trotz des schlechten Wetters, mit jeweils 50 bzw. 100

Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein voller Erfolg.

Öffentlichkeit für das Bildungswerk

Das Bildungswerk hat im März 2011 am 3. Gesundheitsmarkt

des Bürgerzentrums Alte Heid im Knappenviertel

teilgenommen. Durch die Verankerung über

unsere Zweigstelle werden im Bürgerzentrum Alte

Heid u.a. regelmäßig Kurse zur Gesundheitsförderung

durchgeführt. Durch den Gesundheitsmarkt bietet sich

die Möglichkeit, unsere Angebote vor Ort gesondert zu

bewerben und Interessierte gezielt anzusprechen.

Ebenfalls teilgenommen hat das Bildungswerk am

Stadtteilfest des Knappenviertels. Mit der Aktion „Lesezeichen“

wurden gespendete Bücher an interessierte

Bürgerinnen und Bürger weitergegeben. Jeweils eingelegt

in die Bücher war als Werbeträger ein Lesezeichen

„PAUSE – Auch Weiterbildung braucht mal Pause“.

Darüber hinaus haben sich die Sonderflyer etwa im

Bereich politische Bildung, Sprachen oder spezielle

Sommerferienkurse bewährt und unser Gesamtangebot

noch bekannter gemacht.

Im Berichtszeitraum 2011 konnte das Bildungswerk

für insgesamt 2.594 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

in 214 Kursen Seminare und Fortbildungen anbieten.

Von Januar bis April 2012 haben bereits 989 Personen

an insgesamt 83 Kursen teilgenommen.

Integrationskurse /

berufsorientierter Sprachunterricht

Als anerkannte Trägerin von Integrationskursen sind

wir seit Anfang des Jahres 2009 als Teil eines Kooperationsverbundes

in der MEO Region (Mülheim, Essen,

Oberhausen) berechtigt, berufsbezogene Sprachförderung

durchzuführen. Dieses Angebot richtet sich an

Personen mit Migrationshintergrund, die ALG I oder

ALG II beziehen oder arbeitssuchend gemeldet sind

und eine sprachliche und fachliche Qualifizierung für

den Arbeitsmarkt benötigen. Seit Mai 2009 wurden

bereits fünf sechsmonatige

Schulungen unter dem Motto

„SuB – Sprache und Beruf“

durchgeführt. Seitdem nahmen

80 Personen das Angebot in

Anspruch. Alle Teilnehmenden

konnten ihre berufspraktischen

Sprachkenntnisse zum Teil

deutlich verbessern. Im Januar

2012 wird der sechste Schulungsdurchlauf

mit wiederum

22 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

an den Start gehen.

Gefördert wird dieses Angebot

vom Europäischen Sozialfonds

und dem Bundesamt für Migration

und Flüchtlinge.

25


26

� Schulung im Rahmen des

Auslandsfreiwilligendienstes

Erstmalig führten wir im Auftrag des Vereins für

Soziale Dienste International e.V. eine Qualifizierung

für 15 junge Leute durch, die vor einem Freiwilligendienst

in sozialen Einrichtungen in den USA stehen.

Wegen des Erfolgs wurde für 2012 eine einwöchige

Schulung zur Auswertung des Auslandaufenthalts

und zum Wissenstransfer geplant.

� BIWAQ

Das Bundesprogramm Soziale Stadt –

Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier,

kurz BIWAQ ist ein ergänzendes

arbeitsmarktpolitisches Instrument,

das vom Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung in

den Programmgebieten der „Sozialen

Stadt“ durchgeführt wird.

Ziel und Zielgruppen von BIWAQ

Das Ziel von BIWAQ ist es, durch die Verbindung

städtebaulicher Investitionen und Arbeitsmarkt

bezogener Maßnahmen Projekte zu fördern, die die

Qualifikation und soziale Situation der Stadtteilbewohnerinnen

und Stadtteilbewohner verbessern.

Zielgruppen des Programms sind zum einen langzeitarbeitslose

Frauen und Männer, deren Integration

in Arbeit gefördert werden soll. Zum anderen sind es

Jugendliche, die einen besseren Zugang zu Ausbildung

und Arbeitsmarkt erhalten sollen. Dies schließt

die Verbesserung des Übergangs von der Schule in

den Beruf mit ein.

Interkulturelle Bildungs- und

Beschäftigungsinitiative für die Innenstadt

(Alt-Oberhausen) und Lirich

Im Rahmen des Programms BIWAQ hat die RUHR-

WERKSTATT gemeinsam mit dem Katholischen

Jugendwerk Oberhausen „die kurbel“ das Projekt

„Interkulturelle Bildungs- und Beschäftigungsinitiative

für die Innenstadt (Alt-Oberhausen) und

Lirich“ entwickelt, das gemeinsam mit den Akteuren

in den Stadtteilen umgesetzt wird.

Das Projekt hat im Februar 2009 begonnen und

läuft bis zum 31.10.2012.

Integration von langzeitarbeitslosen Frauen

und Männern in Arbeit

Dies ist einer von zwei Bausteinen des Projektes

(zweiter Baustein siehe Jugend, Schule und Beruf).

Hier wird durch Stabilisierung und individuelle Integrationshilfen

die Integration für die Zielgruppe im

Einzugsgebiet verbessert. Dies geschieht durch

Qualifizierung (Arbeitsmarkt- und Kommunikationstrainings,

positives Denken, soziale Kompetenzen,

etc.) und Praktika, die sich in einem Zeitraum von

sechs Monaten (Durchlaufzeitraum) abwechseln. Das

Projekt wird sozialpädagogisch begleitet und durch

einen Jobcoach unterstützt. Es gibt eine begleitende

berufsbezogene Sprachförderung, die die Teilhabe am

gesellschaftlichen Leben verbessert und zu einer

größeren Integration führt. Darüber hinaus gibt es eine

begleitende Gesundheitsförderung zum langfristigen

Erhalt der Arbeitsfähigkeit.

Stadtteile erkunden und Umfeld gestalten

Das gemeinsame Erkunden der lokalen Ökonomien

Lirich und Innenstadt ist ein wesentlicher Ausgangspunkt

für die Praktikumssuche. Stadtteilrundgänge als

Auseinandersetzung mit den beiden Stadtteilen und

ihren Angeboten (Bildung, Sport, Betreuung der Kinder)

geben den Teilnehmenden darüber hinaus die Möglichkeit,

Ideen für die Gestaltung bzw. Umgestaltung ihres

Umfeldes zu entwickeln.

Im Berichtszeitraum wurden zwei Durchgänge mit

insgesamt 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt.

Im Zentrum der Qualifizierungsphasen standen

die Entwicklung der individuellen Integrationsziele

und Herausarbeitung und Erprobung der individuellen

Kompetenzen. Im Projektverlauf wurde die Beteiligung

am Liricher Lichterfest mit einem Stand geplant und

einfache Lampen hergestellt, mit dem Ziel, sie einer

gemeinnützigen Organisation zu spenden. Ferner

wurde ein Mehrgenerationenplatz für Lirich entwickelt

und dem Kinder- und Stadtteilbüro vorgestellt.

Die Praktikumserfahrungen zeigten, dass die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer den Anforderungen des

Arbeitsmarktes gewachsen sind und führten bei den

meisten zur Steigerung des Selbstwertgefühls. Einige

sind schon während oder nach der Praktikumsphase in

ein Beschäftigungsverhältnis gegangen. Die Teilnehmenden

formulierten am Ende der Maßnahme eine

Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit (sie fühlten sich

fitter), eine Zunahme ihrer Aktivitäten (sowohl im persönlichen

wie auch beruflichen Lebensbereich) und der

Verbesserung der Einschätzungsfähigkeit ihres eigenen

Leistungsvermögens.

BIWAQ wird aus dem Europäischen Sozialfonds der

Europäischen Union und aus Mitteln des Bundesministeriums

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

� INCOM – Integrationscoaching für Menschen

mit Migrationshintergrund

Diese Feststellungs- und Aktivierungsmaßnahme verfolgt

das Ziel, die Chancen auf einen Arbeitsplatz für

Menschen mit Migrationshintergrund deutlich zu steigern.

Seit Beginn der Maßnahme am 1.08.2011 wurden

bereits 23 Menschen zugewiesen. In der Laufzeit von

zwölf Monaten (bis Juli 2012) erhalten die Frauen und


Männer eine berufsbezogene Sprachförderung, EDV-

Grundlagenkurse, Bewerbung- und Arbeitsmarkttraining,

muttersprachliche Beratung, Praktika und Hilfe

und Unterstützung bei der Anerkennung vorhandener

Zeugnisse und dem Übergang Kindergarten,

Schule, Ausbildung/Beruf.

Dabei werden sie von unseren Jobcoaches, die

den gesamten Prozess begleiten, unterstützt und

gefördert.

Bisher konnten bereits fünf Teilnehmende in

Arbeit vermittelt werden.

� Stärken vor Ort

Im Rahmen des Bundesprogrammes Stärken vor Ort

haben wir in 2011 zwei Mikroprojekte zusammen mit

der ATIB* Gemeinde Oberhausen im Knappenviertel

durchgeführt.

MultiplEKs – Multiplikatorinnen für Elternkompetenz –

hieß ein Projekt mit der Absicht, die Elternkompetenz

der Frauen und darüber hinaus der Familien im Knappenviertel

zu steigern. Das Projekt richtet sich an engagierte

Frauen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte.

Die insgesamt acht Teilnehmerinnen setzten sich im

Rahmen der Sprachförderung mit dem Bildungs- und

Weiterbildungssystem der Bundesrepublik auseinander.

Weiter wurde ein Eltenkompetenztraining interkultureller

Ausprägung angeboten

„Heimarbeit“– Eine Chance zur beruflichen Orientierung

und Qualifizierung – hieß das zweite Projekt.

Bei diesem unterstützten wir die beantragende ATIB

Gemeinde bei der administrativen Abwicklung des

Projekts vom Projektantrag bis zur Projektabrechnung.

i n f o

Nutzerinnen und Nutzer

unserer Angebote

• 2.595 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer in Kursen und

Angeboten des Bildungswerkes

• 128 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer in unseren

Qualifizierungsprojekten

*ATIB ist die Union der türkisch-islamischen

Kulturvereine in Europa

27


Angebote zur

beruflichen Integration

28

� GemeinWohlArbeit

Mit Hilfe der „GemeinWohlArbeit“ (GWA) leisten wir

einen Beitrag zur Stärkung und Verbesserung insbesondere

des Sozialraumes Alt-Oberhausen. Gleichzeitig

sollen arbeitslose Frauen und Männer im

Hartz IV Bezug die Gelegenheit haben, Erfahrungen

in beruflichen Tätigkeiten zu sammeln, Qualifizierung,

Hilfe und Unterstützung zu erfahren auf dem

Weg in den ersten Arbeitsmarkt.

Vor diesem Hintergrund bieten wir sinnvolle

Arbeitsgelegenheiten (AGH), sogenannte „Ein-Euro-

Jobs“. Wir gewährleisten nicht nur einen kompetenzgerechten

Einsatz in unseren Einsatzstellen haustechnische

Dienste/Reinigung, Stadtteilcafé, Büround

Verwaltung, Holz-Metall-Garten- und Landschaftsbau,

Kinder/Teenies, sondern auch Betreuung,

Anleitung, Qualifizierung und die Suche und

Vermittlung von passgenauen Praktikums- und

Arbeitsstellen.

Die Veränderungen im Sozialgesetzbuch II

oder anders ausgedrückt: Der Sparkurs der

Bundesregierung bei der Bundesagentur für

Arbeit

Die Einbrüche im Bundesetat für die Integrationsleistungen

bedeuteten für die RUHRWERKSTATT insbesondere

im Jahr 2011, dass die insgesamt 140

Arbeitsgelegenheiten auf lediglich 67 gekürzt wurden.

Darin enthalten sind 50 Arbeitsgelegenheiten

für besondere Zielgruppen. Die GWA-Einsatzstellen

Holzwerkstatt und Garten-Landschaftsbau einschließlich

Flächendienst mussten aufgegeben werden.

� AuF! – Arbeit und Familie

Bereits seit Oktober 2009 führen wir im Rahmen von

Arbeitsgelegenheiten eine besondere Maßnahme für

alleinerziehende Frauen und Männer durch, die

Arbeitslosengeld II erhalten. In diesem Projekt werden

die Teilnehmenden vor allem im Hinblick auf

ihre Lebenssituation, der Zusammenführung der

Lebensbereiche Arbeit und Familie und bei der Entwicklung

neuer Perspektiven betreut und qualifiziert.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Elternkompetenz

– „Starke Eltern(-teile), starke Kinder“ – Flexibilität und

Mobilität, Gesunde Ernährung, Selbsthilfe organisieren

etc. sind Themen, die die tägliche Arbeit in den

Arbeitsfeldern Nähen, Reparieren von Textilien, Mithilfe

bei der Versorgung der Kinder in den Projekten

unseres Kinder- und Jugendbereichs mit gesunden

Zwischenmahlzeiten intensiv begleiten.

Im Juli 2011 ging ein weiteres AuF-Projekt mit 30

Plätzen an den Start.

� AuG – Aktiv und Gesund

Auch diese Maßnahme ist eine besondere, sie wurde

speziell für die Zielgruppe der übergewichtigen Menschen

konzipiert. Sie startete im August 2011 mit insgesamt

20 Plätzen.

Ziel der Maßnahme ist, zu einer bewussten und

gesünderen Lebensweise zu finden, um so wieder

aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu

können.

Durch die Arbeit in den Einsatzfeldern Hauswirtschaft,

Handwerk und Verwaltung/Organisation und durch

Qualifizierungen in den Themenfeldern Arbeitsmarkt-

Auftreten-Outfit-, Gesundheit und Beruf, Leben- und

Arbeitsweltplanung können die bisherigen Verhaltensweisen

reflektiert und realistische und umsetzbare


private und berufliche Perspektiven für die Zukunft

geplant werden.

� Jugend in Arbeit plus

Jugend in Arbeit plus ist ein vom

Land NRW initiiertes intensives

Beratungs- und Vermittlungsangebot

für junge Frauen und

Männer unter 25 Jahren.

Gemeinsam mit der Agentur

für Arbeit, dem Jobcenter

Oberhausen, der Handwerkskammer

Düsseldorf, der IHK

Essen und dem Regionalsekretariat

steht die RUHRWERKSTATT den jungen arbeitslosen

Menschen und potentiellen Arbeitgebern mit diesem

Angebot zur Seite.

Mit der Erstellung eines individuellen Entwicklungsplans

wird die Voraussetzung für eine Vermittlung

geprüft. Fachkräfte der Kammern werben

Arbeitsplätze ein und organisieren die passgenaue

Vermittlung in ein betriebliches Beschäftigungsverhältnis.

Die Jugendlichen werden von uns auf diesem Weg in

die Arbeit intensiv unterstützt und begleitet.

Im Jahr 2011 sind 31 Jugendliche von uns betreut

worden.

� Das Arbeitslosenzentrum

Seit Januar 2011 werden Arbeitslosenzentren vom

Land Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen

Sozialfonds wieder gefördert. Der Antrag der

RUHRWERKSTATT wurde bewilligt und so haben wir –

nach einer Pause von fast zwei Jahren – wieder ein

Arbeitslosenzentrum.

Information – Begegnung – Austausch

Unser Arbeitslosenzentrum initiiert einerseits kostenlose

Beratungsangebote und Informationsveranstaltungen

zu Themen rund um die Arbeitslosigkeit und

Arbeit. Auf der anderen Seite bietet es mit unserem

Stadtteilcafé AKA 103 einen offenen Treff der Begegnung

und des Austausches und schafft Angebote von

Kultur und Bildung zu kleinen Preisen. Die Nutzung

der offenen Räume unseres AKA 103 bildete einen

Schwerpunkt in unserer Arbeit.

Sie wurden nicht nur für informelle Treffen sondern

auch für Informationsveranstaltungen genutzt.

Neben niederschwellig angesetzten Begegnungsmöglichkeiten

und Einzelgesprächen bot das Arbeitslosenzentrum

verschiedene Veranstaltungen und

Informationsrunden mit spezifischen Inhalten an. Insgesamt

gab es 28 Veranstaltungen, Info-Treffs und

Gesprächskreise mit ca. 300 Teilnehmenden.

Vielfach wurden die Besucher und Besucherinnen an

entsprechende Beratungs- und Fachstellen weitergeleitet.

So wurden häufig Termine bei der Beratungsstelle

Starthilfe e. V. Oberhausen vereinbart und im Rahmen

von umfangreicheren Schuldenproblematiken wurden

entsprechende Fachdienste von Caritas und Diakonie

eingeschaltet. Kontaktaufnahmen zur Klärung von Problemlagen

oder zur kurzfristigen Terminvereinbarung

mit dem Jobcenter Oberhausen gehörten ebenfalls zu

den Unterstützungsleistungen.

29


30

Pflege und Betreuung

Der Bereich der sozialen Dienste

Ausgehend vom Schwerpunkt der pflegerischen Versorgung

bündeln wir eine Vielfalt von Dienstleistungen

im Bereich der Grund- und Behandlungspflege

sowie der Betreuung. Wir bieten Anleitung, Beratung

und Unterstützung für kranke und alte Menschen

und ihre Bezugspersonen. Unsere Leistungen entsprechen

den gesetzlichen Bestimmungen der

Kranken- und Pflegekassen.

Die Ziele

Ziel unserer Arbeit ist die bedarfsgerechte Versorgung

von Menschen in ihrer häuslichen Umgebung,

in der von ihnen gewünschten Form. Unsere Kundinnen

und Kunden werden als Einheit gesehen, mit

ihrer individuellen Lebensgeschichte, aus deren

Ursprung die aktuelle Lebenssituation verstanden

werden muss. Für unser Leistungsangebot bedeutet

dies ein ganzheitlicher, aktivierender und motivierender

Hilfeansatz, der eine weitestgehend selbstständige

Lebensführung ermöglicht. Der Zusammenarbeit

mit den Bezugspersonen aus dem sozialen

Umfeld der Kundinnen und Kunden kommt hierbei

eine besondere Bedeutung zu.

� Die Ambulante Kranken- und

Altenpflege

Fachkräftemangel macht auch nicht vor der

RUHRWERKSTATT halt

Der in den Medien diskutierte Fachkräftemangel in der

Pflege verschont uns natürlich auch nicht. Es ist ein

großer zeitlicher Aufwand qualifiziertes Personal zu

finden. Trotz Veröffentlichung in diversen Stellenbörsen

und Anzeigen im Wochenanzeiger gelang es

nicht immer zeitnah, vakante Stellen zu besetzen.

Daher sind wir einen für uns neuen Weg gegangen und

haben eine Krankenpflegehelferin über eine Zeitarbeitsfirma

eingesetzt. Die Erfahrung damit war so positiv,

dass wir die Mitarbeiterin für die neue Wohngemeinschaft

in Oberhausen einstellen werden.

Erneut gute Qualität unserer Pflege bescheinigt

Im Juni 2011 fand die jährliche Prüfung durch den

Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) statt.

Wir konnten die hohe Qualität halten und sogar ganz

leicht ausbauen und haben erneut mit der Gesamtnote

1,1 abgeschlossen.

Auszug aus dem Transparentbericht des MDK


� Die Wohngemeinschaften für

Menschen mit Demenz

Nachfrage wächst in Oberhausen

und Umgebung

Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative

zum klassischen Seniorenheim, wenn ihre

Angehörigen an Demenz erkranken und nicht mehr

zuhause betreut werden können. Mittlerweile

genießt unsere Arbeit mit dem Schwerpunktthema

Demenz einen hohen Bekanntheitswert und die

Nachfrage nach einem Zimmer in einer der Wohngemeinschaften

wächst. Aufgrund der großen Warteliste

hatten wir seit längerem geplant, noch eine

weitere Wohngemeinschaft in Oberhausen auf den

Weg zu bringen, dies scheiterte aber lange an einem

Wohnungsanbieter mit geeigneten Räumlichkeiten.

Ende des Jahres hatten wir endlich Glück. Immeo

Wohnen baut zurzeit Räumlichkeiten im Knappenviertel

um, die ersten Mieterinnen und Mieter können

im März 2012 einziehen.

Bekanntheit auch über die Grenzen von

Oberhausen hinaus

Im November fand in Wuppertal eine Fachtagung

des Paritätischen „Wohnen im Quartier – Regionale

Kooperationen zwischen Sozial- und Wohnungswirtschaft

fördern“ statt. Wir wurden gebeten dort

unsere Wohngemeinschaft als Best-Practice-Beispiel

vorzustellen. Die Veranstaltung war gut besucht,

etliche Vertreter der Wohnungswirtschaft waren

anwesend. Es gab viele Nachfragen und einige

Anwesende zeigten Interesse, diese Wohnform in

ihren Kommunen umzusetzen.

Wohngemeinschaft Mülheim unterwegs

Im Juli haben einige Mieterinnen und Mieter einen

Ausflug in das Freilichtmuseum Grefrath gemacht.

Mitarbeiterinnen und Angehörige begleiteten sie, die

An- und Abreise wurde mit einem Großraumtaxi und

PKWs geregelt. Alle hatten großen Spaß, im Tante-

Emma-Laden konnte Marmelade eingekauft werden,

eine Stärkung gab es im Pfannkuchen-Haus.

� Häusliche Betreuung von Menschen

mit Demenz

Anerkennung durch die Bezirksregierung

Wir haben einen Antrag bei der Bezirksregierung

Düsseldorf gestellt, um unser Betreuungsangebot

anerkennen zu lassen. Das brauchten wir eigentlich

nicht, da wir als Pflegedienst von den Kassen anerkannt

sind. Der Vorteil ist, dass unser Angebot auf

der landesweiten Homepage der Demenzservicezentren

veröffentlicht wird und Interessierte uns über

die Suchmaschine finden können. Mittlerweile liegt

die unbefristete Anerkennung vor, wir dürfen jetzt

auch das NRW-Logo benutzen und sind auf den

entsprechenden Seiten veröffentlicht.

Qualifizierung für die Betreuungskräfte

In den Betreuungseinsätzen geht es oft auch um den

Umgang mit Unruhe und Aggressivität. Um mehr

Sicherheit für ihre Arbeit zu bekommen, wünschten

sich die Betreuungskräfte zu diesem Thema eine Fortbildung,

die im Juli als Inhouseschulung stattfand.

Alle haben interessiert mitgearbeitet und waren von

der Dozentin und den Inhalten begeistert.

i n f o

• 40 Kundinnen und Kunden

nehmen in der Woche unsere

pflegerischen Dienstleistungen

in Anspruch.

• 16 Menschen mit Demenz

leben in den beiden Wohngemeinschaften.

• 8 pflegende Angehörige nehmen

inzwischen regelmäßig

eine Auszeit.

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32

AKA 103 – Café, Treff und Kultur

AKA 103

In unserem AKA 103 gibt es ein Stadtteilcafé als

Treffpunkt, vielfältige soziokulturelle Angebote und

Veranstaltungen, Begegnungsmöglichkeiten und

einen Ort zum Feiern.

� Stadtteilcafé: Gastronomie

und Treffpunkt

Das Café bietet von montags bis freitags ab 8.00 Uhr

ein Frühstücks- und Mittagsangebot, das von Menschen

aus der Umgebung, von denen, die unsere

Angebote nutzen und von Beschäftigten gerne angenommen

wird. Besonders um die Mittagszeit begegnen

sich hier Menschen aus unserer Nachbarschaft

und dem Stadtteil, die bei einem Mittagsimbiss das

Beisammensein genießen. Auch Teilnehmerinnen und

Teilnehmer der Bildungswerkkurse treffen sich hier

zum Plaudern bei einem fair gehandelten Bio-Kaffee

nach dem Kursbesuch. Als Treffpunkt und Ort der

Begegnung spielt das AKA 103 eine wichtige Rolle.

Seniorinnen treffen sich hier zu Kaffee und Kuchen.

Seit Januar 2011 nutzt das Arbeitslosenzentrum die

freundliche und ansprechende Atmosphäre des Cafés

als Anlaufstelle, offenes Angebot und Treffpunkt.

Darüber hinaus nutzen die Bewohnerinnen und

Bewohner des Stadtteils die Räume des AKA 103 um

selbstorganisierte Feiern am Wochenende durchzuführen.

Neues Mobiliar

Da ein großer Teil des Mobiliars bereits sehr alt und

nach mehrfacher Reparatur einfach nicht mehr zu

gebrauchen war, konnten dank der Unterstützung

der Sparkassen-Bürgerstiftung Oberhausen für das

Stadtteilcafé neue Tische und Stühle angeschafft

werden.

Übungs- und Einsatzfeld

Das AKA 103 ist mit seiner gastronomischen Ausrichtung

ein wichtiges Übungs- und Einsatzfeld im

Rahmen unserer GemeinWohlArbeit bzw. unser Förderprojekte

für Jugendliche. Deswegen ist der zuverlässige

Betrieb insbesondere des gastronomischen,

serviceorientierten Teilbereichs eine große Heraus-

forderung an die qualifizierte

Anleitung der Helferinnen

und Helfer.

Die Zufriedenheit der

Gäste ist uns sehr wichtig, denn das

ist die Bedingung dafür, dass das AKA 103 als

Treffpunkt angenommen wird und sich die Lebensqualität

im Stadtteil verbessert.

Kultur im AKA 103

In unserem AKA 103 finden auf kleinem Raum Kulturveranstaltungen

statt. Zum Angebot gehören Themen-,

Theater-, Kabarett- und Chanson-Abende, Lesungen und

kleine Livekonzerte.

Die Kulturangebote im AKA 103 waren auch im Berichtszeitraum

Januar 2011 bis Dezember 2011 vielfältig

und meistens gut besucht.

Zu Jahresbeginn starteten wir mit einem Psychedelic

Folk Abend.

Ship of Ara entführten die Gäste im AKA 103 in den

psychedelischen Sound der Sechziger.

„Never give up loosing hope“ war der Titel des Kästner

Abends im Februar. Im ausverkauften AKA 103

präsentierten Martin Winzen und Klaus Theis ihre

Kästner Interpretationen.


Klaus der Geiger und das Maximum

Terzett, Urgesteine der Straßenmusik

und Liedermacherszene spielten im

April im AKA 103. Das Publikum war

vom Auftritt des über 70-jährigen Musikers

begeistert.

Im Mai besuchte uns der Strafverteidiger Heinrich

Hannover, er las aus seinen Reden vor Gericht.

Seine Texte und Plädoyers aus dem Gerichtssaal

sind eine einmalige Dokumentation bundesdeutscher

Justizpraxis und machten den jeweiligen Zeitgeist

unmittelbar spürbar.

Eva Kurowski und ihre Band waren im Mai zum

ersten Mal Gast im AKA 103. Sie präsentierten

Stücke ihrer neusten CD und boten den Zuschauern

einen begeisternden Auftritt mit tollen Chansons.

Virtuoser Gesang folgte im Juni. Die moldawische

Sängerin Marina Frenk und die Ostperanto Combo

Kapelsky. Die vier Kulturvagabunden suchten im

AKA 103 den Mythos der überschwänglichen Melancholie,

die Zuschauer gerieten ins Schwärmen.

Vor der Sommerpause erschien die Band schön

schön im AKA 103. Wirklich schönschön diese musikalischen

Appetithappen, die die Zuschauer in die

Ferien entließen.

Eine rauchig-sonore Stimme, geschmackvolle

Gitarrenarrangements und Backing vocals, sowie

Cajon & Percussion, das sind Mellow Yellow, die

im September im AKA 103 spielten und für einen

langen Abend sorgten.

Schon mehrfach zu

Gast, mit neuer Besetzung

und immer wieder

gelungen, Die Chuzpenics

aus Kiel spielten

im Oktober, Klezmer

und jiddische

Lieder.

Jazz begeistert und

macht gute Laune.

HOTZ & Co. zeigten

mit ihren

swingin´stories Jazzinterpretationen

mit einem leichten

Augenzwinkern.

Die Zuschauer

waren begeistert

von den drei brillanten

Musikern.

Zum Abschluss

des Jahres im AKA 103 wurde gefeiert.

(f)rohe Weihnacht oder früher war mehr Lametta

ein etwas anderes Weihnachtskonzert. „Weihnachtliche“

Gitarrenmusik und „besinnliche“ Texte, Feuerzangenbowle

und Punch sorgten für einen langen und vergnüglichen

Abend.

� Besondere kulturelle Highlights

Unsere Kulturhighlights, der Altweiberball und das

Stadtteilfest sind gleichzeitig auch unsere größten Veranstaltungen

und finden nicht im AKA 103 statt.

Altweiberball

Ein kulturelles Lust- und Spaßereignis der besonderen

Art von Frauen gemacht für Frauen gedacht. Ein Kulturangebot,

das bei uns eine lange Tradition hat und

mittlerweile auch über die Grenzen von Oberhausen

bekannt ist. Der Altweiberball wird inzwischen an zwei

Abenden im ausverkauften Ebertbad durchgeführt.

33


34

„Flach TV – Helau“ lautete das Motto des Balls 2011.

Hier zappten sich die Frauen des 1. FC WIB.ob durch

den deutschen Fernsehalltag. Mit Scharfsinn und

einer gehörigen Portion Humor durchleuchteten sie

auch die tiefsten TV-Kanäle und polierten das kantige

Wohnzimmerformat auf eine neue „High Quality“ –

nostalgisch, politisch, tagesaktuell, frech und frivol.

Die über 700 Besucherinnen waren begeistert.

Wieder mit dabei war die Bochumer Frauenband

Chicks und natürlich die wunderbare Anja Balzer, die

durch die Abende führte. Die künstlerische Leitung

hatte Susanne Dieterich.

Im Anschluss an die zweistündige Show ging es

mit DJ Rita Tücking weiter.

Stadtteilfest

Unser Stadtteilfest ist eine ganz besondere Art der

Begegnung, des Zusammentreffens, des Wiedersehens

mit Vereinsmitgliedern, Wegbegleiterinnen und

Freunden, Ehemaligen und großen und kleinen Menschen

aus der Nachbarschaft und dem Stadtteil. Ein

Fest, dass wir mit viel Engagement gestalten und

jedes Jahr im Sommer als Straßenfest durchführen.

i n f o

Das Programm ist Vielfalt

Im Hofbereich gab es viele tolle Aktionen für Kinder:

Ytong-Steine verwandelten sich in kleine bildhauerische

Kunstwerke und mit dem Holzspektakel entstanden

riesige Türme, Häuser oder Brücken. Wer noch

kein Musikinstrument hatte, konnte sich selber eines

bauen. Dosen wurden beworfen und Murmel-bilder

gestaltet. Oder wer es gerne ganz bunt mochte, konnte

sich am Kinderschminkstand schminken lassen.

Auch auf der Bühne wurde Einiges geboten. Gleich

nach der Eröffnung durch die Vorstandsvorsitzende

Ursula Förster und dem Bürgermeister Klaus Dieter

Broß sangen die Kinder unserer Kindertagesstätte u.a.

das Schimpflied. Die Band „schönschön“ spielte Musik

zwischen Chanson und Country, Rock und Polka. Die

Baui-Theatergruppe „GroßstattKinder“ präsentierte ihre

Feueraktion und die Kindertanzgruppe „Schmetterling“

ließ nicht nur die Puppen und die Schmetterlinge tanzen,

sondern auch die Sonne. So richtig fetzig wurde

es mit ZUMBA Fitness, dem zurzeit absoluten Tanztrend

aus den USA. Zum krönenden Abschluss gab es

Bauchtanz mit Mona und ihren Bauchtänzerinnen.

Ein kleiner Bücherstand lud zum Stöbern ein und

natürlich kam auch das leibliche Wohl mit

Kuchen und Waffeln, Leckeres vom Grill und

kühlen Getränken nicht zu kurz.

• Zwischen 40 und 60 Kundinnen

und Kunden besuchten täglich

unser Stadtteilcafé

• ca. 1.400 Besucher und Besucherinnen

waren insgesamt bei den Kulturveranstaltungen,

davon ca. 400 im AKA 103


Wir sagen Danke

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal bei allen, die unsere Arbeit im Berichtszeitraum

unterstützt haben:

Bei unseren Vereinsmitgliedern für ihre Mitgliedsbeiträge. Bei den ehrenamtlichen

Helferinnen und Helfern für ihre Zeit und ihr Engagement.

Bei der Stadtsparkasse Oberhausen und der Sparkassen Bürgerstiftung, der Stiftung

Wohlfahrtspflege NRW, der Sparda-Bank Osterfeld, Elektro Koppen, der EVO und der

Deutschen Telekom, der Henkel-Friendship-Initiative und dem dm-drogerie markt.

Bei allen Einzelspenderinnen und -spendern, bei den Bands, dem Ebertbad und allen

Beteiligten der Benefizparty.

Bedanken möchten wir uns natürlich auch bei allen öffentlichen Zuschussgebern: der

Stadt Oberhausen und dem Jobcenter Oberhausen, der Stadt Mülheim, dem Land NRW,

dem Bund, der Europäischen Union und dem Europäischen Sozialfonds*.

Und natürlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für ihr großes Engagement,

ihre hohe Flexibilität, ihre Professionalität, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr hervorragendes

Durchhaltevermögen sowie bei unseren Kooperationspartnerinnen und -partnern,

die unsere Arbeit schätzen und unterstützen.

* Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der

Europäischen Union.

Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit,

des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und

der Investition in die Humanressourcen.

35


Über uns

36

Unser Selbstverständnis

Die RUHRWERKSTATT Kultur-Arbeit im Revier e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Parteipolitisch und

konfessionell unabhängig setzen wir uns seit 1977 dafür ein, dass jeder Mensch gleichermaßen eine Chance

zur persönlichen, beruflichen und kulturellen Entfaltung erhält. Hierbei übernehmen wir soziale Verantwortung,

ergreifen Partei und machen Bedürfnisse und soziale Ungerechtigkeiten öffentlich.

Im Mittelpunkt unseres Wirkens steht der Mensch mit seiner Einbindung in Leben und Arbeit.

Kultur ist wie der Mensch lebt und arbeitet“.

Wir zusammen sind stark

Unsere Aufgaben und Ziele

Die RUHRWERKSTATT begreift es als ihre Aufgabe,

Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlichster

sozialer und kultureller Herkunft am gesellschaftlichen

Leben teilhaben zu lassen und bei der aktiven Gestaltung

ihrer persönlichen Zukunft zu fördern und zu unterstützen.

Hierzu stärken wir die Eigenverantwortlichkeit

von Menschen und machen ihnen Mut, Eigeninitiative zu

ergreifen und Veränderungen einzuleiten. Wir bieten

ihnen Orientierung und helfen ihnen, Perspektiven zu entwickeln

und Chancen zu ergreifen.

Damit tragen wir zur Verbesserung der Lebenssituation

von Menschen in Oberhausen und Umgebung bei.

Wir fühlen uns in besonderer Weise benachteiligten

Menschen verpflichtet, Menschen, die sich in besonderen

Lebenssituationen befinden, Menschen, die eine Lobby

brauchen.

Die Stärken, Ressourcen und die Eigeninitiative unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter werden als wichtigste Ressource geschätzt und gefördert. Durch das kollegiale, konstruktive und

vertrauensvolle Miteinander, das geprägt ist von der Arbeit als Team, schaffen wir ein Klima für eine hohe

Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.

Getragen und unterstützt wird die Arbeit des Vereins RUHRWERKSTATT darüber hinaus durch die

Vereinsmitglieder und das große ehrenamtliche Engagement des Vorstandes.

Die RUHRWERKSTATT ist Mitglied im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

107 Stammmitarbeiterinnen und Mitarbeiter

11 Geringfügig beschäftigte

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (GfB)

1 Zivildienstleistender

Darüber hinaus haben im Jahr 2011 insgesamt ca. 110 freie

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Referenten, Honorarkräfte,

Praktikanten, etc.) bei uns gearbeitet.

der RUHRWERKSTATT im Jahr 2011

37


Einsatz der Mitarbeitenden

nach Angeboten und Projekten (Stand: 31. Dezember 2011)

gesamt

38

107

35

27

in Angeboten für Kinder

in Angeboten für Seniorinnen/

Senioren/alte und kranke

Menschen

in Angeboten im Übergang

20 Schule und Beruf

11 in übergreifenden Tätigkeiten*

9

4

1

in Angeboten zur

Bildung und Qualifizierung

in Angeboten zur

beruflichen Integration

im Angebot Café und Kultur

*Geschäftsführung/Öffentlichkeitsarbeit/Verwaltungsdienste/Reinigung


Bundesmittel/EU-Zuschüsse

Land NRW/EU-Zuschüsse

Landeszuschüsse

Zuschüsse Jobcenter/BA

Stiftungen

Sonstige Erträge

Gesamt

Finanzierungsquellen

der RUHRWERKSTATT im Jahr 2011

67.275

4.230

1.049.394

94.018

403.794

253.580

1.160.194

727.589

511.902

36.700

117.045

4.425.720

*Arbeitsgemeinschaft für Soziale Dienstleistungen am Arbeitsmarkt


Akazienstr. 107

46045 Oberhausen

Telefon 02 08/ 8 57 56-0

Telefax 02 08/ 8 57 56-55

info@ruhrwerkstatt.de

www.ruhrwerkstatt.de

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