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GASTRO das Fachmagazin 1-2/22

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D A S F A C H M A G A Z I N Ausgabe 1-2/20<strong>22</strong><br />

WIR VERSTEHEN UNS.<br />

agm.at<br />

Ausgabe 1-2, Februar 20<strong>22</strong>, 39. Jahrgang, Österreichische Post AG, GZ 02Z033305 M, H1 Medien & <strong>GASTRO</strong> Verlag GmbH, Gersthofer Straße 87, 1180 Wien, Coverfoto: Lukas Kirchgasser<br />

Juan Amador<br />

ERNEUT DREI STERNE<br />

FÜR ÖSTERREICH<br />

halek.at<br />

+43 (0)<strong>22</strong>46 /<br />

3125<br />

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STAR-Burger<br />

Art. 1600


1-2/20<strong>22</strong><br />

EDITORIAL 3<br />

Das Ende ist nah!<br />

Corona und keine Ende<br />

– oder doch? Seit<br />

knapp zwei Jahren<br />

quält uns <strong>das</strong> Virus und<br />

trifft dabei vor allem Gastronomie<br />

und Tourismus<br />

wie noch kein Ereignis seit<br />

dem 2. Weltkrieg. Doch<br />

paradoxerweise könnten<br />

wir jetzt gerade – trotz rekordverdächtiger<br />

Infektionszahlen<br />

– <strong>das</strong> langsame Ende des<br />

Schreckens erleben. Allerorten werden<br />

die Schutzmaßnahmen und Reisebeschränkungen<br />

sukzessive heruntergefahren,<br />

Sperrstunden ausgeweitet und<br />

auch sonst scheint business-as-usual<br />

zum neuen Leitmotiv zu werden. Kein<br />

Vergleich zur Situation vor genau einem<br />

Jahr! Die Chancen stehen also gut,<br />

<strong>das</strong>s Corona künftig so ähnlich wie die<br />

Grippe wird – es wird immer wieder eine<br />

Welle geben, die Krankheit ist nicht ungefährlich,<br />

aber man kann sich dagegen<br />

impfen, wir werden lernen damit umzugehen<br />

und wir werden schon bald auch<br />

wieder gesellige Zusammenkünfte als<br />

etwas Schönes und nicht mehr Bedrohliches<br />

wahrnehmen. Damit steht einem<br />

erfolgreichen Gastro- und Tourismusjahr<br />

20<strong>22</strong> hoffentlich nichts mehr im<br />

Wege!<br />

Erfolgreich ist indes <strong>das</strong> vergangene<br />

Jahr auch für Top-Betriebe wie die<br />

Restaurants Ikarus in Salzburg<br />

und Amador in Wien<br />

verlaufen. Das eine hat im<br />

Gault-Millau erstmals die<br />

Höchstnote von fünf Hauben<br />

erhalten, <strong>das</strong> andere<br />

wurde soeben zum wiederholten<br />

Mal – und als einziges<br />

Restaurant Österreichs<br />

– vom Konkurrenten Michelin<br />

mit drei Sternen in<br />

der absoluten Weltspitze bestätigt. Keine<br />

Frage, <strong>das</strong>s <strong>GASTRO</strong> beiden Betrieben<br />

in diesem Magazin mit einem Portrait<br />

(Ikarus) bzw. einem Interview (Juan<br />

Amador) ausführlich Platz widmet.<br />

Neues gibt’s aber auch aus der Hotellerie<br />

zu berichten: Der Salzburger Walter<br />

Veit hat vor wenigen Wochen Michaela<br />

Reitterer als Präsident der Österreichischen<br />

Hoteliervereinigung (ÖHV) beerbt,<br />

die nach dem Funktionsmaximum von<br />

neun Jahren die Staffel übergeben hat.<br />

Welche Pläne er hat und welche Probleme<br />

er in der Branche sieht, lesen Sie natürlich<br />

ebenfalls in der vorliegenden Ausgabe.<br />

Einer Ausgabe, die neben zahlreichen<br />

weiteren spannenden Geschichten<br />

übrigens zu wesentlichen Teilen im Zeichen<br />

des großen Trend-Themas „Frühstück“<br />

steht.<br />

Gute Unterhaltung beim Lesen<br />

wünscht<br />

Ihr Kurt HEINZ<br />

auf ALLE<br />

ARBEITSTISCHE<br />

<strong>GASTRO</strong>TECHNIK<br />

www.mayway.eu<br />

gültig bis 27.02.20<strong>22</strong><br />

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4 INHALT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Aktuelles<br />

Food Trends 20<strong>22</strong><br />

Neues Jahr, neue Studien! So<br />

auch zum Essverhalten, die jene<br />

Trends herausgreifen, welche die<br />

nächsten 365 Tage angesagt sein<br />

werden. Zwei davon haben wir<br />

herausgegriffen und näher beleuchtet.<br />

Seite 10<br />

Hoch aus dem Norden<br />

Nordische Küche: Zwischen radikal-lokal<br />

und g’schmackig bodenständig.<br />

Seite 42<br />

Foto: airborne77 / Adobe Stock<br />

Flüssige Vitamine<br />

Food 16 bis 61<br />

Foto: SPA Resort Therme Geinberg Chris Perkles<br />

Foto: Lukas Kirchgasser<br />

Open End<br />

Das Frühstück ist zum Ganztagsgenuss<br />

geworden. Es wird lange<br />

gefrühstückt und auf den Tisch<br />

kommt dabei so ziemlich alles.<br />

Seite 18<br />

Geschmacksvielfalt liegt im<br />

Trend<br />

Unkomplizierte, kleine Gaumenfreuden,<br />

die in puncto Vielfalt<br />

und Variationsmöglichkeiten fast<br />

unschlagbar sind erfreuen sich<br />

großer Beliebtheit. Die Rede ist<br />

von Fingerfood.<br />

Seite 26<br />

„Forelle statt Steinbutt rettet<br />

die Welt auch nicht!“<br />

Juan Amador, Österreichs einziger<br />

3-Sterne-Koch, im <strong>GASTRO</strong>-Interview<br />

über Nachhaltigkeits- und<br />

Regionaltrends, die Preisgestaltung<br />

in der Top-Gastronomie und<br />

die Notwendigkeit einer österreichweiten<br />

Michelin-Ausgabe.<br />

Seite 38<br />

Cold drinks 62 bis 75 Food<br />

Foto: Drobot Dean / Adobe Stock<br />

Convenience & Regionalität als<br />

C&C-Trends 20<strong>22</strong><br />

Der Gastro-Großhandel hat auch<br />

schon mehr zu lachen gehabt als<br />

in den vergangenen zwei Jahren.<br />

Umso mehr bemühen sich die<br />

meisten mit verbessertem Service<br />

und vergrößertem Angebot ihre<br />

Kunden zielgenau zu unterstützen.<br />

Seite 52<br />

Ikarus im Höhenflug<br />

Viele Köche verderben den Brei?<br />

Nicht im Hangar 7, den der<br />

Gault-Millau neuerdings mit der<br />

Höchstnote bewertet.<br />

Seite 58<br />

Das Land der Märzenbiere<br />

Zumindest hierzulande hat <strong>das</strong><br />

Märzenbier <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />

Saison. Mit einem Marktanteil von<br />

über 64 Prozent trifft <strong>das</strong> klassische<br />

Helle offenbar den Geschmack<br />

des Durchschnittsösterreichers<br />

sehr gut.<br />

Seite 64<br />

Cognac im Umbruch<br />

Der französische Luxus-Weinbrand<br />

ist gerade dabei, sich neu<br />

zu erfinden und vom Altherren-<br />

Schlummertrunk zum Party-Getränk<br />

zu werden – speziell etwa für<br />

junge schwarze Konsumenten in<br />

den USA.<br />

Seite 70<br />

Cold drinks<br />

Hot drinks 76 bis 85<br />

Hirschbirne vom Obsthof Retter,<br />

Apfelsaft vom Höllinger und frisch<br />

gepresster Orangensaft vor Ort.<br />

Der Saft hat einen neuen Level<br />

erreicht, muss einen Zusatznutzen<br />

haben und kann es qualitativ<br />

durchaus mit dem Wein aufnehmen.<br />

Seite 72<br />

Kaffeegenuss von klassisch bis<br />

trendig<br />

Bei unseren italienischen Freunden<br />

beginnt der Tag mit einem<br />

Cappuccino oder Espresso, die<br />

Franzosen genießen Café au laît<br />

zum Frühstück und bei uns wird<br />

immer noch gerne Filterkaffee<br />

genossen.<br />

Seite 78<br />

Kaffeemachen ist Kopfsache!<br />

Kaffee ist Goran Hubers Leidenschaft.<br />

Der Gründer des Kaffee-Instituts<br />

und wohl einer von Österreichs<br />

berühmtesten Baristas<br />

macht in seinen Kursen Kaffeeinteressierte<br />

zu Profis.<br />

Seite 81<br />

Trends rund um den Kaffee<br />

Des Österreichers liebstes Getränk<br />

entwickelt sich stetig<br />

weiter. Qualität, Convenience und<br />

Experimentierfreudigkeit sind die<br />

treibenden Kräfte hinter aktuellen<br />

Entwicklungen und auch der<br />

Gesundheitsfaktor will bedient<br />

werden.<br />

Seite 83<br />

Foto: Julius Meinl Österreich


1-2/20<strong>22</strong><br />

INHALT 5<br />

wedl.com<br />

Foto: Rechberger<br />

„Die Lohnnebenkosten<br />

müssen runter!“<br />

Walter Veit (63), Inhaber des Hotels<br />

Enzian und der Mankei Alm in<br />

Obertauern, und seit Jänner auch<br />

neuer ÖHV-Präsident, sieht die<br />

Senkung der Lohnnebenkosten<br />

als wesentlichen Faktor für einen<br />

stabilen Tourismus.<br />

Seite 109<br />

Der perfekte Kulinarik-Start in<br />

den Tag<br />

Mit dem richtigen Equipment<br />

lässt sich bei den Gästen der Appetit<br />

aufs Frühstück wecken.<br />

Seite 88<br />

Non food 86 bis 126<br />

Kongresse sind ein reines<br />

Volumensgeschäft<br />

Vom Querfahrer zum Quereinsteiger:<br />

Eigentlich kommt Wolfgang<br />

Stubenberg aus dem Motor(sport)<br />

bereich. Seit über 20 Jahren betreibt<br />

er allerdings mit der Firma<br />

M*Eventcatering gemeinsam mit<br />

seinem Partner eines der größten<br />

Cateringunternehmen Österreichs.<br />

Seite 92<br />

„Schani, trag den Garten raus!“<br />

Die klassische Aufforderung an<br />

den Kellner zur Eröffnung der<br />

Gastgartensaison wird nicht mehr<br />

lange auf sich warten lassen. Zeit<br />

also, sich einen Überblick über<br />

aktuelle Trends zu verschaffen.<br />

Seite 96<br />

Visitenkarte Sanitärbereich<br />

Ein komfortables Badezimmer mit<br />

einem perfekt gestalteten Waschplatz<br />

ist für Hotelgäste eines der<br />

wichtigsten Entscheidungskriterien<br />

bei der Hotelauswahl – <strong>das</strong><br />

bestätigen immer wieder Umfragen<br />

und Zufriedenheitsstudien.<br />

Seite 100<br />

Farbenfroher Morgen<br />

Bunte Teller am Frühstückstisch<br />

versprühen schon zu Beginn des<br />

Tages Lebensfreude. Der Start in<br />

den – guten – Tag ist damit fast<br />

sicher.<br />

Seite 104<br />

Tourismus & Hotellerie 108 bis 127<br />

Foto: rh2010 / Adobe Stock<br />

Hotel der Zukunft<br />

Die Hotellerie steht vor großen<br />

Herausforderungen, nicht zuletzt<br />

durch pandemiebedingte Einschränkungen.<br />

Aber auch schon<br />

davor galt es, umzudenken, neue<br />

Wege zu beschreiten.<br />

Seite 110<br />

Ein Angebot für alle Sinne<br />

Moderne SPA-Behandlungen<br />

gehen heutzutage mit ihrem Angebot<br />

weit über die Grundidee<br />

hinaus.<br />

Seite 114<br />

Nur Pommes waren gestern!<br />

Was braucht es, um Besucher in<br />

eine Therme zu locken? Neben<br />

dem Spaßfaktor und einem ausgeklügelten<br />

Entspannungs- und<br />

Wasserangebot, ist es immer die<br />

Kulinarik, die einen entscheidenden<br />

Faktor darstellt.<br />

Seite 120<br />

Unsere<br />

Spezialität sind<br />

besondere<br />

Wünsche.<br />

Wir sind Deine erste Anlaufstelle für<br />

Großhandels-Produkte und ausgewählte Feinkost.<br />

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6 AKTUELL & ANGESAGT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

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3 Hauben-Kulinarik<br />

Am Ende der romantischen Weinbergstraße,<br />

oberhalb von Brixens Altstadt<br />

in Kranebitt, liegt Familie Pichlers<br />

Hideaway inmitten von Weingärten.<br />

Im Restaurant AO vermischt sich nordischer<br />

Einfluss mit Südtiroler Produkten.<br />

Der gebürtige Belgier Levin Grüten,<br />

den es der Liebe wegen nach Südtirol<br />

verschlug, und Simon Pichler, der Bruder<br />

der Junior-Chefin Teresa, kombinieren<br />

diese beiden Küchen auf gekonnte<br />

Weise und wurden dafür mit drei Hauben<br />

von Gault Millau belohnt. Gemüse<br />

und Kräuter kommen aus dem eigenen<br />

Anbau, während die Schokolade<br />

für die Desserts aus Belgien importiert<br />

wird. „Kreativ Kitchen by Simon & Levin”<br />

nennen es die beiden und getoppt<br />

werden ihre Gerichte sehr oft mit Wein<br />

aus dem eigenen Anbau, der von Winzer<br />

Hans Pichler stammt.<br />

www.byhaller.com<br />

Foto: ART Redaktionsteam<br />

gastro goes<br />

future<br />

www.koll.co.at<br />

Magazin<br />

Newsletter<br />

Socialmedia<br />

Das Netzwerk<br />

für die<br />

Gastronomie<br />

und Hotellerie<br />

Appetit auf Klimaschutz<br />

Ministerin Gewessler mit der ehemaligen<br />

ÖHV Präsidentin Michaela Reitterer.<br />

Foto: Petra Pachler<br />

Der Klimateller, eine Initiative der<br />

ÖHV und des Klimaschutzministeriums,<br />

soll verstärkt für vegane, vegetarische<br />

und regionale Bioprodukte in den<br />

Hotelküchen sorgen. „Wir wollen in Österreichs<br />

Hotels <strong>das</strong> klimafreundlichste<br />

Speise- und Getränkeangebot bieten.<br />

Informieren, motivieren und überzeugen<br />

sind für Ministerin Leonore Gewessler<br />

die Parameter auf dem Weg dorthin.<br />

Klimafreundliche Ernährung solle möglichst<br />

bio und fleischreduziert sein, den<br />

CO2-Fußabdruck verringern und auf regionalen<br />

und saisonalen Genuss setzen.<br />

In einem ersten Schritt sollen Hoteliers<br />

und F&B-Verantwortliche der 1.600<br />

ÖHV-Mitgliedsbetriebe überzeugt werden.<br />

Informiert wird online und Informationsveranstaltungen<br />

inklusive Best<br />

Practices, die zum Umstieg anregen.<br />

Leitfäden und Schulungen der ÖHV<br />

sollen im zweiten Schritt <strong>das</strong> Wissen<br />

über Lebensmittel und deren Auswirkungen<br />

auf <strong>das</strong> Klima vertiefen.<br />

Beim dritten Schritt rücken die Gäste<br />

in den Fokus: Nachhaltigkeit und Regionalität<br />

nehmen einen immer größeren<br />

Stellenwert ein. Wer Storytelling auf<br />

der Speisekarte beherrscht, überzeugt<br />

im entscheidenden Moment. Hinsichtlich<br />

CO2-Ersparnis geht es beim Klimateller<br />

um 450 Mio. Mahlzeiten jährlich in<br />

der Österreichischen Hotellerie.<br />

www.oehv.at/klimateller


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MODERNE<br />

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8 AKTUELL & ANGESAGT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Alpen-Drink<br />

für’s Hotel<br />

Das Motto von harry’s home hotels<br />

& apartments lautet ab sofort<br />

“Create your stay – and have<br />

a drink!”. Denn die Hotelgruppe<br />

aus Österreich ist eine hochprozentige<br />

Kooperation eingegangen<br />

- „harry’s Gin“ heißt <strong>das</strong> neue Tiroler<br />

Getränk. Ideengeber Fabian<br />

Ultsch, harry’s-home-Gründer,<br />

hat sich dafür seinen Onkel<br />

Werner Ultsch an die Seite geholt:<br />

„Mein Onkel produziert mit seiner<br />

Firma Eagles Mountain Distillery<br />

nahe Innsbruck schon seit Jahren<br />

Spirituosen und Liköre. Bei einem<br />

Gespräch wurde dann der Gin<br />

kreiert“, so Fabian, Sohn von Harald<br />

Ultsch. Erhältlich ist der Gin<br />

in allen Hotels der Familie, in den<br />

vier harry’s homes Steyr, Bischofshofen,<br />

München und Zürich wurde<br />

ein lokaler Gin auf die jeweilige<br />

Getränkekarte gesetzt, Gäste können<br />

diese als „Gin Tour“ verkosten.<br />

www.harrys-home.com<br />

Auszeichnung für<br />

Schlosshotels &<br />

Herrenhäuser<br />

D<br />

as Parkhotel Holzner (Südtirol),<br />

Mitglied der Vereinigung, wurde<br />

mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.<br />

Stephan Zippl, seit fünf<br />

Jahren verantwortlich für die Küche<br />

im Parkhotel sowie im „Restaurant<br />

1908“, kocht dankt eines<br />

eigens entwickelten „Re:vier“-<br />

Konzepts mit den besten Produkten<br />

vom Südtiroler Ritten. Mit seinen<br />

Kompositionen möchte Zippl<br />

die Wahrnehmung für regionale<br />

Zutaten und Nachhaltigkeit in<br />

der gehobenen Küche stärken.<br />

Der Guide Michelin vergab außerdem<br />

einen „Grünen Stern“ an <strong>das</strong><br />

Parkhotel für sein Engagement zur<br />

Nachhaltigkeit.<br />

www.parkhotel-holzner.com<br />

Japanisches Almerlebnis<br />

In der Trofana Alm in Ischgl öffnete <strong>das</strong><br />

neue KOYA seine Pforten – und damit<br />

eine Welt der japanisch-internationalen<br />

Küche. Konzept und Kochkunst<br />

stammen von Sternekoch Klaus Brunmayr.<br />

Er war in den Spitzenküchen dieser<br />

Welt zu Hause und hat bei den namhaftesten<br />

Köchen gelernt – von Alfons<br />

Schubeck über Joel Rebouchon in Las<br />

Vegas bis Gordon Ramsay in London.<br />

In seiner Laufbahn hat er <strong>das</strong> „Tristan“<br />

in Porto Portals Mallorca geleitet, ist<br />

Gründer, Entwickler und Executive Chef<br />

der „Lucy Wang“ Restaurants in Ischgl,<br />

Innsbruck und Puerto Portals. Er gilt<br />

Felix-Festival 20<strong>22</strong><br />

10 Jahre Restaurant Bootshaus und 1.001<br />

Jahre Kloster Traunkirchen – <strong>das</strong> sind<br />

Jubiläen, die es zu feiern gilt. Felix 20<strong>22</strong>,<br />

<strong>das</strong> Wirtshausfestival in der Region<br />

Traunsee-Almtal, lädt von 25. März bis 1.<br />

Mai 20<strong>22</strong> ein. Mit dabei sind eine Knödel-Schifffahrt<br />

am Traunsee, Alpin-Asiatische<br />

Fusionsküche, Gourmet-Abende<br />

mit den besten Köchen des Landes und<br />

viele weitere kulinarische Highlights. Bereits<br />

zum dritten Mal verwandelt <strong>das</strong> Kulinarikfestival<br />

die Region Traunsee-Almtal<br />

in eine Bühne für Genussevents aller<br />

Art. Klassiker wie die „Knödlroas“ per<br />

Oldtimerbus am 29. April und per Schiff<br />

am <strong>22</strong>. April dürfen ebenso wenig fehlen<br />

wie die Salzkammergut-Abende der<br />

Traunseewirte. Die bodenständige Küche<br />

mit Musik, Lesung, Bierkulinarien<br />

oder Weindegustationen aus Magnums<br />

als einer der gefragtesten Konzeptentwickler<br />

für High-End-Gastrounternehmen.<br />

Im neuen KOYA verwöhnt Brunmayr<br />

im gemütlichen Rahmen seine<br />

Gäste. Sobald die Wintersaison in Ischgl<br />

startet, verführen wahre Sushi-Meisterwerke<br />

die Gaumen. Die Trofana Alm<br />

ist der Inbegriff alpiner Gemütlichkeit.<br />

Seit 1988 steht sie für Gastlichkeit, in<br />

diesem Winter präsentiert sich die beliebte<br />

Alm rundum erneuert. Modernste<br />

Technik und Alpiner Schick vereinen<br />

sich mit Jahrhunderte altem Holz und<br />

Tiroler Stein.<br />

www.trofana.at<br />

verbinden Kulinarik und Tradition. Auch<br />

20<strong>22</strong> werden die Fischrestaurants Salzkammergut<br />

verschiedene Themenabende<br />

anbieten.<br />

www.wirtshausfestival.at<br />

Foto: Trofana Royal<br />

Foto: Traunsee Hotels


WIR BIETEN AUCH DIE IDEALE SCHIRMLÖSUNG!<br />

MADE IN AUSTRIA & GERMANY<br />

CAFÈ EISZEIT<br />

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STEAKHOUSE RESTAURANT ZUM RIEGLER<br />

GASTHAUS KRAUS


10 AKTUELL & ANGESAGT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Food Trends 20<strong>22</strong><br />

Neues Jahr, neue Studien! So auch zum Essverhalten, die jene Trends herausgreifen, welche<br />

die nächsten 365 Tage angesagt sein werden. Zwei davon haben wir herausgegriffen und<br />

näher beleuchtet. <br />

Von Katrin Schedler<br />

Vegan bleibt im Trend.<br />

Foto: Marcher GmbH<br />

Essen ist ein Grundbedürfnis. Doch<br />

es geht längst nicht mehr nur darum,<br />

wie der Hunger gestillt werden<br />

kann. Mit der steigenden Aufmerksamkeit,<br />

die wir der Nahrungsaufnahme<br />

zukommen lassen, entstehen neue Essgewohnheiten<br />

und auch die Frage nach<br />

dem was gegessen wird unterliegt einem<br />

permanenten Wandel. Wieder entdeckte<br />

Lebensmittel, die ein Revival erleben,<br />

neue Kreationen, die mancherorts mit<br />

Neugierde aufgenommen werden während<br />

sie anderswo noch zu futuristisch<br />

sind, oder auch der Verzicht auf Fleisch,<br />

Zucker, Kohlenhydrate und Co. fließen in<br />

die Gestaltung von Speisekarten mit ein.<br />

Nicht zuletzt hat auch die Corona-Pandemie<br />

wesentlich dazu beigetragen, <strong>das</strong>s<br />

sich Verhaltens- und Ernährungsweisen<br />

verändert haben.<br />

Weniger Fleisch<br />

Die Gruppe der „Flexitarier“ ist auf dem<br />

Vormarsch. Als „Flexitarier“ werden<br />

Menschen bezeichnet, die bewusst weniger<br />

Fleisch essen. Wenn es doch ein<br />

Stück Fleisch sein soll, dann hochwertiges.<br />

Gemessen an der Gesamtbevölkerung<br />

machen Vegetarier in Österreich einen<br />

eher geringen Anteil aus, trotzdem<br />

werden Mahlzeiten ohne Fleisch bzw.<br />

ohne tierische Zutaten immer beliebter.<br />

Hier können Gastronomen mit Kreativität<br />

punkten, denn viele Menschen möchten<br />

sehr wohl mehr Pflanzliches genießen,<br />

die Zubereitung von Mahlzeiten<br />

ohne Fleisch stellt jedoch viele vor eine<br />

Herausforderung. Als Profi in der Küche<br />

können Köche nicht nur auf ihr Fachwissen<br />

zurückgreifen, sondern auch auf<br />

hochwertige pflanzliche Produkte. Denn<br />

im Convenience-Bereich tut sich gerade<br />

sehr viel, was Fleisch-Alternativen anbelangt.<br />

Dass <strong>das</strong> Angebot stetig wächst,<br />

dafür sorgen nicht nur etablierte Marken,<br />

sondern auch Start-up-Unternehmen<br />

und innovative (Klein-)Produzenten.<br />

So wie etwa „Die Fleischloserei“,<br />

Österreichs erste vegane „Fleischerei“,<br />

in der ausschließlich pflanzliche Wurst<br />

und frische fleischlose Produkte her-


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELL & ANGESAGT 11<br />

Im Burgenland hat sich <strong>das</strong> Start-up<br />

PhytonIQ auf den Wasabi-Anbau<br />

spezialisiert.<br />

Foto: Sandra Glatz<br />

gestellt werden. Weißvürstel (vegane<br />

Weißwürste), Lebenkäse (veganer Leberkäse),<br />

veganer Speck oder auch vegane<br />

Steaks, die Dank der Kräuterseitlinge einen<br />

Umamigeschmack bekommen, sind<br />

nicht nur 100 % vegan und in Bioqualität,<br />

sondern auch handgemacht in Österreich.<br />

Auch <strong>das</strong> Unternehmen Marcher<br />

Fleischwerke hat fleischlose Produkte<br />

in seinem Sortiment. Unter der Marke<br />

„DIE OHNE“ werden neben<br />

vegetarischer Wurst<br />

(Bratwüstel, Salami, Extra)<br />

auch Nuggets aus Weizenund<br />

Erbsenprotein in einem<br />

Backteig oder auch<br />

vegane Steaks nach Art<br />

Rindersteak BBQ angeboten.<br />

Es wird also vom Frühstück<br />

über den Snack bis hin zum vollwertigen<br />

Gericht einiges an Fleischlosem<br />

angeboten. Pflanzliche Gerichte werden<br />

in Zukunft ein fester Bestandteil in der<br />

Gastronomie sein und <strong>das</strong> obligatorische<br />

Foto: SO Fröhlich KG<br />

Gemüselaibchen auf der Speisekarte hat<br />

mittlerweile ausgedient – denn es geht<br />

auch köstlich kreativ.<br />

Regionale Exoten<br />

Kartoffeln und Äpfel vom Landwirten<br />

nebenan, Kräuter aus dem eigenen Garten<br />

und Milch aus der Region – Regionalität<br />

ist auch in der Gastronomie ein<br />

präsentes Thema. Immer mehr Gerichte<br />

werden mit regionalen Zutaten zubereitet<br />

und auf dem Frühstücksbuffet sind<br />

im besten Fall die unterschiedlichsten<br />

Schmankerl aus der Umgebung zu finden.<br />

Viele Lebensmittel lassen sich ganz<br />

unkompliziert und einfach von heimischen<br />

Landwirten und Produzenten beziehen,<br />

wenn es jedoch um exotische<br />

Produkte geht, sieht dies schon anders<br />

aus. Könnte man meinen, denn wer sich<br />

ein wenig informiert und Ausschau hält,<br />

der findet regionale Exoten. So wird<br />

etwa auch hierzulande Reis angebaut.<br />

Die fast unscheinbare<br />

Reispflanze ist unter anderem<br />

in der Steiermark zu finden. In<br />

Halbenrain baut Ewald Fröhlich<br />

den regionalen Reis im<br />

Trockenreis-Anbauverfahren<br />

(die Felder werden nicht<br />

geflutet, sondern nach Bedarf<br />

bewässert) an und verarbeitet<br />

diesen in der eigenen Reismühle.<br />

In Gerasdorf bei Wien baut Gregor Neumeyer<br />

seit ein paar Jahren seinen „ÖsterReis“<br />

an – seit 2018 ist dieser sogar<br />

biozertifiziert. Im Burgenland hat sich<br />

info<br />

Neugierig auf regionale<br />

Exoten? Hier finden Sie mehr<br />

Informationen:<br />

www.feigenhof.at<br />

www.so-froehlich.at<br />

www.oesterreis.at<br />

www.phytoniq.com<br />

www.biohof.at<br />

<strong>das</strong> Start-up PhytonIQ auf den Wasabi-<br />

Anbau spezialisiert. Hier kommt Indoor<br />

Farming ins Spiel, wo ideale Bedingungen<br />

für die Kultivierung des Kreuzblütlers<br />

geschaffen werden. Von Mitte Juni<br />

bis Anfang November reifen rund 50<br />

verschiedene Feigensorten im Glashaus<br />

und in der Freilandplantage des<br />

Bio Feigenhofs im 11. Wiener Gemeindebezirk.<br />

Wer also zur Feigensaison auf<br />

heimischen Genuss setzen möchte, der<br />

ist hier an der richtigen Adresse. Auch<br />

frischer Bio-Ingwer und Bio-Kurkuma<br />

aus Österreich gibt es seit ein paar Jahren.<br />

Das burgenländische Unternehmen<br />

veganis startete <strong>das</strong> Anbauprojekt<br />

in Kooperation mit dem Biohof Achleitner.<br />

Optisch unterscheidet sich die heimische<br />

Frischware von der Importware<br />

durch die deutlich hellere Farbe und<br />

<strong>das</strong> angenehme Aroma. Als besonders<br />

exklusives Produkt lassen sich mit den<br />

regional angebauten Exoten wunderbare<br />

Akzente in Speisen setzen.<br />

Fleisch-Innovation aus der Schweiz<br />

Das Schweizer Startup „The Green<br />

Montain“ will revolutionieren statt<br />

missionieren, und <strong>das</strong> mit einem Geschmack,<br />

der Fleischliebhaber begeistert<br />

– nur eben ohne Fleisch. Getreu<br />

der Devise „Null Fleisch. Ächt Schwiiz.“<br />

entwickelt <strong>das</strong> innovative Team Produkte<br />

auf Pflanzenbasis, die dem Original<br />

aus Fleisch in Optik, Geschmack,<br />

Struktur und Biss sowie in der Zubereitung<br />

in nichts nachstehen. The Green<br />

Montain konnte wie kein Zweiter die<br />

nachhaltige vegane Philosophie in ein<br />

wegweisendes, zukunftsträchtiges<br />

Konzept gießen. Vom alternativen Leberkäse,<br />

dem besonderen Steak, dem<br />

ausgezeichneten Burger, dem ausgewählten<br />

Wurstangebot, dem feinen<br />

Faschierten bis zum neuen Schnitzel<br />

reicht die vorläufige Angebotspalette.<br />

Die veganen Geschmackserlebnisse<br />

aus der Schweiz sind reich an Proteinen<br />

und Ballaststoffen und enthalten wertvolles<br />

Vitamin B12. Auf Geschmacksverstärker,<br />

Zuckerzusatz, Cholesterin,<br />

Laktose und Palmöl wird bewusst verzichtet.<br />

www.thegreenmountain.ch<br />

Foto: Green Mountain


12 AKTUELL & ANGESAGT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Fleischlos ist en<br />

vogue<br />

Dieser Trend hat sich schon länger<br />

abgezeichnet, doch nun<br />

ist er unübersehbar: Immer mehr<br />

Menschen verzichten ganz oder<br />

teilweise auf tierische Produkte<br />

– die Gründe dafür sind vielfältig.<br />

Es gehört mittlerweile zum guten<br />

Ton in der Gastronomie, eine<br />

Vielfalt an entsprechenden Gerichten<br />

anzubieten. Daher führt<br />

Transgourmet die Konzeptmarke<br />

„Transgourmet Plant-based“ ein,<br />

die sowohl Eigenmarken als auch<br />

Industriemarken-Produkte, die<br />

vegan oder vegetarisch sind, entsprechend<br />

kennzeichnet und beispielsweise<br />

im Webshop gesondert<br />

ausweist. Das zahlt sehr oft<br />

auch in den zweiten Mega-Trend<br />

Nachhaltigkeit ein. Daneben sind<br />

Tierwohl, Superfood aus nah und<br />

fern ebenso wie Low-Carb und<br />

Hybrid-Food große Themen. Ein<br />

Beispiel sind Cronuts- eine Mischung<br />

aus Croissant und Donut,<br />

im Herkunftsland USA ist es <strong>das</strong><br />

Trend-Gebäck schlechthin.<br />

www.transgourmet.at<br />

Vegane Verführung<br />

Tiefkühlprodukte ohne tierische Inhaltsstoffe<br />

sind aus keiner Großküche<br />

mehr wegzudenken. Gesundheitsund<br />

Nachhaltigkeitsaspekt sprechen<br />

hierbei für sich. Meisterfrost hat nun für<br />

den süßen Sektor vegane Marillen- und<br />

Nougatknödel entwickelt. Die fruchtige<br />

Marillenfüllung, die im Haus selbst<br />

zubereitet wird, und die palmfreie Nougatfülle<br />

werden von einem Kartoffelteig<br />

ummantelt, nach dem Kochen in<br />

Bröseln gewälzt und mit Puderzucker<br />

bestreut. Ob als Hauptspeise oder verführerisches<br />

Dessert, die Palette an süßen<br />

veganen Gerichten bei Meisterfrost<br />

reicht von Strudelvariationen wie Apfelund<br />

Zwetschkenstrudel aus handgezogenem<br />

Strudelteig bis hin zu den veganen<br />

Palatschinken mit diversen Fruchtfüllen.<br />

Auch im pikanten Bereich ist vegan<br />

in: hier gibt es den Krautstrudel oder den<br />

Gemüsestrudel aus gezogenem Strudel-<br />

oder Blätterteig, die kleinen veganen<br />

Gemüsebällchen sowie die herzhaften<br />

Polentalaibchen und <strong>das</strong> knusprige<br />

Knoblauchbaguette in der Produktpallette<br />

von Meisterfrost.<br />

www.meisterfrost.at<br />

Foto: Josef Recheis<br />

Foto: Meisterfrost<br />

Foto: Wolfgang Strimmer<br />

Ausgewogen und bewusst<br />

Seit 1889 arbeitet <strong>das</strong> Haller Familienunternehmen<br />

Recheis erfolgreich und<br />

mit größter Sorgfalt an seinen hochwertigen<br />

Produkten. Als österreichweiter<br />

Marktführer entwickelt <strong>das</strong> Unternehmen<br />

laufend innovative Konzepte für<br />

Gastronomie und LEH. Dabei werden<br />

Ernährungstrends und Kundenwünsche<br />

mit eingebunden. Das umfangreiche Dinkel<br />

Sortiment – Bio Vollkorn Dinkel und<br />

Dinkel Hell Produkte in vielen verschiedenen<br />

Sorten – geht besonders auf den<br />

aktuellen Trend „Real Omnivore“ ein.<br />

Dabei steht eine ausgewogene, nachhaltige<br />

und bewusste Ernährung im Mittelpunkt.<br />

Die „wahren Allesesser“ wollen auf<br />

nichts verzichten und trotzdem auf ihre<br />

Gesundheit und jene des Planten achten.<br />

Dies alles deckt Recheis mit seiner nachhaltigen<br />

Unternehmensphilosophie und<br />

seinen natürlichen Produkten perfekt ab.<br />

Seit April 2018 wird vollkommen CO2-<br />

neutral gearbeitet.<br />

www.recheis.com


Kompromisslose<br />

Frische aus Österreich …<br />

... ist für uns selbstverständlich: Deshalb setzen wir von AGM auf <strong>das</strong><br />

AMA-Gütesiegel-Qualitätsprogramm alpenvorland Rind. Das Fleisch der<br />

Kalbinnen unterliegt strengen Auflagen, wird laufend kontrolliert und<br />

zeichnet sich durch stets gleichbleibende Top-Qualität aus.<br />

Jetzt reinschauen, denn wir haben Adi Bittermann in seiner Grillschule besucht und<br />

sind der Frage nachgegangen, warum Rindfleisch nicht gleich Rindfleisch ist.<br />

agm.at


14 AKTUELL & ANGESAGT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Steuer-News<br />

Was Arbeitgeber/innen in der Hotellerie und Gastronomie aktuell wissen sollten.<br />

Wir haben aus unserer Beratungspraxis<br />

drei aktuell häufig gestellte<br />

Fragen kompakt für Sie zusammengefasst.<br />

Corona-Prämie<br />

Bonuszahlungen an Arbeitnehmer/innen,<br />

die aufgrund der Covid-19-Krise<br />

für <strong>das</strong> Jahr 2021 geleistet werden, sind<br />

- wie auch schon 2020 - bis 3.000 Euro<br />

pro Mitarbeiter/in steuer- und beitragsfrei.<br />

Wichtig für die Begünstigung ist <strong>das</strong><br />

Element der Zusätzlichkeit, es muss sich<br />

dabei also um Zahlungen handeln, die<br />

aufgrund der vorliegenden Corona-Krise<br />

geleistet werden und üblicherweise<br />

bisher nicht gewährt wurden. Die Abrechnung<br />

der Corona-Prämie ist noch<br />

bis Ende Februar 20<strong>22</strong> möglich.<br />

Mitarbeitererfolgsbeteiligung<br />

Ab dem Jahr 20<strong>22</strong> gibt es die Möglichkeit,<br />

bis zu 3.000 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei<br />

als Erfolgsbeteiligung auszuzahlen.<br />

Für die Anwendbarkeit der Steuerbefreiung<br />

muss die Erfolgsbeteiligung allen<br />

Mitarbeitern oder bestimmten Gruppen<br />

von Mitarbeitern gewährt werden und<br />

darf nicht bereits aus anderen Gründen<br />

zustehende Bezüge ersetzen.<br />

Aktuelle Unsicherheit bei<br />

Arbeiter-Kündigungsfrist<br />

Im Oktober 2021 wurden die Kündigungsfristen<br />

der Arbeiter endgültig an<br />

jene der Angestellten angeglichen, Arbeitsverhältnisse<br />

können daher grundsätzlich<br />

nur mehr zum Quartalsende<br />

unter Einhaltung der jeweiligen Kündigungsfrist<br />

beendet werden. Eine abweichende<br />

Vereinbarung des Kündigungstermins<br />

zum 15. und Monatsletzten<br />

ist möglich. Von dieser Regelung ausgenommen<br />

sind die sogenannten Saisonbranchen,<br />

wo weiterhin kürzere<br />

Kündigungsfristen zulässig sind. In der<br />

Fachgruppe Hotellerie und Gastronomie<br />

besteht nach wie vor keine Einigkeit der<br />

Sozialpartner, ob die Branche überwiegenden<br />

Saisoncharakter hat. Eine endgültige<br />

Klärung dieser Frage wird erst<br />

die Rechtsprechung bringen.<br />

Julia Niederleithner, LL.B. (WU)<br />

Steuer- & Unternehmensberaterin,<br />

Zertifizierte Arbeits- & Sozialversicherungsrechtsexpertin<br />

bei LBG Niederösterreich in St. Pölten.<br />

Foto: LBG Österreich GmbH<br />

LBG-Empfehlung: Treffen Sie mit Ihrem<br />

Arbeitnehmern konkrete Vereinbarungen<br />

zu Kündigungsfristen und -terminen<br />

und schaffen Sie damit klare<br />

Spielregeln für alle Beteiligten. So können<br />

spätere Streitigkeiten vermieden<br />

werden.<br />

www.lbg.at<br />

Heimatküche neu interpretiert<br />

Elf befreundete Profiköche haben in<br />

„Genussregionen. Südtirol“ regionale<br />

Gerichte interpretiert, die vielfältig und<br />

vor allem kreativ sind. Hier wird Regionales<br />

mit Internationalem kombiniert,<br />

dadurch entstehen außergewöhnliche<br />

Gerichte wie Entenbrust mit Zirbelkieferhonig<br />

glasiert, Gnocchi primo sale<br />

mit Ricotta, Minze und Erbsen, Lammrücken<br />

mit Pumpernickelkruste oder<br />

Tatar vom Saibling mit Buttermilch und<br />

Wiesenkräutern.<br />

Zu besagten Köchen gehören Armin<br />

Comploj, Armin Gruber, Andrea Irsara,<br />

Mirko Mair, Arnold Nussbaumer, Markus<br />

Peintner, Matthias Schenk, Othmar<br />

Raich, Daniel Werth, Daniel Wolfsgruber<br />

und Stephan Zippl. Eindrucksvolle Bilder<br />

und Texte präsentieren den Zauber<br />

der Südtiroler Landschaft. Herausgeber<br />

des Buches ist Mirko Mair, er wuchs in<br />

einem Bergdorf im Pustertal/Südtirol<br />

auf und hat schon früh seine Leidenschaft<br />

für <strong>das</strong> Kochen entdeckt.<br />

Nach der Kochausbildung sammelte<br />

er Erfahrungen in der gehobenen<br />

Gastronomie und arbeitete in Spitzenhäusern<br />

im In- und Ausland. 2013<br />

pachtete er den Ansitz Sichelburg in<br />

Pfalzen und betreibt dort sein eigenes<br />

Restaurant.<br />

www.dorlingkindersley.de<br />

Verlag: Dorling Kindersley<br />

ISBN 978-3-98541-054-5<br />

240 Seiten<br />

240 x 290 mm<br />

Über 120 farbige Fotos<br />

€ 49,90 (D) / € 51,30 (A)


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELL & ANGESAGT 15<br />

Ski- und Weingenuss in<br />

Ski amadé<br />

Von 12.-19. März 20<strong>22</strong><br />

wird wieder alles serviert,<br />

was die Region zu<br />

bieten hat: 760 Pistenkilometer<br />

und insgesamt<br />

260 Skihütten und Restaurants<br />

in 25 Orten mit<br />

abwechslungsreicher Kulinarik<br />

und österreichischen<br />

Weinen. In Kooperation<br />

mit Österreich Wein Marketing hat Ski amadé mit<br />

TASTE Ski amadé ein Genusserlebnis auf die Beine gestellt:<br />

Gondeldinner, Weinroas, Genuss-Gala und Weinverkostungen<br />

auf den Skihütten verbinden Ski und Kulinarik. Auch der<br />

höchste Bauernmarkt der Alpen, direkt an der Skipiste, lädt<br />

zum Genuss. Rund 30 Stände bieten traditionelle Bauern-Produkte<br />

aus Eigenproduktion, die zum Mitnehmen ins Stoff-<br />

Rucksackerln kommen.<br />

Zertifizierung als Wegweiser<br />

Die teilnehmenden Skihütten müssen regionale Speisen aus<br />

heimischen Produkten und Wein aus Österreich anbieten, um<br />

zum zertifizierten Genusspartner-Betrieb zu werden. Die Kriterien<br />

wurde von Ski amadé gemeinsam mit Österreich Wein<br />

Marketing erarbeitet und mittlerweile tragen 27 kulinarische<br />

Partner zum Ski- und Weingenuss in Salzburg und der Steiermark<br />

bei. Die Zertifizierungsplakette im Eingangsbereich ist<br />

der Wegweiser und ein spezieller Ski amadé Wein der Saison<br />

komplettiert <strong>das</strong> Angebot.<br />

www.skiamade.com/de/Winter/Kulinarik/Ski-und-Weingenuss<br />

Foto: Ski amade<br />

Rudolf Schwarzenbacher,<br />

geschäftsführender<br />

Gesellschafter<br />

der ADEG Zell am See<br />

GmbH und Peter Krug,<br />

Geschäftsführer der<br />

Eurogast Österreich<br />

GmbH.<br />

Foto: Eurogast/ Roland Hölzl<br />

AGM Zeller Gruppe<br />

schließt sich Eurogast an<br />

Wien in Hamburg: Gasthaus abzugeben<br />

Gut laufendes Restaurant in Hamburg<br />

mit österreichischer Küche in gute<br />

Hände abzugeben. Das Restaurant hat<br />

keine Brauerei-Bindung.<br />

Das Restaurant hat einen schönen<br />

großen Gastraum mit hochwertiger Bar,<br />

einen weiteren Gastraum für bis zu 25<br />

Die ADEG Zell am See GmbH, eine Vereinigung selbständiger<br />

Pinzgauer Kaufleute, schließt sich ab 1. Mai 20<strong>22</strong> mit seinen<br />

fünf Cash&Carry Standorten in Altenmarkt, Bad Hofgastein,<br />

Zell am See/Maishofen, Salzburg und Hall in Tirol der Eurogast<br />

Österreich an. Damit wird die AGM Zeller Gruppe zum<br />

Gesellschafter der Eurogast Österreich.<br />

Mit dem Rückzug der deutschen Handelskette REWE/<br />

ADEG aus dem Cash&Carry Geschäft sei eine Neuorientierung<br />

notwendig geworden, erklärt Rudolf Schwarzenbacher,<br />

geschäftsführender Gesellschafter der ADEG Zell am See<br />

GmbH: „Wir werden unseren Weg als verlässlicher, regional<br />

verankerter Partner für Hotellerie, Gastronomie und GV in<br />

Salzburg und Tirol weiter konsequent fortsetzen und in Zukunft<br />

an unseren fünf Standorten unter der Marke Eurogast<br />

noch mehr Österreich, noch mehr Regionalität und mit unserem<br />

innovativen Gastro-Zustellservice noch mehr persönliche<br />

Betreuung bieten.“<br />

Personen für private Feiern, eine neue<br />

ebenerdige WC-Anlage und eine einladende<br />

überdachte Terrasse. Das Objekt<br />

verfügt über einen behindertengerechten<br />

Zugang und über ausreichend Parkplätze.<br />

Es ist ein Abstand an den jetzigen<br />

Betreiber zu zahlen und ein neuer<br />

PÄCHTER GESUCHT<br />

Pachtvertrag mit dem Eigentümer abzuschließen.<br />

Übergabe nach Absprache.<br />

mail@wkb-hamburg.de<br />

Fotos: wkb Hamburg<br />

Bezahlte Anzeige


Seite 16 bis Seite 61<br />

Food<br />

Frühstück<br />

Dass einfältige Frühstücksthemen<br />

passé sind beweisen<br />

moderne Konzepte für<br />

<strong>das</strong> morgendliche Essen<br />

wie „Brinner“. Am Frühstücksbuffet<br />

darf es ab sofort<br />

ruhig avantgardistisch<br />

und abwechslungsreich<br />

zugehen, ohne dabei auf<br />

altbewährte Klassiker verzichten<br />

zu müssen.<br />

Seite 18<br />

Ethno<br />

In dieser Ausgabe geht<br />

es weit nach oben in den<br />

Norden. Die Länder Dänemark,<br />

Finnland, Norwegen<br />

und Schweden sind die<br />

kulinarischen Ziele für eine<br />

Geschmacksreise, auf der<br />

man unter anderem auf Dill,<br />

Knäckebrot und viel Fisch<br />

stoßen wird.<br />

Seite 42<br />

Großhändler<br />

Sie haben wirtschaftlich<br />

gesehen eine unvorstellbar<br />

schwierige Zeit hinter sich:<br />

die Gastro-Großhändler halten<br />

fest, inwiefern Corona<br />

ihr Geschäft beeinflusst hat<br />

und wie es weitergeht. Eurogast,<br />

KHG-Express, Kröswang,<br />

Metro, Transgourmet<br />

und Wedl lassen die letzten<br />

zwei Jahre Revue passieren<br />

und loten neue Chancen<br />

aus. Seite 52


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELLES 17<br />

Französisches<br />

Frühstück<br />

Vandemoortele stellt für einen<br />

Verwöhn-Moment im<br />

stressigen Alltag die authentischen<br />

Mini-Plunder Klassiker<br />

der Marke Banquet d’Or vor. Das Gebäck ist reichhaltig an<br />

Butter und mit sorgfältig ausgewählten, rein natürlichen Zutaten<br />

ausgestattet, ohne Konservierungsstoffe oder künstliche<br />

Aromastoffe. Das Premium Plunder-Sortiment besteht<br />

aus einem Butter-Croissant, einem Butter-Schokobrötchen,<br />

einer Butter-Rosinenschnecke und einer Butter-Apfeltasche<br />

aus zartsplittrigem Blätterteig mit fruchtiger Apfel-Füllung.<br />

Alle Produkte sind im handlichen Snackformat und für den<br />

vielfältigen Genuss entwickelt. Unabhängig von der Tageszeit<br />

können die Gebäckstücke zum Frühstück, für den Nachmittagssnack<br />

oder für Buffets serviert werden und punkten<br />

mit ihrer klassischen Vielfalt, der handwerklichen Optik und<br />

dem buttrigen Geschmack. Alle Produkte verfügen über eine<br />

goldene, zartblättrige Kruste – ganz im Zeichen des französischen<br />

Lebensstils.<br />

www.vandemoortele.at<br />

Foto: Vandemoortele<br />

Auftanken mit<br />

Vitamin D<br />

Die Herbst- und Wintermonate<br />

verlangen<br />

dem Organismus einiges<br />

ab – es weht ein eisiger<br />

Wind und trotzdem<br />

sind Bewegung und<br />

frische Luft wichtig. Um<br />

den Körper durch Ernährung<br />

zu unterstützen hat Haubis<br />

sein „Aktiv Weckerl“ mit Vitamin<br />

D angereichert. Die bewusste<br />

Rezeptur liefert eine Extraportion Gemüse, „gute Fette“ –<br />

und eben <strong>das</strong> gerade in Wintermonaten wichtige Vitamin<br />

D. Darin enthaltene Produkte wie Erbsen, Karotten, Kürbiskerne<br />

und Süßkartoffeln tun rundum wohl. Im Haubis<br />

„Aktiv Weckerl“ trifft bestes Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl<br />

aus Österreich auf ausgesuchtes Gemüse und wertvolle<br />

Saaten. Ein Weckerl deckt 50 Prozent der empfohlenen<br />

Tagesmenge an Vitamin D.<br />

www.haubis.at<br />

Foto: Haubis<br />

Ratzeputz!<br />

Text & Foto: Andrea Jungwirth<br />

Karotten sind <strong>das</strong> perfekte Beispiel für ein Gemüse, <strong>das</strong> von der Wurzel bis zur Blattspitze<br />

verspeist werden kann. Die Karotte ist unverzichtbar in der Küche und zählt zu<br />

den beliebtesten heimischen Gemüsesorten. Das Karottengrün schmeckt aromatisch<br />

und eignet sich fein gehackt als Petersilienersatz, schmeckt im Pesto oder frittiert als<br />

Snack oder dient zur Dekoration von Gerichten. Auch beim Frühstücksbuffet in der Hotellerie<br />

dürfen Karotten nicht fehlen. Gesunde, selbst gepresste Säfte mit reichlich Karotten<br />

sind bei den Gästen sehr beliebt. Bei einer gute Saftpresse erhält man bis zu 250<br />

ml Karottensaft aus etwa 500 bis 600 g frischen Karotten. Übrig bleibt der Trester, der<br />

meist im Bioabfall landet, obwohl er deutlich mehr Carotinoide enthält als der frisch<br />

gepresste Saft. Er eignet sich jedoch hervorragend zum Backen und schmeckt im Brot,<br />

in Gemüselaibchen und vor allem im Karottenkuchen gut. In gängigen Rezepten wird<br />

der Karottenanteil im Kuchen durch die halbe Menge Karottentrester ersetzt, wird der<br />

Teig zu trocken, kann etwas Apfelmus dazugegeben werden.<br />

Mit Putz und Stingl<br />

KAROTTENKUCHEN<br />

Zutaten für 1/2 – 2/3 eines<br />

Backbleches:<br />

5 Eier<br />

150 g Zucker<br />

100 g Butter<br />

150 g Karottentrester<br />

300 g Haselnüsse mit der Schale<br />

70 – 100 g Mehl<br />

8 g Backpulver<br />

› etwas Orangen- und<br />

Zitronenabrieb<br />

Saft einer halben Zitrone<br />

Mark einer halben Vanilleschote<br />

› 1 gute Prise Salz<br />

Zubereitung:<br />

1. Haselnüsse fein reiben, Zitronen- und Orangenabrieb mit dem Zitronensaft<br />

unter den Karottentrester mischen. Mehl mit Backpulver mischen.<br />

2. Eier trennen, die Eiweiße steif schlagen, 2 Esslöffel Zucker in den Eischnee<br />

geben und nochmals steif schlagen.<br />

3. Eidotter, Vanille und Zucker schaumig rühren, weiche Butter dazugeben<br />

und gut verrühren. Nüsse, Karotten, Salz und Mehl unter die Masse rühren.<br />

Ist der Teig zu trocken, etwas Apfelmus dazugeben. Zum Schluss den Eischnee<br />

auf Etappen unterheben.<br />

4. Zum Backen einen verstellbaren Backrahmen verwenden. Den Teigrahmen<br />

auf die gewünschte Größe einstellen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes<br />

Backblech setzen. Den Teig einfüllen und glatt verstreichen.<br />

5. Kuchen im vorgeheizten Backrohr bei 190 Grad Celsius etwa 20 Minuten<br />

backen. Danach die Temperatur auf 100 Grad Celsius senken und nochmals<br />

10 bis 20 Minuten fertig backen.


18 FRÜHSTÜCK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Open<br />

End<br />

Foto: SPA Resort Therme Geinberg Chris Perkles


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRÜHSTÜCK 19<br />

Das Frühstück ist zum Ganztagsgenuss geworden. Es wird lange gefrühstückt und auf den<br />

Tisch kommt dabei so ziemlich alles. <br />

Von Petra Pachler<br />

Längst vorbei sind die Zeiten, als<br />

<strong>das</strong> Frühstück aus Kaffee mit einem<br />

Marmeladesemmerl bestand.<br />

Opulente Frühstücksbuffets mit<br />

kalten und warmen Gerichten gehören<br />

längst zum Standard in der gehobenen<br />

Hotellerie und zu besonderen Anlässen<br />

einen Gutschein für ein Frühstück zu<br />

schenken ebenso.<br />

Schinken, Käse, Gemüse, Fisch, Müsli –<br />

<strong>das</strong> Frühstück beinhaltet fast alle Lebensmittel<br />

und deren Zubereitungsformen.<br />

Ein Mini-Schnitzerl oder ein Mini-Hamburger<br />

sind keine Seltenheit mehr und<br />

geschuldet ist dies auch der neuen Richtung<br />

„Brinner“. Einer Frühstücksform, die<br />

sich aus den Begriffen „Breakfast & Dinner“<br />

zusammensetzt und, wie der Name<br />

schon vermuten lässt, eine Kombination<br />

aus beiden ist. Kommend aus den USA,<br />

etabliert sich dieses Konzept immer öfter<br />

auch in der europäischen Gastronomie.<br />

Beim Brinner werden Zutaten von Frühstück<br />

und Abendessen kombiniert und<br />

führen zu spannenden Kreationen. Klassische<br />

Eiergerichte sind gut, Hummersuppe<br />

und Burrito für manche noch besser.<br />

Gesunde Variante<br />

Porridge, Waffeln, Eiergerichte oder<br />

Suppen – Hauptsache warm. Bei diesem<br />

Frühstücksangebot ist der asiatische<br />

Einfluss Vorbild, der den guten<br />

Start in den Tag nur in einer warmen<br />

Mahlzeit sieht. Grund sind gesundheitliche<br />

Aspekte: Die Verdauung wird angeregt<br />

und der Heißhunger gedämpft.<br />

König dabei ist <strong>das</strong> Porridge, <strong>das</strong> seine<br />

Basis im guten alten Haferbrei mit seiner<br />

hohen Dosis an Vitaminen und Mineralstoffen<br />

hat und laut Ayurveda die Frühstücksvariante<br />

überhaupt ist. In früheren<br />

Generationen war der Haferbrei die<br />

Hauptmahlzeit für körperlich schwer<br />

Arbeitende, heute ist er, verfeinert mit<br />

Obst, Nüssen oder unterschiedlichen<br />

Gewürzen, ein Genussfaktor. Das Vorurteil<br />

der scheinbar aufwändigen Zubereitung<br />

lässt sich vermeiden, in dem man<br />

die Basis bereits am Vortag zubereitet<br />

oder zu Fertigprodukten greift. Auch fertige<br />

Porridge-Tüten, die nur noch mit heißem<br />

Wasser aufgegossen werden, erfreuen<br />

sich steigender Beliebtheit und in recyclebaren<br />

Papiertüten oder Mehrweg<br />

Bowls ist auch umwelttechnisch nichts<br />

dagegen einzuwenden.<br />

Der Klassiker<br />

Trotz aller Neuheiten, darf am Frühstücksbuffet<br />

ein Klassiker nie fehlen<br />

und <strong>das</strong> sind Eiergerichte. Doch ihre<br />

Frische und Optik zu gewährleisten, ist<br />

nicht immer ganz einfach. Stehen die Eiergerichte<br />

zu lange am Buffet, werden<br />

sie unansehnlich und auch hinsichtlich<br />

Hygiene ist Vorsicht geboten. Eine<br />

Antwort auf diese Herausforderung hat<br />

<strong>das</strong> deutsche Unternehmen eggcellent<br />

mit seinen beiden Geräten Pollux und<br />

Castor für weiche Eier: Eine ausgeklügelte<br />

Umlufttechnik im Castor bewirkt,<br />

<strong>das</strong>s die Eier nicht hart oder kalt werden<br />

und die Castor-Technik ermöglicht auch<br />

die Präsentation der Eier in unterschiedlichen<br />

Garstufen gleichzeitig. Der Vorteil<br />

für den Gast ist klar: Er kann sich direkt<br />

bedienen und muss auf sein Ei nicht<br />

Foto: Chris Dernjac<br />

STARTE MIT BIO IN DEINEN TAG<br />

.... am Besten<br />

mit den köstlichen<br />

BIO-FRUCHTAUSTRICHEN<br />

aus der Unterweger Früchteküche.<br />

Für den ganz besonderen Fruchtgenuss<br />

empfehlen wir unsere<br />

BIO FRUCHTAUFSTRICHE<br />

MIT<br />

100% FRUCHT<br />

Unterweger Früchteküche GmbH • www.fruechtekueche.at


20 FRÜHSTÜCK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Der Castor von eggcellent garantiert<br />

gleichbleibende Ei-Qualität.<br />

Foto: M. Göbel<br />

In der Kettenhotellerie wird Regionales<br />

mit Fixstartern kombiniert.<br />

Foto: Christoph Weiss<br />

Obst, Speck, Müsli und frisches Gebäck<br />

zählen in der Kettenhotellerie (links)<br />

ebenso zum Standard, wie beim Berg-<br />

Baur am Bauernhof.<br />

Foto: Wolfgang Scherzer<br />

warten und der Gastgeber spart Zeit in<br />

der Vorbereitung und kann Qualität am<br />

Frühstücksbuffet garantieren.<br />

Der Castor, erhältlich in zwei Größen<br />

(Castor Classic in der repräsentativen hohen<br />

Form sowie Castor Junior als niedrigere<br />

Variante), ist aber nicht nur funktional,<br />

sondern auch etwas für die Optik. Die<br />

Korbausführung empfiehlt sich dabei für<br />

einen gemütlich-rustikalen Frühstücksraum<br />

und der Edelstahl-Castor passt in<br />

modernes, gehobenes Ambiente.<br />

www.eggcellent.de<br />

Frühstück im Hotel<br />

Für Hoteliers ist <strong>das</strong> Frühstück eine Möglichkeit,<br />

ihre Philosophie zu präsentieren:<br />

Selbstgemachte Marmeladen und Säfte,<br />

Obst und Kräuter aus dem eigenen Garten,<br />

hausgemachte Mehlspeisen oder<br />

gebrandete Marmeladegläser mit ihrem<br />

Logo. Familienbetriebe punkten mit völlig<br />

individuellen Konzepten, in der Kettenhotellerie<br />

setzt man auf einen roten<br />

Faden, der sich durchzieht, aber mit regionalen<br />

Assets ergänzt wird. Kontinuität<br />

als Wiedererkennungseffekt und<br />

gleichbleibende Qualität sind die Kennzahlen.<br />

Die Ibis-Kette bietet ihren Gästen<br />

ein Frühstücksangebot, <strong>das</strong> von Land zu<br />

Land leicht variiert und jeweils individuell<br />

mit regionalen Produkten ergänzt wird.<br />

„Denn Gäste des österreichischen Hotels<br />

bevorzugen Brot, während sich die Frühstücksgewohnheiten<br />

in der Schweiz teilweise<br />

am französischen Nachbarn orientieren“,<br />

so Thomas Frisch, Vice President<br />

F&B&E DACH bei Accor.<br />

www.ibisstyleswien.com/<br />

Crazy Farming<br />

So lautet die Philosophie des Hotels<br />

BergBaur am Großvenediger. Die Farmer<br />

Familie Proßegger bewirtschaften<br />

<strong>das</strong> Feriengut Buasen, <strong>das</strong> seit dem<br />

Sommer als erstes „Crazy Farming Hotel“<br />

der Alpen positioniert ist. Die Gäste<br />

beim BergBaur können sich selbst mit<br />

den Produkten direkt vom Hof versorgen,<br />

<strong>das</strong> Frühstück wird als kleiner Genussmarkt<br />

inszeniert, bei dem selbstgemachte<br />

Marmeladen und Müslis, frisch<br />

gelegte Freiland-Eier und frisch gebackenes<br />

BergBaur-Brot den frisch gebrühten<br />

Filterkaffee ergänzen. Frische<br />

ist hier am Bauernhof die Frühstücksbotschaft.<br />

www.bergbaur.at<br />

Frühstück in der Therme<br />

Thermentag ist gleich Urlaubstag und<br />

<strong>das</strong> Frühstück wird dabei immer häufiger<br />

ein Muss. Die Therme Geinberg,<br />

seit August 2021 in allen Gastrobetrieben<br />

Teil der AMA Genussregion, bietet<br />

Frühstück im Bademantel für Hotel-<br />

Frühstücksvorbereitungen in der Rogner<br />

Therme Blumau.<br />

Foto: Hundertwasser Architekturprojekt<br />

und externe Gäste im Marktrestaurant.<br />

Frische saisonale Früchte, Naturjoghurt,<br />

etc. sind der Start in den Thermentag<br />

und für 23 Euro pro Person sind auch die<br />

externen Gäste mit dabei.<br />

Die Gäste speisen auf bunten Tellern,<br />

die zugleich auch den Spaß in der Therme<br />

widerspiegeln sollen.<br />

www.geinberg5.com<br />

Was moderne Frühstückskonzepte<br />

eint, <strong>das</strong> ist die Ausgiebigkeit. Das Frühstück<br />

wird als Ganztagesangebot zelebriert,<br />

was nicht nur <strong>das</strong> Angebot erweitert<br />

und dem Gastronomen ermöglicht,<br />

seine kulinarische Visitenkarte zu hinterlassen,<br />

sondern die Gäste auch länger<br />

im Hause hält.


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRÜHSTÜCK 21<br />

Müsli mal anders<br />

Müsli muss nicht altbacken und langweilig<br />

sein, <strong>das</strong> wurde vor kurzem mit<br />

der Innovation Brüsli bewiesen. Es ist <strong>das</strong><br />

erste Knuspermüsli aus Brot, die Gründer,<br />

ein Wiener Start Up, haben sich ganz der<br />

Nachhaltigkeit verschrieben. Das spezielle<br />

Müsli wird nämlich aus hochwertigem<br />

Brot, Früchten, Gewürzen und Nüssen<br />

kombiniert – und wird somit zum<br />

ersten Knuspermüsli aus Brot. Der Name<br />

ist eine Kombination aus Brot und Müsli.<br />

Das junge Start Up hat mittlerweile zwei<br />

Brüslis im Angebot: Schoko-Nuss und<br />

Cranberry Nuss. Jedes Frühstücksbuffet<br />

wird durch die Besonderheit aufgewertet,<br />

egal ob man <strong>das</strong> Produkt mit Milch,<br />

Joghurt oder einer pflanzlichen Milch-<br />

Alternative genießt. Brüsli ist im Metro-<br />

Sortiment vertreten.<br />

www.metro.at<br />

Foto: BRüSLi_Lara Hensl<br />

Von traditionell bis<br />

international<br />

Aktuell ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander<br />

von Klassikern aus Österreich<br />

und internationalen Frühstücks-<br />

Gerichten sowie Bio- und regionalen<br />

Schwerpunkten bei der ersten Mahlzeit<br />

des Tages zu beobachten. Besonders für<br />

junge Gäste sind vitaminreiche, bunte<br />

Bowls, cremig-fruchtige Smoothies, Pancakes<br />

und Overnight Oats interessant.<br />

Gesundheitsbewusste setzen hingegen<br />

auf Porridge aus verschiedenen Getreidebzw.<br />

Pseudogetreidesorten mit frischen<br />

Früchten und kreativen Toppings. Transgourmet<br />

bietet für jeden Geschmack <strong>das</strong><br />

richtige: Porridge, Schakschuka und Co.<br />

haben längst Einzug in die Speisekarten<br />

gehalten. Nicht mehr wegzudenken sind<br />

auch asiatische Einflüsse – so gehören<br />

Misosuppen überall dort zum Frühstück,<br />

wo <strong>das</strong> Publikum internationaler ist. Parallel<br />

dazu sind die heimischen Klassiker<br />

und regionstypische Produkte „Fixstarter.“<br />

Vegetarische und vegane Alternativen<br />

erleben gleichfalls ein „alltime high“<br />

– wobei wir hier ein Umdenken zugunsten<br />

regionaler Produkte aufgrund der anhalten<br />

Klimaschutz-Diskussion erleben.<br />

Auch im Segment der Superfoods wird<br />

mitunter lieber zu heimischen Erzeugnissen<br />

gegriffen: Lein- ergänzend oder anstatt<br />

Chia-Samen, getrocknete Aroniaund<br />

Maul- als willkommene Option zur<br />

Goji-Beere und heimische Gemüsesorten<br />

und Nüsse statt Avocados. Gastronomiebetriebe<br />

mit einem guten biologischen<br />

Frühstück haben eindeutig ein Image-<br />

Plus, und <strong>das</strong> Angebot spricht sowohl ernährungs-<br />

als auch umweltbewusste Genießer<br />

– und damit auch potenziell neue<br />

Gästeschichten – an. Transgourmet setzt<br />

hier mit Eigenmarken Schwerpunkte: Die<br />

Bio-Eigenmarken natürlich für uns und<br />

Natura bietet traditionellerweise ein großes<br />

Frühstücks-Sortiment an, auch die<br />

Nachhaltigkeitsmarke Transgourmet Vonatur<br />

lässt Gastronomen die Wahl.<br />

www.transgourmet.at<br />

Foto: Wolfgang Strimmer<br />

FÜR EIN GUTES BAUCHGEFÜHL<br />

Wir backen,<br />

was ehrlich ist.<br />

Weit über hundert Jahre ist es her, <strong>das</strong>s in<br />

einer Backstube die ersten Brotlaibe über<br />

den Ladentisch gingen. Seitdem sind wir<br />

als Bäcker ein großes Stück weitergekommen.<br />

Gerade weil unsere Zutaten noch immer<br />

dieselben sind: regionale Rohstoffe, handwerkliches<br />

Können, die Liebe zur Tradition<br />

und die Lust an der Innovation. Aus dem<br />

niederösterreichischen Petzenkirchen bringen<br />

wir Freude ins Körberl. Von Apetlon bis Zürs.<br />

Und immer ofenfrisch.<br />

Bei uns liegt Genuss in der Familie.<br />

Seit fünf Generationen.<br />

www.haubis.at<br />

Ihr Anton Haubenberger


<strong>22</strong> FRÜHSTÜCK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

tipp aus der praxis<br />

Mehrwert für Ihr<br />

Frühstücksbuffet<br />

Ein ansprechendes Frühstücksbuffet<br />

ist den Gästen<br />

auch nach zwei Jahren Pandemie<br />

ein echtes Anliegen –<br />

vielleicht sogar mehr als vorher.<br />

Neben einem vielfältigen Angebot<br />

ist <strong>das</strong> gut gekühlte<br />

Getränk eine Qualitäts-Messlatte<br />

für viele Gäste. Heute gilt<br />

neben einer Auswahl auch<br />

der Zusatz hygienisch sauber<br />

und möglichst wenig Aerosolen<br />

ausgesetzt. Mit den Aerosolen<br />

ist es wie mit dem Zigarettenrauch<br />

– sie verteilen<br />

sich schnell im Raum.<br />

Da bieten sich die zwei Grapos<br />

Frühstückskonzepte mit<br />

ansprechenden, selbstreinigenden<br />

und hygienischen<br />

Ausschankgeräten an.<br />

Die Getränke der Premium<br />

Linie GrapiSun sind mit Vitaminen<br />

angereichert, kalorienarm<br />

und ohne Zuckerzusatz<br />

– also perfekt für <strong>das</strong> Frühstück.<br />

Wir bieten außerdem<br />

zertifizierte Biogetränke als<br />

Postmix-Sirup im Offenausschank:<br />

Die Brooklyn BIO Säfte<br />

sind in vier Sorten erhältlich<br />

und ein echtes Highlight<br />

am Frühstücksbuffet. Alle Getränke<br />

werden kühl und frisch<br />

gezapft, <strong>das</strong> rundet <strong>das</strong> Geschmackserlebnis<br />

natürlich<br />

noch einmal ab.<br />

Der Offenausschank ist somit<br />

auch beim Frühstück im<br />

Hotel eine nachhaltige und<br />

hygienische Alternative zu<br />

offenen Krügen. So beginnt<br />

der Tag mit einem nachhaltig<br />

guten Gefühl für Gäste und<br />

<strong>das</strong> Unternehmen.<br />

KR Wolfgang Zmugg,<br />

Geschäftsführer von Grapos.<br />

www.grapos.com<br />

Foto: Grapos<br />

Alles für den Morgen<br />

Klassisch, aber nicht<br />

langweilig<br />

Dass <strong>das</strong> Frühstück die wichtigste<br />

Mahlzeit des Tages ist, <strong>das</strong> gilt für<br />

Gast und Gastgeber gleichermaßen.<br />

Ob für Frühstückspensionen, <strong>das</strong> Hotelbuffet<br />

oder beim Brunch: Die umfassende<br />

Auswahl an Qualitätsprodukten<br />

in den Wedl Genusswelten sorgt für Frische,<br />

Abwechslung und gute Stimmung<br />

am Frühstückstisch.<br />

Das breite Produktsortiment reicht<br />

von heimischem Obst, frischem Gebäck,<br />

hochwertiger Feinkost bis hin zu<br />

Convenience-Produkten – natürlich so<br />

regional wie möglich und in bester Bio-<br />

Qualität. Außerdem wählen Gastonomen<br />

aus einem breiten Sortiment an vegetarischen,<br />

veganen, laktose- oder glutenfreien<br />

Köstlichkeiten. Ergänzt wird<br />

<strong>das</strong> Angebot durch exzellenten Kaffee:<br />

Bei Wedl warten feinste Röstungen, deren<br />

Duft allein schon zu einem munteren<br />

Morgen verhilft.<br />

www.wedl.com<br />

Ob als farbenfrohe<br />

Deko oder als wunderbarer<br />

Obstsalat im<br />

Glas – frisches Obst gehört<br />

auf jeden Frühstückstisch.<br />

Mit Wiberg<br />

Sweet & Fruity gelingt<br />

<strong>das</strong> perfekte Flavouring.<br />

Die zarte Süße der Erdbeeren,<br />

kombiniert mit<br />

der erfrischenden Säure<br />

der Limette veredelt die<br />

morgendliche Obstdosis.<br />

Der Fantasie sind dabei<br />

keine Grenzen gesetzt. Mit Wiberg<br />

Sweet & Spicy bekommt der morgendliche<br />

Kaffee eine herzhafte Schoko-Kardamom<br />

Note. Der exotische Schoko-<br />

Chino gelingt somit im Handumdrehen.<br />

Auch langweiliger Café Latte war gestern:<br />

Ein Schuss Wiberg Sweet & Salty<br />

sorgt nicht nur für bernsteinfarbene<br />

Nuancen im Glas. Die Kombination von<br />

Karamell und Ursalz liegt voll im Trend<br />

und sorgt für den Wow-Effekt am Frühstückstisch.<br />

Generell bestechen die drei<br />

süßen Saucen durch ihre vielfältigen<br />

Einsatzmöglichkeiten. So ist abwechslungsreiches<br />

Flavouring von Milchshakes,<br />

Joghurts oder vorportionierten<br />

Müslis so einfach wie noch nie. In<br />

Kombination mit Schlagsahne und Sahnespender<br />

lässt sich blitzschnell eine<br />

Mousse aus jeder der drei Geschmacksrichtungen<br />

herstellen.<br />

www.wiberg.eu<br />

Foto: Shutterstock/Wedl<br />

Foto: Frutarom


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRÜHSTÜCK 23<br />

Vielseitige Morgengestaltung<br />

Beim Frühstück gibt es die unterschiedlichsten<br />

Ausführungen, ganz nach<br />

Geschmack: Ob herzhaft oder süß,<br />

als Take-Away-Food auf dem<br />

Weg zur Arbeit oder ausgiebig<br />

in einem Café – der Bedarf<br />

könnte kaum vielseitiger<br />

sein. Gerade in der<br />

aktuellen Zeit gewinnt<br />

auch <strong>das</strong> Roomservicesowie<br />

to go-Frühstück immer<br />

mehr an Bedeutung. Für die dabei<br />

entstehenden Herausforderungen bietet<br />

der Tiefkühlbackwaren-Hersteller<br />

Edna eine Lösung.<br />

Bereits fertig gebackene<br />

Produkte aus dem Edna-<br />

Sortiment können schnell,<br />

flexibel und ganz individuell je<br />

nach Bedarf eingesetzt werden.<br />

Das neue Brezel-Brioche Hot Dog<br />

Weckerl beispielsweise überzeugt neben<br />

der besonders soften Krume mit einer<br />

buttrigen Note sowie einer herzhaften<br />

Laugenkruste.<br />

www.edna.at<br />

Foto: Edna<br />

Grain Free Sport Granola<br />

100 Prozent pflanzliche Protein-Power,<br />

aber 0 Prozent Getreide. Verival starete<br />

sportlich ins neue Jahr und hat die Sport<br />

Range um <strong>das</strong> Grain Free Sport Granola<br />

erweitert. Die Mischung aus gerösteten<br />

Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne,<br />

Cashews und Leinsamen gibt die<br />

notwendige Power für einen energiegeladenen<br />

Start in den Tag. 70 Prozent weniger<br />

Kohlenhydrate als herkömmliche<br />

Frühstückscerealien inklusive aller acht<br />

essentiellen Aminosäuren sorgen für den<br />

Gesundheitskick. Die pflanzliche Proteinquelle<br />

aus Nüssen und Samen erhält<br />

die süße Note durch einen Hauch Ahornsirup<br />

und einer Prise Zimt. Niedriger Zuckergehalt<br />

– großer Geschmack.<br />

www.verival.at<br />

Foto: Verival<br />

Foto: Springer<br />

Butterbrot-<br />

Comeback<br />

Omis Klassiker 2.0“ nennt ihn<br />

Sternekoch Alexander Herrmann:<br />

Das Butterbrot mit Spiegelei.<br />

Zusammen mit den convenienten<br />

Eiprodukten von Eifix wird die<br />

klassische Brotscheibe nie langweilig<br />

und vielseitig verwendbar<br />

geben sie jeder Rezeptidee den<br />

geschmacklichen und optischen<br />

Pfiff. Mit gutem Brot ist Eifix Snegg<br />

– <strong>das</strong> runde Rührei-Snack oder <strong>das</strong><br />

Ei-Patty die ideale Zwischenmahlzeit.<br />

Der Klassiker Spiegelei auf<br />

Brot wird mit Peggys, dem pasteurisierten<br />

Schalenei von Eipro,<br />

immer frisch und sicher zubereitet.<br />

Im Frühstücksbereich punktet<br />

<strong>das</strong> Eifix Schlemmer Rührei, <strong>das</strong><br />

mit feinen Gewürzen und Sahne<br />

bereits fertig abgeschmeckt ist.<br />

Für <strong>das</strong> to-go-Geschäft mit wenig<br />

Platz und Personal bietet Eipro<br />

mit Snegg einen runden Rührei-Snack<br />

in Handmade-Optik, der<br />

nicht nur gut aussieht, sondern<br />

auch gut schmeckt.<br />

www.eipro.de<br />

In the mood<br />

for good food<br />

Gierlingers Crispy Bacon<br />

• Feinster Premium Crispy Bacon „ready to eat“<br />

• In unterschiedlichen Ausbratstufen von<br />

bake off bis very heavy - perfekt für Ihren Bedarf<br />

• Als Scheiben ideal für Frühstücksbuffet, Rührei<br />

und Burger-Topping<br />

• Wir verwenden ausschließlich Frischfleisch<br />

für Gierlingers Crispy Bacon<br />

bake off light medium heavy very heavy<br />

food for good mood<br />

Weingartenstraße 14 | A-4100 Ottensheim | Austria | Tel. +43 7234 83141<br />

office@gierlinger-holding.com | www.gierlinger-holding.com


24 FRÜHSTÜCK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Nougat im<br />

Dispenser<br />

Der „Darbo Dispenser“ ist eine<br />

Vorrichtung, in die man Dosierflaschen<br />

hygienisch am Buffet<br />

platzieren kann. Durch einen einfachen<br />

Hebeldruck können sich<br />

die Gäste eine Portion Aufstrich<br />

entnehmen – eine Lösung ohne<br />

viel Technik. Der Darbo Dispenser<br />

wurde speziell für die neuen Dosierflaschen<br />

designt. In neutralem<br />

Weiß und mit klaren klassischen<br />

Linien passt er in jeden Hotelbetrieb,<br />

der nach einer Dosierlösung<br />

fürs Buffet sucht. Hochwertige<br />

Materialien wie Aluminium<br />

und Edelstahl sorgen für Stabilität<br />

und Langlebigkeit. Die Handhabung<br />

ist für Gast und Personal<br />

selbsterklärend. Ist eine Flasche<br />

leer, kann man sie in Sekundenschnelle<br />

durch eine neue ersetzen.<br />

Alle Oberflächen sind leicht<br />

erreichbar und abwischbar. Darbo<br />

erweitert nun <strong>das</strong> Angebot an<br />

Dosierflaschen für dieses erfolgreiche<br />

Buffetsystem: Neben verschiedenen<br />

Fruchtaufstrichen und<br />

Blütenhonig steht nun zusätzlich<br />

eine Nougatcreme in der Dosierflasche<br />

zur Auswahl. Mit ihrem angenehm<br />

nussigen Geschmack und<br />

ihrer fein-cremigen Konsistenz begeistert<br />

diese. Aber die neue Creme<br />

schmeckt nicht nur auf Brot.<br />

Auch im Joghurt, im Müsli, auf Palatschinken,<br />

zu Eis oder auf Früchten<br />

sorgt sie für eine willkommene<br />

Abwechslung. Übrigens wird die<br />

Darbo Nougatcreme ohne Palmöl<br />

hergestellt.<br />

www.darbo.at<br />

Foto: ALBERTI & WEGO GBR<br />

Feines aus der Backstube<br />

Das Frühstück lässt uns in den Tag starten,<br />

und nicht umsonst ist die Mahlzeit<br />

nach dem Aufstehen für viele die<br />

wichtigste des Tages. Jedenfalls beginnt<br />

ein guter Tag mit einem guten Frühstück,<br />

und Marmeladen gehören hier immer<br />

dazu. Seit zwei Jahren gibt es die erlesenen<br />

Fruchtaufstriche der Tiroler Früchteküche<br />

auch in Bio. Weil alles Gute zurückkommt,<br />

kann man die hohe Qualität<br />

auch mit ruhigem Gewissen genießen,<br />

denn Frucht und Zucker stammen aus<br />

Bernhard Macher.<br />

Foto: Katharina Schiffl<br />

Die Linauer Backstube ist Teil der Ankerbrot<br />

Gruppe, aber trotzdem ein<br />

regionaler Bäcker in Lichtenwörth in<br />

Niederösterreich. Hier wird ein umfangreiches<br />

Angebot für Gastronomie-Kunden<br />

aller Art geboten. Besonders stolz<br />

ist Bernhard Macher, Leitung Vertrieb<br />

Gastronmie, auf die qualitativ hochwertigen<br />

Tiefkühl-Produkte, die es den<br />

Kunden ermöglichen, ofenfrisch und<br />

vor allem bedarfsgerecht Produkte anzubieten.<br />

Für die Herstellung wird ausschließlich<br />

österreichisches Mehl verwendet,<br />

außerdem wird besonders auf handwerkliche<br />

Herstellung gesetzt. Ganz neu<br />

ist eine vegane Erdbeerschnitte und eine<br />

vegane Haselnussschnitte, mit denen<br />

auch dem aktuellen Essens-Trend der<br />

veganen Ernährung Rechnung getragen<br />

wird. Außerdem gibt es ein wechselndes<br />

Angebot von saisonalen Produkten,<br />

vom Weihnachtskeks über <strong>das</strong><br />

Bärlauchweckerl bis zum Erdbeer- oder<br />

Marillenkuchen. Eine Bestellung ist telefonisch<br />

beim Linauer Kundencenter<br />

oder über den Webshop möglich. Die<br />

Zustellung ist ab 50 Euro Bestellwert<br />

kostenlos in die Liefergebiete Wien,<br />

dem Burgenland und dem Süden und<br />

Osten von Niederösterreich.<br />

www.ankerbrot.at, www.linauer.at<br />

Individuelle Glasgrößen<br />

biologischem Anbau. Besonders ist dabei<br />

auch der hohe Fruchtanteil von 60 Prozent.<br />

Erhältlich sind die Bio-Fruchtaufstriche<br />

in Portionsgläsern mit 42 Gramm,<br />

in Gläsern zu 260 Gramm und neu seit<br />

2021 im großen Glas mit 830 Gramm.<br />

Das größere Glasausmaß ist vor allem<br />

für die Gastronomie und Hotellerie ideal.<br />

Verfügbare Sorten sind Marille, Erdbeer,<br />

Himbeer, Heidelbeer-Cassis und<br />

Preiselbeer.<br />

www.fruechtekueche.at<br />

Foto: Unterweger Früchteküche,Ramona Waldner


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRÜHSTÜCK 25<br />

Milch mit wertvollen<br />

Inhaltsstoffen<br />

Um fit und frisch in den Tag zu starten,<br />

greifen viele schon beim Frühstück zu<br />

hochwertigen und gesunden Heumilch-<br />

Produkten. Die Produkte der Erlebnissennerei<br />

Zillertal weisen gegenüber herkömmlicher<br />

Milch einen rund doppelt so<br />

hohen Wert an Omega-3-Fettsäuren und<br />

konjungierten Linolsäuren (CLA) auf.<br />

Das artenreiche Futter für die Heumilchkühe<br />

wirkt sich nämlich auf <strong>das</strong> Fettsäurenspektrum<br />

der Milch aus. In den verschiedenen<br />

Gräsern und Kräutern sind<br />

die Blätter besonders reich an Mineralstoffen<br />

und Proteinen. In ihnen stecken<br />

neben den wichtigen Nährstoffen auch<br />

eine Vielzahl an Aromen. Diese sind geschmacksbildend<br />

und tragen so zur hohen<br />

Milchqualität bei. Egal, ob bei der<br />

Trinkmilch, den cremigen Joghurts oder<br />

den gschmackigen Käsesorten – in jedem<br />

der Heumilch-Produkte steckt eine<br />

durchdachte Rezeptur, die schonendste<br />

Verarbeitung, ausgedehnte Reifezeiten<br />

und <strong>das</strong> Wissen von langjährigen Mitarbeitern.<br />

www.erlebnissennerei-zillertal.at<br />

Weniger Planungsfrust,<br />

mehr Frühstücken<br />

Foto: Yellow Images<br />

Individualität<br />

und<br />

Vielfalt angepasst an<br />

die Besonderheiten des<br />

eigenen Betriebes und<br />

der Zielgruppe sind die<br />

Basis für ein erfolgreiches<br />

Frühstückskonzept:<br />

Frühstück ist<br />

nicht gleich Frühstück.<br />

Gerade die aktuelle Situation<br />

zeigt, <strong>das</strong>s es<br />

jederzeit zu Schwankungen<br />

bei Auslastung<br />

und Planung kommen<br />

kann. Deshalb hat<br />

Resch und Frisch sein<br />

System rund um Brot<br />

und Gebäck an die Bedürfnisse der Gastronomie<br />

angepasst. Flexible Mengenplanung<br />

und schnell auf tagesaktuelle<br />

Auslastungen zu regieren ist hiermit<br />

einfach. Buffet, Frühstück à la carte oder<br />

to go – der Backwarenhersteller bietet<br />

mit einer vielfältigen Auswahl vielseitige<br />

Ergänzungen für jedes Frühstücksangebot.<br />

Das Gebäck kann mit nur einem<br />

Knopfdruck fertig gebacken und ofenfrisch<br />

serviert werden – ohne großen<br />

Aufwand, ohne Warenüberschuss und<br />

in bester Qualität.<br />

www.resch-frisch.com<br />

Foto: Resch & Frisch<br />

Foto: Berglandmilch<br />

Milchprodukte<br />

zum Frühstück<br />

Der Trend geht eindeutig zu<br />

mehr Regionalität am Teller.<br />

Hier schmeckt <strong>das</strong> Brot am besten<br />

vom örtlichen Bäcker und zusammen<br />

mit regionalen Milchprodukten<br />

der Berglandmilch, wie zum<br />

Beispiel der neuen extra-streichfähigen<br />

Schärdinger Berghof Bergbauern<br />

Butter, ist <strong>das</strong> Frühstück<br />

schon da. Die Milch zum Cappuccino<br />

oder Latte Macchiato kommt<br />

aus der nachhaltigen Mehrweg-<br />

Glasflasche von Berghof oder Tirol<br />

Milch.<br />

Das Trend-Thema Nachhaltigkeit<br />

wird bei den Berghof Natur-<br />

und Fruchtjoghurts im neuen<br />

umweltfreundlichen und appetitlichen<br />

Mehrweg-Glas großgeschrieben.<br />

Ganz neu gibt es jetzt von<br />

Schärdinger die Berghof Bergbauern<br />

Naturjoghurts auf Frucht in<br />

den kleinen 150g Gläsern, die auf<br />

jedes Frühstücksbuffet passen.<br />

Klassiker sind und bleiben die Butter-Portionen<br />

10g und 20g sowie<br />

<strong>das</strong> Schärdinger und Tirol Milch<br />

Käsesortiment von mild bis würzig.<br />

www.berglandmilch.at


26 FINGERFOOD<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Geschmacksvielfalt<br />

liegt im Trend<br />

Foto: Zirp


1-2/20<strong>22</strong><br />

FINGERFOOD 27<br />

Unkomplizierte, kleine Gaumenfreuden, die in puncto Vielfalt und Variationsmöglichkeiten<br />

fast unschlagbar sind erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Rede ist von Fingerfood. Auch die<br />

Burger-Szene mag es vielseitig. Exotische Zutaten sind keine Seltenheit mehr und bringen<br />

neue Geschmackserlebnisse.<br />

Von Katrin Schedler<br />

Ein Biss, ein Genuss! Klein & handlich muss <strong>das</strong> Fingerfood sein.<br />

Jeder kennt sie, die kleinen Häppchen,<br />

welche zu den unterschiedlichsten<br />

Anlässen serviert und<br />

in der Regel mit zwei, drei Bissen<br />

verzehrt werden. Besteck oder sonstige<br />

Hilfsmittel zum Essen sind nicht notwendig,<br />

denn wie der Name schon sagt,<br />

bedeutet Fingerfood frei übersetzt „Essen<br />

mit den Fingern“. Dabei können diese<br />

Häppchen salzig oder auch süß sein<br />

– Hauptsache, die Handhabung ist einfach.<br />

Im Prinzip lässt sich aus den meisten<br />

Lebensmitteln bzw. Speisen auch<br />

Fingerfood herstellen. Ob <strong>das</strong> nun Käsewürfel<br />

zusammen mit einer Weintraube<br />

aufgespießt oder aufwändigere<br />

Häppchen, die Staunen bei den Gästen<br />

hervorrufen, sind, kommt auf den Anlass<br />

und die Gesellschaft drauf an. Ersteres<br />

galt vor Jahren als echter Klassiker<br />

im Fingerfood-Sortiment. Mittlerweile<br />

sind die Käse-Happen allerdings kreativeren<br />

und internationaleren Rezepten<br />

gewichen. Es sei denn, eine 90er-Motto-Party<br />

ist geplant, da sind die kleinen<br />

Spieße fast ein Muss. Wie aufwändig<br />

<strong>das</strong> gereichte Fingerfood ausfällt,<br />

<strong>das</strong> hat auch oftmals mit der Anzahl<br />

an Gästen zu tun. Eine kleine Gesellschaft<br />

kann ganz anders bedient werden<br />

als große Gruppen. Auch spielt hier<br />

die Frage mit, ob die Häppchen à la minute<br />

zubereitet werden oder nicht. Wer<br />

jedoch denkt, <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Zubereiten von<br />

Fingerfood aufgrund dessen Größe auch<br />

schneller geht als „normalgroße“ Speisen,<br />

der irrt. Genaues Arbeiten und viele<br />

kleine Teile, die zusammengesetzt werden<br />

zu einem köstlichen Ganzen – <strong>das</strong><br />

kann schonmal einiges an Zeit beanspruchen.<br />

Zum Anrichten werden auch<br />

gerne kleine Tassen, Gläschen, Schälchen<br />

oder Fingerfood-Löffel verwendet.<br />

Das Auge isst ja bekanntlich mit, weshalb<br />

Fingerfood auch gerne aufwendig<br />

dekoriert wird. Doch bei all der Liebe<br />

zum Detail sollte bedacht werden, <strong>das</strong>s<br />

der Gast schlussendlich mit den Fingern<br />

isst. Fragile Kunstwerke sind zwar schön<br />

anzusehen, allerdings sind sie weit entfernt<br />

vom handlichen Häppchen, <strong>das</strong><br />

man elegant im Stehen essen kann.<br />

Sandwiches, Canapés &<br />

Chicken Nuggets<br />

Wann und wo der Name Fingerfood<br />

zum ersten Mal verwendet wurde, ist<br />

nicht bekannt. Allerdings bezeichnete<br />

man in England Mitte des 18. Jahrhunderts<br />

Sandwiches als Fingerfood und<br />

gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen<br />

Canapés, die französische Variante von<br />

Fingerfood, auf. Darunter verstand man<br />

anfangs geröstete oder gebratene Brotscheiben<br />

mit den unterschiedlichsten<br />

Belägen. Später wurde <strong>das</strong> Wort Canapé<br />

zu einem Synonym für sämtliches Fingerfood.<br />

Während der amerikanischen<br />

Prohibition (1920-1933), als die Herstellung,<br />

der Transport und der Verkauf von<br />

Alkohol landesweit verboten wurde und<br />

in den illegalen Kneipen und Clubs, den<br />

sogenannten Speakeasys, heimlich weiterhin<br />

Hochprozentiges ausgeschenkt<br />

wurde, wurde angeblich Fingerfood gereicht,<br />

damit die Gäste nicht nur Flüssiges<br />

zu sich nahmen. Auch bei Empfängen<br />

wurden gerne Canapés gereicht und<br />

auf Cocktailpartys waren und sind die<br />

kleinen Happen ebenfalls nicht mehr<br />

wegzudenken. Ob als dekoratives Buffet<br />

zum Selbstbedienen oder als „Flying-<br />

Foto: Sandhaase<br />

Buffet“ von Servicekräften gereicht –<br />

Fingerfood sollte bald jedem ein Begriff<br />

sein. Die Häppchen sind also nicht erst<br />

seit gestern vielerorts präsent, was auch<br />

der Fast-Food-Industrie anzurechnen<br />

ist. Denn gerade beim Unterwegs-Essen<br />

ist Fingerfood praktisch. Ganz vorne<br />

mit dabei in der Beliebtheitsskala sind<br />

hier Chicken Nuggets. Fingerfood gibt<br />

es jedoch in fast unzähligen Varianten<br />

und in allen Preissegmenten. Von Tapas<br />

über Mini-Spieße bis hin zu Sushi, Mini-<br />

Quiches, Kipferl, Mini-Sandwiches oder<br />

Pralinen. Fingerfood wird nicht zuletzt<br />

von der jeweiligen Landesküche beeinflusst,<br />

was <strong>das</strong> Sortiment so wunderbar<br />

vielfältig macht.<br />

Regionales Fingerfood<br />

Aktuelle Trends im Food-Bereich nehmen<br />

natürlich auch Einfluss auf <strong>das</strong><br />

Fingerfood-Angebot. So ist es nicht<br />

verwunderlich, <strong>das</strong>s Fingerfood aus saisonalen<br />

und regionalen Zutaten gerne<br />

mit gutem Gewissen verzehrt wird.<br />

Werden die Häppchen bei Anlässen und<br />

Feierlichkeiten gereicht oder in Buffet-Form<br />

angeboten, gibt es zwar keine<br />

Speisekarte, in der die Herkunft der<br />

Zutaten kommuniziert werden kann,<br />

doch gerade bei der Gestaltung von Buffets<br />

können auch etwaige Herkunfts-<br />

Foto: HNBS


28 FINGERFOOD<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

bezeichnungen eingeplant werden. Infos<br />

wie „Wild aus der Region“ oder „Käse<br />

von der Alpe XY“ können beispielsweise<br />

mittels Holztäfelchen angebracht werden.<br />

Vegetarisch und vegan dürfen die<br />

Speisen sein – die Entwicklung zu mehr<br />

fleischlosen Gerichten macht auch vor<br />

Fingerfood keinen Halt. Egal, ob kleine<br />

Reisbällchen, Falafel oder Blumenkohl-<br />

Nuggets, Ideen für pflanzliche Häppchen<br />

gibt es zur Genüge. Durch die kleine<br />

Portionsgröße von Fingerfood lassen<br />

sich auch mal „Fleischtiger“ auf was<br />

Neues ein und probieren den einen oder<br />

anderen Happen ohne tierische Zutaten.<br />

Der Burger-Hype<br />

Die Tage, an denen ein Hamburger bloß<br />

ein Hamburger war sind vorbei. Hierzulande<br />

ist der Burger spätestens seit<br />

der Popularisierung durch eine beliebte<br />

Fast-Food-Kette allen ein Begriff. Doch<br />

besonders in den letzten Jahren hat sich<br />

der Burger ein neues Gesicht zugelegt<br />

und kommt in zahlreichen Variationen<br />

daher. Auf immer mehr Speisekarten ist<br />

der amerikanische Klassiker zu finden<br />

und Lokale, die sich auf die Burger Buns<br />

und Patties spezialisiert haben, sprießen<br />

zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. Apropos<br />

Pilze, die sind seit einiger Zeit u.a.<br />

auch die Basis für Patties, denn ein Burger<br />

geht auch ganz ohne Fleisch. Aber<br />

alles der Reihe nach.<br />

Vom „Rundstück warm“ zum<br />

Burger<br />

Klären wir zuerst die Frage, was unter<br />

einem Hamburger verstanden wird. Ein<br />

Hamburger besteht aus einem speziellen<br />

Brötchen, dem Bun, <strong>das</strong> in der Mitte<br />

waagrecht durchgeschnitten wird<br />

und mit verschiedenen Belägen, allen<br />

voran einem Patty aus gegrilltem Rinderfaschierten,<br />

belegt wird. So weit,<br />

so gut. Wer hat den Hamburger erfunden?<br />

Die Beantwortung dieser Frage gestaltet<br />

sich schon schwieriger. Denn es<br />

geht nicht darum festzumachen, wer als<br />

erstes (Hack-)Fleisch auf den Grill gegeben<br />

und zu einem Patty gegrillt hat (diese<br />

Technik ist uralt), sondern wer <strong>das</strong><br />

gegrillte Stück Fleisch dann zwischen<br />

zwei Brothälften packte und daraus einen<br />

Hamburger kreierte. Belegt ist, <strong>das</strong>s<br />

Blätterteig findet sich im Snackbereich<br />

in allen Variationen.<br />

Foto: Wolfgang Gerth<br />

ein gewisses „Rundstück warm“ bereits<br />

in Hamburg verkauft wurde, bevor der<br />

Hamburger in Amerika seinen Siegeszug<br />

antrat. Dieser Snack bestand aus einer<br />

Frikadelle (Fleischlaberl), die auf ein<br />

Weizenbrötchen gelegt und mit Bratensoße<br />

übergossen wurde. Es ist gut möglich,<br />

<strong>das</strong>s Auswanderer, die in Hamburg<br />

an Bord eines Schiffes Richtung USA<br />

gingen, diese Speise zuvor gekostet haben<br />

oder sie als Proviant mitnahmen.<br />

Das „Rundstück warm“ war also sowas<br />

wie eine Inspirationsquelle. Den Titel<br />

„Erfinder des Hamburgers“ beanspruchen<br />

gleich mehrer Herren für sich. So<br />

wie der deutschstämmige Louis Lassen,<br />

der angeblich einem Gast (um 1900 herum)<br />

in seiner Imbissbude in New Haven<br />

einen „Hamburger“ ganz im Stil des<br />

„Rundstück warm“ aus der alten Heimat<br />

servierte. Das Fleischlaberl packte<br />

er zwischen Toastscheiben und anstatt<br />

der Bratensauce gab’s Tomaten<br />

und Zwiebeln.<br />

Doch auch Charlie Nagreen aus Seymour<br />

behauptet, <strong>das</strong>s er der Erste war,<br />

der den Patty vom Grill im Brötchen im<br />

Jahr 1885 verkaufte. Das wurde sogar<br />

im Bundesstaat Wisconsin per Gesetz<br />

festgehalten. Allerdings gibt’s ein ähnliches<br />

Gesetz in Oklahoma. Hier heißt<br />

der Erfinder jedoch Oscar Weber Bilby,<br />

der 1891 den Hamburger erfunden haben<br />

soll. Wie man sieht, ist es gar nicht<br />

so einfach die Geburtsstunde des Hamburgers<br />

herauszufinden. Was ja eigentlich<br />

nicht schlimm ist, denn Wegbereiter<br />

für den Siegeszug des Hamburgers<br />

waren sie wohl alle. Hamburger nach<br />

heutigem Rezept, also ein Burger Patty<br />

aus Hackfleisch, Senf, Gurke und<br />

Zwiebeln zwischen zwei Scheiben Brot,<br />

wurde nachweislich von Fletcher Davis<br />

aus Texas 1904 bei der Weltausstellung<br />

verkauft. „Old Dave“ gilt als einer<br />

der berühmtesten Namen, die mit der<br />

Erfindung des Hamburgers zusammenhängen.<br />

Soviel zu den Anfängen des beliebten<br />

Hamburgers.<br />

Insekten und Pilze<br />

Der Burger erlebt derzeit einen regelrechten<br />

Ansturm. Denn ein Burger<br />

ist nicht mehr bloß <strong>das</strong> Brötchen mit<br />

Fleisch, Gurke, Zwiebeln und Senf, sondern<br />

es ist auch Platz für Exotisches und<br />

Neues. Patties auf Basis von gemahlenen<br />

Insekten, Pilzen und Erbsenprotein,<br />

Patties aus Naturtofu und Bohnen oder<br />

auch Pilzen bringen da frischen Wind in<br />

die Burger-Szene und sorgen für neue<br />

Geschmackserlebnisse.


1-2/20<strong>22</strong><br />

FINGERFOOD 29<br />

Snack-Genuss der<br />

Sonderklasse<br />

Der Tiefkühlbackwaren-Spezialist<br />

Edna präsentiert eine Produktneuheit<br />

in der Snack-Sparte. Der Pizza-<br />

Donut Salami lässt sich als herzhafter<br />

Snack beschreiben, er vereint zwei der<br />

beliebtesten Klassiker: Donut und Pizza.<br />

Der knusprige Weizenteig in runder<br />

Form ist üppig nach Pizza-Art mit Mozzarella<br />

und Paprika sowie feiner Salami<br />

belegt und begeistert mit seiner echten<br />

Steinofen-Qualität. Ob als Fingerfood<br />

oder kleine Zwischenmahlzeit, mit dieser<br />

Snack-Spezialität wird Kunden und<br />

Gästen ein einzigartiges Geschmackserlebnis<br />

geboten. Der Pizza-Donut kann<br />

sowohl warm als auch kalt genossen<br />

werden, auch deshalb eignet er sich für<br />

<strong>das</strong> To-Go-Angebot. Außerdem ist <strong>das</strong><br />

Produkt simpel in der Zubereitung.<br />

www.edna.at<br />

Foto: Axel Weiss<br />

Burgerpattys<br />

Quick Frozen<br />

Am besten schmecken Burger<br />

den meisten Leuten vom Grill<br />

– egal, ob man diesen selbst anwirft<br />

oder dafür die Gastronomie<br />

aufsucht. Die Marcher Fleischwerke<br />

haben dafür idealen Burger<br />

für alle Fleischliebhaber kreiert: Es<br />

handelt sich um ein <strong>22</strong>0g schweres<br />

Patty aus saftigem Rindfleisch.<br />

Dieses ist ungewürzt und sowohl<br />

zu 100 Prozent aus Österreich als<br />

auch in Bio-Qualität. Der Burger<br />

wird in 10er-Boxen (10 x <strong>22</strong>0 g)<br />

und Quick Frozen versandt. Quick<br />

Frozen bedeutet, <strong>das</strong>s die Produkte<br />

bei -40 Grad in einer speziellen<br />

Technik schockgefrostet werden.<br />

Das Fleisch verliert bei der Lagerung<br />

und beim Auftauen dadurch<br />

nicht an Geschmack, außerdem<br />

findet kein unnötiger Saftverlust<br />

beim Auftauen oder Kochen statt.<br />

Somit kann man die Pattys ideal<br />

in der Tiefkühltruhe lagern. Die<br />

Fleischwerkstatt, der Online-Shop<br />

der Marcher Fleischwerke, bietet<br />

diese jetzt an.<br />

www.fleischwerkstatt.at<br />

www.marcher.at<br />

Knuspriger Bacon für Burger<br />

und Frühstück<br />

Gierlingers zarter Rohbacon besticht<br />

durch seinen authentischen Geschmack<br />

und seine knusprige Eigenschaft.<br />

Durch <strong>das</strong> Ausbraten auf Teflon<br />

im eigenen Fett bekommt er nämlich<br />

eine besondere Knusprigkeit. Überschüssiges<br />

Fett wird einfach mittels<br />

Luft abgeblasen. Es hat sich gezeigt,<br />

<strong>das</strong>s Kunden Gierlingers Crispy Bacon<br />

als besonderes Convenience-Produkt<br />

schätzen und als <strong>das</strong> gewisse Extra bei<br />

klassischen Burgern sowie in Salaten,<br />

Sandwiches, Wraps und Snacks besonders<br />

genießen. Für <strong>das</strong> traditionelle<br />

Frühstück stellt er – kurz aufgewärmt –<br />

eine enorme Arbeitserleichterung dar.<br />

Erhältlich ist Gierligers zarter Rohbacon<br />

in verschiedenen Ausbratstufen von<br />

‚bake off ‘ bis ‚very heavy‘.<br />

www.gierlinger-holding.com<br />

Foto: Gierlinger<br />

Foto: qFOTO, Klagenfurt


30 FINGERFOOD<br />

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Fruchtige<br />

Donuts<br />

Vandemoortele stellt ein trendiges<br />

Donut-Trio vor: die Fruity<br />

Bites Mini der Marke MyOrginals.<br />

Drei unterschiedliche, fruchtige<br />

Geschmacksrichtungen geben einen<br />

sommerlichen Vorgeschmack.<br />

Der Berry Donut Mini besticht mit<br />

seiner fruchtig-beerigen Note. Der<br />

Donut aus softem Germteig überzeugt<br />

durch den Geschmack aromatischer<br />

Heidelbeeren, die als<br />

heimisches Super Food ganzjährig<br />

nachgefragt werden. Die Dekoration<br />

mit bunten Zucker-Konfettis<br />

rundet den Berry Donut Mini<br />

ab. Der Lemon Donut Mini bringt<br />

Sunshine Vibes auf den Teller. Mit<br />

seiner zitronigen Glasur und der<br />

Dekoration aus gelben und blauen<br />

Zuckerperlen deckt er die beliebte<br />

Geschmacksrichtung Zitrone<br />

ab. Der Orange Donut ist ebenfalls<br />

ein klassischer Fruchtvertreter<br />

und bringt den Geschmack von<br />

sonnengereiften Orangen. Mit seiner<br />

orangefarbigen Fettglasur und<br />

der Dekoration aus bunten Zucker-Konfettis<br />

rundet er <strong>das</strong> Trio<br />

ab. Die Fruity Bites Mini Donuts<br />

werden 15 Minuten bei Raumtemperatur<br />

aufgetaut und sind dann<br />

servierfertig.<br />

www.vandemoortele.com<br />

Foto: Vandemoortele<br />

Der Kartoffelklassiker<br />

Pommes Frites sind auf den zweiten<br />

Blick vielfältig: der längliche Beilagenklassiker<br />

schmeckt, egal ob als Vorspeise<br />

mit Käse überbacken, serviert<br />

mit einer kreativen Saucenvielfalt oder<br />

ganz klassisch als Beilage zum Wiener<br />

Schnitzel. Bei Eurogast sind die Kartoffelklassiker<br />

in der 2,5 kg Packung im<br />

Normalschnitt mit 9x9 mm sowie im<br />

modernen Feinschnitt mit 7x7 mm erhältlich.<br />

Die Eurogast Pommes Frites<br />

sind aus der ganzen Kartoffel geschnitten.<br />

Hier schmeckt man besonders die<br />

gelbfleischigen Kartoffeln, die aus Vertragsanbau<br />

stammen. Für die vorgegarten,<br />

tiefgekühlten Pommes Frites<br />

werden ausschließlich Kartoffeln und<br />

hochwertiges Sonnenblumenöl verwendet,<br />

wodurch sie nicht nur vegan, sondern<br />

auch frei von Gluten, Laktose und<br />

gentechnisch veränderten Substanzen<br />

sind.<br />

www.eurogast.at<br />

Fingerfood in aller Munde<br />

Foto: Eurogast<br />

Mit Fingerfood-Tiefkühlprodukten<br />

geht convenient,<br />

frisch und unkompliziert ganz<br />

einfach: Je nach Bedarf auftauen<br />

und frisch zubereiten – und<br />

fertig ist der schnelle Snackgenuss.<br />

Ob als Fingerfood an<br />

der Bar, als schnelle Vorspeise<br />

beim ersten Drink und als<br />

kleine Zwischenmahlzeit zwischendurch:<br />

Gäste wie Gastronomen<br />

schätzen <strong>das</strong> unkomplizierte<br />

Fingerfood. Noch besser,<br />

wenn es leicht zu planen und<br />

zuzubereiten ist.<br />

Das reichhaltige Tiefkühlsortiment<br />

von Transgourmet<br />

umfasst eine breite Palette<br />

an Fingerfood-Gerichten, wie<br />

etwa Cheese Nuggets, Chicken<br />

Wings in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen<br />

oder die<br />

mittlerweile auch hierzulande beliebten<br />

Onion Rings, die so schnell und einfach<br />

auf den Tisch kommen. Dem frischen<br />

Snacken steht somit nichts mehr<br />

im Weg.<br />

www.transgourmet.at<br />

Foto: Pfeiffer


1-2/20<strong>22</strong><br />

FINGERFOOD 31<br />

Das gewisse Etwas<br />

Holzmann FVL präsentiert eine Produktneuheit<br />

in seiner Palette, die<br />

Burgern, Pizzen, Sandwiches, Salaten<br />

und Aufstrichen <strong>das</strong> gewisse Etwas<br />

verleiht. Die karamellisierten Zwiebel-<br />

Streifen sind in Pflanzenöl gebräunt und<br />

mit Rohrzucker karamellisiert. Sie können<br />

einfach zu sowohl kalten als auch<br />

zu warmen Speisen hinzugefügt werden.<br />

Wenn gewünscht, können diese<br />

auch noch vor der Verwendung weiter<br />

angebraten werden, dafür sollte man die<br />

Streifen gut abtropfen lassen und in einer<br />

beschichteten Pfanne oder direkt<br />

auf der Grillplatte ohne Fett bei mittlerer<br />

Hitze bis zur gewünschten Bräunung<br />

anrösten. Für noch mehr Geschmack<br />

kann man die Zwiebel-Streifen mit<br />

Balsamico und noch etwas Zucker in<br />

der Pfanne schwenken. Das Produkt ist<br />

Die Welt der Gewürze<br />

Wibergs facettenreiche Gewürzmischungen<br />

holen alle Geschmäcker<br />

der Welt in die eigene Küche. Auch Burger<br />

und Co. lassen sich vielfältig verfeinern.<br />

Puristen greifen zu Burger Mix<br />

Herby, da hier der Eigengeschmack des<br />

Pattys optimal unterstrichen wird. Mit<br />

Petersilie, Thymian und einer leichten<br />

Jalapeñonote eignet sich diese Mischung<br />

auch für andere Fleischgerichte.<br />

Für einen Kick sorgt der Burger Mix Spicy,<br />

der mit temperamentvoller Chilinote<br />

und geräuchertem Salz die Liebhaber der<br />

„flame kissed“-Burger anspricht. Egal, ob<br />

Fleisch oder Veggie: Der Burger braucht<br />

Crunch. Für die knackige Komponente<br />

sorgen die Wiberg Röstzwiebel mit<br />

aromatischem Geschmack und intensiver<br />

Würzkraft. Für Pommes als Beilage<br />

gibt es <strong>das</strong> Gewürzsalz Pommes Frites<br />

mit Paprika, Zwiebel und Pfeffer im Angebot.<br />

Wer seine Kartoffeln gerne leicht<br />

rauchig mag, verpasst ihnen eine Prise<br />

Cajun, für einen fruchtig und leicht exotischen<br />

Touch greift man zu Grill Brasil<br />

Style mit dem frischen Geschmack von<br />

Limette und Koriandergrün. Bei einer<br />

Burger-Pommes-Kombination dürfen<br />

besser verträglich als frische Zwiebeln,<br />

außerdem kostengünstiger und kalkulierfreundlich.<br />

www.holzmann-fvl.at<br />

auch Saucen nicht fehlen. Die Dip-Sauce<br />

Smoked Honey verzaubert fruchtig-rauchig<br />

und kombiniert mit Tasmanischer<br />

Bergpfefferschärfe und dezenter Honignote<br />

zwei Nuancen. Fruchtig nach Tomate<br />

und mit angenehmer Chilinote kommt<br />

man bei der Dip-Sauce Barbecue auf seine<br />

Kosten. Klassisch amerikanisch mundet<br />

die Burger und Sandwisch Sauce, in<br />

der sich Tomate, Paprika und feine Essiggurken<br />

verbinden.<br />

www.wiberg.eu<br />

Foto: Holzmann-fvl<br />

Foto: Frutarom<br />

Foto:Mautner<br />

Farbenfrohe<br />

Verfeinerung<br />

Fingerfood wird mit Saucen, Aufstrichen<br />

und Relishes zu einem<br />

besonderen Geschmackserlebnis.<br />

Die Marke Develey, die in Österreich<br />

im Food Service von Mautner<br />

Markhof vertrieben wird,<br />

präsentiert hierfür ein buntes Angebot.<br />

Dank der langjährigen Erfahrung<br />

auf dem österreichischen<br />

Food-Service-Markt kennt Mautner<br />

Markhof den Geschmack der<br />

Gäste und bringt mit seinem Sortiment<br />

Abwechslung in die heimische<br />

Gastroszene. Der neuste<br />

Zugang im Sortiment ist die vegane<br />

und laktosefreie „Süß-Sauer<br />

Sauce“. Die „Sour Cream Sauce“<br />

überzeugt mit ihrer cremigen<br />

Konsistenz und passt mit ihrem<br />

natürlichen Geschmack zu einer<br />

Vielzahl von Gerichten. Speziell für<br />

Burger & Co. entwickelt wurden<br />

die cremige „Hamburger Sauce“,<br />

die „Barbecue Sauce“, die „Sweet<br />

Chili Sauce“ sowie <strong>das</strong> „Curry Ketchup“,<br />

die alle in der 875 ml Flasche<br />

erhältlich sind. Develey hat<br />

außerdem die back- und gefrierstabilen<br />

Snack Aufstriche in den<br />

Sorten „Curry“ und „Dijon Senf “<br />

auf den Markt gebracht. Abgerundet<br />

wird <strong>das</strong> Sortiment mit Relishes<br />

in den Sorten „Gurke“, „Paprika“<br />

und „Mango“.<br />

www.mautner.at


32 FINGERFOOD<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

tipp aus der praxis<br />

Klar gestellt:<br />

Spezialsalze<br />

Salz ist lebensnotwenig für uns<br />

Menschen, aber die Dosis macht<br />

bekanntlich <strong>das</strong> Gift. Zumindest<br />

zwei Gramm bis zu fünf oder<br />

sechs Gramm Salz benötigt der<br />

Körper am Tag, aber auch nicht<br />

mehr. Durch Fertigprodukte,<br />

Fast Food etc. essen wir in Mitteleuropa<br />

aber viel zu viel Salz.<br />

Das könnte sich negativ auf die<br />

Nieren oder den Blutdruck auswirken.<br />

Daher versprechen sich<br />

gesundheitsbewusste Menschen<br />

eine gesundheitliche<br />

Wirkung durch spezielle Salze,<br />

wie <strong>das</strong> rosafarbene Himalayasalz,<br />

<strong>das</strong> blaue Salz aus Persien<br />

(Iran) oder <strong>das</strong> durch Vulkangestein<br />

schwarze Kala namak aus<br />

Indien.<br />

Es stimmt: Salz ist nicht<br />

gleich Salz, die verschiedenen<br />

Arten unterscheiden sich durch<br />

die Art der Gewinnung und den<br />

Ursprung. Doch Salz, <strong>das</strong> als<br />

Speisesalz verwendet werden<br />

darf, ist immer zu 97 % Natriumchlorid<br />

(NaCl). Dabei ist es egal,<br />

welches Salz verwendet wird.<br />

Der Rest entfällt auf Verunreinigungen<br />

wie Lavagestein, Mineralien<br />

oder organische Stoffe.<br />

Jedoch ist der Gehalt der möglichen<br />

3 % so gering, <strong>das</strong>s der<br />

Konsum dieser Stoffe keinen<br />

gesundheitlichen Unterschied<br />

macht. Besonders reines, raffiniertes<br />

Salz besteht zu etwa 99<br />

% aus NaCl, es ist somit frei von<br />

Begleitstoffen, aber auch frei<br />

von Mikroplastik, wie es etwa in<br />

Meersalz enthalten sein kann.<br />

Mag. Andrea Jungwirth<br />

Ernährungswissenschafterin<br />

Foto: Andrea Jungwirth<br />

Die Smashburger aus dem langsam gereiften<br />

X.O Beef von alten Milchkühen<br />

sind nun im Lokal angekommen.<br />

Es hat als Verlegenheitslösung begonnen<br />

– und wurde zum Hype. Die beiden<br />

Jugendfreunde Benjamin Hofer und Robert<br />

Weishuber hatten <strong>das</strong> Burgerprojekt<br />

ursprünglich gestartet, um ihr X.O<br />

Beef durch die Lockdowns zu bringen.<br />

So disponierten sie kurzfristig um und<br />

begannen, Burger der besseren Art zu<br />

grillen. Während dieser Zeit waren sie in<br />

der Gumpendorfer Straße ansässig und<br />

sorgten für lange Warteschlangen. Nun<br />

musste ein eigenes Lokal her, so hat sich<br />

X.O Grill in der Kettenbrückengasse niedergelassen.<br />

„Das war unsere absolute<br />

Wunsch-Location. Die Kettenbrückengasse<br />

ist voll mit wunderbaren kleinen<br />

Geschäften und Gewerbetreibenden,<br />

gleichzeitig sehr weltoffen und international“,<br />

sagt Ben Hofer.<br />

Das kleine Lokal ist von den BWM-<br />

Architekten Erich Bernard und Pia Temt<br />

konzipiert: Man bestellt an der Budel,<br />

holt sich ein Getränk und setzt sich.<br />

Das Essen wird zu Tisch gebracht. An<br />

den Wänden sind Collagen des Wiener<br />

Fotografen Nicolas Kern zu sehen, der<br />

als Assistent der großen Annie Leibovitz<br />

lange in New York gelebt hat. Neben<br />

klassischen Limos und Craftbieren<br />

Valentin Gruber-Kalteis, Benjamin Hofer<br />

und Robert Weishuber.<br />

High-End-Burgerlokal in<br />

Wunschlocation<br />

wartet auch ein „arger Kühlschrank“ auf<br />

die Gäste, in dem spezielle Naturweine,<br />

Cider und bottled cocktails aus Kopenhagen<br />

locken.<br />

Das Küchenteam um Sternekoch<br />

Valentin Gruber-Kalteis hat neben dem<br />

Klassiker „Smash“ eine ganze Reihe anderer<br />

Köstlichkeiten parat. „Der Smash<br />

Burger ist eine Wiederentdeckung aus<br />

der Hoch-Zeit der klassischen US Diner<br />

in den 1950er Jahren“, erklärt Hofer.<br />

„Dafür wird erstklassiges Beef ganz<br />

frisch, zweimal täglich vor Ort im Lokal,<br />

faschiert. Dann smashen wir es mit<br />

einer Kelle auf den Grill, damit es maximal<br />

knusprig wird.“<br />

Zwei dieser Pattys mit hausgemachter<br />

Secret Sauce, Käse, Gurkerl, Salat<br />

und hausgemachtem Senfkaviar kommen<br />

in ein frisch getoastetes Bun aus<br />

Sauerteig-Brioche. Das Reuben Sandwich<br />

mit hausgemachtem X.O -Beef<br />

Pastrami bringt, ganz nach dem Vorbild<br />

aus New Yorker Delis, viel saftiges<br />

Fleisch zwischen die frisch getoasteten<br />

Roggensandwich-Scheiben, dazu Krautsalat,<br />

Käse und extrascharfen Senf. Der<br />

X.O No Beef ist die komplett vegetarische<br />

Option mit knusprigem „korean<br />

fried“ Portobello Champignon, Ingwer,<br />

Salat und pikanter Salsa.<br />

www.xo-grill.at<br />

Fotos: Liz Perdacher.


1-2/20<strong>22</strong><br />

FINGERFOOD 33<br />

Alleskönner Kartoffel<br />

Dass die Kartoffel mehr als eine Sättigungsbeilage<br />

ist, wird aktuell anerkannt<br />

– jetzt erlebt die jahrhundertealte<br />

Knolle eine Renaissance und spielt<br />

bei den gegenwärtigen Food-Trends<br />

eine wichtige Rolle. So wird sie in unterschiedlichsten<br />

Formen und Varianten bei<br />

der veganen und pflanzlichen Ernährung<br />

zu einem beliebten Hauptdarsteller. 11er<br />

kann bei diesem Trend besonders punkten,<br />

denn mehr als die Hälfte des gesamten<br />

Sortiments ist von Natur aus zu<br />

100 Prozent vegan, wie die „11er Pommes<br />

Frites“, die „11er Rösti, wie hausgemacht“<br />

oder die „11er Rösti-Kartoffeln“.<br />

Es lassen sich nach eigener Vorliebe und<br />

Geschmack köstliche vegane und vegetarische<br />

Gerichte mit der Vielfalt an<br />

11er Kartoffelspezialitäten in Kombination<br />

mit frischen Zutaten zubereiten, die<br />

Vor kurzem stellte McCain einen neuen<br />

Snack vor: die Mini Crispy Onion<br />

Rings. Denn Zwiebelringe erfüllen die<br />

verschiedenen Verbrauchertrends. Sei<br />

es der Trend zu lockeren Verabredungen<br />

zum Essen, beim Netzwerken oder in Geselligkeit<br />

mit Anderen, dem Snacktrend<br />

bei einem Feierabend-Drink und viele<br />

weitere Gelegenheiten. Studien zufolge<br />

bevorzugen Verbraucher heute vermehrt<br />

kleinere Snacks gegenüber großen Mahlzeiten,<br />

da diese als „bereichernder“ empfunden<br />

werden und satt machen, ohne<br />

auch Nicht-Veganer-Herzen höherschlagen<br />

lassen. Zudem freuen sich Allergiker<br />

immer häufiger darüber, <strong>das</strong>s ein Großteil<br />

der goldgelben 11er Kartoffelspezialitäten<br />

auch Gluten-frei und Lactose-frei ist.<br />

www.11er.at<br />

Zwiebelringe zum Naschen<br />

zu sehr zu belasten oder müde zu machen.<br />

In Europa gehören die Onion Rings<br />

zu dem beliebtesten Fingerfood aus den<br />

USA. Die Nachfrage steigt hier stetig. Sie<br />

sind eine Bereicherung für allerlei Speisekarten<br />

– Gäste schätzen Zwiebelringe<br />

im Angebot. Nun gibt es <strong>das</strong> beliebte<br />

Fingerfood auch in der kleinen Variante,<br />

Mini und besonders crispy. Das macht die<br />

Mini Onion Rings von McCain zur einer<br />

Ergänzung auf der Speisekarte mit Mehrwert.<br />

www.mccain.de<br />

Foto: 11er Nahrungsmittel<br />

Foto: McCain<br />

Fotos: Salomon<br />

Fleischlose<br />

Doppelgänger<br />

Die von Salomon Foodworlds<br />

2021 gestartete Green Heroes<br />

Linie hat sich bereits erfolgreich<br />

am Gastro-Markt bewährt. Die<br />

beliebtesten Snacks gibt es auch<br />

in der fleischlosen Variante – diese<br />

bekommt nun zusätzlich zwei<br />

neue Produkte. Die Plant Chili<br />

Nuggets von Green Heroes sind<br />

die vegane Ausgabe der Chili and<br />

Cheese Nuggets. Sie sind außen<br />

knusprig, innen cremig und mit<br />

scharfen Jalapeño-Stücken gefüllt.<br />

Als zweites Produkt reihen sich die<br />

Green Heroes Plant Chik’n Nuggets<br />

ein – sie überzeugen mit authentisch<br />

fleischigem Geschmack,<br />

sind aber zu 100 Prozent aus Weizenprotein<br />

gefertigt. Sowohl in der<br />

Optik als auch in der Konsistenz<br />

besteht hier kein Unterschied zu<br />

dem tierischen Pendant. Die beiden<br />

Neuheiten eignen sich, um<br />

Snack-Ideen umzusetzen. Ob als<br />

Fingerfood, als knusprige Komponente<br />

in Salaten oder für’s Take-<br />

Away: die Produkte sind nicht nur<br />

bei veganen Gästen beliebt.<br />

www.salomon-foodworld.com


34 KARTOFFEL<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Das<br />

Knollentrio<br />

Kartoffeln, Süßkartoffeln und<br />

Topinambur. Text & Fotos: Andrea Jungwirth<br />

Drei stärkehaltige Lebensmittel<br />

sind die wichtigsten Nahrungsmittel<br />

für die Menschen weltweit.<br />

Dazu zählen Weizen, oft in<br />

Form von Brot, Kartoffeln und Reis und<br />

sie machen beinahe 80 Prozent aller aufgenommen<br />

Kalorien aus. Im Gegensatz<br />

dazu sind über 40.000 essbare Pflanzen<br />

bekannt, von denen im Laufe der Jahrhunderte<br />

immer weniger genutzt werden<br />

und manche auch in Vergessenheit<br />

geraten. Wer sich also abwechslungsreich<br />

ernähren möchte, sollte die Vielfalt<br />

der Pflanzen als buntes Nahrungsspektrum<br />

nutzen, mal Wildkräuter statt<br />

Petersilie, Kerbelrüben statt Karotten<br />

oder auch mal Topinambur statt Kartoffeln.<br />

Nichts ist gegen die Kartoffel zu sagen,<br />

die als beinahe alleinige Knollenbeilage<br />

auf den heimischen Tellern zu finden<br />

ist. Sie schmeckt und sättigt gut, ist gesund<br />

und passt zu beinahe allen anderen<br />

Lebensmitteln. Aber es muss nicht<br />

immer nur Kartoffel sein, denn Süßkartoffeln,<br />

Yacon, Topinambur, Ocaknollen<br />

oder gar Dahlienknollen schaffen Vielfalt<br />

am Teller. Und wer auf die Kartoffel nicht<br />

verzichten möchte, sollte hier die bunte<br />

Sortenvielfalt nutzen, mal violette Trüffelkartoffeln,<br />

mal die rote „Magenta love“,<br />

Buntes neben bewährten Klassikern.<br />

Es waren alle einmal Exoten<br />

Die beliebteste Knolle auf unseren Tellern<br />

ist und bleibt die Kartoffel, aber<br />

auch Süßkartoffel und Topinambur liegen<br />

im Trend. Wenige Gärtnereien kultivieren<br />

zudem einige „exotisch“ anmutende<br />

Knollen, was dem Zeitgeist entspricht.<br />

Auch die drei gängigen Sorten waren einmal<br />

exotisch, da ihre Ursprungsgebiete<br />

nicht in Europa liegen. Die Geschichte<br />

der „papas“, inzwischen über 4.000<br />

Kartoffelsorten, begann in den Anden.<br />

Sie waren und sind nicht nur Grundnahrungsmittel,<br />

sondern auch Medizin und<br />

Kultgegenstand. Wie wichtig die Knollen<br />

für die Inkas waren, zeigt, <strong>das</strong>s sie<br />

sogar kartoffelabhängige Zeiteinheiten<br />

schufen. Eine der Maßeinheiten war die<br />

Kochzeit einer Kartoffelknolle. Mitte des<br />

16. Jahrhunderts fand <strong>das</strong> „Gold der Inkas“<br />

den Weg an den spanischen Hof und<br />

damit begann der steinige Weg der „exotischen“<br />

Knolle bis zur heutigen Beliebtheit.<br />

Vor der Verbreitung der Kartoffel war<br />

die Topinambur die Topknolle in Europa.<br />

Sie kam im 17 Jahrhundert von Nordamerika<br />

zu uns und war von Anfang an<br />

ein beliebtes Nahrungsmittel, bis sie von<br />

der ertragsreichen Kartoffel verdrängt<br />

wurde. Die Topinambur erlebt nun ein<br />

Revival und ist in den Jahrhunderten davor<br />

einfach vergessen worden.<br />

Die Süßkartoffel, als jüngster Exot,<br />

stammt aus Südamerika und liebt tropisches<br />

Klima. Sie benötigt daher für ihr<br />

Wachstum warme Temperaturen und genügend<br />

Feuchtigkeit im Sommer. Das erklärt,<br />

warum die Süßkartoffel nicht schon<br />

lange in Österreich angebaut wird. Die<br />

Klimaerwärmung macht es nun möglich.<br />

Alle drei Knollen lieben einen leichten,<br />

sandigen Boden im Anbau, haben aber<br />

sonst wenig gemeinsam. Sie schmecken<br />

unterschiedlich, sind nicht miteinander<br />

verwandt und unterscheiden sich deutlich<br />

in den Inhaltsstoffen.<br />

Geschmackliche Farbtupfer<br />

der Kartoffel<br />

Die Kartoffellandschaft ist bunt. Dabei<br />

ist an Farben- und Formenvielfalt fast al-


1-2/20<strong>22</strong><br />

KARTOFFEL 35<br />

les möglich, von rot und violett, schwarz<br />

oder gelb, bis länglich, oval oder rund. Getupfte<br />

und marmorierte Knollen erinnern<br />

an bunte Ostereier, so wie die Neuzüchtung<br />

„Smiley“. Erst seit etwa 20 Jahren<br />

werden wieder vermehrt alte und bunte<br />

Kartoffelsorten bei uns kultiviert. Eine<br />

der ersten war die violette Trüffelkartoffel.<br />

Doch die Franzosen wussten schon<br />

immer was gut schmeckt, sie bauten diese<br />

Sorte bereits im 19. Jahrhundert an.<br />

Es sind gerade diese exotisch anmutenden<br />

Sorten, die die profane Kartoffel<br />

auch für den Gourmet wieder interessant<br />

machen. Blauviolette Sorten wie<br />

der „Blaue Schwede“, der „Blaue St. Galler“<br />

oder die inzwischen schon relativ<br />

bekannte „Trüffelkartoffel“ überzeugen<br />

neben rotschaligen und rotfleischigen<br />

Sorten wie „Red salad“, „Königspurpur“<br />

oder „Magenta love“ nicht nur durch die<br />

Farbe. Sie schmecken meist intensiver,<br />

erinnern an Maroni, Erde oder Nuss.<br />

Die bunten Sorten werden immer<br />

noch fast nur von Privatkunden gekauft,<br />

in der Gastronomie haben sie sich bis<br />

jetzt noch nicht durchgesetzt. Grund<br />

dafür könnte der höhere Preis sein und<br />

<strong>das</strong>s sich diese Sorten nicht so universell<br />

in der Küche einsetzen lassen. Die<br />

Trüffelkartoffel ist zwar ideal für ein Püree,<br />

lässt sich aber durch die tiefen Augen<br />

schlecht schälen. Daher wird sie besser<br />

der Länge nach geviertelt und mit der<br />

Schale im Ofen gegart oder frittiert. Der<br />

Blaue St. Galler dagegen schmeckt sehr<br />

nussig und ist vielseitiger in der Verwendung.<br />

Experimentieren ist angesagt, um<br />

die optimalen Sorten für die eigene Küche<br />

zu finden.<br />

Frisch oder Convenience<br />

Bei der Kartoffel ist alles möglich. Viele<br />

Köche schwören auf die Verwendung<br />

frischer Knollen, andere nutzen Kartoffel-Convenience-Produkte.<br />

Sie ist <strong>das</strong><br />

Paradebeispiel für Convenience in der<br />

Küche, egal, ob tiefgefroren als Pommes<br />

oder als Pulver für Püree und Teige.<br />

Das liegt wahrscheinlich daran, <strong>das</strong>s<br />

kaum ein anderes Lebensmittel so vielseitig<br />

zu verarbeiten und haltbarmachen<br />

ist. Unterschiede zwischen Convenience<br />

und selbst gemacht sind bei<br />

der Kartoffel oft nicht mehr feststellbar.<br />

Bevor jetzt wieder über <strong>das</strong> Für und<br />

Wider von Convenience als moderne<br />

Erfindung der Neuzeit diskutiert wird,<br />

muss ich den Leser enttäuschen. Denn<br />

Kartoffelconvenience kannten bereits<br />

die Inkas vor tausenden Jahren, zwar<br />

nicht Tiefkühlpommes, aber sie entwickelten<br />

eine Art Gefriertrocknung,<br />

um die Knollen für Jahre haltbar zu<br />

machen. Sie setzten dazu die Knollen<br />

mehrere Wochen der Sonne und den<br />

Nachtfrösten aus, um ihnen die ganze<br />

Feuchtigkeit zu entziehen. Diese „chunos“<br />

werden heute noch hergestellt.<br />

Das steckt drin<br />

Alle drei Knollen sind gesund, unterscheiden<br />

sich aber stark in den Inhaltsstoffen.<br />

Süßkartoffeln schmecken deutlich süßer<br />

als Kartoffeln. Sie enthalten durch den<br />

höheren Gehalt an Kohlenhydraten um<br />

etwa 50 Prozent mehr Kalorien, gleichzeitig<br />

aber weniger Eiweiß als die Kartoffel.<br />

Die Topinambur dagegen hat mit den<br />

beiden anderen Knollen wenig gemeinsam.<br />

Denn sie enthält weder reichlich<br />

Stärke oder Zucker, sondern Inulin als<br />

Speichersubstanz, ein Stoff, der den Blutzuckerspiegel<br />

nicht steigen lässt. Inulin<br />

ist ein Kohlehydrat, <strong>das</strong> vom menschlichen<br />

Darm nicht verwertet werden kann<br />

und als Ballaststoff dient. Inulin ist ideal<br />

als „Futter“ für die Darmbakterien und erfreut<br />

Diabetiker. Daher enthält Topinambur<br />

auch nur halb so viele Kalorien wie<br />

die Kartoffel, ist zwar Sieger bei den Ballaststoffen,<br />

aber auch deutlich ärmer an<br />

Vitaminen und Mineralstoffen.<br />

Um die unterschiedlichen Vorzüge<br />

der Knollen zu nutzen, sollten alle hin<br />

und wieder auf unserem Teller zu finden<br />

sein, und am besten noch unterschiedliche<br />

Sorten davon, oder auch einmal eine<br />

neue exotische Knolle dazwischen.<br />

Buntes Pommesallerlei<br />

Zutaten für 4<br />

Personen als<br />

Beilage:<br />

› 2 mittelgroße<br />

Süßkartoffeln<br />

› 2 violette<br />

Kartoffeln z.B.<br />

Trüffelkartoffeln<br />

› 2 rote Kartoffeln<br />

z.B. Rote Emma<br />

Marinade:<br />

› 4 Esslöffel Stärke<br />

› 4 – 6 Esslöffel<br />

Wasser<br />

› Öl zum<br />

Frittieren<br />

1. Süßkartoffeln schälen, waschen und trocken tupfen.<br />

Die Knollen in Streifen schneiden.<br />

2. Aus Stärke und Wasser eine milchige Marinade rühren.<br />

Die Süßkartoffelstreifen durch die Marinade ziehen.<br />

Die Pommes sollen nur mit einer dünnen Schicht<br />

überzogen sein.<br />

3. Süßkartoffelstreifen etwa 5 Minuten frei schwimmend<br />

frittieren.<br />

4. Kartoffeln gründlich waschen und mit der Schale<br />

in Streifen schneiden, wie die Süßkartoffeln, nur ohne<br />

Marinade, in heißem Fett frittieren.<br />

5. Beide Pommesarten mischen, salzen und mit einer<br />

Knoblauchmayonnaise servieren.<br />

Tipp:<br />

Durch die Stärkeglasur werden Süßkartoffeln beim<br />

Frittieren wunderbar knusprig und nicht matschig.


36 KARTOFFEL<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Löffelpommes<br />

für Dipgenuss<br />

Durch ihre spezielle U-Form und<br />

dem extraknusprigen Super-<br />

Crunch-Coating bringen Crunchy<br />

Shapes Grip ’n Dip von Aviko<br />

Abwechslung auf den Tisch. Die<br />

Kartoffelprodukte laden zum Teilen<br />

und gemeinsamen Genießen<br />

ein. Diese tiefgefrorenen Löffelpommes<br />

sind in reinem Sonnenblumenöl<br />

vorfrittiert, glutenfrei<br />

und auch vegan.<br />

Als echter Hingucker ziehen<br />

sie schon beim Servieren die Aufmerksamkeit<br />

der Gäste appetitanregend<br />

auf sich. Sie sind ideal als<br />

Vorspeise oder als Snack mit einer<br />

leckeren Sauce zum Dippen und<br />

Stippen. Als hochwertige Beilage<br />

passen sie ebenso zu einem veganen<br />

oder vegetarischen Gericht.<br />

Selbst für Take-away und Lieferservice<br />

sind Aviko Grip ’n Dip ein<br />

knuspriger Genuss, denn ihr spezielles<br />

Coating hält sie bis zu 20<br />

Minuten nach Zubereitung immer<br />

noch warm und kross.<br />

www.aviko.de<br />

Nie mehr weiche Pommes<br />

Es ist ein No-Go, was die Kartoffelverwertung<br />

betrifft: weiche Pommes<br />

kommen beim Gast wahrlich nicht gut<br />

an. Metros Chef Super Crunchy Fries<br />

bleiben durch einen Knuspermantel länger<br />

knusprig. Es macht den Pommes daher<br />

nichts aus, etwas länger in der Küche<br />

unter der Wärmelampe zu stehen,<br />

auch nicht wenn der Gast nicht sofort<br />

zum Essen kommt. Gerade für Kantinen<br />

oder Gastronomiebetriebe, die eine große<br />

Menge Pommes verkaufen oder am<br />

Buffet stehen haben, eignen sich diese<br />

Pommes sehr gut. Pommes mit Knuspermantel<br />

bedeuten auch weniger Kosten,<br />

da weniger Abfall entsteht und natürlich<br />

auch glücklichere Gäste: die<br />

Pommes werden nicht weich, sondern<br />

bleiben crunchy.<br />

www.metro.at<br />

Foto: Metro<br />

Foto: Aviko<br />

Anhaltende Knusprigkeit<br />

und Wärme<br />

Ein idealer Burgerbegleiter, gerade<br />

auch, wenn <strong>das</strong> Essen mit nach Hause<br />

genommen wird, sind die Surecrisp<br />

Pommes. Diese haben eine neue interessante<br />

Form bekommen, der letztes<br />

Jahr vorgestellt wurde – der SureCrisp<br />

Home Style Skin On. Es handelt sich<br />

hier um eine kleine Steakhouse Pommes<br />

mit irregulärem, handwerklich anmutenden<br />

Schnitt und sichtbarer rustikaler<br />

Schale.<br />

Die Pommes besticht im Restaurant,<br />

denn <strong>das</strong> Extra an Knusprigkeit<br />

schmeckt. Der irreguläre Schnitt und die<br />

sichtbare Schale bieten außerdem ein<br />

optisches Highlight. Dank der unsichtbaren<br />

Ummantelung werden die Sure-<br />

Crisp Pommes frites außerdem bis zu 20<br />

Minuten länger warm und knusprig. Deshalb<br />

eignet sich <strong>das</strong> Produkt für den Einsatz<br />

von Gastronomen, die auch Lieferservice<br />

oder Take-Away einsetzen möchten.<br />

Durch die extra Warmhaltung kann<br />

die Kundenzufriedenheit erhöht werden<br />

und sich die Wieder-Bestellrate steigern.<br />

Außerdem kann dadurch auch <strong>das</strong> Liefergebiet<br />

ausgeweitet werden.<br />

www.mccain.de<br />

Foto: McCain


1-2/20<strong>22</strong><br />

KARTOFFEL 37<br />

Die besten Pommes der Welt<br />

Um die besten Pommes der Welt (außen knusprig, innen fluffig) zu machen, muss man wenig<br />

machen. Und <strong>das</strong> vor allem anders.<br />

Von Thomas Aaskan Vierich<br />

Fotos: pixabay<br />

Es war angeblich ein Bayer, der in Paris<br />

<strong>das</strong> Kochen lernte und dann auf<br />

einem Marktstand in Lüttich belgische<br />

Pommes Frites verkaufte. Er nannte<br />

sich Monsieur Fritz und wurde zum<br />

Pommes-König. Wir wissen nicht, wie<br />

er seine Pommes zubereitet hat. Er starb<br />

jung, aber reich.<br />

Gewöhnlich frittiert man die Kartoffelstifte<br />

zweimal: Zunächst bei 140 bis<br />

180 °C, bis sie leicht Farbe annehmen.<br />

Dann lässt man sie abkühlen und wirft<br />

sie ein zweites Mal ins Fett, diesmal bei<br />

190 bis 200 °C, um sie richtig knusprig<br />

zu bekommen. Obwohl diese hohen<br />

Temperaturen im Verdacht stehen,<br />

über die Maillardreaktion krebserregende<br />

Stoffe zu produzieren.<br />

So machen es alle. Wenn sie nicht eh<br />

vorfrittierte Pommes nehmen, die sie<br />

tiefgekühlt kaufen und dann nur einmal<br />

sehr heiß frittieren müssen. Gourmets<br />

schwören vielleicht noch auf Rindernierenfett<br />

statt schnödem Öl oder<br />

anderen Frittierfetten. Ist aber teuer.<br />

Dann kann man noch darüber streiten,<br />

ob man mehlige oder festkochende Kartoffeln<br />

nimmt. Die meisten bevorzugen<br />

mehlige, stärkereichere, damit sie beim<br />

Abdampfen des Wassers nicht zu stark<br />

einfallen bzw. der sich so bildende Hohlraum<br />

mit zu viel Fett füllen kann. Man<br />

sollte diese stärkereichen Kartoffeln vor<br />

dem Frittieren ordentlich abspülen, damit<br />

an der Oberfläche anhaftende Zucker(Stärke)moleküle<br />

entfernt werden,<br />

die beim Frittieren schnell verbrennen.<br />

Praktiker vermischen beim Wechseln<br />

des Frittierfetts immer <strong>das</strong> neue<br />

mit etwas vom Alten – dann werden die<br />

Pommes knuspriger.<br />

So. Und jetzt vergessen Sie bitte alles,<br />

was wir Ihnen bislang erzählt haben.<br />

Man kann es auch ganz anders<br />

machen. So wie der französische Starkoch<br />

Joel Robuchon und in seiner Nachfolge<br />

der US-Amerikaner Guy Cosby<br />

aus America’s Test Kitchen. Man nehme<br />

FESSTKOCHENDE Kartoffeln, spüle<br />

sie NICHT vorher ab und gebe sie in<br />

KALTES Fett. Drehe dann den Topf oder<br />

die Fritteuse auf volle Kraft und lasse die<br />

Pommes etwa eine halbe Stunde garen.<br />

Das Ergebnis enthält WENIGER Fett als<br />

zweimal frittierte Pommes. Der Grund:<br />

Die Kartoffeln werden zunächst sanfter<br />

erhitzt, es verdampft weniger Wasser,<br />

deshalb nehmen die Kartoffeln weniger<br />

Fett auf. Und sie kühlen nur einmal<br />

ab, weswegen sie auch weniger Fett<br />

aufnehmen.<br />

Man darf während des Frittierens<br />

nicht umrühren, weil die noch lange<br />

weichen Pommes sonst kaputt gehen.<br />

Und je dünner die Stifte sind,<br />

umso knuspriger wird <strong>das</strong> Endergebnis.<br />

Nimmt man Mehlige, werden sie eher<br />

matschig. Klingt unglaublich, funktioniert<br />

aber.


38 COVERSTORY<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

„Forelle statt Steinbutt<br />

rettet die Welt auch nicht!“


1-2/20<strong>22</strong><br />

COVERSTORY 39<br />

Juan Amador, Österreichs einziger 3-Sterne-Koch, im <strong>GASTRO</strong>-Interview über<br />

Nachhaltigkeits- und Regionaltrends, die Preisgestaltung in der Top-Gastronomie und die<br />

Notwendigkeit einer österreichweiten Michelin-Ausgabe.<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

<strong>GASTRO</strong>:Herr Amador, herzliche Gratulation<br />

zum dritten Stern, nach etlichen<br />

dieser Top-Bewertungen in<br />

Deutschland jetzt schon <strong>das</strong> 4. Mal<br />

in Österreich. Was machen Sie anders<br />

als Kollegen wie Filippou, Nickol oder<br />

Reitbauer?<br />

Juan Amador: Danke, <strong>das</strong> ist tatsächlich<br />

schon <strong>das</strong> 12. Mal, <strong>das</strong>s ich drei Sterne<br />

bekomme. Bei Vergleichen mit Kollegen<br />

tu ich mir aber schwer. Man macht <strong>das</strong><br />

ja nicht bewusst. Jeder, der zwei Sterne<br />

hat, steht theoretisch kurz vor dem<br />

dritten. Ich finde es sehr spannend, <strong>das</strong>s<br />

jeder seine eigene Stilistik hat. Warum<br />

jetzt aber wer tatsächlich welche Bewertung<br />

bekommt, <strong>das</strong> weiß ich nicht,<br />

<strong>das</strong> entscheidet der Michelin.<br />

Ist es der internationale Stil, den Sie<br />

etwas mehr pflegen und der bei Michelin<br />

vielleicht mehr geschätzt<br />

wird? Auf Ihrer Karte findet man Kaisergranat,<br />

Steinbutt oder Mieral Taube<br />

wo andere auf Steirisches Lamm<br />

oder Kärntner Forellen setzen. Und<br />

auch über Gänseleber trauen sich Ihre<br />

Kollegen immer seltener drüber.<br />

Also zu unserer Gänseleber: Die wird<br />

nicht gestopft! Ich kenne den spanischen<br />

Produzenten – wie eigentlich<br />

alle unserer Produzenten – persönlich.<br />

Dessen Gänse leben frei, ernähren sich<br />

hauptsächlich von Eicheln und die – <strong>das</strong><br />

ist in der Natur ganz normal – fressen<br />

sich vor dem Winter ein gewisses Fettpolster<br />

an. Und so wie auch wir eine<br />

Fettleber bekommen, wenn wir zu viel<br />

essen, passiert <strong>das</strong> bei den Gänsen.<br />

Was den Rest betrifft: Meine Eltern<br />

kommen aus Spanien, ich bin in<br />

Deutschland aufgewachsen, war selbst<br />

schon auf der ganzen Welt unterwegs,<br />

oft in Asien. Ich habe diesen Regionalitätsanspruch,<br />

den andere Kollegen vielleicht<br />

haben, nicht. Regionalität definiert<br />

sich für mich mehr über den Geschmack<br />

und weniger über die Herkunft<br />

der Produkte. Wenn ich einen geangelten<br />

bretonischen Steinbutt verwende,<br />

von einem Fischer, den ich kenne, dem<br />

Fotos: Lukas Kirchgasser<br />

ich vertraue und den dann mit Blunze<br />

und Topinambur anrichte, dann ist<br />

<strong>das</strong> für mich auch regional und besser,<br />

als eine heimische Forelle, die mit Miso<br />

und Sojasauce flankiert wird, dafür aber<br />

in einem Becken mit Pellets aufgezogen<br />

wurde und die in ihren eigenen Ausscheidungen<br />

geschwommen ist. Vielleicht<br />

ist der Fisch regional, der Geschmack<br />

aber nicht – und um den geht<br />

es mir. Es gibt auch Taubenzüchter aus<br />

dem Burgenland, nur leider kommt deren<br />

Qualität nicht annähernd an die von<br />

Herrn Mieral heran. Warum soll ich ein<br />

schlechteres Produkt verwenden, wenn<br />

ich Zugriff auf ein besseres habe? Das<br />

erschließt sich mir nicht. Deswegen finde<br />

ich diese Diskussion völlig hirnlos<br />

und ich lasse mich gar nicht darauf ein.<br />

Ich will einfach <strong>das</strong> Beste an Produkten<br />

haben! Eine Forelle wird’s nie zum<br />

Steinbutt schaffen. Ja, unser Kaisergranat<br />

kommt aus Südafrika, aber da gibt’s<br />

eine strenge Fangquote, da wird nichts<br />

überfischt.<br />

Ich war – damals noch in Deutschland<br />

– einer der ersten, die keine Speisekarte,<br />

sondern nur ein Menü angeboten haben<br />

und <strong>das</strong> halte ich auch in Wien so.<br />

Der Gast soll bei mir <strong>das</strong> Beste auf den<br />

Teller bekommen, was es gibt. Wenn<br />

er sein Lieblingsessen haben möchte,<br />

muss er woanders hingehen. Ich kann<br />

auch nicht in ein Konzert gehen und<br />

dem Künstler sagen, was er spielen soll.<br />

Da gibt’s ein Programm und wenn mir<br />

<strong>das</strong> gefällt, gehe ich hin und wenn nicht,<br />

dann nicht. Ende.<br />

Sie haben seinerzeit auch mit der Molekularküche<br />

experimentiert. Ist von<br />

diesem Hype der 2000er-Jahre irgendwas<br />

übergeblieben oder war <strong>das</strong><br />

ein Irrweg?<br />

Absolut nicht, natürlich ist etwas übergeblieben<br />

– und wahrscheinlich in jedem<br />

zweiten Landgasthof auch. Heute<br />

steht bloß der Fokus nicht mehr auf der<br />

Technik, sondern <strong>das</strong> ist in die traditionelle<br />

Küche eingeflossen. Damals war<br />

<strong>das</strong> Ganze halt neu und spektakulär.<br />

Aber deswegen hat man trotzdem etwas<br />

Anständiges zu essen bekommen.<br />

Ich hatte damals schon drei Sterne und<br />

die bekommst du nicht für Hokuspokus<br />

und ein paar Schäumchen. Die Molekularküche<br />

war ein ganz wichtiger Schritt,<br />

ohne die hätten wir nicht <strong>das</strong> nordische<br />

Wunder oder die Entwicklungen in Südamerika<br />

erlebt. Die Molekularküche hat<br />

eine Tür aufgestoßen und uns daran erinnert,<br />

wie kreativ wir sein können.


40 COVERSTORY<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Fotos: Lukas Kirchgasser<br />

Auch in der Spitzengastronomie – vom<br />

Geranium über Eleven Madison Park<br />

bis zum TIAN – geht der Trend immer<br />

stärker in Richtung vegetarisch. Auch<br />

bei Ihnen oder ist <strong>das</strong> ein Stil, den Sie<br />

lieber anderen überlassen?<br />

Das überlasse ich anderen. Wir haben<br />

zwar immer wieder auch Vegetarier bei<br />

uns und wenn wir <strong>das</strong> vorher wissen,<br />

ist <strong>das</strong> kein Problem, dann gibt’s eben<br />

eine vegetarische Speisenfolge. Was wir<br />

grundsätzlich nicht machen, ist vegan.<br />

Das wäre so, als würde ich ins TIAN gehen<br />

und dem Paul Ivic (Küchenchef,<br />

Anm. d. Red.) sagen, er soll mir ein Steak<br />

machen. Der würde mich auch fragen,<br />

ob‘s mir noch gut geht. Wir sind eben<br />

kein vegetarisches oder veganes Restaurant.<br />

Wir versuchen Vieles möglich<br />

zu machen, aber wir sind kein Wunschkonzert!<br />

Wie wichtig ist der dritte Stern für<br />

den wirtschaftlichen Erfolg?<br />

Immens! Das ist auf der ganzen Welt<br />

<strong>das</strong> Höchste, was man als Koch erreichen<br />

kann und hierzulande war es ein<br />

noch größeres Signal, weil wir die ersten<br />

waren und man es uns ja teilweise<br />

auch nicht wirklich gegönnt hat in der<br />

Presse. „Naja der Piefke“ hat‘s oft geheißen.<br />

Wobei <strong>das</strong> letztlich <strong>das</strong> Problem der<br />

anderen ist, nicht meins. Ich bin nicht<br />

für die Bewertungen des Michelin verantwortlich,<br />

sondern nur dafür, was der<br />

Gast bei mir auf dem Teller findet. Aber<br />

es hat mir auch viel Zuspruch gebracht<br />

aus ganz Österreich und international<br />

ohnehin.<br />

Würden Sie sich eine österreichweite<br />

Michelin-Ausgabe wünschen?<br />

Die wäre sogar dringend nötig! Da<br />

gibt’s großartige Kollegen außerhalb<br />

von Wien oder Salzburg, die so nicht<br />

bewertet werden. Da würden mir mindestens<br />

fünf Namen einfallen, die meiner<br />

Meinung nach <strong>das</strong> Potenzial für drei<br />

Sterne hätten. Aber ich weiß auch, <strong>das</strong>s<br />

es hier eine starke Lobby für den Gault-<br />

Millau gibt, bloß ist <strong>das</strong> ein anderes Geschäftsmodell.<br />

International kann man<br />

<strong>das</strong> gar nicht vergleichen, da ist Michelin<br />

die Bibel. Keine Frage, auch Gault-<br />

Millau ist in Österreich sehr wichtig,<br />

aber es ist sicher Platz für beide. Konkurrenz<br />

belebt <strong>das</strong> Geschäft. Wer – aus<br />

welchen Gründen auch immer – gegen<br />

einen gesamtösterreichischen Michelin<br />

ist, der ist gegen Österreich, der ist<br />

gegen die österreichische Gastronomie.<br />

Punkt! Kein Japaner oder Amerikaner<br />

liest den Gault-Millau, der nur<br />

auf Deutsch erscheint. Der ist für den<br />

heimischen Markt wichtig, keine Frage.<br />

Aber international gesehen ist der Michelin<br />

einfach wichtiger und Österreich<br />

ist ein Tourismus-Land!<br />

Die Kollegen vom Gault-Millau versagen<br />

Ihnen bis dato die Höchstnote.<br />

Wäre eine fünfte Haube für Sie auch<br />

noch reizvoll oder ist der dritte Stern<br />

die härtere Währung, mit der Sie gut<br />

leben können?<br />

Wie schon gesagt, der dritte Stern ist international<br />

gesehen die härtere Währung,<br />

aber natürlich strebe ich auch im<br />

Gault-Millau die Höchstnote an – und<br />

die werde ich auch bekommen – eines<br />

Tages (lacht).<br />

Lässt ein dritter Stern auch etwas<br />

mehr Spielraum in der Kalkulation?<br />

Mit 295 Euro für <strong>das</strong> Menü ohne<br />

Wein sind Sie österreichweit vermutlich<br />

ziemlich an der Spitze.<br />

Der Preis hat seine Berechtigung, der<br />

ergibt sich ja nicht aus den Auszeichnungen,<br />

sondern aus den verwendeten<br />

Produkten. Ein Steinbutt kostet im<br />

Einkauf eben viermal so viel wie ein<br />

Saibling. Wenn ich eine handgetauchte<br />

Jakobsmuschel hernehme – die Preise<br />

sind eben enorm und die muss ich weitergeben.<br />

Ein Menü besteht aus bis zu<br />

20 Gängen. Bei mir arbeiten 20 Leute<br />

für 30 bis 35 Gäste. Im internationalen<br />

Vergleich sind wir sogar noch günstig.<br />

Gehen Sie mal in Paris, London, Kopenhagen<br />

oder New York in ein 3-Sterne-<br />

Lokal essen. Da zahlt man 400, 500 oder<br />

auch 600 Euro fürs Menü. Aber unsere


1-2/20<strong>22</strong><br />

COVERSTORY 41<br />

info<br />

Juan Amador (* 10. Dezember 1968) ist ein deutscher Koch mit<br />

spanischen Wurzeln, der im schwäbischen Strümpfelbach nahe<br />

Stuttgart als Sohn katalanisch-andalusischer Eltern aufwuchs. Sein<br />

kulinarisches Können brachte ihm erstmals von 2008 bis 2012 drei<br />

Sterne des Guide Michelin für sein Restaurant AMADOR in Langen<br />

bei Frankfurt ein, welche er nach dem Umzug des Restaurants am<br />

neuen Standort in Mannheim von 2012 bis 2015 verteidigte. Seit 2016<br />

findet sich <strong>das</strong> aktuelle AMADOR Restaurant in Wien.<br />

Bereits ein Jahr nach Eröffnung wurde <strong>das</strong> AMADOR im Michelin<br />

Guide „Main Cities of Europe“ mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.<br />

Im März 2019 folgte die erneute Aufwertung und machte<br />

<strong>das</strong> AMADOR zum ersten – und bis dato einzigen – 3-Sterne-<br />

Restaurant Österreichs.<br />

Gäste sind ja zum Glück international<br />

viel unterwegs und die wissen <strong>das</strong> auch.<br />

Ich habe kein einziges Mal von einem<br />

Gast gehört, wir wären zu teuer. Das<br />

sagen maximal die Leute, die ohnehin<br />

nicht zu uns kommen und damit kann<br />

ich leben. Ich bin selbständig, ich muss<br />

von dem, was ich verdiene, leben und<br />

meine Mitarbeiter bezahlen. Aber es ist<br />

jetzt nicht so, <strong>das</strong>s ich mir eine goldene<br />

Nase verdiene. Da bleibt anderen Kollegen<br />

am Ende der Woche wahrscheinlich<br />

mehr als mir am Ende des Monats.<br />

Wenn ich reich werden wollte, müsste<br />

ich was Anderes machen. Machen<br />

Sie sich Gedanken, wenn Sie für eine<br />

Opernkarte auf dem Balkon 400 Euro<br />

zahlen? Wenn einem <strong>das</strong> zu teuer ist,<br />

muss man sich eben eine CD kaufen. Ich<br />

finde die Diskussion irgendwie skurril.<br />

Wie stark hat Sie Corona getroffen?<br />

Denn ich vermute mal, <strong>das</strong>s Ihr Restaurant<br />

sehr stark von internationalem<br />

Publikum lebt.<br />

Wir sind zum Glück nach wie vor jeden<br />

Tag komplett ausgebucht, nur <strong>das</strong>s wir<br />

jetzt deutlich mehr heimisches Publikum<br />

haben. Vor Corona haben wir an<br />

manchen Abenden 80 Prozent englische<br />

Speisekarten gebraucht, jetzt sind<br />

gut 90 Prozent der Gäste Österreicher,<br />

manchmal brauche ich keine einzige<br />

englische Speisekarte mehr.<br />

Wo sehen Sie die Spitzengastronomie<br />

der Zukunft: Werden Themen wie<br />

CO2-Fußabdruck, Tierwohl, Bio oder<br />

Regionalität immer wichtiger?<br />

Natürlich werden sie <strong>das</strong> und <strong>das</strong> ist<br />

gut so, besonders beim Tierwohl. Doch<br />

wenn ich für einen kleinen CO2-Fußabdruck<br />

nur mit Produkten aus der Region<br />

kochen müsste, dann würde sich <strong>das</strong><br />

für mich nicht ausgehen. Der Flieger aus<br />

Südafrika hebt sowieso von dort ab, ob<br />

da jetzt mein Kaisergranat drin ist oder<br />

nicht, ist völlig egal. Ich werde die Welt<br />

auch dann nicht retten, wenn ich Forelle<br />

statt Steinbutt auf die Karte setze. Kleidung,<br />

Handy, etc. kommt alles aus China<br />

und produziert schon in der Herstellung<br />

Unmengen an CO2 und Müll, darüber<br />

macht sich keiner Gedanken. Ich hab da<br />

kein schlechtes Gewissen! Mein Job ist<br />

es, meine Gäste glücklich zu machen.<br />

Welche Pläne für die Zukunft haben<br />

Sie?<br />

Also zum einen versuchen wir, uns ständig<br />

zu verbessern. Ich bin der Gejagte. Ich<br />

kann mich nicht auf meinen 3 Sternen<br />

ausruhen und sagen „so <strong>das</strong> war‘s jetzt,<br />

besser geht’s nicht“. Wir müssen morgen<br />

besser sein als heute. Was ich sicher<br />

nicht machen werde, sind Satellitenrestaurants.<br />

Es funktioniert nur, wenn ich da<br />

bin. Ich arbeite voll mit, ich stehe jeden<br />

Tag in der Küche. Ich stehe nicht nur rum<br />

und begrüße die Gäste. Ich habe zwar ein<br />

ganz tolles Team und ohne die würde ich<br />

es natürlich auch nicht schaffen, aber <strong>das</strong><br />

läuft eben wie ein komplexes Uhrwerk<br />

und wenn man da ein Teil wegnimmt,<br />

steht <strong>das</strong> Werk. Deswegen ist <strong>das</strong> Restaurant<br />

geschlossen, wenn ich nicht da<br />

bin. Man kann <strong>das</strong> alles nicht delegieren.<br />

Ich muss ja dazusagen: Ich weiß leider<br />

nicht nur, wie es geht, ich weiß auch,<br />

wie es nicht geht. Ich habe eine Insolvenz<br />

hinter mir, ich habe alles erlebt. Und jetzt<br />

bin ich halt vorsichtiger. Ich bin Koch und<br />

kein Manager. Man kann Rezepte aufschreiben,<br />

aber wenn dann eine Kleinigkeit<br />

schiefläuft und man improvisieren<br />

muss – <strong>das</strong> kann man nicht aufschreiben.<br />

Das kann man, oder eben nicht. Placido<br />

Domingo muss auch selber singen<br />

und kann niemandem erklären, wie er es<br />

macht, <strong>das</strong>s es genauso klingt.<br />

Und außerdem: Im Moment macht mir<br />

<strong>das</strong> Ganze noch großen Spaß aber schauen<br />

wir mal, wie es in ein paar Jahren aussieht.<br />

Ich mache <strong>das</strong> jetzt seit 36 Jahren.<br />

Irgendwann wird es mir wahrscheinlich<br />

reichen. Ich bin jetzt 53, mit 60 werde ich<br />

mir <strong>das</strong> eher nicht mehr geben.<br />

Kein Bocuse-Schicksal also?<br />

Ganz sicher nicht!


42 ETHNOKÜCHE<br />

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ETHNO<br />

FOOD<br />

Hoch aus<br />

dem Norden<br />

Nordische Küche: Zwischen<br />

radikal-lokal und<br />

g’schmackig bodenständig.<br />

<br />

Von Thomas Askan Vierich<br />

Foto: Jens Rother / Adobe Stock


1-2/20<strong>22</strong><br />

ETHNOKÜCHE 43<br />

Wenn ich an nordische Küche<br />

denke, denke ich an Janssons<br />

Frestelse, Gravad Lax oder<br />

Julbord. Vielleicht an eingelegte,<br />

halbverfaulte, aber sehr aromatische<br />

Heringe (surströming). Anderen<br />

fällt vielleicht <strong>das</strong> NOMA in Kopenhagen<br />

ein, viele Jahre galt es als <strong>das</strong> beste<br />

Restaurant der Welt – was auch immer<br />

solche Superlative bedeuten mögen.<br />

Claus Meyer, Gründer des NOMA, der<br />

sich mal beim Roskilde-Musikfestival<br />

auf eine Bierkiste stellte und einen radikalen<br />

Qualitätsschub für die damals<br />

fade dänische Küche forderte, löste ein<br />

Erdbeben aus. In seinem Nordic Food<br />

Lab, <strong>das</strong> offen für alle Interessierten ist,<br />

bastelte und bastelt er völlig neue Gerichte<br />

aus regionalen Zutaten, zum Beispiel<br />

Eiscreme aus Seetang.<br />

Er verwendet Sachen, die bis dahin<br />

von Gourmets links liegen gelassen<br />

wurden: Flechten, Baumrinde, Waldsauerklee,<br />

Topinambur. Und <strong>das</strong> bereitet er<br />

frisch, schonend, knackig und fettarm<br />

zu. Auf alles, was er nicht in Dänemark<br />

oder aus Skandinavien beziehen konnte,<br />

verzichtete er: kein Olivenöl, keine exotischen<br />

Gewürze, also auch kein Pfeffer.<br />

Sein Küchenchef René Redzepi ließ<br />

sich anfangs von Rezepten inspirieren,<br />

die er in einem Überlebenshandbuch der<br />

schwedischen Armee fand.<br />

Erfolgreicher Hype<br />

Man kann <strong>das</strong> als etwas übertrieben ansehen.<br />

Oder als konsequent. Wie auch<br />

immer revolutionierte <strong>das</strong> NOMA und<br />

andere, die ähnlich dachten und agierten,<br />

damit und mit reichlich finanzieller<br />

Förderung durch die skandinavischen<br />

Tourismusorganisationen <strong>das</strong> Image<br />

der nordischen Küche. Bald pilgerten die<br />

Foodnerds und Sternejäger nicht mehr<br />

nach Italien, Japan oder Frankreich, sondern<br />

nach Kopenhagen, Stockholm oder<br />

zu weit entlegenden Hütten jenseits des<br />

Polarkreises, wo ohne Strom gekocht<br />

Die Moltebeere wird gerne mit Sauermilch<br />

zum Frühstück serviert.<br />

Foto: pixabay<br />

wurde und wird. Da kam vieles zusammen:<br />

Zurück zum Ursprung, ein neues<br />

Qualitätsbewusstsein und der Stolz auf<br />

regionale Erzeugnisse. Die traditionell<br />

„arme“ Küche des Nordens war plötzlich<br />

hipp. So etwas liebte man in den<br />

Zehnerjahren. Und liebt es wohl noch<br />

info<br />

Auch wenn man von der nordischen oder skandinavischen Küche spricht und diese viele Gemeinsamkeiten<br />

hat, gibt es doch regionale Unterschiede.<br />

Dänemark<br />

Knallrote Pölser vom Würstelstand, dazu ein Tuborg! Reicht. Nein, nicht ganz. Die traditionelle dänische<br />

Küche kann noch mehr – und manches erinnert an die norddeutsche Küche: Labskaus (Kartoffelauflauf<br />

mit Corned Beef und Roter Bete), Rote Grütze (Beerenkompott, verdickt mit Sahne). Und nicht zu vergessen<br />

<strong>das</strong> Smörrebröd: Die dänische Variante des Sandwiches. Das dänische Nationalgericht ist Torsk:<br />

Dorsch mit Salzkartoffeln und Senfsauce.<br />

Finnland<br />

Rentier! Zum Beispiel als Geschnetzeltes mit Kartoffelpüree, Schwammerln und Moltebeeren. Oder die<br />

karelischen Piroggen, die sie aus dem Baltikum oder dem nicht so fernen Russland übernommen haben:<br />

Roggen-Teigtaschen gefüllt mit gesalzenem Milchreis.<br />

Norwegen<br />

Lachs, Lachs, Lachs! Aber auch Heringe oder getrockneter Stock- und Klippfisch. Das Nationalgericht ist<br />

Lutefisk: Getrockneter Fisch, der vor dem Kochen gewässert wird. Habe ich „genießen“ dürfen. Um <strong>das</strong><br />

schätzen zu können, muss man wohl doch Norweger oder zumindest Schwede sein. Graved Lax, in Schweden<br />

Gravad Lax, ist dagegen eine Erfindung, die die kulinarische Weltküche eindeutig bereichert hat: in<br />

Salz, Pfeffer, Dill und Zucker eingelegter roher Lachs. Dazu eine Senfsauce, herrlich, nicht nur zum Frühstück.<br />

Schweden<br />

Viel Wild, nicht nur Elche. In Schweden ist praktisch jeder Jäger (und Sammler von Pilzen und Beeren). Elch<br />

schmeckt übrigens ein bisschen wie Hirsch. Aus Elchen werden auch Würste zubereitet. Im Sommer wird<br />

<strong>das</strong> große Krebsessen veranstaltet: Gekochte Flusskrebse mit viel Schnaps. Im Winter wird <strong>das</strong> Julbord<br />

aufgetischt. Die schwedische Kuklinarik hat immer etwas Gemeinschaftliches, man isst gerne in großen<br />

Runden, bedient sich von allem, dazu wird gesungen (wirklich!). Und <strong>das</strong> dänische Smörrebröd heißt in<br />

Schweden Smörgas.


44 ETHNOKÜCHE<br />

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tipp aus der praxis<br />

Dill<br />

Das Kraut des Nordens:<br />

Kaum ein traditionelles<br />

skandinavisches Gericht<br />

kommt ohne die feinen<br />

Spitzen des Doldenblütengewächses<br />

aus. Es<br />

passt vor allem zu Fisch<br />

und wird deshalb gerne<br />

zum Einlegen von Hering<br />

und Matjes verwendet.<br />

Die grünen Dillspitzen<br />

zeichnen sich durch einen<br />

Thomas Askan<br />

Vierich, Autor des<br />

Buches Aroma. Die<br />

Kunst des Würzens.<br />

ISBN 978-3-7471-0423-1<br />

Foto:Ida Rosen<br />

unverwechselbaren frischen Duft aus. Verantwortlich<br />

dafür ist der flüchtige Aromastoff<br />

Cavron, der im Dill in zwei Varianten vorkommt:<br />

Die eine riecht eher nach Kümmel, die andere<br />

nach Minze. Die Frische wird darüberhinaus<br />

noch durch <strong>das</strong> Aromamolekül Limonen und<br />

<strong>das</strong> zitrusartige P-Cymol betont.<br />

Verwendet werden meist die jungen Dillspitzen,<br />

aber der Rest der Pflanze schmeckt ebenfalls<br />

gut und kann ohne Weiteres beim Einlegen verwendet<br />

werden. Man sollte Dill nicht mitkochen,<br />

sondern wie Petersilie zum Schluss über <strong>das</strong><br />

Gericht streuen. Man kann auch die getrockneten<br />

Dillfrüchte verwenden – die sollte man<br />

allerdings mitkochen, weil sie ihre Aromen nur<br />

langsam abgeben.<br />

Dill passt gut zu Fenchel, weil in beiden ähnliche<br />

Aromen vorkommen. Bei fetten Fischgerichten<br />

(Lachs) gleicht Dill durch seine frischen<br />

Noten die fetten Aromen aus.<br />

Dill kommt in alle Fischsalate mit Hering oder<br />

Krabben, die oft fetten Saucen (Majonäse, Joghurt)<br />

nehmen die fettlöslichen Aromen des<br />

Dill besonders gut auf.<br />

Ein Klassiker der schwedischen Küche ist mit<br />

Dill gebeizter Lachs (gravad lax) oder Fisch mit<br />

einer Senf-Dill-Sauce (Hovmästars°as). Die Franzosen<br />

kennen eine Dilloberssauce: sauce à<br />

l’aneth zu gekochtem Rindfleisch und<br />

Zunge. Auch die mediterrane Küche<br />

kennt Gerichte mit Dill, klassisch ist<br />

Zaziki. Ein mitteleuropäischer Klassiker<br />

ist Gurken und Dill im Gurkensalat,<br />

ausgefallen aber wohlschmeckend<br />

ist Wassermelone mit Dill.<br />

Auch Erdbeeren lassen sich mit<br />

Dill würzen – oder Bananen!<br />

Knäckebrot ist ein Klassiker der Schwedischen Küche und<br />

wird zu allerlei Gerichten genossen.<br />

Foto: pixabay<br />

immer. Und findet damit Nachahmer auch bei uns in der<br />

alpinen Küche, die ja auch jahrhundertelang eher eine „Arme-Leute“-Küche<br />

war.<br />

Aber natürlich war <strong>das</strong> auch ein Hype, in vielen Aspekten<br />

total überdreht, abgehoben und vor allem sauteuer. Elitär<br />

wie zuvor die Molekularküche und wie jetzt die spanischen<br />

und südamerikanischen Verrücktheiten. Aber hey,<br />

ohne ein paar Wahnsinnige wäre nicht nur die kulinarische<br />

Welt ziemlich langweilig.<br />

Die neue Bodenständigkeit<br />

Und ganz so abgehoben war und ist es dann doch nicht,<br />

was die nordischen Eliteköche da treiben. Und es macht<br />

vor allem Spaß. Auch sie berufen sich auf die Koch- und Ernährungstraditionen<br />

ihrer Länder. Nur waren die lange verschüttet,<br />

ignoriert, von industriell hergestellten Lebensmitteln<br />

dominiert. In den 1990er Jahren hat die schwedische<br />

Gastronomie wirklich keinen Spaß gemacht, ich weiß <strong>das</strong><br />

aus jahrelanger eigener Anschauung. Sie war überteuert,<br />

langweilig und spießig. Ich wollte sie sogar mal aufmischen<br />

mit der Eröffnung einer Kneipe (Beisl) in Stockholm, wo es<br />

deutsches Bier und deutsche Würste geben sollte und sonst<br />

nix. Wäre sicher ein Hit geworden – nur sind die gesetzlichen<br />

und bürokratischen Hürden für Neo-Wirte in Schweden<br />

so absurd hoch, <strong>das</strong>s wir uns von der Idee schnell wieder<br />

verabschiedet haben.<br />

Ich habe die schwedische Küche also eher nicht im<br />

Gasthaus kennen gelernt, sondern zu Hause bei den Eltern<br />

und Verwandten meiner damaligen Freundin in<br />

Linköping. Ich erinnere mich, wie ich gemeinsam mit<br />

dem Vater frischen Lachs in Helsingfors gekauft habe,<br />

den wir dann im Garten selbst warm räucherten. Oder<br />

wie ich mit der Mama tagelang all die Köstlichkeiten


1-2/20<strong>22</strong><br />

ETHNOKÜCHE 45<br />

Janssons Frestelse (Janssons Versuchung)<br />

Am Julbord, <strong>das</strong> weihnachtliche Buffet<br />

in Schweden, dürfen eingelegte Heringe<br />

und Matjes nicht fehlen.<br />

Fotos: pixabay<br />

Zutaten:<br />

› Mehlig kochende Kartoffeln<br />

› Schwedische Anchovis (zur<br />

Not: Mischung aus Matjes<br />

und Sardellen)<br />

Schlagobers<br />

Reichlich Zwiebeln<br />

Pfeffer<br />

Etwas Salz, wenn nötig<br />

Butter<br />

› Semmelbrösel<br />

Kartoffeln schälen und in Scheiben<br />

schneiden. Mit den Anchovis<br />

und den vorgebratenen<br />

Zwiebelringen schichtweise in<br />

eine feuerfeste Form stapeln. Mit<br />

Schlagobers übergießen, Semmelbrösel<br />

oben drauf und ein<br />

paar Butterflocken. Im Backrohr<br />

bei mittlerer Hitze garen. Pfeffern<br />

und etwas salzen.<br />

für <strong>das</strong> weihnachtliche Julbord zubereiten<br />

durfte: von Köttbullar über eingelegten<br />

Matjes und Hering in verschiedensten<br />

Saucen und Essenzen, vom<br />

selbstgemachten Glögg (Glühwein) über<br />

Janssons Frestelse (ein Kartoffel-Anchovis-Auflauf,<br />

siehe Rezept), Planksteak<br />

(Beefsteak auf angekokelten Holzbrettern<br />

mit Kartoffelpüree aus dem Ofen),<br />

gegrilltem Schweinefilet im Ganzen<br />

und Knäckebrot, Knäckebrot, Knäckebrot.<br />

Sogar die schwedischen und norwegischen<br />

Käsespezialtäten begeisterten<br />

mich, die sich tatsächlich von unseren<br />

unterscheiden (süß marinierter Käse<br />

aus Norwegen!).<br />

Oder kennen Sie Fjilmjölk? Das ist<br />

eine Sauermilch, wie es sie bei uns einfach<br />

nicht gibt. Die mit Kompotten aus<br />

mir bis dahin unbekannten Beeren (Moltebeeren!)<br />

zum Frühstück gereicht wird<br />

– herrlich. Mittlerweile gibt’s bei uns ja<br />

auch die isländische Variante des Joghurts:<br />

Skyr.<br />

info<br />

Was man von der nordischen Küche lernen kann<br />

› Zurück zum Einfachen, weg mit Lebensmitteln, die um den halben<br />

Erdball reisen müssen. Exotisch kann auch ein in Weinbrand<br />

eingelegter Matjes sein statt immer der gleiche Heringssalat weiß<br />

oder rot zum Fasching.<br />

› Essen ist ein Fest und Feiern macht in großen Runden am meisten<br />

Spaß. Töpfe und Schalen auf den Tisch und jeder nimmt, was ihm<br />

schmeckt.<br />

› Es muss nicht immer gekocht werden. Viele nordischen Speisen<br />

sind kalt: Gravad Lachs, eingelegter Hering, selbst Köttbullar, die<br />

berühmten schwedischen Fleischbällchen, schmecken auch kalt.<br />

Smörgas und Smörrebröd, dick belegt mit Krabben – mehr braucht<br />

der hungrige Mensch manchmal nicht.<br />

› Alte Obst- und Gemüsesorten pflegen! Und Pflanzen entdecken,<br />

von denen man vorher gar nicht wusste, <strong>das</strong>s man sie essen kann:<br />

Tannenwipfel, Algen, Rinden, Flechten.<br />

› Selbst einlegen! Gurken, Hering, Gemüse, Wodka mit Kräutern,<br />

was weiß ich. Und zwar selbst. Und <strong>das</strong> dann auf der Speisekarte<br />

verkünden. Und die Gläser und Flaschen stolz im Gastraum<br />

drappieren. Das signalisiert: Wir machen <strong>das</strong> hier alles noch selbst.<br />

Wie früher. Zurück zum Ursprung, zum Guten, Alten, Bewährten.


46 ETHNOKÜCHE<br />

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tipp aus der praxis<br />

Knäckebrot<br />

Wer jemals nördlich von<br />

Flensburg unterwegs<br />

war, also in Dänemark,<br />

Schweden, Norwegen,<br />

Island oder Finnland,<br />

kennt die dort unzähligen<br />

Varianten dieses<br />

knackigen Brotes. Man<br />

kann es belegen oder<br />

einfach dazu essen. Es<br />

gibt sie dünn (in Finnland sind sie am dünnsten)<br />

und dick, mit oder ohne Sesam, dunkel<br />

oder hell, gewürzt oder ungewürzt, aus Roggen,<br />

manchmal auch mit etwas Weizen und in<br />

unterschiedlichen Formen: rechteckig, dreieckig<br />

oder rund. Erfunden haben es die Schweden<br />

in Värmland (Mittelschweden), vermutlich<br />

im sechsten Jahrhundert. Dort heißt es knäckebröd.<br />

Allen gemeinsam ist <strong>das</strong> Backverfahren: Es wird<br />

wie Pizza sehr heiß und kurz gebacken. Das<br />

entzieht dem Brot <strong>das</strong> Wasser. Wenn man es<br />

dann noch trocknet, traditionell aufgereiht auf<br />

Stangen, daher <strong>das</strong> Loch in den runden Knäckebroten,<br />

bleibt es sehr lange haltbar, wenn es<br />

trocken aufbewahrt wird. Man kann also Knäckebrot<br />

sehr gut auf Vorrat backen, was in früheren<br />

Zeiten sehr wichtig war. Es wird nur sehr<br />

sparsam gesalzen. Knäcke enthält viele Ballaststoffe<br />

und gilt deshalb als gesund, zumindest<br />

gesünder als Weißbrot.<br />

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche<br />

Sorten:<br />

Kaltbrot: Der Teig wird auf fast null Grad abgekühlt<br />

und durch Einschlagen der kalten Luft<br />

(oder mit Schnee!) gelockert – ohne Hefe. So<br />

entsteht Milch- oder helles Roggenknäckebrot.<br />

Warmbrot: Hier wird Backhefe zugesetzt und<br />

man lässt den Teig circa zwei Stunden im Warmen<br />

gären. So verdoppelt sich <strong>das</strong> Volumen<br />

des Brotes und es wird dicker. Auf diese Art wird<br />

Sesam- oder dunkles Vollkorn-Knäcke erzeugt.<br />

Übrigens ist es in Schweden heiß umstritten,<br />

welche Seite des Knäckebrots besser zu belegen<br />

ist: die glatte oder<br />

die mit den Löchern. Ich<br />

persönlich bevorzuge die<br />

Löcher.<br />

Thomas Askan Vierich<br />

Foto: Ida Rosen Foto: Thomas Askan Vierich<br />

Schmackhaftes<br />

Smörrebröd<br />

Die Skandinavische<br />

Küche ist bislang<br />

bekannt als schnelle<br />

Küche, mit „einfachen“<br />

Zutaten. Hier sind Knäckebrot,<br />

Wurst, Käse<br />

und Smörrebröd Stichwörter.<br />

Bei Metro Österreich<br />

findet man hier<br />

die ein oder andere Zutat,<br />

doch vor allem im<br />

Frischebereich bietet<br />

der Großhändler als führender Fischhändler einiges an. Hier<br />

sind zum Beispiel Köstlichkeiten wie geräucherter Lachs zu<br />

finden. Smörrebröd, ein traditionelles Mittagessen, wird mit<br />

Fisch Krabben, Kaviar, Käse, Wurst, Pastete oder Fleisch belegt.<br />

Natürlich dürfen auch die frischen Komponenten nicht<br />

fehlen, in der Regel wird <strong>das</strong> Brötchen mit Gemüse und Saucen,<br />

wie die in Skandinavien beliebten Remouladen, serviert.<br />

Hier gibt es vor allem ein Trendpotenzial, weil sich für die heimische<br />

Gastronomie <strong>das</strong> Take-Away Angebot erweitert.<br />

www.metro.at<br />

Nordische<br />

Delikatessen<br />

Für <strong>das</strong> Importhaus<br />

Schenkel<br />

sind der Geschmack<br />

und die<br />

Qualität der Produkte<br />

ausschlag-<br />

Foto:Franz Pfluegl<br />

Foto: Schenkel<br />

gebend, daher<br />

liefert der Delikatessenspezialist<br />

hochwertige Produkte<br />

aus bester Rohware. Dieser Leitsatz gilt seit der Gründung<br />

des Unternehmens im Jahre 1883. Schenkel bietet seit<br />

Jahrzehnten eine umfangreiche Auswahl an Nordischen Delikatessen<br />

an. Die letzte Neuvorstellung im Bereich Nordische<br />

Delikatessen ist der neue Herings Caviar, er ist ein ausgewählter<br />

Rogen vom Hering (Clupea harengus). Diese typisch skandinavische<br />

Spezialität ist eine preiswerte und köstliche Alternative<br />

zur Garnierung von Brötchen, Canapés und allen Arten<br />

von kalten Platten und Buffets.<br />

www.schenkel.at<br />

Foto: Anna Shepulova / Adobe Stock


1-2/20<strong>22</strong><br />

ADVERTORIAL 47<br />

Foto: Matthias Münz<br />

Foto: Wiberg Foto: Matthias Münz<br />

Wiberg Gewürze verleihen Speisen einen<br />

mystischen und dennoch sehr vertrauten<br />

Geschmack.<br />

Kulinarik aus dem Norden<br />

Die traditionelle Nordland-Küche<br />

steckt voller Überraschungen. Die<br />

skandinavische Würzmischung<br />

Nordic Flair von Wiberg verleiht Fischgerichten,<br />

hellem Fleisch, aber auch<br />

Speisen der vegetarischen Küche einen<br />

mystischen und dennoch sehr vertrauten<br />

Geschmack. Salziger Seetang,<br />

der vor der isländischen Küste gewonnen<br />

wird, in Kombination mit der herben<br />

Note der uralten Krähenbeere ist<br />

<strong>das</strong> Besondere. Bourbon Pfeffer und<br />

Kubebenpfeffer, seit langem in der nordischen<br />

Küche verankert, ergeben mit<br />

Bitterfenchel und Wacholder eine dezente<br />

Schärfe, die vor allem mit Fleisch,<br />

Fisch und Krustentieren, vegetarischen<br />

Kreationen sowie Eierspeisen harmoniert.<br />

Wiberg hat mit der Skandinavische<br />

Trüffelpraline vom Elchmilch-Käse<br />

mit Rettich und Hopfensprossen ein besonderes<br />

Rezept der nordischen Küche.<br />

www.wiberg.eu<br />

Skandinavische Trüffelpraline<br />

Zutaten für 10 Personen:<br />

› 400 g Elchmilch-Käse,<br />

gerieben<br />

› 20 g schwarze Trüffeln,<br />

gerieben<br />

› Pfeffer-Cuvée<br />

Gewürzmischung<br />

› 300 g Rettich, in Streifen<br />

› 50 g Hopfensprossen<br />

› Skandinavische<br />

Gewürzmischung<br />

› Öl, kaltgepresst<br />

› Weißwein-Essig<br />

Für die Trüffelpraline werden der<br />

Käse, die Trüffeln und die Wiberg<br />

Pfeffer-Cuvée Gewürzmischung<br />

- geschrotet mit Kubeben- und<br />

Tasmanischem Bergpfeffer - vermengt,<br />

zu kleinen Kugeln geformt<br />

und reifen lassen. Dann den<br />

Rettich mit den Hopfensprossen<br />

vermengen und mit Nordic Flair<br />

Würzmischung, bestehend aus<br />

wilden Krähenbeeren und Seetang,<br />

würzen. Anschließend mit<br />

Macadamianuss-Öl (100 Prozent<br />

sortenrein und kaltgepresst) und<br />

Weißwein Balsam-Essig (Weißwein-Essig<br />

mit Veltliner-Traubensaft)<br />

marinieren.


48 KOHL<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Von Grünkohl bis Kimchi<br />

Kaum eine andere Gemüsefamilie hat in den letzten Jahren so einen enormen Imagewandel<br />

vollzogen wie der Kohl, vom geruchsintensiven Arme-Leute-Essen zum Power-Lebensmittel.<br />

<br />

Text & Fotos: Andrea Jungwirth<br />

Schuld daran sind verschiedene Ernährungstrends,<br />

die <strong>das</strong> verstaubte<br />

Image des Kohls wieder aufpolieren.<br />

Und <strong>das</strong> zu Recht, denn<br />

gerade Grünkohl ist besonders protein-,<br />

vitamin- und mineralstoffreich, übertrifft<br />

den Vitamin C-Gehalt von Orangen und<br />

ist der Top-Lieferant von Vitamin K und<br />

Folsäure, aber auch von Calzium und Eisen.<br />

Von Köchen neu interpretiert überzeugt<br />

er nicht nur durch seine inneren<br />

Werte, sondern macht auch geschmacklich<br />

auf dem Teller eine gute Figur.<br />

Regionales Superfood<br />

Von Matcha über Gojibeeren bis zu Chiasamen,<br />

die Liste an als besonders gesund<br />

geltenden Lebensmitteln ist lang und der<br />

Wunsch, mit einigen Wunderprodukten<br />

die verschiedenen Ernährungsfehler wett<br />

zu machen, groß. Doch viele Produkte<br />

halten nicht was sie versprechen, sind<br />

meist weit gereist und kommen zum Teil<br />

vom anderen Ende der Welt. Der Hype<br />

um Superfoods vereint sich mit dem Umwelttrend,<br />

sich vermehrt regional zu ernähren.<br />

Da kommt der Kohl wieder ins<br />

Spiel. Er ist bei uns heimisch und die vielen<br />

saisonalen Sorten <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />

frisch erhältlich. Es beginnt mit Kohlrabi<br />

im Frühjahr, geht weiter mit Karfiol,<br />

Brokkoli und Frühkraut, endet aber<br />

nicht im Herbst mit Blaukraut, Chinakohl<br />

und Wirsing. Selbst im Winter, am<br />

besten sogar nach den ersten Frösten,<br />

können Kohl und Kohlsprossen frisch geerntet<br />

werden. Sie benötigen den Frost<br />

sogar, um ihr volles Aroma zu entfalten.<br />

Die Kälte macht <strong>das</strong> Gemüse besser verdaulich<br />

und milder im Geschmack. Aber<br />

auch tiefgefroren verlieren einige Sorten<br />

nicht an Qualität. Schockgefrostet behalten<br />

Kohlsprossen, Karfiol und Brokkoli<br />

ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Allen voran<br />

die sekundären Pflanzenstoffe wie die<br />

„Glucosinolate“, <strong>das</strong> sind schwefelhaltige<br />

Verbindungen, die beim Menschen<br />

Bakterien abtöten oder Krebs vorbeugen<br />

können. Superfoods zeichnen sich<br />

durch einen überdurchschnittlichen Gehalt<br />

an wertvollen Inhaltsstoffen wie<br />

Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären<br />

Pflanzenstoffen aus, aber auch<br />

nicht mehr. Wer dieser simplen Definition<br />

glauben möchte, der kann Kohl auf<br />

jeden Fall dazuzählen.<br />

Die Höchsten<br />

Grünkohl bildet keine Köpfe aus, sondern<br />

nur längliche Blätter, die auch


1-2/20<strong>22</strong><br />

KOHL 49<br />

einzeln geerntet werden können. Die<br />

Grünkohlblätter gelten inzwischen als<br />

Superfood, da sie besonders reich an<br />

Protein, Vitaminen und sekundären<br />

Pflanzenstoffen sind. Einzelne Blätter<br />

werden roh in Smoothies oder Salaten<br />

verwendet, gedünstet ist die Rezeptvielfalt<br />

enorm. Kurzes Erhitzen macht <strong>das</strong><br />

Gemüse besser verdaulich.<br />

Durch die enorme Sortenvielfalt ist<br />

Grünkohl sehr anpassungsfähig an unterschiedliche<br />

Klimabedingungen, und<br />

der Anbau des Gemüses über die unterschiedlichen<br />

Kontinente verteilt, von<br />

Russland bis in die Subtropen. Manche<br />

Sorten, wie der dunkelgrüne italienische<br />

„Nero die toscana“ etwa, sind besonders<br />

hitzeresistent, der dunkelgrüne „Kadett“<br />

verträgt Frost bis minus 20 Grad Celsius.<br />

Mehr oder weniger gekraust, von grün,<br />

rötlich-braun bis violett, so unterschiedlich<br />

kann Grünkohl aussehen. Auch die<br />

Größe der Pflanzen kann beachtlich<br />

sein. Normalerweise werden die Sorten<br />

60 bis 90 Zentimeter hoch, können aber<br />

wie die „Ostfriesische Palme“ eine imposante<br />

Höhe von fast zwei Metern erreichen.<br />

Die Kleinsten<br />

Kohlsprossen sind nicht nur die Kleinsten<br />

in der Kohlfamilie, sondern auch<br />

die Jüngsten. Erst Ende des 18. Jahrhunderts<br />

kultivierten die Belgier <strong>das</strong> Gemüse,<br />

obwohl es bereits Jahrhunderte<br />

davor schon erwähnt wurde. Brüsseler<br />

Kohl und Sprossenkohl sind die frühen<br />

Bezeichnungen für die Kohlsprossen.<br />

Es sind die Triebknospen, die in den<br />

Blattachsen an einem 50 bis 100 Zentimeter<br />

hohen Stamm wachsen. Wie<br />

bei vielen Kohlsorten sind auch die<br />

Kohlsprossen zweijährige Pflanzen,<br />

geerntet wird im ersten Jahr, bleiben<br />

die Pflanzen über den Winter stehen<br />

und treiben die Triebknospen im Frühjahr<br />

aus, so entwickeln sich kleine zarte<br />

Triebe, die äußerst schmackhaft sind.<br />

Wen im Winter <strong>das</strong> eigentliche „Gemüse“<br />

nicht überzeugt, der kann die Triebe<br />

im Frühjahr genießen und wird so vielleicht<br />

zum Fan von Kohlsprossen der<br />

anderen Art.<br />

Die Längsten<br />

Chinakohl, auch als Japan- oder Pekingkohl<br />

bezeichnet, entstand wahrscheinlich<br />

aus einer Kreuzung von<br />

Speiserübe mit Pak Choi (Senfkohl). Er<br />

bildet große, lockere Köpfe, die knackigen<br />

Blattrippen sind immer weißlich,<br />

die Blattränder je nach Sorte gelb, grün<br />

oder auch violett. Die Köpfe sind entweder<br />

rundlich oder länglich geformt<br />

und können bis zu einem halben Meter<br />

hoch werden. Ein stattlicher Chinakohl<br />

Kopf kann auch um die zwei Kilogramm<br />

wiegen, damit ist <strong>das</strong> Gemüse<br />

sehr ergiebig.<br />

Der typische Herbst- und Wintersalat<br />

wird von vielen unterschätzt und<br />

kommt meist nur als Salat auf den Teller.<br />

Dazu werden die zarten Blattränder<br />

verwendet. In Asien wird er viel häufiger<br />

gegessen und landet dort mit seinen<br />

knackigen Blattrippen gerne im Wok.<br />

Im Kimchi, dem koreanischen Nationalgericht,<br />

wird er milchsauer vergoren<br />

und mit reichlich Schärfe versehen. Mit<br />

Pfeffer, Chili und je nach Region auch<br />

mit Szechuanpfeffer gewürzt, ist er für<br />

den europäischen Geschmack meist zu<br />

scharf. Aber milder abgeschmeckt, würden<br />

vor allem Sauerkrautfreunde auch<br />

an Kimchi ihre Freude haben.<br />

Scharfes Kimchi<br />

Zutaten:<br />

› 2 kg Chinakohl<br />

› 200 g weißer Rettich<br />

› 6 mittlere<br />

Frühlingszwiebeln<br />

› 5 Esslöffel Meersalz<br />

› Wasser<br />

› 5 Knoblauchzehen<br />

› 1 cm frischer Ingwer<br />

› 2 Teelöffel<br />

Kristallzucker<br />

› 2 Esslöffel<br />

Fischsauce<br />

oder koreanische<br />

Garnelenpaste<br />

› 2 Esslöffel<br />

Chiliflocken<br />

› ½ Teelöffel<br />

Sezchuanpfeffer<br />

1. Ingwer und Knoblauch schälen und mit Chiliflocken, Fischsauce, Szechuanpfeffer<br />

und Zucker in einem Mörser zu einer Paste zerstoßen.<br />

2. Gemüse putzen und in Streifen schneiden. Chinakohl in eine Schüssel geben<br />

und mit etwa 5 Esslöffel Salz bestreuen und mit der Hand etwas durchkneten.<br />

Den Kohl mit kaltem Wasser bedecken und einen Teller daraufstellen, damit <strong>das</strong><br />

Gemüse unter Wasser bleibt.<br />

3. Nach 2 Stunden den Kohl in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und<br />

etwas ausdrücken.<br />

4. Chinakohl mit dem restlichen Gemüse und<br />

der Paste mischen, am besten mit den Händen<br />

und Einweghandschuhen.<br />

5. Das Ganze in ein Gärglas füllen und gut hineindrücken.<br />

Es sollte noch Platz im Glas bleiben,<br />

da es bei der Gärung aufsteigt. Das Glas<br />

verschließen (Deckel locker daraufsetzen).<br />

6. Das Gemüse nun täglich in die Lake drücken<br />

und <strong>das</strong> Gas entweichen lassen. Nach<br />

ein bis zwei Tagen beginnt die Gärung, <strong>das</strong><br />

Kimchi kann zu jedem Zeitpunkt der Gärung<br />

gegessenen werden. Am besten 7 bis 10 Tage<br />

kühl gären lassen. Danach <strong>das</strong> Kimchi kühl<br />

lagern.


50 PORTRAIT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Kochen ist die Leidenschaft von Markus<br />

Peintner und Annamaria Moser. Privat,<br />

wie auch beruflich.<br />

SÜD<br />

TIROL<br />

Foto: Restaurant Sichelburg<br />

Foto: Uwe Spörl<br />

Die Küche des Restaurants Sichelburg<br />

ist Annamarias Wirkungsstätte, während<br />

Ehemann Markus Peintner im Hotel<br />

Green Lake Weiher den Küchechef gibt.<br />

Foto: Uwe Spörl<br />

Köche sind nicht<br />

immer einfach!<br />

Annamaria Moser und Markus Peintner sind nicht nur privat<br />

ein Paar, sondern auch ihre Passion zum Kochen eint die<br />

beiden Südtiroler. <br />

Von Petra Pachler<br />

Annamaria ist seit fünf Jahren Sous<br />

Chefin im Südtiroler Restaurant<br />

Sichelburg in Pfalzen. Eigentlich<br />

wollte sie nur einen kurzen<br />

Zwischenstopp machen, um sich Mirko<br />

Mairs Kochstil anzuschauen, doch<br />

irgendwie blieb sie hier hängen. Warum<br />

gerade hier? „Ich kann mit hochwertigen<br />

Produkten kochen, kann meine<br />

Ideen einbringen, die Restaurantküche<br />

war immer mein Favorit und mit meinem<br />

Chef Mirko Mair bin ich auf einer<br />

Wellenlänge“, so <strong>das</strong> knapp dreißigjährige<br />

Kochtalent.<br />

Ehemann Markus Peintner werkt als<br />

Koch im elterlichen Hotelbetrieb Green<br />

Lake Weiher, auch in Pfalzen. Schon<br />

als Kind hat er hier mitgeholfen und<br />

nach der Hotelfachschule, dem Lehrabschluss<br />

und einigen Stationen in Betrieben<br />

wie dem Hangar 7 oder dem<br />

Hotel Central in Sölden, absolvierte er<br />

auch noch ein Praktikum als Fleischer.<br />

Seine Liebe gilt aber den Forellen, die er<br />

als regionalstes Gericht sieht. Bei ihm<br />

ist <strong>das</strong> dann Weiher’s Forelle, Perntaler<br />

Mozartkartoffel, Kaviar und Schnittlauch.<br />

Peintner verwendet dafür Weiher’s<br />

Forelle aus dem eigenen Teich und<br />

Schnittlauch und Kartoffel von Annamarias<br />

elterlichem Hof. Von wo auch<br />

den ganzen Sommer über <strong>das</strong> Gemüse<br />

für die Hotelküche stammt.<br />

„Ich weiß, wie Tomaten<br />

schmecken sollen!“<br />

Bei Annamaria Moser im Restaurant Sichelburg<br />

ist <strong>das</strong> beliebteste Gericht <strong>das</strong><br />

Tartar vom Gsieser Almochsen mit Senfeis<br />

und die Amalfizitronen. „In der Sichelburg<br />

kochen wir traditionelle, mediterrane<br />

Küche, aber neu interpretiert.<br />

Das heißt, <strong>das</strong>s wir zum Beispiel auch<br />

mal die klassischen Südtiroler Schlutzkrapfen<br />

mit einer gebratenen Jakobsmuschel<br />

servieren“, so Annamaria. „Die<br />

Südtiroler Küche hat eine perfekte Basis,<br />

mit der man gut arbeiten kann. Bodenständige<br />

Gerichte, gut abgeschmeckt,<br />

<strong>das</strong> ist schon mal <strong>das</strong> Wichtigste, danach<br />

kann man dann beginnen seinen<br />

Ideen freien Lauf zu lassen. Wir haben<br />

in Südtirol großartige Produkte, und ich<br />

habe immer schon einen Bezug zu guten<br />

Lebensmitteln gehabt, da ich auf einem<br />

Bauernhof aufgewachsen bin“.<br />

„Mein Lieblingsgericht? Schwer zu<br />

sagen! Ich mag eigentlich fast alles. Aber<br />

ich liebe die warmen Vorspeisen (Cavatelli,<br />

Tortelli, Gnocchi). Zutaten, die bei<br />

fast jedem Gericht dabei sein müssen,<br />

sind definitiv Zitrone und braune Butter.<br />

Das verleiht jedem Gericht noch <strong>das</strong><br />

bestimmte Etwas“.<br />

Die Liebe zum Kochen<br />

Die Leidenschaft zum Kochen war bei<br />

den ersten Praktika in der Hotelfachschule<br />

da, „zudem hat mich immer meine<br />

Oma begeistert, die in der Küche im eigenen<br />

Gasthaus stand. Und genau <strong>das</strong> war<br />

eigentlich immer mein Ziel. Einen Beruf


1-2/20<strong>22</strong><br />

PORTRAIT 51<br />

Die Südtiroler Küche wird von den beiden<br />

Köchen oft unterschiedlich interpretiert.<br />

Heraus kommt aber in jedem Fall ein<br />

genussvolles Gericht.<br />

Foto: Restaurant Sichelburg<br />

Foto: Restaurant Sichelburg<br />

Foto: Uwe Spörl<br />

Das Restaurant Sichelburg von Mirko Mair<br />

ist Annamarias kulinarische Heimat.<br />

zu erlernen, wo man sich selbst und andere<br />

Menschen glücklich machen kann.<br />

Meine Oma hat mich früher immer mit<br />

meinen heiß geliebten ‚Epfl-Kiachlan‘<br />

mit Vanillesauce glücklich gemacht!“<br />

„Mein Glück war sicher, <strong>das</strong>s ich<br />

in den Jahren meiner Ausbildung immer<br />

auf gute, motivierte Köche gestoßen<br />

bin - zwischen Haubenküche im<br />

Restaurant Taxacher im Tiroler Kirchberg<br />

oder Wirtshausküche im Pretzhof<br />

bei Sterzing. In der Sichelburg hat unser<br />

Chef, Mirko Mair, eine sehr gute Art,<br />

junge Menschen zu begeistern“.<br />

Gemeinsames Ziel<br />

Kennengelernt haben sich die Beiden<br />

am Anfang ihrer Ausbildung und beide<br />

verfolgten <strong>das</strong>selbe Ziel, nämlich gute<br />

Köche zu werden. „Für unsere Beziehung<br />

war es nicht immer einfach, da wir an<br />

unterschiedlichen Orten gearbeitet haben,<br />

aber die Leidenschaft zu unserem<br />

Beruf hat uns noch mehr zusammengeschweißt“,<br />

so Annamaria. „Wir haben<br />

von Anfang an gewusst, was auf uns zukommt,<br />

denn Köche sind nicht immer<br />

einfach“, ergänzt Markus.<br />

Und wer kocht was? „Annamaria ist<br />

diejenige, die die einfachere Küche mag<br />

- weniger ist oft mehr. Auch bei den traditionellen<br />

Gerichten ist sie mir ein bisschen<br />

überlegen. Ich hingegen liebe <strong>das</strong><br />

Experimentieren. So ergänzen wir uns<br />

eigentlich super und so kommen auch<br />

oft neue Gerichte zuhause auf den Tisch“.<br />

Berufung statt Beruf<br />

„Kochen ist für mich mittlerweile kein<br />

Beruf mehr, sondern eine Berufung. Ein<br />

besonderes Gericht ist für mich ein Teller,<br />

der keine Erklärung braucht. Alles<br />

zusammen soll einfach schmecken,<br />

nicht zu kompliziert sein“, so Annamaria<br />

Moser.<br />

Wie sehen die Zukunftspläne aus?<br />

„Wir werden in den nächsten Jahren den<br />

elterlichen Bauernhof übernehmen und<br />

klar ist, <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Kochen auch in unserer<br />

gemeinsamen Zukunft eine wichtige<br />

Rolle spielen wird“, so Markus Peintner.<br />

Restaurantküche versus<br />

Hotelküche<br />

Wo liegt den nun der Unterschied zwischen<br />

den beiden Küchen? „Die Restaurantküche<br />

ist sicher hektischer, da zweimal<br />

am Tag Service ist. Zudem haben<br />

wir in der Sichelburg eine große Speisekarte<br />

und wissen nie, was unsere Gäste<br />

heute bestellen. In der Hotelküche<br />

kann man besser vorausschauen und<br />

der Service verläuft meistens auch etwas<br />

geplanter“, sieht Annamaria Moser<br />

den größten Unterschied. Gute Küche<br />

bieten sie beide.<br />

Der Weg zum Erfolg war und ist für<br />

beide mit viel Geduld, Disziplin und<br />

Durchhaltevermögen, aber auch mit<br />

Spaß und großartigen Menschen an<br />

der Seite, gepflastert. Etwas, <strong>das</strong> beide<br />

bis jetzt hatten.


52 C & C<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Convenience & Regionalität<br />

als C&C-Trends 20<strong>22</strong><br />

Foto: Drobot Dean / Adobe Stock


1-2/20<strong>22</strong><br />

C & C 53<br />

Der Gastro-Großhandel hat auch schon mehr zu lachen gehabt als in den vergangenen zwei<br />

Jahren. Umso mehr bemühen sich die meisten mit verbessertem Service und vergrößertem<br />

Angebot ihre Kunden zielgenau zu unterstützen. <br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Wenn ein Wirtschaftsbereich neben<br />

Gastgewerbe und Tourismus<br />

in den vergangenen zwei Jahren<br />

ebenfalls stark von der Pandemie betroffen<br />

war, dann ist <strong>das</strong> der Gastro-Großhandel.<br />

Doch zumindest bis dato ändert<br />

<strong>das</strong> an der Handels-Landschaft in Österreich<br />

wenig, lediglich AGM möchte sich<br />

offensichtlich sukzessive zurückziehen<br />

und zumindest einen Teil der Standorte<br />

an den Mitbewerb verkaufen. Noch hat<br />

die Wettbewerbsbehörde diesem Ansinnen<br />

allerdings kein grünes Licht gegeben.<br />

Wir haben jedenfalls alle wichtigen<br />

Player im heimischen C&C-Handel angeschrieben<br />

und sie u.a. um ihre Einschätzung<br />

der aktuellen Lage, ihre Erwartungen<br />

bzw. Hoffnungen und Prioritätensetzungen<br />

für <strong>das</strong> laufende Jahr<br />

gebeten.<br />

Alle Antworten, die bis zum Redaktionsschluss<br />

bei uns eingelangt sind, lesen<br />

Sie auf den folgenden Seiten. Und<br />

so viel sei vorweggenommen: Wenn die<br />

Pandemie für <strong>das</strong> Gastgewerbe zumindest<br />

einen kleinen positiven Aspekt hatte,<br />

dann den, <strong>das</strong>s Angebot und Service<br />

bei den großen Zulieferern in Coronazeiten<br />

nicht ausgedünnt, sondern vielmehr<br />

intensiviert wurden.<br />

Das schlägt sich nicht nur in der weiter<br />

wachsenden Zustellungsquote nieder,<br />

sondern zeigt sich auch bei einem<br />

Convenienceangebot, <strong>das</strong> bei den meisten<br />

C&C-Anbietern sowohl quantitativ<br />

aber vor allem auch qualitativ verbessert<br />

wurde, was den latenten Personalmangel<br />

in vielen Betrieben zumindest<br />

teilweise ausgleichen soll. Und <strong>das</strong> Thema<br />

Regionalität wird 20<strong>22</strong> sowohl in<br />

den Verkaufsregalen/-foldern wie auch<br />

auf den Speisekarten wohl noch präsenter<br />

werden als bisher, wenn man die<br />

Antworten unserer Gesprächspartner<br />

verfolgt.<br />

Foto: AlenKadr / Adobe Stock<br />

Wie weit hat Corona <strong>das</strong> Geschäft<br />

im abgelaufenen Jahr<br />

beeinflusst? Haben sich die Gastro-<br />

Lockdowns 1:1 im Transgourmet-Absatz<br />

niedergeschlagen oder konnte<br />

man den Rückgang zumindest teilweise<br />

anderweitig auffangen?<br />

Eurogast: Wir haben alle unsere<br />

Märkte in den schwierigen Phasen<br />

der Gastro-Lockdowns auch für<br />

Privatkunden geöffnet. Damit konnten<br />

wir in den Eurogast Markthallen<br />

sehr gute Erfolge erzielen. Die Umsätze<br />

konnten damit jedoch in keinster<br />

Weise aufgefangen werden. Speziell<br />

die Lieferketten wurden in jedem<br />

Lockdown schwer in Mitleidenschaft<br />

gezogen, doch durch unsere flexible<br />

Struktur mit gut verteilten Logistikzentren<br />

konnten wir immer sehr rasch<br />

auf den Markt reagieren.<br />

KHG-Express: Corona und die damit<br />

verbundenen Lockdowns haben<br />

sich massiv auf unseren Absatz niedergeschlagen,<br />

da der Großteil unserer<br />

anteiligen Gesellschafter im Westen<br />

sitzt mit Schwerpunkt im Großhandel.<br />

Dieser ist wieder von der Gastronomie<br />

und Hotellerie und dem Tourismus abhängig.<br />

Die Planbarkeit hinsichtlich<br />

Mengen speziell mit geringem MHD<br />

sowie die Warenverfügbarkeit aufgrund<br />

mangelnder Rohstoffe ist immer<br />

noch massiv spürbar.<br />

Kröswang: Die Lockdowns haben<br />

sich jedes Mal in unserem Umsatz 1:1<br />

niedergeschlagen. Uns sind über Nacht<br />

60 Prozent unserer Kunden weggebrochen.<br />

Unser Geschäftsmodell mit 100<br />

Prozent Zustellung lässt es auch nicht<br />

zu, <strong>das</strong>s wir die Belieferung auf Endverbraucher<br />

umstellen. Natürlich sind<br />

wir von Lockdown zu Lockdown sensibler<br />

geworden und haben versucht,<br />

die Mengen bei unseren Lieferanten<br />

schon im Vorfeld sukzessive herunterzufahren.<br />

Da hat uns die Fokussierung<br />

auf die Zustellung frischer Produkte<br />

wieder in die Karten gespielt.<br />

Metro: Selbstverständlich haben<br />

die Lockdowns und der Ausfall unserer<br />

Hauptkundengruppe, der Gastronomie,<br />

Hotellerie sowie Caterer zum<br />

Umsatzverlust geführt. Die allgemeinen<br />

Verschärfungen haben dazu geführt,<br />

<strong>das</strong>s einige auch zwischen den<br />

Lockdowns nicht aufgesperrt haben.<br />

Metro Österreich hatte ihre Türen<br />

nur kurz zu Beginn der Pandemie<br />

für alle geöffnet, da wir damit unserem<br />

Auftrag als kritische Infrastruktur<br />

nachgekommen sind, nämlich für<br />

die Grundversorgung der Bevölkerung<br />

da zu sein.<br />

Transgourmet: Naturgemäß stand<br />

Transgourmet vor einer der größten<br />

Herausforderungen der Firmenhistorie.<br />

Gastronomie und Hotellerie, wo<br />

85 Prozent der Umsätze erwirtschaftet<br />

werden, mussten fast die Hälfte<br />

des Jahres geschlossen halten. Aber<br />

wir standen unseren Kunden zu jeder<br />

Zeit partnerschaftlich zur Seite, haben<br />

– auch um dem Versorgungsauftrag<br />

gerecht zu werden und der Lebensmittelverschwendung<br />

vorzubeugen<br />

– für die Zeit der Gastro-Lockdowns<br />

Transgourmet für alle geöffnet. Da wir


54 C & C<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

„Wir sehen es als unsere Aufgabe,<br />

<strong>das</strong> Wissen rund um die Vorzüge<br />

heimischer Produkte an Endkonsumenten<br />

und Gastronomen gleichermaßen<br />

zu kommunizieren.“<br />

Thomas Panholzer (Transgourmet)<br />

Zitat<br />

Foto: Metro<br />

„Wir hoffen für 20<strong>22</strong>, <strong>das</strong>s Geselligkeit<br />

nicht mehr zu den Risiken<br />

gehört und <strong>das</strong>s unsere Hauptkundengruppe<br />

wieder mit der für<br />

sie nötigen Planungssicherheit<br />

durchstarten kann.“<br />

Xavier Plotitza (Metro)<br />

Zitat<br />

Foto: Transgourmet<br />

uns an Großverbraucher aber auch alle<br />

Selbstständigen und Vereine wenden,<br />

konnten wir hier neue Zielgruppen als<br />

Kunden gewinnen.<br />

Das erste Halbjahr 2021 war die<br />

schwierigste Zeit seit langem. Umso<br />

erstaunlicher daher, wie schnell der<br />

Weg zurück im Sommer 2021 gelungen<br />

ist. Nach der Aufhebung der frühen<br />

Sperrstunde war es nahezu „ein<br />

Sommer wie damals“– wir waren wieder<br />

auf Vor-Krisen-Niveau. Der Lockdown<br />

im November/Dezember, die<br />

Reisewarnungen und früheren Sperrstunden<br />

machten uns dann wieder einen<br />

Strich durch die Rechnung.<br />

Wedl: Wir machten 2021 ähnliche<br />

Erfahrungen wie im Jahr zuvor.<br />

Durch die erneuten Lockdowns kam<br />

es zu massiven Umsatzeinbrüchen.<br />

Wir sprechen hier von bis zu 75 Prozent<br />

Einbußen in den Lockdown-Phasen<br />

im Vergleich zum Vor-Pandemie-<br />

Niveau 2019. Auch aus diesem Grund<br />

haben wir unsere Unternehmensstrategie<br />

angepasst, um neue Zielgruppen<br />

zu erschließen und beispielsweise<br />

mit einem an öffentliche Einrichtungen<br />

gerichteten breiten Produkt- und<br />

Serviceangebot erste Erfolge verzeichnet.<br />

Zusätzlich hat der Privatkunden-<br />

Bereich an Bedeutung gewonnen. Dennoch<br />

konnten wir die Umsatzausfälle<br />

in unserer Hauptzielgruppe natürlich<br />

nicht vollends ausgleichen. Erfreulich<br />

ist allerdings, <strong>das</strong>s die Sommersaison<br />

2021 in den meisten Regionen<br />

überdurchschnittlich gut verlief. Nach<br />

dem Lockdown-Ende Anfang Dezember<br />

war auch <strong>das</strong> Weihnachtsgeschäft<br />

zufriedenstellend, die Zahlen in diesem<br />

Zeitraum sind vergleichbar mit<br />

jenen aus 2019.<br />

Wie hat sich <strong>das</strong> Thema Abholung<br />

vs. Zustellung im vergangenen Jahr<br />

geändert?<br />

Eurogast: Der Trend der Zustellung<br />

ist weiterhin unaufhaltsam und<br />

wächst stark. Mit unserer Strategie<br />

der Eurogast Markthallen konnten<br />

wir jedoch die in der Vergangenheit<br />

stagnierenden Abholumsätze aufhalten<br />

und diese negative Entwicklung<br />

stoppen. Seit einigen Jahren wachsen<br />

wir auch in der Abholung deutlich. Die<br />

nächste Eurogast-Markthalle entsteht<br />

derzeit in Reutte am Standort Speckbacher,<br />

die Eröffnung ist mit Herbst<br />

20<strong>22</strong> geplant und unterstreicht den<br />

Erfolg dieses Formates.<br />

KHG-Express: Die Zustellung ist<br />

nach wie vor ein wichtiger Bereich unseres<br />

Tätigkeitfeldes.<br />

Kröswang ist ein reiner Lieferbetrieb<br />

ohne Abhol-Märkte.<br />

Metro: Die Zustellung ist in den vergangenen<br />

Jahren – vor allem mit Beginn<br />

der Pandemie – ein enorm wichtiger<br />

Beschaffungskanal geworden.<br />

Neben dem seit Jahren österreichweiten<br />

Lieferservice für Gastronomiekunden<br />

bietet Metro daher seit Mitte<br />

2020 auch allen Unternehmerkunden<br />

die Belieferung „Metro on Tour“ an.<br />

Unser aktueller Zustellanteil im b2b-<br />

Geschäft beträgt über 20 Prozent und<br />

er wächst. Aufgrund der aktuellen Situation<br />

haben wir bereits Kleintransporter<br />

mit hohem Ladevolumen angeschafft,<br />

um Kunden unabhängig von<br />

den großen Touren beliefern zu können.<br />

Seit 2017 beliefert Metro im Groß-


1-2/20<strong>22</strong><br />

C & C 55<br />

„Wir richten unseren Blick auf<br />

Qualität und Frische – damit kennen<br />

wir uns am besten aus. Immerhin<br />

sind wir der Frische-Lieferant<br />

und nicht der Nischen-Lieferant.“<br />

Manfred Kröswang (Kröswang)<br />

Foto: Kröswang<br />

Foto: KHG<br />

Zitat<br />

Zitat<br />

„Regionalität ist ein wichtiger<br />

Faktor unserer Sortimente, diese<br />

werden von den jeweiligen<br />

Gesellschaftern in ihren Regionen<br />

bei Ihren regionalen Händlern<br />

abgedeckt.“<br />

Irene Zivkovic (KHG-Express)<br />

raum Wien, Linz, Graz und Salzburg<br />

mit Elektrofahrzeugen.<br />

Transgourmet: Der Zustellanteil<br />

am Transgourmet Umsatz 2019 betrug<br />

68 Prozent. Das Jahr 2020 und<br />

2021 sind aufgrund der Umstände<br />

nicht vergleichbar. Wir gehen davon<br />

aus, 20<strong>22</strong> wieder einen Zustellumsatz<br />

in der Größenordnung von 2019<br />

zu haben.<br />

Wedl: Hinsichtlich Verkaufserlös<br />

liegt – ähnlich wie 2020 – der Anteil<br />

der Abholungen im Vergleich zum<br />

Gesamtumsatz 2021 verhältnismäßig<br />

hoch bei rund 35 Prozent, während er<br />

2019 noch bei 30 Prozent lag. Dies ist<br />

darin begründet, <strong>das</strong>s während der<br />

Lockdowns gerade kleinere und mittlere<br />

Abholkunden ein starkes Take-<br />

Away Geschäft verzeichneten und<br />

durch Einkäufe von Privatkunden <strong>das</strong><br />

Geschäft besser konsolidiert werden<br />

konnte. Die Zustellung hat hingegen<br />

coronabedingt etwas mehr an Volumen<br />

eingebüßt, da zuvor vor allem<br />

Hotellerie und größere Gastrobetriebe<br />

diesen Service nutzten. Wir rechnen<br />

aber damit, <strong>das</strong>s die Anzahl der<br />

Zustellungen heuer anteilsmäßig wieder<br />

stärker wachsen wird, wenn sich<br />

Gastronomie und Hotellerie erholen.<br />

Welchen Stellenwert hat <strong>das</strong> Thema<br />

Regionalität im aktuellen Angebot?<br />

Eurogast: Als regional verankerte<br />

Familienunternehmen haben sich die<br />

Eurogast-Partner immer schon mit<br />

dem Thema Wertschöpfung in den<br />

Regionen identifiziert. Durch die regionalen<br />

Logistiklager mit individueller<br />

Sortimentsgestaltung ist es uns<br />

gelungen, hier eine Vorreiterrolle zu<br />

übernehmen, die uns klar von nationalen<br />

Konzernstrukturen unterscheidet.<br />

KHG-Express: Regionalität ist ein<br />

wichtiger Faktor unserer Sortimente<br />

diese werden von den jeweiligen Gesellschaftern<br />

in ihren Regionen bei Ihren<br />

regionalen Händlern abgedeckt.<br />

Kröswang: Regionalität ist für uns<br />

seit jeher eine wichtige Säule unseres<br />

Geschäftserfolges. Durch die Zusammenarbeit<br />

mit regionalen Partnern<br />

können wir eine bessere Qualitätskontrolle<br />

durchführen und schneller<br />

reagieren, wenn etwas nicht passt<br />

oder wir, wie eben bei den Lockdowns,<br />

die Mengen rasch verändern müssen.<br />

Für uns ist Regionalität kein kurzfristiger<br />

Trend, bei dem wir aufgesprungen<br />

sind. Durch <strong>das</strong> steigende Interesse<br />

an regionalen Lebensmitteln in der<br />

Bevölkerung bemerken wir allerdings<br />

schon eine erhöhte Nachfrage. Große<br />

Anpassungen an unserem Sortiment<br />

müssen wir aber nicht durchführen, da<br />

wir eben bei dem Thema schon sehr<br />

breit aufgestellt sind.<br />

Metro: Wir erkennen große Wachstumschancen<br />

in diesem Bereich, auch<br />

durch die Corona Pandemie getrieben,<br />

da unsere Kunden die sichere Warenverfügbarkeit<br />

und Planungssicherheit<br />

brauchen, österreichische Produkte<br />

schätzen und somit auf die regionalen<br />

und „Regionah“ Produkte von Metro<br />

zurückgreifen. Daher bauen wir den<br />

Anteil an regionalen Produkten kontinuierlich<br />

aus. Wir haben aktuell an<br />

12 Standorten insgesamt 2.541 Produkte<br />

von 273 regionalen Lieferanten<br />

oder landwirtschaftlichen Betrieben<br />

unter dem Label „Regionah“ gelistet.


56 C & C<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Zitat Zitat<br />

„Als zunehmend bedeutsame Sparte erweisen<br />

sich Convenience-Produkte. Sie eignen sich<br />

beispielsweise als ,Notfallplan‘ bei Personalmangel<br />

oder Krankenständen in der Küche.“<br />

V.l.: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (Handelshaus Wedl).<br />

„Mit unserer Strategie der Eurogast Markthallen<br />

konnten wir in der Vergangenheit stagnierende<br />

Abholumsätze aufhalten und diese negative<br />

Entwicklung stoppen.“<br />

Eurogast Geschäftsführer Peter Krug, Mag. (FH) Franz Sinnesberger<br />

und Zitatgeber Mag. (FH) Alexander Kiennast (v. l.).<br />

Die Produkte stammen zu 100 Prozent<br />

aus Österreich und legen bis ins Regal<br />

einen Weg von maximal 100 Kilometern<br />

zurück.<br />

Transgourmet: Wir sehen es als<br />

unsere Aufgabe, <strong>das</strong> Wissen rund um<br />

die Vorzüge heimischer Produkte breit<br />

und intensiv an den Endkonsumenten<br />

und Gastronomen gleichermaßen<br />

zu kommunizieren. Ergo, kommt der<br />

Regionalität quer im Sortiment eine<br />

hohe und stetig wachsende Aufmerksamkeit<br />

zu.<br />

Wedl: Die Nachfrage nach regionalen<br />

Produkten in unseren Märkten<br />

Foto: Handelshaus Wedl<br />

Foto: Eurogast<br />

ist in den letzten Jahren sukzessive<br />

gewachsen. Diesem Kundenwunsch<br />

trägt <strong>das</strong> Handelshaus Wedl Rechnung<br />

und hat sein Angebot diesbezüglich<br />

in allen Bereichen erweitert.<br />

Besonders hervorzuheben ist der<br />

zunehmende Anteil an regionalen<br />

Fleischwaren, aber auch Obst und Gemüse<br />

werden gerade im Frühjahr und<br />

Sommer größtenteils aus heimischem<br />

Anbau bezogen.<br />

Welcher Produktgruppe widmen Sie<br />

im neuen Jahr besondere Aufmerksamkeit,<br />

mit welchem Angebot will<br />

man sich gegenüber den Mittbewerbern<br />

abheben?<br />

Eurogast: Durch die coronabedingte<br />

schlechte Planbarkeit kann man<br />

hier nur sehr vage Antworten geben.<br />

Wir wollen unseren Kunden jedenfalls<br />

noch mehr zur Seite stehen, speziell<br />

in diesen volatilen Zeiten muss<br />

uns der Kunde 24/7 erreichen können<br />

und wir müssen gemeinsam die beste<br />

Lösung für ihn finden, damit er auch<br />

weiterhin eine optimale Wertschöpfung<br />

generieren kann. Ein Thema, <strong>das</strong><br />

wir weiterhin bearbeiten, ist natürlich<br />

die Frische und Convenience-Lösungen,<br />

die der österreichischen Kulinarik<br />

entsprechen und mit denen wir dem<br />

anhaltenden Mitarbeitermangel in der<br />

Branche entgegenwirken können.<br />

KHG-Express: Das Jahr 20<strong>22</strong> steht<br />

im Zeichen unseres 50jährigen Gruppenjubiläums.<br />

Da wir seit 50 Jahren<br />

auf die Marken der Markenartikelindustrie<br />

setzen, feiern wir hier mit unseren<br />

langjährigen Partnern, die uns<br />

seit Anbeginn unterstützend zur Seite<br />

stehen und hier wollen wir gemeinsam<br />

ein starkes Zeichen für 50 Jahre<br />

KHG und die Original-Marken setzen.<br />

Kröswang: Eine bestimmte Produktgruppe<br />

haben wir nicht im Fokus.<br />

Wir richten unseren Blick auf Qualität<br />

und Frische – damit kennen wir uns<br />

am besten aus. Immerhin sind wir der<br />

Frische-Lieferant und nicht der Nischen-Lieferant.<br />

Von Kundenseite erfahren<br />

wir aber neben dem Interesse<br />

an regionalen Frische-Produkten<br />

auch eine gesteigerte Nachfrage nach<br />

frischen, cleveren Convenience-Produkten.<br />

Der Personalmangel zwingt<br />

die Gastronomen zum Umdenken und<br />

zu schauen, wie sie fehlendes Küchenpersonal<br />

ersetzen können. Produkte,<br />

bei denen sehr zeitintensive Arbeitsschritte<br />

wegfallen, liegen deswegen<br />

hoch im Kurs. Wir können hier einige<br />

Alternativen anbieten, die qualitativ<br />

bei den Gästen punkten können und<br />

gleichermaßen ressourcenschonend<br />

in der Zubereitung sind für die Küche.<br />

Metro: Wie oben erwähnt widmen<br />

wir uns weiterhin verstärkt dem Thema<br />

Regionalität und Förderung lokaler<br />

Produzenten. Dieses einzigartige Angebot<br />

macht uns zu einem Top-Partner<br />

für die Gastronomie und Hotelle-


1-2/20<strong>22</strong><br />

C & C 57<br />

Foto: fotogestoeber / Adobe Stock<br />

rie und zum Förderer und Partner in<br />

der Region. In diesem Jahr wollen wir<br />

unsere Zusammenarbeit mit regionalen<br />

Bäckern und Konditoren ausbauen.<br />

Bei Bio-Produkten ist ebenso ein<br />

Ausbau des Sortiments (Bio Produkte<br />

in TK und Backshop) geplant.<br />

Transgourmet: Transgourmet lanciert<br />

die Konzeptmarke „Plant-based“,<br />

unter der vegane und vegetarische<br />

Produkte aus Eigenmarken und<br />

Markenartikeln subsummiert werden.<br />

Neu auch die Linie „Smart Cuisine“:<br />

Durch die Bereitstellung einer maßgeschneiderten<br />

Auswahl an handwerklich<br />

hergestellten Gerichten helfen<br />

wir Gastronomen, <strong>das</strong> Küchen- und<br />

Speisemanagement bei konstant hoher<br />

kulinarischer Qualität effizienter und<br />

stressfreier zu gestalten. Alle Gerichte<br />

der Smart-Cuisine Linie werden mit<br />

besten Zutaten vom steirischen Spitzenkoch<br />

Willi Brunner „on demand“ –<br />

also nach Eingang der Bestellung – für<br />

jeden Kunden frisch zubereitet, zu definierten<br />

Terminen geliefert und können<br />

dann im Betrieb regeneriert und<br />

individuell verfeinert werden. Smart<br />

Cuisine setzt auf die bisher üblichen<br />

Convenience-Angebote klar oben auf<br />

und kann im Transgourmet-Webshop<br />

bestellt werden.<br />

Wedl: Im Vordergrund stehen weiterhin<br />

unsere fünf Wedl Genusswelten:<br />

Obst und Gemüse, Fisch und<br />

Fleisch, Wein, Kaffee und Gourmet.<br />

Als zunehmend bedeutsame Sparte erweisen<br />

sich in Ergänzung dazu unsere<br />

Convenience-Produkte. Sie eignen sich<br />

in vielerlei Hinsicht – beispielsweise<br />

als „Notfallplan“ bei Personalmangel<br />

oder Krankenständen in der Küche.<br />

Ein weiterer bedeutender Bereich<br />

bei Wedl ist <strong>das</strong> italienische Originalsortiment<br />

mit frischer Pasta, Olivenölen<br />

und vielen weiteren Köstlichkeiten<br />

aus Italien. Wir planen eine konstante<br />

Erweiterung unseres Angebots, sowohl<br />

was unsere Eigenmarken als auch<br />

die bei Wedl vertretenen Drittmarken<br />

betrifft. Und beim regionalen Produktportfolio<br />

werden wir in Zukunft noch<br />

breiter aufgestellt sein.<br />

Was erwarten/erhoffen Sie sich vom<br />

Geschäftsjahr 20<strong>22</strong>?<br />

Eurogast: Österreich ist eine Top<br />

Ferien- und Kulinarik Destination, <strong>das</strong><br />

Produkt, <strong>das</strong> wir in unserem Land anbieten<br />

können, ist weiterhin sehr gefragt.<br />

Ich erhoffe mir, <strong>das</strong>s wir ab dem<br />

Frühjahr wiederum eine positive Entwicklung<br />

haben werden und wünsche<br />

mir natürlich einen Sommer wie 2021.<br />

KHG-Express: Wir hoffen, wie jeder<br />

der Branche Handel/Produzent/Gastronomie/Hotellerie/unseren<br />

Kunden<br />

etc. auf <strong>das</strong> Ende der Pandemie und<br />

<strong>das</strong>s wir wieder zu unserer gewohnten<br />

Normalität zurückfinden werden.<br />

Kröswang: Ich denke wir alle wünschen<br />

uns ein Jahr, <strong>das</strong> es allen ermöglicht,<br />

ihre Betriebe offenzuhalten und<br />

die Gäste zu bewirten!<br />

Metro: Dass Geselligkeit nicht<br />

mehr zu den Risiken gehört und <strong>das</strong>s<br />

unsere Hauptkundengruppe Hotels,<br />

Restaurants und Cateringunternehmen<br />

wieder mit der für sie nötigen Planungssicherheit<br />

durchstarten können.<br />

Transgourmet: Das Jahr 20<strong>22</strong> interpretieren<br />

wir – abhängig von der weiteren<br />

Entwicklung der Pandemie – als<br />

Konsolidierungsjahr. Die Lust der Österreicher<br />

auf einen Besuch in der heimischen<br />

Gastronomie und Hotellerie<br />

ist ungebrochen hoch und auch Gäste<br />

aus dem Ausland wollen gerne wieder<br />

ihren Urlaub in Österreich verbringen.<br />

Wedl: Wir blicken optimistisch in<br />

<strong>das</strong> neue Jahr und werden dieses nutzen,<br />

um weiterhin an der Optimierung<br />

unserer eigenen Prozesse und Strukturen<br />

zu arbeiten. Wir beobachten den<br />

weiteren Pandemieverlauf aufmerksam<br />

und erhoffen uns ehestmöglich<br />

einen Schritt in Richtung Normalität<br />

– <strong>das</strong>s sich der Arbeitsmarkt bald stabilisiert<br />

und restriktive Maßnahmen,<br />

Rohstoffverknappung und -preissteigerungen<br />

endlich ein Ende haben.


58 PORTRAIT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Ikarus im<br />

Höhenflug


1-2/20<strong>22</strong><br />

PORTRAIT 59<br />

Viele Köche verderben der Brei? Das dürfte zumindest nicht für <strong>das</strong> Salzburger<br />

Konzept-Restaurant Ikarus samt Executive Chef Martin Klein gelten, die im aktuellen Guide<br />

Gault-Millau mit der fünften Haube in den heimischen Gourmet-Olymp gehoben wurden.<br />

<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Es war angerichtet: Der Disput zwischen<br />

dem damaligen Executive<br />

Chef des Restaurants Ikarus, Roland<br />

Trettl, und Gault-Millau-Herausgeber<br />

Karl Hohenlohe hat lange genug<br />

für Gesprächststoff und Spannung<br />

innerhalb der Szene gesorgt: Man könne<br />

ein Lokal nicht seriös beurteilen, dessen<br />

Konzept sich im Monatsrhythmus<br />

ändert, meinte Hohenlohe und sah sich<br />

anfangs außerstande, dem Ikarus überhaupt<br />

eine Bewertung zu geben. Dieser<br />

sei offensichtlich nicht in der Lage, <strong>das</strong><br />

Konzept überhaupt zu verstehen, ließ<br />

Trettl im Gegenzug dem Gault-Millau-<br />

Chef ausrichten. Und <strong>das</strong> war noch eine<br />

seiner freundlicheren Wortmeldungen.<br />

Doch <strong>das</strong> ist alles Schnee von gestern.<br />

Nicht nur, <strong>das</strong>s Trettl und Hohenlohe<br />

inzwischen schon lange <strong>das</strong> Kriegsbeil<br />

begraben haben, auch der Gault-Millau<br />

hat mittlerweile <strong>das</strong> Restaurant sehr<br />

wohl mit Punkten und Hauben versehen<br />

– und seit heuer darf sich <strong>das</strong> Team um<br />

Trettl-Nachfolger Martin Klein sogar<br />

über die Höchstnote mit fünf Hauben<br />

freuen. „Das war schon eine riesige Sache<br />

für uns. Wir haben so viel Anerkennung<br />

und Wertschätzung bekommen<br />

– deutlich mehr als etwa beim zweiten<br />

Michelin-Stern“, freut sich der gebürtige<br />

Elsässer, der seit 2014 als Executive<br />

Chef für den Ikarus-Erfolg verantwortlich<br />

zeichnet. „Mehr Gäste wird uns<br />

die fünfte Haube wahrscheinlich nicht<br />

bringen, aber wir waren ja vorher auch<br />

schon sehr gut gebucht. Für die Mitarbeiter<br />

ist es aber noch mehr Ansporn<br />

und auch ich kann jetzt beim Team<br />

noch strengere Maßstäbe anlegen. Ein<br />

‚normal guter Mitarbeiter’ ist eben für<br />

ein 5-Hauben-Restaurant nicht gut genug.<br />

Und die Gefahr ist auch geringer<br />

geworden, <strong>das</strong>s ein Mitarbeiter weggeht,<br />

weil er noch weiter hinauf, eben in ein<br />

5-Hauben-Lokal wechseln möchte.“<br />

Martin Klein (m.) und sein Team sind für den Erfolg eines der ungewöhnlichsten<br />

Restaurantkonzepte weltweit verantwortlich.<br />

Fotos: Helge Kirchberger Photography<br />

Gastköche aus aller Welt<br />

Über <strong>das</strong> prinzipielle Ikarus-Konzept<br />

braucht man sich hier nicht weiter auszulassen,<br />

es darf als bekannt vorausgesetzt<br />

werden. Daher nur in aller Kürze:<br />

Jedes Monat wird <strong>das</strong> Menü eines<br />

speziellen Gastkochs angeboten. Dazu<br />

wird dieser von Martin Klein kontaktiert,<br />

er bekommt eine Einladung, in der<br />

<strong>das</strong> Ikarus samt der Idee dahinter vorgestellt<br />

wird. Danach reisen Klein und sein<br />

Team zum Gastkoch, schauen sich alles<br />

an, besprechen <strong>das</strong> Menü und legen<br />

eine Schritt-für-Schritt-Arbeitsmappe<br />

an. Anschließend kommt der Gastkoch<br />

für ein paar Tage nach Salzburg, schult<br />

die Ikarus-Mitarbeiter auf seine Techniken<br />

und Besonderheiten ein und danach<br />

sind Martin Klein, die Küchenchefs Martin<br />

Ebert und Tommy Eder-Dananic sowie<br />

<strong>das</strong> restliche Küchenteam für den<br />

Rest des Monats für die perfekte Ausführung<br />

der Gerichte verantwortlich.<br />

Wohlgemerkt, auch Martin Klein selber<br />

ist nicht nur als Manager aktiv, sondern<br />

steht nach wie vor täglich in der Küche<br />

und „schält notfalls auch noch selbst<br />

die Kartoffeln“, wie er schmunzelnd<br />

anmerkt. „Ich lege immer noch selbst<br />

Hand an, kontrolliere die Menübestellungen,<br />

mache den Pass, oder rühre eine<br />

Sauce an.“ Wer übrigens auch noch jeden<br />

Monatsanfang nach dem Rechten<br />

sieht, ist Eckart Witzigman, der noch<br />

immer als Patron im Ikarus fungiert und<br />

der <strong>das</strong> Konzept mit den Gastköche ja<br />

ursprünglich mit Ikarus-Eigner Dietrich<br />

Mateschitz entwickelt hat. Allerdings<br />

hat Klein bei seinem Werken inzwischen<br />

mehr oder weniger freie Hand,<br />

auch bei der Auswahl der Köche. In <strong>das</strong><br />

Tagesgeschäft mischt sich der „Jahrhundertkoch“<br />

nicht mehr ein.<br />

Weil aber ein Top-Menü, <strong>das</strong> noch<br />

dazu vielleicht vom anderen Ende der<br />

Welt stammt, offensichtlich zu wenig<br />

Herausforderung ist, wird neben dem<br />

Gastmenü jedes Monat auch ein hauseigenes<br />

Ikarus- sowie ein vegetarisches<br />

Menü angeboten. Immerhin, etwa jeder<br />

fünfte Gast greift im Schnitt schon<br />

zur fleischlosen Speisefolge, wie Klein<br />

erklärt. Die Besonderheit: Abgesehen<br />

von der vegetarischen Variante können<br />

die Menüs nur tischweise bestellt wer-


60 PORTRAIT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Der Hangar 7 ist dem Tragflächenprofil eines Flugzeugs nachempfunden.<br />

Foto: Helge Kirchberger Photography<br />

den. „Wir wollen mit unserer hauseigenen<br />

Speisenfolge nicht in Konkurrenz<br />

zum Gastkoch treten. Der eine serviert<br />

Langostinos, der zweite bretonischen<br />

Hummer, der eine Filetsteak, der andere<br />

Wagyu-Beef – <strong>das</strong> ist nicht der Sinn dahinter.<br />

Die Gäste sollen sich auf jeweils<br />

ein Gericht konzentrieren und nicht herumkosten<br />

und vergleichen. Das bringt<br />

sonst auch eine gewisse Unstimmigkeit<br />

auf den Tisch.“ Wobei man schon flexibel<br />

ist und wenn eine Zutat in einem<br />

Gang dem Gast nicht zusagt, ist es natürlich<br />

möglich, stattdessen <strong>das</strong> jeweilige<br />

Gericht des Alternativ-Menüs zu genießen.<br />

Unterschiedliche Menüs seien außerdem<br />

für die Weinbegleitung schwierig.<br />

„Aber am liebsten wäre es uns ohnehin,<br />

wenn die Leute zweimal im Monat<br />

kommen und einmal <strong>das</strong> eine und einmal<br />

<strong>das</strong> andere Menü probieren“, lacht Klein.<br />

(Aktueller Gastkoch im Februar ist übrigens<br />

Yannick Franques vom Pariser Sternerestaurant<br />

„Tour d‘Argent“.)<br />

Die Wörter „Corona“ und<br />

„Planung“ passen nicht<br />

zusammen<br />

Das Lachen vergeht Klein aber schnell<br />

wieder, wenn man <strong>das</strong> Thema „Corona“<br />

anschneidet. Sind Lockdowns und<br />

frühe Sperrstunden schon für klassische<br />

Restaurants eine oft kaum zu<br />

stemmende Herausforderung, wird<br />

die Sache bei einem monatlichen Gastkoch,<br />

der in der Regel aus dem Ausland<br />

kommt und wo eine gewisse Vorlaufzeit<br />

unerlässlich ist, richtig mühsam.<br />

„Planung und Corona sind zwei Worte,<br />

die nicht zusammenpassen“, so Klein.<br />

Zumal ja nicht nur die jeweilige Situation<br />

in Österreich ausschlaggebend sei,<br />

auch Lockdowns oder Einreisesperren<br />

in den jeweiligen Heimatländern der<br />

Gastköche können plötzlich zu unüberwindbaren<br />

Hindernissen werden.<br />

Dazu reist Klein ja nie alleine, sondern<br />

immer mit einer ganzen TV-Crew im<br />

Schlepptau. Schließlich soll ja von jedem<br />

Gastkoch auch ein ausführliches<br />

Fernseh-Portrait im Mateschitz-Sender<br />

Servus-TV gebracht werden. Klein:<br />

„Da kann ich eben nicht mal kurzfristig<br />

den Flug von heute auf übermorgen<br />

umdisponieren. Die warten nicht alle<br />

auf mich.“<br />

Vergleichsweise wenig Probleme hat<br />

Klein indes erstaunlicherweise mit der<br />

aktuellen <strong>22</strong>-Uhr-Sperrstunde: „Die<br />

Gäste wissen <strong>das</strong>, stellen sich darauf<br />

ein und beginnen den Abend entsprechend<br />

früher. Also <strong>22</strong> Uhr ist vielleicht<br />

etwas früh, aber mit 23 Uhr hätte ich gar<br />

keine Probleme. Vielleicht ist <strong>das</strong> sogar<br />

die Zukunft der Gastronomie. Das hätte<br />

für meine Mitarbeiter auch den Vorteil,<br />

<strong>das</strong>s sie beizeiten wieder zu Hause<br />

wären und nicht erst um halb zwei<br />

in der Früh, weil sich ein Gast zum Dessert<br />

noch eine Flasche Wein bestellt<br />

hat. International ist <strong>das</strong> ja auch kein<br />

Thema: Wenn man in New York einen<br />

Tisch reserviert, hat man einen Slot von<br />

maximal drei Stunden, danach warten<br />

schon die nächsten Gäste. Und selbst<br />

wenn man gerade eine Flasche Pétrus<br />

um mehrere tausend Dollar bestellt hat,<br />

kann man die dann nur mehr an der Bar<br />

fertigtrinken.“<br />

<strong>22</strong>5 Euro als Schmerzgrenze<br />

Preislich versucht man im Ikarus die<br />

Schmerzgrenze von <strong>22</strong>5 Euro für – inkl.<br />

aller Küchengrüße und Zwischengänge<br />

– zwölf Gänge nicht zu überschreiten.<br />

Das sei zwar etwas mehr als in der<br />

Vergangenheit, aber kein 5-Hauben-<br />

Zuschlag und auch kein Versuch, den<br />

Gewinn zu erhöhen, sondern einzig<br />

den generell extrem gestiegenen Ein-


1-2/20<strong>22</strong><br />

PORTRAIT 61<br />

Wer im ersten Stock an der Galerie speist, hat freien Blick auf spektakuläre fahrende wie fliegende Exponate im Erdgeschoß.<br />

Foto: Helge Kirchberger Photography<br />

kaufspreisen geschuldet. Querbeet sei<br />

in den letzten Monaten praktisch alles<br />

um durchschnittlich 15 Prozent teurer<br />

geworden. „Die gleiche Gemüsebestellung,<br />

die vor einem Jahr noch 15.000<br />

Euro im Monat gekostet hat, kostet<br />

jetzt 18.000 Euro. Das sind also 3000<br />

Euro monatlich alleine beim Gemüse,<br />

die ich wieder hereinbringen muss<br />

und dann gibt es ja noch ein paar andere<br />

Warengruppen“, klagt Klein. Außerdem<br />

sei man damit im internationalen<br />

Vergleich noch immer äußerst moderat<br />

unterwegs. Vergleichbare Menüs seien<br />

im Ausland kaum unter 300 – 400 Euro<br />

zu haben.<br />

Auch bei der regulären Weinbegleitung<br />

ist man mit rund 180 Euro schon<br />

längst nicht mehr in der Okkasions-<br />

Klasse angesiedelt, aber dafür bekämen<br />

die Gäste auch sehr hochwertige Weine<br />

serviert. Da sind dann eben keine Orangeweine<br />

um zehn Euro dabei, sondern<br />

da könne eine Flasche im Einkauf auch<br />

schon mal über 100 Euro kosten. Klein:<br />

„Das wissen die Gäste auch, daher bestellen<br />

rund 80 Prozent bei uns auch die<br />

Weinbegleitung zum Menü. Mit dieser<br />

Quote sind wir ziemlich einsame Spitze.“<br />

Affenhirn und Meerschweinchen<br />

In der Regel professionell gestaltet sich<br />

indes die Zusammenarbeit mit den anderen<br />

Größen ihrer Zunft, zum Culture-<br />

Clash kommt es nur selten. Einmal habe<br />

ein Koch aus Macau Affenhirn auf die<br />

Karte setzen wollen, da war die Grenze<br />

natürlich überschritten. „Aber <strong>das</strong> wusste<br />

der auch, <strong>das</strong> war schon als Provokation<br />

gedacht“, erinnert sich Klein. Und<br />

einmal wollte ein peruanischer Koch<br />

sein landestypisches Nationalgericht<br />

vorschlagen: Meerschweinchen. Die<br />

Idee musste leider auch verworfen werden.<br />

„Weniger, weil <strong>das</strong> bei uns niemand<br />

essen würde, aber wo soll ich die Dinger<br />

denn regelmäßig frisch herbekommen?<br />

Ich kann ja schlecht jeden zweiten<br />

Tag in die Tierhandlung gehen und<br />

20 Meerschweinchen kaufen“, lacht der<br />

45-jährige Spitzenkoch. Dass sich irgendein<br />

Kollege vielleicht mal als Diva<br />

erweist, könne schon vorkommen, aber<br />

da müsse man eben durch. Das sei Part<br />

of the Game. Aber generell würde man<br />

schon auf Augenhöhe kommunizieren<br />

und wenn Klein <strong>das</strong> Gefühl hat, <strong>das</strong>s<br />

ein Gericht beim heimischen Publikum<br />

vermutlich keinen großen Andrang fände,<br />

dann kommuniziert er <strong>das</strong> auch und<br />

dann wird der Tipp meist auch dankbar<br />

angenommen. So wie es überhaupt auch<br />

zu Kleins Aufgaben gehört, ein potentielles<br />

Gastmenü auf generelle Machbarkeit,<br />

Produktverfügbarkeit und letztlich<br />

auch Finanzierbarkeit abzuchecken.<br />

Und apropos Finanzierbarkeit: Gerade<br />

in Zeiten wie diesen ist es sicherlich<br />

kein Fehler, wenn hinter der Idee<br />

jemand wie Dietrich Mateschitz steht,<br />

der auch in Lockdown-Zeiten alle Mitarbeiter<br />

weiterhin voll bezahlt hat, der<br />

im letzten Jahr sogar allen jungen Kollegen<br />

eine Gehaltserhöhung spendiert<br />

hat und der so die Motivation bei allen<br />

aufrecht erhalten hat. Groß Geld<br />

mit dem Restaurant zu verdienen, sei<br />

ohnehin nie geplant gewesen, erklärt<br />

Klein. „Wenn die Kollegen und vor allem<br />

die Gäste anerkennen, was hier in<br />

Salzburg passiert, wie einzigartig dieses<br />

Konzept ist, wenn der Gast nach<br />

Hause geht und einen außergewöhnlichen<br />

Abend hatte und wenn auch der<br />

Mitarbeiter hier eine besondere Zeit<br />

erlebt, dann haben wir alles richtig gemacht<br />

und dann färbt <strong>das</strong> auch positiv<br />

auf Dietrich Mateschitz und die Marke<br />

Red Bull ab“, meint Martin Klein abschließend.


Seite 62 bis Seite 75<br />

Cold Drinks<br />

Bier<br />

Es wird in Österreich <strong>das</strong><br />

ganze Jahr über genossen,<br />

macht mehr als die Hälfte<br />

des hierzulande gebrauten<br />

Bieres aus und hat deshalb so<br />

gut wie immer Saison – die<br />

Rede ist vom Märzenbier. Alle<br />

Neuerungen und Wissenswertes<br />

rund um den Märzengenuss<br />

werden hier thematisiert.<br />

<br />

Seite 64<br />

Spirituosen<br />

Dass Cognac kein verstaubtes<br />

Altherrengetränk ist, <strong>das</strong><br />

wird auf folgenden Seiten<br />

gezeigt. Das hochprozentige<br />

Getränk befindet sich im<br />

Umbruch – vergisst dabei<br />

aber auf seine langjährige<br />

Tradition nicht. Wie kam es<br />

zum Imagewandel des totgesagten<br />

Cognacs?<br />

Seite 70<br />

Fruchtsäfte<br />

Voller Vitamine treffen<br />

Fruchtsäfte den Gesundheits-<br />

und Frühstückstrend.<br />

Wenn diese dann noch<br />

vegan sind, finden sich unzählige<br />

begeisterte Safttrinker.<br />

Die flüssigen Fruchterfrischungen<br />

begeistern in<br />

einer großen Sortenvielfalt:<br />

vom klassischen Apfelsaft<br />

bis hin zu Birne und Karotte.<br />

Seite 72


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELLES 63<br />

Alkoholfrei ist weiterhin in<br />

Es ist schon Brauch geworden, <strong>das</strong>s zu<br />

Beginn des Jahres der Verzicht auf Alkohol<br />

zum guten Ton gehört. Was mit<br />

dem „Dry January“ beginnt, wird immer<br />

öfter auch verlängert und so der Gesundheit<br />

etwas Gutes getan. Mit neuen<br />

Drink-Rezepten kann man dann auch<br />

ganz einfach alkoholfreie Drinks genießen,<br />

ohne auf guten Geschmack verzichten<br />

zu müssen. Dazu hat sich Fever-<br />

Tree mit Lyre`s und Ceder’s – Hersteller<br />

von alkoholfreien Spirituosen – zusammengetan.<br />

Dem gewohnten After-Work<br />

Gin Tonic oder dem würzig-scharfen<br />

Drink Freitag abends steht damit nichts<br />

mehr im Weg – auch wenn es alkoholfrei<br />

sein soll. Ein Beispiel für guten, alkoholfreien<br />

Genuss ist der „Driver ‘s Choice“,<br />

eine alkoholfreie Version des Klassikers<br />

Gin Tonic. Dafür wird ein Glas mit<br />

Eiswürfeln und 1/3 Ceder’s Gin gefüllt,<br />

dazu kommen dann noch 2/3 Fever-Tree<br />

Foto: Metaxa<br />

Premium Indian Tonic Water und zum<br />

Schluss wird mit einer Limettenscheibe<br />

garniert.<br />

www.fever-tree-com<br />

Ewiger Genuss<br />

Die 5- oder 7-Stern-Varianten kennt<br />

jeder aus dem Griechenlandurlaub.<br />

Aber Metaxa bietet auch Qualitäten an,<br />

die abseits der Tavernen ausgeschenkt<br />

werden. Etwa Metaxa Aen Three Generations.<br />

Diese Spirituose wird aus<br />

Muskatellerwein von Samos und alten<br />

Weindestillaten, die über Jahrzehnte<br />

gelagert wurden, hergestellt. Der Duft<br />

erinnert an Blumen und Geißblatt, Bergamotte,<br />

Muskatnuss und Lakritze.<br />

Beim Trinken schmeckt man Brombeere,<br />

Pflaume, Feige, dazu Schokoladeund<br />

Toffeenoten, begleitet von einem<br />

langen, intensiven Abgang. Eine Luxusspirituose<br />

für Genießer und Kenner.<br />

Metaxa Aen Three Generations ist<br />

die dritte „Aen“-Veröffentlichung. Sie<br />

wurde so benannt, um die drei wesentlichen<br />

Faktoren hervorzuheben: Erbe,<br />

Terroir und Handwerkskunst, welche<br />

in jedem Tropfen enthalten sind. „Aen“<br />

ist dabei <strong>das</strong> altgriechische Wort für<br />

„ewig“.<br />

www.metaxa.com, www.topspirit.at<br />

Foto: Fever-Tree<br />

Fünf Mal DLG-<br />

Gold für Stiegl<br />

Das neue Jahr beginnt für die<br />

Salzburger Privatbrauerei Stiegl<br />

sehr erfreulich: So darf man sich<br />

auch heuer wieder über fünf Goldmedaillen<br />

bei der jährlich stattfindenden<br />

Qualitätsprüfung für<br />

Lebensmittel und Getränke der<br />

Deutschen Landwirtschaft (DLG)<br />

freuen. Ganz oben am Siegertreppchen<br />

nahmen wieder die Klassiker<br />

„Stiegl-Goldbräu“, „Stiegl-Hell“,<br />

„Stiegl-Pils“ und „Stiegl-Paracelsus<br />

Bio-Zwickl“ Platz sowie – heuer<br />

zum ersten Mal – <strong>das</strong> „Stiegl 0,0%<br />

Zitrone“, welches im Vorjahr neu<br />

am Markt präsentiert wurde.<br />

Jährlich testet die DLG mit einer<br />

Expertenjury hunderte Biere<br />

aus Deutschland und zahlreichen<br />

weiteren Nationen. Bewertet wird<br />

nach Kriterien wie Reinheit des<br />

Geschmacks, Qualität der Bittere,<br />

Vollmundigkeit, Frische und Geschmacksstabilität.<br />

www.stiegl.at<br />

Foto: Stiegl


64 BIER<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Das Land der Märzenbiere<br />

Zumindest hierzulande hat <strong>das</strong><br />

Märzenbier <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />

Saison. Mit einem Marktanteil von<br />

über 64 Prozent trifft <strong>das</strong> klassische<br />

Helle offenbar den Geschmack des<br />

Durchschnittsösterreichers sehr gut.<br />

<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Foto: nata_vkusidey / Adobe Stock


1-2/20<strong>22</strong><br />

BIER 65<br />

Foto: Brau Union<br />

Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl hat neben seinem Klassiker „Goldbräu“<br />

seit kurzem mit dem „Stiegl hell“ noch ein weiteres Märzenbier im Angebot.<br />

Foto: Neumayr_Christian Leopold<br />

Allen Tendenzen zur Angebotsvielfalt<br />

zum Trotz: Wer in den allermeisten<br />

Lokalen „ein Krügel/<br />

Seidel“ verlangt, bekommt genau<br />

<strong>das</strong>: ein Glas Lager- bzw. Märzenbier<br />

und <strong>das</strong> funktioniert meist sogar in<br />

Lokalen mit besonders großer Bierauswahl,<br />

denn diesen Biertypus hat hierzulande<br />

wirklich jeder am Zapfhahn hängen.<br />

Kein Wunder: Österreich ist <strong>das</strong><br />

Land der Märzen-Trinker! An die zwei<br />

Drittel beträgt bei uns der Marktanteil<br />

dieses hellen Biertypus’, Tendenz leicht<br />

steigend. (Zum Vergleich: In Bayern<br />

etwa ist Weizenbier die Nr. 1, in Norddeutschland<br />

<strong>das</strong> Pils, wenn auch jeweils<br />

nicht annähernd so dominierend wie bei<br />

uns <strong>das</strong> Märzen.)<br />

Zumindest in Österreich meint<br />

man mit der Bezeichnung „Lagerbier“<br />

oder „Märzenbier“ den gleichen Biertyp,<br />

nämlich <strong>das</strong> landestypische, hellgelbe<br />

untergärige Vollbier. Es hat mind.<br />

11° Stammwürze, meist um die 5 Vol.%<br />

Alkohol, ist ausgewogen malzig und<br />

mild hopfenbitter. Es wird im Glasbecher,<br />

Seidel/Krügel oder Tonkrug serviert.<br />

Die Farbe ist in der Regel goldgelb<br />

und die Nase meist malzig bis nussig<br />

mit eher verhaltenen Hopfenaromen.<br />

Am Gaumen sind die Biere sehr entgegenkommend<br />

und leicht trinkbar. Im<br />

Geschmack dominieren Getreide- und<br />

Brotaromen. Ein Biertypus, der perfekt<br />

zu allen klassischen „Biergerichten“ wie<br />

Schnitzel, Schweinsbraten, Gulasch &<br />

Co. passt und von dem man im Laufe<br />

eines Abends auch schon mal <strong>das</strong> eine<br />

oder andere Glas mehr trinken kann,<br />

ohne <strong>das</strong>s es die Geschmacksnerven<br />

überfordert. Probieren Sie <strong>das</strong> mal bei einem<br />

IPA... (Es hat schon seinen Grund,<br />

warum die Bayern praktisch ausschließlich<br />

ein untergäriges Helles im Maßkrug<br />

ausschenken und nicht etwa ein Weizen<br />

oder ein Pils.)<br />

Ein Österreicher als Pionier<br />

Aber woher kommt die Bezeichnung eigentlich?<br />

Als Pionier des Lagerbiers gilt<br />

Anton Dreher sen., der diesen untergärigen,<br />

hellen Biertyp im Jahr 1841 in seiner<br />

Schwechater Brauerei entwickelte. Untergärig<br />

brauten damals zwar auch andere.<br />

Dreher schuf aber durch eine besondere<br />

Behandlung des Malzes, dank<br />

seiner Kühlmethoden zur Gewährleistung<br />

einer kalten Gärung und längeren<br />

Lagerung in seinen Kellern einen völlig<br />

neuer Biertyp, <strong>das</strong> als „Wiener Lager“ bekannt<br />

wurde. Und dieses Bier fand bald<br />

so reißenden Absatz, <strong>das</strong>s die Brauerei<br />

Schwechat im Laufe der 1860er-Jahre<br />

zur größten des europäischen Festlandes<br />

wurde. Seit 1978 übrigens gehört die<br />

Schwechater Brauerei zur Österreichischen<br />

Brau AG, die 20 Jahre später mit<br />

der Steirerbrau zur heutigen Brau Union<br />

Österreich fusionierte. Und seit 2016<br />

wird dort unter dem Namen „Wiener Lager“<br />

auch wieder eine Neuinterpretation<br />

des damals von Anton Dreher sen. kreierten<br />

Bierstils gebraut.<br />

Generell stand man allerdings bis<br />

zur Erfindung der Kältemaschine vor<br />

dem Problem, <strong>das</strong>s untergärige Biersorten<br />

eher kühle Temperaturen (etwa<br />

vier bis neun Grad) benötigen, damit die<br />

Hefe gut arbeiten kann. Temperaturen,<br />

die von Natur aus damals üblicherweise<br />

<strong>das</strong> letzte Mal eben im März vorka-


66 BIER<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Foto: lordn / Adobe Stock<br />

men. Dann wurde ein letzter Sud etwas<br />

kräftiger eingebraut, um ihn – in tiefen<br />

Kellern gelagert und mit Natureis von<br />

nahegelegenen Gewässern gekühlt –<br />

bis zum Beginn der nächsten Brausaison<br />

im Herbst vorrätig und genießbar zu<br />

halten. Daher eben der Ausdruck „Märzen-<br />

oder Lagerbier“.<br />

Neues Produkt im Frühling<br />

Der Bedeutung von Märzenbieren am<br />

heimischen Markt ist sich wenig erstaunlich<br />

auch Marktführer Brau Union<br />

bewusst. Laut dem im eigenen Haus herausgegebenen<br />

Bierkulturbericht trinken<br />

„sechs von zehn Österreichern am liebsten<br />

ein Märzen, Beliebtheit sowie Absatz<br />

sind seit Jahren steigend.“ Zu den beliebtesten<br />

Fassbiersorten in der Gastronomie<br />

zählen bei der Brau Union laut eigenen<br />

Angaben Premiumbiere wie Gösser<br />

Gold, Puntigamer Panther oder Zipfer<br />

Urtyp. Absolute Nr.1 sowohl in der Gastronomie<br />

wie auch im Lebensmittelhandel<br />

sei aber <strong>das</strong> Puntigamer. Wobei man<br />

bei der Heineken-Tochter schon jetzt<br />

Lust auf mehr macht: Noch für den Frühling<br />

wurde nämlich im Bereich der Lagerbiere<br />

eine Innovation angekündigt, ein<br />

Biertyp, der mit seiner guten und leichten<br />

Trinkbarkeit dem Konsumverhalten<br />

der Zeit entsprechen soll.<br />

Bei Stiegl hat man schon vor längerem<br />

erkannt, <strong>das</strong>s ein Märzen im Portfolio<br />

gut, ein zweites aber noch besser<br />

ist und so wurde dem Klassiker „Goldbräu“<br />

2020 <strong>das</strong> etwas leichtere „Stiegl<br />

Hell“ (nur 4,5 vol.% Alkohol) zur Seite<br />

gestellt. Damit hat es Stiegl geschafft,<br />

neue und jüngere Freunde des Gerstensaftes<br />

anzusprechen und insgesamt<br />

mehr Umsatz zu generieren, anstatt<br />

bloß einen Kannibalisierungseffekt<br />

zwischen den beiden Bieren auszulösen.<br />

Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl:<br />

„Unser Stiegl-Hell entwickelt sich<br />

auch im zweiten Jahr ausgezeichnet und<br />

ist mittlerweile im Stiegl-internen Ranking<br />

auf Nummer 2 vorgerückt. Unangefochten<br />

auf Platz 1 liegt natürlich unser<br />

Märzenbierklassiker, <strong>das</strong> Stiegl-Goldbräu.<br />

Das sich <strong>das</strong> Stiegl-Hell im zweiten<br />

Jahr seit der Einführung so prächtig<br />

als leichtere Alternative unseres Klassikers<br />

entwickelt, freut uns natürlich besonders.<br />

Zusammen machen Goldbräu<br />

und Hell etwa 80 Prozent unseres Ausstoßes<br />

aus.“ Goldbräu und Hell sind dabei<br />

klarerweise bei Stiegl die stärksten<br />

Sorten in der Gastronomie.<br />

Steigende Konkurrenz<br />

aus Deutschland<br />

„Österreich ist und bleibt <strong>das</strong> Land der<br />

Märzenbier-Trinker“, weiß man auch bei<br />

Transgourmet. Die Konsumenten seien<br />

markentreu und bevorzugten Biere aus<br />

der jeweiligen Region. Tapfer und unermüdlich<br />

– wie Transgourmet-Experte<br />

Johann Lettner weiß – würden zwar<br />

Mikro-Brauereien ihre Position behaupten,<br />

aber Märzenbier bleibe der Mengentreiber.<br />

„Neu und auffällig ist, <strong>das</strong>s viele<br />

deutsche Brauereien – auch abseits<br />

der Weißbiere – mit ihren Schank- und<br />

Lagerbieren neuerdings Einzug in Österreich<br />

halten. Marken wie Tegernseer,<br />

Augustiner, Paulaner finden bei den<br />

Gastronomen großen Anklang. Das war<br />

vor einigen Jahren noch nahezu unvorstellbar“,<br />

so Lettner.


1-2/20<strong>22</strong><br />

BIER 67<br />

Auch in Bayreuth braut man<br />

ein ehrliches Helles<br />

Bayreuther Hell hat seine Wurzeln in<br />

der Bayreuther Bierbrauerei AG, die<br />

mit ihrer historischen Marke Bayreuther<br />

Brauhaus seit über 150 Jahren traditionelles,<br />

bayerisches Brauhandwerk<br />

pflegt. Der frisch-würzige Geschmack ist<br />

typisch für die traditionelle Bierspezialität.<br />

Bayreuther Hell bekommt durch die<br />

Balance aus hellen Gerstenmalzen und<br />

einer dezenten Hopfennote seinen unverkennbaren<br />

Charakter. Im Glas strahlt<br />

es golden mit einer stattlichen Schaumkrone.<br />

Die Nase umspielen frische, florale<br />

Noten mit etwas Honig und Zitrone.<br />

Im Mund zeigt sich ein leichtes, würziges<br />

Stolz über die prestigeträchtige<br />

Auszeichnung zeigt sich Gabriela Maria<br />

Straka, Director Corporate Affairs und<br />

CSR der Brau Union Österreich.<br />

Foto: Brau Union Österreich / VOGUS<br />

und süffiges Bier mit feiner Spritzigkeit,<br />

dazu Noten von Honig, Karamell und blumigen<br />

Hopfennoten mit einem Hauch<br />

von Getreide.<br />

www.bayreuther-brauhaus.de<br />

Foto: Bayreuther Bierbrauerei AG<br />

Das edel<br />

Gereifte aus<br />

dem Zillertal<br />

Märzen ist der beliebteste Bierstil<br />

in Österreich. Das Zillertal<br />

Märzen ist ein typischer Vertreter<br />

dieses Bierstils, der sich trotzdem<br />

durch seinen eigenständigen Charakter<br />

abhebt. Verantwortlich dafür<br />

ist die Balance aus Malz- und<br />

Hopfenaromatik, die in Verbindung<br />

mit der schönen Abrundung<br />

durch die kalten, langen Gär- und<br />

Lagerzeiten bei jedem Schluck<br />

Lust auf den nächsten machen<br />

soll. In der Nase findet man ein<br />

frisches Aroma nach Malznoten<br />

und Blütenhonig, der Geschmack<br />

bringt einen ausgewogenen Körper,<br />

süffig, mit verhaltener Bittere.<br />

Ein unkompliziertes und süffiges<br />

Märzen, aus 100% österreichischen<br />

Zutaten mit 5,1% vol. Alkohol<br />

und 12,1° Stammwürze.<br />

www.zillertal-bier.at<br />

Designaward für Bierkulturbericht<br />

der Brau Union<br />

Seit 2009 präsentiert die Kommunikationsabteilung<br />

der Brau Union Österreich<br />

jährlich eine Bestandsaufnahme<br />

der heimischen Bierkultur: den Bierkulturbericht.<br />

Ziel ist es, Trends und Entwicklungen<br />

im Konsumverhalten zu erkennen,<br />

sowie die Bierkultur in und für<br />

Österreich nachhaltig zu verbessern,<br />

um Österreich zum Land mit der besten<br />

Bierkultur Europas zu machen. Der<br />

A’Design Award & Competition ist der<br />

größte internationale Designwettbewerb<br />

und eine renommierte Auszeichnung<br />

für Produkte und Projekte, die in<br />

Design, besonderer Technologie und<br />

Kreativität herausragend sind. Der Bierkulturbericht<br />

2020 der Brau Union Österreich<br />

hat die Jury überzeugt und trägt<br />

nun den Bronze A’Design Award, eines<br />

der renommiertesten internationalen<br />

Labels und <strong>das</strong> Symbol der Exzellenz in<br />

Design.<br />

Foto: Zillertal Bier


68 BIER<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

tipp aus der praxis<br />

Conrad Seidls<br />

Bierwelt<br />

Unser täglich Bier<br />

Kürzlich konnte ich mich mit<br />

einem erfahrenen Braumeister<br />

auf ein Bier zusammensetzen.<br />

Es war ein sehr süffiges<br />

Bier einer großen Marke – er<br />

braut es seit Jahrzehnten, ich<br />

kenne es seit meiner Jugend.<br />

Aber in der Erinnerung hat es<br />

seinerzeit doch ganz anders<br />

geschmeckt. Knackiger, nussiger.<br />

Deutlich herber – aber<br />

nicht weniger vollmundig.<br />

In den Erinnerungen kramt<br />

man den einen oder anderen<br />

Geschmackseindruck hervor,<br />

den man so schon länger<br />

nicht mehr hatte. Pure Nostalgie,<br />

Verklärung einer guten<br />

alten Zeit? Nein, nicht ganz:<br />

Tatsächlich kommen nicht<br />

nur alle paar Wochen neue<br />

Biere auf den Markt. Auch<br />

unser tägliches Bier, also die<br />

weit verbreiteten österreichischen<br />

Märzenbiere, ändert<br />

sich laufend. Denn von Jahr<br />

zu Jahr ändern sich die Anbaubedingungen<br />

für Gerste<br />

und Hopfen – würde etwa<br />

unser Malz immer noch aus<br />

der seinerzeit gängigen Sorte<br />

Steffi gebraut, hätten weder<br />

die Bauern noch die Brauer<br />

Freude damit. Sie passen sich<br />

an; die einen an den Klimawandel,<br />

die anderen an die<br />

Konsumentenerwartungen.<br />

Und: Das Bier wird anders,<br />

aber es bleibt gut und süffig.<br />

Conrad Seidl<br />

Ihr „Bierpapst“<br />

Conrad.Seidl@gmx.at<br />

Foto: Medianet-Hartl<br />

Österreichs Bierklassiker<br />

Das Märzen ist die Biersorte der Österreicher<br />

schlechthin. Laut aktuellem<br />

Bierkulturbericht trinken sechs<br />

von 10 österreichischen Biertrinkern<br />

am liebsten ein Märzen, Beliebtheit sowie<br />

Absatz sind seit Jahren steigend.<br />

Daher finden sich Märzenbiere im gesamten<br />

Markenportfolio der Brau Union<br />

Österreich. Auch über ein Drittel der<br />

Österreicher spricht dem Lagerbier zu<br />

– ein Bierstil, der seit Jahren an Beliebtheit<br />

gewinnt und ebenfalls im Sortiment<br />

gut vertreten ist, sowohl bei den internationalen<br />

Premium-Brands wie Heineken,<br />

Desperados und Sol als auch,<br />

besonders beliebt, aus der Schwechater<br />

Brauerei. Das geht aus dem aktuellen<br />

Bierkulturbericht hervor, der jährlich<br />

von der Kommunikationsabteilung der<br />

Brau Union Österreich herausgegeben<br />

wird, um Entwicklungen und Trends in<br />

der österreichischen Bierkultur auf den<br />

Grund zu gehen. Den gesamten Bierkulturbericht<br />

2021 sowie die Bierkulturberichte<br />

aus den Vorjahren gibt es online<br />

auf der Webseite der Brau Union zum<br />

Download.<br />

www.brauunion.at<br />

Naturbelassener Biergenuss<br />

Wie bei allen Hirter Bierspezialitäten<br />

stammt <strong>das</strong> weiche Bergquellwasser<br />

für <strong>das</strong> Hirter Märzen aus den „Hanslbauerquellen“<br />

im Wasserschutzgebiet direkt<br />

gegenüber der Brauerei. Ein Teil der Braugerste<br />

dieser meisterhaft gebrauten Spezialität<br />

stammt aus dem Krappfeld, unmittelbar<br />

vor den Toren der Brauerei Hirt.<br />

Das Bier ist gentechnikfrei, nicht pasteurisiert<br />

und somit völlig naturbelassen. Die<br />

Bittere ist, durch Verwendung von reinstem<br />

Aromahopfen, nicht vordergründig<br />

ausgeprägt. Durch seine lange Lagerzeit<br />

ist <strong>das</strong> Hirter Märzen vollkommen natürlich<br />

gereift. Das Getränk präsentiert sich<br />

dem Biergenießer besonders mild in der<br />

Kohlensäure, aber prägnant im Extrakt.<br />

Durch den hohen Vergärungsgrad ergibt<br />

sich ein leichter, aber doch vollmundiger<br />

Antrunk und ein ausgereifter, runder und<br />

geschmeidiger Abgang.<br />

www.hirterbier.at<br />

Foto: Brau Union<br />

Foto: Hirter


1-2/20<strong>22</strong><br />

BIER 69<br />

Unabhängige Privatbrauereien<br />

Mit Beginn des Jahres 20<strong>22</strong> tragen<br />

bereits 30 österreichische Brauereien<br />

<strong>das</strong> Siegel „Österreichische Privatbrauereien<br />

– 100 Prozent unabhängig“.<br />

Unter ihnen befinden sich auch<br />

Baumgartner und Kapsreiter Bier. Das<br />

Herkunftssiegel zeichnet Biere aus, die<br />

ausschließlich von österreichischen<br />

Privatbrauereien stammen und daher<br />

ohne Rücksicht auf globale Markenstrategien<br />

ihre regionale und individuellen<br />

Brautraditionen pflegen. Wer diesem<br />

Siegel folgt, kauft von vollständig<br />

unabhängigen österreichischen Privatbrauereien<br />

– der Griff ins Bierregal<br />

wird somit zur Haltungsfrage der Konsumenten.<br />

Die Initiative wurde im September<br />

2021 gestartet, zunächst standen<br />

10 Privatbrauereien hinter der Idee.<br />

Ihr erklärtes Ziel ist es, Transparenz für<br />

Die Zutaten für <strong>das</strong> Seisenegger Wiener<br />

Lager sind die österreichischen<br />

Produkte Hopfen, Malz, Gerste und kristallklares<br />

Wasser. Für <strong>das</strong> Biererlebnis<br />

schlechthin sorgt ein malzsüßer Geschmack,<br />

der in eine schokoladig-sanfte<br />

Bitternis übergeht. Als Geburtsort für<br />

<strong>das</strong> Seisenegger Bier gilt Schloss Seisenegg<br />

im niederösterreichischen Viehdorf,<br />

wo Maximilian Mautner Markhof<br />

eine kleine Schlossbrauerei betreibt<br />

und Freunde des Hauses mit eigenem<br />

Bier bewirtet. Die Idee, ein Wiener Lager<br />

in Premiumqualität zu produzieren,<br />

kam auf. „Unser klares Ziel von Beginn<br />

an war, ein Bier auf den Markt zu bringen,<br />

<strong>das</strong> man aus dem Champagnerglas<br />

trinkt“, sind sich Matthäus Mautner<br />

Markhof und Natanel Gottlieb,<br />

beide Geschäftsführende Gesellschafter<br />

der SBV Seisenegger Bier Vertriebs<br />

GmbH, einig. Mit dem Wissen von Vize-Weltmeister<br />

der Bier-Sommeliers<br />

Felix Schiffner entstand <strong>das</strong> Seisenegger<br />

Wiener Lager. Gebraut und abgefüllt<br />

wird in Oberösterreich, in der Grieskirchner<br />

Brauerei, die ebenfalls auf eine<br />

lange Tradition verweisen kann. Von<br />

die Biergenießer zu schaffen, damit diese<br />

bewusst und informiert entscheiden<br />

können, ob sie zu einem regionalen und<br />

heimischen Bier einer österreichischen<br />

Brauerei greifen wollen.<br />

www.kapso.at<br />

Lager für’s Champagnerglas<br />

dort aus wollen Matthäus Mautner<br />

Markhof und Natanel Gottlieb zunächst<br />

die Wiener Top-Gastronomie erobern,<br />

bevor sie in Österreich weiter expandieren<br />

und die Bierliebhaber in den Gourmet-Metropolen<br />

von ihrem Bier überzeugen.<br />

www.seisenegger.at<br />

Foto: Kapsreiter<br />

Foto: Seisenegger<br />

Foto: Mohren<br />

Ein Genuss für<br />

Zwischendurch<br />

Der leuchtend goldene Glanz,<br />

<strong>das</strong> frische Hopfenaroma und<br />

die feine Malznote: Mohren Helles<br />

ist mit 11,5 Prozent Stammwürze<br />

und einem Alkoholgehalt von 5,1<br />

Volumenprozent ein ideales Bier<br />

für viele Gelegenheiten – ob spontan<br />

zum Feierabend oder an einem<br />

heißen Sommernachmittag. Das<br />

Helle hat bei der Mohrenbrauerei<br />

eine fast vergessene Tradition. Im<br />

Zuge der Entwicklung stießen die<br />

Bierexperten auf eine Rezeptur des<br />

damaligen Braumeister Hans Riggemann<br />

aus dem Jahre 1934. „Das<br />

Helle ist eine richtige Wiederentdeckung<br />

und ein zeitloser Klassiker.<br />

Am Rezept hat sich bis heute<br />

nichts geändert“, so Braumeister<br />

Freitag. Die Bierspezialität ist ab<br />

sofort in der 0,5-Liter-Mehrwegflasche<br />

im 6er-Träger sowie in der<br />

Kiste erhältlich. Die Markteinführung<br />

in der Gastronomie und im<br />

Lebensmittelhandel erfolgte im<br />

Dezember.<br />

www.mohrenbrauerei.at


70 SPIRITUOSEN<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Cognac im<br />

Umbruch<br />

Foto: Art_man / Adobe Stock<br />

Zoran Djurovic von der First American<br />

Bar in Wien sieht Cognac langsam wieder<br />

im Aufwind.<br />

Foto: First American Bar


1-2/20<strong>22</strong><br />

SPIRITUOSEN 71<br />

Der französische Luxus-Weinbrand ist gerade dabei, sich neu zu erfinden und vom<br />

Altherren-Schlummertrunk zum Party-Getränk zu werden – speziell etwa für junge schwarze<br />

Konsumenten in den USA.<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Das Klischee könnte älter nicht<br />

sein: Ein paar Herren im fortgeschrittenen<br />

Alter sitzen im Smoking<br />

am offenen Kamin, rauchen<br />

Zigarren und trinken alten Cognac aus<br />

riesigen Schwenkern. Das Problem dabei:<br />

Die Szene befindet sich gerade im<br />

Umbruch, nur die Bilder in den Köpfen<br />

vieler Konsumenten sind noch immer<br />

die gleichen geblieben.<br />

Prinzipiell ist Cognac ein Weinbrand,<br />

der aus einem genau definierten Gebiet<br />

im Westen Frankreichs stammt. Die<br />

Holländer kamen ab dem 16. Jahrhundert<br />

hierher, um die berühmten Weine<br />

der Region in andere Länder zu verschiffen,<br />

doch war der lange Seeweg für die<br />

Qualität der damaligen Weine nicht unbedingt<br />

förderlich. Sie zu brennen, ein<br />

sogenanntes „Eau-de-vie“ herzustellen<br />

(dem die Konsumenten anfangs noch<br />

Wasser vor dem Genuss hinzufügten),<br />

bot sich als Lösung an. Das Produkt<br />

wurde als „Brandwijn“ bekannt und fand<br />

im Jahr 1678 in der London Gazette <strong>das</strong><br />

erste Mal als Begriff „Cogniacke Brandy“<br />

Erwähnung. Der Cognac war geboren,<br />

neben Whisky, Vodka, Rum oder<br />

Gin bis heute einer der großen Klassiker<br />

der Spirituosenkultur – leider mit<br />

dem Nachteil, seit inzwischen schon<br />

mehreren Jahrzehnten auf die Wiedererweckung<br />

aus dem Dornröschenschlaf<br />

zu warten und auch <strong>das</strong> oben angesprochene,<br />

verstaubte Image abzulegen.<br />

Schwarze Rapper sorgen für ein<br />

neues Image<br />

Wie dieses funktionieren könnte, sieht<br />

man etwa in den USA, wo just schwarze<br />

Rapper als Verkünder des neuen Cognac-<br />

Trends fungieren, weiß Weinakademikerin<br />

Ursula Messner: „Die Lieder ‚Pass the<br />

Courvoisier‘ des Rappers Busta Rhymes<br />

und ‚Hennessy and Buddha‘ von Snoop<br />

Dog läuteten einen Image-Wandel ein,<br />

der zu einer neuen Zielgruppe von Konsumenten<br />

geführt hat. ‚Yak‘, wie der Cognac<br />

in den Rapsongs besungen wird, hat<br />

sich zum bevorzugten Getränk der afroamerikanischen<br />

Popkultur entwickelt.<br />

Als Alternative zu Bourbon, dem immer<br />

noch <strong>das</strong> Image des Rednecks anhaftet,<br />

also des weißen Unterdrückers, steht Cognac<br />

für den Gleichheitsgedanken der<br />

Französischen Revolution. In den USA<br />

ist Cognac somit hip und sexy. So wird<br />

Cognac heute nicht mehr ausschließlich<br />

als Schlummertrunk, sondern auch<br />

als Partygetränk angeboten, <strong>das</strong> der moderne<br />

Konsument gerne mit ein paar Eiswürfel<br />

versieht.“<br />

Auch im Ursprungsland des Cognacs<br />

weiß man natürlich um die Klischeebilder<br />

in den Köpfen vieler Leute und ist<br />

daher auch hier um ein neues, hipperes<br />

Image bemüht. So veranstaltet etwa<br />

<strong>das</strong> Bureau Nacional Interprofessionel<br />

du Cognac (BNIC) selbst Cocktail-<br />

Wettbewerbe, denn viele der bedeutenden<br />

Bartender der Welt entdecken aktuell<br />

die Cognac-Komponente im Cocktail<br />

neu und werden dabei auch von den Cognac-Herstellern<br />

unterstützt. „Das Haus<br />

Pierre Ferrand kreierte etwa den Cognac<br />

‚Pierre-Ferrand 1840‘, der die Cognac-<br />

Aromatik neu erlebbar machen und sich<br />

besonders gut zum Mixen eignen soll“,<br />

weiß Wein- und Spirituosen-Expertin<br />

Messner, die auch Gastronomen bei der<br />

Erstellung ihrer Wein- oder Barkarte unterstützt<br />

(www.weinbegleitung.com).<br />

„Die Zeiten, in denen Cognac<br />

uninteressant war, sind vorbei“<br />

Wie die Praxis in puncto Cognac in Österreich<br />

aussieht, erklärt etwa Zoran<br />

Djurovic von der First American Bar in<br />

Wien auf <strong>GASTRO</strong>-Anfrage: „Cognac<br />

pur wird immer noch eher vom älteren<br />

Herrn bestellt, wobei Cocktails mit<br />

Cognac von einem sehr bunten Publikum<br />

geordert werden. Die beliebtesten<br />

Cognac-Cocktails bei uns sind ‚Brandy<br />

Sour‘ mit Angostura Bitters, Zitronensaft<br />

& Soda oder ‚Alexander‘, bestehend<br />

aus Cognac, Creme de Cacao<br />

& Schlagobers. Langsam nimmt aber<br />

auch die Nachfrage nach Cognac pur<br />

zu, wir bekommen immer mehr Bestellungen<br />

dazu. Die Zeiten, in denen Cognac<br />

uninteressant war, sind also vorbei.<br />

Wir haben ca. zehn Sorten in der Bar, die<br />

wir pur anbieten. Hier beraten wir gerne,<br />

plaudern mit den Gästen und machen<br />

Lust auf Neues.“<br />

Noch etwas zurückhaltend gibt sich<br />

allerdings Christoph Morandell vom<br />

Wein- und Spirituosen-Importeur Morandell<br />

in Tirol: „Cognac ist im Moment<br />

zumindest bei uns etwas ruhiger. Im Osten,<br />

in Asien oder Russland sieht die Sache<br />

schon wieder anders aus, da wird<br />

Cognac sehr gerne getrunken. Aber in<br />

Österreich sind eher Rum, Whisky und<br />

natürlich Gin aktuell die Renner. Woran<br />

<strong>das</strong> mangelnde Interesse derzeit liegt,<br />

kann ich selbst nicht genau sagen. Vielleicht<br />

setzt sich die Barman-Community<br />

zu wenig mit dem Thema auseinander<br />

– und die sind natürlich sehr wichtige<br />

Einflussfaktoren.“<br />

Preisproblematik<br />

Auch C&C-Händler Transgourmet sieht<br />

aktuell den französischen Luxusweinbrand<br />

in einer schwierigen Position: „Obwohl<br />

es im Bereich Spirituosen kaum ein<br />

weltbekannteres, edleres, unvergleichlicheres,<br />

finessenreicheres Produkt gibt,<br />

erleidet Cognac aktuell seine schlimmste<br />

Talfahrt in der Gastronomie: Zum einen<br />

bedingt durch neue Trends im Trinkverhalten<br />

der Gäste – Gin, Bitters und Whisky<br />

boomen durch vielfältige und einfache<br />

Zubereitung als Mixgetränke –zum<br />

andern wurde Cognac durch Verknappung<br />

am Markt durch andere Produkte<br />

abgetauscht; auch der höhere Preis spielt<br />

hier natürlich eine Rolle. Nun versuchen<br />

einige Erzeuger, durch auffälliges Marketing<br />

die Produkte wieder in den Fokus<br />

zu rücken, dazu gehört beispielsweise der<br />

Genuss auf Eis im Tubler ebenso wie Rezepte<br />

für Mixgetränke mit trendigen alkoholfreien<br />

Fillern“, weiß Getränkeexperte<br />

Johann Lettner von Transgourmet.<br />

Doch diese Bestrebungen seien schwierig<br />

und langwierig. Dazu käme eben der<br />

verhältnismäßig hohe Preis: Besonders<br />

alte – sogenannte XO - Produkte seien<br />

fast unbezahlbar und daher einer sehr<br />

kleinen Zielgruppe vorbehalten.


72 FRUCHTSÄFTE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Flüssige Vitamine<br />

Hirschbirne vom Obsthof Retter, Apfelsaft vom Höllinger und frisch gepresster Orangensaft<br />

vor Ort. Der Saft hat einen neuen Level erreicht, muss einen Zusatznutzen haben und kann es<br />

qualitativ durchaus mit dem Wein aufnehmen. <br />

Von Petra Pachler<br />

Foto: airborne77 / Adobe Stock<br />

Fokussierte sich bis vor kurzem die<br />

Getränkebegleitung auf den Rebensaft,<br />

so rückt zunehmend der<br />

Saft in den Mittelpunkt. Auch bei<br />

ihm wird plötzlich Interesse an seinem<br />

Jahrgang gezeigt und die Herkunftsangabe<br />

ist ohnehin schon ein Must-have.<br />

Säfte boomen aus mehreren Gründen<br />

und <strong>das</strong> nicht nur zu Jahresbeginn, wo<br />

traditionell viele Gäste auf Alkohol verzichten<br />

möchten. Denn Alkoholfreies<br />

symbolisiert ganz generell einen gesunden<br />

Lifestyle.<br />

Kein Frühstück ohne Saft<br />

Orangensaft aus dem Packerl als einziges<br />

Frühstücksgetränk? Das geht schon<br />

lange nicht mehr! Wer in der Hotellerie<br />

ein gutes Frühstück anbieten möchte,<br />

der muss im Saftbereich schon mehr<br />

haben. Oft stellt man selbst Fruchtsäfte<br />

aus dem eigenen Obstbestand her<br />

oder greift auf namhafte Produzenten<br />

zurück. Einer davon ist der Obsthof<br />

Retter, dessen Chef, Werner Retter,<br />

mit einer pharmazeutischen Ausbildung<br />

naturgemäß einen anderen Zugang zum<br />

Saft hat. Seine Säfte sind nicht nur zuckerfrei,<br />

sondern auch Bio - Retter zählt<br />

mit seiner Zählnummer 67 zu den Bio-


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRUCHTSÄFTE 73<br />

Foto: Mohrsederl<br />

Foto: Mohrsederl<br />

Pionieren. Begonnen<br />

hat im Obsthof Retter<br />

alles mit dem Hirschbirnensaft<br />

als regionaltypisches<br />

Obst des<br />

Pöllautals und dem naturtrüben<br />

Apfelsaft.<br />

Beim Frühstück dominieren<br />

Retters Superfood-Säfte.<br />

Groß geworden<br />

über Apotheken,<br />

werden für diese Funktionssäfte, wie<br />

Retter sie nennt, nur vollreife Früchte<br />

verwendet, die mit einem speziell entwickelten<br />

Manufaktur-Verfahren zu Direkt-Säften<br />

hergestellt werden. Mit ihren<br />

sogenannten „Polyphenolen“ zählen<br />

sie als Nahrungsergänzung.<br />

Das Neueste, sowohl beim Frühstück<br />

als auch an der Bar, sind Retters Bio-Elixiere:<br />

Sie werden direkt gepresst, sind<br />

selbstredend ohne Zuckerzusatz und<br />

<strong>das</strong> Konzentrat mit einer Mischung 1:10<br />

wird mit Wasser, Heilwasser oder Mineralwasser<br />

gemischt, was dem Gastronom<br />

Individualität ermöglicht. Verfeinert<br />

mit Zitrusfrüchten oder Honig,<br />

kann der Gastronom sogar eine Eigenkreation<br />

daraus machen. Mit Curcuma<br />

und Ingwer nutzt die Obstmanufaktur<br />

den Gesundheitsfaktor der Bio Pflanzenauszüge<br />

und mit einem Preis von<br />

rund 8,00 Euro im Einkauf ist er für die<br />

Gastronomie ein durchaus interessantes<br />

Produkt. Für kleinere Betriebe ist<br />

der Shot eine Alternative. All diese Säften<br />

haben besondere Eigenschaften und<br />

laut Retter hat die Gastronomie<br />

erkannt, <strong>das</strong>s es bei<br />

den Säften einen Zusatznutzen<br />

geben muss - und<br />

<strong>das</strong> ist vorrangig die Gesundheit.<br />

www.obsthof-retter.com<br />

G’sund muss es<br />

sein!<br />

Mit Höllinger ist ein<br />

weiterer Saftspezialist<br />

oft am Frühstücksbuffet<br />

vertreten. Nach<br />

Angaben des Unternehmens,<br />

wird in der<br />

Gastronomie besonders<br />

<strong>das</strong> steirische Sortiment<br />

gut angenommen. „Wir<br />

bieten den steirischen<br />

Gerhard Höllinger mit seinem Paradeprodukt.<br />

Foto: Foto Fischer<br />

Apfelsaft naturtrüb gespritzt oder pur<br />

in unterschiedlichen Gebindegrößen<br />

an. Der steirische Apfelsaft mit stillem<br />

Wasser ist eine gute Alternative zum<br />

Glas Leitungswasser. Unsere 1 Liter Tetra<br />

Säfte werden ebenfalls gerne von der<br />

Hotellerie nachgefragt. Hier führen wir<br />

ein breites Sortiment an Bio Säften“, so<br />

Gerhard Höllinger, Geschäftsführer und<br />

Gründer von IMS Höllinger GmbH.<br />

Zum Frühstück liegen auch bei Höllinger<br />

die neuen Bio-Shots als Muntermacher<br />

im Trend. Die Sorte Bio Shot<br />

Cell-Care PLUS aus Johannisbeere und<br />

Aronia zum Beispiel enthält Antioxidantien.<br />

Gesundheit steht also auch<br />

hier im Vordergrund. Einfache Rezepturen<br />

ohne Zusatzstoffe zeichnen<br />

<strong>das</strong> Sortiment aus, <strong>das</strong> derzeit in 42<br />

Länder exportiert wird.<br />

www.hoellinger-juice.at<br />

Die Mischungs macht’s!<br />

Im Frühstücksangebot sind<br />

Apfelmischsäfte mit Gemüseanteil,<br />

wie der Apfel-Karottensaft<br />

und der Apfel-Rote<br />

Rübensaft sehr<br />

beliebt, wie <strong>das</strong> Unternehmen<br />

Mohr-Sederl<br />

aus seinen Bestellungen<br />

weiß. Im intensiven<br />

Geschmack der Säfte<br />

kommen die Karotte<br />

bzw. die Rote Rübe<br />

stark zur Geltung.<br />

Foto: Obsthof Retter<br />

Ebenso ein Renner ist der Bio-Marillennektar,<br />

den es ausschließlich in Bio<br />

gibt, während die Säfte sowohl konventionell<br />

als auch in Bio-Qualität erzeugt<br />

werden. Beim Abendessen ist der<br />

naturtrübe Apfelsaft die klassisch beliebte<br />

Speisenbegleitung, den es neben<br />

dem Streuobstapfelsaft auch als sortenreine<br />

Säfte aus Kronprinz und Arlet<br />

Äpfeln gibt. Die Gastro-Partner können<br />

auf verschiedene Gebinde zugreifen, die<br />

von der 0,25 Liter Flasche über die bag<br />

in box in verschiedenen Größen, bis hin<br />

zum schanktauglichen 30 Liter Fass reichen.<br />

www.mohr-sederl.com<br />

Apropos mischen: Frische<br />

Säfte am Frühstücksbuffet<br />

werden gerne von den Gästen<br />

selbst gepresst. Der automatische<br />

Entsafter ist dabei einfachste<br />

Variante: Oben kommen<br />

die Orangen im Ganzen<br />

hinein und unten der fertige<br />

Saft heraus. Aber auch<br />

Saftpressen für Äpfel, Birnen<br />

und Karotten finden<br />

sich immer öfter, damit der<br />

Gast nach Herzenslust mischen<br />

und mixen und auch<br />

<strong>das</strong> Verhältnis selbst bestimmen<br />

kann. Damit er auch gesund<br />

ist, der Saft. Denn: „Gesundheit<br />

ist ein Megatrend“,<br />

wie Werner Retter weiß.<br />

Foto: Mohrsederl


74 FRUCHTSÄFTE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Gesund ins<br />

neue Jahr<br />

Das neue Jahr wird mit allerlei<br />

Vorsätzen begonnen – eine<br />

ausgewogene Ernährung mit mehr<br />

Obst ist meistens einer davon. Um<br />

dieser Nachfrage gerecht zu werden,<br />

hat Rauch Fruchtsäfte eine<br />

ganz neue Linie von „Immun-Säften“<br />

unter der Marke Happy Day<br />

auf den Markt gebracht. Die drei<br />

Sorten „Immun Plus“, „Immun Aktiv“<br />

und „Immun Vital“ enthalten<br />

eine extra Portion Zink, Vitamin<br />

C und Vitamin D. Alle drei tragen<br />

zu einer normalen Funktion des<br />

Immunsystems bei, denn <strong>das</strong> ist<br />

heutzutage wichtiger denn je.<br />

Aber auch im Bereich Frühstück<br />

hat sich einiges getan. Als<br />

Vorreiter hat Rauch zwei klimaneutrale<br />

Fruchtsäfte auf den Markt<br />

gebracht. Die zwei 100 Prozent<br />

Sorten Orange und Orange/Mango/Karotten<br />

sind nicht nur vegan,<br />

sondern durch eine Optimierung<br />

des ökologischen Fußabdrucks<br />

auch CO2 neutral. Die Orangen<br />

stammen aus zertifiziertem Anbau,<br />

der Tetrapak zu 87 Prozent<br />

aus pflanzlichem Ursprung und<br />

der verbleibende Fußabdruck wird<br />

durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.<br />

www.rauch.cc<br />

Foto: Rauch<br />

Foto: Grapos<br />

Wie selbst gepresst<br />

Zusatzstofffreie Bio-Fruchtsäfte sind<br />

bei Gästen mehr gefragt denn je. Als<br />

Ausschank im offenen Glas oder in der<br />

Karaffe umso mehr. Der Postmix-Spezialist<br />

Grapos bietet Säfte in zertifizierter<br />

Bio-Qualität für den Offenausschank.<br />

Vier köstliche Sorten der Linie<br />

Brooklyn Bio Säfte kommen ganz ohne<br />

Zusatz oder Konservierungsstoffe aus<br />

und schmecken erfrischend. Gäste haben<br />

die Wahl zwischen den Sorten Apfel,<br />

Orange, Karotte und Sauerkirsche.<br />

Alle Säfte sind vegan und frei von Allergenen.<br />

Speziell für diese Linie wurde<br />

auch die Brooklyn Bio und Vitaminbar<br />

konzipiert, ein formschönes und modernes<br />

Ausschankgerät.<br />

Durch verschiedene Anbauteile passt<br />

sich <strong>das</strong> System an die jeweiligen Bedürfnisse<br />

an. Besonders ansprechend sehen<br />

Kräuter und Obsttöpfchen aus, die direkt<br />

an <strong>das</strong> Gerät angebracht werden und<br />

verfeinert mit diesen Zutaten schmecken<br />

die Getränke noch erfrischender.<br />

Die Säfte von Grapos werden als Extrakt<br />

in Bag-in-Boxen geliefert und direkt im<br />

Ausschankgerät gekühlt und mit Wasser<br />

vermengt.<br />

Mit diesem System kann bis zu 44<br />

Prozent CO2 und etwa 40 Prozent an<br />

Energie bei der Getränkekühlung eingespart<br />

werden. Grapos setzt ganz auf<br />

nachhaltige Systeme: So sind zum Beispiel<br />

die Bag-in-Boxen zu 100 Prozent<br />

recyclebar. Auch die Produktionsmethoden<br />

und modernste Abfüllanlagen führen<br />

dazu, <strong>das</strong>s im Vergleich zu konventionellen<br />

Portionsflaschen die CO2-Belastung<br />

sowie der ökologische Fußabdruck um 90<br />

Prozent kleiner sind, wie eine Studie der<br />

TU Graz bestätigt.<br />

www.grapos.com


1-2/20<strong>22</strong><br />

FRUCHTSÄFTE 75<br />

Foto: Stefan Gergely<br />

Paradiesisch „Spicy“<br />

Anti-alkoholische Cocktails erfrischen und können genauso<br />

Spaß machen wie die Variante mit Alkohol. Der Fruchtsaft<br />

als Highlight der Drinks ist die Basis des Geschmacks und<br />

Pago präsentiert passend zum Thema „spicy“ den Drink „Adam<br />

und Eva“. Hier treffen Ginger Beer und Kardamom Sirup mit<br />

den Klassikern Pago Apfel und Birne aufeinander.<br />

„Adam und Eva“<br />

› Je 4 cl Pago Apfel und Pago Birne sowie 2 cl Pago Zitrone 100<br />

Prozent<br />

› Kardamom Sirup<br />

› Ginger Beer<br />

› Gurke<br />

Und so einfach geht’s: Pago Apfel und Birne mit dem Zitronensaft<br />

abschmecken. Anschließende mit Kardamom Sirup<br />

und Ginger Beer finalisieren und mit zwei Scheiben Gurke<br />

dekorieren.<br />

www.pago.at<br />

Fruchtige<br />

Erfrischungen<br />

Immer mehr Konsumenten entscheiden<br />

sich für alkoholfreie Speisebegleitung<br />

oder wählen diese ergänzend zur beispielsweise<br />

Weinbegleitung. Mocktails – also<br />

alkoholfreie Cocktails – pushen <strong>das</strong> Segment<br />

genauso wie <strong>das</strong> Angebot an gesunden,<br />

kalorienreduzierten und biologischen<br />

Limonaden und Säften. Bio-Produkte werden<br />

gästeseitig stark nachgefragt; hausgemachte<br />

Limonaden erleben ein Revival<br />

und sind tolle Spannenbringer für die<br />

Gastronomen. Klassiker im Fruchtsaft-Bereich<br />

sind Portions-Trinkflaschen mit 0,2 bis 0,25 l Inhalt.<br />

Die Sorten Orange, Apfel, Mango, Ananas und Erdbeere<br />

sind dabei die wichtigsten. Der Großteil der Fruchtsäfte<br />

wird mit Wasser gespritzt verkauft – damit sind der Apfelsaft<br />

und der Johannisbeer-Nektar gespritzt die meistverkaufen<br />

Fruchtsäfte in der Gastronomie. Neu ist, <strong>das</strong>s<br />

vermehrt heimische Obstsorten verarbeitet oder sortenreine<br />

sowie möglichst naturbelassene Produkte angeboten<br />

werden. Auch der gesunde Mix aus Obst und Gemüsesäften<br />

wird – nicht nur am Frühstücksbuffet – wichtiger.<br />

Besonders interessant erscheinen erfrischende Fruchtsorten<br />

wie Wassermelone, pink Grapefruit und Cranberry aus<br />

dem Hause Pfanner. Aber auch regionale Bio-Fruchtsäfte<br />

rücken immer mehr in den Focus, obwohl sich diese<br />

preislich von den üblichen Fruchtsäften deutlich absetzen.<br />

www.transgourmet.at<br />

Foto: Factory<br />

Wollen Sie<br />

regelmäßig erhalten?<br />

Ja, ich möchte die ABO-Aktion von <strong>GASTRO</strong> zum Preis von € 55,– inkl. MWSt.(für 10 Ausgaben jährlich) in Anspruch nehmen*.<br />

Name....................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

Adresse................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

PLZ/Ort................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

Tel..........................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

E-Mail....................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

Unterschrift........................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

Postweg: Gersthoferstraße 87/1, 1180 Wien, Fax: 01/479 84 30-16, E-Mail: abo@gastroverlag.at<br />

Web: www.gastroverlag.at/gastro-magazin-abonieren/211<br />

*Das Abo verlängert sich jeweils um ein Jahr (10 Ausgaben), wenn es nicht bis spätestens Februar 2023 schriftlich gekündigt wird.<br />


Seite 76 bis Seite 85<br />

Hot Drinks<br />

Kaffee<br />

Während wir in Österreich einen Verlängerten,<br />

eine Mélange oder einen Cappuccino bestellen,<br />

so sieht <strong>das</strong> in Italien oder Frankreich ganz<br />

anders aus. Außerdem immer mehr im Kommen:<br />

veganer Milchkaffee und außergewöhnliche<br />

Kaffeekonzepte in der Gastronomie, die einen besonderen<br />

Kaffeegenuss möglich machen.<br />

Seite 78<br />

Tee<br />

Ob er Gelassenheit bringen, <strong>das</strong> Immunsystem<br />

boostern, oder einfach nur gut schmecken<br />

soll – die Anforderungen an Tee sind so<br />

vielseitig wie seine Geschmäcker und Einsatzmöglichkeiten.<br />

Seite 84


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELLES 77<br />

Besonderes Genusserlebnis<br />

Der Mensch ist auf der Suche nach<br />

besonderen Genusserlebnissen – die<br />

professionelle Inszenierung eines Frühstücks<br />

kann dieser Suche ein Ende bereiten.<br />

Das Teehaus Ronnefeldt, ein familiengeführtes<br />

Unternehmen seit<br />

1823, bietet ausschließlich hochwertigsten<br />

Tee aus allen Teeanbauländern<br />

und steht als Partner für differenzierte<br />

und individuellen Konzepte zur Seite.<br />

Durch die außergewöhnlichen, nachhaltigen<br />

Teepräsentationen und Heißwasserquellen<br />

im Backoffice-Bereich, Zimmerservice<br />

oder Frühstücksbereich,<br />

kann die getroffene Teeauswahl anspruchsvoll<br />

positioniert werden. Nach<br />

wie vor hochgefragt sind die bereits vorportionierten<br />

Tees. Ronnefeldt hat zusätzlich<br />

zu der bestehenden Tea Caddy,<br />

Leaf Cups, Cup Caddys und Teavelopes<br />

Produktlinien eine neue, innovationsstarke<br />

Linie namens 100 Prozent entwickelt.<br />

Aus dem Vollen schöpfen kann<br />

Nachhaltige Bohne<br />

Die Marke Valrhona bietet zwei herkunftsreine<br />

dunkle Schokoladenprodukte<br />

mit für deren Herkunft typischen<br />

Aromaprofilen – der verwendete Kakao<br />

ist zu 100 Prozent bis zu den Produzenten<br />

rückverfolgbar. Die Ground-chocolate-Produktreihe<br />

beinhaltet eine Single-Origin-Schokolade<br />

aus Ghana mit<br />

einem würzigen und süßen Aromaprofil<br />

und eine Single-Origin-Schokolade<br />

aus Grenada, die sich durch ihr ausgewogenes<br />

Profil und ihre Aromen reifer<br />

Früchte auszeichnet.<br />

Valrhona ist seit 19<strong>22</strong> Partner der<br />

„Handwerker des guten Geschmacks“,<br />

Pionier und Referenz in der Welt der<br />

Schokolade. Mit seinen Mitstreitern,<br />

den Chef-Patissiers und den Kakaoproduzenten,<br />

arbeitet Valrhona an der permanenten<br />

Weiterentwicklung aller Bereiche<br />

rund um die Schokolade, um die<br />

Kakaoproduktion fairer und nachhaltiger<br />

zu gestalten und um die Gastronomie zu<br />

inspirieren.<br />

www.valrhona.com<br />

man außerdem aus einer breiten Sortenvielfalt<br />

an losen Tees, der aufgrund<br />

seiner Zubereitungsart <strong>das</strong> anspruchsvollste<br />

Produkt ist. Der Trend rund um<br />

Außer-Haus-Frühstücken oder Brunchen<br />

hält Aufgrund der veränderten Ernährungsgewohnheiten<br />

an.<br />

www.ronnefeldt.com<br />

Foto: Ronnefeldt<br />

Foto: Valrhona<br />

Kaffee im<br />

Trend<br />

Lebensmittel sind Genuss und<br />

eine kleine Auszeit zugleich,<br />

Abwechslung beim Kochen ist daher<br />

ein wesentlicher Faktor. Umso<br />

wichtiger ist es, den Kunden ein<br />

auf sie zugeschnittenes Sortiment<br />

zu bieten, <strong>das</strong>s aktuelle Ernährungstrends<br />

berücksichtigt..<br />

Neben vegan und zuckerfrei, sind<br />

dies auch alkoholfreie Spirituosen,<br />

die der alkoholischen Variante geschmacklich<br />

aber um nichts nachstehen<br />

dürfen. Die jüngere Generation<br />

fordert in Bars Mocktails ein,<br />

aber auch bei Sekt oder Wein wird<br />

die Nachfrage nach alkoholfreien<br />

Alternativen immer mehr. Im Metro<br />

Sortiment gibt es mittlerweile<br />

eine breite Auswahl an alkoholfreien<br />

Gins, Wein und Sekt.<br />

Kaffee als Österreichs beliebtestes<br />

Heißgetränkt liegt immer<br />

im Trend und den Kaffee von 42<br />

Degrees gibt es bei Metro in verschiedensten<br />

Geschmacksrichtungen,<br />

mit und ohne Zucker. Der Kaffee<br />

erhitzt sich selbständig in der<br />

Dose und bleibt bis zu 20 Minuten<br />

warm. Damit ist er perfekt geeignet<br />

für „To go“, für Lunch Pakete,<br />

Outdoor Veranstaltungen oder<br />

Food Trucks.<br />

www.metro.at<br />

Foto: Metro


78 KAFFEE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Kaffeegenuss von<br />

klassisch bis trendig<br />

Bei unseren italienischen Freunden beginnt der Tag mit einem Cappuccino oder Espresso,<br />

die Franzosen genießen Café au laît zum Frühstück und bei uns wird immer noch gerne<br />

Filterkaffee genossen. <br />

Text & Fotos: Andrea Jungwirth


1-2/20<strong>22</strong><br />

KAFFEE 79<br />

Espresso pur, vor allem zum Frühstück,<br />

dafür begeistern sich eher<br />

wenige, anders als für einen Verlängerten<br />

oder einen Cappuccino.<br />

Auch wenn die Vorlieben variieren, die<br />

Tasse Kaffee gehört bei uns zum Frühstück<br />

dazu. Über 80 Prozent starten mit<br />

Kaffee in den Tag und die meisten trinken<br />

ihre Tasse zu Hause.<br />

Kaffeekonsum ist krisenfest<br />

Kaffee wird hierzulande meist daheim<br />

getrunken und wegen Corona noch<br />

mehr. Dank Home-Office stieg der Kaffeekonsum<br />

deutlich an, die Menschen<br />

kauften vermehrt Kaffeemaschinen, vor<br />

allem Kaffeevollautomaten im mittleren<br />

und unteren Preissegment. Doch <strong>das</strong><br />

Einkaufsverhalten bei der Kaffeequalität<br />

hat sich nicht verändert. Es wird gerne<br />

hochwertiger Kaffee gekauft und zubereitet.<br />

Und die Menschen hatten auch<br />

mehr Zeit, sich mit Kaffeetrends aus aller<br />

Welt zu beschäftigen. Kaffeerezepte<br />

wie etwa der Dalgona-Kaffee (koreanischer<br />

Schlagkaffee) machten über<br />

die Social-Media-Plattform TikTok die<br />

Runde. Viele probierten den Kaffee zu<br />

Hause selber aus und 10 Millionen Aufrufe<br />

des TikTok-Videos hinterlassen<br />

Spuren. Trendige Coffeeshops bieten<br />

nun auch diese Kaffeevariation an.<br />

Im Grunde ist der Schlagkaffee ein<br />

umgedrehter Café latte. Anstatt des<br />

Milchschaums oben, kommt geschlagener<br />

Kaffee auf die Milch. Jeweils gleiche<br />

Mengen an Instantkaffee, Zucker und<br />

Wasser werden aufgeschlagen, bis der<br />

Kaffee schaumige Spitzen bildet. Dieser<br />

feste Schaum wird auf Milch gesetzt<br />

und fertig ist der koreanische Kaffee.<br />

Inzwischen sind die Menschen sehr<br />

experimentierfreudig beim Kaffee. Es<br />

gibt nicht mehr nur Espresso oder Filterkaffee,<br />

sondern zahlreiche Verfahren,<br />

um Kaffeevariationen zuzubereiten.<br />

Neupositionierung durch Trends<br />

Egal welche Zubereitungsmethode<br />

man bevorzugt, ein Kaffee bestand früher<br />

aus Kaffee und Wasser, der mit oder<br />

ohne Zucker und Milch getrunken wurde.<br />

Dazu kamen einige Variationen mit<br />

Alkohol oder Gewürzen, aber dann<br />

war <strong>das</strong> Repertoire auch schon ausgeschöpft.<br />

Doch nun darf in einen Kaffee<br />

vieles, was auf den ersten Blick gar nicht<br />

hineinpasst, etwa pulverisierte Superfoods<br />

wie Pilze, Rote Bete, Matcha oder<br />

schwarze Aktivkohle. Der Latte Macchiato<br />

wird dazu mit dem Pulver verziert<br />

oder <strong>das</strong> Pulver der Milch vor dem<br />

Aufschäumen hinzugefügt. Mit Gewürzen<br />

wie Curcuma, Ingwer oder arabischen<br />

Gewürzmischungen aus Kardamom,<br />

Zimt und Vanille wird der Kaffee<br />

oder <strong>das</strong> Topping verfeinert. Die Kaffee-Trends<br />

aus Asien und Amerika sind<br />

auch bei uns angekommen, denn „normal“<br />

liegt nicht im Trend.<br />

Café latte, aber bitte vegan<br />

Aber auch Kuhmilch ist out. Pflanzliche<br />

Milchalternativen liegen im Trend. Allen<br />

voran die Mandelmilch, die inzwischen<br />

die Sojamilch ablöst. Aber auch Milchersatz<br />

aus Hafer, Reis, Lupinen, Erbsen<br />

und auch Kartoffel kommen in den Kaffee.<br />

Trendcafés bieten vegane Pflanzenmilchen<br />

an, für die die jüngere, gesundheits-<br />

und umweltbewusste Szene gerne<br />

bereit ist, auch mehr Geld auszugeben.<br />

TESTA ROSSA caffè Genuss,<br />

auch in Bio-Qualität &<br />

Fairtrade zertiiziert<br />

Genießen Sie den vollen Geschmack Italiens mit jeder Tasse TESTA<br />

ROSSA caffè. Ob als klassischer Espresso, köstlicher Cappuccino, Caffè<br />

Lungo bis hin zum Latte Macchiato, TESTA ROSSA caffè ist für alle<br />

Zubereitungsarten hervorragend geeignet.<br />

Kaffeegenuss perfekt dosiert in der 250g Dose (ganze Bohne oder<br />

gemahlen), in der 1kg Packung und als Kapseln.<br />

www.testarossa.it<br />

BiOrganic


80 KAFFEE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Vom Saulus zum Paulus<br />

Das Image von Kaffee hat sich gewandelt,<br />

galt er vor einiger Zeit noch als<br />

schädlich für Herz und Magen, so ist<br />

<strong>das</strong> Schwarze Gold jetzt rehabilitiert.<br />

Es wird nun als Superfood gehyped und<br />

Kaffeetrinken soll die Zellen vor oxidativem<br />

Stress schützen, Krebs vorbeugen<br />

und Darmflora, Blutzucker- und Fettstoffwechsel<br />

positiv beeinflussen.<br />

Kaffee enthält hunderte verschiedene<br />

Stoffe, ein Teil davon entsteht erst<br />

durch die Röstung, ein weiterer Teil davon<br />

wird durch die Röstung vermindert.<br />

Und es sind nicht bestimmte Mineralstoffe<br />

oder Vitamine, die <strong>das</strong> Getränk so<br />

gesund machen, sondern die Fülle an Antioxidantien.<br />

Allen voran die Chlorogensäure<br />

und Melanoide, aber auch Lignane<br />

oder <strong>das</strong> Alkaloid Trigonellin, und regelmäßig<br />

werden neue Stoffe entschlüsselt,<br />

die antioxidativ wirken. Aber es ist von<br />

der Sorte, Zubereitungsart und vor allem<br />

von der Röstung abhängig, welche Stoffe<br />

letztendlich im Kaffee zu finden sind.<br />

Darum vertragen auch nicht alle Menschen<br />

Kaffee gleich gut, und oft hilft eine<br />

Änderung der Zubereitung, damit Kaffee<br />

schmeckt und dem Körper auch gut<br />

tut. Ging man vor einiger Zeit noch davon<br />

aus, <strong>das</strong>s die Chlorogensäuren den<br />

Magen reizen und zu Sodbrennen führen<br />

können, so weiß man es heute besser. Es<br />

scheinen bestimmte Stoffe, die aus dem<br />

Kaffeewachs stammen, für die Magenreizung<br />

verantwortlich zu sein. Daher müssen<br />

Betroffene einfach austesten, welcher<br />

Kaffee für sie bekömmlich ist.<br />

Zubereitungen mit pflanzlichen Milchvariationen<br />

sind in der Regel teurer als<br />

mit der klassischen Kuhmilch. Die Nachfrage<br />

nach Plant based coffees wird zukünftig<br />

noch stark ansteigen. Spezielle<br />

vegane Barista-Milchvarianten lassen<br />

sich gut aufschäumen und eignen sich<br />

für außergewöhnliche Kreationen.<br />

Normal zu Hause, trendig im Café<br />

80 Prozent trinken ihren Kaffee zu Hause,<br />

bevorzugt werden hier die klassischen<br />

Varianten. Bei den Außer-Haus-Verkäufen<br />

greifen immer mehr zu außergewöhnlichen,<br />

trendigen Kaffee-Spezialitäten. In<br />

der Gastronomie probiert der Gast gerne<br />

etwas aus und sucht <strong>das</strong> Ungewöhnliche.<br />

Um eine möglichst große Käuferschicht<br />

anzusprechen, können beliebte Klassiker<br />

neben Kaffeetrends ins Angebot aufgenommen<br />

werden. Gerade bei Kaffeezubereitungen<br />

mit Milch und Schaum sind<br />

bessere Gewinne zu erzielen.<br />

Aber auch der Nachhaltigkeitsgedanke<br />

wird immer wichtiger. Neben hochwertigem<br />

Kaffee werden Bioqualitäten<br />

und faire Produktionsbedingungen in den<br />

Herkunftsländern für die Kaufentscheidung<br />

immer wichtiger. Nachhaltige Produkte<br />

und umweltbewusste Kaffeekonsumenten<br />

sorgen auch für ein Umdenken<br />

im Kaffeehaus. Vor allem im To go-Segment<br />

werden sich Mehrwegbecker und<br />

Pfandleihsysteme für Kaffeebecher stärker<br />

durchsetzen. Alleine in Wien werden<br />

täglich über 800.000 Einweg-Coffee to go<br />

Becher verwendet und nach wenigen Minuten<br />

vom Kunden weggeworfen.<br />

Mit Kaffee in den Tag starten<br />

Koffein ist wohl der bekannteste Stoff<br />

im Kaffee und neben dem unwiderstehlichen<br />

Geschmack und Duft der Grund,<br />

warum viele gerne eine oder mehrere<br />

Tassen vor allem zum Frühstück genießen.<br />

Das Alkaloid macht wach, erhöht<br />

die Konzentration, bringt unser Kurzzeitgedächtnis<br />

auf Trab und wirkt anregend.<br />

Doch nicht bei allen wirkt <strong>das</strong> Koffein<br />

gleich. Koffein fördert die Hirndurchblutung<br />

und <strong>das</strong> macht Kaffeetrinken zu einer<br />

sehr individuellen Sache. Während<br />

die einen nach einer Tasse Kaffee am<br />

Abend nicht einschlafen können, weil<br />

<strong>das</strong> Gehirn zu wach ist, hilft sie anderen<br />

beim Herunterkommen und sie können<br />

sogar besser einschlafen. So unterschiedlich<br />

die Geschmäcker bei Kaffee sind, so<br />

verschieden sind auch die Wirkungen.<br />

Drei bis fünf Tassen am Tag gelten als<br />

unbedenklich, sogar als gesundheitsfördernd.<br />

Wie und zu welcher Tageszeit<br />

man Kaffee am besten genießt, <strong>das</strong> muss<br />

jeder selbst herausfinden.


1-2/20<strong>22</strong><br />

KAFFEE 81<br />

Kaffeemachen ist Kopfsache!<br />

Kaffee ist Goran Hubers Leidenschaft. Der Gründer des Kaffee-Instituts und wohl einer von<br />

Österreichs berühmtesten Baristas macht in seinen Kursen Kaffeeinteressierte zu Profis.<br />

<br />

Von Petra Pachler<br />

Die Sensorik steht bei Goran Hubers neuestem Kursmodul im Fokus.<br />

Fotos: Kaffee-Institut/Mario Moser<br />

Ein Koch bekommt eine Ausbildung“,<br />

so Goran Huber. Kaffee wird einfach<br />

gemacht – zumindest bisher. „Die<br />

Arbeitsschritte bei der Kaffeezubereitung<br />

wurden bis jetzt nicht richtig gelernt“,<br />

ist er überzeugt. Was mitunter zu<br />

überschaubarer Qualität führte und <strong>das</strong><br />

ging so lange gut, bis Konsumenten begannen,<br />

sich Kaffeewissen anzueignen.<br />

Kaffeequalität – in der Zubereitung und<br />

bei den Bohnen – war plötzlich ein Thema.<br />

Erfolgreich wurden und sind daher<br />

jene Kaffeehäuser, die Qualität bieten.<br />

Qualität ist auch <strong>das</strong> Schlüsselwort<br />

bei Goran Hubers Kursen. Seine Barista<br />

Kurse sind legendär und seine ehemaligen<br />

Schüler werken als Profi-Barista in<br />

österreichischen Gastronomiebetrieben<br />

ebenso, wie auch jenseits der Grenzen.<br />

Es geht um Verkostung!<br />

Hubers jüngstes Ausbildungsmodul ist<br />

der Sensorik Kompetenz Kurs, bei dem<br />

es um Verkostung geht. Sensorik, als äußerst<br />

komplexes Themenfeld beim Kaffee,<br />

vereint Wissen mit Erfahrung und<br />

Praxis und fließt in alle Bereiche der<br />

Kaffeeherstellung ein. Im neuen Kurs<br />

wird den Teilnehmern in drei Schritten<br />

die richtige Kaffeezubereitung vermittelt,<br />

die sich eigentlich an zwei simplen<br />

Fragen orientiert: Wie soll Kaffee<br />

schmecken und wie soll Kaffee nicht<br />

schmecken?<br />

Beim ersten Schritt, dem Cupping,<br />

werden die Aromen bewertet, im zweiten<br />

Schritt geht es um <strong>das</strong> Brühen: Wie<br />

bereitet man Filterkaffee richtig zu - ist<br />

er zu leicht, ist er zu stark? Denn immer<br />

mehr Konsumenten verlangen nach<br />

leichterem Kaffee, aber mit vollem Aroma.<br />

Damit feiert der Filterkaffee ein Revival.<br />

Der letzte Teil des Kurses widmet<br />

sich dem Espresso und seiner Sensorik.<br />

Erlebnis Kaffee<br />

Kursteilnehmer sollten über Vorkenntnisse<br />

verfügen und Erfahrung aus der<br />

Praxis mitbringen. Denn neben dem<br />

Wissen um die Relevanz von Kontaktzeit<br />

zwischen Wasser und Kaffee werden<br />

sie am Ende des Kurses auch die<br />

Frage beantworten können: „Welche<br />

Aromen finde ich über den Kaffee?“ „Mit<br />

einer Barista Prüfung hat man mit Sicherheit<br />

einen Startvorteil“, so Goran<br />

Huber. Sie ist allerdings keine Voraussetzung.<br />

Was aber schon stattfindet, ist<br />

ein Vorgespräch mit jedem potenziellen<br />

Teilnehmer, denn niemand soll sich<br />

überfordert fühlen. Auch von einer Prüfung<br />

am Kursende wird derzeit abgesehen,<br />

denn nach vier Tagen Verkostung<br />

ist der „Gaumen stark beeinträchtigt“, so<br />

Huber. Der Kurs richtet sich an Gastronomen<br />

genauso wie an Führungskräfte<br />

der Branche.<br />

https://barista-ausbildung.at/<br />

info<br />

Termin für den ersten<br />

Sensorik Kompetenz Kurs:<br />

20. – 23. Juni 20<strong>22</strong><br />

Kosten:<br />

2.495,- Euro exkl. MwSt.<br />

Maximal vier Personen verkosten<br />

rund 50 verschiedene<br />

Kaffeesorten


82 KAFFEE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

tipp aus der praxis<br />

M4 – der Mensch.<br />

Ohne Barista kein<br />

perfekter Caffè<br />

Als SCA Trainer, Master Barista<br />

und Diplomkaffeesommelier<br />

muss ich nicht betonen,<br />

<strong>das</strong>s ich bei der Kaffeezubereitung<br />

immer von einem<br />

Zusammenspiel zwischen<br />

Mensch und Maschine spreche.<br />

Vollautomaten oder Kapselmaschinen<br />

sind davon klarerweise<br />

ausgeschlossen.<br />

Zur täglichen Routine eines<br />

Profis bei Dienstantritt gehören<br />

die Überprüfung des<br />

Mahlgrades, der Einwaage,<br />

der Brühtemperatur und der<br />

Extraktionszeit. Ist all <strong>das</strong> in<br />

Ordnung kann der oder die<br />

Barista sein ganzes Können<br />

zeigen. Ich bin ein überzeugter<br />

Verfechter des weltweit<br />

anerkannten und einzigartigen<br />

Trainings- und Ausbildungsprogramms<br />

der SCA<br />

(Speciality Coffee Association)<br />

und setze <strong>das</strong> Wissen und<br />

Gelernte täglich in meiner Arbeit<br />

um. Genau wie bei Sommeliers<br />

dient die Ausbildung<br />

dazu, <strong>das</strong> Wissen rund um<br />

Kaffee konsequent zu erweitern,<br />

anzuwenden und weiterzugeben.<br />

Außerdem gibt<br />

es unendlich viele Rezepte für<br />

die Anwendung von Kaffee.<br />

Kaffeewissen und die Verbesserung<br />

des Kaffeestandards<br />

sind auch in der guten<br />

Gastronomie wichtig – Mitarbeiterschulung<br />

ist <strong>das</strong> A&O.<br />

https://baristaschule.at/<br />

barista-kurse-mit-sca-zertifikat/<br />

Franz Grünwald<br />

Master Barista<br />

Diplom Kaffeesommelier<br />

www.franzgruenwald.com<br />

Foto: Grünwald<br />

Genuss als Voraussetzung<br />

Es ist schon lange her, als man sich in<br />

unseren Breiten mit gewöhnlichem<br />

Kaffee zufriedengab. Der Gast von heute<br />

setzt längst einen perfekten Kaffeegenuss<br />

voraus und will auch hinsichtlich<br />

Nachhaltigkeit seinen Cappuccino, Espresso<br />

oder Caffè Latte mit gutem Gefühl<br />

genießen können. Der Name Wedl<br />

verpflichtet auch in Sachen Nachhaltigkeit<br />

zur höchsten Ambition: Mit Einführung<br />

des fairtrade Testa Rossa caffè BiOrganic<br />

setzte <strong>das</strong> Handelshaus Wedl hier<br />

bereits ein Zeichen. Seit einiger Zeit ist<br />

auch die Wedl Bohne Bio & Fair erhältlich.<br />

Als jüngste Kaffeespezialität duftet<br />

im Sortiment die Wedl Hausmarke Cuisine<br />

Noblesse. Sie kann dem Connaisseur<br />

als cremiger Espresso, als Filtermischung<br />

für den Frühstücks- oder Seminarbereich<br />

oder aber als Gran Crema mit feinem<br />

Bouquet konsumiert werden.<br />

www.wedlkaffee.com<br />

Foto: Segafredo Zanetti Austria<br />

Tassendesigns gesucht<br />

Segafredo Zanetti Österreich fördert<br />

aufstrebende heimische Talente.<br />

Junge Künstler des Departments für<br />

Bildende Künste und Gestaltung der<br />

Universität Mozarteum werden zu einem<br />

Design-Wettbewerb für eine Tassenkollektion<br />

eingeladen. Bis zum 31.<br />

März können Studierende Designentwürfe<br />

unter dem Motto „espressivo“ für<br />

Cappuccino- und Espressotassen einreichen.<br />

Der Tassendesignwettbewerb ist<br />

mit 5.000 Euro, einer Kunstreise nach<br />

Bologna, einem Kaffeevollautomaten<br />

und Jahresvorräten an Segafredo Kaffee<br />

dotiert. „Unsere ikonischen Segafredo-Tassen,<br />

die man bestens aus dem<br />

Lieblingscafé kennt, bleiben selbstverständlich<br />

unseren Kundinnen und<br />

Kunden der Gastronomie vorbehalten.<br />

Gemeinsam mit der Universität Mozarteum<br />

Salzburg werden wir aber für alle<br />

Segafredo-Fans etwas ganz Besonderes<br />

schaffen – eine exklusive Tassenkollektion<br />

für den Caffè-Genuss Zuhause“, so<br />

Marketingleiterin Susanne Reif-Peterlik.<br />

www.segafredo.at<br />

Foto: Wedl_Thomas_Magyar


1-2/20<strong>22</strong><br />

KAFFEE 83<br />

Foto: Julius Meinl Österreich<br />

Vier Trends rund um den Kaffee<br />

Des Österreichers liebstes Getränk entwickelt sich stetig weiter. Qualität, Convenience und<br />

Experimentierfreudigkeit sind die treibenden Kräfte hinter aktuellen Entwicklungen und<br />

auch der Gesundheitsfaktor will bedient werden. <br />

Trend 1: Kalt und trinkfertig<br />

Schon seit einigen Jahren spielen kalte<br />

und gekühlte Kaffeekreationen eine immer<br />

größere Rolle, allen voran der „Cold<br />

Brew“, der bereits eine beachtliche Popularität<br />

unter den österreichischen<br />

Kaffeetrinkern genießt. Das breite Geschmacksprofil<br />

mit den vielen Aromen<br />

und Nuancen hat hierzulande bereits<br />

viele Anhänger. Eisgekühlte Kaffeegetränke<br />

bedienen zudem den Konsumentenwunsch<br />

nach Erfrischung.<br />

Dies spiegelt sich auch in Kreationen<br />

wie etwa der Coffee-Tonic, ein fruchtiger<br />

Kaffee mit Eiswürfel und Tonic Water<br />

aufgegossen, wider. Im stark wachsenden<br />

Sortiment der Cold-Coffee-Ready-<br />

To-Drink-Produkte vereinen sich zudem<br />

die Trends von Convenience, Kaffeeerfrischung<br />

und auch Wohlbefinden.<br />

Trend 2: Gesund und nachhaltig<br />

muss es sein<br />

Die kürzlich vom Österreichischen Kaffeeverband<br />

veröffentlichten Studie unterstreicht<br />

einen zweiten Trend hin zu<br />

nachhaltigem Konsum – und <strong>das</strong> auch<br />

in der Kaffeebranche. Der österreichische<br />

Konsument wünscht sich Transparenz,<br />

Fairness und Ressourcenschonung<br />

entlang der Wertschöpfungskette<br />

in der Kaffeewirtschaft. Dies zeigt sich<br />

auch in der steigenden Nachfrage nach<br />

zertifiziertem Kaffee.<br />

Trend 3: Individualität<br />

und Qualität<br />

Als dritter Trend kristallisiert sich <strong>das</strong><br />

steigende Interesse und die wachsende<br />

Expertise der Konsumenten heraus.<br />

Das führt zu einem Ansteigen der Qualitätsstandards<br />

und -niveaus in der gesamten<br />

Genusskategorie „Kaffee“. Ob im<br />

Kaffeehaus, im Coffee Shop oder eben<br />

auch pandemiebedingt in den eigenen<br />

vier Wänden – die Menschen wollen<br />

ihren Kaffee als Premiumerlebnis genießen.<br />

So zählt Spezialitätenkaffee zu<br />

den größten Trends im gesamten Lebensmittel-<br />

und Getränkesektor. Dies<br />

beginnt mit der Herkunft über den Anbau<br />

bis hin zu frisch gerösteten Bohnen<br />

und zu den unterschiedlichen Brühverfahren.<br />

Ein typisches Beispiel dafür ist<br />

der sogenannte Single Origin oder Single<br />

Source Kaffee, der aus einer einzigen<br />

Ernte, einem einzigen Land oder einer<br />

einzigen Region geerntet wird und die<br />

einzigartigen Geschmacksnoten seiner<br />

Herkunft trägt.<br />

Trend 4: Das Auge trinkt mit<br />

Es ist wie in allen Branchen und ganz<br />

besonders im Lebensmittel- und Getränkebereich<br />

– die sozialen Medien beeinflussen<br />

unseren Konsum, auch beim<br />

Kaffee. 2020 gab es den Mega-Hype<br />

rund um den Dalgona-Kaffee – ein koreanischer<br />

Schlagsahnekaffee – den viele<br />

Millionen User rund um den Globus geteilt<br />

und ausprobiert haben. Der Kaffee<br />

ist „fotogen“, weil es wie ein umgedrehter<br />

Cappuccino aussieht. Die sozialen<br />

Medien sind nämlich auch für Coffee-<br />

Liebhaber eine Quelle von Inspiration<br />

und Unterhaltung.<br />

Quelle: Kaffeeinstitut<br />

www.kaffeeverband.at


84 TEE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

tipp aus der praxis<br />

Ankas Teewelt<br />

Das Frühstück gilt bekanntermaßen<br />

als die wichtigste<br />

Mahlzeit des Tages. Umso<br />

mehr können Sie Ihre Gäste<br />

bereits beim Start in den Tag<br />

damit beeindrucken.<br />

Der Aufbau eines repräsentativen<br />

Teebuffets beinhaltet<br />

folgende Elemente:<br />

- Teepräsentation je nach<br />

Darreichungsformen bzw.<br />

Platzangebot entweder in<br />

die Höhe oder Tiefe, wie zum<br />

Beispiel ein Hochdisplay, eine<br />

Teebox, ein Teeständer usw.<br />

Unterschiedliche Materialien<br />

wie Bambus, Holz, Edelstahl<br />

erzeugen auch ein unterschiedliches<br />

Ambiente.<br />

- Dazu entweder Teekännchen<br />

+ Tassen/Untertassen<br />

oder Becher bzw. Gläser.<br />

- Weiters braucht man Ablageschälchen<br />

oder Siebbecher<br />

- Eine Heißwasserquelle in<br />

Form eines Heisswassergerätes<br />

mit Wasseranschluss oder<br />

ein Samowar sollte auf jeden<br />

Fall vorhanden sein.<br />

- Zu guter Letzt dürfen Kandiszucker,<br />

Zitrone, Milch nicht<br />

fehlen.<br />

Alle Utensilien müssen täglich<br />

gereinigt werden, um<br />

die Hygiene zu wahren und<br />

damit der Gesamteindruck<br />

am Teebuffet immer ansprechend<br />

ist.<br />

Teehaus Ronnefeldt<br />

Anka Kleebinder<br />

Teefachberaterin<br />

Österreich<br />

akleebinder@ronnefeldt.de<br />

www.ronnefeldt.com<br />

Foto: Ronnefeldt<br />

Erwartbarer<br />

Genuss<br />

Sandra Salman ist Tee-Sommeliere im Hotel Vier<br />

Jahreszeiten Kempinski in München. Dank ihrer TeaMaster<br />

Gold Ausbildung bei Ronnefeldt in Sri Lanka ist sie die<br />

Spezialistin für <strong>das</strong> beliebte Heißgetränk – im Interview<br />

beantwortet sie Fragen rund um ihre Arbeit, die Ausbildung<br />

und den Tee an sich.<br />

Wie werden die Gäste in der Lobby<br />

beraten und worauf werden die Gäste<br />

hingewiesen?<br />

Ich berate gerne jeden Gast, stelle mich<br />

vorab kurz vor und versuche so viel wie<br />

möglich über die Präferenzen jedes Gasts<br />

zu erfahren. Jedoch schlage ich unseren<br />

Gästen immer wieder vor, etwas Neues<br />

zu probieren statt der klassischen<br />

Tees wie dem Assam Golden Tee oder<br />

dem „English Breakfast Tea“. Ich erkläre<br />

meinen Gästen die Aromen und Geschmäcker<br />

des Tees ganz genau, damit<br />

sie wissen, was sie erwartet. Meinen persönlichen<br />

Lieblingstee von Ronnefeldt<br />

empfehle ich natürlich auch sehr gerne.<br />

Es ist die Sorte „Nuwara Eliya“ - ein hocharomatischer<br />

Tee, der im ceylonesischen<br />

Hochland in über 2.000 Metern Höhe gepflückt<br />

wird. Wenn ein Gast grünen Tee<br />

bevorzugt, empfehle ich gerne die Sorte<br />

„Morgentau“, ein fruchtiger Sencha-Tee<br />

aus China mit einer Mango-Zitrus Note.<br />

Gibt es eine Tee Zeremonie?<br />

Ja, es gibt eine Tee Zeremonie: Unseren<br />

Afternoon Tea, der von Donnerstag bis<br />

Sonntag von 15.00-18.00 Uhr in unserer<br />

Lobby stattfindet. Er ist sehr beliebt<br />

bei unseren Hotelgästen. Die Gäste können<br />

aus 30 verschiedenen offenen Tees<br />

von Ronnefeldt wählen. Ich arbeite hier<br />

mit einer Teekarte aus Holz, in der viele<br />

verschiedene Teesorten stecken und<br />

beschrieben sind. So können die Gäste<br />

auch vorab an den Tees schnuppern. Jeden<br />

Tee servieren wir dem Gast mit Porzellankännchen,<br />

Teesieb und Mini-Guglhupf.<br />

Beim Afternoon Tea gibt es dazu<br />

eine Etagere mit Pralinen, Törtchen, Scones,<br />

Clotted Cream und Sandwiches von<br />

unserem Patissier Ian Baker.<br />

Werden die Gäste gefragt, ob sie eine<br />

Beratung möchten oder erfolgt diese<br />

automatisch?<br />

Eine Beratung erfolgt automatisch, damit<br />

unsere Gäste wissen, was sie genau<br />

trinken.<br />

Wie lange dauert die Ausbildung zur<br />

Tee-Sommeliere?<br />

Das Basis Tee-Seminar von Ronnefeldt<br />

dauert einen Tag und findet bei uns im<br />

Hotel statt. Die Ausbildung zum Tea<br />

Master Silber findet in Frankfurt statt<br />

und dauert drei Tage. Die Ausbildung<br />

zum Tea Master Gold findet in Sri Lanka<br />

statt. Diese dauert 8 Tage. Dort lernt<br />

man, wie man die Theorie in Praxis umsetzt.<br />

Man besucht die Teefabriken sowie<br />

die Tee-Anbaugebiete.<br />

Foto: Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski/München


1-2/20<strong>22</strong><br />

TEE 85<br />

Von Teekennern für<br />

Teekenner<br />

Die Marke Teahouse Exclusives<br />

steht für einen exklusiven<br />

Teegenuss, und <strong>das</strong> von<br />

Tee-Kennern für Tee-Kenner.<br />

In über 140-jähriger Familientradition<br />

entstehen mit<br />

Leidenschaft und höchsten<br />

Qualitätsmaßstäben Tees der<br />

Spitzenklasse. Seit jeher wird<br />

Wert daraufgelegt, nur die besten<br />

Zutaten mit größter Sorgfalt<br />

zu verwenden. Dies zeigt<br />

sich in jedem Detail der insgesamt<br />

65 Sorten, die für den perfekten<br />

Genuss komponiert wurden. Teahouse<br />

Exclusives bietet für jede Zielgruppe ein<br />

unverwechselbares Tee-Erlebnis: Gourmet<br />

Tea Bag für einen unkomplizierten<br />

Teegenuss, Luxury Tea Bag sowie Luxury<br />

Loose mit erlesenem Tee-Schnitt und<br />

außergewöhnlichen Zutaten, eine moderne<br />

Everyday Tea Linie, die für Genuss<br />

Aus der winterlichen<br />

und kalten Jahreszeit<br />

ist ein wärmender<br />

und wohliger Tee kaum<br />

wegzudenken. Die beiden<br />

neuen Teesorten<br />

„Bio Süße Limone“ und<br />

„Bio Würzige Kräuter“<br />

von Meßmer lassen jetzt<br />

die Herzen von Teeliebhabern<br />

höherschlagen.<br />

Mit einem spritzig-süßen<br />

und einem würzig-vielfältigen<br />

Geschmackserlebnis<br />

bringen sie mit<br />

rein natürlichen Zutaten<br />

einen ganz besonderen Teemoment in<br />

die Teetasse. Außerdem wirbt ein neuer<br />

TV-Spot mit viel Gelassenheit und purer<br />

Natürlichkeit. „Unsere beiden neuen<br />

Bio-Teesorten werden mit extra frischem<br />

und würzigen Geschmack die<br />

Herzen von Teeliebhabern nachhaltig<br />

zu jeder Tageszeit steht, eine Organic<br />

Tea Line, welche Bio-Tees mit ökologischer<br />

Überzeugung anbietet sowie die<br />

köstlich-erfrischenden Ice Teas runden<br />

<strong>das</strong> Sortiment ab. Teahouse Exclusives<br />

wird in Deutschland exklusiv durch die<br />

Market Grounds GmbH & Co. KG vertrieben.<br />

www.teahouse-exclusives.com/de<br />

Gelassenheit im Alltag<br />

erwärmen – so zaubert Meßmer selbst<br />

in dieser stressigen, ungewissen Zeit<br />

Gelassenheit und viel Genuss mit rein<br />

natürlichen Zutaten in jede Teetasse“,<br />

so Meßmer Österreich-Geschäftsführerin<br />

Karin Stainer.<br />

www.meßmer.at<br />

Foto: Meßmer Foto: Market Grounds<br />

Fotos: Teekanne<br />

Natürliche<br />

Immun-Booster<br />

Zwei neue Produkte von Willi<br />

Dungl helfen über Husten und<br />

Heiserkeit hinweg und stärken auf<br />

natürliche Weise die Abwehrkräfte.<br />

„Natürlich Immun“ ist <strong>das</strong> erste<br />

Bio-Bonbon mit natürlichem Vitamin<br />

C. Auch die neueste Tee-Kreation<br />

„Heiße Zitrone“ ist ein Vitamin-Booster,<br />

der Genuss und<br />

Gesundheit vereint und zudem<br />

aus biologischen Zutaten hergestellt<br />

wird. „Heiße Zitrone“ wärmt<br />

von innen und stärkt <strong>das</strong> Immunsystem<br />

durch wertvolles Vitamin<br />

C, <strong>das</strong> aus der Acerolakirsche gewonnen<br />

wird. Für die geschmackliche<br />

Finesse sorgen schonend verarbeitetes<br />

Zitronenöl sowie feine<br />

Zitronen- und Orangenschalen.<br />

Dazu gesellen sich saftige Äpfel<br />

und erlesene Hagebutten. Alle<br />

Zutaten sind 100 Prozent natürlich<br />

und machen „Heiße Zitrone“<br />

zu einem wohlschmeckenden und<br />

wärmenden Getränk an nasskalten<br />

Tagen. „Natürlich Immun“ ist<br />

<strong>das</strong> erste Bio-Bonbon am Markt,<br />

<strong>das</strong> mit natürlichem Vitamin C<br />

aus der Acerolakirsche angereichert<br />

ist und dabei unterstützt, <strong>das</strong><br />

Immunsystem zu stärken. Mit Heidelbeere,<br />

Erdbeere und schwarzer<br />

Johannisbeere sorgt es für einen<br />

erfrischenden Geschmack.<br />

www.willidungl.com


Seite 86 bis Seite 107<br />

Non-Food<br />

Küchentechnik<br />

Noch immer ist beim Frühstück <strong>das</strong> Buffet<br />

die beliebteste Präsentationsform. Für die<br />

Küche bedeutet <strong>das</strong>, besonderes Augenmerk<br />

auf die Gewährleistung von Frische zu legen<br />

und gute Warmhaltemöglichkeiten zu bieten.<br />

Seite 88<br />

Gastgarten<br />

Draußen sitzen und ein feines Essen oder spritziges<br />

Getränk genießen – <strong>das</strong> würde so mancher<br />

gerne <strong>das</strong> ganze Jahr über machen. Wieso der<br />

Outdoor-Bereich gerade in Zeiten von Corona<br />

wichtiger denn je ist und wieso Schanigärten farbenfrohe<br />

Möbel besonders gut stehen, dem wird<br />

auf den Grund gegangen.<br />

Seite 96<br />

Hygiene & Reinigung<br />

Es sind für wahr Themen, die viele Herausforderungen<br />

mit sich bringen: Hygiene und<br />

Reinigung leiden oft unter Personalmängeln<br />

und können verstärkten Corona-Auflagen<br />

nur schwer gerecht werden. Doch hier gibt es<br />

Lösungen, welche ein hygienisches Umfeld<br />

sichern.<br />

Seite 100<br />

Tischkultur<br />

Von farbenfrohen Geschirren über nachhaltige<br />

Servietten bis hin zu ganzen Raumkonzepten:<br />

die modernsten Ideen der Tischkultur werden<br />

hier zu ergründen versucht. Handmade und Detailverliebtheit<br />

liegen hierbei ganz klar im Trend<br />

und machen aus der Essensumgebung eine<br />

Wohlfühlzone.<br />

Seite 104


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELLES 87<br />

| BA12-17G |<br />

Das Gebäude der Zukunft<br />

kann auch so aussehen<br />

Ideal für Modernisierungen: Die offene,<br />

PC-basierte Gebäudeautomation<br />

von Beckhoff<br />

Foto: Koll<br />

Neues Saalkonzept<br />

im Gasthaus Ebner<br />

Das Gasthaus Ebner in Übelstein bei Bruck an der Mur bietet<br />

<strong>das</strong>, was sich die Gäste von einem Wirtshaus in der Steiermark<br />

erwarten. Mit Kreativität führen Ingrid und Reinhard<br />

Hollerer <strong>das</strong> direkt am Murradweg gelegene Haus seit mittlerweile<br />

rund 20 Jahren. Ein wichtiges Standbein des Gasthauses<br />

Ebner ist der schon etwas in die Jahre gekommene Fest- und<br />

Veranstaltungssaal mit einer Kapazität von bis zu 100 Personen.<br />

Neben Familien- und Firmenfeiern werden dort auch Sänger-<br />

und Musikantenstammtische sowie Krimi-Dinner veranstaltet.<br />

Eine Zielsetzung bei der Neukonzeption des Saales war<br />

es daher, die Flexibilität für jede Art von Veranstaltungen zu erhalten.<br />

Gemeinsam mit Koll Gastro Konzept wurde eine multifunktionelle<br />

Lösung entwickelt: mobile, zum Teil raumhohe<br />

Trennelemente, spezielle, optisch aufgewertete Sitzinseln sowie<br />

gemütliche Bänke, die bei unterschiedlichen Stellvarianten<br />

integriert werden können. Ein adaptives Beleuchtungskonzept<br />

ermöglicht es, für jeden Anlass die passende Lichtstimmung<br />

zu schaffen. Das umfangreiche Weinangebot wird den Gästen<br />

mit einem ebenfalls mobilen Weinklimaschrank auch räumlich<br />

nähergebracht. Mit der Konzeptentwicklung, Planung und<br />

Ausschreibung der Inneneinrichtung wurde Koll Gastro Konzept<br />

beauftragt, die handwerkliche Ausführung erfolgt durch<br />

Betriebe aus der Region. Die Eröffnung des neuen Saales im<br />

Gasthaus Ebner ist für <strong>das</strong> Frühjahr 20<strong>22</strong> geplant.<br />

www.koll.co.at<br />

So wird wertvolle Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern zukunftsfit<br />

gemacht: Mit der integralen Gebäudeautomation von Beckhoff<br />

implementieren Sie alle Möglichkeiten der Kommunikations- und<br />

Steuerungstechnik – angepasst an die individuellen Bedürfnisse der<br />

Immobilie. Alle Gewerke werden von einer einheitlichen Hard- und<br />

Softwareplattform gesteuert: Ganz gleich, ob es um die nutzungsgerechte<br />

Beleuchtung, die komfortable Raumautomation oder<br />

die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Für alle Gewerke stehen<br />

vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die <strong>das</strong> Engineering<br />

enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind<br />

jederzeit möglich. Das Ergebnis: Durch die optimale Abstimmung aller<br />

Gewerke werden die Energieeinsparpotenziale voll ausgeschöpft und<br />

die Effizienz der Bewirtschaftung deutlich erhöht.<br />

Scannen und alles<br />

über die Gebäudeautomation<br />

mit<br />

PC-based Control<br />

erfahren<br />

Die ganzheitliche Automatisierungslösung von Beckhoff:<br />

Flexible<br />

Visualisierung/<br />

Bedienung<br />

Skalierbare Steuerungstechnik,<br />

modulare<br />

I/O-Busklemmen<br />

Modulare<br />

Software-<br />

Bibliotheken


88 KÜCHENTECHNIK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Fotos: Rechberger<br />

Der perfekte<br />

Kulinarik-Start in<br />

den Tag<br />

Mit dem richtigen Equipment lässt sich bei den Gästen der<br />

Appetit aufs Frühstück wecken.<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Man solle „frühstücken wie ein<br />

Kaiser, mittagessen wie ein König<br />

und abendessen wie ein<br />

Bettler“ haben die Kinder früher<br />

gelernt. Ok, sowohl Pädagogik wie<br />

auch Ernährungswissenschaft haben<br />

sich seitdem etwas geändert und individuelle<br />

Vorlieben (ebenso wie zeitliche<br />

Faktoren im Alltag) haben in der heutigen<br />

Zeit mehr Einfluss als starre Regeln.<br />

Trotzdem ist <strong>das</strong> Frühstücksbuffet<br />

nicht nur ein Aushängeschild vieler<br />

Hotels, auch immer mehr Gastronomen<br />

bieten vor allem an Wochenenden<br />

einen Brunch an. Vor allem aber, wenn<br />

<strong>das</strong> Frühstück in Buffetform angerichtet<br />

wird, braucht es einiges an Spezialequipment,<br />

um die riesige Auswahl an<br />

Cerealien, Marmeladen, Wurst, Käse,<br />

Eiern oder Säften übersichtlich, appetitlich<br />

und vor allem auch hygienisch<br />

zu präsentieren. <strong>GASTRO</strong> hat sich eine<br />

Auswahl solcher Produkte angesehen,<br />

die Appetit auf die erste Mahlzeit des<br />

Tages machen sollen.<br />

Buon giorno<br />

Wer etwa italienisches Flair bei seinem<br />

Buffet bevorzugt, der könnte mit<br />

den Produkten der Yegam-Linie des


1-2/20<strong>22</strong><br />

KÜCHENTECHNIK 89<br />

Linzer Geschirr-Spezialisten Rechberger<br />

(www.rechberger.at) glücklich werden.<br />

Die Produkte der Marke zeichnen<br />

sich neben einer speziellen visuellen<br />

Ästhetik durch hochwertige Materialkombinationen<br />

aus. Das Yegam „Artisan“<br />

Chafing-Dish etwa ist ein Aluminium-Induktionskochgeschirr<br />

mit<br />

einem speziellen Boden für eine perfekte<br />

Wärmeverteilung. Es garantiert laut<br />

Herstellerangaben besondere Leichtigkeit<br />

für eine praktische und komfortable<br />

Verwendung und ist sowohl in eckiger<br />

wie auch in runder Form erhältlich.<br />

Die „Urban“ Saft- und Müslispender<br />

der Yegam-Linie zeichnen sich wiederum<br />

durch ihr gehärtetes Glas aus. Mit<br />

Edelstahl-Hahn auf Eschenholz-Ständer<br />

machen sie auf jedem Frühstücksbuffet<br />

eine gute Figur.<br />

Das Ei des Columbus<br />

Und weil ein Frühstücksbuffet nicht erst<br />

im Speisesaal beginnt, sondern auch im<br />

Hintergrund zahlreicher Vorbereitungen<br />

Der Pollux garantiert salmonellenfreie<br />

Eier im Küchenbetrieb.<br />

Foto: M. Göbel_EGGcellent Pollux<br />

bedarf, sei hier auch <strong>das</strong> Produkt „Pollux“<br />

der Firma Eggcellent (www.eggcellent.de)<br />

vorgestellt. Denn eines der<br />

größten Probleme beim Umgang mit<br />

Frischeiern in Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung<br />

ist die Salmonellengefahr.<br />

Im Pollux kann man Eier<br />

nachweislich salmonellenfrei machen –<br />

ohne <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Ei seine rohe Konsistenz<br />

mit den wertvollen Inhaltsstoffen verliert.<br />

Polluxierte rohe Eier lassen sich in<br />

beliebiger Form verwenden: vom Spiegelei<br />

über frische Eierspeise, Mayonnaise,<br />

Hollandaise etc. Dazu kommt, <strong>das</strong>s<br />

man im Pollux nicht nur Eier salmonellenfrei<br />

machen kann, sondern in einem<br />

Schritt gleichzeitig auch in jeder Form<br />

reproduzierbar garen kann. Durch die<br />

Technologie ist es auch möglich, weiche<br />

Eier eine gewisse Zeit warm vorzuhalten,<br />

um dann <strong>das</strong> Buffet regelmäßig<br />

frisch zu bestücken. Und laut Herstellerangaben<br />

lassen sich sogar weiche Eier<br />

vom Vortag in perfekter Qualität regenerieren.<br />

Die Polluxiertechnologie arbeitet<br />

dabei nur mit natürlichem Wasserdampf<br />

– also gänzlich ohne Chemie<br />

oder Strahlen.<br />

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Electrolux Professional GmbH<br />

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90 KÜCHENTECHNIK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Foto: Hobart<br />

Umweltpreis IKU ’<strong>22</strong><br />

Der renommierte Umweltpreis „IKU“ wird seit 2009 zweijährlich<br />

vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz<br />

und nukleare Sicherheit verliehen. Ausgezeichnet werden industriell<br />

verwertbare Innovationen in sieben Kategorien – Hobart<br />

ist im Bereich „Produkt- und Dienstleistungsinnovationen<br />

für den Klimaschutz“ nominiert. Mit ihren Innovationen<br />

leistet die Firma einen Beitrag zur Ressourceneffizienz und<br />

Umweltschonung. Und dafür wurde <strong>das</strong> Offenburger Unternehmen<br />

nun für den Deutschen Innovationspreis für Klima<br />

und Umwelt 20<strong>22</strong> nominiert. Mit dem CLIMATE-PLUS Energiesparsystem<br />

hat die Firma es in die Endauswahl unter die<br />

bes- ten 21 Bewerber um den „IKU 20<strong>22</strong>“ geschafft.<br />

Die technologische Innovation war bereits<br />

für den Umwelttechnikpreis<br />

Baden-Württemberg 2021 nominiert<br />

und wurde durch Branchenverbände<br />

und <strong>Fachmagazin</strong>e<br />

gekürt.<br />

www.hobart.de<br />

Auszeichnung in Gold<br />

Die PT-Serie von Winterhalter<br />

beinhaltet Haubenspülmaschinen,<br />

diese sind für<br />

höchste Anforderungen ausgelegt<br />

und auf maximale Wirtschaftlichkeit<br />

getrimmt. Sie<br />

sind unkompliziert, effizient<br />

und schnell – dafür wurde die<br />

Serie Ende 2021 von den Lesern<br />

der Fachzeitschrift COOKING + CATERING INSIDE mit<br />

dem Catering Star in Gold ausgezeichnet. Geschäftsführer der<br />

Winterhalter Deutschland GmbH Rudi Seubert bedankt sich<br />

bei den Lesern zur Auszeichnung: „Über den Catering Star in<br />

Gold freuen wir uns sehr. Wir kümmern uns ums Spülen und<br />

damit um die täglichen Herausforderungen unserer Kunden.<br />

Davon leiten wir zukünftige Lösungen ab. Die Auszeichnung<br />

ist Beweis dafür, <strong>das</strong>s wir uns konsequent auf die Wünsche<br />

und Bedürfnisse unserer Kunden eingestellt haben.“<br />

www.winterhalter.at<br />

Foto: Winterhalter<br />

Moderne Buffetanlagen mit<br />

Front-Cooking Station<br />

Ob Frühstücks-, Mittags- oder Abendbuffet,<br />

als Mittelpunkt eines Restaurants<br />

oder Speisesaals erfüllen MAYWAY<br />

Buffetanlagen verschiedenste Ansprüche.<br />

Die attraktive Präsentation der Lebensmittel<br />

und Speisen allein genügt<br />

nicht mehr, funktionelle und hygienische<br />

Standards müssen heute mehr denn<br />

je berücksichtigt werden. Multifunktionell<br />

vom Frühstück bis zum Abend, die<br />

gelungene Präsentation Ihrer Produkte,<br />

mit Frische über längere Zeiträume.<br />

Für die Ergonomie und Hygiene ist<br />

es ausschlaggebend, <strong>das</strong>s Design und<br />

Funktion perfekt aufeinander abgestimmt<br />

sind. Dabei baut MAYWAY auf<br />

Kundenwünsche und gestaltet stilechte<br />

und funktionelle Buffetanlagen für jedes<br />

Ambiente. Individuelle Gesamtlösungen,<br />

die Design und Technik integrieren,<br />

damit <strong>das</strong> Buffet zum kulinarischen Erlebnis<br />

für Gäste und optimierten Arbeitsablauf<br />

für Mitarbeiter wird. Individuelle<br />

Planung und Fertigung von Buffetanlagen<br />

sind unsere Stärke und gewährleisten<br />

eine kompromisslose Berücksichtigung<br />

der individuellen Gegebenheiten<br />

und Wünsche. Wir setzen Ihre Ideen zu<br />

einem funktionellen und harmonischen<br />

Ganzen um. Bieten Sie Ihren Gästen ein<br />

eindrucksvolles Erlebnis und sparen sie<br />

wertvolle Mitarbeiterressourcen. Durch<br />

den zusätzlichen Einsatz einer mobilen<br />

Front-Cooking Station von MAYWAY<br />

haben die Köche ihren Dunstabzug immer<br />

mit dabei. Die Verwendung von Aktivkohlefiltern<br />

sorgt für ein nahezu geruchsfreies<br />

Kocherlebnis. Die fahrbaren<br />

Stationen sind leicht in jede Ausgabe integrierbar<br />

und überall dort einsetzbar, wo<br />

sich der Gast befindet und elektrischer<br />

Strom vorhanden ist. Durch die variable<br />

Einsatzhöhe ist die Verwendung von vielen<br />

verschiedenen Kochgeräten möglich<br />

und der vorgeschriebene Hustenschutz<br />

ist serienmäßig mit dabei. Die MAY-<br />

WAY Front-Cooking Station passt sich<br />

durch eine Vielzahl an möglichen Farben<br />

und Dekors an nahezu jede Einrichtung<br />

an und wird so schnell zum “Lokal<br />

Hero“, der Gäste begeistert und die Umsätze<br />

nach oben hebt. Das Buffet als Visitenkarte<br />

Ihres Gastbetriebes, vom alpinen<br />

Buffet in Altholz über Shabby Chic,<br />

Loftstyle oder Green Living, die Einrichtungsberater<br />

von MAYWAY sorgen für<br />

die individuelle Planung, ganz nach dem<br />

Geschmack der Kunden.<br />

info<br />

Nähere Informationen<br />

erhalten Sie bei Ihrem<br />

MAYWAY-Kundenberater<br />

im MAYWAY-Fachgeschäft,<br />

unter www.mayway.eu oder<br />

telefonisch unter 0810 100 180<br />

Foto: Mayway


1-2/20<strong>22</strong><br />

KÜCHENTECHNIK 91<br />

Foto: Eggcellent<br />

Smartes<br />

Warmhaltegerät<br />

Im Castor von EGGcellent können weiche Frühstückseier in<br />

immer gleichbleibender Qualität warmgehalten werden – sie<br />

erkalten nicht und garen auch nicht nach. Der Gast kann sich<br />

außerdem direkt bedienen und muss nicht warten. Die Kapazität<br />

des Trays ist auf bis zu 30 Eier ausgelegt. Wenn nötig<br />

kann man in der Classic-Ausführung auch mehr Eier auf dem<br />

Tray stapeln. Die Lösung mit dem Körbchen bietet Platz für 40<br />

bis 50 Eier. Die Steuertechnik im Castor macht es auch möglich,<br />

weiche Eier in unterschiedlichen Garstufen vorzuhalten.<br />

Da <strong>das</strong> Gerät ohne Wasser betrieben wird und die Temperatur<br />

nicht verstellt werden kann, ist <strong>das</strong> Gerät sehr einfach<br />

zu bedienen. Der Castor ist kompatibel mit dem anderen Küchengerät<br />

von EGGcellent: dem Pollux. Dieser macht die Eier<br />

nachweislich salmonellenfrei, die Technologie wird sowohl im<br />

den klassischen Care- oder Hotelbereich geschätzt als auch<br />

in gastronomischen Betrieben, Cafés und Kantinen. Durch die<br />

unterschiedlichen Formen lässt sich für jedes Ambiente <strong>das</strong><br />

richtige Gerät finden.<br />

www.eggcellent.de<br />

Komfortabel trifft<br />

gründlich<br />

Miele vervollständigt<br />

sein umfassendes<br />

Portfolio mit<br />

einer neuen Generation<br />

von Durchschubgeschirrspülern.<br />

Diese werden<br />

allen individuellen<br />

Anforderungen von<br />

Gewerbekunden gerecht.<br />

Die Modellreihe<br />

PTD 901 löst im<br />

Januar 20<strong>22</strong> die bewährten<br />

Geräte für große Küchen ab – und bietet Anwendern<br />

mehr Komfort als je zuvor, etwa durch ein Display, <strong>das</strong><br />

leicht und komfortabel nutzbar ist und Bedienfehler nahezu<br />

ausschließt. Dabei bieten alle Ausstattungsvarianten die gewohnt<br />

kurzen Chargenzeiten bei einer Kapazität von knapp<br />

1.300 Tellern pro Stunde.<br />

Bei der Ausstattungsvariante „Eco“, die ein energieeffizientes<br />

System aus Abluft- und Abwasserwärmetaucher<br />

nutzt, verhindert ein neuer Filter <strong>das</strong> Eindringen von Fett<br />

in den Wärmetauscher. Der Fettfilter lässt sich einfach entnehmen<br />

und kann ebenfalls maschinell gereinigt werden.<br />

Außerdem spart sie durch die mehrfache Nutzung von angesaugter<br />

Abluft und bereits erwärmtem Abwasser nicht<br />

nur Energie. Auch die Umgebungsluft in der Spülküche<br />

bleibt wesentlich kühler als bei einem nicht derart ausgestatteten<br />

Gerät.<br />

www.miele.at<br />

Foto: Miele<br />

Perfekte Spül- und Trocknungs-Lösungen<br />

für Ihr Mehrweggeschirr<br />

www.hobart.de


92 GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Kongresse sind ein reines<br />

Volumensgeschäft<br />

Vom Querfahrer zum Quereinsteiger: Eigentlich kommt Wolfgang Stubenberg aus dem<br />

Motor(sport)bereich. Seit über 20 Jahren betreibt er allerdings mit der Firma M*Eventcatering<br />

gemeinsam mit seinem Partner eines der größten Cateringunternehmen Österreichs.<br />

<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Waldemar Benedict (l.) und Wolfgang Stubenberg haben mit M*Eventcatering eines der erfolgreichsten Cateringunternehmen<br />

Österreichs aufgebaut.<br />

Foto: Marina Probts Eiffe<br />

Manche Karrieren gehen bzw.<br />

fahren verschlungene Wege. So<br />

etwa auch bei Wolfgang Stubenberg.<br />

In den 1990er-Jahren war<br />

er Pressesprecher von Fiat in Österreich<br />

und ist daneben mit seinem Partner<br />

Waldemar Benedict semiprofessionell<br />

Rallye gefahren. Benedict war zu diesem<br />

Zeitpunkt bereits erfolgreicher Gastronom<br />

mit dem Restaurant „Marienhof “<br />

in Wien. Es folgte der Versuch, die Rennauftritte<br />

nach außen hin etwas professioneller<br />

zu gestalten, wobei sich die<br />

Gastroerfahrung Benedicts als durchaus<br />

praktisch für <strong>das</strong> Aufziehen eines<br />

Cateringdienstes in dem Bereich herausstellte.<br />

Die ersten diesbezüglichen<br />

Erfahrungen waren jedenfalls positiv<br />

genug, <strong>das</strong>s man bald darüber nachdachte,<br />

<strong>das</strong> Thema Catering professionell<br />

zu betreiben. Stubenberg hängte<br />

auch bald seinen angestammten Job<br />

im Pressebereich an den Nagel und widmete<br />

sich ab dem Jahr 2000 fortan ausschließlich<br />

dem neuen gemeinsamen<br />

Unternehmen M*Eventcatering, wobei<br />

die Aufgabenteilung auf der Hand lag:<br />

Während Waldemar Benedict sich um<br />

den gastronomischen Part kümmert,<br />

liegen Marketing, Akquise & Co. in Stubenbergs<br />

Händen.<br />

Beide Männer dürften indes einen<br />

guten Job gemacht haben, waren doch<br />

bald Unternehmen wie T-Mobile, SAP<br />

oder BMW Wien, wo man jeweils für die<br />

Betriebsgastronomie zuständig war, Teil<br />

des Kundenstammes. Ebenso der damalige<br />

A1-Ring (heute Red Bull-Ring), wo<br />

man alle Rennen bis hin zur Formel 1 betreut<br />

hat und auch in der Parlamentskantine<br />

haben Stubenberg und Benedict<br />

für <strong>das</strong> leibliche Wohl der Abgeordneten<br />

gesorgt. „Neben dem Eventcatering war<br />

die Betriebsgastronomie immer schon<br />

unser zweites großes Standbein und mit<br />

einem Umsatz von rund zehn Mio. Euro<br />

pro Jahr nur in dem Bereich waren wir<br />

da schon einer der größten Player in Österreich“,<br />

erzählt Wolfgang Stubenberg<br />

im Gespräch mit <strong>GASTRO</strong>. Einige Jahre<br />

war man sogar Exklusivpartner im


1-2/20<strong>22</strong><br />

GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG 93<br />

Fotos: Colin Cyruz<br />

Foto: Marina Probts Eiffe<br />

Frische, biologische und regionale Zutaten sind heute bei immer mehr Cateringkunden Voraussetzung. Auch vegetarische und<br />

vegane Speisen werden immer mehr gefragt.<br />

Austria Center Vienna und hat hier<br />

auch zahllose Kongresse kulinarisch betreut.<br />

Stubenberg: „Das haben wir aber<br />

bald wieder aufgegeben, weil diese Kongresse<br />

ein reines Volumensgeschäft sind<br />

und <strong>das</strong> ist nicht die Richtung, in die wir<br />

uns bewegen wollten.“<br />

Haupteinsatzgebiete Wien und NÖ<br />

Das Hauptgeschäft macht M*Eventcatering<br />

als Wiener Unternehmen natürlich<br />

im Osten Österreichs, aber auch in<br />

Salzburg ist man oft tätig, speziell bei<br />

großen Hochzeiten. Stubenberg: „Wir<br />

waren aber auch schon auf der IAA in<br />

Frankfurt oder der Immobilienmesse in<br />

Cannes tätig. Catering heißt ja im Prinzip<br />

‚Essen verpacken und wo anders<br />

hinbringen‘. Ob ich da jetzt drei Stunden<br />

unterwegs bin oder sieben Stunden ist<br />

ja letztlich nur eine Frage des Preises.“<br />

Was sich in den vergangenen Jahren<br />

laut Stubenberg jedenfalls auch deutlich<br />

gewandelt hat, sind die Ansprüche der<br />

Kunden. Hat es früher geheißen „machts<br />

ein paar belegte Brötchen, Schnitzel,<br />

Backhendl, Salat und vielleicht noch einen<br />

Fisch“, geben die Kunden heute sehr<br />

genaue Vorgaben, was sie haben wollen,<br />

wobei sehr stark auf Nachhaltigkeit –<br />

Stichwort Fair Trade – Gesundheit, Regionalität<br />

und ein ansprechendes vegetarisches<br />

Angebot bis hin zu veganen<br />

Gerichten geachtet wird. Stubenberg:<br />

„Die Zeiten, in denen ein Catering ohne<br />

Schnitzel undenkbar war und als irgendein<br />

Risotto oder Krautfleckerln als vegetarische/vegane<br />

Alternative gereicht<br />

hat, sind seit gut fünf Jahren vorbei. Die<br />

Wünsche der Kunden haben sich geändert.<br />

Das stellt uns zwar vor große Herausforderungen,<br />

macht aber andererseits<br />

auch Spaß, hier kreativ sein zu können.“<br />

Corona als Gamechanger<br />

Größter Gamechanger in der jüngeren<br />

Vergangenheit war aber klarerweise<br />

Corona. Mit Beginn der Pandemie habe<br />

man knapp 80 Prozent des Umsatzes<br />

verloren. „Monatelang war der Umsatz<br />

bei null, auch bei den Mitarbeitern ha-


94 GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Fotos: Colin Cyruz<br />

Mit dem „Hungry Club“ will man Unternehmen zeitgemäße, frische und gesunde Mitarbeiterverpflegung bieten.<br />

ben wir leider fast zwei Drittel abbauen<br />

müssen und halten jetzt bei einem<br />

Personalstand von etwa 70. Die anderen<br />

konnten wir nicht mal mit Kurzarbeit<br />

halten, weil es praktisch keine Perspektive<br />

gab. Das wird uns dann auch<br />

wieder vor Probleme stellen, wenn <strong>das</strong><br />

Geschäft hoffentlich bald wieder normal<br />

anläuft und uns dann <strong>das</strong> Personal<br />

dafür fehlt“, erklärt Stubenberg.<br />

Als weitere wesentliche Auswirkung<br />

der Pandemie erwartet Stubenberg auch<br />

eine gewisse Marktbereinigung. In der<br />

Vergangenheit sei die Konkurrenz sehr<br />

stark gewesen und es habe ja praktisch<br />

jeder Wirt und jeder Fleischhauer sein<br />

eigenes Catering betrieben. Viele hätten<br />

dabei auch einen guten Job gemacht, aber<br />

dauerhaft hohe Qualität könnten halt die<br />

großen Anbieter leichter garantieren. Die<br />

vergangenen zwei Jahre werde also wohl<br />

nicht jeder überleben. „Dadurch wird<br />

dann hoffentlich auch der Kunde erkennen,<br />

<strong>das</strong>s eine verlässliche Qualität der<br />

gesamten Dienstleistung speziell bei größeren<br />

Veranstaltungen – ein Geburtstagsfest<br />

für 20 Personen bringt bald mal<br />

jemand zusammen – eben eine gewisse<br />

Erfahrung und ein Know-how erfordert<br />

und <strong>das</strong>s all <strong>das</strong> auch einen Wert hat. Das<br />

beginnt schon bei der Beratung im Vorfeld,<br />

<strong>das</strong>s ich helfen kann, über Auswahl<br />

und Anzahl der angebotenen Gerichte<br />

den Stau am Buffet zu steuern.“ Einen<br />

Auftrag um jeden Preis anzunehmen ist<br />

jedenfalls nicht die Geschäftsphilosophie<br />

von M*Eventcatering.<br />

Moderne Mitarbeiterverpflegung<br />

aus dem Automaten<br />

Indes hat man sich bei M*Eventcatering<br />

auch Gedanken um die flexible, frische<br />

und gesunde Betriebsverpflegung der<br />

Zukunft gemacht und diese unter dem<br />

Titel „The Hungry Club“ vor kurzem präsentiert.<br />

Hochwertige, selbst zubereitete<br />

Frischekulinarik von M*Eventcatering<br />

und seinen Markenprodukten „<strong>das</strong><br />

grüne M“ und „Aloha Bowl“ wird dabei<br />

in Kühl-Automaten zur Verfügung gestellt.<br />

Das breite Sortiment umfasst die<br />

Verpflegung der Mitarbeiter von früh<br />

bis spät mit Bauern-Joghurts und Müslis<br />

über Sandwiches und Snacks zwischendurch<br />

bis zu Hauptspeisengerichten<br />

im Glas, frischen Salaten, modernen<br />

Bowlgerichten, Desserts, Schokoriegel<br />

und diversen Getränken. Alles ohne<br />

Konservierungsstoffe und „365 und<br />

24/7 Verfügbarkeit“ als Devise.<br />

Bereitgestellt werden die frischen<br />

Speisen in der letzten Generation sogenannter<br />

„smart fridges“, also intelligenter<br />

Kühlschränke, die per Mitarbeiteroder<br />

Kredit- und Bankomatkarte vom<br />

Kunden geöffnet werden können. Diese<br />

Kühlschränke erkennen selbstständig,<br />

welche Produkte entnommen werden,<br />

kommunizieren mit dem Kunden<br />

und rechnen entweder bargeldlos nach<br />

dem Vorgang, oder am Monatsende mit<br />

dem Unternehmen ab. Über eine App<br />

können sich die User stets über den aktuellen<br />

Stand der Befüllung, ihre persönliche<br />

Abrechnungen oder allfällige Aktionen<br />

interaktiv informieren.<br />

www.m-eventcatering.at<br />

www.thehungryclub.at


1-2/20<strong>22</strong> KÜCHENTECHNIK<br />

Sauberes Mehrweggeschirr<br />

Die Reinigungsanlage FUX von Hobart<br />

ist eine Maschine, die zum Spülen<br />

von Mehrwegbechern und -geschirr auf<br />

Großveranstaltungen entwickelt wurde.<br />

Sie ist die Maschine der Wahl, wenn viel<br />

Spülgut in kürzester Zeit gereinigt und<br />

getrocknet werden muss und schafft bis<br />

zu 10.000 Becher pro Stunde. Die leistungsstarke<br />

Ausblaszone entfernt überschüssiges<br />

Wasser. In Kombination mit<br />

der Hochleistungstrocknung verlassen<br />

die gereinigten Becher die Anlage völlig<br />

trocken. Mit Qualität, Zuverlässigkeit<br />

und Bedienkomfort hält die FUX Reinigungsanlage<br />

auch den komplexesten<br />

Reinigungsanforderungen stand. Sie ist<br />

außerordentlich leistungsstark und hat<br />

zudem niedrige Betriebskosten. Basierend<br />

auf der langjährigen Erfahrung mit<br />

Kunststoff-Spüllösungen für den Catering-<br />

und Eventbereich präsentiert der<br />

Weltmarkführer gewerblicher Spültechnik<br />

Hobart passende Spüllösungen für jeden<br />

Bedarf und für die unterschiedlichste<br />

Mehrweg-Behältnisse, von der kleinen<br />

Untertischspülmaschine bis zur großen<br />

Bandspülanlage.<br />

www.hobart.de<br />

Auslieferung gewusst wie<br />

Electrolux Professionals neue, umluftbetriebene<br />

SafeBox Hold ermöglicht<br />

Lieferdiensten und gastronomischen<br />

Einrichtungen ein HACCP-gerechtes<br />

temporäres Aufbewahren und Ausliefern<br />

von frisch produzierten und verpackten<br />

Speisen. In der SafeBox Hold<br />

wird die hohe Qualität der Speisen bis<br />

zur Übergabe an den Kunden sichergestellt.<br />

Warmes kann mit der vorgeschriebenen<br />

Temperatur ausgeliefert<br />

und ausgehändigt werden. Außerdem<br />

verhindert eine UVC-Beleuchtung an<br />

der Decke im Inneren, <strong>das</strong>s sich Bakterien<br />

vermehren können. Denn entsprechende<br />

Labortests haben gezeigt, <strong>das</strong>s<br />

die Kombination von Heißluft und UVC-<br />

Licht die Bakterienbelastung kurzzeitig<br />

um bis zu 99,9 Prozent verringern kann.<br />

Zusätzlich sind die Edelstahlgriffe der<br />

Glasschiebetüren mit einer antibakterielle<br />

Beschichtung versehen. Die Box benötigt<br />

lediglich eine Stellfläche von 600<br />

x 410 mm und durch ein durchdachtes<br />

Stecksystem nur einen einzigen Stecker<br />

und eine 230 V-Steckdose für bis zu drei<br />

Boxen.<br />

www.electroluxprofessional.com<br />

Foto: Jigal Fichtner<br />

Foto: Elektrolux<br />

Foto: Palux<br />

Smarte und<br />

kundennahe<br />

Lösungen<br />

95<br />

Ein Highlight auf der Messe Internorga<br />

20<strong>22</strong> wird die X-Linie von<br />

Palux. Diese neue Küchenlinie sowie<br />

die Auftischgeräte der Palux-<br />

Serien Cook‘n Roll und BistroLine<br />

für traditionelle und neue Gastronomiekonzepte<br />

sind die Höhepunkte<br />

des Großküchenherstellers<br />

auf der diesjährigen Internorga in<br />

Hamburg. Neben seinen Konzeptlösungen<br />

präsentiert Palux hochwertige<br />

Küchentechnik, live zu<br />

sehen unter anderem bei den Vorführungen<br />

der Köche am Messestand.<br />

Auf der Außenfläche Stand<br />

B7.FG.04 ist Sterneküche der besonderen<br />

Art zu sehen: Für den<br />

neuen Foodtruck von Sternekoch<br />

Maximilian Lorenz hat Palux eine<br />

Küche mit Technik höchster Qualität<br />

maßgeschneidert – alles aus<br />

einer Hand, von der Planungsunterstützung<br />

bis hin zur Montage.<br />

www.palux.de


96 GASTGARTEN<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Holz ist aktuell auch im Outdoor-Bereich schwer angesagt - und bei entsprechender<br />

Pflege durchaus witterungstauglich.<br />

Foto: Mila Zytka<br />

Foto: Exito<br />

„Schani, trag den<br />

Garten raus!“<br />

Die klassische Aufforderung an den Kellner zur Eröffnung der Gastgartensaison wird nicht<br />

mehr lange auf sich warten lassen. Zeit also, sich einen Überblick über aktuelle Trends zu<br />

verschaffen.<br />

Von Clemens Kriegelstein<br />

Mitte Februar hat zwar in Österreich<br />

der Winter den Großteil<br />

Österreichs noch fest im Griff,<br />

die Tage werden aber schon<br />

merkbar länger und auch die Sonne<br />

zeigt schön langsam wieder etwas mehr<br />

Kraft. Bis zu den ersten warmen Frühlingstagen<br />

ist es also nicht mehr weit.<br />

Viele Gäste freuen sich jedenfalls schon<br />

auf den ersten Kaffee, <strong>das</strong> erste Bier unter<br />

freiem Himmel. <strong>GASTRO</strong> hat sich<br />

jedenfalls umgehört, wohin die Reise in<br />

diesem Jahr geht, welche Farben oder<br />

Materialien in der Gastgartensaison<br />

20<strong>22</strong> gefragt sein werden.<br />

Optische Visitenkarte<br />

eines Lokals<br />

„Wie schon in der letzten Saison geht<br />

der Trend bei der Gastterrasse immer<br />

stärker in den Bereich der ganzheitlichen<br />

Konzeption. Die Terrasse ist die<br />

optische Visitenkarte eines Lokals. Immer<br />

mehr Lokalbetreiber möchten den<br />

Indoorbereich optisch fließend in den<br />

Outdoorbereich übergehen lassen und<br />

damit die Unternehmensmessage auch<br />

optisch ganz klar dem Kunden vermitteln“,<br />

weiß etwa Wolfgang Linder, Geschäftsführer<br />

der Firma Karasek.<br />

Individualität und gesamtheitliche<br />

Konzeption sei klar im Vormarsch. Der<br />

Essbereich solle sich harmonisch mit<br />

einer angeschlossenen Chill Out Zone<br />

oder einem Outdoorbarbereich ergänzen.<br />

Dies unter Einbeziehung einer entsprechenden<br />

Beschattung und auch einer<br />

optischen Abtrennung zu einem<br />

eventuell betriebsfremden Außenbereich.<br />

Mut zur Farbe<br />

„Im urbanen Bereich sieht man immer<br />

öfter Mut zur Farbe, vor allem in Lokalen,<br />

die mit ihrem Outdoorbereich die junge<br />

Generation ansprechen wollen. In der<br />

Formensprache sieht man klare Linien<br />

mit einem eleganten puristischen Design.<br />

Das vorherrschende Material ist in<br />

der Bestuhlung sicher Aluminium kombiniert<br />

mit Textilen oder anderen Materialien<br />

auf Grund seiner Pflegeleichtigkeit<br />

und Resistenz gegenüber Einflüssen<br />

im Outdoorbereich. Bei den Tischen hat<br />

sich ganz klar die HPL Platte gegenüber<br />

anderen Holzschichtstoffplatten durchgesetzt,<br />

aber auch der klassische Eisen/<br />

Blechtisch findet vor allem im urbanen<br />

Bereich einen Retroschub“, so Linder.<br />

Es gebe aber auch noch immer die klassischen<br />

Eisenmöbel in einem romanti-


1-2/20<strong>22</strong> GASTGARTEN<br />

97<br />

schen, historischen Ambiente oder den<br />

robusten Biergartensessel in einem ländlichen<br />

Gastgarten oder Heurigen.<br />

Beim Möbelhersteller Exito wiederum<br />

sieht man <strong>das</strong> Thema Beschattung<br />

als wichtigen Punkt im Outdoor-Bereich.<br />

„Großschirme sind eine enorme<br />

Wertschöpfungssteigerung und gehören<br />

mittlerweile zu einem einladenden<br />

Gastgarten einfach dazu“, weiß man hier<br />

aus Erfahrung. Zudem setzen die Ausstattungsprofis<br />

im Outdoorbereich auf<br />

Bänke: „Bänke eignen sich ideal, um sie<br />

an Hausmauern zu stellen oder als Abtrennung.<br />

Für viele Gäste ist der beliebteste<br />

Platz auf einer Bank!“<br />

Outdoorbereich in<br />

Pandemiezeiten wichtig<br />

Nicht zuletzt hat der Gastgarten in Pandemiezeiten<br />

generell an Bedeutung gewonnen:<br />

„Menschen fühlen sich an der<br />

frischen Luft und mit Abstand generell sicherer“,<br />

erklärt etwa Michael Kottas-Heldenberg,<br />

Managing Director der DOTS<br />

Group auf <strong>GASTRO</strong>-Anfrage. „Innerhalb<br />

der DOTS Group haben wir daher in allen<br />

Betrieben die Gastgärten nach Möglichkeit<br />

vergrößert, um für die Bedürfnisse<br />

der nächsten Jahre gerüstet zu sein. In<br />

der warmen Saison ist der Gastgarten<br />

ohnehin unabdingbar. Und die wird immer<br />

länger! In der Gastronomie merken<br />

wir die Klimaerwärmung, weil die Gastgartensaison<br />

sich zunehmend verlängert.<br />

In den Übergangsjahreszeiten schafft der<br />

Großzügige Sonnenschirme dienen einerseits als Schattenspender, andererseits als<br />

Regenschutz.<br />

Foto: Mato Johannik<br />

Gastgarten zusätzliche Kapazitäten.“ Bei<br />

entsprechender Beheizung würden viele<br />

Gäste außerdem auch an kälteren Tagen<br />

draußen sitzen. Die steigende Beliebtheit<br />

der Aperitivo-Kultur fördere den<br />

Open-Air-Konsum zusätzlich. Mit einigen<br />

Adaptionen lasse sich der Gastgarten so<br />

ganzjährig bespielen.<br />

Wichtig sei bei Gastgärten jedenfalls<br />

der richtige Sonnen-/Regenschutz.<br />

Kottas-Heldenberg: „Bei leichtem Niederschlag<br />

ermöglicht der Regenschutz<br />

den ungestörten Betrieb der Außenfläche.<br />

Im Sommer bevorzugen die meisten<br />

Gäste einen schattigen Platz, um<br />

sich vor der Sonne zu schützen“.<br />

Wenn es um echte Objekttauglichkeit geht.<br />

Outdoormöbel von Karasek<br />

TEL +43(0)1/865 92 83-21, info@karasek.co.at, HÄNDLER IN IHRER NÄHE UNTER www.karasek.co.at


98 GASTGARTEN<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Gäste sitzen am<br />

liebsten auf der<br />

Bank<br />

Einer der wenigen Hersteller von<br />

Gartenmöbeln für die Gastronomie<br />

und Hotellerie, die Design,<br />

Entwicklung, Produktion und Vermarktung<br />

unter einem Dach vereinen,<br />

ist Exito. Das Familienunternehmen<br />

steht seit über 20 Jahren<br />

für Qualitätsprodukte. Der Hersteller<br />

fertigt auch seine Bänke<br />

nach Maß – und <strong>das</strong> in allen Formen.<br />

Von Eckbänken bis hin zu<br />

Hochbänken, egal ob in L oder U<br />

Form sowie die standardmäßige<br />

Normalbank – es sind alle Größen<br />

erhältlich. Die Bänke sind komplett<br />

witterungsbeständig und daher<br />

sowohl im Sommer als auch im<br />

Winter im Outdoorbereich verwendbar.<br />

Exito garantiert eine lange<br />

Nutzungsdauer durch geprüfte<br />

Qualität. Die Flexibilität der Mitarbeiter,<br />

ein eigener Fuhrpark und<br />

eine mögliche Vor-Ort-Präsentation<br />

dank mobilem Schauraum<br />

sind weitere Services des Unternehmens.<br />

www.exito.ag<br />

Fotos: Exito<br />

Wohlig-warmes Sitzen<br />

Das für seine innovativen, design-orientierten<br />

Produkte mehrfach ausgezeichnete<br />

Unternehmen Moonich bietet<br />

Sitz-Heizkissen an. Dieses kabellose,<br />

tragbare Heizkissen mit der gängigen<br />

Sitzplatzgröße von 40 x 40 cm verbirgt<br />

einen Akku in seinem Inneren. Einmal<br />

aufgeladen, bieten diese heatme-Kissen<br />

bei durchgängigem Gebrauch etwa drei<br />

Stunden Wohlfühl-Wärme. Ist die Energie<br />

aufgebraucht, können die Akkus an<br />

Mulitladestationen auf kleinstem Raum<br />

und mit nur einem Stromanschluss wieder<br />

geladen werden. Alternativ kann die<br />

Ladezeit durch einen extra Akku überbrückt<br />

werden. Die Ladestationen bieten<br />

bis zu 36 Ladeplätze. Für <strong>das</strong> flexible<br />

Aufstellen sind die Stationen auch mit<br />

Rollen erhältlich. Zur optischen Auswahl<br />

stehen elf verschiedene Farben. Ein individueller<br />

Druck, zum Beispiel mit dem<br />

Seit 1932 steht die Marke Karasek für<br />

qualitativ hochwertige Gastgartenmöbel<br />

„Handmade in Austria“. Egal, ob<br />

Biergartenmöbel, klassische Eisenmöbel<br />

wie <strong>das</strong> Model Bistro, oder der moderne<br />

Aluminiumsessel für den Gastgarten.<br />

Seit 90 Jahren bietet Karasek<br />

die passende Ausstattung für den gewerblichen<br />

Outdoorbereich, wozu auch<br />

die entsprechende Beschattung zählt.<br />

In dieser Saison wurden z.B. die Biergartenserie<br />

Bregenz mit dem Tisch<br />

DM80cm und der Bank mit Armlehnen<br />

sowie der Havanna Sessel & Stuhl neben<br />

vielen anderen Modellen neu in <strong>das</strong><br />

Programm von Karasek aufgenommen.<br />

Gestalten Sie Ihren Gastgarten als Ihre<br />

ganz persönliche Visitenkarte nach Ihren<br />

individuellen Wünschen. Die Karasek-Mitarbeiter<br />

bieten ihren Kunden<br />

auch kompetente Beratung und bringen<br />

den Schauraum zum Kunden vor<br />

Ort.<br />

www.karasek.co.at<br />

Schriftzug, Logo oder QR-Code des Restaurants<br />

ist möglich. Der Bezug besteht<br />

aus einem robusten UV-beständigen sowie<br />

wasserabweisenden Polyacryl-Stoff.<br />

Mit einer Anti-Diebstahl-Sicherungsöse<br />

in dem 20 cm langen Tragehenkel können<br />

die Heizkissen am Stuhl fixiert werden.<br />

Die heatme-Heizkissen für die Gastronomie<br />

sind ab 99 Euro erhältlich.<br />

www.heatme.de<br />

Gastgartenausstattung mit<br />

Erfahrung<br />

Foto: Heatme<br />

Foto: Karasek


1-2/20<strong>22</strong> GASTGARTEN<br />

Heuriger in neuem Glanz<br />

Das traditionsreiche Weingut „Mayer<br />

am Pfarrplatz“, der Inbegriff Wiener<br />

Heurigenkultur, keltert seit 1683 in Heiligenstadt<br />

besten Wiener Wein. Im romantischen,<br />

denkmalgeschützten Vorstadthaus<br />

am Pfarrplatz – in welchem schon<br />

Ludwig van Beethoven im Jahr 1817 gewohnt<br />

hat. Nach behutsamen Umbauarbeiten<br />

in diesem Traditionshaus eröffnet<br />

der Heurige im März 20<strong>22</strong> in neuem<br />

Glanz – schon jetzt ist ein Teilbereich<br />

täglich geöffnet. ELEFANT Möbel liefert<br />

wie schon in der ersten Etappe hochwertige<br />

Holzklappstühle Serie „Casino“ aus<br />

heimischen Eschenholz, mit Bootslack<br />

nussbraun lasiert. Dazu passend massive<br />

Vollholztische in typischen moosgrün<br />

deckend lackiert ergänzen <strong>das</strong> Bild<br />

für dieses besondere Ambiente.<br />

Individuelle Oberflächen, Farben und<br />

Sonderfertigungen sind eine der vielen<br />

Stärken des auf Gastgartenmöbel spezialisierten<br />

Familienbetriebs Elefant Möbel.<br />

www.elefant-moebel.at<br />

Einladende Außenterrasse<br />

Am Fuße des Wilden Kaisers im Tiroler<br />

Kirchdorf lädt <strong>das</strong> Feriengut „Oberhabach“<br />

ein, hier macht man Urlaub auf<br />

dem Bauernhof. Um den Gästen auf der<br />

großen Außenterrasse den Aufenthalt<br />

komfortabel zu gestalten entschied sich<br />

die Inhaberfamilie dazu, eine neue Markisenanlage<br />

installieren zu lassen. Jan Kattenbeck<br />

ist Verkaufsleiter für den Vertriebsinnendienst<br />

und Leiter von „team:<br />

project“ bei Markilux. Er erklärt: „Das<br />

neue Beschattungssystem sollte die bisherige<br />

Schirmlösung ersetzen, um mehr<br />

Raum für Sitzplätze zu schaffen und um<br />

vor Regen zu schützen. Wir haben Familie<br />

Seibald hierfür unser neues Modell<br />

‚pergola stretch‘ vorgeschlagen.“ Denn<br />

<strong>das</strong> System eignet sich durch eine spezielle<br />

Antriebstechnik besonders für große<br />

Außenflächen in der Gastronomie und<br />

Hotellerie. Auf der Terrasse des Feriengutes<br />

„Oberhabach“ ist nun eine gut 107<br />

Quadratmeter große 3-Feld-Anlage mit<br />

integrierter LED Line im Einsatz. „Das<br />

System ließ sich sicher mit den tragenden<br />

Holzbalken des Außenbalkons an<br />

der Fassade befestigen. Die Anlage überdacht<br />

nun gut 50 Sitzplätze“, so Kattenbeck.<br />

Bei der Wahl des Markisenmodells<br />

hat neben der Größe ebenso die Optik<br />

eine entscheidende Rolle gespielt. Denn<br />

der moderne Charakter der „pergola-<br />

Anlage“ musste zur traditionellen Tiroler<br />

Bauweise des Feriengutes passen und<br />

sich auch ins Landschaftsbild einfügen.<br />

Daher empfahl Markilux einen zu den<br />

natürlichen Holzelementen des Hauses<br />

passenden Braunton als Gestellfarbe und<br />

ein helles Tuch, <strong>das</strong> zum Schutz vor Regen<br />

wasserdicht ist. „Die Markise passt<br />

so ins Gesamtbild und der Kunde ist zufrieden“,<br />

freut sich Jan Kattenbeck. Neben<br />

dem speziellen Produktangebot für Objekte<br />

dieser Art liegt für ihn daher auch in<br />

der detaillierten Beratung durch „team :<br />

project“ eine besondere Qualität des Spezialisten<br />

Markilux.<br />

www.markilux-project.com<br />

Foto: Markilux Foto: Mayer am Pfarrplatz<br />

Foto: Luca Meneghel<br />

Skandinavisches<br />

Design<br />

99<br />

Eine breite Produktreihe von Hockern,<br />

Stühlen und Tischen, die<br />

jedem Außenbereich ein zeitloses<br />

Design verleihen, vereint sich in<br />

der Outdoor-Kollektion von Plank.<br />

Der Monza Sessel für den Außenbereich<br />

ist zum Beispiel als einfache<br />

Holzkonstruktion konzipiert,<br />

die sich formal auf eine skandinavische<br />

Stuhltypologie bezieht.<br />

Monza zeichnet sich durch eine<br />

ergonomisch geformte Rückenlehne<br />

aus, die zum einen der Struktur<br />

des Sessels dient und zum anderen<br />

für Komfort und Farbe sorgt.<br />

Die Version für den Außenbereich<br />

besteht aus massivem Iroko-Holzgestell,<br />

<strong>das</strong> mit biologischem Öl<br />

behandelt wird. Die Rückenlehne<br />

besteht aus UV-lichtbeständigem,<br />

feuerfestem, 100 Prozent recyclebarem<br />

Kunststoff und ist in den<br />

Farben Weiß, Schwarz, Café Latte,<br />

Caramel und Terra Brown erhältlich.<br />

Der Armchair Outdoor von<br />

Monza ist zusätzlich mit einer abnehmbaren<br />

Polsterauflage in verschiedenen<br />

Farbtönen erhältlich.<br />

Die witterungsbeständige Polsterung<br />

ist mit einem intelligenten<br />

Befestigungssystem ausgestattet,<br />

um ein schnelles Anbringen und<br />

Entfernen zu ermöglichen.<br />

www.plank.it


100 HYGIENE & REINIGUNG<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Visitenkarte Sanitärbereich<br />

Ein komfortables Badezimmer mit einem perfekt gestalteten Waschplatz ist für Hotelgäste<br />

eines der wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Hotelauswahl – <strong>das</strong> bestätigen immer<br />

wieder Umfragen und Zufriedenheitsstudien. <br />

Von Thomas Askan Vierich<br />

Fotos: pixabay<br />

Stylisch und funktionell soll <strong>das</strong> Bad sein.<br />

Besonders weibliche Gäste sind<br />

hier fast schon pingelig. Das Badezimmer<br />

und der Waschplatz<br />

(Waschtisch) entscheiden, ob sie<br />

sich wohlfühlt und wiederkommt. Ein<br />

paar Haare von Vorgängergästen? Ein<br />

absolutes No-Go in der Hotellerie. Nicht<br />

genügend Handtücher oder sichtbare<br />

Nutzungsspuren auf den Toiletten oder<br />

Waschtischen im Restaurant oder Café?<br />

Darüber sehen Männer vielleicht noch<br />

achselzuckend hinweg – Frauen nicht!<br />

Für die meisten Gäste sind Sauberkeit<br />

und Ausstattung der Sanitärräume<br />

(Waschtische, WCs, Toiletten) genauso<br />

wichtig wie die Qualität der angebotenen<br />

Speisen und Getränke.Um hier einen<br />

fehlerfreien und pflegeleichten Auftritt<br />

hinzulegen, muss man schon bei der<br />

Planung viel bedenken. Und die Auswahl<br />

ist groß. Aber ist sie auch immer für den<br />

professionellen Bereich geeignet?<br />

Es gibt ganz unterschiedliche<br />

Waschtisch-Systeme: Man sollte auf<br />

fugenlose Waschtische achten, weil sie<br />

leichter zu reinigen sind. In Fugen oder<br />

schwer erreichbaren Ecken und Kanten<br />

kann sich schnell Schimmel bilden oder<br />

es bleiben Schmutzrückstände zurück.<br />

Es gibt nicht nur Keramik: Die meisten<br />

Waschbecken sind traditionell aus<br />

Keramik oder Sanitärporzellan gearbeitet.<br />

Aus gutem Grund: Sanitärkeramik


1-2/20<strong>22</strong> HYGIENE & REINIGUNG<br />

101<br />

ist sehr robust und äußerst langlebig. Die Oberfläche ist hart<br />

und sehr homogen. Kratzer und Verfärbungen treten bei normaler<br />

Pflege nur selten auf. Der größte Nachteil von Keramik-Waschbecken:<br />

Wenn sehr harte oder scharfkantige Gegenstände<br />

mit Wucht auf <strong>das</strong> Waschbecken fallen, kann <strong>das</strong><br />

Material splittern, reißen oder abplatzen. Das lässt sich in den<br />

meisten Fällen reparieren, aber nicht immer ohne sichtbare<br />

Spuren.<br />

Deshalb gibt es seit vielen Jahren als Alternative Mineralguss-Waschbecken:<br />

Sie sind bei oberflächlicher Betrachtung<br />

von Modellen aus Keramik kaum zu unterscheiden. Mineralgusswaschbecken<br />

sind aber deutlich leichter und in der<br />

Regel günstiger im Einkauf. Das liegt vor allem an den geringeren<br />

Materialkosten: Mineralguss besteht in der Hauptsache<br />

aus Quarzen und Gesteinssand, die mit einem Epoxidharz<br />

vermischt werden. Es ist allerdings auch nicht so hart<br />

und langlebig wie Keramik. Aber man kann es repariern, abschleifen<br />

und neu versiegeln. Mögliche Kratzer im Mineralguss<br />

lassen sich – ähnlich wie bei einem Autolack – mit einer<br />

Politur entfernen.<br />

Andere Bezeichnungen für Mineralgussbecken auf Acrylbasis<br />

sind Cioran, Tecnoril, Geacryl oder <strong>das</strong> besonders preisgünstige<br />

Ocritech. Acryl lässt sich fugenlos in beliebiger Breite<br />

und Ausführung verarbeiten. Und da <strong>das</strong> Material relativ<br />

leicht ist, kann man es auch freihängend einsetzen, was optisch<br />

sehr attraktiv sein kann.<br />

Neolith<br />

Haptisch und optisch besonders schön, wenn auch teuer, sind<br />

Waschbecken aus Stein bzw.Neolith. Neolith besteht aus gesintertem<br />

Stein und ist sehr widerstandsfähig gegen Fleckenbildung,<br />

chemisch beständig und hitzeresistent. Gesinterter<br />

Stein ist eine Mischung aus Granit (für die Härte), Glas und<br />

Kiesel (für die chemische Stabilität) und Oxiden (für die Farbe).<br />

Also eine Art „künstlicher“ Stein, aber aus 100% natürlichen<br />

Materialien. Neolith (andere Bezeichnung: Gress) wird gepresst<br />

und gebrannt, Letzteres sogar länger als bei Keramik. Neolith<br />

verträgt alle gängigen Reinigungsformen – auch Säuren.<br />

Berührungslos<br />

Gerade in hygienisch „anspruchsvollen“ Zeiten möchte man<br />

seinen Gästen berührungslose Armaturen anbieten. Das ist<br />

auf öffentlichen Toiletten beim Waschbecken fast schon<br />

Standard und funktioniert über Sensoren. Es gibt solche<br />

Techniken aber auch für Duscharmaturen – mit Abschaltautomatik<br />

und Freispülautomatik für die Trinkwasserhygiene –<br />

alles gesteuert über Infrarot (oder Remote). Oder man wählt<br />

eine Unterputzduscharmatur mit Sensortasten. Remote wird<br />

die Wassertemperatur voreingestellt z.B. auf 38°C begrenzt<br />

und/oder mit einer Temperatursperre bei 43°C (Schutz vor<br />

Verbrühungen). Der Gast betätigt die Dusche oder die Handbrause<br />

durch sanften Druck auf die entsprechende Taste. Auf<br />

Wunsch kann er über einen Drehregler die Wassertemperatur<br />

nachjustieren.<br />

Infrarotsender für eine berührungslose Steuerung gibt es<br />

auch für die Toilettenspülung, bekannte Anbieter sind Duravit,<br />

Grohe, Tece oder Geberit.<br />

Das Bad ist weit mehr als nur ein Hygienebereich.<br />

Fotos: pixabay<br />

#NOAguide –<br />

HYGIENEPROZESSE<br />

DIGITAL MANAGEN<br />

Digitale Reinigungsorganisation<br />

für Ihr Team gesucht? In der App<br />

#NOAguide sind Arbeitsschritte<br />

einfach dargestellt – mit Piktogrammen,<br />

Bildern und in mehreren<br />

Sprachen.<br />

Mehr unter<br />

www.noa.online<br />

hollu Systemhygiene GmbH | Tel. +43 5 0979 | www.hollu.com<br />

let me guide you<br />

www.diewildenkaiser.com<br />

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102 HYGIENE & REINIGUNG<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Gefahr<br />

Personalmangel<br />

Hans Georg Hagleitner, Geschäftsführer<br />

des Hygienespezialisten<br />

Hagleitner, sieht die Lebensmittel-<br />

und Küchenhygiene<br />

durch Personalmängel gefährdet:<br />

„In der Gastro fehlen rundherum<br />

Beschäftigte: Die Menschen arbeiten<br />

am Limit und müssen nebenbei<br />

auch noch Oberflächen desinfizieren.“<br />

Kerstin Heine ist Chemikerin<br />

bei Hagleitner, auch sie kennt <strong>das</strong><br />

Problem: „Aus der Eile heraus ist<br />

rasch eine Sprühflasche zur Hand:<br />

Zisch, zisch; der Sprühnebel wirkt<br />

nicht flächendeckend, sein Desinfektionseffekt<br />

bleibt aus. Manchmal<br />

bekommt dafür <strong>das</strong> Hähnchen<br />

nebenan im Römertopf etwas vom<br />

Desinfektionsmittel ab, Mahlzeit.“<br />

Hagleitner will einen Paradigmenwechsel<br />

vorantreiben: „Lebensmittelechte<br />

Desinfektionstücher lassen<br />

sich schnell, gezielt und sicher<br />

einsetzen“, sagt Heine. Am Muttersitz<br />

in Zell am See ist die Produktion<br />

bereits angelaufen, seit <strong>22</strong>. Oktober<br />

2021 wird verkauft.<br />

www.hagleitner.com<br />

Hans Georg Hagleitner, Geschäftsführer<br />

des Hygienespezialisten<br />

Hagleitner.<br />

Foto: Hagleitner Krug<br />

Hygiene durch<br />

Online-Trainingsportal<br />

Ecolabs hauseigene Webseite hat ein<br />

Online-Trainingsportal zur Verfügung<br />

gestellt. Dieses wurde von den Lesern<br />

der Fachzeitschrift COOKING + CATE-<br />

RING INSIDE (CCI) Ende letzten Jahres<br />

mit dem Catering Star 2021 in Silber ausgezeichnet.<br />

Regelmäßig werden hier die<br />

erfolgreichsten Neueinführungen von<br />

Convenience-, Getränke- und Küchentechnik-Produkten<br />

sowie Dienstleistungen<br />

für den Catering und GV-Markt gewählt.<br />

Schulungen in Zeiten von Corona<br />

waren und sind noch immer eine Herausforderung.<br />

Die Pandemie zeigt uns deutlich,<br />

wie wichtig ein gut funktionierendes<br />

Hygienemanagement ist, unabhängig<br />

von den unterschiedlichen Betriebstypen<br />

und -konzepten. Allerdings ist dieses nur<br />

umsetzbar, wenn auch die Mitarbeiter in<br />

der Branche entsprechend geschult sind,<br />

um die nötige Maßnahmen und Handgriffe<br />

auch richtig, konsequent und hygienesicher<br />

umzusetzen. Hierfür hat Ecolab<br />

mit seinem Trainingsportal einen wichtigen<br />

Beitrag geleistet.<br />

www.ecolab.com<br />

Sicherer Sanitärbereich<br />

Besonders im Sanitärbereich kommt<br />

es auf sichere Hygiene an, um Infektionen<br />

zu vermeiden und die Gesundheit<br />

der Gäste und Mitarbeiter zu<br />

schützen. Eine Vergleichsstudie der Universität<br />

Innsbruck belegt, <strong>das</strong>s die Vortränk-Methode<br />

mit Tuchwechsel – <strong>das</strong><br />

Top-Down-System beim Hygienespezialisten<br />

Hollu – Kreuzkontamination<br />

vermeidet und <strong>das</strong> sicherste Verfahren<br />

in der täglichen Unterhaltsreinigung<br />

ist. Da alle Textilien für die Oberflächen-<br />

und Bodenreinigung bereits in<br />

der korrekten Dosierung vorgetränkt<br />

und farblich gekennzeichnet sind, kommen<br />

je Raum und Anwendungsbereich<br />

die richtigen Tücher und Wischbezüge<br />

zum Einsatz. Dieser ständige Textilwechsel<br />

verhindert, <strong>das</strong>s Keime, Viren<br />

und Bakterien in andere Räume und<br />

Bereiche verschleppt werden. In Kombination<br />

mit dem ökologischen Sanitärreiniger<br />

hollueco San Top sorgt <strong>das</strong><br />

Top-Down-System für hygienische Reinigung<br />

im Sanitärbereich. Dieser enthält<br />

ein innovatives Biotensid, <strong>das</strong> erneuerbar<br />

und ökologisch ist. Diese Neuentwicklung<br />

von Hollu gewährleistet eine<br />

schonende Anwendung auf allen säurebeständigen<br />

Oberflächen und reinigt effektiv<br />

dank hohem Kalklösevermögen.<br />

Sie wurde außerdem mit dem österreichischen<br />

Umweltzeichen und EU-Ecolabel<br />

ausgezeichnet.<br />

www.hollu.com<br />

Foto: Ecolab<br />

Foto: Günter Kresser


1-2/20<strong>22</strong> HYGIENE & REINIGUNG<br />

Ergonomische<br />

Einhand-Bedienung<br />

Im Bereich Hygienelösungen berät CWS<br />

Hygiene seine Kunden umfassend in allen<br />

Belangen – von der Ausstattung eines<br />

Waschraums bis zu Gesamtlösungen für<br />

Gebäude. Die neue CWS PureLine ist der<br />

Pionier der neuen Hygieneproduktspenderlinie.<br />

Bestehend aus 16 untereinander<br />

kombinierbaren Lösungen, von kontaktlosen<br />

Seifenspendern, Handpflege und<br />

Desinfektion bis zur Stoffhandtuchrolle,<br />

sind alle wichtig Hygieneprodukte für<br />

einen gut ausgestatteten Waschraum im<br />

Portfolio enthalten. Die neue Produktlinie<br />

besticht durch ihr modernes Design.<br />

Neu ist auch <strong>das</strong> Push-System, <strong>das</strong><br />

eine ergonomische Einhand-Bedienung<br />

über einen Druckhebel ermöglicht. Es<br />

Hygienische Säule<br />

Wesentliche Produkte im Hygienebereich<br />

sind Kopfbedeckungen, Handschuhe,<br />

Schürzen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel<br />

sowie Hygienepapier<br />

in den verschiedensten Qualitäten für<br />

den Bedarf in Küchen, im Restaurantbereich,<br />

in Hotels und im Spa. Halek<br />

sieht es als Aufgabe, Kunden und Interessenten<br />

in den Abläufen zu unterstützen<br />

und jegliche Hilfe, von der Produktauswahl<br />

bis zur korrekten Verwendung,<br />

anzubieten und auch begleitend zu helfen.<br />

Hierzu wurden spezielle Spartenkataloge<br />

erstellt. Eine nicht unerhebliche<br />

Rolle im Hygienebereich spielen Desinfektions-<br />

und Hygienesäulen, hier bietet<br />

Halek nicht nur die herkömmlichen<br />

Systeme an, sondern eine komplette Eigenentwicklung<br />

aus Edelstahl, die mit<br />

Fußbetätigung funktioniert. Sie hat bis<br />

zu 10 Liter Fassungsvermögen und ist<br />

daher gerade bei Großveranstaltungen<br />

von Vorteil. Außerdem ist sie, durch<br />

vollkommene Witterungsbeständigkeit<br />

sowohl für Indoor als auch Outdoor<br />

geeignet. Die Säule findet bereits<br />

im Eventbereich, in Kommunen, Apotheken<br />

und Krankenhäusern, aber auch<br />

ist besonders für Kinder und ältere Menschen<br />

gedacht. Die neuen Seifen sind von<br />

ECARF geprüft und mit einem Qualitätssiegel<br />

als besonders geeignet für Menschen<br />

mit empfindlicher Haut und Hautallergien<br />

zertifiziert.<br />

www.cws.com<br />

im Bürobereich Verwendung. Eine zusätzliche<br />

Individualisierung mittels Lasergravur<br />

ist ebenso möglich. Die Wertschöpfung<br />

der Säulen liegt gänzlich in<br />

Österreich.<br />

www.halek.at<br />

Foto: Farina Benriteb<br />

Foto: Halek<br />

Foto: Geberit<br />

Von der<br />

Nasszelle zur<br />

Wellness-Oase<br />

103<br />

Das, was wir mit Badezimmer<br />

verknüpfen, hat sich gewandelt:<br />

von einer Nasszelle mit dem<br />

Allernotwendigsten hin zu einer<br />

Wellness-Oase mit hohem Wohlfühl-Faktor.<br />

Dies gilt freilich nicht<br />

nur für <strong>das</strong> Bad daheim, sondern<br />

auch für die sanitären Einrichtungen<br />

auf Reisen. „Entsprechend<br />

wichtig ist es, <strong>das</strong>s auch <strong>das</strong> Hotelbad<br />

in puncto Ambiente und Komfort<br />

überzeugen kann“, betont Peter<br />

Ernst, Geberit Vertriebsleiter<br />

Design & Ausstellung. Bäder von<br />

Geberit sind dazu gemacht, Gäste<br />

zu begeistern. Der europäische<br />

Marktführer für Sanitärprodukte<br />

schafft mit der Verbindung<br />

Produktwelten vor und hinter der<br />

Wand wesentliche Mehrwerte bei<br />

der Badezimmereinrichtung, gerade<br />

auch in Hotelbädern. Hochwertige,<br />

optisch ansprechende Badmöbel<br />

und Keramiken, die noch<br />

dazu einfach zu reinigen sind, bilden<br />

die Basis für eine angenehme<br />

Atmosphäre im Bad. Mit durchdachten<br />

Lösungen macht es Geberit<br />

möglich, selbst kleine Badezimmer<br />

in eine entspannende<br />

Umgebung zu verwandeln. Dank<br />

einer großen Sortimentsbreite<br />

und -tiefe wird für praktisch jede<br />

Anforderung und jedes Budget die<br />

passende Badausstattung realisiert.<br />

www.geberit.at


104 TISCHKULTUR<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Farbenfroher Morgen<br />

Bunte Teller am Frühstückstisch versprühen schon zu Beginn des Tages Lebensfreude. Der<br />

Start in den – guten – Tag ist damit fast sicher. <br />

Von Petra Pachler & Magdalena Mayr<br />

Erwin Müllers Themenwelt „Hygge“<br />

inspiriert mit Ideen für eine hyggelige,<br />

sprich gemütliche Atmosphäre.<br />

Foto: Erwin Müller<br />

Das minimalistische<br />

Design der Serie SCOPE<br />

von Bauscher überzeugt<br />

durch Einfachheit.<br />

Foto: Bauscher<br />

Die neue Farbe Avocado<br />

Green nimmt Anleihe<br />

an der gleichnamigen<br />

Superfrucht.<br />

Foto: Rosenthal<br />

Der Morgen macht ja bekanntlich<br />

den Tag und <strong>das</strong> Frühstück<br />

wird wohl gerade deshalb als die<br />

wichtigste Mahlzeit angesehen.<br />

Zudem sind die Zeiten, in denen hastig<br />

ein Toast zubereitet wurde, vorbei<br />

– Frühstück findet mittlerweile überall<br />

statt und man lässt sich Zeit dafür. Egal,<br />

ob in der Gastronomie, der Hotellerie<br />

oder in der Therme – es wird auf vielfältige<br />

Weise gegessen. Umso wichtiger<br />

sind gut überlegte und ansprechende<br />

Tischkonzepte, die für die Frühstücksvielfalt<br />

die passende Basis bilden.<br />

Zusammen in den Tag starten<br />

Gemeinsames Essen und Trinken mit<br />

Freunden und Familie ist ein ganz wesentlicher<br />

Bestandteil der dänischen<br />

Hygge-Lebensphilosophie. Im norwegischen<br />

und dänischen Sprachgebrauch<br />

ist damit Gemütlichkeit und angenehme<br />

Stimmung gemeint. Der Hygge-Philosophie<br />

entsprechend, ist auch <strong>das</strong> Geschirr<br />

entsprechend abgestimmt. Farblich<br />

passende Geschirrtücher, Topflappen,<br />

Ofenhandschuhe und dekorative Tischläufer<br />

machen den Tisch zum Blickfang<br />

und laden zum Verweilen ein. Wer lieber<br />

ein „Breakfast in Bed“ genießen möchte,<br />

der ist mit kuscheligen Decken, weichen<br />

Pölstern und feinen Fellen gut beraten.<br />

Die Hygge-Philosophie entspricht<br />

damit exakt dem aktuellen Frühstückstrend<br />

„Brinner“, der auf endloses Frühstück<br />

mit allen Varianten setzt.<br />

Buntes richtig inszenieren<br />

Um farbige Früchte-Bowls oder Aufschnitt-Variationen<br />

richtig in Szene zu<br />

setzen, sind glasierte Geschirre in zarten<br />

Farben bestens geeignet. Die Nuancen<br />

der Lebensmittel kommen gut<br />

zur Geltung und fügen dem morgendlichen<br />

Gedeck <strong>das</strong> gewisse Etwas hinzu.<br />

Wesentlich ist auch, ein Augenmerk<br />

auf die Drapierung verschiedenfarbiger<br />

Lebensmittel zu setzen: Einerseits sollen<br />

sie <strong>das</strong> Auge nicht überlasten und<br />

andererseits soll der Frühstückstisch ja<br />

auch ein Eye-Catcher sein. Hier gilt es,<br />

mit dem richtigen Geschirr die richtigen<br />

Akzente und Highlights zu setzen. Finden<br />

sich viele unterschiedliche Produkte<br />

auf dem Frühstückstisch, dann sorgt


1-2/20<strong>22</strong> TISCHKULTUR<br />

105<br />

Schlichtheit kennzeichnet die Scope-Serie<br />

von Bauscher: Von pur-weißen und<br />

zart-farbig glasierten Artikeln bis hin zu<br />

markanten Statements.<br />

Foto: Bauscher<br />

die Einfachheit einer weißen Service-<br />

Serie für den entsprechenden Ausgleich.<br />

Bunte Vielfalt auf weißem Untergrund<br />

sozusagen. Weißes Geschirr in schlichter<br />

Form gibt auch die Möglichkeit, <strong>das</strong><br />

Frühstücksangebot individuell zu drapieren<br />

und etwas Besonderes daraus<br />

zu machen. Ebenso machen sich kleine<br />

Happen für <strong>das</strong> Mittagessen auf weißem<br />

Geschirr sehr gut.<br />

Grünes Frühstück<br />

Superfoods sind mittlerweile fast fixer<br />

Bestandteil beim Frühstücksangebot,<br />

sie finden sich in unterschiedlichsten<br />

Varianten und Darreichungsformen.<br />

Demzufolge wird auch entsprechendes<br />

Geschirr dafür benötigt, was seinen Niederschlag<br />

in kleinen Schälchen, Tellern,<br />

Bowls oder – sofern <strong>das</strong> Superfood in<br />

flüssiger Form angeboten wird – auch<br />

in Portionsflaschen findet. Manch Markenhersteller<br />

nimmt farblich sogar Anleihe<br />

an die Superfoods, wie die Sunny<br />

Day Kollektion von Rosenthal, bei der<br />

die Avocado als Inspiration dient.<br />

Morgendliche Tischkonzepte sind so<br />

vielfältig wie <strong>das</strong> Frühstück selbst. Bunt<br />

vermitteln sie jede Menge Energie für<br />

den Start in den Tag, entscheidet sich<br />

der Gastronom für farblich einheitliche<br />

Tischkultur, so sorgt er für gediegenes<br />

Ambiente. Je ansprechender der Frühstückstisch,<br />

desto länger sitzen die Gäste<br />

und der eine oder andere Kaffee wird<br />

dann noch nachgeordert. Kleine Einheiten<br />

animieren zum Naschen und geben<br />

auch dem Gastronom die Möglichkeit<br />

für die Präsentation unterschiedlicher<br />

Angebote. Kleine Akzente und smarte<br />

Kombinationen sorgen für die richtige<br />

Atmosphäre am Frühstückstisch und<br />

den gelungenen Start in den Tag.<br />

Thermen sind die neuen Frühstück-Hotspots<br />

und weil dort alles ein bisschen<br />

lässiger zugeht, darf auch <strong>das</strong> Geschirr<br />

entsprechend sein .<br />

Foto: SPA Resort Therme Geinberg/Chris Perkles<br />

Dispenser für Müsli, Saft und Co.<br />

Im WMF Sortiment findet sich – in einer<br />

Kombination aus Edelstahl und Acrylglas<br />

– die Dispenser-Lösung von Hepp.<br />

Cerealien und Getränke werden damit<br />

am Frühstücksbuffet nicht nur hygienisch,<br />

sondern auch platzsparend präsentiert.<br />

Sowohl die Reihenlösung als<br />

auch <strong>das</strong> Rondell für Cerealien fassen<br />

jeweils drei Behälter, die kompakt auf<br />

kleinstmöglichem Raum angeordnet<br />

sind. Die Bedienung ist dank Drehknopf<br />

mit Richtungsanzeige selbsterklärend,<br />

<strong>das</strong> robuste Acrylglas gibt einen klaren<br />

Blick auf die Speisen.<br />

Soll der Saftdispenser mit einem<br />

Fassungsvermögen von 6,5 Liter ausschließlich<br />

als Milchspender genutzt<br />

werden, steht anstelle des transparenten<br />

Acrylglases auch eine weiße, lichtundurchlässige<br />

Variante zur Verfügung.<br />

Mit nur einer Drehung füllt der Gast<br />

diese dann vorportioniert in seine Müslischale.<br />

Die Behälter sind spülmaschinengeeignet,<br />

lassen sich bequem in die<br />

Halterungen einsetzen und problemlos<br />

befüllen. Für Gastronomen und Hoteliers,<br />

die keine Ständerlösung einsetzen<br />

wollen, hat Hepp auch Wandhalterungen<br />

für eine oder zwei Dispenserröhren.<br />

Die Höhe des Dispensers kann der Gastronom<br />

individuell je nach den verwendeten<br />

Gläsern voreinstellen, der Auslauf<br />

ist tropffrei.<br />

Die Eisröhre aus Edelstahl, abgestimmt<br />

auf den Dispenser und mit<br />

Crushed Ice befüllt, ist für Saft, Wasser<br />

und Milch die ideale Kühlung.<br />

www.wmf.com<br />

Foto: proheq GmbH


106 TISCHKULTUR<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Geschirr<br />

handgefertigt<br />

Sie wurden in Portugal handgefertigt<br />

und erfüllen durch ihre<br />

Lebensmittelsicherheit und Einzigartigkeit<br />

die hohen Erwartungen<br />

und Anforderungen der Gastronomie:<br />

Costa Nova hat sich<br />

den höchsten Qualitäts-, Serviceund<br />

Designstandards verschrieben<br />

und präsentiert einzigartige,<br />

zeitlose und gleichzeitig trendige<br />

Kollektionen. Denn originelle und<br />

schöne Dekore und Formen rücken<br />

jede Speisenkreation ins passende<br />

Licht. Alle Kollektionen von Costa<br />

Nova werden mit Respekt für<br />

die Natur produziert und sind recycelbar.<br />

Doch die Linien Ambar,<br />

Lagoa Eco Gres und Plano gehen<br />

noch weiter. Das Material Eco<br />

Gres® besteht aus einem speziellen<br />

Ton aus recycelten Materialien<br />

und ist vollkommen nachhaltig<br />

produziert, bleibt aber gleichzeitig<br />

schön und funktionell. Die innovativen<br />

Kollektionen des portugiesischen<br />

Herstellers können bei<br />

Rechberger in Linz besichtigt werden.<br />

Es können jederzeit Termine<br />

mit einem persönlichen Geschirr-<br />

Spezialisten vereinbart werden.<br />

www.rechberger.at<br />

Nachhaltige Serviette<br />

Die Premium Servietten der Designserie<br />

„Rose“ aus der Royal Collection<br />

von Papstar geben gedeckten Tischen<br />

<strong>das</strong> gewisse Extra und setzten <strong>das</strong> Setting<br />

schön in Szene. Die Linie überzeugt<br />

mit ihrem zeitlosen Design, welches sich<br />

wunderbar mit dazu passenden Tischläufern<br />

und Leuchterkerzen kombinieren<br />

lässt. Die Servietten sind weich im<br />

Hautkontakt, geruchsneutral und auch<br />

leicht formbar. Optisch ist hier kaum ein<br />

Unterschied zu pflegeintensiven Stoffservietten<br />

sichtbar. Produziert wird <strong>das</strong><br />

gesamte Royal Collection Sortiment in<br />

Spittal an der Drau, worauf <strong>das</strong> heimische<br />

Unternehmen besonders stolz ist.<br />

Die Artikel sind FSC®-zertifiziert und<br />

mit dem Keimling ausgezeichnet, sowie<br />

mit dem Nordic Eco Label „Svanen“.<br />

Hierdurch wurde ein weiterer wichtiger<br />

Schritt in Richtung ökologische Ausrichtung<br />

gemacht.<br />

www.papstar.com<br />

D A S O N L I N E P O R T A L<br />

www.gastro.at<br />

Aktuelle Meldungen, B2B Präsentationen<br />

Branchen-Infos, <strong>GASTRO</strong> Basar<br />

facebook.com/<strong>GASTRO</strong><strong>das</strong>fachmagazin<br />

twitter.com/<strong>GASTRO</strong>webportal<br />

Foto: Papstar<br />

Fotos: Rechberger<br />

Melden Sie sich für unseren<br />

wöchentlichen Newsletter unter<br />

www.gastroportal.at/newsletter an!


1-2/20<strong>22</strong> TISCHKULTUR<br />

Morgendlicher<br />

Waldspaziergang<br />

Rosenthals moderne Loft Colour<br />

Kollektion mit skandinavischen<br />

Farbglasuren wird<br />

um einen neuen Farbton erweitert.<br />

Die waldige Note passt besonders<br />

gut zum Handmade-<br />

Charakter der Loft-Linie und<br />

fügt sich perfekt in die bestehende<br />

Farbwelt ein. Außerdem<br />

lässt sie sich ideal mit „Moon<br />

Grey“ oder dem klassischen<br />

Loft Weiß kombinieren. Die<br />

Loft Colour Artikel werden in<br />

farbige Glasur getaucht und anschließend<br />

gebrannt. Je nach Glasurstärke<br />

entstehen vielfältige Schattierungseffekte,<br />

die durch die für Loft typische feine<br />

Rillenstruktur besonders zur Geltung<br />

kommen. Jeder Artikel erhält somit ein<br />

individuelles Erscheinungsbild im trendigen<br />

Handmade-Charakter. Der Farbton<br />

Leaf der Thomas Nature Kollektion<br />

setzt botanische Akzente und erinnert<br />

an die Blätter frischen Salbeis. Es erinnert<br />

an einen morgendlichen Spaziergang<br />

in nordischen Wäldern, <strong>das</strong> leise<br />

Auftreten auf weichem Moosboden,<br />

umgeben von frischer Waldluft. Mit der<br />

Farbe Avocado Green wird der Gesundheitstrend<br />

und <strong>das</strong> gleichnamige Superfood<br />

gefeiert.<br />

www.rosenthal.de<br />

Foto: Rosenthal<br />

Porzellanideen<br />

für die<br />

Hotellerie<br />

107<br />

Hotels verwöhnen Gäste schon<br />

am Morgen, ein gutes Frühstück<br />

ist der ideale Anlass dafür.<br />

Bauscher, der Erfinder des Hotelporzellans<br />

seit 1881, bietet sämtliches<br />

Geschirr sowie Buffetzubehör<br />

langfristig und auch in kleiner<br />

Stückzahl an, auf Wunsch personalisiert<br />

oder mit eigenem Dekor.<br />

Von einfachen Tellern, Servierplatten<br />

über Etageren aus Porzellan<br />

über verschiedenste Tee- und<br />

Kaffeetassen oder Kannen für ein<br />

besonderes Aroma-Erlebnis bis<br />

hin zur kompletten Ausstattung<br />

für Frühstücks-Buffets – Bauscher<br />

hat für unterschiedlichste Ansprüche<br />

und Budgets Lösungen. Gerade<br />

bei Buffets oder Gemeinschaftsverpflegungen<br />

benötigt es<br />

platzsparendes, stapelbares und<br />

aufeinander abgestimmtes Geschirr,<br />

welches optisch trotzdem<br />

keine Wünsche offenlässt. Die Serie<br />

Create von Bauscher lädt ein,<br />

eine neue Welt zwischen Nostalgie<br />

und Moderne zu erschließen und<br />

kreative Ausflüge zu wechselnden<br />

internationalen Gastro-Styles zu<br />

unternehmen.<br />

www.helmuthutterer.at<br />

Genuss im Glas<br />

So innovativ wie immer und führend<br />

im funktionalen Design präsentiert<br />

Riedel auch die Serie Drink Specific<br />

Glassware, die im Jahr 2018 in Zusammenarbeit<br />

mit dem US-amerikanischen<br />

Spirituosen-Spezialisten Zane Harris<br />

entstanden ist.<br />

Die Serie umfasst seit 20<strong>22</strong> sieben<br />

Gläser, die sich für Tausende Cocktails<br />

perfekt eignen und diese in Szene setzen.<br />

Jedoch können die Gläser auch schon am<br />

Morgen am Frühstückstisch eingesetzt<br />

werden und Behältnis etwa für Fruchtsäfte<br />

sein. „Riedel war schon immer ein<br />

Vorreiter darin, den Bedarf der Verbraucher,<br />

aber auch der Gastronomie zu erkennen<br />

und zu wecken. Wir glauben, <strong>das</strong>s<br />

die Steigerung des Geschmackserlebnisses<br />

für insgesamt mehr Genuss sorgt“,<br />

sagt Riedel Geschäftsführer Maximilian<br />

J. Riedel.<br />

www.riedel.com<br />

Foto: Riedel<br />

Foto: Bauscher


Hotel<br />

Seite 108 bis Seite 127<br />

Tourismus &<br />

Hotellerie<br />

Hotel der Zukunft<br />

Wie sieht es aus, <strong>das</strong> Hotel der Zukunft? Dass<br />

Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung<br />

Themen sind, die aus der Hotellerie nicht mehr<br />

wegzudenken sind, und wieso Digital Detox<br />

immer mehr zum Thema wird. <br />

Seite 110<br />

Thermenkulinarik<br />

Österreich ist Thermenland: So ausgefallen die<br />

Entspannungskonzepte vor Ort schon immer<br />

waren, so sehr ließen die kulinarischen Genüsse<br />

zu wünschen übrig. Dass der Imbissbudenflair<br />

der Thermenrestaurants von gestern ist und<br />

welche geschmacklichen Erlebnisse hier jetzt<br />

aufwarten, wird vorgestellt.<br />

Seite 120


1-2/20<strong>22</strong><br />

AKTUELLES 109<br />

„Wir werden als sicheres Urlaubsland<br />

aus diesem Winter herausgehen“, so<br />

ÖHV-Präsident Walter Veit.<br />

Foto: ÖHV<br />

„Die Lohnnebenkosten<br />

müssen runter!“<br />

Walter Veit (63), Inhaber des Hotels Enzian und der Mankei Alm in Obertauern, und seit Jänner<br />

auch neuer ÖHV-Präsident, sieht die Senkung der Lohnnebenkosten als wesentlichen Faktor<br />

für einen stabilen Tourismus. <br />

Von Petra Pachler<br />

Bedingt durch die aktuelle Situation,<br />

hat für Veit die Bewältigung<br />

von Pandemie und Wirtschaftskrise<br />

oberste Priorität. Neben der Krisenbekämpfung<br />

will der neu gewählte Branchenvertreter<br />

sein Hauptaugenmerk auf<br />

den Arbeitsmarkt legen und hier zeigen,<br />

was die Branche alles bietet. Handlungsbedarf<br />

sieht Veit bei der Senkung der<br />

Lohnnebenkosten und gemeinsam mit<br />

Vertretern anderer Sparten will er sich<br />

dafür einsetzen.<br />

Auf die Frage von <strong>GASTRO</strong>, wie <strong>das</strong><br />

konkret aussehen soll, meint Veit: „In jedem<br />

Fall muss endlich eine merkliche<br />

Senkung her! Von der wird seit Jahrzehnten<br />

geredet und was passiert? Änderungen<br />

bei der Nachkommastelle – die von<br />

der nächsten KV-Erhöhung geschluckt<br />

werden. Es gäbe weit mehr offene Stellenangebote<br />

und vor allem mehr Interessenten<br />

dafür, ginge die Schere zwischen<br />

Nettolöhnen und Gesamtlohnkosten<br />

nicht immer weiter auf. Unser Vorschlag<br />

ist die Senkung der Lohnnebenkosten<br />

um 30% für 30 Mitarbeiter in jedem Unternehmen.<br />

Das würde Bewegung in die<br />

Sache bringen.“<br />

Sicherheit als Botschaft<br />

„Wir werden als sicheres Urlaubsland<br />

aus diesem Winter herausgehen“, so<br />

der ÖHV-Präsident. Hier sieht er Handlungsbedarf<br />

in der Kommunikation,<br />

die in seinen Augen in der Vergangenheit<br />

sehr zurückhaltend war: „Wir haben<br />

sauberes Wasser, sichere Städte,<br />

höchste Gesundheitsstandards und einen<br />

Gesundheitssektor, der sich international<br />

sehen lassen kann. Corona hat<br />

die Karten neu gemischt: Ohne Sicherheit<br />

geht gar nichts mehr. Und die österreichische<br />

Hotellerie hat sich hier noch<br />

einmal enorm weiterentwickelt, die allermeisten<br />

Hotels übererfüllen gesetzliche<br />

Vorgaben in vielen Bereichen. Und<br />

was mich am meisten freut: Unsere Gäste<br />

und Mitarbeiter tragen <strong>das</strong> aktiv mit.<br />

Umso schlimmer ist, <strong>das</strong>s Einzelfälle<br />

– die geahndet werden müssen – ins<br />

Rampenlicht gezerrt werden, und so ein<br />

falsches Bild vermitteln, wenn sich 99<br />

Prozent korrekt verhalten.“<br />

Megatrend Digitalisierung<br />

Auf die Frage, welche Bereiche in der<br />

Hotellerie davon am meisten profitieren,<br />

meint Veit: „Die Mitarbeiter! Es erleichtert<br />

die Arbeit ungemein, wenn Lagerhaltung<br />

und Bestellung elektronisch<br />

ablaufen. Dann kann sich der Koch mit<br />

umso mehr Liebe um <strong>das</strong> kümmern, was<br />

er am liebsten macht und am besten<br />

kann – neue Rezepte kreieren, in der Küche<br />

zaubern. Das danken ihm die Gäste<br />

– und am Ende des Tages auch der Chef.<br />

Und <strong>das</strong> zieht sich quer durch alle Bereiche,<br />

von der Rezeption über <strong>das</strong> Housekeeping<br />

bis hin zur Verrechnung: Die<br />

elektronische vollautomatisierte Rechnungslegung<br />

und Bezahlung erleichtert<br />

uns allen <strong>das</strong> Leben, in einem Hotel mit<br />

elastischen Preisen und zig Mitarbeitern<br />

mit unterschiedlichsten Arbeitszeitmodellen.<br />

Das ist win-win in Reinform!“


110 HOTEL DER ZUKUNFT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Hotel der Zukunft<br />

Foto: rh2010 / Adobe Stock


1-2/20<strong>22</strong> HOTEL DER ZUKUNFT<br />

111<br />

Die Hotellerie steht vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt durch pandemiebedingte<br />

Einschränkungen. Aber auch schon davor galt es, umzudenken, neue Wege zu beschreiten<br />

und die Positionierung zu überdenken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Marco Riederer<br />

von Prodinger Tourismusberatung hat für <strong>GASTRO</strong> eine Einschätzung der künftigen<br />

Ausrichtungen gegeben.<br />

Das durch die Corona-Pandemie<br />

ausgelöste kollektive Trauma<br />

war nur von kurzer Dauer und<br />

Nachholeffekte prägen kurz- bis<br />

Foto: Prodinger PR<br />

mittelfristig die touristische Entwicklung.<br />

Von „Selbstoptimierung“ und „Individualisierung“<br />

über „Best Ager“-Konzeptionen<br />

bis hin zum Bedürfnis nach<br />

Entschleunigung und Nähe zur Natur<br />

als boomende Angebotsidee. Vielfältig<br />

sind die Herausforderungen, denen sich<br />

die heimische Hotellerie zu stellen hat.<br />

Dabei zeichnen sich in den meisten Bereichen<br />

durchaus vielversprechende Geschäftsfelder<br />

ab. Unter anderem werden<br />

folgende Faktoren die Gäste weiterhin<br />

beschäftigen:<br />

› Umweltverantwortung und ehrliche<br />

Nachhaltigkeit: Die Natur wird noch<br />

verstärkter punkten. Ebenso wird die<br />

Sehnsucht nach regionalen Produkten<br />

weiter anteigen.<br />

› Durch den allseits vorhandenen Stress<br />

steigt die Sehnsucht nach Entschleunigung.<br />

Dadurch kommt es vielerorts<br />

zur Wiederentdeckung des einfachen<br />

und reduzierten Urlaubs mit der Endstufe<br />

„Verzicht auf Digitalisierung“.<br />

› Neues Miteinander: Generationsübergreifender<br />

Urlaub (Eltern, Großeltern,<br />

Enkel)<br />

info<br />

Autor: Marco Riederer/<br />

Prodinger Tourismusberatung<br />

› Workation und der veränderte Zugang<br />

zur Wohn- und Arbeitswelt (siehe<br />

<strong>GASTRO</strong> 11/21)<br />

› Änderungen in Demographie und<br />

Mobilität<br />

Die Frage ist, wie stark einzelne<br />

Zielgruppen die jeweiligen Themen beschäftigen.<br />

Auch wenn wir mit den Auswirkungen<br />

von Corona noch in Monaten<br />

konfrontiert sein werden, wird sich<br />

<strong>das</strong> Grundgerüst an Werten, Lebenseinstellungen<br />

etc. der Menschen nicht<br />

verändern, sondern bereits vorhandene<br />

Ausprägungen eher noch verstärken.<br />

„Über“-Digitalisierung und der<br />

Weg zurück zur Analogität<br />

Der Markt für Reisen wird dynamischer<br />

und komplexer. Gäste verhalten sich<br />

zunehmend unberechenbarer, obwohl<br />

(oder gerade weil) die Reiseplanung so<br />

einfach ist, wie noch nie. Digitalisierung,<br />

künstliche Intelligenz und disruptive<br />

Modelle wie Airbnb haben <strong>das</strong> Urlaubsverhalten<br />

bereits massiv verändert.<br />

Die Digitalisierung und die ständigen<br />

Diskussionen rund um Datensammlung,<br />

Tracking und künstliche Intelligenz<br />

führen jedoch bei vielen Leuten<br />

zu Reizüberflutung und Stress. Diese<br />

Entwicklung erreicht heute schon einen<br />

Sättigungspunkt, an dem entgegengesetzte<br />

Tendenzen spürbar werden.<br />

Menschen haben sich sehr oft in der<br />

materiellen Digitalisierungswelt verlaufen,<br />

der Tourismus kann eine neue Offline<br />

Oase werden. Für einen souveränen<br />

Umgang mit der Technik kann es<br />

helfen, vorübergehend Abstand zu nehmen.<br />

Denn neben dem Suchtpotential<br />

birgt die Nutzung von digitalen Medien<br />

die Gefahr, eine Stressquelle zu werden.<br />

Der vorübergehende Verzicht auf permanente<br />

Verfügbar- und Erreichbarkeit<br />

wird zu einem neuen Wunsch. „Digital<br />

Detox“ steht für einen bewussteren Umgang<br />

mit dem Smartphone und anderen<br />

mit dem Internet verbundenen Geräten.<br />

In Urlaub und Freizeit, wo Erholung und<br />

Entspannung ganz groß im Vordergrund<br />

stehen, kann dies zur Grundlage attraktiver<br />

Angebote werden.<br />

Nachhaltigkeit, Natur und Bio<br />

Oft stehen österreichische Hotels inmitten<br />

einer Naturidylle, der Hotelier<br />

wohnt und lebt hier oft seit Jahrzehnten.<br />

Sein Wissen um Umwelt & Natur<br />

kann er an die Gäste weitergeben<br />

und zum Inspirator seiner Gäste werden,<br />

nachhaltiger Ressourcenumgang<br />

spart zudem Kosten. Ein glaubwürdiges<br />

nachhaltiges Konzept führt zu besserer<br />

Mitarbeiterbindung und zufriedene<br />

Mitarbeiter steigern die Gästezufriedenheit.<br />

Gäste suchen verstärkt nachhaltige,<br />

grüne Angebote – auch im Urlaub.<br />

Darauf muss sich auch <strong>das</strong> F&B<br />

einstellen und noch regionaler und saisonaler<br />

werden. Artgerechte Tierhaltung<br />

wird auf dem Teller zum Normalfall,<br />

Billigfleisch zu einem No-Go. Die<br />

höhere Wertigkeit wird von den Gästen<br />

mit der Bereitschaft, höhere Preise<br />

zu zahlen, belohnt.<br />

Mit anderen Worten: Nachhaltigkeit<br />

ist nicht <strong>das</strong> Ziel, sondern ein permanenter<br />

Weg!<br />

Mobilitätskonzepte in den<br />

Destinationen<br />

Der Rückgang der Führerschein-Neuzulassungen<br />

in den Ballungsräumen wirft<br />

die große Frage in Destinationen auf:<br />

„Wie kommen die Gäste zu uns?“ Es bedarf<br />

hier tiefgreifenden Mobilitätskonzepte<br />

in den Destinationen.<br />

In wenigen Jahren bilden zudem „die<br />

neuen Alten“ in Westeuropa die Mehrheit.<br />

Die sogenannten „Best Ager“ sagen<br />

„Ja“ zum Älterwerden. Aufgrund der Demografie<br />

und guter Pensionen wird es<br />

immer mehr fitte und zahlungskräftige<br />

Ältere geben, die einen 20 Jahre jüngeren<br />

Lebensstil pflegen und auch so angesprochen<br />

werden wollen. Für die Hotellerie<br />

bedeutet dies ein hohes Gästepotential.


112 HOTEL DER ZUKUNFT<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Oma, Opa, Enkerl und Eltern: In den<br />

Hotels der Familotels ist alles auf den<br />

Generationen-Urlaub ausgerichtet.<br />

Foto: Familotel Ompa<br />

Foto: Schlosshotel Fiss<br />

Digitale Balance<br />

Oma, Opa, Eltern und Enkel: Der Generationen-Urlaub ist neben dem digitalen Detox-Urlaub<br />

jener Trend, der Hoteliers künftig beschäftigen wird. <br />

Von Petra Pachler<br />

Kinder haben Vorrang in den Generationenhotels.<br />

Foto: Habachklause<br />

Digital Detox ist eines der Schlüsselelemente<br />

in Hotelangeboten der<br />

Zukunft. Im Schlosshotel Fiss wird<br />

digitales Detox bereits aktiv angeboten.<br />

In Zusammenarbeit mit der Digital-Balance-Expertin<br />

Monika Schmiderer, die<br />

zu den Initiatorinnen der Digital-Detox-Bewegung<br />

gehört, wird beim professionell<br />

geführten Digital Detox, <strong>das</strong> als<br />

einzelne Impuls-Session oder als begleiteter,<br />

mehrtägiger Urlaub von Smartphone<br />

& Co. buchbar ist, der Gast aktiv<br />

beim Offline sein unterstützt.<br />

Mit Tipps und konkreten Anleitungen<br />

wird die Pause von E-Mail, Social Media<br />

und Co. geübt. Dazu gehören ein persönliches<br />

Digital Detox-Kick-Off mit Monika<br />

Schmiderer, digitale Balance-Einheiten<br />

und Entspannungsmeditation.<br />

“Digital Detox ist eine Auszeit vom<br />

digitalem Dauerkonsum”, so Monika<br />

Schmiderer. Viele Gäste sind eigentlich<br />

der Meinung, ohnehin nicht „so viel“ online<br />

zu sein, doch ruft man die entsprechende<br />

Einstellung auf dem Smartphone<br />

ab, so zeigt sich oft ein anderes Bild. Viele<br />

kleine Einheiten summieren sich zu einer<br />

stattlichen Anzahl an digitalem Konsum.<br />

Was ist <strong>das</strong> Ziel von<br />

digitalem Detox?<br />

Die innere Ruhe wiederzufinden und<br />

den selbst erzeugten Druck der ständigen<br />

Erreichbarkeit wieder abzubauen.<br />

Wer <strong>das</strong> schafft, ist meist deutlich<br />

entspannter und bereit, wieder intensiver<br />

in der wirklichen Welt zu leben.<br />

Natur und echte Begegnungen gewinnen<br />

an Bedeutung und <strong>das</strong> tatsächliche<br />

Empfinden von Entschleunigen ist<br />

die Belohnung. Digital Detox wird im<br />

Schlosshotel Fiss unterschiedlich angeboten<br />

und reicht von der Auszeit „nur“<br />

vom Smartphone bis hin zum Verzicht<br />

auf sämtliche digitale Medien. Ein Konzept<br />

mit Zukunftspotential, so sich die<br />

Gäste darauf einlassen (wollen).<br />

www.schlosshotel-fiss.com<br />

Generationenurlaub<br />

Der zweite Schwerpunkt, der Hoteliers<br />

künftig beschäftigen wird, ist ein Urlaubsangebot,<br />

<strong>das</strong> die gesamte Familie<br />

erreicht. Und die Familie ist in diesem<br />

Fall nicht nur Eltern und Kind(er),<br />

sondern umfasst mehrere Generationen.<br />

Aufgrund der unterschiedlichen<br />

Ansprüche ist es für einen Hotelbetrieb<br />

damit eine ziemliche Herausforderung,<br />

diesen Anspruch zu erfüllen. Die Gruppe<br />

der Familotels hat sich genau <strong>das</strong> zum<br />

Ziel gesetzt und bietet mit insgesamt<br />

61 Häusern – meist inhabergeführte Betriebe<br />

- in sieben Ländern einen Generationenurlaub<br />

an.


1-2/20<strong>22</strong> HOTEL DER ZUKUNFT<br />

113<br />

Der 1994 gegründete Hotelverbund<br />

Familotel nahe München gilt als die<br />

führende Kooperation für Familienhotellerie<br />

in Europa. Die Familotel Kronen-Auszeichnung<br />

(ein eigenes Bewertungssystem),<br />

familiengerechte Appartements,<br />

TÜV-geprüfte Sicherheit und<br />

professionelle Kinderbetreuung sind die<br />

Basis. Familiengerechte Standards werden<br />

durch die Familotel Schöne-Ferien-<br />

Garantie gesichert. Das heißt, <strong>das</strong>s die<br />

Gäste in jedem Haus dieselben Standards<br />

vorfinden.<br />

Urlaub mit Baby, Urlaub mit Teens<br />

oder Urlaub mit Oma & Opa definieren<br />

genau <strong>das</strong> Angebot, <strong>das</strong> Gäste erwarten<br />

können. Gerade der Urlaub mit<br />

den Großeltern erfreut sich wachsender<br />

Beliebtheit, wie Sebastian J. Ott, Geschäftsführer<br />

von Familotel, feststellt:<br />

„Bei Familotel konnten wir in den vergangenen<br />

Jahren eine wachsende Nachfrage<br />

im Bereich Urlaub von Großeltern<br />

mit Enkeln verzeichnen. Die Mitgliedsbetriebe<br />

bieten für Jung und Alt <strong>das</strong> passende<br />

Auszeitprogramm. Kinderbetreuung<br />

und Ferienspaß unter Gleichaltrigen<br />

für den Nachwuchs, Wellness und Sport<br />

für erholungsbedürftige Eltern und Freizeitangebote<br />

für aktive Senioren.“<br />

www.familotel.com<br />

Was aus den Angeboten der wachsenden<br />

Segmente deutlich herauszulesen<br />

ist, ist <strong>das</strong> Bedürfnis nach einem<br />

Miteinander, <strong>das</strong> im hektischen Alltag<br />

Monika Schmiderer begleitet die Gäste<br />

im Schlosshotel Fiss beim digitalen<br />

Detox.<br />

Fotos: Schlosshotel Fiss<br />

oft zu kurz kommt. Der Urlaub wird genützt,<br />

um gemeinsame Erlebnisse zu<br />

schaffen und diese aktiv zu erleben –<br />

ohne digitale Ablenkung.<br />

Foto: Gastronovi<br />

Roomservice Digital<br />

Digital wird es sein,<br />

<strong>das</strong> Hotel der Zukunft<br />

– nicht nur in<br />

den Abläufen hinter<br />

den Kulissen, sondern<br />

auch im Gästeservice.<br />

Im Einsatz in der Hotellerie<br />

und Hotelgastronomie<br />

bietet <strong>das</strong><br />

Gäste-Bestellsystem<br />

von gastronovi für Hoteliers und Gäste passende digitale Lösungen.<br />

Gäste können sich bequem und unkompliziert via<br />

QR-Code Speisen und Getränke online aufs Zimmer bestellen,<br />

im Restaurant des Hotels einen Tisch für den Abend reservieren<br />

und auf Wunsch die Gerichte gleich vorbestellen. So<br />

können Hoteliers mit weniger Personal einen komfortablen<br />

Roomservice anbieten, denn die Bestellungen können durch<br />

den Gast selbst aufgegeben und anschließend vollautomatisch<br />

abgewickelt werden. Dank Vorbestellung können zudem<br />

die Abläufe besser geplant werden, da die Speisen ohne<br />

Zeitdruck vorbereitet und der Wareneinsatz optimal geplant<br />

werden kann. Das Ergebnis ist weniger Stress und Hektik in<br />

der Küche und zufriedenere Gäste, die sich über einen angenehmen<br />

Hotelaufenthalt freuen können.<br />

www.gastronovi.com<br />

Selbstbedienung<br />

hoch im Kurs<br />

In kleineren Hotels oder Pensionen<br />

rentiert sich eine Hotelbar<br />

oft nicht – aufgrund des vorherrschenden<br />

Personalmangels<br />

ist die Bar oft geschlossen, Hotelgäste<br />

möchten sich nicht an<br />

Bar- oder Küchenöffnungszeiten<br />

halten und auch später noch ein<br />

Gläschen Bier genießen. Genau dafür gibt es die Silexa Self-<br />

Serve Station. Sie steigert nicht nur den Umsatz, ohne zusätzlichen<br />

Aufwand zu generieren, sondern wird auch von Gästen<br />

gut aufgenommen. In den Selbstbedienungsstationen sind<br />

Snacks, Bier, Wein, Kaffee und Softdrinks mit der Zimmerkarte<br />

entnehmbar und werden direkt auf die Hotelrechnung<br />

gebucht. Schon heute setzen die großen Kreuzfahrtunternehmen<br />

und viele namhafte Hotels in den USA auf die individuellen<br />

Self-Service Systeme „Made in Austria“. Alle Systeme<br />

werden je nach Bedarf hergestellt, sind formschön und<br />

individuell an jedes Innenraumdesign anpassbar. Die Funktionalität<br />

ist selbsterklärend und für jedermann bedienbar. Den<br />

Stresstest haben die Self-Serve-Systeme von Redl bereits in<br />

Stadien, bei Festivals und Events absolviert.<br />

www.redl.net<br />

Foto: Redl


114 SPA-KONZEPTE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Ein Angebot für alle Sinne<br />

Moderne SPA-Behandlungen gehen heutzutage mit ihrem Angebot weit über die Grundidee<br />

hinaus. Entspannung als ursprüngliches Ziel ist nur mehr eine der Komponenten, mittlerweile<br />

steht der ganzheitliche Ansatz inklusive gesundheitlicher Präferenzen im Mittelpunkt.<br />

<br />

Von Petra Pachler<br />

Suiten mit eigener SPA-Galerie bietet <strong>das</strong> Alpine Hideaway Klosterhof in Bayern.<br />

Foto: Klosterhof<br />

Day SPA, Private SPA oder SPA im<br />

Hotelzimmer. Die SPA-Welt hat<br />

sich in den letzten Jahrzehnten<br />

gravierend verändert: Die Räumlichkeiten<br />

werden immer größer, die Ausstattung<br />

immer luxuriöser und mitunter,<br />

wie in Niederösterreich, entstehen sogar<br />

eigene SPA-Refugien.<br />

Hoteliers haben die Möglichkeit, sich<br />

mit speziellen Angeboten von der Masse<br />

abzuheben und sich einen individuellen<br />

Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.<br />

Inszenierte Wellnessbereiche sind<br />

in der gehobenen Hotellerie bereits fixer<br />

Bestandteil und <strong>das</strong> Wesentlich dabei ist<br />

ein roter Faden, der sich durchzieht. Im<br />

Idealfall passt <strong>das</strong> SPA-Konzept zur Philosophie<br />

des Hauses. Nicht selten ist es<br />

auch der Standort, der über die Ausrichtung<br />

entscheidet. Liegt ein Hotel inmitten<br />

des Waldes, so wird dieser gerne in<br />

Form von Anwendungen ins Haus geholt,<br />

genauso aber auch bei der Ausstattung.<br />

Wald-SPA nennt sich <strong>das</strong> dann zum<br />

Beispiel im Hotel Forsthofgut, dessen Ursprung<br />

in einem Forstbetrieb liegt und<br />

<strong>das</strong> Thema Wald somit im Mittelpunkt<br />

steht. Anwendungen auf der Waldlichtung<br />

gehören hier genauso dazu, wie die<br />

Verwendung heimischer Hölzer und <strong>das</strong><br />

Wasser für die Felsendusche kommt aus<br />

der eignen Quelle. Der neue Onsenpool<br />

im waldSPA hat, wie in den Badehäusern<br />

Japans, 42 Grad, und auch die Waschrituale<br />

gleichen jenen in Japan. 5.700 m2<br />

hat <strong>das</strong> WaldSPA, in dem es Adults only<br />

heißt.<br />

www.forsthofgut.at<br />

Alles aus dem Wald<br />

Ähnlich verfährt <strong>das</strong> Südtiroler Hotel<br />

Tann. Chefin Barbaras verwendet alles<br />

aus dem Wald in ihrer Waldküche, im<br />

SPA holen Salzstein-Behandlungen mit<br />

einem Hauspeeling aus Fichtengranulat<br />

und Bergkristall und die Waldkraft aus<br />

Birkenblättern, Brennnessel, Wacholder,<br />

Fichtengranulat, Edelweiß und Getreidekleie<br />

als Badezusatz die Natur ins Haus.<br />

Was der Wald zu Tage bringt, findet im<br />

Tann auch seinen Weg in die hauseigene<br />

Pflegelinie.<br />

Das Wellness-Angebot mit den drei<br />

Stationen Brotbad, Brechelbad und Zirbenstüberl<br />

90°C.orientiert sich an der<br />

Tradition. Im Brotbad duftet es nach<br />

frisch gebackenem Brot, <strong>das</strong> gerade im<br />

Backofen ist und in der milden, trockenen<br />

Restwärme des Backofens saunieren<br />

dann die Hotelgäste. Im Brechelbad,<br />

ursprünglich zur Gewinnung von Flachsfasern<br />

errichtet, und damals schon als<br />

„Badstubn“ bezeichnet, entfalten Tannenzweige<br />

und -zapfen ihre natürlichen<br />

Wirkstoffe. Das urige Dampfbad aus Altholz<br />

und einer Wärme von 60 Grad folgt<br />

einer alten bäuerlichen Tradition und im<br />

Zirbenstüberl werden bei 90 Grad die<br />

Inhaltsstoffe des Urbaums Zirbelkiefer<br />

aktiviert. Das Angebot entspricht dem<br />

Zeitgeist: Alte Traditionen, Rezepte und<br />

Anwendungen werden kombiniert mit


1-2/20<strong>22</strong> SPA-KONZEPTE<br />

115<br />

Foto: Hotel Amonti & Lunaris<br />

Ein ganzjährig beheizter Pool, wie im südtiroler Hotel Amonti & Lunaris, ist<br />

mittlerweile ein Muss im gehobenen SPA-Segment.<br />

Die Eislounge im Schlosspark Mauerbach.<br />

Foto: Barbara Whirl<br />

modernen Techniken und sind damit<br />

Trend.<br />

www.tann.it<br />

Es muss die Sinne ansprechen<br />

Was aber muss ein erfolgreiches SPA nun<br />

wirklich bieten? Wir von <strong>GASTRO</strong> haben<br />

dazu SPA-Experten Wolfgang Falkner befragt,<br />

der mit seinem SpaCamp als Ideenwerkstatt<br />

für die SPA- und Wellness-<br />

Hotellerie sowie die SPA-Industrie beste<br />

Einblicke in die Branche hat.<br />

„Ein erfolgreiches SPA muss in erster<br />

Linie seine Gäste berühren. Die Basics,<br />

wie Wasserfläche, Sauna-Bereich,<br />

Ruhezonen, Aktiv- und Fitnessbereich,<br />

SPA-Bistro etc. abgestimmt auf <strong>das</strong> SPA-<br />

Konzept, müssen vorhanden sein. Beim<br />

SPA-Menü, den Treatments gilt, weniger<br />

ist mehr und beim SPA-Team sollte<br />

nicht gespart werden. Immerhin sind es<br />

die Mitarbeiter, die dafür sorgen, <strong>das</strong>s sich<br />

die Gäste im Haus wirklich willkommen<br />

fühlen und loslassen können.“<br />

Heimisches auf dem Körper<br />

Natur, Nachhaltigkeit, Regionalität. Die<br />

aktuellen Themen im SPA ähneln jenen,<br />

die seit geraumer Zeit die Richtung in der<br />

Gastronomie und Hotellerie ganz allgemein<br />

vorgeben. Nachhaltigkeit ist nicht<br />

nur ein Gebot der Stunde, sondern bedeutet<br />

für Unternehmen langfristig sowohl<br />

Wirtschaftlichkeit als auch Langlebigkeit.<br />

Ein eigener Hotelgarten zählt<br />

mittlerweile zum Must-have jener Häuser,<br />

die auf Regionalität setzen. Im Hotel<br />

Ebner’s Waldhof am Fuschlsee werden<br />

die Produkte aus dem hauseigenen<br />

Kräutergarten zu Destillaten verarbeitet.<br />

Diese Hydrolate entstehen bei der Wasserdampf-Destillation<br />

von Blüten, Blättern,<br />

Samen oder Wurzeln und werden<br />

für Bäder, Saunaaufgüsse, Cremen oder<br />

Seifen verwendet. Die Gäste können bei<br />

der Entstehung zusehen und sich dann<br />

auch gleich für eine Behandlungen entscheiden.<br />

Mit seiner 4000m2 Wellnesswelt<br />

auf drei Ebenen war Ebner’s Waldhof<br />

von Anfang an bei den Großen der Branche<br />

dabei.<br />

www.ebners-waldhof.at<br />

Das SPA im Turm<br />

Ein SPA-Bereich ist nicht genug? Es<br />

scheint so, denn wie sonst könnte ein<br />

ganzer SPA-Turm entstehen, der trotz<br />

ordentlicher Preise ein Riesenerfolg ist.<br />

Das SILENT SPA der Weinviertler Therme<br />

Laa (ein Resort der VAMED) mit einer<br />

Gesamtfläche von rund 3600 m2 und<br />

einer Gesamtkapazität von 140 Gästen<br />

bietet exklusiven Premium Day SPA<br />

(Adults only) für die Wellness-Profis.<br />

Auf dem Areal der Therme Laa wurde<br />

2016 <strong>das</strong> Refugium geschaffen und auch<br />

gleich im ersten Jahr mit dem „European<br />

Health & Spa Award“ und dem „World<br />

Luxury Spa Award“ ausgezeichnet. Das<br />

Thermalwasser aus der Therme, sanftes<br />

Licht, edle Materialien und nicht zuletzt<br />

exquisiter Service, stehen für <strong>das</strong> besondere<br />

Erholungserlebnis. Die Gäste erhalten<br />

beim Check-In eine Wellness-Robe,<br />

den Snack bringt der Butler und <strong>das</strong> neueste<br />

Package „SILENT SPA Bachelorette<br />

Vorbereitung der Sauna Brechlbad im<br />

Hotel Tann.<br />

Foto: Hotel Tann<br />

Paket“ für den luxuriösen Junggesellennabschied<br />

zeigt, wohin die Richtung im<br />

SPA-Bereich geht. Nämlich ein Event für<br />

besondere Anlässe, der auch etwas kosten<br />

darf.<br />

Das Ambiente im Silent SPA entsteht<br />

auch durch die Architektur und hier hat<br />

Architekt Wolfgang Vanek die Elemente<br />

sakraler Baukunst mit dem Luxus moderner<br />

Badekultur kombiniert: Vier Ellipsen<br />

mit individueller Gestaltung bieten einmal<br />

Raum für den Liegebereich und ein<br />

anderes Mal Platz für SPA-Suiten. Das<br />

Gästeklientel ist mit einem Tagespreis<br />

von 101 € klar definiert.<br />

www.silentspa.at<br />

Südtiroler Wellness-Tempel<br />

Im Südtiroler Hotel Amonti & Lunaris<br />

gibt es seit dem Sommer mit dem Sky-<br />

Garden eine Erholungs-Area in luftige<br />

Höhe. Das Rooftop mit über 6.000<br />

m2 Wellness- und Spa-Fläche inklusive


116 SPA-KONZEPTE<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Vier Ellipsen bilden die Wasserlandschaft im Silent SPA, mit einem Kaskadenbrunnen<br />

im achteckigen Turm als Zentrum.<br />

Foto: ideenladen<br />

In Ebner‘s Waldhof werden die Pflanzen<br />

selbst destilliert.<br />

Foto: Ebner’s Waldhof<br />

Sunset Sky Pool wurde als Adults-Only-<br />

Zone deklariert und ist ein Geheimtipp<br />

für Profi-Wellnesser, denn <strong>das</strong> Zauberwort<br />

hier heißt Ruhe! Was auch einen<br />

wesentlichen Faktor bei diesem Thema<br />

zeigt: Es muss eine klare Trennung zwischen<br />

Familien- und Wellnessbereichen<br />

in der Hotellerie herrschen, denn sonst<br />

verliert man langfristig beide Zielgruppen.<br />

www.wellnessresort.it<br />

Day SPA mit Zimmer<br />

Das Day SPA als Auszeit vom Alltag<br />

sollte sich immer im Gesamt-Angebot<br />

widerspiegeln und auch entsprechend<br />

beginnen. Im Schlosshotel Mauerbach,<br />

unweit von Wien, trifft beides zu: Die<br />

Gäste starten mit einem Frühstück in<br />

ihren Wellness-Tag, der auch ein Hotelzimmer<br />

mit voller Nutzung beinhaltet.<br />

Einchecken kann hier also wörtlich genommen<br />

werden, denn Day-SPA Gäste<br />

haben die Möglichkeit, sich zwischen 9<br />

– 18 Uhr in ihr Zimmer zurückzuziehen<br />

– nach dem Light Lunch im SPA-Bistro<br />

oder dem Waldtreatment. Die Wellness-Angebote<br />

im Waldrefugium orientieren<br />

sich am nahen Wienerwald: eine<br />

Wald-Sauna, die Wellness-Packages<br />

„Wald-Kraft“ und „Wald-Ruhe“ und der<br />

ganzjährig verfügbare Außenpool mit<br />

31°C inklusive Waldblick. Die Badetasche<br />

mit Bademantel- und tüchern ist<br />

ebenso inkludiert wie die Mineralwasser-Flasche<br />

am Zimmer. Mit der neuen<br />

Eislounge wurde ein innovativer Gegenpol<br />

zum Wald geschaffen. Die Nähe zu<br />

Wien und die Tatsache einer einfachen<br />

öffentlichen Anreise, beschert dem Hotel<br />

mit fast zehn Tagesgästen eine gute<br />

Auslastung des Day SPA. Was dem Hotel<br />

mit seinem Fokus auf Seminargästen<br />

ein zweites Standbein bietet. Der klassische<br />

Wellnessgast kommt zu zweit und<br />

gönnt sich mit Partner oder Freundin einen<br />

Urlaubstag – und ist räumlich vom<br />

Seminargast völlig getrennt.<br />

www.schlosspark.at<br />

Man arbeitet mit dem,<br />

was man hat!<br />

Im Forsthofgut und dem Schlosspark<br />

Mauerbach ist es der Wald, in der alpinen<br />

Hotellerie kommt die Alpine Wellness<br />

zur Anwendung und auf der Alm<br />

wird dieser Tradition gehuldigt. Wie im<br />

Almwellnesshotel Tuffbad im Lesachtal,<br />

wo <strong>das</strong> Bergheu mitsamt dem Wissen<br />

um seine Wirkung in die Signature<br />

Treatments einfließt.<br />

Klosterhof<br />

Zweisamkeit ist beim Wellnessen <strong>das</strong><br />

große Thema und die Hoteliers überbieten<br />

sich mit entsprechenden Angeboten.<br />

Das stundenweise zu buchende Private-<br />

SPA im Wellnessbereich ist mittlerweile<br />

nichts Neues mehr, der Renner derzeit<br />

sind ganze SPA-Suiten im Zimmer-Angebot.<br />

Im bayerischen Klosterhof erwarten<br />

Gäste SPA-Lofts und SPA-Suiten mit eigenem<br />

Whirlpool und Infrarotsauna. Die<br />

fünf SPA-Lofts im Vier-Sterne-Superior<br />

Hotel in Bad Reichenhall verfügen jeweils<br />

über zwei Stockwerke mit eigener SPA-<br />

Galerie, Unten wird gewohnt und oben<br />

mit Whirlwanne und Sauna entspannt.<br />

Hochwertige Armaturen und Waschtische<br />

verleihen dem Ganzen ein luxuriöses<br />

Ambiente und mit dem Baustoff Apfelholz<br />

ist auch die Richtung definiert:<br />

Der Apfel als Sinnbild der Verführung ist<br />

Ausdruck vom Erlebnis für alle Sinne.<br />

www.klosterhof.de<br />

Qualität zählt!<br />

Neue SPA- und Wellnesskonzepte gehen<br />

fast ausschließlich nur mehr in die Tiefe.<br />

Qualität, Fachpersonal, Luxus und Differenzierung<br />

kennzeichnen die Konzepte.<br />

Auch eine neue Deko und/oder die Installation<br />

eines indirekten Lichtes sorgt<br />

für ein völlig neues Ambiente.<br />

Und was zählt wirklich? Trotz aller<br />

modernen Angebote sind Massagen noch<br />

immer der Renner, denn der Gast will persönlich<br />

betreut werden. Gerne auch auf<br />

Liegen mit Quarzsand und „heilender“<br />

Musik.<br />

Und damit sind wir beim Wesentlichen,<br />

den Mitarbeitern. Sie sorgen dafür,<br />

<strong>das</strong>s beim Gast ein bleibender Eindruck<br />

entsteht. Fachkompetenz zählt hier<br />

ebenso wie Sozialkompetenz. Denn nirgendwo<br />

sonst ist man so persönlich unterwegs,<br />

wie in diesem Bereich. Um sich<br />

abzuheben, gilt für den Hotelier, neben einer<br />

individuellen Linie vor allem in bestens<br />

geschulte Mitarbeiter zu investieren.<br />

Sie sind der wahre Schlüssel zum Erfolg.<br />

Mit einem gut ausgestatteten Wellnessbereich<br />

bleiben Gäste länger und<br />

sind auch bereit, Geld auszugeben.


1-2/20<strong>22</strong> SPA-KONZEPTE<br />

117<br />

SPA ist Verführung!<br />

Interview mit Wolfgang Falkner, Geschäftsführer SpaCamp.<br />

Wie entstehen SPA-Konzepte?<br />

Ein SPA-Konzept entsteht im Idealfall<br />

von innen, aus dem Hotel, heraus. Die<br />

Inhaber und SPA-Manager kennen ihre<br />

Gäste wie niemand anderer. Es lohnt<br />

sich, auch engagierte Hotel-Mitarbeiter<br />

einzuladen, sich einzubringen. Um<br />

einen zusätzlichen Blick von außen zu<br />

haben und der Betriebsblindheit gegenzusteuern,<br />

macht es aber auch Sinn, sich<br />

Hilfe beim Abwägen der Ideen zu holen.<br />

Was ich in meiner Erfahrung als Veranstalter<br />

des SpaCamp sehe, <strong>das</strong>s vor allem<br />

dort vorbildliche SPA-Konzepte<br />

entstehen, wo die Menschen im regen<br />

Austausch mit Kollegen sind, um Ideen<br />

immer wieder zu hinterfragen und optimieren.<br />

Dann entsteht <strong>das</strong> Besondere<br />

und genau <strong>das</strong> schätzt der Gast.<br />

Klar, Regionalität spielt zum Glück<br />

bei der Ausrichtung heute eine wesentliche<br />

Rolle. Aber, lediglich Kosmetikprodukte<br />

mit heimischen Kräutern ins<br />

Sortiment zu stellen, ist zu wenig. Der<br />

Gast möchte den Ort, die Geschichte,<br />

die Menschen spüren. Inspiration entsteht<br />

aber erst dann, wenn die regionalen<br />

Schätze mit Weltoffenheit gepaart<br />

sind. Es darf kreativ sein! Kurz: Auf Alpenchic<br />

mit Hirschgeweihen würde ich<br />

heute, wenn ich Hotelier wäre, getrost<br />

verzichten.<br />

Wie werden SPA-Konzepte<br />

umgesetzt?<br />

Hier empfiehlt sich eine enge Zusammenarbeit<br />

zwischen allen Beteiligten:<br />

Hotelier, SPA-Manager, SPA-Berater,<br />

Architekt. Wichtig ist, <strong>das</strong>s der Architekt<br />

auch Erfahrung mit SPA-Bereichen<br />

hat. Wir hatten beim vergangenen Spa-<br />

Camp einige spannende Diskussionen<br />

Foto: Jasmin Walter<br />

zum Thema SPA-Räume. Es geht nicht<br />

darum, abzulenken oder zu verführen,<br />

sondern den Gast in den Flow zu bringen.<br />

Die grundsätzliche Frage neben<br />

der Funktionalität lautet: „Wie kann ein<br />

Raum aussehen, riechen, sich anfühlen,<br />

damit er wirklich berührt und eine langanhaltende,<br />

erholende Wirkung hat?“ –<br />

<strong>das</strong> nennt man dann Healing Architecture<br />

und darum geht es.<br />

In welche Richtung gehen die<br />

Trends?<br />

Bei Trends bin ich immer vorsichtig.<br />

Man sollte sie auf dem Schirm haben,<br />

aber man sollte ihnen nicht blind folgen.<br />

Denn Trends ändern sich und wenn jeder<br />

einem Trend folgt, wird es schnell<br />

langweilig. Sicher, Corona hat einiges<br />

bewirkt und <strong>das</strong> Thema Nachhaltigkeit<br />

weiter vorangebracht. Die Menschen<br />

sind bewusster geworden und achten<br />

mehr auf ihre Gesundheit. Und <strong>das</strong><br />

wird auch für längere Zeit so bleiben.<br />

Ich denke, <strong>das</strong>s dann aber <strong>das</strong> Thema<br />

menschliche Berührung bei Massagen<br />

wieder eine neue Renaissance erleben<br />

wird. Darum bin ich auch sehr skeptisch,<br />

was berührungslose Treatments<br />

angeht. Aktuell wird viel darüber diskutiert,<br />

wie mentale Gesundheit im SPA in<br />

den Vordergrund treten kann. Und hier<br />

möchte ich auf die Philosophin Ariadne<br />

von Schirach verweisen, die auch schon<br />

als Keynote beim SpaCamp mit dabei<br />

war und soeben ihr neues Buch „Glücksversuche:<br />

Von der Kunst, mit seiner Seele<br />

zu sprechen“ veröffentlicht hat. Glück<br />

ist nicht im Überfluss zu finden, sondern<br />

in vielen kleinen Dingen und wie<br />

man diese betrachtet.<br />

Am Thema Nachhaltigkeit kommt<br />

heute keiner mehr vorbei. Wie<br />

sieht es dabei im SPA aus?<br />

Beim Neubau ist es wichtig, sich im Vorfeld<br />

über die Nachhaltigkeitsziele der<br />

UN, den sogenannten SDGs (Sustainable<br />

Development Goals) vertraut zu<br />

machen und gegebenfalls einen Nachhaltigkeitsexperten<br />

mit ins Boot zu nehmen.<br />

Die Reduktion des CO2-Ausstoßes<br />

ist kein Nice to Have, sondern ein Must.<br />

Die Inhaber-Familie Zelger-Mahlknecht<br />

vom Südtiroler Hotel Pfösl ist<br />

Vorreiter in diesem Bereich und hier<br />

zeigt sich, <strong>das</strong>s diese nur mit Überzeugung<br />

und auch ganzheitlich umgesetzt<br />

werden kann. Ein grünes Mäntelchen<br />

ist zu wenig und auch nicht langfristig<br />

glaubwürdig. Echte Nachhaltigkeit erfordert<br />

viele Schritte – von nachwachsenden<br />

Rohstoffen bei den Baumaterialien,<br />

der Energierückgewinnung, die<br />

vor allem im SPA-Bereich ein wesentliches<br />

Thema ist und da gibt es noch viel<br />

in der Top-Spa-Hotellerie zu tun. Am<br />

28. März 20<strong>22</strong> wird beim 2. SpaCamp<br />

Focus Day <strong>das</strong> Thema Nachhaltigkeit<br />

diskutiert.<br />

info<br />

Das SpaCamp ist die deutschsprachige Ideenwerkstatt für die SPA- und Wellness-Hotellerie, den Gesundheitstourismus,<br />

Day Spas sowie die Spa-Industrie. Im November 2021 fand die Fachveranstaltung bereits<br />

zum 12. Mal statt, Ziel der Teilnehmer ist es, sich offen auszutauschen, neue Ideen zu diskutieren und gemeinsam<br />

praxisnahe Ergebnisse zu schaffen. Initiator und Veranstalter ist Wolfgang Falkner.<br />

www.spacamp.net


118 GREEN TOURISM<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

GreenSign<br />

Zertifizierung<br />

Die neuesten mit dem GreenSign<br />

zertifizierten Hotels stammen<br />

aus der Seetelhotels Gruppe. Der<br />

Umweltplan und <strong>das</strong> Managementprogramm<br />

von GreenSign<br />

wurden hier in allen Häusern integriert.<br />

Von den acht Hotels auf<br />

der Insel Usedom wurden zwei<br />

Häuser bereits Ende 2021 vom<br />

InfraCert Institut auditiert, somit<br />

konnte ihnen bereits <strong>das</strong> Green-<br />

Sign Zertifikat verliehen werden.<br />

Die anderen sechs Audits in den<br />

Seetelhotels sind für Anfang diesen<br />

Jahres angekündigt. Hoteliers<br />

sind heute neuen Herausforderungen<br />

ausgesetzt, denn die<br />

Erwartungen an <strong>das</strong> Verantwortungsbewusstsein,<br />

ein wertschätzendes<br />

Miteinander und den Klimaschutz<br />

steigen. Die praxisnahe,<br />

transparente und GSTC konforme<br />

Nachhaltigkeits-Zertifizierung<br />

GreenSign ermöglicht Hotels<br />

eine Positionierung als nachhaltiger<br />

Betrieb im nationalen und<br />

internationalen Markt und unterstützt<br />

eine Weiterentwicklung<br />

der Nachhaltigkeitsleistung. Das<br />

integrierte und ausgereifte Prüfsystem<br />

strukturiert, evaluiert und<br />

dokumentiert ökologische, soziale<br />

und ökonomische Aspekte der<br />

Hotelführung in acht Kernbereichen.<br />

Zusätzlich beinhaltet die<br />

Zertifizierung den CO2-Fußabdruck<br />

für die Unternehmen.<br />

www.greensign.at<br />

GREEN<br />

FUTURE<br />

Foto: Anja Engel<br />

Südtirols erster Upcycling<br />

Concept Store<br />

In der Brixner Altstadt lässt es sich gemütlich<br />

schlendern - eine Szene mit jungen<br />

Künstlern, Tüftlern und Architekten<br />

hat hier Einzug gehalten und versteckte<br />

Manufakturen bieten hochwertiges<br />

Kunsthandwerk. Kunstvolle Lampen aus<br />

Herbstlaub und biologischem Harz, feines<br />

Lederhandwerk, Glas- und Metallkunst<br />

sind zu finden. Eines sticht hier<br />

besonders ins Auge: Südtirols erster Upcycling<br />

Concept Store, eröffnet 2015 in<br />

der Brixner Stadelgasse. Doris Raffeiner<br />

ist Gründungsmitglied und Präsidentin<br />

der Sozialgenossenschaft „WiaNui“. Begonnen<br />

hat alles mit einer Ausstellung<br />

über Upcycling im Astra Kino in Brixen.<br />

Bei der Ausstellung wurde ein Überblick<br />

über Upcycling in den verschiedenen<br />

Ländern gegeben und auch ein Blick auf<br />

Außergewöhnliches<br />

Energiekonzept<br />

Im Salzburger Leogang verwandelt sich<br />

<strong>das</strong> seit zehn Jahren bestehende Priesteregg,<br />

und startet innovativer denn je<br />

in die Zukunft. Gleichzeitig erweitert<br />

<strong>das</strong> Priesteregg Premium Eco Resort sein<br />

Portfolio um die Villa Etaner, die Wilderer<br />

Villa und <strong>das</strong> Priesteregg Bad. Hierfür<br />

haben sich die Gastgeber Renate und<br />

Huwi Oberlader die deutsche Viessmann<br />

Group mit ins Boot geholt. Gemeinsam<br />

mit den Spezialisten wurde über zwei<br />

Jahre ein revolutionäres und einzigartiges<br />

Zusammenspiel von sieben Energiesystemen,<br />

welches alle Chalets, Villen und<br />

<strong>das</strong> Bad mit Wärme, Wasser und Strom<br />

versorg, entwickelt. Sonne, Erde, Abwasser-Wärmerückgewinnung,<br />

Biomasse<br />

und Biogas dienen als Energiequellen für<br />

die ökologische Energieerzeugung. Der<br />

Übernachtungspreis für die Villa Etaner<br />

startet bei 800 Euro pro Person inklusive<br />

Frühstück und Premiumservice. In der<br />

Wilderer Villa wohnt man ab 490 Euro<br />

die Situation in Südtirol geworfen. Die<br />

Ausstellung mit Südtiroler Designers und<br />

Workshops für Schulklassen war ein voller<br />

Erfolg. Danach hat Raffeiner mit zwei<br />

Freundinnen die Sozialgenossenschaft<br />

„WiaNui“ gegründet.<br />

www.wianui.eu<br />

pro Person und Nacht inklusive Frühstück.<br />

Während ihres Aufenthaltes kommen<br />

alle Gäste in den Genuss des neuen<br />

Priesteregg Bad mit Himmelbecken,<br />

der original Lappland-Rauchsauna, Ruhebereichen<br />

designed von Holzbildhauer<br />

Gottfried Kaschnig und dem Angebot<br />

an Massagen und Körperbehandlungen<br />

in den 200 Jahre alten Troadkasten.<br />

www.priesteregg.at<br />

Foto: Michael Pedevilla<br />

Foto: PRIESTEREGG Premium ECO Resort_<br />

guenterstandl.de


1-2/20<strong>22</strong> TOURISMUS & HOTELLERIE<br />

Richtig liegen,<br />

gut entspannen<br />

Schneekabine als<br />

SPA-Erlebnis<br />

Das Unternehmen TechnoAlpin garantiert<br />

erstklassige Schneequalität für<br />

einmalige Wintererlebnisse auf der ganzen<br />

Welt. Durch Investitionen im Bereich<br />

der Forschung und Entwicklung hat sich<br />

<strong>das</strong> Unternehmen zum Innovationsführer<br />

der Branche entwickelt. TechnoAlpin<br />

sorgt für optimale Lösungen von Beschneiungsanlagen<br />

weltweit, die Indoor<br />

Snow Konzepte ermöglichen Erlebnisse<br />

mit Schnee an verschiedenen Orten.<br />

Vom klassischen Indoor Skifahren über<br />

Shopping Locations bis hin zu Schnee für<br />

Hotels und Wellnessbereiche. Vom Snow<br />

Room mit 10 m2 bis hin zu den größten<br />

Skihallen der Welt mit 50.000 m2 beschneiter<br />

Fläche gibt es verschiedenste<br />

technische Lösungen. Sogar Schnee<br />

bei warmen Temperaturen von bis zu<br />

+25°C ist möglich. Ein SnowRoom überrascht<br />

mit echtem Pulverschnee mitten<br />

in der Saunalandschaft, im Geschäft oder<br />

bei Veranstaltungen. TechnoAlpin bietet<br />

maßgeschneiderte SnowRooms an,<br />

<strong>das</strong> Design wird je nach Kundenwunsch<br />

Karasek Wellness-Möbel sind<br />

eine Oase zum Wohlfühlen und<br />

Entspannen. Seit Jahrzehnten ist<br />

Karasek professioneller Ausstatter<br />

von Wellnessbereichen im gesamten<br />

europäischen Raum. Geprüfte<br />

Qualität und mit dem GS<br />

Zeichen versehene Produkte überzeugen<br />

sowohl große Thermenbetreiber<br />

als auch den SPA-Bereich<br />

im Familienhotel. Neu bei Karasek<br />

ist die Barbados Stapelliege<br />

mit ihrem modernen und eleganten Design,<br />

welche als Ergänzung zur Barbados<br />

Kippliege und dem Barbados Deckchair<br />

entworfen wurde. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten<br />

in Modell, Gestell-<br />

und Bespannungsfarbe bieten eine<br />

Vielzahl von Varianten, sich den Wellnessbereich<br />

ganz nach den eigenen Vorstellungen<br />

zu gestalten.<br />

www.karasek.co.at<br />

und lokaler Gegebenheit angepasst. Drei<br />

Komponenten machen <strong>das</strong> funktionierende<br />

System aus: Die Schneekabine<br />

wird aus hochwertigen Materialien mit<br />

besten Isoliereigenschaften hergestellt.<br />

Die zentrale technische Anlage versorgt<br />

den Raum mit kalter Luft sowie Wasser<br />

und steuert die Schneeproduktion. Durch<br />

die Rückkühlung wird <strong>das</strong> System dann<br />

laufend gekühlt.<br />

www.technoalpin.com<br />

Foto: Karasek<br />

Foto: TechnoAlpin<br />

Foto: Wäschekrone<br />

119<br />

Waffelstruktur-<br />

Frottierwäsche<br />

Wäschekrone, der Laichinger<br />

Hotelwäschespezialist, wartet<br />

auf der Internorga am Stand 204 in<br />

Halle B1.EG mit spannenden Produkt-Neuheiten<br />

auf. Ein besonderes<br />

Highlight für die Ausstattung<br />

des Hotelbadezimmers und Saunabereichs<br />

ist die neue, flauschige<br />

Frottierwäsche-Linie mit Waffelstruktur.<br />

Diese punktet neben ihrer<br />

modernen Optik mit einer besonders<br />

langlebigen Qualität und dem<br />

„Made in Green by Oeko-Tex“-Siegel.<br />

Darüber hinaus präsentiert<br />

Wäschekrone die Outdoor-Tischwäsche<br />

„Triangolo“ – einen idealen<br />

Begleiter für den reduziert-modernen<br />

Look. Die neuen kuscheligweichen<br />

Zwirnfrottier-Tücher mit<br />

moderner Waffelstruktur sind gleichermaßen<br />

anschmiegsam wie<br />

saugfähig. Die Webtechnik mit einer<br />

speziellen Doppelnaht macht<br />

die aus 100 Prozent Baumwolle gefertigte<br />

Frottierwäsche zudem besonders<br />

strapazierfähig – ideal für<br />

den langfristigen Einsatz im Hotelzimmer<br />

sowie Saunabereich.<br />

Die Tücher sind in den drei Farbvarianten<br />

Weiß, Beige sowie Anthrazit<br />

erhältlich und runden den<br />

Gesamteindruck der Wohlfühlbereiche<br />

ab. Bei größeren Aufträgen<br />

lassen sich zudem individuelle<br />

Kundenwünsche hinsichtlich Größen,<br />

Design oder auch Farbvarianten<br />

umsetzen.<br />

www.waeschekrone.de


120 THERMENKULINARIK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Nur Pommes waren gestern!<br />

Was braucht es, um Besucher in eine Therme zu locken? Neben dem Spaßfaktor und einem<br />

ausgeklügelten Entspannungs- und Wasserangebot, ist es immer die Kulinarik, die einen<br />

entscheidenden Faktor darstellt. <br />

Von Petra Pachler<br />

Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf<br />

Längst vorbei sind die Zeiten von<br />

Pommes & Co., deren einzige<br />

Funktion im Sattmachen lagen<br />

und Genuss beim Thermenbesuch<br />

noch keine Rolle spielte. Ähnlich<br />

wie auf den Skihütten, entwickelt sich<br />

auch hier eine Schiene, die neben dem<br />

Genuss auch immer öfter auf den Gesundheitsfaktor<br />

abzielt. Denn auch der<br />

Thermenbesuch erhält <strong>das</strong> Mascherl<br />

der Gesundheit, er soll nicht nur entspannen,<br />

sondern auch dem – langfristigen<br />

– Wohlbefinden dienen. Fettes Essen<br />

ohne Salat oder Gemüse passen hier<br />

nicht dazu.<br />

Also wird eifrig an Konzepten gefeilt,<br />

die der Kulinarik nicht nur <strong>das</strong> Attribut<br />

des Genusses verleihen. Essen soll auch<br />

möglichst frisch gekocht und weitgehend<br />

regional sein. Letzteres ist bekanntermaßen<br />

kein Alleinstellungsmerkmal,<br />

sondern ein Trend, der in der Gastronomie<br />

schon länger anhält. Er zeigt aber,<br />

<strong>das</strong>s die Thermenverpflegung aufholt<br />

und sich eindeutig in Richtung Restaurant<br />

entwickelt.<br />

Noch ein wesentlicher Faktor ist die<br />

Tatsache, <strong>das</strong>s ein Tages-Thermenbesuch<br />

immer häufiger zum Kurz-Urlaub<br />

mutiert – und dabei ist gutes Essen ein<br />

Must-have.<br />

Neues Konzept, neue<br />

Positionierung<br />

Bestes Beispiel ist die Therme Loipersdorf<br />

(Thermencheck Silber Award 2021), übrigens<br />

die älteste Therme des Landes, die<br />

schon seit geraumer Zeit auf Genuss setzt.<br />

Herzstück des kulinarischen Angebots<br />

ist zweifelsohne <strong>das</strong> Marktrestaurant,<br />

hier werden Evergreens mit regionalen<br />

und saisonalen Produkten zubereitet<br />

und ergänzt. Die Zielgruppe der<br />

Familien schätzt hier <strong>das</strong> Angebot in<br />

Buffetform genauso, wie die Burger-Station.<br />

Schon seit geraumer Zeit hat <strong>das</strong><br />

Marktrestaurant die Auszeichnung des<br />

steirischen Kulinariums inne und der<br />

Begriff „Markt“, als Synonym für Frische,<br />

definiert <strong>das</strong> Angebot der heimischen,<br />

AMA-zertifizierten Produkte eindeutig.<br />

Im Don Camillo, dem italienischen<br />

Restaurant mit Bedienung, werden Pizza,<br />

Pasta und Co. über Don Camillo bezogen.<br />

Das Unternehmen fungiert als Franchise-Partner<br />

vorrangig in Wien und der<br />

Steiermark. Vinophile werden hier eben-


1-2/20<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />

121<br />

falls bestens versorgt, was durchaus passend<br />

ist, gilt doch die steirische Thermenregion<br />

als steirische Toskana.<br />

In der Speiserei, die im „adults only“<br />

Bereich des Schaffelbades angesiedelt<br />

ist, sind der regionale Vulkanland Schinkenteller,<br />

<strong>das</strong> Kalbswiener und Kartoffelpuffer<br />

die Highlights und damit auch<br />

wirklich alle zu ihrem kulinarischen Genuss<br />

kommen, geht hier der Butler mit<br />

dem Servicewagen durch und offeriert<br />

die Köstlichkeiten aus Marco Kirschners<br />

Küche. Dieser deckt seinen Bedarf an<br />

Lebensmitteln mit dem Fokus auf Regionalität<br />

sowohl vom Großhandel als<br />

auch von regionalen Bauern und die<br />

Kräuter kommen aus dem thermeneigenen<br />

Hochbeet. Auf Nachfrage heißt es<br />

aber, <strong>das</strong>s der Klassiker Pommes Frites<br />

trotz des Trends zu gesunder Kost nicht<br />

von der Karte wegzudenken sei. Was bei<br />

den Restaurants der Therme Loipersdorf<br />

als besonders gelten kann: Obwohl<br />

Marktrestaurant, Don Camillo und auch<br />

die Speiserei auch für externe Gäste zugängig<br />

sind, können alle Gastrobetriebe<br />

in Badekleidung benützt werden.<br />

www.therme.at<br />

Der Dresscode im Thermenrestaurant ist der Bademantel.<br />

Foto: Thermenresort Loipersdorf<br />

Genusstempel<br />

Der Duft von altem Fett und lange<br />

Schlangen gehören der Vergangenheit<br />

an, denn Thermenrestaurants sind Genusstempel<br />

geworden.<br />

Wer heute ein Tagesticket (Durchschnittspreis<br />

35,00 €) für eine Therme<br />

löst, muss ohnehin tief in die Tasche<br />

greifen und erwartet im Zuge dessen<br />

auch ein gehobenes gastronomisches<br />

Angebot, <strong>das</strong> ruhig auch etwas kosten<br />

darf. 15 Euro kostet im Schnitt ein<br />

Menü, im Vergleich: Vor zehn Jahren waren<br />

es zehn Euro.<br />

Wurde früher vorrangig von extern<br />

angeliefert, so leisten sich heute immer<br />

mehr Thermen eine eigene Küche und<br />

setzen auf Frische – und auf eine eigene<br />

Linie. Im besten Fall zieht sich diese<br />

durch <strong>das</strong> gesamte Thermenangebot,<br />

wie dies bei der Heiltherme Bad<br />

Waltersdorf der Fall ist. Dort dominiert<br />

die TSM, die Traditionell Steirische Medizin,<br />

<strong>das</strong> Spa-Geschehen und seit einiger<br />

Zeit auch jenes in der Küche.<br />

Warum in die Ferne schweifen? Das<br />

Gute liegt so nah! Nach diesem Motto<br />

wurde <strong>das</strong> über Jahrhunderte erhaltene<br />

Heilwissen in der Oststeiermark als<br />

Markenkern positioniert. Gepaart mit<br />

regionalen Naturprodukten und wissenschaftlichen<br />

Erkenntnissen ist dies die<br />

Basis für die „Traditionell Steirische Medizin®“.<br />

(TSM®).<br />

80 Prozent der Österreicher ziehen<br />

regionale Lebensmittel den importierten<br />

Produkten vor, so eine aktuelle Studie<br />

der BOKU Wien. Was genau mit<br />

Regionalität gemeint ist, ist allerdings<br />

nicht einheitlich geregelt – obwohl Konsumenten<br />

immer mehr Wert auf Transparenz<br />

legen.<br />

„Man merkt deutlich, <strong>das</strong>s die Gäste<br />

wissen, ob etwas echt ist“, sagt Gernot<br />

Deutsch, Geschäftsführer der Heiltherme<br />

Bad Waltersdorf. „Wir haben<br />

für unsere ‚Traditionell Steirische Medizin®<br />

‘daher klare Kriterien definiert,<br />

etwa <strong>das</strong>s die Zutaten aus der Nachbarschaft<br />

stammen und sie nach traditionellen<br />

Rezepten verarbeitet werden<br />

müssen. Ebenso bei unseren TSM-Gerichten<br />

am Buffet un d in der Speisekarte:<br />

Die Herkunft der Hauptzutat ist<br />

ersichtlich.“<br />

Regionalität sollte längst eine<br />

Selbstverständlichkeit sein, ist Gernot<br />

Deutsch, Geschäftsführer der Heiltherme<br />

Bad Waltersdorf, überzeugt. Regionalität<br />

geht für Deutsch dabei aber<br />

deutlich über <strong>das</strong> regionale Einkaufen<br />

von Produkten hinaus. „Wir wollen die<br />

Region und ihre kostbaren Naturschätze<br />

für unsere Gäste erlebbar und spürbar<br />

machen. Dazu braucht es Mitarbeiter<br />

und Produzenten, die voll hinter dem<br />

stehen, was sie machen. Das ist echte,<br />

gelebte Regionalität. Das muss man<br />

dann gar nicht mehr groß betonen, <strong>das</strong><br />

spürt der Gast von selbst.“<br />

Für Transparenz sorgt dabei auch,<br />

<strong>das</strong>s die Gäste die Produzenten aus der<br />

Nachbarschaft auch besuchen können –<br />

etwa den Kulinarikpartner „Rauers Ernte“<br />

in Bad Blumau. Mit diesem Gemüseproduzenten,<br />

der gerade den ersten Bio-<br />

Anbau von Gemüsesprossen im großen<br />

Stil aus dem Boden gestampft hat, arbeitet<br />

die Heiltherme Bad Waltersdorf<br />

seit mehr als 30 Jahren zusammen. Neben<br />

„Rauers Ernste“ kooperiert die Heiltherme<br />

Bad Waltersdorf mit zahlreichen<br />

weiteren Kulinarikpartnern, wie der<br />

Hofmolkerei Thaller, die ihren Standort<br />

nur unweit der Heiltherme Bad Waltersdorf<br />

hat.<br />

www.heiltherme.at<br />

„100 % Region …<br />

… und ohne viel Schnickschnack“, so<br />

nennt Küchenchef Johann Schuster sein<br />

Konzept in der Rogner Therme Bad Blumau<br />

(Thermencheck Gold Award 2021).<br />

Als Träger des Österreichischen Umweltzeichens<br />

für Tourismusbetriebe ist<br />

Bad Blumau Pionier in Sachen Nachhaltigkeit.<br />

Das gilt auch für die Herkunft<br />

der Lebensmittel. Der Großteil


1<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

„Man merkt deutlich, <strong>das</strong>s<br />

die Gäste hinter die Kulissen<br />

schauen wollen und auch<br />

erkennen, ob etwas authentisch<br />

und echt ist oder<br />

‚nur‘ auf der Speisekarte so<br />

steht.“ (Gernot Deutsch,<br />

Geschäftsführer der Heiltherme<br />

Bad Waltersdorf)<br />

Gemüse-<br />

Curry zählt<br />

zu den Gerichten<br />

von<br />

Küchenchef<br />

in der Therme<br />

Blumau,<br />

Johann<br />

Schuster.<br />

Fotos: Rogner Bad<br />

Blumau<br />

Zitat<br />

Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf<br />

der vorwiegend biologischen Lebensmittel<br />

stammt aus landwirtschaftlichen<br />

Betrieben der Region, zudem wird versucht,<br />

den Einkauf im natürlichen Jahreskreislauf<br />

zu gestalten. Der Betrieb<br />

führt eine hauseigene Landwirtschaft,<br />

welche von den Bauern und Köchen<br />

gemeinsam bewirtschaftet wird. Symbiotische<br />

Tierhaltung, zahlreiche Gärten<br />

mit Kräutern und Blüten und Streuobstwiesen<br />

erstrecken sich auf 42 ha biologisch<br />

zertifiziertem Areal.<br />

Waren und Rohstoffe werden vorrangig<br />

bei klein- und mittelgroßstrukturierten<br />

Betrieben und Landwirtschaften aus<br />

der Region bezogen, die auch mit Know-<br />

How in Form von Partnerschaften unterstützt<br />

werden. Die Biobrot-Teiglinge aus<br />

der örtlichen Bäckerei werden im Ofen,<br />

der direkt im Restaurant positioniert ist,<br />

gebacken. Im Sinne der Nachhaltigkeit<br />

werden Semmeln, die nicht verwendet<br />

wurden, von der Bäckerei wieder abgeholt<br />

und zu Semmelbrösel verarbeitet. Eigene<br />

Rezepte mit Altbrot werden laufend<br />

neu ausprobiert.<br />

Ein RegenTag ist positiv besetzt<br />

Langschläfer genießen im Restaurant<br />

Obendrauf der Therme Blumau ein<br />

Frühstücksbuffet im Bademantel bis 12<br />

Uhr. Zusätzliche Hygienemaßnahmen<br />

und leichte Variationen bei der Präsentation<br />

(zB. vorportioniert) machen den<br />

Buffetbetriebmöglich.<br />

Auch im Thermenrestaurant Regen-<br />

Tag ist der Bademantel der Dresscode für<br />

<strong>das</strong> À la carte Angebot. Johann Schuster,<br />

ein kerniger Steirer, managet die Kulinarikschiene<br />

der Therme, und auch er sieht<br />

einen Wandel in der Thermenkulinarik:<br />

„Regionalität und Qualität wird immer<br />

wichtiger. Zudem werden die Ansprüche<br />

der Gäste immer höher und unterschiedliche<br />

Ernährungsformen sind präsenter<br />

denn je“. Aktuell ist bei ihm der<br />

Steirische Vogerlsalat mit Weizer Grillschafskäse<br />

im Speckmantel mit Kernölmarinade<br />

und knusprigen Topinampurchips<br />

der Renner.<br />

www.blumau.com<br />

Unterschiedliche Zielgruppen<br />

bedienen<br />

Auch die St. Martins Therme heftet sich<br />

Regionalität als oberste Priorität auf ihre<br />

Fahnen. Die Küchenlinie im Thermenrestaurant<br />

entspricht jener der St. Martins<br />

Therme & Lodge und hat damit ihren<br />

Schwerpunkt auf der Verwendung<br />

von Heimischen. Frisch zu kochen ist für<br />

Küchenchef Mario Bachhofer selbstverständlich<br />

und auch er bezieht die Produkte<br />

primär von Produzenten und Bauern<br />

aus der Region. Auf den Tisch kommen<br />

sie dann unter anderem als gefüllte<br />

Schweinsschnitzel mit Seewinkler Rohschinken<br />

und Schafskäse vom Hautzinger<br />

sowie der Burger vom Steppenrind.<br />

Zu den „Rennern“ im Thermenrestaurant<br />

zählen auch <strong>das</strong> täglich auf die<br />

Saison abgestimmte Schöpfgericht. Für


1-2/20<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />

123<br />

Küchenchef Mario Bachhofer,<br />

St. Martins Therme.<br />

Foto: St. Martins Therme und Lodge_Rudy Dellinger<br />

Auch ein Regentag ist im Restaurant<br />

RegenTag der Therme Blumau gut auszuhalten.<br />

Foto: St. Martins Therme und Lodge_Peter Rigaud<br />

Mario Bachhofer ist klar: „Der Anteil an<br />

fleischlosen Speisen in den letzten Jahren<br />

ist stark gestiegen. Gleichzeitig hat<br />

aber auch die Nachfrage nach speziellen<br />

Gerichten wie z. B. Beuschel oder<br />

Blunz‘n-Gröst‘l – also eigentlich richtigen<br />

Klassikern - zugenommen.“<br />

www.stmartins.at<br />

Eigene Pasta-Werkstatt<br />

Wo eingekauft wird, ist mittlerweile die<br />

Frage aller Fragen und da immer mehr<br />

regional. Wie auch für <strong>das</strong> Thermenrestaurant<br />

Medita in der südburgenländischen<br />

Avita Therme: Sämtliche<br />

Fisch ist ein Fixpunkt in der Heiltherme<br />

Bad Waltersdorf.<br />

Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf_Eisenberger<br />

Im Medita, dem Thermenrestaurant<br />

der Avita Therme, wird mit viel Gemüse<br />

gekocht. Foto: AVITA_VBaum<br />

Fleisch- und Wurstprodukte kommen<br />

von der regionalen Fleischerei Hatwagner<br />

aus Bernstein, <strong>das</strong> Brot und Gebäck<br />

wird drei Mal täglich frisch von der Bäckerei<br />

Bayer geliefert, die „gleich um’s<br />

Eck“ in Oberschützen ihre Heimat hat.<br />

Das besondere Highlight ist sicherlich<br />

die eigene Pasta-Produktion, was ganz<br />

grundsätzlich eines der Erfolgsgeheimnisse<br />

jeder (Thermen)Kulinarik ist: Ein<br />

selbstgemachtes Produkt symbolisiert<br />

Frische und eine spezielle Linie! Gut gehen<br />

im Medita, laut Küchenchef Kornel<br />

Babel, die mediterranen Pasta-Gerichte<br />

aus der eigenen Pasta-Werkstatt, zusätzlich<br />

prägen Fischgerichte und Salate mit<br />

gegrillten Lachswürfeln, Hühnerfleisch<br />

oder Schafskäse die leichte Küche. Die<br />

Pommes sind zwar auch hier präsent,<br />

allerdings immer weniger als der klassische<br />

Pommes-Teller, sondern mehr als<br />

„French fries“ zu den Burgern.<br />

www.avita.at<br />

Die Quintessenz für die Thermenkulinarik<br />

kann wohl lauten: An Frische &<br />

Regionalität kommt kein Thermenrestaurant<br />

mehr vorbei. Und die Auswahl<br />

und Qualität der Angebote ist mitentscheidend<br />

für die Auswahl der Therme.<br />

Zitat<br />

In der Gastronomie einer Therme gilt es, Erwartungen unterschiedlichen Zielgruppen<br />

(vom Kleinkind bis zu den Großeltern bzw. vom Economytarif bis zum Premium Tarif) zu<br />

erfüllen. Das war und ist seit Beginn an nicht immer einfach. Oft spiegelt sich <strong>das</strong> in der<br />

Bestellung einer Familie wider: die ernährungsbewusste Mutter erwartet sich vegetarische,<br />

gesunde Gerichte, die Oma ihren Suppentopf – der Vater ist mit dem<br />

Burger (neuerdings vom Wildschwein) mit Pommes glücklich – und die Kinder wollen<br />

Pizza.<br />

Dieser Herausforderung stellen wir uns seit 2009 und <strong>das</strong> gelingt uns in Summe auch sehr<br />

gut. (Geschäftsführer Klaus Hofmann, St. Martins Therme & Lodge und Vizepräsident<br />

der ÖHV)<br />

Foto: St. Martins Therme und Lodge_Rudy Dellinger


124 INTERVIEW<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

info<br />

Michael Berndl ist gemeinsam<br />

mit seiner Frau Elisabeth<br />

Eigentümer des 4*plus<br />

Romantik SPA Hotels Seefischer,<br />

ein Familienbetrieb<br />

mit 45 Zimmern am Millstättersee,<br />

und der Chef der<br />

österreichischen Romantikhotels.<br />

Außerdem betreibt er<br />

in Millstatt ein Wirtshaus und<br />

seit kurzem ein Delikatessengeschäft.<br />

„Es gibt schlechtere Jobs“<br />

Hotelier Michael Berndl über zwei Jahre Corona, dem Anspruch auch in Kärnten einen<br />

Ganzjahrestourismus anzubieten und seinem Wunsch nach Flow statt Hilfen. Von Thomas Askan Vierich<br />

Fotos: Gert Perauer


1-2/20<strong>22</strong><br />

INTERVIEW 125<br />

<strong>GASTRO</strong>: Wie geht es der Romantikhotelgruppe<br />

nach zwei Jahren Corona?<br />

Hat es geholfen einer internationalen<br />

Gemeinschaft anzugehören?<br />

Berndl: Das war speziell am Anfang<br />

enorm wichtig. Weil man sich austauschen<br />

konnte über Hygienemaßnahmen<br />

und Förderungen. Man erfuhr auch, wie<br />

es in anderen Ländern in Europa zugeht.<br />

Allen voran unser Vorstand Thomas<br />

Edelkamp, der aus dem Management<br />

einer großen Hotelgruppe kommt, hat<br />

natürlich einen gewissen Weitblick. Das<br />

gab <strong>das</strong> Gefühl gut aufgehoben zu sein.<br />

Wenn Sie die österreichische Situation<br />

mit der von Kollegen im Ausland<br />

vergleichen – wie steht Österreich<br />

dann da?<br />

Wir haben sicher mit die strengsten<br />

Maßnahmen gehabt, aber von Anfang<br />

an wurde uns immer eine tolle Hilfestellung<br />

von Seiten der Bundesregierung<br />

gewährt. Das muss einfach so gesagt<br />

werden. Die Regierung hat in dieser<br />

Situation die Wichtigkeit des Tourismus<br />

erkannt. In gewissen Regionen ist der<br />

Tourismus einfach die einzige Einnahmequelle.<br />

Hilft es da, <strong>das</strong>s wir eine Tourismusministerin<br />

haben? Also <strong>das</strong> Amt per<br />

se?<br />

Sicher. In Deutschland ist <strong>das</strong> anders,<br />

die hätten auch gerne so jemanden in<br />

der Regierung sitzen. Aber der Tourismus<br />

hat halt in Deutschland im Vergleich<br />

zu uns nicht die gleiche wirtschaftliche<br />

Bedeutung. 18 Prozent vom<br />

BIP wird dort bei weitem nicht erreicht.<br />

Und in Regionen wie hier am Millstättersee<br />

oder im Zillertal erreichen wir locker<br />

mehr als 50 Prozent.<br />

Warum wird der Tourismus dann in<br />

Italien so schlecht gefördert? Dort<br />

haben die Gastronomen und Hoteliers<br />

so gut wie gar keine Unterstützung<br />

bekommen.<br />

Die Südtiroler Kollegen haben sich<br />

schon mal gewunschen ein Teil von Österreich<br />

zu sein...Die sind so gut wie leer<br />

ausgegangen. Die hatten nicht einmal<br />

die Möglichkeit der Kurzarbeit, keine<br />

Abschlagzahlungen, nichts. Die mussten<br />

Kredite aufnehmen, wenn sie überhaupt<br />

Kredite bekommen haben.<br />

Italienische Gastronomen haben<br />

rund 400 Euro bekommen. Im Jahr.<br />

Viele haben zugesperrt, einfach um Kosten<br />

zu sparen, die Leute nach Hause geschickt<br />

und auf bessere Zeiten gewartet.<br />

Das ist ja bei uns auch passiert. Am Anfang<br />

war uns gar nicht klar, ob und wie <strong>das</strong><br />

mit der Kurzarbeit funktioniert. Wir haben<br />

auch bei uns am Anfang einige Mitarbeiter<br />

freigesetzt als Vorsichtsmaßnahme.<br />

Konnten Sie die wieder zurückgewinnen?<br />

Zu 90 Prozent ja. Einige haben sich aber<br />

vom Tourismus verabschiedet oder<br />

selbstständig gemacht.<br />

Corona hat ja auch die zarte Pflanze<br />

Ganzjahrestourismus in Kärnten zum<br />

Welken gebracht, oder?<br />

Selbst im Westen waren über Weihnachten<br />

und Neujahr nicht alle Häuser wie<br />

sonst ausgebucht. Die haben uns dann<br />

mit günstigen Preisen Konkurrenz gemacht.<br />

Das ist natürlich <strong>das</strong> Schlimmste,<br />

was man machen kann, die Preisspirale<br />

nach unten zu drehen. Da gibt’s nur<br />

Verlierer. Aufgrund unserer Kostensituatioin<br />

vor allem bei den Mitarbeitern können<br />

wir nur auf Qualität setzen. Preislich<br />

können wir zum Beispiel mit der Türkei<br />

einfach nicht konkurrieren.<br />

Der Billigtourismus hat ja früher in<br />

Kärnten ganz gut funktioniert. Sind<br />

die Zeiten endgültig vorbei?<br />

Es gibt schon noch günstige Angebote<br />

wie Camping oder Appartments. Aber<br />

die sind auf der Angebotsseite auch mit<br />

viel weniger Aufwand verbunden.<br />

Und auch die rüsten auf, müssen aufrüsten<br />

...<br />

Die Coronakrsie hat zu einer gewissen<br />

Marktbereinigung geführt, die auch weiterhin<br />

stattfindet. Die hat schon vorher<br />

begonnen, Corona wirkt hier wie ein<br />

Turbo. Es kommen auch neue Betriebe<br />

dazu, die aber dezidiert auf Qualität setzen.<br />

Das wird sich noch beschleunigen,<br />

wenn die Hilfen enden.<br />

Womöglich müssen auch einige Hilfen<br />

wieder zurückgezahlt werden...<br />

Also zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.<br />

Es wird geprüft werden, ob alles<br />

rechtmäßig war und ist.<br />

Fotos: Vorarlberg Tourismus<br />

Wie konnten Sie Ihre Mitarbeiter halten?<br />

Indem wir so lange wie möglich offengehalten<br />

haben. Auch wenn sich <strong>das</strong><br />

nicht immer wirtschaftlich gerechnet<br />

hat. Aber wir wollten einfach unsere<br />

Mitarbeiter nicht zum AMS schicken.<br />

Kurzarbeit auf null ist keine Lösung,<br />

dann sitzen die Leute zu Hause, verdienen<br />

weniger, bekommen keine Trinkgelder<br />

und fangen an zu grübeln, sieben<br />

Monate lang. Wer im Tourismus arbeitet,<br />

kennt diesen Flow, wenn was zu tun<br />

ist. Der hat uns gefehlt. Aber wir versuchen<br />

an unserem Anspruch festzuhalten<br />

einen Ganzjahresarbeitsplatz anzubieten.<br />

Normalweise haben wir im<br />

Seefischer 300 Tage im Jahr geöffnet.<br />

Bei meiner Silvesteransprache habe<br />

ich gesagt: Wenig zu tun ist besser als<br />

nichts zu tun! So kommen wir wieder<br />

in unseren gewohnten Workflow. Hilfen<br />

sind am Ende des Tages eben nur<br />

Hilfen. Sie können nicht <strong>das</strong> ersetzen,<br />

worum es uns wirklich geht: Dem Gast<br />

eine Freude bereiten, ihn bewirten, für<br />

ihn kochen. Das Tun ist der Schlüssel,<br />

nicht <strong>das</strong> Warten und Herumsitzen. Die<br />

Menschen sind unsere Bausteine.<br />

www.seefischer.at


126 TOURISMUS<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Kulinarik ist im Tourismus der Schlüssel zum Erfolg.<br />

Foto: Dietmar Denger – Vorarlberg Tourismus<br />

Umdenken!<br />

Martin Ebster, Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg.<br />

Fotos: TVB St. Anton am Arlberg/Sepp Mallaun<br />

Kaum eine Branche ist durch die Pandemie so gefordert, wie der Tourismus. Es gilt,<br />

langfristige Neuausrichtungen zu finden und sich von alten Mustern zu verabschieden.<br />

Umdenken ist angesagt!<br />

Von Petra Pachler<br />

Nachgefragt bei Tourismusexperten<br />

werden sich folgend Trends etablieren:<br />

Der sogenannte „Urlaub für<br />

mich“, also ein Aufenthalt mit einem<br />

starken Fokus auf die eigene Person,<br />

in der Gesundheit einen hohen Stellenwert<br />

hat. Diesem wachsenden Segment<br />

Gesundheitstourismus widmen wir uns<br />

in der nächsten <strong>GASTRO</strong> Ausgabe in einer<br />

ausführlichen Expertise.<br />

Outdoor-Angebote rücken in den<br />

Fokus und werden zum Erlebnisurlaub.<br />

Zu dieser sogenannten „Erlebnis-Gestaltung“<br />

zählen zum Beispiel Outdoor-<br />

Trekking und Weitwandern. Natur steht<br />

also im Mittelpunk und <strong>das</strong> spiegelt sich<br />

auch in den Unterkünften wider. Urlaub<br />

am Bauernhof und Glamping boomen<br />

wie nie zuvor.<br />

Hotels für „long stay“<br />

Hoteliers stehen zusätzlich vor dem Problem,<br />

ihre teils auf Seminar- oder auch<br />

internationalen Gäste ausgerichteten<br />

Unterkünfte neu zu positionieren.<br />

„Es hat sich viel getan in unserem Bewusstsein.<br />

Beherbergungsbetrieben eröffnen<br />

sich dadurch neue Chancen in der<br />

Angebotsgestaltung, nicht zuletzt hinsichtlich<br />

der Architektur und Konzepte“,<br />

so Thomas Reisenzahn & Marco Riederer<br />

von Prodinger Tourismusberatung. Dazu<br />

zählen alternative Beherbergungsformen<br />

wie Serviced Apartments oder Chalets.<br />

Einer, der genau <strong>das</strong> umsetzt, ist Harald<br />

Ultsch mit seinen harry’s home hotels &<br />

apartments: „Die Krise hat uns ganz klar<br />

unsere Ausrichtung bestätigt, denn die<br />

Nachfrage nach Serviced Apartments ist<br />

groß. Auch der Trend. ,Wohnen auf Zeit‘<br />

wurde massiv beschleunigt. Der Gast<br />

kann seinen Aufenthalt aus zahlreichen<br />

Komponenten zusammenstellen, egal ob<br />

für einen Tag oder ein Jahr.“<br />

www.harrys-home.com<br />

Erlebnisgestaltung, aber<br />

nachhaltig<br />

Reiseziele in einer intakten Natur kombiniert<br />

mit Bewegung kennzeichnen die<br />

Nachfrage, Natur und Sport müssen zum<br />

Erlebnis werden. Skifahren wird, wie in<br />

Salzburg, zu einer „Snow Space Challenge“<br />

adaptiert, bei der die schönsten Plätze<br />

im Skigebiet angefahren und an ausgewählten<br />

Locations Fotopoints oder<br />

SkiMovie-Stationen warten. Nach Absolvierung<br />

aller sieben Punkte winkt ein<br />

Gewinnspiel.<br />

www.snow-space.com.<br />

In Vorarlberg werden bei der geführten<br />

Seven Summits Freetour Mellau im<br />

Bregenzerwald, einer Kombination aus<br />

Freeriding und Skitouren, an drei Tagen<br />

sieben Gipfel angefahren.<br />

Bei allem Erlebnisfaktor muss auch<br />

der Wintertourismus sein Augenmerkt<br />

auf die Nachhaltigkeit legen und da tut<br />

sich St. Anton am Arlberg hervor.<br />

Martin Ebster, Tourismusdirektor<br />

von St. Anton am Arlberg,: „Wir leben<br />

vor, wie grüner Alpentourismus Stück<br />

für Stück funktionieren kann und arbeiten<br />

seit Jahrzehnten an unserer Ökobilanz.<br />

Durch den Kartellsee und die Kraftwerke<br />

ist die Region bereits seit 2006 in<br />

der Stromversorgung autark. Die Kristalle<br />

aus den Schneekanonen sind sauberer<br />

als Naturschnee, bestehen lediglich<br />

aus Wasser in Trinkqualität und Luft. Im<br />

Frühling unterstützt <strong>das</strong> Schmelzwasser<br />

in den Bächen die Energiegewinnung.<br />

Unsere Pistenmaschinen erfassen durch


1-2/20<strong>22</strong> TOURISMUS<br />

127<br />

Long stay Appartements boomen.<br />

Foto: harry’s home hotels & apartments/Daniel Zangerl<br />

ein integriertes GPS-System in Echtzeit<br />

die exakte Schneehöhe für eine noch effektivere,<br />

naturschonendere Beschneiung.<br />

2021 wurde St. Anton am Arlberg<br />

zudem als offizielle KLAR!-Modellregion<br />

ausgewählt. Teilnehmer dieses Programms<br />

werden vom Klima- und Energiefonds<br />

dabei unterstützt, sich frühzeitig<br />

und wissenschaftlich fundiert auf die<br />

Herausforderungen des Klimawandels<br />

einzustellen.“<br />

www.stantonamarlberg.com<br />

Privates Wellnessen<br />

Gegessen wird immer und überall.<br />

Foto: Dietmar Denger - Vorarlberg Tourismus<br />

Ohne Kulinarik geht gar nichts<br />

Die Kulinarikschiene als Jahreszeiten unabhängiger<br />

Faktor wird immer wichtiger.<br />

Orte wie Lech Zürs am Arlberg, wo 19<br />

Haubenrestaurants ihr Zuhause haben,<br />

wirbt mit dem Slogan „Weltgourmetdorf<br />

“. Oder die Naschrunde durch Bludenz,<br />

wo vom Weinladen bis zum Konditor-Traditionsbetrieb,<br />

die Gäste die<br />

Gastropartner kennenlernen und dabei<br />

Kostproben testen können. Aufgrund<br />

der Nachfrage wurde <strong>das</strong> ursprünglich<br />

als Sommer-Stadtführung konzipierte<br />

Angebot in <strong>das</strong> Winterprogramm übernommen.<br />

www.vorarlberg.travel/kulinarik<br />

Im Tourismus sind geführte und organisierte<br />

Angebot im Vormarsch, was qualifiziertes<br />

Personal voraussetzt. Und die<br />

Aussage von Prodinger Tourismusberatung<br />

unterstreicht: „Qualitativ hochwertige<br />

Dienstleistung wird in Zukunft um<br />

einiges mehr kosten. Daran werden sich<br />

die Gäste gewöhnen müssen“.<br />

Der Innovationstreiber der Sauna- und<br />

Spa-Branche Klafs steht für Design,<br />

Erfindergeist und ungewöhnliche Ideen.<br />

Das neueste Ergebnis dessen ist eine Revolution<br />

auf dem Saunamarkt. Es handelt<br />

sich um die Sauna S1, die weltweit<br />

erste Sauna, die sich auf Knopfdruck<br />

klein macht.<br />

„Durch diese Innovation lassen sich<br />

jetzt deutlich mehr Hotelzimmer schnell,<br />

einfach und mit wenig baulichem Aufwand<br />

in private Spa-Suiten verwandeln“,<br />

so Andreas Erke, Leiter Design und Architektur<br />

bei Klafs. Das Potenzial dieser<br />

Idee gerade für Hotels hat auch die Jury<br />

des Intergastra Innovationspreis 2016<br />

anerkannt – und die Sauna S1 zum Sieger<br />

gekürt. „Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit<br />

mit den internationalen<br />

Größen der Architektur- und Design-<br />

Szene wie Matteo Thun, Norman Foster<br />

oder Mario Botta – um nur einige zu nennen<br />

– sind wir immer auf der Höhe der<br />

Zeit“, so Erke zu einem der zentralen Erfolgsrezepte.<br />

www.klafs.at<br />

Foto: Klafs<br />

Fotos: Hannes Niederkofler<br />

Effiziente<br />

SPA-Verwaltung<br />

Mit dem Spa- und Wellness Manager<br />

von ASA Hotel lassen<br />

sich Verwaltungsaufgaben im Spa-<br />

Bereich übersichtlich und effizient<br />

organisieren. Denn je nach Größe<br />

eines Spa-, Beauty- und Wellness-<br />

Bereichs steigt der Verwaltungsaufwand,<br />

um einen reibungslosen<br />

Ablauf sicherzustellen. „In Hotelbetrieben<br />

mit Beautyangeboten<br />

müssen durchschnittlich allein<br />

für diesen Bereich sieben Behandlungsplätze<br />

verwaltet werden. Da<br />

kommt einiges zusammen“, erklärt<br />

Barbara Spitaler, Geschäftsführerin<br />

von ASA Hotelsoftware.<br />

„Um sowohl für den Hotelbetrieb<br />

als auch für den Gast maximalen<br />

Nutzen gewährleisten zu können,<br />

haben wir den ASA Spa- und Wellness<br />

Manager so konzipiert, <strong>das</strong>s<br />

er die Kommunikation unter den<br />

Abteilungen vereinfacht.“ So können<br />

bereits an der Rezeption ohne<br />

Wartezeiten Termine vergeben<br />

werden. Das Spa-Fachpersonal<br />

kann dann die Detailbehandlung<br />

im ASA Manager planen und buchen.<br />

Die Daten werden in Echtzeit,<br />

etwa für die Erstellung der<br />

Rechnung, zur Verfügung gestellt.<br />

www.asaon.com<br />

Barbara Spitaler, Geschäftsführerin<br />

von ASA Hotelsoftware.


128 BUCHTIPPS<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Geschichten und Rezepte der<br />

alpenländischen Küche<br />

Spitzenkoch Roland Essl hat bekanntlicherweise<br />

ein besonderes<br />

Faible für die außergewöhnlichen<br />

Rezepte der alpinen Küche. Er widmet<br />

sich seit vielen Jahren der Erforschung<br />

der bäuerlichen Speisen im<br />

historischen Zusammenhang – und<br />

solche Rezepte sind nicht einfach zu<br />

finden. Im Gegensatz zur klösterlichen<br />

und adeligen Küche, deren Rezepte<br />

schon bald vervielfältigt wurden, hat man die Rezepte<br />

im bäuerlichen Umfeld meist nur mündlich weitergegeben.<br />

Und in jedem Tal wurde anders gekocht, weil die verschiedenen<br />

Regionen auch unterschiedliche Voraussetzungen mit<br />

sich brachten. Das führte aber umgekehrt zu einer immensen<br />

Vielfalt an Gerichten, deren Namen wie etwa Stinkerknödel,<br />

Herrgottsbscheisserl oder Hoamfoarkrapfen nicht nur erheitern,<br />

sondern gleichsam bereits Geschichte und Geschichten<br />

erzählen. So ist vieles über die damalige Zeit, die zur Verfügung<br />

stehenden Lebensmittel und über so manche damit in<br />

Verbindung stehende historische Persönlichkeit wie Anna von<br />

Österreich, Josef Wenzel Radetzky, Giuseppe Cipriani, Martin<br />

Luther oder auch Karl den Großen zu erfahren. Essls Buch<br />

„Alpenkulinarik“ wurde mit dem Deutschen Kochbuchpreis<br />

2021 ausgezeichnet.<br />

www.pustet.at<br />

Umfang: 320 Seiten, Abbildungen durchgehend farbig bebildert<br />

Format: 21 x 26 cm, Buch-Bindung, Hardcover, Lesebändchen<br />

ISBN 978-3-7025-1024-4, 32 Euro<br />

Kochen mit Humor<br />

Der kulinarische Superstar Joshua<br />

Weissman ist bekannt für seine humorvollen<br />

und originären Kochkünste.<br />

In seinem US-Bestseller läutet er mit<br />

über 100 trendigen Rezepten die Revolution<br />

des Kochens ein: Von French<br />

Toast über Grilled Cheese Sandwich<br />

und Caesar Salad bis zur Spaghetti<br />

Carbonara. In ausführlichen Anleitungen<br />

zeigt er, wie typische Basics wie Mozzarella, Brot oder<br />

Pasta in wenigen Schritten einfach selbst gemacht werden.<br />

Für den Weissman ist Kochen eine expressive Kunstform. Mit<br />

viel Ideenreichtum und unterhaltsamen Charme schwingt er<br />

den Kochlöffel, dabei gibt es für ihn keine Regeln, denn er folgt<br />

seiner kulinarischen Intuition.<br />

www.dorlingkindersley.de<br />

ISBN 978-3-8310-4424-5<br />

264 Seiten, 211 x 262 mm, fester Einband<br />

Über 150 farbige Fotos, 24,95 Euro<br />

Lässige Dinnerparty: Alison<br />

Romans „Nothing Fancy”<br />

Alison Roman beweist mit ihrem<br />

charmanten Kochbuch „Nothing<br />

Fancy“, <strong>das</strong>s sich Wertschätzung für<br />

die Liebsten am besten durch leckeres<br />

Essen ausdrücken lässt. An die 150<br />

fantastischen Rezepte für Gäste sorgen<br />

für gemeinschaftliche und kulinarische<br />

Erlebnisse ganz ohne Stress.<br />

Ob knuspriger Halloumi mit Honig<br />

und Pistazie zum Nachmittagssnack<br />

oder ein One-Pot-Hähnchen mit Datteln<br />

und karamellisierten Zitronen zum Hauptgang – Kochen<br />

für den Freundeskreis kann einfach sein. Gemütliches Beisammensein<br />

bei leckerem Essen und unbeschwerten Gesprächen<br />

– genau dieses Lebensgefühl spiegelt die populäre Food-Bloggerin<br />

Alison Roman mit ihren schmackhaften und bodenständigen<br />

Gerichten für Gäste wider. Für sie ist <strong>das</strong> Bekochen ihrer<br />

Freunde und Familie der ultimative Ausdruck von Liebe – ehrlich,<br />

authentisch und ohne viel Tamtam. Aus diesem Grund<br />

hat sie lässige Rezepte kreiert, die auch ohne viel Aufwand für<br />

genussvolle Glücksmomente bei Gästen sorgen.<br />

www.dorlingkindersley.de<br />

ISBN 978-3-8310-4240-1<br />

320 Seiten, 210 x 260 mm, fester Einband<br />

Über 150 farbige Fotos<br />

29,95 Euro<br />

Kitchen Impossible mit Mälzer<br />

illionen begeisterter Fans kennen<br />

Mden selbsternannten Küchengott<br />

Tim Mälzer aus der Sendung<br />

Kitchen Impossible bei VOX. Unterhaltung<br />

mit kulinarischen Hochgenüssen<br />

sind bei dem Küchenbullen<br />

garantiert. Mälzers Buch „Kitchen<br />

Impossible“ beinhaltet einige der eindrucksvollsten<br />

Begegnungen aus sieben<br />

Jahren Kitchen Impossible. Hier<br />

blickt Tim Mälzer auf die wundervollsten<br />

und skurrilsten Geschichten der Sendung zurück. Ob<br />

in fernen Ländern, der hessischen Provinz oder auf dem Marineschiff:<br />

Er gibt alles und scheitert genauso grandios wie er<br />

siegt. Das Buch nimmt die Fans mit auf die Reise zu den tollsten<br />

Locations und den krassesten Challenges, bietet Fakten<br />

und Zahlen zu den bereisten Kontinenten und Ländern und<br />

serviert 45 Rezepte.<br />

www.penguinrandomhouse.de<br />

Tim Mälzer, Kitchen Impossible<br />

Mosaik Verlag, ISBN 978-3-442-39399-2<br />

24,70 € (A), 176 Seiten, ET: 21.02.20<strong>22</strong>


1-2/20<strong>22</strong><br />

PERSONELLES 129<br />

Foto: Vivatis<br />

Foto: Wäschekrone<br />

Thomas Seibert wird<br />

Maresi-Geschäftsführer<br />

Seit 1. Dezember 2021 vervollständigt DI Thomas Seibert<br />

<strong>das</strong> Geschäftsführungsteam bei Maresi Austria.<br />

In dieser Position ist er für die Bereiche Verwaltung, Finanzen,<br />

Projekt-, Supply Chain-, und Qualitätsmanagement<br />

sowie Einkauf, Logistik und IT zuständig. Thomas<br />

Seibert ist Nachfolger von Mag. René Haas.<br />

Für die neue Herausforderung<br />

bringt der<br />

53-jährige Klosterneuburger<br />

umfangreiche Berufserfahrung<br />

mit. So leitete<br />

er u.a. bei Almdudler<br />

den Bereich Finanzen und<br />

Supply Chain und seine<br />

letzte Station führte ihn<br />

zur Wertheim Holding<br />

GmbH, wo er die kaufmännische<br />

Geschäftsführung<br />

innehatte.<br />

Ramona Ulbricht ist neue<br />

Vertriebsleiterin bei<br />

Wäschekrone<br />

Bereits seit Januar 2021 leitet Ramona Ulbricht (48)<br />

beim Laichinger Hotelwäschespezialisten Wäschekrone<br />

den Einkauf. Zum 1. Januar 20<strong>22</strong> übernahm die<br />

langjährige Branchenkennerin nun zusätzlich auch die<br />

Vertriebsleitung des schwäbischen Traditionsunternehmens.<br />

Die damit einhergehende enge Verknüpfung von<br />

Einkauf und Vertrieb soll zudem möglichst effiziente Prozesse<br />

sicherstellen, durch die sich die Erweiterung des<br />

Sortiments wie auch kundenorientierte Anpassungen<br />

besonders schnell und<br />

unkompliziert umsetzen<br />

lassen.<br />

Bevor die gelernte<br />

Groß- und Außenhandelskauffrau<br />

Anfang<br />

2021 zur Wäschekrone<br />

stieß, arbeitete sie<br />

viele Jahre für einen<br />

Bettwäschehersteller<br />

aus Augsburg. Ab 2017<br />

übernahm sie zuletzt<br />

die Rolle der operativen<br />

Geschäftsführerin.<br />

Cédric Boehm ist neuer<br />

Geschäftsführer von Nestlé<br />

Österreich<br />

Corinne Emonet war seit Anfang 2019 für die Geschicke<br />

von Nestlé Österreich verantwortlich und war dabei<br />

sehr erfolgreich. Mit Februar 20<strong>22</strong> wechselt Emonet<br />

nach Vevey in <strong>das</strong> Nestlé Headquarter in der Schweiz.<br />

Mit Cédric Boehm übernimmt ein international erfahrener<br />

Nestlé Manager Emonets Nachfolge. Seit 2005 im<br />

Unternehmen kann Boehm<br />

bereits auf breite Management-Erfahrung<br />

im Konzern<br />

zurückblicken: Er agierte unter<br />

anderem als Country Manager<br />

für Serbien und Montenegro,<br />

war Strategic Planner<br />

und Operations Manager für<br />

die Schweiz und Österreich<br />

und leitete die strategische<br />

Planung für die Zone EME-<br />

NA1. Zuletzt war er als Zonenleiter<br />

für <strong>das</strong> Dairy-Geschäft<br />

verantwortlich.<br />

Neuer CEO bei Lightspeed<br />

Der Vorstand des weltweit agierenden Anbieters von<br />

Kassensystemen und E-Commerce-Software, Lightspeed,<br />

hat seinen bisherigen Präsident JP Chauvet zum<br />

Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Chauvet kam<br />

2012 als Chief Revenue Officer zu Lightspeed und wurde<br />

2013 Mitglied des Vorstands. 2016 wurde er zum<br />

Präsident ernannt und war während seiner gesamten<br />

Amtszeit maßgeblich daran beteiligt, die Mission von<br />

Lightspeed voranzutreiben,<br />

einschließlich<br />

der Leitung vieler<br />

strategischer Akquisitionen<br />

des Unternehmens,<br />

den beiden<br />

Notierungen an der<br />

Toronto Stock Exchange<br />

und der New<br />

York Stock Exchange<br />

sowie der Einführung<br />

der unternehmenseigenen<br />

Bezahlplattform<br />

Lightspeed Payments.<br />

Foto: Nestlé<br />

Foto: Lightspeed


130 VORSCHAU & IMPRESSUM<br />

1-2/20<strong>22</strong><br />

Das erwartet Sie in der nächsten Ausgabe:<br />

7. 3. 17. 3.<br />

Anzeigenschluss<br />

Erscheinungstermin<br />

Food Getränke Nonfood<br />

• Eis-Saison 20<strong>22</strong><br />

• Convenience & TK<br />

• vegan &<br />

vegetarisch<br />

• Fisch<br />

• Ethno Food Serie:<br />

Indische Küche<br />

• Obergärige<br />

Biere<br />

• Whisky<br />

• Energy- &<br />

Lifestyle-<br />

Drinks<br />

• Kaffee & Tee<br />

• Kassensysteme &<br />

Abrechnung<br />

• Kaffeemaschinen<br />

• E-Mobilität<br />

• Küchentechnik: Energieeffiziente<br />

Geräte<br />

• Gemeinschaftsverpflegung<br />

• Ambiente &<br />

Tischkultur<br />

Tourismus/<br />

Hotellerie<br />

• Wachsendes Segment<br />

Gesundheitstourismus<br />

• Digitalisierung im Tourismus<br />

und in der Hotellerie<br />

• Boutiquehotels<br />

• Outdoor: Möbel &<br />

Sonnenschutz<br />

• Housekeeping & Reinigung<br />

Button-Legende<br />

In jeder Ausgabe des <strong>GASTRO</strong>-Magazins finden sich Buttons bei manchen Geschichten. Sie sollen auf folgende Inhalte hinweisen:<br />

impressum<br />

GREEN<br />

FUTURE<br />

Stories, die unter<br />

anderem<br />

Nachhaltigkeit zum<br />

Inhalt haben.<br />

WIRTSHAUS-<br />

KULTUR<br />

Portraits, welche die<br />

Wirtshauskultur in<br />

Österreich<br />

repräsentieren.<br />

ETHNO<br />

FOOD<br />

Die Küchen<br />

der Welt.<br />

SÜD<br />

TIROL<br />

› Herausgeber: Kurt Heinz & Michael Heinz › Geschäftsführung: Kurt Heinz, Tel. +43 (0)664/751 026 29, k.heinz@gastroverlag.at;<br />

Michael HEINZ, Tel. +43 (0)664/521 69 36, m.heinz@gastroverlag.at, › Medieninhaber: H1 Medien & Gastro Verlag GmbH, UID-Nr.:<br />

ATU 41834306 › Anzeigenleitung: Peter Bubenicek, Tel. +43 (0)1/4798430-15, bubenicek@gastroverlag.at › Anschrift: 1180 Wien,<br />

Gersthofer Straße 87/1, Tel. +43 (0)1/479 84 30, Fax +43 (0)1/479 84 30-16, gastro@gastroverlag.at, www.gastroverlag.at, www.gastro.at<br />

› Chefredakteur: Kurt Heinz › Chef vom Dienst: Michael Heinz › Redaktionsleitung: Petra Pachler, Tel. +43 (0)1/479 84 30-20,<br />

pachler@gastroverlag.at › Redaktion/Leitung Online: Mag. Clemens Kriegelstein, Tel. +43 (0)1/479 84 30-14, kriegelstein@gastroverlag.at<br />

› Redaktion: Magdalena Mayr, Tel. 43 (0)1/479 84 30-<strong>22</strong> › Freie Mitarbeiter: Mag. Andrea Jungwirth, Katrin Schedler<br />

BA, Stefan Köstenbauer, Mag. Thomas Askan Vierich › Kolumnisten: Anka Kleebinder, Conrad Seidl, Wolfgang Zmugg, Franz<br />

Grünwald, Thomas Reisenzahn › Lektorat: Katrin Schedler › Redaktionssekretariat: Andreas Sourcé, Tel. +43 (0)1/479 84 30-18,<br />

source@gastroverlag.at › Layoutkonzept & Grafik: Georg Bock, office@derbock.at, Tel. +43 (0)699/191 303 42 ›<br />

Online-Grafik: Josef Rozsnyai, Tel. +43 (0)1/479 84 30-12, rozsnyai@gastroverlag.at › Gültige Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 26 vom 1. 1. 20<strong>22</strong> › Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H. › Erscheinungsweise: monatlich › Bezugspreis:<br />

jährlich EURO 55,– (inkl. 10 Prozent MwSt. + Porto). Abo-Konto: Volksbank IBAN AT73 4300 0428 6147 8008 ›<br />

Unternehmensgegenstand: Die Herausgabe, die Herstellung und der Vertrieb von Druckschriften aller Art.<br />

Erklärung über die grundlegende Richtung: Unabhängiges Magazin für die öster reichische Gastronomie und<br />

202021021<br />

Hotellerie. › Verlagspostamt: 1180 Wien, Postgebühr bar bezahlt. Teilweiser oder gesamter Nachdruck bedarf<br />

der Zustimmung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.<br />

Namentlich gekennzeichnete Kommentare geben die persönliche Meinung des Autors wieder und<br />

müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Druckauflage im<br />

Jahr 20<strong>22</strong>: 35.200, verbreitete Auflage im Jahr 20<strong>22</strong>: 34.509<br />

Alle verwendeten geschlechtsspezifischen Formulierungen meinen<br />

die weibliche und die männliche Form.<br />

Druckauflage 30.624<br />

Verbreitete Auflage<br />

1. Halbjahr 2021 30.540<br />

Foto: Josef Rozsnyai


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