FOCUS MONEY 05/2022 Vorschau

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moneyeditorial

EDITORIAL

Und das alles soll

rasch vorübergehen?

FRANK MERTGEN

stellv. Chefredakteur

FOCUS-MONEY

Das wird einer der großen Streitfälle des Jahres bleiben: Ist

die Inflation mit Jahresraten von zuletzt sieben Prozent

in den USA und fünf Prozent in der Euro-Zone vorübergehend,

bevor sie in einem überschaubaren Zeitraum auf Zielraten

von um die zwei Prozent zurückgeht? Oder bleibt sie hartnäckig

hoch bei Raten von drei Prozent oder mehr, auch wenn

die extrem hohen Zahlen des Jahresanfangs aufgrund von Basiseffekten

keinen Bestand haben dürften? Allein schon die Tatsache,

dass bei der Inflationsermittlung in Deutschland im Januar

2022 beim Vergleich mit dem Januar 2021 wieder

identische Mehrwertsteuersätze gelten werden, wird die Teuerung

um einige Zehntelprozentpunkte senken. Im Dezember

2021 verglichen sich die Preise mit normalisierter Mehrwertsteuer

noch mit Preisen, auf die im Dezember 2020 die vorübergehend

abgesenkte Mehrwertsteuer erhoben worden war.

Im Moment spricht vieles für die hartnäckig erhöhte Inflation.

Für die zahlreichen Gründe nur acht Beispiele:

1) Der Index des Münchner Ifo-Instituts für die Preiserwartungen

blieb im Dezember mit 44,6 Zählern nahe dem November-Rekordwert

von 44,9 Punkten. Die Umfragewerte zogen

sich durch alle Wirtschaftszweige. „Das wird bis auf die

Verbraucherpreise durchschlagen“, sagt Ifo-Konjunkturexperte

Timo Wollmershäuser.

2) Fast gar nicht beachtet wurde vergangene Woche eine Ifo-

Umfrage für Randstad unter 1000 Personalleitern in Deutschland.

Der Fachkräftemangel wird immer gravierender. Und die

Personalverantwortlichen erwarten durchschnittliche Lohnund

Gehaltssteigerungen in Höhe von 4,7 Prozent.

3) Auch beim Ölpreis hoffen viele Ökonomen auf einen

dämpfenden Basiseffekt: Der Rohstoff wird sich doch 2022 gegenüber

2021 bei Weitem nicht mehr so stark verteuern? Nun,

zeitweise ist der Preis in diesem Jahr schon um mehr als zehn

Prozent gestiegen. Und wie so oft ist man mit dem Öl mittendrin

in der Geopolitik: Deutschland bezieht mehr als 40 Prozent

seines Öls aus Russland, das möglicherweise vor einem

Überfall auf die Ukraine steht.

4) Ähnlich ist die Lage beim Gas, hier stammen sogar 55 Prozent

der deutschen Importe aus Russland. Gas ist jetzt schon

verdächtig knapp, und um einen Rohstoffmarkt durcheinanderzubringen

(und die Preise hochschießen zu lassen), braucht

es keinen Totalausfall, da reichen bereits kleinere Ausfälle.

Schon wird durchgerechnet, welcher Prozentsatz der Importe

aus Russland im Kriegsfall durch Flüssiggasimporte ausgeglichen

werden könnte – aber auch das wäre viel teurer.

5) Apropos Weltkrisen: China mit seiner Null-Covid-Politik

droht eine Katastrophe durch die hoch ansteckende Omikron-

Variante, weil seine eigenen Impfstoffe offenkundig kaum

davor schützen. Es drohen Lieferkettenprobleme in einer

ganz neuen Dimension, die Inflation bliebe auch dadurch länger

hoch.

6) Die Ankündigungen von weiteren Preiserhöhungen für

Güter des täglichen Bedarfs häufen sich. Beispiel Procter &

Gamble: Der Konsumgüterriese (Ariel, Pantene, Gillette) will

das ganze Jahr über Preise erhöhen, wegen Verteuerungen bei

Rohstoffen und Fracht.

7) Kaum ein Branchenreport zu Beginn des Jahres 2022, in

dem nicht von Preiserhöhungen die Rede ist. Beispiel Autoreifen:

Continental hat laut einer UBS-Branchenstudie die Preise

im vierten Quartal um neun Prozent gegenüber Vorjahr und

um fünf Prozent zum Vorquartal erhöht, bei Michelin lauten

die Vergleichsgrößen plus fünf und plus zwei Prozent.

8) Bekanntlich soll der Ausstoß von Kohlendioxid teurer

werden, um schnell genug klimaneutral zu werden. Berenberg

hat vergangene Woche die Preisprognose für CO 2-Emissionen

im EU-CO 2-Handelssystem für den Rest des Jahrzehnts um

46 Prozent nach oben gesetzt.

Das sogenannte Team Transitory – die Experten, die an die

rasch vorübergehende Inflation glauben – kann sich wohl

warm anziehen.

Ihr

Aus aktuellem Anlass!

Lesen Sie FOCUS-MONEY bequem zu Hause

Liebe Leserinnen und Leser,

die Inflation steigt auf lange nicht mehr erreichte Werte, in

Amerika wie in Europa. Bange blicken die Börsianer auf die

Notenbanken: Kommt die Zinswende doch schneller als bereits

erwartet? Wie geht es weiter mit den Aktienkursen, wenn die expansive

Geldpolitik an ihre Grenzen stößt? Mein Tipp: Sie erfahren

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FOCUS-MONEY 5/2022

Foto: S. Ugurlu/FOCUS-MONEY

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3


moneyinhalt

26. JANUAR 2022 www.money.de

6

Innovationen

made in Germany

Deutschland, das Land der

Dichter, Denker . . . und innovativen

Weltmarktführer. Der große

Überblick – und zwölf Aktien,

um die uns die Welt

beneidet

Teil 2

moneykompakt

40 Kolumne: Roland Koch über ein

deutsches Problem – den Datenschutz

98 Andis Börsenbarometer: Haben

wir „Buy and Hold“ verlernt?

moneytitel

6 Innovation: FOCUS-MONEY zeigt

Ihnen 12 deutsche Unternehmen,

um die uns die Welt beneidet

10 Linde: Aktienrückkäufe, Dividenden

und Zukunftshoffnung

Wasserstoff? Die Analyse

13 Verbio: Boom dank Biosprit.

Der Profiteur der Mobilitätswende

14 SUSE: Das etwas andere Betriebssystem

mit Super-Potenzial

16 Biontech: mRNA-Impfstoffe sind

mehr als ein Mittel gegen Corona

18 Basler: Kameraspezialist ist zum

globalen Champion aufgestiegen

20 Mensch und Maschine: Chronische

Renditen, steigende Dividenden

und ideale Aussichten

22 Krones: Wie sich der Weltmarktführer

für Gentränkeabfüllungen

neu erfindet

24 Siemens: Ein Global Player zum

Schnäppchenpreis? Warum sich

der Einstieg lohnt

27 Fresenius Medical Care: Wieso

die Zeichen bei FMC wieder auf

Expansion stehen

30 Rational: Der globale Primus für

Dampfgarer dreht auf

32 Adidas: Die Erfolgsgeschichte

geht weiter. Das sind die Gründe

36 Compugroup: Digital Health ist

ein Boom-Markt – mit dieser Aktie

profitieren Sie davon

38 Interview: Gründer-Experte Prof.

Helmut Schönenberger über

Hightech in Deutschland

moneymarkets

42 Zinswende: Das beste Mittel

gegen die Panik? Hochwertige

Value-Werte. Ein Überblick

46 Dollar: Was macht der Dollar?

Und wer profitiert am meisten? Die

großen Gewinner

50 Sicherheitsdepot: So bauen Sie

ein Portfolio mit Vollkaskoschutz

53 Kolumne: Tilmann Galler über

einen bevorstehenden Rohstoff-

Superzyklus

54 Interview: Ex-Commerzbank-Chef

Martin Blessing über die Übernahme

von Azerion

56 Rohstoffe: Goldgräberstimmung

am Rohstoffmarkt! Bei Lithium wird

es besonders heiß . . .

64 Musterdepots: Das Börsenjahr

2022 wird herausfordernd. So

reagieren die Profis

4 Titel: Composing: A. Schatz/FOCUS-MONEY Fotos: Depositphotos (2), Can Stock Photo (2)

FOCUS-MONEY 5/2022


moneydigital

60 Update: Was passiert gerade im

World Wide Web? Ein Überblick

61 Analyse: J.P. Morgan ist die

größte Bank der USA. Aber lohnt

sich auch ein Investment?

68 Chartsignal: Bei dieser Aktie

besteht die Comeback-Chance

68 Börsenwissen: Was ist digitales

Zentralbankgeld? Die Antwort!

moneyanlegerschutz

69 Stimmrechte: Wie Sie als

deutscher Investor Ihr Stimmrecht

im Ausland nutzen können

moneyservice

70 Lebensversicherung: Welche

Direktversicherungen langfristig

überzeugen. Der große Test

74 Mobilfunk: Welcher Anbieter

überzeugt im Fairness-Test?

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

56

Seltene Erden – seltene Chancen

Lithium ist das neue „weiße Gold“. Was hinter dem Mega-Boom steckt

und wie Sie diese Chance nutzen

Rendite zehnjähriger Staatsanleihen

USA

46

Stark, stärker, Dollar

Der Dollar ist stark wie lange nicht. Was

sind die Gründe? Was sind die Folgen?

Welche Aktien profitieren besonders?

FOCUS-MONEY hat die Antworten

42

(K)ein Grund zur Panik

Zittern Sie noch oder verdienen Sie

schon? Die anstehende Zinswende

verhilft Value-Werten zu einem fulminanten

Comeback. FOCUS-MONEY zeigt

Ihnen die großen Gewinner

Deutschland

in Prozent

2,0

–1,0

2019 2020 2021 2022

1,0

0

Quelle: Bloomberg

64

Mit diesen Aktien starten

die Profis ins Jahr 2022

Drei Experten. Drei unterschiedliche

Strategien. Drei neue Musterdepots.

FOCUS-MONEY zeigt Ihnen, mit welchen

Aktien die Profis ins neue Jahr starten

5


moneytitel

LICHT AN, DEUTSCHLAND:

Die Techniknation sucht ihren Weg in

eine neue Erfinder- und Gründerzeit

6 Illustrationen: VectorStock Foto: 123RF

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 5/2022


Technischer Vorsprung, vitale

Innovationskraft: Deutsche

Unternehmen genießen das

Vertrauen der Anleger, gerade

wenn’s an den Börsen turbulent

zugeht. Weltmarktführer plus

Gründerfirmen – das Land strahlt

Überflieger mit Kennzeichen D

Die Christkind-Rally schlägt diesmal die

Santa-Rally. Der Dax hielt sich zum volatilen

Jahresbeginn deutlich über dem S&P-500.

Jahresendrally 2021 im Dax und S&P-500

prozentuale Entwicklung seit 20.12.2021

Dax-Performance-Index

+6

+4

DEUTSCHLAND

Teil 2

DIE

BIRNE

VOLLER

IDEEN

S&P-500

+2

2021

2022

20.12. 27.12. 3.1. 10.1. 17.1. 24.1.

Quelle: Bloomberg

0

von GREGOR DOLAK

Top 10 im Dax

Die Papiere mit dem besten Start ins neue

Börsenjahr: Die Kurse von Henkel und Bayer

erholen sich. Deutschlands Autokonzerne

nehmen Tempo in der Elektromobilität auf.

Entwicklung der besten Dax-Aktien

seit Anfang 2022 in Prozent

Henkel 10,2

Bayer 9,4

BASF 9,3

BMW 7,8

Daimler 7,6

Allianz 7,5

Deutsche Bank 6,6

Fresenius Medical Care 5,9

Quelle: Bloomberg

Volkswagen 5,6

Deutsche Börse 5,5

FOCUS-MONEY 5/2022

Automobil, Telefon, Bratwurst, Laptop und Lederhose, Gartenzwerg,

Reinheitsgebot, Schäferhund, Schrebergarten,

Schwarzwälder-Kirsch. Welche deutschen Erfindungen

schätzen internationale Investoren am meisten? Derzeit

wohl: Dax-Konzerne und das Christkind. In Kombina tion

fliegen beide weiter und höher als der US-amerikanische

Santa Claus auf dem S&P-Schlitten. Wer kurz vor Weihnachten in den

deutschen Aktien-Leitindex investiert hat, verbuchte bis vergangene

Woche zeitweilig einen Zuwachs von mehr als sechs Prozent. Auch nachdem

Zins- und Inflationsängste andere Börsen in den Sinkflug zwangen,

hielt sich der Dax mehr als zwei Prozent im Plus.

Vor den USA. Die deutsche Christkind-Rally (FOCUS-MONEY 52/21)

schlägt die Santa-Rally. Der US-Index S&P-500 lag vergangene Woche

gerade noch 0,3 Prozent über dem Stand vor Weihnachten. In einer so

volatilen Phase wie seit Jahresbeginn setzen Anleger großes Vertrauen

in Unternehmen aus der Bundesrepublik. Als die US-Zentralbank Federal

Reserve aufgrund der Inflationsdaten Anfang Januar über schnellere

und stärkere Leitzinserhöhungen nachzudenken begann, schichteten

professionelle Kapitalverwalter auch auf den deutschen Aktienmarkt um.

Der Dax hielt sich, nebst MDax und SDax, recht stabil. Und das verwundert

nicht: Die Börsenindizes aus Germany beherbergen hochattraktive

Global Player und Hidden Champions verschiedenster Größen und Branchen,

um die viele in der Welt Deutschland durchaus beneiden.

7


moneytitel

ADIDAS

Teil 2

Der Wunder-

Schuh von

Bern

WELTMEISTERSCHUH: Mit

ihm gewann Deutschland

1954 im Finale gegen Ungarn

Adidas zählt zu den innovativsten Unternehmen der Welt! Wir werfen einen Blick auf die

einzigartige Erfolgsgeschichte und verraten Ihnen, warum sich der Einstieg gerade jetzt lohnt

von JENNIFER SENNINGER

Adi, mach uns mal ein paar Schuhe, in denen man den

Ball spürt“, bat Mannschaftskapitän Fritz Walter den

Schuhhersteller Adolf Dassler einst. Das Ergebnis

kennen wir: „Aus, aus, aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland

ist Weltmeister!“ Die WM 1954 in Bern war die Geburtsstunde

eines Megakonzerns. Eines Konzerns, der heute zu

den innovativsten der Welt gehört. Hinter den sich in dieser

Hinsicht selbst Impfstoff-Hersteller AstraZeneca oder

Medien gigant Disney einreihen. Doch wie hat Adidas das geschafft?

Was steckt hinter dem Erfolg der Herzogenauracher?

Und: Lohnt sich auch für die Zukunft noch der Aktienkauf?

Die Anfänge. Eine halbe Stunde von Nürnberg entfernt findet

sich Adidas’ Hauptsitz. Heute arbeiten 62 000 Menschen

für den Konzern. 397 Millionen Paar Schuhe und 465 Millionen

Bekleidungsstücke produzierte er 2020. Als Sohn eines

Schuhmachers ist Adolf Dassler 1900 im fränkischen Herzogenaurach

geboren. Ursprünglich machte er eine Lehre als

Bäcker. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg begann

der Karrierewechsel: In der Waschküche seiner Mutter

probierte sich „Adi“ an seinen ersten Sportschuhen. Mit nur

20 Jahren übernahm er dann den Betrieb seines Vaters. Der

hatte sich bis dahin eigentlich auf Filzpantoffeln spezialisiert.

1924 stieg auch Adis älterer Bruder Rudolf Dassler ein. Genau:

Das ist der, der später Puma gründen sollte. Die „Gebrüder

Dassler Schuhfabrik“ hatte Erfolg: Schon 1936 trugen bei

den Olympischen Spielen einige der Athleten ihre Modelle.

Zwei Brüder streiten sich. Dann kam der Zweite Weltkrieg.

Rudolf wurde eingezogen, Adolf nicht. Er wurde als wirtschaftlich

zu wichtig eingestuft – nicht gerade förderlich für

die Brüder. Auch die Schattenseiten von Adidas sind zu erwähnen:

Wie sein Bruder trat Adolf 1933 der NSDAP bei. Zum

Ende des Krieges wurden in seiner Fabrik Panzerabwehrwaffen

hergestellt. Von US-Besatzern wurde er im Entnazifizierungsverfahren

zunächst als „belastet“ eingestuft, später nur

noch als „Mitläufer“. In US-Gefangenschaft erfuhr Rudolf von

den Amerikanern, dass er von jemandem denunziert worden

32 Foto: Adidas Archive/Studio Waldeck

FOCUS-MONEY 5/2022


ADOLF DASSLER (1900–

1978) ist der Gründer des

Sportimperiums Adidas. Der

Unternehmensname ist eine

Kombination aus seinem

Vor- und seinem Nachnamen

Weltmarktführer

Adidas ist, am Umsatz gemessen,

nach dem US-Konzern

Nike der größte Sportartikelhersteller

der Welt. Konkurrenten

wie Puma, Skechers

oder Under Armour folgen

erst mit weitem Abstand.

Größte Sportartikelhersteller 2022

nach weltweitem Umsatz in Milliarden Euro

Nike 30,5

Adidas 19,8

Puma 5,2

Skechers 3,7

Under Armour 3,6

New Balance 2,7

Asics 2,6

Quelle: Statista

sei. Für ihn war klar: Das musste sein Bruder

gewesen sein, der ihn aus dem Unternehmen drängen

wollte und mit dem es zuvor bereits immer wieder Spannungen

gab. So sollen sich beispielsweise auch ihre Ehefrauen

nicht wirklich verstanden haben. Nach seiner Gefangenschaft

denunzierte Rudolf wiederum Adolf. Die Brüder wie das Unternehmen

entzweiten sich. Bis heute stehen beide Konzerne

nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Eine neue Ära. 1949, im Alter von 49 Jahren, gründete Adolf

also eine neue Schuhfabrik: Adidas. Der Name setzt sich aus

seinem Vor- und seinem Nachnamen zusammen. Eigentlich

wollte er sie „Addas“ nennen, doch dieser Name war dem einer

anderen Firma zu ähnlich. Seinem Bruder Rudolf kam eine

ähnliche Idee. „Ruda“ erschien aber vielen als zu plump, weswegen

er sich für Puma entschied. Noch im selben Jahr ließ

sich Adolf auch sein Markenzeichen, die berühmten drei Streifen,

eintragen. Die dienten anfangs übrigens gar nicht dem Design,

sondern sollten dem Mittelfuß Extrastabilität verleihen.

Die Rechte kaufte er der finnischen Firma Karhu angeblich für

umgerechnet 1600 Euro und zwei Flaschen Whiskey ab.

Die WM. 1954 gelang Dassler der Durchbruch. Als Zeugwart

stattete er die deutsche Fußballnationalmannschaft mit

den legendären Schuhen mit den austauschbaren Stollen

aus. Im Finale gegen die weit überlegenen Ungarn waren die

leichten und biegsamen Schuhe mit den Stollen im matschigen

Rasen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Das Ergebnis:

3 : 2 für Deutschland! Seit 1970 ist Adidas auch für den WM-

Ball verantwortlich. Bis zu seinem Tod ließ sich Dassler

Auf zu neuen Höhen

Lieferengpässe und der Lockdown ließen die Aktie seit August korrigieren. Der Konzern konnte sich bereits wieder erholen und

liegt mit seinen Zahlen fast auf dem Vor-Pandemie-Niveau.

Adidas

Die Aktie hinkt noch hinterher – günstige Einstiegschancen!

WKN/ISIN

A1EWWW/DE000A1EWWW0

Börsenwert 48,50 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22e 33,6/25,8

Dividendenrendite 2021/22e 1,3/1,5 %

Kursziel/Stoppkurs 360,00/210,00 €

Risiko Kurspotenzial 45,2 %

Quelle: Bloomberg

Für aktuelle Kursdaten

und zusätzliche Infos

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e = erwartet

Aktienkurs in Euro

Unterstützung, jetzt Widerstand

Allzeithoch

Unterstützung

50

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

300

250

200

150

100

FOCUS-MONEY 5/2022

Foto: Adidas 33


moneytitel

Teil 2

Wie halten wir Anschluss an die globale

Hightech-Elite? Helmut Schönenberger, Chef

des Gründerzentrums in München, über

deutsche Defizite, neue Talente und den

nächsten deutschen Champion

INTERVIEW

Deutschland

verliert die

Eigenständigkeit“

von GEORG MECK

Herr Professor Schönenberger, hat Deutschland den Anschluss

als Hightech-Standort verloren?

Prof. Dr. Helmut Schönenberger: Deutschland ist nach wie

vor eine starke Industrienation, woran es im Vergleich mit

den Vereinigten Staaten oder China mangelt, das sind junge,

technologisch innovative und wachstumsstarke Unternehmen.

Deshalb fällt Deutschland in Schlüsselindustrien

zurück. Stichwort Halbleiter, Big Data, künstliche

Intelligenz, Quantencomputer und etliches andere mehr.

Die gefeierte Start-up-Metropole Berlin hat Firmen für Klingeltöne

und den Online-Handel hervorgebracht, aber keine wirk liche

Hochtechnologie?

Schönenberger: Genau. Das Thema E-Commerce hat die

Berliner Szene gut gespielt, die Samwer-Brüder mit ihrem

Rocket-Internet-Universum vornweg. So sind Konzerne

wie Zalando, HelloFresh oder Delivery Hero entstanden,

aber eben kein Deep Tech, keine Start-ups, bei denen tiefgreifende

Technologie im Mittelpunkt steht. Das ganze

Ausmaß dieser Entwicklung spüren wir erst nach und

nach: Deutschland verliert die technologische Souveränität

und damit die ökonomische Eigenständigkeit.

Wie ist das zu ändern? Hapert es an Kapital und Know-how oder

was fehlt sonst?

Schönenberger: Das Kapital fließt inzwischen in die deutsche

Start-up-Szene, auch wenn es immer noch mehr Geld

sein könnte. Das größte Problem in Deutschland ist die

mangelnde Umsetzungsfähigkeit, womit wir beim Thema

HELMUT SCHÖNENBERGER,

Geschäftsführer von UnternehmerTUM,

fördert 50 Gründer im Jahr

38 Foto: Bureau Zweisam Fotografie

FOCUS-MONEY 5/2022

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