17. Jänner 2022

DerGrazer

- Fünf Jahre für die Kinder, statt ein Schwerpunktjahr
- FPÖ führt blaues Notfalltelefon ein
- Ärger um Müllpläne erreicht den Gemeinderat
- Mordprozess in Graz: 44-Jähriger erstach Ehefrau mit dem Küchenmesser

17. JÄNNER 2022, E-PAPER AUSGABE

Getty

Quelle: ZAMG


Kleinere

Wolken aber

großteils

sonnig. Die

Temperaturen in

Graz liegen morgen Dienstag

zwischen -2 und 8 Grad.

Unfassbar

Der 44-Jährige, der im April seine

Ehefrau im Bezirk Gries brutal getötet

hatte, stand heute vor Gericht. 4

Neue Spielplätze

Unfall

In Graz-Umgebung ereignete sich eine

große Kollision mit fünf Verletzten –

sowie weitere Blaulicht-Meldungen. 6

Gratis Fahrräder

Stadtregierung

plant fünf Jahre

für Kinder und

Jugendliche

Kostenlose Nachhilfe

Mehr Wohnstraßen

STADT GRAZ (2), GETTY, KK (2), FF FRIESACH WÖRTH

Schön. Die Rathauskoalition präsentierte heute ihre Pläne für Kinder und Jugendliche, die in der gesamten Regierungsperiode im Mittelpunkt stehen

sollen. Man möchte beispielsweise Elternbeiträge senken, Nachhilfe kostenlos anbieten sowie mehr Wohn- und temporäre Spielstraßen schaffen. SEITE 2


2 graz

www.grazer.at 17. JÄNNER 2022

Die Zahl der Corona-Fälle in Graz

hat sehr stark zugenommen. GETTY

Corona-Zahlen

in Graz und GU

■ Die Omikron-Variante

breitet sich weiter massiv aus,

über das Wochenende stieg

die Zahl der gemeldeten Fälle

in Graz noch einmal deutlich

an. Die Sieben-Tage-Inzidenz

in Graz lag Freitag bei 885,5

Fällen pro 100.000 Einwohner,

jetzt sind es 987,9. In

Graz-Umgebung beträgt der

Wert aktuell 770,3 (Freitag:

673,4), in der Steiermark im

Durchschnitt bei 731,1 (Freitag:

602,8). In Graz sind inzwischen

385 Menschen mit

Corona verstorben, 302 in GU.

Mit dem neuen Förderprogramm können

z.B. Kapellen renoviert werden. GETTY

150.000 Euro für

Kleindenkmäler

■ Das Land Steiermark, um

Kulturlandesrat Christopher

Drexler, hat ein Förderungsprogramm

zur Erhaltung von

Flur- und Kleindenkmälern in

der Steiermark aufgelegt. Unterstützt

wird die Renovierung,

Restaurierung und Revitalisierung

von Kapellen, Bildstöcken,

Feldkreuzen, Pest- und Grenzsäulen

sowie anderer derartiger

Denkmäler. Insgesamt stehen

dafür 150.000 Euro zur Verfügung

– maximal 5.000 Euro pro

eingereichtem Projekt.

Fünf Jahre für die

Kinder, statt ein

Schwerpunktjahr

Mehr Platz im öffentlichen Raum – etwa durch Wohnstraßen und temporäre Spielstraßen – ist geplant. STADT GRAZ/FISCHER

POLITIK. Die Rathauskoalition präsentierte heute Projekte für Kinder, die in den

nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen: Von der Senkung der Elternbeiträge

über Wohnstraßen und Pop-up-Spielstraßen bis hin zu gratis Fahrrädern.

Von Verena Leitold

verena.leitold@grazer.at

Noch unter Altbürgermeister

Siegfried Nagl kam

die Idee auf, das Jahr 2022

aufgrund der Entbehrungen in

der Corona-Pandemie zum Jahr

der Kinder und Jugendlichen zu

machen. Der zuständige Stadtrat

und nunmehrige ÖVP-Chef Kurt

Hohensinner verfolgte das Projekt

weiter und wollte im Sommer

2022 mit dem Schwerpunktjahr

starten. Jetzt muss er seine Pläne

wohl zumindest adaptieren.

Denn die neue Rathauskoalition

aus KPÖ, Grünen und SPÖ

präsentierte heute ihrerseits die

Vorhaben für die Kinder und Jugendlichen

– und diese möchte

man nicht nur geballt in einem

Jahr verankern, sondern gleich

die gesamte Regierungsperiode

von fünf Jahren in den Mittelpunkt

stellen. „Das gemeinsame

Ziel der Koalition ist es, Graz zu

einer besonders kinderfreundlichen

Stadt zu machen. Kinder

und Jugendliche werden wir daher

in die Stadt- und Verkehrsplanung

einbeziehen und einen Austausch

auf Augenhöhe pflegen.

Sie sollen in Entscheidungsprozesse,

von denen sie unmittelbar

betroffen sind, aktiv eingebunden

werden. Wir wollen die Gefühle

von Kindern achten, ihre Interessen

und Bedürfnisse wahrnehmen,

sie ermutigen, ihre Meinung

aktiv kundzutun und auch

Verantwortung zu übernehmen“,

so Bürgermeisterin Elke Kahr,

Vize Judith Schwetner und Koalitionspartner

Michael Ehmann.

Viele kleine Projekte

„Ein besonderes Anliegen ist

mir der Ausbau der kostenlosen

Nachhilfe. Die Stadt wird Mittel

bereitstellen, um das Angebot

zu erweitern. Eine gute Schulbildung

darf nicht vom Einkommen

abhängig sein“, umreißt Kahr eines

der konkreten Vorhaben. Außerdem

sollen die Elternbeiträge

in Kinderbeteuungseinrichtungen

ab September gesenkt werden

– langfristiges Ziel ist der

beitragsfreie Kindergarten.

Außerdem möchte man Kindern

und Jugendlichen im öffentlichen

Raum mehr Platz geben.

Die Straßganger Straße, Andreas-

Hofer-Straße, Petrifelderstraße 91

bis 98 sowie der Superblock rund

um Herbersteinstraße, Villenstraße,

Absengerstraße sowie Burgenlandstraße

sollen zu Wohnstraßen

werden. Pop-up-Spielstraßen

wie es sie bisher etwa in der Kaiserfeldgasse

hin und wieder gab,

möchte man ausweiten. Den Weg

mit temporären Fahrverboten vor

Schulen will man im Sinne der Sicherheit

am Schulweg fortsetzen.

Jedes Kind soll, wie schon im

Koalitionsprogramm

angekündigt,

ein Fahrrad bekommen.

Dieses hofft man bis zum kommenden

Schuljahr zur Verfügung

stellen zu können. Kinder und

Jugendliche werden im Rahmen

von Beteiligungsprojekten stärker

einbezogen. Beispielswiese

will die Regierung noch enger

mit den Kinderbürgermeistern

zusammenarbeiten und den

Umweltpreis Projekten von Kindern

widmen.

Koalition vs. Opposition

Zum Vorhaben von Stadtrat

Hohensinner meinte Bürgermeisterin

Kahr: „Der Gedanke

dahinter mag gut gemeint sein.

Die Vorhaben müssen aber dauerhaft

implementiert und Kinder

immer unterstützt werden.“ Die

Vorschläge kenne man nicht im

Detail, der Großteil der Projekte

sei jedoch sicherlich unterstützenswert.

Hohensinners Grundsatzbeschluss

für ein Kinderjahr

werde man auf der Tagesordnung

also nicht in dieser Form zustimmen.

Man darf wohl mit einem

Abänderungsantrag rechnen.


17. JÄNNER 2022 www.grazer.at

graz 3

Ab sofort kann man sich mit seinen Sorgen an die FPÖ wenden.

Blaues Notfalltelefon

GETTY

■ Der FPÖ-Gemeinderatsklub

möchte den Sorgen und Anliegen

der Grazer Gehör schenken

und bietet mit der Einrichtung

eines eigenen Notfalltelefons einen

niederschwelligen Zugang

für unterschiedlichste Anliegen.

„Dabei werden Fragestellungen

aller Art von unseren Mitarbeitern

entgegengenommen,

insbesondere auch Fragen zu

miet- und wohnrechtlichen Problemen,

soziale Fragen und im

Moment sicher von zentraler Bedeutung,

Fragen zu den geltenden

Covid-19-Regelungen und

allfällig notwendige Einsprüche

gegen das im Raum stehende

Impfpflichtgesetz. Anliegen

rechtlicher Natur werden von

unseren Mitarbeitern an Anwälte

weitergeleitet und der Schutz

der persönlichen Daten wird

von uns strengstens eingehalten“,

so der Grazer FPÖ-Klubobmann

Alexis Pascuttini. Unter

der Nummer +43 664/1877113

werden die Anrufe von Mitarbeitern

des Gemeinderatsclubs

entgegengenommen.

Müllpläne aussenden

■ Der Bericht in der Printausgabe

des „Grazer“ , über das

Ende der Müllabholpläne in

schriftlicher Form, hat für viele

Reaktionen gesorgt. In Anrufen

und Leserbriefen verliehen

die Grazer ihrem Unmut darüber

Ausdruck, dass die Holding

Graz die wichtigen Müllabholtermine

2022 nur mehr online

darstellt. Auch der Grazer Seniorenbundobmann,

Bundesrat

Ernest Schwindsackl richtet

einen Appell an die Holding,

die Müllabholpläne 2022, in

schriftlicher Form beizubehalten:

„Die Müllabholung ist ein

wesentlicher und wichtiger gesellschaftspolitischer

Servicebereich

unserer Stadtverwaltung,

welcher aufgrund der größtenteils

vorbildhaften Mülltrennung

durch Jung und Alt, funktioniert.

Durch eine nicht ausreichende

Termin-Information könnte es

zu unkontrollierten Müllablagerungen

kommen!“ Schwindsackl

sieht in dieser Vorgangsweise

eine weitere Form von Altersdiskriminierung,

nachdem nicht

alle älteren Grazer über ein Internet

bzw. sonstigen elektronischen

Zugang verfügen. VP-

Gemeinderat Georg Topf wird

in der kommenden Gemeinderatsitzung

am Donnerstag eine

Anfrage an das zuständige Stadtsenatsmitglied

stellen. Ein klares

Foul an die bereits leidvoll durch

die anhaltente Pandemie geprüfte

ältere Generation der Stadt,

sieht Bundesrat Schwindsackl.

GR Topf stellt Anrag auf Beibehaltung

der schriftlichen Abholpläne. PACHERNEGG

FFP2-MASKENPFLICHT

• Am Jakominiplatz von 6 – 20 Uhr

• Auf den großen Marktplätzen

während der Marktzeiten*

So schützen Sie Ihre Gesundheit und die aller anderen Personen.

Details zur Verordnung:

graz.at/corona-aktuelles

* Betrifft: Kaiser-Josef-Platz, Lendplatz, Hofbauerplatz, in Andritz im Bereich vor der

Volksschule Viktor Kaplan und Andritzer Reichsstraße, St.-Peter-Pfarrweg Nr. 35


4 graz

www.grazer.at 17. JÄNNER 2022

Mordprozess in Graz:

44-Jähriger erstach seine

Frau mit Küchenmesser

Acht Geschworene und drei Berufsrichter urteilen über die Schuld des 44-Jährigen. Dem Mann droht eine lebenslange Haftstrafe.

KK

GERICHT. Ein 44-jähriger Afghane erstach im April seine Gattin in der gemeinsamen Wohnung im Grazer

Bezirk Gries. Danach stellte er sich der Polizei. Heute begann am Landesgericht für Strafsachen der Prozess.

Von Julian Bernögger

julian.bernoegger@grazer.at

Am 7. April 2021 tötete ein

Mann seine Gattin in einer

Wohnung in der Grazer

Idlhofgasse auf brutalste Weise.

Heute wurde ihm an Straflandesgericht

der Prozess gemacht. Der

Angeklagte wurde in einer afghanischen

Provinz geboren, seine Eltern

starben früh. Im Jahr 2002 heiratete

er mit seiner Frau, das Paar

bekam vier Kinder (heute neun bis

17 Jahre alt). Beim Militär erlebte

er verschiedene Kampfhandlungen,

davon ist der 44-Jährige

möglicherweise immer noch traumatisiert.

2015 gelang der Familie

schließlich die Flucht nach Österreich.

2019 erhielt der Angeklagte

Asylstatus, 2020 zog die Familie in

die Wohnung in der Idlhofgasse

ein.

Die Kinder gingen zur Schule,

der Mann und seine Frau besuch-

ten Deutschkurse. Der Verteidiger

des Angeklagten beschreibt ihn als

„liebevollen Vater, der sich um die

Zukunft seiner Familie und seiner

Kinder sorgte und regelmäßig in

die Kirche ging, um sich mit österreichischen

Werten vertraut zu

machen. Er ist sicher kein eiskalt

planender Mörder, der aus Lust am

Töten seine Frau umbringt.“

Die Tat an sich bestreiten weder

der Verteidiger, noch der Angeklagte

selbst. Ein Grund könnte

wahnsinnige Eifersucht gewesen

sein. Der 44-Jährige war davon

überzeugt, dass seine Frau eine

Affäre mit einem anderen Mann

hatte. Am Abend des 6. Aprils 2021

stritt das Paar bereits deswegen.

Nachdem die Kinder am nächsten

Morgen aus dem Haus waren, ging

der Streit weiter.

Brutal getötet

„Der Angeklagte nahm einen

rund 1,3 Kilogramm schwe-

ren Türstopper aus Metall und

schlug seiner Frau gegen den

Kopf“, sagt Staatsanwalt Hansjörg

Bacher heute bei seinem

Anklagevortrag. „Nach Ansicht

der Staatsanwaltschaft geschah

bereits dieser Schlag mit Tötungsabsicht“,

führt Bacher weiter

aus. Der Angeklagte beließ

es aber nicht dabei. Er nahm

ein Küchenmesser mit einer 18

Zentimeter langen Klinge und

stach 15 Mal auf den Oberkörper

seiner Ehefrau ein. So wuchtig,

dass er ihr fast den ganzen

Daumen abtrennte, als sie sich

wehrte. Der letzte Stich war so

fest, dass selbst der Gerichtsmediziner

das Messer nicht

mehr händisch entfernen konnte.

Staatsanwalt Bacher spricht

von einer „Exekution“. Nach

der Tat stellte sich der Mann bei

der Polizeiinspektion Lend. Ein

Gutachten attestiert ihm eine

„instabile, schizotype Persönlichkeitsstörung

und eine herabgesetzte

Impulskontrolle. Die

Staatsanwaltschaft wird auch

beantragen, den Angeklagten in

eine Anstalt für geistig abnorme

Rechtsbrecher einzuweisen“,

sagt Bacher. Das Urteil stand bei

Redaktionsschluss noch aus. Es

wird auf www.grazer.at veröffentlicht.

Kein Einzelfall

Vergangenes Jahr schockierten

zahlreiche Frauenmorde ganz

Österreich. Auch in Graz gab es

weitere brutale Fälle von Gewalt

gegen Frauen. Eine 17-jährige

Schwangere wurde mutmaßlich

vom Vater des Kindes getötet, einer

36-Jährigen wurde von ihrem

Partner in die Beine geschossen.

Die Stadt Graz startete erst kürzlich

die Kampagne „16 Tage gegen

Gewalt“. Regelmäßig gab es

Demonstrationen gegen die sogenannten

Femizide.

derGrazer

IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER, HERSTELLER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10

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17. JÄNNER 2022 www.grazer.at

graz 5

Gegen Salzburg hatten die 99ers nach einer umkämpften Partie Grund zu

feiern,das morgige Spiel gegen Hydro Fehervar AV 19 wurde abgesagt.GEPA

99ers-Heimspiel abgesagt

■ Eigentlich wollte man den

Schwung aus dem 3:2-Auswärtserfolg

gegen Tabellenführer Salzburg

mitnehmen, nun ist wieder

alles anders: Das Heimspiel der

Graz 99ers gegen Hydro Fehervar

AV 19, das morgen in der Eishalle

Liebenau stattfinden hätte

sollen, ist abgesagt. Damit wird

Corona erneut zum Spielverderber,

Grund für die Absage sind

„medizinische Vorsichtsmaßnahmen“.

Bereits gekauft Karten

behalten allerdings ihre Gültigkeit

– wann das Spiel nachgeholt

wird, ist noch nicht bekannt.

Für die 99ers bedeutet das eine

ungeplante Pause. Der gestrige

Sieg gegen Salzburg bestätigte

das gegen HK SZ Olimpija gewonnene

Selbstvertrauen. In

einer kämpferischen Leistung

kämpfte man sich im zweiten

Drittel nach einem 0:2-Rückstand,

in Overtime erzielte Michael

Boivin den Siegestreffer.

Auch Tormann Christian

Engstrand glänzte erneut.

Das beliebte Lokal am Schloßberg bleibt vorerst geschlossen. GRAZ TOURISMUS/SCHIFFER

aiola macht Coronapause

■ Aufgrund der höhen Ansteckungszahlen

angesichts der Corona-Variante

Omikron kommt

es zwar – Stand heute – noch

zu keinen Engpässen auf den

Intensivstationen und in Krankenhäusern,

in vielen Betrieben

allerdings zu teilweise massiven

Personalausfällen. Das Grazer

Szenelokal aiola upstairs am

Schloßberg muss deshalb jetzt

sogar schließen. „Aufgrund der

aktuellen Corona-Situation und

den damit zusammenhängenden

Ausfällen ist es uns derzeit

leider nicht möglich, unseren

Restaurantbetrieb aufrecht zu erhalten.

Wir nehmen die Gesundheit

unseres Teams und unserer

Gäste sehr ernst und sehen uns

daher leider gezwungen, unsere

Tore vorübergehen zu schließen“,

geben die Betreiber bekannt.

Sollte es die Situation zulassen,

möchte man Anfang Februar

wieder für die Gäste da sein.

Das Team von Velofood setzt seit mehr als fünf Jahren auf nachhaltige Lieferungen.

Mit einer neuen Kooperationen, will man Firmen besser erreichen. VELOFOOD (2)

Velofood-Kooperation

für die Arbeitswelt

NEU. Ab sofort kann man bei Velofood in Graz auch

mit der Sodexo Restaurant Pass Card bestellen.

Von Fabian Kleindienst

fabian.kleindienst@grazer.at

Seit fünf Jahren liefert das

Grazer Start-up Velofood

die Speisen beliebter Grazer

Restaurants CO 2

-neutral mit

dem Fahrrad und mit biologisch

abbaubaren Verpackungen. Erst

vor kurzem zog das Unternehmen

um Gründer Jonathan Stallegger

Bilanz – demnach konnte

man, auch bedingt durch den

Corona-Lieferboom, in diesen

fünf Jahren 219.075 Liter Treibstoff

sparen und 710.762 Kilogramm

CO 2

-Äquivalente. Heute

wurde eine weitere Kooperation

des Grazer Erfolgsunternehmens

bekannt: Ab sofort kann auch mit

der Sodexo Restaurant Pass Card

bestellt und bezahlt werden.

„Bewusste Arbeitspausen,

ausgewogenes und abwechslungsreiches

Essen sowie klimafreundliche

Lieferung lassen

sich mit Sodexo jetzt ganz leicht

kombinieren. Die Zukunft der

Arbeitswelt bietet weitreichende

Chancen, Klima und Ressourcen

zu schonen”, ist Andreas

Sticha, Geschäftsführer von Sodexo

Benefits & Rewards Austria,

dem Marktführer für Essensgutscheine,

überzeugt.

Damit will man für Unternehmen

ein Angebot schaffen, um

ihren Teams auch den Alltag im

Homeoffice zu erleichtern. Dank

einer kürzlich im Nationalrat beschlossenen

Gesetzesänderung

entfällt der Sozialversicherungsbeitrag

auch beim Zuschuss für

das Mittagessen im Homeoffice.

Künftig

kann man

Velofood-

Bestellungen

auch mit der

Sodeco Restaurant

Pass

Card bezahlen.


6 graz

www.grazer.at 17. JÄNNER 2022

C H R O N I K

Blaulicht

Report

✏ julian.bernoegger@grazer.at

Fünf Verletzte bei

großem Unfall

Vier Autos wurden bei einem Unfall in Graz-Umgebung beschädigt, fünf

Personen wurden durch den Crash zum Teil schwer verletzt. FF FRIESACH WÖRTH

tos an dem Unfall beteiligt. Die

27-Jährige wurde in ihrem Auto

eingeklemmt. Die Feuerwehr

Friesach-Wörth befreite sie.

Die Frau musste anschließend

schwer verletzt ins UKH Graz

gebracht werden. Der 35-Jährige

und seine Familie, die ebenfalls

im Auto saß, erlitten leichte Verletzungen.

Auch der 57-Jährige

wurde nur leicht verletzt. Der

Kreuzungsbereich war für die

Dauer der Aufräumarbeiten bis

kurz nach 19.00 Uhr gesperrt. An

■ Gestern Nachmittag ereignete

sich in Gratkorn im Bezirk

Graz-Umgebung ein schwerer

Unfall mit vier beteiligten

Fahrzeugen: Gegen 17.40 Uhr

wollte eine 27-Jährige mit einem

Leichtkraftfahrzeug im

Ortsteil Unterfriesach von der

L318 auf die B67 in Richtung

Graz abbiegen. Dabei übersah

die Frau wohl einen 37-jährigen

Autofahrer. Durch den Zusammenstoß

der beiden Fahrzeuge

wurden die Autos gegen einen

weiteren Pkw, gelenkt von einem

35-Jährigen, geschleudert.

Das Auto des 35-Jährigen

wurde durch den Aufprall in

den Wagen eines 57-Jährigen

gedrängt. Somit waren vier Auden

beteiligten Fahrzeugen entstand

ein hoher Sachschaden.

Tierquäler legte

Rasierklingen aus

■ Ein 49-jähriger Hundebesitzer

war gestern Vormittag gegen 9

Uhr mit seinem American Staffordshire

Terrier auf der Hundewiese

im Augartenpark unterwegs.

Dabei dürfte der Hund

einen Köder gefressen haben,

den ein Tierquäler offenbar zuvor

ausgelegt hatte. Der Hund

erbrach später und der Besitzer

fand eine Rasierklinge. Ob der

Hund gesundheitliche Schäden

erlitt, steht derzeit noch nicht

fest. Er ist jedenfalls außer Lebensgefahr.

Die Polizei sucht

derzeit nach dem Tierquäler.

Unbekannter half

bei Fahrerflucht

■ Am Freitag verursachte ein

bislang unbekannter Autofahrer

bei der Autobahnauffahrt

zur A2 einen Unfall mit einem

Sportwagen. Der Fahrer geriet

von der Straße ab und krachte

in einen Baum. Kurios: Kurz darauf

hielt ein weiteres Auto an

der Unfallstelle an. Der Fahrer

half dem Unfalllenker in sein

Auto und wies ihn an, niemanden

etwas vom Unfall zu erzählen.

Dann flüchteten die beiden

Männer in Richtung Wien. Den

kaputten Sportwagen ließen sie

einfach zurück. Ob der Lenker

verletzt wurde oder alkoholisiert

war, ist bislang nicht bekann.

Die Ermittlungen laufen.


17. JÄNNER 2021 www.grazer.at

graz 7

Jessy sucht

ein Zuhause

Grazer

Pfoten

Jessy möchte mit ihrem Herrchen durch dick und dünn gehen. KK

Mit 13 Jahren im Tierheim gelandet.

Die traurigen Blicke Wer kann sie schnell wieder aus

wo sie in Ruhe entspannen kann.

auf den Bildern sagen mehr als dem Tierheim raus holen?

tausend Worte, denn Jessy versteht

es einfach nicht. Die liebe - 13 Jahre

Beagle-Hündin ist freundlich und - Beagle

aufgeweckt. Sie geht gerne spazieren

und ist auch in diesem Alter

- mag Hunde und Kinder

noch recht fit. Da sie schon eine Kontakt: Arche Noah

ältere Dame ist, sollte man ihr www. aktivertierschutz.at

einen Rückzugspunkt schenken, Tel. 0676/84 24 17 437

Iryna freut sich sehr über ihre neue Echthaarperücke, die sie dank dem Verein

„Steirer mit Herz“ und Obmann Marcel Resch, bekommen hat. OBRSBERGER

Perücke für Kämpfer

■ Der Verein Steirer mit Herz

durfte vor kurzem die mittlerweile

81. Echthaarperücke an

eine große Kämpferin im LKH

Graz übergeben. Die Freude

war Iryna förmlich ins Gesicht

geschrieben – eine unglaublich

hübsche, junge Frau fühlt sich

nach ihrer intensiven Therapie

mit Nebenwirkungen durch ihre

neue Haarpracht wieder vollständig.

„Die Übergabe ist natürlich

immer sehr emotional,

weil die Betroffenen aufgrund

ihrer Krankheit auch sehr viel

durchmachen mussten. Gerade

bei Mädchen haben Haare einen

wichtigen Stellenwert und es ist

immer schön mit anzusehen,

wie sehr sie sich darüber freuen“,

so Marcel Resch, Obmann vom

Verein „Steirer mit Herz“. Die

Perücken werden übrigens dank

Spenden aus Österreich und darüber

hinaus – Italien, Slowenien,

Schweiz oder Deutschland – von

einem eigenen Perückenmacher

angefertigt.

Jetzt

mitdiskutieren

www.facebook.com/derGrazer

Gibt eh eine App

Dafür gibt es die App, die erinnert

am Vortag noch daran, den

Müll rauszustellen.

Andreas Erschen

* * *

Alte haben keine App

Es gibt alte Menschen, die haben

weder Handy noch Laptop.

Gertrude Vlk

* * *

Rücksicht nehmen

Auf jeden Fall verschicken, es

gibt genug Leute, die das online

nicht können. Wäre schön, wenn

man auf diese Gruppe Rücksicht

nehmen würde.

Manuela Espunkt

So geht es nicht

Nicht jede Altersgruppe kann

Apps und das Internet nutzen!

So geht man nicht mit der älteren

Generation um, liebe Holding!

Laut nach „Solidarität“

schreien, aber bitte nur dort, wo

man es gerade braucht!

Sabine Hubmann

* * *

Man kann anrufen

Man braucht nur anrufen, haben

wir auch gemacht für die

Schwiegermami und am nächsten

Tag ist es per Post da.

Melanie Marek

* * *

Zuerst informieren

Zuerst muss man aber informiert

werden, dass die Pläne

nicht mehr zugestellt werden

und wo man anrufen soll und so

weiter.

Erich Cagran

Mehr Geld investieren

Hier in Alanya werden 2x täglich

die Mülleimer geleert, auch

sonntags. In Graz, besser ganz

Österreich, 95 Prozent in der

Vorstandsebene

und mit dem Geld dann

bei den Müllmännern

ordentlich aufstocken.

Auch die Boni für die

Bonzen streichen.

Heinz Heinrich Huter

einsparen

* * *

Ganz leicht online

Die Pläne kannst ganz leicht

online abrufen und ausdrucken.

Hätten die Hausverwaltungen a

bisserl was zu tun.

Jo Ker

* * *

Was tun?

Und was macht man, wenn

man keine App hat?

Erich Cagran

Meistkommentierte

Geschichte

des Tages

Bürger

ärgern sich

über Müllpläne

Dass die Holding heuer keine

Müllabholpläne ausschickt,

verärgerte viele Grazer

Bürger. Seitens der Holding verweist

man auf die digitalen Angebote,

die Bürgerinitiative Andritz

hingegen macht auf Ältere

ohne Internetzugang aufmerksam.

Unsere Leser diskutierten

auf Facebook, wie Menschen

ohne Internetzugang zu den

Müllplänen kommen sollen.

REAKTIONEN & KOMMENTARE


8 graz

www.grazer.at 17. JÄNNER 2022

Peppa Wutz-Familie live

ÜBERRASCHUNG. Im Mittelpunkt

des Familienmusicals

„Peppa Wutz“ steht

eine Geburtstagsüberraschungsparty

für Peppa!

Von Vojo Radkovic

vojo.radkovic@grazer.at

Die Serie heißt im Original

„Peppa Pig“ und ist

bei uns als „Peppa Wutz“

längst Begriff für Eltern, Omas

und Oppas und natürlich für Kinder

ab 3 Jahren. Das Erfolgsteam

aus der Serie „Feuerwehrmann

Sam“ hat aus den vielen Geschichten

um das süße Schweinchen

Peppa ein Familienmusical

kreiert, das erneut unter Beweis

stellt, dass man Zeichentrick-Erfolge

im Fernsehen auch auf die

Bühne bringen kann. Im Fernsehen

haben Peppa Wutz und ihre

Familie und ihre Freunde vor

allem auf RTL schon eine große

Fangemeinde erspielt und die

Serie ist auch auf Netflix abrufbar.

Im Musical geht es um Peppas

großen Tag: Sie hat Geburtstag!

Peppa schläft noch und das ist

auch gut so, denn Mama und

Papa Wutz sind mit den Vorbe-

Auch das rote Auto der Familie Wutz darf natürlich im Kinder- und Familienmusical „Peppa Wutz“ nicht fehlen.

reitungen für die große Überraschungsparty

beschäftigt. Polly

Papagei und Peppas kleiner Bruder

Schorsch helfen tatkräftig

mit. Peppa weiß noch nicht was

dieser Tag alles für Überraschungen

bereithält. Aber es wird ein

aufregender Tag mit ihrer ganzen

Familie, all ihren lustigen

Freunden und einem großarti-

gen Überraschungsgast.

Das Geschehen auf der Bühne

wird von den Akteuren mit

hinreißenden Handpuppen

dargestellt. Es gibt farbenfrohe

Kulissen und die vielen Überraschungen

machen die Show

auch für Kinder und Eltern zu

einer einzigen Geburtstagsparty.

Das THEATER auf Tour bittet,

M. LANSER

dass alle Kinder mit einem bunten

Partyhütchen zur Vorstellung

kommen, welches sie aufsetzen,

wenn Peppa Pig überrascht werden

soll.

„Ein Schweinchen hat Geburtstag“,

gibt es am 1. Februar

in der Grazer Stadthalle. Beginn

ist um 15 Uhr. Karten gibt es über

www.oeticket.com

Grazer Love A.M. starten durch

Die fünf Grazer nennen sich Love A.M. und bringen Anfang April ihr Debütalbum

„In Disarray“ heraus. Die Single „Pointless“ ist bereits LP-Vorbote. LEITNER

■ Love A.M., das Post-Dream-

Rock-Quintett aus Graz, scheut

die Emotion nicht. Liebe, was

sonst? Die Schönheit, der Wahnsinn

und die Schrecknisse des

Lebens werden in englischsprachige

Songs voll erhabener Traurigkeit

gepackt. Auf »Pointless«,

der ersten Single zum Debütalbum

»In Disarray«, das am 1. April

erscheinen wird, rückt die Grazer

Band Love A.M. ein Gespräch mit

einem Menschen in einer Sinneskrise

in den Fokus. Auch in diesem

Love A.M.-Song geht es um Nähe

und Ferne, um Suche und Sünde

und um den Teufel, der vielleicht

in giftgrünen High-Heels

mit gebrochenem Absatz daherkommt.

Die Single ist ein dunkel-bebender

New-Wave Song,

der sich zwischen Synth-Bässen,

schneidenden Gitarrenriffs und

industriell-kalten Electro-Drums

bewegt. Da dämmert jedoch Licht

am Ende des Tunnels, nach dem

es zunächst gebrochen wurde. Am

Ende des Songs wird die thematisierte

Sinn-Krise zur befreienden

Katharsis, der scheinbar dunkle

Track zum euphorischen Mitsing-

Aphrodisiakum, der sich mit großer

Leidenschaft Richtung Befreiung

schraubt.

Das Debütalbum erscheint am

1. April im dem Wiener Wohnzimmer-Label,

das mit dieser Produktionen

auch zugleich 20-Jahr-Jubiläum

feiert. Die Grazer Band Love

A.M. gibt es seit 2016.


17. JÄNNER 2022 www.grazer.at

graz 9

Ausblick

Was am Dienstag

in Graz wichtig ist

■ Der erste Landtag in diesem Jahr verspricht nicht nur spannende

Themen, sondern auch reichlich Zündstoff für die Parteien: In der

morgigen Sitzung ist beispielsweise die Impfpflicht großes Thema.

Die Freiheitlichen sehen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

als deren Wegbereiter und wollen über die Vollziehung des Gesetzes

und die Folgen noch einmal debattieren. Zwei Monate nach

Bekanntwerden des UVP-Skandals fühlen die Grünen Landesrätin

Ursula Lackner dahingehend noch einmal auf den Zahn. Die KPÖ

stellt eine Dringliche Anfrage an Gesundheitslandesrätin Juliane

Bogner-Strauß zum Erhalt des Ärztenotdienstes in Graz. Die Neos

thematisieren die Ersatzzahlungen für Unternehmen sowie deren

Verzögerungen.

■ Noch bis inklusive morgen können Bewerbungen für die Geschäftsführende

Intendanz des steirischen herbst eingereicht werden.

Ab 1. Jänner 2023 ist die Leitung für fünf Jahre ausgeschrieben.

Als Mindestgehalt gibt‘s 100.000 Brutto im Jahr.

■ Die Kicker vom SK Sturm sind ihren Rivalen aus dem ungarischen

Székesfehérvár am Samstag unterlegen, jetzt wird es spannend wie es

den Eishacklern geht: Die 99ers spielen morgen um 18.30 Uhr gegen

Hydro Fehervar AV19 (siehe auch Seite 5).

Morgen Dienstag ist die erste Landtagssitzung in diesem Jahr angesetzt. Es

geht unter anderem um Impfpflicht, Ärztenotdienst und UVP-Skandal. KK

■ Von 16 bis 19 Uhr kann man im JUFA Hotel Graz in der Idlhofgasse

für das Rote Kreuz Blut spenden.

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