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Be a Butcher: Magazin für den Fleischernachwuchs

Februar 2022

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Februar 2022<br />

MAGAZIN FÜR DEN FLEISCHERNACHWUCHS<br />

... anders als Du <strong>den</strong>kst!<br />

Engagement<br />

Engagierte Nachwuchskräfte<br />

stellen ihr fleischerhandwerkliches<br />

Können<br />

unter <strong>Be</strong>weis.<br />

Unterwegs<br />

Rindfleisch aus Schleswig-<br />

Holstein und echte Harzer<br />

Bratwurst – was Jenny auf<br />

ihrer Reise erlebte.<br />

Respekt!<br />

Von der Verantwortung<br />

des Fleischerhandwerks<br />

gegenüber Tier und<br />

Mensch.


EDITORIAL<br />

INHALT<br />

Liebe Leser*innen,<br />

Inhalt<br />

wenn Sie ans Fleischerhandwerk <strong>den</strong>ken, welches Bild haben Sie vor Augen?<br />

Kräftige Männer mit blutigen Schürzen? Adrette Verkäuferinnen mit Häubchen<br />

auf dem Kopf? Die Wirklichkeit sieht heute anders aus!<br />

Wie sich unser Handwerk verändert hat, erfahren Sie hier:<br />

Ehrgeiz zahlt sich aus<br />

Wer in der Ausbildung gut abschneidet,<br />

kann beim Leistungswettbewerb der<br />

Fleischer*innenjugend viel erreichen.<br />

4<br />

Für Tier und Mensch<br />

Die Hausschlachterei Miesner im<br />

niedersächsischen Sothel übernimmt<br />

Verantwortung.<br />

6<br />

Denke ich an meine Lehrzeit,<br />

fallen mir der frühe Tagesstart<br />

und die langen Arbeitstage<br />

ein. Mitten in der Nacht<br />

musste ich raus, um pünktlich<br />

im <strong>Be</strong>trieb zu stehen. Das kennen<br />

die meisten Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

heute zum Glück kaum<br />

noch. Maschinen, Computer<br />

und Co. haben <strong>den</strong> Fleischer-<br />

Alltag erheblich verbessert<br />

und vereinfacht.<br />

Auch die individuellen<br />

Entwicklungs- und Fortbildungsmöglichkeiten<br />

nach<br />

der Ausbildung haben seit<br />

damals deutlich zugenommen.<br />

Neben dem Meistertitel<br />

gibt es z. B. seit einigen Jahren<br />

<strong>den</strong> Fleischsommelier. Einer<br />

von ihnen ist Tim Stumpf, <strong>den</strong><br />

Sie in dieser Ausgabe kennenlernen<br />

wer<strong>den</strong>.<br />

Christian Lohff<br />

Lehrlingswart des<br />

Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein<br />

Als ich vor über 40 Jahren<br />

<strong>den</strong> <strong>Be</strong>ruf kennen und lieben<br />

lernte, war "Fleischer-sein"<br />

noch körperlich sehr anstrengend.<br />

Heute dagegen gibt es<br />

moderne Hilfsmittel und es<br />

ist deutlich mehr Kopfarbeit<br />

erforderlich. Seit meiner<br />

Lehre sind unsere Aufgaben<br />

zusätzlich vielschichtiger und<br />

filigraner gewor<strong>den</strong>, wie auch<br />

Jenny’s Journey zeigt. Gleichzeitig<br />

dürfen altüberlieferte<br />

Rezepte und Traditionen<br />

unseres Handwerks nicht<br />

verloren gehen. Ich sehe es<br />

als unsere gesellschaftliche<br />

Pflicht an, unseren Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

dieses Wissen zu<br />

übermitteln. In Zusammenarbeit<br />

mit <strong>den</strong> <strong>Be</strong>rufsschulen<br />

bil<strong>den</strong> wir heute im Dualen<br />

System weiterhin die <strong>Be</strong>sten<br />

Fleischer der Welt aus.<br />

Olaf Müller<br />

Lehrlingswart des<br />

Fleischerverbands Niedersachsen-Bremen<br />

Meine Ausbildung ist noch gar<br />

nicht so lange her – gerade mal<br />

drei Jahre. Dem Handwerk verbun<strong>den</strong>,<br />

fühle ich mich durch<br />

meine Großeltern und <strong>den</strong><br />

elterlichen <strong>Be</strong>trieb jedoch seit<br />

Kindertagen. Daher weiß ich,<br />

besonders im Fachgeschäft<br />

merkt man eine große Veränderung:<br />

Fleisch ist nicht mehr<br />

gleich Fleisch! Den Kund*innen<br />

sind die Herkunft, die<br />

Haltung und das Handwerk<br />

wichtiger <strong>den</strong>n je. Sie wollen<br />

Transparenz. Das können wir<br />

bieten!<br />

Wir können das <strong>Be</strong>wusstsein<br />

<strong>für</strong> regionale Produkte<br />

schaffen und unterstützen die<br />

Landwirt*innen und Netzwerke<br />

vor Ort. Abends gehen<br />

wir mit dem Wissen nach<br />

Haus, mit unserem Handeln<br />

etwas verändert zu haben.<br />

Jasmin Möding<br />

Lehrlingswartin der<br />

Fleischerinnung Hamburg<br />

Aus Lei<strong>den</strong>schaft und <strong>Be</strong>rufung<br />

Im Interview erzählt Fleischermeister Tim Stumpf,<br />

wie aus einem Schülerjob mehr wurde.<br />

Jenny wieder unterwegs<br />

8<br />

Auf los geht’s los! Erster Halt: Kalübbe, dann<br />

führte Jenny ihre Reise nach Hattorf am Harz.<br />

3 Fragen an ... 9<br />

… Jasmin Möding, Lehrlingswartin der<br />

Fleischerinnung Hamburg. Thema: die<br />

Ausbildung zum*zur Fachverkäufer*in.<br />

Infomaterial <strong>für</strong><br />

Ausbildungsmessen & Co.<br />

Nachwuchskräfte <strong>für</strong>s<br />

Fleischerhandwerk gewinnen.<br />

7<br />

10<br />

Impressum<br />

Fleischerverband Nord e. V. . Marktstraße 57 . 20357 Hamburg . Tel. 040 /35 07 04-00 . info@fleischer-nord.de . www.fleischer-nord.de<br />

Fotos: Deutscher Fleischer-Verband e.V, Fleischerverband Nord e.V., Adobe Stock, S. 2 Foto Christian Lohff © Maria Dittrich<br />

2 3


LEISTUNGSWETTBEWERB<br />

LEISTUNGSWETTBEWERB<br />

Das sagen ehemalige Teilnehmer*innen<br />

»Der Leistungswettbewerb war <strong>für</strong> mich<br />

ein echtes Karriere-Sprungbrett. Heute<br />

bin ich Mitglied der Nationalmannschaft<br />

und habe <strong>den</strong> Meister in der Tasche.«<br />

Kim <strong>Be</strong>rns, <strong>Be</strong>ste Fleischerin 2018<br />

Frauenpower: In bei<strong>den</strong> <strong>Be</strong>rufen schafften es beim Leistungswettbewerb 2021 die<br />

Mädels aufs Siegertreppchen.<br />

Ehrgeiz zahlt sich aus<br />

Seit vielen Jahren stellen frischgebackene Fleischer*innen und Fachverkäufer*innen<br />

ihr handwerkliches Können auf dem norddeutschen<br />

Leistungswettbewerb unter <strong>Be</strong>weis. Die Teilnahme am Wettbewerb ist<br />

ein Ausdruck <strong>für</strong> Eigeninitiative und Engagement. Gleichzeitig können die<br />

jungen Leute Kontakte zu Kolleg*innen aus anderen <strong>Be</strong>trieben knüpfen<br />

und sich austauschen.<br />

Organisiert und veranstaltet wird das<br />

Kräftemessen vom Fleischerverband<br />

Nord. Eingela<strong>den</strong> wer<strong>den</strong> die besten<br />

Absolvent*innen eines Ausbildungsjahrgangs<br />

aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen und<br />

Schleswig-Holstein – vorausgesetzt sie haben<br />

das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet und ihr<br />

Notendurchschnitt in der Abschlussprüfung ist<br />

mindestens gut.<br />

Am Tag vor dem eigentlichen Wettbewerb<br />

treffen sich alle teilnehmen<strong>den</strong> Fleischer*innen<br />

und Fachverkäufer*innen zu einem lockeren<br />

Workshop. „Wir möchten, dass sich die jungen<br />

Leute kennenlernen und etwas mitnehmen.<br />

Seit vergangenem Jahr veranstalten wir daher<br />

im Vorfeld des Wettbewerbs einen Kommunikationsworkshop.<br />

Die Teilnehmer*innen sollen<br />

erfahren, wie ihre Körpersprache auf andere<br />

wirkt“, erklärt Christian Lohff, Landeslehrlingswart<br />

des Fleischer-Verbands Schleswig-<br />

Holstein. „Das hilft ihnen auch im betrieblichen<br />

Alltag, zum <strong>Be</strong>ispiel im Gespräch mit<br />

Kund*innen, Kolleg*innen und Vorgesetzten.“<br />

Wer gut im norddeutschen Leistungswettbewerb<br />

abschneidet, dem winken bis zu 500 Euro<br />

Preisgeld sowie verschie<strong>den</strong>e Fördermöglichkeiten<br />

der Länder. Darüber hinaus können die<br />

besten Teilnehmer*innen zum Auswahlwettbewerb<br />

<strong>für</strong> die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks<br />

eingela<strong>den</strong> wer<strong>den</strong>. Diese 23-köpfige<br />

Gruppe junger Nachwuchskräfte repräsentiert<br />

das deutsche Fleischerhandwerk auf internationalen<br />

Wettbewerben und wirbt auf verschie<strong>den</strong>en<br />

Veranstaltungen <strong>für</strong> <strong>den</strong> <strong>Be</strong>rufsstand.<br />

Macht mit beim<br />

Norddeutschen<br />

Leistungswettbewerb<br />

2022<br />

vom 25. bis 26.<br />

September 2022<br />

in Bremen.<br />

»Es war schön, so viele Kolleg*innen aus<br />

Norddeutschland kennenzulernen und<br />

mich mit ihnen austauschen zu können.«<br />

Merle von Rötel,<br />

<strong>Be</strong>ste Fachverkäuferin 2019<br />

»Nach meinem Sieg beim Wettbewerb<br />

wurde ich zum Bundesleistungswettbewerb<br />

nach Schwäbisch Gmünd eingela<strong>den</strong>.<br />

Dort habe ich neue Leute kennengelernt<br />

und konnte meinen Ehrgeiz zeigen. Toll<br />

war auch, dass ich etwas von meinen<br />

Kolleg*innen lernen konnte.«<br />

Jennifer Philipp, <strong>Be</strong>ste Fachverkäuferin 2013<br />

»Eigentlich wollte ich nach meiner Ausbildung<br />

als Fleischer die Welt bereisen.<br />

Dann habe ich <strong>den</strong> Leistungswettbewerb<br />

gewonnen – jetzt bin ich Mitglied der<br />

Nationalmannschaft und kann das Reisen<br />

mit meinem Handwerk verbin<strong>den</strong>.«<br />

Tim Stumpf, <strong>Be</strong>ster Fleischer 2019<br />

4<br />

5


NACHHALTIGKEIT<br />

INTERVIEW<br />

Aus Lei<strong>den</strong>schaft<br />

Tim Stumpf (25) gewann 2019 <strong>den</strong> norddeutschen<br />

Leistungswettbewerb auf<br />

dem Priwall als bester Fleischer. Daraufhin<br />

wurde er <strong>für</strong> das Auswahltraining<br />

der Nationalmannschaft nominiert und<br />

schaffte es ins Team. Wie das seine Karriere<br />

beeinflusst hat, erzählt er im Interview.<br />

und <strong>Be</strong>rufung<br />

Für Tier und Mensch<br />

Fleischerhandwerk übernimmt Verantwortung<br />

In Sothel, einem Ortsteil der niedersächsischen<br />

Gemeinde Scheeßel, befindet sich<br />

der Hof der Familie Miesner. Einst ausschließlich<br />

landwirtschaftlich genutzt, gehören<br />

heute 25 Hektar Nutzfläche, Stallungen <strong>für</strong><br />

rund 350 Schweine, ein modernes Schlachthaus<br />

samt Produktion und ein vor kurzem<br />

errichtetes La<strong>den</strong>geschäft zum <strong>Be</strong>trieb. „Jeder<br />

der möchte, kann bei uns hinter die Kulissen<br />

gucken: von der Aufzucht der Tiere über die<br />

Schlachtung bis hin zur Herstellung unserer<br />

Produkte“, sagt der Inhaber <strong>Be</strong>rnd Miesner.<br />

„Dadurch, dass wir alles in einem System<br />

haben, bleiben wir nachhaltig. Ich weiß, wo die<br />

Tiere herkommen und wie mit ihnen umgegangen<br />

wurde“, so der gelernte Fleischermeister<br />

und Landwirt. Der respektvolle Umgang mit<br />

Tieren hat <strong>für</strong> die Hausschlachterei Miesner<br />

schon immer höchste Priorität. Das zeigt<br />

sich auch darin, dass umliegende Höfe und<br />

Fleischerkolleg*innen, die selbst nicht mehr<br />

schlachten, Rinder, Schweine und Co. in die<br />

achtvollen Hände von Miesner und seinen<br />

Mitarbeiter*innen geben. Lange Transport-<br />

wege sowie Massentierhaltung sind <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Familien vater ein absolutes No-Go.<br />

Diese Firmenphilosophie aus Respekt vor der<br />

Kreatur, Transparenz und Regionalität zahlt<br />

sich aus: Schlachtbetrieb und La<strong>den</strong>geschäft<br />

gelten in der Region als „erste Adresse“, viele<br />

Wiederverkäufer wie Fleischabteilungen örtlicher<br />

Supermärkte setzen auf Miesners handwerklich<br />

hergestellte Qualitätsprodukte.<br />

Das Engagement des 54-Jährigen geht allerdings<br />

noch weiter. <strong>Be</strong>rnd Miesner übernimmt<br />

auch eine besondere soziale Verantwortung<br />

<strong>für</strong> seine Angestellten: „Die Arbeit in einem<br />

Schlachtbetrieb mit La<strong>den</strong>geschäft kann körperlich<br />

fordernd sein. Das darf aber nicht auf<br />

Kosten der Gesundheit unserer <strong>Be</strong>schäftigten<br />

gehen.“ Damit das nicht passiert und seine<br />

Leute fit bleiben, tut der Inhaber des Familienunternehmens<br />

eine Menge. Da<strong>für</strong> wurde er<br />

jüngst mit dem Preis „Topfit im Handwerk“ von<br />

der Krankenkasse IKK classic und <strong>den</strong> Unternehmensverbän<strong>den</strong><br />

Handwerk Niedersachen<br />

e.V. (UHN) ausgezeichnet.<br />

Seit dem Leistungswettbewerb<br />

ist einiges passiert: Unter<br />

anderem hast du deinen Meister<br />

gemacht und warst auf Reisen.<br />

Was machst du im Moment?<br />

Seit Juli bin ich wieder zu Hause<br />

– eigentlich nur um mich gegen<br />

Corona impfen zu lassen – und<br />

sammle jetzt Erfahrungen in<br />

der Landwirtschaft. Durch<br />

Zufall habe ich eine Landwirtin<br />

kennengelernt, die ein<br />

Projekt zur Selbstvermarktung<br />

ihrer Mutterkuhherde gestartet<br />

hat. Dabei möchte ich sie<br />

gern unterstützen. Es geht um<br />

<strong>den</strong> Bau eines Schlachthauses<br />

und um das Thema Fleischveredelung.<br />

Im Moment ist es<br />

viel bürokratischer Aufwand,<br />

ab April soll es dann aber mit<br />

der Schlachtung losgehen.<br />

Viele Abiturient*innen wollen<br />

nach dem Abschluss<br />

reisen und die Welt sehen.<br />

Wie war das bei dir?<br />

Ich wollte auch reisen! Um Geld<br />

da<strong>für</strong> zu verdienen, habe ich auf<br />

dem örtlichen Wochenmarkt<br />

bei einer Fleischerei gejobbt. Als<br />

mein Chef mich fragte, ob ich<br />

eine Ausbildung bei ihm beginnen<br />

wollte, hat das 18-jährige<br />

Ich gezögert. Was wür<strong>den</strong> <strong>den</strong>n<br />

die Frauen von mir <strong>den</strong>ken ...<br />

Schließlich habe ich das Jobangebot<br />

dann doch angenommen,<br />

<strong>den</strong>n wie mein Onkel<br />

so schön sagte: „Das ist kein<br />

Entschluss <strong>für</strong>s Leben“. Heute<br />

allerdings sind aus der reinen<br />

Ausübung des <strong>Be</strong>rufs Lei<strong>den</strong>schaft<br />

und <strong>Be</strong>rufung gewor<strong>den</strong>.<br />

Gemeinsam mit Kolleg*innen<br />

setzt du dich in der Nationalmannschaft<br />

<strong>für</strong>s Fleischerhandwerk<br />

ein. Was ist dir<br />

hierbei besonders wichtig?<br />

Am wichtigsten ist mir, das<br />

Thema Fleisch an die Jugend heranzutragen.<br />

<strong>Be</strong>sonders am Herzen<br />

liegen mir hier die Aspekte<br />

Klimaschutz und Nachhaltigkeit.<br />

Viele wissen zum <strong>Be</strong>ispiel gar<br />

nicht, welch großen Einfluss<br />

die Massentierhaltung auf <strong>den</strong><br />

Klimawandel hat und was alles<br />

machbar wäre, wenn ein Großteil<br />

der Verbraucher*innen wieder ins<br />

Fachgeschäft statt zum Supermarkt<br />

gehen wür<strong>den</strong>. Hier gilt<br />

es, Aufklärungsarbeit zu leisten.<br />

Du bist nicht nur Fleischermeister,<br />

sondern auch Fleischsommelier:<br />

Was kann man<br />

sich darunter vorstellen?<br />

Ich vergleiche das gern mit<br />

einer Torte: die Ausbildung<br />

ist die Basis, der Meister ist<br />

das erste Stockwerk und der<br />

Fleischsommelier ist dann<br />

das Sahnehäubchen.<br />

Während des zweiwöchigen<br />

Kurses habe ich viele Denkanstöße<br />

bekommen. Es ging um<br />

vertiefende Einblicke rund um<br />

die Urproduktion, die Geschichte<br />

des Fleischerhandwerks, neue<br />

Zuschnitte und andere Möglichkeiten<br />

der Wertschöpfung. Ich<br />

bin fest davon überzeugt, dass<br />

man sich als moderner Fleischer<br />

immer weiterbil<strong>den</strong> und stetig<br />

weiterentwickeln muss. Die<br />

Fortbildung hat mir hier viele<br />

Anknüpfungspunkte gegeben.<br />

6<br />

7


JENNY’S JOURNEY<br />

JENNY’S JOURNEY<br />

Rinderzerlegung<br />

Ein funkelndes Leuchten ist in Jennys Augen zu<br />

sehen, als sie <strong>den</strong> Vorkühlraum des Fleischerei<br />

Fritze im schleswig-holsteinischen Kalübbe<br />

betritt. Endlich ist es soweit, Jenny kann nach<br />

langer Zeit wieder das Hinterviertel eines Rindes<br />

zerlegen.<br />

Kalübbe<br />

Jenny wieder unterwegs<br />

Die Fleischermeisterin mit dem Traum vom eigenen La<strong>den</strong> war vergangenes<br />

Jahr in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf Reisen. Für ihren<br />

Auftritt auf Youtube wird die engagierte Power-Frau von einem Kamera-Team<br />

begleitet. Rinderzerlegung in Kalübbe und Bratwurst-Herstellung in Hattorf am<br />

Harz waren zuletzt die Themen der Youtube-Produktion „Jenny’s Journey“.<br />

Bratwurst aus dem Harz<br />

Eine von Jennys Stationen ist der Fleischerbetrieb<br />

Koithahn in Hattorf am Harz. Durch <strong>den</strong><br />

Familienbetrieb führt sie der Fleischermeister<br />

Tim Felix Koithahn und gemeinsam stellen<br />

sie Harzer Bratwurst her. Dabei erklären sie<br />

die Abläufe zur Herstellung von echter Harzer<br />

Bratwurst. Erst wer<strong>den</strong> die Zutaten im Kutter<br />

vermengt und anschließend das Wurstbrät in<br />

die Därme gefüllt. Nach der Brühung geht es<br />

dann zum letzten Schritt, der Verpackung und<br />

Etikettierung.<br />

<strong>Be</strong>i Jenny ist der Knoten drin<br />

„Wie ging das noch?“, fragt sich Jenny als es<br />

um das Zubin<strong>den</strong> der befüllten Därme geht.<br />

Nachdem Tim zeigt, wie es funktioniert, klappt<br />

es auch bei Jenny mit dem Knoten im Darm.<br />

Jenny lacht und erheitert das Video mit ihrem<br />

authentischen Missgeschick. „Wenn man das<br />

nicht je<strong>den</strong> Tag macht, kann man schon mal<br />

aus der Übung kommen“, so Jenny. Nach dem<br />

kurzen Malheur läuft wieder alles reibungslos<br />

und Jenny und Tim lassen sich die fertigen<br />

Bratwürste vom Grill schmecken.<br />

Hamburg<br />

Hattorf<br />

Zusammen mit Fleischermeister Christopher<br />

Fritze zeigt Jenny <strong>den</strong> Zuschauer*innen, worauf es<br />

bei professioneller Zerlegung ankommt. Die bei<strong>den</strong><br />

erfahrenen Fleisch-Kenner*innen bearbeiten<br />

vor der Kamera das eindrucksvolle Hinterviertel<br />

auf einem Zerlegetisch. Dabei beweist die junge<br />

Fleischermeisterin ihr Fachwissen rund um die<br />

Teilstücke des Tiers.<br />

„Rind zu zerlegen, das ist so als<br />

wenn ich ein kleines Kind bin“,<br />

beschreibt Jenny ihre<br />

<strong>Be</strong>geisterung im Video.<br />

Wie es mit Jenny weitergeht?<br />

In diesem Jahr wer<strong>den</strong> wieder<br />

neue Videos auf dem Youtube-<br />

Kanal „<strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>“ erscheinen<br />

mit spannen<strong>den</strong> Themen rund<br />

ums Fleischerhandwerk.<br />

Gehen Sie mit Jenny auf Reisen!<br />

Lassen Sie sich von der Fleischermeisterin<br />

ihr Handwerk zeigen.<br />

Abonnieren Sie unseren<br />

YouTube-Kanal!<br />

8<br />

9


INTERVIEW<br />

INFOMATERIAL<br />

3 Fragen<br />

an...<br />

… Jasmin Möding,<br />

gelernte Fachverkäuferin, Fleischermeisterin<br />

und Lehrlingswartin der Fleischerinnung Hamburg<br />

Jetzt Infomaterial anfordern!<br />

Einfach anrufen: 040/35 07 04-00<br />

<strong>Be</strong>geistern Sie junge Leute mithilfe von <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong><br />

und Jenny’s Journey <strong>für</strong>s Fleischerhandwerk!<br />

Hier<strong>für</strong> stellt Ihnen der Fleischerverband Nord ein kostenfreies<br />

Paket mit Informationsmaterial zusammen.<br />

Für Ausbildungsmessen, <strong>Be</strong>rufsinformationstage und Co.<br />

Darin enthalten:<br />

Welche Voraussetzungen sollten<br />

angehende Fachverkäufer*innen<br />

im Lebensmittelhandwerk,<br />

Schwerpunkt Fleischerei, mitbringen?<br />

Sie sollten zuverlässig sein, dazu<br />

gehört vor allem auch Pünktlichkeit.<br />

Das ist wichtig, wenn man in<br />

einem Team arbeiten möchte, in<br />

dem sich jeder auf <strong>den</strong> anderen<br />

verlassen sollte/muss. Zuverlässigkeit<br />

bedeutet aber auch, dass<br />

sich die Ausbilder*innen darauf<br />

verlassen können, dass der Azubi<br />

sich an die Regeln, Arbeitsanweisungen<br />

und Sicherheitsvorschiften<br />

hält. Zusätzlich erleichtert<br />

es <strong>den</strong> Alltag, wenn die Azubis<br />

lernen möchten, sie aktiv Fragen<br />

stellen und Hintergrundwissen<br />

verlangen – sie Lern- und Leistungsbereitschaft<br />

zeigen. Unsere<br />

Aufgabe ist es, die Kundschaft zu<br />

beraten und da<strong>für</strong> braucht man<br />

Informationen. Außerdem sollten<br />

angehende Fachverkäufer*innen<br />

<strong>Be</strong>lastbarkeit und Durchhaltevermögen<br />

an <strong>den</strong> Tag legen.<br />

Grundsätzlich muss ein*e Fachverkäufer*in<br />

<strong>den</strong> Willen haben,<br />

Kun<strong>den</strong> glücklich zu machen!<br />

Spaß am Umgang mit Menschen,<br />

aber auch eine gewisse Ruhe und<br />

Gelassenheit bei schwierigen<br />

Kund*innen sind das A und O.<br />

Wir dürfen nicht nur reagieren,<br />

sondern müssen schnell erkennen,<br />

was Verbraucher*innen<br />

möchten, und müssen agieren<br />

– aktiv auf die Kund*innen<br />

zugehen.<br />

Welche Inhalte wer<strong>den</strong> in der<br />

Ausbildung vermittelt?<br />

Hauptsächlich geht es um das<br />

richtige Verkaufen. Dazu gehört<br />

es, die Produkte, die verkauft wer<strong>den</strong>,<br />

zu kennen und beschreiben<br />

zu können – über Herstellungsabläufe<br />

und Inhaltsstoffe bzw. Allergene<br />

<strong>Be</strong>scheid zu wissen. Auch<br />

die Produktpräsentation spielt<br />

beim Verkaufen eine wichtige<br />

Rolle: Tresengestaltung und zum<br />

<strong>Be</strong>ispiel Plattenlegen <strong>für</strong>s Catering<br />

sind daher elementare <strong>Be</strong>standteile<br />

der Ausbildung. Kochen und<br />

das Herstellen von küchenfertigen<br />

Erzeugnissen ziehen sich wie ein<br />

roter Fa<strong>den</strong> durch die Ausbildung.<br />

Im dritten Lehrjahr steht Werbung<br />

auf dem Stun<strong>den</strong>plan.<br />

Welche Aufstiegsmöglichkeiten<br />

gibt es als Fleischereifachverkäufer*in?<br />

Gelernten Fachverkäufer*innen<br />

stehen viele Türen offen. Mit ein<br />

paar Jahren Erfahrung kann man<br />

Filialleiter*in wer<strong>den</strong> und so die<br />

Geschäftsführung unterstützen.<br />

Durch Weiterbildungsmaßnahmen<br />

zur*m Handelfachwirt*in,<br />

Handelbetriebswirt*in, Lebensmitteltechniker*in<br />

und/oder<br />

Verkaufsleiter*in kann man die<br />

Karriereleiter noch weiter hinaufklettern.<br />

Auch Fachverkäufer*innen können<br />

gemeinsam mit Fleischer*innen<br />

<strong>den</strong> Meister machen. Mit<br />

dem Handwerkstitel steht sogar<br />

einem Studium auch ohne Abitur<br />

nichts im Wege.<br />

Mehr Infos zu <strong>den</strong> <strong>Be</strong>rufen<br />

des Fleischerhandwerks<br />

<strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong> – das <strong>Magazin</strong> <strong>für</strong> <strong>den</strong> <strong>Fleischernachwuchs</strong><br />

Hinweiskarten auf <strong>den</strong> Youtube-Kanal inkl. QR-Code<br />

Videos des YouTube-Kanals in Schleife<br />

2 Rollups<br />

Im Herbst hat die Fleischerinnung Hamburg mit <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong> und Jenny’s Journey bereits auf der<br />

Hamburger <strong>Be</strong>rufsmesse „Handwerkswelten“ <strong>für</strong> unsere <strong>Be</strong>rufe geworben. Das Feedback von<br />

Schüler*innen und Lehrkräften war durchweg positiv.<br />

Jetzt anfordern unter: info@fleischer-nord.de oder 040/35 07 04-00<br />

10<br />

11


Ausbildung im Fleischerhandwerk<br />

nachhaltig. sicher. kreativ.<br />

Fleischerverband Nord e. V.<br />

Marktstraße 57<br />

20357 Hamburg<br />

Telefon: 040 /35 07 04-00<br />

info@fleischer-nord.de<br />

www.fleischer-nord.de<br />

www.be-a-butcher.de<br />

<strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>

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