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dPV Journal Ausgabe Nr. 22 Winter 2021/22

Das Magazin für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Das Magazin für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

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Heft Nr. 22| Winter 2021/22

dPV JOURNAL

Zeitschrift für JUPA, MSA-, PSP- und THS-Patienten

JUPA

Parkinson-Informationen für junge

und alte Menschen

MSA / PSP

Was wissen wir über Multisystematrophie (MSA)

und

Progressive (supranukleäre) Blickparese (PSP)

THS

Tiefe Hirnstimulation: wie wird es zum Erfolg?


UNSER BEITRAG

ZUR VERBESSERUNG

DER GESUNDHEIT.

Forschung

Service

Entwicklung

Innovationen

Zambon – Partner in

der Parkinson-Therapie.

Zambon GmbH | Lietzenburger Str. 99 | 10707 Berlin | www.zambon.de


Editorial 1

Editorial Ausgabe Winter 2021 / 22

dPV JOURNAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

Die Pandemie ist noch nicht vorbei.

Aber irgendwie hat man uns doch nach dem Sommer Hoffnung

gemacht, oder?

Geht Ihnen das auch so, dass Sie am liebsten unserer Regierung, der

Politik, einmal den Kopf waschen möchten?

Einfach mal auf- und anschreiben, wie sich ein chronisch kranker

Mensch in Zeiten der Pandemie fühlt, wie er sich sorgt und ängstigt.

Wie kann es sein, dass unsere Regierung nicht zuhört, was die erfahrene

Wissenschaft doch schon im Sommer prognostiziert hat?

Das macht mich oft richtig wütend.

Das Desaster begann mit dem Schließen der Impfzentren.

Die epidemische Lage von nationaler Tragweite soll am 25. November beendet werden.

Irgendwie kam bei vielen an, dass die Pandemie im Herbst zu Ende geht.

Stattdessen bricht über uns eine Infektionsdynamik herein.

Heute haben 35 medizinisch wissenschaftlich arbeitende Ärzte ihre Sorgen in einem Brandbrief an die

Regierung deutlich gemacht.

„Abwarten kostet Menschenleben! Bund und Länder müssten ihrer Verantwortung umfassend gerecht

werden“, (nachzulesen beim Redaktionswerk Deutschland RND).

Die Gefahr eines Zusammenbruchs unseres Gesundheitssystems wird aufgezeigt. Geplante Operationen

müssen verschieben werden. Und plötzlich steht wieder die Frage im Raum, wer soll denn zuerst behandelt

werden, wenn es sehr ernst wird, Triage wird das genannt. Noch mehr, kommt der Geimpfte auf die I

ntensivstation oder der Ungeimpfte, wenn überhaupt noch genügend Intensivbetten vorhanden sind.

Einen Lockdown soll es nicht noch mal geben,

dafür wird der Ruf nach Kontaktbeschränkungen wieder lauter.

Im Frühjahr, mit Angabe des Monats März, wenn die Tage länger werden, die Temperaturen steigen, wird

sich die Pandemie auflösen.

Schon wieder diese aus meiner Sicht nicht haltbaren Prognosen und Versprechungen.

Die Advents- und Weihnachtszeit stehen vor der Tür.

Unter welchen Regeln können Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern

stattfinden.

Ich wünsche Ihnen und mir mehr Einigkeit unter Bundes- und Landesregierung.

Das würde Vieles in unserem Leben vereinfachen.

Hoffnungsvolle Wünsche und Grüße am Jahresende für ein baldiges Ende von Corona

Ihre Magdalene Kaminski, 1. Vorsitzende


Klinik für Neurologie,

Parkinson und

Bewegungsstörungen

Chefarzt Dr. med. Philipp Feige

Die Klinik für Neurologie behandelt das komplette Spektrum

neurologischer Erkrankungen.

Als zertifizierte Fachklinik für Parkinson und Bewegungsstörungen

empfängt sie ihre Patienten zur Erstdiagnostik, Neueinstellung, medikamentösen

Umstellung, Ein- und Umstellung einer Medikamentenpumpe

und zu umfassenden nichtmedikamentösen Therapien im Rahmen der

Parkinson-Komplexbehandlung.

Wir sind an 365 Tagen rund um die Uhr für Sie da.

Klinik Bosse Wittenberg, Hans-Lufft-Str. 5, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel.: (03491) 476 0, Fax: (03491) 476 372 E-Mail: Klinik.Bosse@alexianer.de

Weiter Informationen finden Sie unter www.alexianer-sachsen-anhalt.de

Reha bei THS

Wir bringen Sie wieder in Bewegung!

Vorteile einer THS-Einstellung während der Reha:

— Betreuung durch einen spezialisierten Neurochirurgen

mit THS-Erfahrung

— Einstellung mit Blick auf den Tages- und Nachtverlauf

— Interdisziplinäre Therapien z. B. DSI-Therapie

(Dynamische Symptomorientierte Individualtherapie)

— Vorbereitung auf den Alltag

SRH Gesundheitszentrum Dobel

Tel.: 07083 926-4444 | patientenservice.gns@srh.de

www.gesundheitszentren-nordschwarzwald.de


Inhalt 3

Inhalt

Editorial ......................................................................................... 1

Impressum .................................................................................... 36

Machen Sie mit! ......................................................................... 36

JUPA

Parkinson - Informationen für junge

und alte Menschen ................................................................... 4 - 5

Psychosoziale Beratung für Mitglieder der dPV .................... 6 - 7

MSA

Neue Therapiestrategien bei

atypischen Parkinson-Syndromen ........................................ 8 - 10

Alexianer Klinik Bosse Wittenberg

– Zehn Jahre Parkinsonfachklinik ................................................ 25

Perioperative Vorgehensweise unter

Therapie mit Apomorphin ................................................... 26 - 27

Parkinson und Arbeitswelt e. V. ................................................ 28

Tremor

Ich zittere – habe ich einen Morbus Parkinson ? .......... 29 - 30

Die D-mine® Pumpe ........................................................... 32 - 33

Patientensicherheit während Corona .............................. 34 - 35

PSP

Eigentraining für Patient/-innen mit PSP ............................. 11 - 13

Neue Erkenntnisse aus klinischer PSP-Studie ...................... 13 - 14

THS

Parkinson und Bewegung ................................................... 15 - 16

THS-Telefonsprechstunde ............................................................. 16

Parkinson – eine Erkrankung des älteren Menschen?! ............ 18

Weitere Themen

Videodiagnose in den eigenen vier Wänden .......................... 19

Kennenlern-Plattform für Menschen mit Parkinson .................. 20

Parkinson-Komplexbehandlung

im Passauer Wolf Bad Gögging .............................................. 21

Die Neurologische Klinik Sorpesee:

Weiterbehandlung nach Krankenhausaufenthalt ............ 22 - 23

Parkinson-Komplexbehandlung .................................................. 24


4

JUPA - Parkinson-Informationen für junge und alte Menschen

JuPa: Parkinson-Informationen für junge

und alte Menschen

Hilfe und Hintergrundwissen für

Parkinson-Erkrankte

In diesem Bereich sammeln wir alle

Informationen zur Krankheit, geben

Tipps zum Umgang damit und klären,

wie diese sich auf alle Lebensbereiche

und jedes Alter auswirkt.

Die Hintergrundartikel in „Parkinson

Erklärt“ beschäftigen sich besonders

intensiv mit den brennendsten Fragen

zur Krankheit.

Unsere „FAQ“ wächst weiter! Es sind

kürzlich 4 neue Spezialisten dazu gekommen

und somit sind es nun 20 Experten,

die sich Euren Fragen stellen.

Darüber hinaus wurden über 30 neue

Fragen beantwortet seit letztem Monat.

Reinschauen lohnt sich!

In unserem monatlichen „Email-Newsletter“

findet ihr spannende Themen

rund um Parkinson, Alltagsbewältigung

und Selbsthilfe.

Die Erweiterung unseres „JuPa RLP-Süd

Shop“ bietet eine einfache Bestellmöglichkeit

für Infomaterialien (DVD‘s,

Broschüren, Infoflyer, Begleitbroschüren,

Infomappen, Aufkleber, Trinkhalmhalter,

Buttons, Anstecker, Kapselheber,

Schlüsselanhänger).

Mit einem Einkauf im Shop könnt Ihr uns

unterstützen. Jeder Euro zählt! Bei

den Preisen handelt es sich um Schutzgebühren.

Diese werden zu Gunsten

unserer Projekttätigkeiten für Parkinson-Betroffene

eingesetzt.

Hilfe und Tipps bei Parkinson

In unserer Rubrik „Hilfe und Tipps bei

Parkinson“ findet ihr mit „Pflege und

Parkinson“ sowie „Zufrieden leben,

auch mit Parkinson?“ zwei neue Themen:

Pflege und Parkinson

Pflegedienst und

Pflegesachleistungen

Was macht ein ambulanter Pflegedienst?

Was sind ambulante Pflegesachleistungen

und wie hoch sind

diese? Welche Wahlmöglichkeiten haben

Pflegebedürftige? Wie finde ich

einen guten Pflegedienst? Wie ist das

Leistungsangebot des ambulanten

Pflegedienstes? Wie und wo bekomme

ich eine umfassende Beratung zu

den Themen Pflege und Betreuung?

Antworten und Informationen zu bestimmten

Fragen bekommst du auf

unserer neuen Seite. Schau einfach

mal rein:

www.jupa-rlp.de/hilfe-und-tipps-bei

-parkinson/pflege/

„Du musst deine Krankheit akzeptieren“,

vielleicht hast du diesen Rat auch

schon von Freunden und Angehörigen

gehört. Aber stimmt das wirklich und

vor allem, ist das für alle Betroffenen

und für alle Phasen der Erkrankung

eine gute Empfehlung?

Lies auch mal, was die Wissenschaft

dazu sagen kann. Am Ende findest du

eine Buchempfehlung.

www.jupa-rlp.de/hilfe-und-tipps-bei

-parkinson/zufrieden-leben-auch-mit

-parkinson/

https://shop.jupa-rlp.de/

Zufrieden leben, auch mit

Parkinson?

Mit der Diagnose Morbus Parkinson

bricht für viele erstmal eine Welt zusammen.

Lebensziele, Wünsche und

Träume scheinen in unerreichbare Ferne

gerückt, wie soll man da von Zufriedenheit

oder gar Glück sprechen.

Vielleicht ist es dir zu Beginn deiner

Erkrankung genau so ergangen oder

du erlebst es gerade im Augenblick.

Der Wechsel der Gefühle ist meist keine

einmalige Sache, Hochs und Tiefs

können wie Jahreszeiten immer wiederkehren.


JUPA - Parkinson-Informationen für junge und alte Menschen 5

Videos

YouTube Videos

Auf dieser Webseite findest Du alle Videos

von unserem Youtube-Channel

mit Themen rund um Parkinson, Erklärfilme,

Veranstaltungsvideos und humorvollen

Videos, sowie Interviews mit

Experten oder Mitgliedern der Selbsthilfegruppe.

Um stets auf dem Laufenden zu bleiben,

kannst du den JuPa RLP-Süd

Newsletter abonnieren!

Diese drei

Paare

erzählen aus

ihrem Altag:

Bild 1:

Ralf und Manu

NEU:

Parkinson und Partnerschaft – Wie

kann die Liebe bestehen trotz chronischer

Erkrankung?

Drei Paare erzählen aus ihrem Alltag.

Wie beeinflusst die Erkrankung Morbus

Parkinson unsere Partnerschaft?

Was gibt uns Kraft, was hält uns zusammen?

www.youtube.com/

watch?v=4N-QP7xP8cw

Bild 2:

Willi und Ria

NEU:

Selbsthilfe – hautnah!

Was bedeutet Selbsthilfe für mich?

Betroffene und Angehörige erzählen

aus ihren Erlebnissen, wie sie zur Selbsthilfe

kamen und wie wichtig Selbsthilfe

in ihrem Leben geworden ist.

Was kann Selbsthilfe bieten, welche

Aktivitäten und Hilfsangebote gibt es?

Und wie viel Freude ist mit Parkinson

möglich?

www.youtube.com/

watch?v=wGLKbAsPRqo

Parkinson Newsletter

… bleib auf dem Laufenden!

Der JuPa-Newsletter erscheint monatlich

mit spannenden Themen rund um

Parkinson, Alltagsbewältigung und

Selbsthilfe.

Wenn Du aktuelle News für junge Parkinsonkranke

und Angehörige oder

sonstige Neuigkeiten von JuPa erhalten

möchtest, melde Dich einfach mit

deiner E-Mail-Adresse an!

www.jupa-rlp.de/

parkinson-newsletter/

Bild 3:

Timo und Danni

Ausgabe verpasst?

Das Archiv unserer vergangenen

Newsletter kann man nach der Anmeldung

einsehen

Kontakt:

Bundesbeauftragter JuPa

Wilfried Scholl

Gartenstraße 11

67699 Schneckenhausen

E-Mail: kontakt@jupa-rlp.de


6

MSA / PSP - Was wissen wir über MSA und PSP

„Nur“ Parkinson oder womöglich doch eine andere Krankheit ?

Was wissen wir über Multisystematrophie (MSA) und

Progressive (supranukleäre) Blickparese (PSP)

Zwei Krankheiten, die gelegentlich

auch als „atypische Parkinson-Syndrome“

bezeichnet

werden, können gerade im

Frühstadion mit der „normalen“

Parkinsonerkrankung verwechselt

werden, stellen aber selbst genau

charakterisierte Krankheiten dar: die

Multisystematrophie (MSA) und die

Progressive Supranukleäre Blickparese

(PSP).

Diese beiden seltenen Krankheiten (jeweils

etwa 5 Betroffene auf 100.000),

die auch mit Bewegungsarmut (Bradykinese)

und Steifheit der Muskulatur (Rigor)

einhergehen, aber durch zusätzliche

Beschwerden und Symptome

gekennzeichnet sind, weisen einige

Besonderheiten auf und können häufig

nicht so wirksam mit dem Vorläufer

des Nervenzell-Botenstoffs Dopamin,

L-DOPA, behandelt werden, wie die

eigentliche Parkinsonkrankheit.

Menschen mit einer MSA leiden meist

auch unter einer Blasenschwäche

(Inkontinenz) und einer Störung der

Blutdruck- bzw. Kreislaufregulation

und zeigen bei der neurologischen

Untersuchung noch weitere Besonderheiten,

die nicht zu den typischen

Parkinsonsymptomen zählen und auf

die Beteiligung des Kleinhirns und des

Rückenmarks im Krankheitsprozess zurückzuführen

sind (daher die Bezeichnung

Multisystematrophie).

Menschen mit einer PSP wiederum leiden

typischerweise unter Störungen

der Augenbewegung (durch Fehlsteuerung

der Blickmotorik) uns stürzen

häufig, v.a. nach hinten.

Die verschiedenen körperlichen Symptome

und die fehlende Besserung trotz

L-DOPA Therapie lenken oft schon den

Verdacht auf MSA oder PSP und erlauben

bereits eine Abgrenzung von der

eigentlichen, sogenannten idiopathischen

Parkinsonerkrankung (IPS):

Verbesserung der Beweglichkeit

durch L-DOPA?

- IPS wahrscheinlich

Besteht ein Ruhetremor?

- IPS wahrscheinlich

Besteht eine Blasenstörung?

- MSA möglich

und/oder eine Potenzstörung?

- MSA möglich

Besteht eine Fallneigung nach hinten?

- PSP möglich

Besteht eine Blicklähmung?

- PSP möglich

Sorgfältige klinische Beobachtungen

und die Untersuchungen der Gehirne

von Betroffenen führten zu der Erkenntnis,

dass es sich bei MSA und PSP

um ganz eigenständige Erkrankungen

handelt, auch wenn die besonders

empfindlichen Dopamin- produzierenden

Zellen immer betroffen sind.

Anders als bei der Parkinsonkrankheit

findet man bei der MSA Ablagerungen

des Eiweiß alpha-Synuklein nicht

nur in den Nervenzellen, sondern vorwiegend

in den Stütz- oder Gliazellen

des Gehirns, die die Funktionen der

Nervenzellen unterstützen.

Bei der PSP spielt ein anderes Eiweiß namens

Tau eine große Rolle. Verschiedene

Mutationen im Tau-Gen können

beim Menschen unterschiedliche erbliche

Erkrankungen verursachen und

auch bei der Alzheimer-Krankheit sind

Ablagerungen von Tau von Bedeutung.

Die Tatsache, dass verschiedene

Eiweiße am Krankheitsgeschehen von

IPS, MSA, PSP und Alzheimer zumindest

beteiligt sind, hat viel Aufmerksamkeit

auf die Art und Weise gelenkt, wie

Nerven- (und Glia)-zellen diese Eiweiße

produzieren und verarbeiten – dennoch

sind die eigentlichen Auslöser

für das Entstehen dieser unterschiedlichen

Ablagerungen noch unbekannt.

Warum kommt es zu diesen unterschiedlichen

Eiweißablagerungen und

kann man wohl den Verlauf dieser

Krankheiten beeinflussen, wenn man

versucht diese Aggregate aufzulöse ?

Mit gewisser Berechtigung ist anzunehmen,

dass manche Ergebnisse aus der

Alzheimer Forschung auch für die PSP

Gültigkeit haben könnten und Erkenntnisse

die Parkinson Patienten nützen,

auch für MSA gelten könnten. Voraussetzung

für neue Therapien auch für

seltene Krankheiten sind aber immer

klinische Studien. Gerade für Betroffene

mit MSA oder PSP ist daher die

(Mit-) Behandlung durch eine spezialisierte

Klinik oder Ambulanz für Bewegungsstörungen

sinnvoll, da nur so

genügend Betroffenen für Forschungsprojekte

gewonnen werden können.

Nachfolgend sind einige Befunde

und Kernsymptome von MSA und PSP

zusammengefasst; ein aktueller Artikel

im Deutschen Ärzteblatt von Levin,

Arzberger, Giese und Höglinger gibt

einen detaillierteren Überblick und

stellt auch den Stand der Grundlagenforschung

dar: Differenzialdiagnose

und Therapie der atypischen Parkinson-

Syndrome; Dtsch Arztebl Int 2016;

113(5): 61-9; www.aerzteblatt.de/

archiv/173707.

Die deutsche Parkinson Vereinigung

(dPV) bietet regionale Ansprechpartner

für Betroffene, auch für MSA und

PSP Patienten an (dPV, Moselstr. 31,

41464 Neuss; bundesverband@parkinson-mail.de;

www.parkinson-vereinigung.de/).

Informationen auch zu

Studien findet man unter: www.dzne.

de; www.kompetenznetz-parkinson.

de und www.psp-gesellschaft.de.

MSA

Die MSA ist eine fortschreitend verlaufende

Erkrankung des Erwachsenenalters,

die durch Nervenzelltod

in verschiedenen Teilen des Gehirns,

in den Basalganglien, im Kleinhirn

(„Zerebellum“), im Hirnstamm und

bestimmtem Zellsäulen des Rückenmarks

gekennzeichnet ist. Charakteristisches

neuropathologisches Merkmal

der MSA ist das Auftreten Alpha-Synuklein-haltiger

Ablagerungen vor

allem in einer besonderen Gruppe von

Stützzellen des Gehirns, die die Hüllsubstanz

von Nervenzellen, das Myelin,

bilden („Oligodendrogliale zytoplasmatische

Einschlusskörper“). Die Rolle

von alpha-Synuklein im Krankheitsprozess

der MSA konnte bislang nicht

eindeutig geklärt werden.

Der mittlere Erkrankungsbeginn der

MSA liegt in der 6. Lebensdekade;


MSA / PSP - Was wissen wir über MSA und PSP 7

Männer und Frauen erkranken gleich

häufig (w/m: 1,0 zu 1,3). Klinisch ist

die MSA durch das gemeinsame

Auftreten von schweren Störungen

des zentralen Anteils des vegetativen

Nervensystems und Bewegungsstörungen

gekennzeichnet. Bei der MSA

ist der zentrale Anteil des vegetativen

Nervensystems im Rückenmark betroffen,

während Störungen der vegetativen

Nervenfaserbündel im übrigen

Körper auch bei der Parkinsonerkrankung

vorhanden sein können.

Dies ist z.B. bei der Erregung des

Herzens durch den Sympatikus von

Bedeutung. Die Degeneration des

vegetativen Nervensystems führt

zu Blasenstörung mit Inkontinenz

aufgrund gestörter Blasenschließmuskelfunktion

und Restharnbildung. Die

vegetativen Störungen, insbesondere

Erektionsstörungen, aber auch eine

Zunahme der Miktionsfrequenz, Dranginkontinenz

und Restharnbildung

können Jahre vor den Bewegungsstörungen

auftreten. Nach Auftreten der

Bewegungsstörungen ist die Progression

der MSA meistens rasch:

die mittlere Überlebenszeit nach Diagnosestellung

beträgt etwa 9 Jahre. In

dieser Zeit entwickeln fast alle Betroffenen

ein Mischbild mit vegetativen

Störungen, Parkinson- und Kleinhirnsymptomen

(„Ataxie“) und Zeichen

einer Pyramidenbahnschädigung in

unterschiedlicher Kombination und

Ausprägung. Kognitive Beeinträchtigungen

und dementielle Entwicklungen

sind selten. Die häufigste Todesursache

sind Lungenentzündungen

infolge der ausgeprägten Hypokinese

und der Immobilisierung.

Für die Diagnose am aussagekräftigsten

ist der Nachwies einer schwere

orthostatische Hypotonie mit Abfall

des Blutdrucks beim Aufstehen aus

dem Liegen um mindestens 30 mmHg

systolisch bzw. mindestens 15 mmHg

diastolisch. Die Degeneration der

zentralen Anteile des sympatischen

Nervensystems, der intermediolateralen

Zellsäulen des Rückenmarks, bei

erhaltenen postganglionären Neuronen

führt bei vielen MSA-Patienten

zu einer paradoxen Kombination aus

gestörter reflektorischer Aktivierbarkeit

und gleichzeitig erhöhter Ruheaktivität

des sympathischen Nervensystems.

Daher ist die orthostatische Hypotonie

häufig mit einer arteriellen Hypertonie

im Liegen verbunden und die Hände

und Füße sind oft kühl und bläulich

verfärbt („cold hand sign“). Weitere

autonome Funktionsstörungen sind

vermindertes Schwitzen, das sich in

einer Hitzeintoleranz äußern kann, und

eine verminderte Herzratenvariabilität.

Eine charakteristische und früh im

Krankheitsverlauf auftretende Störung

ist die Traumschlaf-Verhaltensstörung

die sich in nächtlichen, zusammen

mit Träumen auftretenden Bewegungen,

u.U. in Form tätlicher Angriffe auf

den Bettpartner äußern kann. Dieses

Ausleben der Trauminhalte entsteht,

weil die normale Muskelentspannung

im Traumschlaf gestört ist. Darüber

muss beim behandelnden Arzt/Ärztin

gesprochen werden, da die Behandlung

mit dem gut verträglichen Medikamenten

Clonazepam (Rivotrol 0.5

- 1 mg z.N.) fast immer rasche Erleichterung

bringt.

Auch viele Menschen mit Parkinsonerkrankung

leiden unter Störungen

des Gleichgewichts, der Blutdruckregulation,

der Blasen- und Mastdarmkontrolle

und sexuellen Funktionsstörungen.

Im Gegensatz zur MSA treten

diese Störungen aber erst später im

Verlauf der Krankheit auf, stehen eher

selten im Vordergrund und sind besser

zu lindern.

Entscheidend für die Diagnose der

MSA ist eine sorgfältige Anamnese und

klinische Untersuchung, während die

apparative Zusatzdiagnostik in erster

Linie dem Ausschluss anderer Erkrankungen

dient. Bei den bildgebenden

Studien etabliert sich das MIBG-

SPECT des Herzens ebenso wie das

FDG-PET, als zuverlässige Methode zur

Unterscheidung von MSA und Parkinson-Krankheit.

Im fortgeschrittenen

Stadium kann auch die MRT Auffälligkeiten

zeigen. Nach wie vor ist keine

kurative oder präventive Therapie

der MSA bekannt. Querschnitt- und

Verlaufsuntersuchungen der EMSA

Studygroup und des Kompetenznetz

Parkinson haben einen unerwartet

hohen Anteil von MSA Patienten mit

Ansprechen auf L-DOPA gezeigt,

so dass MSA-P Patienten ein ausreichend

hoch dosierter Therapieversuch

(mindestens 1000 mg/Tag) nicht

vorenthalten werden darf. Eine kleinere

Placebo-kontrollierte Studie mit

Amantadin konnte keinen positiven

Effekt auf die Parkinson-Symptome

zeigen während eine neuere Studie

mit Epigallocatechinen („grüner Tee“)

zumindest einen Trend zur Besserung

erkennen ließ. Leider waren dabei

aber auch eine Reihe von Leberfunktionsstörungen

zu beobachten.

PSP

Während die autonomen Störungen

kennzeichnend für die MSA sind, sprechen

Stürze (vorwiegend nach hinten)

und kognitiver Abbau in Verbindung

mit einem akinetisch- rigiden Syndrom

für eine progressive supranukleäre

Blickparese (PSP oder Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom).

Wenn zusätzlich

eine Störung der Blickmotorik in

Form langsamer Sakkaden und eine

vertikale Blicklähmung nach unten

vorliegt, ist die Diagnose der PSP sehr

wahrscheinlich.

Die PSP zählt ebenso wie die noch

seltenere frontotemporale Demenz

mit Parkinsonismus (FTDP-17) und die

cortikobasale Degeneration (CBD),

zu den sogenannten Tauopathien.

Das bedeutet, dass nicht das Eiweiß

alpha-Synuklein (wie bei der Parkinsonerkrankung

und der MSA) sondern

eben Tau am Degenerationsprozess

(mit-) beteiligt ist.

Diese Tauopathien weisen in fortgeschrittenen

Stadien relativ charakteristische

Muster von unterschiedlich

verteilten Veränderungen im Gehirns

auf. Die Diagnose der PSP kann durch

MRT mit dem Nachweis einer ausgeprägten

Mittelhirnatrophie gestützt

werden. Bei der FTDP-17 ist die Atrophie

schwerpunktmäßig im medialen,

dorsolateralen und orbitalen Frontallappen

ausgeprägt, während bei der

primär progredienten Aphasie eine

asymmetrische, links- frontolaterale

Atrophie und bei der semantischen

Demenz eine links-temporale Atrophie

gefunden wird. Patienten mit CBD sind

durch eine asymmetrische, die hinteren

Anteile des Frontallappens und

den Parietallappen betreffende Atrophie

gekennzeichnet.

Bei der PSP erschien aufgrund der

nachgewiesenen kognitiven Defizite

ein Therapieversuch mit Cholinesterase-Inhibitoren

gerechtfertigt; die

einzige (kleine) doppelblinde Studie

hierzu zeigte jedoch eine deutliche

Verschlechterung der Aktivitäten des

täglichen Lebens und der Mobilität.

Eine kleinere Studie konnte eine milde

Besserung verschiedener Symptome

durch Coenzym Q10 belegen. In den

vergangenen Jahren sind bei diesen

Erkrankungen entscheidende Erkenntnisse

zu Entstehung erzielt worden, die

zu neuen therapeutischen Ansätzen in

laufenden klinischen Studien geführt

haben.

Prof. Dr. med. U. Wüllner,

Klinik für Neurologie, Universität Bonn

Prof. Dr. med. G. Höglinger,

Klinik für Neurologie,

Medizinische Hochschule Hannover


8

THS - Tiefe Hirnstimulation: wie wird es zum Erfolg?

Tiefe Hirnstimulation: wie wird es zum Erfolg?

Einleitung

Die Tiefe Hirnstimulation (THS)

ist eine Therapie, die wie

keine andere das Leben

von Parkinson-Patienten

verbessern kann. Allerdings

erfordert sie sowohl auf Seite der Ärzte

als auch nicht selten der Patienten

besondere Aufmerksamkeit und Einsatz

zum Gelingen. Dieser Artikel soll

beschreiben, was zum Erfolg führt und

wo Gefahren lauern.

Der Artikel wird sich in 2 Teile gliedern:

was kann ich vor der Operation richtig

machen und was danach? Vornehmlich

wird der Schwerpunkt auf den

Bereichen liegen, die die Patienten

beeinflussen können und weniger auf

dem, was Ärzte tun, da sich diese Zeitschrift

ja vornehmlich an Patienten

und deren Angehörigen richtet.

Zunächst ist es wichtig, sich im Klaren

zu sein, was die THS bewirken kann:

neben dem Unterdrücken von Tremor

ist es das Ausgleichen von Fluktuationen

und das Verkürzen von Off-Zeiten.

Selten kommt es zu einer nahezu

vollständigen Ausschaltung der Wirkschwankungen,

diese sollte dem Patienten

aber nicht versprochen werden.

Weitere Effekte sind die Reduktion der

Medikation und damit deren Nebenwirkungen,

vor allem das Impulskontrollverlustsyndrom.

Die Tiefe Hirnstimulation

wirkt sich aber nicht direkt positiv

auf das Denkvermögen aus.

Vor der Operation

Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten

über die realistisch erreichbaren Ziele

einig sind, also vornehmlich Verbesserung

der Motorik und Ausschalten

von Nebenwirkungen. Kein Ziel kann

es sein, das Denkvermögen zu verbessern

oder schneller zu machen. Dies

ist insofern wichtig, als immer wieder

Patienten versuchen, ihre berufliche

Situation durch Tiefe Hirnstimulation in

den Griff zu bekommen. Dabei sollte

sich der Patient die Frage stellen, ob

eine zunehmende Langsamkeit motorisch

bedingt ist, oder doch eher durch

verlangsamte Denkabläufe. Gerade

für Patienten in anspruchsvollen Berufen

und Selbstständige ist dies ein

wichtiger Aspekt, damit nicht falsche

Hoffnungen geweckt werden. Von

Seiten der Ärzte sollte dies eindeutig

geklärt und direkt nachgefragt

werden. Apropos berufliche Situation:

Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz

durch die elektromagnetische Interferenz,

also die Störung der Stimulation

durch elektrische Geräte muss zuvor

besprochen werden. Um ganz sicher

zu sein, kann eine Nachfrage bei den

Herstellerfirmen erfolgen.

Patienten, die im Sinne der EARLYS-

TIM-Studie früh implantiert werden,

müssen wissen, dass anfangs keine

dramatischen Verbesserungen zu

erwarten sind. Sie werden ja in einem

Stadium operiert, indem die konventionelle

Therapie noch einigermaßen

funktioniert. Der Sinn liegt im Langzeitverlauf

also wenn damit zu rechnen ist,

dass der Patient noch viele Jahrzehnte

aktiven Lebens vor sich hat und diese

ohne schwere Symptome und hohe

Medikationen verbringen möchte.

Für die Wochen unmittelbar nach der

Operation sollte geklärt werden, ob

der Patient das Abflauen des Setzeffektes

zu Hause durch Anpassen

der Medikation ausgleichen will oder

eine Versorgung in einer geeigneten

(Reha-) Klinik bevorzugt.

Nach der Operation soll – wenn der

Setzeffekt abgeklungen ist – eine

sorgfältige Einstellung der Stimulation

erfolgen. Dabei sollten bei Bedarf alle

Möglichkeiten der neuen Systeme

ausgeschöpft werden. Wichtig ist es

dabei, den Patienten nach Nebenwirkungen

zu fragen. Zum Beispiel

können sogenannte Kapseleffekte

auftreten, die zum Beispiel das Gehen

behindern. Diese entstehen durch

Mitreizung motorischer Bahnen,

können aber mit den modernen Systemen

durch Drehen der Richtung des

Stromaustrittes aus der Elektrode gut

behandelt werden. Wichtig ist es, bei

Auftreten solcher Nebenwirkungen

die Stimulation nicht zu verstärken, in

dem Glauben es wäre eine Form von

Unterbewegung. Es besteht der Trend,

bei Störungen der Beweglichkeit die

Stimulation zu verstärken, was Probleme

oft noch verschlimmert. Der Arzt

muss also genau herausfragen, ob

es sich um eine echte Unterbeweglichkeit

als Folge des Morbus Parkinson

oder bereits eine Nebenwirkung

der Stimulation handelt. Dazu ist es

wichtig, dass der Patient, oder seine

Angehörige diese richtig beschreiben

können. Für die Patienten und deren

Angehörige ist es daher wichtig, zu

lernen, ihre Symptome richtig zu interpretieren.

Wenn es um Symptome

geht, die außerhalb der Sprechzeiten

auftreten, ist der Arzt auf diese Angaben

angewiesen. Es ist sehr wichtig zu

unterscheiden, ob ein Tremor vorliegt

oder Überbewegungen. In einem Fall

muss die Stimulation erhöht, im anderen

Fall reduziert werden.

Zu beachten sind psychische Nebenwirkungen,

denn in seltenen Fällen

kann die Stimmung, der Antrieb und

das Verhalten des Patienten durch

die Stimulation nachhaltig verändert

werden. Hier ist es sehr wichtig die

Angehörigen in die Anamnese mit

einzubeziehen: hat sich das Verhalten

nach der Operation verändert, ist

die Stimmung, wie sie sein soll (also so

wie vor Beginn der Krankheit!), gibt es

Zeichen der Überaktivität usw.?

Die Medikation sollte nicht nur reduziert,

sondern auch vereinfacht

werden. Bei einer gut funktionierenden

Stimulation reichen 4 Einnahmen

pro Tag. Hierbei ist zu prüfen, ob bei

aller Vorsicht auf lang wirksame Präparate

z.B. Agonisten umgestellt werden

kann. Psychische Nebenwirkungen,

wie eine Impulskontrollstörung, die vor

der Operation bei hoher Dosierung

aufgetreten sind, treten in aller Regel

in niedriger Dosierung nicht auf.

Die Erwartungen müssen mit dem

Erreichbaren abgeglichen werden.

Die Stimulation wird meist nicht alle

Symptome des M. Parkinson beseitigen;

es ist also sehr wichtig zu erkennen,

wenn die Grenzen erreicht sind.

Weitere Anhebungen der Stimulation

oder der Medikation führen nur zu

Nebenwirkungen und verschlechtern

die Situation, statt sie zu verbessern.

Hierbei ist es oft hilfreich, sich wieder

ins Gedächtnis zu rufen, wie die Situation

vor der Operation war und welche

substanziellen Verbesserungen eigentlich

erreicht wurden.

Es besteht allgemein eine Tendenz

zu Überstimulation, manchen Patienten

kann man auf einfache Weise

helfen, indem man eine zu hohe

Stimulationsstärke auf das Optimale

zurückgeführt. Ein Patient berichtete

mir nach Reduktion von zu hohen

Stromstärken, dass er jetzt seit 2 Jahren

zum ersten Mal wieder eine Flasche


THS - Tiefe Hirnstimulation: wie wird es zum Erfolg? 9

öffnen könne! Bei diesem Patienten

war beim Versuch, das Gehvermögen

zu verbessern, die Stimulation weit

in den Bereich von Nebenwirkungen

hinein angehoben worden.

Regelmäßige Kontrollen sind notwendig,

weil Patienten oder Angehörigen

ungute Entwicklung nicht auffallen,

wenn sie sich schleichend entwickeln.

Hier ist der unvoreingenommene

Betrachter, also der Arzt, oft hilfreich,

weil er den aktuellen Zustand mit

Aufzeichnungen vergleichen kann.

Wichtig ist auch zu wissen, dass

durch die Stimulation die körperliche

Kondition nicht erhöht wird. Starke

körperliche Anstrengungen führen zu

manchmal bis in den nächsten Tagen

reichenden Erschöpfung. Es ist wichtig,

Kräfte einzuteilen und sich eben nicht

bis zum zur körperlichen Erschöpfung

anzustrengen oder den Tag einzuteilen,

indem man sich zum Beispiel

keinen großen Anstrengungen am

Vormittag unterzieht, wenn man am

Abend zum etwas unternehmen will.

Für einen guten Schlaf ist es wichtig, zur

Nacht hin nicht zu viel Medikamente

einzunehmen. Dopamin ist kein Schlafmittel

und wird in der Nacht nicht in

hoher Dosis gebraucht, besonders

wenn die Stimulation funktioniert und

eine ausreichende nächtliche Beweglichkeit

garantiert.

Ein großes Problem ist das Ausbleiben

der psychischen Stimulation durch

hohe Dosierungen von Agonisten oder

Levodopa-Präparaten. Wenn der

Patient sich vor der Operation daran

gewöhnt hat, wird er diese stimmungsaufhellende

und antriebssteigernde

Wirkung vermissen. Hier ist gelegentlich

ein langsamer Entzug notwendig, der

2-3 Wochen dauern kann. Es ist hierbei

wichtig, die motorischen Wirkungen,

die oft gut sind, von den psychischen

Effekten abzugrenzen. Hierbei müssen

die Angehörigen verstehen, dass ein

Patient oft nicht unzufrieden ist, weil

die Motorik nicht stimmt, sondern weil

er eben diese angenehmen, aber

gefährlichen Nebeneffekte der Medikation

vermisst. Besonders schwierig ist

die Entwöhnung von kürzer wirksamen

Präparaten, da hier der angenehme

psychische Effekt beim Anfl uten des

Medikaments mehrmals am Tag

ausbleibt.

Es ist in diesem Zusammenhang für

Angehörige auch wichtig zu wissen,

dass gelegentlich Symptome psychogen

auftreten. Dabei demonstriert der

Patient Symptome, die nicht erklärbar

sind, oft verbunden mit dem Wunsch,

die Therapie häufi g umzustellen. Es ist

Gegenstand der Wissenschaft, warum

dies so ist, möglicherweise liegen

manchmal soziale Konfl ikte zugrunde.

Idealerweise sollte der Arzt dies dem

Patienten offen mitteilen, damit es

nicht zu unendlichen Therapiewechseln

ohne Erfolg kommt.

Resümee

Zum Abschluss soll nochmals betont

werden, dass die THS bei richtiger

Handhabung die wirksamste Therapie

des Morbus Parkinson überhaupt ist.

Nicht nur werden die Krankheitssymptome

gemindert, es werden auch die

Nebenwirkungen und gefährlichen

Folgen der medikamentösen Therapie

abgemildert. Diese Therapie könnte

oft früher eingesetzt werden. Es ist

nicht sinnvoll, abzuwarten, bis bei Patienten

schwere Behinderungen oder

eine ausgeprägte Medikamentenabhängigkeit

entstanden ist.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen

Arzt, Patient und Angehörigen ist

jedoch eine entscheidende Voraussetzung

für den guten Erfolg!

Bei weiteren individuellen Fragen

können Sie mich gerne über die THS-

Hotline der DPV (jeden 2. Donnerstag

im Monat 13:30 Uhr bis 14:30 Uhr) erreichen.

Dr. Donatus Cyron

Dr. Cyron hat eine neurochirurgische Praxis

in Karlsruhe (www.Neuro-Cyron.de) und

arbeitet in der neurologischen Rehaklinik

Dobel (SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald).

An beiden Orten beschäftigt er sich

vornehmlich mit der Einstellung von THS-

Patienten.

Glossar

Setzeffekt: direkt nach der Operation auftretende

Wirkungen oder Nebenwirkungen

vermutlich durch mechanische Reizung des

Gehirns durch die frisch implantierten Elektroden,

bevor ein Strom appliziert wird. Dieser

Effekt kann mehrere Wochen andauern und

fl aut allmählich ab.

EARLYSTIM-Studie: große internationale Studie,

die gezeigt hat, dass auch Patienten im

frühen Stadium von der Tiefen Hirnstimulation

profi tieren.

Off-Phasen: die Phasen in denen die Symptome

am stärksten sind. (Die Phasen der optimalen

Wirkung nennt man ON)

Kapselefekt: das unbeabsichtigte Mitstimulieren

einer bestimmten motorischen Bahn,

das zu tonischen Anspannung von Muskeln in

den Armen und Beinen, aber auch im Gesicht

führen kann.

Neurochirurgische

THS-Telefonberatung

mit Dr. Donatus Cyron

Seit Januar 2020 berät der Facharzt für Neurochirurgie,

Dr. Donatus Cyron, interessierte Mitglieder der dPV rund um das Thema

Tiefe Hirnstimulation (THS). Am Telefon beantwortet der Karlsruher

Experte für die Einstellung der Tiefen Hirnstimulation Ihre Fragen ausführlich

und kompetent.

Tel. 0174 - 85 97 993

Exlusiv für Mitglieder der dPV ist die telefonische Sprechstunde jeden

zweiten Donnerstag im Monat von 13.30 bis 14.30 Uhr erreichbar.

Dr. Donatus Cyron


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28 mvb - Ambulante Videotherapie mvb - Ambulante und telemedizinische Videotherapie Begleitung und telemedizinische Begleitung 11

Die Zukunft der Parkinson-Therapie:

Videodiagnose in den eigenen vier Wänden

Ambulante Videotherapie und telemedizinische

Wenn Begleitung der „Mediziner“ für Parkinsonpatienten

nach Hause kommt

Die Zukunft der Parkinson-Therapie:

Wenn der „Mediziner“ nach Hause kommt

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zur Datenübertragung


dPV_154_Herbst V2.qxp_dPV 18.01.21 13:30 Seite 2

12

Kennenlern-Plattform für Menschen mit Parkinson

© PV productions / Shutterstock.com

M I T - P A R K I N S O N . D E

Kennenlernen & helfen

MITMACHEN &

REGISTRIEREN

www.mit-parkinson.de

+

mit-parkinson.de

Menschen zusammenbringen – so lautet

das Ziel einer neuen, kostenlosen

und digitalen Plattform, auf der sich Betroffene,

Angehörige und Parkinson-Interessierte

in einem geschützten Raum

ohne Vorbehalte über alle Themen

rund um die Krankheit untereinander

austauschen können. Gerade in Zeiten

des Social Distancing und vor dem Hintergrund

der Corona-Pandemie mit eingeschränkten

Kontaktmöglichkeiten

bietet das Internetportal unter der

Adresse www.mit-parkinson.de die

Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Entwickelt

wurde die Kennenlern-Plattform

von der dPV und der Agentur

Cocomore mit Unterstützung der Techniker

Krankenkasse (TK). Die Kontaktaufnahme

erfolgt zunächst anonym. In

späteren Kennenlernphasen können

sich Teilnehmer dann auch privat und

mit Klarnamen austauschen. Inhaltlich

betreut die dPV die Plattform und beantwortet

auch die Nutzeranfragen. Die

Plattform www.mit-parkinson.de steht

ab sofort zur Verfügung. n

Sicherheit Privatsphäre Vernetzung

mit-parkinson.de ist nicht öffentlich.

Im Gegenteil: Die Nutzer der

neuen Online-Plattform bewegen

sich in einem geschützten Raum.

Um die Nutzergruppe homogen zu

halten und einen themenzentrierten

Austausch von Betroffenen,

Angehörigen und interessierten

Menschen zu ermöglichen, sind

alle Mitglieder der dPV teilnahmeberechtigt.

Interessierte Nichtmitglieder

unserer Selbsthilfegruppe

werden nach der Registrierung von

der dPV authentifiziert und vollständig

freigeschaltet. n

mit-parkinson.de ist die ideale

Plattform, um Menschen kennenzulernen:

Parkinson-Erkrankte, Angehörige

oder Interessierte finden auf

digitalem Wege zueinander. Und

das Beste daran: Sie behalten nicht

nur die volle Kontrolle über Ihre

Daten, sondern entscheiden ganz

alleine, was andere Mitglieder über

Sie erfahren dürfen. Insgesamt drei

verschiedene Vertraulichkeitsstufen

schützen Ihre Privatsphäre und bieten

Ihnen die Möglichkeit, in jedem

Einzelfall über die Nähe zu einem

Mitglied zu entscheiden. n

mit-parkinson.de bietet Ihnen ungeahnte

Möglichkeiten: Die digitale

Plattform ermöglicht Ihnen

über das Kennenlernen hinaus die

Möglichkeit, sich über Therapien,

Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente,

Jobs oder Hobbys auszutauschen.

Bilden Sie Ihr eigenes

Parkinson-Netzwerk und lassen Sie

andere Betroffene an Ihren persönlichen

Erfahrungen teilhaben.

Gleichzeitig profitieren Sie von den

Informationen anderer Menschen

im Umgang mit ihrer Parkinson-

Erkrankung.

n

Leben mit Zukunft | Nr. 154 – 3/2020 | 2


Parkinson-Komplexbehandlung in der Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging 13

Parkinson-Komplexbehandlung in der Passauer Wolf

Fachklinik Bad Gögging: Spezialisierte, bewährte und

neue Behandlungsverfahren ideal kombiniert

In der 2019 eröffneten Passauer Wolf

Fachklinik Bad Gögging ist man auf die

akutstationäre und rehabilitative Behandlung

von Morbus Parkinson spezialisiert.

Das Team unter der Leitung

von Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Wächter

setzt auf wissenschaftlich fundierte Behandlungsverfahren.

Die multimodale

Komplexbehandlung ermöglicht es,

medikamentös-therapeutische und

nicht-medikamentöse Behandlungskonzepte,

wie Physio-, Ergo- und Sporttherapie,

Neuropsychologie und physikalische

Maßnahmen, miteinander

zu kombinieren.

»Auch die Optimierung von Hirnstimulatoren

nehmen wir vor«, so Chefarzt

Dr. Wächter. Ein hochmoderner

Gangroboter steigert die Chancen

Betroffener, die Gehfähigkeit wiederzuerlangen

oder zu verbessern. Zudem

haben sich Entspannungsverfahren

wie Taiji, und der Schäfflertanz als Besonderheit

der Hopfenregion im Therapiealltag

etabliert. Um effektive Methoden

auch nach dem Aufenthalt

anbieten zu können, beteiligt sich der

Passauer Wolf an wissenschaftlichen

Projekten.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut

in Berlin hat man zum Beispiel

ein Computerprogramm für das

kontrollierte Training zu Hause entwickelt.

Parkinson-Patienten können

damit Bewegungselemente aus der

LSVT-BIG-Therapie® - selbständig, aber

kontrolliert – zu Hause durchführen.

Wohl und sicher fühlen in

komfortablem Ambiente

Die interdisziplinäre Komfortstation in

der Passauer Wolf Fachklinik wird gehobenen

Ansprüchen gerecht. Hervorragender

Service, umfassende

Betreuung sowie eine komfortable

Ausstattung der Zimmer, des Komfort-Restaurants

oder der Lounge mit

Exklusivzutritt machen den Aufenthalt

im Passauer Wolf Privat-Bereich zu etwas

Besonderem. Bei der Gestaltung

des Hauses wurden »Healing Architecture«-Ideen

aufgegriffen. Die Kraft der

Natur hat man sich ins Haus geholt.

Ein lichtdurchflutetes Atrium, viel Grün

in Form von bepflanzten Wänden und

inspirierende Aufenthaltsbereiche bestätigen

das. Eine konsequent behindertengerechte

Ausführung und Aspekte

des demenzsensiblen Designs

wurden ebenso berücksichtigt. So sind

breite Gänge und kurze Wege zu den

Therapien sichergestellt und Restaurants

auf jeder Ebene zu finden. Um

höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten

und die Sorge vor einer Ansteckung

zu verringern, hat man im Haus

Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Wächter

Chefarzt Neurologie

Passauer Wolf Bad Gögging

spezielle Abläufe und ein effektives

Hygiene- und Schutzkonzept etabliert,

damit sich Gäste auf das Wesentliche

konzentrieren können – ihren Genesungsweg.

Voraussetzung für die Aufnahme zur

Parkinson-Komplexbehandlung

Für die Aufnahme zur Akutbehandlung

in unserem Neurologischen Zentrum

für Bewegungsstörungen ist eine

Krankenhauseinweisung des Hausoder

Facharztes für gesetzlich Versicherte

Voraussetzung. Privatversicherten

Patienten empfehlen wir, wie bei

jeder akutstationären Aufnahme, die

Kostenübernahme im Vorfeld mit der

Krankenkasse zu klären.

NEUROLOGISCHE AKUTBEHANDLUNG

NEUROLOGISCHE REHABILITATION

Komplexbehandlung und Rehabilitation bei Morbus Parkinson

Im Neurologischen Zentrum für Bewegungsstörungen in der Passauer Wolf Fachklinik Bad

Gögging sind wir auf die Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson spezialisiert.

In der Akutphase ermöglicht die Parkinson-Komplexbehandlung durch die Kombination

von unterschiedlichen Behandlungskonzepten eine individuell auf die Beschwerden abgestimmte

Therapie. Bei Bedarf kann im Anschluss direkt eine rehabilitative Weiterbehandlung

erfolgen. Unsere Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte verfügen über spezielle

Zusatzausbildungen und Qualifikationen. Mehr dazu erfahren Sie online und im persönlichen

Gespräch. Wir beraten Sie gerne.

GERIATRIE

ORTHOPÄDIE

HNO-PHONIATRIE

BAD GÖGGING

passauerwolf.de

@PassauerWolf


14

Die Neurologische Klinik Sorpesee


Die Neurologische Klinik Sorpesee 15


16

Cannabinoidhaltige Ergänzungstherapie bei M. Parkinson

Cannabinoidhaltige Ergänzungstherapie bei M. Parkinson

Neues Präparat Yuvigo 20/0 ab Juli verfügbar

Mit Yuvigo 20/0 führt Zambon in Kooperation

mit Adven® ein neues

cannabinoidhaltiges Präparat zur

Behandlung von Beschwerden bei

Menschen mit Morbus Parkinson ein.

Die seit dem 01. Juli 2021 verfügbare

THC-haltige-Lösung kann unter der

Basistherapie anhaltende Symptome

wie Schmerzen, Krämpfe, Tremor und

Schlafstörungen deutlich lindern, wie

Studien zu Cannabinoiden belegen.1

Hierdurch kann die Lebensqualität der

Betroffenen auch nach Ausschöpfung

der herkömmlichen Medikation erhalten

oder verbessert werden.

Menschen mit M. Parkinson leiden

auch unter ihrer Basistherapie häufi g

weiterhin unter belastenden Symptomen

wie Ruhetremor, Schmerzen, psychischen

Problemen oder Störungen

des Schlaf-Wach-Rhythmus, die ihre

Lebensqualität stark beeinträchtigen

können. Eine Ursache hierfür können

Veränderungen in der Expression der

CB1- und CB2-Rezeptoren des endogenen

Cannabinoid-Systems in den

Basalganglien sein, die dessen Aktivität

mindern. Von außen zugeführte

agonistisch wirkende Cannabinoide

wie THC (Tetrahydrocannabinol) können

dem entgegenwirken. Dies gilt

besonders, wenn THC gemeinsam mit

Terpenen aufgenommen wird, da es

dann die Blut-Hirn-Schranke leichter

passieren und besser an den Rezeptoren

im Gehirn andocken kann.1 Die

zusätzliche Gabe von medizinischem

Cannabis bietet somit die Möglichkeit,

Schmerzen und neurologische Beeinträchtigungen

abzumildern und die

Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Das in der Parkinsontherapie etablierte

Unternehmen Zambon erweitert

daher sein Portfolio und bietet Ärzten

und Patienten ab dem 01. Juli 2021

ergänzend zu seinem bewährten dual

wirksamen Add-on-Präparat Safi n-

amid (Xadago®) mit YUVIGO 20/0 ein

Cannabisextrakt an. Hiermit reagiert

das Unternehmen auf die Ergebnisse

einer Metaanalyse, der zufolge Safi

namid gegenwärtig die effektivste

Therapie zur Linderung Parkinson-assoziierter

Schmerzen ist, gefolgt von

Cannabinoiden und Opioiden.1 Wesentliche

Vorteile der Cannabinoide

bestehen dabei im günstigen Nebenwirkungsprofi

l und der geringen Toleranzentwicklung,

wodurch sie eine

Alternative zu herkömmlichen Analgetika

sein können. Das Cannabisvollextrakt

YUVIGO 20/0 enthält als einzigen

Wirkstoff 20 % THC sowie unterschiedliche

Terpene. Es wirkt schmerzlindernd,

muskelrelaxierend, antidepressiv und

antiemetisch und darf in Deutschland

von Ärzten nach Bedarf verschrieben

werden. Die Dosierung kann nach Auftitrierung

individuell an den Patienten

angepasst werden.

Über Zambon

Zambon ist ein führendes italienisches

Pharma- und Feinchemikalien-Unternehmen,

das sich über die Jahre

eine große Reputation für qualitativ

hochwertige Produkte und Dienstleistungen

erworben hat. Zambon ist in

drei therapeutischen Gebieten aktiv:

Atemwegserkrankungen, Schmerzen

und Frauenheilkunde. Zudem investiert

Zambon maßgeblich in den Ausbau

seiner Aktivitäten auf dem Gebiet des

ZNS. Zambon S.p.A. bietet hochqualitative

Produkte dank integrierter Produktionskette.

Die Gruppe engagiert

sich stark in der Therapie chronischer

Atemwegserkrankungen wie Asthma

und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung

und, über Xadago®, in der

Indikation Parkinson-Krankheit. Zambon

ist in Mailand zuhause und wurde

1906 in Vicenza gegründet. Das Unternehmen

ist in 15 Ländern mit Tochtergesellschaften

und mehr als 2.600

Arbeitnehmern vertreten, und verfügt

über Fertigungsbetriebe in Italien, der

Schweiz, Frankreich, China und Brasilien.

Produkte von Zambon werden in

73 Ländern vertrieben. Details zu Zambon

unter www.zambongroup.com


Wittenberger Parkinson-Klinik nutzt neuartige Medikamentenpumpe 17

Wittenberger Parkinson-Klinik nutzt neuartige

Medikamentenpumpe

Das Kombinationspräparat ist hochwirksam im fortgeschrittenen Krankheitsstadium

Die Klinik für Neurologie an der Alexianer

Klinik Bosse Wittenberg wendet

eine neuartige Medikamentenpumpe

(Lecigon-Pumpe) für die Behandlung

von Parkinson-Patienten an. Die Kombinationspumpe

hilft Erkrankten im

fortgeschrittenen Stadium des Morbus

Parkinson.

Erst im Februar 2021 hatte die Pumpe

die deutsche Arzneimittelzulassung erhalten.

Bereits seit März behandelt die

Wittenberger Parkinson-Fachklinik Patienten

erfolgreich damit.

Kombinations-Pumpe übertrifft

Wirksamkeit von Tabletten und

einfacher Dopamin-Pumpe

Bei der Parkinson-Krankheit sterben

zunehmend Nervenzellen im Gehirn

ab, die den körpereigenen Botenstoff

Dopamin produzieren. Durch den Dopaminmangel

treten fortschreitende

Bewegungsstörungen ein. Um dem

entgegenzuwirken, hat die Medizin

bisher vor allem auf oral einzunehmende

Tabletten gesetzt. Diese müssen zunächst

den Magen passieren, was zu

einem enormen Wirkverlust führt.

Der natürliche Krankheitsverlauf führt

nach etwa fünf Jahren zu erheblichen

Schwankungen des Dopaminspiegels

im Körper. „Die orale Einnahme verstärkt

den ohnehin schwankenden

Wirkspiegel zusätzlich“, erklärt Neurologie-Chefarzt

Dr. Philipp Feige. Diese

Wirkstofffluktuationen bringen dem

Patienten unangenehme Nebenwirkungen,

wie Schmerzen oder Freezing,

das plötzliche Erstarren des Körpers.

Die Therapie mit der einfachen Dopaminpumpe

sorgt für eine gleichmäßige

Stimulation mit dem Wirkstoff Levodopa.

Hierbei erhält der Patient eine

Sonde in Höhe des Zwölffingerdarms

gelegt, die dem Körper den Botenstoff

in Gelform per Pumpe zuführt, unter

Umgehung des Magens.

Die neue Kombinations-Pumpe wiederum

steigert die Wirksamkeit zusätzlich.

„Ihre Vorteile bestehen in der längeren

Verfügbarkeit des Levodopa im

Plasmaspiegel und in weniger Nebenwirkungen“,

erklärt Chefarzt Dr. Philipp

Feige.

Neben Dopamin enthält das Kombinationspräparat

einen sogenannten

COMT-Hemmer.

Dieser blockiert

Enzyme,

die das Dopamin

abbauen. Der

COMT-Hemmer

stabilisiert den

Dopamin-Wirkspiegel

im Blut

und sorgt zudem

für eine bessere

Verwertung

der Dopamingabe.

Dank des

COMT-Hemmers

lässt sich rund

ein Viertel der

gewöhnlich benötigten

Dosis

einsparen.

Neue Qualität in

der

Parkinson-Therapie

„Die hochwirksame Kombination aus

Dopamin und COMT-Hemmer erzielt

eine neue Qualität in der Eskalationstherapie

bei Morbus Parkinson“, ist Dr.

Feige überzeugt.

Die Kombinationspumpe lässt sich per

Fernsteuerung programmieren. Die

Ärzte in der Klinik treffen die Voreinstellungen,

der Patient kann Feinheiten

manuell regeln.

Dr. Philipp Feige betont, dass die bisher

gängige Oral-Therapie in der Frühphase

und die Dopaminpumpe im

fortgeschrittenen Krankheitsstadium

weiterhin Teil des Behandlungsspektrums

blieben.

Mehrere Patienten haben bereits

profitiert

Die Patienten, die die Kombinationspumpe

erhalten haben, leiden seit

vielen Jahren an der unheilbaren Parkinson-Krankheit.

„Die einfache Dopamin-Pumpe

hatten sie nicht vertragen.

Die maximal mögliche orale Tablettendosis

genügte für die Behandlung

nicht mehr“, so Dr. Philipp Feige. Ein

dreitägiger Test des Kombi-Medikaments

aus Dopamin und COMT-Hemmer

per Nasensonde bekam den bisher

behandelten Patienten gut. So

konnten diese dauerhaft auf die Kombinationspumpe

umsteigen. Seitdem

sind die Patienten medikamentös gut

eingestellt und haben keine Probleme.

„Ich bin 73 Jahre alt und seit über 10

Jahren an Parkinson erkrankt. Nun bin

ich fast vier Wochen wegen der neuen

Therapie stationär und es hat sich

gelohnt. Es geht mir viel besser“ , so

der Patient Jürgen Wieprich aus Dessau-Roßlau.

Die Klinik für Neurologie an der Alexianer

Klinik Bosse Wittenberg nimmt regelmäßig

an Expertenworkshops teil.

Hier tauschen die Neurologen ihre Erfahrungen

mit dem Präparat aus.

„Wir nehmen die Kombinationspumpe

als zusätzliche Standard-Therapieoption

in der Parkinson-Behandlung auf“,

sagt Chefarzt Dr. Feige. „Unseren

Netzwerkpartnern haben wir dieses

Angebot kommuniziert“. Die Krankenversicherung

trägt bei hinreichender

Indikation die Kosten des neuen Medikaments.

Interessenten können sich gern in der

Klinik für Neurologie unter (03491) 476

571 melden.


18

Sehstörungen bei Parkinson-Syndromen

Sehstörungen bei Parkinson-Syndromen

– häufig nicht ausreichend beachtet

Einleitung

Neben den typischen Störungen der

Beweglichkeit, wie Verlangsamung,

Steifheit und/oder Ruhezittern, leiden

Parkinson-Patienten häufig unter nicht

klar zu beschreibenden Sehstörungen.

Sie werden als unspezifische Sehstörungen

bezeichnet und betreffen alle

Verlaufsformen der Erkrankung. Obwohl

sich in den letzten Jahren sehr

viele Forschungsgruppen mit diesem

Thema auseinandergesetzt haben,

gibt es noch keine ausreichenden

Behandlungsangebote. Auch das

Wissen um diese krankheitsbedingten

Sehstörungen unter den Patienten ist

lückenhaft.

Wesentlich bekannter sind die im

Langzeitverlauf auftretenden optischen

Wahrnehmungsstörungen (Halluzinationen),

die man mit einer Änderung

der Medikation behandeln kann.

Sie sind nicht Thema dieser Arbeit.

Erkennung von Sehstörungen

Fast jeder zweite Patient klagt im mittleren

und fortgeschrittenen Krankheitsstadium

über unspezifische Sehstörungen,

wie Verschwommensehen,

Doppelbilder und Verschwimmen der

Buchstaben. Alltägliche Dinge, wie

Lesen, Fahrrad- oder Autofahren, werden

dadurch in einigen Fällen unmöglich.

Die ohnehin schon vorhandene

Gangunsicherheit mit gestörter Balance

wird weiter verstärkt, das Sturzrisiko

steigt. Neben den charakteristischen

motorischen und vielfältigen nichtmotorischen

Defiziten führen somit auch

Sehstörungen zu einer Einschränkung

der Aktivitäten des täglichen Lebens

und somit zu einer Verschlechterung

der Lebensqualität von Parkinson-Patienten.

Sehstörungen werden durch viele

Faktoren bedingt

Parkinson-Patienten vereinen gleich

drei Ursachen für Sehstörungen: Erstens

die typischen altersbedingten

Augenerkrankungen, wie grauer und

grüner Star (Katarakt, Glaukom) oder

die Netzhautschädigung (Makuladegeneration),

zweitens Sehstörungen

als Nebenwirkung der Parkinson-Medikation

und drittens Sehstörungen aufgrund

von Parkinson-spezifischen Störungen

der Lid- und Augenmuskulatur

– auf Letztere soll im letzten Abschnitt

besonders eingegangen werden.

Altersbedingte

Augenerkrankungen

Zu den typischen altersbedingten Augenerkrankungen

bei Parkinson, welche

mit Sehstörungen einhergehen,

gehören der graue Star (Katarakt), der

grüne Star (Glaukom) und die Makuladegeneration.

Glaskörpertrübungen

und Altersweitsichtigkeit sowie

Gefäßveränderungen der Netzhaut

infolge einer gleichzeitig bestehenden

Zuckerkrankheit sind ebenfalls häufig.

Die Therapie dieser Erkrankungen obliegt

dem Augenarzt.

Bei all diesen Diagnosen ist ein frühzeitiges

Erkennen der Erkrankung und damit

eine frühzeitig beginnende Therapie

zur Vermeidung von Spätschäden

sehr wichtig. Aufgrund der sehr spezialisierten

Diagnostik in der Augenheilkunde

kommt der Kommunikation zwischen

Augenarzt und Neurologen bei

Parkinson-Patienten eine besondere

Bedeutung zu.

Besonders erwähnenswert in diesem

Zusammenhang sind Studien mit Levodopa

zur Behandlung der Makuladegeneration,

die Ergebnisse der

aktuellsten Studie wurden 2021 veröffentlicht

[1].

Nebenwirkungen von

Medikamenten als Ursache

von Sehstörungen

Wahrnehmungs- und Sehstörungen,

wie optische Halluzinationen, Verschwommensehen

und Doppelbilder,

werden in den Fachinformationen

fast aller Parkinson-Medikamente

dokumentiert. Eine Überprüfung der

Medikation – und wenn möglich ein

Auslassversuch – ist im Rahmen eines

standardisierten Vorgehens dann zu

empfehlen, wenn diese Sehstörungen

erst nach Gabe eines neuen Parkinson-Medikaments

aufgetreten sind.

Insbesondere können jedoch Medikamente

mit einer sogenannten

anticholinergen Wirkung zu Sehstörungen

führen. Beschrieben werden

Verschwommensehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit

infolge einer verminderten

Pupillenbeweglichkeit und bei

Parkinson-Patienten u.a. auch Halluzinationen.

Bei Patienten mit einem

Engwinkelglaukom und Parkinson sollten

diese Medikamente gar nicht oder

nur unter besonderer Überwachung

zum Einsatz kommen. Leider haben

viele Arzneimittel diese Nebenwirkung.

Für Parkinson-Patienten bedeutsam

sind die Gruppe der Anticholinergika,

welche auch aus anderen Gründen

heute kaum noch verordnet werden,

aber auch Amantadin.

Doppelbilder werden von einigen Patienten

zum Beispiel unter Pramipexol

berichtet (eigene Beobachtung), sie

bessern sich durch Dosisreduktion oder

Absetzen des Medikamentes. In der

Fachinformation steht unter häufigen

Nebenwirkungen: Sehstörungen einschließlich

Doppeltsehen, verschwommenes

Sehen und verminderte Sehschärfe.

In den Fachinformationen

anderer Dopaminagonisten werden

sie unter der Rubrik „gelegentlich“ genannt.

Eine den M. Parkinson begleitende

altersbedingte Makuladegeneration

und eine fortgeschrittene Netzhautschädigung

sind Gegenanzeigen

für den Einsatz von Safinamid.


Sehstörungen bei Parkinson-Syndromen 19

Störungen der Lidmuskulatur

Lidschlag

Das Augenlid besteht aus einer dünnen

Haut-Muskelschicht, die sich in

Ober- und Unterlid aufteilt. Beide Lidanteile

sind seitlich miteinander verbunden.

Die Öffnung zwischen Oberund

Unterlid wird Lidspalte genannt

und ist im Idealfall symmetrisch. Das

Augenlid bedeckt das Auge im Schlaf

und schützt es somit vor Licht und Austrocknung.

Im Wachzustand ist das

Augenlid geöffnet.

Um das Auge vor Umwelteinflüssen

und Austrocknung zu schützen, erfolgt

ein beidseits zeitgleich ablaufendes

unwillkürliches Augenschließen, auch

Blinzeln genannt. Durch das Blinzeln

wird die Hornhaut des Auges mit Tränenflüssigkeit

benetzt. Pro Minute blinzelt

der Mensch fünf bis zehn Mal, also

aller 4 - 6 Sekunden. Darüber hinaus

ist Blinzeln im physiologischen Zustand

jederzeit auch willkürlich möglich. Sobald

sich etwas auf das Auge zubewegt,

erfolgt ein reflektorischer Lidschluss

(Lidschlussreflex).

Lidspaltenasymmetrie

Die Form der normalen Lidspalte ist

nicht völlig symmetrisch, aber die

Höhe ist beim gesunden Erwachsenen

im Durchschnitt 11 – 14 mm. In einigen

Arbeiten wird über eine Amplitudenminderung

der Lidschlussbewegung

und eine Verlangsamung (Bradykinese)

berichtet. Bei genauer Untersuchung

fällt eine Seitendifferenz der

Lidschlag-Geschwindigkeit und der

Lidspalte auf (siehe Abbildung 1 und

2).

Abbildungen 1 und 2:

Lidspaltenasymmetrie, unterschiedliche

Lidschlag-Geschwindigkeit, snapshot aus

einem Video (©Foto Csoti I.)

Zu seltener Lidschlag

Die klassischen Symptome der Krankheit

– Steifheit und Verlangsamung

– betreffen auch Lidmuskulatur. Der

kreisrunde Muskel um das Auge herum

(Augenringmuskel), welcher Oberlid

und Unterlid bildet, bewegt sich langsamer

und der Lidschlussreflex, sprich

das Blinzeln, findet deutlich seltener

statt. In der Fachliteratur wird von einem

„seltenen Lidschlag“ gesprochen.

Es wird angenommen, dass der

innere Taktgeber durch den Dopaminmangel

gestört ist.

Das Blinzeln hat zwei Funktionen: Zum

einen wird die Tränenflüssigkeit dadurch

auf die Augenoberfläche gepumpt

(Pumpfunktion), und zum anderen

wird die Tränenflüssigkeit über

die gesamte Augenoberfläche gleichmäßig

verteilt (Scheibenwischerfunktion),

damit man gut und deutlich sehen

kann.

Der gesunde Mensch produziert etwa

1.5 Milliliter Tränenflüssigkeit pro Tag.

Mit Hilfe dieser Flüssigkeit wird die Augenoberfläche

glatt und geschmeidig

gehalten, sie transportiert Sauerstoff

und Nährstoffe, spült Staub und

Fremdkörper aus dem Auge und wehrt

Krankheitserreger ab. Im Schlaf durchläuft

das Auge ein komplettes Reinigungsprogramm.

Im Ergebnis findet

man frühmorgens kleine Sandkörnchen

im Augenwinkel, welche täglich

sorgfältig gereinigt werden müssen.

Der aus der Tränenflüssigkeit entstehende

Tränenfilm über dem Auge

besteht aus Wasser, Fett und Schleim

und hält die Augenoberfläche feucht.

Direkt auf der Hornhaut liegt eine dünne

Schleimschicht, die die Hornhaut

benetzbar macht. Aufgelagert ist eine

wässrige Schicht mit Nährstoffen, Salzen

und keimtötenden Abwehrstoffen,

welche das Auge vor Infektionen

schützen. Um ein Verdunsten zu vermeiden,

ist diese wässrige Schicht von

einer dünnen Fettschicht überzogen.

Diese Fettschicht verhindert, dass die

Tränenflüssigkeit einfach aus dem

Auge läuft. Im Normalfall fließt die

Tränenflüssigkeit über die Tränenpünktchen

am inneren Lidrand in die

Tränenkanäle, von dort in den Tränensack

und zuletzt in die Nase.

Damit man gut und deutlich sehen

kann, ist es wichtig, dass die Augen

gleichmäßig und in ausreichender

Menge befeuchtet werden. Kommt

es nun durch eine verminderte Blinzelrate

zum Austrocknen der Fettschicht,

kommt es paradoxerweise trotz einem

trockenen Auge zum Herauslaufen

der Tränenflüssigkeit über den Lidrand,

dem typischen „Augentränen“ (Triefauge

oder Epiphora).

Behandlung

Pflege der Augen mit Tränenersatzmitteln,

auch „künstliche Tränen“ genannt.

Neben einfachen Augentropfen,

Augengel und/oder pflegenden

Augensalben für die Nacht gibt es

Augensprays und sogar winzig kleine

Stöpselchen, „Punctum Plugs“ genannt,

mit denen in schweren Fällen

die Tränenpünktchen verschlossen

werden.

Sie befinden sich am unteren Augenlid

innen. Dadurch wird das Abfließen

der Tränenflüssigkeit verhindert, so

dass diese im Auge verbleibt und es

länger feucht hält. In sehr schweren

Fällen kommen auch kortisonhaltige

Medikamente oder Tropfen bzw. Immunsuppressiva

zum Einsatz.

Diese Behandlung ist jedoch dem

Augenarzt vorbehalten. Beim Kauf

„künstlicher Tränen“ sollte man darauf

achten, dass sie keine Konservierungsstoffe

enthalten, insbesondere kein

Benzalkoniumchlorid.

Zu häufiger Lidschlag

Im Gegensatz zum seltenen Lidschlag

kommt es beim Lidkrampf zu einem

nicht zu unterdrückenden vermehrten

Zukneifen eines oder beider Augenlider.

Betroffen ist insbesondere der

Augenringmuskel, aber auch andere

Muskeln in Augennähe.

Auch ein nicht steuerbares Zufallen

der Augenlider kommt vor, häufig bei

atypischen Parkinson-Syndromen wie

der progressiven supranukleären Blickparese

(PSP). Das sichtbare Verkrampfen

wird Blepharospasmus genannt,

das Zufallen Lidheber-Apraxie. Beides

kann bei M. Parkinson spontan, aber

auch als Folge eines trockenen Auges

auftreten.

Deshalb sollte auf jeden Fall eine Augenpflege

mit künstlichen Tränenersatzstoffen

erfolgen.

Sowohl der Blepharospasmus als auch

die Lidheber-Apraxie zählen zu den

Dystonien. Man versteht darunter

unwillkürliche Anspannungen/Verkrampfungen

einzelner Muskeln oder

Muskelgruppen mit der Folge einer

unwillkürlichen Bewegung (Lidkrampf)


20

Sehstörungen bei Parkinson-Syndromen

oder der Verhinderung einer Willkürbewegung

(das Augenlid kann bei der

Lidheber-Apraxie nicht willkürlich geöffnet

werden). Ein leichter Lidkrampf

äußert sich durch ein vermehrtes

Zwinkern mit Fremdkörpergefühl, ein

schwerer kann zu einem vollständigen

Lidschluss führen, sodass das Auge

nicht willkürlich geöffnet werden kann

(funktionelle Blindheit).

Bei diesen typischen Dystonien am Augenlid

können bestimmte Tricks helfen,

z.B. das Antippen unterschiedlicher

Stellen im Gesicht mit dem Zeigefi nger

(geste antagoniste). Häufi g hilft das

Tippen neben oder schräg unter dem

Auge oder an der Schläfe.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin

(„Botox“) in der umgebenden Lid- und

Stirn-Muskulatur kann ebenfalls helfen

und dieser Effekt hält zudem eine

Weile an. Wenig Erfolg haben Medikamente.

Auch wird in der Literatur eine

Operation zu den Behandlungsmethoden

gezählt, die bei M. Parkinson allerdings

nur selten indiziert ist.

Abbildung 3: Lidkrampf (©Foto Csoti I.)

Störungen der Augen- und

Pupillenmuskulatur

Unsere Augen werden auf jeder Seite

von sechs Muskeln bewegt. So können

wir nach oben, unten und zur Seite sehen,

auch halbkreisförmige und schräge

Bewegungen nach oben und unten

sind möglich. Dabei sendet jedes

Auge ein eigenes Bild an das Gehirn.

Gesunde Augen bewegen sich stets

exakt parallel und im gesunden Gehirn

werden die beiden Bilder zu einem

einzigen dreidimensionalen Bild

zusammengeführt (räumliches Sehen

oder Stereosehen).

Wenn wir lesen, bewegen sich die Augen

aufeinander zu, um scharf sehen

zu können (Konvergenz), zeitgleich

verengt sich die Pupille. Sehen wir in

die Ferne, bewegen sich die Augen

voneinander weg und die Pupille wird

größer. Das sorgt dafür, dass wir sowohl

in der Nähe als auch in der Ferne

scharf sehen können.

Wir unterscheiden zwischen langsamen

Bewegungen der Augen, wenn

wir ein Objekt verfolgen (langsame Augenfolgebewegungen),

und schnellen

Augenbewegungen (Blicksprünge

oder Sakkaden).

Bei Patienten mit Parkinson-Syndromen

kann es sowohl zu einer

Verlangsamung der langsamen Augenfolgebewegungen

als auch der

Blicksprünge kommen (Bradykinese

oder Hypokinese).

Besonders typisch ist jedoch eine

Schwäche der Augen beim Scharfstellen,

also bei der Konvergenz. Diese ist

bereits in den ersten Krankheitsjahren

zu beobachten. Der Neurologe untersucht

diese Augenbewegung, in dem

er den Patienten bittet, auf einen Stift

zu schauen. Dann bewegt er diesen

aus etwa 50 cm Entfernung langsam

auf den Patienten zu. Dieser muss, um

den Stift in jeder Entfernung scharf

sehen zu können, die Augen aufeinander

zu bewegen. Auf der von der

Krankheit mehr betroffenen Seite ist

dies jedoch nicht möglich, was beim

Patienten zu Verschwommensehen

führt, häufi g auch als Schwindel wahrgenommen.

Der Blick nach oben oder

unten kann im Verlauf ebenfalls beeinträchtigt

sein (Blickparese).

Tendenziell schauen wir im Alltag häufi

ger nach unten als nach oben, nicht

selten unbemerkt, z.B. beim Treppen

steigen. Ist durch die Blickparese nach

unten die Wahrnehmung verändert,

äußert sich dies ebenfalls in Form von

Schwindel. Bei einer atypischen Verlaufsform

ist die Blicklähmung nach

unten ein charakteristisches Symptom

der Erkrankung (fortschreitende Blicklähmung

oder progressive supranukleäre

Blickparese, kurz PSP). Außerdem

werden Fehlstellungen der Augen

nach oben, unten oder nach der Seite

beschrieben.

Wie oben bereits erwähnt, bewegt

sich die Pupillenmuskulatur zeitgleich

beim Blick in die Nähe oder Ferne. Zudem

weitert sich die Pupille im Dunkeln

und verengt sich im Hellen. Auch diese

Anpassungsfunktion der Pupille kann

beeinträchtigt sein, insbesondere bei

der oben bereits genannten PSP.

Patienten mit PSP haben auf beiden

Seiten sehr kleine Pupillen (Miosis). Sie

tragen aufgrund der damit verbundenen

erhöhten Lichtempfi ndlichkeit

häufi g eine Sonnenbrille. Bei Patienten

mit einem M. Parkinson ist die Pupillengröße

oft asymmetrisch, was das

Sehvermögen im Dunkeln zusätzlich

erschwert. In einigen Studien wird ein

Augentremor nachgewiesen, den

man jedoch nicht ohne diagnostische

Geräte sehen kann.

Zusammenfassend werden alle typischen

motorischen Krankheitssymptome

auch im Bereich der Augen

beschrieben. Sie führen zu einer Einschränkung

der Sehfähigkeit, welche

als Verschwommensehen oder auch

als Doppelbilder wahrgenommen werden.

Der daraus resultierende Schwindel

führt zu einer Verminderung der

Gangsicherheit und zu einer erhöhten

Sturzgefahr.

Ein Training der Augenmuskulatur sollte

die täglichen Bewegungsübungen

ergänzen, welche für Parkinson-Patienten

ebenso wichtig sind wie ihre

Medikation.


Sehstörungen bei Parkinson-Syndromen 21

Lesehilfen

Bei Doppelbildern, welche sich durch

eine Anpassung der Medikation nicht

bessern, kann die Versorgung mit einer

Prismenbrille hilfreich sein. Durch

eine gezielte Bildverschiebung wird

versucht, die Fehlstellung der Augen

zu korrigieren.

Von einer Bifokalbrille ist in diesem Stadium

der Erkrankung eher abzuraten.

Durch die oben beschriebenen Störungen

ist das Auge nicht in der Lage,

sich in der nötigen Geschwindigkeit

auf die verschiedenen Entfernungen

(Nähe und Ferne) einzustellen, Schwindel

und Benommenheit können auftreten.

Aus diesem Grund sollten Parkinson-Patienten

in fortgeschrittenen

Krankheitsstadien zwei separate Brillen

für die Nähe und für die Ferne nutzen.

Eine Loch- oder Rasterbrille (auch

Gitterbrille) ist eine schwarze Brille mit

Löchern. Sie wird seit vielen Jahren als

Ergänzung zum Sehtraining empfohlen

und soll zumindest vorübergehend zu

einer Verbesserung des Sehvermögens

führen. Sie dient der Entspannung der

Augenmuskulatur und kann das tägliche

Augentraining ergänzen. Wenn

die Zeilen beim Lesen verschwimmen,

kann Fingerlesen versucht werden

(der Finger bewegt sich unter dem gelesenen

Text mit). Zudem sollte immer

eine ausreichende Helligkeit gewährleistet

werden. LED-Leucht-Lupen und

Lesegläser können bei altersbedingter

Sehschwäche sehr hilfreich sein.

Abbildung 4: Lesebrille (©Foto Csoti I.)

Quellen:

1. Figueroa A, Boyd BM, Christensen CA et al.

Levodopa Positively Affects Neovascular

Age-Related Macular Degeneration. Clin

Res Stud 2021; 134 (1): 122-128.

2. Csoti I. Das trockene Auge. Gesundheitskompass

Mittelhessen, 2015; 4.

3. Csoti I. Augen- und Lidmotorikstörungen bei

M. Parkinson, Masterarbeit 2018, Donau-Universität

Krems

Die Deutsche Parkinson Vereinigung

e.V. fi nanziert als Forschungsprojekt

die Entwicklung eines Sehtrainings für

Parkinson-Patienten. Wenn Sie dieses

Projekt mit einer Spende unterstützen

möchten, hier die Daten: Volksband

Düsseldorf Neuss eG, Kontonummer

555 555 555, BLZ 301 602 13 /

IBAN DE34 3016 0213 0555 5555 55 /

BIC: GENODED1DNE

Stichwort: Sehtraining

Dr. med. Ilona Csoti

Ärztliche Direktorin

FÄ f. Neurologie & Psychiatrie Master

of Science Geriatrie GERTRUDISKLINIK

BISKIRCHEN

Karl-Ferdinand-Broll-Str. 2-4

35638 Leun-Biskirchen

Fon: 06473. 30 50

Fax: 06473. 30 55 7

E-Mail: ilona.csoti@parkinson.de

Web: www.parkinson.de

GERTRUDIS

KLINIK

Akut - Neurologie mit spezieller

Fachkompetenz für Parkinson!

Die zertifizierte Parkinson-Fachklinik ist in allen

Bereichen auf die spezifischen Bedürfnisse von

Parkinson-Patienten ausgerichtet.

Leistungsspektrum

Adresse: Karl-Ferdinand-Broll-Str. 2-4, 35638 Leun-Biskirchen

Tel.: +49-6473-305-0 Internet: www.parkinson.de

Hohe Beobachtungs- und Behandlungsintensität im akutstationären Setting

Spezialisiertes und erfahrenes Ärzteteam (Neurologische Leitung mit spezieller Erfahrung in der Behandlung von

extrapyramidalen Bewegungsstörungen)

Medikamentöse Umstellung bzw. Feineinstellung, einschließlich Anpassung von elektronisch gesteuerten Pumpen-Systemen

(Duodopa/Apomorphin-Pumpe)

Indikationsstellung zur Parkinson-Chirurgie (tiefe Hirnstimulation) in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten

neurochirurgischen Zentren und postoperative Nachbetreuung (Feineinstellung der Stimulationsparameter)

Parkinson-spezifische Physiotherapie einschließlich multimodaler Parkinson-Komplexbehandlung (Gangtraining, gezieltes

logopädisches Stimm-, Sprech- und Schlucktraining, Krankengymnastik, balneophysikalische Maßnahmen)

Umfassende Informationen für Patienten und Angehörige, einschließlich Sozialberatung


22

Elena-Klinik Kassel – Langjährige Parkinson-Forschung

Langjährige Parkinson-Forschung als Schlüssel zum

Erfolg bei der therapeutischen Behandlung

Wissenschaftliche Aktivitäten haben in

der Tradition der klinischen Forschung

an der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel

in den vergangenen Jahren immer

wieder neue wichtige Impulse erhalten.

Die Intensivierung und Internationalisierung

geht einher mit einer Neuakzentuierung

in der Forschung.

Bereits seit der Gründung im Jahr 1937

werden Patienten mit Parkinson und

anderen Bewegungsstörungen in der

Fachklinik in Kassel ganzheitlich behandelt.

In dieser Tradition mischen

sich umfassende praktische Erfahrungen

in der medikamentösen Behandlung

sowie seit Beginn ein starkes Interesse

für die breit angelegte klinische

sowie labortechnische Forschung.

Schon die ersten groß angelegten klinischen

Prüfstudien in den 1960er-Jahren

mit damals neuartigen Substanzen

wie Levodopa wurden in der „Königin

Elena Klinik“ in Zusammenarbeit mit

Hoffmann-La Roche und anderen

namhaften Zentren in Wien und London

durchgeführt. Vorausgegangen

waren wegweisende Forschungen,

die zunächst das Wissen um die Hintergründe

der Parkinsonerkrankung und

das Verständnis der biochemischen

Vorgänge im Gehirn der Patienten

enorm erweiterten.

Neue Medikamente für Parkinson

getestet und zugelassen

Seither hat die neurologische Akutklinik

an 74 klinischen Studien mit neuen

Substanzen für Parkinson und anderen

Bewegungsstörungen teilgenommen

und insgesamt 520 Studienteilnehmer

hierfür rekrutieren können. Viele neue

Medikamente für Parkinson, aber auch

das Restless Legs Syndrom (RLS) sowie

Schlafstörungen wurden untersucht

und in Studien verabreicht. Dazu zählen

z.B. der Dopaminagonist Rotigotin

bei nächtlichen Unbeweglichkeiten

und Schlafstörungen bei Parkinson,

die Apomorphin-Pumpen-Therapie

bei ausgeprägten Akinesen und Dyskinesien

bei Parkinson, aber auch

Oxycodon/Naloxon oder Eiseninfusionen

Patienten mit RLS. Einige Studien

davon wurden in der Paracelsus-Elena-Klinik

federführend durchgeführt

und die Substanzen sind für diese Indikationen

dann im nachfolgenden

Schritt erfolgreich zugelassen worden.

Eine neue Ära begann als mit den klassischen

symptomatisch wirksamen Medikamenten

seit einigen Jahren auch

potenziell neuroprotektive Substanzen

getestet werden - in der Hoffnung

nicht nur die Symptome zu lindern,

sondern den Verlauf der Erkrankung

aufzuhalten. Neue Substanzen sind

in den letzten Jahren unter anderem

Antikörper gegen alpha-Synuklein und

andere potenziell neuroprotektive

Substanzen getestet worden mit dem

Ziel die Parkinsonkrankheit aufzuhalten.

Damit sind wir eines der führenden

deutschen Zentren für Studien mit

neuen Medikamenten für Parkinson.

Neben den klinischen Studien mit

neuen Substanzen liegt ein weiterer

wissenschaftlicher Schwerpunkt in der

Schlafforschung und bei der Behandlung

des Restless Legs Syndroms, mit

einem hauseigenen Schlaflabor. Die

Forschung an der Traumschlaf-Verhaltensstörung

hat gezeigt, dass

diese Schlafstörung,

die viele sehr

beunruhigt durch

Sprechen, Schreien

und Aktivitäten

im Schlaf, mit Dauer

der Erkrankung

weiter an Häufigkeit

zunimmt. Sie

wird aber meistens

als spezifisches

Frühzeichen bis zu

15 Jahren vor Beginn

der Parkinson

Erkrankung beobachtet.

Ein weiterer Meilenstein wurde im Jahr

2004 als offiziell ermächtigte Ambulanz

für Tiefenhirnstimulation-Patienten

erreicht. Seitdem haben viele

Patienten bei der ersten Studie zur

Implantation eines Hirnschrittmachers

bei jungen und noch nicht so lange

erkrankten Parkinson-Patienten teilgenommen,

die bekannte „Early Stim“

Studie, deren Langzeituntersuchungen

weiterhin durchgeführt werden.

Die THS-Methode gilt zur Behandlung

der Parkinson-Krankheit im fortgeschrittenen

Stadium als besonders

relevant und erfordert im Vorfeld der


Elena-Klinik Kassel – Langjährige Parkinson-Forschung 23

Operation wie auch in der betreuten

Nachsorge zur aufwändigen Feinabstimmung

der Hirnschrittmacher eine

besonders eingehende Beschäftigung

mit dem Patienten.

Um den unterschiedlichen Verlauf der

Parkinsonkrankheit zu erforschen, startete

im September 2009 die innovative

Langzeitstudie „DeNoPa“, welche seinerzeit

159 frisch diagnostizierte Parkinsonpatienten

und 110 gesunde Kontrollen

eingeschlossen hat und seither

diese Patienten alle 2 Jahre regelmäßig

untersucht. Das Kürzel der Studie

steht für denovo Parkinson. Ziel von

DeNoPa ist es bis heute, den Langzeitverlauf

des Morbus Parkinson von den

ersten Frühindikatoren an über 10 bis

15 Jahre hinweg an einer festen Patientenkohorte

zu beobachten. Dabei

geht es insbesondere darum, mehr

über die individuell unterschiedlichen

Verlaufsformen der Erkrankung zu erfahren.

DeNoPa hat aufgezeigt, dass

die Parkinsonerkrankung sehr unterschiedlich

verläuft und dass Herz-Kreislauf-Risiko

und metabolische Faktoren

den Verlauf beschleunigen. Derzeit

läuft diese Langzeitstudie erfolgreich

im zehnten Jahr, zahlreiche Erkenntnisse

zum Verlauf werden weiterhin dokumentiert

und das Studiendesign geht

weiter.

Genau wie in der aktuellen weltweiten

Parkinsonforschung dreht sich

auch bei den international vernetzten

Bemühungen an der Paracelsus-Elena-Klinik

vieles um eine verbesserte

Frühdiagnose und die Suche nach Biomarkern

zum Beispiel im Blut. Sie könnten

schon früh auf einen neurodegenerativen

Prozess im Gehirn hinweisen.

Seit zehn Jahren ist die Klinik Studienstandort

der renommierten amerikanischen

Michael J. Fox Foundation

for Parkinson´s Research (MJFF). Im

Rahmen der PPMI-Studie (Parkinson´s

Progression Markers Initiative) geht

es insbesondere um die Suche nach

geeigneten Progressionsmarkern, wie

bspw. besondere Biomarker im Blut

oder Nervenwasser. Auch werden intensive

Projekte zum Microbiom, also

der Ansammlung von Bakterien in

Stuhlproben durchgeführt; dies teilweise

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

und der MJFF:

Diese neuere Untersuchungen zu

Darmbakterien bei Parkinson-Patienten

sollen zeigen, inwieweit die individuelle

Darmflora eine Parkinson-Erkrankung

beeinflussen kann und in

wieweit die Parkinson-Patienten mit

gezielter Ernährung in ihrem Krankheitsverlauf

beeinflusst werden können.

Entsprechende Untersuchungen

mit ersten positiven Ergebnissen und

einer Studie zu Diät bei Parkinson sind

bereits durchgeführt bzw. finden derzeit

statt.

Fasten für die Forschung

Die weltweit erste wissenschaftliche

Studie über die Wirkung des Fastens

bei Parkinson-Erkrankten (ExpoBiome

Fastenstudie) startete aktuell die Paracelsus-Elena-Klinik

gemeinsam mit

dem Berliner Ernährungswissenschaftler

Prof. Dr. Andreas Michalsen federführend

durch die Universität Luxemburg.

Richtige Ernährung und auch

Fasten kann zur Verbesserung neurologischer

Erkrankungen wie bspw. Parkinson

beitragen - das wollen die Chefärztin

Prof. Dr. Claudia Trenkwalder

und die Oberärztin Prof. Dr. Brit Mollenhauer-

jetzt anhand einer EU-geförderten

Studie nachweisen. „Wir möchten

in der Studie untersuchen, wie sich das

Fasten auf das Microbiom im Darm

und etwaige Entzündungsprozesse im

Blut auswirkt“, sagt Brit Mollenhauer.

“Im Alter, aber auch bei Parkinson,

wird die Darmbarriere offener, so dass

vermehrt Schadstoffe in den Körper

gelangen“, erklärt sie weiter.

„Ziel ist es mittels gezieltem Fasten

das Mikrobiom im Darm und Entzündungsprozesse

im Blut so zu verändern,

dass die Erkrankung positiv beeinflusst

wird,“ erklärt die Studienleiterin Prof.

Dr. Brit Mollenhauer. Denn bei Erkrankungen,

die mit Entzündungsprozessen

einhergehen, kann das ärztlich begleitete

Heil- oder Intervallfasten sogar zu

einer Linderung der Beschwerden beitragen.

Ergebnisse werden in 2 Jahren

erwartet.

Zusammenfassend führen die Wissenschaftler

und Ärzte der Paracelsus-Elena-Klinik

also neben innovativen Medikamentenstudien

auch Studien zur

Verbesserung der Frühdiagnose von

Bewegungsstörungen und neuerdings

auch zur Prävention von Bewegungsstörungen

durch; also wie man bei erhöhtem

Risiko eventuell Parkinson verhindern

kann.

Es geht also stetig weiter mit der Tradition

und Innovation in der ambitionierten

Forschungsarbeit – stets zum Wohl

aller Patienten.

Diagnostik,

Therapie,

Forschung und

Ernährungsberatung

unter einem

Dach

Diagnostik,

Therapie und

Forschung unter

einem Dach

Ihre Fachklinik

für Parkinson und Bewegungsstörungen

| zentrale Lage in Deutschland

| überregional

| ausgezeichnet

| Neurologie-Experten

mit internationalem Ruf

Ärztliche Leitung:

UnivProf. Dr. Claudia Trenkwalder

Tiefenhirnstimulation (THS):

Beratung, Vorbereitung und Nachsorge

zur THS bei Morbus Parkinson:

PD Dr. Friederike Sixel-Döring

(Leitende Oberärztin)

Restless-Legs-Syndrom (RLS):

Dr. Maria-Lucia Muntean (Oberärztin)

Chorea Huntington:

Dr. Jens Ebentheuer (Oberarzt)

Studiencenter:

Prof. Dr. Brit Mollenhauer

(Oberärztin, Leitung Studienkoordination)

Paracelsus-Elena-Klinik Kassel · Klinikstraße 16 · 34128 Kassel · T 0561 6009-0 · www.paracelsus-kliniken.de/kassel


24

Die D-mine® Pumpe

Intermittierende dopaminerge Stimulation beim

Morbus Parkinson mit dem D-mine® Pen – individuell,

bedarfsgerecht und schnell

Störungen der Beweglichkeit sind

charakteristische Kennzeichnen des

Morbus Parkinson. Auch bei gut eingestellter

oraler Behandlung lassen sich

störende Beweglichkeitseinschränkungen

(OFFs) nicht immer vermeiden.

Diese OFFs können zu unterschiedlichen

Zeiten auftreten und für den Betroffenen

sehr belastend und besonders

störend sein, wenn sie sich nicht

ankündigen:

• frühmorgendliches OFF vor der

Einnahme der ersten Medikation,

• verzögertes ON nach Einnahme

oraler Medikation – oft aufgrund

von verzögerter Magenentleerung,

• Nachlassen der Beweglichkeit

nach einer größeren, eiweißreichen

Mahlzeit und

• OFFs noch vor der nächsten planmäßigen

Einnahme oraler Arzneimittel.

Ziel einer effizienten Behandlung ist es

jedoch, die Zeit mit guter Beweglichkeit

(ON) möglichst lange auszudehnen

und die Zeit im OFF und Störungen

durch plötzliche OFFs so gering wie

möglich zu halten. Besonders plötzlichen

OFFs lässt sich mit der oralen Einnahme

von Arzneimitteln nur bedingt

und zeitverzögert gegensteuern. Das

liegt vor allem am Weg, den das Arzneimittel

bis zum Wirkort zurücklegen

muss: Magenpassage – Aufnahme

durch die Darmschleimhaut ins Blut

und dabei gegebenenfalls Konkurrenz

mit anderen Nahrungsbestandteilen

– Transport über die Blutbahn zum Wirkort.

Diese Situation lässt sich mit der Zuführung

des Arzneimittels über die Haut

(subkutane Applikation) schnell lösen.

Die sogenannte Magen-Darm-Passage

wird umgangen, und in vielen Fällen

wird damit wertvolle Zeit bis zum

Eintritt der Wirkung – die Rückkehr ins

ON – gewonnen.

Wenn es also um die Vermeidung von

störenden OFFs und Schnelligkeit geht,

ist die bedarfsgerechte subkutane Applikation

des Wirkstoffs mittels eines (Injektions-)Pens

zu erwägen. Dafür bietet

sich ein Apomorphin-Pen an,

mit dem die Menge des Arzneimittels

dem individuellen Bedarf sehr genau

angepasst werden kann.

Was bedeutet das für den Patienten?

Ein Apomorphin-Pen lässt sich diskret

handhaben; er ist in der Handhabung

einem Insulin-Pen sehr ähnlich. Die Dosis,

die für die Überwindung von OFFs

benötigt wird, kann für jeden Patienten

durch den behandelnden Neurologen

individuell ermittelt werden.

Sie bleibt in vielen Fällen über die Zeit

konstant.

So kann der Betroffene selbstständig

und vor allem bedarfsgerecht und

schnell

OFF-Phasen gegensteuern. Der Patient

gewinnt dadurch an Autonomie,

Beweglichkeit und letztlich Lebensqualität.

Es lohnt sich deshalb, rechtzeitig an

dieses therapeutische Verfahren zu

denken.

Autor:

Dr. med. Thomas A. Wagner

Hilfe für Betroffene und Angehörige:

Nutzen Sie die Selbsthilfe-Gruppen in

Ihrer Region oder den D-mine® Care

Patienten-Service, um die subkutane

Parkinson-Therapie zu besprechen.

Telefon:

+49 8142 42 22 52-30

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26

Telemedizin: In unmittelbarer Ferne

Telemedizin: In unmittelbarer Ferne

Direkter Einfluss auf Therapie sorgt für bessere Versorgungsmöglichkeiten

Telemedizin ermöglicht es Patienten,

mit Ärzten auch außerhalb von Praxisund

Klinikräumen zu kommunizieren,

bei Bedarf neue Behandlungseinstellungen

zu erhalten oder per App Informationen

und Unterstützung von Experten

zu bekommen. Die Angebote

der Telemedizin werden immer vielfältiger

und eröffnen auch Patienten mit

Parkinson ganz neue Möglichkeiten.

In den vergangenen Jahren wurden

bei der Behandlung von neurologischen

Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit

wesentliche Fortschritte

erzielt, vor allem hinsichtlich einer verbesserten

Symptomkontrolle. Neben

einer gut abgestimmten Medikamententherapie

in Form von Tabletten

kommen auch Geräte-assistierte Therapien

wie die Tiefe Hirnstimulation regelhaft

zum Einsatz. „Beispielsweise erfordert

die medikamentöse Einstellung

eine enge Zusammenarbeit von Patient

und behandelndem Arzt. So müssen

Medikamente oftmals zeitlich präzise

in den persönlichen Tagesablauf

der Patienten integriert werden. Auch

die Dosierung und Zusammensetzung

der Präparate muss gut abgewogen

werden, um eine gute Wirksamkeit

und Verträglichkeit zu erzielen. Hierfür

ist eine enge Kommunikation von Patient

und Arzt entscheidend“, erklärt

Prof. Dr. Daniel Weiß, Oberarzt und Leiter

der Ambulanz für fortgeschrittenes

Parkinsonsyndrom, Tremor und Tiefe

Hirnstimulation im Universitätsklinikum

Tübingen. Intensivere Therapieanpassungen

geschehen bislang zumeist

bei einem stationären Klinikaufenthalt

oder mittels wiederholter ambulanter

Therapieanpassungen. Letztere sind

vor allem bei weiteren Anfahrtswegen

für die Patienten aber nicht einfach

zu realisieren. Zudem unterscheidet

sich die Alltagsaktivität im häuslichen

Umfeld von jener im Kliniksetting oftmals

sehr deutlich. Oder in anderen

Worten: Eine Therapieeinstellung kann

in der Klinik einen guten Effekt zeigen,

muss zunächst aber einmal im Alltag

erprobt werden. Dabei zeigen sich

manchmal Abweichungen im Therapieergebnis.

Digitale Lösung

Telemedizin vereinfacht damit nicht

nur den Zugang zu Ärzten mit Expertise

in der Parkinsonkrankheit und der

Tiefen Hirnstimulation. Sie ermöglicht

auch, die Alltagserfahrungen des Patienten

noch direkter in die Therapieplanung

einzubeziehen und sich in den

Therapieeinstellungen noch näher

am Alltag der Patienten zu bewegen.

„Entsprechende Erfahrungen haben

wir bereits in den letzten Jahren mit

Video-Sprechstunden gesammelt, die

es uns ermöglichen, Therapien zu begleiten,

ohne dass sich Patienten immer

den körperlichen Anstrengungen

einer Klinikanfahrt aussetzen müssen“,

so Prof. Dr. Daniel Weiß. „Vor allem für

Betroffene in fortgeschrittenen Krankheitsphasen

und deren Angehörige

sind längere Anreisezeiten oftmals belastend.“

Telemedizinische Lösungen

bieten auch die Chance, im besten

Fall mit einem Patienten in Verbindung

zu bleiben, wenn nötig auch mit Unterstützung

der Angehörigen. Während

bisherige telemedizinische Sprechstunden

auf eine Video- und Tonübertragung

begrenzt waren, ermöglichen

aktuelle technische Erweiterungen

nun auch eine direkte Therapieanpassung

des Hirnschrittmachers während

einer entsprechenden Sprechstunde.

Stets optimal versorgt

Vor allem Menschen mit Parkinson, die

ihre Symptome durch die Tiefe Hirnstimulation

behandeln, können heutzutage

von digitalen Lösungen innovativer

Medizintechnik profitieren. Denn

mit NeuroSphere Virtual Clinic hat

Abbott jetzt eine Technologie auf den

Markt gebracht, die es Patient und

Arzt ermöglicht, direkt über eine Online-Verbindung

in Kontakt zu treten.

„Bisher mussten Patienten teils weite

Wege zurücklegen, um einen Experten

für Tiefe Hirnstimulation zu sprechen“,

betont Prof. Weiß. „Während ein persönlicher

Kontakt zu Beginn einer Tiefen

Hirnstimulation unerlässlich ist, sind

telemedizinische Sprechstunden in der

langjährigen Nachsorge der Tiefen

Hirnstimulation ein wertvoller Baustein

ergänzend zur Behandlung in Präsenz.“

Die „virtuelle Klinik“ ermöglicht

es Patienten jetzt, ortsunabhängig und

in Echtzeit mit Ärzten in Ton und Video

zu kommunizieren und dabei Stimulationsanpassungen

über eine Cloudund

Bluetooth-basierte Technologie

durchzuführen. Gleichzeitig ist es den

Experten möglich, Therapieanpassungen

in regelmäßigen Abständen zu

kontrollieren und bei Bedarf weiter zu

optimieren. Sollte ein Patient einmal

unerwartet eine rasche Verschlechterung

seiner Symptome erfahren, sind

Prof. Dr. Daniel Weiß

ein schneller Zugang sowie eine Geräteprüfung

telemedizinisch möglich.

Selbst auf einer längeren Urlaubsreise

werden Patienten in Zukunft mit ihrem

Arzt des Vertrauens online in Kontakt

treten können.

Safety first

Um die Sicherheit von telemedizinischer

Beratung und Therapieanpassung

zu gewährleisten, bestehen umfangreiche

Sicherheitsvorkehrungen

in der Zuordnung von Patienten und

Ärzten. Dadurch ist auch festgesetzt,

dass Patienten nur von ihrem Arzt

nach ausdrücklicher Autorisierung

Therapieanpassungen erfahren und

niemals unbemerkt durch Dritte. Diese

Sicherheitsaspekte wurden auch im

Rahmen des Zulassungsprozesses von

NeuroSphere Virtual Clinic als Medizinprodukt

überprüft. „Zusammengenommen

eröffnet die Telemedizin Patienten

und Ärzten ein noch flexibleres

und auf die gegenseitigen Bedürfnisse

abgestimmtes Nachsorge-Konzept,

sodass zumindest ein sinnvoller Teil

der Nachsorge-Visiten in Zukunft auch

telemedizinisch durchgeführt werden

kann. Selbstverständlich ist, dass telemedizinische

Visiten freiwillig bleiben

und die Nachsorgeangebote der Klinik

vor Ort und in Präsenz fortbestehen“,

fasst Prof. Weiß zusammen.


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VIRTUELLE KLINIK

Überwinden Sie Klinikgrenzen

und erweitern Sie die

Versorgung von Patienten

mit Bewegungsstörungen

mithilfe der europaweit ersten

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Neurostimulation 1 und dem

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mit der Gebrauchsanweisung und den darin enthaltenen Indikationen,

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© 2021 Abbott. Alle Rechte vorbehalten.

54625 MAT-2111337 v1.0 | Artikel für Zielgruppen in der EMEA-Region zugelassen.


28

Machen Sie mit! / Impressum

Machen Sie mit!

Junge Parkinson-Patienten, MSA, PSP & THS

im „dPV Journal

Liebe Leserinnen und Leser, liebe

Jungerkrankte-Patienten, liebe

Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „gelben Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit der Lebenssituation

von jungen Patienten und ihren Angehörigen

beschäftigen. Deren Gedanken,

Sorgen und Nöte unterscheiden

sich doch häufi g von denen der Patienten,

die erst in fortgeschrittenem

Alter an Parkinson erkrankt sind.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe

MSA-Patienten, liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „grünen Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit dem Krankheitsbild

Multisystematrophie beschäftigen.

Die Gedanken, Sorgen und Nöte von

MSA-Patienten und ihren Angehörigen

unterscheiden sich deutlich von

denen der Patienten, die am idiopathischen

Parkinson-Syndrom (IPS) erkrankt

sind.

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe PSP-Patienten,

liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt

in seinem „roten Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit dem Krankheitsbild

progressive supranukleäre Blickparese

beschäftigen. Die Gedanken, Sorgen

und Nöte von PSP-Patienten und ihren

Angehörigen unterscheiden sich

deutlich von denen der Patienten, die

am idiopathischen Parkinson-Syndrom

(IPS) erkrankt sind.

Liebe Leserinnen und Leser, l

iebe THS-Patienten,

liebe Angehörige,

das „dPV Journal“ behandelt in

seinem „blauen Abschnitt“ Themen,

die sich speziell mit der Tiefen Hirnstimulation

beschäftigen. Die Gedanken,

Sorgen und Nöte von THS-Patienten

und ihren Angehörigen unterscheiden

sich doch häufi g von denen der Patienten,

die medikamentös therapiert

werden.

Zentraler Beitrag

Unter der Rubrik „Zentraler Beitrag“

wird in jeder Ausgabe ein Schwerpunktthema

möglichst umfassend

behandelt. Welcher Themenkomplex,

der direkt oder indirekt die progressive

supranukleäre Blickparese betrifft, soll

Ihrer Meinung nach ausführlich dargestellt

werden? Schlagen Sie uns ein

Schwerpunktthema vor, wir werden es

in einer der nächsten Ausgaben aufgreifen.

Antworten auf Ihre Fragen

Stellen Sie uns konkrete Fragen, die

durch Ihren täglichen Umgang mit

der Erkrankung aufgeworfen wurden.

Unsere Experten werden sie unter der

Rubrik „Antworten auf Ihre Fragen“

beantworten.

Info

Schreiben Sie Ihre persönlichen Erlebnisse

bei Ihrem Umgang mit der Erkrankung

auf. Was waren schwierige Augenblicke,

was hat Ihnen das Leben

leichter gemacht? Lassen Sie andere

Betroffene von Ihren Erfahrungen profi

tieren!

Machen Sie mit und schreiben Sie uns

(Betreff „dPV Journal“)

Per Post:

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.

Moselstraße 31

41464 Neuss

Per Fax:

(0 21 31) 4 54 45

Per E-Mail:

bundesverband@parkinson-mail.de

Ausgabe

Nr. 22 Winter 2021/22

Alle Rechte vorbehalten

Impressum

Herausgeber & Redaktion

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.

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41464 Neuss

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Anzeigen

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Trotz sorgfältiger Prüfung der Einträge und Anzeigen können wir leider keine Haftung für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit der

Informationen und Anzeigen übernehmen.


Rufen

Sie uns an

und informieren

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unser Angebot.

IN DEUTSCHLANDS

NORDEN UND SÜDEN:

› Zertifizierte

Parkinson-Spezialklinik

Schön Klinik Neustadt

T +49 4561 54-457400

› Zertifizierte

Parkinson-Spezialklinik

Schön Klinik München Schwabing

T +49 89 36087-124

› Schön Klinik

Bad Aibling Harthausen

T +49 8061 903-1020

www.schoen-klinik.de/

parkinson-behandlung

Am Leben teilhaben – auch mit Parkinson

Selbst aktiv und beweglich bleiben –

das ist bei einer Erkrankung wie

Morbus Parkinson das A & O. Ein

individuelles Behandlungskonzept

hilft außerdem dabei, Lebensqua lität

zu erhalten oder wieder zu gewinnen.

Unsere erfahrenen Parkinson-Experten

setzen auf innovative Therapieformen

sowie einen individuellen Mix aus medikamentöser,

therapeutischer und pflegerischer

Behandlung. Das Ziel unserer

Spezialisten ist dabei immer, das für Sie

optimale Ergebnis mit einer möglichst

dauerhaften hohen Lebensqualität zu

erreichen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

für Sie

„Da die Parkinson-Symptome vielfältig

und individuell sind, ist das persönliche

Behandlungspaket umso wichtiger für

die Betroffenen“, erklärt Prof. Klaus Jahn,

Chefarzt des Fachzentrums Neurologie

der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen.

So leiden zum Beispiel viele Patienten an

Rücken- und Gelenk beschwerden, ausgelöst

durch die typischen Symptome der

Parkinson- Erkrankung: Versteifung der

Muskeln, verlangsamte und verkleinerte

Bewegungen, Gleichgewichtsstörungen

oder Zittern. „Diese orthopädischen Probleme

nehmen im Zeitverlauf deutlich zu

und können zu irreversiblen Gelenk- oder

Rückenschädigungen führen“, erklärt Dr.

Uwe Jahnke, Chefarzt der zertifizierten

Parkinson-Spezialklinik der Schön Klinik

Neustadt. Deshalb arbeiten neurologische,

orthopädische und wirbelsäulenchirurgische

Experten hier eng zusammen.

Wenn Sie also Prob leme am Bewegungsapparat

haben, können die Spezialisten

in Neustadt an der Ostsee und in Bad

Aibling Sie frühzeitig bestmöglich versorgen

– ob konservativ oder operativ.

Innovative Therapieformen – physisch,

digital, elektronisch

Die Behandlungsmethoden und deren

Erfolge haben sich in den letzten Jahren

deutlich weiterentwickelt: von Spielekonsolen

über Apps, Pumpen therapie

und tiefe Hirnstimulation bis hin zu

Bewegungstherapien, die nicht zum

Standard-Paket eines Krankenhauses

gehören (Tanzen, Tai-Chi, Yoga). Die

Parkinson-Experten der Schön Klinik

sind an derartigen Entwicklungen maßgeblich

beteiligt und treiben sie aktiv

voran. Spielekonsolen wie Kinect Xbox

oder Wii werden bereits als Standard

eingesetzt. Untersuchungen zeigen, dass

Parkinson-Patienten ihr Gleichgewicht

bei Spielen auf diesen Konsolen, wie Skislalom

oder Tennis, spürbar verbessern

konnten. „Auch Apps zum Gangtraining

testen wir. Zudem ist die Pumpentherapie

für sehr viele unserer Patienten eine

große Erleichterung für ihren Alltag“,

so Prof. Andrés Ceballos-Baumann,

Chefarzt der zertifizierten Parkinson-

Spezialklinik Schön Klinik München

Schwabing.

Nicht zuletzt gehört die tiefe Hirnstimulation

mit zu den fortschrittlichsten und

für bestimmte Patientengruppen sehr

effektiven Behandlungsmethoden.

„Die tiefe Hirnstimulation wird sich

weiter verbreiten. Möglicherweise so,

wie das der Herzschrittmacher seit den

70ern getan hat“, so die Einschätzung

von Prof. Ceballos-Baumann.

Die Parkinson-Experten der

Schön Klinik – von Nord bis Süd

Dr. Uwe Jahnke

Chefarzt Parkinson-

Fachklinik

Schön Klinik Neustadt

(direkt an der Ostsee)

Prof. Andrés

Ceballos-Baumann

Chefarzt Parkinson-

Fachklinik

Schön Klinik

München Schwabing

Prof. Klaus Jahn

Chefarzt Fachzentrum

Neurologie

Schön Klinik

Bad Aibling Harthausen


Deutsche Parkinson Vereinigung e.V.

- Bundesverband -

Warum Mitglied werden?

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Hilfe bei:

Rentenfragen, Fragen zum Grad der Behinderung

(Versorgungsamt), Fragen zur Pflege und dem

Medizinischen Dienst,

Fragen zu den Krankenkassen sowie zu Heilverfahren

und vieles mehr ...

Wir sind offen für alle an der Krankheit Interessierten.

Schauen Sie einfach mal herein.

Kontakt:

Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. - Bundesverband -

Tel.: 0 21 31 / 740 270, www.parkinson-vereinigung.de

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