GASTRO das Fachmagazin 1-2/22
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D A S F A C H M A G A Z I N Ausgabe 1-2/20<strong>22</strong><br />
WIR VERSTEHEN UNS.<br />
agm.at<br />
Ausgabe 1-2, Februar 20<strong>22</strong>, 39. Jahrgang, Österreichische Post AG, GZ 02Z033305 M, H1 Medien & <strong>GASTRO</strong> Verlag GmbH, Gersthofer Straße 87, 1180 Wien, Coverfoto: Lukas Kirchgasser<br />
Juan Amador<br />
ERNEUT DREI STERNE<br />
FÜR ÖSTERREICH<br />
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STAR-Burger<br />
Art. 1600
1-2/20<strong>22</strong><br />
EDITORIAL 3<br />
Das Ende ist nah!<br />
Corona und keine Ende<br />
– oder doch? Seit<br />
knapp zwei Jahren<br />
quält uns <strong>das</strong> Virus und<br />
trifft dabei vor allem Gastronomie<br />
und Tourismus<br />
wie noch kein Ereignis seit<br />
dem 2. Weltkrieg. Doch<br />
paradoxerweise könnten<br />
wir jetzt gerade – trotz rekordverdächtiger<br />
Infektionszahlen<br />
– <strong>das</strong> langsame Ende des<br />
Schreckens erleben. Allerorten werden<br />
die Schutzmaßnahmen und Reisebeschränkungen<br />
sukzessive heruntergefahren,<br />
Sperrstunden ausgeweitet und<br />
auch sonst scheint business-as-usual<br />
zum neuen Leitmotiv zu werden. Kein<br />
Vergleich zur Situation vor genau einem<br />
Jahr! Die Chancen stehen also gut,<br />
<strong>das</strong>s Corona künftig so ähnlich wie die<br />
Grippe wird – es wird immer wieder eine<br />
Welle geben, die Krankheit ist nicht ungefährlich,<br />
aber man kann sich dagegen<br />
impfen, wir werden lernen damit umzugehen<br />
und wir werden schon bald auch<br />
wieder gesellige Zusammenkünfte als<br />
etwas Schönes und nicht mehr Bedrohliches<br />
wahrnehmen. Damit steht einem<br />
erfolgreichen Gastro- und Tourismusjahr<br />
20<strong>22</strong> hoffentlich nichts mehr im<br />
Wege!<br />
Erfolgreich ist indes <strong>das</strong> vergangene<br />
Jahr auch für Top-Betriebe wie die<br />
Restaurants Ikarus in Salzburg<br />
und Amador in Wien<br />
verlaufen. Das eine hat im<br />
Gault-Millau erstmals die<br />
Höchstnote von fünf Hauben<br />
erhalten, <strong>das</strong> andere<br />
wurde soeben zum wiederholten<br />
Mal – und als einziges<br />
Restaurant Österreichs<br />
– vom Konkurrenten Michelin<br />
mit drei Sternen in<br />
der absoluten Weltspitze bestätigt. Keine<br />
Frage, <strong>das</strong>s <strong>GASTRO</strong> beiden Betrieben<br />
in diesem Magazin mit einem Portrait<br />
(Ikarus) bzw. einem Interview (Juan<br />
Amador) ausführlich Platz widmet.<br />
Neues gibt’s aber auch aus der Hotellerie<br />
zu berichten: Der Salzburger Walter<br />
Veit hat vor wenigen Wochen Michaela<br />
Reitterer als Präsident der Österreichischen<br />
Hoteliervereinigung (ÖHV) beerbt,<br />
die nach dem Funktionsmaximum von<br />
neun Jahren die Staffel übergeben hat.<br />
Welche Pläne er hat und welche Probleme<br />
er in der Branche sieht, lesen Sie natürlich<br />
ebenfalls in der vorliegenden Ausgabe.<br />
Einer Ausgabe, die neben zahlreichen<br />
weiteren spannenden Geschichten<br />
übrigens zu wesentlichen Teilen im Zeichen<br />
des großen Trend-Themas „Frühstück“<br />
steht.<br />
Gute Unterhaltung beim Lesen<br />
wünscht<br />
Ihr Kurt HEINZ<br />
auf ALLE<br />
ARBEITSTISCHE<br />
<strong>GASTRO</strong>TECHNIK<br />
www.mayway.eu<br />
gültig bis 27.02.20<strong>22</strong><br />
0810 100 180
4 INHALT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Aktuelles<br />
Food Trends 20<strong>22</strong><br />
Neues Jahr, neue Studien! So<br />
auch zum Essverhalten, die jene<br />
Trends herausgreifen, welche die<br />
nächsten 365 Tage angesagt sein<br />
werden. Zwei davon haben wir<br />
herausgegriffen und näher beleuchtet.<br />
Seite 10<br />
Hoch aus dem Norden<br />
Nordische Küche: Zwischen radikal-lokal<br />
und g’schmackig bodenständig.<br />
Seite 42<br />
Foto: airborne77 / Adobe Stock<br />
Flüssige Vitamine<br />
Food 16 bis 61<br />
Foto: SPA Resort Therme Geinberg Chris Perkles<br />
Foto: Lukas Kirchgasser<br />
Open End<br />
Das Frühstück ist zum Ganztagsgenuss<br />
geworden. Es wird lange<br />
gefrühstückt und auf den Tisch<br />
kommt dabei so ziemlich alles.<br />
Seite 18<br />
Geschmacksvielfalt liegt im<br />
Trend<br />
Unkomplizierte, kleine Gaumenfreuden,<br />
die in puncto Vielfalt<br />
und Variationsmöglichkeiten fast<br />
unschlagbar sind erfreuen sich<br />
großer Beliebtheit. Die Rede ist<br />
von Fingerfood.<br />
Seite 26<br />
„Forelle statt Steinbutt rettet<br />
die Welt auch nicht!“<br />
Juan Amador, Österreichs einziger<br />
3-Sterne-Koch, im <strong>GASTRO</strong>-Interview<br />
über Nachhaltigkeits- und<br />
Regionaltrends, die Preisgestaltung<br />
in der Top-Gastronomie und<br />
die Notwendigkeit einer österreichweiten<br />
Michelin-Ausgabe.<br />
Seite 38<br />
Cold drinks 62 bis 75 Food<br />
Foto: Drobot Dean / Adobe Stock<br />
Convenience & Regionalität als<br />
C&C-Trends 20<strong>22</strong><br />
Der Gastro-Großhandel hat auch<br />
schon mehr zu lachen gehabt als<br />
in den vergangenen zwei Jahren.<br />
Umso mehr bemühen sich die<br />
meisten mit verbessertem Service<br />
und vergrößertem Angebot ihre<br />
Kunden zielgenau zu unterstützen.<br />
Seite 52<br />
Ikarus im Höhenflug<br />
Viele Köche verderben den Brei?<br />
Nicht im Hangar 7, den der<br />
Gault-Millau neuerdings mit der<br />
Höchstnote bewertet.<br />
Seite 58<br />
Das Land der Märzenbiere<br />
Zumindest hierzulande hat <strong>das</strong><br />
Märzenbier <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />
Saison. Mit einem Marktanteil von<br />
über 64 Prozent trifft <strong>das</strong> klassische<br />
Helle offenbar den Geschmack<br />
des Durchschnittsösterreichers<br />
sehr gut.<br />
Seite 64<br />
Cognac im Umbruch<br />
Der französische Luxus-Weinbrand<br />
ist gerade dabei, sich neu<br />
zu erfinden und vom Altherren-<br />
Schlummertrunk zum Party-Getränk<br />
zu werden – speziell etwa für<br />
junge schwarze Konsumenten in<br />
den USA.<br />
Seite 70<br />
Cold drinks<br />
Hot drinks 76 bis 85<br />
Hirschbirne vom Obsthof Retter,<br />
Apfelsaft vom Höllinger und frisch<br />
gepresster Orangensaft vor Ort.<br />
Der Saft hat einen neuen Level<br />
erreicht, muss einen Zusatznutzen<br />
haben und kann es qualitativ<br />
durchaus mit dem Wein aufnehmen.<br />
Seite 72<br />
Kaffeegenuss von klassisch bis<br />
trendig<br />
Bei unseren italienischen Freunden<br />
beginnt der Tag mit einem<br />
Cappuccino oder Espresso, die<br />
Franzosen genießen Café au laît<br />
zum Frühstück und bei uns wird<br />
immer noch gerne Filterkaffee<br />
genossen.<br />
Seite 78<br />
Kaffeemachen ist Kopfsache!<br />
Kaffee ist Goran Hubers Leidenschaft.<br />
Der Gründer des Kaffee-Instituts<br />
und wohl einer von Österreichs<br />
berühmtesten Baristas<br />
macht in seinen Kursen Kaffeeinteressierte<br />
zu Profis.<br />
Seite 81<br />
Trends rund um den Kaffee<br />
Des Österreichers liebstes Getränk<br />
entwickelt sich stetig<br />
weiter. Qualität, Convenience und<br />
Experimentierfreudigkeit sind die<br />
treibenden Kräfte hinter aktuellen<br />
Entwicklungen und auch der<br />
Gesundheitsfaktor will bedient<br />
werden.<br />
Seite 83<br />
Foto: Julius Meinl Österreich
1-2/20<strong>22</strong><br />
INHALT 5<br />
wedl.com<br />
Foto: Rechberger<br />
„Die Lohnnebenkosten<br />
müssen runter!“<br />
Walter Veit (63), Inhaber des Hotels<br />
Enzian und der Mankei Alm in<br />
Obertauern, und seit Jänner auch<br />
neuer ÖHV-Präsident, sieht die<br />
Senkung der Lohnnebenkosten<br />
als wesentlichen Faktor für einen<br />
stabilen Tourismus.<br />
Seite 109<br />
Der perfekte Kulinarik-Start in<br />
den Tag<br />
Mit dem richtigen Equipment<br />
lässt sich bei den Gästen der Appetit<br />
aufs Frühstück wecken.<br />
Seite 88<br />
Non food 86 bis 126<br />
Kongresse sind ein reines<br />
Volumensgeschäft<br />
Vom Querfahrer zum Quereinsteiger:<br />
Eigentlich kommt Wolfgang<br />
Stubenberg aus dem Motor(sport)<br />
bereich. Seit über 20 Jahren betreibt<br />
er allerdings mit der Firma<br />
M*Eventcatering gemeinsam mit<br />
seinem Partner eines der größten<br />
Cateringunternehmen Österreichs.<br />
Seite 92<br />
„Schani, trag den Garten raus!“<br />
Die klassische Aufforderung an<br />
den Kellner zur Eröffnung der<br />
Gastgartensaison wird nicht mehr<br />
lange auf sich warten lassen. Zeit<br />
also, sich einen Überblick über<br />
aktuelle Trends zu verschaffen.<br />
Seite 96<br />
Visitenkarte Sanitärbereich<br />
Ein komfortables Badezimmer mit<br />
einem perfekt gestalteten Waschplatz<br />
ist für Hotelgäste eines der<br />
wichtigsten Entscheidungskriterien<br />
bei der Hotelauswahl – <strong>das</strong><br />
bestätigen immer wieder Umfragen<br />
und Zufriedenheitsstudien.<br />
Seite 100<br />
Farbenfroher Morgen<br />
Bunte Teller am Frühstückstisch<br />
versprühen schon zu Beginn des<br />
Tages Lebensfreude. Der Start in<br />
den – guten – Tag ist damit fast<br />
sicher.<br />
Seite 104<br />
Tourismus & Hotellerie 108 bis 127<br />
Foto: rh2010 / Adobe Stock<br />
Hotel der Zukunft<br />
Die Hotellerie steht vor großen<br />
Herausforderungen, nicht zuletzt<br />
durch pandemiebedingte Einschränkungen.<br />
Aber auch schon<br />
davor galt es, umzudenken, neue<br />
Wege zu beschreiten.<br />
Seite 110<br />
Ein Angebot für alle Sinne<br />
Moderne SPA-Behandlungen<br />
gehen heutzutage mit ihrem Angebot<br />
weit über die Grundidee<br />
hinaus.<br />
Seite 114<br />
Nur Pommes waren gestern!<br />
Was braucht es, um Besucher in<br />
eine Therme zu locken? Neben<br />
dem Spaßfaktor und einem ausgeklügelten<br />
Entspannungs- und<br />
Wasserangebot, ist es immer die<br />
Kulinarik, die einen entscheidenden<br />
Faktor darstellt.<br />
Seite 120<br />
Unsere<br />
Spezialität sind<br />
besondere<br />
Wünsche.<br />
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Großhandels-Produkte und ausgewählte Feinkost.<br />
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6 AKTUELL & ANGESAGT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
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3 Hauben-Kulinarik<br />
Am Ende der romantischen Weinbergstraße,<br />
oberhalb von Brixens Altstadt<br />
in Kranebitt, liegt Familie Pichlers<br />
Hideaway inmitten von Weingärten.<br />
Im Restaurant AO vermischt sich nordischer<br />
Einfluss mit Südtiroler Produkten.<br />
Der gebürtige Belgier Levin Grüten,<br />
den es der Liebe wegen nach Südtirol<br />
verschlug, und Simon Pichler, der Bruder<br />
der Junior-Chefin Teresa, kombinieren<br />
diese beiden Küchen auf gekonnte<br />
Weise und wurden dafür mit drei Hauben<br />
von Gault Millau belohnt. Gemüse<br />
und Kräuter kommen aus dem eigenen<br />
Anbau, während die Schokolade<br />
für die Desserts aus Belgien importiert<br />
wird. „Kreativ Kitchen by Simon & Levin”<br />
nennen es die beiden und getoppt<br />
werden ihre Gerichte sehr oft mit Wein<br />
aus dem eigenen Anbau, der von Winzer<br />
Hans Pichler stammt.<br />
www.byhaller.com<br />
Foto: ART Redaktionsteam<br />
gastro goes<br />
future<br />
www.koll.co.at<br />
Magazin<br />
Newsletter<br />
Socialmedia<br />
Das Netzwerk<br />
für die<br />
Gastronomie<br />
und Hotellerie<br />
Appetit auf Klimaschutz<br />
Ministerin Gewessler mit der ehemaligen<br />
ÖHV Präsidentin Michaela Reitterer.<br />
Foto: Petra Pachler<br />
Der Klimateller, eine Initiative der<br />
ÖHV und des Klimaschutzministeriums,<br />
soll verstärkt für vegane, vegetarische<br />
und regionale Bioprodukte in den<br />
Hotelküchen sorgen. „Wir wollen in Österreichs<br />
Hotels <strong>das</strong> klimafreundlichste<br />
Speise- und Getränkeangebot bieten.<br />
Informieren, motivieren und überzeugen<br />
sind für Ministerin Leonore Gewessler<br />
die Parameter auf dem Weg dorthin.<br />
Klimafreundliche Ernährung solle möglichst<br />
bio und fleischreduziert sein, den<br />
CO2-Fußabdruck verringern und auf regionalen<br />
und saisonalen Genuss setzen.<br />
In einem ersten Schritt sollen Hoteliers<br />
und F&B-Verantwortliche der 1.600<br />
ÖHV-Mitgliedsbetriebe überzeugt werden.<br />
Informiert wird online und Informationsveranstaltungen<br />
inklusive Best<br />
Practices, die zum Umstieg anregen.<br />
Leitfäden und Schulungen der ÖHV<br />
sollen im zweiten Schritt <strong>das</strong> Wissen<br />
über Lebensmittel und deren Auswirkungen<br />
auf <strong>das</strong> Klima vertiefen.<br />
Beim dritten Schritt rücken die Gäste<br />
in den Fokus: Nachhaltigkeit und Regionalität<br />
nehmen einen immer größeren<br />
Stellenwert ein. Wer Storytelling auf<br />
der Speisekarte beherrscht, überzeugt<br />
im entscheidenden Moment. Hinsichtlich<br />
CO2-Ersparnis geht es beim Klimateller<br />
um 450 Mio. Mahlzeiten jährlich in<br />
der Österreichischen Hotellerie.<br />
www.oehv.at/klimateller
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1-2/20<strong>22</strong><br />
Alpen-Drink<br />
für’s Hotel<br />
Das Motto von harry’s home hotels<br />
& apartments lautet ab sofort<br />
“Create your stay – and have<br />
a drink!”. Denn die Hotelgruppe<br />
aus Österreich ist eine hochprozentige<br />
Kooperation eingegangen<br />
- „harry’s Gin“ heißt <strong>das</strong> neue Tiroler<br />
Getränk. Ideengeber Fabian<br />
Ultsch, harry’s-home-Gründer,<br />
hat sich dafür seinen Onkel<br />
Werner Ultsch an die Seite geholt:<br />
„Mein Onkel produziert mit seiner<br />
Firma Eagles Mountain Distillery<br />
nahe Innsbruck schon seit Jahren<br />
Spirituosen und Liköre. Bei einem<br />
Gespräch wurde dann der Gin<br />
kreiert“, so Fabian, Sohn von Harald<br />
Ultsch. Erhältlich ist der Gin<br />
in allen Hotels der Familie, in den<br />
vier harry’s homes Steyr, Bischofshofen,<br />
München und Zürich wurde<br />
ein lokaler Gin auf die jeweilige<br />
Getränkekarte gesetzt, Gäste können<br />
diese als „Gin Tour“ verkosten.<br />
www.harrys-home.com<br />
Auszeichnung für<br />
Schlosshotels &<br />
Herrenhäuser<br />
D<br />
as Parkhotel Holzner (Südtirol),<br />
Mitglied der Vereinigung, wurde<br />
mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.<br />
Stephan Zippl, seit fünf<br />
Jahren verantwortlich für die Küche<br />
im Parkhotel sowie im „Restaurant<br />
1908“, kocht dankt eines<br />
eigens entwickelten „Re:vier“-<br />
Konzepts mit den besten Produkten<br />
vom Südtiroler Ritten. Mit seinen<br />
Kompositionen möchte Zippl<br />
die Wahrnehmung für regionale<br />
Zutaten und Nachhaltigkeit in<br />
der gehobenen Küche stärken.<br />
Der Guide Michelin vergab außerdem<br />
einen „Grünen Stern“ an <strong>das</strong><br />
Parkhotel für sein Engagement zur<br />
Nachhaltigkeit.<br />
www.parkhotel-holzner.com<br />
Japanisches Almerlebnis<br />
In der Trofana Alm in Ischgl öffnete <strong>das</strong><br />
neue KOYA seine Pforten – und damit<br />
eine Welt der japanisch-internationalen<br />
Küche. Konzept und Kochkunst<br />
stammen von Sternekoch Klaus Brunmayr.<br />
Er war in den Spitzenküchen dieser<br />
Welt zu Hause und hat bei den namhaftesten<br />
Köchen gelernt – von Alfons<br />
Schubeck über Joel Rebouchon in Las<br />
Vegas bis Gordon Ramsay in London.<br />
In seiner Laufbahn hat er <strong>das</strong> „Tristan“<br />
in Porto Portals Mallorca geleitet, ist<br />
Gründer, Entwickler und Executive Chef<br />
der „Lucy Wang“ Restaurants in Ischgl,<br />
Innsbruck und Puerto Portals. Er gilt<br />
Felix-Festival 20<strong>22</strong><br />
10 Jahre Restaurant Bootshaus und 1.001<br />
Jahre Kloster Traunkirchen – <strong>das</strong> sind<br />
Jubiläen, die es zu feiern gilt. Felix 20<strong>22</strong>,<br />
<strong>das</strong> Wirtshausfestival in der Region<br />
Traunsee-Almtal, lädt von 25. März bis 1.<br />
Mai 20<strong>22</strong> ein. Mit dabei sind eine Knödel-Schifffahrt<br />
am Traunsee, Alpin-Asiatische<br />
Fusionsküche, Gourmet-Abende<br />
mit den besten Köchen des Landes und<br />
viele weitere kulinarische Highlights. Bereits<br />
zum dritten Mal verwandelt <strong>das</strong> Kulinarikfestival<br />
die Region Traunsee-Almtal<br />
in eine Bühne für Genussevents aller<br />
Art. Klassiker wie die „Knödlroas“ per<br />
Oldtimerbus am 29. April und per Schiff<br />
am <strong>22</strong>. April dürfen ebenso wenig fehlen<br />
wie die Salzkammergut-Abende der<br />
Traunseewirte. Die bodenständige Küche<br />
mit Musik, Lesung, Bierkulinarien<br />
oder Weindegustationen aus Magnums<br />
als einer der gefragtesten Konzeptentwickler<br />
für High-End-Gastrounternehmen.<br />
Im neuen KOYA verwöhnt Brunmayr<br />
im gemütlichen Rahmen seine<br />
Gäste. Sobald die Wintersaison in Ischgl<br />
startet, verführen wahre Sushi-Meisterwerke<br />
die Gaumen. Die Trofana Alm<br />
ist der Inbegriff alpiner Gemütlichkeit.<br />
Seit 1988 steht sie für Gastlichkeit, in<br />
diesem Winter präsentiert sich die beliebte<br />
Alm rundum erneuert. Modernste<br />
Technik und Alpiner Schick vereinen<br />
sich mit Jahrhunderte altem Holz und<br />
Tiroler Stein.<br />
www.trofana.at<br />
verbinden Kulinarik und Tradition. Auch<br />
20<strong>22</strong> werden die Fischrestaurants Salzkammergut<br />
verschiedene Themenabende<br />
anbieten.<br />
www.wirtshausfestival.at<br />
Foto: Trofana Royal<br />
Foto: Traunsee Hotels
WIR BIETEN AUCH DIE IDEALE SCHIRMLÖSUNG!<br />
MADE IN AUSTRIA & GERMANY<br />
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GASTHAUS KRAUS
10 AKTUELL & ANGESAGT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Food Trends 20<strong>22</strong><br />
Neues Jahr, neue Studien! So auch zum Essverhalten, die jene Trends herausgreifen, welche<br />
die nächsten 365 Tage angesagt sein werden. Zwei davon haben wir herausgegriffen und<br />
näher beleuchtet. <br />
Von Katrin Schedler<br />
Vegan bleibt im Trend.<br />
Foto: Marcher GmbH<br />
Essen ist ein Grundbedürfnis. Doch<br />
es geht längst nicht mehr nur darum,<br />
wie der Hunger gestillt werden<br />
kann. Mit der steigenden Aufmerksamkeit,<br />
die wir der Nahrungsaufnahme<br />
zukommen lassen, entstehen neue Essgewohnheiten<br />
und auch die Frage nach<br />
dem was gegessen wird unterliegt einem<br />
permanenten Wandel. Wieder entdeckte<br />
Lebensmittel, die ein Revival erleben,<br />
neue Kreationen, die mancherorts mit<br />
Neugierde aufgenommen werden während<br />
sie anderswo noch zu futuristisch<br />
sind, oder auch der Verzicht auf Fleisch,<br />
Zucker, Kohlenhydrate und Co. fließen in<br />
die Gestaltung von Speisekarten mit ein.<br />
Nicht zuletzt hat auch die Corona-Pandemie<br />
wesentlich dazu beigetragen, <strong>das</strong>s<br />
sich Verhaltens- und Ernährungsweisen<br />
verändert haben.<br />
Weniger Fleisch<br />
Die Gruppe der „Flexitarier“ ist auf dem<br />
Vormarsch. Als „Flexitarier“ werden<br />
Menschen bezeichnet, die bewusst weniger<br />
Fleisch essen. Wenn es doch ein<br />
Stück Fleisch sein soll, dann hochwertiges.<br />
Gemessen an der Gesamtbevölkerung<br />
machen Vegetarier in Österreich einen<br />
eher geringen Anteil aus, trotzdem<br />
werden Mahlzeiten ohne Fleisch bzw.<br />
ohne tierische Zutaten immer beliebter.<br />
Hier können Gastronomen mit Kreativität<br />
punkten, denn viele Menschen möchten<br />
sehr wohl mehr Pflanzliches genießen,<br />
die Zubereitung von Mahlzeiten<br />
ohne Fleisch stellt jedoch viele vor eine<br />
Herausforderung. Als Profi in der Küche<br />
können Köche nicht nur auf ihr Fachwissen<br />
zurückgreifen, sondern auch auf<br />
hochwertige pflanzliche Produkte. Denn<br />
im Convenience-Bereich tut sich gerade<br />
sehr viel, was Fleisch-Alternativen anbelangt.<br />
Dass <strong>das</strong> Angebot stetig wächst,<br />
dafür sorgen nicht nur etablierte Marken,<br />
sondern auch Start-up-Unternehmen<br />
und innovative (Klein-)Produzenten.<br />
So wie etwa „Die Fleischloserei“,<br />
Österreichs erste vegane „Fleischerei“,<br />
in der ausschließlich pflanzliche Wurst<br />
und frische fleischlose Produkte her-
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELL & ANGESAGT 11<br />
Im Burgenland hat sich <strong>das</strong> Start-up<br />
PhytonIQ auf den Wasabi-Anbau<br />
spezialisiert.<br />
Foto: Sandra Glatz<br />
gestellt werden. Weißvürstel (vegane<br />
Weißwürste), Lebenkäse (veganer Leberkäse),<br />
veganer Speck oder auch vegane<br />
Steaks, die Dank der Kräuterseitlinge einen<br />
Umamigeschmack bekommen, sind<br />
nicht nur 100 % vegan und in Bioqualität,<br />
sondern auch handgemacht in Österreich.<br />
Auch <strong>das</strong> Unternehmen Marcher<br />
Fleischwerke hat fleischlose Produkte<br />
in seinem Sortiment. Unter der Marke<br />
„DIE OHNE“ werden neben<br />
vegetarischer Wurst<br />
(Bratwüstel, Salami, Extra)<br />
auch Nuggets aus Weizenund<br />
Erbsenprotein in einem<br />
Backteig oder auch<br />
vegane Steaks nach Art<br />
Rindersteak BBQ angeboten.<br />
Es wird also vom Frühstück<br />
über den Snack bis hin zum vollwertigen<br />
Gericht einiges an Fleischlosem<br />
angeboten. Pflanzliche Gerichte werden<br />
in Zukunft ein fester Bestandteil in der<br />
Gastronomie sein und <strong>das</strong> obligatorische<br />
Foto: SO Fröhlich KG<br />
Gemüselaibchen auf der Speisekarte hat<br />
mittlerweile ausgedient – denn es geht<br />
auch köstlich kreativ.<br />
Regionale Exoten<br />
Kartoffeln und Äpfel vom Landwirten<br />
nebenan, Kräuter aus dem eigenen Garten<br />
und Milch aus der Region – Regionalität<br />
ist auch in der Gastronomie ein<br />
präsentes Thema. Immer mehr Gerichte<br />
werden mit regionalen Zutaten zubereitet<br />
und auf dem Frühstücksbuffet sind<br />
im besten Fall die unterschiedlichsten<br />
Schmankerl aus der Umgebung zu finden.<br />
Viele Lebensmittel lassen sich ganz<br />
unkompliziert und einfach von heimischen<br />
Landwirten und Produzenten beziehen,<br />
wenn es jedoch um exotische<br />
Produkte geht, sieht dies schon anders<br />
aus. Könnte man meinen, denn wer sich<br />
ein wenig informiert und Ausschau hält,<br />
der findet regionale Exoten. So wird<br />
etwa auch hierzulande Reis angebaut.<br />
Die fast unscheinbare<br />
Reispflanze ist unter anderem<br />
in der Steiermark zu finden. In<br />
Halbenrain baut Ewald Fröhlich<br />
den regionalen Reis im<br />
Trockenreis-Anbauverfahren<br />
(die Felder werden nicht<br />
geflutet, sondern nach Bedarf<br />
bewässert) an und verarbeitet<br />
diesen in der eigenen Reismühle.<br />
In Gerasdorf bei Wien baut Gregor Neumeyer<br />
seit ein paar Jahren seinen „ÖsterReis“<br />
an – seit 2018 ist dieser sogar<br />
biozertifiziert. Im Burgenland hat sich<br />
info<br />
Neugierig auf regionale<br />
Exoten? Hier finden Sie mehr<br />
Informationen:<br />
www.feigenhof.at<br />
www.so-froehlich.at<br />
www.oesterreis.at<br />
www.phytoniq.com<br />
www.biohof.at<br />
<strong>das</strong> Start-up PhytonIQ auf den Wasabi-<br />
Anbau spezialisiert. Hier kommt Indoor<br />
Farming ins Spiel, wo ideale Bedingungen<br />
für die Kultivierung des Kreuzblütlers<br />
geschaffen werden. Von Mitte Juni<br />
bis Anfang November reifen rund 50<br />
verschiedene Feigensorten im Glashaus<br />
und in der Freilandplantage des<br />
Bio Feigenhofs im 11. Wiener Gemeindebezirk.<br />
Wer also zur Feigensaison auf<br />
heimischen Genuss setzen möchte, der<br />
ist hier an der richtigen Adresse. Auch<br />
frischer Bio-Ingwer und Bio-Kurkuma<br />
aus Österreich gibt es seit ein paar Jahren.<br />
Das burgenländische Unternehmen<br />
veganis startete <strong>das</strong> Anbauprojekt<br />
in Kooperation mit dem Biohof Achleitner.<br />
Optisch unterscheidet sich die heimische<br />
Frischware von der Importware<br />
durch die deutlich hellere Farbe und<br />
<strong>das</strong> angenehme Aroma. Als besonders<br />
exklusives Produkt lassen sich mit den<br />
regional angebauten Exoten wunderbare<br />
Akzente in Speisen setzen.<br />
Fleisch-Innovation aus der Schweiz<br />
Das Schweizer Startup „The Green<br />
Montain“ will revolutionieren statt<br />
missionieren, und <strong>das</strong> mit einem Geschmack,<br />
der Fleischliebhaber begeistert<br />
– nur eben ohne Fleisch. Getreu<br />
der Devise „Null Fleisch. Ächt Schwiiz.“<br />
entwickelt <strong>das</strong> innovative Team Produkte<br />
auf Pflanzenbasis, die dem Original<br />
aus Fleisch in Optik, Geschmack,<br />
Struktur und Biss sowie in der Zubereitung<br />
in nichts nachstehen. The Green<br />
Montain konnte wie kein Zweiter die<br />
nachhaltige vegane Philosophie in ein<br />
wegweisendes, zukunftsträchtiges<br />
Konzept gießen. Vom alternativen Leberkäse,<br />
dem besonderen Steak, dem<br />
ausgezeichneten Burger, dem ausgewählten<br />
Wurstangebot, dem feinen<br />
Faschierten bis zum neuen Schnitzel<br />
reicht die vorläufige Angebotspalette.<br />
Die veganen Geschmackserlebnisse<br />
aus der Schweiz sind reich an Proteinen<br />
und Ballaststoffen und enthalten wertvolles<br />
Vitamin B12. Auf Geschmacksverstärker,<br />
Zuckerzusatz, Cholesterin,<br />
Laktose und Palmöl wird bewusst verzichtet.<br />
www.thegreenmountain.ch<br />
Foto: Green Mountain
12 AKTUELL & ANGESAGT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Fleischlos ist en<br />
vogue<br />
Dieser Trend hat sich schon länger<br />
abgezeichnet, doch nun<br />
ist er unübersehbar: Immer mehr<br />
Menschen verzichten ganz oder<br />
teilweise auf tierische Produkte<br />
– die Gründe dafür sind vielfältig.<br />
Es gehört mittlerweile zum guten<br />
Ton in der Gastronomie, eine<br />
Vielfalt an entsprechenden Gerichten<br />
anzubieten. Daher führt<br />
Transgourmet die Konzeptmarke<br />
„Transgourmet Plant-based“ ein,<br />
die sowohl Eigenmarken als auch<br />
Industriemarken-Produkte, die<br />
vegan oder vegetarisch sind, entsprechend<br />
kennzeichnet und beispielsweise<br />
im Webshop gesondert<br />
ausweist. Das zahlt sehr oft<br />
auch in den zweiten Mega-Trend<br />
Nachhaltigkeit ein. Daneben sind<br />
Tierwohl, Superfood aus nah und<br />
fern ebenso wie Low-Carb und<br />
Hybrid-Food große Themen. Ein<br />
Beispiel sind Cronuts- eine Mischung<br />
aus Croissant und Donut,<br />
im Herkunftsland USA ist es <strong>das</strong><br />
Trend-Gebäck schlechthin.<br />
www.transgourmet.at<br />
Vegane Verführung<br />
Tiefkühlprodukte ohne tierische Inhaltsstoffe<br />
sind aus keiner Großküche<br />
mehr wegzudenken. Gesundheitsund<br />
Nachhaltigkeitsaspekt sprechen<br />
hierbei für sich. Meisterfrost hat nun für<br />
den süßen Sektor vegane Marillen- und<br />
Nougatknödel entwickelt. Die fruchtige<br />
Marillenfüllung, die im Haus selbst<br />
zubereitet wird, und die palmfreie Nougatfülle<br />
werden von einem Kartoffelteig<br />
ummantelt, nach dem Kochen in<br />
Bröseln gewälzt und mit Puderzucker<br />
bestreut. Ob als Hauptspeise oder verführerisches<br />
Dessert, die Palette an süßen<br />
veganen Gerichten bei Meisterfrost<br />
reicht von Strudelvariationen wie Apfelund<br />
Zwetschkenstrudel aus handgezogenem<br />
Strudelteig bis hin zu den veganen<br />
Palatschinken mit diversen Fruchtfüllen.<br />
Auch im pikanten Bereich ist vegan<br />
in: hier gibt es den Krautstrudel oder den<br />
Gemüsestrudel aus gezogenem Strudel-<br />
oder Blätterteig, die kleinen veganen<br />
Gemüsebällchen sowie die herzhaften<br />
Polentalaibchen und <strong>das</strong> knusprige<br />
Knoblauchbaguette in der Produktpallette<br />
von Meisterfrost.<br />
www.meisterfrost.at<br />
Foto: Josef Recheis<br />
Foto: Meisterfrost<br />
Foto: Wolfgang Strimmer<br />
Ausgewogen und bewusst<br />
Seit 1889 arbeitet <strong>das</strong> Haller Familienunternehmen<br />
Recheis erfolgreich und<br />
mit größter Sorgfalt an seinen hochwertigen<br />
Produkten. Als österreichweiter<br />
Marktführer entwickelt <strong>das</strong> Unternehmen<br />
laufend innovative Konzepte für<br />
Gastronomie und LEH. Dabei werden<br />
Ernährungstrends und Kundenwünsche<br />
mit eingebunden. Das umfangreiche Dinkel<br />
Sortiment – Bio Vollkorn Dinkel und<br />
Dinkel Hell Produkte in vielen verschiedenen<br />
Sorten – geht besonders auf den<br />
aktuellen Trend „Real Omnivore“ ein.<br />
Dabei steht eine ausgewogene, nachhaltige<br />
und bewusste Ernährung im Mittelpunkt.<br />
Die „wahren Allesesser“ wollen auf<br />
nichts verzichten und trotzdem auf ihre<br />
Gesundheit und jene des Planten achten.<br />
Dies alles deckt Recheis mit seiner nachhaltigen<br />
Unternehmensphilosophie und<br />
seinen natürlichen Produkten perfekt ab.<br />
Seit April 2018 wird vollkommen CO2-<br />
neutral gearbeitet.<br />
www.recheis.com
Kompromisslose<br />
Frische aus Österreich …<br />
... ist für uns selbstverständlich: Deshalb setzen wir von AGM auf <strong>das</strong><br />
AMA-Gütesiegel-Qualitätsprogramm alpenvorland Rind. Das Fleisch der<br />
Kalbinnen unterliegt strengen Auflagen, wird laufend kontrolliert und<br />
zeichnet sich durch stets gleichbleibende Top-Qualität aus.<br />
Jetzt reinschauen, denn wir haben Adi Bittermann in seiner Grillschule besucht und<br />
sind der Frage nachgegangen, warum Rindfleisch nicht gleich Rindfleisch ist.<br />
agm.at
14 AKTUELL & ANGESAGT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Steuer-News<br />
Was Arbeitgeber/innen in der Hotellerie und Gastronomie aktuell wissen sollten.<br />
Wir haben aus unserer Beratungspraxis<br />
drei aktuell häufig gestellte<br />
Fragen kompakt für Sie zusammengefasst.<br />
Corona-Prämie<br />
Bonuszahlungen an Arbeitnehmer/innen,<br />
die aufgrund der Covid-19-Krise<br />
für <strong>das</strong> Jahr 2021 geleistet werden, sind<br />
- wie auch schon 2020 - bis 3.000 Euro<br />
pro Mitarbeiter/in steuer- und beitragsfrei.<br />
Wichtig für die Begünstigung ist <strong>das</strong><br />
Element der Zusätzlichkeit, es muss sich<br />
dabei also um Zahlungen handeln, die<br />
aufgrund der vorliegenden Corona-Krise<br />
geleistet werden und üblicherweise<br />
bisher nicht gewährt wurden. Die Abrechnung<br />
der Corona-Prämie ist noch<br />
bis Ende Februar 20<strong>22</strong> möglich.<br />
Mitarbeitererfolgsbeteiligung<br />
Ab dem Jahr 20<strong>22</strong> gibt es die Möglichkeit,<br />
bis zu 3.000 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei<br />
als Erfolgsbeteiligung auszuzahlen.<br />
Für die Anwendbarkeit der Steuerbefreiung<br />
muss die Erfolgsbeteiligung allen<br />
Mitarbeitern oder bestimmten Gruppen<br />
von Mitarbeitern gewährt werden und<br />
darf nicht bereits aus anderen Gründen<br />
zustehende Bezüge ersetzen.<br />
Aktuelle Unsicherheit bei<br />
Arbeiter-Kündigungsfrist<br />
Im Oktober 2021 wurden die Kündigungsfristen<br />
der Arbeiter endgültig an<br />
jene der Angestellten angeglichen, Arbeitsverhältnisse<br />
können daher grundsätzlich<br />
nur mehr zum Quartalsende<br />
unter Einhaltung der jeweiligen Kündigungsfrist<br />
beendet werden. Eine abweichende<br />
Vereinbarung des Kündigungstermins<br />
zum 15. und Monatsletzten<br />
ist möglich. Von dieser Regelung ausgenommen<br />
sind die sogenannten Saisonbranchen,<br />
wo weiterhin kürzere<br />
Kündigungsfristen zulässig sind. In der<br />
Fachgruppe Hotellerie und Gastronomie<br />
besteht nach wie vor keine Einigkeit der<br />
Sozialpartner, ob die Branche überwiegenden<br />
Saisoncharakter hat. Eine endgültige<br />
Klärung dieser Frage wird erst<br />
die Rechtsprechung bringen.<br />
Julia Niederleithner, LL.B. (WU)<br />
Steuer- & Unternehmensberaterin,<br />
Zertifizierte Arbeits- & Sozialversicherungsrechtsexpertin<br />
bei LBG Niederösterreich in St. Pölten.<br />
Foto: LBG Österreich GmbH<br />
LBG-Empfehlung: Treffen Sie mit Ihrem<br />
Arbeitnehmern konkrete Vereinbarungen<br />
zu Kündigungsfristen und -terminen<br />
und schaffen Sie damit klare<br />
Spielregeln für alle Beteiligten. So können<br />
spätere Streitigkeiten vermieden<br />
werden.<br />
www.lbg.at<br />
Heimatküche neu interpretiert<br />
Elf befreundete Profiköche haben in<br />
„Genussregionen. Südtirol“ regionale<br />
Gerichte interpretiert, die vielfältig und<br />
vor allem kreativ sind. Hier wird Regionales<br />
mit Internationalem kombiniert,<br />
dadurch entstehen außergewöhnliche<br />
Gerichte wie Entenbrust mit Zirbelkieferhonig<br />
glasiert, Gnocchi primo sale<br />
mit Ricotta, Minze und Erbsen, Lammrücken<br />
mit Pumpernickelkruste oder<br />
Tatar vom Saibling mit Buttermilch und<br />
Wiesenkräutern.<br />
Zu besagten Köchen gehören Armin<br />
Comploj, Armin Gruber, Andrea Irsara,<br />
Mirko Mair, Arnold Nussbaumer, Markus<br />
Peintner, Matthias Schenk, Othmar<br />
Raich, Daniel Werth, Daniel Wolfsgruber<br />
und Stephan Zippl. Eindrucksvolle Bilder<br />
und Texte präsentieren den Zauber<br />
der Südtiroler Landschaft. Herausgeber<br />
des Buches ist Mirko Mair, er wuchs in<br />
einem Bergdorf im Pustertal/Südtirol<br />
auf und hat schon früh seine Leidenschaft<br />
für <strong>das</strong> Kochen entdeckt.<br />
Nach der Kochausbildung sammelte<br />
er Erfahrungen in der gehobenen<br />
Gastronomie und arbeitete in Spitzenhäusern<br />
im In- und Ausland. 2013<br />
pachtete er den Ansitz Sichelburg in<br />
Pfalzen und betreibt dort sein eigenes<br />
Restaurant.<br />
www.dorlingkindersley.de<br />
Verlag: Dorling Kindersley<br />
ISBN 978-3-98541-054-5<br />
240 Seiten<br />
240 x 290 mm<br />
Über 120 farbige Fotos<br />
€ 49,90 (D) / € 51,30 (A)
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELL & ANGESAGT 15<br />
Ski- und Weingenuss in<br />
Ski amadé<br />
Von 12.-19. März 20<strong>22</strong><br />
wird wieder alles serviert,<br />
was die Region zu<br />
bieten hat: 760 Pistenkilometer<br />
und insgesamt<br />
260 Skihütten und Restaurants<br />
in 25 Orten mit<br />
abwechslungsreicher Kulinarik<br />
und österreichischen<br />
Weinen. In Kooperation<br />
mit Österreich Wein Marketing hat Ski amadé mit<br />
TASTE Ski amadé ein Genusserlebnis auf die Beine gestellt:<br />
Gondeldinner, Weinroas, Genuss-Gala und Weinverkostungen<br />
auf den Skihütten verbinden Ski und Kulinarik. Auch der<br />
höchste Bauernmarkt der Alpen, direkt an der Skipiste, lädt<br />
zum Genuss. Rund 30 Stände bieten traditionelle Bauern-Produkte<br />
aus Eigenproduktion, die zum Mitnehmen ins Stoff-<br />
Rucksackerln kommen.<br />
Zertifizierung als Wegweiser<br />
Die teilnehmenden Skihütten müssen regionale Speisen aus<br />
heimischen Produkten und Wein aus Österreich anbieten, um<br />
zum zertifizierten Genusspartner-Betrieb zu werden. Die Kriterien<br />
wurde von Ski amadé gemeinsam mit Österreich Wein<br />
Marketing erarbeitet und mittlerweile tragen 27 kulinarische<br />
Partner zum Ski- und Weingenuss in Salzburg und der Steiermark<br />
bei. Die Zertifizierungsplakette im Eingangsbereich ist<br />
der Wegweiser und ein spezieller Ski amadé Wein der Saison<br />
komplettiert <strong>das</strong> Angebot.<br />
www.skiamade.com/de/Winter/Kulinarik/Ski-und-Weingenuss<br />
Foto: Ski amade<br />
Rudolf Schwarzenbacher,<br />
geschäftsführender<br />
Gesellschafter<br />
der ADEG Zell am See<br />
GmbH und Peter Krug,<br />
Geschäftsführer der<br />
Eurogast Österreich<br />
GmbH.<br />
Foto: Eurogast/ Roland Hölzl<br />
AGM Zeller Gruppe<br />
schließt sich Eurogast an<br />
Wien in Hamburg: Gasthaus abzugeben<br />
Gut laufendes Restaurant in Hamburg<br />
mit österreichischer Küche in gute<br />
Hände abzugeben. Das Restaurant hat<br />
keine Brauerei-Bindung.<br />
Das Restaurant hat einen schönen<br />
großen Gastraum mit hochwertiger Bar,<br />
einen weiteren Gastraum für bis zu 25<br />
Die ADEG Zell am See GmbH, eine Vereinigung selbständiger<br />
Pinzgauer Kaufleute, schließt sich ab 1. Mai 20<strong>22</strong> mit seinen<br />
fünf Cash&Carry Standorten in Altenmarkt, Bad Hofgastein,<br />
Zell am See/Maishofen, Salzburg und Hall in Tirol der Eurogast<br />
Österreich an. Damit wird die AGM Zeller Gruppe zum<br />
Gesellschafter der Eurogast Österreich.<br />
Mit dem Rückzug der deutschen Handelskette REWE/<br />
ADEG aus dem Cash&Carry Geschäft sei eine Neuorientierung<br />
notwendig geworden, erklärt Rudolf Schwarzenbacher,<br />
geschäftsführender Gesellschafter der ADEG Zell am See<br />
GmbH: „Wir werden unseren Weg als verlässlicher, regional<br />
verankerter Partner für Hotellerie, Gastronomie und GV in<br />
Salzburg und Tirol weiter konsequent fortsetzen und in Zukunft<br />
an unseren fünf Standorten unter der Marke Eurogast<br />
noch mehr Österreich, noch mehr Regionalität und mit unserem<br />
innovativen Gastro-Zustellservice noch mehr persönliche<br />
Betreuung bieten.“<br />
Personen für private Feiern, eine neue<br />
ebenerdige WC-Anlage und eine einladende<br />
überdachte Terrasse. Das Objekt<br />
verfügt über einen behindertengerechten<br />
Zugang und über ausreichend Parkplätze.<br />
Es ist ein Abstand an den jetzigen<br />
Betreiber zu zahlen und ein neuer<br />
PÄCHTER GESUCHT<br />
Pachtvertrag mit dem Eigentümer abzuschließen.<br />
Übergabe nach Absprache.<br />
mail@wkb-hamburg.de<br />
Fotos: wkb Hamburg<br />
Bezahlte Anzeige
Seite 16 bis Seite 61<br />
Food<br />
Frühstück<br />
Dass einfältige Frühstücksthemen<br />
passé sind beweisen<br />
moderne Konzepte für<br />
<strong>das</strong> morgendliche Essen<br />
wie „Brinner“. Am Frühstücksbuffet<br />
darf es ab sofort<br />
ruhig avantgardistisch<br />
und abwechslungsreich<br />
zugehen, ohne dabei auf<br />
altbewährte Klassiker verzichten<br />
zu müssen.<br />
Seite 18<br />
Ethno<br />
In dieser Ausgabe geht<br />
es weit nach oben in den<br />
Norden. Die Länder Dänemark,<br />
Finnland, Norwegen<br />
und Schweden sind die<br />
kulinarischen Ziele für eine<br />
Geschmacksreise, auf der<br />
man unter anderem auf Dill,<br />
Knäckebrot und viel Fisch<br />
stoßen wird.<br />
Seite 42<br />
Großhändler<br />
Sie haben wirtschaftlich<br />
gesehen eine unvorstellbar<br />
schwierige Zeit hinter sich:<br />
die Gastro-Großhändler halten<br />
fest, inwiefern Corona<br />
ihr Geschäft beeinflusst hat<br />
und wie es weitergeht. Eurogast,<br />
KHG-Express, Kröswang,<br />
Metro, Transgourmet<br />
und Wedl lassen die letzten<br />
zwei Jahre Revue passieren<br />
und loten neue Chancen<br />
aus. Seite 52
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELLES 17<br />
Französisches<br />
Frühstück<br />
Vandemoortele stellt für einen<br />
Verwöhn-Moment im<br />
stressigen Alltag die authentischen<br />
Mini-Plunder Klassiker<br />
der Marke Banquet d’Or vor. Das Gebäck ist reichhaltig an<br />
Butter und mit sorgfältig ausgewählten, rein natürlichen Zutaten<br />
ausgestattet, ohne Konservierungsstoffe oder künstliche<br />
Aromastoffe. Das Premium Plunder-Sortiment besteht<br />
aus einem Butter-Croissant, einem Butter-Schokobrötchen,<br />
einer Butter-Rosinenschnecke und einer Butter-Apfeltasche<br />
aus zartsplittrigem Blätterteig mit fruchtiger Apfel-Füllung.<br />
Alle Produkte sind im handlichen Snackformat und für den<br />
vielfältigen Genuss entwickelt. Unabhängig von der Tageszeit<br />
können die Gebäckstücke zum Frühstück, für den Nachmittagssnack<br />
oder für Buffets serviert werden und punkten<br />
mit ihrer klassischen Vielfalt, der handwerklichen Optik und<br />
dem buttrigen Geschmack. Alle Produkte verfügen über eine<br />
goldene, zartblättrige Kruste – ganz im Zeichen des französischen<br />
Lebensstils.<br />
www.vandemoortele.at<br />
Foto: Vandemoortele<br />
Auftanken mit<br />
Vitamin D<br />
Die Herbst- und Wintermonate<br />
verlangen<br />
dem Organismus einiges<br />
ab – es weht ein eisiger<br />
Wind und trotzdem<br />
sind Bewegung und<br />
frische Luft wichtig. Um<br />
den Körper durch Ernährung<br />
zu unterstützen hat Haubis<br />
sein „Aktiv Weckerl“ mit Vitamin<br />
D angereichert. Die bewusste<br />
Rezeptur liefert eine Extraportion Gemüse, „gute Fette“ –<br />
und eben <strong>das</strong> gerade in Wintermonaten wichtige Vitamin<br />
D. Darin enthaltene Produkte wie Erbsen, Karotten, Kürbiskerne<br />
und Süßkartoffeln tun rundum wohl. Im Haubis<br />
„Aktiv Weckerl“ trifft bestes Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl<br />
aus Österreich auf ausgesuchtes Gemüse und wertvolle<br />
Saaten. Ein Weckerl deckt 50 Prozent der empfohlenen<br />
Tagesmenge an Vitamin D.<br />
www.haubis.at<br />
Foto: Haubis<br />
Ratzeputz!<br />
Text & Foto: Andrea Jungwirth<br />
Karotten sind <strong>das</strong> perfekte Beispiel für ein Gemüse, <strong>das</strong> von der Wurzel bis zur Blattspitze<br />
verspeist werden kann. Die Karotte ist unverzichtbar in der Küche und zählt zu<br />
den beliebtesten heimischen Gemüsesorten. Das Karottengrün schmeckt aromatisch<br />
und eignet sich fein gehackt als Petersilienersatz, schmeckt im Pesto oder frittiert als<br />
Snack oder dient zur Dekoration von Gerichten. Auch beim Frühstücksbuffet in der Hotellerie<br />
dürfen Karotten nicht fehlen. Gesunde, selbst gepresste Säfte mit reichlich Karotten<br />
sind bei den Gästen sehr beliebt. Bei einer gute Saftpresse erhält man bis zu 250<br />
ml Karottensaft aus etwa 500 bis 600 g frischen Karotten. Übrig bleibt der Trester, der<br />
meist im Bioabfall landet, obwohl er deutlich mehr Carotinoide enthält als der frisch<br />
gepresste Saft. Er eignet sich jedoch hervorragend zum Backen und schmeckt im Brot,<br />
in Gemüselaibchen und vor allem im Karottenkuchen gut. In gängigen Rezepten wird<br />
der Karottenanteil im Kuchen durch die halbe Menge Karottentrester ersetzt, wird der<br />
Teig zu trocken, kann etwas Apfelmus dazugegeben werden.<br />
Mit Putz und Stingl<br />
KAROTTENKUCHEN<br />
Zutaten für 1/2 – 2/3 eines<br />
Backbleches:<br />
5 Eier<br />
150 g Zucker<br />
100 g Butter<br />
150 g Karottentrester<br />
300 g Haselnüsse mit der Schale<br />
70 – 100 g Mehl<br />
8 g Backpulver<br />
› etwas Orangen- und<br />
Zitronenabrieb<br />
Saft einer halben Zitrone<br />
Mark einer halben Vanilleschote<br />
› 1 gute Prise Salz<br />
Zubereitung:<br />
1. Haselnüsse fein reiben, Zitronen- und Orangenabrieb mit dem Zitronensaft<br />
unter den Karottentrester mischen. Mehl mit Backpulver mischen.<br />
2. Eier trennen, die Eiweiße steif schlagen, 2 Esslöffel Zucker in den Eischnee<br />
geben und nochmals steif schlagen.<br />
3. Eidotter, Vanille und Zucker schaumig rühren, weiche Butter dazugeben<br />
und gut verrühren. Nüsse, Karotten, Salz und Mehl unter die Masse rühren.<br />
Ist der Teig zu trocken, etwas Apfelmus dazugeben. Zum Schluss den Eischnee<br />
auf Etappen unterheben.<br />
4. Zum Backen einen verstellbaren Backrahmen verwenden. Den Teigrahmen<br />
auf die gewünschte Größe einstellen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes<br />
Backblech setzen. Den Teig einfüllen und glatt verstreichen.<br />
5. Kuchen im vorgeheizten Backrohr bei 190 Grad Celsius etwa 20 Minuten<br />
backen. Danach die Temperatur auf 100 Grad Celsius senken und nochmals<br />
10 bis 20 Minuten fertig backen.
18 FRÜHSTÜCK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Open<br />
End<br />
Foto: SPA Resort Therme Geinberg Chris Perkles
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRÜHSTÜCK 19<br />
Das Frühstück ist zum Ganztagsgenuss geworden. Es wird lange gefrühstückt und auf den<br />
Tisch kommt dabei so ziemlich alles. <br />
Von Petra Pachler<br />
Längst vorbei sind die Zeiten, als<br />
<strong>das</strong> Frühstück aus Kaffee mit einem<br />
Marmeladesemmerl bestand.<br />
Opulente Frühstücksbuffets mit<br />
kalten und warmen Gerichten gehören<br />
längst zum Standard in der gehobenen<br />
Hotellerie und zu besonderen Anlässen<br />
einen Gutschein für ein Frühstück zu<br />
schenken ebenso.<br />
Schinken, Käse, Gemüse, Fisch, Müsli –<br />
<strong>das</strong> Frühstück beinhaltet fast alle Lebensmittel<br />
und deren Zubereitungsformen.<br />
Ein Mini-Schnitzerl oder ein Mini-Hamburger<br />
sind keine Seltenheit mehr und<br />
geschuldet ist dies auch der neuen Richtung<br />
„Brinner“. Einer Frühstücksform, die<br />
sich aus den Begriffen „Breakfast & Dinner“<br />
zusammensetzt und, wie der Name<br />
schon vermuten lässt, eine Kombination<br />
aus beiden ist. Kommend aus den USA,<br />
etabliert sich dieses Konzept immer öfter<br />
auch in der europäischen Gastronomie.<br />
Beim Brinner werden Zutaten von Frühstück<br />
und Abendessen kombiniert und<br />
führen zu spannenden Kreationen. Klassische<br />
Eiergerichte sind gut, Hummersuppe<br />
und Burrito für manche noch besser.<br />
Gesunde Variante<br />
Porridge, Waffeln, Eiergerichte oder<br />
Suppen – Hauptsache warm. Bei diesem<br />
Frühstücksangebot ist der asiatische<br />
Einfluss Vorbild, der den guten<br />
Start in den Tag nur in einer warmen<br />
Mahlzeit sieht. Grund sind gesundheitliche<br />
Aspekte: Die Verdauung wird angeregt<br />
und der Heißhunger gedämpft.<br />
König dabei ist <strong>das</strong> Porridge, <strong>das</strong> seine<br />
Basis im guten alten Haferbrei mit seiner<br />
hohen Dosis an Vitaminen und Mineralstoffen<br />
hat und laut Ayurveda die Frühstücksvariante<br />
überhaupt ist. In früheren<br />
Generationen war der Haferbrei die<br />
Hauptmahlzeit für körperlich schwer<br />
Arbeitende, heute ist er, verfeinert mit<br />
Obst, Nüssen oder unterschiedlichen<br />
Gewürzen, ein Genussfaktor. Das Vorurteil<br />
der scheinbar aufwändigen Zubereitung<br />
lässt sich vermeiden, in dem man<br />
die Basis bereits am Vortag zubereitet<br />
oder zu Fertigprodukten greift. Auch fertige<br />
Porridge-Tüten, die nur noch mit heißem<br />
Wasser aufgegossen werden, erfreuen<br />
sich steigender Beliebtheit und in recyclebaren<br />
Papiertüten oder Mehrweg<br />
Bowls ist auch umwelttechnisch nichts<br />
dagegen einzuwenden.<br />
Der Klassiker<br />
Trotz aller Neuheiten, darf am Frühstücksbuffet<br />
ein Klassiker nie fehlen<br />
und <strong>das</strong> sind Eiergerichte. Doch ihre<br />
Frische und Optik zu gewährleisten, ist<br />
nicht immer ganz einfach. Stehen die Eiergerichte<br />
zu lange am Buffet, werden<br />
sie unansehnlich und auch hinsichtlich<br />
Hygiene ist Vorsicht geboten. Eine<br />
Antwort auf diese Herausforderung hat<br />
<strong>das</strong> deutsche Unternehmen eggcellent<br />
mit seinen beiden Geräten Pollux und<br />
Castor für weiche Eier: Eine ausgeklügelte<br />
Umlufttechnik im Castor bewirkt,<br />
<strong>das</strong>s die Eier nicht hart oder kalt werden<br />
und die Castor-Technik ermöglicht auch<br />
die Präsentation der Eier in unterschiedlichen<br />
Garstufen gleichzeitig. Der Vorteil<br />
für den Gast ist klar: Er kann sich direkt<br />
bedienen und muss auf sein Ei nicht<br />
Foto: Chris Dernjac<br />
STARTE MIT BIO IN DEINEN TAG<br />
.... am Besten<br />
mit den köstlichen<br />
BIO-FRUCHTAUSTRICHEN<br />
aus der Unterweger Früchteküche.<br />
Für den ganz besonderen Fruchtgenuss<br />
empfehlen wir unsere<br />
BIO FRUCHTAUFSTRICHE<br />
MIT<br />
100% FRUCHT<br />
Unterweger Früchteküche GmbH • www.fruechtekueche.at
20 FRÜHSTÜCK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Der Castor von eggcellent garantiert<br />
gleichbleibende Ei-Qualität.<br />
Foto: M. Göbel<br />
In der Kettenhotellerie wird Regionales<br />
mit Fixstartern kombiniert.<br />
Foto: Christoph Weiss<br />
Obst, Speck, Müsli und frisches Gebäck<br />
zählen in der Kettenhotellerie (links)<br />
ebenso zum Standard, wie beim Berg-<br />
Baur am Bauernhof.<br />
Foto: Wolfgang Scherzer<br />
warten und der Gastgeber spart Zeit in<br />
der Vorbereitung und kann Qualität am<br />
Frühstücksbuffet garantieren.<br />
Der Castor, erhältlich in zwei Größen<br />
(Castor Classic in der repräsentativen hohen<br />
Form sowie Castor Junior als niedrigere<br />
Variante), ist aber nicht nur funktional,<br />
sondern auch etwas für die Optik. Die<br />
Korbausführung empfiehlt sich dabei für<br />
einen gemütlich-rustikalen Frühstücksraum<br />
und der Edelstahl-Castor passt in<br />
modernes, gehobenes Ambiente.<br />
www.eggcellent.de<br />
Frühstück im Hotel<br />
Für Hoteliers ist <strong>das</strong> Frühstück eine Möglichkeit,<br />
ihre Philosophie zu präsentieren:<br />
Selbstgemachte Marmeladen und Säfte,<br />
Obst und Kräuter aus dem eigenen Garten,<br />
hausgemachte Mehlspeisen oder<br />
gebrandete Marmeladegläser mit ihrem<br />
Logo. Familienbetriebe punkten mit völlig<br />
individuellen Konzepten, in der Kettenhotellerie<br />
setzt man auf einen roten<br />
Faden, der sich durchzieht, aber mit regionalen<br />
Assets ergänzt wird. Kontinuität<br />
als Wiedererkennungseffekt und<br />
gleichbleibende Qualität sind die Kennzahlen.<br />
Die Ibis-Kette bietet ihren Gästen<br />
ein Frühstücksangebot, <strong>das</strong> von Land zu<br />
Land leicht variiert und jeweils individuell<br />
mit regionalen Produkten ergänzt wird.<br />
„Denn Gäste des österreichischen Hotels<br />
bevorzugen Brot, während sich die Frühstücksgewohnheiten<br />
in der Schweiz teilweise<br />
am französischen Nachbarn orientieren“,<br />
so Thomas Frisch, Vice President<br />
F&B&E DACH bei Accor.<br />
www.ibisstyleswien.com/<br />
Crazy Farming<br />
So lautet die Philosophie des Hotels<br />
BergBaur am Großvenediger. Die Farmer<br />
Familie Proßegger bewirtschaften<br />
<strong>das</strong> Feriengut Buasen, <strong>das</strong> seit dem<br />
Sommer als erstes „Crazy Farming Hotel“<br />
der Alpen positioniert ist. Die Gäste<br />
beim BergBaur können sich selbst mit<br />
den Produkten direkt vom Hof versorgen,<br />
<strong>das</strong> Frühstück wird als kleiner Genussmarkt<br />
inszeniert, bei dem selbstgemachte<br />
Marmeladen und Müslis, frisch<br />
gelegte Freiland-Eier und frisch gebackenes<br />
BergBaur-Brot den frisch gebrühten<br />
Filterkaffee ergänzen. Frische<br />
ist hier am Bauernhof die Frühstücksbotschaft.<br />
www.bergbaur.at<br />
Frühstück in der Therme<br />
Thermentag ist gleich Urlaubstag und<br />
<strong>das</strong> Frühstück wird dabei immer häufiger<br />
ein Muss. Die Therme Geinberg,<br />
seit August 2021 in allen Gastrobetrieben<br />
Teil der AMA Genussregion, bietet<br />
Frühstück im Bademantel für Hotel-<br />
Frühstücksvorbereitungen in der Rogner<br />
Therme Blumau.<br />
Foto: Hundertwasser Architekturprojekt<br />
und externe Gäste im Marktrestaurant.<br />
Frische saisonale Früchte, Naturjoghurt,<br />
etc. sind der Start in den Thermentag<br />
und für 23 Euro pro Person sind auch die<br />
externen Gäste mit dabei.<br />
Die Gäste speisen auf bunten Tellern,<br />
die zugleich auch den Spaß in der Therme<br />
widerspiegeln sollen.<br />
www.geinberg5.com<br />
Was moderne Frühstückskonzepte<br />
eint, <strong>das</strong> ist die Ausgiebigkeit. Das Frühstück<br />
wird als Ganztagesangebot zelebriert,<br />
was nicht nur <strong>das</strong> Angebot erweitert<br />
und dem Gastronomen ermöglicht,<br />
seine kulinarische Visitenkarte zu hinterlassen,<br />
sondern die Gäste auch länger<br />
im Hause hält.
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRÜHSTÜCK 21<br />
Müsli mal anders<br />
Müsli muss nicht altbacken und langweilig<br />
sein, <strong>das</strong> wurde vor kurzem mit<br />
der Innovation Brüsli bewiesen. Es ist <strong>das</strong><br />
erste Knuspermüsli aus Brot, die Gründer,<br />
ein Wiener Start Up, haben sich ganz der<br />
Nachhaltigkeit verschrieben. Das spezielle<br />
Müsli wird nämlich aus hochwertigem<br />
Brot, Früchten, Gewürzen und Nüssen<br />
kombiniert – und wird somit zum<br />
ersten Knuspermüsli aus Brot. Der Name<br />
ist eine Kombination aus Brot und Müsli.<br />
Das junge Start Up hat mittlerweile zwei<br />
Brüslis im Angebot: Schoko-Nuss und<br />
Cranberry Nuss. Jedes Frühstücksbuffet<br />
wird durch die Besonderheit aufgewertet,<br />
egal ob man <strong>das</strong> Produkt mit Milch,<br />
Joghurt oder einer pflanzlichen Milch-<br />
Alternative genießt. Brüsli ist im Metro-<br />
Sortiment vertreten.<br />
www.metro.at<br />
Foto: BRüSLi_Lara Hensl<br />
Von traditionell bis<br />
international<br />
Aktuell ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander<br />
von Klassikern aus Österreich<br />
und internationalen Frühstücks-<br />
Gerichten sowie Bio- und regionalen<br />
Schwerpunkten bei der ersten Mahlzeit<br />
des Tages zu beobachten. Besonders für<br />
junge Gäste sind vitaminreiche, bunte<br />
Bowls, cremig-fruchtige Smoothies, Pancakes<br />
und Overnight Oats interessant.<br />
Gesundheitsbewusste setzen hingegen<br />
auf Porridge aus verschiedenen Getreidebzw.<br />
Pseudogetreidesorten mit frischen<br />
Früchten und kreativen Toppings. Transgourmet<br />
bietet für jeden Geschmack <strong>das</strong><br />
richtige: Porridge, Schakschuka und Co.<br />
haben längst Einzug in die Speisekarten<br />
gehalten. Nicht mehr wegzudenken sind<br />
auch asiatische Einflüsse – so gehören<br />
Misosuppen überall dort zum Frühstück,<br />
wo <strong>das</strong> Publikum internationaler ist. Parallel<br />
dazu sind die heimischen Klassiker<br />
und regionstypische Produkte „Fixstarter.“<br />
Vegetarische und vegane Alternativen<br />
erleben gleichfalls ein „alltime high“<br />
– wobei wir hier ein Umdenken zugunsten<br />
regionaler Produkte aufgrund der anhalten<br />
Klimaschutz-Diskussion erleben.<br />
Auch im Segment der Superfoods wird<br />
mitunter lieber zu heimischen Erzeugnissen<br />
gegriffen: Lein- ergänzend oder anstatt<br />
Chia-Samen, getrocknete Aroniaund<br />
Maul- als willkommene Option zur<br />
Goji-Beere und heimische Gemüsesorten<br />
und Nüsse statt Avocados. Gastronomiebetriebe<br />
mit einem guten biologischen<br />
Frühstück haben eindeutig ein Image-<br />
Plus, und <strong>das</strong> Angebot spricht sowohl ernährungs-<br />
als auch umweltbewusste Genießer<br />
– und damit auch potenziell neue<br />
Gästeschichten – an. Transgourmet setzt<br />
hier mit Eigenmarken Schwerpunkte: Die<br />
Bio-Eigenmarken natürlich für uns und<br />
Natura bietet traditionellerweise ein großes<br />
Frühstücks-Sortiment an, auch die<br />
Nachhaltigkeitsmarke Transgourmet Vonatur<br />
lässt Gastronomen die Wahl.<br />
www.transgourmet.at<br />
Foto: Wolfgang Strimmer<br />
FÜR EIN GUTES BAUCHGEFÜHL<br />
Wir backen,<br />
was ehrlich ist.<br />
Weit über hundert Jahre ist es her, <strong>das</strong>s in<br />
einer Backstube die ersten Brotlaibe über<br />
den Ladentisch gingen. Seitdem sind wir<br />
als Bäcker ein großes Stück weitergekommen.<br />
Gerade weil unsere Zutaten noch immer<br />
dieselben sind: regionale Rohstoffe, handwerkliches<br />
Können, die Liebe zur Tradition<br />
und die Lust an der Innovation. Aus dem<br />
niederösterreichischen Petzenkirchen bringen<br />
wir Freude ins Körberl. Von Apetlon bis Zürs.<br />
Und immer ofenfrisch.<br />
Bei uns liegt Genuss in der Familie.<br />
Seit fünf Generationen.<br />
www.haubis.at<br />
Ihr Anton Haubenberger
<strong>22</strong> FRÜHSTÜCK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Mehrwert für Ihr<br />
Frühstücksbuffet<br />
Ein ansprechendes Frühstücksbuffet<br />
ist den Gästen<br />
auch nach zwei Jahren Pandemie<br />
ein echtes Anliegen –<br />
vielleicht sogar mehr als vorher.<br />
Neben einem vielfältigen Angebot<br />
ist <strong>das</strong> gut gekühlte<br />
Getränk eine Qualitäts-Messlatte<br />
für viele Gäste. Heute gilt<br />
neben einer Auswahl auch<br />
der Zusatz hygienisch sauber<br />
und möglichst wenig Aerosolen<br />
ausgesetzt. Mit den Aerosolen<br />
ist es wie mit dem Zigarettenrauch<br />
– sie verteilen<br />
sich schnell im Raum.<br />
Da bieten sich die zwei Grapos<br />
Frühstückskonzepte mit<br />
ansprechenden, selbstreinigenden<br />
und hygienischen<br />
Ausschankgeräten an.<br />
Die Getränke der Premium<br />
Linie GrapiSun sind mit Vitaminen<br />
angereichert, kalorienarm<br />
und ohne Zuckerzusatz<br />
– also perfekt für <strong>das</strong> Frühstück.<br />
Wir bieten außerdem<br />
zertifizierte Biogetränke als<br />
Postmix-Sirup im Offenausschank:<br />
Die Brooklyn BIO Säfte<br />
sind in vier Sorten erhältlich<br />
und ein echtes Highlight<br />
am Frühstücksbuffet. Alle Getränke<br />
werden kühl und frisch<br />
gezapft, <strong>das</strong> rundet <strong>das</strong> Geschmackserlebnis<br />
natürlich<br />
noch einmal ab.<br />
Der Offenausschank ist somit<br />
auch beim Frühstück im<br />
Hotel eine nachhaltige und<br />
hygienische Alternative zu<br />
offenen Krügen. So beginnt<br />
der Tag mit einem nachhaltig<br />
guten Gefühl für Gäste und<br />
<strong>das</strong> Unternehmen.<br />
KR Wolfgang Zmugg,<br />
Geschäftsführer von Grapos.<br />
www.grapos.com<br />
Foto: Grapos<br />
Alles für den Morgen<br />
Klassisch, aber nicht<br />
langweilig<br />
Dass <strong>das</strong> Frühstück die wichtigste<br />
Mahlzeit des Tages ist, <strong>das</strong> gilt für<br />
Gast und Gastgeber gleichermaßen.<br />
Ob für Frühstückspensionen, <strong>das</strong> Hotelbuffet<br />
oder beim Brunch: Die umfassende<br />
Auswahl an Qualitätsprodukten<br />
in den Wedl Genusswelten sorgt für Frische,<br />
Abwechslung und gute Stimmung<br />
am Frühstückstisch.<br />
Das breite Produktsortiment reicht<br />
von heimischem Obst, frischem Gebäck,<br />
hochwertiger Feinkost bis hin zu<br />
Convenience-Produkten – natürlich so<br />
regional wie möglich und in bester Bio-<br />
Qualität. Außerdem wählen Gastonomen<br />
aus einem breiten Sortiment an vegetarischen,<br />
veganen, laktose- oder glutenfreien<br />
Köstlichkeiten. Ergänzt wird<br />
<strong>das</strong> Angebot durch exzellenten Kaffee:<br />
Bei Wedl warten feinste Röstungen, deren<br />
Duft allein schon zu einem munteren<br />
Morgen verhilft.<br />
www.wedl.com<br />
Ob als farbenfrohe<br />
Deko oder als wunderbarer<br />
Obstsalat im<br />
Glas – frisches Obst gehört<br />
auf jeden Frühstückstisch.<br />
Mit Wiberg<br />
Sweet & Fruity gelingt<br />
<strong>das</strong> perfekte Flavouring.<br />
Die zarte Süße der Erdbeeren,<br />
kombiniert mit<br />
der erfrischenden Säure<br />
der Limette veredelt die<br />
morgendliche Obstdosis.<br />
Der Fantasie sind dabei<br />
keine Grenzen gesetzt. Mit Wiberg<br />
Sweet & Spicy bekommt der morgendliche<br />
Kaffee eine herzhafte Schoko-Kardamom<br />
Note. Der exotische Schoko-<br />
Chino gelingt somit im Handumdrehen.<br />
Auch langweiliger Café Latte war gestern:<br />
Ein Schuss Wiberg Sweet & Salty<br />
sorgt nicht nur für bernsteinfarbene<br />
Nuancen im Glas. Die Kombination von<br />
Karamell und Ursalz liegt voll im Trend<br />
und sorgt für den Wow-Effekt am Frühstückstisch.<br />
Generell bestechen die drei<br />
süßen Saucen durch ihre vielfältigen<br />
Einsatzmöglichkeiten. So ist abwechslungsreiches<br />
Flavouring von Milchshakes,<br />
Joghurts oder vorportionierten<br />
Müslis so einfach wie noch nie. In<br />
Kombination mit Schlagsahne und Sahnespender<br />
lässt sich blitzschnell eine<br />
Mousse aus jeder der drei Geschmacksrichtungen<br />
herstellen.<br />
www.wiberg.eu<br />
Foto: Shutterstock/Wedl<br />
Foto: Frutarom
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRÜHSTÜCK 23<br />
Vielseitige Morgengestaltung<br />
Beim Frühstück gibt es die unterschiedlichsten<br />
Ausführungen, ganz nach<br />
Geschmack: Ob herzhaft oder süß,<br />
als Take-Away-Food auf dem<br />
Weg zur Arbeit oder ausgiebig<br />
in einem Café – der Bedarf<br />
könnte kaum vielseitiger<br />
sein. Gerade in der<br />
aktuellen Zeit gewinnt<br />
auch <strong>das</strong> Roomservicesowie<br />
to go-Frühstück immer<br />
mehr an Bedeutung. Für die dabei<br />
entstehenden Herausforderungen bietet<br />
der Tiefkühlbackwaren-Hersteller<br />
Edna eine Lösung.<br />
Bereits fertig gebackene<br />
Produkte aus dem Edna-<br />
Sortiment können schnell,<br />
flexibel und ganz individuell je<br />
nach Bedarf eingesetzt werden.<br />
Das neue Brezel-Brioche Hot Dog<br />
Weckerl beispielsweise überzeugt neben<br />
der besonders soften Krume mit einer<br />
buttrigen Note sowie einer herzhaften<br />
Laugenkruste.<br />
www.edna.at<br />
Foto: Edna<br />
Grain Free Sport Granola<br />
100 Prozent pflanzliche Protein-Power,<br />
aber 0 Prozent Getreide. Verival starete<br />
sportlich ins neue Jahr und hat die Sport<br />
Range um <strong>das</strong> Grain Free Sport Granola<br />
erweitert. Die Mischung aus gerösteten<br />
Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne,<br />
Cashews und Leinsamen gibt die<br />
notwendige Power für einen energiegeladenen<br />
Start in den Tag. 70 Prozent weniger<br />
Kohlenhydrate als herkömmliche<br />
Frühstückscerealien inklusive aller acht<br />
essentiellen Aminosäuren sorgen für den<br />
Gesundheitskick. Die pflanzliche Proteinquelle<br />
aus Nüssen und Samen erhält<br />
die süße Note durch einen Hauch Ahornsirup<br />
und einer Prise Zimt. Niedriger Zuckergehalt<br />
– großer Geschmack.<br />
www.verival.at<br />
Foto: Verival<br />
Foto: Springer<br />
Butterbrot-<br />
Comeback<br />
Omis Klassiker 2.0“ nennt ihn<br />
Sternekoch Alexander Herrmann:<br />
Das Butterbrot mit Spiegelei.<br />
Zusammen mit den convenienten<br />
Eiprodukten von Eifix wird die<br />
klassische Brotscheibe nie langweilig<br />
und vielseitig verwendbar<br />
geben sie jeder Rezeptidee den<br />
geschmacklichen und optischen<br />
Pfiff. Mit gutem Brot ist Eifix Snegg<br />
– <strong>das</strong> runde Rührei-Snack oder <strong>das</strong><br />
Ei-Patty die ideale Zwischenmahlzeit.<br />
Der Klassiker Spiegelei auf<br />
Brot wird mit Peggys, dem pasteurisierten<br />
Schalenei von Eipro,<br />
immer frisch und sicher zubereitet.<br />
Im Frühstücksbereich punktet<br />
<strong>das</strong> Eifix Schlemmer Rührei, <strong>das</strong><br />
mit feinen Gewürzen und Sahne<br />
bereits fertig abgeschmeckt ist.<br />
Für <strong>das</strong> to-go-Geschäft mit wenig<br />
Platz und Personal bietet Eipro<br />
mit Snegg einen runden Rührei-Snack<br />
in Handmade-Optik, der<br />
nicht nur gut aussieht, sondern<br />
auch gut schmeckt.<br />
www.eipro.de<br />
In the mood<br />
for good food<br />
Gierlingers Crispy Bacon<br />
• Feinster Premium Crispy Bacon „ready to eat“<br />
• In unterschiedlichen Ausbratstufen von<br />
bake off bis very heavy - perfekt für Ihren Bedarf<br />
• Als Scheiben ideal für Frühstücksbuffet, Rührei<br />
und Burger-Topping<br />
• Wir verwenden ausschließlich Frischfleisch<br />
für Gierlingers Crispy Bacon<br />
bake off light medium heavy very heavy<br />
food for good mood<br />
Weingartenstraße 14 | A-4100 Ottensheim | Austria | Tel. +43 7234 83141<br />
office@gierlinger-holding.com | www.gierlinger-holding.com
24 FRÜHSTÜCK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Nougat im<br />
Dispenser<br />
Der „Darbo Dispenser“ ist eine<br />
Vorrichtung, in die man Dosierflaschen<br />
hygienisch am Buffet<br />
platzieren kann. Durch einen einfachen<br />
Hebeldruck können sich<br />
die Gäste eine Portion Aufstrich<br />
entnehmen – eine Lösung ohne<br />
viel Technik. Der Darbo Dispenser<br />
wurde speziell für die neuen Dosierflaschen<br />
designt. In neutralem<br />
Weiß und mit klaren klassischen<br />
Linien passt er in jeden Hotelbetrieb,<br />
der nach einer Dosierlösung<br />
fürs Buffet sucht. Hochwertige<br />
Materialien wie Aluminium<br />
und Edelstahl sorgen für Stabilität<br />
und Langlebigkeit. Die Handhabung<br />
ist für Gast und Personal<br />
selbsterklärend. Ist eine Flasche<br />
leer, kann man sie in Sekundenschnelle<br />
durch eine neue ersetzen.<br />
Alle Oberflächen sind leicht<br />
erreichbar und abwischbar. Darbo<br />
erweitert nun <strong>das</strong> Angebot an<br />
Dosierflaschen für dieses erfolgreiche<br />
Buffetsystem: Neben verschiedenen<br />
Fruchtaufstrichen und<br />
Blütenhonig steht nun zusätzlich<br />
eine Nougatcreme in der Dosierflasche<br />
zur Auswahl. Mit ihrem angenehm<br />
nussigen Geschmack und<br />
ihrer fein-cremigen Konsistenz begeistert<br />
diese. Aber die neue Creme<br />
schmeckt nicht nur auf Brot.<br />
Auch im Joghurt, im Müsli, auf Palatschinken,<br />
zu Eis oder auf Früchten<br />
sorgt sie für eine willkommene<br />
Abwechslung. Übrigens wird die<br />
Darbo Nougatcreme ohne Palmöl<br />
hergestellt.<br />
www.darbo.at<br />
Foto: ALBERTI & WEGO GBR<br />
Feines aus der Backstube<br />
Das Frühstück lässt uns in den Tag starten,<br />
und nicht umsonst ist die Mahlzeit<br />
nach dem Aufstehen für viele die<br />
wichtigste des Tages. Jedenfalls beginnt<br />
ein guter Tag mit einem guten Frühstück,<br />
und Marmeladen gehören hier immer<br />
dazu. Seit zwei Jahren gibt es die erlesenen<br />
Fruchtaufstriche der Tiroler Früchteküche<br />
auch in Bio. Weil alles Gute zurückkommt,<br />
kann man die hohe Qualität<br />
auch mit ruhigem Gewissen genießen,<br />
denn Frucht und Zucker stammen aus<br />
Bernhard Macher.<br />
Foto: Katharina Schiffl<br />
Die Linauer Backstube ist Teil der Ankerbrot<br />
Gruppe, aber trotzdem ein<br />
regionaler Bäcker in Lichtenwörth in<br />
Niederösterreich. Hier wird ein umfangreiches<br />
Angebot für Gastronomie-Kunden<br />
aller Art geboten. Besonders stolz<br />
ist Bernhard Macher, Leitung Vertrieb<br />
Gastronmie, auf die qualitativ hochwertigen<br />
Tiefkühl-Produkte, die es den<br />
Kunden ermöglichen, ofenfrisch und<br />
vor allem bedarfsgerecht Produkte anzubieten.<br />
Für die Herstellung wird ausschließlich<br />
österreichisches Mehl verwendet,<br />
außerdem wird besonders auf handwerkliche<br />
Herstellung gesetzt. Ganz neu<br />
ist eine vegane Erdbeerschnitte und eine<br />
vegane Haselnussschnitte, mit denen<br />
auch dem aktuellen Essens-Trend der<br />
veganen Ernährung Rechnung getragen<br />
wird. Außerdem gibt es ein wechselndes<br />
Angebot von saisonalen Produkten,<br />
vom Weihnachtskeks über <strong>das</strong><br />
Bärlauchweckerl bis zum Erdbeer- oder<br />
Marillenkuchen. Eine Bestellung ist telefonisch<br />
beim Linauer Kundencenter<br />
oder über den Webshop möglich. Die<br />
Zustellung ist ab 50 Euro Bestellwert<br />
kostenlos in die Liefergebiete Wien,<br />
dem Burgenland und dem Süden und<br />
Osten von Niederösterreich.<br />
www.ankerbrot.at, www.linauer.at<br />
Individuelle Glasgrößen<br />
biologischem Anbau. Besonders ist dabei<br />
auch der hohe Fruchtanteil von 60 Prozent.<br />
Erhältlich sind die Bio-Fruchtaufstriche<br />
in Portionsgläsern mit 42 Gramm,<br />
in Gläsern zu 260 Gramm und neu seit<br />
2021 im großen Glas mit 830 Gramm.<br />
Das größere Glasausmaß ist vor allem<br />
für die Gastronomie und Hotellerie ideal.<br />
Verfügbare Sorten sind Marille, Erdbeer,<br />
Himbeer, Heidelbeer-Cassis und<br />
Preiselbeer.<br />
www.fruechtekueche.at<br />
Foto: Unterweger Früchteküche,Ramona Waldner
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRÜHSTÜCK 25<br />
Milch mit wertvollen<br />
Inhaltsstoffen<br />
Um fit und frisch in den Tag zu starten,<br />
greifen viele schon beim Frühstück zu<br />
hochwertigen und gesunden Heumilch-<br />
Produkten. Die Produkte der Erlebnissennerei<br />
Zillertal weisen gegenüber herkömmlicher<br />
Milch einen rund doppelt so<br />
hohen Wert an Omega-3-Fettsäuren und<br />
konjungierten Linolsäuren (CLA) auf.<br />
Das artenreiche Futter für die Heumilchkühe<br />
wirkt sich nämlich auf <strong>das</strong> Fettsäurenspektrum<br />
der Milch aus. In den verschiedenen<br />
Gräsern und Kräutern sind<br />
die Blätter besonders reich an Mineralstoffen<br />
und Proteinen. In ihnen stecken<br />
neben den wichtigen Nährstoffen auch<br />
eine Vielzahl an Aromen. Diese sind geschmacksbildend<br />
und tragen so zur hohen<br />
Milchqualität bei. Egal, ob bei der<br />
Trinkmilch, den cremigen Joghurts oder<br />
den gschmackigen Käsesorten – in jedem<br />
der Heumilch-Produkte steckt eine<br />
durchdachte Rezeptur, die schonendste<br />
Verarbeitung, ausgedehnte Reifezeiten<br />
und <strong>das</strong> Wissen von langjährigen Mitarbeitern.<br />
www.erlebnissennerei-zillertal.at<br />
Weniger Planungsfrust,<br />
mehr Frühstücken<br />
Foto: Yellow Images<br />
Individualität<br />
und<br />
Vielfalt angepasst an<br />
die Besonderheiten des<br />
eigenen Betriebes und<br />
der Zielgruppe sind die<br />
Basis für ein erfolgreiches<br />
Frühstückskonzept:<br />
Frühstück ist<br />
nicht gleich Frühstück.<br />
Gerade die aktuelle Situation<br />
zeigt, <strong>das</strong>s es<br />
jederzeit zu Schwankungen<br />
bei Auslastung<br />
und Planung kommen<br />
kann. Deshalb hat<br />
Resch und Frisch sein<br />
System rund um Brot<br />
und Gebäck an die Bedürfnisse der Gastronomie<br />
angepasst. Flexible Mengenplanung<br />
und schnell auf tagesaktuelle<br />
Auslastungen zu regieren ist hiermit<br />
einfach. Buffet, Frühstück à la carte oder<br />
to go – der Backwarenhersteller bietet<br />
mit einer vielfältigen Auswahl vielseitige<br />
Ergänzungen für jedes Frühstücksangebot.<br />
Das Gebäck kann mit nur einem<br />
Knopfdruck fertig gebacken und ofenfrisch<br />
serviert werden – ohne großen<br />
Aufwand, ohne Warenüberschuss und<br />
in bester Qualität.<br />
www.resch-frisch.com<br />
Foto: Resch & Frisch<br />
Foto: Berglandmilch<br />
Milchprodukte<br />
zum Frühstück<br />
Der Trend geht eindeutig zu<br />
mehr Regionalität am Teller.<br />
Hier schmeckt <strong>das</strong> Brot am besten<br />
vom örtlichen Bäcker und zusammen<br />
mit regionalen Milchprodukten<br />
der Berglandmilch, wie zum<br />
Beispiel der neuen extra-streichfähigen<br />
Schärdinger Berghof Bergbauern<br />
Butter, ist <strong>das</strong> Frühstück<br />
schon da. Die Milch zum Cappuccino<br />
oder Latte Macchiato kommt<br />
aus der nachhaltigen Mehrweg-<br />
Glasflasche von Berghof oder Tirol<br />
Milch.<br />
Das Trend-Thema Nachhaltigkeit<br />
wird bei den Berghof Natur-<br />
und Fruchtjoghurts im neuen<br />
umweltfreundlichen und appetitlichen<br />
Mehrweg-Glas großgeschrieben.<br />
Ganz neu gibt es jetzt von<br />
Schärdinger die Berghof Bergbauern<br />
Naturjoghurts auf Frucht in<br />
den kleinen 150g Gläsern, die auf<br />
jedes Frühstücksbuffet passen.<br />
Klassiker sind und bleiben die Butter-Portionen<br />
10g und 20g sowie<br />
<strong>das</strong> Schärdinger und Tirol Milch<br />
Käsesortiment von mild bis würzig.<br />
www.berglandmilch.at
26 FINGERFOOD<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Geschmacksvielfalt<br />
liegt im Trend<br />
Foto: Zirp
1-2/20<strong>22</strong><br />
FINGERFOOD 27<br />
Unkomplizierte, kleine Gaumenfreuden, die in puncto Vielfalt und Variationsmöglichkeiten<br />
fast unschlagbar sind erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Rede ist von Fingerfood. Auch die<br />
Burger-Szene mag es vielseitig. Exotische Zutaten sind keine Seltenheit mehr und bringen<br />
neue Geschmackserlebnisse.<br />
Von Katrin Schedler<br />
Ein Biss, ein Genuss! Klein & handlich muss <strong>das</strong> Fingerfood sein.<br />
Jeder kennt sie, die kleinen Häppchen,<br />
welche zu den unterschiedlichsten<br />
Anlässen serviert und<br />
in der Regel mit zwei, drei Bissen<br />
verzehrt werden. Besteck oder sonstige<br />
Hilfsmittel zum Essen sind nicht notwendig,<br />
denn wie der Name schon sagt,<br />
bedeutet Fingerfood frei übersetzt „Essen<br />
mit den Fingern“. Dabei können diese<br />
Häppchen salzig oder auch süß sein<br />
– Hauptsache, die Handhabung ist einfach.<br />
Im Prinzip lässt sich aus den meisten<br />
Lebensmitteln bzw. Speisen auch<br />
Fingerfood herstellen. Ob <strong>das</strong> nun Käsewürfel<br />
zusammen mit einer Weintraube<br />
aufgespießt oder aufwändigere<br />
Häppchen, die Staunen bei den Gästen<br />
hervorrufen, sind, kommt auf den Anlass<br />
und die Gesellschaft drauf an. Ersteres<br />
galt vor Jahren als echter Klassiker<br />
im Fingerfood-Sortiment. Mittlerweile<br />
sind die Käse-Happen allerdings kreativeren<br />
und internationaleren Rezepten<br />
gewichen. Es sei denn, eine 90er-Motto-Party<br />
ist geplant, da sind die kleinen<br />
Spieße fast ein Muss. Wie aufwändig<br />
<strong>das</strong> gereichte Fingerfood ausfällt,<br />
<strong>das</strong> hat auch oftmals mit der Anzahl<br />
an Gästen zu tun. Eine kleine Gesellschaft<br />
kann ganz anders bedient werden<br />
als große Gruppen. Auch spielt hier<br />
die Frage mit, ob die Häppchen à la minute<br />
zubereitet werden oder nicht. Wer<br />
jedoch denkt, <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Zubereiten von<br />
Fingerfood aufgrund dessen Größe auch<br />
schneller geht als „normalgroße“ Speisen,<br />
der irrt. Genaues Arbeiten und viele<br />
kleine Teile, die zusammengesetzt werden<br />
zu einem köstlichen Ganzen – <strong>das</strong><br />
kann schonmal einiges an Zeit beanspruchen.<br />
Zum Anrichten werden auch<br />
gerne kleine Tassen, Gläschen, Schälchen<br />
oder Fingerfood-Löffel verwendet.<br />
Das Auge isst ja bekanntlich mit, weshalb<br />
Fingerfood auch gerne aufwendig<br />
dekoriert wird. Doch bei all der Liebe<br />
zum Detail sollte bedacht werden, <strong>das</strong>s<br />
der Gast schlussendlich mit den Fingern<br />
isst. Fragile Kunstwerke sind zwar schön<br />
anzusehen, allerdings sind sie weit entfernt<br />
vom handlichen Häppchen, <strong>das</strong><br />
man elegant im Stehen essen kann.<br />
Sandwiches, Canapés &<br />
Chicken Nuggets<br />
Wann und wo der Name Fingerfood<br />
zum ersten Mal verwendet wurde, ist<br />
nicht bekannt. Allerdings bezeichnete<br />
man in England Mitte des 18. Jahrhunderts<br />
Sandwiches als Fingerfood und<br />
gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen<br />
Canapés, die französische Variante von<br />
Fingerfood, auf. Darunter verstand man<br />
anfangs geröstete oder gebratene Brotscheiben<br />
mit den unterschiedlichsten<br />
Belägen. Später wurde <strong>das</strong> Wort Canapé<br />
zu einem Synonym für sämtliches Fingerfood.<br />
Während der amerikanischen<br />
Prohibition (1920-1933), als die Herstellung,<br />
der Transport und der Verkauf von<br />
Alkohol landesweit verboten wurde und<br />
in den illegalen Kneipen und Clubs, den<br />
sogenannten Speakeasys, heimlich weiterhin<br />
Hochprozentiges ausgeschenkt<br />
wurde, wurde angeblich Fingerfood gereicht,<br />
damit die Gäste nicht nur Flüssiges<br />
zu sich nahmen. Auch bei Empfängen<br />
wurden gerne Canapés gereicht und<br />
auf Cocktailpartys waren und sind die<br />
kleinen Happen ebenfalls nicht mehr<br />
wegzudenken. Ob als dekoratives Buffet<br />
zum Selbstbedienen oder als „Flying-<br />
Foto: Sandhaase<br />
Buffet“ von Servicekräften gereicht –<br />
Fingerfood sollte bald jedem ein Begriff<br />
sein. Die Häppchen sind also nicht erst<br />
seit gestern vielerorts präsent, was auch<br />
der Fast-Food-Industrie anzurechnen<br />
ist. Denn gerade beim Unterwegs-Essen<br />
ist Fingerfood praktisch. Ganz vorne<br />
mit dabei in der Beliebtheitsskala sind<br />
hier Chicken Nuggets. Fingerfood gibt<br />
es jedoch in fast unzähligen Varianten<br />
und in allen Preissegmenten. Von Tapas<br />
über Mini-Spieße bis hin zu Sushi, Mini-<br />
Quiches, Kipferl, Mini-Sandwiches oder<br />
Pralinen. Fingerfood wird nicht zuletzt<br />
von der jeweiligen Landesküche beeinflusst,<br />
was <strong>das</strong> Sortiment so wunderbar<br />
vielfältig macht.<br />
Regionales Fingerfood<br />
Aktuelle Trends im Food-Bereich nehmen<br />
natürlich auch Einfluss auf <strong>das</strong><br />
Fingerfood-Angebot. So ist es nicht<br />
verwunderlich, <strong>das</strong>s Fingerfood aus saisonalen<br />
und regionalen Zutaten gerne<br />
mit gutem Gewissen verzehrt wird.<br />
Werden die Häppchen bei Anlässen und<br />
Feierlichkeiten gereicht oder in Buffet-Form<br />
angeboten, gibt es zwar keine<br />
Speisekarte, in der die Herkunft der<br />
Zutaten kommuniziert werden kann,<br />
doch gerade bei der Gestaltung von Buffets<br />
können auch etwaige Herkunfts-<br />
Foto: HNBS
28 FINGERFOOD<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
bezeichnungen eingeplant werden. Infos<br />
wie „Wild aus der Region“ oder „Käse<br />
von der Alpe XY“ können beispielsweise<br />
mittels Holztäfelchen angebracht werden.<br />
Vegetarisch und vegan dürfen die<br />
Speisen sein – die Entwicklung zu mehr<br />
fleischlosen Gerichten macht auch vor<br />
Fingerfood keinen Halt. Egal, ob kleine<br />
Reisbällchen, Falafel oder Blumenkohl-<br />
Nuggets, Ideen für pflanzliche Häppchen<br />
gibt es zur Genüge. Durch die kleine<br />
Portionsgröße von Fingerfood lassen<br />
sich auch mal „Fleischtiger“ auf was<br />
Neues ein und probieren den einen oder<br />
anderen Happen ohne tierische Zutaten.<br />
Der Burger-Hype<br />
Die Tage, an denen ein Hamburger bloß<br />
ein Hamburger war sind vorbei. Hierzulande<br />
ist der Burger spätestens seit<br />
der Popularisierung durch eine beliebte<br />
Fast-Food-Kette allen ein Begriff. Doch<br />
besonders in den letzten Jahren hat sich<br />
der Burger ein neues Gesicht zugelegt<br />
und kommt in zahlreichen Variationen<br />
daher. Auf immer mehr Speisekarten ist<br />
der amerikanische Klassiker zu finden<br />
und Lokale, die sich auf die Burger Buns<br />
und Patties spezialisiert haben, sprießen<br />
zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. Apropos<br />
Pilze, die sind seit einiger Zeit u.a.<br />
auch die Basis für Patties, denn ein Burger<br />
geht auch ganz ohne Fleisch. Aber<br />
alles der Reihe nach.<br />
Vom „Rundstück warm“ zum<br />
Burger<br />
Klären wir zuerst die Frage, was unter<br />
einem Hamburger verstanden wird. Ein<br />
Hamburger besteht aus einem speziellen<br />
Brötchen, dem Bun, <strong>das</strong> in der Mitte<br />
waagrecht durchgeschnitten wird<br />
und mit verschiedenen Belägen, allen<br />
voran einem Patty aus gegrilltem Rinderfaschierten,<br />
belegt wird. So weit,<br />
so gut. Wer hat den Hamburger erfunden?<br />
Die Beantwortung dieser Frage gestaltet<br />
sich schon schwieriger. Denn es<br />
geht nicht darum festzumachen, wer als<br />
erstes (Hack-)Fleisch auf den Grill gegeben<br />
und zu einem Patty gegrillt hat (diese<br />
Technik ist uralt), sondern wer <strong>das</strong><br />
gegrillte Stück Fleisch dann zwischen<br />
zwei Brothälften packte und daraus einen<br />
Hamburger kreierte. Belegt ist, <strong>das</strong>s<br />
Blätterteig findet sich im Snackbereich<br />
in allen Variationen.<br />
Foto: Wolfgang Gerth<br />
ein gewisses „Rundstück warm“ bereits<br />
in Hamburg verkauft wurde, bevor der<br />
Hamburger in Amerika seinen Siegeszug<br />
antrat. Dieser Snack bestand aus einer<br />
Frikadelle (Fleischlaberl), die auf ein<br />
Weizenbrötchen gelegt und mit Bratensoße<br />
übergossen wurde. Es ist gut möglich,<br />
<strong>das</strong>s Auswanderer, die in Hamburg<br />
an Bord eines Schiffes Richtung USA<br />
gingen, diese Speise zuvor gekostet haben<br />
oder sie als Proviant mitnahmen.<br />
Das „Rundstück warm“ war also sowas<br />
wie eine Inspirationsquelle. Den Titel<br />
„Erfinder des Hamburgers“ beanspruchen<br />
gleich mehrer Herren für sich. So<br />
wie der deutschstämmige Louis Lassen,<br />
der angeblich einem Gast (um 1900 herum)<br />
in seiner Imbissbude in New Haven<br />
einen „Hamburger“ ganz im Stil des<br />
„Rundstück warm“ aus der alten Heimat<br />
servierte. Das Fleischlaberl packte<br />
er zwischen Toastscheiben und anstatt<br />
der Bratensauce gab’s Tomaten<br />
und Zwiebeln.<br />
Doch auch Charlie Nagreen aus Seymour<br />
behauptet, <strong>das</strong>s er der Erste war,<br />
der den Patty vom Grill im Brötchen im<br />
Jahr 1885 verkaufte. Das wurde sogar<br />
im Bundesstaat Wisconsin per Gesetz<br />
festgehalten. Allerdings gibt’s ein ähnliches<br />
Gesetz in Oklahoma. Hier heißt<br />
der Erfinder jedoch Oscar Weber Bilby,<br />
der 1891 den Hamburger erfunden haben<br />
soll. Wie man sieht, ist es gar nicht<br />
so einfach die Geburtsstunde des Hamburgers<br />
herauszufinden. Was ja eigentlich<br />
nicht schlimm ist, denn Wegbereiter<br />
für den Siegeszug des Hamburgers<br />
waren sie wohl alle. Hamburger nach<br />
heutigem Rezept, also ein Burger Patty<br />
aus Hackfleisch, Senf, Gurke und<br />
Zwiebeln zwischen zwei Scheiben Brot,<br />
wurde nachweislich von Fletcher Davis<br />
aus Texas 1904 bei der Weltausstellung<br />
verkauft. „Old Dave“ gilt als einer<br />
der berühmtesten Namen, die mit der<br />
Erfindung des Hamburgers zusammenhängen.<br />
Soviel zu den Anfängen des beliebten<br />
Hamburgers.<br />
Insekten und Pilze<br />
Der Burger erlebt derzeit einen regelrechten<br />
Ansturm. Denn ein Burger<br />
ist nicht mehr bloß <strong>das</strong> Brötchen mit<br />
Fleisch, Gurke, Zwiebeln und Senf, sondern<br />
es ist auch Platz für Exotisches und<br />
Neues. Patties auf Basis von gemahlenen<br />
Insekten, Pilzen und Erbsenprotein,<br />
Patties aus Naturtofu und Bohnen oder<br />
auch Pilzen bringen da frischen Wind in<br />
die Burger-Szene und sorgen für neue<br />
Geschmackserlebnisse.
1-2/20<strong>22</strong><br />
FINGERFOOD 29<br />
Snack-Genuss der<br />
Sonderklasse<br />
Der Tiefkühlbackwaren-Spezialist<br />
Edna präsentiert eine Produktneuheit<br />
in der Snack-Sparte. Der Pizza-<br />
Donut Salami lässt sich als herzhafter<br />
Snack beschreiben, er vereint zwei der<br />
beliebtesten Klassiker: Donut und Pizza.<br />
Der knusprige Weizenteig in runder<br />
Form ist üppig nach Pizza-Art mit Mozzarella<br />
und Paprika sowie feiner Salami<br />
belegt und begeistert mit seiner echten<br />
Steinofen-Qualität. Ob als Fingerfood<br />
oder kleine Zwischenmahlzeit, mit dieser<br />
Snack-Spezialität wird Kunden und<br />
Gästen ein einzigartiges Geschmackserlebnis<br />
geboten. Der Pizza-Donut kann<br />
sowohl warm als auch kalt genossen<br />
werden, auch deshalb eignet er sich für<br />
<strong>das</strong> To-Go-Angebot. Außerdem ist <strong>das</strong><br />
Produkt simpel in der Zubereitung.<br />
www.edna.at<br />
Foto: Axel Weiss<br />
Burgerpattys<br />
Quick Frozen<br />
Am besten schmecken Burger<br />
den meisten Leuten vom Grill<br />
– egal, ob man diesen selbst anwirft<br />
oder dafür die Gastronomie<br />
aufsucht. Die Marcher Fleischwerke<br />
haben dafür idealen Burger<br />
für alle Fleischliebhaber kreiert: Es<br />
handelt sich um ein <strong>22</strong>0g schweres<br />
Patty aus saftigem Rindfleisch.<br />
Dieses ist ungewürzt und sowohl<br />
zu 100 Prozent aus Österreich als<br />
auch in Bio-Qualität. Der Burger<br />
wird in 10er-Boxen (10 x <strong>22</strong>0 g)<br />
und Quick Frozen versandt. Quick<br />
Frozen bedeutet, <strong>das</strong>s die Produkte<br />
bei -40 Grad in einer speziellen<br />
Technik schockgefrostet werden.<br />
Das Fleisch verliert bei der Lagerung<br />
und beim Auftauen dadurch<br />
nicht an Geschmack, außerdem<br />
findet kein unnötiger Saftverlust<br />
beim Auftauen oder Kochen statt.<br />
Somit kann man die Pattys ideal<br />
in der Tiefkühltruhe lagern. Die<br />
Fleischwerkstatt, der Online-Shop<br />
der Marcher Fleischwerke, bietet<br />
diese jetzt an.<br />
www.fleischwerkstatt.at<br />
www.marcher.at<br />
Knuspriger Bacon für Burger<br />
und Frühstück<br />
Gierlingers zarter Rohbacon besticht<br />
durch seinen authentischen Geschmack<br />
und seine knusprige Eigenschaft.<br />
Durch <strong>das</strong> Ausbraten auf Teflon<br />
im eigenen Fett bekommt er nämlich<br />
eine besondere Knusprigkeit. Überschüssiges<br />
Fett wird einfach mittels<br />
Luft abgeblasen. Es hat sich gezeigt,<br />
<strong>das</strong>s Kunden Gierlingers Crispy Bacon<br />
als besonderes Convenience-Produkt<br />
schätzen und als <strong>das</strong> gewisse Extra bei<br />
klassischen Burgern sowie in Salaten,<br />
Sandwiches, Wraps und Snacks besonders<br />
genießen. Für <strong>das</strong> traditionelle<br />
Frühstück stellt er – kurz aufgewärmt –<br />
eine enorme Arbeitserleichterung dar.<br />
Erhältlich ist Gierligers zarter Rohbacon<br />
in verschiedenen Ausbratstufen von<br />
‚bake off ‘ bis ‚very heavy‘.<br />
www.gierlinger-holding.com<br />
Foto: Gierlinger<br />
Foto: qFOTO, Klagenfurt
30 FINGERFOOD<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Fruchtige<br />
Donuts<br />
Vandemoortele stellt ein trendiges<br />
Donut-Trio vor: die Fruity<br />
Bites Mini der Marke MyOrginals.<br />
Drei unterschiedliche, fruchtige<br />
Geschmacksrichtungen geben einen<br />
sommerlichen Vorgeschmack.<br />
Der Berry Donut Mini besticht mit<br />
seiner fruchtig-beerigen Note. Der<br />
Donut aus softem Germteig überzeugt<br />
durch den Geschmack aromatischer<br />
Heidelbeeren, die als<br />
heimisches Super Food ganzjährig<br />
nachgefragt werden. Die Dekoration<br />
mit bunten Zucker-Konfettis<br />
rundet den Berry Donut Mini<br />
ab. Der Lemon Donut Mini bringt<br />
Sunshine Vibes auf den Teller. Mit<br />
seiner zitronigen Glasur und der<br />
Dekoration aus gelben und blauen<br />
Zuckerperlen deckt er die beliebte<br />
Geschmacksrichtung Zitrone<br />
ab. Der Orange Donut ist ebenfalls<br />
ein klassischer Fruchtvertreter<br />
und bringt den Geschmack von<br />
sonnengereiften Orangen. Mit seiner<br />
orangefarbigen Fettglasur und<br />
der Dekoration aus bunten Zucker-Konfettis<br />
rundet er <strong>das</strong> Trio<br />
ab. Die Fruity Bites Mini Donuts<br />
werden 15 Minuten bei Raumtemperatur<br />
aufgetaut und sind dann<br />
servierfertig.<br />
www.vandemoortele.com<br />
Foto: Vandemoortele<br />
Der Kartoffelklassiker<br />
Pommes Frites sind auf den zweiten<br />
Blick vielfältig: der längliche Beilagenklassiker<br />
schmeckt, egal ob als Vorspeise<br />
mit Käse überbacken, serviert<br />
mit einer kreativen Saucenvielfalt oder<br />
ganz klassisch als Beilage zum Wiener<br />
Schnitzel. Bei Eurogast sind die Kartoffelklassiker<br />
in der 2,5 kg Packung im<br />
Normalschnitt mit 9x9 mm sowie im<br />
modernen Feinschnitt mit 7x7 mm erhältlich.<br />
Die Eurogast Pommes Frites<br />
sind aus der ganzen Kartoffel geschnitten.<br />
Hier schmeckt man besonders die<br />
gelbfleischigen Kartoffeln, die aus Vertragsanbau<br />
stammen. Für die vorgegarten,<br />
tiefgekühlten Pommes Frites<br />
werden ausschließlich Kartoffeln und<br />
hochwertiges Sonnenblumenöl verwendet,<br />
wodurch sie nicht nur vegan, sondern<br />
auch frei von Gluten, Laktose und<br />
gentechnisch veränderten Substanzen<br />
sind.<br />
www.eurogast.at<br />
Fingerfood in aller Munde<br />
Foto: Eurogast<br />
Mit Fingerfood-Tiefkühlprodukten<br />
geht convenient,<br />
frisch und unkompliziert ganz<br />
einfach: Je nach Bedarf auftauen<br />
und frisch zubereiten – und<br />
fertig ist der schnelle Snackgenuss.<br />
Ob als Fingerfood an<br />
der Bar, als schnelle Vorspeise<br />
beim ersten Drink und als<br />
kleine Zwischenmahlzeit zwischendurch:<br />
Gäste wie Gastronomen<br />
schätzen <strong>das</strong> unkomplizierte<br />
Fingerfood. Noch besser,<br />
wenn es leicht zu planen und<br />
zuzubereiten ist.<br />
Das reichhaltige Tiefkühlsortiment<br />
von Transgourmet<br />
umfasst eine breite Palette<br />
an Fingerfood-Gerichten, wie<br />
etwa Cheese Nuggets, Chicken<br />
Wings in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen<br />
oder die<br />
mittlerweile auch hierzulande beliebten<br />
Onion Rings, die so schnell und einfach<br />
auf den Tisch kommen. Dem frischen<br />
Snacken steht somit nichts mehr<br />
im Weg.<br />
www.transgourmet.at<br />
Foto: Pfeiffer
1-2/20<strong>22</strong><br />
FINGERFOOD 31<br />
Das gewisse Etwas<br />
Holzmann FVL präsentiert eine Produktneuheit<br />
in seiner Palette, die<br />
Burgern, Pizzen, Sandwiches, Salaten<br />
und Aufstrichen <strong>das</strong> gewisse Etwas<br />
verleiht. Die karamellisierten Zwiebel-<br />
Streifen sind in Pflanzenöl gebräunt und<br />
mit Rohrzucker karamellisiert. Sie können<br />
einfach zu sowohl kalten als auch<br />
zu warmen Speisen hinzugefügt werden.<br />
Wenn gewünscht, können diese<br />
auch noch vor der Verwendung weiter<br />
angebraten werden, dafür sollte man die<br />
Streifen gut abtropfen lassen und in einer<br />
beschichteten Pfanne oder direkt<br />
auf der Grillplatte ohne Fett bei mittlerer<br />
Hitze bis zur gewünschten Bräunung<br />
anrösten. Für noch mehr Geschmack<br />
kann man die Zwiebel-Streifen mit<br />
Balsamico und noch etwas Zucker in<br />
der Pfanne schwenken. Das Produkt ist<br />
Die Welt der Gewürze<br />
Wibergs facettenreiche Gewürzmischungen<br />
holen alle Geschmäcker<br />
der Welt in die eigene Küche. Auch Burger<br />
und Co. lassen sich vielfältig verfeinern.<br />
Puristen greifen zu Burger Mix<br />
Herby, da hier der Eigengeschmack des<br />
Pattys optimal unterstrichen wird. Mit<br />
Petersilie, Thymian und einer leichten<br />
Jalapeñonote eignet sich diese Mischung<br />
auch für andere Fleischgerichte.<br />
Für einen Kick sorgt der Burger Mix Spicy,<br />
der mit temperamentvoller Chilinote<br />
und geräuchertem Salz die Liebhaber der<br />
„flame kissed“-Burger anspricht. Egal, ob<br />
Fleisch oder Veggie: Der Burger braucht<br />
Crunch. Für die knackige Komponente<br />
sorgen die Wiberg Röstzwiebel mit<br />
aromatischem Geschmack und intensiver<br />
Würzkraft. Für Pommes als Beilage<br />
gibt es <strong>das</strong> Gewürzsalz Pommes Frites<br />
mit Paprika, Zwiebel und Pfeffer im Angebot.<br />
Wer seine Kartoffeln gerne leicht<br />
rauchig mag, verpasst ihnen eine Prise<br />
Cajun, für einen fruchtig und leicht exotischen<br />
Touch greift man zu Grill Brasil<br />
Style mit dem frischen Geschmack von<br />
Limette und Koriandergrün. Bei einer<br />
Burger-Pommes-Kombination dürfen<br />
besser verträglich als frische Zwiebeln,<br />
außerdem kostengünstiger und kalkulierfreundlich.<br />
www.holzmann-fvl.at<br />
auch Saucen nicht fehlen. Die Dip-Sauce<br />
Smoked Honey verzaubert fruchtig-rauchig<br />
und kombiniert mit Tasmanischer<br />
Bergpfefferschärfe und dezenter Honignote<br />
zwei Nuancen. Fruchtig nach Tomate<br />
und mit angenehmer Chilinote kommt<br />
man bei der Dip-Sauce Barbecue auf seine<br />
Kosten. Klassisch amerikanisch mundet<br />
die Burger und Sandwisch Sauce, in<br />
der sich Tomate, Paprika und feine Essiggurken<br />
verbinden.<br />
www.wiberg.eu<br />
Foto: Holzmann-fvl<br />
Foto: Frutarom<br />
Foto:Mautner<br />
Farbenfrohe<br />
Verfeinerung<br />
Fingerfood wird mit Saucen, Aufstrichen<br />
und Relishes zu einem<br />
besonderen Geschmackserlebnis.<br />
Die Marke Develey, die in Österreich<br />
im Food Service von Mautner<br />
Markhof vertrieben wird,<br />
präsentiert hierfür ein buntes Angebot.<br />
Dank der langjährigen Erfahrung<br />
auf dem österreichischen<br />
Food-Service-Markt kennt Mautner<br />
Markhof den Geschmack der<br />
Gäste und bringt mit seinem Sortiment<br />
Abwechslung in die heimische<br />
Gastroszene. Der neuste<br />
Zugang im Sortiment ist die vegane<br />
und laktosefreie „Süß-Sauer<br />
Sauce“. Die „Sour Cream Sauce“<br />
überzeugt mit ihrer cremigen<br />
Konsistenz und passt mit ihrem<br />
natürlichen Geschmack zu einer<br />
Vielzahl von Gerichten. Speziell für<br />
Burger & Co. entwickelt wurden<br />
die cremige „Hamburger Sauce“,<br />
die „Barbecue Sauce“, die „Sweet<br />
Chili Sauce“ sowie <strong>das</strong> „Curry Ketchup“,<br />
die alle in der 875 ml Flasche<br />
erhältlich sind. Develey hat<br />
außerdem die back- und gefrierstabilen<br />
Snack Aufstriche in den<br />
Sorten „Curry“ und „Dijon Senf “<br />
auf den Markt gebracht. Abgerundet<br />
wird <strong>das</strong> Sortiment mit Relishes<br />
in den Sorten „Gurke“, „Paprika“<br />
und „Mango“.<br />
www.mautner.at
32 FINGERFOOD<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Klar gestellt:<br />
Spezialsalze<br />
Salz ist lebensnotwenig für uns<br />
Menschen, aber die Dosis macht<br />
bekanntlich <strong>das</strong> Gift. Zumindest<br />
zwei Gramm bis zu fünf oder<br />
sechs Gramm Salz benötigt der<br />
Körper am Tag, aber auch nicht<br />
mehr. Durch Fertigprodukte,<br />
Fast Food etc. essen wir in Mitteleuropa<br />
aber viel zu viel Salz.<br />
Das könnte sich negativ auf die<br />
Nieren oder den Blutdruck auswirken.<br />
Daher versprechen sich<br />
gesundheitsbewusste Menschen<br />
eine gesundheitliche<br />
Wirkung durch spezielle Salze,<br />
wie <strong>das</strong> rosafarbene Himalayasalz,<br />
<strong>das</strong> blaue Salz aus Persien<br />
(Iran) oder <strong>das</strong> durch Vulkangestein<br />
schwarze Kala namak aus<br />
Indien.<br />
Es stimmt: Salz ist nicht<br />
gleich Salz, die verschiedenen<br />
Arten unterscheiden sich durch<br />
die Art der Gewinnung und den<br />
Ursprung. Doch Salz, <strong>das</strong> als<br />
Speisesalz verwendet werden<br />
darf, ist immer zu 97 % Natriumchlorid<br />
(NaCl). Dabei ist es egal,<br />
welches Salz verwendet wird.<br />
Der Rest entfällt auf Verunreinigungen<br />
wie Lavagestein, Mineralien<br />
oder organische Stoffe.<br />
Jedoch ist der Gehalt der möglichen<br />
3 % so gering, <strong>das</strong>s der<br />
Konsum dieser Stoffe keinen<br />
gesundheitlichen Unterschied<br />
macht. Besonders reines, raffiniertes<br />
Salz besteht zu etwa 99<br />
% aus NaCl, es ist somit frei von<br />
Begleitstoffen, aber auch frei<br />
von Mikroplastik, wie es etwa in<br />
Meersalz enthalten sein kann.<br />
Mag. Andrea Jungwirth<br />
Ernährungswissenschafterin<br />
Foto: Andrea Jungwirth<br />
Die Smashburger aus dem langsam gereiften<br />
X.O Beef von alten Milchkühen<br />
sind nun im Lokal angekommen.<br />
Es hat als Verlegenheitslösung begonnen<br />
– und wurde zum Hype. Die beiden<br />
Jugendfreunde Benjamin Hofer und Robert<br />
Weishuber hatten <strong>das</strong> Burgerprojekt<br />
ursprünglich gestartet, um ihr X.O<br />
Beef durch die Lockdowns zu bringen.<br />
So disponierten sie kurzfristig um und<br />
begannen, Burger der besseren Art zu<br />
grillen. Während dieser Zeit waren sie in<br />
der Gumpendorfer Straße ansässig und<br />
sorgten für lange Warteschlangen. Nun<br />
musste ein eigenes Lokal her, so hat sich<br />
X.O Grill in der Kettenbrückengasse niedergelassen.<br />
„Das war unsere absolute<br />
Wunsch-Location. Die Kettenbrückengasse<br />
ist voll mit wunderbaren kleinen<br />
Geschäften und Gewerbetreibenden,<br />
gleichzeitig sehr weltoffen und international“,<br />
sagt Ben Hofer.<br />
Das kleine Lokal ist von den BWM-<br />
Architekten Erich Bernard und Pia Temt<br />
konzipiert: Man bestellt an der Budel,<br />
holt sich ein Getränk und setzt sich.<br />
Das Essen wird zu Tisch gebracht. An<br />
den Wänden sind Collagen des Wiener<br />
Fotografen Nicolas Kern zu sehen, der<br />
als Assistent der großen Annie Leibovitz<br />
lange in New York gelebt hat. Neben<br />
klassischen Limos und Craftbieren<br />
Valentin Gruber-Kalteis, Benjamin Hofer<br />
und Robert Weishuber.<br />
High-End-Burgerlokal in<br />
Wunschlocation<br />
wartet auch ein „arger Kühlschrank“ auf<br />
die Gäste, in dem spezielle Naturweine,<br />
Cider und bottled cocktails aus Kopenhagen<br />
locken.<br />
Das Küchenteam um Sternekoch<br />
Valentin Gruber-Kalteis hat neben dem<br />
Klassiker „Smash“ eine ganze Reihe anderer<br />
Köstlichkeiten parat. „Der Smash<br />
Burger ist eine Wiederentdeckung aus<br />
der Hoch-Zeit der klassischen US Diner<br />
in den 1950er Jahren“, erklärt Hofer.<br />
„Dafür wird erstklassiges Beef ganz<br />
frisch, zweimal täglich vor Ort im Lokal,<br />
faschiert. Dann smashen wir es mit<br />
einer Kelle auf den Grill, damit es maximal<br />
knusprig wird.“<br />
Zwei dieser Pattys mit hausgemachter<br />
Secret Sauce, Käse, Gurkerl, Salat<br />
und hausgemachtem Senfkaviar kommen<br />
in ein frisch getoastetes Bun aus<br />
Sauerteig-Brioche. Das Reuben Sandwich<br />
mit hausgemachtem X.O -Beef<br />
Pastrami bringt, ganz nach dem Vorbild<br />
aus New Yorker Delis, viel saftiges<br />
Fleisch zwischen die frisch getoasteten<br />
Roggensandwich-Scheiben, dazu Krautsalat,<br />
Käse und extrascharfen Senf. Der<br />
X.O No Beef ist die komplett vegetarische<br />
Option mit knusprigem „korean<br />
fried“ Portobello Champignon, Ingwer,<br />
Salat und pikanter Salsa.<br />
www.xo-grill.at<br />
Fotos: Liz Perdacher.
1-2/20<strong>22</strong><br />
FINGERFOOD 33<br />
Alleskönner Kartoffel<br />
Dass die Kartoffel mehr als eine Sättigungsbeilage<br />
ist, wird aktuell anerkannt<br />
– jetzt erlebt die jahrhundertealte<br />
Knolle eine Renaissance und spielt<br />
bei den gegenwärtigen Food-Trends<br />
eine wichtige Rolle. So wird sie in unterschiedlichsten<br />
Formen und Varianten bei<br />
der veganen und pflanzlichen Ernährung<br />
zu einem beliebten Hauptdarsteller. 11er<br />
kann bei diesem Trend besonders punkten,<br />
denn mehr als die Hälfte des gesamten<br />
Sortiments ist von Natur aus zu<br />
100 Prozent vegan, wie die „11er Pommes<br />
Frites“, die „11er Rösti, wie hausgemacht“<br />
oder die „11er Rösti-Kartoffeln“.<br />
Es lassen sich nach eigener Vorliebe und<br />
Geschmack köstliche vegane und vegetarische<br />
Gerichte mit der Vielfalt an<br />
11er Kartoffelspezialitäten in Kombination<br />
mit frischen Zutaten zubereiten, die<br />
Vor kurzem stellte McCain einen neuen<br />
Snack vor: die Mini Crispy Onion<br />
Rings. Denn Zwiebelringe erfüllen die<br />
verschiedenen Verbrauchertrends. Sei<br />
es der Trend zu lockeren Verabredungen<br />
zum Essen, beim Netzwerken oder in Geselligkeit<br />
mit Anderen, dem Snacktrend<br />
bei einem Feierabend-Drink und viele<br />
weitere Gelegenheiten. Studien zufolge<br />
bevorzugen Verbraucher heute vermehrt<br />
kleinere Snacks gegenüber großen Mahlzeiten,<br />
da diese als „bereichernder“ empfunden<br />
werden und satt machen, ohne<br />
auch Nicht-Veganer-Herzen höherschlagen<br />
lassen. Zudem freuen sich Allergiker<br />
immer häufiger darüber, <strong>das</strong>s ein Großteil<br />
der goldgelben 11er Kartoffelspezialitäten<br />
auch Gluten-frei und Lactose-frei ist.<br />
www.11er.at<br />
Zwiebelringe zum Naschen<br />
zu sehr zu belasten oder müde zu machen.<br />
In Europa gehören die Onion Rings<br />
zu dem beliebtesten Fingerfood aus den<br />
USA. Die Nachfrage steigt hier stetig. Sie<br />
sind eine Bereicherung für allerlei Speisekarten<br />
– Gäste schätzen Zwiebelringe<br />
im Angebot. Nun gibt es <strong>das</strong> beliebte<br />
Fingerfood auch in der kleinen Variante,<br />
Mini und besonders crispy. Das macht die<br />
Mini Onion Rings von McCain zur einer<br />
Ergänzung auf der Speisekarte mit Mehrwert.<br />
www.mccain.de<br />
Foto: 11er Nahrungsmittel<br />
Foto: McCain<br />
Fotos: Salomon<br />
Fleischlose<br />
Doppelgänger<br />
Die von Salomon Foodworlds<br />
2021 gestartete Green Heroes<br />
Linie hat sich bereits erfolgreich<br />
am Gastro-Markt bewährt. Die<br />
beliebtesten Snacks gibt es auch<br />
in der fleischlosen Variante – diese<br />
bekommt nun zusätzlich zwei<br />
neue Produkte. Die Plant Chili<br />
Nuggets von Green Heroes sind<br />
die vegane Ausgabe der Chili and<br />
Cheese Nuggets. Sie sind außen<br />
knusprig, innen cremig und mit<br />
scharfen Jalapeño-Stücken gefüllt.<br />
Als zweites Produkt reihen sich die<br />
Green Heroes Plant Chik’n Nuggets<br />
ein – sie überzeugen mit authentisch<br />
fleischigem Geschmack,<br />
sind aber zu 100 Prozent aus Weizenprotein<br />
gefertigt. Sowohl in der<br />
Optik als auch in der Konsistenz<br />
besteht hier kein Unterschied zu<br />
dem tierischen Pendant. Die beiden<br />
Neuheiten eignen sich, um<br />
Snack-Ideen umzusetzen. Ob als<br />
Fingerfood, als knusprige Komponente<br />
in Salaten oder für’s Take-<br />
Away: die Produkte sind nicht nur<br />
bei veganen Gästen beliebt.<br />
www.salomon-foodworld.com
34 KARTOFFEL<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Das<br />
Knollentrio<br />
Kartoffeln, Süßkartoffeln und<br />
Topinambur. Text & Fotos: Andrea Jungwirth<br />
Drei stärkehaltige Lebensmittel<br />
sind die wichtigsten Nahrungsmittel<br />
für die Menschen weltweit.<br />
Dazu zählen Weizen, oft in<br />
Form von Brot, Kartoffeln und Reis und<br />
sie machen beinahe 80 Prozent aller aufgenommen<br />
Kalorien aus. Im Gegensatz<br />
dazu sind über 40.000 essbare Pflanzen<br />
bekannt, von denen im Laufe der Jahrhunderte<br />
immer weniger genutzt werden<br />
und manche auch in Vergessenheit<br />
geraten. Wer sich also abwechslungsreich<br />
ernähren möchte, sollte die Vielfalt<br />
der Pflanzen als buntes Nahrungsspektrum<br />
nutzen, mal Wildkräuter statt<br />
Petersilie, Kerbelrüben statt Karotten<br />
oder auch mal Topinambur statt Kartoffeln.<br />
Nichts ist gegen die Kartoffel zu sagen,<br />
die als beinahe alleinige Knollenbeilage<br />
auf den heimischen Tellern zu finden<br />
ist. Sie schmeckt und sättigt gut, ist gesund<br />
und passt zu beinahe allen anderen<br />
Lebensmitteln. Aber es muss nicht<br />
immer nur Kartoffel sein, denn Süßkartoffeln,<br />
Yacon, Topinambur, Ocaknollen<br />
oder gar Dahlienknollen schaffen Vielfalt<br />
am Teller. Und wer auf die Kartoffel nicht<br />
verzichten möchte, sollte hier die bunte<br />
Sortenvielfalt nutzen, mal violette Trüffelkartoffeln,<br />
mal die rote „Magenta love“,<br />
Buntes neben bewährten Klassikern.<br />
Es waren alle einmal Exoten<br />
Die beliebteste Knolle auf unseren Tellern<br />
ist und bleibt die Kartoffel, aber<br />
auch Süßkartoffel und Topinambur liegen<br />
im Trend. Wenige Gärtnereien kultivieren<br />
zudem einige „exotisch“ anmutende<br />
Knollen, was dem Zeitgeist entspricht.<br />
Auch die drei gängigen Sorten waren einmal<br />
exotisch, da ihre Ursprungsgebiete<br />
nicht in Europa liegen. Die Geschichte<br />
der „papas“, inzwischen über 4.000<br />
Kartoffelsorten, begann in den Anden.<br />
Sie waren und sind nicht nur Grundnahrungsmittel,<br />
sondern auch Medizin und<br />
Kultgegenstand. Wie wichtig die Knollen<br />
für die Inkas waren, zeigt, <strong>das</strong>s sie<br />
sogar kartoffelabhängige Zeiteinheiten<br />
schufen. Eine der Maßeinheiten war die<br />
Kochzeit einer Kartoffelknolle. Mitte des<br />
16. Jahrhunderts fand <strong>das</strong> „Gold der Inkas“<br />
den Weg an den spanischen Hof und<br />
damit begann der steinige Weg der „exotischen“<br />
Knolle bis zur heutigen Beliebtheit.<br />
Vor der Verbreitung der Kartoffel war<br />
die Topinambur die Topknolle in Europa.<br />
Sie kam im 17 Jahrhundert von Nordamerika<br />
zu uns und war von Anfang an<br />
ein beliebtes Nahrungsmittel, bis sie von<br />
der ertragsreichen Kartoffel verdrängt<br />
wurde. Die Topinambur erlebt nun ein<br />
Revival und ist in den Jahrhunderten davor<br />
einfach vergessen worden.<br />
Die Süßkartoffel, als jüngster Exot,<br />
stammt aus Südamerika und liebt tropisches<br />
Klima. Sie benötigt daher für ihr<br />
Wachstum warme Temperaturen und genügend<br />
Feuchtigkeit im Sommer. Das erklärt,<br />
warum die Süßkartoffel nicht schon<br />
lange in Österreich angebaut wird. Die<br />
Klimaerwärmung macht es nun möglich.<br />
Alle drei Knollen lieben einen leichten,<br />
sandigen Boden im Anbau, haben aber<br />
sonst wenig gemeinsam. Sie schmecken<br />
unterschiedlich, sind nicht miteinander<br />
verwandt und unterscheiden sich deutlich<br />
in den Inhaltsstoffen.<br />
Geschmackliche Farbtupfer<br />
der Kartoffel<br />
Die Kartoffellandschaft ist bunt. Dabei<br />
ist an Farben- und Formenvielfalt fast al-
1-2/20<strong>22</strong><br />
KARTOFFEL 35<br />
les möglich, von rot und violett, schwarz<br />
oder gelb, bis länglich, oval oder rund. Getupfte<br />
und marmorierte Knollen erinnern<br />
an bunte Ostereier, so wie die Neuzüchtung<br />
„Smiley“. Erst seit etwa 20 Jahren<br />
werden wieder vermehrt alte und bunte<br />
Kartoffelsorten bei uns kultiviert. Eine<br />
der ersten war die violette Trüffelkartoffel.<br />
Doch die Franzosen wussten schon<br />
immer was gut schmeckt, sie bauten diese<br />
Sorte bereits im 19. Jahrhundert an.<br />
Es sind gerade diese exotisch anmutenden<br />
Sorten, die die profane Kartoffel<br />
auch für den Gourmet wieder interessant<br />
machen. Blauviolette Sorten wie<br />
der „Blaue Schwede“, der „Blaue St. Galler“<br />
oder die inzwischen schon relativ<br />
bekannte „Trüffelkartoffel“ überzeugen<br />
neben rotschaligen und rotfleischigen<br />
Sorten wie „Red salad“, „Königspurpur“<br />
oder „Magenta love“ nicht nur durch die<br />
Farbe. Sie schmecken meist intensiver,<br />
erinnern an Maroni, Erde oder Nuss.<br />
Die bunten Sorten werden immer<br />
noch fast nur von Privatkunden gekauft,<br />
in der Gastronomie haben sie sich bis<br />
jetzt noch nicht durchgesetzt. Grund<br />
dafür könnte der höhere Preis sein und<br />
<strong>das</strong>s sich diese Sorten nicht so universell<br />
in der Küche einsetzen lassen. Die<br />
Trüffelkartoffel ist zwar ideal für ein Püree,<br />
lässt sich aber durch die tiefen Augen<br />
schlecht schälen. Daher wird sie besser<br />
der Länge nach geviertelt und mit der<br />
Schale im Ofen gegart oder frittiert. Der<br />
Blaue St. Galler dagegen schmeckt sehr<br />
nussig und ist vielseitiger in der Verwendung.<br />
Experimentieren ist angesagt, um<br />
die optimalen Sorten für die eigene Küche<br />
zu finden.<br />
Frisch oder Convenience<br />
Bei der Kartoffel ist alles möglich. Viele<br />
Köche schwören auf die Verwendung<br />
frischer Knollen, andere nutzen Kartoffel-Convenience-Produkte.<br />
Sie ist <strong>das</strong><br />
Paradebeispiel für Convenience in der<br />
Küche, egal, ob tiefgefroren als Pommes<br />
oder als Pulver für Püree und Teige.<br />
Das liegt wahrscheinlich daran, <strong>das</strong>s<br />
kaum ein anderes Lebensmittel so vielseitig<br />
zu verarbeiten und haltbarmachen<br />
ist. Unterschiede zwischen Convenience<br />
und selbst gemacht sind bei<br />
der Kartoffel oft nicht mehr feststellbar.<br />
Bevor jetzt wieder über <strong>das</strong> Für und<br />
Wider von Convenience als moderne<br />
Erfindung der Neuzeit diskutiert wird,<br />
muss ich den Leser enttäuschen. Denn<br />
Kartoffelconvenience kannten bereits<br />
die Inkas vor tausenden Jahren, zwar<br />
nicht Tiefkühlpommes, aber sie entwickelten<br />
eine Art Gefriertrocknung,<br />
um die Knollen für Jahre haltbar zu<br />
machen. Sie setzten dazu die Knollen<br />
mehrere Wochen der Sonne und den<br />
Nachtfrösten aus, um ihnen die ganze<br />
Feuchtigkeit zu entziehen. Diese „chunos“<br />
werden heute noch hergestellt.<br />
Das steckt drin<br />
Alle drei Knollen sind gesund, unterscheiden<br />
sich aber stark in den Inhaltsstoffen.<br />
Süßkartoffeln schmecken deutlich süßer<br />
als Kartoffeln. Sie enthalten durch den<br />
höheren Gehalt an Kohlenhydraten um<br />
etwa 50 Prozent mehr Kalorien, gleichzeitig<br />
aber weniger Eiweiß als die Kartoffel.<br />
Die Topinambur dagegen hat mit den<br />
beiden anderen Knollen wenig gemeinsam.<br />
Denn sie enthält weder reichlich<br />
Stärke oder Zucker, sondern Inulin als<br />
Speichersubstanz, ein Stoff, der den Blutzuckerspiegel<br />
nicht steigen lässt. Inulin<br />
ist ein Kohlehydrat, <strong>das</strong> vom menschlichen<br />
Darm nicht verwertet werden kann<br />
und als Ballaststoff dient. Inulin ist ideal<br />
als „Futter“ für die Darmbakterien und erfreut<br />
Diabetiker. Daher enthält Topinambur<br />
auch nur halb so viele Kalorien wie<br />
die Kartoffel, ist zwar Sieger bei den Ballaststoffen,<br />
aber auch deutlich ärmer an<br />
Vitaminen und Mineralstoffen.<br />
Um die unterschiedlichen Vorzüge<br />
der Knollen zu nutzen, sollten alle hin<br />
und wieder auf unserem Teller zu finden<br />
sein, und am besten noch unterschiedliche<br />
Sorten davon, oder auch einmal eine<br />
neue exotische Knolle dazwischen.<br />
Buntes Pommesallerlei<br />
Zutaten für 4<br />
Personen als<br />
Beilage:<br />
› 2 mittelgroße<br />
Süßkartoffeln<br />
› 2 violette<br />
Kartoffeln z.B.<br />
Trüffelkartoffeln<br />
› 2 rote Kartoffeln<br />
z.B. Rote Emma<br />
Marinade:<br />
› 4 Esslöffel Stärke<br />
› 4 – 6 Esslöffel<br />
Wasser<br />
› Öl zum<br />
Frittieren<br />
1. Süßkartoffeln schälen, waschen und trocken tupfen.<br />
Die Knollen in Streifen schneiden.<br />
2. Aus Stärke und Wasser eine milchige Marinade rühren.<br />
Die Süßkartoffelstreifen durch die Marinade ziehen.<br />
Die Pommes sollen nur mit einer dünnen Schicht<br />
überzogen sein.<br />
3. Süßkartoffelstreifen etwa 5 Minuten frei schwimmend<br />
frittieren.<br />
4. Kartoffeln gründlich waschen und mit der Schale<br />
in Streifen schneiden, wie die Süßkartoffeln, nur ohne<br />
Marinade, in heißem Fett frittieren.<br />
5. Beide Pommesarten mischen, salzen und mit einer<br />
Knoblauchmayonnaise servieren.<br />
Tipp:<br />
Durch die Stärkeglasur werden Süßkartoffeln beim<br />
Frittieren wunderbar knusprig und nicht matschig.
36 KARTOFFEL<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Löffelpommes<br />
für Dipgenuss<br />
Durch ihre spezielle U-Form und<br />
dem extraknusprigen Super-<br />
Crunch-Coating bringen Crunchy<br />
Shapes Grip ’n Dip von Aviko<br />
Abwechslung auf den Tisch. Die<br />
Kartoffelprodukte laden zum Teilen<br />
und gemeinsamen Genießen<br />
ein. Diese tiefgefrorenen Löffelpommes<br />
sind in reinem Sonnenblumenöl<br />
vorfrittiert, glutenfrei<br />
und auch vegan.<br />
Als echter Hingucker ziehen<br />
sie schon beim Servieren die Aufmerksamkeit<br />
der Gäste appetitanregend<br />
auf sich. Sie sind ideal als<br />
Vorspeise oder als Snack mit einer<br />
leckeren Sauce zum Dippen und<br />
Stippen. Als hochwertige Beilage<br />
passen sie ebenso zu einem veganen<br />
oder vegetarischen Gericht.<br />
Selbst für Take-away und Lieferservice<br />
sind Aviko Grip ’n Dip ein<br />
knuspriger Genuss, denn ihr spezielles<br />
Coating hält sie bis zu 20<br />
Minuten nach Zubereitung immer<br />
noch warm und kross.<br />
www.aviko.de<br />
Nie mehr weiche Pommes<br />
Es ist ein No-Go, was die Kartoffelverwertung<br />
betrifft: weiche Pommes<br />
kommen beim Gast wahrlich nicht gut<br />
an. Metros Chef Super Crunchy Fries<br />
bleiben durch einen Knuspermantel länger<br />
knusprig. Es macht den Pommes daher<br />
nichts aus, etwas länger in der Küche<br />
unter der Wärmelampe zu stehen,<br />
auch nicht wenn der Gast nicht sofort<br />
zum Essen kommt. Gerade für Kantinen<br />
oder Gastronomiebetriebe, die eine große<br />
Menge Pommes verkaufen oder am<br />
Buffet stehen haben, eignen sich diese<br />
Pommes sehr gut. Pommes mit Knuspermantel<br />
bedeuten auch weniger Kosten,<br />
da weniger Abfall entsteht und natürlich<br />
auch glücklichere Gäste: die<br />
Pommes werden nicht weich, sondern<br />
bleiben crunchy.<br />
www.metro.at<br />
Foto: Metro<br />
Foto: Aviko<br />
Anhaltende Knusprigkeit<br />
und Wärme<br />
Ein idealer Burgerbegleiter, gerade<br />
auch, wenn <strong>das</strong> Essen mit nach Hause<br />
genommen wird, sind die Surecrisp<br />
Pommes. Diese haben eine neue interessante<br />
Form bekommen, der letztes<br />
Jahr vorgestellt wurde – der SureCrisp<br />
Home Style Skin On. Es handelt sich<br />
hier um eine kleine Steakhouse Pommes<br />
mit irregulärem, handwerklich anmutenden<br />
Schnitt und sichtbarer rustikaler<br />
Schale.<br />
Die Pommes besticht im Restaurant,<br />
denn <strong>das</strong> Extra an Knusprigkeit<br />
schmeckt. Der irreguläre Schnitt und die<br />
sichtbare Schale bieten außerdem ein<br />
optisches Highlight. Dank der unsichtbaren<br />
Ummantelung werden die Sure-<br />
Crisp Pommes frites außerdem bis zu 20<br />
Minuten länger warm und knusprig. Deshalb<br />
eignet sich <strong>das</strong> Produkt für den Einsatz<br />
von Gastronomen, die auch Lieferservice<br />
oder Take-Away einsetzen möchten.<br />
Durch die extra Warmhaltung kann<br />
die Kundenzufriedenheit erhöht werden<br />
und sich die Wieder-Bestellrate steigern.<br />
Außerdem kann dadurch auch <strong>das</strong> Liefergebiet<br />
ausgeweitet werden.<br />
www.mccain.de<br />
Foto: McCain
1-2/20<strong>22</strong><br />
KARTOFFEL 37<br />
Die besten Pommes der Welt<br />
Um die besten Pommes der Welt (außen knusprig, innen fluffig) zu machen, muss man wenig<br />
machen. Und <strong>das</strong> vor allem anders.<br />
Von Thomas Aaskan Vierich<br />
Fotos: pixabay<br />
Es war angeblich ein Bayer, der in Paris<br />
<strong>das</strong> Kochen lernte und dann auf<br />
einem Marktstand in Lüttich belgische<br />
Pommes Frites verkaufte. Er nannte<br />
sich Monsieur Fritz und wurde zum<br />
Pommes-König. Wir wissen nicht, wie<br />
er seine Pommes zubereitet hat. Er starb<br />
jung, aber reich.<br />
Gewöhnlich frittiert man die Kartoffelstifte<br />
zweimal: Zunächst bei 140 bis<br />
180 °C, bis sie leicht Farbe annehmen.<br />
Dann lässt man sie abkühlen und wirft<br />
sie ein zweites Mal ins Fett, diesmal bei<br />
190 bis 200 °C, um sie richtig knusprig<br />
zu bekommen. Obwohl diese hohen<br />
Temperaturen im Verdacht stehen,<br />
über die Maillardreaktion krebserregende<br />
Stoffe zu produzieren.<br />
So machen es alle. Wenn sie nicht eh<br />
vorfrittierte Pommes nehmen, die sie<br />
tiefgekühlt kaufen und dann nur einmal<br />
sehr heiß frittieren müssen. Gourmets<br />
schwören vielleicht noch auf Rindernierenfett<br />
statt schnödem Öl oder<br />
anderen Frittierfetten. Ist aber teuer.<br />
Dann kann man noch darüber streiten,<br />
ob man mehlige oder festkochende Kartoffeln<br />
nimmt. Die meisten bevorzugen<br />
mehlige, stärkereichere, damit sie beim<br />
Abdampfen des Wassers nicht zu stark<br />
einfallen bzw. der sich so bildende Hohlraum<br />
mit zu viel Fett füllen kann. Man<br />
sollte diese stärkereichen Kartoffeln vor<br />
dem Frittieren ordentlich abspülen, damit<br />
an der Oberfläche anhaftende Zucker(Stärke)moleküle<br />
entfernt werden,<br />
die beim Frittieren schnell verbrennen.<br />
Praktiker vermischen beim Wechseln<br />
des Frittierfetts immer <strong>das</strong> neue<br />
mit etwas vom Alten – dann werden die<br />
Pommes knuspriger.<br />
So. Und jetzt vergessen Sie bitte alles,<br />
was wir Ihnen bislang erzählt haben.<br />
Man kann es auch ganz anders<br />
machen. So wie der französische Starkoch<br />
Joel Robuchon und in seiner Nachfolge<br />
der US-Amerikaner Guy Cosby<br />
aus America’s Test Kitchen. Man nehme<br />
FESSTKOCHENDE Kartoffeln, spüle<br />
sie NICHT vorher ab und gebe sie in<br />
KALTES Fett. Drehe dann den Topf oder<br />
die Fritteuse auf volle Kraft und lasse die<br />
Pommes etwa eine halbe Stunde garen.<br />
Das Ergebnis enthält WENIGER Fett als<br />
zweimal frittierte Pommes. Der Grund:<br />
Die Kartoffeln werden zunächst sanfter<br />
erhitzt, es verdampft weniger Wasser,<br />
deshalb nehmen die Kartoffeln weniger<br />
Fett auf. Und sie kühlen nur einmal<br />
ab, weswegen sie auch weniger Fett<br />
aufnehmen.<br />
Man darf während des Frittierens<br />
nicht umrühren, weil die noch lange<br />
weichen Pommes sonst kaputt gehen.<br />
Und je dünner die Stifte sind,<br />
umso knuspriger wird <strong>das</strong> Endergebnis.<br />
Nimmt man Mehlige, werden sie eher<br />
matschig. Klingt unglaublich, funktioniert<br />
aber.
38 COVERSTORY<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
„Forelle statt Steinbutt<br />
rettet die Welt auch nicht!“
1-2/20<strong>22</strong><br />
COVERSTORY 39<br />
Juan Amador, Österreichs einziger 3-Sterne-Koch, im <strong>GASTRO</strong>-Interview über<br />
Nachhaltigkeits- und Regionaltrends, die Preisgestaltung in der Top-Gastronomie und die<br />
Notwendigkeit einer österreichweiten Michelin-Ausgabe.<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
<strong>GASTRO</strong>:Herr Amador, herzliche Gratulation<br />
zum dritten Stern, nach etlichen<br />
dieser Top-Bewertungen in<br />
Deutschland jetzt schon <strong>das</strong> 4. Mal<br />
in Österreich. Was machen Sie anders<br />
als Kollegen wie Filippou, Nickol oder<br />
Reitbauer?<br />
Juan Amador: Danke, <strong>das</strong> ist tatsächlich<br />
schon <strong>das</strong> 12. Mal, <strong>das</strong>s ich drei Sterne<br />
bekomme. Bei Vergleichen mit Kollegen<br />
tu ich mir aber schwer. Man macht <strong>das</strong><br />
ja nicht bewusst. Jeder, der zwei Sterne<br />
hat, steht theoretisch kurz vor dem<br />
dritten. Ich finde es sehr spannend, <strong>das</strong>s<br />
jeder seine eigene Stilistik hat. Warum<br />
jetzt aber wer tatsächlich welche Bewertung<br />
bekommt, <strong>das</strong> weiß ich nicht,<br />
<strong>das</strong> entscheidet der Michelin.<br />
Ist es der internationale Stil, den Sie<br />
etwas mehr pflegen und der bei Michelin<br />
vielleicht mehr geschätzt<br />
wird? Auf Ihrer Karte findet man Kaisergranat,<br />
Steinbutt oder Mieral Taube<br />
wo andere auf Steirisches Lamm<br />
oder Kärntner Forellen setzen. Und<br />
auch über Gänseleber trauen sich Ihre<br />
Kollegen immer seltener drüber.<br />
Also zu unserer Gänseleber: Die wird<br />
nicht gestopft! Ich kenne den spanischen<br />
Produzenten – wie eigentlich<br />
alle unserer Produzenten – persönlich.<br />
Dessen Gänse leben frei, ernähren sich<br />
hauptsächlich von Eicheln und die – <strong>das</strong><br />
ist in der Natur ganz normal – fressen<br />
sich vor dem Winter ein gewisses Fettpolster<br />
an. Und so wie auch wir eine<br />
Fettleber bekommen, wenn wir zu viel<br />
essen, passiert <strong>das</strong> bei den Gänsen.<br />
Was den Rest betrifft: Meine Eltern<br />
kommen aus Spanien, ich bin in<br />
Deutschland aufgewachsen, war selbst<br />
schon auf der ganzen Welt unterwegs,<br />
oft in Asien. Ich habe diesen Regionalitätsanspruch,<br />
den andere Kollegen vielleicht<br />
haben, nicht. Regionalität definiert<br />
sich für mich mehr über den Geschmack<br />
und weniger über die Herkunft<br />
der Produkte. Wenn ich einen geangelten<br />
bretonischen Steinbutt verwende,<br />
von einem Fischer, den ich kenne, dem<br />
Fotos: Lukas Kirchgasser<br />
ich vertraue und den dann mit Blunze<br />
und Topinambur anrichte, dann ist<br />
<strong>das</strong> für mich auch regional und besser,<br />
als eine heimische Forelle, die mit Miso<br />
und Sojasauce flankiert wird, dafür aber<br />
in einem Becken mit Pellets aufgezogen<br />
wurde und die in ihren eigenen Ausscheidungen<br />
geschwommen ist. Vielleicht<br />
ist der Fisch regional, der Geschmack<br />
aber nicht – und um den geht<br />
es mir. Es gibt auch Taubenzüchter aus<br />
dem Burgenland, nur leider kommt deren<br />
Qualität nicht annähernd an die von<br />
Herrn Mieral heran. Warum soll ich ein<br />
schlechteres Produkt verwenden, wenn<br />
ich Zugriff auf ein besseres habe? Das<br />
erschließt sich mir nicht. Deswegen finde<br />
ich diese Diskussion völlig hirnlos<br />
und ich lasse mich gar nicht darauf ein.<br />
Ich will einfach <strong>das</strong> Beste an Produkten<br />
haben! Eine Forelle wird’s nie zum<br />
Steinbutt schaffen. Ja, unser Kaisergranat<br />
kommt aus Südafrika, aber da gibt’s<br />
eine strenge Fangquote, da wird nichts<br />
überfischt.<br />
Ich war – damals noch in Deutschland<br />
– einer der ersten, die keine Speisekarte,<br />
sondern nur ein Menü angeboten haben<br />
und <strong>das</strong> halte ich auch in Wien so.<br />
Der Gast soll bei mir <strong>das</strong> Beste auf den<br />
Teller bekommen, was es gibt. Wenn<br />
er sein Lieblingsessen haben möchte,<br />
muss er woanders hingehen. Ich kann<br />
auch nicht in ein Konzert gehen und<br />
dem Künstler sagen, was er spielen soll.<br />
Da gibt’s ein Programm und wenn mir<br />
<strong>das</strong> gefällt, gehe ich hin und wenn nicht,<br />
dann nicht. Ende.<br />
Sie haben seinerzeit auch mit der Molekularküche<br />
experimentiert. Ist von<br />
diesem Hype der 2000er-Jahre irgendwas<br />
übergeblieben oder war <strong>das</strong><br />
ein Irrweg?<br />
Absolut nicht, natürlich ist etwas übergeblieben<br />
– und wahrscheinlich in jedem<br />
zweiten Landgasthof auch. Heute<br />
steht bloß der Fokus nicht mehr auf der<br />
Technik, sondern <strong>das</strong> ist in die traditionelle<br />
Küche eingeflossen. Damals war<br />
<strong>das</strong> Ganze halt neu und spektakulär.<br />
Aber deswegen hat man trotzdem etwas<br />
Anständiges zu essen bekommen.<br />
Ich hatte damals schon drei Sterne und<br />
die bekommst du nicht für Hokuspokus<br />
und ein paar Schäumchen. Die Molekularküche<br />
war ein ganz wichtiger Schritt,<br />
ohne die hätten wir nicht <strong>das</strong> nordische<br />
Wunder oder die Entwicklungen in Südamerika<br />
erlebt. Die Molekularküche hat<br />
eine Tür aufgestoßen und uns daran erinnert,<br />
wie kreativ wir sein können.
40 COVERSTORY<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Fotos: Lukas Kirchgasser<br />
Auch in der Spitzengastronomie – vom<br />
Geranium über Eleven Madison Park<br />
bis zum TIAN – geht der Trend immer<br />
stärker in Richtung vegetarisch. Auch<br />
bei Ihnen oder ist <strong>das</strong> ein Stil, den Sie<br />
lieber anderen überlassen?<br />
Das überlasse ich anderen. Wir haben<br />
zwar immer wieder auch Vegetarier bei<br />
uns und wenn wir <strong>das</strong> vorher wissen,<br />
ist <strong>das</strong> kein Problem, dann gibt’s eben<br />
eine vegetarische Speisenfolge. Was wir<br />
grundsätzlich nicht machen, ist vegan.<br />
Das wäre so, als würde ich ins TIAN gehen<br />
und dem Paul Ivic (Küchenchef,<br />
Anm. d. Red.) sagen, er soll mir ein Steak<br />
machen. Der würde mich auch fragen,<br />
ob‘s mir noch gut geht. Wir sind eben<br />
kein vegetarisches oder veganes Restaurant.<br />
Wir versuchen Vieles möglich<br />
zu machen, aber wir sind kein Wunschkonzert!<br />
Wie wichtig ist der dritte Stern für<br />
den wirtschaftlichen Erfolg?<br />
Immens! Das ist auf der ganzen Welt<br />
<strong>das</strong> Höchste, was man als Koch erreichen<br />
kann und hierzulande war es ein<br />
noch größeres Signal, weil wir die ersten<br />
waren und man es uns ja teilweise<br />
auch nicht wirklich gegönnt hat in der<br />
Presse. „Naja der Piefke“ hat‘s oft geheißen.<br />
Wobei <strong>das</strong> letztlich <strong>das</strong> Problem der<br />
anderen ist, nicht meins. Ich bin nicht<br />
für die Bewertungen des Michelin verantwortlich,<br />
sondern nur dafür, was der<br />
Gast bei mir auf dem Teller findet. Aber<br />
es hat mir auch viel Zuspruch gebracht<br />
aus ganz Österreich und international<br />
ohnehin.<br />
Würden Sie sich eine österreichweite<br />
Michelin-Ausgabe wünschen?<br />
Die wäre sogar dringend nötig! Da<br />
gibt’s großartige Kollegen außerhalb<br />
von Wien oder Salzburg, die so nicht<br />
bewertet werden. Da würden mir mindestens<br />
fünf Namen einfallen, die meiner<br />
Meinung nach <strong>das</strong> Potenzial für drei<br />
Sterne hätten. Aber ich weiß auch, <strong>das</strong>s<br />
es hier eine starke Lobby für den Gault-<br />
Millau gibt, bloß ist <strong>das</strong> ein anderes Geschäftsmodell.<br />
International kann man<br />
<strong>das</strong> gar nicht vergleichen, da ist Michelin<br />
die Bibel. Keine Frage, auch Gault-<br />
Millau ist in Österreich sehr wichtig,<br />
aber es ist sicher Platz für beide. Konkurrenz<br />
belebt <strong>das</strong> Geschäft. Wer – aus<br />
welchen Gründen auch immer – gegen<br />
einen gesamtösterreichischen Michelin<br />
ist, der ist gegen Österreich, der ist<br />
gegen die österreichische Gastronomie.<br />
Punkt! Kein Japaner oder Amerikaner<br />
liest den Gault-Millau, der nur<br />
auf Deutsch erscheint. Der ist für den<br />
heimischen Markt wichtig, keine Frage.<br />
Aber international gesehen ist der Michelin<br />
einfach wichtiger und Österreich<br />
ist ein Tourismus-Land!<br />
Die Kollegen vom Gault-Millau versagen<br />
Ihnen bis dato die Höchstnote.<br />
Wäre eine fünfte Haube für Sie auch<br />
noch reizvoll oder ist der dritte Stern<br />
die härtere Währung, mit der Sie gut<br />
leben können?<br />
Wie schon gesagt, der dritte Stern ist international<br />
gesehen die härtere Währung,<br />
aber natürlich strebe ich auch im<br />
Gault-Millau die Höchstnote an – und<br />
die werde ich auch bekommen – eines<br />
Tages (lacht).<br />
Lässt ein dritter Stern auch etwas<br />
mehr Spielraum in der Kalkulation?<br />
Mit 295 Euro für <strong>das</strong> Menü ohne<br />
Wein sind Sie österreichweit vermutlich<br />
ziemlich an der Spitze.<br />
Der Preis hat seine Berechtigung, der<br />
ergibt sich ja nicht aus den Auszeichnungen,<br />
sondern aus den verwendeten<br />
Produkten. Ein Steinbutt kostet im<br />
Einkauf eben viermal so viel wie ein<br />
Saibling. Wenn ich eine handgetauchte<br />
Jakobsmuschel hernehme – die Preise<br />
sind eben enorm und die muss ich weitergeben.<br />
Ein Menü besteht aus bis zu<br />
20 Gängen. Bei mir arbeiten 20 Leute<br />
für 30 bis 35 Gäste. Im internationalen<br />
Vergleich sind wir sogar noch günstig.<br />
Gehen Sie mal in Paris, London, Kopenhagen<br />
oder New York in ein 3-Sterne-<br />
Lokal essen. Da zahlt man 400, 500 oder<br />
auch 600 Euro fürs Menü. Aber unsere
1-2/20<strong>22</strong><br />
COVERSTORY 41<br />
info<br />
Juan Amador (* 10. Dezember 1968) ist ein deutscher Koch mit<br />
spanischen Wurzeln, der im schwäbischen Strümpfelbach nahe<br />
Stuttgart als Sohn katalanisch-andalusischer Eltern aufwuchs. Sein<br />
kulinarisches Können brachte ihm erstmals von 2008 bis 2012 drei<br />
Sterne des Guide Michelin für sein Restaurant AMADOR in Langen<br />
bei Frankfurt ein, welche er nach dem Umzug des Restaurants am<br />
neuen Standort in Mannheim von 2012 bis 2015 verteidigte. Seit 2016<br />
findet sich <strong>das</strong> aktuelle AMADOR Restaurant in Wien.<br />
Bereits ein Jahr nach Eröffnung wurde <strong>das</strong> AMADOR im Michelin<br />
Guide „Main Cities of Europe“ mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.<br />
Im März 2019 folgte die erneute Aufwertung und machte<br />
<strong>das</strong> AMADOR zum ersten – und bis dato einzigen – 3-Sterne-<br />
Restaurant Österreichs.<br />
Gäste sind ja zum Glück international<br />
viel unterwegs und die wissen <strong>das</strong> auch.<br />
Ich habe kein einziges Mal von einem<br />
Gast gehört, wir wären zu teuer. Das<br />
sagen maximal die Leute, die ohnehin<br />
nicht zu uns kommen und damit kann<br />
ich leben. Ich bin selbständig, ich muss<br />
von dem, was ich verdiene, leben und<br />
meine Mitarbeiter bezahlen. Aber es ist<br />
jetzt nicht so, <strong>das</strong>s ich mir eine goldene<br />
Nase verdiene. Da bleibt anderen Kollegen<br />
am Ende der Woche wahrscheinlich<br />
mehr als mir am Ende des Monats.<br />
Wenn ich reich werden wollte, müsste<br />
ich was Anderes machen. Machen<br />
Sie sich Gedanken, wenn Sie für eine<br />
Opernkarte auf dem Balkon 400 Euro<br />
zahlen? Wenn einem <strong>das</strong> zu teuer ist,<br />
muss man sich eben eine CD kaufen. Ich<br />
finde die Diskussion irgendwie skurril.<br />
Wie stark hat Sie Corona getroffen?<br />
Denn ich vermute mal, <strong>das</strong>s Ihr Restaurant<br />
sehr stark von internationalem<br />
Publikum lebt.<br />
Wir sind zum Glück nach wie vor jeden<br />
Tag komplett ausgebucht, nur <strong>das</strong>s wir<br />
jetzt deutlich mehr heimisches Publikum<br />
haben. Vor Corona haben wir an<br />
manchen Abenden 80 Prozent englische<br />
Speisekarten gebraucht, jetzt sind<br />
gut 90 Prozent der Gäste Österreicher,<br />
manchmal brauche ich keine einzige<br />
englische Speisekarte mehr.<br />
Wo sehen Sie die Spitzengastronomie<br />
der Zukunft: Werden Themen wie<br />
CO2-Fußabdruck, Tierwohl, Bio oder<br />
Regionalität immer wichtiger?<br />
Natürlich werden sie <strong>das</strong> und <strong>das</strong> ist<br />
gut so, besonders beim Tierwohl. Doch<br />
wenn ich für einen kleinen CO2-Fußabdruck<br />
nur mit Produkten aus der Region<br />
kochen müsste, dann würde sich <strong>das</strong><br />
für mich nicht ausgehen. Der Flieger aus<br />
Südafrika hebt sowieso von dort ab, ob<br />
da jetzt mein Kaisergranat drin ist oder<br />
nicht, ist völlig egal. Ich werde die Welt<br />
auch dann nicht retten, wenn ich Forelle<br />
statt Steinbutt auf die Karte setze. Kleidung,<br />
Handy, etc. kommt alles aus China<br />
und produziert schon in der Herstellung<br />
Unmengen an CO2 und Müll, darüber<br />
macht sich keiner Gedanken. Ich hab da<br />
kein schlechtes Gewissen! Mein Job ist<br />
es, meine Gäste glücklich zu machen.<br />
Welche Pläne für die Zukunft haben<br />
Sie?<br />
Also zum einen versuchen wir, uns ständig<br />
zu verbessern. Ich bin der Gejagte. Ich<br />
kann mich nicht auf meinen 3 Sternen<br />
ausruhen und sagen „so <strong>das</strong> war‘s jetzt,<br />
besser geht’s nicht“. Wir müssen morgen<br />
besser sein als heute. Was ich sicher<br />
nicht machen werde, sind Satellitenrestaurants.<br />
Es funktioniert nur, wenn ich da<br />
bin. Ich arbeite voll mit, ich stehe jeden<br />
Tag in der Küche. Ich stehe nicht nur rum<br />
und begrüße die Gäste. Ich habe zwar ein<br />
ganz tolles Team und ohne die würde ich<br />
es natürlich auch nicht schaffen, aber <strong>das</strong><br />
läuft eben wie ein komplexes Uhrwerk<br />
und wenn man da ein Teil wegnimmt,<br />
steht <strong>das</strong> Werk. Deswegen ist <strong>das</strong> Restaurant<br />
geschlossen, wenn ich nicht da<br />
bin. Man kann <strong>das</strong> alles nicht delegieren.<br />
Ich muss ja dazusagen: Ich weiß leider<br />
nicht nur, wie es geht, ich weiß auch,<br />
wie es nicht geht. Ich habe eine Insolvenz<br />
hinter mir, ich habe alles erlebt. Und jetzt<br />
bin ich halt vorsichtiger. Ich bin Koch und<br />
kein Manager. Man kann Rezepte aufschreiben,<br />
aber wenn dann eine Kleinigkeit<br />
schiefläuft und man improvisieren<br />
muss – <strong>das</strong> kann man nicht aufschreiben.<br />
Das kann man, oder eben nicht. Placido<br />
Domingo muss auch selber singen<br />
und kann niemandem erklären, wie er es<br />
macht, <strong>das</strong>s es genauso klingt.<br />
Und außerdem: Im Moment macht mir<br />
<strong>das</strong> Ganze noch großen Spaß aber schauen<br />
wir mal, wie es in ein paar Jahren aussieht.<br />
Ich mache <strong>das</strong> jetzt seit 36 Jahren.<br />
Irgendwann wird es mir wahrscheinlich<br />
reichen. Ich bin jetzt 53, mit 60 werde ich<br />
mir <strong>das</strong> eher nicht mehr geben.<br />
Kein Bocuse-Schicksal also?<br />
Ganz sicher nicht!
42 ETHNOKÜCHE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
ETHNO<br />
FOOD<br />
Hoch aus<br />
dem Norden<br />
Nordische Küche: Zwischen<br />
radikal-lokal und<br />
g’schmackig bodenständig.<br />
<br />
Von Thomas Askan Vierich<br />
Foto: Jens Rother / Adobe Stock
1-2/20<strong>22</strong><br />
ETHNOKÜCHE 43<br />
Wenn ich an nordische Küche<br />
denke, denke ich an Janssons<br />
Frestelse, Gravad Lax oder<br />
Julbord. Vielleicht an eingelegte,<br />
halbverfaulte, aber sehr aromatische<br />
Heringe (surströming). Anderen<br />
fällt vielleicht <strong>das</strong> NOMA in Kopenhagen<br />
ein, viele Jahre galt es als <strong>das</strong> beste<br />
Restaurant der Welt – was auch immer<br />
solche Superlative bedeuten mögen.<br />
Claus Meyer, Gründer des NOMA, der<br />
sich mal beim Roskilde-Musikfestival<br />
auf eine Bierkiste stellte und einen radikalen<br />
Qualitätsschub für die damals<br />
fade dänische Küche forderte, löste ein<br />
Erdbeben aus. In seinem Nordic Food<br />
Lab, <strong>das</strong> offen für alle Interessierten ist,<br />
bastelte und bastelt er völlig neue Gerichte<br />
aus regionalen Zutaten, zum Beispiel<br />
Eiscreme aus Seetang.<br />
Er verwendet Sachen, die bis dahin<br />
von Gourmets links liegen gelassen<br />
wurden: Flechten, Baumrinde, Waldsauerklee,<br />
Topinambur. Und <strong>das</strong> bereitet er<br />
frisch, schonend, knackig und fettarm<br />
zu. Auf alles, was er nicht in Dänemark<br />
oder aus Skandinavien beziehen konnte,<br />
verzichtete er: kein Olivenöl, keine exotischen<br />
Gewürze, also auch kein Pfeffer.<br />
Sein Küchenchef René Redzepi ließ<br />
sich anfangs von Rezepten inspirieren,<br />
die er in einem Überlebenshandbuch der<br />
schwedischen Armee fand.<br />
Erfolgreicher Hype<br />
Man kann <strong>das</strong> als etwas übertrieben ansehen.<br />
Oder als konsequent. Wie auch<br />
immer revolutionierte <strong>das</strong> NOMA und<br />
andere, die ähnlich dachten und agierten,<br />
damit und mit reichlich finanzieller<br />
Förderung durch die skandinavischen<br />
Tourismusorganisationen <strong>das</strong> Image<br />
der nordischen Küche. Bald pilgerten die<br />
Foodnerds und Sternejäger nicht mehr<br />
nach Italien, Japan oder Frankreich, sondern<br />
nach Kopenhagen, Stockholm oder<br />
zu weit entlegenden Hütten jenseits des<br />
Polarkreises, wo ohne Strom gekocht<br />
Die Moltebeere wird gerne mit Sauermilch<br />
zum Frühstück serviert.<br />
Foto: pixabay<br />
wurde und wird. Da kam vieles zusammen:<br />
Zurück zum Ursprung, ein neues<br />
Qualitätsbewusstsein und der Stolz auf<br />
regionale Erzeugnisse. Die traditionell<br />
„arme“ Küche des Nordens war plötzlich<br />
hipp. So etwas liebte man in den<br />
Zehnerjahren. Und liebt es wohl noch<br />
info<br />
Auch wenn man von der nordischen oder skandinavischen Küche spricht und diese viele Gemeinsamkeiten<br />
hat, gibt es doch regionale Unterschiede.<br />
Dänemark<br />
Knallrote Pölser vom Würstelstand, dazu ein Tuborg! Reicht. Nein, nicht ganz. Die traditionelle dänische<br />
Küche kann noch mehr – und manches erinnert an die norddeutsche Küche: Labskaus (Kartoffelauflauf<br />
mit Corned Beef und Roter Bete), Rote Grütze (Beerenkompott, verdickt mit Sahne). Und nicht zu vergessen<br />
<strong>das</strong> Smörrebröd: Die dänische Variante des Sandwiches. Das dänische Nationalgericht ist Torsk:<br />
Dorsch mit Salzkartoffeln und Senfsauce.<br />
Finnland<br />
Rentier! Zum Beispiel als Geschnetzeltes mit Kartoffelpüree, Schwammerln und Moltebeeren. Oder die<br />
karelischen Piroggen, die sie aus dem Baltikum oder dem nicht so fernen Russland übernommen haben:<br />
Roggen-Teigtaschen gefüllt mit gesalzenem Milchreis.<br />
Norwegen<br />
Lachs, Lachs, Lachs! Aber auch Heringe oder getrockneter Stock- und Klippfisch. Das Nationalgericht ist<br />
Lutefisk: Getrockneter Fisch, der vor dem Kochen gewässert wird. Habe ich „genießen“ dürfen. Um <strong>das</strong><br />
schätzen zu können, muss man wohl doch Norweger oder zumindest Schwede sein. Graved Lax, in Schweden<br />
Gravad Lax, ist dagegen eine Erfindung, die die kulinarische Weltküche eindeutig bereichert hat: in<br />
Salz, Pfeffer, Dill und Zucker eingelegter roher Lachs. Dazu eine Senfsauce, herrlich, nicht nur zum Frühstück.<br />
Schweden<br />
Viel Wild, nicht nur Elche. In Schweden ist praktisch jeder Jäger (und Sammler von Pilzen und Beeren). Elch<br />
schmeckt übrigens ein bisschen wie Hirsch. Aus Elchen werden auch Würste zubereitet. Im Sommer wird<br />
<strong>das</strong> große Krebsessen veranstaltet: Gekochte Flusskrebse mit viel Schnaps. Im Winter wird <strong>das</strong> Julbord<br />
aufgetischt. Die schwedische Kuklinarik hat immer etwas Gemeinschaftliches, man isst gerne in großen<br />
Runden, bedient sich von allem, dazu wird gesungen (wirklich!). Und <strong>das</strong> dänische Smörrebröd heißt in<br />
Schweden Smörgas.
44 ETHNOKÜCHE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Dill<br />
Das Kraut des Nordens:<br />
Kaum ein traditionelles<br />
skandinavisches Gericht<br />
kommt ohne die feinen<br />
Spitzen des Doldenblütengewächses<br />
aus. Es<br />
passt vor allem zu Fisch<br />
und wird deshalb gerne<br />
zum Einlegen von Hering<br />
und Matjes verwendet.<br />
Die grünen Dillspitzen<br />
zeichnen sich durch einen<br />
Thomas Askan<br />
Vierich, Autor des<br />
Buches Aroma. Die<br />
Kunst des Würzens.<br />
ISBN 978-3-7471-0423-1<br />
Foto:Ida Rosen<br />
unverwechselbaren frischen Duft aus. Verantwortlich<br />
dafür ist der flüchtige Aromastoff<br />
Cavron, der im Dill in zwei Varianten vorkommt:<br />
Die eine riecht eher nach Kümmel, die andere<br />
nach Minze. Die Frische wird darüberhinaus<br />
noch durch <strong>das</strong> Aromamolekül Limonen und<br />
<strong>das</strong> zitrusartige P-Cymol betont.<br />
Verwendet werden meist die jungen Dillspitzen,<br />
aber der Rest der Pflanze schmeckt ebenfalls<br />
gut und kann ohne Weiteres beim Einlegen verwendet<br />
werden. Man sollte Dill nicht mitkochen,<br />
sondern wie Petersilie zum Schluss über <strong>das</strong><br />
Gericht streuen. Man kann auch die getrockneten<br />
Dillfrüchte verwenden – die sollte man<br />
allerdings mitkochen, weil sie ihre Aromen nur<br />
langsam abgeben.<br />
Dill passt gut zu Fenchel, weil in beiden ähnliche<br />
Aromen vorkommen. Bei fetten Fischgerichten<br />
(Lachs) gleicht Dill durch seine frischen<br />
Noten die fetten Aromen aus.<br />
Dill kommt in alle Fischsalate mit Hering oder<br />
Krabben, die oft fetten Saucen (Majonäse, Joghurt)<br />
nehmen die fettlöslichen Aromen des<br />
Dill besonders gut auf.<br />
Ein Klassiker der schwedischen Küche ist mit<br />
Dill gebeizter Lachs (gravad lax) oder Fisch mit<br />
einer Senf-Dill-Sauce (Hovmästars°as). Die Franzosen<br />
kennen eine Dilloberssauce: sauce à<br />
l’aneth zu gekochtem Rindfleisch und<br />
Zunge. Auch die mediterrane Küche<br />
kennt Gerichte mit Dill, klassisch ist<br />
Zaziki. Ein mitteleuropäischer Klassiker<br />
ist Gurken und Dill im Gurkensalat,<br />
ausgefallen aber wohlschmeckend<br />
ist Wassermelone mit Dill.<br />
Auch Erdbeeren lassen sich mit<br />
Dill würzen – oder Bananen!<br />
Knäckebrot ist ein Klassiker der Schwedischen Küche und<br />
wird zu allerlei Gerichten genossen.<br />
Foto: pixabay<br />
immer. Und findet damit Nachahmer auch bei uns in der<br />
alpinen Küche, die ja auch jahrhundertelang eher eine „Arme-Leute“-Küche<br />
war.<br />
Aber natürlich war <strong>das</strong> auch ein Hype, in vielen Aspekten<br />
total überdreht, abgehoben und vor allem sauteuer. Elitär<br />
wie zuvor die Molekularküche und wie jetzt die spanischen<br />
und südamerikanischen Verrücktheiten. Aber hey,<br />
ohne ein paar Wahnsinnige wäre nicht nur die kulinarische<br />
Welt ziemlich langweilig.<br />
Die neue Bodenständigkeit<br />
Und ganz so abgehoben war und ist es dann doch nicht,<br />
was die nordischen Eliteköche da treiben. Und es macht<br />
vor allem Spaß. Auch sie berufen sich auf die Koch- und Ernährungstraditionen<br />
ihrer Länder. Nur waren die lange verschüttet,<br />
ignoriert, von industriell hergestellten Lebensmitteln<br />
dominiert. In den 1990er Jahren hat die schwedische<br />
Gastronomie wirklich keinen Spaß gemacht, ich weiß <strong>das</strong><br />
aus jahrelanger eigener Anschauung. Sie war überteuert,<br />
langweilig und spießig. Ich wollte sie sogar mal aufmischen<br />
mit der Eröffnung einer Kneipe (Beisl) in Stockholm, wo es<br />
deutsches Bier und deutsche Würste geben sollte und sonst<br />
nix. Wäre sicher ein Hit geworden – nur sind die gesetzlichen<br />
und bürokratischen Hürden für Neo-Wirte in Schweden<br />
so absurd hoch, <strong>das</strong>s wir uns von der Idee schnell wieder<br />
verabschiedet haben.<br />
Ich habe die schwedische Küche also eher nicht im<br />
Gasthaus kennen gelernt, sondern zu Hause bei den Eltern<br />
und Verwandten meiner damaligen Freundin in<br />
Linköping. Ich erinnere mich, wie ich gemeinsam mit<br />
dem Vater frischen Lachs in Helsingfors gekauft habe,<br />
den wir dann im Garten selbst warm räucherten. Oder<br />
wie ich mit der Mama tagelang all die Köstlichkeiten
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ETHNOKÜCHE 45<br />
Janssons Frestelse (Janssons Versuchung)<br />
Am Julbord, <strong>das</strong> weihnachtliche Buffet<br />
in Schweden, dürfen eingelegte Heringe<br />
und Matjes nicht fehlen.<br />
Fotos: pixabay<br />
Zutaten:<br />
› Mehlig kochende Kartoffeln<br />
› Schwedische Anchovis (zur<br />
Not: Mischung aus Matjes<br />
und Sardellen)<br />
Schlagobers<br />
Reichlich Zwiebeln<br />
Pfeffer<br />
Etwas Salz, wenn nötig<br />
Butter<br />
› Semmelbrösel<br />
Kartoffeln schälen und in Scheiben<br />
schneiden. Mit den Anchovis<br />
und den vorgebratenen<br />
Zwiebelringen schichtweise in<br />
eine feuerfeste Form stapeln. Mit<br />
Schlagobers übergießen, Semmelbrösel<br />
oben drauf und ein<br />
paar Butterflocken. Im Backrohr<br />
bei mittlerer Hitze garen. Pfeffern<br />
und etwas salzen.<br />
für <strong>das</strong> weihnachtliche Julbord zubereiten<br />
durfte: von Köttbullar über eingelegten<br />
Matjes und Hering in verschiedensten<br />
Saucen und Essenzen, vom<br />
selbstgemachten Glögg (Glühwein) über<br />
Janssons Frestelse (ein Kartoffel-Anchovis-Auflauf,<br />
siehe Rezept), Planksteak<br />
(Beefsteak auf angekokelten Holzbrettern<br />
mit Kartoffelpüree aus dem Ofen),<br />
gegrilltem Schweinefilet im Ganzen<br />
und Knäckebrot, Knäckebrot, Knäckebrot.<br />
Sogar die schwedischen und norwegischen<br />
Käsespezialtäten begeisterten<br />
mich, die sich tatsächlich von unseren<br />
unterscheiden (süß marinierter Käse<br />
aus Norwegen!).<br />
Oder kennen Sie Fjilmjölk? Das ist<br />
eine Sauermilch, wie es sie bei uns einfach<br />
nicht gibt. Die mit Kompotten aus<br />
mir bis dahin unbekannten Beeren (Moltebeeren!)<br />
zum Frühstück gereicht wird<br />
– herrlich. Mittlerweile gibt’s bei uns ja<br />
auch die isländische Variante des Joghurts:<br />
Skyr.<br />
info<br />
Was man von der nordischen Küche lernen kann<br />
› Zurück zum Einfachen, weg mit Lebensmitteln, die um den halben<br />
Erdball reisen müssen. Exotisch kann auch ein in Weinbrand<br />
eingelegter Matjes sein statt immer der gleiche Heringssalat weiß<br />
oder rot zum Fasching.<br />
› Essen ist ein Fest und Feiern macht in großen Runden am meisten<br />
Spaß. Töpfe und Schalen auf den Tisch und jeder nimmt, was ihm<br />
schmeckt.<br />
› Es muss nicht immer gekocht werden. Viele nordischen Speisen<br />
sind kalt: Gravad Lachs, eingelegter Hering, selbst Köttbullar, die<br />
berühmten schwedischen Fleischbällchen, schmecken auch kalt.<br />
Smörgas und Smörrebröd, dick belegt mit Krabben – mehr braucht<br />
der hungrige Mensch manchmal nicht.<br />
› Alte Obst- und Gemüsesorten pflegen! Und Pflanzen entdecken,<br />
von denen man vorher gar nicht wusste, <strong>das</strong>s man sie essen kann:<br />
Tannenwipfel, Algen, Rinden, Flechten.<br />
› Selbst einlegen! Gurken, Hering, Gemüse, Wodka mit Kräutern,<br />
was weiß ich. Und zwar selbst. Und <strong>das</strong> dann auf der Speisekarte<br />
verkünden. Und die Gläser und Flaschen stolz im Gastraum<br />
drappieren. Das signalisiert: Wir machen <strong>das</strong> hier alles noch selbst.<br />
Wie früher. Zurück zum Ursprung, zum Guten, Alten, Bewährten.
46 ETHNOKÜCHE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Knäckebrot<br />
Wer jemals nördlich von<br />
Flensburg unterwegs<br />
war, also in Dänemark,<br />
Schweden, Norwegen,<br />
Island oder Finnland,<br />
kennt die dort unzähligen<br />
Varianten dieses<br />
knackigen Brotes. Man<br />
kann es belegen oder<br />
einfach dazu essen. Es<br />
gibt sie dünn (in Finnland sind sie am dünnsten)<br />
und dick, mit oder ohne Sesam, dunkel<br />
oder hell, gewürzt oder ungewürzt, aus Roggen,<br />
manchmal auch mit etwas Weizen und in<br />
unterschiedlichen Formen: rechteckig, dreieckig<br />
oder rund. Erfunden haben es die Schweden<br />
in Värmland (Mittelschweden), vermutlich<br />
im sechsten Jahrhundert. Dort heißt es knäckebröd.<br />
Allen gemeinsam ist <strong>das</strong> Backverfahren: Es wird<br />
wie Pizza sehr heiß und kurz gebacken. Das<br />
entzieht dem Brot <strong>das</strong> Wasser. Wenn man es<br />
dann noch trocknet, traditionell aufgereiht auf<br />
Stangen, daher <strong>das</strong> Loch in den runden Knäckebroten,<br />
bleibt es sehr lange haltbar, wenn es<br />
trocken aufbewahrt wird. Man kann also Knäckebrot<br />
sehr gut auf Vorrat backen, was in früheren<br />
Zeiten sehr wichtig war. Es wird nur sehr<br />
sparsam gesalzen. Knäcke enthält viele Ballaststoffe<br />
und gilt deshalb als gesund, zumindest<br />
gesünder als Weißbrot.<br />
Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche<br />
Sorten:<br />
Kaltbrot: Der Teig wird auf fast null Grad abgekühlt<br />
und durch Einschlagen der kalten Luft<br />
(oder mit Schnee!) gelockert – ohne Hefe. So<br />
entsteht Milch- oder helles Roggenknäckebrot.<br />
Warmbrot: Hier wird Backhefe zugesetzt und<br />
man lässt den Teig circa zwei Stunden im Warmen<br />
gären. So verdoppelt sich <strong>das</strong> Volumen<br />
des Brotes und es wird dicker. Auf diese Art wird<br />
Sesam- oder dunkles Vollkorn-Knäcke erzeugt.<br />
Übrigens ist es in Schweden heiß umstritten,<br />
welche Seite des Knäckebrots besser zu belegen<br />
ist: die glatte oder<br />
die mit den Löchern. Ich<br />
persönlich bevorzuge die<br />
Löcher.<br />
Thomas Askan Vierich<br />
Foto: Ida Rosen Foto: Thomas Askan Vierich<br />
Schmackhaftes<br />
Smörrebröd<br />
Die Skandinavische<br />
Küche ist bislang<br />
bekannt als schnelle<br />
Küche, mit „einfachen“<br />
Zutaten. Hier sind Knäckebrot,<br />
Wurst, Käse<br />
und Smörrebröd Stichwörter.<br />
Bei Metro Österreich<br />
findet man hier<br />
die ein oder andere Zutat,<br />
doch vor allem im<br />
Frischebereich bietet<br />
der Großhändler als führender Fischhändler einiges an. Hier<br />
sind zum Beispiel Köstlichkeiten wie geräucherter Lachs zu<br />
finden. Smörrebröd, ein traditionelles Mittagessen, wird mit<br />
Fisch Krabben, Kaviar, Käse, Wurst, Pastete oder Fleisch belegt.<br />
Natürlich dürfen auch die frischen Komponenten nicht<br />
fehlen, in der Regel wird <strong>das</strong> Brötchen mit Gemüse und Saucen,<br />
wie die in Skandinavien beliebten Remouladen, serviert.<br />
Hier gibt es vor allem ein Trendpotenzial, weil sich für die heimische<br />
Gastronomie <strong>das</strong> Take-Away Angebot erweitert.<br />
www.metro.at<br />
Nordische<br />
Delikatessen<br />
Für <strong>das</strong> Importhaus<br />
Schenkel<br />
sind der Geschmack<br />
und die<br />
Qualität der Produkte<br />
ausschlag-<br />
Foto:Franz Pfluegl<br />
Foto: Schenkel<br />
gebend, daher<br />
liefert der Delikatessenspezialist<br />
hochwertige Produkte<br />
aus bester Rohware. Dieser Leitsatz gilt seit der Gründung<br />
des Unternehmens im Jahre 1883. Schenkel bietet seit<br />
Jahrzehnten eine umfangreiche Auswahl an Nordischen Delikatessen<br />
an. Die letzte Neuvorstellung im Bereich Nordische<br />
Delikatessen ist der neue Herings Caviar, er ist ein ausgewählter<br />
Rogen vom Hering (Clupea harengus). Diese typisch skandinavische<br />
Spezialität ist eine preiswerte und köstliche Alternative<br />
zur Garnierung von Brötchen, Canapés und allen Arten<br />
von kalten Platten und Buffets.<br />
www.schenkel.at<br />
Foto: Anna Shepulova / Adobe Stock
1-2/20<strong>22</strong><br />
ADVERTORIAL 47<br />
Foto: Matthias Münz<br />
Foto: Wiberg Foto: Matthias Münz<br />
Wiberg Gewürze verleihen Speisen einen<br />
mystischen und dennoch sehr vertrauten<br />
Geschmack.<br />
Kulinarik aus dem Norden<br />
Die traditionelle Nordland-Küche<br />
steckt voller Überraschungen. Die<br />
skandinavische Würzmischung<br />
Nordic Flair von Wiberg verleiht Fischgerichten,<br />
hellem Fleisch, aber auch<br />
Speisen der vegetarischen Küche einen<br />
mystischen und dennoch sehr vertrauten<br />
Geschmack. Salziger Seetang,<br />
der vor der isländischen Küste gewonnen<br />
wird, in Kombination mit der herben<br />
Note der uralten Krähenbeere ist<br />
<strong>das</strong> Besondere. Bourbon Pfeffer und<br />
Kubebenpfeffer, seit langem in der nordischen<br />
Küche verankert, ergeben mit<br />
Bitterfenchel und Wacholder eine dezente<br />
Schärfe, die vor allem mit Fleisch,<br />
Fisch und Krustentieren, vegetarischen<br />
Kreationen sowie Eierspeisen harmoniert.<br />
Wiberg hat mit der Skandinavische<br />
Trüffelpraline vom Elchmilch-Käse<br />
mit Rettich und Hopfensprossen ein besonderes<br />
Rezept der nordischen Küche.<br />
www.wiberg.eu<br />
Skandinavische Trüffelpraline<br />
Zutaten für 10 Personen:<br />
› 400 g Elchmilch-Käse,<br />
gerieben<br />
› 20 g schwarze Trüffeln,<br />
gerieben<br />
› Pfeffer-Cuvée<br />
Gewürzmischung<br />
› 300 g Rettich, in Streifen<br />
› 50 g Hopfensprossen<br />
› Skandinavische<br />
Gewürzmischung<br />
› Öl, kaltgepresst<br />
› Weißwein-Essig<br />
Für die Trüffelpraline werden der<br />
Käse, die Trüffeln und die Wiberg<br />
Pfeffer-Cuvée Gewürzmischung<br />
- geschrotet mit Kubeben- und<br />
Tasmanischem Bergpfeffer - vermengt,<br />
zu kleinen Kugeln geformt<br />
und reifen lassen. Dann den<br />
Rettich mit den Hopfensprossen<br />
vermengen und mit Nordic Flair<br />
Würzmischung, bestehend aus<br />
wilden Krähenbeeren und Seetang,<br />
würzen. Anschließend mit<br />
Macadamianuss-Öl (100 Prozent<br />
sortenrein und kaltgepresst) und<br />
Weißwein Balsam-Essig (Weißwein-Essig<br />
mit Veltliner-Traubensaft)<br />
marinieren.
48 KOHL<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Von Grünkohl bis Kimchi<br />
Kaum eine andere Gemüsefamilie hat in den letzten Jahren so einen enormen Imagewandel<br />
vollzogen wie der Kohl, vom geruchsintensiven Arme-Leute-Essen zum Power-Lebensmittel.<br />
<br />
Text & Fotos: Andrea Jungwirth<br />
Schuld daran sind verschiedene Ernährungstrends,<br />
die <strong>das</strong> verstaubte<br />
Image des Kohls wieder aufpolieren.<br />
Und <strong>das</strong> zu Recht, denn<br />
gerade Grünkohl ist besonders protein-,<br />
vitamin- und mineralstoffreich, übertrifft<br />
den Vitamin C-Gehalt von Orangen und<br />
ist der Top-Lieferant von Vitamin K und<br />
Folsäure, aber auch von Calzium und Eisen.<br />
Von Köchen neu interpretiert überzeugt<br />
er nicht nur durch seine inneren<br />
Werte, sondern macht auch geschmacklich<br />
auf dem Teller eine gute Figur.<br />
Regionales Superfood<br />
Von Matcha über Gojibeeren bis zu Chiasamen,<br />
die Liste an als besonders gesund<br />
geltenden Lebensmitteln ist lang und der<br />
Wunsch, mit einigen Wunderprodukten<br />
die verschiedenen Ernährungsfehler wett<br />
zu machen, groß. Doch viele Produkte<br />
halten nicht was sie versprechen, sind<br />
meist weit gereist und kommen zum Teil<br />
vom anderen Ende der Welt. Der Hype<br />
um Superfoods vereint sich mit dem Umwelttrend,<br />
sich vermehrt regional zu ernähren.<br />
Da kommt der Kohl wieder ins<br />
Spiel. Er ist bei uns heimisch und die vielen<br />
saisonalen Sorten <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />
frisch erhältlich. Es beginnt mit Kohlrabi<br />
im Frühjahr, geht weiter mit Karfiol,<br />
Brokkoli und Frühkraut, endet aber<br />
nicht im Herbst mit Blaukraut, Chinakohl<br />
und Wirsing. Selbst im Winter, am<br />
besten sogar nach den ersten Frösten,<br />
können Kohl und Kohlsprossen frisch geerntet<br />
werden. Sie benötigen den Frost<br />
sogar, um ihr volles Aroma zu entfalten.<br />
Die Kälte macht <strong>das</strong> Gemüse besser verdaulich<br />
und milder im Geschmack. Aber<br />
auch tiefgefroren verlieren einige Sorten<br />
nicht an Qualität. Schockgefrostet behalten<br />
Kohlsprossen, Karfiol und Brokkoli<br />
ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Allen voran<br />
die sekundären Pflanzenstoffe wie die<br />
„Glucosinolate“, <strong>das</strong> sind schwefelhaltige<br />
Verbindungen, die beim Menschen<br />
Bakterien abtöten oder Krebs vorbeugen<br />
können. Superfoods zeichnen sich<br />
durch einen überdurchschnittlichen Gehalt<br />
an wertvollen Inhaltsstoffen wie<br />
Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären<br />
Pflanzenstoffen aus, aber auch<br />
nicht mehr. Wer dieser simplen Definition<br />
glauben möchte, der kann Kohl auf<br />
jeden Fall dazuzählen.<br />
Die Höchsten<br />
Grünkohl bildet keine Köpfe aus, sondern<br />
nur längliche Blätter, die auch
1-2/20<strong>22</strong><br />
KOHL 49<br />
einzeln geerntet werden können. Die<br />
Grünkohlblätter gelten inzwischen als<br />
Superfood, da sie besonders reich an<br />
Protein, Vitaminen und sekundären<br />
Pflanzenstoffen sind. Einzelne Blätter<br />
werden roh in Smoothies oder Salaten<br />
verwendet, gedünstet ist die Rezeptvielfalt<br />
enorm. Kurzes Erhitzen macht <strong>das</strong><br />
Gemüse besser verdaulich.<br />
Durch die enorme Sortenvielfalt ist<br />
Grünkohl sehr anpassungsfähig an unterschiedliche<br />
Klimabedingungen, und<br />
der Anbau des Gemüses über die unterschiedlichen<br />
Kontinente verteilt, von<br />
Russland bis in die Subtropen. Manche<br />
Sorten, wie der dunkelgrüne italienische<br />
„Nero die toscana“ etwa, sind besonders<br />
hitzeresistent, der dunkelgrüne „Kadett“<br />
verträgt Frost bis minus 20 Grad Celsius.<br />
Mehr oder weniger gekraust, von grün,<br />
rötlich-braun bis violett, so unterschiedlich<br />
kann Grünkohl aussehen. Auch die<br />
Größe der Pflanzen kann beachtlich<br />
sein. Normalerweise werden die Sorten<br />
60 bis 90 Zentimeter hoch, können aber<br />
wie die „Ostfriesische Palme“ eine imposante<br />
Höhe von fast zwei Metern erreichen.<br />
Die Kleinsten<br />
Kohlsprossen sind nicht nur die Kleinsten<br />
in der Kohlfamilie, sondern auch<br />
die Jüngsten. Erst Ende des 18. Jahrhunderts<br />
kultivierten die Belgier <strong>das</strong> Gemüse,<br />
obwohl es bereits Jahrhunderte<br />
davor schon erwähnt wurde. Brüsseler<br />
Kohl und Sprossenkohl sind die frühen<br />
Bezeichnungen für die Kohlsprossen.<br />
Es sind die Triebknospen, die in den<br />
Blattachsen an einem 50 bis 100 Zentimeter<br />
hohen Stamm wachsen. Wie<br />
bei vielen Kohlsorten sind auch die<br />
Kohlsprossen zweijährige Pflanzen,<br />
geerntet wird im ersten Jahr, bleiben<br />
die Pflanzen über den Winter stehen<br />
und treiben die Triebknospen im Frühjahr<br />
aus, so entwickeln sich kleine zarte<br />
Triebe, die äußerst schmackhaft sind.<br />
Wen im Winter <strong>das</strong> eigentliche „Gemüse“<br />
nicht überzeugt, der kann die Triebe<br />
im Frühjahr genießen und wird so vielleicht<br />
zum Fan von Kohlsprossen der<br />
anderen Art.<br />
Die Längsten<br />
Chinakohl, auch als Japan- oder Pekingkohl<br />
bezeichnet, entstand wahrscheinlich<br />
aus einer Kreuzung von<br />
Speiserübe mit Pak Choi (Senfkohl). Er<br />
bildet große, lockere Köpfe, die knackigen<br />
Blattrippen sind immer weißlich,<br />
die Blattränder je nach Sorte gelb, grün<br />
oder auch violett. Die Köpfe sind entweder<br />
rundlich oder länglich geformt<br />
und können bis zu einem halben Meter<br />
hoch werden. Ein stattlicher Chinakohl<br />
Kopf kann auch um die zwei Kilogramm<br />
wiegen, damit ist <strong>das</strong> Gemüse<br />
sehr ergiebig.<br />
Der typische Herbst- und Wintersalat<br />
wird von vielen unterschätzt und<br />
kommt meist nur als Salat auf den Teller.<br />
Dazu werden die zarten Blattränder<br />
verwendet. In Asien wird er viel häufiger<br />
gegessen und landet dort mit seinen<br />
knackigen Blattrippen gerne im Wok.<br />
Im Kimchi, dem koreanischen Nationalgericht,<br />
wird er milchsauer vergoren<br />
und mit reichlich Schärfe versehen. Mit<br />
Pfeffer, Chili und je nach Region auch<br />
mit Szechuanpfeffer gewürzt, ist er für<br />
den europäischen Geschmack meist zu<br />
scharf. Aber milder abgeschmeckt, würden<br />
vor allem Sauerkrautfreunde auch<br />
an Kimchi ihre Freude haben.<br />
Scharfes Kimchi<br />
Zutaten:<br />
› 2 kg Chinakohl<br />
› 200 g weißer Rettich<br />
› 6 mittlere<br />
Frühlingszwiebeln<br />
› 5 Esslöffel Meersalz<br />
› Wasser<br />
› 5 Knoblauchzehen<br />
› 1 cm frischer Ingwer<br />
› 2 Teelöffel<br />
Kristallzucker<br />
› 2 Esslöffel<br />
Fischsauce<br />
oder koreanische<br />
Garnelenpaste<br />
› 2 Esslöffel<br />
Chiliflocken<br />
› ½ Teelöffel<br />
Sezchuanpfeffer<br />
1. Ingwer und Knoblauch schälen und mit Chiliflocken, Fischsauce, Szechuanpfeffer<br />
und Zucker in einem Mörser zu einer Paste zerstoßen.<br />
2. Gemüse putzen und in Streifen schneiden. Chinakohl in eine Schüssel geben<br />
und mit etwa 5 Esslöffel Salz bestreuen und mit der Hand etwas durchkneten.<br />
Den Kohl mit kaltem Wasser bedecken und einen Teller daraufstellen, damit <strong>das</strong><br />
Gemüse unter Wasser bleibt.<br />
3. Nach 2 Stunden den Kohl in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und<br />
etwas ausdrücken.<br />
4. Chinakohl mit dem restlichen Gemüse und<br />
der Paste mischen, am besten mit den Händen<br />
und Einweghandschuhen.<br />
5. Das Ganze in ein Gärglas füllen und gut hineindrücken.<br />
Es sollte noch Platz im Glas bleiben,<br />
da es bei der Gärung aufsteigt. Das Glas<br />
verschließen (Deckel locker daraufsetzen).<br />
6. Das Gemüse nun täglich in die Lake drücken<br />
und <strong>das</strong> Gas entweichen lassen. Nach<br />
ein bis zwei Tagen beginnt die Gärung, <strong>das</strong><br />
Kimchi kann zu jedem Zeitpunkt der Gärung<br />
gegessenen werden. Am besten 7 bis 10 Tage<br />
kühl gären lassen. Danach <strong>das</strong> Kimchi kühl<br />
lagern.
50 PORTRAIT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Kochen ist die Leidenschaft von Markus<br />
Peintner und Annamaria Moser. Privat,<br />
wie auch beruflich.<br />
SÜD<br />
TIROL<br />
Foto: Restaurant Sichelburg<br />
Foto: Uwe Spörl<br />
Die Küche des Restaurants Sichelburg<br />
ist Annamarias Wirkungsstätte, während<br />
Ehemann Markus Peintner im Hotel<br />
Green Lake Weiher den Küchechef gibt.<br />
Foto: Uwe Spörl<br />
Köche sind nicht<br />
immer einfach!<br />
Annamaria Moser und Markus Peintner sind nicht nur privat<br />
ein Paar, sondern auch ihre Passion zum Kochen eint die<br />
beiden Südtiroler. <br />
Von Petra Pachler<br />
Annamaria ist seit fünf Jahren Sous<br />
Chefin im Südtiroler Restaurant<br />
Sichelburg in Pfalzen. Eigentlich<br />
wollte sie nur einen kurzen<br />
Zwischenstopp machen, um sich Mirko<br />
Mairs Kochstil anzuschauen, doch<br />
irgendwie blieb sie hier hängen. Warum<br />
gerade hier? „Ich kann mit hochwertigen<br />
Produkten kochen, kann meine<br />
Ideen einbringen, die Restaurantküche<br />
war immer mein Favorit und mit meinem<br />
Chef Mirko Mair bin ich auf einer<br />
Wellenlänge“, so <strong>das</strong> knapp dreißigjährige<br />
Kochtalent.<br />
Ehemann Markus Peintner werkt als<br />
Koch im elterlichen Hotelbetrieb Green<br />
Lake Weiher, auch in Pfalzen. Schon<br />
als Kind hat er hier mitgeholfen und<br />
nach der Hotelfachschule, dem Lehrabschluss<br />
und einigen Stationen in Betrieben<br />
wie dem Hangar 7 oder dem<br />
Hotel Central in Sölden, absolvierte er<br />
auch noch ein Praktikum als Fleischer.<br />
Seine Liebe gilt aber den Forellen, die er<br />
als regionalstes Gericht sieht. Bei ihm<br />
ist <strong>das</strong> dann Weiher’s Forelle, Perntaler<br />
Mozartkartoffel, Kaviar und Schnittlauch.<br />
Peintner verwendet dafür Weiher’s<br />
Forelle aus dem eigenen Teich und<br />
Schnittlauch und Kartoffel von Annamarias<br />
elterlichem Hof. Von wo auch<br />
den ganzen Sommer über <strong>das</strong> Gemüse<br />
für die Hotelküche stammt.<br />
„Ich weiß, wie Tomaten<br />
schmecken sollen!“<br />
Bei Annamaria Moser im Restaurant Sichelburg<br />
ist <strong>das</strong> beliebteste Gericht <strong>das</strong><br />
Tartar vom Gsieser Almochsen mit Senfeis<br />
und die Amalfizitronen. „In der Sichelburg<br />
kochen wir traditionelle, mediterrane<br />
Küche, aber neu interpretiert.<br />
Das heißt, <strong>das</strong>s wir zum Beispiel auch<br />
mal die klassischen Südtiroler Schlutzkrapfen<br />
mit einer gebratenen Jakobsmuschel<br />
servieren“, so Annamaria. „Die<br />
Südtiroler Küche hat eine perfekte Basis,<br />
mit der man gut arbeiten kann. Bodenständige<br />
Gerichte, gut abgeschmeckt,<br />
<strong>das</strong> ist schon mal <strong>das</strong> Wichtigste, danach<br />
kann man dann beginnen seinen<br />
Ideen freien Lauf zu lassen. Wir haben<br />
in Südtirol großartige Produkte, und ich<br />
habe immer schon einen Bezug zu guten<br />
Lebensmitteln gehabt, da ich auf einem<br />
Bauernhof aufgewachsen bin“.<br />
„Mein Lieblingsgericht? Schwer zu<br />
sagen! Ich mag eigentlich fast alles. Aber<br />
ich liebe die warmen Vorspeisen (Cavatelli,<br />
Tortelli, Gnocchi). Zutaten, die bei<br />
fast jedem Gericht dabei sein müssen,<br />
sind definitiv Zitrone und braune Butter.<br />
Das verleiht jedem Gericht noch <strong>das</strong><br />
bestimmte Etwas“.<br />
Die Liebe zum Kochen<br />
Die Leidenschaft zum Kochen war bei<br />
den ersten Praktika in der Hotelfachschule<br />
da, „zudem hat mich immer meine<br />
Oma begeistert, die in der Küche im eigenen<br />
Gasthaus stand. Und genau <strong>das</strong> war<br />
eigentlich immer mein Ziel. Einen Beruf
1-2/20<strong>22</strong><br />
PORTRAIT 51<br />
Die Südtiroler Küche wird von den beiden<br />
Köchen oft unterschiedlich interpretiert.<br />
Heraus kommt aber in jedem Fall ein<br />
genussvolles Gericht.<br />
Foto: Restaurant Sichelburg<br />
Foto: Restaurant Sichelburg<br />
Foto: Uwe Spörl<br />
Das Restaurant Sichelburg von Mirko Mair<br />
ist Annamarias kulinarische Heimat.<br />
zu erlernen, wo man sich selbst und andere<br />
Menschen glücklich machen kann.<br />
Meine Oma hat mich früher immer mit<br />
meinen heiß geliebten ‚Epfl-Kiachlan‘<br />
mit Vanillesauce glücklich gemacht!“<br />
„Mein Glück war sicher, <strong>das</strong>s ich<br />
in den Jahren meiner Ausbildung immer<br />
auf gute, motivierte Köche gestoßen<br />
bin - zwischen Haubenküche im<br />
Restaurant Taxacher im Tiroler Kirchberg<br />
oder Wirtshausküche im Pretzhof<br />
bei Sterzing. In der Sichelburg hat unser<br />
Chef, Mirko Mair, eine sehr gute Art,<br />
junge Menschen zu begeistern“.<br />
Gemeinsames Ziel<br />
Kennengelernt haben sich die Beiden<br />
am Anfang ihrer Ausbildung und beide<br />
verfolgten <strong>das</strong>selbe Ziel, nämlich gute<br />
Köche zu werden. „Für unsere Beziehung<br />
war es nicht immer einfach, da wir an<br />
unterschiedlichen Orten gearbeitet haben,<br />
aber die Leidenschaft zu unserem<br />
Beruf hat uns noch mehr zusammengeschweißt“,<br />
so Annamaria. „Wir haben<br />
von Anfang an gewusst, was auf uns zukommt,<br />
denn Köche sind nicht immer<br />
einfach“, ergänzt Markus.<br />
Und wer kocht was? „Annamaria ist<br />
diejenige, die die einfachere Küche mag<br />
- weniger ist oft mehr. Auch bei den traditionellen<br />
Gerichten ist sie mir ein bisschen<br />
überlegen. Ich hingegen liebe <strong>das</strong><br />
Experimentieren. So ergänzen wir uns<br />
eigentlich super und so kommen auch<br />
oft neue Gerichte zuhause auf den Tisch“.<br />
Berufung statt Beruf<br />
„Kochen ist für mich mittlerweile kein<br />
Beruf mehr, sondern eine Berufung. Ein<br />
besonderes Gericht ist für mich ein Teller,<br />
der keine Erklärung braucht. Alles<br />
zusammen soll einfach schmecken,<br />
nicht zu kompliziert sein“, so Annamaria<br />
Moser.<br />
Wie sehen die Zukunftspläne aus?<br />
„Wir werden in den nächsten Jahren den<br />
elterlichen Bauernhof übernehmen und<br />
klar ist, <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Kochen auch in unserer<br />
gemeinsamen Zukunft eine wichtige<br />
Rolle spielen wird“, so Markus Peintner.<br />
Restaurantküche versus<br />
Hotelküche<br />
Wo liegt den nun der Unterschied zwischen<br />
den beiden Küchen? „Die Restaurantküche<br />
ist sicher hektischer, da zweimal<br />
am Tag Service ist. Zudem haben<br />
wir in der Sichelburg eine große Speisekarte<br />
und wissen nie, was unsere Gäste<br />
heute bestellen. In der Hotelküche<br />
kann man besser vorausschauen und<br />
der Service verläuft meistens auch etwas<br />
geplanter“, sieht Annamaria Moser<br />
den größten Unterschied. Gute Küche<br />
bieten sie beide.<br />
Der Weg zum Erfolg war und ist für<br />
beide mit viel Geduld, Disziplin und<br />
Durchhaltevermögen, aber auch mit<br />
Spaß und großartigen Menschen an<br />
der Seite, gepflastert. Etwas, <strong>das</strong> beide<br />
bis jetzt hatten.
52 C & C<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Convenience & Regionalität<br />
als C&C-Trends 20<strong>22</strong><br />
Foto: Drobot Dean / Adobe Stock
1-2/20<strong>22</strong><br />
C & C 53<br />
Der Gastro-Großhandel hat auch schon mehr zu lachen gehabt als in den vergangenen zwei<br />
Jahren. Umso mehr bemühen sich die meisten mit verbessertem Service und vergrößertem<br />
Angebot ihre Kunden zielgenau zu unterstützen. <br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Wenn ein Wirtschaftsbereich neben<br />
Gastgewerbe und Tourismus<br />
in den vergangenen zwei Jahren<br />
ebenfalls stark von der Pandemie betroffen<br />
war, dann ist <strong>das</strong> der Gastro-Großhandel.<br />
Doch zumindest bis dato ändert<br />
<strong>das</strong> an der Handels-Landschaft in Österreich<br />
wenig, lediglich AGM möchte sich<br />
offensichtlich sukzessive zurückziehen<br />
und zumindest einen Teil der Standorte<br />
an den Mitbewerb verkaufen. Noch hat<br />
die Wettbewerbsbehörde diesem Ansinnen<br />
allerdings kein grünes Licht gegeben.<br />
Wir haben jedenfalls alle wichtigen<br />
Player im heimischen C&C-Handel angeschrieben<br />
und sie u.a. um ihre Einschätzung<br />
der aktuellen Lage, ihre Erwartungen<br />
bzw. Hoffnungen und Prioritätensetzungen<br />
für <strong>das</strong> laufende Jahr<br />
gebeten.<br />
Alle Antworten, die bis zum Redaktionsschluss<br />
bei uns eingelangt sind, lesen<br />
Sie auf den folgenden Seiten. Und<br />
so viel sei vorweggenommen: Wenn die<br />
Pandemie für <strong>das</strong> Gastgewerbe zumindest<br />
einen kleinen positiven Aspekt hatte,<br />
dann den, <strong>das</strong>s Angebot und Service<br />
bei den großen Zulieferern in Coronazeiten<br />
nicht ausgedünnt, sondern vielmehr<br />
intensiviert wurden.<br />
Das schlägt sich nicht nur in der weiter<br />
wachsenden Zustellungsquote nieder,<br />
sondern zeigt sich auch bei einem<br />
Convenienceangebot, <strong>das</strong> bei den meisten<br />
C&C-Anbietern sowohl quantitativ<br />
aber vor allem auch qualitativ verbessert<br />
wurde, was den latenten Personalmangel<br />
in vielen Betrieben zumindest<br />
teilweise ausgleichen soll. Und <strong>das</strong> Thema<br />
Regionalität wird 20<strong>22</strong> sowohl in<br />
den Verkaufsregalen/-foldern wie auch<br />
auf den Speisekarten wohl noch präsenter<br />
werden als bisher, wenn man die<br />
Antworten unserer Gesprächspartner<br />
verfolgt.<br />
Foto: AlenKadr / Adobe Stock<br />
Wie weit hat Corona <strong>das</strong> Geschäft<br />
im abgelaufenen Jahr<br />
beeinflusst? Haben sich die Gastro-<br />
Lockdowns 1:1 im Transgourmet-Absatz<br />
niedergeschlagen oder konnte<br />
man den Rückgang zumindest teilweise<br />
anderweitig auffangen?<br />
Eurogast: Wir haben alle unsere<br />
Märkte in den schwierigen Phasen<br />
der Gastro-Lockdowns auch für<br />
Privatkunden geöffnet. Damit konnten<br />
wir in den Eurogast Markthallen<br />
sehr gute Erfolge erzielen. Die Umsätze<br />
konnten damit jedoch in keinster<br />
Weise aufgefangen werden. Speziell<br />
die Lieferketten wurden in jedem<br />
Lockdown schwer in Mitleidenschaft<br />
gezogen, doch durch unsere flexible<br />
Struktur mit gut verteilten Logistikzentren<br />
konnten wir immer sehr rasch<br />
auf den Markt reagieren.<br />
KHG-Express: Corona und die damit<br />
verbundenen Lockdowns haben<br />
sich massiv auf unseren Absatz niedergeschlagen,<br />
da der Großteil unserer<br />
anteiligen Gesellschafter im Westen<br />
sitzt mit Schwerpunkt im Großhandel.<br />
Dieser ist wieder von der Gastronomie<br />
und Hotellerie und dem Tourismus abhängig.<br />
Die Planbarkeit hinsichtlich<br />
Mengen speziell mit geringem MHD<br />
sowie die Warenverfügbarkeit aufgrund<br />
mangelnder Rohstoffe ist immer<br />
noch massiv spürbar.<br />
Kröswang: Die Lockdowns haben<br />
sich jedes Mal in unserem Umsatz 1:1<br />
niedergeschlagen. Uns sind über Nacht<br />
60 Prozent unserer Kunden weggebrochen.<br />
Unser Geschäftsmodell mit 100<br />
Prozent Zustellung lässt es auch nicht<br />
zu, <strong>das</strong>s wir die Belieferung auf Endverbraucher<br />
umstellen. Natürlich sind<br />
wir von Lockdown zu Lockdown sensibler<br />
geworden und haben versucht,<br />
die Mengen bei unseren Lieferanten<br />
schon im Vorfeld sukzessive herunterzufahren.<br />
Da hat uns die Fokussierung<br />
auf die Zustellung frischer Produkte<br />
wieder in die Karten gespielt.<br />
Metro: Selbstverständlich haben<br />
die Lockdowns und der Ausfall unserer<br />
Hauptkundengruppe, der Gastronomie,<br />
Hotellerie sowie Caterer zum<br />
Umsatzverlust geführt. Die allgemeinen<br />
Verschärfungen haben dazu geführt,<br />
<strong>das</strong>s einige auch zwischen den<br />
Lockdowns nicht aufgesperrt haben.<br />
Metro Österreich hatte ihre Türen<br />
nur kurz zu Beginn der Pandemie<br />
für alle geöffnet, da wir damit unserem<br />
Auftrag als kritische Infrastruktur<br />
nachgekommen sind, nämlich für<br />
die Grundversorgung der Bevölkerung<br />
da zu sein.<br />
Transgourmet: Naturgemäß stand<br />
Transgourmet vor einer der größten<br />
Herausforderungen der Firmenhistorie.<br />
Gastronomie und Hotellerie, wo<br />
85 Prozent der Umsätze erwirtschaftet<br />
werden, mussten fast die Hälfte<br />
des Jahres geschlossen halten. Aber<br />
wir standen unseren Kunden zu jeder<br />
Zeit partnerschaftlich zur Seite, haben<br />
– auch um dem Versorgungsauftrag<br />
gerecht zu werden und der Lebensmittelverschwendung<br />
vorzubeugen<br />
– für die Zeit der Gastro-Lockdowns<br />
Transgourmet für alle geöffnet. Da wir
54 C & C<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
„Wir sehen es als unsere Aufgabe,<br />
<strong>das</strong> Wissen rund um die Vorzüge<br />
heimischer Produkte an Endkonsumenten<br />
und Gastronomen gleichermaßen<br />
zu kommunizieren.“<br />
Thomas Panholzer (Transgourmet)<br />
Zitat<br />
Foto: Metro<br />
„Wir hoffen für 20<strong>22</strong>, <strong>das</strong>s Geselligkeit<br />
nicht mehr zu den Risiken<br />
gehört und <strong>das</strong>s unsere Hauptkundengruppe<br />
wieder mit der für<br />
sie nötigen Planungssicherheit<br />
durchstarten kann.“<br />
Xavier Plotitza (Metro)<br />
Zitat<br />
Foto: Transgourmet<br />
uns an Großverbraucher aber auch alle<br />
Selbstständigen und Vereine wenden,<br />
konnten wir hier neue Zielgruppen als<br />
Kunden gewinnen.<br />
Das erste Halbjahr 2021 war die<br />
schwierigste Zeit seit langem. Umso<br />
erstaunlicher daher, wie schnell der<br />
Weg zurück im Sommer 2021 gelungen<br />
ist. Nach der Aufhebung der frühen<br />
Sperrstunde war es nahezu „ein<br />
Sommer wie damals“– wir waren wieder<br />
auf Vor-Krisen-Niveau. Der Lockdown<br />
im November/Dezember, die<br />
Reisewarnungen und früheren Sperrstunden<br />
machten uns dann wieder einen<br />
Strich durch die Rechnung.<br />
Wedl: Wir machten 2021 ähnliche<br />
Erfahrungen wie im Jahr zuvor.<br />
Durch die erneuten Lockdowns kam<br />
es zu massiven Umsatzeinbrüchen.<br />
Wir sprechen hier von bis zu 75 Prozent<br />
Einbußen in den Lockdown-Phasen<br />
im Vergleich zum Vor-Pandemie-<br />
Niveau 2019. Auch aus diesem Grund<br />
haben wir unsere Unternehmensstrategie<br />
angepasst, um neue Zielgruppen<br />
zu erschließen und beispielsweise<br />
mit einem an öffentliche Einrichtungen<br />
gerichteten breiten Produkt- und<br />
Serviceangebot erste Erfolge verzeichnet.<br />
Zusätzlich hat der Privatkunden-<br />
Bereich an Bedeutung gewonnen. Dennoch<br />
konnten wir die Umsatzausfälle<br />
in unserer Hauptzielgruppe natürlich<br />
nicht vollends ausgleichen. Erfreulich<br />
ist allerdings, <strong>das</strong>s die Sommersaison<br />
2021 in den meisten Regionen<br />
überdurchschnittlich gut verlief. Nach<br />
dem Lockdown-Ende Anfang Dezember<br />
war auch <strong>das</strong> Weihnachtsgeschäft<br />
zufriedenstellend, die Zahlen in diesem<br />
Zeitraum sind vergleichbar mit<br />
jenen aus 2019.<br />
Wie hat sich <strong>das</strong> Thema Abholung<br />
vs. Zustellung im vergangenen Jahr<br />
geändert?<br />
Eurogast: Der Trend der Zustellung<br />
ist weiterhin unaufhaltsam und<br />
wächst stark. Mit unserer Strategie<br />
der Eurogast Markthallen konnten<br />
wir jedoch die in der Vergangenheit<br />
stagnierenden Abholumsätze aufhalten<br />
und diese negative Entwicklung<br />
stoppen. Seit einigen Jahren wachsen<br />
wir auch in der Abholung deutlich. Die<br />
nächste Eurogast-Markthalle entsteht<br />
derzeit in Reutte am Standort Speckbacher,<br />
die Eröffnung ist mit Herbst<br />
20<strong>22</strong> geplant und unterstreicht den<br />
Erfolg dieses Formates.<br />
KHG-Express: Die Zustellung ist<br />
nach wie vor ein wichtiger Bereich unseres<br />
Tätigkeitfeldes.<br />
Kröswang ist ein reiner Lieferbetrieb<br />
ohne Abhol-Märkte.<br />
Metro: Die Zustellung ist in den vergangenen<br />
Jahren – vor allem mit Beginn<br />
der Pandemie – ein enorm wichtiger<br />
Beschaffungskanal geworden.<br />
Neben dem seit Jahren österreichweiten<br />
Lieferservice für Gastronomiekunden<br />
bietet Metro daher seit Mitte<br />
2020 auch allen Unternehmerkunden<br />
die Belieferung „Metro on Tour“ an.<br />
Unser aktueller Zustellanteil im b2b-<br />
Geschäft beträgt über 20 Prozent und<br />
er wächst. Aufgrund der aktuellen Situation<br />
haben wir bereits Kleintransporter<br />
mit hohem Ladevolumen angeschafft,<br />
um Kunden unabhängig von<br />
den großen Touren beliefern zu können.<br />
Seit 2017 beliefert Metro im Groß-
1-2/20<strong>22</strong><br />
C & C 55<br />
„Wir richten unseren Blick auf<br />
Qualität und Frische – damit kennen<br />
wir uns am besten aus. Immerhin<br />
sind wir der Frische-Lieferant<br />
und nicht der Nischen-Lieferant.“<br />
Manfred Kröswang (Kröswang)<br />
Foto: Kröswang<br />
Foto: KHG<br />
Zitat<br />
Zitat<br />
„Regionalität ist ein wichtiger<br />
Faktor unserer Sortimente, diese<br />
werden von den jeweiligen<br />
Gesellschaftern in ihren Regionen<br />
bei Ihren regionalen Händlern<br />
abgedeckt.“<br />
Irene Zivkovic (KHG-Express)<br />
raum Wien, Linz, Graz und Salzburg<br />
mit Elektrofahrzeugen.<br />
Transgourmet: Der Zustellanteil<br />
am Transgourmet Umsatz 2019 betrug<br />
68 Prozent. Das Jahr 2020 und<br />
2021 sind aufgrund der Umstände<br />
nicht vergleichbar. Wir gehen davon<br />
aus, 20<strong>22</strong> wieder einen Zustellumsatz<br />
in der Größenordnung von 2019<br />
zu haben.<br />
Wedl: Hinsichtlich Verkaufserlös<br />
liegt – ähnlich wie 2020 – der Anteil<br />
der Abholungen im Vergleich zum<br />
Gesamtumsatz 2021 verhältnismäßig<br />
hoch bei rund 35 Prozent, während er<br />
2019 noch bei 30 Prozent lag. Dies ist<br />
darin begründet, <strong>das</strong>s während der<br />
Lockdowns gerade kleinere und mittlere<br />
Abholkunden ein starkes Take-<br />
Away Geschäft verzeichneten und<br />
durch Einkäufe von Privatkunden <strong>das</strong><br />
Geschäft besser konsolidiert werden<br />
konnte. Die Zustellung hat hingegen<br />
coronabedingt etwas mehr an Volumen<br />
eingebüßt, da zuvor vor allem<br />
Hotellerie und größere Gastrobetriebe<br />
diesen Service nutzten. Wir rechnen<br />
aber damit, <strong>das</strong>s die Anzahl der<br />
Zustellungen heuer anteilsmäßig wieder<br />
stärker wachsen wird, wenn sich<br />
Gastronomie und Hotellerie erholen.<br />
Welchen Stellenwert hat <strong>das</strong> Thema<br />
Regionalität im aktuellen Angebot?<br />
Eurogast: Als regional verankerte<br />
Familienunternehmen haben sich die<br />
Eurogast-Partner immer schon mit<br />
dem Thema Wertschöpfung in den<br />
Regionen identifiziert. Durch die regionalen<br />
Logistiklager mit individueller<br />
Sortimentsgestaltung ist es uns<br />
gelungen, hier eine Vorreiterrolle zu<br />
übernehmen, die uns klar von nationalen<br />
Konzernstrukturen unterscheidet.<br />
KHG-Express: Regionalität ist ein<br />
wichtiger Faktor unserer Sortimente<br />
diese werden von den jeweiligen Gesellschaftern<br />
in ihren Regionen bei Ihren<br />
regionalen Händlern abgedeckt.<br />
Kröswang: Regionalität ist für uns<br />
seit jeher eine wichtige Säule unseres<br />
Geschäftserfolges. Durch die Zusammenarbeit<br />
mit regionalen Partnern<br />
können wir eine bessere Qualitätskontrolle<br />
durchführen und schneller<br />
reagieren, wenn etwas nicht passt<br />
oder wir, wie eben bei den Lockdowns,<br />
die Mengen rasch verändern müssen.<br />
Für uns ist Regionalität kein kurzfristiger<br />
Trend, bei dem wir aufgesprungen<br />
sind. Durch <strong>das</strong> steigende Interesse<br />
an regionalen Lebensmitteln in der<br />
Bevölkerung bemerken wir allerdings<br />
schon eine erhöhte Nachfrage. Große<br />
Anpassungen an unserem Sortiment<br />
müssen wir aber nicht durchführen, da<br />
wir eben bei dem Thema schon sehr<br />
breit aufgestellt sind.<br />
Metro: Wir erkennen große Wachstumschancen<br />
in diesem Bereich, auch<br />
durch die Corona Pandemie getrieben,<br />
da unsere Kunden die sichere Warenverfügbarkeit<br />
und Planungssicherheit<br />
brauchen, österreichische Produkte<br />
schätzen und somit auf die regionalen<br />
und „Regionah“ Produkte von Metro<br />
zurückgreifen. Daher bauen wir den<br />
Anteil an regionalen Produkten kontinuierlich<br />
aus. Wir haben aktuell an<br />
12 Standorten insgesamt 2.541 Produkte<br />
von 273 regionalen Lieferanten<br />
oder landwirtschaftlichen Betrieben<br />
unter dem Label „Regionah“ gelistet.
56 C & C<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Zitat Zitat<br />
„Als zunehmend bedeutsame Sparte erweisen<br />
sich Convenience-Produkte. Sie eignen sich<br />
beispielsweise als ,Notfallplan‘ bei Personalmangel<br />
oder Krankenständen in der Küche.“<br />
V.l.: Klaus Mantl, Lorenz Wedl, Tobias Waidhofer (Handelshaus Wedl).<br />
„Mit unserer Strategie der Eurogast Markthallen<br />
konnten wir in der Vergangenheit stagnierende<br />
Abholumsätze aufhalten und diese negative<br />
Entwicklung stoppen.“<br />
Eurogast Geschäftsführer Peter Krug, Mag. (FH) Franz Sinnesberger<br />
und Zitatgeber Mag. (FH) Alexander Kiennast (v. l.).<br />
Die Produkte stammen zu 100 Prozent<br />
aus Österreich und legen bis ins Regal<br />
einen Weg von maximal 100 Kilometern<br />
zurück.<br />
Transgourmet: Wir sehen es als<br />
unsere Aufgabe, <strong>das</strong> Wissen rund um<br />
die Vorzüge heimischer Produkte breit<br />
und intensiv an den Endkonsumenten<br />
und Gastronomen gleichermaßen<br />
zu kommunizieren. Ergo, kommt der<br />
Regionalität quer im Sortiment eine<br />
hohe und stetig wachsende Aufmerksamkeit<br />
zu.<br />
Wedl: Die Nachfrage nach regionalen<br />
Produkten in unseren Märkten<br />
Foto: Handelshaus Wedl<br />
Foto: Eurogast<br />
ist in den letzten Jahren sukzessive<br />
gewachsen. Diesem Kundenwunsch<br />
trägt <strong>das</strong> Handelshaus Wedl Rechnung<br />
und hat sein Angebot diesbezüglich<br />
in allen Bereichen erweitert.<br />
Besonders hervorzuheben ist der<br />
zunehmende Anteil an regionalen<br />
Fleischwaren, aber auch Obst und Gemüse<br />
werden gerade im Frühjahr und<br />
Sommer größtenteils aus heimischem<br />
Anbau bezogen.<br />
Welcher Produktgruppe widmen Sie<br />
im neuen Jahr besondere Aufmerksamkeit,<br />
mit welchem Angebot will<br />
man sich gegenüber den Mittbewerbern<br />
abheben?<br />
Eurogast: Durch die coronabedingte<br />
schlechte Planbarkeit kann man<br />
hier nur sehr vage Antworten geben.<br />
Wir wollen unseren Kunden jedenfalls<br />
noch mehr zur Seite stehen, speziell<br />
in diesen volatilen Zeiten muss<br />
uns der Kunde 24/7 erreichen können<br />
und wir müssen gemeinsam die beste<br />
Lösung für ihn finden, damit er auch<br />
weiterhin eine optimale Wertschöpfung<br />
generieren kann. Ein Thema, <strong>das</strong><br />
wir weiterhin bearbeiten, ist natürlich<br />
die Frische und Convenience-Lösungen,<br />
die der österreichischen Kulinarik<br />
entsprechen und mit denen wir dem<br />
anhaltenden Mitarbeitermangel in der<br />
Branche entgegenwirken können.<br />
KHG-Express: Das Jahr 20<strong>22</strong> steht<br />
im Zeichen unseres 50jährigen Gruppenjubiläums.<br />
Da wir seit 50 Jahren<br />
auf die Marken der Markenartikelindustrie<br />
setzen, feiern wir hier mit unseren<br />
langjährigen Partnern, die uns<br />
seit Anbeginn unterstützend zur Seite<br />
stehen und hier wollen wir gemeinsam<br />
ein starkes Zeichen für 50 Jahre<br />
KHG und die Original-Marken setzen.<br />
Kröswang: Eine bestimmte Produktgruppe<br />
haben wir nicht im Fokus.<br />
Wir richten unseren Blick auf Qualität<br />
und Frische – damit kennen wir uns<br />
am besten aus. Immerhin sind wir der<br />
Frische-Lieferant und nicht der Nischen-Lieferant.<br />
Von Kundenseite erfahren<br />
wir aber neben dem Interesse<br />
an regionalen Frische-Produkten<br />
auch eine gesteigerte Nachfrage nach<br />
frischen, cleveren Convenience-Produkten.<br />
Der Personalmangel zwingt<br />
die Gastronomen zum Umdenken und<br />
zu schauen, wie sie fehlendes Küchenpersonal<br />
ersetzen können. Produkte,<br />
bei denen sehr zeitintensive Arbeitsschritte<br />
wegfallen, liegen deswegen<br />
hoch im Kurs. Wir können hier einige<br />
Alternativen anbieten, die qualitativ<br />
bei den Gästen punkten können und<br />
gleichermaßen ressourcenschonend<br />
in der Zubereitung sind für die Küche.<br />
Metro: Wie oben erwähnt widmen<br />
wir uns weiterhin verstärkt dem Thema<br />
Regionalität und Förderung lokaler<br />
Produzenten. Dieses einzigartige Angebot<br />
macht uns zu einem Top-Partner<br />
für die Gastronomie und Hotelle-
1-2/20<strong>22</strong><br />
C & C 57<br />
Foto: fotogestoeber / Adobe Stock<br />
rie und zum Förderer und Partner in<br />
der Region. In diesem Jahr wollen wir<br />
unsere Zusammenarbeit mit regionalen<br />
Bäckern und Konditoren ausbauen.<br />
Bei Bio-Produkten ist ebenso ein<br />
Ausbau des Sortiments (Bio Produkte<br />
in TK und Backshop) geplant.<br />
Transgourmet: Transgourmet lanciert<br />
die Konzeptmarke „Plant-based“,<br />
unter der vegane und vegetarische<br />
Produkte aus Eigenmarken und<br />
Markenartikeln subsummiert werden.<br />
Neu auch die Linie „Smart Cuisine“:<br />
Durch die Bereitstellung einer maßgeschneiderten<br />
Auswahl an handwerklich<br />
hergestellten Gerichten helfen<br />
wir Gastronomen, <strong>das</strong> Küchen- und<br />
Speisemanagement bei konstant hoher<br />
kulinarischer Qualität effizienter und<br />
stressfreier zu gestalten. Alle Gerichte<br />
der Smart-Cuisine Linie werden mit<br />
besten Zutaten vom steirischen Spitzenkoch<br />
Willi Brunner „on demand“ –<br />
also nach Eingang der Bestellung – für<br />
jeden Kunden frisch zubereitet, zu definierten<br />
Terminen geliefert und können<br />
dann im Betrieb regeneriert und<br />
individuell verfeinert werden. Smart<br />
Cuisine setzt auf die bisher üblichen<br />
Convenience-Angebote klar oben auf<br />
und kann im Transgourmet-Webshop<br />
bestellt werden.<br />
Wedl: Im Vordergrund stehen weiterhin<br />
unsere fünf Wedl Genusswelten:<br />
Obst und Gemüse, Fisch und<br />
Fleisch, Wein, Kaffee und Gourmet.<br />
Als zunehmend bedeutsame Sparte erweisen<br />
sich in Ergänzung dazu unsere<br />
Convenience-Produkte. Sie eignen sich<br />
in vielerlei Hinsicht – beispielsweise<br />
als „Notfallplan“ bei Personalmangel<br />
oder Krankenständen in der Küche.<br />
Ein weiterer bedeutender Bereich<br />
bei Wedl ist <strong>das</strong> italienische Originalsortiment<br />
mit frischer Pasta, Olivenölen<br />
und vielen weiteren Köstlichkeiten<br />
aus Italien. Wir planen eine konstante<br />
Erweiterung unseres Angebots, sowohl<br />
was unsere Eigenmarken als auch<br />
die bei Wedl vertretenen Drittmarken<br />
betrifft. Und beim regionalen Produktportfolio<br />
werden wir in Zukunft noch<br />
breiter aufgestellt sein.<br />
Was erwarten/erhoffen Sie sich vom<br />
Geschäftsjahr 20<strong>22</strong>?<br />
Eurogast: Österreich ist eine Top<br />
Ferien- und Kulinarik Destination, <strong>das</strong><br />
Produkt, <strong>das</strong> wir in unserem Land anbieten<br />
können, ist weiterhin sehr gefragt.<br />
Ich erhoffe mir, <strong>das</strong>s wir ab dem<br />
Frühjahr wiederum eine positive Entwicklung<br />
haben werden und wünsche<br />
mir natürlich einen Sommer wie 2021.<br />
KHG-Express: Wir hoffen, wie jeder<br />
der Branche Handel/Produzent/Gastronomie/Hotellerie/unseren<br />
Kunden<br />
etc. auf <strong>das</strong> Ende der Pandemie und<br />
<strong>das</strong>s wir wieder zu unserer gewohnten<br />
Normalität zurückfinden werden.<br />
Kröswang: Ich denke wir alle wünschen<br />
uns ein Jahr, <strong>das</strong> es allen ermöglicht,<br />
ihre Betriebe offenzuhalten und<br />
die Gäste zu bewirten!<br />
Metro: Dass Geselligkeit nicht<br />
mehr zu den Risiken gehört und <strong>das</strong>s<br />
unsere Hauptkundengruppe Hotels,<br />
Restaurants und Cateringunternehmen<br />
wieder mit der für sie nötigen Planungssicherheit<br />
durchstarten können.<br />
Transgourmet: Das Jahr 20<strong>22</strong> interpretieren<br />
wir – abhängig von der weiteren<br />
Entwicklung der Pandemie – als<br />
Konsolidierungsjahr. Die Lust der Österreicher<br />
auf einen Besuch in der heimischen<br />
Gastronomie und Hotellerie<br />
ist ungebrochen hoch und auch Gäste<br />
aus dem Ausland wollen gerne wieder<br />
ihren Urlaub in Österreich verbringen.<br />
Wedl: Wir blicken optimistisch in<br />
<strong>das</strong> neue Jahr und werden dieses nutzen,<br />
um weiterhin an der Optimierung<br />
unserer eigenen Prozesse und Strukturen<br />
zu arbeiten. Wir beobachten den<br />
weiteren Pandemieverlauf aufmerksam<br />
und erhoffen uns ehestmöglich<br />
einen Schritt in Richtung Normalität<br />
– <strong>das</strong>s sich der Arbeitsmarkt bald stabilisiert<br />
und restriktive Maßnahmen,<br />
Rohstoffverknappung und -preissteigerungen<br />
endlich ein Ende haben.
58 PORTRAIT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Ikarus im<br />
Höhenflug
1-2/20<strong>22</strong><br />
PORTRAIT 59<br />
Viele Köche verderben der Brei? Das dürfte zumindest nicht für <strong>das</strong> Salzburger<br />
Konzept-Restaurant Ikarus samt Executive Chef Martin Klein gelten, die im aktuellen Guide<br />
Gault-Millau mit der fünften Haube in den heimischen Gourmet-Olymp gehoben wurden.<br />
<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Es war angerichtet: Der Disput zwischen<br />
dem damaligen Executive<br />
Chef des Restaurants Ikarus, Roland<br />
Trettl, und Gault-Millau-Herausgeber<br />
Karl Hohenlohe hat lange genug<br />
für Gesprächststoff und Spannung<br />
innerhalb der Szene gesorgt: Man könne<br />
ein Lokal nicht seriös beurteilen, dessen<br />
Konzept sich im Monatsrhythmus<br />
ändert, meinte Hohenlohe und sah sich<br />
anfangs außerstande, dem Ikarus überhaupt<br />
eine Bewertung zu geben. Dieser<br />
sei offensichtlich nicht in der Lage, <strong>das</strong><br />
Konzept überhaupt zu verstehen, ließ<br />
Trettl im Gegenzug dem Gault-Millau-<br />
Chef ausrichten. Und <strong>das</strong> war noch eine<br />
seiner freundlicheren Wortmeldungen.<br />
Doch <strong>das</strong> ist alles Schnee von gestern.<br />
Nicht nur, <strong>das</strong>s Trettl und Hohenlohe<br />
inzwischen schon lange <strong>das</strong> Kriegsbeil<br />
begraben haben, auch der Gault-Millau<br />
hat mittlerweile <strong>das</strong> Restaurant sehr<br />
wohl mit Punkten und Hauben versehen<br />
– und seit heuer darf sich <strong>das</strong> Team um<br />
Trettl-Nachfolger Martin Klein sogar<br />
über die Höchstnote mit fünf Hauben<br />
freuen. „Das war schon eine riesige Sache<br />
für uns. Wir haben so viel Anerkennung<br />
und Wertschätzung bekommen<br />
– deutlich mehr als etwa beim zweiten<br />
Michelin-Stern“, freut sich der gebürtige<br />
Elsässer, der seit 2014 als Executive<br />
Chef für den Ikarus-Erfolg verantwortlich<br />
zeichnet. „Mehr Gäste wird uns<br />
die fünfte Haube wahrscheinlich nicht<br />
bringen, aber wir waren ja vorher auch<br />
schon sehr gut gebucht. Für die Mitarbeiter<br />
ist es aber noch mehr Ansporn<br />
und auch ich kann jetzt beim Team<br />
noch strengere Maßstäbe anlegen. Ein<br />
‚normal guter Mitarbeiter’ ist eben für<br />
ein 5-Hauben-Restaurant nicht gut genug.<br />
Und die Gefahr ist auch geringer<br />
geworden, <strong>das</strong>s ein Mitarbeiter weggeht,<br />
weil er noch weiter hinauf, eben in ein<br />
5-Hauben-Lokal wechseln möchte.“<br />
Martin Klein (m.) und sein Team sind für den Erfolg eines der ungewöhnlichsten<br />
Restaurantkonzepte weltweit verantwortlich.<br />
Fotos: Helge Kirchberger Photography<br />
Gastköche aus aller Welt<br />
Über <strong>das</strong> prinzipielle Ikarus-Konzept<br />
braucht man sich hier nicht weiter auszulassen,<br />
es darf als bekannt vorausgesetzt<br />
werden. Daher nur in aller Kürze:<br />
Jedes Monat wird <strong>das</strong> Menü eines<br />
speziellen Gastkochs angeboten. Dazu<br />
wird dieser von Martin Klein kontaktiert,<br />
er bekommt eine Einladung, in der<br />
<strong>das</strong> Ikarus samt der Idee dahinter vorgestellt<br />
wird. Danach reisen Klein und sein<br />
Team zum Gastkoch, schauen sich alles<br />
an, besprechen <strong>das</strong> Menü und legen<br />
eine Schritt-für-Schritt-Arbeitsmappe<br />
an. Anschließend kommt der Gastkoch<br />
für ein paar Tage nach Salzburg, schult<br />
die Ikarus-Mitarbeiter auf seine Techniken<br />
und Besonderheiten ein und danach<br />
sind Martin Klein, die Küchenchefs Martin<br />
Ebert und Tommy Eder-Dananic sowie<br />
<strong>das</strong> restliche Küchenteam für den<br />
Rest des Monats für die perfekte Ausführung<br />
der Gerichte verantwortlich.<br />
Wohlgemerkt, auch Martin Klein selber<br />
ist nicht nur als Manager aktiv, sondern<br />
steht nach wie vor täglich in der Küche<br />
und „schält notfalls auch noch selbst<br />
die Kartoffeln“, wie er schmunzelnd<br />
anmerkt. „Ich lege immer noch selbst<br />
Hand an, kontrolliere die Menübestellungen,<br />
mache den Pass, oder rühre eine<br />
Sauce an.“ Wer übrigens auch noch jeden<br />
Monatsanfang nach dem Rechten<br />
sieht, ist Eckart Witzigman, der noch<br />
immer als Patron im Ikarus fungiert und<br />
der <strong>das</strong> Konzept mit den Gastköche ja<br />
ursprünglich mit Ikarus-Eigner Dietrich<br />
Mateschitz entwickelt hat. Allerdings<br />
hat Klein bei seinem Werken inzwischen<br />
mehr oder weniger freie Hand,<br />
auch bei der Auswahl der Köche. In <strong>das</strong><br />
Tagesgeschäft mischt sich der „Jahrhundertkoch“<br />
nicht mehr ein.<br />
Weil aber ein Top-Menü, <strong>das</strong> noch<br />
dazu vielleicht vom anderen Ende der<br />
Welt stammt, offensichtlich zu wenig<br />
Herausforderung ist, wird neben dem<br />
Gastmenü jedes Monat auch ein hauseigenes<br />
Ikarus- sowie ein vegetarisches<br />
Menü angeboten. Immerhin, etwa jeder<br />
fünfte Gast greift im Schnitt schon<br />
zur fleischlosen Speisefolge, wie Klein<br />
erklärt. Die Besonderheit: Abgesehen<br />
von der vegetarischen Variante können<br />
die Menüs nur tischweise bestellt wer-
60 PORTRAIT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Der Hangar 7 ist dem Tragflächenprofil eines Flugzeugs nachempfunden.<br />
Foto: Helge Kirchberger Photography<br />
den. „Wir wollen mit unserer hauseigenen<br />
Speisenfolge nicht in Konkurrenz<br />
zum Gastkoch treten. Der eine serviert<br />
Langostinos, der zweite bretonischen<br />
Hummer, der eine Filetsteak, der andere<br />
Wagyu-Beef – <strong>das</strong> ist nicht der Sinn dahinter.<br />
Die Gäste sollen sich auf jeweils<br />
ein Gericht konzentrieren und nicht herumkosten<br />
und vergleichen. Das bringt<br />
sonst auch eine gewisse Unstimmigkeit<br />
auf den Tisch.“ Wobei man schon flexibel<br />
ist und wenn eine Zutat in einem<br />
Gang dem Gast nicht zusagt, ist es natürlich<br />
möglich, stattdessen <strong>das</strong> jeweilige<br />
Gericht des Alternativ-Menüs zu genießen.<br />
Unterschiedliche Menüs seien außerdem<br />
für die Weinbegleitung schwierig.<br />
„Aber am liebsten wäre es uns ohnehin,<br />
wenn die Leute zweimal im Monat<br />
kommen und einmal <strong>das</strong> eine und einmal<br />
<strong>das</strong> andere Menü probieren“, lacht Klein.<br />
(Aktueller Gastkoch im Februar ist übrigens<br />
Yannick Franques vom Pariser Sternerestaurant<br />
„Tour d‘Argent“.)<br />
Die Wörter „Corona“ und<br />
„Planung“ passen nicht<br />
zusammen<br />
Das Lachen vergeht Klein aber schnell<br />
wieder, wenn man <strong>das</strong> Thema „Corona“<br />
anschneidet. Sind Lockdowns und<br />
frühe Sperrstunden schon für klassische<br />
Restaurants eine oft kaum zu<br />
stemmende Herausforderung, wird<br />
die Sache bei einem monatlichen Gastkoch,<br />
der in der Regel aus dem Ausland<br />
kommt und wo eine gewisse Vorlaufzeit<br />
unerlässlich ist, richtig mühsam.<br />
„Planung und Corona sind zwei Worte,<br />
die nicht zusammenpassen“, so Klein.<br />
Zumal ja nicht nur die jeweilige Situation<br />
in Österreich ausschlaggebend sei,<br />
auch Lockdowns oder Einreisesperren<br />
in den jeweiligen Heimatländern der<br />
Gastköche können plötzlich zu unüberwindbaren<br />
Hindernissen werden.<br />
Dazu reist Klein ja nie alleine, sondern<br />
immer mit einer ganzen TV-Crew im<br />
Schlepptau. Schließlich soll ja von jedem<br />
Gastkoch auch ein ausführliches<br />
Fernseh-Portrait im Mateschitz-Sender<br />
Servus-TV gebracht werden. Klein:<br />
„Da kann ich eben nicht mal kurzfristig<br />
den Flug von heute auf übermorgen<br />
umdisponieren. Die warten nicht alle<br />
auf mich.“<br />
Vergleichsweise wenig Probleme hat<br />
Klein indes erstaunlicherweise mit der<br />
aktuellen <strong>22</strong>-Uhr-Sperrstunde: „Die<br />
Gäste wissen <strong>das</strong>, stellen sich darauf<br />
ein und beginnen den Abend entsprechend<br />
früher. Also <strong>22</strong> Uhr ist vielleicht<br />
etwas früh, aber mit 23 Uhr hätte ich gar<br />
keine Probleme. Vielleicht ist <strong>das</strong> sogar<br />
die Zukunft der Gastronomie. Das hätte<br />
für meine Mitarbeiter auch den Vorteil,<br />
<strong>das</strong>s sie beizeiten wieder zu Hause<br />
wären und nicht erst um halb zwei<br />
in der Früh, weil sich ein Gast zum Dessert<br />
noch eine Flasche Wein bestellt<br />
hat. International ist <strong>das</strong> ja auch kein<br />
Thema: Wenn man in New York einen<br />
Tisch reserviert, hat man einen Slot von<br />
maximal drei Stunden, danach warten<br />
schon die nächsten Gäste. Und selbst<br />
wenn man gerade eine Flasche Pétrus<br />
um mehrere tausend Dollar bestellt hat,<br />
kann man die dann nur mehr an der Bar<br />
fertigtrinken.“<br />
<strong>22</strong>5 Euro als Schmerzgrenze<br />
Preislich versucht man im Ikarus die<br />
Schmerzgrenze von <strong>22</strong>5 Euro für – inkl.<br />
aller Küchengrüße und Zwischengänge<br />
– zwölf Gänge nicht zu überschreiten.<br />
Das sei zwar etwas mehr als in der<br />
Vergangenheit, aber kein 5-Hauben-<br />
Zuschlag und auch kein Versuch, den<br />
Gewinn zu erhöhen, sondern einzig<br />
den generell extrem gestiegenen Ein-
1-2/20<strong>22</strong><br />
PORTRAIT 61<br />
Wer im ersten Stock an der Galerie speist, hat freien Blick auf spektakuläre fahrende wie fliegende Exponate im Erdgeschoß.<br />
Foto: Helge Kirchberger Photography<br />
kaufspreisen geschuldet. Querbeet sei<br />
in den letzten Monaten praktisch alles<br />
um durchschnittlich 15 Prozent teurer<br />
geworden. „Die gleiche Gemüsebestellung,<br />
die vor einem Jahr noch 15.000<br />
Euro im Monat gekostet hat, kostet<br />
jetzt 18.000 Euro. Das sind also 3000<br />
Euro monatlich alleine beim Gemüse,<br />
die ich wieder hereinbringen muss<br />
und dann gibt es ja noch ein paar andere<br />
Warengruppen“, klagt Klein. Außerdem<br />
sei man damit im internationalen<br />
Vergleich noch immer äußerst moderat<br />
unterwegs. Vergleichbare Menüs seien<br />
im Ausland kaum unter 300 – 400 Euro<br />
zu haben.<br />
Auch bei der regulären Weinbegleitung<br />
ist man mit rund 180 Euro schon<br />
längst nicht mehr in der Okkasions-<br />
Klasse angesiedelt, aber dafür bekämen<br />
die Gäste auch sehr hochwertige Weine<br />
serviert. Da sind dann eben keine Orangeweine<br />
um zehn Euro dabei, sondern<br />
da könne eine Flasche im Einkauf auch<br />
schon mal über 100 Euro kosten. Klein:<br />
„Das wissen die Gäste auch, daher bestellen<br />
rund 80 Prozent bei uns auch die<br />
Weinbegleitung zum Menü. Mit dieser<br />
Quote sind wir ziemlich einsame Spitze.“<br />
Affenhirn und Meerschweinchen<br />
In der Regel professionell gestaltet sich<br />
indes die Zusammenarbeit mit den anderen<br />
Größen ihrer Zunft, zum Culture-<br />
Clash kommt es nur selten. Einmal habe<br />
ein Koch aus Macau Affenhirn auf die<br />
Karte setzen wollen, da war die Grenze<br />
natürlich überschritten. „Aber <strong>das</strong> wusste<br />
der auch, <strong>das</strong> war schon als Provokation<br />
gedacht“, erinnert sich Klein. Und<br />
einmal wollte ein peruanischer Koch<br />
sein landestypisches Nationalgericht<br />
vorschlagen: Meerschweinchen. Die<br />
Idee musste leider auch verworfen werden.<br />
„Weniger, weil <strong>das</strong> bei uns niemand<br />
essen würde, aber wo soll ich die Dinger<br />
denn regelmäßig frisch herbekommen?<br />
Ich kann ja schlecht jeden zweiten<br />
Tag in die Tierhandlung gehen und<br />
20 Meerschweinchen kaufen“, lacht der<br />
45-jährige Spitzenkoch. Dass sich irgendein<br />
Kollege vielleicht mal als Diva<br />
erweist, könne schon vorkommen, aber<br />
da müsse man eben durch. Das sei Part<br />
of the Game. Aber generell würde man<br />
schon auf Augenhöhe kommunizieren<br />
und wenn Klein <strong>das</strong> Gefühl hat, <strong>das</strong>s<br />
ein Gericht beim heimischen Publikum<br />
vermutlich keinen großen Andrang fände,<br />
dann kommuniziert er <strong>das</strong> auch und<br />
dann wird der Tipp meist auch dankbar<br />
angenommen. So wie es überhaupt auch<br />
zu Kleins Aufgaben gehört, ein potentielles<br />
Gastmenü auf generelle Machbarkeit,<br />
Produktverfügbarkeit und letztlich<br />
auch Finanzierbarkeit abzuchecken.<br />
Und apropos Finanzierbarkeit: Gerade<br />
in Zeiten wie diesen ist es sicherlich<br />
kein Fehler, wenn hinter der Idee<br />
jemand wie Dietrich Mateschitz steht,<br />
der auch in Lockdown-Zeiten alle Mitarbeiter<br />
weiterhin voll bezahlt hat, der<br />
im letzten Jahr sogar allen jungen Kollegen<br />
eine Gehaltserhöhung spendiert<br />
hat und der so die Motivation bei allen<br />
aufrecht erhalten hat. Groß Geld<br />
mit dem Restaurant zu verdienen, sei<br />
ohnehin nie geplant gewesen, erklärt<br />
Klein. „Wenn die Kollegen und vor allem<br />
die Gäste anerkennen, was hier in<br />
Salzburg passiert, wie einzigartig dieses<br />
Konzept ist, wenn der Gast nach<br />
Hause geht und einen außergewöhnlichen<br />
Abend hatte und wenn auch der<br />
Mitarbeiter hier eine besondere Zeit<br />
erlebt, dann haben wir alles richtig gemacht<br />
und dann färbt <strong>das</strong> auch positiv<br />
auf Dietrich Mateschitz und die Marke<br />
Red Bull ab“, meint Martin Klein abschließend.
Seite 62 bis Seite 75<br />
Cold Drinks<br />
Bier<br />
Es wird in Österreich <strong>das</strong><br />
ganze Jahr über genossen,<br />
macht mehr als die Hälfte<br />
des hierzulande gebrauten<br />
Bieres aus und hat deshalb so<br />
gut wie immer Saison – die<br />
Rede ist vom Märzenbier. Alle<br />
Neuerungen und Wissenswertes<br />
rund um den Märzengenuss<br />
werden hier thematisiert.<br />
<br />
Seite 64<br />
Spirituosen<br />
Dass Cognac kein verstaubtes<br />
Altherrengetränk ist, <strong>das</strong><br />
wird auf folgenden Seiten<br />
gezeigt. Das hochprozentige<br />
Getränk befindet sich im<br />
Umbruch – vergisst dabei<br />
aber auf seine langjährige<br />
Tradition nicht. Wie kam es<br />
zum Imagewandel des totgesagten<br />
Cognacs?<br />
Seite 70<br />
Fruchtsäfte<br />
Voller Vitamine treffen<br />
Fruchtsäfte den Gesundheits-<br />
und Frühstückstrend.<br />
Wenn diese dann noch<br />
vegan sind, finden sich unzählige<br />
begeisterte Safttrinker.<br />
Die flüssigen Fruchterfrischungen<br />
begeistern in<br />
einer großen Sortenvielfalt:<br />
vom klassischen Apfelsaft<br />
bis hin zu Birne und Karotte.<br />
Seite 72
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELLES 63<br />
Alkoholfrei ist weiterhin in<br />
Es ist schon Brauch geworden, <strong>das</strong>s zu<br />
Beginn des Jahres der Verzicht auf Alkohol<br />
zum guten Ton gehört. Was mit<br />
dem „Dry January“ beginnt, wird immer<br />
öfter auch verlängert und so der Gesundheit<br />
etwas Gutes getan. Mit neuen<br />
Drink-Rezepten kann man dann auch<br />
ganz einfach alkoholfreie Drinks genießen,<br />
ohne auf guten Geschmack verzichten<br />
zu müssen. Dazu hat sich Fever-<br />
Tree mit Lyre`s und Ceder’s – Hersteller<br />
von alkoholfreien Spirituosen – zusammengetan.<br />
Dem gewohnten After-Work<br />
Gin Tonic oder dem würzig-scharfen<br />
Drink Freitag abends steht damit nichts<br />
mehr im Weg – auch wenn es alkoholfrei<br />
sein soll. Ein Beispiel für guten, alkoholfreien<br />
Genuss ist der „Driver ‘s Choice“,<br />
eine alkoholfreie Version des Klassikers<br />
Gin Tonic. Dafür wird ein Glas mit<br />
Eiswürfeln und 1/3 Ceder’s Gin gefüllt,<br />
dazu kommen dann noch 2/3 Fever-Tree<br />
Foto: Metaxa<br />
Premium Indian Tonic Water und zum<br />
Schluss wird mit einer Limettenscheibe<br />
garniert.<br />
www.fever-tree-com<br />
Ewiger Genuss<br />
Die 5- oder 7-Stern-Varianten kennt<br />
jeder aus dem Griechenlandurlaub.<br />
Aber Metaxa bietet auch Qualitäten an,<br />
die abseits der Tavernen ausgeschenkt<br />
werden. Etwa Metaxa Aen Three Generations.<br />
Diese Spirituose wird aus<br />
Muskatellerwein von Samos und alten<br />
Weindestillaten, die über Jahrzehnte<br />
gelagert wurden, hergestellt. Der Duft<br />
erinnert an Blumen und Geißblatt, Bergamotte,<br />
Muskatnuss und Lakritze.<br />
Beim Trinken schmeckt man Brombeere,<br />
Pflaume, Feige, dazu Schokoladeund<br />
Toffeenoten, begleitet von einem<br />
langen, intensiven Abgang. Eine Luxusspirituose<br />
für Genießer und Kenner.<br />
Metaxa Aen Three Generations ist<br />
die dritte „Aen“-Veröffentlichung. Sie<br />
wurde so benannt, um die drei wesentlichen<br />
Faktoren hervorzuheben: Erbe,<br />
Terroir und Handwerkskunst, welche<br />
in jedem Tropfen enthalten sind. „Aen“<br />
ist dabei <strong>das</strong> altgriechische Wort für<br />
„ewig“.<br />
www.metaxa.com, www.topspirit.at<br />
Foto: Fever-Tree<br />
Fünf Mal DLG-<br />
Gold für Stiegl<br />
Das neue Jahr beginnt für die<br />
Salzburger Privatbrauerei Stiegl<br />
sehr erfreulich: So darf man sich<br />
auch heuer wieder über fünf Goldmedaillen<br />
bei der jährlich stattfindenden<br />
Qualitätsprüfung für<br />
Lebensmittel und Getränke der<br />
Deutschen Landwirtschaft (DLG)<br />
freuen. Ganz oben am Siegertreppchen<br />
nahmen wieder die Klassiker<br />
„Stiegl-Goldbräu“, „Stiegl-Hell“,<br />
„Stiegl-Pils“ und „Stiegl-Paracelsus<br />
Bio-Zwickl“ Platz sowie – heuer<br />
zum ersten Mal – <strong>das</strong> „Stiegl 0,0%<br />
Zitrone“, welches im Vorjahr neu<br />
am Markt präsentiert wurde.<br />
Jährlich testet die DLG mit einer<br />
Expertenjury hunderte Biere<br />
aus Deutschland und zahlreichen<br />
weiteren Nationen. Bewertet wird<br />
nach Kriterien wie Reinheit des<br />
Geschmacks, Qualität der Bittere,<br />
Vollmundigkeit, Frische und Geschmacksstabilität.<br />
www.stiegl.at<br />
Foto: Stiegl
64 BIER<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Das Land der Märzenbiere<br />
Zumindest hierzulande hat <strong>das</strong><br />
Märzenbier <strong>das</strong> ganze Jahr über<br />
Saison. Mit einem Marktanteil von<br />
über 64 Prozent trifft <strong>das</strong> klassische<br />
Helle offenbar den Geschmack des<br />
Durchschnittsösterreichers sehr gut.<br />
<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Foto: nata_vkusidey / Adobe Stock
1-2/20<strong>22</strong><br />
BIER 65<br />
Foto: Brau Union<br />
Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl hat neben seinem Klassiker „Goldbräu“<br />
seit kurzem mit dem „Stiegl hell“ noch ein weiteres Märzenbier im Angebot.<br />
Foto: Neumayr_Christian Leopold<br />
Allen Tendenzen zur Angebotsvielfalt<br />
zum Trotz: Wer in den allermeisten<br />
Lokalen „ein Krügel/<br />
Seidel“ verlangt, bekommt genau<br />
<strong>das</strong>: ein Glas Lager- bzw. Märzenbier<br />
und <strong>das</strong> funktioniert meist sogar in<br />
Lokalen mit besonders großer Bierauswahl,<br />
denn diesen Biertypus hat hierzulande<br />
wirklich jeder am Zapfhahn hängen.<br />
Kein Wunder: Österreich ist <strong>das</strong><br />
Land der Märzen-Trinker! An die zwei<br />
Drittel beträgt bei uns der Marktanteil<br />
dieses hellen Biertypus’, Tendenz leicht<br />
steigend. (Zum Vergleich: In Bayern<br />
etwa ist Weizenbier die Nr. 1, in Norddeutschland<br />
<strong>das</strong> Pils, wenn auch jeweils<br />
nicht annähernd so dominierend wie bei<br />
uns <strong>das</strong> Märzen.)<br />
Zumindest in Österreich meint<br />
man mit der Bezeichnung „Lagerbier“<br />
oder „Märzenbier“ den gleichen Biertyp,<br />
nämlich <strong>das</strong> landestypische, hellgelbe<br />
untergärige Vollbier. Es hat mind.<br />
11° Stammwürze, meist um die 5 Vol.%<br />
Alkohol, ist ausgewogen malzig und<br />
mild hopfenbitter. Es wird im Glasbecher,<br />
Seidel/Krügel oder Tonkrug serviert.<br />
Die Farbe ist in der Regel goldgelb<br />
und die Nase meist malzig bis nussig<br />
mit eher verhaltenen Hopfenaromen.<br />
Am Gaumen sind die Biere sehr entgegenkommend<br />
und leicht trinkbar. Im<br />
Geschmack dominieren Getreide- und<br />
Brotaromen. Ein Biertypus, der perfekt<br />
zu allen klassischen „Biergerichten“ wie<br />
Schnitzel, Schweinsbraten, Gulasch &<br />
Co. passt und von dem man im Laufe<br />
eines Abends auch schon mal <strong>das</strong> eine<br />
oder andere Glas mehr trinken kann,<br />
ohne <strong>das</strong>s es die Geschmacksnerven<br />
überfordert. Probieren Sie <strong>das</strong> mal bei einem<br />
IPA... (Es hat schon seinen Grund,<br />
warum die Bayern praktisch ausschließlich<br />
ein untergäriges Helles im Maßkrug<br />
ausschenken und nicht etwa ein Weizen<br />
oder ein Pils.)<br />
Ein Österreicher als Pionier<br />
Aber woher kommt die Bezeichnung eigentlich?<br />
Als Pionier des Lagerbiers gilt<br />
Anton Dreher sen., der diesen untergärigen,<br />
hellen Biertyp im Jahr 1841 in seiner<br />
Schwechater Brauerei entwickelte. Untergärig<br />
brauten damals zwar auch andere.<br />
Dreher schuf aber durch eine besondere<br />
Behandlung des Malzes, dank<br />
seiner Kühlmethoden zur Gewährleistung<br />
einer kalten Gärung und längeren<br />
Lagerung in seinen Kellern einen völlig<br />
neuer Biertyp, <strong>das</strong> als „Wiener Lager“ bekannt<br />
wurde. Und dieses Bier fand bald<br />
so reißenden Absatz, <strong>das</strong>s die Brauerei<br />
Schwechat im Laufe der 1860er-Jahre<br />
zur größten des europäischen Festlandes<br />
wurde. Seit 1978 übrigens gehört die<br />
Schwechater Brauerei zur Österreichischen<br />
Brau AG, die 20 Jahre später mit<br />
der Steirerbrau zur heutigen Brau Union<br />
Österreich fusionierte. Und seit 2016<br />
wird dort unter dem Namen „Wiener Lager“<br />
auch wieder eine Neuinterpretation<br />
des damals von Anton Dreher sen. kreierten<br />
Bierstils gebraut.<br />
Generell stand man allerdings bis<br />
zur Erfindung der Kältemaschine vor<br />
dem Problem, <strong>das</strong>s untergärige Biersorten<br />
eher kühle Temperaturen (etwa<br />
vier bis neun Grad) benötigen, damit die<br />
Hefe gut arbeiten kann. Temperaturen,<br />
die von Natur aus damals üblicherweise<br />
<strong>das</strong> letzte Mal eben im März vorka-
66 BIER<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Foto: lordn / Adobe Stock<br />
men. Dann wurde ein letzter Sud etwas<br />
kräftiger eingebraut, um ihn – in tiefen<br />
Kellern gelagert und mit Natureis von<br />
nahegelegenen Gewässern gekühlt –<br />
bis zum Beginn der nächsten Brausaison<br />
im Herbst vorrätig und genießbar zu<br />
halten. Daher eben der Ausdruck „Märzen-<br />
oder Lagerbier“.<br />
Neues Produkt im Frühling<br />
Der Bedeutung von Märzenbieren am<br />
heimischen Markt ist sich wenig erstaunlich<br />
auch Marktführer Brau Union<br />
bewusst. Laut dem im eigenen Haus herausgegebenen<br />
Bierkulturbericht trinken<br />
„sechs von zehn Österreichern am liebsten<br />
ein Märzen, Beliebtheit sowie Absatz<br />
sind seit Jahren steigend.“ Zu den beliebtesten<br />
Fassbiersorten in der Gastronomie<br />
zählen bei der Brau Union laut eigenen<br />
Angaben Premiumbiere wie Gösser<br />
Gold, Puntigamer Panther oder Zipfer<br />
Urtyp. Absolute Nr.1 sowohl in der Gastronomie<br />
wie auch im Lebensmittelhandel<br />
sei aber <strong>das</strong> Puntigamer. Wobei man<br />
bei der Heineken-Tochter schon jetzt<br />
Lust auf mehr macht: Noch für den Frühling<br />
wurde nämlich im Bereich der Lagerbiere<br />
eine Innovation angekündigt, ein<br />
Biertyp, der mit seiner guten und leichten<br />
Trinkbarkeit dem Konsumverhalten<br />
der Zeit entsprechen soll.<br />
Bei Stiegl hat man schon vor längerem<br />
erkannt, <strong>das</strong>s ein Märzen im Portfolio<br />
gut, ein zweites aber noch besser<br />
ist und so wurde dem Klassiker „Goldbräu“<br />
2020 <strong>das</strong> etwas leichtere „Stiegl<br />
Hell“ (nur 4,5 vol.% Alkohol) zur Seite<br />
gestellt. Damit hat es Stiegl geschafft,<br />
neue und jüngere Freunde des Gerstensaftes<br />
anzusprechen und insgesamt<br />
mehr Umsatz zu generieren, anstatt<br />
bloß einen Kannibalisierungseffekt<br />
zwischen den beiden Bieren auszulösen.<br />
Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl:<br />
„Unser Stiegl-Hell entwickelt sich<br />
auch im zweiten Jahr ausgezeichnet und<br />
ist mittlerweile im Stiegl-internen Ranking<br />
auf Nummer 2 vorgerückt. Unangefochten<br />
auf Platz 1 liegt natürlich unser<br />
Märzenbierklassiker, <strong>das</strong> Stiegl-Goldbräu.<br />
Das sich <strong>das</strong> Stiegl-Hell im zweiten<br />
Jahr seit der Einführung so prächtig<br />
als leichtere Alternative unseres Klassikers<br />
entwickelt, freut uns natürlich besonders.<br />
Zusammen machen Goldbräu<br />
und Hell etwa 80 Prozent unseres Ausstoßes<br />
aus.“ Goldbräu und Hell sind dabei<br />
klarerweise bei Stiegl die stärksten<br />
Sorten in der Gastronomie.<br />
Steigende Konkurrenz<br />
aus Deutschland<br />
„Österreich ist und bleibt <strong>das</strong> Land der<br />
Märzenbier-Trinker“, weiß man auch bei<br />
Transgourmet. Die Konsumenten seien<br />
markentreu und bevorzugten Biere aus<br />
der jeweiligen Region. Tapfer und unermüdlich<br />
– wie Transgourmet-Experte<br />
Johann Lettner weiß – würden zwar<br />
Mikro-Brauereien ihre Position behaupten,<br />
aber Märzenbier bleibe der Mengentreiber.<br />
„Neu und auffällig ist, <strong>das</strong>s viele<br />
deutsche Brauereien – auch abseits<br />
der Weißbiere – mit ihren Schank- und<br />
Lagerbieren neuerdings Einzug in Österreich<br />
halten. Marken wie Tegernseer,<br />
Augustiner, Paulaner finden bei den<br />
Gastronomen großen Anklang. Das war<br />
vor einigen Jahren noch nahezu unvorstellbar“,<br />
so Lettner.
1-2/20<strong>22</strong><br />
BIER 67<br />
Auch in Bayreuth braut man<br />
ein ehrliches Helles<br />
Bayreuther Hell hat seine Wurzeln in<br />
der Bayreuther Bierbrauerei AG, die<br />
mit ihrer historischen Marke Bayreuther<br />
Brauhaus seit über 150 Jahren traditionelles,<br />
bayerisches Brauhandwerk<br />
pflegt. Der frisch-würzige Geschmack ist<br />
typisch für die traditionelle Bierspezialität.<br />
Bayreuther Hell bekommt durch die<br />
Balance aus hellen Gerstenmalzen und<br />
einer dezenten Hopfennote seinen unverkennbaren<br />
Charakter. Im Glas strahlt<br />
es golden mit einer stattlichen Schaumkrone.<br />
Die Nase umspielen frische, florale<br />
Noten mit etwas Honig und Zitrone.<br />
Im Mund zeigt sich ein leichtes, würziges<br />
Stolz über die prestigeträchtige<br />
Auszeichnung zeigt sich Gabriela Maria<br />
Straka, Director Corporate Affairs und<br />
CSR der Brau Union Österreich.<br />
Foto: Brau Union Österreich / VOGUS<br />
und süffiges Bier mit feiner Spritzigkeit,<br />
dazu Noten von Honig, Karamell und blumigen<br />
Hopfennoten mit einem Hauch<br />
von Getreide.<br />
www.bayreuther-brauhaus.de<br />
Foto: Bayreuther Bierbrauerei AG<br />
Das edel<br />
Gereifte aus<br />
dem Zillertal<br />
Märzen ist der beliebteste Bierstil<br />
in Österreich. Das Zillertal<br />
Märzen ist ein typischer Vertreter<br />
dieses Bierstils, der sich trotzdem<br />
durch seinen eigenständigen Charakter<br />
abhebt. Verantwortlich dafür<br />
ist die Balance aus Malz- und<br />
Hopfenaromatik, die in Verbindung<br />
mit der schönen Abrundung<br />
durch die kalten, langen Gär- und<br />
Lagerzeiten bei jedem Schluck<br />
Lust auf den nächsten machen<br />
soll. In der Nase findet man ein<br />
frisches Aroma nach Malznoten<br />
und Blütenhonig, der Geschmack<br />
bringt einen ausgewogenen Körper,<br />
süffig, mit verhaltener Bittere.<br />
Ein unkompliziertes und süffiges<br />
Märzen, aus 100% österreichischen<br />
Zutaten mit 5,1% vol. Alkohol<br />
und 12,1° Stammwürze.<br />
www.zillertal-bier.at<br />
Designaward für Bierkulturbericht<br />
der Brau Union<br />
Seit 2009 präsentiert die Kommunikationsabteilung<br />
der Brau Union Österreich<br />
jährlich eine Bestandsaufnahme<br />
der heimischen Bierkultur: den Bierkulturbericht.<br />
Ziel ist es, Trends und Entwicklungen<br />
im Konsumverhalten zu erkennen,<br />
sowie die Bierkultur in und für<br />
Österreich nachhaltig zu verbessern,<br />
um Österreich zum Land mit der besten<br />
Bierkultur Europas zu machen. Der<br />
A’Design Award & Competition ist der<br />
größte internationale Designwettbewerb<br />
und eine renommierte Auszeichnung<br />
für Produkte und Projekte, die in<br />
Design, besonderer Technologie und<br />
Kreativität herausragend sind. Der Bierkulturbericht<br />
2020 der Brau Union Österreich<br />
hat die Jury überzeugt und trägt<br />
nun den Bronze A’Design Award, eines<br />
der renommiertesten internationalen<br />
Labels und <strong>das</strong> Symbol der Exzellenz in<br />
Design.<br />
Foto: Zillertal Bier
68 BIER<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Conrad Seidls<br />
Bierwelt<br />
Unser täglich Bier<br />
Kürzlich konnte ich mich mit<br />
einem erfahrenen Braumeister<br />
auf ein Bier zusammensetzen.<br />
Es war ein sehr süffiges<br />
Bier einer großen Marke – er<br />
braut es seit Jahrzehnten, ich<br />
kenne es seit meiner Jugend.<br />
Aber in der Erinnerung hat es<br />
seinerzeit doch ganz anders<br />
geschmeckt. Knackiger, nussiger.<br />
Deutlich herber – aber<br />
nicht weniger vollmundig.<br />
In den Erinnerungen kramt<br />
man den einen oder anderen<br />
Geschmackseindruck hervor,<br />
den man so schon länger<br />
nicht mehr hatte. Pure Nostalgie,<br />
Verklärung einer guten<br />
alten Zeit? Nein, nicht ganz:<br />
Tatsächlich kommen nicht<br />
nur alle paar Wochen neue<br />
Biere auf den Markt. Auch<br />
unser tägliches Bier, also die<br />
weit verbreiteten österreichischen<br />
Märzenbiere, ändert<br />
sich laufend. Denn von Jahr<br />
zu Jahr ändern sich die Anbaubedingungen<br />
für Gerste<br />
und Hopfen – würde etwa<br />
unser Malz immer noch aus<br />
der seinerzeit gängigen Sorte<br />
Steffi gebraut, hätten weder<br />
die Bauern noch die Brauer<br />
Freude damit. Sie passen sich<br />
an; die einen an den Klimawandel,<br />
die anderen an die<br />
Konsumentenerwartungen.<br />
Und: Das Bier wird anders,<br />
aber es bleibt gut und süffig.<br />
Conrad Seidl<br />
Ihr „Bierpapst“<br />
Conrad.Seidl@gmx.at<br />
Foto: Medianet-Hartl<br />
Österreichs Bierklassiker<br />
Das Märzen ist die Biersorte der Österreicher<br />
schlechthin. Laut aktuellem<br />
Bierkulturbericht trinken sechs<br />
von 10 österreichischen Biertrinkern<br />
am liebsten ein Märzen, Beliebtheit sowie<br />
Absatz sind seit Jahren steigend.<br />
Daher finden sich Märzenbiere im gesamten<br />
Markenportfolio der Brau Union<br />
Österreich. Auch über ein Drittel der<br />
Österreicher spricht dem Lagerbier zu<br />
– ein Bierstil, der seit Jahren an Beliebtheit<br />
gewinnt und ebenfalls im Sortiment<br />
gut vertreten ist, sowohl bei den internationalen<br />
Premium-Brands wie Heineken,<br />
Desperados und Sol als auch,<br />
besonders beliebt, aus der Schwechater<br />
Brauerei. Das geht aus dem aktuellen<br />
Bierkulturbericht hervor, der jährlich<br />
von der Kommunikationsabteilung der<br />
Brau Union Österreich herausgegeben<br />
wird, um Entwicklungen und Trends in<br />
der österreichischen Bierkultur auf den<br />
Grund zu gehen. Den gesamten Bierkulturbericht<br />
2021 sowie die Bierkulturberichte<br />
aus den Vorjahren gibt es online<br />
auf der Webseite der Brau Union zum<br />
Download.<br />
www.brauunion.at<br />
Naturbelassener Biergenuss<br />
Wie bei allen Hirter Bierspezialitäten<br />
stammt <strong>das</strong> weiche Bergquellwasser<br />
für <strong>das</strong> Hirter Märzen aus den „Hanslbauerquellen“<br />
im Wasserschutzgebiet direkt<br />
gegenüber der Brauerei. Ein Teil der Braugerste<br />
dieser meisterhaft gebrauten Spezialität<br />
stammt aus dem Krappfeld, unmittelbar<br />
vor den Toren der Brauerei Hirt.<br />
Das Bier ist gentechnikfrei, nicht pasteurisiert<br />
und somit völlig naturbelassen. Die<br />
Bittere ist, durch Verwendung von reinstem<br />
Aromahopfen, nicht vordergründig<br />
ausgeprägt. Durch seine lange Lagerzeit<br />
ist <strong>das</strong> Hirter Märzen vollkommen natürlich<br />
gereift. Das Getränk präsentiert sich<br />
dem Biergenießer besonders mild in der<br />
Kohlensäure, aber prägnant im Extrakt.<br />
Durch den hohen Vergärungsgrad ergibt<br />
sich ein leichter, aber doch vollmundiger<br />
Antrunk und ein ausgereifter, runder und<br />
geschmeidiger Abgang.<br />
www.hirterbier.at<br />
Foto: Brau Union<br />
Foto: Hirter
1-2/20<strong>22</strong><br />
BIER 69<br />
Unabhängige Privatbrauereien<br />
Mit Beginn des Jahres 20<strong>22</strong> tragen<br />
bereits 30 österreichische Brauereien<br />
<strong>das</strong> Siegel „Österreichische Privatbrauereien<br />
– 100 Prozent unabhängig“.<br />
Unter ihnen befinden sich auch<br />
Baumgartner und Kapsreiter Bier. Das<br />
Herkunftssiegel zeichnet Biere aus, die<br />
ausschließlich von österreichischen<br />
Privatbrauereien stammen und daher<br />
ohne Rücksicht auf globale Markenstrategien<br />
ihre regionale und individuellen<br />
Brautraditionen pflegen. Wer diesem<br />
Siegel folgt, kauft von vollständig<br />
unabhängigen österreichischen Privatbrauereien<br />
– der Griff ins Bierregal<br />
wird somit zur Haltungsfrage der Konsumenten.<br />
Die Initiative wurde im September<br />
2021 gestartet, zunächst standen<br />
10 Privatbrauereien hinter der Idee.<br />
Ihr erklärtes Ziel ist es, Transparenz für<br />
Die Zutaten für <strong>das</strong> Seisenegger Wiener<br />
Lager sind die österreichischen<br />
Produkte Hopfen, Malz, Gerste und kristallklares<br />
Wasser. Für <strong>das</strong> Biererlebnis<br />
schlechthin sorgt ein malzsüßer Geschmack,<br />
der in eine schokoladig-sanfte<br />
Bitternis übergeht. Als Geburtsort für<br />
<strong>das</strong> Seisenegger Bier gilt Schloss Seisenegg<br />
im niederösterreichischen Viehdorf,<br />
wo Maximilian Mautner Markhof<br />
eine kleine Schlossbrauerei betreibt<br />
und Freunde des Hauses mit eigenem<br />
Bier bewirtet. Die Idee, ein Wiener Lager<br />
in Premiumqualität zu produzieren,<br />
kam auf. „Unser klares Ziel von Beginn<br />
an war, ein Bier auf den Markt zu bringen,<br />
<strong>das</strong> man aus dem Champagnerglas<br />
trinkt“, sind sich Matthäus Mautner<br />
Markhof und Natanel Gottlieb,<br />
beide Geschäftsführende Gesellschafter<br />
der SBV Seisenegger Bier Vertriebs<br />
GmbH, einig. Mit dem Wissen von Vize-Weltmeister<br />
der Bier-Sommeliers<br />
Felix Schiffner entstand <strong>das</strong> Seisenegger<br />
Wiener Lager. Gebraut und abgefüllt<br />
wird in Oberösterreich, in der Grieskirchner<br />
Brauerei, die ebenfalls auf eine<br />
lange Tradition verweisen kann. Von<br />
die Biergenießer zu schaffen, damit diese<br />
bewusst und informiert entscheiden<br />
können, ob sie zu einem regionalen und<br />
heimischen Bier einer österreichischen<br />
Brauerei greifen wollen.<br />
www.kapso.at<br />
Lager für’s Champagnerglas<br />
dort aus wollen Matthäus Mautner<br />
Markhof und Natanel Gottlieb zunächst<br />
die Wiener Top-Gastronomie erobern,<br />
bevor sie in Österreich weiter expandieren<br />
und die Bierliebhaber in den Gourmet-Metropolen<br />
von ihrem Bier überzeugen.<br />
www.seisenegger.at<br />
Foto: Kapsreiter<br />
Foto: Seisenegger<br />
Foto: Mohren<br />
Ein Genuss für<br />
Zwischendurch<br />
Der leuchtend goldene Glanz,<br />
<strong>das</strong> frische Hopfenaroma und<br />
die feine Malznote: Mohren Helles<br />
ist mit 11,5 Prozent Stammwürze<br />
und einem Alkoholgehalt von 5,1<br />
Volumenprozent ein ideales Bier<br />
für viele Gelegenheiten – ob spontan<br />
zum Feierabend oder an einem<br />
heißen Sommernachmittag. Das<br />
Helle hat bei der Mohrenbrauerei<br />
eine fast vergessene Tradition. Im<br />
Zuge der Entwicklung stießen die<br />
Bierexperten auf eine Rezeptur des<br />
damaligen Braumeister Hans Riggemann<br />
aus dem Jahre 1934. „Das<br />
Helle ist eine richtige Wiederentdeckung<br />
und ein zeitloser Klassiker.<br />
Am Rezept hat sich bis heute<br />
nichts geändert“, so Braumeister<br />
Freitag. Die Bierspezialität ist ab<br />
sofort in der 0,5-Liter-Mehrwegflasche<br />
im 6er-Träger sowie in der<br />
Kiste erhältlich. Die Markteinführung<br />
in der Gastronomie und im<br />
Lebensmittelhandel erfolgte im<br />
Dezember.<br />
www.mohrenbrauerei.at
70 SPIRITUOSEN<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Cognac im<br />
Umbruch<br />
Foto: Art_man / Adobe Stock<br />
Zoran Djurovic von der First American<br />
Bar in Wien sieht Cognac langsam wieder<br />
im Aufwind.<br />
Foto: First American Bar
1-2/20<strong>22</strong><br />
SPIRITUOSEN 71<br />
Der französische Luxus-Weinbrand ist gerade dabei, sich neu zu erfinden und vom<br />
Altherren-Schlummertrunk zum Party-Getränk zu werden – speziell etwa für junge schwarze<br />
Konsumenten in den USA.<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Das Klischee könnte älter nicht<br />
sein: Ein paar Herren im fortgeschrittenen<br />
Alter sitzen im Smoking<br />
am offenen Kamin, rauchen<br />
Zigarren und trinken alten Cognac aus<br />
riesigen Schwenkern. Das Problem dabei:<br />
Die Szene befindet sich gerade im<br />
Umbruch, nur die Bilder in den Köpfen<br />
vieler Konsumenten sind noch immer<br />
die gleichen geblieben.<br />
Prinzipiell ist Cognac ein Weinbrand,<br />
der aus einem genau definierten Gebiet<br />
im Westen Frankreichs stammt. Die<br />
Holländer kamen ab dem 16. Jahrhundert<br />
hierher, um die berühmten Weine<br />
der Region in andere Länder zu verschiffen,<br />
doch war der lange Seeweg für die<br />
Qualität der damaligen Weine nicht unbedingt<br />
förderlich. Sie zu brennen, ein<br />
sogenanntes „Eau-de-vie“ herzustellen<br />
(dem die Konsumenten anfangs noch<br />
Wasser vor dem Genuss hinzufügten),<br />
bot sich als Lösung an. Das Produkt<br />
wurde als „Brandwijn“ bekannt und fand<br />
im Jahr 1678 in der London Gazette <strong>das</strong><br />
erste Mal als Begriff „Cogniacke Brandy“<br />
Erwähnung. Der Cognac war geboren,<br />
neben Whisky, Vodka, Rum oder<br />
Gin bis heute einer der großen Klassiker<br />
der Spirituosenkultur – leider mit<br />
dem Nachteil, seit inzwischen schon<br />
mehreren Jahrzehnten auf die Wiedererweckung<br />
aus dem Dornröschenschlaf<br />
zu warten und auch <strong>das</strong> oben angesprochene,<br />
verstaubte Image abzulegen.<br />
Schwarze Rapper sorgen für ein<br />
neues Image<br />
Wie dieses funktionieren könnte, sieht<br />
man etwa in den USA, wo just schwarze<br />
Rapper als Verkünder des neuen Cognac-<br />
Trends fungieren, weiß Weinakademikerin<br />
Ursula Messner: „Die Lieder ‚Pass the<br />
Courvoisier‘ des Rappers Busta Rhymes<br />
und ‚Hennessy and Buddha‘ von Snoop<br />
Dog läuteten einen Image-Wandel ein,<br />
der zu einer neuen Zielgruppe von Konsumenten<br />
geführt hat. ‚Yak‘, wie der Cognac<br />
in den Rapsongs besungen wird, hat<br />
sich zum bevorzugten Getränk der afroamerikanischen<br />
Popkultur entwickelt.<br />
Als Alternative zu Bourbon, dem immer<br />
noch <strong>das</strong> Image des Rednecks anhaftet,<br />
also des weißen Unterdrückers, steht Cognac<br />
für den Gleichheitsgedanken der<br />
Französischen Revolution. In den USA<br />
ist Cognac somit hip und sexy. So wird<br />
Cognac heute nicht mehr ausschließlich<br />
als Schlummertrunk, sondern auch<br />
als Partygetränk angeboten, <strong>das</strong> der moderne<br />
Konsument gerne mit ein paar Eiswürfel<br />
versieht.“<br />
Auch im Ursprungsland des Cognacs<br />
weiß man natürlich um die Klischeebilder<br />
in den Köpfen vieler Leute und ist<br />
daher auch hier um ein neues, hipperes<br />
Image bemüht. So veranstaltet etwa<br />
<strong>das</strong> Bureau Nacional Interprofessionel<br />
du Cognac (BNIC) selbst Cocktail-<br />
Wettbewerbe, denn viele der bedeutenden<br />
Bartender der Welt entdecken aktuell<br />
die Cognac-Komponente im Cocktail<br />
neu und werden dabei auch von den Cognac-Herstellern<br />
unterstützt. „Das Haus<br />
Pierre Ferrand kreierte etwa den Cognac<br />
‚Pierre-Ferrand 1840‘, der die Cognac-<br />
Aromatik neu erlebbar machen und sich<br />
besonders gut zum Mixen eignen soll“,<br />
weiß Wein- und Spirituosen-Expertin<br />
Messner, die auch Gastronomen bei der<br />
Erstellung ihrer Wein- oder Barkarte unterstützt<br />
(www.weinbegleitung.com).<br />
„Die Zeiten, in denen Cognac<br />
uninteressant war, sind vorbei“<br />
Wie die Praxis in puncto Cognac in Österreich<br />
aussieht, erklärt etwa Zoran<br />
Djurovic von der First American Bar in<br />
Wien auf <strong>GASTRO</strong>-Anfrage: „Cognac<br />
pur wird immer noch eher vom älteren<br />
Herrn bestellt, wobei Cocktails mit<br />
Cognac von einem sehr bunten Publikum<br />
geordert werden. Die beliebtesten<br />
Cognac-Cocktails bei uns sind ‚Brandy<br />
Sour‘ mit Angostura Bitters, Zitronensaft<br />
& Soda oder ‚Alexander‘, bestehend<br />
aus Cognac, Creme de Cacao<br />
& Schlagobers. Langsam nimmt aber<br />
auch die Nachfrage nach Cognac pur<br />
zu, wir bekommen immer mehr Bestellungen<br />
dazu. Die Zeiten, in denen Cognac<br />
uninteressant war, sind also vorbei.<br />
Wir haben ca. zehn Sorten in der Bar, die<br />
wir pur anbieten. Hier beraten wir gerne,<br />
plaudern mit den Gästen und machen<br />
Lust auf Neues.“<br />
Noch etwas zurückhaltend gibt sich<br />
allerdings Christoph Morandell vom<br />
Wein- und Spirituosen-Importeur Morandell<br />
in Tirol: „Cognac ist im Moment<br />
zumindest bei uns etwas ruhiger. Im Osten,<br />
in Asien oder Russland sieht die Sache<br />
schon wieder anders aus, da wird<br />
Cognac sehr gerne getrunken. Aber in<br />
Österreich sind eher Rum, Whisky und<br />
natürlich Gin aktuell die Renner. Woran<br />
<strong>das</strong> mangelnde Interesse derzeit liegt,<br />
kann ich selbst nicht genau sagen. Vielleicht<br />
setzt sich die Barman-Community<br />
zu wenig mit dem Thema auseinander<br />
– und die sind natürlich sehr wichtige<br />
Einflussfaktoren.“<br />
Preisproblematik<br />
Auch C&C-Händler Transgourmet sieht<br />
aktuell den französischen Luxusweinbrand<br />
in einer schwierigen Position: „Obwohl<br />
es im Bereich Spirituosen kaum ein<br />
weltbekannteres, edleres, unvergleichlicheres,<br />
finessenreicheres Produkt gibt,<br />
erleidet Cognac aktuell seine schlimmste<br />
Talfahrt in der Gastronomie: Zum einen<br />
bedingt durch neue Trends im Trinkverhalten<br />
der Gäste – Gin, Bitters und Whisky<br />
boomen durch vielfältige und einfache<br />
Zubereitung als Mixgetränke –zum<br />
andern wurde Cognac durch Verknappung<br />
am Markt durch andere Produkte<br />
abgetauscht; auch der höhere Preis spielt<br />
hier natürlich eine Rolle. Nun versuchen<br />
einige Erzeuger, durch auffälliges Marketing<br />
die Produkte wieder in den Fokus<br />
zu rücken, dazu gehört beispielsweise der<br />
Genuss auf Eis im Tubler ebenso wie Rezepte<br />
für Mixgetränke mit trendigen alkoholfreien<br />
Fillern“, weiß Getränkeexperte<br />
Johann Lettner von Transgourmet.<br />
Doch diese Bestrebungen seien schwierig<br />
und langwierig. Dazu käme eben der<br />
verhältnismäßig hohe Preis: Besonders<br />
alte – sogenannte XO - Produkte seien<br />
fast unbezahlbar und daher einer sehr<br />
kleinen Zielgruppe vorbehalten.
72 FRUCHTSÄFTE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Flüssige Vitamine<br />
Hirschbirne vom Obsthof Retter, Apfelsaft vom Höllinger und frisch gepresster Orangensaft<br />
vor Ort. Der Saft hat einen neuen Level erreicht, muss einen Zusatznutzen haben und kann es<br />
qualitativ durchaus mit dem Wein aufnehmen. <br />
Von Petra Pachler<br />
Foto: airborne77 / Adobe Stock<br />
Fokussierte sich bis vor kurzem die<br />
Getränkebegleitung auf den Rebensaft,<br />
so rückt zunehmend der<br />
Saft in den Mittelpunkt. Auch bei<br />
ihm wird plötzlich Interesse an seinem<br />
Jahrgang gezeigt und die Herkunftsangabe<br />
ist ohnehin schon ein Must-have.<br />
Säfte boomen aus mehreren Gründen<br />
und <strong>das</strong> nicht nur zu Jahresbeginn, wo<br />
traditionell viele Gäste auf Alkohol verzichten<br />
möchten. Denn Alkoholfreies<br />
symbolisiert ganz generell einen gesunden<br />
Lifestyle.<br />
Kein Frühstück ohne Saft<br />
Orangensaft aus dem Packerl als einziges<br />
Frühstücksgetränk? Das geht schon<br />
lange nicht mehr! Wer in der Hotellerie<br />
ein gutes Frühstück anbieten möchte,<br />
der muss im Saftbereich schon mehr<br />
haben. Oft stellt man selbst Fruchtsäfte<br />
aus dem eigenen Obstbestand her<br />
oder greift auf namhafte Produzenten<br />
zurück. Einer davon ist der Obsthof<br />
Retter, dessen Chef, Werner Retter,<br />
mit einer pharmazeutischen Ausbildung<br />
naturgemäß einen anderen Zugang zum<br />
Saft hat. Seine Säfte sind nicht nur zuckerfrei,<br />
sondern auch Bio - Retter zählt<br />
mit seiner Zählnummer 67 zu den Bio-
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRUCHTSÄFTE 73<br />
Foto: Mohrsederl<br />
Foto: Mohrsederl<br />
Pionieren. Begonnen<br />
hat im Obsthof Retter<br />
alles mit dem Hirschbirnensaft<br />
als regionaltypisches<br />
Obst des<br />
Pöllautals und dem naturtrüben<br />
Apfelsaft.<br />
Beim Frühstück dominieren<br />
Retters Superfood-Säfte.<br />
Groß geworden<br />
über Apotheken,<br />
werden für diese Funktionssäfte, wie<br />
Retter sie nennt, nur vollreife Früchte<br />
verwendet, die mit einem speziell entwickelten<br />
Manufaktur-Verfahren zu Direkt-Säften<br />
hergestellt werden. Mit ihren<br />
sogenannten „Polyphenolen“ zählen<br />
sie als Nahrungsergänzung.<br />
Das Neueste, sowohl beim Frühstück<br />
als auch an der Bar, sind Retters Bio-Elixiere:<br />
Sie werden direkt gepresst, sind<br />
selbstredend ohne Zuckerzusatz und<br />
<strong>das</strong> Konzentrat mit einer Mischung 1:10<br />
wird mit Wasser, Heilwasser oder Mineralwasser<br />
gemischt, was dem Gastronom<br />
Individualität ermöglicht. Verfeinert<br />
mit Zitrusfrüchten oder Honig,<br />
kann der Gastronom sogar eine Eigenkreation<br />
daraus machen. Mit Curcuma<br />
und Ingwer nutzt die Obstmanufaktur<br />
den Gesundheitsfaktor der Bio Pflanzenauszüge<br />
und mit einem Preis von<br />
rund 8,00 Euro im Einkauf ist er für die<br />
Gastronomie ein durchaus interessantes<br />
Produkt. Für kleinere Betriebe ist<br />
der Shot eine Alternative. All diese Säften<br />
haben besondere Eigenschaften und<br />
laut Retter hat die Gastronomie<br />
erkannt, <strong>das</strong>s es bei<br />
den Säften einen Zusatznutzen<br />
geben muss - und<br />
<strong>das</strong> ist vorrangig die Gesundheit.<br />
www.obsthof-retter.com<br />
G’sund muss es<br />
sein!<br />
Mit Höllinger ist ein<br />
weiterer Saftspezialist<br />
oft am Frühstücksbuffet<br />
vertreten. Nach<br />
Angaben des Unternehmens,<br />
wird in der<br />
Gastronomie besonders<br />
<strong>das</strong> steirische Sortiment<br />
gut angenommen. „Wir<br />
bieten den steirischen<br />
Gerhard Höllinger mit seinem Paradeprodukt.<br />
Foto: Foto Fischer<br />
Apfelsaft naturtrüb gespritzt oder pur<br />
in unterschiedlichen Gebindegrößen<br />
an. Der steirische Apfelsaft mit stillem<br />
Wasser ist eine gute Alternative zum<br />
Glas Leitungswasser. Unsere 1 Liter Tetra<br />
Säfte werden ebenfalls gerne von der<br />
Hotellerie nachgefragt. Hier führen wir<br />
ein breites Sortiment an Bio Säften“, so<br />
Gerhard Höllinger, Geschäftsführer und<br />
Gründer von IMS Höllinger GmbH.<br />
Zum Frühstück liegen auch bei Höllinger<br />
die neuen Bio-Shots als Muntermacher<br />
im Trend. Die Sorte Bio Shot<br />
Cell-Care PLUS aus Johannisbeere und<br />
Aronia zum Beispiel enthält Antioxidantien.<br />
Gesundheit steht also auch<br />
hier im Vordergrund. Einfache Rezepturen<br />
ohne Zusatzstoffe zeichnen<br />
<strong>das</strong> Sortiment aus, <strong>das</strong> derzeit in 42<br />
Länder exportiert wird.<br />
www.hoellinger-juice.at<br />
Die Mischungs macht’s!<br />
Im Frühstücksangebot sind<br />
Apfelmischsäfte mit Gemüseanteil,<br />
wie der Apfel-Karottensaft<br />
und der Apfel-Rote<br />
Rübensaft sehr<br />
beliebt, wie <strong>das</strong> Unternehmen<br />
Mohr-Sederl<br />
aus seinen Bestellungen<br />
weiß. Im intensiven<br />
Geschmack der Säfte<br />
kommen die Karotte<br />
bzw. die Rote Rübe<br />
stark zur Geltung.<br />
Foto: Obsthof Retter<br />
Ebenso ein Renner ist der Bio-Marillennektar,<br />
den es ausschließlich in Bio<br />
gibt, während die Säfte sowohl konventionell<br />
als auch in Bio-Qualität erzeugt<br />
werden. Beim Abendessen ist der<br />
naturtrübe Apfelsaft die klassisch beliebte<br />
Speisenbegleitung, den es neben<br />
dem Streuobstapfelsaft auch als sortenreine<br />
Säfte aus Kronprinz und Arlet<br />
Äpfeln gibt. Die Gastro-Partner können<br />
auf verschiedene Gebinde zugreifen, die<br />
von der 0,25 Liter Flasche über die bag<br />
in box in verschiedenen Größen, bis hin<br />
zum schanktauglichen 30 Liter Fass reichen.<br />
www.mohr-sederl.com<br />
Apropos mischen: Frische<br />
Säfte am Frühstücksbuffet<br />
werden gerne von den Gästen<br />
selbst gepresst. Der automatische<br />
Entsafter ist dabei einfachste<br />
Variante: Oben kommen<br />
die Orangen im Ganzen<br />
hinein und unten der fertige<br />
Saft heraus. Aber auch<br />
Saftpressen für Äpfel, Birnen<br />
und Karotten finden<br />
sich immer öfter, damit der<br />
Gast nach Herzenslust mischen<br />
und mixen und auch<br />
<strong>das</strong> Verhältnis selbst bestimmen<br />
kann. Damit er auch gesund<br />
ist, der Saft. Denn: „Gesundheit<br />
ist ein Megatrend“,<br />
wie Werner Retter weiß.<br />
Foto: Mohrsederl
74 FRUCHTSÄFTE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Gesund ins<br />
neue Jahr<br />
Das neue Jahr wird mit allerlei<br />
Vorsätzen begonnen – eine<br />
ausgewogene Ernährung mit mehr<br />
Obst ist meistens einer davon. Um<br />
dieser Nachfrage gerecht zu werden,<br />
hat Rauch Fruchtsäfte eine<br />
ganz neue Linie von „Immun-Säften“<br />
unter der Marke Happy Day<br />
auf den Markt gebracht. Die drei<br />
Sorten „Immun Plus“, „Immun Aktiv“<br />
und „Immun Vital“ enthalten<br />
eine extra Portion Zink, Vitamin<br />
C und Vitamin D. Alle drei tragen<br />
zu einer normalen Funktion des<br />
Immunsystems bei, denn <strong>das</strong> ist<br />
heutzutage wichtiger denn je.<br />
Aber auch im Bereich Frühstück<br />
hat sich einiges getan. Als<br />
Vorreiter hat Rauch zwei klimaneutrale<br />
Fruchtsäfte auf den Markt<br />
gebracht. Die zwei 100 Prozent<br />
Sorten Orange und Orange/Mango/Karotten<br />
sind nicht nur vegan,<br />
sondern durch eine Optimierung<br />
des ökologischen Fußabdrucks<br />
auch CO2 neutral. Die Orangen<br />
stammen aus zertifiziertem Anbau,<br />
der Tetrapak zu 87 Prozent<br />
aus pflanzlichem Ursprung und<br />
der verbleibende Fußabdruck wird<br />
durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.<br />
www.rauch.cc<br />
Foto: Rauch<br />
Foto: Grapos<br />
Wie selbst gepresst<br />
Zusatzstofffreie Bio-Fruchtsäfte sind<br />
bei Gästen mehr gefragt denn je. Als<br />
Ausschank im offenen Glas oder in der<br />
Karaffe umso mehr. Der Postmix-Spezialist<br />
Grapos bietet Säfte in zertifizierter<br />
Bio-Qualität für den Offenausschank.<br />
Vier köstliche Sorten der Linie<br />
Brooklyn Bio Säfte kommen ganz ohne<br />
Zusatz oder Konservierungsstoffe aus<br />
und schmecken erfrischend. Gäste haben<br />
die Wahl zwischen den Sorten Apfel,<br />
Orange, Karotte und Sauerkirsche.<br />
Alle Säfte sind vegan und frei von Allergenen.<br />
Speziell für diese Linie wurde<br />
auch die Brooklyn Bio und Vitaminbar<br />
konzipiert, ein formschönes und modernes<br />
Ausschankgerät.<br />
Durch verschiedene Anbauteile passt<br />
sich <strong>das</strong> System an die jeweiligen Bedürfnisse<br />
an. Besonders ansprechend sehen<br />
Kräuter und Obsttöpfchen aus, die direkt<br />
an <strong>das</strong> Gerät angebracht werden und<br />
verfeinert mit diesen Zutaten schmecken<br />
die Getränke noch erfrischender.<br />
Die Säfte von Grapos werden als Extrakt<br />
in Bag-in-Boxen geliefert und direkt im<br />
Ausschankgerät gekühlt und mit Wasser<br />
vermengt.<br />
Mit diesem System kann bis zu 44<br />
Prozent CO2 und etwa 40 Prozent an<br />
Energie bei der Getränkekühlung eingespart<br />
werden. Grapos setzt ganz auf<br />
nachhaltige Systeme: So sind zum Beispiel<br />
die Bag-in-Boxen zu 100 Prozent<br />
recyclebar. Auch die Produktionsmethoden<br />
und modernste Abfüllanlagen führen<br />
dazu, <strong>das</strong>s im Vergleich zu konventionellen<br />
Portionsflaschen die CO2-Belastung<br />
sowie der ökologische Fußabdruck um 90<br />
Prozent kleiner sind, wie eine Studie der<br />
TU Graz bestätigt.<br />
www.grapos.com
1-2/20<strong>22</strong><br />
FRUCHTSÄFTE 75<br />
Foto: Stefan Gergely<br />
Paradiesisch „Spicy“<br />
Anti-alkoholische Cocktails erfrischen und können genauso<br />
Spaß machen wie die Variante mit Alkohol. Der Fruchtsaft<br />
als Highlight der Drinks ist die Basis des Geschmacks und<br />
Pago präsentiert passend zum Thema „spicy“ den Drink „Adam<br />
und Eva“. Hier treffen Ginger Beer und Kardamom Sirup mit<br />
den Klassikern Pago Apfel und Birne aufeinander.<br />
„Adam und Eva“<br />
› Je 4 cl Pago Apfel und Pago Birne sowie 2 cl Pago Zitrone 100<br />
Prozent<br />
› Kardamom Sirup<br />
› Ginger Beer<br />
› Gurke<br />
Und so einfach geht’s: Pago Apfel und Birne mit dem Zitronensaft<br />
abschmecken. Anschließende mit Kardamom Sirup<br />
und Ginger Beer finalisieren und mit zwei Scheiben Gurke<br />
dekorieren.<br />
www.pago.at<br />
Fruchtige<br />
Erfrischungen<br />
Immer mehr Konsumenten entscheiden<br />
sich für alkoholfreie Speisebegleitung<br />
oder wählen diese ergänzend zur beispielsweise<br />
Weinbegleitung. Mocktails – also<br />
alkoholfreie Cocktails – pushen <strong>das</strong> Segment<br />
genauso wie <strong>das</strong> Angebot an gesunden,<br />
kalorienreduzierten und biologischen<br />
Limonaden und Säften. Bio-Produkte werden<br />
gästeseitig stark nachgefragt; hausgemachte<br />
Limonaden erleben ein Revival<br />
und sind tolle Spannenbringer für die<br />
Gastronomen. Klassiker im Fruchtsaft-Bereich<br />
sind Portions-Trinkflaschen mit 0,2 bis 0,25 l Inhalt.<br />
Die Sorten Orange, Apfel, Mango, Ananas und Erdbeere<br />
sind dabei die wichtigsten. Der Großteil der Fruchtsäfte<br />
wird mit Wasser gespritzt verkauft – damit sind der Apfelsaft<br />
und der Johannisbeer-Nektar gespritzt die meistverkaufen<br />
Fruchtsäfte in der Gastronomie. Neu ist, <strong>das</strong>s<br />
vermehrt heimische Obstsorten verarbeitet oder sortenreine<br />
sowie möglichst naturbelassene Produkte angeboten<br />
werden. Auch der gesunde Mix aus Obst und Gemüsesäften<br />
wird – nicht nur am Frühstücksbuffet – wichtiger.<br />
Besonders interessant erscheinen erfrischende Fruchtsorten<br />
wie Wassermelone, pink Grapefruit und Cranberry aus<br />
dem Hause Pfanner. Aber auch regionale Bio-Fruchtsäfte<br />
rücken immer mehr in den Focus, obwohl sich diese<br />
preislich von den üblichen Fruchtsäften deutlich absetzen.<br />
www.transgourmet.at<br />
Foto: Factory<br />
Wollen Sie<br />
regelmäßig erhalten?<br />
Ja, ich möchte die ABO-Aktion von <strong>GASTRO</strong> zum Preis von € 55,– inkl. MWSt.(für 10 Ausgaben jährlich) in Anspruch nehmen*.<br />
Name....................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
Adresse................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
PLZ/Ort................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
Tel..........................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
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Unterschrift........................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
Postweg: Gersthoferstraße 87/1, 1180 Wien, Fax: 01/479 84 30-16, E-Mail: abo@gastroverlag.at<br />
Web: www.gastroverlag.at/gastro-magazin-abonieren/211<br />
*Das Abo verlängert sich jeweils um ein Jahr (10 Ausgaben), wenn es nicht bis spätestens Februar 2023 schriftlich gekündigt wird.<br />
✁
Seite 76 bis Seite 85<br />
Hot Drinks<br />
Kaffee<br />
Während wir in Österreich einen Verlängerten,<br />
eine Mélange oder einen Cappuccino bestellen,<br />
so sieht <strong>das</strong> in Italien oder Frankreich ganz<br />
anders aus. Außerdem immer mehr im Kommen:<br />
veganer Milchkaffee und außergewöhnliche<br />
Kaffeekonzepte in der Gastronomie, die einen besonderen<br />
Kaffeegenuss möglich machen.<br />
Seite 78<br />
Tee<br />
Ob er Gelassenheit bringen, <strong>das</strong> Immunsystem<br />
boostern, oder einfach nur gut schmecken<br />
soll – die Anforderungen an Tee sind so<br />
vielseitig wie seine Geschmäcker und Einsatzmöglichkeiten.<br />
Seite 84
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELLES 77<br />
Besonderes Genusserlebnis<br />
Der Mensch ist auf der Suche nach<br />
besonderen Genusserlebnissen – die<br />
professionelle Inszenierung eines Frühstücks<br />
kann dieser Suche ein Ende bereiten.<br />
Das Teehaus Ronnefeldt, ein familiengeführtes<br />
Unternehmen seit<br />
1823, bietet ausschließlich hochwertigsten<br />
Tee aus allen Teeanbauländern<br />
und steht als Partner für differenzierte<br />
und individuellen Konzepte zur Seite.<br />
Durch die außergewöhnlichen, nachhaltigen<br />
Teepräsentationen und Heißwasserquellen<br />
im Backoffice-Bereich, Zimmerservice<br />
oder Frühstücksbereich,<br />
kann die getroffene Teeauswahl anspruchsvoll<br />
positioniert werden. Nach<br />
wie vor hochgefragt sind die bereits vorportionierten<br />
Tees. Ronnefeldt hat zusätzlich<br />
zu der bestehenden Tea Caddy,<br />
Leaf Cups, Cup Caddys und Teavelopes<br />
Produktlinien eine neue, innovationsstarke<br />
Linie namens 100 Prozent entwickelt.<br />
Aus dem Vollen schöpfen kann<br />
Nachhaltige Bohne<br />
Die Marke Valrhona bietet zwei herkunftsreine<br />
dunkle Schokoladenprodukte<br />
mit für deren Herkunft typischen<br />
Aromaprofilen – der verwendete Kakao<br />
ist zu 100 Prozent bis zu den Produzenten<br />
rückverfolgbar. Die Ground-chocolate-Produktreihe<br />
beinhaltet eine Single-Origin-Schokolade<br />
aus Ghana mit<br />
einem würzigen und süßen Aromaprofil<br />
und eine Single-Origin-Schokolade<br />
aus Grenada, die sich durch ihr ausgewogenes<br />
Profil und ihre Aromen reifer<br />
Früchte auszeichnet.<br />
Valrhona ist seit 19<strong>22</strong> Partner der<br />
„Handwerker des guten Geschmacks“,<br />
Pionier und Referenz in der Welt der<br />
Schokolade. Mit seinen Mitstreitern,<br />
den Chef-Patissiers und den Kakaoproduzenten,<br />
arbeitet Valrhona an der permanenten<br />
Weiterentwicklung aller Bereiche<br />
rund um die Schokolade, um die<br />
Kakaoproduktion fairer und nachhaltiger<br />
zu gestalten und um die Gastronomie zu<br />
inspirieren.<br />
www.valrhona.com<br />
man außerdem aus einer breiten Sortenvielfalt<br />
an losen Tees, der aufgrund<br />
seiner Zubereitungsart <strong>das</strong> anspruchsvollste<br />
Produkt ist. Der Trend rund um<br />
Außer-Haus-Frühstücken oder Brunchen<br />
hält Aufgrund der veränderten Ernährungsgewohnheiten<br />
an.<br />
www.ronnefeldt.com<br />
Foto: Ronnefeldt<br />
Foto: Valrhona<br />
Kaffee im<br />
Trend<br />
Lebensmittel sind Genuss und<br />
eine kleine Auszeit zugleich,<br />
Abwechslung beim Kochen ist daher<br />
ein wesentlicher Faktor. Umso<br />
wichtiger ist es, den Kunden ein<br />
auf sie zugeschnittenes Sortiment<br />
zu bieten, <strong>das</strong>s aktuelle Ernährungstrends<br />
berücksichtigt..<br />
Neben vegan und zuckerfrei, sind<br />
dies auch alkoholfreie Spirituosen,<br />
die der alkoholischen Variante geschmacklich<br />
aber um nichts nachstehen<br />
dürfen. Die jüngere Generation<br />
fordert in Bars Mocktails ein,<br />
aber auch bei Sekt oder Wein wird<br />
die Nachfrage nach alkoholfreien<br />
Alternativen immer mehr. Im Metro<br />
Sortiment gibt es mittlerweile<br />
eine breite Auswahl an alkoholfreien<br />
Gins, Wein und Sekt.<br />
Kaffee als Österreichs beliebtestes<br />
Heißgetränkt liegt immer<br />
im Trend und den Kaffee von 42<br />
Degrees gibt es bei Metro in verschiedensten<br />
Geschmacksrichtungen,<br />
mit und ohne Zucker. Der Kaffee<br />
erhitzt sich selbständig in der<br />
Dose und bleibt bis zu 20 Minuten<br />
warm. Damit ist er perfekt geeignet<br />
für „To go“, für Lunch Pakete,<br />
Outdoor Veranstaltungen oder<br />
Food Trucks.<br />
www.metro.at<br />
Foto: Metro
78 KAFFEE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Kaffeegenuss von<br />
klassisch bis trendig<br />
Bei unseren italienischen Freunden beginnt der Tag mit einem Cappuccino oder Espresso,<br />
die Franzosen genießen Café au laît zum Frühstück und bei uns wird immer noch gerne<br />
Filterkaffee genossen. <br />
Text & Fotos: Andrea Jungwirth
1-2/20<strong>22</strong><br />
KAFFEE 79<br />
Espresso pur, vor allem zum Frühstück,<br />
dafür begeistern sich eher<br />
wenige, anders als für einen Verlängerten<br />
oder einen Cappuccino.<br />
Auch wenn die Vorlieben variieren, die<br />
Tasse Kaffee gehört bei uns zum Frühstück<br />
dazu. Über 80 Prozent starten mit<br />
Kaffee in den Tag und die meisten trinken<br />
ihre Tasse zu Hause.<br />
Kaffeekonsum ist krisenfest<br />
Kaffee wird hierzulande meist daheim<br />
getrunken und wegen Corona noch<br />
mehr. Dank Home-Office stieg der Kaffeekonsum<br />
deutlich an, die Menschen<br />
kauften vermehrt Kaffeemaschinen, vor<br />
allem Kaffeevollautomaten im mittleren<br />
und unteren Preissegment. Doch <strong>das</strong><br />
Einkaufsverhalten bei der Kaffeequalität<br />
hat sich nicht verändert. Es wird gerne<br />
hochwertiger Kaffee gekauft und zubereitet.<br />
Und die Menschen hatten auch<br />
mehr Zeit, sich mit Kaffeetrends aus aller<br />
Welt zu beschäftigen. Kaffeerezepte<br />
wie etwa der Dalgona-Kaffee (koreanischer<br />
Schlagkaffee) machten über<br />
die Social-Media-Plattform TikTok die<br />
Runde. Viele probierten den Kaffee zu<br />
Hause selber aus und 10 Millionen Aufrufe<br />
des TikTok-Videos hinterlassen<br />
Spuren. Trendige Coffeeshops bieten<br />
nun auch diese Kaffeevariation an.<br />
Im Grunde ist der Schlagkaffee ein<br />
umgedrehter Café latte. Anstatt des<br />
Milchschaums oben, kommt geschlagener<br />
Kaffee auf die Milch. Jeweils gleiche<br />
Mengen an Instantkaffee, Zucker und<br />
Wasser werden aufgeschlagen, bis der<br />
Kaffee schaumige Spitzen bildet. Dieser<br />
feste Schaum wird auf Milch gesetzt<br />
und fertig ist der koreanische Kaffee.<br />
Inzwischen sind die Menschen sehr<br />
experimentierfreudig beim Kaffee. Es<br />
gibt nicht mehr nur Espresso oder Filterkaffee,<br />
sondern zahlreiche Verfahren,<br />
um Kaffeevariationen zuzubereiten.<br />
Neupositionierung durch Trends<br />
Egal welche Zubereitungsmethode<br />
man bevorzugt, ein Kaffee bestand früher<br />
aus Kaffee und Wasser, der mit oder<br />
ohne Zucker und Milch getrunken wurde.<br />
Dazu kamen einige Variationen mit<br />
Alkohol oder Gewürzen, aber dann<br />
war <strong>das</strong> Repertoire auch schon ausgeschöpft.<br />
Doch nun darf in einen Kaffee<br />
vieles, was auf den ersten Blick gar nicht<br />
hineinpasst, etwa pulverisierte Superfoods<br />
wie Pilze, Rote Bete, Matcha oder<br />
schwarze Aktivkohle. Der Latte Macchiato<br />
wird dazu mit dem Pulver verziert<br />
oder <strong>das</strong> Pulver der Milch vor dem<br />
Aufschäumen hinzugefügt. Mit Gewürzen<br />
wie Curcuma, Ingwer oder arabischen<br />
Gewürzmischungen aus Kardamom,<br />
Zimt und Vanille wird der Kaffee<br />
oder <strong>das</strong> Topping verfeinert. Die Kaffee-Trends<br />
aus Asien und Amerika sind<br />
auch bei uns angekommen, denn „normal“<br />
liegt nicht im Trend.<br />
Café latte, aber bitte vegan<br />
Aber auch Kuhmilch ist out. Pflanzliche<br />
Milchalternativen liegen im Trend. Allen<br />
voran die Mandelmilch, die inzwischen<br />
die Sojamilch ablöst. Aber auch Milchersatz<br />
aus Hafer, Reis, Lupinen, Erbsen<br />
und auch Kartoffel kommen in den Kaffee.<br />
Trendcafés bieten vegane Pflanzenmilchen<br />
an, für die die jüngere, gesundheits-<br />
und umweltbewusste Szene gerne<br />
bereit ist, auch mehr Geld auszugeben.<br />
TESTA ROSSA caffè Genuss,<br />
auch in Bio-Qualität &<br />
Fairtrade zertiiziert<br />
Genießen Sie den vollen Geschmack Italiens mit jeder Tasse TESTA<br />
ROSSA caffè. Ob als klassischer Espresso, köstlicher Cappuccino, Caffè<br />
Lungo bis hin zum Latte Macchiato, TESTA ROSSA caffè ist für alle<br />
Zubereitungsarten hervorragend geeignet.<br />
Kaffeegenuss perfekt dosiert in der 250g Dose (ganze Bohne oder<br />
gemahlen), in der 1kg Packung und als Kapseln.<br />
www.testarossa.it<br />
BiOrganic
80 KAFFEE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Vom Saulus zum Paulus<br />
Das Image von Kaffee hat sich gewandelt,<br />
galt er vor einiger Zeit noch als<br />
schädlich für Herz und Magen, so ist<br />
<strong>das</strong> Schwarze Gold jetzt rehabilitiert.<br />
Es wird nun als Superfood gehyped und<br />
Kaffeetrinken soll die Zellen vor oxidativem<br />
Stress schützen, Krebs vorbeugen<br />
und Darmflora, Blutzucker- und Fettstoffwechsel<br />
positiv beeinflussen.<br />
Kaffee enthält hunderte verschiedene<br />
Stoffe, ein Teil davon entsteht erst<br />
durch die Röstung, ein weiterer Teil davon<br />
wird durch die Röstung vermindert.<br />
Und es sind nicht bestimmte Mineralstoffe<br />
oder Vitamine, die <strong>das</strong> Getränk so<br />
gesund machen, sondern die Fülle an Antioxidantien.<br />
Allen voran die Chlorogensäure<br />
und Melanoide, aber auch Lignane<br />
oder <strong>das</strong> Alkaloid Trigonellin, und regelmäßig<br />
werden neue Stoffe entschlüsselt,<br />
die antioxidativ wirken. Aber es ist von<br />
der Sorte, Zubereitungsart und vor allem<br />
von der Röstung abhängig, welche Stoffe<br />
letztendlich im Kaffee zu finden sind.<br />
Darum vertragen auch nicht alle Menschen<br />
Kaffee gleich gut, und oft hilft eine<br />
Änderung der Zubereitung, damit Kaffee<br />
schmeckt und dem Körper auch gut<br />
tut. Ging man vor einiger Zeit noch davon<br />
aus, <strong>das</strong>s die Chlorogensäuren den<br />
Magen reizen und zu Sodbrennen führen<br />
können, so weiß man es heute besser. Es<br />
scheinen bestimmte Stoffe, die aus dem<br />
Kaffeewachs stammen, für die Magenreizung<br />
verantwortlich zu sein. Daher müssen<br />
Betroffene einfach austesten, welcher<br />
Kaffee für sie bekömmlich ist.<br />
Zubereitungen mit pflanzlichen Milchvariationen<br />
sind in der Regel teurer als<br />
mit der klassischen Kuhmilch. Die Nachfrage<br />
nach Plant based coffees wird zukünftig<br />
noch stark ansteigen. Spezielle<br />
vegane Barista-Milchvarianten lassen<br />
sich gut aufschäumen und eignen sich<br />
für außergewöhnliche Kreationen.<br />
Normal zu Hause, trendig im Café<br />
80 Prozent trinken ihren Kaffee zu Hause,<br />
bevorzugt werden hier die klassischen<br />
Varianten. Bei den Außer-Haus-Verkäufen<br />
greifen immer mehr zu außergewöhnlichen,<br />
trendigen Kaffee-Spezialitäten. In<br />
der Gastronomie probiert der Gast gerne<br />
etwas aus und sucht <strong>das</strong> Ungewöhnliche.<br />
Um eine möglichst große Käuferschicht<br />
anzusprechen, können beliebte Klassiker<br />
neben Kaffeetrends ins Angebot aufgenommen<br />
werden. Gerade bei Kaffeezubereitungen<br />
mit Milch und Schaum sind<br />
bessere Gewinne zu erzielen.<br />
Aber auch der Nachhaltigkeitsgedanke<br />
wird immer wichtiger. Neben hochwertigem<br />
Kaffee werden Bioqualitäten<br />
und faire Produktionsbedingungen in den<br />
Herkunftsländern für die Kaufentscheidung<br />
immer wichtiger. Nachhaltige Produkte<br />
und umweltbewusste Kaffeekonsumenten<br />
sorgen auch für ein Umdenken<br />
im Kaffeehaus. Vor allem im To go-Segment<br />
werden sich Mehrwegbecker und<br />
Pfandleihsysteme für Kaffeebecher stärker<br />
durchsetzen. Alleine in Wien werden<br />
täglich über 800.000 Einweg-Coffee to go<br />
Becher verwendet und nach wenigen Minuten<br />
vom Kunden weggeworfen.<br />
Mit Kaffee in den Tag starten<br />
Koffein ist wohl der bekannteste Stoff<br />
im Kaffee und neben dem unwiderstehlichen<br />
Geschmack und Duft der Grund,<br />
warum viele gerne eine oder mehrere<br />
Tassen vor allem zum Frühstück genießen.<br />
Das Alkaloid macht wach, erhöht<br />
die Konzentration, bringt unser Kurzzeitgedächtnis<br />
auf Trab und wirkt anregend.<br />
Doch nicht bei allen wirkt <strong>das</strong> Koffein<br />
gleich. Koffein fördert die Hirndurchblutung<br />
und <strong>das</strong> macht Kaffeetrinken zu einer<br />
sehr individuellen Sache. Während<br />
die einen nach einer Tasse Kaffee am<br />
Abend nicht einschlafen können, weil<br />
<strong>das</strong> Gehirn zu wach ist, hilft sie anderen<br />
beim Herunterkommen und sie können<br />
sogar besser einschlafen. So unterschiedlich<br />
die Geschmäcker bei Kaffee sind, so<br />
verschieden sind auch die Wirkungen.<br />
Drei bis fünf Tassen am Tag gelten als<br />
unbedenklich, sogar als gesundheitsfördernd.<br />
Wie und zu welcher Tageszeit<br />
man Kaffee am besten genießt, <strong>das</strong> muss<br />
jeder selbst herausfinden.
1-2/20<strong>22</strong><br />
KAFFEE 81<br />
Kaffeemachen ist Kopfsache!<br />
Kaffee ist Goran Hubers Leidenschaft. Der Gründer des Kaffee-Instituts und wohl einer von<br />
Österreichs berühmtesten Baristas macht in seinen Kursen Kaffeeinteressierte zu Profis.<br />
<br />
Von Petra Pachler<br />
Die Sensorik steht bei Goran Hubers neuestem Kursmodul im Fokus.<br />
Fotos: Kaffee-Institut/Mario Moser<br />
Ein Koch bekommt eine Ausbildung“,<br />
so Goran Huber. Kaffee wird einfach<br />
gemacht – zumindest bisher. „Die<br />
Arbeitsschritte bei der Kaffeezubereitung<br />
wurden bis jetzt nicht richtig gelernt“,<br />
ist er überzeugt. Was mitunter zu<br />
überschaubarer Qualität führte und <strong>das</strong><br />
ging so lange gut, bis Konsumenten begannen,<br />
sich Kaffeewissen anzueignen.<br />
Kaffeequalität – in der Zubereitung und<br />
bei den Bohnen – war plötzlich ein Thema.<br />
Erfolgreich wurden und sind daher<br />
jene Kaffeehäuser, die Qualität bieten.<br />
Qualität ist auch <strong>das</strong> Schlüsselwort<br />
bei Goran Hubers Kursen. Seine Barista<br />
Kurse sind legendär und seine ehemaligen<br />
Schüler werken als Profi-Barista in<br />
österreichischen Gastronomiebetrieben<br />
ebenso, wie auch jenseits der Grenzen.<br />
Es geht um Verkostung!<br />
Hubers jüngstes Ausbildungsmodul ist<br />
der Sensorik Kompetenz Kurs, bei dem<br />
es um Verkostung geht. Sensorik, als äußerst<br />
komplexes Themenfeld beim Kaffee,<br />
vereint Wissen mit Erfahrung und<br />
Praxis und fließt in alle Bereiche der<br />
Kaffeeherstellung ein. Im neuen Kurs<br />
wird den Teilnehmern in drei Schritten<br />
die richtige Kaffeezubereitung vermittelt,<br />
die sich eigentlich an zwei simplen<br />
Fragen orientiert: Wie soll Kaffee<br />
schmecken und wie soll Kaffee nicht<br />
schmecken?<br />
Beim ersten Schritt, dem Cupping,<br />
werden die Aromen bewertet, im zweiten<br />
Schritt geht es um <strong>das</strong> Brühen: Wie<br />
bereitet man Filterkaffee richtig zu - ist<br />
er zu leicht, ist er zu stark? Denn immer<br />
mehr Konsumenten verlangen nach<br />
leichterem Kaffee, aber mit vollem Aroma.<br />
Damit feiert der Filterkaffee ein Revival.<br />
Der letzte Teil des Kurses widmet<br />
sich dem Espresso und seiner Sensorik.<br />
Erlebnis Kaffee<br />
Kursteilnehmer sollten über Vorkenntnisse<br />
verfügen und Erfahrung aus der<br />
Praxis mitbringen. Denn neben dem<br />
Wissen um die Relevanz von Kontaktzeit<br />
zwischen Wasser und Kaffee werden<br />
sie am Ende des Kurses auch die<br />
Frage beantworten können: „Welche<br />
Aromen finde ich über den Kaffee?“ „Mit<br />
einer Barista Prüfung hat man mit Sicherheit<br />
einen Startvorteil“, so Goran<br />
Huber. Sie ist allerdings keine Voraussetzung.<br />
Was aber schon stattfindet, ist<br />
ein Vorgespräch mit jedem potenziellen<br />
Teilnehmer, denn niemand soll sich<br />
überfordert fühlen. Auch von einer Prüfung<br />
am Kursende wird derzeit abgesehen,<br />
denn nach vier Tagen Verkostung<br />
ist der „Gaumen stark beeinträchtigt“, so<br />
Huber. Der Kurs richtet sich an Gastronomen<br />
genauso wie an Führungskräfte<br />
der Branche.<br />
https://barista-ausbildung.at/<br />
info<br />
Termin für den ersten<br />
Sensorik Kompetenz Kurs:<br />
20. – 23. Juni 20<strong>22</strong><br />
Kosten:<br />
2.495,- Euro exkl. MwSt.<br />
Maximal vier Personen verkosten<br />
rund 50 verschiedene<br />
Kaffeesorten
82 KAFFEE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
M4 – der Mensch.<br />
Ohne Barista kein<br />
perfekter Caffè<br />
Als SCA Trainer, Master Barista<br />
und Diplomkaffeesommelier<br />
muss ich nicht betonen,<br />
<strong>das</strong>s ich bei der Kaffeezubereitung<br />
immer von einem<br />
Zusammenspiel zwischen<br />
Mensch und Maschine spreche.<br />
Vollautomaten oder Kapselmaschinen<br />
sind davon klarerweise<br />
ausgeschlossen.<br />
Zur täglichen Routine eines<br />
Profis bei Dienstantritt gehören<br />
die Überprüfung des<br />
Mahlgrades, der Einwaage,<br />
der Brühtemperatur und der<br />
Extraktionszeit. Ist all <strong>das</strong> in<br />
Ordnung kann der oder die<br />
Barista sein ganzes Können<br />
zeigen. Ich bin ein überzeugter<br />
Verfechter des weltweit<br />
anerkannten und einzigartigen<br />
Trainings- und Ausbildungsprogramms<br />
der SCA<br />
(Speciality Coffee Association)<br />
und setze <strong>das</strong> Wissen und<br />
Gelernte täglich in meiner Arbeit<br />
um. Genau wie bei Sommeliers<br />
dient die Ausbildung<br />
dazu, <strong>das</strong> Wissen rund um<br />
Kaffee konsequent zu erweitern,<br />
anzuwenden und weiterzugeben.<br />
Außerdem gibt<br />
es unendlich viele Rezepte für<br />
die Anwendung von Kaffee.<br />
Kaffeewissen und die Verbesserung<br />
des Kaffeestandards<br />
sind auch in der guten<br />
Gastronomie wichtig – Mitarbeiterschulung<br />
ist <strong>das</strong> A&O.<br />
https://baristaschule.at/<br />
barista-kurse-mit-sca-zertifikat/<br />
Franz Grünwald<br />
Master Barista<br />
Diplom Kaffeesommelier<br />
www.franzgruenwald.com<br />
Foto: Grünwald<br />
Genuss als Voraussetzung<br />
Es ist schon lange her, als man sich in<br />
unseren Breiten mit gewöhnlichem<br />
Kaffee zufriedengab. Der Gast von heute<br />
setzt längst einen perfekten Kaffeegenuss<br />
voraus und will auch hinsichtlich<br />
Nachhaltigkeit seinen Cappuccino, Espresso<br />
oder Caffè Latte mit gutem Gefühl<br />
genießen können. Der Name Wedl<br />
verpflichtet auch in Sachen Nachhaltigkeit<br />
zur höchsten Ambition: Mit Einführung<br />
des fairtrade Testa Rossa caffè BiOrganic<br />
setzte <strong>das</strong> Handelshaus Wedl hier<br />
bereits ein Zeichen. Seit einiger Zeit ist<br />
auch die Wedl Bohne Bio & Fair erhältlich.<br />
Als jüngste Kaffeespezialität duftet<br />
im Sortiment die Wedl Hausmarke Cuisine<br />
Noblesse. Sie kann dem Connaisseur<br />
als cremiger Espresso, als Filtermischung<br />
für den Frühstücks- oder Seminarbereich<br />
oder aber als Gran Crema mit feinem<br />
Bouquet konsumiert werden.<br />
www.wedlkaffee.com<br />
Foto: Segafredo Zanetti Austria<br />
Tassendesigns gesucht<br />
Segafredo Zanetti Österreich fördert<br />
aufstrebende heimische Talente.<br />
Junge Künstler des Departments für<br />
Bildende Künste und Gestaltung der<br />
Universität Mozarteum werden zu einem<br />
Design-Wettbewerb für eine Tassenkollektion<br />
eingeladen. Bis zum 31.<br />
März können Studierende Designentwürfe<br />
unter dem Motto „espressivo“ für<br />
Cappuccino- und Espressotassen einreichen.<br />
Der Tassendesignwettbewerb ist<br />
mit 5.000 Euro, einer Kunstreise nach<br />
Bologna, einem Kaffeevollautomaten<br />
und Jahresvorräten an Segafredo Kaffee<br />
dotiert. „Unsere ikonischen Segafredo-Tassen,<br />
die man bestens aus dem<br />
Lieblingscafé kennt, bleiben selbstverständlich<br />
unseren Kundinnen und<br />
Kunden der Gastronomie vorbehalten.<br />
Gemeinsam mit der Universität Mozarteum<br />
Salzburg werden wir aber für alle<br />
Segafredo-Fans etwas ganz Besonderes<br />
schaffen – eine exklusive Tassenkollektion<br />
für den Caffè-Genuss Zuhause“, so<br />
Marketingleiterin Susanne Reif-Peterlik.<br />
www.segafredo.at<br />
Foto: Wedl_Thomas_Magyar
1-2/20<strong>22</strong><br />
KAFFEE 83<br />
Foto: Julius Meinl Österreich<br />
Vier Trends rund um den Kaffee<br />
Des Österreichers liebstes Getränk entwickelt sich stetig weiter. Qualität, Convenience und<br />
Experimentierfreudigkeit sind die treibenden Kräfte hinter aktuellen Entwicklungen und<br />
auch der Gesundheitsfaktor will bedient werden. <br />
Trend 1: Kalt und trinkfertig<br />
Schon seit einigen Jahren spielen kalte<br />
und gekühlte Kaffeekreationen eine immer<br />
größere Rolle, allen voran der „Cold<br />
Brew“, der bereits eine beachtliche Popularität<br />
unter den österreichischen<br />
Kaffeetrinkern genießt. Das breite Geschmacksprofil<br />
mit den vielen Aromen<br />
und Nuancen hat hierzulande bereits<br />
viele Anhänger. Eisgekühlte Kaffeegetränke<br />
bedienen zudem den Konsumentenwunsch<br />
nach Erfrischung.<br />
Dies spiegelt sich auch in Kreationen<br />
wie etwa der Coffee-Tonic, ein fruchtiger<br />
Kaffee mit Eiswürfel und Tonic Water<br />
aufgegossen, wider. Im stark wachsenden<br />
Sortiment der Cold-Coffee-Ready-<br />
To-Drink-Produkte vereinen sich zudem<br />
die Trends von Convenience, Kaffeeerfrischung<br />
und auch Wohlbefinden.<br />
Trend 2: Gesund und nachhaltig<br />
muss es sein<br />
Die kürzlich vom Österreichischen Kaffeeverband<br />
veröffentlichten Studie unterstreicht<br />
einen zweiten Trend hin zu<br />
nachhaltigem Konsum – und <strong>das</strong> auch<br />
in der Kaffeebranche. Der österreichische<br />
Konsument wünscht sich Transparenz,<br />
Fairness und Ressourcenschonung<br />
entlang der Wertschöpfungskette<br />
in der Kaffeewirtschaft. Dies zeigt sich<br />
auch in der steigenden Nachfrage nach<br />
zertifiziertem Kaffee.<br />
Trend 3: Individualität<br />
und Qualität<br />
Als dritter Trend kristallisiert sich <strong>das</strong><br />
steigende Interesse und die wachsende<br />
Expertise der Konsumenten heraus.<br />
Das führt zu einem Ansteigen der Qualitätsstandards<br />
und -niveaus in der gesamten<br />
Genusskategorie „Kaffee“. Ob im<br />
Kaffeehaus, im Coffee Shop oder eben<br />
auch pandemiebedingt in den eigenen<br />
vier Wänden – die Menschen wollen<br />
ihren Kaffee als Premiumerlebnis genießen.<br />
So zählt Spezialitätenkaffee zu<br />
den größten Trends im gesamten Lebensmittel-<br />
und Getränkesektor. Dies<br />
beginnt mit der Herkunft über den Anbau<br />
bis hin zu frisch gerösteten Bohnen<br />
und zu den unterschiedlichen Brühverfahren.<br />
Ein typisches Beispiel dafür ist<br />
der sogenannte Single Origin oder Single<br />
Source Kaffee, der aus einer einzigen<br />
Ernte, einem einzigen Land oder einer<br />
einzigen Region geerntet wird und die<br />
einzigartigen Geschmacksnoten seiner<br />
Herkunft trägt.<br />
Trend 4: Das Auge trinkt mit<br />
Es ist wie in allen Branchen und ganz<br />
besonders im Lebensmittel- und Getränkebereich<br />
– die sozialen Medien beeinflussen<br />
unseren Konsum, auch beim<br />
Kaffee. 2020 gab es den Mega-Hype<br />
rund um den Dalgona-Kaffee – ein koreanischer<br />
Schlagsahnekaffee – den viele<br />
Millionen User rund um den Globus geteilt<br />
und ausprobiert haben. Der Kaffee<br />
ist „fotogen“, weil es wie ein umgedrehter<br />
Cappuccino aussieht. Die sozialen<br />
Medien sind nämlich auch für Coffee-<br />
Liebhaber eine Quelle von Inspiration<br />
und Unterhaltung.<br />
Quelle: Kaffeeinstitut<br />
www.kaffeeverband.at
84 TEE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
tipp aus der praxis<br />
Ankas Teewelt<br />
Das Frühstück gilt bekanntermaßen<br />
als die wichtigste<br />
Mahlzeit des Tages. Umso<br />
mehr können Sie Ihre Gäste<br />
bereits beim Start in den Tag<br />
damit beeindrucken.<br />
Der Aufbau eines repräsentativen<br />
Teebuffets beinhaltet<br />
folgende Elemente:<br />
- Teepräsentation je nach<br />
Darreichungsformen bzw.<br />
Platzangebot entweder in<br />
die Höhe oder Tiefe, wie zum<br />
Beispiel ein Hochdisplay, eine<br />
Teebox, ein Teeständer usw.<br />
Unterschiedliche Materialien<br />
wie Bambus, Holz, Edelstahl<br />
erzeugen auch ein unterschiedliches<br />
Ambiente.<br />
- Dazu entweder Teekännchen<br />
+ Tassen/Untertassen<br />
oder Becher bzw. Gläser.<br />
- Weiters braucht man Ablageschälchen<br />
oder Siebbecher<br />
- Eine Heißwasserquelle in<br />
Form eines Heisswassergerätes<br />
mit Wasseranschluss oder<br />
ein Samowar sollte auf jeden<br />
Fall vorhanden sein.<br />
- Zu guter Letzt dürfen Kandiszucker,<br />
Zitrone, Milch nicht<br />
fehlen.<br />
Alle Utensilien müssen täglich<br />
gereinigt werden, um<br />
die Hygiene zu wahren und<br />
damit der Gesamteindruck<br />
am Teebuffet immer ansprechend<br />
ist.<br />
Teehaus Ronnefeldt<br />
Anka Kleebinder<br />
Teefachberaterin<br />
Österreich<br />
akleebinder@ronnefeldt.de<br />
www.ronnefeldt.com<br />
Foto: Ronnefeldt<br />
Erwartbarer<br />
Genuss<br />
Sandra Salman ist Tee-Sommeliere im Hotel Vier<br />
Jahreszeiten Kempinski in München. Dank ihrer TeaMaster<br />
Gold Ausbildung bei Ronnefeldt in Sri Lanka ist sie die<br />
Spezialistin für <strong>das</strong> beliebte Heißgetränk – im Interview<br />
beantwortet sie Fragen rund um ihre Arbeit, die Ausbildung<br />
und den Tee an sich.<br />
Wie werden die Gäste in der Lobby<br />
beraten und worauf werden die Gäste<br />
hingewiesen?<br />
Ich berate gerne jeden Gast, stelle mich<br />
vorab kurz vor und versuche so viel wie<br />
möglich über die Präferenzen jedes Gasts<br />
zu erfahren. Jedoch schlage ich unseren<br />
Gästen immer wieder vor, etwas Neues<br />
zu probieren statt der klassischen<br />
Tees wie dem Assam Golden Tee oder<br />
dem „English Breakfast Tea“. Ich erkläre<br />
meinen Gästen die Aromen und Geschmäcker<br />
des Tees ganz genau, damit<br />
sie wissen, was sie erwartet. Meinen persönlichen<br />
Lieblingstee von Ronnefeldt<br />
empfehle ich natürlich auch sehr gerne.<br />
Es ist die Sorte „Nuwara Eliya“ - ein hocharomatischer<br />
Tee, der im ceylonesischen<br />
Hochland in über 2.000 Metern Höhe gepflückt<br />
wird. Wenn ein Gast grünen Tee<br />
bevorzugt, empfehle ich gerne die Sorte<br />
„Morgentau“, ein fruchtiger Sencha-Tee<br />
aus China mit einer Mango-Zitrus Note.<br />
Gibt es eine Tee Zeremonie?<br />
Ja, es gibt eine Tee Zeremonie: Unseren<br />
Afternoon Tea, der von Donnerstag bis<br />
Sonntag von 15.00-18.00 Uhr in unserer<br />
Lobby stattfindet. Er ist sehr beliebt<br />
bei unseren Hotelgästen. Die Gäste können<br />
aus 30 verschiedenen offenen Tees<br />
von Ronnefeldt wählen. Ich arbeite hier<br />
mit einer Teekarte aus Holz, in der viele<br />
verschiedene Teesorten stecken und<br />
beschrieben sind. So können die Gäste<br />
auch vorab an den Tees schnuppern. Jeden<br />
Tee servieren wir dem Gast mit Porzellankännchen,<br />
Teesieb und Mini-Guglhupf.<br />
Beim Afternoon Tea gibt es dazu<br />
eine Etagere mit Pralinen, Törtchen, Scones,<br />
Clotted Cream und Sandwiches von<br />
unserem Patissier Ian Baker.<br />
Werden die Gäste gefragt, ob sie eine<br />
Beratung möchten oder erfolgt diese<br />
automatisch?<br />
Eine Beratung erfolgt automatisch, damit<br />
unsere Gäste wissen, was sie genau<br />
trinken.<br />
Wie lange dauert die Ausbildung zur<br />
Tee-Sommeliere?<br />
Das Basis Tee-Seminar von Ronnefeldt<br />
dauert einen Tag und findet bei uns im<br />
Hotel statt. Die Ausbildung zum Tea<br />
Master Silber findet in Frankfurt statt<br />
und dauert drei Tage. Die Ausbildung<br />
zum Tea Master Gold findet in Sri Lanka<br />
statt. Diese dauert 8 Tage. Dort lernt<br />
man, wie man die Theorie in Praxis umsetzt.<br />
Man besucht die Teefabriken sowie<br />
die Tee-Anbaugebiete.<br />
Foto: Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski/München
1-2/20<strong>22</strong><br />
TEE 85<br />
Von Teekennern für<br />
Teekenner<br />
Die Marke Teahouse Exclusives<br />
steht für einen exklusiven<br />
Teegenuss, und <strong>das</strong> von<br />
Tee-Kennern für Tee-Kenner.<br />
In über 140-jähriger Familientradition<br />
entstehen mit<br />
Leidenschaft und höchsten<br />
Qualitätsmaßstäben Tees der<br />
Spitzenklasse. Seit jeher wird<br />
Wert daraufgelegt, nur die besten<br />
Zutaten mit größter Sorgfalt<br />
zu verwenden. Dies zeigt<br />
sich in jedem Detail der insgesamt<br />
65 Sorten, die für den perfekten<br />
Genuss komponiert wurden. Teahouse<br />
Exclusives bietet für jede Zielgruppe ein<br />
unverwechselbares Tee-Erlebnis: Gourmet<br />
Tea Bag für einen unkomplizierten<br />
Teegenuss, Luxury Tea Bag sowie Luxury<br />
Loose mit erlesenem Tee-Schnitt und<br />
außergewöhnlichen Zutaten, eine moderne<br />
Everyday Tea Linie, die für Genuss<br />
Aus der winterlichen<br />
und kalten Jahreszeit<br />
ist ein wärmender<br />
und wohliger Tee kaum<br />
wegzudenken. Die beiden<br />
neuen Teesorten<br />
„Bio Süße Limone“ und<br />
„Bio Würzige Kräuter“<br />
von Meßmer lassen jetzt<br />
die Herzen von Teeliebhabern<br />
höherschlagen.<br />
Mit einem spritzig-süßen<br />
und einem würzig-vielfältigen<br />
Geschmackserlebnis<br />
bringen sie mit<br />
rein natürlichen Zutaten<br />
einen ganz besonderen Teemoment in<br />
die Teetasse. Außerdem wirbt ein neuer<br />
TV-Spot mit viel Gelassenheit und purer<br />
Natürlichkeit. „Unsere beiden neuen<br />
Bio-Teesorten werden mit extra frischem<br />
und würzigen Geschmack die<br />
Herzen von Teeliebhabern nachhaltig<br />
zu jeder Tageszeit steht, eine Organic<br />
Tea Line, welche Bio-Tees mit ökologischer<br />
Überzeugung anbietet sowie die<br />
köstlich-erfrischenden Ice Teas runden<br />
<strong>das</strong> Sortiment ab. Teahouse Exclusives<br />
wird in Deutschland exklusiv durch die<br />
Market Grounds GmbH & Co. KG vertrieben.<br />
www.teahouse-exclusives.com/de<br />
Gelassenheit im Alltag<br />
erwärmen – so zaubert Meßmer selbst<br />
in dieser stressigen, ungewissen Zeit<br />
Gelassenheit und viel Genuss mit rein<br />
natürlichen Zutaten in jede Teetasse“,<br />
so Meßmer Österreich-Geschäftsführerin<br />
Karin Stainer.<br />
www.meßmer.at<br />
Foto: Meßmer Foto: Market Grounds<br />
Fotos: Teekanne<br />
Natürliche<br />
Immun-Booster<br />
Zwei neue Produkte von Willi<br />
Dungl helfen über Husten und<br />
Heiserkeit hinweg und stärken auf<br />
natürliche Weise die Abwehrkräfte.<br />
„Natürlich Immun“ ist <strong>das</strong> erste<br />
Bio-Bonbon mit natürlichem Vitamin<br />
C. Auch die neueste Tee-Kreation<br />
„Heiße Zitrone“ ist ein Vitamin-Booster,<br />
der Genuss und<br />
Gesundheit vereint und zudem<br />
aus biologischen Zutaten hergestellt<br />
wird. „Heiße Zitrone“ wärmt<br />
von innen und stärkt <strong>das</strong> Immunsystem<br />
durch wertvolles Vitamin<br />
C, <strong>das</strong> aus der Acerolakirsche gewonnen<br />
wird. Für die geschmackliche<br />
Finesse sorgen schonend verarbeitetes<br />
Zitronenöl sowie feine<br />
Zitronen- und Orangenschalen.<br />
Dazu gesellen sich saftige Äpfel<br />
und erlesene Hagebutten. Alle<br />
Zutaten sind 100 Prozent natürlich<br />
und machen „Heiße Zitrone“<br />
zu einem wohlschmeckenden und<br />
wärmenden Getränk an nasskalten<br />
Tagen. „Natürlich Immun“ ist<br />
<strong>das</strong> erste Bio-Bonbon am Markt,<br />
<strong>das</strong> mit natürlichem Vitamin C<br />
aus der Acerolakirsche angereichert<br />
ist und dabei unterstützt, <strong>das</strong><br />
Immunsystem zu stärken. Mit Heidelbeere,<br />
Erdbeere und schwarzer<br />
Johannisbeere sorgt es für einen<br />
erfrischenden Geschmack.<br />
www.willidungl.com
Seite 86 bis Seite 107<br />
Non-Food<br />
Küchentechnik<br />
Noch immer ist beim Frühstück <strong>das</strong> Buffet<br />
die beliebteste Präsentationsform. Für die<br />
Küche bedeutet <strong>das</strong>, besonderes Augenmerk<br />
auf die Gewährleistung von Frische zu legen<br />
und gute Warmhaltemöglichkeiten zu bieten.<br />
Seite 88<br />
Gastgarten<br />
Draußen sitzen und ein feines Essen oder spritziges<br />
Getränk genießen – <strong>das</strong> würde so mancher<br />
gerne <strong>das</strong> ganze Jahr über machen. Wieso der<br />
Outdoor-Bereich gerade in Zeiten von Corona<br />
wichtiger denn je ist und wieso Schanigärten farbenfrohe<br />
Möbel besonders gut stehen, dem wird<br />
auf den Grund gegangen.<br />
Seite 96<br />
Hygiene & Reinigung<br />
Es sind für wahr Themen, die viele Herausforderungen<br />
mit sich bringen: Hygiene und<br />
Reinigung leiden oft unter Personalmängeln<br />
und können verstärkten Corona-Auflagen<br />
nur schwer gerecht werden. Doch hier gibt es<br />
Lösungen, welche ein hygienisches Umfeld<br />
sichern.<br />
Seite 100<br />
Tischkultur<br />
Von farbenfrohen Geschirren über nachhaltige<br />
Servietten bis hin zu ganzen Raumkonzepten:<br />
die modernsten Ideen der Tischkultur werden<br />
hier zu ergründen versucht. Handmade und Detailverliebtheit<br />
liegen hierbei ganz klar im Trend<br />
und machen aus der Essensumgebung eine<br />
Wohlfühlzone.<br />
Seite 104
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELLES 87<br />
| BA12-17G |<br />
Das Gebäude der Zukunft<br />
kann auch so aussehen<br />
Ideal für Modernisierungen: Die offene,<br />
PC-basierte Gebäudeautomation<br />
von Beckhoff<br />
Foto: Koll<br />
Neues Saalkonzept<br />
im Gasthaus Ebner<br />
Das Gasthaus Ebner in Übelstein bei Bruck an der Mur bietet<br />
<strong>das</strong>, was sich die Gäste von einem Wirtshaus in der Steiermark<br />
erwarten. Mit Kreativität führen Ingrid und Reinhard<br />
Hollerer <strong>das</strong> direkt am Murradweg gelegene Haus seit mittlerweile<br />
rund 20 Jahren. Ein wichtiges Standbein des Gasthauses<br />
Ebner ist der schon etwas in die Jahre gekommene Fest- und<br />
Veranstaltungssaal mit einer Kapazität von bis zu 100 Personen.<br />
Neben Familien- und Firmenfeiern werden dort auch Sänger-<br />
und Musikantenstammtische sowie Krimi-Dinner veranstaltet.<br />
Eine Zielsetzung bei der Neukonzeption des Saales war<br />
es daher, die Flexibilität für jede Art von Veranstaltungen zu erhalten.<br />
Gemeinsam mit Koll Gastro Konzept wurde eine multifunktionelle<br />
Lösung entwickelt: mobile, zum Teil raumhohe<br />
Trennelemente, spezielle, optisch aufgewertete Sitzinseln sowie<br />
gemütliche Bänke, die bei unterschiedlichen Stellvarianten<br />
integriert werden können. Ein adaptives Beleuchtungskonzept<br />
ermöglicht es, für jeden Anlass die passende Lichtstimmung<br />
zu schaffen. Das umfangreiche Weinangebot wird den Gästen<br />
mit einem ebenfalls mobilen Weinklimaschrank auch räumlich<br />
nähergebracht. Mit der Konzeptentwicklung, Planung und<br />
Ausschreibung der Inneneinrichtung wurde Koll Gastro Konzept<br />
beauftragt, die handwerkliche Ausführung erfolgt durch<br />
Betriebe aus der Region. Die Eröffnung des neuen Saales im<br />
Gasthaus Ebner ist für <strong>das</strong> Frühjahr 20<strong>22</strong> geplant.<br />
www.koll.co.at<br />
So wird wertvolle Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern zukunftsfit<br />
gemacht: Mit der integralen Gebäudeautomation von Beckhoff<br />
implementieren Sie alle Möglichkeiten der Kommunikations- und<br />
Steuerungstechnik – angepasst an die individuellen Bedürfnisse der<br />
Immobilie. Alle Gewerke werden von einer einheitlichen Hard- und<br />
Softwareplattform gesteuert: Ganz gleich, ob es um die nutzungsgerechte<br />
Beleuchtung, die komfortable Raumautomation oder<br />
die hocheffiziente HLK-Regelung geht. Für alle Gewerke stehen<br />
vordefinierte Softwarebausteine zur Verfügung, die <strong>das</strong> Engineering<br />
enorm vereinfachen. Funktionserweiterungen oder -änderungen sind<br />
jederzeit möglich. Das Ergebnis: Durch die optimale Abstimmung aller<br />
Gewerke werden die Energieeinsparpotenziale voll ausgeschöpft und<br />
die Effizienz der Bewirtschaftung deutlich erhöht.<br />
Scannen und alles<br />
über die Gebäudeautomation<br />
mit<br />
PC-based Control<br />
erfahren<br />
Die ganzheitliche Automatisierungslösung von Beckhoff:<br />
Flexible<br />
Visualisierung/<br />
Bedienung<br />
Skalierbare Steuerungstechnik,<br />
modulare<br />
I/O-Busklemmen<br />
Modulare<br />
Software-<br />
Bibliotheken
88 KÜCHENTECHNIK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Fotos: Rechberger<br />
Der perfekte<br />
Kulinarik-Start in<br />
den Tag<br />
Mit dem richtigen Equipment lässt sich bei den Gästen der<br />
Appetit aufs Frühstück wecken.<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Man solle „frühstücken wie ein<br />
Kaiser, mittagessen wie ein König<br />
und abendessen wie ein<br />
Bettler“ haben die Kinder früher<br />
gelernt. Ok, sowohl Pädagogik wie<br />
auch Ernährungswissenschaft haben<br />
sich seitdem etwas geändert und individuelle<br />
Vorlieben (ebenso wie zeitliche<br />
Faktoren im Alltag) haben in der heutigen<br />
Zeit mehr Einfluss als starre Regeln.<br />
Trotzdem ist <strong>das</strong> Frühstücksbuffet<br />
nicht nur ein Aushängeschild vieler<br />
Hotels, auch immer mehr Gastronomen<br />
bieten vor allem an Wochenenden<br />
einen Brunch an. Vor allem aber, wenn<br />
<strong>das</strong> Frühstück in Buffetform angerichtet<br />
wird, braucht es einiges an Spezialequipment,<br />
um die riesige Auswahl an<br />
Cerealien, Marmeladen, Wurst, Käse,<br />
Eiern oder Säften übersichtlich, appetitlich<br />
und vor allem auch hygienisch<br />
zu präsentieren. <strong>GASTRO</strong> hat sich eine<br />
Auswahl solcher Produkte angesehen,<br />
die Appetit auf die erste Mahlzeit des<br />
Tages machen sollen.<br />
Buon giorno<br />
Wer etwa italienisches Flair bei seinem<br />
Buffet bevorzugt, der könnte mit<br />
den Produkten der Yegam-Linie des
1-2/20<strong>22</strong><br />
KÜCHENTECHNIK 89<br />
Linzer Geschirr-Spezialisten Rechberger<br />
(www.rechberger.at) glücklich werden.<br />
Die Produkte der Marke zeichnen<br />
sich neben einer speziellen visuellen<br />
Ästhetik durch hochwertige Materialkombinationen<br />
aus. Das Yegam „Artisan“<br />
Chafing-Dish etwa ist ein Aluminium-Induktionskochgeschirr<br />
mit<br />
einem speziellen Boden für eine perfekte<br />
Wärmeverteilung. Es garantiert laut<br />
Herstellerangaben besondere Leichtigkeit<br />
für eine praktische und komfortable<br />
Verwendung und ist sowohl in eckiger<br />
wie auch in runder Form erhältlich.<br />
Die „Urban“ Saft- und Müslispender<br />
der Yegam-Linie zeichnen sich wiederum<br />
durch ihr gehärtetes Glas aus. Mit<br />
Edelstahl-Hahn auf Eschenholz-Ständer<br />
machen sie auf jedem Frühstücksbuffet<br />
eine gute Figur.<br />
Das Ei des Columbus<br />
Und weil ein Frühstücksbuffet nicht erst<br />
im Speisesaal beginnt, sondern auch im<br />
Hintergrund zahlreicher Vorbereitungen<br />
Der Pollux garantiert salmonellenfreie<br />
Eier im Küchenbetrieb.<br />
Foto: M. Göbel_EGGcellent Pollux<br />
bedarf, sei hier auch <strong>das</strong> Produkt „Pollux“<br />
der Firma Eggcellent (www.eggcellent.de)<br />
vorgestellt. Denn eines der<br />
größten Probleme beim Umgang mit<br />
Frischeiern in Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung<br />
ist die Salmonellengefahr.<br />
Im Pollux kann man Eier<br />
nachweislich salmonellenfrei machen –<br />
ohne <strong>das</strong>s <strong>das</strong> Ei seine rohe Konsistenz<br />
mit den wertvollen Inhaltsstoffen verliert.<br />
Polluxierte rohe Eier lassen sich in<br />
beliebiger Form verwenden: vom Spiegelei<br />
über frische Eierspeise, Mayonnaise,<br />
Hollandaise etc. Dazu kommt, <strong>das</strong>s<br />
man im Pollux nicht nur Eier salmonellenfrei<br />
machen kann, sondern in einem<br />
Schritt gleichzeitig auch in jeder Form<br />
reproduzierbar garen kann. Durch die<br />
Technologie ist es auch möglich, weiche<br />
Eier eine gewisse Zeit warm vorzuhalten,<br />
um dann <strong>das</strong> Buffet regelmäßig<br />
frisch zu bestücken. Und laut Herstellerangaben<br />
lassen sich sogar weiche Eier<br />
vom Vortag in perfekter Qualität regenerieren.<br />
Die Polluxiertechnologie arbeitet<br />
dabei nur mit natürlichem Wasserdampf<br />
– also gänzlich ohne Chemie<br />
oder Strahlen.<br />
try & buy<br />
Einen Monat<br />
Gratisstellung!<br />
Electrolux Professional GmbH<br />
Europaring F16 - 201<br />
A - 2345 Brunn am Gebirge<br />
efs.office@electroluxprofessional.com<br />
www.electroluxprofessional.com/at<br />
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Garantie*<br />
*Wartungsvereinbarung vorausgesetzt
90 KÜCHENTECHNIK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Foto: Hobart<br />
Umweltpreis IKU ’<strong>22</strong><br />
Der renommierte Umweltpreis „IKU“ wird seit 2009 zweijährlich<br />
vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz<br />
und nukleare Sicherheit verliehen. Ausgezeichnet werden industriell<br />
verwertbare Innovationen in sieben Kategorien – Hobart<br />
ist im Bereich „Produkt- und Dienstleistungsinnovationen<br />
für den Klimaschutz“ nominiert. Mit ihren Innovationen<br />
leistet die Firma einen Beitrag zur Ressourceneffizienz und<br />
Umweltschonung. Und dafür wurde <strong>das</strong> Offenburger Unternehmen<br />
nun für den Deutschen Innovationspreis für Klima<br />
und Umwelt 20<strong>22</strong> nominiert. Mit dem CLIMATE-PLUS Energiesparsystem<br />
hat die Firma es in die Endauswahl unter die<br />
bes- ten 21 Bewerber um den „IKU 20<strong>22</strong>“ geschafft.<br />
Die technologische Innovation war bereits<br />
für den Umwelttechnikpreis<br />
Baden-Württemberg 2021 nominiert<br />
und wurde durch Branchenverbände<br />
und <strong>Fachmagazin</strong>e<br />
gekürt.<br />
www.hobart.de<br />
Auszeichnung in Gold<br />
Die PT-Serie von Winterhalter<br />
beinhaltet Haubenspülmaschinen,<br />
diese sind für<br />
höchste Anforderungen ausgelegt<br />
und auf maximale Wirtschaftlichkeit<br />
getrimmt. Sie<br />
sind unkompliziert, effizient<br />
und schnell – dafür wurde die<br />
Serie Ende 2021 von den Lesern<br />
der Fachzeitschrift COOKING + CATERING INSIDE mit<br />
dem Catering Star in Gold ausgezeichnet. Geschäftsführer der<br />
Winterhalter Deutschland GmbH Rudi Seubert bedankt sich<br />
bei den Lesern zur Auszeichnung: „Über den Catering Star in<br />
Gold freuen wir uns sehr. Wir kümmern uns ums Spülen und<br />
damit um die täglichen Herausforderungen unserer Kunden.<br />
Davon leiten wir zukünftige Lösungen ab. Die Auszeichnung<br />
ist Beweis dafür, <strong>das</strong>s wir uns konsequent auf die Wünsche<br />
und Bedürfnisse unserer Kunden eingestellt haben.“<br />
www.winterhalter.at<br />
Foto: Winterhalter<br />
Moderne Buffetanlagen mit<br />
Front-Cooking Station<br />
Ob Frühstücks-, Mittags- oder Abendbuffet,<br />
als Mittelpunkt eines Restaurants<br />
oder Speisesaals erfüllen MAYWAY<br />
Buffetanlagen verschiedenste Ansprüche.<br />
Die attraktive Präsentation der Lebensmittel<br />
und Speisen allein genügt<br />
nicht mehr, funktionelle und hygienische<br />
Standards müssen heute mehr denn<br />
je berücksichtigt werden. Multifunktionell<br />
vom Frühstück bis zum Abend, die<br />
gelungene Präsentation Ihrer Produkte,<br />
mit Frische über längere Zeiträume.<br />
Für die Ergonomie und Hygiene ist<br />
es ausschlaggebend, <strong>das</strong>s Design und<br />
Funktion perfekt aufeinander abgestimmt<br />
sind. Dabei baut MAYWAY auf<br />
Kundenwünsche und gestaltet stilechte<br />
und funktionelle Buffetanlagen für jedes<br />
Ambiente. Individuelle Gesamtlösungen,<br />
die Design und Technik integrieren,<br />
damit <strong>das</strong> Buffet zum kulinarischen Erlebnis<br />
für Gäste und optimierten Arbeitsablauf<br />
für Mitarbeiter wird. Individuelle<br />
Planung und Fertigung von Buffetanlagen<br />
sind unsere Stärke und gewährleisten<br />
eine kompromisslose Berücksichtigung<br />
der individuellen Gegebenheiten<br />
und Wünsche. Wir setzen Ihre Ideen zu<br />
einem funktionellen und harmonischen<br />
Ganzen um. Bieten Sie Ihren Gästen ein<br />
eindrucksvolles Erlebnis und sparen sie<br />
wertvolle Mitarbeiterressourcen. Durch<br />
den zusätzlichen Einsatz einer mobilen<br />
Front-Cooking Station von MAYWAY<br />
haben die Köche ihren Dunstabzug immer<br />
mit dabei. Die Verwendung von Aktivkohlefiltern<br />
sorgt für ein nahezu geruchsfreies<br />
Kocherlebnis. Die fahrbaren<br />
Stationen sind leicht in jede Ausgabe integrierbar<br />
und überall dort einsetzbar, wo<br />
sich der Gast befindet und elektrischer<br />
Strom vorhanden ist. Durch die variable<br />
Einsatzhöhe ist die Verwendung von vielen<br />
verschiedenen Kochgeräten möglich<br />
und der vorgeschriebene Hustenschutz<br />
ist serienmäßig mit dabei. Die MAY-<br />
WAY Front-Cooking Station passt sich<br />
durch eine Vielzahl an möglichen Farben<br />
und Dekors an nahezu jede Einrichtung<br />
an und wird so schnell zum “Lokal<br />
Hero“, der Gäste begeistert und die Umsätze<br />
nach oben hebt. Das Buffet als Visitenkarte<br />
Ihres Gastbetriebes, vom alpinen<br />
Buffet in Altholz über Shabby Chic,<br />
Loftstyle oder Green Living, die Einrichtungsberater<br />
von MAYWAY sorgen für<br />
die individuelle Planung, ganz nach dem<br />
Geschmack der Kunden.<br />
info<br />
Nähere Informationen<br />
erhalten Sie bei Ihrem<br />
MAYWAY-Kundenberater<br />
im MAYWAY-Fachgeschäft,<br />
unter www.mayway.eu oder<br />
telefonisch unter 0810 100 180<br />
Foto: Mayway
1-2/20<strong>22</strong><br />
KÜCHENTECHNIK 91<br />
Foto: Eggcellent<br />
Smartes<br />
Warmhaltegerät<br />
Im Castor von EGGcellent können weiche Frühstückseier in<br />
immer gleichbleibender Qualität warmgehalten werden – sie<br />
erkalten nicht und garen auch nicht nach. Der Gast kann sich<br />
außerdem direkt bedienen und muss nicht warten. Die Kapazität<br />
des Trays ist auf bis zu 30 Eier ausgelegt. Wenn nötig<br />
kann man in der Classic-Ausführung auch mehr Eier auf dem<br />
Tray stapeln. Die Lösung mit dem Körbchen bietet Platz für 40<br />
bis 50 Eier. Die Steuertechnik im Castor macht es auch möglich,<br />
weiche Eier in unterschiedlichen Garstufen vorzuhalten.<br />
Da <strong>das</strong> Gerät ohne Wasser betrieben wird und die Temperatur<br />
nicht verstellt werden kann, ist <strong>das</strong> Gerät sehr einfach<br />
zu bedienen. Der Castor ist kompatibel mit dem anderen Küchengerät<br />
von EGGcellent: dem Pollux. Dieser macht die Eier<br />
nachweislich salmonellenfrei, die Technologie wird sowohl im<br />
den klassischen Care- oder Hotelbereich geschätzt als auch<br />
in gastronomischen Betrieben, Cafés und Kantinen. Durch die<br />
unterschiedlichen Formen lässt sich für jedes Ambiente <strong>das</strong><br />
richtige Gerät finden.<br />
www.eggcellent.de<br />
Komfortabel trifft<br />
gründlich<br />
Miele vervollständigt<br />
sein umfassendes<br />
Portfolio mit<br />
einer neuen Generation<br />
von Durchschubgeschirrspülern.<br />
Diese werden<br />
allen individuellen<br />
Anforderungen von<br />
Gewerbekunden gerecht.<br />
Die Modellreihe<br />
PTD 901 löst im<br />
Januar 20<strong>22</strong> die bewährten<br />
Geräte für große Küchen ab – und bietet Anwendern<br />
mehr Komfort als je zuvor, etwa durch ein Display, <strong>das</strong><br />
leicht und komfortabel nutzbar ist und Bedienfehler nahezu<br />
ausschließt. Dabei bieten alle Ausstattungsvarianten die gewohnt<br />
kurzen Chargenzeiten bei einer Kapazität von knapp<br />
1.300 Tellern pro Stunde.<br />
Bei der Ausstattungsvariante „Eco“, die ein energieeffizientes<br />
System aus Abluft- und Abwasserwärmetaucher<br />
nutzt, verhindert ein neuer Filter <strong>das</strong> Eindringen von Fett<br />
in den Wärmetauscher. Der Fettfilter lässt sich einfach entnehmen<br />
und kann ebenfalls maschinell gereinigt werden.<br />
Außerdem spart sie durch die mehrfache Nutzung von angesaugter<br />
Abluft und bereits erwärmtem Abwasser nicht<br />
nur Energie. Auch die Umgebungsluft in der Spülküche<br />
bleibt wesentlich kühler als bei einem nicht derart ausgestatteten<br />
Gerät.<br />
www.miele.at<br />
Foto: Miele<br />
Perfekte Spül- und Trocknungs-Lösungen<br />
für Ihr Mehrweggeschirr<br />
www.hobart.de
92 GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Kongresse sind ein reines<br />
Volumensgeschäft<br />
Vom Querfahrer zum Quereinsteiger: Eigentlich kommt Wolfgang Stubenberg aus dem<br />
Motor(sport)bereich. Seit über 20 Jahren betreibt er allerdings mit der Firma M*Eventcatering<br />
gemeinsam mit seinem Partner eines der größten Cateringunternehmen Österreichs.<br />
<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Waldemar Benedict (l.) und Wolfgang Stubenberg haben mit M*Eventcatering eines der erfolgreichsten Cateringunternehmen<br />
Österreichs aufgebaut.<br />
Foto: Marina Probts Eiffe<br />
Manche Karrieren gehen bzw.<br />
fahren verschlungene Wege. So<br />
etwa auch bei Wolfgang Stubenberg.<br />
In den 1990er-Jahren war<br />
er Pressesprecher von Fiat in Österreich<br />
und ist daneben mit seinem Partner<br />
Waldemar Benedict semiprofessionell<br />
Rallye gefahren. Benedict war zu diesem<br />
Zeitpunkt bereits erfolgreicher Gastronom<br />
mit dem Restaurant „Marienhof “<br />
in Wien. Es folgte der Versuch, die Rennauftritte<br />
nach außen hin etwas professioneller<br />
zu gestalten, wobei sich die<br />
Gastroerfahrung Benedicts als durchaus<br />
praktisch für <strong>das</strong> Aufziehen eines<br />
Cateringdienstes in dem Bereich herausstellte.<br />
Die ersten diesbezüglichen<br />
Erfahrungen waren jedenfalls positiv<br />
genug, <strong>das</strong>s man bald darüber nachdachte,<br />
<strong>das</strong> Thema Catering professionell<br />
zu betreiben. Stubenberg hängte<br />
auch bald seinen angestammten Job<br />
im Pressebereich an den Nagel und widmete<br />
sich ab dem Jahr 2000 fortan ausschließlich<br />
dem neuen gemeinsamen<br />
Unternehmen M*Eventcatering, wobei<br />
die Aufgabenteilung auf der Hand lag:<br />
Während Waldemar Benedict sich um<br />
den gastronomischen Part kümmert,<br />
liegen Marketing, Akquise & Co. in Stubenbergs<br />
Händen.<br />
Beide Männer dürften indes einen<br />
guten Job gemacht haben, waren doch<br />
bald Unternehmen wie T-Mobile, SAP<br />
oder BMW Wien, wo man jeweils für die<br />
Betriebsgastronomie zuständig war, Teil<br />
des Kundenstammes. Ebenso der damalige<br />
A1-Ring (heute Red Bull-Ring), wo<br />
man alle Rennen bis hin zur Formel 1 betreut<br />
hat und auch in der Parlamentskantine<br />
haben Stubenberg und Benedict<br />
für <strong>das</strong> leibliche Wohl der Abgeordneten<br />
gesorgt. „Neben dem Eventcatering war<br />
die Betriebsgastronomie immer schon<br />
unser zweites großes Standbein und mit<br />
einem Umsatz von rund zehn Mio. Euro<br />
pro Jahr nur in dem Bereich waren wir<br />
da schon einer der größten Player in Österreich“,<br />
erzählt Wolfgang Stubenberg<br />
im Gespräch mit <strong>GASTRO</strong>. Einige Jahre<br />
war man sogar Exklusivpartner im
1-2/20<strong>22</strong><br />
GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG 93<br />
Fotos: Colin Cyruz<br />
Foto: Marina Probts Eiffe<br />
Frische, biologische und regionale Zutaten sind heute bei immer mehr Cateringkunden Voraussetzung. Auch vegetarische und<br />
vegane Speisen werden immer mehr gefragt.<br />
Austria Center Vienna und hat hier<br />
auch zahllose Kongresse kulinarisch betreut.<br />
Stubenberg: „Das haben wir aber<br />
bald wieder aufgegeben, weil diese Kongresse<br />
ein reines Volumensgeschäft sind<br />
und <strong>das</strong> ist nicht die Richtung, in die wir<br />
uns bewegen wollten.“<br />
Haupteinsatzgebiete Wien und NÖ<br />
Das Hauptgeschäft macht M*Eventcatering<br />
als Wiener Unternehmen natürlich<br />
im Osten Österreichs, aber auch in<br />
Salzburg ist man oft tätig, speziell bei<br />
großen Hochzeiten. Stubenberg: „Wir<br />
waren aber auch schon auf der IAA in<br />
Frankfurt oder der Immobilienmesse in<br />
Cannes tätig. Catering heißt ja im Prinzip<br />
‚Essen verpacken und wo anders<br />
hinbringen‘. Ob ich da jetzt drei Stunden<br />
unterwegs bin oder sieben Stunden ist<br />
ja letztlich nur eine Frage des Preises.“<br />
Was sich in den vergangenen Jahren<br />
laut Stubenberg jedenfalls auch deutlich<br />
gewandelt hat, sind die Ansprüche der<br />
Kunden. Hat es früher geheißen „machts<br />
ein paar belegte Brötchen, Schnitzel,<br />
Backhendl, Salat und vielleicht noch einen<br />
Fisch“, geben die Kunden heute sehr<br />
genaue Vorgaben, was sie haben wollen,<br />
wobei sehr stark auf Nachhaltigkeit –<br />
Stichwort Fair Trade – Gesundheit, Regionalität<br />
und ein ansprechendes vegetarisches<br />
Angebot bis hin zu veganen<br />
Gerichten geachtet wird. Stubenberg:<br />
„Die Zeiten, in denen ein Catering ohne<br />
Schnitzel undenkbar war und als irgendein<br />
Risotto oder Krautfleckerln als vegetarische/vegane<br />
Alternative gereicht<br />
hat, sind seit gut fünf Jahren vorbei. Die<br />
Wünsche der Kunden haben sich geändert.<br />
Das stellt uns zwar vor große Herausforderungen,<br />
macht aber andererseits<br />
auch Spaß, hier kreativ sein zu können.“<br />
Corona als Gamechanger<br />
Größter Gamechanger in der jüngeren<br />
Vergangenheit war aber klarerweise<br />
Corona. Mit Beginn der Pandemie habe<br />
man knapp 80 Prozent des Umsatzes<br />
verloren. „Monatelang war der Umsatz<br />
bei null, auch bei den Mitarbeitern ha-
94 GEMEINSCHAFTSVERPFLEGUNG<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Fotos: Colin Cyruz<br />
Mit dem „Hungry Club“ will man Unternehmen zeitgemäße, frische und gesunde Mitarbeiterverpflegung bieten.<br />
ben wir leider fast zwei Drittel abbauen<br />
müssen und halten jetzt bei einem<br />
Personalstand von etwa 70. Die anderen<br />
konnten wir nicht mal mit Kurzarbeit<br />
halten, weil es praktisch keine Perspektive<br />
gab. Das wird uns dann auch<br />
wieder vor Probleme stellen, wenn <strong>das</strong><br />
Geschäft hoffentlich bald wieder normal<br />
anläuft und uns dann <strong>das</strong> Personal<br />
dafür fehlt“, erklärt Stubenberg.<br />
Als weitere wesentliche Auswirkung<br />
der Pandemie erwartet Stubenberg auch<br />
eine gewisse Marktbereinigung. In der<br />
Vergangenheit sei die Konkurrenz sehr<br />
stark gewesen und es habe ja praktisch<br />
jeder Wirt und jeder Fleischhauer sein<br />
eigenes Catering betrieben. Viele hätten<br />
dabei auch einen guten Job gemacht, aber<br />
dauerhaft hohe Qualität könnten halt die<br />
großen Anbieter leichter garantieren. Die<br />
vergangenen zwei Jahre werde also wohl<br />
nicht jeder überleben. „Dadurch wird<br />
dann hoffentlich auch der Kunde erkennen,<br />
<strong>das</strong>s eine verlässliche Qualität der<br />
gesamten Dienstleistung speziell bei größeren<br />
Veranstaltungen – ein Geburtstagsfest<br />
für 20 Personen bringt bald mal<br />
jemand zusammen – eben eine gewisse<br />
Erfahrung und ein Know-how erfordert<br />
und <strong>das</strong>s all <strong>das</strong> auch einen Wert hat. Das<br />
beginnt schon bei der Beratung im Vorfeld,<br />
<strong>das</strong>s ich helfen kann, über Auswahl<br />
und Anzahl der angebotenen Gerichte<br />
den Stau am Buffet zu steuern.“ Einen<br />
Auftrag um jeden Preis anzunehmen ist<br />
jedenfalls nicht die Geschäftsphilosophie<br />
von M*Eventcatering.<br />
Moderne Mitarbeiterverpflegung<br />
aus dem Automaten<br />
Indes hat man sich bei M*Eventcatering<br />
auch Gedanken um die flexible, frische<br />
und gesunde Betriebsverpflegung der<br />
Zukunft gemacht und diese unter dem<br />
Titel „The Hungry Club“ vor kurzem präsentiert.<br />
Hochwertige, selbst zubereitete<br />
Frischekulinarik von M*Eventcatering<br />
und seinen Markenprodukten „<strong>das</strong><br />
grüne M“ und „Aloha Bowl“ wird dabei<br />
in Kühl-Automaten zur Verfügung gestellt.<br />
Das breite Sortiment umfasst die<br />
Verpflegung der Mitarbeiter von früh<br />
bis spät mit Bauern-Joghurts und Müslis<br />
über Sandwiches und Snacks zwischendurch<br />
bis zu Hauptspeisengerichten<br />
im Glas, frischen Salaten, modernen<br />
Bowlgerichten, Desserts, Schokoriegel<br />
und diversen Getränken. Alles ohne<br />
Konservierungsstoffe und „365 und<br />
24/7 Verfügbarkeit“ als Devise.<br />
Bereitgestellt werden die frischen<br />
Speisen in der letzten Generation sogenannter<br />
„smart fridges“, also intelligenter<br />
Kühlschränke, die per Mitarbeiteroder<br />
Kredit- und Bankomatkarte vom<br />
Kunden geöffnet werden können. Diese<br />
Kühlschränke erkennen selbstständig,<br />
welche Produkte entnommen werden,<br />
kommunizieren mit dem Kunden<br />
und rechnen entweder bargeldlos nach<br />
dem Vorgang, oder am Monatsende mit<br />
dem Unternehmen ab. Über eine App<br />
können sich die User stets über den aktuellen<br />
Stand der Befüllung, ihre persönliche<br />
Abrechnungen oder allfällige Aktionen<br />
interaktiv informieren.<br />
www.m-eventcatering.at<br />
www.thehungryclub.at
1-2/20<strong>22</strong> KÜCHENTECHNIK<br />
Sauberes Mehrweggeschirr<br />
Die Reinigungsanlage FUX von Hobart<br />
ist eine Maschine, die zum Spülen<br />
von Mehrwegbechern und -geschirr auf<br />
Großveranstaltungen entwickelt wurde.<br />
Sie ist die Maschine der Wahl, wenn viel<br />
Spülgut in kürzester Zeit gereinigt und<br />
getrocknet werden muss und schafft bis<br />
zu 10.000 Becher pro Stunde. Die leistungsstarke<br />
Ausblaszone entfernt überschüssiges<br />
Wasser. In Kombination mit<br />
der Hochleistungstrocknung verlassen<br />
die gereinigten Becher die Anlage völlig<br />
trocken. Mit Qualität, Zuverlässigkeit<br />
und Bedienkomfort hält die FUX Reinigungsanlage<br />
auch den komplexesten<br />
Reinigungsanforderungen stand. Sie ist<br />
außerordentlich leistungsstark und hat<br />
zudem niedrige Betriebskosten. Basierend<br />
auf der langjährigen Erfahrung mit<br />
Kunststoff-Spüllösungen für den Catering-<br />
und Eventbereich präsentiert der<br />
Weltmarkführer gewerblicher Spültechnik<br />
Hobart passende Spüllösungen für jeden<br />
Bedarf und für die unterschiedlichste<br />
Mehrweg-Behältnisse, von der kleinen<br />
Untertischspülmaschine bis zur großen<br />
Bandspülanlage.<br />
www.hobart.de<br />
Auslieferung gewusst wie<br />
Electrolux Professionals neue, umluftbetriebene<br />
SafeBox Hold ermöglicht<br />
Lieferdiensten und gastronomischen<br />
Einrichtungen ein HACCP-gerechtes<br />
temporäres Aufbewahren und Ausliefern<br />
von frisch produzierten und verpackten<br />
Speisen. In der SafeBox Hold<br />
wird die hohe Qualität der Speisen bis<br />
zur Übergabe an den Kunden sichergestellt.<br />
Warmes kann mit der vorgeschriebenen<br />
Temperatur ausgeliefert<br />
und ausgehändigt werden. Außerdem<br />
verhindert eine UVC-Beleuchtung an<br />
der Decke im Inneren, <strong>das</strong>s sich Bakterien<br />
vermehren können. Denn entsprechende<br />
Labortests haben gezeigt, <strong>das</strong>s<br />
die Kombination von Heißluft und UVC-<br />
Licht die Bakterienbelastung kurzzeitig<br />
um bis zu 99,9 Prozent verringern kann.<br />
Zusätzlich sind die Edelstahlgriffe der<br />
Glasschiebetüren mit einer antibakterielle<br />
Beschichtung versehen. Die Box benötigt<br />
lediglich eine Stellfläche von 600<br />
x 410 mm und durch ein durchdachtes<br />
Stecksystem nur einen einzigen Stecker<br />
und eine 230 V-Steckdose für bis zu drei<br />
Boxen.<br />
www.electroluxprofessional.com<br />
Foto: Jigal Fichtner<br />
Foto: Elektrolux<br />
Foto: Palux<br />
Smarte und<br />
kundennahe<br />
Lösungen<br />
95<br />
Ein Highlight auf der Messe Internorga<br />
20<strong>22</strong> wird die X-Linie von<br />
Palux. Diese neue Küchenlinie sowie<br />
die Auftischgeräte der Palux-<br />
Serien Cook‘n Roll und BistroLine<br />
für traditionelle und neue Gastronomiekonzepte<br />
sind die Höhepunkte<br />
des Großküchenherstellers<br />
auf der diesjährigen Internorga in<br />
Hamburg. Neben seinen Konzeptlösungen<br />
präsentiert Palux hochwertige<br />
Küchentechnik, live zu<br />
sehen unter anderem bei den Vorführungen<br />
der Köche am Messestand.<br />
Auf der Außenfläche Stand<br />
B7.FG.04 ist Sterneküche der besonderen<br />
Art zu sehen: Für den<br />
neuen Foodtruck von Sternekoch<br />
Maximilian Lorenz hat Palux eine<br />
Küche mit Technik höchster Qualität<br />
maßgeschneidert – alles aus<br />
einer Hand, von der Planungsunterstützung<br />
bis hin zur Montage.<br />
www.palux.de
96 GASTGARTEN<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Holz ist aktuell auch im Outdoor-Bereich schwer angesagt - und bei entsprechender<br />
Pflege durchaus witterungstauglich.<br />
Foto: Mila Zytka<br />
Foto: Exito<br />
„Schani, trag den<br />
Garten raus!“<br />
Die klassische Aufforderung an den Kellner zur Eröffnung der Gastgartensaison wird nicht<br />
mehr lange auf sich warten lassen. Zeit also, sich einen Überblick über aktuelle Trends zu<br />
verschaffen.<br />
Von Clemens Kriegelstein<br />
Mitte Februar hat zwar in Österreich<br />
der Winter den Großteil<br />
Österreichs noch fest im Griff,<br />
die Tage werden aber schon<br />
merkbar länger und auch die Sonne<br />
zeigt schön langsam wieder etwas mehr<br />
Kraft. Bis zu den ersten warmen Frühlingstagen<br />
ist es also nicht mehr weit.<br />
Viele Gäste freuen sich jedenfalls schon<br />
auf den ersten Kaffee, <strong>das</strong> erste Bier unter<br />
freiem Himmel. <strong>GASTRO</strong> hat sich<br />
jedenfalls umgehört, wohin die Reise in<br />
diesem Jahr geht, welche Farben oder<br />
Materialien in der Gastgartensaison<br />
20<strong>22</strong> gefragt sein werden.<br />
Optische Visitenkarte<br />
eines Lokals<br />
„Wie schon in der letzten Saison geht<br />
der Trend bei der Gastterrasse immer<br />
stärker in den Bereich der ganzheitlichen<br />
Konzeption. Die Terrasse ist die<br />
optische Visitenkarte eines Lokals. Immer<br />
mehr Lokalbetreiber möchten den<br />
Indoorbereich optisch fließend in den<br />
Outdoorbereich übergehen lassen und<br />
damit die Unternehmensmessage auch<br />
optisch ganz klar dem Kunden vermitteln“,<br />
weiß etwa Wolfgang Linder, Geschäftsführer<br />
der Firma Karasek.<br />
Individualität und gesamtheitliche<br />
Konzeption sei klar im Vormarsch. Der<br />
Essbereich solle sich harmonisch mit<br />
einer angeschlossenen Chill Out Zone<br />
oder einem Outdoorbarbereich ergänzen.<br />
Dies unter Einbeziehung einer entsprechenden<br />
Beschattung und auch einer<br />
optischen Abtrennung zu einem<br />
eventuell betriebsfremden Außenbereich.<br />
Mut zur Farbe<br />
„Im urbanen Bereich sieht man immer<br />
öfter Mut zur Farbe, vor allem in Lokalen,<br />
die mit ihrem Outdoorbereich die junge<br />
Generation ansprechen wollen. In der<br />
Formensprache sieht man klare Linien<br />
mit einem eleganten puristischen Design.<br />
Das vorherrschende Material ist in<br />
der Bestuhlung sicher Aluminium kombiniert<br />
mit Textilen oder anderen Materialien<br />
auf Grund seiner Pflegeleichtigkeit<br />
und Resistenz gegenüber Einflüssen<br />
im Outdoorbereich. Bei den Tischen hat<br />
sich ganz klar die HPL Platte gegenüber<br />
anderen Holzschichtstoffplatten durchgesetzt,<br />
aber auch der klassische Eisen/<br />
Blechtisch findet vor allem im urbanen<br />
Bereich einen Retroschub“, so Linder.<br />
Es gebe aber auch noch immer die klassischen<br />
Eisenmöbel in einem romanti-
1-2/20<strong>22</strong> GASTGARTEN<br />
97<br />
schen, historischen Ambiente oder den<br />
robusten Biergartensessel in einem ländlichen<br />
Gastgarten oder Heurigen.<br />
Beim Möbelhersteller Exito wiederum<br />
sieht man <strong>das</strong> Thema Beschattung<br />
als wichtigen Punkt im Outdoor-Bereich.<br />
„Großschirme sind eine enorme<br />
Wertschöpfungssteigerung und gehören<br />
mittlerweile zu einem einladenden<br />
Gastgarten einfach dazu“, weiß man hier<br />
aus Erfahrung. Zudem setzen die Ausstattungsprofis<br />
im Outdoorbereich auf<br />
Bänke: „Bänke eignen sich ideal, um sie<br />
an Hausmauern zu stellen oder als Abtrennung.<br />
Für viele Gäste ist der beliebteste<br />
Platz auf einer Bank!“<br />
Outdoorbereich in<br />
Pandemiezeiten wichtig<br />
Nicht zuletzt hat der Gastgarten in Pandemiezeiten<br />
generell an Bedeutung gewonnen:<br />
„Menschen fühlen sich an der<br />
frischen Luft und mit Abstand generell sicherer“,<br />
erklärt etwa Michael Kottas-Heldenberg,<br />
Managing Director der DOTS<br />
Group auf <strong>GASTRO</strong>-Anfrage. „Innerhalb<br />
der DOTS Group haben wir daher in allen<br />
Betrieben die Gastgärten nach Möglichkeit<br />
vergrößert, um für die Bedürfnisse<br />
der nächsten Jahre gerüstet zu sein. In<br />
der warmen Saison ist der Gastgarten<br />
ohnehin unabdingbar. Und die wird immer<br />
länger! In der Gastronomie merken<br />
wir die Klimaerwärmung, weil die Gastgartensaison<br />
sich zunehmend verlängert.<br />
In den Übergangsjahreszeiten schafft der<br />
Großzügige Sonnenschirme dienen einerseits als Schattenspender, andererseits als<br />
Regenschutz.<br />
Foto: Mato Johannik<br />
Gastgarten zusätzliche Kapazitäten.“ Bei<br />
entsprechender Beheizung würden viele<br />
Gäste außerdem auch an kälteren Tagen<br />
draußen sitzen. Die steigende Beliebtheit<br />
der Aperitivo-Kultur fördere den<br />
Open-Air-Konsum zusätzlich. Mit einigen<br />
Adaptionen lasse sich der Gastgarten so<br />
ganzjährig bespielen.<br />
Wichtig sei bei Gastgärten jedenfalls<br />
der richtige Sonnen-/Regenschutz.<br />
Kottas-Heldenberg: „Bei leichtem Niederschlag<br />
ermöglicht der Regenschutz<br />
den ungestörten Betrieb der Außenfläche.<br />
Im Sommer bevorzugen die meisten<br />
Gäste einen schattigen Platz, um<br />
sich vor der Sonne zu schützen“.<br />
Wenn es um echte Objekttauglichkeit geht.<br />
Outdoormöbel von Karasek<br />
TEL +43(0)1/865 92 83-21, info@karasek.co.at, HÄNDLER IN IHRER NÄHE UNTER www.karasek.co.at
98 GASTGARTEN<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Gäste sitzen am<br />
liebsten auf der<br />
Bank<br />
Einer der wenigen Hersteller von<br />
Gartenmöbeln für die Gastronomie<br />
und Hotellerie, die Design,<br />
Entwicklung, Produktion und Vermarktung<br />
unter einem Dach vereinen,<br />
ist Exito. Das Familienunternehmen<br />
steht seit über 20 Jahren<br />
für Qualitätsprodukte. Der Hersteller<br />
fertigt auch seine Bänke<br />
nach Maß – und <strong>das</strong> in allen Formen.<br />
Von Eckbänken bis hin zu<br />
Hochbänken, egal ob in L oder U<br />
Form sowie die standardmäßige<br />
Normalbank – es sind alle Größen<br />
erhältlich. Die Bänke sind komplett<br />
witterungsbeständig und daher<br />
sowohl im Sommer als auch im<br />
Winter im Outdoorbereich verwendbar.<br />
Exito garantiert eine lange<br />
Nutzungsdauer durch geprüfte<br />
Qualität. Die Flexibilität der Mitarbeiter,<br />
ein eigener Fuhrpark und<br />
eine mögliche Vor-Ort-Präsentation<br />
dank mobilem Schauraum<br />
sind weitere Services des Unternehmens.<br />
www.exito.ag<br />
Fotos: Exito<br />
Wohlig-warmes Sitzen<br />
Das für seine innovativen, design-orientierten<br />
Produkte mehrfach ausgezeichnete<br />
Unternehmen Moonich bietet<br />
Sitz-Heizkissen an. Dieses kabellose,<br />
tragbare Heizkissen mit der gängigen<br />
Sitzplatzgröße von 40 x 40 cm verbirgt<br />
einen Akku in seinem Inneren. Einmal<br />
aufgeladen, bieten diese heatme-Kissen<br />
bei durchgängigem Gebrauch etwa drei<br />
Stunden Wohlfühl-Wärme. Ist die Energie<br />
aufgebraucht, können die Akkus an<br />
Mulitladestationen auf kleinstem Raum<br />
und mit nur einem Stromanschluss wieder<br />
geladen werden. Alternativ kann die<br />
Ladezeit durch einen extra Akku überbrückt<br />
werden. Die Ladestationen bieten<br />
bis zu 36 Ladeplätze. Für <strong>das</strong> flexible<br />
Aufstellen sind die Stationen auch mit<br />
Rollen erhältlich. Zur optischen Auswahl<br />
stehen elf verschiedene Farben. Ein individueller<br />
Druck, zum Beispiel mit dem<br />
Seit 1932 steht die Marke Karasek für<br />
qualitativ hochwertige Gastgartenmöbel<br />
„Handmade in Austria“. Egal, ob<br />
Biergartenmöbel, klassische Eisenmöbel<br />
wie <strong>das</strong> Model Bistro, oder der moderne<br />
Aluminiumsessel für den Gastgarten.<br />
Seit 90 Jahren bietet Karasek<br />
die passende Ausstattung für den gewerblichen<br />
Outdoorbereich, wozu auch<br />
die entsprechende Beschattung zählt.<br />
In dieser Saison wurden z.B. die Biergartenserie<br />
Bregenz mit dem Tisch<br />
DM80cm und der Bank mit Armlehnen<br />
sowie der Havanna Sessel & Stuhl neben<br />
vielen anderen Modellen neu in <strong>das</strong><br />
Programm von Karasek aufgenommen.<br />
Gestalten Sie Ihren Gastgarten als Ihre<br />
ganz persönliche Visitenkarte nach Ihren<br />
individuellen Wünschen. Die Karasek-Mitarbeiter<br />
bieten ihren Kunden<br />
auch kompetente Beratung und bringen<br />
den Schauraum zum Kunden vor<br />
Ort.<br />
www.karasek.co.at<br />
Schriftzug, Logo oder QR-Code des Restaurants<br />
ist möglich. Der Bezug besteht<br />
aus einem robusten UV-beständigen sowie<br />
wasserabweisenden Polyacryl-Stoff.<br />
Mit einer Anti-Diebstahl-Sicherungsöse<br />
in dem 20 cm langen Tragehenkel können<br />
die Heizkissen am Stuhl fixiert werden.<br />
Die heatme-Heizkissen für die Gastronomie<br />
sind ab 99 Euro erhältlich.<br />
www.heatme.de<br />
Gastgartenausstattung mit<br />
Erfahrung<br />
Foto: Heatme<br />
Foto: Karasek
1-2/20<strong>22</strong> GASTGARTEN<br />
Heuriger in neuem Glanz<br />
Das traditionsreiche Weingut „Mayer<br />
am Pfarrplatz“, der Inbegriff Wiener<br />
Heurigenkultur, keltert seit 1683 in Heiligenstadt<br />
besten Wiener Wein. Im romantischen,<br />
denkmalgeschützten Vorstadthaus<br />
am Pfarrplatz – in welchem schon<br />
Ludwig van Beethoven im Jahr 1817 gewohnt<br />
hat. Nach behutsamen Umbauarbeiten<br />
in diesem Traditionshaus eröffnet<br />
der Heurige im März 20<strong>22</strong> in neuem<br />
Glanz – schon jetzt ist ein Teilbereich<br />
täglich geöffnet. ELEFANT Möbel liefert<br />
wie schon in der ersten Etappe hochwertige<br />
Holzklappstühle Serie „Casino“ aus<br />
heimischen Eschenholz, mit Bootslack<br />
nussbraun lasiert. Dazu passend massive<br />
Vollholztische in typischen moosgrün<br />
deckend lackiert ergänzen <strong>das</strong> Bild<br />
für dieses besondere Ambiente.<br />
Individuelle Oberflächen, Farben und<br />
Sonderfertigungen sind eine der vielen<br />
Stärken des auf Gastgartenmöbel spezialisierten<br />
Familienbetriebs Elefant Möbel.<br />
www.elefant-moebel.at<br />
Einladende Außenterrasse<br />
Am Fuße des Wilden Kaisers im Tiroler<br />
Kirchdorf lädt <strong>das</strong> Feriengut „Oberhabach“<br />
ein, hier macht man Urlaub auf<br />
dem Bauernhof. Um den Gästen auf der<br />
großen Außenterrasse den Aufenthalt<br />
komfortabel zu gestalten entschied sich<br />
die Inhaberfamilie dazu, eine neue Markisenanlage<br />
installieren zu lassen. Jan Kattenbeck<br />
ist Verkaufsleiter für den Vertriebsinnendienst<br />
und Leiter von „team:<br />
project“ bei Markilux. Er erklärt: „Das<br />
neue Beschattungssystem sollte die bisherige<br />
Schirmlösung ersetzen, um mehr<br />
Raum für Sitzplätze zu schaffen und um<br />
vor Regen zu schützen. Wir haben Familie<br />
Seibald hierfür unser neues Modell<br />
‚pergola stretch‘ vorgeschlagen.“ Denn<br />
<strong>das</strong> System eignet sich durch eine spezielle<br />
Antriebstechnik besonders für große<br />
Außenflächen in der Gastronomie und<br />
Hotellerie. Auf der Terrasse des Feriengutes<br />
„Oberhabach“ ist nun eine gut 107<br />
Quadratmeter große 3-Feld-Anlage mit<br />
integrierter LED Line im Einsatz. „Das<br />
System ließ sich sicher mit den tragenden<br />
Holzbalken des Außenbalkons an<br />
der Fassade befestigen. Die Anlage überdacht<br />
nun gut 50 Sitzplätze“, so Kattenbeck.<br />
Bei der Wahl des Markisenmodells<br />
hat neben der Größe ebenso die Optik<br />
eine entscheidende Rolle gespielt. Denn<br />
der moderne Charakter der „pergola-<br />
Anlage“ musste zur traditionellen Tiroler<br />
Bauweise des Feriengutes passen und<br />
sich auch ins Landschaftsbild einfügen.<br />
Daher empfahl Markilux einen zu den<br />
natürlichen Holzelementen des Hauses<br />
passenden Braunton als Gestellfarbe und<br />
ein helles Tuch, <strong>das</strong> zum Schutz vor Regen<br />
wasserdicht ist. „Die Markise passt<br />
so ins Gesamtbild und der Kunde ist zufrieden“,<br />
freut sich Jan Kattenbeck. Neben<br />
dem speziellen Produktangebot für Objekte<br />
dieser Art liegt für ihn daher auch in<br />
der detaillierten Beratung durch „team :<br />
project“ eine besondere Qualität des Spezialisten<br />
Markilux.<br />
www.markilux-project.com<br />
Foto: Markilux Foto: Mayer am Pfarrplatz<br />
Foto: Luca Meneghel<br />
Skandinavisches<br />
Design<br />
99<br />
Eine breite Produktreihe von Hockern,<br />
Stühlen und Tischen, die<br />
jedem Außenbereich ein zeitloses<br />
Design verleihen, vereint sich in<br />
der Outdoor-Kollektion von Plank.<br />
Der Monza Sessel für den Außenbereich<br />
ist zum Beispiel als einfache<br />
Holzkonstruktion konzipiert,<br />
die sich formal auf eine skandinavische<br />
Stuhltypologie bezieht.<br />
Monza zeichnet sich durch eine<br />
ergonomisch geformte Rückenlehne<br />
aus, die zum einen der Struktur<br />
des Sessels dient und zum anderen<br />
für Komfort und Farbe sorgt.<br />
Die Version für den Außenbereich<br />
besteht aus massivem Iroko-Holzgestell,<br />
<strong>das</strong> mit biologischem Öl<br />
behandelt wird. Die Rückenlehne<br />
besteht aus UV-lichtbeständigem,<br />
feuerfestem, 100 Prozent recyclebarem<br />
Kunststoff und ist in den<br />
Farben Weiß, Schwarz, Café Latte,<br />
Caramel und Terra Brown erhältlich.<br />
Der Armchair Outdoor von<br />
Monza ist zusätzlich mit einer abnehmbaren<br />
Polsterauflage in verschiedenen<br />
Farbtönen erhältlich.<br />
Die witterungsbeständige Polsterung<br />
ist mit einem intelligenten<br />
Befestigungssystem ausgestattet,<br />
um ein schnelles Anbringen und<br />
Entfernen zu ermöglichen.<br />
www.plank.it
100 HYGIENE & REINIGUNG<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Visitenkarte Sanitärbereich<br />
Ein komfortables Badezimmer mit einem perfekt gestalteten Waschplatz ist für Hotelgäste<br />
eines der wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Hotelauswahl – <strong>das</strong> bestätigen immer<br />
wieder Umfragen und Zufriedenheitsstudien. <br />
Von Thomas Askan Vierich<br />
Fotos: pixabay<br />
Stylisch und funktionell soll <strong>das</strong> Bad sein.<br />
Besonders weibliche Gäste sind<br />
hier fast schon pingelig. Das Badezimmer<br />
und der Waschplatz<br />
(Waschtisch) entscheiden, ob sie<br />
sich wohlfühlt und wiederkommt. Ein<br />
paar Haare von Vorgängergästen? Ein<br />
absolutes No-Go in der Hotellerie. Nicht<br />
genügend Handtücher oder sichtbare<br />
Nutzungsspuren auf den Toiletten oder<br />
Waschtischen im Restaurant oder Café?<br />
Darüber sehen Männer vielleicht noch<br />
achselzuckend hinweg – Frauen nicht!<br />
Für die meisten Gäste sind Sauberkeit<br />
und Ausstattung der Sanitärräume<br />
(Waschtische, WCs, Toiletten) genauso<br />
wichtig wie die Qualität der angebotenen<br />
Speisen und Getränke.Um hier einen<br />
fehlerfreien und pflegeleichten Auftritt<br />
hinzulegen, muss man schon bei der<br />
Planung viel bedenken. Und die Auswahl<br />
ist groß. Aber ist sie auch immer für den<br />
professionellen Bereich geeignet?<br />
Es gibt ganz unterschiedliche<br />
Waschtisch-Systeme: Man sollte auf<br />
fugenlose Waschtische achten, weil sie<br />
leichter zu reinigen sind. In Fugen oder<br />
schwer erreichbaren Ecken und Kanten<br />
kann sich schnell Schimmel bilden oder<br />
es bleiben Schmutzrückstände zurück.<br />
Es gibt nicht nur Keramik: Die meisten<br />
Waschbecken sind traditionell aus<br />
Keramik oder Sanitärporzellan gearbeitet.<br />
Aus gutem Grund: Sanitärkeramik
1-2/20<strong>22</strong> HYGIENE & REINIGUNG<br />
101<br />
ist sehr robust und äußerst langlebig. Die Oberfläche ist hart<br />
und sehr homogen. Kratzer und Verfärbungen treten bei normaler<br />
Pflege nur selten auf. Der größte Nachteil von Keramik-Waschbecken:<br />
Wenn sehr harte oder scharfkantige Gegenstände<br />
mit Wucht auf <strong>das</strong> Waschbecken fallen, kann <strong>das</strong><br />
Material splittern, reißen oder abplatzen. Das lässt sich in den<br />
meisten Fällen reparieren, aber nicht immer ohne sichtbare<br />
Spuren.<br />
Deshalb gibt es seit vielen Jahren als Alternative Mineralguss-Waschbecken:<br />
Sie sind bei oberflächlicher Betrachtung<br />
von Modellen aus Keramik kaum zu unterscheiden. Mineralgusswaschbecken<br />
sind aber deutlich leichter und in der<br />
Regel günstiger im Einkauf. Das liegt vor allem an den geringeren<br />
Materialkosten: Mineralguss besteht in der Hauptsache<br />
aus Quarzen und Gesteinssand, die mit einem Epoxidharz<br />
vermischt werden. Es ist allerdings auch nicht so hart<br />
und langlebig wie Keramik. Aber man kann es repariern, abschleifen<br />
und neu versiegeln. Mögliche Kratzer im Mineralguss<br />
lassen sich – ähnlich wie bei einem Autolack – mit einer<br />
Politur entfernen.<br />
Andere Bezeichnungen für Mineralgussbecken auf Acrylbasis<br />
sind Cioran, Tecnoril, Geacryl oder <strong>das</strong> besonders preisgünstige<br />
Ocritech. Acryl lässt sich fugenlos in beliebiger Breite<br />
und Ausführung verarbeiten. Und da <strong>das</strong> Material relativ<br />
leicht ist, kann man es auch freihängend einsetzen, was optisch<br />
sehr attraktiv sein kann.<br />
Neolith<br />
Haptisch und optisch besonders schön, wenn auch teuer, sind<br />
Waschbecken aus Stein bzw.Neolith. Neolith besteht aus gesintertem<br />
Stein und ist sehr widerstandsfähig gegen Fleckenbildung,<br />
chemisch beständig und hitzeresistent. Gesinterter<br />
Stein ist eine Mischung aus Granit (für die Härte), Glas und<br />
Kiesel (für die chemische Stabilität) und Oxiden (für die Farbe).<br />
Also eine Art „künstlicher“ Stein, aber aus 100% natürlichen<br />
Materialien. Neolith (andere Bezeichnung: Gress) wird gepresst<br />
und gebrannt, Letzteres sogar länger als bei Keramik. Neolith<br />
verträgt alle gängigen Reinigungsformen – auch Säuren.<br />
Berührungslos<br />
Gerade in hygienisch „anspruchsvollen“ Zeiten möchte man<br />
seinen Gästen berührungslose Armaturen anbieten. Das ist<br />
auf öffentlichen Toiletten beim Waschbecken fast schon<br />
Standard und funktioniert über Sensoren. Es gibt solche<br />
Techniken aber auch für Duscharmaturen – mit Abschaltautomatik<br />
und Freispülautomatik für die Trinkwasserhygiene –<br />
alles gesteuert über Infrarot (oder Remote). Oder man wählt<br />
eine Unterputzduscharmatur mit Sensortasten. Remote wird<br />
die Wassertemperatur voreingestellt z.B. auf 38°C begrenzt<br />
und/oder mit einer Temperatursperre bei 43°C (Schutz vor<br />
Verbrühungen). Der Gast betätigt die Dusche oder die Handbrause<br />
durch sanften Druck auf die entsprechende Taste. Auf<br />
Wunsch kann er über einen Drehregler die Wassertemperatur<br />
nachjustieren.<br />
Infrarotsender für eine berührungslose Steuerung gibt es<br />
auch für die Toilettenspülung, bekannte Anbieter sind Duravit,<br />
Grohe, Tece oder Geberit.<br />
Das Bad ist weit mehr als nur ein Hygienebereich.<br />
Fotos: pixabay<br />
#NOAguide –<br />
HYGIENEPROZESSE<br />
DIGITAL MANAGEN<br />
Digitale Reinigungsorganisation<br />
für Ihr Team gesucht? In der App<br />
#NOAguide sind Arbeitsschritte<br />
einfach dargestellt – mit Piktogrammen,<br />
Bildern und in mehreren<br />
Sprachen.<br />
Mehr unter<br />
www.noa.online<br />
hollu Systemhygiene GmbH | Tel. +43 5 0979 | www.hollu.com<br />
let me guide you<br />
www.diewildenkaiser.com<br />
gastro_inseratline neu_noa_gastro_gast_98x130_20<strong>22</strong>_02_(1 Seite).indd 1 01.02.<strong>22</strong> 16:04
102 HYGIENE & REINIGUNG<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Gefahr<br />
Personalmangel<br />
Hans Georg Hagleitner, Geschäftsführer<br />
des Hygienespezialisten<br />
Hagleitner, sieht die Lebensmittel-<br />
und Küchenhygiene<br />
durch Personalmängel gefährdet:<br />
„In der Gastro fehlen rundherum<br />
Beschäftigte: Die Menschen arbeiten<br />
am Limit und müssen nebenbei<br />
auch noch Oberflächen desinfizieren.“<br />
Kerstin Heine ist Chemikerin<br />
bei Hagleitner, auch sie kennt <strong>das</strong><br />
Problem: „Aus der Eile heraus ist<br />
rasch eine Sprühflasche zur Hand:<br />
Zisch, zisch; der Sprühnebel wirkt<br />
nicht flächendeckend, sein Desinfektionseffekt<br />
bleibt aus. Manchmal<br />
bekommt dafür <strong>das</strong> Hähnchen<br />
nebenan im Römertopf etwas vom<br />
Desinfektionsmittel ab, Mahlzeit.“<br />
Hagleitner will einen Paradigmenwechsel<br />
vorantreiben: „Lebensmittelechte<br />
Desinfektionstücher lassen<br />
sich schnell, gezielt und sicher<br />
einsetzen“, sagt Heine. Am Muttersitz<br />
in Zell am See ist die Produktion<br />
bereits angelaufen, seit <strong>22</strong>. Oktober<br />
2021 wird verkauft.<br />
www.hagleitner.com<br />
Hans Georg Hagleitner, Geschäftsführer<br />
des Hygienespezialisten<br />
Hagleitner.<br />
Foto: Hagleitner Krug<br />
Hygiene durch<br />
Online-Trainingsportal<br />
Ecolabs hauseigene Webseite hat ein<br />
Online-Trainingsportal zur Verfügung<br />
gestellt. Dieses wurde von den Lesern<br />
der Fachzeitschrift COOKING + CATE-<br />
RING INSIDE (CCI) Ende letzten Jahres<br />
mit dem Catering Star 2021 in Silber ausgezeichnet.<br />
Regelmäßig werden hier die<br />
erfolgreichsten Neueinführungen von<br />
Convenience-, Getränke- und Küchentechnik-Produkten<br />
sowie Dienstleistungen<br />
für den Catering und GV-Markt gewählt.<br />
Schulungen in Zeiten von Corona<br />
waren und sind noch immer eine Herausforderung.<br />
Die Pandemie zeigt uns deutlich,<br />
wie wichtig ein gut funktionierendes<br />
Hygienemanagement ist, unabhängig<br />
von den unterschiedlichen Betriebstypen<br />
und -konzepten. Allerdings ist dieses nur<br />
umsetzbar, wenn auch die Mitarbeiter in<br />
der Branche entsprechend geschult sind,<br />
um die nötige Maßnahmen und Handgriffe<br />
auch richtig, konsequent und hygienesicher<br />
umzusetzen. Hierfür hat Ecolab<br />
mit seinem Trainingsportal einen wichtigen<br />
Beitrag geleistet.<br />
www.ecolab.com<br />
Sicherer Sanitärbereich<br />
Besonders im Sanitärbereich kommt<br />
es auf sichere Hygiene an, um Infektionen<br />
zu vermeiden und die Gesundheit<br />
der Gäste und Mitarbeiter zu<br />
schützen. Eine Vergleichsstudie der Universität<br />
Innsbruck belegt, <strong>das</strong>s die Vortränk-Methode<br />
mit Tuchwechsel – <strong>das</strong><br />
Top-Down-System beim Hygienespezialisten<br />
Hollu – Kreuzkontamination<br />
vermeidet und <strong>das</strong> sicherste Verfahren<br />
in der täglichen Unterhaltsreinigung<br />
ist. Da alle Textilien für die Oberflächen-<br />
und Bodenreinigung bereits in<br />
der korrekten Dosierung vorgetränkt<br />
und farblich gekennzeichnet sind, kommen<br />
je Raum und Anwendungsbereich<br />
die richtigen Tücher und Wischbezüge<br />
zum Einsatz. Dieser ständige Textilwechsel<br />
verhindert, <strong>das</strong>s Keime, Viren<br />
und Bakterien in andere Räume und<br />
Bereiche verschleppt werden. In Kombination<br />
mit dem ökologischen Sanitärreiniger<br />
hollueco San Top sorgt <strong>das</strong><br />
Top-Down-System für hygienische Reinigung<br />
im Sanitärbereich. Dieser enthält<br />
ein innovatives Biotensid, <strong>das</strong> erneuerbar<br />
und ökologisch ist. Diese Neuentwicklung<br />
von Hollu gewährleistet eine<br />
schonende Anwendung auf allen säurebeständigen<br />
Oberflächen und reinigt effektiv<br />
dank hohem Kalklösevermögen.<br />
Sie wurde außerdem mit dem österreichischen<br />
Umweltzeichen und EU-Ecolabel<br />
ausgezeichnet.<br />
www.hollu.com<br />
Foto: Ecolab<br />
Foto: Günter Kresser
1-2/20<strong>22</strong> HYGIENE & REINIGUNG<br />
Ergonomische<br />
Einhand-Bedienung<br />
Im Bereich Hygienelösungen berät CWS<br />
Hygiene seine Kunden umfassend in allen<br />
Belangen – von der Ausstattung eines<br />
Waschraums bis zu Gesamtlösungen für<br />
Gebäude. Die neue CWS PureLine ist der<br />
Pionier der neuen Hygieneproduktspenderlinie.<br />
Bestehend aus 16 untereinander<br />
kombinierbaren Lösungen, von kontaktlosen<br />
Seifenspendern, Handpflege und<br />
Desinfektion bis zur Stoffhandtuchrolle,<br />
sind alle wichtig Hygieneprodukte für<br />
einen gut ausgestatteten Waschraum im<br />
Portfolio enthalten. Die neue Produktlinie<br />
besticht durch ihr modernes Design.<br />
Neu ist auch <strong>das</strong> Push-System, <strong>das</strong><br />
eine ergonomische Einhand-Bedienung<br />
über einen Druckhebel ermöglicht. Es<br />
Hygienische Säule<br />
Wesentliche Produkte im Hygienebereich<br />
sind Kopfbedeckungen, Handschuhe,<br />
Schürzen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel<br />
sowie Hygienepapier<br />
in den verschiedensten Qualitäten für<br />
den Bedarf in Küchen, im Restaurantbereich,<br />
in Hotels und im Spa. Halek<br />
sieht es als Aufgabe, Kunden und Interessenten<br />
in den Abläufen zu unterstützen<br />
und jegliche Hilfe, von der Produktauswahl<br />
bis zur korrekten Verwendung,<br />
anzubieten und auch begleitend zu helfen.<br />
Hierzu wurden spezielle Spartenkataloge<br />
erstellt. Eine nicht unerhebliche<br />
Rolle im Hygienebereich spielen Desinfektions-<br />
und Hygienesäulen, hier bietet<br />
Halek nicht nur die herkömmlichen<br />
Systeme an, sondern eine komplette Eigenentwicklung<br />
aus Edelstahl, die mit<br />
Fußbetätigung funktioniert. Sie hat bis<br />
zu 10 Liter Fassungsvermögen und ist<br />
daher gerade bei Großveranstaltungen<br />
von Vorteil. Außerdem ist sie, durch<br />
vollkommene Witterungsbeständigkeit<br />
sowohl für Indoor als auch Outdoor<br />
geeignet. Die Säule findet bereits<br />
im Eventbereich, in Kommunen, Apotheken<br />
und Krankenhäusern, aber auch<br />
ist besonders für Kinder und ältere Menschen<br />
gedacht. Die neuen Seifen sind von<br />
ECARF geprüft und mit einem Qualitätssiegel<br />
als besonders geeignet für Menschen<br />
mit empfindlicher Haut und Hautallergien<br />
zertifiziert.<br />
www.cws.com<br />
im Bürobereich Verwendung. Eine zusätzliche<br />
Individualisierung mittels Lasergravur<br />
ist ebenso möglich. Die Wertschöpfung<br />
der Säulen liegt gänzlich in<br />
Österreich.<br />
www.halek.at<br />
Foto: Farina Benriteb<br />
Foto: Halek<br />
Foto: Geberit<br />
Von der<br />
Nasszelle zur<br />
Wellness-Oase<br />
103<br />
Das, was wir mit Badezimmer<br />
verknüpfen, hat sich gewandelt:<br />
von einer Nasszelle mit dem<br />
Allernotwendigsten hin zu einer<br />
Wellness-Oase mit hohem Wohlfühl-Faktor.<br />
Dies gilt freilich nicht<br />
nur für <strong>das</strong> Bad daheim, sondern<br />
auch für die sanitären Einrichtungen<br />
auf Reisen. „Entsprechend<br />
wichtig ist es, <strong>das</strong>s auch <strong>das</strong> Hotelbad<br />
in puncto Ambiente und Komfort<br />
überzeugen kann“, betont Peter<br />
Ernst, Geberit Vertriebsleiter<br />
Design & Ausstellung. Bäder von<br />
Geberit sind dazu gemacht, Gäste<br />
zu begeistern. Der europäische<br />
Marktführer für Sanitärprodukte<br />
schafft mit der Verbindung<br />
Produktwelten vor und hinter der<br />
Wand wesentliche Mehrwerte bei<br />
der Badezimmereinrichtung, gerade<br />
auch in Hotelbädern. Hochwertige,<br />
optisch ansprechende Badmöbel<br />
und Keramiken, die noch<br />
dazu einfach zu reinigen sind, bilden<br />
die Basis für eine angenehme<br />
Atmosphäre im Bad. Mit durchdachten<br />
Lösungen macht es Geberit<br />
möglich, selbst kleine Badezimmer<br />
in eine entspannende<br />
Umgebung zu verwandeln. Dank<br />
einer großen Sortimentsbreite<br />
und -tiefe wird für praktisch jede<br />
Anforderung und jedes Budget die<br />
passende Badausstattung realisiert.<br />
www.geberit.at
104 TISCHKULTUR<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Farbenfroher Morgen<br />
Bunte Teller am Frühstückstisch versprühen schon zu Beginn des Tages Lebensfreude. Der<br />
Start in den – guten – Tag ist damit fast sicher. <br />
Von Petra Pachler & Magdalena Mayr<br />
Erwin Müllers Themenwelt „Hygge“<br />
inspiriert mit Ideen für eine hyggelige,<br />
sprich gemütliche Atmosphäre.<br />
Foto: Erwin Müller<br />
Das minimalistische<br />
Design der Serie SCOPE<br />
von Bauscher überzeugt<br />
durch Einfachheit.<br />
Foto: Bauscher<br />
Die neue Farbe Avocado<br />
Green nimmt Anleihe<br />
an der gleichnamigen<br />
Superfrucht.<br />
Foto: Rosenthal<br />
Der Morgen macht ja bekanntlich<br />
den Tag und <strong>das</strong> Frühstück<br />
wird wohl gerade deshalb als die<br />
wichtigste Mahlzeit angesehen.<br />
Zudem sind die Zeiten, in denen hastig<br />
ein Toast zubereitet wurde, vorbei<br />
– Frühstück findet mittlerweile überall<br />
statt und man lässt sich Zeit dafür. Egal,<br />
ob in der Gastronomie, der Hotellerie<br />
oder in der Therme – es wird auf vielfältige<br />
Weise gegessen. Umso wichtiger<br />
sind gut überlegte und ansprechende<br />
Tischkonzepte, die für die Frühstücksvielfalt<br />
die passende Basis bilden.<br />
Zusammen in den Tag starten<br />
Gemeinsames Essen und Trinken mit<br />
Freunden und Familie ist ein ganz wesentlicher<br />
Bestandteil der dänischen<br />
Hygge-Lebensphilosophie. Im norwegischen<br />
und dänischen Sprachgebrauch<br />
ist damit Gemütlichkeit und angenehme<br />
Stimmung gemeint. Der Hygge-Philosophie<br />
entsprechend, ist auch <strong>das</strong> Geschirr<br />
entsprechend abgestimmt. Farblich<br />
passende Geschirrtücher, Topflappen,<br />
Ofenhandschuhe und dekorative Tischläufer<br />
machen den Tisch zum Blickfang<br />
und laden zum Verweilen ein. Wer lieber<br />
ein „Breakfast in Bed“ genießen möchte,<br />
der ist mit kuscheligen Decken, weichen<br />
Pölstern und feinen Fellen gut beraten.<br />
Die Hygge-Philosophie entspricht<br />
damit exakt dem aktuellen Frühstückstrend<br />
„Brinner“, der auf endloses Frühstück<br />
mit allen Varianten setzt.<br />
Buntes richtig inszenieren<br />
Um farbige Früchte-Bowls oder Aufschnitt-Variationen<br />
richtig in Szene zu<br />
setzen, sind glasierte Geschirre in zarten<br />
Farben bestens geeignet. Die Nuancen<br />
der Lebensmittel kommen gut<br />
zur Geltung und fügen dem morgendlichen<br />
Gedeck <strong>das</strong> gewisse Etwas hinzu.<br />
Wesentlich ist auch, ein Augenmerk<br />
auf die Drapierung verschiedenfarbiger<br />
Lebensmittel zu setzen: Einerseits sollen<br />
sie <strong>das</strong> Auge nicht überlasten und<br />
andererseits soll der Frühstückstisch ja<br />
auch ein Eye-Catcher sein. Hier gilt es,<br />
mit dem richtigen Geschirr die richtigen<br />
Akzente und Highlights zu setzen. Finden<br />
sich viele unterschiedliche Produkte<br />
auf dem Frühstückstisch, dann sorgt
1-2/20<strong>22</strong> TISCHKULTUR<br />
105<br />
Schlichtheit kennzeichnet die Scope-Serie<br />
von Bauscher: Von pur-weißen und<br />
zart-farbig glasierten Artikeln bis hin zu<br />
markanten Statements.<br />
Foto: Bauscher<br />
die Einfachheit einer weißen Service-<br />
Serie für den entsprechenden Ausgleich.<br />
Bunte Vielfalt auf weißem Untergrund<br />
sozusagen. Weißes Geschirr in schlichter<br />
Form gibt auch die Möglichkeit, <strong>das</strong><br />
Frühstücksangebot individuell zu drapieren<br />
und etwas Besonderes daraus<br />
zu machen. Ebenso machen sich kleine<br />
Happen für <strong>das</strong> Mittagessen auf weißem<br />
Geschirr sehr gut.<br />
Grünes Frühstück<br />
Superfoods sind mittlerweile fast fixer<br />
Bestandteil beim Frühstücksangebot,<br />
sie finden sich in unterschiedlichsten<br />
Varianten und Darreichungsformen.<br />
Demzufolge wird auch entsprechendes<br />
Geschirr dafür benötigt, was seinen Niederschlag<br />
in kleinen Schälchen, Tellern,<br />
Bowls oder – sofern <strong>das</strong> Superfood in<br />
flüssiger Form angeboten wird – auch<br />
in Portionsflaschen findet. Manch Markenhersteller<br />
nimmt farblich sogar Anleihe<br />
an die Superfoods, wie die Sunny<br />
Day Kollektion von Rosenthal, bei der<br />
die Avocado als Inspiration dient.<br />
Morgendliche Tischkonzepte sind so<br />
vielfältig wie <strong>das</strong> Frühstück selbst. Bunt<br />
vermitteln sie jede Menge Energie für<br />
den Start in den Tag, entscheidet sich<br />
der Gastronom für farblich einheitliche<br />
Tischkultur, so sorgt er für gediegenes<br />
Ambiente. Je ansprechender der Frühstückstisch,<br />
desto länger sitzen die Gäste<br />
und der eine oder andere Kaffee wird<br />
dann noch nachgeordert. Kleine Einheiten<br />
animieren zum Naschen und geben<br />
auch dem Gastronom die Möglichkeit<br />
für die Präsentation unterschiedlicher<br />
Angebote. Kleine Akzente und smarte<br />
Kombinationen sorgen für die richtige<br />
Atmosphäre am Frühstückstisch und<br />
den gelungenen Start in den Tag.<br />
Thermen sind die neuen Frühstück-Hotspots<br />
und weil dort alles ein bisschen<br />
lässiger zugeht, darf auch <strong>das</strong> Geschirr<br />
entsprechend sein .<br />
Foto: SPA Resort Therme Geinberg/Chris Perkles<br />
Dispenser für Müsli, Saft und Co.<br />
Im WMF Sortiment findet sich – in einer<br />
Kombination aus Edelstahl und Acrylglas<br />
– die Dispenser-Lösung von Hepp.<br />
Cerealien und Getränke werden damit<br />
am Frühstücksbuffet nicht nur hygienisch,<br />
sondern auch platzsparend präsentiert.<br />
Sowohl die Reihenlösung als<br />
auch <strong>das</strong> Rondell für Cerealien fassen<br />
jeweils drei Behälter, die kompakt auf<br />
kleinstmöglichem Raum angeordnet<br />
sind. Die Bedienung ist dank Drehknopf<br />
mit Richtungsanzeige selbsterklärend,<br />
<strong>das</strong> robuste Acrylglas gibt einen klaren<br />
Blick auf die Speisen.<br />
Soll der Saftdispenser mit einem<br />
Fassungsvermögen von 6,5 Liter ausschließlich<br />
als Milchspender genutzt<br />
werden, steht anstelle des transparenten<br />
Acrylglases auch eine weiße, lichtundurchlässige<br />
Variante zur Verfügung.<br />
Mit nur einer Drehung füllt der Gast<br />
diese dann vorportioniert in seine Müslischale.<br />
Die Behälter sind spülmaschinengeeignet,<br />
lassen sich bequem in die<br />
Halterungen einsetzen und problemlos<br />
befüllen. Für Gastronomen und Hoteliers,<br />
die keine Ständerlösung einsetzen<br />
wollen, hat Hepp auch Wandhalterungen<br />
für eine oder zwei Dispenserröhren.<br />
Die Höhe des Dispensers kann der Gastronom<br />
individuell je nach den verwendeten<br />
Gläsern voreinstellen, der Auslauf<br />
ist tropffrei.<br />
Die Eisröhre aus Edelstahl, abgestimmt<br />
auf den Dispenser und mit<br />
Crushed Ice befüllt, ist für Saft, Wasser<br />
und Milch die ideale Kühlung.<br />
www.wmf.com<br />
Foto: proheq GmbH
106 TISCHKULTUR<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Geschirr<br />
handgefertigt<br />
Sie wurden in Portugal handgefertigt<br />
und erfüllen durch ihre<br />
Lebensmittelsicherheit und Einzigartigkeit<br />
die hohen Erwartungen<br />
und Anforderungen der Gastronomie:<br />
Costa Nova hat sich<br />
den höchsten Qualitäts-, Serviceund<br />
Designstandards verschrieben<br />
und präsentiert einzigartige,<br />
zeitlose und gleichzeitig trendige<br />
Kollektionen. Denn originelle und<br />
schöne Dekore und Formen rücken<br />
jede Speisenkreation ins passende<br />
Licht. Alle Kollektionen von Costa<br />
Nova werden mit Respekt für<br />
die Natur produziert und sind recycelbar.<br />
Doch die Linien Ambar,<br />
Lagoa Eco Gres und Plano gehen<br />
noch weiter. Das Material Eco<br />
Gres® besteht aus einem speziellen<br />
Ton aus recycelten Materialien<br />
und ist vollkommen nachhaltig<br />
produziert, bleibt aber gleichzeitig<br />
schön und funktionell. Die innovativen<br />
Kollektionen des portugiesischen<br />
Herstellers können bei<br />
Rechberger in Linz besichtigt werden.<br />
Es können jederzeit Termine<br />
mit einem persönlichen Geschirr-<br />
Spezialisten vereinbart werden.<br />
www.rechberger.at<br />
Nachhaltige Serviette<br />
Die Premium Servietten der Designserie<br />
„Rose“ aus der Royal Collection<br />
von Papstar geben gedeckten Tischen<br />
<strong>das</strong> gewisse Extra und setzten <strong>das</strong> Setting<br />
schön in Szene. Die Linie überzeugt<br />
mit ihrem zeitlosen Design, welches sich<br />
wunderbar mit dazu passenden Tischläufern<br />
und Leuchterkerzen kombinieren<br />
lässt. Die Servietten sind weich im<br />
Hautkontakt, geruchsneutral und auch<br />
leicht formbar. Optisch ist hier kaum ein<br />
Unterschied zu pflegeintensiven Stoffservietten<br />
sichtbar. Produziert wird <strong>das</strong><br />
gesamte Royal Collection Sortiment in<br />
Spittal an der Drau, worauf <strong>das</strong> heimische<br />
Unternehmen besonders stolz ist.<br />
Die Artikel sind FSC®-zertifiziert und<br />
mit dem Keimling ausgezeichnet, sowie<br />
mit dem Nordic Eco Label „Svanen“.<br />
Hierdurch wurde ein weiterer wichtiger<br />
Schritt in Richtung ökologische Ausrichtung<br />
gemacht.<br />
www.papstar.com<br />
D A S O N L I N E P O R T A L<br />
www.gastro.at<br />
Aktuelle Meldungen, B2B Präsentationen<br />
Branchen-Infos, <strong>GASTRO</strong> Basar<br />
facebook.com/<strong>GASTRO</strong><strong>das</strong>fachmagazin<br />
twitter.com/<strong>GASTRO</strong>webportal<br />
Foto: Papstar<br />
Fotos: Rechberger<br />
Melden Sie sich für unseren<br />
wöchentlichen Newsletter unter<br />
www.gastroportal.at/newsletter an!
1-2/20<strong>22</strong> TISCHKULTUR<br />
Morgendlicher<br />
Waldspaziergang<br />
Rosenthals moderne Loft Colour<br />
Kollektion mit skandinavischen<br />
Farbglasuren wird<br />
um einen neuen Farbton erweitert.<br />
Die waldige Note passt besonders<br />
gut zum Handmade-<br />
Charakter der Loft-Linie und<br />
fügt sich perfekt in die bestehende<br />
Farbwelt ein. Außerdem<br />
lässt sie sich ideal mit „Moon<br />
Grey“ oder dem klassischen<br />
Loft Weiß kombinieren. Die<br />
Loft Colour Artikel werden in<br />
farbige Glasur getaucht und anschließend<br />
gebrannt. Je nach Glasurstärke<br />
entstehen vielfältige Schattierungseffekte,<br />
die durch die für Loft typische feine<br />
Rillenstruktur besonders zur Geltung<br />
kommen. Jeder Artikel erhält somit ein<br />
individuelles Erscheinungsbild im trendigen<br />
Handmade-Charakter. Der Farbton<br />
Leaf der Thomas Nature Kollektion<br />
setzt botanische Akzente und erinnert<br />
an die Blätter frischen Salbeis. Es erinnert<br />
an einen morgendlichen Spaziergang<br />
in nordischen Wäldern, <strong>das</strong> leise<br />
Auftreten auf weichem Moosboden,<br />
umgeben von frischer Waldluft. Mit der<br />
Farbe Avocado Green wird der Gesundheitstrend<br />
und <strong>das</strong> gleichnamige Superfood<br />
gefeiert.<br />
www.rosenthal.de<br />
Foto: Rosenthal<br />
Porzellanideen<br />
für die<br />
Hotellerie<br />
107<br />
Hotels verwöhnen Gäste schon<br />
am Morgen, ein gutes Frühstück<br />
ist der ideale Anlass dafür.<br />
Bauscher, der Erfinder des Hotelporzellans<br />
seit 1881, bietet sämtliches<br />
Geschirr sowie Buffetzubehör<br />
langfristig und auch in kleiner<br />
Stückzahl an, auf Wunsch personalisiert<br />
oder mit eigenem Dekor.<br />
Von einfachen Tellern, Servierplatten<br />
über Etageren aus Porzellan<br />
über verschiedenste Tee- und<br />
Kaffeetassen oder Kannen für ein<br />
besonderes Aroma-Erlebnis bis<br />
hin zur kompletten Ausstattung<br />
für Frühstücks-Buffets – Bauscher<br />
hat für unterschiedlichste Ansprüche<br />
und Budgets Lösungen. Gerade<br />
bei Buffets oder Gemeinschaftsverpflegungen<br />
benötigt es<br />
platzsparendes, stapelbares und<br />
aufeinander abgestimmtes Geschirr,<br />
welches optisch trotzdem<br />
keine Wünsche offenlässt. Die Serie<br />
Create von Bauscher lädt ein,<br />
eine neue Welt zwischen Nostalgie<br />
und Moderne zu erschließen und<br />
kreative Ausflüge zu wechselnden<br />
internationalen Gastro-Styles zu<br />
unternehmen.<br />
www.helmuthutterer.at<br />
Genuss im Glas<br />
So innovativ wie immer und führend<br />
im funktionalen Design präsentiert<br />
Riedel auch die Serie Drink Specific<br />
Glassware, die im Jahr 2018 in Zusammenarbeit<br />
mit dem US-amerikanischen<br />
Spirituosen-Spezialisten Zane Harris<br />
entstanden ist.<br />
Die Serie umfasst seit 20<strong>22</strong> sieben<br />
Gläser, die sich für Tausende Cocktails<br />
perfekt eignen und diese in Szene setzen.<br />
Jedoch können die Gläser auch schon am<br />
Morgen am Frühstückstisch eingesetzt<br />
werden und Behältnis etwa für Fruchtsäfte<br />
sein. „Riedel war schon immer ein<br />
Vorreiter darin, den Bedarf der Verbraucher,<br />
aber auch der Gastronomie zu erkennen<br />
und zu wecken. Wir glauben, <strong>das</strong>s<br />
die Steigerung des Geschmackserlebnisses<br />
für insgesamt mehr Genuss sorgt“,<br />
sagt Riedel Geschäftsführer Maximilian<br />
J. Riedel.<br />
www.riedel.com<br />
Foto: Riedel<br />
Foto: Bauscher
Hotel<br />
Seite 108 bis Seite 127<br />
Tourismus &<br />
Hotellerie<br />
Hotel der Zukunft<br />
Wie sieht es aus, <strong>das</strong> Hotel der Zukunft? Dass<br />
Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung<br />
Themen sind, die aus der Hotellerie nicht mehr<br />
wegzudenken sind, und wieso Digital Detox<br />
immer mehr zum Thema wird. <br />
Seite 110<br />
Thermenkulinarik<br />
Österreich ist Thermenland: So ausgefallen die<br />
Entspannungskonzepte vor Ort schon immer<br />
waren, so sehr ließen die kulinarischen Genüsse<br />
zu wünschen übrig. Dass der Imbissbudenflair<br />
der Thermenrestaurants von gestern ist und<br />
welche geschmacklichen Erlebnisse hier jetzt<br />
aufwarten, wird vorgestellt.<br />
Seite 120
1-2/20<strong>22</strong><br />
AKTUELLES 109<br />
„Wir werden als sicheres Urlaubsland<br />
aus diesem Winter herausgehen“, so<br />
ÖHV-Präsident Walter Veit.<br />
Foto: ÖHV<br />
„Die Lohnnebenkosten<br />
müssen runter!“<br />
Walter Veit (63), Inhaber des Hotels Enzian und der Mankei Alm in Obertauern, und seit Jänner<br />
auch neuer ÖHV-Präsident, sieht die Senkung der Lohnnebenkosten als wesentlichen Faktor<br />
für einen stabilen Tourismus. <br />
Von Petra Pachler<br />
Bedingt durch die aktuelle Situation,<br />
hat für Veit die Bewältigung<br />
von Pandemie und Wirtschaftskrise<br />
oberste Priorität. Neben der Krisenbekämpfung<br />
will der neu gewählte Branchenvertreter<br />
sein Hauptaugenmerk auf<br />
den Arbeitsmarkt legen und hier zeigen,<br />
was die Branche alles bietet. Handlungsbedarf<br />
sieht Veit bei der Senkung der<br />
Lohnnebenkosten und gemeinsam mit<br />
Vertretern anderer Sparten will er sich<br />
dafür einsetzen.<br />
Auf die Frage von <strong>GASTRO</strong>, wie <strong>das</strong><br />
konkret aussehen soll, meint Veit: „In jedem<br />
Fall muss endlich eine merkliche<br />
Senkung her! Von der wird seit Jahrzehnten<br />
geredet und was passiert? Änderungen<br />
bei der Nachkommastelle – die von<br />
der nächsten KV-Erhöhung geschluckt<br />
werden. Es gäbe weit mehr offene Stellenangebote<br />
und vor allem mehr Interessenten<br />
dafür, ginge die Schere zwischen<br />
Nettolöhnen und Gesamtlohnkosten<br />
nicht immer weiter auf. Unser Vorschlag<br />
ist die Senkung der Lohnnebenkosten<br />
um 30% für 30 Mitarbeiter in jedem Unternehmen.<br />
Das würde Bewegung in die<br />
Sache bringen.“<br />
Sicherheit als Botschaft<br />
„Wir werden als sicheres Urlaubsland<br />
aus diesem Winter herausgehen“, so<br />
der ÖHV-Präsident. Hier sieht er Handlungsbedarf<br />
in der Kommunikation,<br />
die in seinen Augen in der Vergangenheit<br />
sehr zurückhaltend war: „Wir haben<br />
sauberes Wasser, sichere Städte,<br />
höchste Gesundheitsstandards und einen<br />
Gesundheitssektor, der sich international<br />
sehen lassen kann. Corona hat<br />
die Karten neu gemischt: Ohne Sicherheit<br />
geht gar nichts mehr. Und die österreichische<br />
Hotellerie hat sich hier noch<br />
einmal enorm weiterentwickelt, die allermeisten<br />
Hotels übererfüllen gesetzliche<br />
Vorgaben in vielen Bereichen. Und<br />
was mich am meisten freut: Unsere Gäste<br />
und Mitarbeiter tragen <strong>das</strong> aktiv mit.<br />
Umso schlimmer ist, <strong>das</strong>s Einzelfälle<br />
– die geahndet werden müssen – ins<br />
Rampenlicht gezerrt werden, und so ein<br />
falsches Bild vermitteln, wenn sich 99<br />
Prozent korrekt verhalten.“<br />
Megatrend Digitalisierung<br />
Auf die Frage, welche Bereiche in der<br />
Hotellerie davon am meisten profitieren,<br />
meint Veit: „Die Mitarbeiter! Es erleichtert<br />
die Arbeit ungemein, wenn Lagerhaltung<br />
und Bestellung elektronisch<br />
ablaufen. Dann kann sich der Koch mit<br />
umso mehr Liebe um <strong>das</strong> kümmern, was<br />
er am liebsten macht und am besten<br />
kann – neue Rezepte kreieren, in der Küche<br />
zaubern. Das danken ihm die Gäste<br />
– und am Ende des Tages auch der Chef.<br />
Und <strong>das</strong> zieht sich quer durch alle Bereiche,<br />
von der Rezeption über <strong>das</strong> Housekeeping<br />
bis hin zur Verrechnung: Die<br />
elektronische vollautomatisierte Rechnungslegung<br />
und Bezahlung erleichtert<br />
uns allen <strong>das</strong> Leben, in einem Hotel mit<br />
elastischen Preisen und zig Mitarbeitern<br />
mit unterschiedlichsten Arbeitszeitmodellen.<br />
Das ist win-win in Reinform!“
110 HOTEL DER ZUKUNFT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Hotel der Zukunft<br />
Foto: rh2010 / Adobe Stock
1-2/20<strong>22</strong> HOTEL DER ZUKUNFT<br />
111<br />
Die Hotellerie steht vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt durch pandemiebedingte<br />
Einschränkungen. Aber auch schon davor galt es, umzudenken, neue Wege zu beschreiten<br />
und die Positionierung zu überdenken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Marco Riederer<br />
von Prodinger Tourismusberatung hat für <strong>GASTRO</strong> eine Einschätzung der künftigen<br />
Ausrichtungen gegeben.<br />
Das durch die Corona-Pandemie<br />
ausgelöste kollektive Trauma<br />
war nur von kurzer Dauer und<br />
Nachholeffekte prägen kurz- bis<br />
Foto: Prodinger PR<br />
mittelfristig die touristische Entwicklung.<br />
Von „Selbstoptimierung“ und „Individualisierung“<br />
über „Best Ager“-Konzeptionen<br />
bis hin zum Bedürfnis nach<br />
Entschleunigung und Nähe zur Natur<br />
als boomende Angebotsidee. Vielfältig<br />
sind die Herausforderungen, denen sich<br />
die heimische Hotellerie zu stellen hat.<br />
Dabei zeichnen sich in den meisten Bereichen<br />
durchaus vielversprechende Geschäftsfelder<br />
ab. Unter anderem werden<br />
folgende Faktoren die Gäste weiterhin<br />
beschäftigen:<br />
› Umweltverantwortung und ehrliche<br />
Nachhaltigkeit: Die Natur wird noch<br />
verstärkter punkten. Ebenso wird die<br />
Sehnsucht nach regionalen Produkten<br />
weiter anteigen.<br />
› Durch den allseits vorhandenen Stress<br />
steigt die Sehnsucht nach Entschleunigung.<br />
Dadurch kommt es vielerorts<br />
zur Wiederentdeckung des einfachen<br />
und reduzierten Urlaubs mit der Endstufe<br />
„Verzicht auf Digitalisierung“.<br />
› Neues Miteinander: Generationsübergreifender<br />
Urlaub (Eltern, Großeltern,<br />
Enkel)<br />
info<br />
Autor: Marco Riederer/<br />
Prodinger Tourismusberatung<br />
› Workation und der veränderte Zugang<br />
zur Wohn- und Arbeitswelt (siehe<br />
<strong>GASTRO</strong> 11/21)<br />
› Änderungen in Demographie und<br />
Mobilität<br />
Die Frage ist, wie stark einzelne<br />
Zielgruppen die jeweiligen Themen beschäftigen.<br />
Auch wenn wir mit den Auswirkungen<br />
von Corona noch in Monaten<br />
konfrontiert sein werden, wird sich<br />
<strong>das</strong> Grundgerüst an Werten, Lebenseinstellungen<br />
etc. der Menschen nicht<br />
verändern, sondern bereits vorhandene<br />
Ausprägungen eher noch verstärken.<br />
„Über“-Digitalisierung und der<br />
Weg zurück zur Analogität<br />
Der Markt für Reisen wird dynamischer<br />
und komplexer. Gäste verhalten sich<br />
zunehmend unberechenbarer, obwohl<br />
(oder gerade weil) die Reiseplanung so<br />
einfach ist, wie noch nie. Digitalisierung,<br />
künstliche Intelligenz und disruptive<br />
Modelle wie Airbnb haben <strong>das</strong> Urlaubsverhalten<br />
bereits massiv verändert.<br />
Die Digitalisierung und die ständigen<br />
Diskussionen rund um Datensammlung,<br />
Tracking und künstliche Intelligenz<br />
führen jedoch bei vielen Leuten<br />
zu Reizüberflutung und Stress. Diese<br />
Entwicklung erreicht heute schon einen<br />
Sättigungspunkt, an dem entgegengesetzte<br />
Tendenzen spürbar werden.<br />
Menschen haben sich sehr oft in der<br />
materiellen Digitalisierungswelt verlaufen,<br />
der Tourismus kann eine neue Offline<br />
Oase werden. Für einen souveränen<br />
Umgang mit der Technik kann es<br />
helfen, vorübergehend Abstand zu nehmen.<br />
Denn neben dem Suchtpotential<br />
birgt die Nutzung von digitalen Medien<br />
die Gefahr, eine Stressquelle zu werden.<br />
Der vorübergehende Verzicht auf permanente<br />
Verfügbar- und Erreichbarkeit<br />
wird zu einem neuen Wunsch. „Digital<br />
Detox“ steht für einen bewussteren Umgang<br />
mit dem Smartphone und anderen<br />
mit dem Internet verbundenen Geräten.<br />
In Urlaub und Freizeit, wo Erholung und<br />
Entspannung ganz groß im Vordergrund<br />
stehen, kann dies zur Grundlage attraktiver<br />
Angebote werden.<br />
Nachhaltigkeit, Natur und Bio<br />
Oft stehen österreichische Hotels inmitten<br />
einer Naturidylle, der Hotelier<br />
wohnt und lebt hier oft seit Jahrzehnten.<br />
Sein Wissen um Umwelt & Natur<br />
kann er an die Gäste weitergeben<br />
und zum Inspirator seiner Gäste werden,<br />
nachhaltiger Ressourcenumgang<br />
spart zudem Kosten. Ein glaubwürdiges<br />
nachhaltiges Konzept führt zu besserer<br />
Mitarbeiterbindung und zufriedene<br />
Mitarbeiter steigern die Gästezufriedenheit.<br />
Gäste suchen verstärkt nachhaltige,<br />
grüne Angebote – auch im Urlaub.<br />
Darauf muss sich auch <strong>das</strong> F&B<br />
einstellen und noch regionaler und saisonaler<br />
werden. Artgerechte Tierhaltung<br />
wird auf dem Teller zum Normalfall,<br />
Billigfleisch zu einem No-Go. Die<br />
höhere Wertigkeit wird von den Gästen<br />
mit der Bereitschaft, höhere Preise<br />
zu zahlen, belohnt.<br />
Mit anderen Worten: Nachhaltigkeit<br />
ist nicht <strong>das</strong> Ziel, sondern ein permanenter<br />
Weg!<br />
Mobilitätskonzepte in den<br />
Destinationen<br />
Der Rückgang der Führerschein-Neuzulassungen<br />
in den Ballungsräumen wirft<br />
die große Frage in Destinationen auf:<br />
„Wie kommen die Gäste zu uns?“ Es bedarf<br />
hier tiefgreifenden Mobilitätskonzepte<br />
in den Destinationen.<br />
In wenigen Jahren bilden zudem „die<br />
neuen Alten“ in Westeuropa die Mehrheit.<br />
Die sogenannten „Best Ager“ sagen<br />
„Ja“ zum Älterwerden. Aufgrund der Demografie<br />
und guter Pensionen wird es<br />
immer mehr fitte und zahlungskräftige<br />
Ältere geben, die einen 20 Jahre jüngeren<br />
Lebensstil pflegen und auch so angesprochen<br />
werden wollen. Für die Hotellerie<br />
bedeutet dies ein hohes Gästepotential.
112 HOTEL DER ZUKUNFT<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Oma, Opa, Enkerl und Eltern: In den<br />
Hotels der Familotels ist alles auf den<br />
Generationen-Urlaub ausgerichtet.<br />
Foto: Familotel Ompa<br />
Foto: Schlosshotel Fiss<br />
Digitale Balance<br />
Oma, Opa, Eltern und Enkel: Der Generationen-Urlaub ist neben dem digitalen Detox-Urlaub<br />
jener Trend, der Hoteliers künftig beschäftigen wird. <br />
Von Petra Pachler<br />
Kinder haben Vorrang in den Generationenhotels.<br />
Foto: Habachklause<br />
Digital Detox ist eines der Schlüsselelemente<br />
in Hotelangeboten der<br />
Zukunft. Im Schlosshotel Fiss wird<br />
digitales Detox bereits aktiv angeboten.<br />
In Zusammenarbeit mit der Digital-Balance-Expertin<br />
Monika Schmiderer, die<br />
zu den Initiatorinnen der Digital-Detox-Bewegung<br />
gehört, wird beim professionell<br />
geführten Digital Detox, <strong>das</strong> als<br />
einzelne Impuls-Session oder als begleiteter,<br />
mehrtägiger Urlaub von Smartphone<br />
& Co. buchbar ist, der Gast aktiv<br />
beim Offline sein unterstützt.<br />
Mit Tipps und konkreten Anleitungen<br />
wird die Pause von E-Mail, Social Media<br />
und Co. geübt. Dazu gehören ein persönliches<br />
Digital Detox-Kick-Off mit Monika<br />
Schmiderer, digitale Balance-Einheiten<br />
und Entspannungsmeditation.<br />
“Digital Detox ist eine Auszeit vom<br />
digitalem Dauerkonsum”, so Monika<br />
Schmiderer. Viele Gäste sind eigentlich<br />
der Meinung, ohnehin nicht „so viel“ online<br />
zu sein, doch ruft man die entsprechende<br />
Einstellung auf dem Smartphone<br />
ab, so zeigt sich oft ein anderes Bild. Viele<br />
kleine Einheiten summieren sich zu einer<br />
stattlichen Anzahl an digitalem Konsum.<br />
Was ist <strong>das</strong> Ziel von<br />
digitalem Detox?<br />
Die innere Ruhe wiederzufinden und<br />
den selbst erzeugten Druck der ständigen<br />
Erreichbarkeit wieder abzubauen.<br />
Wer <strong>das</strong> schafft, ist meist deutlich<br />
entspannter und bereit, wieder intensiver<br />
in der wirklichen Welt zu leben.<br />
Natur und echte Begegnungen gewinnen<br />
an Bedeutung und <strong>das</strong> tatsächliche<br />
Empfinden von Entschleunigen ist<br />
die Belohnung. Digital Detox wird im<br />
Schlosshotel Fiss unterschiedlich angeboten<br />
und reicht von der Auszeit „nur“<br />
vom Smartphone bis hin zum Verzicht<br />
auf sämtliche digitale Medien. Ein Konzept<br />
mit Zukunftspotential, so sich die<br />
Gäste darauf einlassen (wollen).<br />
www.schlosshotel-fiss.com<br />
Generationenurlaub<br />
Der zweite Schwerpunkt, der Hoteliers<br />
künftig beschäftigen wird, ist ein Urlaubsangebot,<br />
<strong>das</strong> die gesamte Familie<br />
erreicht. Und die Familie ist in diesem<br />
Fall nicht nur Eltern und Kind(er),<br />
sondern umfasst mehrere Generationen.<br />
Aufgrund der unterschiedlichen<br />
Ansprüche ist es für einen Hotelbetrieb<br />
damit eine ziemliche Herausforderung,<br />
diesen Anspruch zu erfüllen. Die Gruppe<br />
der Familotels hat sich genau <strong>das</strong> zum<br />
Ziel gesetzt und bietet mit insgesamt<br />
61 Häusern – meist inhabergeführte Betriebe<br />
- in sieben Ländern einen Generationenurlaub<br />
an.
1-2/20<strong>22</strong> HOTEL DER ZUKUNFT<br />
113<br />
Der 1994 gegründete Hotelverbund<br />
Familotel nahe München gilt als die<br />
führende Kooperation für Familienhotellerie<br />
in Europa. Die Familotel Kronen-Auszeichnung<br />
(ein eigenes Bewertungssystem),<br />
familiengerechte Appartements,<br />
TÜV-geprüfte Sicherheit und<br />
professionelle Kinderbetreuung sind die<br />
Basis. Familiengerechte Standards werden<br />
durch die Familotel Schöne-Ferien-<br />
Garantie gesichert. Das heißt, <strong>das</strong>s die<br />
Gäste in jedem Haus dieselben Standards<br />
vorfinden.<br />
Urlaub mit Baby, Urlaub mit Teens<br />
oder Urlaub mit Oma & Opa definieren<br />
genau <strong>das</strong> Angebot, <strong>das</strong> Gäste erwarten<br />
können. Gerade der Urlaub mit<br />
den Großeltern erfreut sich wachsender<br />
Beliebtheit, wie Sebastian J. Ott, Geschäftsführer<br />
von Familotel, feststellt:<br />
„Bei Familotel konnten wir in den vergangenen<br />
Jahren eine wachsende Nachfrage<br />
im Bereich Urlaub von Großeltern<br />
mit Enkeln verzeichnen. Die Mitgliedsbetriebe<br />
bieten für Jung und Alt <strong>das</strong> passende<br />
Auszeitprogramm. Kinderbetreuung<br />
und Ferienspaß unter Gleichaltrigen<br />
für den Nachwuchs, Wellness und Sport<br />
für erholungsbedürftige Eltern und Freizeitangebote<br />
für aktive Senioren.“<br />
www.familotel.com<br />
Was aus den Angeboten der wachsenden<br />
Segmente deutlich herauszulesen<br />
ist, ist <strong>das</strong> Bedürfnis nach einem<br />
Miteinander, <strong>das</strong> im hektischen Alltag<br />
Monika Schmiderer begleitet die Gäste<br />
im Schlosshotel Fiss beim digitalen<br />
Detox.<br />
Fotos: Schlosshotel Fiss<br />
oft zu kurz kommt. Der Urlaub wird genützt,<br />
um gemeinsame Erlebnisse zu<br />
schaffen und diese aktiv zu erleben –<br />
ohne digitale Ablenkung.<br />
Foto: Gastronovi<br />
Roomservice Digital<br />
Digital wird es sein,<br />
<strong>das</strong> Hotel der Zukunft<br />
– nicht nur in<br />
den Abläufen hinter<br />
den Kulissen, sondern<br />
auch im Gästeservice.<br />
Im Einsatz in der Hotellerie<br />
und Hotelgastronomie<br />
bietet <strong>das</strong><br />
Gäste-Bestellsystem<br />
von gastronovi für Hoteliers und Gäste passende digitale Lösungen.<br />
Gäste können sich bequem und unkompliziert via<br />
QR-Code Speisen und Getränke online aufs Zimmer bestellen,<br />
im Restaurant des Hotels einen Tisch für den Abend reservieren<br />
und auf Wunsch die Gerichte gleich vorbestellen. So<br />
können Hoteliers mit weniger Personal einen komfortablen<br />
Roomservice anbieten, denn die Bestellungen können durch<br />
den Gast selbst aufgegeben und anschließend vollautomatisch<br />
abgewickelt werden. Dank Vorbestellung können zudem<br />
die Abläufe besser geplant werden, da die Speisen ohne<br />
Zeitdruck vorbereitet und der Wareneinsatz optimal geplant<br />
werden kann. Das Ergebnis ist weniger Stress und Hektik in<br />
der Küche und zufriedenere Gäste, die sich über einen angenehmen<br />
Hotelaufenthalt freuen können.<br />
www.gastronovi.com<br />
Selbstbedienung<br />
hoch im Kurs<br />
In kleineren Hotels oder Pensionen<br />
rentiert sich eine Hotelbar<br />
oft nicht – aufgrund des vorherrschenden<br />
Personalmangels<br />
ist die Bar oft geschlossen, Hotelgäste<br />
möchten sich nicht an<br />
Bar- oder Küchenöffnungszeiten<br />
halten und auch später noch ein<br />
Gläschen Bier genießen. Genau dafür gibt es die Silexa Self-<br />
Serve Station. Sie steigert nicht nur den Umsatz, ohne zusätzlichen<br />
Aufwand zu generieren, sondern wird auch von Gästen<br />
gut aufgenommen. In den Selbstbedienungsstationen sind<br />
Snacks, Bier, Wein, Kaffee und Softdrinks mit der Zimmerkarte<br />
entnehmbar und werden direkt auf die Hotelrechnung<br />
gebucht. Schon heute setzen die großen Kreuzfahrtunternehmen<br />
und viele namhafte Hotels in den USA auf die individuellen<br />
Self-Service Systeme „Made in Austria“. Alle Systeme<br />
werden je nach Bedarf hergestellt, sind formschön und<br />
individuell an jedes Innenraumdesign anpassbar. Die Funktionalität<br />
ist selbsterklärend und für jedermann bedienbar. Den<br />
Stresstest haben die Self-Serve-Systeme von Redl bereits in<br />
Stadien, bei Festivals und Events absolviert.<br />
www.redl.net<br />
Foto: Redl
114 SPA-KONZEPTE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Ein Angebot für alle Sinne<br />
Moderne SPA-Behandlungen gehen heutzutage mit ihrem Angebot weit über die Grundidee<br />
hinaus. Entspannung als ursprüngliches Ziel ist nur mehr eine der Komponenten, mittlerweile<br />
steht der ganzheitliche Ansatz inklusive gesundheitlicher Präferenzen im Mittelpunkt.<br />
<br />
Von Petra Pachler<br />
Suiten mit eigener SPA-Galerie bietet <strong>das</strong> Alpine Hideaway Klosterhof in Bayern.<br />
Foto: Klosterhof<br />
Day SPA, Private SPA oder SPA im<br />
Hotelzimmer. Die SPA-Welt hat<br />
sich in den letzten Jahrzehnten<br />
gravierend verändert: Die Räumlichkeiten<br />
werden immer größer, die Ausstattung<br />
immer luxuriöser und mitunter,<br />
wie in Niederösterreich, entstehen sogar<br />
eigene SPA-Refugien.<br />
Hoteliers haben die Möglichkeit, sich<br />
mit speziellen Angeboten von der Masse<br />
abzuheben und sich einen individuellen<br />
Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.<br />
Inszenierte Wellnessbereiche sind<br />
in der gehobenen Hotellerie bereits fixer<br />
Bestandteil und <strong>das</strong> Wesentlich dabei ist<br />
ein roter Faden, der sich durchzieht. Im<br />
Idealfall passt <strong>das</strong> SPA-Konzept zur Philosophie<br />
des Hauses. Nicht selten ist es<br />
auch der Standort, der über die Ausrichtung<br />
entscheidet. Liegt ein Hotel inmitten<br />
des Waldes, so wird dieser gerne in<br />
Form von Anwendungen ins Haus geholt,<br />
genauso aber auch bei der Ausstattung.<br />
Wald-SPA nennt sich <strong>das</strong> dann zum<br />
Beispiel im Hotel Forsthofgut, dessen Ursprung<br />
in einem Forstbetrieb liegt und<br />
<strong>das</strong> Thema Wald somit im Mittelpunkt<br />
steht. Anwendungen auf der Waldlichtung<br />
gehören hier genauso dazu, wie die<br />
Verwendung heimischer Hölzer und <strong>das</strong><br />
Wasser für die Felsendusche kommt aus<br />
der eignen Quelle. Der neue Onsenpool<br />
im waldSPA hat, wie in den Badehäusern<br />
Japans, 42 Grad, und auch die Waschrituale<br />
gleichen jenen in Japan. 5.700 m2<br />
hat <strong>das</strong> WaldSPA, in dem es Adults only<br />
heißt.<br />
www.forsthofgut.at<br />
Alles aus dem Wald<br />
Ähnlich verfährt <strong>das</strong> Südtiroler Hotel<br />
Tann. Chefin Barbaras verwendet alles<br />
aus dem Wald in ihrer Waldküche, im<br />
SPA holen Salzstein-Behandlungen mit<br />
einem Hauspeeling aus Fichtengranulat<br />
und Bergkristall und die Waldkraft aus<br />
Birkenblättern, Brennnessel, Wacholder,<br />
Fichtengranulat, Edelweiß und Getreidekleie<br />
als Badezusatz die Natur ins Haus.<br />
Was der Wald zu Tage bringt, findet im<br />
Tann auch seinen Weg in die hauseigene<br />
Pflegelinie.<br />
Das Wellness-Angebot mit den drei<br />
Stationen Brotbad, Brechelbad und Zirbenstüberl<br />
90°C.orientiert sich an der<br />
Tradition. Im Brotbad duftet es nach<br />
frisch gebackenem Brot, <strong>das</strong> gerade im<br />
Backofen ist und in der milden, trockenen<br />
Restwärme des Backofens saunieren<br />
dann die Hotelgäste. Im Brechelbad,<br />
ursprünglich zur Gewinnung von Flachsfasern<br />
errichtet, und damals schon als<br />
„Badstubn“ bezeichnet, entfalten Tannenzweige<br />
und -zapfen ihre natürlichen<br />
Wirkstoffe. Das urige Dampfbad aus Altholz<br />
und einer Wärme von 60 Grad folgt<br />
einer alten bäuerlichen Tradition und im<br />
Zirbenstüberl werden bei 90 Grad die<br />
Inhaltsstoffe des Urbaums Zirbelkiefer<br />
aktiviert. Das Angebot entspricht dem<br />
Zeitgeist: Alte Traditionen, Rezepte und<br />
Anwendungen werden kombiniert mit
1-2/20<strong>22</strong> SPA-KONZEPTE<br />
115<br />
Foto: Hotel Amonti & Lunaris<br />
Ein ganzjährig beheizter Pool, wie im südtiroler Hotel Amonti & Lunaris, ist<br />
mittlerweile ein Muss im gehobenen SPA-Segment.<br />
Die Eislounge im Schlosspark Mauerbach.<br />
Foto: Barbara Whirl<br />
modernen Techniken und sind damit<br />
Trend.<br />
www.tann.it<br />
Es muss die Sinne ansprechen<br />
Was aber muss ein erfolgreiches SPA nun<br />
wirklich bieten? Wir von <strong>GASTRO</strong> haben<br />
dazu SPA-Experten Wolfgang Falkner befragt,<br />
der mit seinem SpaCamp als Ideenwerkstatt<br />
für die SPA- und Wellness-<br />
Hotellerie sowie die SPA-Industrie beste<br />
Einblicke in die Branche hat.<br />
„Ein erfolgreiches SPA muss in erster<br />
Linie seine Gäste berühren. Die Basics,<br />
wie Wasserfläche, Sauna-Bereich,<br />
Ruhezonen, Aktiv- und Fitnessbereich,<br />
SPA-Bistro etc. abgestimmt auf <strong>das</strong> SPA-<br />
Konzept, müssen vorhanden sein. Beim<br />
SPA-Menü, den Treatments gilt, weniger<br />
ist mehr und beim SPA-Team sollte<br />
nicht gespart werden. Immerhin sind es<br />
die Mitarbeiter, die dafür sorgen, <strong>das</strong>s sich<br />
die Gäste im Haus wirklich willkommen<br />
fühlen und loslassen können.“<br />
Heimisches auf dem Körper<br />
Natur, Nachhaltigkeit, Regionalität. Die<br />
aktuellen Themen im SPA ähneln jenen,<br />
die seit geraumer Zeit die Richtung in der<br />
Gastronomie und Hotellerie ganz allgemein<br />
vorgeben. Nachhaltigkeit ist nicht<br />
nur ein Gebot der Stunde, sondern bedeutet<br />
für Unternehmen langfristig sowohl<br />
Wirtschaftlichkeit als auch Langlebigkeit.<br />
Ein eigener Hotelgarten zählt<br />
mittlerweile zum Must-have jener Häuser,<br />
die auf Regionalität setzen. Im Hotel<br />
Ebner’s Waldhof am Fuschlsee werden<br />
die Produkte aus dem hauseigenen<br />
Kräutergarten zu Destillaten verarbeitet.<br />
Diese Hydrolate entstehen bei der Wasserdampf-Destillation<br />
von Blüten, Blättern,<br />
Samen oder Wurzeln und werden<br />
für Bäder, Saunaaufgüsse, Cremen oder<br />
Seifen verwendet. Die Gäste können bei<br />
der Entstehung zusehen und sich dann<br />
auch gleich für eine Behandlungen entscheiden.<br />
Mit seiner 4000m2 Wellnesswelt<br />
auf drei Ebenen war Ebner’s Waldhof<br />
von Anfang an bei den Großen der Branche<br />
dabei.<br />
www.ebners-waldhof.at<br />
Das SPA im Turm<br />
Ein SPA-Bereich ist nicht genug? Es<br />
scheint so, denn wie sonst könnte ein<br />
ganzer SPA-Turm entstehen, der trotz<br />
ordentlicher Preise ein Riesenerfolg ist.<br />
Das SILENT SPA der Weinviertler Therme<br />
Laa (ein Resort der VAMED) mit einer<br />
Gesamtfläche von rund 3600 m2 und<br />
einer Gesamtkapazität von 140 Gästen<br />
bietet exklusiven Premium Day SPA<br />
(Adults only) für die Wellness-Profis.<br />
Auf dem Areal der Therme Laa wurde<br />
2016 <strong>das</strong> Refugium geschaffen und auch<br />
gleich im ersten Jahr mit dem „European<br />
Health & Spa Award“ und dem „World<br />
Luxury Spa Award“ ausgezeichnet. Das<br />
Thermalwasser aus der Therme, sanftes<br />
Licht, edle Materialien und nicht zuletzt<br />
exquisiter Service, stehen für <strong>das</strong> besondere<br />
Erholungserlebnis. Die Gäste erhalten<br />
beim Check-In eine Wellness-Robe,<br />
den Snack bringt der Butler und <strong>das</strong> neueste<br />
Package „SILENT SPA Bachelorette<br />
Vorbereitung der Sauna Brechlbad im<br />
Hotel Tann.<br />
Foto: Hotel Tann<br />
Paket“ für den luxuriösen Junggesellennabschied<br />
zeigt, wohin die Richtung im<br />
SPA-Bereich geht. Nämlich ein Event für<br />
besondere Anlässe, der auch etwas kosten<br />
darf.<br />
Das Ambiente im Silent SPA entsteht<br />
auch durch die Architektur und hier hat<br />
Architekt Wolfgang Vanek die Elemente<br />
sakraler Baukunst mit dem Luxus moderner<br />
Badekultur kombiniert: Vier Ellipsen<br />
mit individueller Gestaltung bieten einmal<br />
Raum für den Liegebereich und ein<br />
anderes Mal Platz für SPA-Suiten. Das<br />
Gästeklientel ist mit einem Tagespreis<br />
von 101 € klar definiert.<br />
www.silentspa.at<br />
Südtiroler Wellness-Tempel<br />
Im Südtiroler Hotel Amonti & Lunaris<br />
gibt es seit dem Sommer mit dem Sky-<br />
Garden eine Erholungs-Area in luftige<br />
Höhe. Das Rooftop mit über 6.000<br />
m2 Wellness- und Spa-Fläche inklusive
116 SPA-KONZEPTE<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Vier Ellipsen bilden die Wasserlandschaft im Silent SPA, mit einem Kaskadenbrunnen<br />
im achteckigen Turm als Zentrum.<br />
Foto: ideenladen<br />
In Ebner‘s Waldhof werden die Pflanzen<br />
selbst destilliert.<br />
Foto: Ebner’s Waldhof<br />
Sunset Sky Pool wurde als Adults-Only-<br />
Zone deklariert und ist ein Geheimtipp<br />
für Profi-Wellnesser, denn <strong>das</strong> Zauberwort<br />
hier heißt Ruhe! Was auch einen<br />
wesentlichen Faktor bei diesem Thema<br />
zeigt: Es muss eine klare Trennung zwischen<br />
Familien- und Wellnessbereichen<br />
in der Hotellerie herrschen, denn sonst<br />
verliert man langfristig beide Zielgruppen.<br />
www.wellnessresort.it<br />
Day SPA mit Zimmer<br />
Das Day SPA als Auszeit vom Alltag<br />
sollte sich immer im Gesamt-Angebot<br />
widerspiegeln und auch entsprechend<br />
beginnen. Im Schlosshotel Mauerbach,<br />
unweit von Wien, trifft beides zu: Die<br />
Gäste starten mit einem Frühstück in<br />
ihren Wellness-Tag, der auch ein Hotelzimmer<br />
mit voller Nutzung beinhaltet.<br />
Einchecken kann hier also wörtlich genommen<br />
werden, denn Day-SPA Gäste<br />
haben die Möglichkeit, sich zwischen 9<br />
– 18 Uhr in ihr Zimmer zurückzuziehen<br />
– nach dem Light Lunch im SPA-Bistro<br />
oder dem Waldtreatment. Die Wellness-Angebote<br />
im Waldrefugium orientieren<br />
sich am nahen Wienerwald: eine<br />
Wald-Sauna, die Wellness-Packages<br />
„Wald-Kraft“ und „Wald-Ruhe“ und der<br />
ganzjährig verfügbare Außenpool mit<br />
31°C inklusive Waldblick. Die Badetasche<br />
mit Bademantel- und tüchern ist<br />
ebenso inkludiert wie die Mineralwasser-Flasche<br />
am Zimmer. Mit der neuen<br />
Eislounge wurde ein innovativer Gegenpol<br />
zum Wald geschaffen. Die Nähe zu<br />
Wien und die Tatsache einer einfachen<br />
öffentlichen Anreise, beschert dem Hotel<br />
mit fast zehn Tagesgästen eine gute<br />
Auslastung des Day SPA. Was dem Hotel<br />
mit seinem Fokus auf Seminargästen<br />
ein zweites Standbein bietet. Der klassische<br />
Wellnessgast kommt zu zweit und<br />
gönnt sich mit Partner oder Freundin einen<br />
Urlaubstag – und ist räumlich vom<br />
Seminargast völlig getrennt.<br />
www.schlosspark.at<br />
Man arbeitet mit dem,<br />
was man hat!<br />
Im Forsthofgut und dem Schlosspark<br />
Mauerbach ist es der Wald, in der alpinen<br />
Hotellerie kommt die Alpine Wellness<br />
zur Anwendung und auf der Alm<br />
wird dieser Tradition gehuldigt. Wie im<br />
Almwellnesshotel Tuffbad im Lesachtal,<br />
wo <strong>das</strong> Bergheu mitsamt dem Wissen<br />
um seine Wirkung in die Signature<br />
Treatments einfließt.<br />
Klosterhof<br />
Zweisamkeit ist beim Wellnessen <strong>das</strong><br />
große Thema und die Hoteliers überbieten<br />
sich mit entsprechenden Angeboten.<br />
Das stundenweise zu buchende Private-<br />
SPA im Wellnessbereich ist mittlerweile<br />
nichts Neues mehr, der Renner derzeit<br />
sind ganze SPA-Suiten im Zimmer-Angebot.<br />
Im bayerischen Klosterhof erwarten<br />
Gäste SPA-Lofts und SPA-Suiten mit eigenem<br />
Whirlpool und Infrarotsauna. Die<br />
fünf SPA-Lofts im Vier-Sterne-Superior<br />
Hotel in Bad Reichenhall verfügen jeweils<br />
über zwei Stockwerke mit eigener SPA-<br />
Galerie, Unten wird gewohnt und oben<br />
mit Whirlwanne und Sauna entspannt.<br />
Hochwertige Armaturen und Waschtische<br />
verleihen dem Ganzen ein luxuriöses<br />
Ambiente und mit dem Baustoff Apfelholz<br />
ist auch die Richtung definiert:<br />
Der Apfel als Sinnbild der Verführung ist<br />
Ausdruck vom Erlebnis für alle Sinne.<br />
www.klosterhof.de<br />
Qualität zählt!<br />
Neue SPA- und Wellnesskonzepte gehen<br />
fast ausschließlich nur mehr in die Tiefe.<br />
Qualität, Fachpersonal, Luxus und Differenzierung<br />
kennzeichnen die Konzepte.<br />
Auch eine neue Deko und/oder die Installation<br />
eines indirekten Lichtes sorgt<br />
für ein völlig neues Ambiente.<br />
Und was zählt wirklich? Trotz aller<br />
modernen Angebote sind Massagen noch<br />
immer der Renner, denn der Gast will persönlich<br />
betreut werden. Gerne auch auf<br />
Liegen mit Quarzsand und „heilender“<br />
Musik.<br />
Und damit sind wir beim Wesentlichen,<br />
den Mitarbeitern. Sie sorgen dafür,<br />
<strong>das</strong>s beim Gast ein bleibender Eindruck<br />
entsteht. Fachkompetenz zählt hier<br />
ebenso wie Sozialkompetenz. Denn nirgendwo<br />
sonst ist man so persönlich unterwegs,<br />
wie in diesem Bereich. Um sich<br />
abzuheben, gilt für den Hotelier, neben einer<br />
individuellen Linie vor allem in bestens<br />
geschulte Mitarbeiter zu investieren.<br />
Sie sind der wahre Schlüssel zum Erfolg.<br />
Mit einem gut ausgestatteten Wellnessbereich<br />
bleiben Gäste länger und<br />
sind auch bereit, Geld auszugeben.
1-2/20<strong>22</strong> SPA-KONZEPTE<br />
117<br />
SPA ist Verführung!<br />
Interview mit Wolfgang Falkner, Geschäftsführer SpaCamp.<br />
Wie entstehen SPA-Konzepte?<br />
Ein SPA-Konzept entsteht im Idealfall<br />
von innen, aus dem Hotel, heraus. Die<br />
Inhaber und SPA-Manager kennen ihre<br />
Gäste wie niemand anderer. Es lohnt<br />
sich, auch engagierte Hotel-Mitarbeiter<br />
einzuladen, sich einzubringen. Um<br />
einen zusätzlichen Blick von außen zu<br />
haben und der Betriebsblindheit gegenzusteuern,<br />
macht es aber auch Sinn, sich<br />
Hilfe beim Abwägen der Ideen zu holen.<br />
Was ich in meiner Erfahrung als Veranstalter<br />
des SpaCamp sehe, <strong>das</strong>s vor allem<br />
dort vorbildliche SPA-Konzepte<br />
entstehen, wo die Menschen im regen<br />
Austausch mit Kollegen sind, um Ideen<br />
immer wieder zu hinterfragen und optimieren.<br />
Dann entsteht <strong>das</strong> Besondere<br />
und genau <strong>das</strong> schätzt der Gast.<br />
Klar, Regionalität spielt zum Glück<br />
bei der Ausrichtung heute eine wesentliche<br />
Rolle. Aber, lediglich Kosmetikprodukte<br />
mit heimischen Kräutern ins<br />
Sortiment zu stellen, ist zu wenig. Der<br />
Gast möchte den Ort, die Geschichte,<br />
die Menschen spüren. Inspiration entsteht<br />
aber erst dann, wenn die regionalen<br />
Schätze mit Weltoffenheit gepaart<br />
sind. Es darf kreativ sein! Kurz: Auf Alpenchic<br />
mit Hirschgeweihen würde ich<br />
heute, wenn ich Hotelier wäre, getrost<br />
verzichten.<br />
Wie werden SPA-Konzepte<br />
umgesetzt?<br />
Hier empfiehlt sich eine enge Zusammenarbeit<br />
zwischen allen Beteiligten:<br />
Hotelier, SPA-Manager, SPA-Berater,<br />
Architekt. Wichtig ist, <strong>das</strong>s der Architekt<br />
auch Erfahrung mit SPA-Bereichen<br />
hat. Wir hatten beim vergangenen Spa-<br />
Camp einige spannende Diskussionen<br />
Foto: Jasmin Walter<br />
zum Thema SPA-Räume. Es geht nicht<br />
darum, abzulenken oder zu verführen,<br />
sondern den Gast in den Flow zu bringen.<br />
Die grundsätzliche Frage neben<br />
der Funktionalität lautet: „Wie kann ein<br />
Raum aussehen, riechen, sich anfühlen,<br />
damit er wirklich berührt und eine langanhaltende,<br />
erholende Wirkung hat?“ –<br />
<strong>das</strong> nennt man dann Healing Architecture<br />
und darum geht es.<br />
In welche Richtung gehen die<br />
Trends?<br />
Bei Trends bin ich immer vorsichtig.<br />
Man sollte sie auf dem Schirm haben,<br />
aber man sollte ihnen nicht blind folgen.<br />
Denn Trends ändern sich und wenn jeder<br />
einem Trend folgt, wird es schnell<br />
langweilig. Sicher, Corona hat einiges<br />
bewirkt und <strong>das</strong> Thema Nachhaltigkeit<br />
weiter vorangebracht. Die Menschen<br />
sind bewusster geworden und achten<br />
mehr auf ihre Gesundheit. Und <strong>das</strong><br />
wird auch für längere Zeit so bleiben.<br />
Ich denke, <strong>das</strong>s dann aber <strong>das</strong> Thema<br />
menschliche Berührung bei Massagen<br />
wieder eine neue Renaissance erleben<br />
wird. Darum bin ich auch sehr skeptisch,<br />
was berührungslose Treatments<br />
angeht. Aktuell wird viel darüber diskutiert,<br />
wie mentale Gesundheit im SPA in<br />
den Vordergrund treten kann. Und hier<br />
möchte ich auf die Philosophin Ariadne<br />
von Schirach verweisen, die auch schon<br />
als Keynote beim SpaCamp mit dabei<br />
war und soeben ihr neues Buch „Glücksversuche:<br />
Von der Kunst, mit seiner Seele<br />
zu sprechen“ veröffentlicht hat. Glück<br />
ist nicht im Überfluss zu finden, sondern<br />
in vielen kleinen Dingen und wie<br />
man diese betrachtet.<br />
Am Thema Nachhaltigkeit kommt<br />
heute keiner mehr vorbei. Wie<br />
sieht es dabei im SPA aus?<br />
Beim Neubau ist es wichtig, sich im Vorfeld<br />
über die Nachhaltigkeitsziele der<br />
UN, den sogenannten SDGs (Sustainable<br />
Development Goals) vertraut zu<br />
machen und gegebenfalls einen Nachhaltigkeitsexperten<br />
mit ins Boot zu nehmen.<br />
Die Reduktion des CO2-Ausstoßes<br />
ist kein Nice to Have, sondern ein Must.<br />
Die Inhaber-Familie Zelger-Mahlknecht<br />
vom Südtiroler Hotel Pfösl ist<br />
Vorreiter in diesem Bereich und hier<br />
zeigt sich, <strong>das</strong>s diese nur mit Überzeugung<br />
und auch ganzheitlich umgesetzt<br />
werden kann. Ein grünes Mäntelchen<br />
ist zu wenig und auch nicht langfristig<br />
glaubwürdig. Echte Nachhaltigkeit erfordert<br />
viele Schritte – von nachwachsenden<br />
Rohstoffen bei den Baumaterialien,<br />
der Energierückgewinnung, die<br />
vor allem im SPA-Bereich ein wesentliches<br />
Thema ist und da gibt es noch viel<br />
in der Top-Spa-Hotellerie zu tun. Am<br />
28. März 20<strong>22</strong> wird beim 2. SpaCamp<br />
Focus Day <strong>das</strong> Thema Nachhaltigkeit<br />
diskutiert.<br />
info<br />
Das SpaCamp ist die deutschsprachige Ideenwerkstatt für die SPA- und Wellness-Hotellerie, den Gesundheitstourismus,<br />
Day Spas sowie die Spa-Industrie. Im November 2021 fand die Fachveranstaltung bereits<br />
zum 12. Mal statt, Ziel der Teilnehmer ist es, sich offen auszutauschen, neue Ideen zu diskutieren und gemeinsam<br />
praxisnahe Ergebnisse zu schaffen. Initiator und Veranstalter ist Wolfgang Falkner.<br />
www.spacamp.net
118 GREEN TOURISM<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
GreenSign<br />
Zertifizierung<br />
Die neuesten mit dem GreenSign<br />
zertifizierten Hotels stammen<br />
aus der Seetelhotels Gruppe. Der<br />
Umweltplan und <strong>das</strong> Managementprogramm<br />
von GreenSign<br />
wurden hier in allen Häusern integriert.<br />
Von den acht Hotels auf<br />
der Insel Usedom wurden zwei<br />
Häuser bereits Ende 2021 vom<br />
InfraCert Institut auditiert, somit<br />
konnte ihnen bereits <strong>das</strong> Green-<br />
Sign Zertifikat verliehen werden.<br />
Die anderen sechs Audits in den<br />
Seetelhotels sind für Anfang diesen<br />
Jahres angekündigt. Hoteliers<br />
sind heute neuen Herausforderungen<br />
ausgesetzt, denn die<br />
Erwartungen an <strong>das</strong> Verantwortungsbewusstsein,<br />
ein wertschätzendes<br />
Miteinander und den Klimaschutz<br />
steigen. Die praxisnahe,<br />
transparente und GSTC konforme<br />
Nachhaltigkeits-Zertifizierung<br />
GreenSign ermöglicht Hotels<br />
eine Positionierung als nachhaltiger<br />
Betrieb im nationalen und<br />
internationalen Markt und unterstützt<br />
eine Weiterentwicklung<br />
der Nachhaltigkeitsleistung. Das<br />
integrierte und ausgereifte Prüfsystem<br />
strukturiert, evaluiert und<br />
dokumentiert ökologische, soziale<br />
und ökonomische Aspekte der<br />
Hotelführung in acht Kernbereichen.<br />
Zusätzlich beinhaltet die<br />
Zertifizierung den CO2-Fußabdruck<br />
für die Unternehmen.<br />
www.greensign.at<br />
GREEN<br />
FUTURE<br />
Foto: Anja Engel<br />
Südtirols erster Upcycling<br />
Concept Store<br />
In der Brixner Altstadt lässt es sich gemütlich<br />
schlendern - eine Szene mit jungen<br />
Künstlern, Tüftlern und Architekten<br />
hat hier Einzug gehalten und versteckte<br />
Manufakturen bieten hochwertiges<br />
Kunsthandwerk. Kunstvolle Lampen aus<br />
Herbstlaub und biologischem Harz, feines<br />
Lederhandwerk, Glas- und Metallkunst<br />
sind zu finden. Eines sticht hier<br />
besonders ins Auge: Südtirols erster Upcycling<br />
Concept Store, eröffnet 2015 in<br />
der Brixner Stadelgasse. Doris Raffeiner<br />
ist Gründungsmitglied und Präsidentin<br />
der Sozialgenossenschaft „WiaNui“. Begonnen<br />
hat alles mit einer Ausstellung<br />
über Upcycling im Astra Kino in Brixen.<br />
Bei der Ausstellung wurde ein Überblick<br />
über Upcycling in den verschiedenen<br />
Ländern gegeben und auch ein Blick auf<br />
Außergewöhnliches<br />
Energiekonzept<br />
Im Salzburger Leogang verwandelt sich<br />
<strong>das</strong> seit zehn Jahren bestehende Priesteregg,<br />
und startet innovativer denn je<br />
in die Zukunft. Gleichzeitig erweitert<br />
<strong>das</strong> Priesteregg Premium Eco Resort sein<br />
Portfolio um die Villa Etaner, die Wilderer<br />
Villa und <strong>das</strong> Priesteregg Bad. Hierfür<br />
haben sich die Gastgeber Renate und<br />
Huwi Oberlader die deutsche Viessmann<br />
Group mit ins Boot geholt. Gemeinsam<br />
mit den Spezialisten wurde über zwei<br />
Jahre ein revolutionäres und einzigartiges<br />
Zusammenspiel von sieben Energiesystemen,<br />
welches alle Chalets, Villen und<br />
<strong>das</strong> Bad mit Wärme, Wasser und Strom<br />
versorg, entwickelt. Sonne, Erde, Abwasser-Wärmerückgewinnung,<br />
Biomasse<br />
und Biogas dienen als Energiequellen für<br />
die ökologische Energieerzeugung. Der<br />
Übernachtungspreis für die Villa Etaner<br />
startet bei 800 Euro pro Person inklusive<br />
Frühstück und Premiumservice. In der<br />
Wilderer Villa wohnt man ab 490 Euro<br />
die Situation in Südtirol geworfen. Die<br />
Ausstellung mit Südtiroler Designers und<br />
Workshops für Schulklassen war ein voller<br />
Erfolg. Danach hat Raffeiner mit zwei<br />
Freundinnen die Sozialgenossenschaft<br />
„WiaNui“ gegründet.<br />
www.wianui.eu<br />
pro Person und Nacht inklusive Frühstück.<br />
Während ihres Aufenthaltes kommen<br />
alle Gäste in den Genuss des neuen<br />
Priesteregg Bad mit Himmelbecken,<br />
der original Lappland-Rauchsauna, Ruhebereichen<br />
designed von Holzbildhauer<br />
Gottfried Kaschnig und dem Angebot<br />
an Massagen und Körperbehandlungen<br />
in den 200 Jahre alten Troadkasten.<br />
www.priesteregg.at<br />
Foto: Michael Pedevilla<br />
Foto: PRIESTEREGG Premium ECO Resort_<br />
guenterstandl.de
1-2/20<strong>22</strong> TOURISMUS & HOTELLERIE<br />
Richtig liegen,<br />
gut entspannen<br />
Schneekabine als<br />
SPA-Erlebnis<br />
Das Unternehmen TechnoAlpin garantiert<br />
erstklassige Schneequalität für<br />
einmalige Wintererlebnisse auf der ganzen<br />
Welt. Durch Investitionen im Bereich<br />
der Forschung und Entwicklung hat sich<br />
<strong>das</strong> Unternehmen zum Innovationsführer<br />
der Branche entwickelt. TechnoAlpin<br />
sorgt für optimale Lösungen von Beschneiungsanlagen<br />
weltweit, die Indoor<br />
Snow Konzepte ermöglichen Erlebnisse<br />
mit Schnee an verschiedenen Orten.<br />
Vom klassischen Indoor Skifahren über<br />
Shopping Locations bis hin zu Schnee für<br />
Hotels und Wellnessbereiche. Vom Snow<br />
Room mit 10 m2 bis hin zu den größten<br />
Skihallen der Welt mit 50.000 m2 beschneiter<br />
Fläche gibt es verschiedenste<br />
technische Lösungen. Sogar Schnee<br />
bei warmen Temperaturen von bis zu<br />
+25°C ist möglich. Ein SnowRoom überrascht<br />
mit echtem Pulverschnee mitten<br />
in der Saunalandschaft, im Geschäft oder<br />
bei Veranstaltungen. TechnoAlpin bietet<br />
maßgeschneiderte SnowRooms an,<br />
<strong>das</strong> Design wird je nach Kundenwunsch<br />
Karasek Wellness-Möbel sind<br />
eine Oase zum Wohlfühlen und<br />
Entspannen. Seit Jahrzehnten ist<br />
Karasek professioneller Ausstatter<br />
von Wellnessbereichen im gesamten<br />
europäischen Raum. Geprüfte<br />
Qualität und mit dem GS<br />
Zeichen versehene Produkte überzeugen<br />
sowohl große Thermenbetreiber<br />
als auch den SPA-Bereich<br />
im Familienhotel. Neu bei Karasek<br />
ist die Barbados Stapelliege<br />
mit ihrem modernen und eleganten Design,<br />
welche als Ergänzung zur Barbados<br />
Kippliege und dem Barbados Deckchair<br />
entworfen wurde. Die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten<br />
in Modell, Gestell-<br />
und Bespannungsfarbe bieten eine<br />
Vielzahl von Varianten, sich den Wellnessbereich<br />
ganz nach den eigenen Vorstellungen<br />
zu gestalten.<br />
www.karasek.co.at<br />
und lokaler Gegebenheit angepasst. Drei<br />
Komponenten machen <strong>das</strong> funktionierende<br />
System aus: Die Schneekabine<br />
wird aus hochwertigen Materialien mit<br />
besten Isoliereigenschaften hergestellt.<br />
Die zentrale technische Anlage versorgt<br />
den Raum mit kalter Luft sowie Wasser<br />
und steuert die Schneeproduktion. Durch<br />
die Rückkühlung wird <strong>das</strong> System dann<br />
laufend gekühlt.<br />
www.technoalpin.com<br />
Foto: Karasek<br />
Foto: TechnoAlpin<br />
Foto: Wäschekrone<br />
119<br />
Waffelstruktur-<br />
Frottierwäsche<br />
Wäschekrone, der Laichinger<br />
Hotelwäschespezialist, wartet<br />
auf der Internorga am Stand 204 in<br />
Halle B1.EG mit spannenden Produkt-Neuheiten<br />
auf. Ein besonderes<br />
Highlight für die Ausstattung<br />
des Hotelbadezimmers und Saunabereichs<br />
ist die neue, flauschige<br />
Frottierwäsche-Linie mit Waffelstruktur.<br />
Diese punktet neben ihrer<br />
modernen Optik mit einer besonders<br />
langlebigen Qualität und dem<br />
„Made in Green by Oeko-Tex“-Siegel.<br />
Darüber hinaus präsentiert<br />
Wäschekrone die Outdoor-Tischwäsche<br />
„Triangolo“ – einen idealen<br />
Begleiter für den reduziert-modernen<br />
Look. Die neuen kuscheligweichen<br />
Zwirnfrottier-Tücher mit<br />
moderner Waffelstruktur sind gleichermaßen<br />
anschmiegsam wie<br />
saugfähig. Die Webtechnik mit einer<br />
speziellen Doppelnaht macht<br />
die aus 100 Prozent Baumwolle gefertigte<br />
Frottierwäsche zudem besonders<br />
strapazierfähig – ideal für<br />
den langfristigen Einsatz im Hotelzimmer<br />
sowie Saunabereich.<br />
Die Tücher sind in den drei Farbvarianten<br />
Weiß, Beige sowie Anthrazit<br />
erhältlich und runden den<br />
Gesamteindruck der Wohlfühlbereiche<br />
ab. Bei größeren Aufträgen<br />
lassen sich zudem individuelle<br />
Kundenwünsche hinsichtlich Größen,<br />
Design oder auch Farbvarianten<br />
umsetzen.<br />
www.waeschekrone.de
120 THERMENKULINARIK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Nur Pommes waren gestern!<br />
Was braucht es, um Besucher in eine Therme zu locken? Neben dem Spaßfaktor und einem<br />
ausgeklügelten Entspannungs- und Wasserangebot, ist es immer die Kulinarik, die einen<br />
entscheidenden Faktor darstellt. <br />
Von Petra Pachler<br />
Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf<br />
Längst vorbei sind die Zeiten von<br />
Pommes & Co., deren einzige<br />
Funktion im Sattmachen lagen<br />
und Genuss beim Thermenbesuch<br />
noch keine Rolle spielte. Ähnlich<br />
wie auf den Skihütten, entwickelt sich<br />
auch hier eine Schiene, die neben dem<br />
Genuss auch immer öfter auf den Gesundheitsfaktor<br />
abzielt. Denn auch der<br />
Thermenbesuch erhält <strong>das</strong> Mascherl<br />
der Gesundheit, er soll nicht nur entspannen,<br />
sondern auch dem – langfristigen<br />
– Wohlbefinden dienen. Fettes Essen<br />
ohne Salat oder Gemüse passen hier<br />
nicht dazu.<br />
Also wird eifrig an Konzepten gefeilt,<br />
die der Kulinarik nicht nur <strong>das</strong> Attribut<br />
des Genusses verleihen. Essen soll auch<br />
möglichst frisch gekocht und weitgehend<br />
regional sein. Letzteres ist bekanntermaßen<br />
kein Alleinstellungsmerkmal,<br />
sondern ein Trend, der in der Gastronomie<br />
schon länger anhält. Er zeigt aber,<br />
<strong>das</strong>s die Thermenverpflegung aufholt<br />
und sich eindeutig in Richtung Restaurant<br />
entwickelt.<br />
Noch ein wesentlicher Faktor ist die<br />
Tatsache, <strong>das</strong>s ein Tages-Thermenbesuch<br />
immer häufiger zum Kurz-Urlaub<br />
mutiert – und dabei ist gutes Essen ein<br />
Must-have.<br />
Neues Konzept, neue<br />
Positionierung<br />
Bestes Beispiel ist die Therme Loipersdorf<br />
(Thermencheck Silber Award 2021), übrigens<br />
die älteste Therme des Landes, die<br />
schon seit geraumer Zeit auf Genuss setzt.<br />
Herzstück des kulinarischen Angebots<br />
ist zweifelsohne <strong>das</strong> Marktrestaurant,<br />
hier werden Evergreens mit regionalen<br />
und saisonalen Produkten zubereitet<br />
und ergänzt. Die Zielgruppe der<br />
Familien schätzt hier <strong>das</strong> Angebot in<br />
Buffetform genauso, wie die Burger-Station.<br />
Schon seit geraumer Zeit hat <strong>das</strong><br />
Marktrestaurant die Auszeichnung des<br />
steirischen Kulinariums inne und der<br />
Begriff „Markt“, als Synonym für Frische,<br />
definiert <strong>das</strong> Angebot der heimischen,<br />
AMA-zertifizierten Produkte eindeutig.<br />
Im Don Camillo, dem italienischen<br />
Restaurant mit Bedienung, werden Pizza,<br />
Pasta und Co. über Don Camillo bezogen.<br />
Das Unternehmen fungiert als Franchise-Partner<br />
vorrangig in Wien und der<br />
Steiermark. Vinophile werden hier eben-
1-2/20<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />
121<br />
falls bestens versorgt, was durchaus passend<br />
ist, gilt doch die steirische Thermenregion<br />
als steirische Toskana.<br />
In der Speiserei, die im „adults only“<br />
Bereich des Schaffelbades angesiedelt<br />
ist, sind der regionale Vulkanland Schinkenteller,<br />
<strong>das</strong> Kalbswiener und Kartoffelpuffer<br />
die Highlights und damit auch<br />
wirklich alle zu ihrem kulinarischen Genuss<br />
kommen, geht hier der Butler mit<br />
dem Servicewagen durch und offeriert<br />
die Köstlichkeiten aus Marco Kirschners<br />
Küche. Dieser deckt seinen Bedarf an<br />
Lebensmitteln mit dem Fokus auf Regionalität<br />
sowohl vom Großhandel als<br />
auch von regionalen Bauern und die<br />
Kräuter kommen aus dem thermeneigenen<br />
Hochbeet. Auf Nachfrage heißt es<br />
aber, <strong>das</strong>s der Klassiker Pommes Frites<br />
trotz des Trends zu gesunder Kost nicht<br />
von der Karte wegzudenken sei. Was bei<br />
den Restaurants der Therme Loipersdorf<br />
als besonders gelten kann: Obwohl<br />
Marktrestaurant, Don Camillo und auch<br />
die Speiserei auch für externe Gäste zugängig<br />
sind, können alle Gastrobetriebe<br />
in Badekleidung benützt werden.<br />
www.therme.at<br />
Der Dresscode im Thermenrestaurant ist der Bademantel.<br />
Foto: Thermenresort Loipersdorf<br />
Genusstempel<br />
Der Duft von altem Fett und lange<br />
Schlangen gehören der Vergangenheit<br />
an, denn Thermenrestaurants sind Genusstempel<br />
geworden.<br />
Wer heute ein Tagesticket (Durchschnittspreis<br />
35,00 €) für eine Therme<br />
löst, muss ohnehin tief in die Tasche<br />
greifen und erwartet im Zuge dessen<br />
auch ein gehobenes gastronomisches<br />
Angebot, <strong>das</strong> ruhig auch etwas kosten<br />
darf. 15 Euro kostet im Schnitt ein<br />
Menü, im Vergleich: Vor zehn Jahren waren<br />
es zehn Euro.<br />
Wurde früher vorrangig von extern<br />
angeliefert, so leisten sich heute immer<br />
mehr Thermen eine eigene Küche und<br />
setzen auf Frische – und auf eine eigene<br />
Linie. Im besten Fall zieht sich diese<br />
durch <strong>das</strong> gesamte Thermenangebot,<br />
wie dies bei der Heiltherme Bad<br />
Waltersdorf der Fall ist. Dort dominiert<br />
die TSM, die Traditionell Steirische Medizin,<br />
<strong>das</strong> Spa-Geschehen und seit einiger<br />
Zeit auch jenes in der Küche.<br />
Warum in die Ferne schweifen? Das<br />
Gute liegt so nah! Nach diesem Motto<br />
wurde <strong>das</strong> über Jahrhunderte erhaltene<br />
Heilwissen in der Oststeiermark als<br />
Markenkern positioniert. Gepaart mit<br />
regionalen Naturprodukten und wissenschaftlichen<br />
Erkenntnissen ist dies die<br />
Basis für die „Traditionell Steirische Medizin®“.<br />
(TSM®).<br />
80 Prozent der Österreicher ziehen<br />
regionale Lebensmittel den importierten<br />
Produkten vor, so eine aktuelle Studie<br />
der BOKU Wien. Was genau mit<br />
Regionalität gemeint ist, ist allerdings<br />
nicht einheitlich geregelt – obwohl Konsumenten<br />
immer mehr Wert auf Transparenz<br />
legen.<br />
„Man merkt deutlich, <strong>das</strong>s die Gäste<br />
wissen, ob etwas echt ist“, sagt Gernot<br />
Deutsch, Geschäftsführer der Heiltherme<br />
Bad Waltersdorf. „Wir haben<br />
für unsere ‚Traditionell Steirische Medizin®<br />
‘daher klare Kriterien definiert,<br />
etwa <strong>das</strong>s die Zutaten aus der Nachbarschaft<br />
stammen und sie nach traditionellen<br />
Rezepten verarbeitet werden<br />
müssen. Ebenso bei unseren TSM-Gerichten<br />
am Buffet un d in der Speisekarte:<br />
Die Herkunft der Hauptzutat ist<br />
ersichtlich.“<br />
Regionalität sollte längst eine<br />
Selbstverständlichkeit sein, ist Gernot<br />
Deutsch, Geschäftsführer der Heiltherme<br />
Bad Waltersdorf, überzeugt. Regionalität<br />
geht für Deutsch dabei aber<br />
deutlich über <strong>das</strong> regionale Einkaufen<br />
von Produkten hinaus. „Wir wollen die<br />
Region und ihre kostbaren Naturschätze<br />
für unsere Gäste erlebbar und spürbar<br />
machen. Dazu braucht es Mitarbeiter<br />
und Produzenten, die voll hinter dem<br />
stehen, was sie machen. Das ist echte,<br />
gelebte Regionalität. Das muss man<br />
dann gar nicht mehr groß betonen, <strong>das</strong><br />
spürt der Gast von selbst.“<br />
Für Transparenz sorgt dabei auch,<br />
<strong>das</strong>s die Gäste die Produzenten aus der<br />
Nachbarschaft auch besuchen können –<br />
etwa den Kulinarikpartner „Rauers Ernte“<br />
in Bad Blumau. Mit diesem Gemüseproduzenten,<br />
der gerade den ersten Bio-<br />
Anbau von Gemüsesprossen im großen<br />
Stil aus dem Boden gestampft hat, arbeitet<br />
die Heiltherme Bad Waltersdorf<br />
seit mehr als 30 Jahren zusammen. Neben<br />
„Rauers Ernste“ kooperiert die Heiltherme<br />
Bad Waltersdorf mit zahlreichen<br />
weiteren Kulinarikpartnern, wie der<br />
Hofmolkerei Thaller, die ihren Standort<br />
nur unweit der Heiltherme Bad Waltersdorf<br />
hat.<br />
www.heiltherme.at<br />
„100 % Region …<br />
… und ohne viel Schnickschnack“, so<br />
nennt Küchenchef Johann Schuster sein<br />
Konzept in der Rogner Therme Bad Blumau<br />
(Thermencheck Gold Award 2021).<br />
Als Träger des Österreichischen Umweltzeichens<br />
für Tourismusbetriebe ist<br />
Bad Blumau Pionier in Sachen Nachhaltigkeit.<br />
Das gilt auch für die Herkunft<br />
der Lebensmittel. Der Großteil
1<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
„Man merkt deutlich, <strong>das</strong>s<br />
die Gäste hinter die Kulissen<br />
schauen wollen und auch<br />
erkennen, ob etwas authentisch<br />
und echt ist oder<br />
‚nur‘ auf der Speisekarte so<br />
steht.“ (Gernot Deutsch,<br />
Geschäftsführer der Heiltherme<br />
Bad Waltersdorf)<br />
Gemüse-<br />
Curry zählt<br />
zu den Gerichten<br />
von<br />
Küchenchef<br />
in der Therme<br />
Blumau,<br />
Johann<br />
Schuster.<br />
Fotos: Rogner Bad<br />
Blumau<br />
Zitat<br />
Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf<br />
der vorwiegend biologischen Lebensmittel<br />
stammt aus landwirtschaftlichen<br />
Betrieben der Region, zudem wird versucht,<br />
den Einkauf im natürlichen Jahreskreislauf<br />
zu gestalten. Der Betrieb<br />
führt eine hauseigene Landwirtschaft,<br />
welche von den Bauern und Köchen<br />
gemeinsam bewirtschaftet wird. Symbiotische<br />
Tierhaltung, zahlreiche Gärten<br />
mit Kräutern und Blüten und Streuobstwiesen<br />
erstrecken sich auf 42 ha biologisch<br />
zertifiziertem Areal.<br />
Waren und Rohstoffe werden vorrangig<br />
bei klein- und mittelgroßstrukturierten<br />
Betrieben und Landwirtschaften aus<br />
der Region bezogen, die auch mit Know-<br />
How in Form von Partnerschaften unterstützt<br />
werden. Die Biobrot-Teiglinge aus<br />
der örtlichen Bäckerei werden im Ofen,<br />
der direkt im Restaurant positioniert ist,<br />
gebacken. Im Sinne der Nachhaltigkeit<br />
werden Semmeln, die nicht verwendet<br />
wurden, von der Bäckerei wieder abgeholt<br />
und zu Semmelbrösel verarbeitet. Eigene<br />
Rezepte mit Altbrot werden laufend<br />
neu ausprobiert.<br />
Ein RegenTag ist positiv besetzt<br />
Langschläfer genießen im Restaurant<br />
Obendrauf der Therme Blumau ein<br />
Frühstücksbuffet im Bademantel bis 12<br />
Uhr. Zusätzliche Hygienemaßnahmen<br />
und leichte Variationen bei der Präsentation<br />
(zB. vorportioniert) machen den<br />
Buffetbetriebmöglich.<br />
Auch im Thermenrestaurant Regen-<br />
Tag ist der Bademantel der Dresscode für<br />
<strong>das</strong> À la carte Angebot. Johann Schuster,<br />
ein kerniger Steirer, managet die Kulinarikschiene<br />
der Therme, und auch er sieht<br />
einen Wandel in der Thermenkulinarik:<br />
„Regionalität und Qualität wird immer<br />
wichtiger. Zudem werden die Ansprüche<br />
der Gäste immer höher und unterschiedliche<br />
Ernährungsformen sind präsenter<br />
denn je“. Aktuell ist bei ihm der<br />
Steirische Vogerlsalat mit Weizer Grillschafskäse<br />
im Speckmantel mit Kernölmarinade<br />
und knusprigen Topinampurchips<br />
der Renner.<br />
www.blumau.com<br />
Unterschiedliche Zielgruppen<br />
bedienen<br />
Auch die St. Martins Therme heftet sich<br />
Regionalität als oberste Priorität auf ihre<br />
Fahnen. Die Küchenlinie im Thermenrestaurant<br />
entspricht jener der St. Martins<br />
Therme & Lodge und hat damit ihren<br />
Schwerpunkt auf der Verwendung<br />
von Heimischen. Frisch zu kochen ist für<br />
Küchenchef Mario Bachhofer selbstverständlich<br />
und auch er bezieht die Produkte<br />
primär von Produzenten und Bauern<br />
aus der Region. Auf den Tisch kommen<br />
sie dann unter anderem als gefüllte<br />
Schweinsschnitzel mit Seewinkler Rohschinken<br />
und Schafskäse vom Hautzinger<br />
sowie der Burger vom Steppenrind.<br />
Zu den „Rennern“ im Thermenrestaurant<br />
zählen auch <strong>das</strong> täglich auf die<br />
Saison abgestimmte Schöpfgericht. Für
1-2/20<strong>22</strong> THERMENKULINARIK<br />
123<br />
Küchenchef Mario Bachhofer,<br />
St. Martins Therme.<br />
Foto: St. Martins Therme und Lodge_Rudy Dellinger<br />
Auch ein Regentag ist im Restaurant<br />
RegenTag der Therme Blumau gut auszuhalten.<br />
Foto: St. Martins Therme und Lodge_Peter Rigaud<br />
Mario Bachhofer ist klar: „Der Anteil an<br />
fleischlosen Speisen in den letzten Jahren<br />
ist stark gestiegen. Gleichzeitig hat<br />
aber auch die Nachfrage nach speziellen<br />
Gerichten wie z. B. Beuschel oder<br />
Blunz‘n-Gröst‘l – also eigentlich richtigen<br />
Klassikern - zugenommen.“<br />
www.stmartins.at<br />
Eigene Pasta-Werkstatt<br />
Wo eingekauft wird, ist mittlerweile die<br />
Frage aller Fragen und da immer mehr<br />
regional. Wie auch für <strong>das</strong> Thermenrestaurant<br />
Medita in der südburgenländischen<br />
Avita Therme: Sämtliche<br />
Fisch ist ein Fixpunkt in der Heiltherme<br />
Bad Waltersdorf.<br />
Foto: Heiltherme Bad Waltersdorf_Eisenberger<br />
Im Medita, dem Thermenrestaurant<br />
der Avita Therme, wird mit viel Gemüse<br />
gekocht. Foto: AVITA_VBaum<br />
Fleisch- und Wurstprodukte kommen<br />
von der regionalen Fleischerei Hatwagner<br />
aus Bernstein, <strong>das</strong> Brot und Gebäck<br />
wird drei Mal täglich frisch von der Bäckerei<br />
Bayer geliefert, die „gleich um’s<br />
Eck“ in Oberschützen ihre Heimat hat.<br />
Das besondere Highlight ist sicherlich<br />
die eigene Pasta-Produktion, was ganz<br />
grundsätzlich eines der Erfolgsgeheimnisse<br />
jeder (Thermen)Kulinarik ist: Ein<br />
selbstgemachtes Produkt symbolisiert<br />
Frische und eine spezielle Linie! Gut gehen<br />
im Medita, laut Küchenchef Kornel<br />
Babel, die mediterranen Pasta-Gerichte<br />
aus der eigenen Pasta-Werkstatt, zusätzlich<br />
prägen Fischgerichte und Salate mit<br />
gegrillten Lachswürfeln, Hühnerfleisch<br />
oder Schafskäse die leichte Küche. Die<br />
Pommes sind zwar auch hier präsent,<br />
allerdings immer weniger als der klassische<br />
Pommes-Teller, sondern mehr als<br />
„French fries“ zu den Burgern.<br />
www.avita.at<br />
Die Quintessenz für die Thermenkulinarik<br />
kann wohl lauten: An Frische &<br />
Regionalität kommt kein Thermenrestaurant<br />
mehr vorbei. Und die Auswahl<br />
und Qualität der Angebote ist mitentscheidend<br />
für die Auswahl der Therme.<br />
Zitat<br />
In der Gastronomie einer Therme gilt es, Erwartungen unterschiedlichen Zielgruppen<br />
(vom Kleinkind bis zu den Großeltern bzw. vom Economytarif bis zum Premium Tarif) zu<br />
erfüllen. Das war und ist seit Beginn an nicht immer einfach. Oft spiegelt sich <strong>das</strong> in der<br />
Bestellung einer Familie wider: die ernährungsbewusste Mutter erwartet sich vegetarische,<br />
gesunde Gerichte, die Oma ihren Suppentopf – der Vater ist mit dem<br />
Burger (neuerdings vom Wildschwein) mit Pommes glücklich – und die Kinder wollen<br />
Pizza.<br />
Dieser Herausforderung stellen wir uns seit 2009 und <strong>das</strong> gelingt uns in Summe auch sehr<br />
gut. (Geschäftsführer Klaus Hofmann, St. Martins Therme & Lodge und Vizepräsident<br />
der ÖHV)<br />
Foto: St. Martins Therme und Lodge_Rudy Dellinger
124 INTERVIEW<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
info<br />
Michael Berndl ist gemeinsam<br />
mit seiner Frau Elisabeth<br />
Eigentümer des 4*plus<br />
Romantik SPA Hotels Seefischer,<br />
ein Familienbetrieb<br />
mit 45 Zimmern am Millstättersee,<br />
und der Chef der<br />
österreichischen Romantikhotels.<br />
Außerdem betreibt er<br />
in Millstatt ein Wirtshaus und<br />
seit kurzem ein Delikatessengeschäft.<br />
„Es gibt schlechtere Jobs“<br />
Hotelier Michael Berndl über zwei Jahre Corona, dem Anspruch auch in Kärnten einen<br />
Ganzjahrestourismus anzubieten und seinem Wunsch nach Flow statt Hilfen. Von Thomas Askan Vierich<br />
Fotos: Gert Perauer
1-2/20<strong>22</strong><br />
INTERVIEW 125<br />
<strong>GASTRO</strong>: Wie geht es der Romantikhotelgruppe<br />
nach zwei Jahren Corona?<br />
Hat es geholfen einer internationalen<br />
Gemeinschaft anzugehören?<br />
Berndl: Das war speziell am Anfang<br />
enorm wichtig. Weil man sich austauschen<br />
konnte über Hygienemaßnahmen<br />
und Förderungen. Man erfuhr auch, wie<br />
es in anderen Ländern in Europa zugeht.<br />
Allen voran unser Vorstand Thomas<br />
Edelkamp, der aus dem Management<br />
einer großen Hotelgruppe kommt, hat<br />
natürlich einen gewissen Weitblick. Das<br />
gab <strong>das</strong> Gefühl gut aufgehoben zu sein.<br />
Wenn Sie die österreichische Situation<br />
mit der von Kollegen im Ausland<br />
vergleichen – wie steht Österreich<br />
dann da?<br />
Wir haben sicher mit die strengsten<br />
Maßnahmen gehabt, aber von Anfang<br />
an wurde uns immer eine tolle Hilfestellung<br />
von Seiten der Bundesregierung<br />
gewährt. Das muss einfach so gesagt<br />
werden. Die Regierung hat in dieser<br />
Situation die Wichtigkeit des Tourismus<br />
erkannt. In gewissen Regionen ist der<br />
Tourismus einfach die einzige Einnahmequelle.<br />
Hilft es da, <strong>das</strong>s wir eine Tourismusministerin<br />
haben? Also <strong>das</strong> Amt per<br />
se?<br />
Sicher. In Deutschland ist <strong>das</strong> anders,<br />
die hätten auch gerne so jemanden in<br />
der Regierung sitzen. Aber der Tourismus<br />
hat halt in Deutschland im Vergleich<br />
zu uns nicht die gleiche wirtschaftliche<br />
Bedeutung. 18 Prozent vom<br />
BIP wird dort bei weitem nicht erreicht.<br />
Und in Regionen wie hier am Millstättersee<br />
oder im Zillertal erreichen wir locker<br />
mehr als 50 Prozent.<br />
Warum wird der Tourismus dann in<br />
Italien so schlecht gefördert? Dort<br />
haben die Gastronomen und Hoteliers<br />
so gut wie gar keine Unterstützung<br />
bekommen.<br />
Die Südtiroler Kollegen haben sich<br />
schon mal gewunschen ein Teil von Österreich<br />
zu sein...Die sind so gut wie leer<br />
ausgegangen. Die hatten nicht einmal<br />
die Möglichkeit der Kurzarbeit, keine<br />
Abschlagzahlungen, nichts. Die mussten<br />
Kredite aufnehmen, wenn sie überhaupt<br />
Kredite bekommen haben.<br />
Italienische Gastronomen haben<br />
rund 400 Euro bekommen. Im Jahr.<br />
Viele haben zugesperrt, einfach um Kosten<br />
zu sparen, die Leute nach Hause geschickt<br />
und auf bessere Zeiten gewartet.<br />
Das ist ja bei uns auch passiert. Am Anfang<br />
war uns gar nicht klar, ob und wie <strong>das</strong><br />
mit der Kurzarbeit funktioniert. Wir haben<br />
auch bei uns am Anfang einige Mitarbeiter<br />
freigesetzt als Vorsichtsmaßnahme.<br />
Konnten Sie die wieder zurückgewinnen?<br />
Zu 90 Prozent ja. Einige haben sich aber<br />
vom Tourismus verabschiedet oder<br />
selbstständig gemacht.<br />
Corona hat ja auch die zarte Pflanze<br />
Ganzjahrestourismus in Kärnten zum<br />
Welken gebracht, oder?<br />
Selbst im Westen waren über Weihnachten<br />
und Neujahr nicht alle Häuser wie<br />
sonst ausgebucht. Die haben uns dann<br />
mit günstigen Preisen Konkurrenz gemacht.<br />
Das ist natürlich <strong>das</strong> Schlimmste,<br />
was man machen kann, die Preisspirale<br />
nach unten zu drehen. Da gibt’s nur<br />
Verlierer. Aufgrund unserer Kostensituatioin<br />
vor allem bei den Mitarbeitern können<br />
wir nur auf Qualität setzen. Preislich<br />
können wir zum Beispiel mit der Türkei<br />
einfach nicht konkurrieren.<br />
Der Billigtourismus hat ja früher in<br />
Kärnten ganz gut funktioniert. Sind<br />
die Zeiten endgültig vorbei?<br />
Es gibt schon noch günstige Angebote<br />
wie Camping oder Appartments. Aber<br />
die sind auf der Angebotsseite auch mit<br />
viel weniger Aufwand verbunden.<br />
Und auch die rüsten auf, müssen aufrüsten<br />
...<br />
Die Coronakrsie hat zu einer gewissen<br />
Marktbereinigung geführt, die auch weiterhin<br />
stattfindet. Die hat schon vorher<br />
begonnen, Corona wirkt hier wie ein<br />
Turbo. Es kommen auch neue Betriebe<br />
dazu, die aber dezidiert auf Qualität setzen.<br />
Das wird sich noch beschleunigen,<br />
wenn die Hilfen enden.<br />
Womöglich müssen auch einige Hilfen<br />
wieder zurückgezahlt werden...<br />
Also zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.<br />
Es wird geprüft werden, ob alles<br />
rechtmäßig war und ist.<br />
Fotos: Vorarlberg Tourismus<br />
Wie konnten Sie Ihre Mitarbeiter halten?<br />
Indem wir so lange wie möglich offengehalten<br />
haben. Auch wenn sich <strong>das</strong><br />
nicht immer wirtschaftlich gerechnet<br />
hat. Aber wir wollten einfach unsere<br />
Mitarbeiter nicht zum AMS schicken.<br />
Kurzarbeit auf null ist keine Lösung,<br />
dann sitzen die Leute zu Hause, verdienen<br />
weniger, bekommen keine Trinkgelder<br />
und fangen an zu grübeln, sieben<br />
Monate lang. Wer im Tourismus arbeitet,<br />
kennt diesen Flow, wenn was zu tun<br />
ist. Der hat uns gefehlt. Aber wir versuchen<br />
an unserem Anspruch festzuhalten<br />
einen Ganzjahresarbeitsplatz anzubieten.<br />
Normalweise haben wir im<br />
Seefischer 300 Tage im Jahr geöffnet.<br />
Bei meiner Silvesteransprache habe<br />
ich gesagt: Wenig zu tun ist besser als<br />
nichts zu tun! So kommen wir wieder<br />
in unseren gewohnten Workflow. Hilfen<br />
sind am Ende des Tages eben nur<br />
Hilfen. Sie können nicht <strong>das</strong> ersetzen,<br />
worum es uns wirklich geht: Dem Gast<br />
eine Freude bereiten, ihn bewirten, für<br />
ihn kochen. Das Tun ist der Schlüssel,<br />
nicht <strong>das</strong> Warten und Herumsitzen. Die<br />
Menschen sind unsere Bausteine.<br />
www.seefischer.at
126 TOURISMUS<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Kulinarik ist im Tourismus der Schlüssel zum Erfolg.<br />
Foto: Dietmar Denger – Vorarlberg Tourismus<br />
Umdenken!<br />
Martin Ebster, Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg.<br />
Fotos: TVB St. Anton am Arlberg/Sepp Mallaun<br />
Kaum eine Branche ist durch die Pandemie so gefordert, wie der Tourismus. Es gilt,<br />
langfristige Neuausrichtungen zu finden und sich von alten Mustern zu verabschieden.<br />
Umdenken ist angesagt!<br />
Von Petra Pachler<br />
Nachgefragt bei Tourismusexperten<br />
werden sich folgend Trends etablieren:<br />
Der sogenannte „Urlaub für<br />
mich“, also ein Aufenthalt mit einem<br />
starken Fokus auf die eigene Person,<br />
in der Gesundheit einen hohen Stellenwert<br />
hat. Diesem wachsenden Segment<br />
Gesundheitstourismus widmen wir uns<br />
in der nächsten <strong>GASTRO</strong> Ausgabe in einer<br />
ausführlichen Expertise.<br />
Outdoor-Angebote rücken in den<br />
Fokus und werden zum Erlebnisurlaub.<br />
Zu dieser sogenannten „Erlebnis-Gestaltung“<br />
zählen zum Beispiel Outdoor-<br />
Trekking und Weitwandern. Natur steht<br />
also im Mittelpunk und <strong>das</strong> spiegelt sich<br />
auch in den Unterkünften wider. Urlaub<br />
am Bauernhof und Glamping boomen<br />
wie nie zuvor.<br />
Hotels für „long stay“<br />
Hoteliers stehen zusätzlich vor dem Problem,<br />
ihre teils auf Seminar- oder auch<br />
internationalen Gäste ausgerichteten<br />
Unterkünfte neu zu positionieren.<br />
„Es hat sich viel getan in unserem Bewusstsein.<br />
Beherbergungsbetrieben eröffnen<br />
sich dadurch neue Chancen in der<br />
Angebotsgestaltung, nicht zuletzt hinsichtlich<br />
der Architektur und Konzepte“,<br />
so Thomas Reisenzahn & Marco Riederer<br />
von Prodinger Tourismusberatung. Dazu<br />
zählen alternative Beherbergungsformen<br />
wie Serviced Apartments oder Chalets.<br />
Einer, der genau <strong>das</strong> umsetzt, ist Harald<br />
Ultsch mit seinen harry’s home hotels &<br />
apartments: „Die Krise hat uns ganz klar<br />
unsere Ausrichtung bestätigt, denn die<br />
Nachfrage nach Serviced Apartments ist<br />
groß. Auch der Trend. ,Wohnen auf Zeit‘<br />
wurde massiv beschleunigt. Der Gast<br />
kann seinen Aufenthalt aus zahlreichen<br />
Komponenten zusammenstellen, egal ob<br />
für einen Tag oder ein Jahr.“<br />
www.harrys-home.com<br />
Erlebnisgestaltung, aber<br />
nachhaltig<br />
Reiseziele in einer intakten Natur kombiniert<br />
mit Bewegung kennzeichnen die<br />
Nachfrage, Natur und Sport müssen zum<br />
Erlebnis werden. Skifahren wird, wie in<br />
Salzburg, zu einer „Snow Space Challenge“<br />
adaptiert, bei der die schönsten Plätze<br />
im Skigebiet angefahren und an ausgewählten<br />
Locations Fotopoints oder<br />
SkiMovie-Stationen warten. Nach Absolvierung<br />
aller sieben Punkte winkt ein<br />
Gewinnspiel.<br />
www.snow-space.com.<br />
In Vorarlberg werden bei der geführten<br />
Seven Summits Freetour Mellau im<br />
Bregenzerwald, einer Kombination aus<br />
Freeriding und Skitouren, an drei Tagen<br />
sieben Gipfel angefahren.<br />
Bei allem Erlebnisfaktor muss auch<br />
der Wintertourismus sein Augenmerkt<br />
auf die Nachhaltigkeit legen und da tut<br />
sich St. Anton am Arlberg hervor.<br />
Martin Ebster, Tourismusdirektor<br />
von St. Anton am Arlberg,: „Wir leben<br />
vor, wie grüner Alpentourismus Stück<br />
für Stück funktionieren kann und arbeiten<br />
seit Jahrzehnten an unserer Ökobilanz.<br />
Durch den Kartellsee und die Kraftwerke<br />
ist die Region bereits seit 2006 in<br />
der Stromversorgung autark. Die Kristalle<br />
aus den Schneekanonen sind sauberer<br />
als Naturschnee, bestehen lediglich<br />
aus Wasser in Trinkqualität und Luft. Im<br />
Frühling unterstützt <strong>das</strong> Schmelzwasser<br />
in den Bächen die Energiegewinnung.<br />
Unsere Pistenmaschinen erfassen durch
1-2/20<strong>22</strong> TOURISMUS<br />
127<br />
Long stay Appartements boomen.<br />
Foto: harry’s home hotels & apartments/Daniel Zangerl<br />
ein integriertes GPS-System in Echtzeit<br />
die exakte Schneehöhe für eine noch effektivere,<br />
naturschonendere Beschneiung.<br />
2021 wurde St. Anton am Arlberg<br />
zudem als offizielle KLAR!-Modellregion<br />
ausgewählt. Teilnehmer dieses Programms<br />
werden vom Klima- und Energiefonds<br />
dabei unterstützt, sich frühzeitig<br />
und wissenschaftlich fundiert auf die<br />
Herausforderungen des Klimawandels<br />
einzustellen.“<br />
www.stantonamarlberg.com<br />
Privates Wellnessen<br />
Gegessen wird immer und überall.<br />
Foto: Dietmar Denger - Vorarlberg Tourismus<br />
Ohne Kulinarik geht gar nichts<br />
Die Kulinarikschiene als Jahreszeiten unabhängiger<br />
Faktor wird immer wichtiger.<br />
Orte wie Lech Zürs am Arlberg, wo 19<br />
Haubenrestaurants ihr Zuhause haben,<br />
wirbt mit dem Slogan „Weltgourmetdorf<br />
“. Oder die Naschrunde durch Bludenz,<br />
wo vom Weinladen bis zum Konditor-Traditionsbetrieb,<br />
die Gäste die<br />
Gastropartner kennenlernen und dabei<br />
Kostproben testen können. Aufgrund<br />
der Nachfrage wurde <strong>das</strong> ursprünglich<br />
als Sommer-Stadtführung konzipierte<br />
Angebot in <strong>das</strong> Winterprogramm übernommen.<br />
www.vorarlberg.travel/kulinarik<br />
Im Tourismus sind geführte und organisierte<br />
Angebot im Vormarsch, was qualifiziertes<br />
Personal voraussetzt. Und die<br />
Aussage von Prodinger Tourismusberatung<br />
unterstreicht: „Qualitativ hochwertige<br />
Dienstleistung wird in Zukunft um<br />
einiges mehr kosten. Daran werden sich<br />
die Gäste gewöhnen müssen“.<br />
Der Innovationstreiber der Sauna- und<br />
Spa-Branche Klafs steht für Design,<br />
Erfindergeist und ungewöhnliche Ideen.<br />
Das neueste Ergebnis dessen ist eine Revolution<br />
auf dem Saunamarkt. Es handelt<br />
sich um die Sauna S1, die weltweit<br />
erste Sauna, die sich auf Knopfdruck<br />
klein macht.<br />
„Durch diese Innovation lassen sich<br />
jetzt deutlich mehr Hotelzimmer schnell,<br />
einfach und mit wenig baulichem Aufwand<br />
in private Spa-Suiten verwandeln“,<br />
so Andreas Erke, Leiter Design und Architektur<br />
bei Klafs. Das Potenzial dieser<br />
Idee gerade für Hotels hat auch die Jury<br />
des Intergastra Innovationspreis 2016<br />
anerkannt – und die Sauna S1 zum Sieger<br />
gekürt. „Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit<br />
mit den internationalen<br />
Größen der Architektur- und Design-<br />
Szene wie Matteo Thun, Norman Foster<br />
oder Mario Botta – um nur einige zu nennen<br />
– sind wir immer auf der Höhe der<br />
Zeit“, so Erke zu einem der zentralen Erfolgsrezepte.<br />
www.klafs.at<br />
Foto: Klafs<br />
Fotos: Hannes Niederkofler<br />
Effiziente<br />
SPA-Verwaltung<br />
Mit dem Spa- und Wellness Manager<br />
von ASA Hotel lassen<br />
sich Verwaltungsaufgaben im Spa-<br />
Bereich übersichtlich und effizient<br />
organisieren. Denn je nach Größe<br />
eines Spa-, Beauty- und Wellness-<br />
Bereichs steigt der Verwaltungsaufwand,<br />
um einen reibungslosen<br />
Ablauf sicherzustellen. „In Hotelbetrieben<br />
mit Beautyangeboten<br />
müssen durchschnittlich allein<br />
für diesen Bereich sieben Behandlungsplätze<br />
verwaltet werden. Da<br />
kommt einiges zusammen“, erklärt<br />
Barbara Spitaler, Geschäftsführerin<br />
von ASA Hotelsoftware.<br />
„Um sowohl für den Hotelbetrieb<br />
als auch für den Gast maximalen<br />
Nutzen gewährleisten zu können,<br />
haben wir den ASA Spa- und Wellness<br />
Manager so konzipiert, <strong>das</strong>s<br />
er die Kommunikation unter den<br />
Abteilungen vereinfacht.“ So können<br />
bereits an der Rezeption ohne<br />
Wartezeiten Termine vergeben<br />
werden. Das Spa-Fachpersonal<br />
kann dann die Detailbehandlung<br />
im ASA Manager planen und buchen.<br />
Die Daten werden in Echtzeit,<br />
etwa für die Erstellung der<br />
Rechnung, zur Verfügung gestellt.<br />
www.asaon.com<br />
Barbara Spitaler, Geschäftsführerin<br />
von ASA Hotelsoftware.
128 BUCHTIPPS<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Geschichten und Rezepte der<br />
alpenländischen Küche<br />
Spitzenkoch Roland Essl hat bekanntlicherweise<br />
ein besonderes<br />
Faible für die außergewöhnlichen<br />
Rezepte der alpinen Küche. Er widmet<br />
sich seit vielen Jahren der Erforschung<br />
der bäuerlichen Speisen im<br />
historischen Zusammenhang – und<br />
solche Rezepte sind nicht einfach zu<br />
finden. Im Gegensatz zur klösterlichen<br />
und adeligen Küche, deren Rezepte<br />
schon bald vervielfältigt wurden, hat man die Rezepte<br />
im bäuerlichen Umfeld meist nur mündlich weitergegeben.<br />
Und in jedem Tal wurde anders gekocht, weil die verschiedenen<br />
Regionen auch unterschiedliche Voraussetzungen mit<br />
sich brachten. Das führte aber umgekehrt zu einer immensen<br />
Vielfalt an Gerichten, deren Namen wie etwa Stinkerknödel,<br />
Herrgottsbscheisserl oder Hoamfoarkrapfen nicht nur erheitern,<br />
sondern gleichsam bereits Geschichte und Geschichten<br />
erzählen. So ist vieles über die damalige Zeit, die zur Verfügung<br />
stehenden Lebensmittel und über so manche damit in<br />
Verbindung stehende historische Persönlichkeit wie Anna von<br />
Österreich, Josef Wenzel Radetzky, Giuseppe Cipriani, Martin<br />
Luther oder auch Karl den Großen zu erfahren. Essls Buch<br />
„Alpenkulinarik“ wurde mit dem Deutschen Kochbuchpreis<br />
2021 ausgezeichnet.<br />
www.pustet.at<br />
Umfang: 320 Seiten, Abbildungen durchgehend farbig bebildert<br />
Format: 21 x 26 cm, Buch-Bindung, Hardcover, Lesebändchen<br />
ISBN 978-3-7025-1024-4, 32 Euro<br />
Kochen mit Humor<br />
Der kulinarische Superstar Joshua<br />
Weissman ist bekannt für seine humorvollen<br />
und originären Kochkünste.<br />
In seinem US-Bestseller läutet er mit<br />
über 100 trendigen Rezepten die Revolution<br />
des Kochens ein: Von French<br />
Toast über Grilled Cheese Sandwich<br />
und Caesar Salad bis zur Spaghetti<br />
Carbonara. In ausführlichen Anleitungen<br />
zeigt er, wie typische Basics wie Mozzarella, Brot oder<br />
Pasta in wenigen Schritten einfach selbst gemacht werden.<br />
Für den Weissman ist Kochen eine expressive Kunstform. Mit<br />
viel Ideenreichtum und unterhaltsamen Charme schwingt er<br />
den Kochlöffel, dabei gibt es für ihn keine Regeln, denn er folgt<br />
seiner kulinarischen Intuition.<br />
www.dorlingkindersley.de<br />
ISBN 978-3-8310-4424-5<br />
264 Seiten, 211 x 262 mm, fester Einband<br />
Über 150 farbige Fotos, 24,95 Euro<br />
Lässige Dinnerparty: Alison<br />
Romans „Nothing Fancy”<br />
Alison Roman beweist mit ihrem<br />
charmanten Kochbuch „Nothing<br />
Fancy“, <strong>das</strong>s sich Wertschätzung für<br />
die Liebsten am besten durch leckeres<br />
Essen ausdrücken lässt. An die 150<br />
fantastischen Rezepte für Gäste sorgen<br />
für gemeinschaftliche und kulinarische<br />
Erlebnisse ganz ohne Stress.<br />
Ob knuspriger Halloumi mit Honig<br />
und Pistazie zum Nachmittagssnack<br />
oder ein One-Pot-Hähnchen mit Datteln<br />
und karamellisierten Zitronen zum Hauptgang – Kochen<br />
für den Freundeskreis kann einfach sein. Gemütliches Beisammensein<br />
bei leckerem Essen und unbeschwerten Gesprächen<br />
– genau dieses Lebensgefühl spiegelt die populäre Food-Bloggerin<br />
Alison Roman mit ihren schmackhaften und bodenständigen<br />
Gerichten für Gäste wider. Für sie ist <strong>das</strong> Bekochen ihrer<br />
Freunde und Familie der ultimative Ausdruck von Liebe – ehrlich,<br />
authentisch und ohne viel Tamtam. Aus diesem Grund<br />
hat sie lässige Rezepte kreiert, die auch ohne viel Aufwand für<br />
genussvolle Glücksmomente bei Gästen sorgen.<br />
www.dorlingkindersley.de<br />
ISBN 978-3-8310-4240-1<br />
320 Seiten, 210 x 260 mm, fester Einband<br />
Über 150 farbige Fotos<br />
29,95 Euro<br />
Kitchen Impossible mit Mälzer<br />
illionen begeisterter Fans kennen<br />
Mden selbsternannten Küchengott<br />
Tim Mälzer aus der Sendung<br />
Kitchen Impossible bei VOX. Unterhaltung<br />
mit kulinarischen Hochgenüssen<br />
sind bei dem Küchenbullen<br />
garantiert. Mälzers Buch „Kitchen<br />
Impossible“ beinhaltet einige der eindrucksvollsten<br />
Begegnungen aus sieben<br />
Jahren Kitchen Impossible. Hier<br />
blickt Tim Mälzer auf die wundervollsten<br />
und skurrilsten Geschichten der Sendung zurück. Ob<br />
in fernen Ländern, der hessischen Provinz oder auf dem Marineschiff:<br />
Er gibt alles und scheitert genauso grandios wie er<br />
siegt. Das Buch nimmt die Fans mit auf die Reise zu den tollsten<br />
Locations und den krassesten Challenges, bietet Fakten<br />
und Zahlen zu den bereisten Kontinenten und Ländern und<br />
serviert 45 Rezepte.<br />
www.penguinrandomhouse.de<br />
Tim Mälzer, Kitchen Impossible<br />
Mosaik Verlag, ISBN 978-3-442-39399-2<br />
24,70 € (A), 176 Seiten, ET: 21.02.20<strong>22</strong>
1-2/20<strong>22</strong><br />
PERSONELLES 129<br />
Foto: Vivatis<br />
Foto: Wäschekrone<br />
Thomas Seibert wird<br />
Maresi-Geschäftsführer<br />
Seit 1. Dezember 2021 vervollständigt DI Thomas Seibert<br />
<strong>das</strong> Geschäftsführungsteam bei Maresi Austria.<br />
In dieser Position ist er für die Bereiche Verwaltung, Finanzen,<br />
Projekt-, Supply Chain-, und Qualitätsmanagement<br />
sowie Einkauf, Logistik und IT zuständig. Thomas<br />
Seibert ist Nachfolger von Mag. René Haas.<br />
Für die neue Herausforderung<br />
bringt der<br />
53-jährige Klosterneuburger<br />
umfangreiche Berufserfahrung<br />
mit. So leitete<br />
er u.a. bei Almdudler<br />
den Bereich Finanzen und<br />
Supply Chain und seine<br />
letzte Station führte ihn<br />
zur Wertheim Holding<br />
GmbH, wo er die kaufmännische<br />
Geschäftsführung<br />
innehatte.<br />
Ramona Ulbricht ist neue<br />
Vertriebsleiterin bei<br />
Wäschekrone<br />
Bereits seit Januar 2021 leitet Ramona Ulbricht (48)<br />
beim Laichinger Hotelwäschespezialisten Wäschekrone<br />
den Einkauf. Zum 1. Januar 20<strong>22</strong> übernahm die<br />
langjährige Branchenkennerin nun zusätzlich auch die<br />
Vertriebsleitung des schwäbischen Traditionsunternehmens.<br />
Die damit einhergehende enge Verknüpfung von<br />
Einkauf und Vertrieb soll zudem möglichst effiziente Prozesse<br />
sicherstellen, durch die sich die Erweiterung des<br />
Sortiments wie auch kundenorientierte Anpassungen<br />
besonders schnell und<br />
unkompliziert umsetzen<br />
lassen.<br />
Bevor die gelernte<br />
Groß- und Außenhandelskauffrau<br />
Anfang<br />
2021 zur Wäschekrone<br />
stieß, arbeitete sie<br />
viele Jahre für einen<br />
Bettwäschehersteller<br />
aus Augsburg. Ab 2017<br />
übernahm sie zuletzt<br />
die Rolle der operativen<br />
Geschäftsführerin.<br />
Cédric Boehm ist neuer<br />
Geschäftsführer von Nestlé<br />
Österreich<br />
Corinne Emonet war seit Anfang 2019 für die Geschicke<br />
von Nestlé Österreich verantwortlich und war dabei<br />
sehr erfolgreich. Mit Februar 20<strong>22</strong> wechselt Emonet<br />
nach Vevey in <strong>das</strong> Nestlé Headquarter in der Schweiz.<br />
Mit Cédric Boehm übernimmt ein international erfahrener<br />
Nestlé Manager Emonets Nachfolge. Seit 2005 im<br />
Unternehmen kann Boehm<br />
bereits auf breite Management-Erfahrung<br />
im Konzern<br />
zurückblicken: Er agierte unter<br />
anderem als Country Manager<br />
für Serbien und Montenegro,<br />
war Strategic Planner<br />
und Operations Manager für<br />
die Schweiz und Österreich<br />
und leitete die strategische<br />
Planung für die Zone EME-<br />
NA1. Zuletzt war er als Zonenleiter<br />
für <strong>das</strong> Dairy-Geschäft<br />
verantwortlich.<br />
Neuer CEO bei Lightspeed<br />
Der Vorstand des weltweit agierenden Anbieters von<br />
Kassensystemen und E-Commerce-Software, Lightspeed,<br />
hat seinen bisherigen Präsident JP Chauvet zum<br />
Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Chauvet kam<br />
2012 als Chief Revenue Officer zu Lightspeed und wurde<br />
2013 Mitglied des Vorstands. 2016 wurde er zum<br />
Präsident ernannt und war während seiner gesamten<br />
Amtszeit maßgeblich daran beteiligt, die Mission von<br />
Lightspeed voranzutreiben,<br />
einschließlich<br />
der Leitung vieler<br />
strategischer Akquisitionen<br />
des Unternehmens,<br />
den beiden<br />
Notierungen an der<br />
Toronto Stock Exchange<br />
und der New<br />
York Stock Exchange<br />
sowie der Einführung<br />
der unternehmenseigenen<br />
Bezahlplattform<br />
Lightspeed Payments.<br />
Foto: Nestlé<br />
Foto: Lightspeed
130 VORSCHAU & IMPRESSUM<br />
1-2/20<strong>22</strong><br />
Das erwartet Sie in der nächsten Ausgabe:<br />
7. 3. 17. 3.<br />
Anzeigenschluss<br />
Erscheinungstermin<br />
Food Getränke Nonfood<br />
• Eis-Saison 20<strong>22</strong><br />
• Convenience & TK<br />
• vegan &<br />
vegetarisch<br />
• Fisch<br />
• Ethno Food Serie:<br />
Indische Küche<br />
• Obergärige<br />
Biere<br />
• Whisky<br />
• Energy- &<br />
Lifestyle-<br />
Drinks<br />
• Kaffee & Tee<br />
• Kassensysteme &<br />
Abrechnung<br />
• Kaffeemaschinen<br />
• E-Mobilität<br />
• Küchentechnik: Energieeffiziente<br />
Geräte<br />
• Gemeinschaftsverpflegung<br />
• Ambiente &<br />
Tischkultur<br />
Tourismus/<br />
Hotellerie<br />
• Wachsendes Segment<br />
Gesundheitstourismus<br />
• Digitalisierung im Tourismus<br />
und in der Hotellerie<br />
• Boutiquehotels<br />
• Outdoor: Möbel &<br />
Sonnenschutz<br />
• Housekeeping & Reinigung<br />
Button-Legende<br />
In jeder Ausgabe des <strong>GASTRO</strong>-Magazins finden sich Buttons bei manchen Geschichten. Sie sollen auf folgende Inhalte hinweisen:<br />
impressum<br />
GREEN<br />
FUTURE<br />
Stories, die unter<br />
anderem<br />
Nachhaltigkeit zum<br />
Inhalt haben.<br />
WIRTSHAUS-<br />
KULTUR<br />
Portraits, welche die<br />
Wirtshauskultur in<br />
Österreich<br />
repräsentieren.<br />
ETHNO<br />
FOOD<br />
Die Küchen<br />
der Welt.<br />
SÜD<br />
TIROL<br />
› Herausgeber: Kurt Heinz & Michael Heinz › Geschäftsführung: Kurt Heinz, Tel. +43 (0)664/751 026 29, k.heinz@gastroverlag.at;<br />
Michael HEINZ, Tel. +43 (0)664/521 69 36, m.heinz@gastroverlag.at, › Medieninhaber: H1 Medien & Gastro Verlag GmbH, UID-Nr.:<br />
ATU 41834306 › Anzeigenleitung: Peter Bubenicek, Tel. +43 (0)1/4798430-15, bubenicek@gastroverlag.at › Anschrift: 1180 Wien,<br />
Gersthofer Straße 87/1, Tel. +43 (0)1/479 84 30, Fax +43 (0)1/479 84 30-16, gastro@gastroverlag.at, www.gastroverlag.at, www.gastro.at<br />
› Chefredakteur: Kurt Heinz › Chef vom Dienst: Michael Heinz › Redaktionsleitung: Petra Pachler, Tel. +43 (0)1/479 84 30-20,<br />
pachler@gastroverlag.at › Redaktion/Leitung Online: Mag. Clemens Kriegelstein, Tel. +43 (0)1/479 84 30-14, kriegelstein@gastroverlag.at<br />
› Redaktion: Magdalena Mayr, Tel. 43 (0)1/479 84 30-<strong>22</strong> › Freie Mitarbeiter: Mag. Andrea Jungwirth, Katrin Schedler<br />
BA, Stefan Köstenbauer, Mag. Thomas Askan Vierich › Kolumnisten: Anka Kleebinder, Conrad Seidl, Wolfgang Zmugg, Franz<br />
Grünwald, Thomas Reisenzahn › Lektorat: Katrin Schedler › Redaktionssekretariat: Andreas Sourcé, Tel. +43 (0)1/479 84 30-18,<br />
source@gastroverlag.at › Layoutkonzept & Grafik: Georg Bock, office@derbock.at, Tel. +43 (0)699/191 303 42 ›<br />
Online-Grafik: Josef Rozsnyai, Tel. +43 (0)1/479 84 30-12, rozsnyai@gastroverlag.at › Gültige Anzeigenpreisliste:<br />
Nr. 26 vom 1. 1. 20<strong>22</strong> › Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H. › Erscheinungsweise: monatlich › Bezugspreis:<br />
jährlich EURO 55,– (inkl. 10 Prozent MwSt. + Porto). Abo-Konto: Volksbank IBAN AT73 4300 0428 6147 8008 ›<br />
Unternehmensgegenstand: Die Herausgabe, die Herstellung und der Vertrieb von Druckschriften aller Art.<br />
Erklärung über die grundlegende Richtung: Unabhängiges Magazin für die öster reichische Gastronomie und<br />
202021021<br />
Hotellerie. › Verlagspostamt: 1180 Wien, Postgebühr bar bezahlt. Teilweiser oder gesamter Nachdruck bedarf<br />
der Zustimmung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.<br />
Namentlich gekennzeichnete Kommentare geben die persönliche Meinung des Autors wieder und<br />
müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Druckauflage im<br />
Jahr 20<strong>22</strong>: 35.200, verbreitete Auflage im Jahr 20<strong>22</strong>: 34.509<br />
Alle verwendeten geschlechtsspezifischen Formulierungen meinen<br />
die weibliche und die männliche Form.<br />
Druckauflage 30.624<br />
Verbreitete Auflage<br />
1. Halbjahr 2021 30.540<br />
Foto: Josef Rozsnyai
UNTERNEHMEN<br />
www.grapos.com