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Herz-oder-Hirn

Eine Leseprobe zum Dark-Fantasy-Roman "Herz oder Hirn" von Lillith Korn aus dem Dark-Empire-Verlag. Seit der Großteil der amerikanischen Bevölkerung von Zombies ausgerottet wurde, hält sich Sarah an ihren Kodex, um in San Francisco zu überleben. Denn auch als Zombiejägerin kann ein einziger Ausrutscher den Tod bedeuten und der muss nicht immer in Gestalt von sabbernden, hirnlosen Untoten auftreten. Geh nicht ohne Waffen aus dem Haus. Vertraue niemandem. Wirklich niemandem! Erst recht nicht den reichen Eliten mit ihren Restaurants und eingezäunten Villengegenden. Und vor allem nicht dem Kerl, dessen Herz aus dem Takt gerät, wenn er dich sieht. Die Jäger-WG ist deine Familie. Die einzige, die wirklich zählt. Nur ein geköpfter Zombie ist ein guter Zombie. Und die wichtigste Regel von allen: Verliebe dich niemals in einen von ihnen!

Eine Leseprobe zum Dark-Fantasy-Roman "Herz oder Hirn" von Lillith Korn aus dem Dark-Empire-Verlag.
Seit der Großteil der amerikanischen Bevölkerung von Zombies ausgerottet wurde, hält sich Sarah an ihren Kodex, um in San Francisco zu überleben. Denn auch als Zombiejägerin kann ein einziger Ausrutscher den Tod bedeuten und der muss nicht immer in Gestalt von sabbernden, hirnlosen Untoten auftreten.

Geh nicht ohne Waffen aus dem Haus.
Vertraue niemandem.
Wirklich niemandem! Erst recht nicht den reichen Eliten mit ihren Restaurants und eingezäunten Villengegenden.
Und vor allem nicht dem Kerl, dessen Herz aus dem Takt gerät, wenn er dich sieht.
Die Jäger-WG ist deine Familie. Die einzige, die wirklich zählt.
Nur ein geköpfter Zombie ist ein guter Zombie.
Und die wichtigste Regel von allen: Verliebe dich niemals in einen von ihnen!

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HERZ ODER HIRN

LILLITH KORN


© 2022 Dark-Empire-Verlag

Auflage 1

Umschlaggestaltung: Jaqueline Kropmanns, jaqueline-kropmanns.de,

unter Verwendung von Fotos von Depositphotos

Satz: Lillith Korn

Korrektorat: Mona Dertinger, Pia Euteneuer

ISBN E-Book: 978-3-9823570-1-0

ISBN Taschenbuch mit Klappenbroschur: 978-3-9823570-0-3

CN: explizite Szenen mit Sexualität, Gewalt und Sucht

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.

Dark-Empire-Verlag

Grünauer Str. 66

12557 Berlin

www.darkempire.de


Für alle, denen ein bisschen Herz – oder Hirn – nicht schaden

könnte.



1

K ATA S T R O P H E

VO R E I N I G E N J A H R E N …

E

gal, welchen Sender sie auf dem

batteriebetriebenen Radio einstellte, überall

berichteten Nachrichtensprecher mit bebender

Stimme über die Katastrophe. Die Seuche, die die Bevölkerung

Amerikas radikal dezimiert und Millionen von

Opfern gefordert hatte.

… Bitte bleiben Sie vor allem nach Sonnenuntergang in Ihren

Häusern. Die Verseuchten scheinen nachtaktiv zu sein. Experten

vermuten, dass die UV-Strahlen schädigend auf die Erkrankten

wirken. Verriegeln Sie Türen und Fenster. Wenn Sie oder ein Familienangehöriger

von einem Verseuchten verletzt wurden, isolieren Sie ihn

und sich selbst sofort. Die Epidemie breitet sich rasant aus …

• • •

1


Granny legte eine Hand auf ihren Arm. »Schalt das lieber

aus, mein Schatz.«

Sarah schaute auf. Granny Kate sah blass aus. Dunkle

Ringe hatten Furchen unter den Augen geschlagen, und

obwohl sie bereits vorher alt ausgesehen hatte, wirkte sie

jetzt um weitere zehn Jahre gealtert.

»Ist schon okay. Ich hab keine Angst, ich hab ja noch

euch. Außerdem bin ich zwölf und kein Baby mehr«,

erwiderte Sarah tapfer. In Grannys Augen blitzte Stolz

auf, aber auch etwas anderes, das Sarah nicht benennen

konnte.

Gemeinsam saßen sie auf dem Sofa und warteten

auf Mum und Dad, die gerade Essen und Tee in der

Küche zubereiteten. Vermutlich dämmerte es inzwischen.

Sarah konnte es nicht mit Sicherheit sagen, weil

Dad alle Fenster vernagelt hatte, damit keines dieser

Monster hereinkommen konnte. In der Küche würde sie

es sehen, dort gelangte regelmäßig Licht durch eine

winzige Ritze.

»Mein tapferes Mädchen.« Kate lächelte.

Sarah lächelte zurück und im selben Moment traten

ihre Eltern endlich ins Wohnzimmer. In den Händen

hielten sie ein Tablett mit einer Kanne Früchtetee und

aufgewärmter Fertignahrung.

Sarah eilte zur Arbeitsecke ihres Vaters, um das Feuerzeug

zu suchen. Vorsichtig lehnte sie die Axt an den

Tisch, mit der Dad immer das Holz für den Kamin

hackte.

»Sarah!«, rief Mum. »Verletz dich nicht an dem

Werkzeug, die Klingen sind frisch geschärft!«

Sarah rollte die Augen. Kurz, nachdem die Seuche

ausgebrochen war, hatte Dad all sein Werkzeug ins Haus

geholt. Obwohl er bereits eine Schrotflinte im Haus

2


verwahrte, hatte er darauf bestanden, damit sich im

Notfall jeder etwas davon als Waffe nehmen könnte.

Seufzend ging sie zum gedeckten Esstisch und entzündete

ein paar Kerzen, ehe sie sich alle setzten und Mum

ein kurzes Gebet sprach.

Dann schnitt Dad eine Scheibe altes aufgebackenes

Brot für jeden ab und Mum verteilte den Früchtetee.

Der Geruch von Lasagne schlug ihr entgegen, als sie

die in der Mikrowelle erhitzten Verpackungen aufrissen.

Sie aßen schweigend.

Gabeln schabten auf dem Aluminium.

Kate würgte.

»Ist alles in Ordnung?«, wandte sich Mum besorgt

an sie.

Granny schüttelte den Kopf. »Ich muss euch etwas

sagen.« Ihre Stimme glich einem Krächzen.

Im Hintergrund lief das Radio weiter: … Sie hören KFI

AM 640. Es ist achtzehn Uhr. Bitte denken Sie daran, in den

Häusern zu bleiben …

»Was ist denn, Granny?«, fragte Sarah und nahm

einen weiteren Bissen.

Kate tupfte sich mit der Stoffserviette den Mund ab

und holte rasselnd Luft. »Heute morgen wollte ich einige

Dinge aus der Garage holen. Und da ist es passiert …«

Sie schob den Ärmel hoch und offenbarte eine tiefe

Verletzung am Arm. Unter der Haut zeichneten sich

schwarze Adern ab, die sich von der Wunde aus verbreiteten

und an verästelte Wurzeln eines Baumes erinnerten.

Stille.

Alle starrten Kate an.

Keine Gabeln schabten mehr auf Aluminium.

»O mein Gott!«, keuchte Mum. »Du bist … jemand

hat …« Alle Farbe wich ihr aus dem Gesicht.

3


Dad ließ seine Gabel fallen und Sarah traten sofort

Tränen in die Augen.

Kate schob den Ärmel wieder herunter. »Er hat

mich nicht gebissen, nur gekratzt. Ich konnte fliehen

und habe die Wunde sofort ausgewaschen, weil ich

dachte, vielleicht, nur ganz vielleicht … Aber ich

befürchte, es war zu spät. Es tut mir so leid. Ihr müsst

mich isolieren. Ich spüre, dass es beginnt. Etwas geht in

mir vor, ich –«

Das war keinesfalls nur ein Kratzer.

Wie von der Tarantel gestochen sprang Dad auf.

Unter Mums schrillen Schreien packte er Kate und zog

sie grob hoch.

Sarah sprang ebenfalls auf und schrie: »Dad! Was

machst du denn da? Es geht ihr gut!«

»Ja, noch! Sie wird uns töten, wenn wir sie nicht sofort

wegsperren! Uns läuft die Zeit davon! Heather, geh nach

oben und bereite das Zimmer vor, damit wir es von außen

verbarrikadieren können!«

Doch Heather, ihre Mum, war starr vor Schreck.

Stumme Tränen liefen ihre Wangen hinab. Sie sah nicht

aus, als würde sie sich jemals wieder bewegen können.

Sarahs kleines Herz hämmerte, in ihren Ohren

rauschte es.

»Beeilt euch …«, flüsterte Kate.

… Wenn Sie oder ein Familienangehöriger von einem

Verseuchten verletzt wurden, isolieren Sie ihn und sich sofort. Die

Epidemie breitet sich rasant aus …, wiederholte der Radiosprecher

zum xten Mal.

Kate warf ihr einen letzten flehentlichen Blick zu,

verdrehte die Augen und sackte in den Armen von Sarahs

Dad zusammen.

»Jetzt hilf mir doch einer!«, fluchte er. »Bereitet das

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Zimmer vor, verdammt noch mal! Heather! Sarah Kate

Adinson!«

Mit diesen Worten riss er alle aus der Erstarrung.

Sarah sah aus dem Augenwinkel, dass ihre Mum sich

regte.

»Geh nach oben, Sarah, sofort!«, keuchte sie.

Sarah gehorchte. Sie rannte nach oben und öffnete

dort die Tür zum Gästezimmer.

Das Prozedere hatten sie etliche Male besprochen.

Wenn es einen von ihnen erwischte, würden sie ihn in

diesen zuvor präparierten Raum sperren. Von außen

hatte Dad mehrere Riegel angebracht, deren Schlösser

Sarah nun holte. Im Zimmer selbst standen ein großer

Wasservorrat und einige Rationen an haltbarem Essen.

Unten klirrte und schepperte es. Sarah hörte ihr

eigenes Schluchzen, während sie alles kontrollierte und die

Schlösser samt Schlüssel an sich nahm. Granny, ihre liebe

Granny!

Weinend stürzte sie die Treppen hinab – und erstarrte.

Kate drehte sich zu ihr um, das Gesicht zu einer

blutigen Fratze verzogen. Etwas hing aus ihrem Mund.

Ein Stück Fleisch. Schließlich beugte sie sich gierig wieder

zu ihren Opfern und schmatzte weiter. Mum und Dad

lagen auf dem Boden und bewegten sich nicht mehr.

… Denken Sie daran: Der Zustand der Verseuchten ist nach

bisherigem Wissensstand unumkehrbar. Wenn Sie auf einen von

ihnen treffen, flüchten Sie sofort und kämpfen Sie nur im Notfall. Die

einzig wirkungsvolle Methode scheint die Enthauptung zu sein,

sofern sich anschließend von den Köpfen ferngehalten wird …

Sarah bekam kaum Luft. Sie japste, als sie allen

Bedenken zum Trotz näher heranging. Das Schmatzen

wurde lauter. Granny röchelte und verdrehte genüsslich

die Augen, während sie Dads Gehirn verspeiste.

5


Mum und Dad! Granny hatte sie getötet … Schmerz

explodierte in Sarahs Inneren. Er war so stark, dass sie

meinte, entzweigerissen zu werden. So stark, dass sich alles

in ihr abschaltete und sie aus purem Instinkt heraus

handelte.

Verstecken, sie musste sich verstecken! Langsam

drückte sie sich an der Wand entlang, Schritt für Schritt.

Kate schien sie über ihr grausiges Mahl wieder vergessen

zu haben.

Hoffentlich blieb das so. Dads Werkbank gelangte in

ihr Blickfeld. Ob sie darunterkriechen konnte? Würde

Granny sie weiterhin vergessen, wenn sie sich ganz ruhig

verhielt?

Selbst die winzigen Schritte, die sie sich zutraute,

ließen ihre Knie so sehr zittern, dass sie nicht glaubte, die

Werkbank erreichen zu können. Jede Sekunde könnte

Granny sie erneut entdecken und diesmal würde sie Sarah

nicht verschonen.

Endlich erreichte sie den Arbeitstisch und klammerte

sich an das Holz. Im selben Moment trafen ihre Finger

auf etwas Kaltes und ein metallisches Klirren schallte

durch den Raum.

Grannys Kopf zuckte hoch.

Panisch packte Sarah die Axt, die vor ihr auf den

Boden gescheppert war, und ließ sie sofort wieder los, als

Schmerz durch ihre Hand schoss.

Die Zeit blieb stehen. Fassungslos starrte sie auf ihren

Finger. Blut quoll hervor und tropfte auf den Boden. Für

eine Sekunde nahm sie nur das Geräusch wahr, wie ihr

eigenes Blut auf den Boden traf. Selbst das Klirren der

Axt hatte nicht derart in ihren Ohren gedröhnt. Das

Geräusch veränderte sich. Wurde tiefer, grollender.

Irritiert hob sie den Blick und starrte in Grannys tote

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Augen, die sie hungrig vom anderen Ende des Raumes

aus fixierten. Das Grollen, das zwischen den herabhängen

Hautfetzen aus ihrem Mund drang, hatte nichts Menschliches

mehr an sich.

In diesem Moment begriff Sarah, dass von ihrer

Großmutter nichts mehr übrig war.

Das da vor ihr war ein Monster.

Es hatte ihre Eltern getötet.

Während der Zombie auf sie zustürzte, griffen ihre

Hände selbsttätig nach der Axt. Mit einem Schrei kniff sie

die Augen zusammen und holte aus.

Schmatzend traf die Schneide auf Fleisch.

Es polterte. Automatisch riss sie ihre Augen wieder

auf. Das Monster lag vor ihr auf dem Boden und röchelte.

Noch immer hielt Sarah die Axt fest umklammert,

dann brachen all der Schmerz und die Angst aus ihr

heraus. Immer wieder schoss die Waffe hinab, durchtrennte

Fleisch, Sehnen und Knochen. So lange, bis ihre

Finger vom blutigen Stiel abrutschten und sie weinend

neben ihrer toten Großmutter zusammenbrach.

7



2

S A R A H

Die Haut hing ihm wie ein Lappen von der Stirn

und versperrte seine Sicht. Schlurfend kam er

näher, zog einen langen Schatten in der

einsamen Gasse hinter sich her. Der Nebel um ihn herum

ließ das Ganze wie aus einem schlechten Horrorfilm

wirken. Er gurgelte und sabberte, streckte die verfaulten

Hände nach vorn.

»Oh, bitte!« Enttäuscht ließ Sarah die Schultern

hängen. »Ich hatte mich auf eine richtige Jagd gefreut.«

Als der Zombie ihre Stimme hörte, verschluckte er

sich aus lauter Vorfreude an seiner eigenen Spucke – oder

wie auch immer man die Substanz nennen wollte, die

diese Fast-Toten produzierten. Das Gurgeln in seiner

Kehle hörte sich an wie ein überlaufender Whirlpool.

Grausamer als das Geräusch war der Anblick. Blutige

Speichelbläschen bildeten sich an den Lippen des Untoten,

platzten bedrohlich in Sarahs Richtung.

»Igitt … besser, wir verkürzen das.«

Sie holte Schwung aus einer Drehung heraus und trat

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der Kreatur kräftig in den Solar Plexus. Den Spinning

Back Kick hatte sie sowieso mal wieder üben wollen. Es

knackte und das hirnlose Ding klatschte vornüber auf den

Beton. Natürlich war es nicht tot. Es hatte zwar kaum

noch ein Gesicht, doch das hielt es nicht davon ab, die

Hände in den Boden zu krallen und sich röchelnd

vorwärtszuziehen.

Sie nahm die Axt von ihrem Gürtel, ließ sie in ihrer

Hand kreisen und mit einer geübten Bewegung auf den

Zombienacken niedersausen.

Im Bruchteil einer Sekunde war der Kopf vom

Rumpf getrennt und das Monster unschädlich gemacht.

Zumindest weitestgehend.

Sarah befestigte die Waffe wieder, um die Hände frei

zu haben. Der Körper zuckte ein paarmal, blieb schließlich

reglos liegen. Der Kopf hingegen lebte ohne Körper

weiter. Widerwärtig und vor allem gefährlich. Zudem gab

es vollpubertäre Idioten, die diesen Dingern als Mutprobe

die Hand zum Knabbern hinhielten – nicht selten mit

fatalen Folgen. Deshalb war es besser, die Überreste zu

vergraben, in Säure einzulegen oder Ähnliches. Vergraben

bot sich zumeist an, denn wann schleppte man jemals

einen Eimer Säure durch die Gegend?

Sie sah sich um. In dieser Sackgasse würde sie nichts

finden.

»Wir drehen wohl noch ne Runde zusammen, bevor

du den Holzpyjama anziehst«, sagte Sarah, holte aus und

kickte den Kopf wie einen Fußball vor sich her. Schmatzende

Geräusche mischten sich mit dem Knacken von

Knochen und hallten von den Häuserwänden wider.

An einem Ende der California Street war tatsächlich

ein kleines Stück Grünfläche. Die Köpfe zu verstauen, war

das Nervigste bei der Jagd. Wenn die Zeit drängte,

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sammelte sie diese zum Schluss ein, doch im Moment

herrschte beinahe gähnende Langeweile. Bedauerlich

wegen der Kopfprämien, auf die Sarah es – wie jeder

Jäger und jede Jägerin – abgesehen hatte.

Immerhin dauerte es nicht lange, bis sie ihren Klappspaten

wegstecken und den letzten Rest Erde festtrampeln

konnte. »Viel Spaß beim Dreckfressen. Ich komme dann

später wieder und hole dich ab. Lauf mir bloß nicht

davon.«

Sie befand sich in den Nebenstraßen einer angesagten

Gegend, doch nachts war es überall ruhig, was die

Menschen anging. Außer Jägern oder Suizidgefährdeten

war selten jemand so dämlich, seine Behausung nach

Sonnenuntergang zu verlassen, sofern es nicht gerade um

Leben und Tod ging. Denn genau der lauerte, vor allem

nachts, in Form von Zombies überall auf potentielle

Opfer. Wissenschaftler forschten seit Langem, woran

genau es lag, dass die Verseuchten nachtaktiv waren und

ob UV-Strahlung wirklich eine schädigende Wirkung auf

Betroffene hatte.

In letzter Zeit schienen es immer mehr Verseuchte zu

werden. Außerdem hatte sie Gerüchte über riesige

Ausbrüche in Los Angeles gehört, die sie zusätzlich beunruhigten.

Sie klopfte sich ein wenig Schmutz von der

schwarzen Lederhose und zog das weiße Shirt glatt.

Mist. Völlig versaut. Warum sie ausgerechnet diese Farbe

für ihr Jagdoutfit wählte, wusste sie selbst nicht, aber sie

mochte es so am liebsten. Vielleicht wegen des Kontrasts

zu den schwarzen Kleidungsstücken. Schließlich überprüfte

sie den Ledergürtel mit den Waffen. Er saß

stramm, genau wie er sollte. Neben ihrer Lieblingswaffe,

ihrer Mädchen-Axt, wie ihr Kollege Daniel regelmäßig

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höhnte, hingen ein Dolch und ihre Schaufel für unterwegs

daran.

»Hnghnghng«, tönte es dumpf aus der Erde.

Gerade wollte sie sich darüber amüsieren, dass das

Ding, wie schon so viele zuvor, offenbar versuchte, sich

durch das Erdreich zu nagen, da krachte etwas gegen

ihren Rücken und warf sie nieder. Mehr, als den Arm

nach vorn zu reißen, schaffte sie nicht, bevor sie auf den

Boden knallte und Schmerz in ihrem Handgelenk explodierte.

Sie ignorierte ihn, drehte sich blitzschnell auf den

Rücken und sprang auf die Füße. Ihr Herz raste, doch sie

schaffte es, sich auf ihren Verstand zu konzentrieren. Wie

hatte sie das überhören können? Drei Zombies, oder wie

die Regierung sie nannte: Verseuchte, hatten sie umkreist.

Drei!

Einer näherte sich von rechts, einer von links und der

in der Mitte hatte sie höchstwahrscheinlich angegriffen.

Das wenige Licht der Straßenlaterne zeichnete unheilvolle

Schatten auf ihre Gesichter.

Der rechte war ihre beste Chance. Er humpelte ein

wenig und eines seiner Augen fehlte, sein Gesicht

entblößte lediglich eine mit Maden gefüllte Höhle. Seine

Kleidung hing in dreckigen Fetzen an ihm herab.

Die anderen beiden waren vermutlich vor nicht allzu

langer Zeit angesteckt worden, was sie aufgrund ihrer

halbwegs intakten Körper um einiges gefährlicher machte.

Ein Mädchen und ein Junge, um die achtzehn, also

wenige Jahre jünger als Sarah. Beide in Jeans und Shirts,

er mit Basecap, sie in Heels – gut, mit einem zumindest.

Daher lief sie auch so komisch.

Alle drei starrten sie ausdruckslos an und gaben knurrende

Geräusche von sich. Langsam, aber stetig, wie wilde

Tiere, näherten sie sich ihrer Beute. Der in der Mitte war

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der Gefährlichste, das sah sie sofort. Er würde erneut

angreifen. Seine rotunterlaufenden Augen blitzten vor

Hunger.

Denk nach, Sarah, befahl sie sich.

Rechts erstreckte sich die 32th Avenue, links von ihr

die verlassene Schule, die jetzt, während der Dämmerung,

sicher von Zombies überrannt war. Ein Stück weiter vorn

ging es in eine Straße mit Restaurants und Cafés, in der

sich tagsüber das pure Leben tummelte. Dort hätte sie

womöglich eine Chance, sich zu verstecken oder einen

anderen Jäger zu treffen. Aber – nein, sie beschloss, umzudrehen,

und sich hinter den Treppen im angrenzenden

Park zu verstecken, damit sie die Monster einzeln erledigen

konnte. Die meisten von ihnen waren zu dämlich,

einen Baum hochzuklettern, also konnte sie genau das tun

und dort in aller Ruhe abwarten.

Sarah hechtete los. Den Bruchteil einer Sekunde

später geschah es erneut: Etwas krachte in ihren Rücken

und riss sie zu Boden.

»Fuck!«, fluchte sie. Diese Drecksverseuchten waren

noch schneller gewesen als gedacht! Wieder rollte Sarah

herum, löste die Axt aus dem Gürtel und wollte sie hochreißen,

da drückte jemand ihre Hand brutal zu Boden. Es

war der Junge. Das Zombiemädchen setzte sich auf ihre

Brust, presste Sarahs andere Hand nach unten und stieß

etwas aus, das einem verrückten Lachen glich. Ätzender

Speichel tropfte aus ihrem Mund.

Sarah wand sich, wollte sich befreien, doch der

Zombiejunge war bereits zur Stelle. Mit seinen dreckverkrusteten

Fingern strich er über ihre Stirn und seine

Augen weiteten sich gierig.

»Hnghnghng!«, machte es wieder neben ihr, so als

wollte der Schrumpfkopf unter der Erde seine Kumpel

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anfeuern. Fast hätte sie aufgelacht, doch die Zombie-

Teens rissen bereits ihre Mäuler auf, um sich an Sarahs

Hirn zu nähren.

Das Mädchen drückte ihr die Luft ab. Der Junge holte

aus und schlug gegen ihren Schädel. Die Gehirn-Kokosnuss

musste ja erst freigelegt werden … Zu ihrem Glück

war ihr Kopf härter als seine fauligen Finger. Mit einem

Ekel erregenden Geräusch brachen sie ab und der

Zombiejunge betrachtete verwirrt seine verstümmelte

Hand.

Vor Sarahs Gesicht schwirrten kleine Pünktchen

herum. Sie keuchte schmerzerfüllt auf, zappelte und

versuchte, den Moment zu nutzen und sich mit aller

Macht hochzustemmen.

Da knackte und knirschte etwas. Dann ein Scheppern

– und sie konnte wieder atmen.

Sarah sprang auf, taumelte. Ungläubig sah sie zwei

der hirnlosen Wesen davonhumpeln. Einer lag neben

ihr – kopflos. Sie rang nach Luft. Bevor sie den Blick hob,

hielt sie die Axt schützend vor sich. Erst in diesem

Moment entdeckte sie den jungen Mann, der vor ihr

stand und sie mit seinen smaragdgrünen Augen förmlich

durchbohrte. Die feinen Härchen an ihren Armen stellten

sich auf.

War er einer von ihnen? Sie hatte noch nie erlebt, dass

ein Verseuchter vor einem anderen weggerannt wäre.

Eher hingen sie gemeinsam über ihrer Beute und

schlürften sie aus.

Ihr Herz klopfte schneller. »Bist du einer von

ihnen?«

Er riss die Augen auf. »Bist du bescheuert?«

Okay, wenn er antworten konnte, war er ein Mensch.

Langsam ließ sie die Waffe sinken. Er hingegen ließ den

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Kopf des Untoten fallen, der unablässig mit den Zähnen

klapperte.

Angeekelt betrachtete sie das Ding, bevor er es

wegkickte.

Der Kerl hatte ihr das Leben gerettet. Sie wandte den

Blick wieder zu ihm. Eine Strähne seines dunklen, kurz

geschnittenen Haares hing ihm in die Stirn. Seine

Gesichtszüge waren kantig und irgendwie gleichzeitig

filigran.

»Schätze, ich muss mich bei dir bedanken«, brummte

sie. »Das war echt knapp eben.« Gekonnt ließ sie die Axt

vor sich kreisen. Eine dumme Angewohnheit, die sich

verstärkte, wenn sie Unsicherheit verspürte.

»Hast du sie noch alle, nach Sonnenuntergang hier

herumzuspazieren, Babygirl?«

»Oh, ein richtiger Charmeur.« Was war denn das für

ein Freak? »Wer bist du, dass du glaubst, mir was

vorschreiben zu können?«

»Ich bin der, der dir gerade deinen süßen Knackarsch

gerettet hat, Mädel. Verzieh dich und lass dich hier nicht

mehr blicken! Für kleine Blondchen ist jetzt Schlafenszeit.

Also steck den Zahnstocher ein und verpiss dich.«

Wow, was für ein Riesenarschloch. Sarah war derart

perplex, dass sie das Beil tatsächlich an den Gürtel

klemmte. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und

machte keine Anstalten zu gehen. Wehmütig musterte sie

ihn und seufzte. Entweder waren sie schwul, vergeben,

Zombies oder – wie in seinem Fall – Idioten.

Er schnaubte. »Von mir aus bleib beleidigt hier stehen

und lass dich fressen, mir scheißegal. Noch mal helfe ich

dir nicht.«

Mit diesen Worten wandte er sich ab und ließ sie

stehen.

15


Sie zog anerkennend eine Augenbraue hoch. Das mit

dem Knackarsch konnte sie nur zurückgeben. Half nur

leider nichts, wenn der Typ, der daran hing, ein

kompletter Vollidiot war.

Sarah drehte sich um.

Shit.

Diesmal waren es fünf. Fünf! Und sie rannten

verdammt schnell auf sie zu. Kampf oder Flucht?

Blitzartig zog sie ihre Axt – ehe sie am Arm gepackt

und herumgeschleudert wurde. Im Reflex wollte sie

zuschlagen, doch sie blickte in ein menschliches Gesicht

und hielt sich gerade noch zurück.

»Glotz nicht, lauf lieber, oder willst du als Futter

enden!? Das sind zu viele!«, keuchte der Kerl von eben.

Den Bruchteil einer Sekunde überlegte sie, dann

rannte sie ihm hinterher. Er hatte recht. Selbst zu zweit

war es zu riskant, sich den Verseuchten entgegenzustellen,

und auch eine fünffache Kopfprämie war es nicht wert,

sein Leben aufs Spiel zu setzen. Sie spürte die Horde

Hirnloser wie einen dunklen, stetig folgenden Schatten

hinter sich, als sie gemeinsam in ein leerstehendes Haus

sprinteten.

»Hier rein!«, rief der Typ und deutete auf eine offen

stehende Tür in einen Raum hinein.

Etwas streifte Sarahs Rücken. In letzter Sekunde

sprang sie. Einer der Verseuchten hatte bereits siegessicher

seinen Arm hinter ihr ins Zimmer gestreckt, doch

der Kerl knallte die Tür zu und trennte ihn kurzerhand

ab.

Ein wütendes Brüllen folgte, während ihr Retter das

Schloss an der Tür herumdrehte und aufatmete.

Mehre Male rumpelte es gegen das alte Holz und

knackte bedrohlich. Vermutlich die restlichen Verseuch‐

16


ten, die nach und nach gegen die Tür donnerten, weil sie

nicht rechtzeitig abgebremst hatten.

Dunkles Grollen füllte den durch eine Trennwand mit

Durchgang zweigeteilten Raum. Der Tafel nach zu urteilen,

musste es sich um ein Klassenzimmer oder etwas

Ähnliches handeln.

Sarah rappelte sich auf und strich sich eine Strähne

aus dem Gesicht. Sie musterte den jungen Mann.

Er sah sie finster an und zog etwas aus dem Hosenbund.

Eine Klinge blitzte auf.

Wollte er sich den Verseuchten einzig damit entgegenstellen?

Oder war es ein Trick gewesen? Hatte er sie hierherlocken

wollen, um ihr etwas anzutun?

Er balancierte das Messer zwischen den Fingern.

»Sieht aus, als würden wir doch noch etwas Zeit miteinander

verbringen.«

»Ist das eine Drohung?« Sarah runzelte die Stirn.

Automatisch fuhr ihre Hand zu der Axt.

Der Kerl bemerkte es und steckte das Messer weg,

woraufhin sich Sarah entspannte.

»Keine Angst. Außer von denen da draußen hast du

nichts zu befürchten«, entgegnete er.

»Ich habe keine Angst«, schnaubte Sarah,

verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich

gegen eine antike Kommode, die mit einem Knarzen

reagierte.

Zur Antwort zog Mister Arrogant lediglich eine

Augenbraue hoch. »Was machst du so spät hier draußen?

Weißt du nicht, dass die Verseuchten nachtaktiv sind?«

»Für wie dumm hältst du mich eigentlich, du Affe?

Jeder weiß das.«

»Na, offensichtlich nicht. Warum starrst du an die

Decke, wenn du mit mir redest?«

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»Du bist so aufgeblasen, dass du eigentlich da oben

schweben müsstest. Ich baue nur vor.«

»Haha.«

»Dumme Frage, dumme Antwort.« Sarah grinste.

»Ich jage. Was sollte ich sonst um die Zeit draußen

machen?«

Er zog die Augenbraue noch ein Stück höher. »Du bist

eine Jägerin?«

»Sagte ich doch. Kanns auch wiederholen, wenn das

deinem Verständnis hilft.« Sie zwinkerte, um die Worte

etwas abzumildern. Er verhielt sich wie ein arroganter

Arsch – doch immerhin hatte er ihr auch geholfen. »Und

was treibt dich in die Nacht?«

Er zögerte. »Geschäfte. Nichts, was dich interessieren

dürfte.«

»Oha. Ein Mann der Elite also?«

Diesmal sparte er sich eine Antwort, während es vor

der Tür weiter rumpelte und frustriertes Grollen ertönte.

Doch jetzt, wo sie ihn genauer betrachtete, war es

ohnehin offensichtlich. Er trug einen gut sitzenden Anzug

und der Hinweis »Geschäfte« konnte bloß bedeuten, dass

er tatsächlich der Elite angehörte. Den Reichen, die nie

um ihr Leben bangen mussten, immer genug zu Essen

hatten und in eingezäunten Villengegenden lebten. Wieso

half er ihr überhaupt?

Das Grollen schwoll an. Und kam aus einer anderen

Richtung. Es kam näher … Moment. Wie konnte das –

»Verdammt, wo kommen die jetzt her? Vorsicht!«, rief

ihr Begleiter und warf sich vor sie. Irgendwie waren ihre

Verfolger eingedrungen und er kämpfte bereits gegen zwei

von ihnen. Sie schienen ihm immer wieder auszuweichen

und zu Sarah zu wollen. Seltsam.

Eilig sprang Sarah auf die Beine und zog die Axt. Im

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selben Schwung schleuderte sie sie auf einen Untoten zu,

dessen Kopf Millisekunden später fein säuberlich abgetrennt

zu Boden fiel, während ihr Begleiter einen anderen

am Haarschopf nach hinten riss und ihm ebenfalls den

Kopf abtrennte. Dunkles Blut spritzte auf seinen Anzug

und in Sarahs Gesicht. Angewidert spuckte sie aus und

widmete sich dem nächsten Eindringling.

Geschickt schlüpfte sie dazu unter dem Arm ihres

Begleiters durch, der im gleichen Moment den nächsten

Verseuchten enthauptete, als wäre das seine leichteste

Übung. Gut, der Untote war ohnehin halb verfault

gewesen und fiel mehr oder minder auseinander.

Dennoch – was zur Hölle war das für ein Messer? Und

warum zur doppelten Hölle schienen die Verseuchten ihn

nicht beißen zu wollen, sondern nur sie?

Kämpf lieber, befahl sich Sarah.

Zwei noch.

Beide stürzten sich auf Sarah, ehe sie es tun konnte.

Fast, als hätten sie sich abgesprochen. Sarah knallte durch

den Schwung der Zombies auf den Boden. Einer landete

auf ihr und sein fauliger Atem schnürte ihr die Kehle zu,

der andere schmiss sich obendrauf. Sarah keuchte.

Der, der sich zuerst auf sie geworfen hatte, klapperte

mit den Zähnen, als hätte er bereits ihr Fleisch im Maul.

Ihr Begleiter riss den oberen weg, sodass sie wieder

ansatzweise Luft bekam. Ihre Rechte hatte die Axt nicht

losgelassen. Sie holte aus und rammte sie dem Untoten ins

Bein. Er jaulte auf und sie nutzte den Moment, um sich

seitlich wegzurollen und wieder auf die Beine zu

kommen. Erneut holte sie aus und trennte dem Monster

den Schädel ab. Routiniert kickte sie den Kopf in die

Zimmerecke und wirbelte zu dem Kerl herum, der noch

immer kämpfte. Sein Gegner drückte ihm mit seinen

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beinahe fleischlosen Fingern die Kehle zu. Nur Millimeter

trennten ihre Gesichter. In seinen Augen lag etwas, das sie

nie zuvor bei einem von denen gesehen hatte: Angst.

Oder?

Reflexartig packte Sarah den Angreifer am Haarschopf

– und hielt diesen daraufhin in der Hand. Angewidert

warf sie ihn davon, er klatschte gegen die Wand.

Ihr Begleiter nutzte den Moment, trat zu. Der

Verseuchte taumelte einen Schritt rückwärts. Weit genug.

Sarah holte mit der Axt aus und köpfte auch ihn. Wie in

einem skurrilen Film rollte der Kopf davon und machte:

»gnagnagnaaargna!«

Erschöpft lehnte sie die Hände auf die Knie und

schnaufte durch.

»Nicht schlecht für ein Mädchen«, keuchte ihr

Begleiter.

»Sexismus ist kein Kompliment«, knurrte Sarah.

Er schüttelte den Kopf. »Typisch Frauen, euch kann

mans eh nie recht machen.«

Sarah riss die Augen auf. »Sag mal, bist du –«

»Hey, komm mal runter«, unterbrach er sie. »Das war

ein Scherz. Hast echt nicht schlecht gekämpft.«

Sie verstummte einen Moment, unsicher, ob er sie

verarschte. »Wieso bist du überhaupt zurückgekommen?

Ich dachte, noch mal hilfst du nicht?«

Er klopfte sich etwas Staub von der Kleidung, straffte

sich und brummte: »Offensichtlich habe ich einen guten

Tag. Der endet jetzt, ich muss los.«

»Na, wenn so deine guten Tage aussehen … Wie sind

die überhaupt hier reingekommen? Und warum wollten

sie anscheinend nicht dich, sondern bloß mich?«

Der Typ deutete auf einen zweiten Eingang, der erst

hinter der Zweiteilung des Raumes zum Vorschein kam.

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»Durch die Tür.« Die zweite Antwort blieb er ihr

schuldig.

»Oh.«

Dann marschierte er los. Schweigend folgte Sarah ihm

durch den maroden Flur aus dem Gebäude, bis sie wieder

am Ausgangspunkt angelangten – an der Wiese, auf dem

die toten Körper der vorigen Angreifer ihr fauliges Nichtmehrdasein

fristeten.

»Sei in Zukunft vorsichtiger«, mahnte er und musterte

sie noch einmal, ehe er schnellen Schrittes zur Straße lief,

sich auf ein Motorrad schwang und losfuhr. Sarah sah

ihm hinterher. Arroganter Fuzzi. Irgendwie. Und doch …

Immerhin hatte er ihr geholfen. Das war ihr tatsächlich

noch nie passiert. Schon gar nicht von irgendwelchen

Bonzen.

Er hielt bereits an der nächsten Ecke, noch in ihrer

Sichtweite. Dort stieg er ab und verschwand im Restaurant

›Franklin’s‹. Sie unterdrückte dieses fehlgeleitete

Kribbeln in ihrem Bauch mühevoll, ehe sie sich abwandte

und wieder mit der Dunkelheit verschmolz, um die Köpfe

für die Prämien einzusammeln.

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3

E T H A N

Sein Herz schlug unregelmäßiger als sonst.

Wütend presste er die Handfläche an den

Hals, wo seine Ader nervös pulsierte. Was zur

Hölle war bloß los mit ihm? Er war doch kein Teenager,

der beim Anblick einer heißen Frau die Kontrolle verlor!

Aber immer noch sah er sie vor sich, wie sie gegen die

Hirnlosen gekämpft hatte. Wie geschmeidig ihr Körper

sich während der Verteidigung bewegt hatte. Beinahe

hätte er es verpasst, selbst zu kämpfen, so fasziniert war er

gewesen.

»Mr Franklin, Sir!« Die Restaurantmanagerin eilte

auf ihn zu. »Ihr Vater erwartet Sie bereits.«

»Was glauben Sie, warum ich hier bin?«, grollte Ethan

und für eine Sekunde zuckte die Angestellte vor ihm

zurück, dann legte sich ihre Professionalität wie eine

Maske über ihre Furcht.

»Hier entlang, Sir.« Mit einem leichten Neigen ihres

Kopfes trat sie zur Seite.

Er begnügte sich damit, ihr einen strafenden Blick

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zuzuwerfen, bevor er sich einen Weg an den Tischen

vorbei Richtung Küche bahnte.

Obwohl die Sonne erst vor einer Stunde untergegangen

war, war das Restaurant bereits gut besucht und

das Gewirr der Gespräche machte ihn zornig. Am liebsten

hätte er alle nach draußen gejagt. Was war nur los

mit ihm?

Insgesamt acht Hirnlose so nah am Restaurant. Sie werden

immer aufdringlicher, dachte Ethan unkonzentriert, ehe sich

erneut das Bild der Blondine in sein Gedächtnis schob.

Trotz ihrer frechen Art, mit der sie ihm entgegengetreten

war, hatten ihre strahlend blauen Augen die Angst nicht

vollständig verbergen können.

Knurrend schob er die Drehtür auf und augenblicklich

strömten die scharfen Essensgerüche auf ihn ein. Er

schenkte den zwei Köchen und ihrer Belegschaft ein

kühles Lächeln und ignorierte ihre Begrüßungen. Er

wollte die Sache mit seinem Dad hinter sich bringen und

anschließend nach Hause, wo er hoffentlich seinen

gesunden Menschenverstand wiederfinden würde.

Überall herrschte ein hektisches Gewusel, aber wie

üblich gingen ihm alle aus dem Weg. Endlich war er im

hinteren Teil des Gebäudes angelangt und die aufgeregten

Geräusche verstummten, als wagte selbst der Schall nicht,

Howard Franklin bei der Arbeit zu stören.

Ethan straffte die Schultern, bevor er nach einem

kurzen Klopfen das Arbeitszimmer seines Vaters betrat.

Hinter einem wuchtigen Schreibtisch, auf dem sich

Bestellscheine, Steuerunterlagen und Entwürfe für das

neue Speisekartendesign stapelten, ragte die ebenso

massige Gestalt Howards auf. Er sah nicht hoch, als sein

Sohn in das Zimmer kam, und Ethan wartete stumm ab,

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wobei er ungeduldig den Daumen in seine Handfläche

bohrte.

Endlich schob Howard die Papiere zur Seite. Ein Blick

aus kalten engen Augen traf Ethan. »Du bist spät.«

»Ich bin so schnell gekommen, wie –«

»Stiehl mir meine Zeit nicht, Sohn! Was gibt es für

Neuigkeiten?«

Ethans Fingernagel kratzte über seine Haut, während

die Wut in ihm kochte. Natürlich gab er ihr nicht nach.

Stattdessen reckte er das Kinn in die Höhe und gab mit

ausdrucksloser Stimme Auskunft: »Das Chaos in Los

Angeles ist beseitigt, unser Geschäft dort ist gerettet. Ich

habe den Manager auf die Straße gesetzt und einen

neuen gefunden. Wie ich bereits vorher gesagt habe, war

das Produkt unrein und hat deswegen unsere Gäste –«

Ein weiteres Mal ließ sein Vater ihn nicht ausreden. Er

donnerte die Faust auf den Tisch. »Genug mit der Klugscheißerei!

Ich will Ergebnisse und keine Entschuldigungen

oder Rechtfertigungen hören!«

Ethan schnaubte, zog sein Smartphone hervor, tippte

kurz auf dem Display herum und zeigte mit einer knappen

Kopfbewegung zu Howards Bildschirm. Während dieser

die Mail öffnete und die Zahlen überflog, erläuterte Ethan

die Statistik. Ein Wissenschaftler hatte sie für ihn angefertigt

und Ethan hatte sich die wichtigsten Fakten gemerkt.

»Schon eine etwas größere Fläche pro Nutztier könnte

dafür sorgen, dass die Hygiene immens steigt. Außerdem

regelmäßige Gesundheitskontrollen und Impfungen.

Wenn wir zusätzlich das Futter von Zucker und verschiedenen

anderen Zusätzen befreien, reduziert das die Wahrscheinlichkeit,

dass das Gehirn befallen wird, um weitere

12,7 Prozent.«

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Noch während er redete, bemerkte er die anschwellende

Ader an Howards Schläfe. Schließlich platzte

diesem der Kragen. »Und wer soll den ganzen Mist

bezahlen?«

»Dad«, protestierte Ethan, »unsere Kette steht für

höchste Qualität, willst du ernsthaft, dass die Leute das

›Franklin’s‹ mit dem nächsten Gammelskandal in Verbindung

bringen?«

Howard sprang auf. Im Stehen war seine Gestalt noch

imposanter und Ethan musste sich beherrschen, nicht zur

Tür zurückzuweichen, während sein Vater auf ihn

zustürmte. Dicht vor ihm blieb er stehen und stieß ihm

den Finger in die Brust. »Es wird keinen Skandal geben,

hast du mich verstanden, Ethan? Das ›Franklin’s‹ wird

weiterhin die oberste Schicht unserer Gesellschaft

anziehen und du wirst dafür sorgen, dass dieses kleine

Malheur in Los Angeles nicht an die große Glocke

gehängt wird. Kapiert?«

»Ist längst erledigt«, zischte Ethan zurück. »Ich bin ja

nicht bescheuert! Niemand wird darüber reden. Ich meine

nur, dass –«

»Ich will diesen Unsinn nicht mehr hören! Unsere

Fabriken produzieren gute Ware. Glaubst du ernsthaft,

irgendwen interessiert es, woher ihr Essen kommt, solange

es weiterhin nahrhaft ist?«

»Die Änderungen, die ich vorgeschlagen habe,

müssten uns gar nicht so viel kosten«, versuchte Ethan es

erneut, obwohl er längst wusste, dass er auf verlorenem

Posten kämpfte.

Howard musterte ihn abfällig. »Was habe ich nur für

einen verweichlichten Scheißkerl großgezogen?

Verschwinde jetzt, ich kann dieses Gejammer nicht mehr

hören. Dein Job ist es, dich darum zu kümmern, dass

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unsere Produktion weiterhin billig bleibt, aber teuer

verkauft werden kann. Ist das klar?«

»Ja.«

»Dann sieh zu, dass du verschwindest. Sally soll dir die

Termine für nächste Woche geben. Die Zeit ist nicht

stehen geblieben, während du durch die Weltgeschichte

gereist bist.«

Ethan nickte stumm. Ohne sich zu verabschieden,

rauschte er aus dem Zimmer und konnte sich nur schwer

zurückhalten, die Tür zuzuknallen.

Warum zum Teufel versuchte er es überhaupt? Er

wusste doch, dass er bei seinem Vater nie etwas erreichen

würde, wenn es nicht darum ginge, Geld

einzusparen.

Brodelnd vor Wut suchte er die persönliche Assistentin

seines Vaters auf und es kümmerte ihn nicht, dass sie

ängstlich und hektisch ihren Terminkalender durchblätterte,

weil er sie so laut anschnauzte, dass er sicher bis in

die Küche zu hören war. Es war nicht seine Schuld, dass

sie unvorbereitet war. Sie wusste so gut wie jeder andere

von seiner heutigen Rückkehr.

Ihre Hände zitterten, als sie ihm endlich einen Plan

überreichte. Er faltete ihn, ohne einen Blick darauf zu

werfen, zusammen und steckte ihn in die Hosentasche.

»Beim nächsten Mal haben Sie den gefälligst fertig,

bevor ich danach frage«, knurrte er zum Abschied und

ging.

Vor ihrer herrschaftlichen Villa lungerte ein schlaksiger

Kerl herum. Die Kapuze hatte er tief ins Gesicht gezogen

und als Ethan an ihn herantrat, zuckte er erschrocken

zusammen.

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»Mann, ey, wieso schleichst’n dich so an mich ran?«,

schimpfte er mit brüchiger Stimme.

Ethan seufzte. »Was machst du hier, Henry?« Er schob

ihn zur Seite, wobei er in der Hosentasche nach seinem

Handy kramte. Zum einen hoffte er, Henry so abwimmeln

zu können, zum anderen hatte er an diesem Abend wirklich

keinen Nerv mehr auf die Unterwürfigkeit der

Bediensteten.

»Dich besuchen«, nuschelte Henry im selben Moment

und schob die Kapuze vom Kopf. Er sah aus, als hätte ihn

eine Horde Hirnloser durch die Wälder gejagt; in seinen

Haaren steckten Äste, und Streifen voller Dreck zierten

seine Wangen. Verwundert nahm Ethan zur Kenntnis,

dass sogar seine Jeans zerrissen war. Außerdem wirkten

seine Pupillen so groß wie Teller. Der Teufel wusste, was

der Kerl schon wieder konsumiert hatte.

Inmitten des Bonzenviertels mit seinen gepflegten

Gärten und weißen Zäunen wirkte Henry so deplatziert

wie ein Sack Knochen in einem Schmuckladen.

Für einen Moment hatte Ethan das Bedürfnis, sich

tatsächlich das Handy ans Ohr zu halten und ihn einfach

stehen zu lassen. Er konnte auf Gesellschaft verzichten,

wollte sich auf sein Zimmer verziehen und die Anstrengung

der langen Reise abwaschen. Vielleicht ein bisschen

an die heiße Blondine denken und wie sie hätte reagieren

sollen, nachdem er ihr – zumindest großteils – den Arsch

gerettet hatte. Eventuell würde er dann nicht immer noch

an sie denken.

Seufzend schob er die Gedanken zur Seite.

»Magst keinen Besuch heute?« Henrys zögerliche

Frage brachte ihn in die Gegenwart zurück.

Ihm lag das barsche »Nein!« bereits auf der Zunge,

aber dann überlegte er es sich achselzuckend anders.

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Obwohl er keine Ahnung hatte, warum, bemühte Henry

sich seit dem Internat, mit ihm befreundet zu sein. Ethan

legte zwar keinen besonderen Wert darauf, aber Henrys

Mutter, Lucy Johnson, war eine bekannte Lokalpolitikerin,

die in letzter Zeit landesweit viele Schlagzeilen

machte, und es konnte nie schaden, Kontakt zu einflussreichen

Leuten zu haben. Auch wenn das bedeutete, sich

mit einem professionellen Verlierer wie Henry abzugeben.

Entsetzt ertappte er sich bei dem Gedanken, dass er

damit nicht besser war als die Frauen, die sich ihm wegen

seines reichen Vaters an den Hals warfen.

»Komm rein«, schnauzte er deswegen nur und warf

das Gartentor hinter Henry ins Schloss, ehe er ihn die

Steinfliesen zur Verandatür hinaufführte.

»Cool, danke, Mann.« Henry trottete brav hinter ihm

her und es schien ihn nicht zu stören, dass Ethan sich lang

und breit über den Abend ausließ. Immerhin musste man

Henry zugestehen, dass er ein guter Zuhörer war.

Während Henry sich auf dem Barhocker vor der weitläufigen

Theke niederließ, durchsuchte Ethan hungrig

den Kühlschrank. Er hatte den ganzen Tag nichts in den

Magen bekommen und spürte, wie sich seine schlechte

Laune dadurch verschlimmerte. Außerdem bekam er

Kopfschmerzen.

Schließlich mixte er sich einen Shake zusammen und

bot seinem Besuch ebenfalls einen an.

Henry wiegelte ab, wobei er wild in der Luft gestikulierte.

»Nee, Alter, ich leb doch jetzt vegan!«

»Stimmt ja.« Ethan verdrehte die Augen, musterte

Henry anschließend zum ersten Mal an diesem Abend

wirklich. »Bist du deshalb so dürr geworden? Du siehst

krank aus.«

»Mir geht’s viel besser seitdem!«

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»Ich bin nicht sicher, ob das wirklich gesund ist.«

Verwundert bemerkte Ethan, dass er sich tatsächlich

Sorgen machte. Henry wirkte bleicher als sonst und seine

Wangen waren eingefallen. Sicherlich ein erstes Zeichen

der Mangelernährung.

»Na klar ist es das«, protestierte Henry, doch seine

Augen folgten Ethans Hand und dem Glas, das er darin

hielt, gierig. Er schluckte, bevor er sich wieder dem Dreck

unter seinen Fingernägeln widmete. »Ich hab mir Studien

durchgelesen, das ist echt interessant, was der Körper alles

an Gift mit sich rumschleppt! Vegan ist die Zukunft, ich

sag’s dir, Mann!«

Auf einmal hatte Ethan wieder die engen Käfige vor

Augen und die grausigen Zustände, die in den Fabriken

herrschten. Unwillkürlich schauderte er, aber seine Worte

waren hart. »So ein Schwachsinn! Hast du schon mal was

von Evolution gehört, du Idiot? Was glaubst du, warum

wir uns so entwickeln konnten?«

»Das heißt ja nicht, dass wir das für immer machen

müssen.«

Ethan bereute es zutiefst, Henry mit ins Haus

genommen zu haben. Nach dem ganzen Stress hätte er

auf eine weitere fruchtlose Diskussion durchaus verzichten

können. Er knallte das halb leere Glas auf den Tresen und

es hätte ihn nicht gewundert, wenn es auf dem glatten

Marmor zerschellt wäre.

»Boah, alles klar bei dir?«

»Nein, ist es nicht!« Im letzten Moment hielt Ethan

sich vom Brüllen ab. Er fuhr sonst nicht so leicht aus der

Haut, doch an diesem Tag reizte ihn einfach alles.

Schließlich strich er sich müde mit der Hand durch die

Haare. »Ich glaube, ich hab heute keine Lust auf

Gesellschaft.«

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»Okay, okay.« Henry hob abwehrend die Hände. »Is

ja gut, ich geh ja schon.«

Er sah ernsthaft enttäuscht aus, wie er da in seinen

weiten Klamotten durch den langen Flur schlurfte, aber

Ethan hielt ihn nicht auf. Er brauchte Ruhe, um endlich

wieder zu sich zu finden.

Als Henry gegangen war, eilte Ethan zu seinem

Fitnessraum. Er hatte sich damals gegen seinen Vater

durchgesetzt und liebte dieses Zimmer, das komplett nach

seinen Wünschen eingerichtet war. Hier konnte er sich

auspowern und wenn der Schweiß in Strömen lief, ließen

ihn auch seine Gedanken in Ruhe.

Während er die Hebel der Brustpresse zu sich zog,

blitzte das Bild der jungen Frau wieder vor seinen Augen

auf. Was sie wohl gesagt hätte, wenn er sie einfach an

seinen Oberkörper gezogen hätte? Er stellte sich vor, wie

er die Strähnen ihres hellen Haares, das in der Dunkelheit

beinahe geleuchtet hatte, aus ihrem Gesicht strich und sie

so hart küsste, dass all ihre schlauen Sprüche sie verließen

und sie sich willenlos in seine Umarmung sinken ließ.

Stattdessen hatte er sich ernsthaft auf ein Wortgefecht mit

ihr eingelassen …

Verärgert begann er mit Klimmzügen und genoss, wie

seine Muskeln unter der Anspannung zitterten. Wie

Schweiß sein Gesicht hinunterlief. Wie der Geruch nach

Stahl und Kraft seine Nasenflügel zum Beben brachte.

Den leichten Vanilleduft der Fremden konnte er jetzt

fast nicht mehr riechen.

Fast.

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D A R K-E M P I R E-V E R L A G

V , , S

Lillith Korn hat ursprünglich jemanden gesucht, um einen

Song mit ihr aufzunehmen – gefunden hat sie den Produzenten

DeSade. Gesagt, getan, die beiden haben einen Song namens

»Blatt Papier« aufgenommen und veröffentlicht. Dann erzählte

DeSade, dass er seit Langem eine Buchwelt in seinem Kopf

hat, sie aber nicht aufschreiben kann, jedenfalls nicht so, wie er

es gerne hätte. Tja, so kam eines zum anderen … und aus dem

Auftrag, ein Buch zu schreiben, wurde nicht nur eine Trilogie,

sondern gleich ein ganzer Verlag. Manchmal schreibt das

Leben einfach die besten Geschichten!

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