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UMWELT JOURNAL 2022-1

UMWELT JOURNAL Nr. 1/2022 mit den Themen: Abfallsammlung, Digitalisierung am Bau, Umwelttechnologien, Wasserstoff, Energie, Renexpo Interhydro, E-XPO 5020, IFAT 2022, E-world - energy & water, Staatspreis Unternehmensqualität, Josef Ressel Zentrum, Kommunikation & Nachhaltigkeit, Cloud für nachhaltige Unternehmen, Nachhaltiges Kerosin, Das Buch zur Ressourcenwende, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

UMWELT JOURNAL Nr. 1/2022 mit den Themen:
Abfallsammlung, Digitalisierung am Bau, Umwelttechnologien, Wasserstoff, Energie, Renexpo Interhydro, E-XPO 5020, IFAT 2022, E-world - energy & water, Staatspreis Unternehmensqualität, Josef Ressel Zentrum, Kommunikation & Nachhaltigkeit, Cloud für nachhaltige Unternehmen, Nachhaltiges Kerosin, Das Buch zur Ressourcenwende, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

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ABS.: UMWELT JOURNAL | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA

Heft 1/2022

Am Holzweg

Bildung

Wasserstoff

Messen 2022

Digitalisierung

Nachhaltigkeit

Klimatechnologien


UMWELTjournal 1/2022 | S2

INHALT

1/2022

02 Inhalte

03 Editorial, Stories

04 Aktuelles

06 Abfall Sammelbilanz 2021 für Österreich

08 Bau Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit

10 COVER Am Holzweg mit Klimatechnologien

14 Wasserstoff Grüner Wasserstoff für Unternehmen

18 Wasserstoff Saubere Zukunft mit Wasserstoffmotoren

20 Messe Renexpo Interhydro 2022

22 Messe E-XPO 5020 erstmals in Salzburg

24 Messe IFAT 2022 – Vorschau

26 Messe E-world energy & Water 2022

28 Qualität Staatspreis für Unternehmensqualität 2022

30 Bildung Josef Ressel Zentrum LiSA gestartet

33 Nachhaltigkeit Kommunikation und Nachhaltigkeit

34 Nachhaltigkeit Cloudlösungen für Unternehmen

38 Nachhaltigkeit Nachhaltiges Kerosin für die Luftfahrt

40 Ausbildungen, Seminare, Partner

41 Bibliothek Das Buch zur Ressourcenwende

42 Magazin UMWELT JOURNAL Rückblick 2021

14

Am Holzweg bei Klimate

Investments gehen derzeit in die falsch

08

Bau

Nachhaltige Bauprojekte

benötigen eine

permanente Datenverfügbarkeit.

Da der

„grüne“ Druck von

Seiten der Immobilien-Investoren

zugelegt

hat, muss die

Bauwirtschaft in Österreich

umdenken.

© Mall


chnologien?

e Richtung

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Werte Kunden!

Das Jahr 2022 ist angelaufen und es hat sich bislang

sehr spannend entwickelt: Die COVID19-Pandemie

ist prolongiert, aber die begleitenden Maßnahmen

wurden erleichtert. Mit der Ukraine-Krise ist ein großes

geopolitisches Risiko dazugekommen. Und die Wirtschaft

bereitet sich auf die „Normalität“ vor.

14

Wasserstoff

Die Nachfrage nach grünem Wasserstoff

steigt. Sowolh bei der

Produktion als auch bei den Anwendungen

gibt es Fortschritte.

Wasserstoff erscheint als eine

durchaus realistische Energiequelle

auf dem Weg zur CO2-Neutralität.

Man hat gelernt, wie man mit der Pandemie umgehen kann.

Das ist ein erster Schritt in Richtung Krisenmanagement.

Aber noch immer fehlt hier ein echtes Krisenmanagement.

Politiker auf die Schulbank!

Ein unguter Nebeneffekt der Pandemie ist übrigens, dass

die Zentralbanken die Zinsen kaum erhöhen können,

um die Inflation zu bekämpfen. Warum? Weil die meisten

Staaten zur Bekämpfung der Pandemie sehr viel Geld

aufgenommen = ausgeliehen haben.

Ungemütlich sind zudem auch die meisten Szenarien im

Zusammenhang mit der Ukraine-Krise. Auch hier ist echtes

Krisenmanagement erforderlich - und bitte mehr als die

heiße Luft, die zahlreiche „Diplomaten“ derzeit von sich

geben. Probiert‘s mal mit Nachhaltigkeit!

38

Nachhaltigkeit

Sustainable Aviation Fuels (SAF)

gelten als Zukunftstechnologie zur

Dekarbonisierung der Luftfahrt. Noch

gelten SAF als zu teuer, aber die

Preise sinken. Ab 1 Euro je Liter gelten

sie als wettbewerbsfähig.

Das UMWELT JOURNAL ist seit vielen Jahren Wegbegleiter

der Nachhaltigkeit – wir zeigen regelmäßig auf, wer

nachhaltig arbeitet, welche Modelle angewendet werden

und welche Arbeitsweisen langfristig sinnvoll sind.

Viel Lesevergnügen,

Ihr Peter R. Nestler

Herausgeber


UMWELTjournal 1/2022 | S4

VERBUND: Hamead Ahrary neuer Bereichsleiter Wasserstoff

Mit 1.1.2022 übernahm Hamead Ahrary die Leitung des neuen Bereichs

Wasserstoff in der VERBUND AG. Er verantwortet damit die

Umsetzung und Operationalisierung der Wasserstoffstrategie von

Österreichs führendem Energieunternehmen.

Der 48jährige Diplom-Kaufmann Hamead Ahrary ist seit fast 20

Jahren erfolgreich in zahlreichen Funktionen in der europäischen

Energiewirtschaft aktiv und bringt ein breites Spektrum an Expertise

und Erfahrung mit Blick auf Gasmärkte, Marketing & Vertrieb,

Handel, sowie Geschäfts- und Marktentwicklung ein.

Nach abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre an

der Universität Essen startete Ahrary seine berufliche Laufbahn

bei dem damaligen BASF/Gazprom Joint Venture WINGAS. Im Anschluss

an seine fünfjährige Tätigkeit als Verkaufsleiter wechselte

er zur BASF SE und übernahm dort die Verantwortung für den

weltweiten Gaseinkauf der BASF Gruppe. Nach seiner Rückkehr

zur WINGAS leitete er zunächst den Vertrieb und die Geschäftsentwicklung

in mehreren europäischen Ländern.

Zwei Jahre später übersiedelte der im Ruhrgebiet aufgewachsene

Ahrary nach Wien, um das Zentraleuropa-Geschäft von WINGAS

zuerst in Wien und später in Prag, aufzubauen. In dieser Funktion

war er für das stetige Wachstum, vor allem auf dem österreichischen

und tschechischen Markt, verantwortlich. In 2019 übernahm

er die Leitung der Europa-Aktivitäten von WINGAS.

„Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und bin mir sicher,

dass wir diesen extrem spannenden und zukunftsträchtigen

Themenkomplex rund um den grünen Wasserstoff gemeinsam

entscheidend voranbringen werden, sodass VERBUND weiterhin

einen hohen Beitrag zum nachhaltigen und soliden Umbau der

Energielandschaft leisten kann“, so Hamead Ahrary.

Kärnten bis 2040 klimaneutral

Zwei Drittel der Kärntner Bevölkerung wünscht sich den Windkraftausbau

in Kärnten. Sie finden, dass der Klimawandel in ihrer

Heimat bereits zu spüren ist. 83 Prozent der Befragten erwarten

von der Landespolitik, dass sie die Klimaneutralität 2040 als Ziel

im Kärntner Landtag beschließt. „Bis 2030 könnten die ersten

140 Windräder in Kärnten sauberen Strom erzeugen“, bemerkt

Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und fordert die

Landespolitik auf, die Rahmenbedingungen für die Energiewende

jetzt sicherzustellen.

Die Zustimmung zum Ausbau der Windkraft in Kärnten ist mit 77

Prozent sehr hoch. Nur Kleinwasserkraftwerke (79 Prozent) und

Sonnenkraftwerke (92 Prozent) sind noch beliebter.

Um als ersten Schritt bis 2030 in Österreich 100 Prozent Strom

aus erneuerbaren Energien erzeugen zu können, ist es notwendig,

dass in Kärnten rund 140 Windräder mit einer Gesamtleistung

von 420 MW und einer Stromerzeugungskapazität von 900 Mio.

Kilowattstunden errichtet werden. Davon werden derzeit acht

Windräder in St. Georgen und Lavamünd im Lavanttal errichtet.

Hamead Ahrary ist neuer Bereichsleiter Wasserstoff in der VERBUND AG

RecycleMe erschließt den

slowakischen Markt

Nachdem die RecycleMe GmbH im Jahr 2021 die eigene Marke

in Deutschland etablieren und nur wenige Monate später bereits

nach Österreich expandieren konnte, wird die internationale Unternehmensberatung

ab sofort auch vom slowakischen Standort

in Bratislava agieren. Die Schwestergesellschaft der ebenfalls international

tätigen Reclay Group berät ihre Kunden und Partner in

den Bereichen kreislaufwirtschaftlicher Marktentwicklungen, Recyclingfähigkeit

und der erweiterten Produzentenverantwortung

(Extended Producer Responsibility – EPR).

Das Beratungsteam der RecycleMe GmbH war zuletzt erfolgreich.

Schon über 500 Beratungsprojekte wurden mit internationalen

Kunden aus unterschiedlichsten Branchen auf die Beine gestellt.

Strategische Kooperationen mit Partnern wie der STADLER Anlagenbau

GmbH bilden sinnvolle Ergänzungen zum eigenen Angebot

und auch das erste gemeinsame Zertifikat mit dem TÜV SÜD

wurde an eine Verpackung der Lebensmittelbranche vergeben.

Mit der Expansion zunächst in den österreichischen und nun in

den slowakischen Markt werden weitere Meilensteine in der noch

jungen Unternehmenshistorie erreicht.

Geschäftsführerin Sabrina Goebel zeigt sich zufrieden: „Es freut

mich sehr, mit dieser positiven Nachricht ins Jahr 2022 zu starten.

Themen wie EPR-Verpflichtungen und Verpackungsoptimierung

im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz gewinnen

immer weiter an globaler Bedeutung.“


Fundament für Wachstum

Trotz eines weiteren von Corona geprägten Jahres konnte die

Vecoplan Gruppe 2021 den bis dato höchsten Auftragseingang

in der Firmengeschichte verzeichnen und den Wert um fast 60

Prozent auf etwa 180 Mio. Euro erhöhen. Der Anbieter von Maschinen

und Anlagen für die Aufbereitung von Primär- und Sekundärrohstoffen

für die thermische und stoffiche Weiterverwertung

hat auch das Ergebnis nach dem bisherigen Top-Wert 2020

erneut gesteigert. Um diesen Erfolgstrend fortzuführen, wird

Vecoplan 2022 weiter in Digitalisierung investieren und neue,

marktorientierte Lösungen entwickeln.

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Einfach ins System integriert:

transparentes Energiedaten-

Management mit

PC-based Control

„Wir konnten 2021 den historisch höchsten Auftragseingang

und das beste Ergebnis unserer Firmengeschichte einfahren“,

sagt Werner Berens, Vorstand (CEO) der Vecoplan Group, stolz.

„Basis für das rentable Wachstum sind die kundenorientierte

Produktoffensive und die klare strategische Ausrichtung in den

vergangenen Jahren.“ Die Konzepte sahen es vor, die Fertigung,

die Vertriebsabteilungen der einzelnen Geschäftsbereiche, das

Marketing und das Corporate Development zu optimieren bzw.

zu verstärken und weiter in diese zu investieren. Damit wächst

Vecoplan stärker als der Markt und hat auch das Fundament für

weiteres Wachstum in den kommenden Jahren gelegt.

„Die Internationalisierung nimmt weiter Fahrt auf. Dazu implementierten

wir neue Vertriebs- und Service-Stützpunkte weltweit“,

beschreibt Michael Lambert, Vorstand (CFO) der Vecoplan

Group. „Weitere Standorte in verschiedenen Ländern und Regionen

sind aktuell in Planung.“ In den vergangenen beiden Jahren

hat Vecoplan zudem sein Personal weiter aufgestockt und 50

neue Mitarbeitende eingestellt. Und da gutes Personal schwer

zu finden ist, legt der Maschinenbauer sehr viel Wert darauf, dieses

auszubilden, zu fördern und eine langfristige Perspektive zu

geben – aber auch ihr Schutz ist ein wichtiger Faktor. Ein Beispiel

dafür ist die Impfkampagne, die Vecoplan schon Mitte vergangenen

Jahres gestartet hat: Mitarbeitenden und deren Familienangehörigen

wurden schon sehr früh Angebote für die Erst-, Zweitund

Booster-Impfungen gemacht.

2022 steht für uns die Digitalisierungsstrategie klar im Fokus. So

planen wir, mehrere Millionen Euro in Soft- und Hardware zu investieren“,

berichtet Michael Lambert. Zudem wird Vecoplan neue,

marktorientierte Produkte und Systeme präsentieren. Den Anfang

macht ein Schredder, den der Lösungsanbieter auf der IFAT Ende

Mai zeigen wird. Was diesen neuen Zerkleinerer auszeichnen

wird, erfahren die Besucher dann auf der Weltleitmesse für Wasser-,

Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München.

„Trotz der guten Aussichten für das neue Jahr werden globale

Einflüsse wie Lieferengpässe, Rohstoffknappheit und Logistikprobleme

die Lieferketten weiterhin stören. Auch für uns gilt es,

diese anspruchsvolle Herausforderung zu meistern“, erläutert

Vorstand Werner Berens.

Strom

Wärme,

Gas

Wasser Luftdruck Temperatur Condition

Monitoring

Zur Unterstützung kostenoptimierender Energiemanagement-Systeme

bietet Beckhoff mit PC-based Control die Möglichkeit, Energiedaten über

ein vollständig in die Standardsteuerung integriertes Monitoring-System zu

überwachen, zu messen und zu analysieren. Spezifische I/O-Komponenten

erlauben die hochpräzise und transparente Erfassung sämtlicher Energiedaten

eines Unternehmens – von der Verwaltung bis hin zu jedem Aktor in

jeder einzelnen Produktionsstätte. Die Aufbereitung und Analyse der Daten

erfolgt über die Steuerungssoftware TwinCAT. Einsparpotenziale können

so vollumfänglich ausgeschöpft und die Basis für die DIN EN ISO 50001

hergestellt werden.

Scannen und mehr

über die Vorteile

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UMWELTjournal 1/2022 | S6

Österreicher

haben 2021 fleißig

gesammelt

Die österreichischen Haushalte haben im Jahr 2021

insgesamt 1.082.300 Tonnen Verpackungen und

Altpapier getrennt gesammelt. Die Sammelquote

liegt damit ungefähr auf dem Topniveau des Vorjahres.

Die Bilanz der Altstoff Recycling Austria AG

(ARA) bestätigt: Die Österreicher:innen bringen die

Kreislaufwirtschaft ordentlich voran.

Foto © ARA / Werner Streitfelder

Die österreichische Bevölkerung hat auch

2021 einen wichtigen Beitrag zur Erreichung

der EU-Klimaziele geleistet, freut

sich die ARA. Das bequeme und effziente Sammelsystem

ist dabei ein wichtiger Hebel. So sammelten

Österreichs Haushalte 616.500 Tonnen

Papierverpackungen, Zeitungen und Zeitschriften

– ein leichtes Plus von 0,4 % im Vergleich

zum Vorjahr. Der Trend der letzten Jahre setzt

sich damit fort: „Der Anteil der Zeitungen und

Zeitschriften ist aufgrund der zunehmenden Digitalisierung

und dem verstärkten Konsum digitaler

Medien gesunken. Dem gegenüber stehen durch

den Online-Handel und Lieferdienste steigende

Mengen an Karton und Wellpappe, die verstärkt

über Recyclinghöfe erfasst werden“, erklärt ARA-

Vorstand Christoph Scharff.

Glas liegt mit einer Sammelmenge von 253.000

Tonnen leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres

(minus 1,8 %). Die Fraktion Metall ist mit einem Minus

von 1,2 % und 32.100 Tonnen ebenfalls minimal

zurückgegangen. ARA Vorstand Harald Hauke sieht

die Gründe dafür vor allem in der Pandemie: „Die

großen Silvesterfeiern – sonst ein Garant für hohe

Glassammelmengen – sind zum letzten Jahreswechsel

ausgefallen und auch der ausgebliebene

Wintertourismus hat sich auf die Sammelmengen

bei Glas- und Metallverpackungen ausgewirkt.“

Der Bereich der Leichtverpackungen (vorwiegend

Kunststoffverpackungen) blieb mit 180.700 Tonnen

konstant (plus 0,1 %). Die Sammel- und Recyclingquote

von Kunststoffverpackungen muss in den

nächsten Jahren deutlich gesteigert werden.

Jede Verpackung zurück in den Kreislauf holen

„Fakt ist, dass wir das Recycling im Bereich Kunststoff

bis 2025 von aktuell 75.000 Tonnen auf rund

150.000 Tonnen verdoppeln müssen, um die EU-

Ziele zu erreichen. Denn während wir die Quoten

für Papier, Metall und Glas schon längst erfüllen,


gibt es bei Kunststoffverpackungen noch Aufholbedarf.

Wir dürfen uns dabei allerdings nicht nur auf

Plastikflaschen konzentrieren, sondern müssen alle

Verpackungen im Blick haben“, erklärt Scharff. Um

die Sammelmengen zu steigern, setzt man unter

anderem auf die Steigerung der Convenience für

die Österreicher:innen: Die ARA wird die Verpackungssammlung

ab Haus ausbauen und einen Fokus

auf den Unterwegsmarkt legen. Zudem soll die

Sammlung von Kunststoff- und Metallverpackungen

in Österreich vereinheitlicht werden.

Die Themen Digitalisierung und Incentivierung

spielen ebenfalls eine große Rolle: „Mit digi-Cycle

haben wir eine App entwickelt, mit der Konsument:innen

Punkte für das richtige Entsorgen

sammeln und einlösen können, indem sie ihre

Verpackung und die Gelbe Tonne bzw. den

Gelben Sack scannen. Und dar-über hinaus erfüllt

digi-Cycle auch alle Anforderungen an ein

zukunftssicheres und für die Konsument:innen

bequemes Einwegpfandsystem. Mit unserem

umfangreichen Maßnahmenbündel holen wir

noch mehr Verpackungen zurück in den Kreislauf

und leisten – gemeinsam mit unseren mehr

als 15.000 Kund:innen aus Industrie und Handel

- einen wertvollen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz“,

erläutert Hauke.


UMWELTjournal 1/2022 | S8

Ohne

Digitalisierung

keine

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Bauprojekte benötigen eine permanente Datenverfügbarkeit.

Da der „grüne“ Druck von Seiten der Immobilien-Investoren

zugelegt hat, muss die Bauwirtschaft in Österreich umdenken.

Österreich hat dabei kräftigen Nachholbedarf, zeigt eine Analyse

zur Immobilienwirtschaft im Lande.

IDer Immobilienbranche stehen gewaltige Schritte

in Richtung Nachhaltigkeit bevor, wenn die

europäischen Klimaziele erreicht werden sollen.

Auf dem Weg in ein nachhaltiges Real Estate Universum

muss die Digitalisierung als Wegbereiter

fungieren. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle

Analyse des Wiener Beratungsunternehmens Advicum

Consulting. Druck komme nicht nur von regulatorischen

Maßnahmen wie der EU-Taxonomie

und „grünen“ Auflagen der Bauordnung, sondern

vor allem von den Investoren, deren Anforderungsprofil

für den Immobilienkauf sich grundlegend verändert

habe.

Foto © Advicum Consulting

Investoren setzen auf Nachhaltigkeit

„Rasches Handeln wird im Hinblick auf die Nachhaltigkeitskriterien

entscheidend sein“, betont

Matthias Ortner, Equity Partner bei Advicum (Bild

li.). Zu den wichtigsten Faktoren, die über die

Nachhaltigkeit einer Immobilie entscheiden, zählen

die Schaffung von Grünräumen, Regenwasserspeichern,

die Grauwassernutzung, aber auch der

Verzicht auf Öl und Gas. Dementsprechend ändert

sich auch das Anforderungsprofil von Investoren

für den Immobilienkauf – entsprechend den Vorgaben

der EU-Taxonomie, den „grünen“ Bauauflagen

und einem generell verschärften Bewusstsein

für den Klimaschutz. „Nachhaltige Gebäude werden

mehr und mehr nachgefragt werden. Immobilien,

welche die Kriterien der Investoren nicht erfüllen,

werden erst gar nicht gekauft werden oder

aber wenig zufriedenstellende Verkaufspreise erzielen“,

ist Ortner überzeugt.


Daten als Erfolgsfaktor

„Um gemäß den Nachhaltigkeitsprinzipien zu

bauen, muss der gesamte Lebenszyklus eines

Bauprojektes mit allen ökonomischen, ökologischen

und sozialen Aspekten miteinbezogen

werden. Dafür braucht man ständig aktuelle und

griffbereite Daten – zur Messung von ESG-Kriterien,

Auswahl der Dienstleister, Beurteilung

der Marktlage und vieles mehr“, heißt es in der

Advicum-Analyse.

Prägender Leitgedanke nachhaltiger Immobilienprojekte

mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck

ist heutzutage zudem die Wiederverwertung

eingesetzter Rohstoffe – Stichwort

Kreislaufwirtschaft – , die ohne effziente digitale

Materialdokumentation nicht auskommt.

„Die frühzeitige Einrichtung eines vernetzten

Planungsteams aus Bauträgern, Dienstleistern,

Energieversorgungsunternehmen, Immobiliennutzern

und -betreibern ist unabdingbar“, ist

Ortner überzeugt. Im Hinblick auf die Erfüllung

der immer wichtiger werdenden ESG-Kriterien

müsse man auch von den Bauträgern zunehmend

Flexibilität für neue Lösungen erwarten,

beispielsweise dann, wenn in ein Projekt allgemein

zugängliche Dachterrassen intergiert

werden sollen. Insgesamt dürften die Kosten eines

Immobilienprojektes in der Planungsphase

künftig steigen, in der Nutzungsphase werden

sie mit digitaler Unterstützung jedoch sinken,

schätzt Ortner.

Gläserne Immobilienbranche

Österreich habe im internationalen Vergleich noch

einen erheblichen Nachholbedarf, ist der Advicum-Experte

überzeugt. Das liege nicht zuletzt

am hierzulande vergleichsweise hohen Anteil des

Immobilien-Altbestandes. An der „gläsernen Immobilienbranche“,

die mit automatisierter Datengenerierung

und vollständiger Datentransparenz

den Kriterien der Nachhaltigkeit Rechnung trägt,

werde auf Dauer aber kein Weg vorbei führen.

ADVICUM CONSULTING

Die Advicum Consulting GmbH, ein eigentümergeführtes

österreichisches Beratungs-

und Investmentunternehmen, verfügt

über umfassende Erfahrungen in Managementconsulting

und Corporate Finance. Seit der

Gründung im Jahr 2002 hat Advicum hunderte

Projekte von über 300 Kunden betreut und in

die Realität umgesetzt. Spezialisiert ist das Unternehmen

auf Transformations-Management,

die Veränderung von Strategien, Strukturen,

Abläufen, Denk- und Handlungsmustern in

einem Unternehmen, um dieses deutlich wettbewerbsfähiger

zu machen. Besonders aktuell

in diesem Zusammenhang ist die Verknüpfung

von „Old & New Economy“, insbesondere

durch Automatisierung und Digitalisierung. Die

Branchenschwerpunkte liegen in den Bereichen

Immobilienwirtschaft, Industrie, Handel

und im Public Sector.


UMWELTjournal 1/2022 | S10

Am Holzweg

Setzen wir auf die

falschen Technologien?

Es wird zweifellos viel Geld und Know-how in die Entwicklung neuer Technologien gesteckt.

Wenn es aber um die Bekämpfung der Klimakrise geht, dann bringen die

Lieblinge von Investoren und Industrie nicht unbedingt die größten Effekte.

Text: Peter R. Nestler

Risikokapitalgeber und Private Equity-Firmen

investieren in den vergangenen Monaten

massiv in Klimatechnologien. Im

zweiten Halbjahr 2020 und im ersten Halbjahr

2021 erreichten Investitionen ein Volumen von insgesamt

87,5 Milliarden US-Dollar, wobei der Großteil

(60 Mrd. USD) im ersten Halbjahr 2021 mobilisiert

wurde. Dies entspricht einem Anstieg von 210

Prozent gegenüber den 28 Milliarden US-Dollar,

die in den zwölf Monaten zuvor aufgebracht wurden.

Von jedem Dollar an Risikokapitalinvestitionen

fließen 14 Cent in Klimatechnologien. Bei den

Effekten auf die Klimakrise sieht es aber nicht so

toll aus, denn die Lieblingstechnologien der Investoren

und damit auch der Industrie ergeben nicht

die stärksten Effekte auf das Klima.

Laut dem State of Climate Tech Report von

PwC reichen die Investitionen nicht aus und fließen

zudem großteils in ineffziente Klimalösungen:

Die Top 5 der wirksamsten Technologien, die mehr

als 80 Prozent des Potenzials für Emissionseinsparungen

bis 2050 ausmachen, erhielten im Zeitraum

von 2013 bis zum ersten Halbjahr 2021 nur

25 % der Klimatechnologie-Investitionen.

Klimatechnologien sind insgesamt auf die Reduktion

von Treibhausgasemissionen (THG) ausgerichtet.

Nach einem Anstieg der Investitionen

in Klimatechnologien zwischen 2013 und 2018

stagnierten diese bis 2020 aufgrund makroökonomischer

Trends sowie der Corona-Pandemie. Im

ersten Halbjahr 2021 erholten sich die Investitionen

jedoch deutlich, da ESG-Faktoren in der Pri-

vatwirtschaft stärker in den Mittelpunkt rückten,

neue Vorschriften eingeführt wurden (Stichwort:

EU-Taxonomie) und sich zahlreiche Unternehmen

zu Netto-Null-Strategien verpflichteten.

„Die Welt hat zehn Jahre Zeit, um die globalen

Treibhausgasemissionen zu halbieren und bis

2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Ohne

Innovationen werden wir dieses Ziel nicht schaffen.

Die gute Nachricht ist, dass Investitionen in

Klimatechnologien in allen Bereichen deutlich

gestiegen sind“, resümiert Thomas Steinbauer,

Partner und Net Zero Leader bei PwC Österreich.

„Unsere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Investitionen

noch besser gelenkt werden könnten,

um Anreize für jene Technologien zu schaffen,

die das größte Einsparungspotenzial bei CO2-

Emissionen haben.“

Irrweg oder Abweichung?

Befinden wir uns also am Holzweg? Laufen wir

Gefahr, die selbstgesteckten Klimaziele deshalb

nicht zu erreichen, weil wir auf die falschen Pferde

setzen? Global betrachtet bringt die Politik

zwar die Klimaziele und verankert sie auch dementsprechend.

Aber der Lenkungseffekt auf die

Wirtschaft - und damit auch indirekt auf die Investoren

- ist nach wie vor zu gering. Dabei sollte die

Politik gerade über Lenkungsmaßnahmen den

Weg vorgeben, um Ziele auch zu erreichen.

Über die für die Erreichung der Klimaziele sinnvollsten

Technologien geben die Ergebnisse des

State of Climate Tech Reports einen guten Über-


lick: Zu den fünf wichtigsten Technologien, auf

die mehr als 80 Prozent des künftigen Emissionsminderungspotenzials

entfallen, gehören: Solarenergie,

Windenergie, Technologien für Lebensmittelabfälle,

Produktion von grünem Wasserstoff

und alternative Lebensmittel/THG-arme Proteine.

Das durchschnittliche Volumen von Klimatechnologie-Deals

hat sich im ersten Halbjahr 2021 fast

vervierfacht und lag bei 96 Millionen US-Dollar,

gegenüber 27 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Investor:innen machen sich vermehrt mit Klimatechnologien

als Anlageklasse vertraut. Im ersten

Halbjahr 2021 waren etwa 1.600 Investor:innen

aktiv. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2020

waren es weniger als 900.

Zu starker Fokus auf Verkehr

Der Verkehrssektor ist in aller Munde und wird

von vielen als der größte Verursacher der Klimakrise

eingestuft. Bei genauer Durchsicht von Daten

wird man aber erkennen, dass die bei weitem

nicht der Fall ist. Selbst in einer monokausalen

Betrachtung, also ohne mögliche Neben- und Zusatzeffekte

eines Sektors gibt es andere Verursacher,

die weder am Pranger stehen noch von

Kritik überhäuft werden - etwa der Baubereich.

Naturgemäß finden sich dort auch kaum gegensteuernde

Maßnahmen.

Dennoch erhält der Mobilitäts- und Verkehrssektor

weiterhin den Löwenanteil der Finanzmittel

im Klimatechnologiebereich. Besonders Elektrofahrzeuge,

Mikromobilität und andere innovative

Verkehrsmodelle ziehen die Aufmerksamkeit von

Investor:innen auf sich. Der Sektor hat zwischen

dem zweiten Halbjahr 2020 und dem ersten

Halbjahr 2021 fast 58 Milliarden US-Dollar mobilisiert,

was zwei Drittel der gesamten Finanzmittel

für Klimatechnologien in diesem Zeitraum ausmacht.

Dies ist aber ein grundlegender Irrtum, denn gerade

beim Verkehr bringt lediglich die Reduktion

von Verkehrsaufkommen an sich auch nennenswerte

Klimaeffekte. Die Auswirkungen einer Verschiebung

von einer Technologie (Verbrennungsmotoren)

zur anderen (Elektromobilität) sind

dagegen geringer als viele denken. Allerdings

macht die Industrie damit gute Geschäfte.

Die drei großen Bereiche Mobilität und Verkehr,

Industrie, Fertigung und Ressourcenmanagement

(IM&R) sowie Finanzdienstleistungen verzeichneten

zwischen dem zweiten Halbjahr 2019

und dem ersten Halbjahr 2021 mit jeweils mehr

als 260 Prozent das stärkste Investitionswachstum

im Jahresvergleich und erreichten 58 Milliarden,

6,9 Milliarden bzw. 1,2 Milliarden US-Dollar.


UMWELTjournal 1/2022 | S12

„Klimatechnologien sind kein Allheilmittel. Sie

können jedoch einen entscheidenden Beitrag

leisten, um die Emissionskurve zu senken und das

1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Eine gezielte Investition

in neu entstehende Technologiebereiche kann

genau jene Innovationen hervorbringen, die wir

für eine schnellere Dekarbonisierung brauchen“,

so Agatha Kalandra, Partnerin und Head of Management

Consulting & ESG. „Die essenzielle Frage

lautet, wie schnell und in welchem Umfang dies

geschieht. Zudem benötigt es das Zusammenspiel

von politischen Entscheidungsträger:innen sowie

von Investor:innen, um das gesamte Potenzial von

Klimatechnologien zu nutzen.“

Lösungen mit größtem Einsparungspotenzial

bei CO2 nicht im Fokus

Investitionen in Klimatechnologien werden derzeit

von einer Handvoll Lösungen dominiert. Diese

haben jedoch nicht unbedingt die größten Auswirkungen

auf die Emissionsreduktion. Batteriebetriebene

Elektrofahrzeuge machen beispielsweise

nur drei Prozent des gesamten Einsparpotenzials

bis 2050 aus, erhielten aber 60 Prozent der gesamten

Finanzmittel zwischen 2013 und dem ersten

Halbjahr 2021.

Gerade bei der Elektromobilität geht es vielmehr

auch um ein wirtschaftspolitisches Match zwischen

Europa, den USA und China. Denn im Bereich der

Verbrennungsmotoren hatte Europa das Rennen

in jeder Hinsicht gewonnen: technologisch, marketingmäßig

und was die wirtschaftlichen Erfolge

anlangt. Bei der Elektromobilität sieht es dagegen

zunächst einmal ganz anders aus, da führen die

USA derzeit mit Abstand, China ist bei den Akkus

voran, Europa hat noch ordentlich Aufholpotenzial.

Nennenswert ist auch, dass trotz wachsender Gesamtinvestitionen

die Zahl der Seed- und Early

Stage-Finanzierungen für Klimatechnologie-Startups

seit 2018 stagniert. Dies spiegelt zum Teil die

Reife von Klimatechnologien als Anlageklasse wider,

verdeutlicht aber auch die Notwendigkeit, vermehrt

in Start-ups zu investieren.

USA vor Europa vor China

Die USA sind führend bei Investitionen in Klimatechnologien

und ziehen momentan fast 65 Prozent

der Risikokapital-Investitionen an (56,6 Mrd.

USD vom zweiten Halbjahr 2020 bis zum ersten

Halbjahr 2021). In China wurden im gleichen Zeitraum

schätzungsweise 9 Milliarden US-Dollar in

Klimatechnologien investiert, in Europa insgesamt

18,3 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen sind

getrieben vom sprunghaften Anstieg im Mobilitäts-

und Verkehrssektor (plus 494 Prozent im

zweiten Halbjahr 2020 und im ersten Halbjahr

2021 im Vergleich zu den vorherigen zwölf Monaten).

Das erklärt auch die marktbeherrschende

Stellung der US-Wirtschaft im Bereich der Klimatechnologien.

Chancen für Investoren

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass weltweit

die klare Absicht besteht, auf die Klimakrise zu

reagieren und den Netto-Nullpunkt zu erreichen.

Jetzt bietet sich für Risikokapitalanleger die entscheidende

Gelegenheit, die Richtung für Investitionen

vorzugeben und sich stärker auf Kerntechnologien

zu konzentrieren, die die größten

Fortschritte bei der Dekarbonisierung ermöglichen

werden“, schließt Experte Steinbauer.

Über den Report

Die Finanzierungsdaten werden von Dealroom.

com bereitgestellt, einer globalen Datenplattform,

die Informationen über Start-ups, Investor:innen

und Transaktionen sammelt. Unsere

Investitionsanalyse basiert auf dem Climate Tech

Investment Index von PwC, einer firmeneigenen

und ständig aktualisierten Datenbank mit

Start-ups und Investor:innen im Bereich der Klimatechnologie,

die mit Hilfe von Machine Learning

erstellt und durch menschliche Verifizierung

ergänzt wird.

Die Analyse seitens PwC konzentriert sich auf private

Märkte und staatliche Finanzierung von Startups

im Bereich der Klimatechnologien. Der gewählte

Ansatz besteht darin, finanzielle Trends bei

innovativen Klimatechnologien aufzuzeigen. Die

Analyse berücksichtigt weder die bedeutenden

öffentlichen Märkte oder die Projektfinanzierung

ausgereifter Klimatechnologien (z. B. Großprojekte

für Wind- und Solarparks) noch von Unternehmen

geleistete Finanzierung von Forschung und Entwicklung

im Bereich Klimatechnologien.

Fazit

Ja, es wird vermehrt in so genannte Klimatechnologien

investiert. Allerdings fehlen zum Teil die

Lenkungskriterien, um auch einen großen Effekt

dieser Investitionen auf die Klimakrise zu erzeugen.

Da wird gegenwärtig viel verschenkt und die

Zeit ist ohnehin knapp bemessen. Zudem sollte

Europa seine Bemühungen noch mehr verstärken.

Dazu bedarf es aber einer besseren Abstimmung

unter den Mitgliedsstaaten. Das Potenzial in Forschung

und Industrie wäre vorhanden.


Hörst du den

Hilfeschrei?

Petition:

SMS * mit

HILFE

an 54554

meeresschutz.greenpeace.at

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UMWELTjournal 1/2022 | S14

Wie Unternehmen

von grünem

Wasserstoff

profitieren können

Getrieben durch die Transformation hin zu nachhaltiger

Energie ist die Nachfrage nach grünem

Wasserstoff größer als je zuvor. Denn Wasserstoff

gilt als eine der realistischsten Energiequellen der

Zukunft. Entsprechend spannend ist auch das Geschäftsfeld

der Wasserstoffproduktion. Wenn Unternehmen

jetzt handeln, können sie mit den richtigen

Lösungen und Prozessen die Zukunft des grünen

Wasserstoffs mitgestalten.

Text: Jörg Brahm

JÖRG BRAHM

VICE PRESIDENT SALES

EUROPE, FLUID CONTROL

AND PNEUMATICS, EMERSON

AUTOMATION SOLUTIONS

Grüner Wasserstoff ist als erneuerbare

Energiequelle so attraktiv, weil er bei

null Emissionen zuverlässig in universell

nutzbare Energie umgewandelt werden kann.

Weltweit haben Länder Richtlinien, Programme

und Projekte entwickelt, um die Produktion und

Nutzung von grünem Wasserstoff zu beschleunigen.

Da die meisten Infrastrukturen und Prozesse

zur Unterstützung des Übergangs zu grünem

Wasserstoff aber erst aufgebaut werden müssen,

bleibt das Scale-up eine Herausforderung.

Die gute Nachricht ist: Technologielösungen

und die digitale Transformation können dabei

helfen, viele der Herausforderungen für Unternehmen

zu lösen.

Trotz der großen Vorteile der skalierbaren sauberen

Energie gibt es jedoch einige Hürden.

Derzeit werden F&E-Anstrengungen unternommen,

um die Effizienz des Elektrolyseursystems

sowie die Betriebsdauer des Elektrolyseurs,

die Leistungsdichte und die Stapelgröße zu erhöhen.

Mit diesen Verbesserungen werden die

Materialkosten gesenkt und flexiblere Systeme

erreicht, die an eine gelegentlich unterbrochene

und schwankende Stromversorgung angepasst

sind.

Aufgrund der großen Skalierbarkeit von Elektrolyseuren

müssen Hersteller eruieren, wie sie auf

die für die gesamte Bandbreite an Elektrolyseurgrößen

erforderlichen Komponenten zugreifen

können. Die spezifische Beschaffenheit von Wasserstoff

sorgt dabei für noch mehr Komplexität:

Als kleinstes und leichtestes Element kann es bei

falscher Handhabung zu katastrophalen Folgen

kommen. Daher müssen Elektrolyseur-Komponenten

zuverlässig und für gefährliche Umgebungen

gebaut sein, um Menschen und Sachwerte

zu schützen.


Einige Beispiele für

ASCO-, Rosemount- und

TESCOM-Komponenten

von Emerson, die bei

Mess- und Steuerungsprozessen

in der gesamten

Wasserstoff-Wertschöpfungskette

zum Einsatz

kommen (Quelle: Emerson

Automation Solutions).

Die Relevanz der Lieferanten

Die Zusammenarbeit mit einem auf Wasserstoff spezialisierten

Technologielieferanten kann die Lieferkette vereinfachen und

Zeit und Geld sparen. Zudem ist es in vielen Fällen einfacher,

mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten, der ein komplettes

Portfolio anbietet, insbesondere wenn Unternehmen ihre

Produktion skalieren. Dadurch können sich Anlagenhersteller

und Produzenten auf die Entwicklung und Lieferung ihrer Produkte

konzentrieren.

Besonders wichtig ist es, mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten,

der über eine breite Palette an Mess-, Steuer- und

Elektrogeräten verfügt, die speziell für die Verbesserung der

Zuverlässigkeit und Sicherheit in den Gefahrenbereichen von

Elektrolyseuren entwickelt wurden. Neben Ventilen, Ventilsystemen,

Durchflussmessern, Reglern und Druckgebern sollten

sie darüber hinaus intelligente Technologien enthalten, wie

z.B. skalierbare Prozesssteuerungs- und Sicherheitslösungen.

Diese sollten die betriebliche Komplexität reduzieren, Risiken

senken und die Leistung von Anlagen für grünen Wasserstoff

verbessern können. Dabei sind auch standortweite Sicherheitssystemfunktionen

relevant.

Umwandlung, Lagerung und Transport von Wasserstoff

Bevor Wasserstoff zur Energiegewinnung genutzt werden

kann, muss er umgewandelt, gespeichert oder transportiert

werden. Bei Drücken von bis zu ca. 1000 bar in der Wertschöpfungskette

muss der Wasserstoff effektiv, effzient und sicher

kontrolliert werden. Es darf keinerlei innere oder äußere Lecks

durch Stabilitätsprobleme bei statischen oder dynamischen

Dichtungen geben. Sogar einige Metalle können durch eine

längere Einwirkung von H2 negativ beeinflusst werden – ein

Prozess, der als Wasserstoffversprödung bezeichnet wird. Darüber

hinaus sind Risikobewertungen zu berücksichtigen und

strenge Vorschriften zu erfüllen.

Der Umgang mit Wasserstoff erfordert eine seriöse, verlässliche

Kontrolle für einen sicheren Systembetrieb. Die beteiligten

Unternehmen müssen sicherstellen, dass in ihren Systemen

keine Verluste auftreten und wissen, wie viel Wasserstoff durch


UMWELTjournal 1/2022 | S16

die jeweiligen Übertragungs- bzw. Transferpunkte

fließt. Dabei ist eine Integration von Komponenten,

mit denen der Wasserstoff zuverlässig überwacht

und gemessen werden kann, unerlässlich.

Intelligente Geräte

Die meisten Systeme umfassen Absperr- und Dosierventile,

Hochdruckregler, pneumatische Stellantriebe

und Magnetventile. Verlässliche Steuerund

Sicherheitskreise bieten die nötige Präzision,

um angemessene Druck- und Durchflussraten aufrechtzuerhalten

und die Wasserstoffreinheit zu sichern

Zur Fernüberwachung von Druck, Temperatur

und Durchflussraten sollten Sensoren integriert

werden. Beim Einsatz intelligenter Geräte können

Daten gesammelt werden, um die Produktivität zu

verbessern, den Anlagenstatus zu überwachen

und hohe Betriebserträge zu gewährleisten.

Wichtig dabei ist die Wahl eines Lieferanten mit

einem breiten Gesamtportfolio. Zudem sollten

Partner über fundierte Erfahrung im Bereich Wasserstoff

verfügen und mit den Vorschriften und

Zertifizierungen vertraut sein. Sie durchdringen

das gesamte Ökosystem und verfügen über Sicherheits-

und Steuerungseinrichtungen, um Wasserstoff

effektiv und effzient zu überwachen, zu

messen und zu steuern. Sie sollten aber auch eine

breite Palette von Konstruktionen und Anwendungen

bedienen können.

Die Herausforderung Mobilität

Ein zentrales Element für den Übergang zu wasserstoffbetriebenen

Fahrzeugen ist die Brennstoffzelle.

Derartige Energiesysteme können zum

Antrieb von PKW, Nutzfahrzeugen oder Zügen

verwendet werden. Wie bei Elektrolyseuren profitieren

auch die Hersteller von Brennstoffzellen

von einem kompetenten Lieferanten mit einem

breiten Portfolio.

Für Brennstoffzellen sollte dieses Portfolio eine

zuverlässige Durchflussregelung, Druckregler, Sicherheitsanschlusskästen

und flammfeste Kabelverschraubungen

umfassen. Die Konstruktionen

sollten kompakt und leicht sein, damit die Hersteller

Systeme mit hoher Leistungsdichte und

verlängerter Zellenlebensdauer entwickeln können.

Sie können das Ausfallrisiko von Brennstoffzellensystemen

mit Hilfe von Lösungen senken,

die eine stabile Druckregelung, eine sichere Verteilung

sowie Konnektivität der Geräte bieten.

Sobald wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf die

Straße kommen, müssen sie betankt werden. Bei

der Umstellung auf grünen Wasserstoff stehen

Tankstellen vor diversen Herausforderungen,

beispielsweise hinsichtlich Nachhaltigkeit, Sicherheit

und Wartung. Zunächst muss der Wasserstofffluss

genaustens überwacht werden, um

die sichere und korrekte Entnahme von Kraftstoff

sicherzustellen. Eine exakte Wartung des Zustands

der Tankstellen und ihrer kritischen Komponenten

sorgt dafür, dass Tankstellen jederzeit

und vielerorts für die Benutzer verfügbar sind.

Bei der Tankstellenausrüstung kann die digitale

Transformation zur Lösung einiger kritischer Herausforderungen

beitragen.

Auf Geräteebene können die Smart-Sensor-

Technologie und die von ihr bereitgestellten

Daten das Fundament bilden, auf dem die digitale

Transformation fußt. Daneben ermöglicht

der Einsatz einer speicherprogrammierbaren

Steuerung (SPS) mit integrierter Edge-Gateway-

Funktionalität eine umfassende Steuerung und

die gesammelten Daten können in Echtzeit-Informationen/Analysen

des Zapfvorgangs umgewandelt

werden. Die Leistungsfähigkeit der

digitalen Transformation kann über eine einzelne

Tankstelle hinaus auf ein großes Netzwerk von

Vom Elektrolyseur über die Tankstelle bis hin zu den Brennstoffzellen kann es von großem Vorteil sein, über die gesamte Wasserstoff-

Wertschöpfungskette mit einem zentralen, vertrauenswürdigen Partner zu arbeiten (Quelle: Emerson Automation Solutions).


Die wichtigsten Technologiepartner

sollten über

ein umfangreiches Angebot

an Mess-, Regel- und

Elektrogeräten verfügen,

die für die Installation in

den Gefahrenbereichen

des Elektrolyseurs geeignet

sind. Der Vorteil

ist eine sichere, zuverlässige

und präzise Prozesssteuerung

mit optimierter

Produktion für die

gewünschte Wasserstoffreinheit

(Quelle: Emerson

Automation Solutions).

Stationen skaliert werden, in dem Informationen

zur Optimierung zusammengeführt werden können.

Die Abgabe exakter Kraftstoffmengen bei

höchsten Durchflussraten, die Reduzierung der

Wahrscheinlichkeit von Leckagen und die Überwachung

der Tankstelle sorgen für einen sicheren

Betrieb und optimalen Ertrag.

Die SPS kann in Kombination mit einem Edge-Gateway

auch die Analyse und Visualisierung von

Diagnose- und Prozessdaten durchführen, was

die Logistik der Lieferkette vereinfacht. Durch den

Fernzugriff werden Tanks nur bei Bedarf befüllt

und Wartungen nur auf Nachfrage durchgeführt.

Von den Lagertanks über die Tankanhänger bis zu

den Zapfsäulen müssen Tankstellensysteme sicher

und einfach zu warten sein sowie den höchsten

Leistungs- und Regulierungsstandards entsprechen.

Wie sich in der gesamten Wertschöpfungskette

zeigt, muss ebenso das Explosionsrisiko von

Wasserstoff berücksichtigt werden. Zum Schutz

überwachen Gaslecksysteme die Tankstellen kontinuierlich

auf Ultraschall, der bei der Freisetzung von

unter Druck stehendem Gas entsteht. Auf Hochdruckmessungen

ausgelegte Drucksensoren und

für Wasserstoffzapfanlagen entwickelte Durchflussmesser

können Druck und Gasfluss genau messen.

Mit Anschluss der Geräte an ein übergeordnetes

Gateway können Warnungen und Alarme in Echtzeit

an das Personal vor Ort oder aus der Ferne

ausgegeben werden, was die Sicherheit erhöht.

Der erste Schritt zu nachhaltigem Erfolg

Der Aufbau der Infrastruktur und der Prozesse,

die für den Übergang zu grünem Wasserstoff erforderlich

sind, erfordert einen Partner zur Unterstützung

in den Phasen des Scale-Ups. Da grüner

Wasserstoff noch ein junges Geschäftsfeld

ist, müssen sich Unternehmen auf Partner mit

breitem Wissen und Expertise verlassen. Diese

kennen bereits die geltenden Vorschriften und

erforderlichen Zertifizierungen und wissen, wie

sich diese je nach Region ändern. Darüber hinaus

produzieren sie wahrscheinlich bereits in der

Nähe ihrer Kunden und Märkte.

Fest steht, dass grüner Wasserstoff an Relevanz

gewinnt – jedoch, erfordern Aufbau und Steuerung

der Infrastruktur sowie die Bereitstellung

eine ausgeprägte Expertise. Um dem gewachsen

zu sein, sollten sich Unternehmen einen erfahrenen

Spezialisten mit fundierten Branchen- und Regulierungskenntnissen

suchen. Eine strategische

Partnerschaft kann ihre Marktposition stärken und

ihnen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil verschaffen

– während sie die vielversprechende Zukunft

des grünen Wasserstoffs aktiv angehen.


UMWELTjournal 1/2022 | S18

Saubere Zukunft

mit Wasserstoffmotoren

Neue wasserstoffbetriebene Turbo-Motorengeneration

vom deutschen Gasmotorspezialisten MAMotec legt den

Grundstein für klimaneutrale Antriebe und für die Energiewende

in der Industrie.

Die deutsche MAMotec präsentiert erstmals

seine neuen Wasserstoffmotoren auf

der BHKW-Jahreskonferenz am 9. und 10.

November in Magdeburg. Mit diesem Schritt differenziert

sich der Motorenspezialist von der Riege

der deutschen und internationalen Motorenhersteller,

die wasserstoffbetriebene Motoren auf der

Agenda haben oder zurzeit entwickeln. Bereits ein

erstes konkretes Anwendungsbeispiel eines MA-

Motec Wasserstoffmotors stellt Wolf Power Systems

auf der Konferenz vor. MAMotec ist das erste

deutsche Unternehmen, das Wasserstoffmotoren

in Serie für die industrielle Anwendung unter dem

Motto „Zero Emission“ am Markt anbietet.

Der Spezialist für Gasmotoren baut sein Portfolio,

das bisher aus elf Modellen für Erdgas und Biogas

besteht, mit der neuen Generation um weitere drei

Antriebsaggregate aus. Mit den neuen Wasserstoffmotoren

unterschreitet MAMotec alle gesetzlichen

Emissionsgrenzen deutlich und stellt eine

klimaneutrale Antriebsvariante zur Verfügung, die

beispielsweise in den Bereichen Energieversorgung

(BHKW), Notstromversorgung für kritische

Infrastrukturen oder für weitere stationäre und

mobile Anwendungen, etwa Pumpstationen, Kompressoraggregate,

Baugeräte, Maschinen oder

maritime Anwendungen, zum Einsatz kommt.

So sieht der neue Wasserstoffmotor von MAMotec aus.

Die Besonderheit der MAMotec Motoren liegt

neben der Variantenvielfalt insbesondere in der

Standfestigkeit und Langlebigkeit, was sie für anspruchsvolle

Applikationen unter Dauerlast besonders

prädestiniert. Basis hierfür sind hochwertige

Materialien und speziell für den Gasbetrieb

entwickelte mechanische und digitale Motorkomponenten.

Entwickelt und konstruiert werden die

MAMotec Motoren ausschließlich von langjährig

erfahrenen Ingenieuren und Motorspezialisten,

die bereits vor ihrer Mitarbeit bei MAMotec die

Grundlage für Tausende heute im Einsatz befindliche

Motoren legten.


Die neuen gasbetriebenen Turbo-Motoren stehen

im ersten Schritt als 3-, 4-, und 6- Zylindermotoren

in den Hubraumvarianten 3.300, 5.600 und

8.400 Kubikzentimetern und mit Leistungsklassen

zwischen 26 und 120 Kilowatt zur Verfügung. Weitere

Modelle in anderen Hubraum- und Leistungsklassen

sind in Vorbereitung. Zudem sind spezielle

Varianten, beispielsweise mit konstant fester

Drehzahl für die Stromerzeugung oder mit einem

anwendungsdefinierten Leistungs- oder Drehmomentspektrum,

jederzeit aus den Basismotoren

ableitbar.

Insbesondere beim Brennverfahren ist MAMotec

neue Wege gegangen und hat die Brenneigenschaften

speziell für den Einsatz von Wasserstoff

als Treibstoff entwickelt, um sehr hohe Wirkungsgrade

und Leistungsdichten zu erreichen. Mit über

38 Prozent erreicht beispielsweise der 6-Zylinder-Motor

einen sehr hohen Wirkungsgrad (ETA).

Zudem ist die speziell von MAMotec konfigurierte

und programmierte trijekt-Motorsteuerung eine

Kernkomponente für den Zero-Emission-Betrieb

und für den individuell angepassten Einsatz in

unterschiedlichen Applikationen.

„Mit unserem neuen Motor haben wir uns und

vielen anderen einen Traum erfüllt. Nach intensiver

Entwicklungszeit ist der Motor standfest und

marktreif. Damit gehören wir nicht nur zu den Pionieren

im Bereich der innovativen Verbrennungsmotoren.

Wir tragen auch einen weiteren wesentlichen

Teil zur Energiewende mit klimaneutralen

und umweltverträglichen Antrieben bei. Mit unserer

Ausrichtung auf hochleistungsfähige und

langlebige Gasmotoren vereinen wir Wirtschaftlichkeit

mit den Anforderungen an Nachhaltigkeit

und Klimaverträglichkeit zum Vorteil heutiger und

künftiger Generationen“, sagt Nico Albrecht, Mitgründer

und CEO von MAMotec.

Nico Albrecht, Geschäftsführer bei MAMotec

Der neue Wasserstoffmotor von MAMotec kann

bereits bestellt werden und steht ab dem zweiten

Quartal 2022 zur Verfügung.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.

mamotec-online.de.


UMWELTjournal 1/2022 | S20

Renexpo Interhydro

Europas

Expertentreff

der Wasserkraft

Vom 3. bis 4. März 2022 steht das Messezentrum Salzburg wieder

ganz im Zeichen der regenerativen Energiequelle Wasser. Die Fachmesse

für Wasserkraft Renexpo Interhydro und der begleitende

Kongress vernetzen die verschiedensten Branchenvertreter und

Entscheidungsträger aus Politik, Bau- und Ingenieurswesen.

Am 3. und 4. März 2022 öffnet das Messezentrum

Salzburg mit der Renexpo Interhydro

die Schleusen für eine Flut an

Fachexpertise im Bereich der (Klein-)Wasserkraft.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Bau- und Ingenieurwesen

nutzen die Fachmesse als Plattform für

einen umfangreichen Erfahrungsaustausch innerhalb

der Branche.

Im Zentrum stehen aktuelle Rahmenbedingungen,

neueste Entwicklungen, sowie der weitere Ausbau

und das Vorantreiben Europas nachhaltiger Energiequelle.

So präsentiert sich die Renexpo Interhydro

als der perfekte und in Sachen Wissensdichteund

qualität, einzige Ort, um berufliche Netzwerke

zu erweitern und Synergien zu stärken. Mit dem

gemeinsamen Ziel das vorhandene Potential im

Bereich der Wasserkraft maximal auszuschöpfen.

Bühne frei für saubere Energie

Den Mittelpunkt des Geschehens bildet das Hydro-Forum.

Der Name ist Programm: Über beide

Tage hinweg lockt ein interessantes Bühnenprogramm

mit Vorträgen und Diskussionsrunden von

und für Personen vom Fach, die einen breiten

Diskurs auf europäischer Ebene ermöglichen. Es

wird sich über aktuelle rechtliche und politische

Gegebenheiten, die Rolle der Wasserkraft in der

Energiewende, umgesetzte Projekte, Praxiserfahrungen

und neue Konzepte ausgetauscht. Zur

Eröffnung laden unter anderem die österreichische

Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt,

Energie, Mobilität, Innovation und Technologie,

Leonore Gewessler BA, sowie Dr. Andreas Lenz,

Mitglied des deutschen Bundestages und Vorsitzender

des parlamentarischen Beirats für nachhaltige

Entwicklung.

Außerdem lesen sich auf der Agenda, neben

vielen weiteren, auch die Namen des Blackout-

Experten und Präsidenten der Österreichischen

Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV), Herbert

Saurugg, sowie Ing. Otto Mitterfelner, Vorstand

Landesverband Bayerischer Wasserkraftwerke

eG (LVBW). Ergänzend geben Aussteller der verschiedenen

Fachbereiche einen Einblick in ihr

tägliches Tun. Planung- und Baudurchführung,

Mess-, Regel- und Steuertechnik, Kraftwerkstypen

und Gewässerschutz sind nur einige der

Ausstellungsbereiche. Der Mix aus theoretischer

und gelebter Praxis sorgt für ein mitreißendes

Fahrwasser!

Kontakte knüpfen und Netzwerk erweitern

Die Renexpo Interhydro bietet eine einmalige

Gelegenheit, um sich auf fachlicher Ebene

europaweit auszutauschen und wertvolle neue

Geschäftsbeziehungen entstehen zu lassen. Im

Rahmen des Business-Matchmaking stellt das Organisationsteam

einen Kontaktepool zur Verfügung,

in dem sich Aussteller wie auch Besucher

gegenseitig finden, vernetzen und einen Termin

für ein persönliches Gespräch auf der Messe vereinbaren

können.


Foto © MZS Habring

Noch mehr Tiefgang beim Kongress

Wer nicht nur an der Oberfläche schwimmen,

sondern vollends in die Tiefen der (Klein-)Wasserkraft

abtauchen möchte, dem sei zu einem

Kongressticket geraten. Über beide Messetage,

Donnerstag und Freitag, erstreckt sich ein fachgerechtes

Kongressprogramm, das drei Themenschwerpunkten

behandelt.

„Wasserkraft & Sedimente“ widmet sich der optimierten

ökonomischen, technischen bzw. ökologischen

Nutzung der Wasserkraft. Dies mit dem

Ziel das Sedimentmanagement bei Wasserstraßen

zu verbessern, um dadurch die Lebensdauer

unterschiedlicher technischer Anlagenteile von

Wasserkraftanlagen zu verlängern.

„Wasserkraft & Speicher“ beschäftigt sich mit der

Wasserkraft im zukünftigen Energiesystem zwischen

Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und

Innovation während sich der Bereich „Gewässerökologie“

mit den neuesten Entwicklungen im

Monitoring befasst.

3. – 4. März 2022

Messezentrum Salzburg

Fachmesse für Wasserkraft & Kongress

Die Renexpo Interhydro lässt also auch in diesem

Jahr niemanden auf dem Trockenen sitzen und

holt Vertreter aus allen Bereichen mit ins Boot,

das in Richtung einer gemeinsamen nachhaltigen

Zukunft Europas steuert!

Mehr Informationen und Tickets im Internet auf:

www.renexpo-interhydro.eu

www.renexpo-interhydro.eu


UMWELTjournal 1/2022 | S22

E-XPO 5020

E-Mobilität,

Energie und

Nachhaltigkeit

Die Zeichen stehen auf Umdenken, wenn sich die

Türen von 2. bis 3. April 2022 im Messezentrum

Salzburg für das neue Messeformat E-XPO 5020

öffnen. E-XPO 5020 – die Messe für E-Mobilität,

Energie und Nachhaltigkeit.

Zwei Tage lang verwandeln sich rund

20.000m² in eine interaktive Erlebniswelt

mit Vorträgen, Workshops und Informationsinseln.

Der E-XPO 5020 geht es darum, echte

Werte zu schaffen und sämtliche Lebensbereiche

nachhaltig zu gestalten. Und das Gute daran –

das alles gibt es zum Sehen, Anfassen, Verstehen

und Mitnehmen.

Für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

und eine intakte Natur

„Noch nie war die Notwendigkeit zum Umdenken

in verschiedenen Lebensbereichen präsenter

als jetzt. Die positive Auseinandersetzung mit

der Verwendung von Ressourcen ist in der Mitte

unserer Gesellschaft angekommen“, so DI (FH)

Alexander Kribus MBA, Geschäftsführer Messezentrum

Salzburg GmbH.

Nachhaltigkeit, soweit das Auge reicht

Ziel des neuen Messeformates E-XPO 5020 ist,

aufzuzeigen, dass Nachhaltigkeit auch im Alltag

einen Platz hat. Von A wie Apfel zu S wie Solaranlage

bis hin zu Z wie Zukunft. Die E-XPO 5020

deckt unzählige Gebiete der Nachhaltigkeit und

des Klimaschutzes ab. Das Hauptaugenmerk der

Messe liegt auf den Bereichen E-Mobilität, Energieproduktion

und -speicherung, Nachhaltiger

Garten und Lifestyle und Ernährung.

E-Mobilität

Täglich werden verschiedene Verkehrsmittel genutzt,

ob auf dem Weg zum Sport, zur Arbeit oder

zu Freunden. Genau diese Fortbewegung soll in

Zukunft sauber, leistbar und umweltfreundlich sein.

Auf der E-XPO 5020 tauchen Aussteller sowie Besucher

in die Welt der nachhaltigen Mobilität ein

und erhalten viele wertvolle Informationen zu Ladestationen,

Steuerungsanlagen aber auch zu verschiedenen

Finanzierungsmöglichkeiten und För-


Bilder (2): © Messezentrum Salzburg

derungen, die das Geldbörserl schonen. Natürlich

werden auch unzählige Fahrzeuge der E-Mobilität

wie Autos, Roller oder Fahrräder präsentiert.

Energieproduktion und -speicherung

Das eigenständige Erzeugen oder Speichern von

Energie ist nicht nur eine nachhaltige Lösung,

sondern bietet auch Unabhängigkeit und Transparenz.

Solaranlagen und Photovoltaikanlagen sind

nur einige Varianten nachhaltiger Energieproduktion.

Da kommt Wärme auf - wenn die Experten die

Fragen der Besucher verständlich beantworten,

um gemeinsam die perfekte nachhaltige Lösung

für Zuhause zu finden.

Nachhaltiger Garten

Das „Gart‘ln“ zuhause tut nicht nur der Seele gut,

sondern auch der Umwelt. Naturnah und ökologisch

angelegte Gärten sind das Zuhause für

viele Lebewesen und leisten einen wichtigen Beitrag

zum Klimaschutz. Pflanzen so weit der grüne

Daumen reicht. Präsentiert werden verschiedene

Pflanzen sowie das passende Pflanzenzubehör

und natürliche Pflanzenpflege. Durch trendige

Gartenmöbel und -dekorationen fühlen sich in

diesem nachhaltigen Gartenparadies nicht nur

Hobbygärtner wohl.

Lifestyle und Ernährung

Für einen modernen nachhaltigen Lebensstil benötigt

es neue Materialien, innovative Herstellungsprozesse

und alternative Nutzkonzepte wie

zum Beispiel Mieten statt Besitzen oder Upcycling

statt Recycling.

Die E-XPO 5020 zeigt auf, dass Nachhaltigkeit

auch im Alltag einen Platz hat. Neben umweltfreundlichen

Freizeitausrüstungen und Spielwaren

werden Aussteller auch Mode und Accessoires

sowie verschiedene Kosmetikartikel und

Lebensmittel präsentieren.

Der erste Schritt zur nachhaltigen Lebensweise

Bereits kleine Veränderungen können großes

Bewirken. Neben nachhaltigen Fortbewegungsmitteln

trägt auch schon das Anpflanzen von Gemüse

oder bienenfreundlichen Frühlingsboten

einen wichtigen Teil zum Klimaschutz bei. Außerdem

zeigt die E-XPO 5020 auf, dass schon mit

kleinsten Dingen wie Spielwaren, Kleidung oder

Lebensmitteln ein wesentlicher Beitrag für eine

nachhaltige Zukunft geleistet werden kann. „Mit

nachhaltigen Produkten und neuesten Innovationen

zeigen wir Besuchern, wie leicht es ist, einen

nachhaltigen Lebensstil einzuschlagen“, betont

der Geschäftsführer.

Zusätzlich zu den spannenden Produkten und

Innovationen in den vier Schwerpunkten, dürfen

sich Besucher auf viele interessante Vorträge,

Workshops und Vorführungen freuen.

Weitere Details und

wichtige Informationen

zur Messe finden

Sie auf der Webseite:

www.e-xpo5020.at.

Sie haben Interesse

an der E-XPO 5020

auszustellen oder

noch weitere Fragen?

Gerne steht Ihnen das

Projektteam rund um

Maria Kneidl mit Rat

und Tat zur Seite.

E-XPO 5020

Wichtige Termine

Messetage: 2.-3.4.2022

Ort:

Messezentrum Salzburg

KONTAKT:

Maria Kneidl

Projektmanagement

T: +43 662 2404 63

E: e-xpo5020@mzs.at


UMWELTjournal 1/2022 | S24

IFAT 2022

Effziente Lösungen

für den Umgang mit

Wasser, Recycling und

Sekundärrohstoffen

Die Weltleitmesse für Umwelttechnologien liefert

im Jahr 2022 wieder Antworten. Als größte Plattform

für Wasser-, Abwasser-, Abfall und Rohstoffwirtschaft

ist die IFAT der internationale Treffpunkt

für die Branche – mit innovativen Angeboten, die

Maßstäbe für die Zukunft setzen. Von der Trinkwasserversorgung

bis hin zur Abwasserentsorgung,

der Abfall- und Rohstoffwirtschaft sowie Innovationen

zum Schadstoffmanagement, des nachhaltigen

Straßenbaus und der Mineralik steht wieder die

vollständige Angebotspalette zur Verfügung.

Die Messe München hatte es zuletzt nicht

leicht. Der Ausbruch der COVID19-Pandemie

traf den bedeutenden Messeveranstalter

gleich mehrfach. Die traditionelle

Weltleitmesse für Umwelttechnologien IFAT war

wohl eines der prominentesten Opfer mit mehrfachen

Absagen. Dieses Jahr ist es aber wieder

soweit und so können sich alle auf eine neue

IFAT 2022 freuen. Der Zuspruch ist bereits jetzt

sehr groß: Bis dato sind mehr als 2.500 Aussteller

aus 50 Ländern angemeldet, alle Messehallen

und das Freigelände sind belegt. Man sieht

also: Erfolgreiche Messen sind möglich, auch in

Zeiten einer Pandemie.

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen – und

damit der Klimaschutz – ist das zentrale Thema

der IFAT Munich vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 auf

dem Messegelände in München. Das internationale

Interesse an der Weltleitmesse für Wasser-,

Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft ist ungebrochen.

Die Weltgemeinschaft braucht Umwelttechnologien

– und die Messe macht diese

erlebbar und bietet das Netzwerk, um die größte

Herausforderung unserer Zeit anzugehen.

„Die Vorbereitungen für die IFAT Munich laufen auf

Hochtouren, alle 18 Messehallen und ein großer

Teil des Freigeländes sind belegt. Das ist eine

sehr starke Entwicklung, auch im Vergleich zur Rekordmesse

im Jahr 2018“, erklärt Stefan Rummel,

Geschäftsführer der Messe München. Rund 2.500

Aussteller aus mehr als 50 Ländern haben sich bis

dato angemeldet, „und wir erhalten laufend zahlreiche

weitere Anfragen“.

Die Dringlichkeit von Umwelt-, Ressourcen- und

Klimaschutz ist stärker denn je im Bewusstsein


Bilder (2): © Messe München

der Weltgemeinschaft verankert, „und die IFAT

bringt die internationalen Entscheider, Experten

und Marktspieler an einem Ort zusammen, um die

großen Herausforderungen gemeinsam anzugehen“,

so Rummel weiter.

Die Messe München hat mit der internationalen

Großveranstaltung IAA MOBILITY sowie den Messen

EXPO REAL, productronica und zuletzt im

Januar der TrendSet bewiesen, dass erfolgreiche

Messen unter Pandemiebedingungen möglich

sind. „Im Frühjahr werden sich die Auflagen erfahrungsgemäß

entsprechend der pandemischen

Lage entspannen“, ordnet Rummel die Situation ein.

Top-Marktspieler in allen Segmenten

Alle Ausstellungsbereiche werden bereits im

Vorfeld der Fachmesse gut gebucht, zum Teil ist

die Nachfrage sogar größer als das zur Verfügung

stehende Platzangebot.

Im Bereich „Kreislaufwirtschaft und Entsorgung“

sind unter anderem dabei: Remondis,

Veolia, PreZero, EEW Energy from Waste, Doppstadt

Umwelttechnik, Komptech, Arjes, Sutco

RecyclingTechnik, Eggersmann, Lindner-Recyclingtech,

Zeppelin Baumaschinen, Sennebogen

Maschinenfabrik, Liebherr-Hydraulikbagger, Komatsu,

Zöller-Kipper, Martin, SSI Schäfer und ESE.

Im Bereich „Wasser und Abwasser“ haben sich

beispielsweise angemeldet: Wilo, Huber, Invent

Umwelt- und Verfahrenstechnik, Grundfos, KSB,

Sulzer, Xylem Europe, Endress+Hauser, Gea Westfalia

Seperator Group, Kaeser Kompressoren, EnviroChemie,

Otto Graf, Aerzener Maschinenfabrik,

Veolia Water Technologies, AVK Armaturen, Hawle

Armaturen, Talis, Siemens, Hermann Sewerin, Aco

Tiefbau, Kaiser und IBAK.

Des Weiteren sind viele internationale Austeller

aus Ägypten, Australien, Brasilien, der Elfenbeinküste,

Jordanien, Katar, Saudi-Arabien und

aus der Ukraine vertreten.

Besucherseitig liegen bereits Anfragen für Delegationen

aus Ägypten, Brasilien, Portugal, Rumänien,

Russland, Saudi-Arabien, Singapore und vielen

weiteren, europäischen Ländern vor.

Verbände wie Start-ups setzen auf die IFAT Munich

In gewohnter Tradition gestalten zahlreiche nationale

und internationale Verbände das Messeprogramm

aktiv mit, sei es als Aussteller, mit

Sonderschauen, Live-Demonstrationen, Lösungstouren

und Vorträgen. All dies bietet im Veranstaltungsjahr

2022 eine sensationell gestaltete

IFAT Munich.

Die „Kommunaltechnik“ ist unter anderem vertreten

mit Faun Umwelttechnik, Bucher Municipal,

Aebi Schmidt, Küpper-Weisser und Fayat Environmental

Solutions, bei den Fahrzeugen sind mit

dabei Iveco Magirus, Scania, Volvo Group Trucks,

DAF Trucks, Daimler Truck und Mercedes Benz.

Starke internationale Präsenz

Dazu kommen internationale Gemeinschaftsstände

aus Belgien, China, Dänemark,

Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada,

den Niederlanden, Österreich, Südkorea, der Schweiz,

der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn

sowie den USA.

Auf einen größeren Zuspruch denn je zuvor

stößt die in diesem Jahr auf dem Messegelände

zur Verfügung stehende Start-up-Fläche: „Es ist

hochspannend zu sehen, wie groß das Interesse

von Start-ups an der Messe ist. Sie brauchen

dringend den Zugang zu den Märkten, um ihre

innovativen Lösungen in die Welt zu tragen“,

erklärt Philipp Eisenmann, Projektleiter der IFAT

Munich. „Und damit spiegeln sie genau jenen

Erfolgsfaktor von Messen und der IFAT Munich

wider: Alle relevanten Marktspieler treffen einander

von Angesicht zu Angesicht an einem Ort,

bauen ihr Netzwerk aus und treiben so ihren Geschäftserfolg

voran.“

IFAT 2022

Wichtige Termine

Messetage: 30.5.-3.6.2022

Ort:

Messe München

Weitere Infos auf der

Internetseite der Messe:

https://ifat.de/de

IFAT Anmeldung Aussteller


UMWELTjournal 1/2022 | S26

E-world

energy & water

2022 im Sommer

Der ursprüngliche Termin für die Leitmesse E-world

energy & water im Frühjahr 2022 war nicht zu halten.

Der neu gefundene Juni-Termin für Europas

Leitmesse der Energiewirtschaft stößt in der Branche

auf breite Zustimmung. Die große Mehrheit der Aussteller

hat sich bereits für eine Veranstaltung im Juni

ausgesprochen und der Termin vom 21. bis 23. Juni

2022 steht damit fest.

Internationale und nationale Ländergemeinschaftsstände,

unter anderem aus Schweden

und Frankreich, bestätigten ihre Teilnahme

am Juni-Termin. Auch das Bundesamt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt

den Termin im Sommer, indem die Förderungen

für junge innovative Unternehmen, die vom Februar

in den Juni wechseln wollen, unkompliziert

und ohne erneute Antragsstellung weiterbestehen

bleiben.

„Wir sind noch immer im engen Austausch mit

unseren Ausstellern und erwarten noch weitere

Rückmeldungen, aber schon jetzt können wir

rund 90 Prozent der gebuchten Ausstellungsfläche

für den Juni-Termin einplanen. Für dieses

positive Feedback, die Solidarität und die Unterstützung,

die wir erfahren, sind wir sehr dankbar

und freuen uns, Aussteller und Besucher

im Sommer dann endlich wieder in der Messe

Essen willkommen zu heißen“, so die beiden Geschäftsführerinnen

der E-world GmbH, Stefanie

Hamm und Sabina Großkreuz.

Besucher erwartet umfangreiches

Rahmenprogramm

Auch das hochkarätige Rahmenprogramm der

E-world verlegen die Veranstalter auf den Juni-Termin.

Konferenzen wie das Führungstreffen

Energie oder das Glasfaserforum werden

Fachbesuchern und Ausstellern ebenso wie das

Programm auf den Fachforen wieder zahlreiche

Impulse für ihr Business liefern. Die Möglichkeit,

Tickets für den Junitermin zu erwerben, wird

zeitnah über den E-world Ticketshop zur Verfügung

stehen.

Im Jahr 2020 fand zuletzt die Leitmesse E-world energy & water statt und war sehr

gut besucht. 2021 musste abgesagt werden. 2022 erfolgte eine Verschiebung ...

Digitale Plattform verkürzt die Wartezeit

Mit der Community bietet die E-world eine maßgeschneiderten

Online-Plattform, die die Warte-


Bilder (3): © Messe Essen

zeit bis zur nächsten Messe vor Ort verkürzt und

die Branche miteinander vernetzt. Ein abwechslungsreiches,

informatives Digitalprogramm, viel

Raum für Networking und zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten

erwarten die Besucher dort.

Die Registrierung ist kostenfrei.

Messetermin Februar ohne Zuspruch

Aktuell sind Fachmessen wie die E-world energy

& water in NRW unter 3G erlaubt. Aufgrund der

momentan gültigen Vorschriften der meisten

Versorgungsunternehmen was Reisen und Termine

angeht, rechnen die Veranstalter jedoch

mit wenigen Besuchern im Februar. „Wir sind

dagegen sicher, dass das Besucherinteresse im

Juni wieder gewohnt stark sein wird“, so Großkreuz

und Hamm. Dies bestätigen auch Unternehmen

wie Uniper: „Eine Verschiebung auf

den 21. bis 23. Juni 2022 verbinden wir mit der

Hoffnung auf eine Verbesserung der aktuellen

pandemischen Situation zum Sommer hin und

unterstützen den Veranstalter daher in dieser

Bemühung“, so ein Sprecher des langjährigen

E-world Ausstellers.

Ab sofort können sich Besucher ein Bild von der

E-world 2022 machen. Auf der Website der Veranstaltung

informiert der aktualisierte Hallenplan

über teilnehmende Unternehmen, Ausstellungsbereiche

und Programmschauplätze. Detaillierte

Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu

einzelnen Ausstellern sowie das vollständige

Programm auf den Fachforen und in den Konferenzen

finden Interessierte in der digitalen Plattform

E-world Community unter der Webadresse

https://community.e-world-essen.com.

Tickets können im offziellen E-world Ticketshop

sowohl für die Messe als auch für alle Konferenzen

erworben werden.

E-WORLD

ENERGY & WATER 2022

Wichtige Termine

Messetage: 21.-23.6.2022

20. Juni 2022

Führungstreffen Energie

21. Juni 2022

Digitalisierung im Vertrieb

EVUs, Netzbetreiber und

die Klimaneutralität

Wohnungswirtschaft trifft

Wärmelieferanten

22. Juni 2022

Glasfaserforum 2022

Forum Wasserstoff 2022

Energiedienstleistungen

Elektromobilität auf der

Überholspur

... aber der nun angestrebte Sommertermin hat bereits guten Zuspruch bei den Ausstellern gefunden.

23. Juni 2022

Intelligente und flexible

Netze


UMWELTjournal 1/2022 | S28

Staatspreis

Unternehmensqualität

2022

Call for Entries

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und

Wirtschaftsstandort (BMDW) lädt die Quality Austria alle österreichischen

Betriebe zur Teilnahme am Staatspreis Unternehmensqualität

2022 ein. Bis 15. März 2022 können sich Unternehmen

auf www.staatspreis.com bewerben. Die Preisverleihung erfolgt

am 22. Juni 2022 in Wien.

Im Vorjahr ging die VOEST-ALPINE Stahlstiftung

als Siegerin für den Staatspreis Unternehmensqualität

hervor. „Das stetige Streben nach ausgezeichneter

Unternehmensqualität trägt angesichts

dynamischer Marktbedingungen dazu bei, in Bewegung

und wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.

Im Zuge der Teilnahme am Wettbewerb bekommen

die Organisationen ein umfassendes Feedback zu

Stärken und Verbesserungspotenzialen. Dieses

Wissen nutzen sie, um kontinuierlich Verbesserungen

vorzunehmen“, so Franz Peter Walder, Member

of the Board der Quality Austria (siehe Bild), der sich

bereits auf die kommenden Einreichungen freut.

Der Staatspreis Unternehmensqualität wird seit

1996 vom BMDW in Kooperation mit Quality Austria

vergeben und ist die nationale Auszeichnung

für ganzheitliche Spitzenleistungen österreichischer

Organisationen. 2022 lautet das Motto des

Bewerbs „Mit Excellence nachhaltig Sinn stiften

und begeistern“. „Wir legen

den Fokus somit auf

die Frage, was exzellente

Organisationen tun können,

um Menschen vom

Nutzen nachhaltig ausgerichteten

Arbeitens zu

überzeugen“, erläutert

Franz Peter Walder.

Gruppenfoto der Staatspreis-Gewinner aus dem Jahr 2021 mit den Vertretern der jeweiligen Kategorie-

Siegern und den Jury-Preisträgern. Foto: © Anna Rauchenberger

Fünf Kategoriensieger

Der Staatspreis Unternehmensqualität

wird in

fünf Kategorien vergeben:

Großunternehmen,

Mittlere Unternehmen,

Kleine Unternehmen,

Non-Profit-Organisationen

und Organisationen,

die vorwiegend im öf-


2. – 3. APRIL 2022

fentlichen Eigentum stehen. Die Bewertung der

Unternehmensqualität (oder auch der „Exzellenz“

bzw. „Business Excellence“) erfolgt auf Basis des

EFQM Excellence Modells.

Jetzt einreichen und gewinnen

Die Anmeldung für den Staatspreis Unternehmensqualität

2022 erfolgt online über die Website

www.staatspreis.com. Einreichfrist ist der 15.

März 2022. Nach der Registrierung wird mit den

Teilnehmern ein Termin für einen Vor-Ort-Besuch

(Assessment) vereinbart. Termine sind bis 30.

April 2022 möglich. Je nach Organisationsgröße

und Komplexität benötigen die Assessoren (Begutachter)

zwischen einem und drei Tagen, um

in Strategiegesprächen sowie Einzel- bzw. Gruppeninterviews

ein möglichst breites Bild von der

jeweiligen Organisation zu bekommen.

Die Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Medien bestimmt unter allen Einreichungen

bis zu drei Finalisten pro Kategorie. Aus

den Kategorie-Siegern wird schließlich der Gewinner

des Staatspreis Unternehmensqualität gewählt.

Zusätzlich vergibt die Jury für besonders

herausragende Leistungen Sonderpreise.

Preisverleihung in Wien

Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2022 im

Palais Wertheim in Wien durch das Bundesministerium

für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

(BMDW) in Kooperation mit der Quality Austria statt.

Detaillierte Informationen zum Staatspreis Unternehmensqualität

unter www.staatspreis.com.

WWW.E-XPO5020.AT


UMWELTjournal 1/2022 | S30

FH Burgenland

startet

Josef Ressel Zentrum

LiSA

Die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung

steht im Fokus des am 1.2.2022 feierlich er-öffneten

Josef Ressel Zentrums am Standort Pinkafeld der FH

Burgenland. In den nächsten fünf Jahren analysiert das

Team rund um Zentrumsleiterin Doris Rixrath komplexe

integrierte Ener-giesysteme, um diese nachhaltiger und

effizienter zu machen. Partner sind dabei die Energieun-ternehmen

Energie Burgenland und Wien Energie.

Gefördert wird das Zentrum mit knapp 900.000 Euro

von den Unternehmenspartnern und über die Christian

Doppler Forschungsgesell-schaft vom Ministerium für

Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Für die FH Burgenland

ist es das zweite Josef Ressel Zentrum seit ihrer

Gründung und das erste von der CDG genehmigte.

Was im Hintergrund genau passiert, wenn

wir unsere Heizung einschalten oder

das E-Auto aufladen, wissen die wenigsten

von uns. Wichtig ist, dass die Energie in

Form von Strom, Wärme oder Kälte immer dann

verfügbar ist, wenn wir sie brauchen. Die dahinterliegenden

Systeme werden zunehmend komplexer,

zum Beispiel wenn der Konsument über seine

PV-Anlage am Dach auch zum Produzenten wird.

Ebenso wachsen die Anforderungen, die an Energienetze

und demnach die Energieversorger gestellt

werden.

In Österreich werden derzeit 24 Prozent aller

Wohnungen mit Nah-/Fernwärme versorgt, die

Tendenz ist steigend. Thermische Netze können

somit einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung

des Wärme- und Kältesektors leisten.

In Wien und im Burgenland werden solche Netze

bereits betrieben. Das neue Josef Ressel Zentrum

„LiSA“ soll in den nächsten fünf Jahren wesentliche

Erkenntnisse darüber liefern, wie diese Versorgung

mit thermischer Energie aus technischer,

ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht

nachhaltig(er) bewerkstelligt werden kann. Vorrangig

wird dabei mit Computersimulationen und

komplexen Modellierungen gearbeitet.

Für die Simulationen und Berechnungen, die im neuen Josef Ressel Zentrum der

FH Burgenland in den nächsten fünf Jahren durchgeführt werden, wird vor allem

IT Infrastruktur eingesetzt. Am Bild Dr. Leonhard Schneemann – Landesrat für

Wirtschaft und Forschung, Dr.in Margarete Schramböck – Bundesministerin für

Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, DIin DIin(FH) Doris Rixrath – Leiterin des

Josef Ressel Zentrums der FH Burgenland

Energie als entscheidender Faktor

„In der aktuellen Krise sehen wir, die Energieversorgung

ist die Achillesferse Europas. Energie ist

ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit

unseres Landes. Daher unterstützen wir

als Wirtschaftsministerium das neue Josef Ressel

Zentrum hier an der FH Burgenland. Mit seiner

Forschung trägt es maßgeblich zur Bewältigung

der Energiewende bei. Für die Mamutaufgabe ‚Klima-

und Energiewende‘ braucht es einen Schulterschluss

des Bundes, der Länder und Regionen“, so

Wirtschafts- und Forschungsministerin Margarete

Schramböck.


„Unser erklärtes Ziel ist es, das Burgenland als

Forschungsstandort weiter zu stärken. Die Fachhochschule

spielt dabei eine besonders wichtige

Rolle. Forschung passiert hier sehr nah an den

Bedürfnissen der Wirtschaft und gleichzeitig auf

sehr hohem wissenschaftlichen Niveau. Das Josef

Ressel Zentrum in Pinkafeld wird dabei unterstützen,

Antworten auf wichtige Fragen im Energiebereich

zu finden. Zu Gute kommt uns, dass das

Burgenland in Sachen Nachhaltigkeit und bei der

Nutzung erneuerbarer Energieträger schon lange

eine Vorreiterrolle einnimmt. Wir arbeiten daran,

im Burgenland bereits bis 2030 Klimaneutralität

zu erreichen. Die Forscherinnen und Forscher, die

sich am neuen Forschungszentrum engagieren,

werden dabei helfen, noch mehr wichtige Erkenntnisse

zu gewinnen und dieses Ziel zu erreichen“,

sagt Leonhard Schneemann, Landesrat für Wirtschaft

und Forschung.

Nachhaltigkeitsbewertung von komplizierten

Energiesystemen

Fachliche Expertise in Sachen Energie und Umwelt

ist an der FH Burgenland seit 1994 am Studienstandort

Pinkafeld angesiedelt. „Die Forscherinnen

und Forscher an FH Burgenland und Forschung

Burgenland leisten großartige Arbeit und haben

Expertise in Bereichen aufgebaut, die uns alle heute

und noch mehr in Zukunft betreffen. Das Josef

Ressel Zentrum bedeutet für uns die Anerkennung

dieser Kompetenzen und die Möglichkeit, als Partner

regionaler Unternehmen unsere Erkenntnisse

im Sinne des Gemeinwohls zu teilen“, betont FH

Burgenland Geschäftsführer Georg Pehm.

Konkret liegt der Forschungsschwerpunkt im

neuen Josef Ressel Zentrum auf der vernetzten

Systembewertung einer nachhaltigen Energieversorgung,

denn umfassende Bewertungsmethoden

zur technischen, ökologischen, sozialen

und ökonomischen Nachhaltigkeit von thermischen

Energiesystemen fehlen bisher. Um diese

Systeme umfassend zu verstehen und zu bewerten,

werden im neuen Zentrum Methoden zur

technischen Simulation, sowie ökologische, soziale

und ökonomische Lebenszyklusanalysen entwickelt

und eine Anwendbarkeit auf thermische

Energiesysteme abgeleitet.

Wissenstransfer von der Forschung in die Lehre

Das Josef Ressel Zentrum läuft über fünf Jahre.

Leiterin ist die Lehrende und Forscherin Doris

Rixrath, selbst Absolventin der FH Burgenland. Ihr

Fokus liegt daher umso mehr auf dem Wissenstransfer

aus der Forschung in die Lehre: „Jede Art

von Forschungserkenntnis fließt bei uns sehr stark

in die Lehre ein. Für die wissenschaftliche Community

planen wir regelmäßige Publikationen.“ Im

Team fördert das Josef Ressel Zentrum zumindest

drei Dissertationen. Auch seien Studierende in

Form von Masterarbeiten in das Zentrum eingebunden,

so Rixrath. Die von der Christian Doppler

Forschungsgesellschaft und den Unternehmenspartnern

gewährten Fördermittel im Umfang von

knapp 900.000 Euro fließen fast ausschließlich in

Personalkosten, wie die Forscherin erklärt: „Für

unsere Simulationen und Berechnungen brauchen

wir keine teuren Versuchsaufbauten. Wir nutzen

vor allem IT Infrastruktur.“ Der wissenschaftliche

Fokus liegt in der Entwicklung von Methoden zur

Nachhaltigkeitsbewertung.

Ziel der Energieunternehmen: Auslastung und

Effzienz verbessern

Die Energieversorgungsunternehmen Energie

Burgenland und Wien Energie bringen konkrete

Fragestellungen zu ihren regenerativen Erzeugungsanalgen

und Fernwärmenetzen ein und

stellen Verbraucherdaten zur Verfügung. In den

Simulationen können Varianten durchgespielt

werden – mit dem Ziel, Auslastung und Effzienz


UMWELTjournal 1/2022 | S32

Fotos (2) © FH Burgenland

Starke Partner im Sinne der Energiewende. Am Bild von links: Mag. Georg Pehm – Geschäftsführer der FH Burgenland, Dr. Fabian Kesicki -

Leiter Unternehmensentwicklung Wien Energie, DIin DIin(FH) Doris Rixrath – Leiterin des Josef Ressel Zentrums der FH Burgenland, Reinhard

Czerny - Energie Burgenland Finanzvorstand, CDG-Präsident Univ.Prof. DI Dr. Martin Gerzabek

der Anlagen zu optimieren. Geplant ist, den Unternehmen

das nötige Handwerkszeug mitzugeben,

um auf lange Sicht selbst derartige Bewertungen

durchführen zu können.

„Die Energie Burgenland ist auf dem Weg zu einem

europäischen Green Tech Unternehmen. Deshalb

sind wir vorne dabei, wenn die besten Technologien

entwickelt und auf den Prüfstand gestellt

werden – damit wir rasch Lösungen für die drängendsten

Herausforderungen unserer Kundinnen

und Kunden bieten können“, so Energie Burgenland

Finanzvorstand Reinhard Czerny.

„Für ein klimaneutrales Wien 2040 spielt die Fernwärme

eine zentrale Rolle. Damit uns die Wärmewende

gelingt, müssen wir nicht nur an der Dekarbonisierung

unserer Energiequellen, sondern auch

an der Effzienz unserer Systeme arbeiten. Hier im

neuen Josef Ressel Zentrum können wir komplexe

Fragestellungen integriert und maßgeschneidert

bearbeiten. Die Erkenntnisse setzen wir dann im

Feld um“, so Michael Strebl, Vorsitzender der Wien

Energie-Geschäftsführung.

Zu Josef Ressel Zentren

In Josef Ressel Zentren wird anwendungsorientierte

Forschung auf hohem Niveau betrieben, hervorragende

Forscherinnen und Forscher kooperieren

dazu mit innovativen Unternehmen. Für die Förderung

dieser Zusammenarbeit gilt die Christian

Doppler Forschungsgesellschaft international als

Best Practice Beispiel. Josef Ressel Zentren werden

vom Bundesministerium für Digitalisierung

und Wirtschaftsstandort (BMDW) und den beteiligten

Unternehmen gemeinsam finanziert. Mehr

Informationen und auch Präsentationsfolien zum

Zentrum (unter „Eröffnung JRZ LiSA“) finden Sie

auf der Website der FH Burgenland.

FH BURGENLAND KURZPROFIL

Die FH Burgenland Unternehmensgruppe mit

der FH Burgenland und ihren Tochtergesellschaften

(Austrian Institute of Management,

Forschung Burgenland, Akademie Burgenland)

bietet derzeit an zwei Studienzentren

in Eisenstadt und Pinkafeld 12 Bachelor- und

13 Masterstudiengänge an. Derzeit studieren

mehr als 6.700 ordentlich und außerordentlich

Studierende in fünf Departments, nämlich

Wirtschaft, Informationstechnologie, Soziales,

Energie & Umwelt und Gesundheit, sowie in

Masterlehrgängen der akademischen Weiterbildung.

10.000 Absolventinnen und Absolventen

in guten Positionen beweisen die hohe

Ausbildungsqualität.


Kommunikation

und Nachhaltigkeit

Zu den bekanntesten Methoden des Nachhaltigkeitsmanagements

gehören Qualitäts-

und Umweltmanagementsysteme

sowie Umweltaudits. Daneben können Umweltberichte,

Ökobilanzierungen wie auch Risikoanalysen

angeführt werden.

Eine Ausbreitung der marktrelevanten Unternehmensmaßnahmen

an ökologischen und sozial orientierten

Problembereichen gegenwärtiger und

künftiger Kundenpotenziale ist dagegen weniger

gebräuchlich. Die konsequente Umsetzung unternehmerischer

Nachhaltigkeit auf allen Handlungsebenen

stellt eine abteilungsübergreifende

Aufgabe dar, deren Realisierung zwar meist ausgearbeitet

und befürwortet wird, allerdings nur

erfolgreich sein kann, wenn sie in allen essentiellen

Funktionsbereichen eines Betriebs als wertvoller

Auftrag verstanden wird.

In diesem Zusammenhang ist die Unternehmenskommunikation

über eine ressourcenschonende

Wirtschaftsweise von wesentlicher Bedeutung.

Sowohl ökologische als auch sozial-gesellschaftliche

Themenstellungen

haben darin einen hohen

Stellenwert. Zielgerichtete

Informationen

können Entscheidungen

über eine nachhaltige

Entwicklung

innerhalb einer Organisation

stark beeinflussen.

Wesentlich dabei

ist, dass die Auswahl

der Kommunikationsschwerpunkte

bereits

in den konzeptionellen

Überlegungen im

Rahmen eines Projekts

bzw. Prozesses erfolgt.

Die Thematik Nachhaltigkeit wird von jedem Unternehmen

anders gelebt. Zweifellos überwiegen größtenteils die ökonomischen

Aspekte, ihr Stellenwert sollte jedoch immer

aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden.

in Einklang gebracht und als dynamisches System

gesehen werden, zum Nutzen gegenwärtiger wie

auch zukünftiger Generationen.

Genauso wichtig ist es, Nachhaltigkeitsstrategien

und -aktivitäten extern zu kommunizieren,

nicht nur, weil es ein Umweltmanagementsystem

oder -standard fordert. Geschäftspartner erwarten

vielfach, dass Unternehmen zukunftsfähig

wirtschaften und verantwortlich handeln. So sollten

Unternehmen Diskussionen, Rückmeldungen

sowie Kritiken aufmerksam gegenübertreten und

mit den unterschiedlichen Interessensgruppen im

ständigen Austausch bleiben und allfällige Anregungen

ernst nehmen.

Text: Monika Gaisch

Die drei Kategorien hinsichtlich

Nachhaltigkeit,

Ökonomie, Ökologie

und Soziales, müssen


UMWELTjournal 1/2022 | S34

SAP Cloud for

Sustainable

Enterprises

Beim Thema Nachhaltigkeit ist Teamgeist gefragt,

denn Unternehmen und Organisationen können

die Weichen für eine nachhaltigere Zukunft nicht im

Alleingang stellen. Ein dynamisches Partnernetz ist

der beste Weg, um all unsere Nachhaltigkeitsziele

zu erfüllen.

Text: Julia White

Das Thema Nachhaltigkeit hat es vielen

angetan. Für wahrhaft zukunftsfähige Lösungen

bedarf es aber vor allem Knowhow

und in vielen Fällen hoher technischer Kompetenz.

Und diese hat sich SAP auf die Fahnen

geschrieben. „Deshalb arbeiten wir mit Technologieunternehmen,

führenden Nichtregierungsorganisationen

(NROs), Managementberatungsfirmen,

globalen Systemintegratoren, Plattformen

für Nachhaltigkeitsbewertung und Normierungsgremien

zusammen, um die Anforderungen von

Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu verstehen

und Lösungen zu entwickeln, die Ihnen

helfen“, so Julia White ist Chief Marketing and

Solutions Offcer und Vorstandsmitglied der SAP.

Im Rahmen dieser Bemühungen ist die SAP stolz

darauf, viele visionäre Kunden zu unterstützen:

Hitachi beispielsweise nutzt verstärkt erneuerbare

Energiequellen, Colgate investiert in die

Vermeidung von Abfall und Anglian Water setzt

in hohem Tempo eine ganzheitliche, nachhaltige

Geschäftsstrategie um.

„Doch wir helfen nicht nur unseren Kunden, sondern

verstärken auch unser eigenes Engagement

für Nachhaltigkeit. Wir haben angekündigt,

dass wir unser Ziel der Klimaneutralität entlang

unserer Wertschöpfungskette bereits bis 2030

anstatt 2050 umsetzen wollen“, so White weiter.

Damit soll dieses Anliegen 20 Jahre früher als ursprünglich

geplant verwirklicht werden. „Wir sind

auch stolz darauf, dass wir uns in der renommierten

A-Liste des Carbon Disclosure Projects (CDP)

platzieren konnten, in der eine ausgewählte

Gruppe von Unternehmen vertreten ist, die große

Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigeren

Zukunft macht. Außerdem führen wir das 15. Jahr

in Folge die S&P Dow Jones Sustainability Indices

(DJSI) im Softwarebereich an“, sagt White.


Es stehe außer Frage, dass eine Beschleunigung

der unternehmerischen Maßnahmen zur

Förderung der Nachhaltigkeit sich ungemein

positiv auf uns Menschen und den Planeten

auswirken wird. „Wir bei SAP sind der Überzeugung,

dass dieses Handlungsprinzip auch die

größte wirtschaftliche Chance unserer Zeit darstellt.

Dabei ist es falsch Nachhaltigkeit lediglich

als zusätzlichen Kostenfaktor für Unternehmen

zu betrachten, denn sie schafft tatsächlich

einen Wettbewerbsvorteil“, ergänzt White.

Man habe bei SAP auch verstanden, dass Unternehmen

sich zugleich auf ihren ureigenen

Geschäftserfolg und auf nachhaltige Prozesse

konzentrieren müssen. Das bedeute, dass zur

selben Zeit Menschen, der Planet und unternehmerischer

Gewinn gleichermaßen berücksichtigt

werden müssen, sodass die ökologische

Bilanz denselben Stellenwert einnimmt

wie der Umsatz und das Betriebsergebnis. Unternehmen,

die sich auf eine nachhaltige wirtschaftliche

Entwicklung konzentrieren würden,

können ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern,

leichter eine wachsende Zahl an Vorschriften

einhalten und letzten Endes dank neuer Geschäftschancen

anpassungsfähig und erfolgreich

sein.

Fünf Maßnahmen für

nachhaltige Unternehmen

„Wir haben durch jahrelangen Fokus, Investitionen

und Erfahrung im Bereich der Zusammenarbeit

mit Kunden und der Verwaltung unserer

eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen viel gelernt.

2022 besteht dringender Handlungsbedarf: Für

die Menschheit wurde „Alarmstufe Rot“ ausgerufen

– und dabei handelt es sich keinesfalls

um eine Übertreibung. Alle Unternehmen müssen

jetzt aktiv werden“, weiß White.


UMWELTjournal 1/2022 | S36

Da Nachhaltigkeit nicht im Alleingang realisierbar

sei, wolle man bei SAP Erkenntnisse weitergeben.

Zuletzt wurde ein Leitfaden mit fünf

Kern-Maßnahmen für nachhaltige Unternehmen

veröffentlicht. Dies fünf Maßnahmen gelten für

Firmen aller Größen, Branchen und Regionen

sowie für sämtliche Phasen auf dem Weg zum

nachhaltigen Unternehmen.

Dieser neue Leitfaden von SAP soll dafür sorgen,

dass im Unternehmen Strategien auch umgesetzt

werden können und er bietet gleichzeitig

eine klare Roadmap für eine nachhaltigere

Zukunft. Wenn jedes Unternehmen diese fünf

Maßnahmen beherzigt, würde dies dabei helfen,

dass die Geschäftswelt, Branchen und Volkswirtschaften

die positiven Veränderungen anstoßen

können, die dringend notwendig sind.

1. Eine nachhaltige Geschäftsstrategie schaffen

Stellen Sie sicher, dass Nachhaltigkeit eine zentrale

Position innerhalb Ihrer Geschäftsstrategie

einnimmt und alle Unternehmensbereiche einen

Beitrag dazu leisten. Messen Sie Ihren Fortschritt

und berichten Sie über Ihre jährlichen Nachhaltigkeitsergebnisse

auf dem gleichen Niveau wie

über Ihre finanziellen Ergebnisse.

2. Daten zur Nachhaltigkeit in Prozesse und

Netzwerke integrieren

Nutzen Sie Daten zur Nachhaltigkeit für Ihre Geschäftsprozesse,

um nachhaltige und profitable

Entscheidungen zu treffen und die Entwicklung

zu messen. Teilen Sie dann die Daten zu Ihrer

Nachhaltigkeitsleistung – zum Beispiel berechnete

CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch, Recyclingfähigkeit

oder Informationen über den

Personalaufwand – Ihren Lieferanten sowie

Branchenverbänden, Aufsichtsbehörden und

Nichtregierungsorganisationen mit.

3. CO₂- und klimarelevante Emissionen über

das Unternehmen hinweg steuern

Senken Sie Ihre finanziellen und Reputationsrisiken,

indem Sie klimarelevante Emissionen in allen

Teilen Ihrer Wertschöpfungskette bis hin zur

individuellen Produkt- und Serviceebene verfolgen

und steuern.

4. Die Kreislaufwirtschaft fördern und regenerativ

wirtschaften

Orientieren Sie sich an Handlungsprinzipien, bei

denen die Vermeidung, Reduzierung, Wiederverwendung,

Regeneration und das Recycling

von Rohstoffen im Vordergrund stehen, um

Verschwendung zu minimieren und die Einführung

von Kreislaufwirtschaftsprozessen zu beschleunigen.

Es geht darum, nicht nur „weniger

schlecht“, sondern „gut“ zu sein.

5. Menschen entlang der Wertschöpfungskette

Vorrang einräumen

Steigern Sie Ihre soziale Nachhaltigkeit, indem

Sie die Vielfalt, Sicherheit und Menschenrechte

Ihrer Mitarbeitenden respektieren, Lern- und

Wachstumschancen entwickeln und das Potenzial

der Beschaffungsgrundsätze Ihres Unternehmens

nutzen.

Entscheidend bei all diesen fünf Maßnahmen

sei vor allem eine wichtige Komponente: Daten.

„Was man nicht messen kann, kann man nicht

steuern – diese Devise gilt sowohl für Umsatz

und Gewinn als auch für Nachhaltigkeit“, ist

White überzeugt.

Studien von SAP Insights haben jedoch gezeigt,

dass 79 Prozent der Unternehmen mit

der Qualität der Daten unzufrieden sind, die sie

über ökologische Nachhaltigkeit sammeln. Laut

Angaben des Weltwirtschaftsforums setzen lediglich

neun Prozent aller Unternehmen aktiv

Software ein, die Datenerfassung, -analyse und

-berichterstattung zu Maßnahmen in den Bereichen

Umwelt, Gesellschaft und Governance

(ESG) ermöglicht.

SAP Cloud for Sustainable Enterprises gestartet

Seit nunmehr rund 50 Jahren wenden sich

Unternehmen an die SAP, um ihre Geschäftsergebnisse

in verschiedener Art zu messen, zu

steuern und zu optimieren. „Nun geben wir Ihnen

auch die Möglichkeit, Ihre Nachhaltigkeitsergebnisse

zu verfolgen und transparenter zu

gestalten“, ist White stolz.

Um die ökologische Bilanz in einem Unternehmen

oder einer Organisation zu kontrollieren,

benötigen Unternehmen Technologie für Geschäftsprozesse,

mit der sie Daten innerhalb ihrer

durchgängigen Abläufe identifizieren, quantifizieren,

analysieren und auf diese reagieren

können.

Das neue Angebot SAP Cloud for Sustainable

Enterprises liefert zu diesem Zweck ein umfassendes

Portfolio an Lösungen, das es Unternehmen

ermöglicht, ihre Nachhaltigkeitsleistung

ganzheitlich zu steuern.


Und obwohl die Lösung äußerst umfassend ist,

ist das Konzept ganz einfach: Es bietet ein anpassbares

Cloudangebot, eine Lizenz, sachkundigen

Support von der SAP bei der Implementierung

sowie Unterstützung durch unser hoch

qualifiziertes Partnernetz.

Egal, ob Nachhaltigkeitsziele verfolgt werdenen,

Vorschriften zum Thema Nachhaltigkeit

erfüllt werden müssen, Abfallstoffe regeneriert

werden sollen oder eine vielfältige Belegschaft

unterstützt: Die SAP Cloud for Sustainable Enterprises

enthält für all diese Herausforderungen

eine Lösung, die sich positiv auf die Unternehmensentwicklung

auswirken soll.

Nachhaltigkeit bei SAP

SAP arbeitet übrigens auch eifrig an der eigenen

Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit der Managementund

Technologieberatung BearingPoint habe man

jüngst eine Kooperation beschlossen. Damit soll

der ökologische Fußabdruck von Treibhausgasemissionen

ermittelt werden können. Beide Unternehmen

wollen eine zukunftsorientierte Lösung

konzipieren und entwickeln, um Kunden auf dem

Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen.

„Mit der Partnerschaft zwischen SAP und BearingPoint

für eine gemeinsame Entwicklung

bündeln wir zwei große Stärken: BearingPoint

hat umfassende Erfahrung darin, Kunden bei

der Ermittlung von Möglichkeiten zur Emissionsverringerung

und bei der Erreichung von

Nachhaltigkeitszielen zu unterstützen; und SAP

verfügt über Innovationsfähigkeit, eine umfangreiche

Systemlandschaft und ein breites Kundenspektrum.

Als Partner werden wir gemeinsam

die Grenzen des Möglichen neu definieren,

um die Wirtschaft dem Ziel der Klimaneutralität

näherzubringen“, sagt Gunther Rothermel, SVP,

Head of SAP S/4HANA Sustainability, SAP.

Während viele Unternehmen ihre Scope-1- und

Scope-2-Emissionen bereits erfassen und analysieren,

ist es von entscheidender Bedeutung, die

gesamte Wertschöpfungskette inklusive Scope-

3-Emissionen zu berücksichtigen. Dazu müssen

Netzwerke den Datenaustausch mit Partnern wie

Lieferanten, Kunden, Auditoren und Behörden

unterstützen, auch wenn diese unterschiedliche

IT-Systeme einsetzen. SAP Product Footprint Management

baut auf dem fundierten Know-how

von BearingPoint bei der Berechnung des Fußabdrucks

auf Unternehmens- und Produktebene

sowie bei der Verwendung von Algorithmen auf.

Damit unterstützt die Lösung die Datenerfassung

sowie Berechnungen, um den kompletten CO₂-

Fußabdruck und die ökologische Bilanz zu messen.

Die SAP-Lösung ist vollständig in SAP S/4HA-

NA und die intelligente Unternehmensarchitektur

integriert und kann darüber hinaus mit anderen

Datenquellen verknüpft werden. Damit ist es möglich,

den Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette

automatisch zu bewerten, auch

in heterogenen Systemlandschaften.


UMWELTjournal 1/2022 | S38

Nachhaltiges

Kerosin für

die Luftfahrt

Sustainable Aviation Fuels (SAF) gelten als Zukunftstechnologie zur

Dekarbonisierung der Luftfahrt. Noch gelten SAF als zu teuer, doch

eine Analyse der globalen Unternehmensberatung Kearney zeigt,

wie die Kosten für neuartiges, nachhaltiges Kerosin in den nächsten

zehn Jahren auf nur 1 Euro/Liter und damit auf ein wettbewerbsfähiges

Niveau gesenkt werden könnten.

ASustainable Aviation Fuels (SAF) sind ein

wichtiger Baustein, um die Vision vom klimaneutralen

Fliegen möglich zu machen,

doch ihr Einsatz ist (noch) unwirtschaftlich. Abhängig

von der eingesetzten Technologie bewegen

sich die Preise aktuell zwischen rund 0,5 Euro/Liter

bei Speisefett als Ausgangsstoff und 4–5 Euro/

Liter bei Power-to-Liquid-Anlagen (PtL) und sind

somit zwei- bis dreimal höher als die von konventionellem

Kerosin.

„In Kombination mit der sehr geringen Verfügbarkeit

führen diese hohen Preise dazu, dass die Beimischungsquote

für SAF heute weltweit bei nur 0,1

Prozent liegt. Um diese Situation möglichst rasch

zu verbessern, wird in der Europäischen Union

im Rahmen des Gesetzespakets „Fit for 55“ eine

Beimischungsquote von bis zu fünf Prozent bis ins

Jahr 2025 diskutiert, die bis 2050 schrittweise auf

63 Prozent gesteigert werden soll“, sagt Dr. Carsten

Gerhardt, Partner und Nachhaltigkeitsexperte

bei Kearney.

So plant zum Beispiel der Mutterkonzern der Austrian

Airlines, die deutsche Lufthansa, ihre CO2-

Bilanz bis zum Jahr 2030 zu halbieren und weist

dabei explizit auf die Bedeutung von SAF für die

Erreichung dieses selbstgesteckten Ziels hin. Und

auch die gemeinsame IAG (Iberia und British Airways)

peilt eine SAF-Quote von zehn Prozent bis

2030 an.

Aus Strom, CO2 und Wasser wird Kerosin

Heute bereits verfügbare SAF-Mengen bestehen

größtenteils aus sogenanntem „Bio-Kerosin“, das

aus regenerativen, pflanzenbasierten Rohstoffen

hergestellt wird. Bio-Kerosin der ersten Generation

basiert auf Nutzpflanzen wie Raps, Zuckerrüben

oder Sojabohnen und konkurriert dadurch

mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion.

Die zweite Generation dieser Treibstoffe löst das

Problem weitestgehend und baut auf Reststoffe,

wie etwa Hausmüll und Frittierfett, sowie auf

Algen und andere Pflanzenabfälle. Doch auch

diese Rohstoffe sind nur begrenzt verfügbar und

können ebenfalls für andere Anwendungen, wie

beispielsweise die Fernwärmeerzeugung, verwendet

werden.

Die meisten Experten sind sich daher einig, dass

zur Erreichung der oben beschriebenen Ziele

vor allem der großflächige Einsatz synthetischen

Kerosins auf Basis des Power-to-Liquid-Verfahrens

(PtL) notwendig ist. Diese SAF der 3. Generation

werden mit bereits erprobten chemischen

Prozesstechnologien aus den Grundstoffen

CO2 und Wasser unter Einsatz von Elektrizität

erzeugt. Dr. Sumit Mitra, Partner bei Kearney:

„Der Preis für konventionelles (fossiles) Kerosin

liegt aktuell bei ca. 0,50 Euro/Liter. Wir gehen

davon aus, dass die Kosten der PtL-SAF-Produktion

2030 bei etwa 1 Euro/ Liter liegen können,

sofern entsprechend hohe Produktionsmengen


Foto © Kearney / shutterstock

erreicht werden und die niedrigen Strompreise

in sonnen- oder windreichen Regionen wie Australien,

Chile oder Saudi-Arabien genutzt werden.

Eine Produktion in Deutschland oder Österreich

führt hingegen aufgrund der strom- und

energieintensiven Prozesse zu deutlich höheren

Kosten pro Liter SAF.“

Durch die erwartete Erhöhung des CO2-Preises

im Europäischen Emissionshandel (EU-ETS)

von heute 60 Euro pro Tonne auf 130 Euro bis

2030 wird die Kostenlücke zwischen SAF und

konventionellem Kerosin zwar weiter verringert,

aber nicht vollständig geschlossen. „Unter der

Annahme, dass Fluggesellschaften und ihre Kunden

bereit sind, für nachhaltige Kraftstoffe einen

Kostenaufschlag von 10 bis 20 Prozent zu akzeptieren,

können SAF schon in zehn Jahren eine

wirtschaftlich sinnvolle Alternative sein“, so Dr.

Philipp Bensel, Partner bei Kearney.

Erste Pilot-Projekte sind bereits in Entwicklung

Die ersten Schritte in diese Richtung werden bereits

gesetzt, denn Anfang Oktober 2021 wurde

im Emsland in Deutschland die weltweit erste

Produktionsstätte für Power-to-Liquid-SAF in Betrieb

genommen. Zu den Partnern der durch die

von der Klimaschutzorganisation Atmosfair betriebenen

Anlage gehören unter anderem die

Unternehmen Lufthansa, Siemens und EWE.

„Auch wenn die Produktionsmenge der Anlage

mit einer Tonne pro Tag noch begrenzt ist (dies

entspricht circa zwölf Flugminuten eines Airbus

A350), so werden doch wichtige Erkenntnisse für

die weitere Skalierung und Implementierung der

Technologie erwartet“, so Bensel abschließend.

Fazit: Nachhaltige Luftfahrt ist möglich. Es bedarf

aber großer Antsrengungen der Fluggesellschafen

und die nötigen Rahmenbedingungen.


UMWELTjournal 1/2022 | S40

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen

2022 TITEL ORT* ANBIETER

Anmeldungen

möglich

Anmeldung

möglich

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Energie- und Umweltmanagement

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Pinkafeld

Pinkafeld

FH Burgenland

FH Burgenland

10.03. Zertifizierung zum Umweltmanagementbeauftragten Linz WIFI Oberösterreich

09.03. – 11.03.

Umweltmanagementbeauftragte/-r (UMB) –

Modul 3: Umsetzung in der betrieblichen Praxis

Wien

WIFI Wien

14.02. – 16.02. Umweltmanagementsysteme Online Quality Austria

02.03. – 03.03. Integriertes Managementsystem – Arbeitssicherheits- und Umweltrecht Online Quality Austria

04.04. – 06.04. Integriertes Managementsystem – Methoden und Werkzeuge Online Quality Austria

auf Anfrage Prüfung Systembeauftragte*r Umwelt Online Quality Austria

14.11. – 17.11. Abfallbeauftragte*r Linz Quality Austria

06.04. – 07.04. Energiemanagement Wien Quality Austria

Im E-Paper/PDF klicken Sie für weitere Informationen einfach auf die Ausbildung oder den Veranstalter.

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IMPRESSUM

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Medieninhaber: Markus Jaklitsch, Peter Nestler

Herausgeber: Peter Nestler

Redaktion: Peter Nestler

Grafik: nes2web

Hameaustraße 44, 1190 Wien, Austria

E-Mail: redaktion@umwelt-journal.at

https://umwelt-journal.at

Das UMWELT JOURNAL erscheint 6 x jährlich.

Zusätzlich: E-Paper, Website, Newsletter, Specials

Unsere Mediadaten finden Sie hier.


Das Buch zur

Ressourcenwende

Hubert Rhomberg fungiert erneut als Herausgeber: Das neue

Buch „Grüne Wahrheiten“ von Friedrich Schmidt-Bleek will einen

Weg aus der Klimakrise weisen. Und er nimmt besonders

die Baubranche in die Pflicht.

Das neue Buch „Grüne Wahrheiten“

liefert Antworten zur Klimakrise und oft

überraschende Einsichten.

FACTBOX

Schmidt-Bleek | Zimmer | Kühr | Rhomberg

(Hrsg.)

Grüne Wahrheiten

Das Buch zur Ressourcenwende

2021, 188 S., 14. Abb., davon 11 in Farbe

Softcover € 24,99 (D) | € 25,69 (A) | sFr

28.00 (CH)

ISBN 978-3-662-63686-2

Auch als eBook verfügbar

„Ohne ihn würde es das Unternehmen

Cree und auch Rhomberg Bau als nachhaltigen

Vorreiter so heute nicht geben“,

erinnert sich Bauunternehmer Hubert

Rhomberg an Friedrich Schmidt-Bleek.

Der renommierte deutsche Umweltforscher,

Freund und langjährige Impulsgeber

Rhombergs verstarb im Juni 2019 nach

langer Krankheit. „Daher war es für mich

eine Ehre und selbstverständlich, sein letztes

Buch zu ermöglichen und gemeinsam

mit Manuela Zimmer und Harald Kühr als

Herausgeber dafür zu sorgen, dass sein

geistiges Erbe weiterlebt.“ Dieses letzte

Werk, „Grüne Wahrheiten“ tituliert, ist nun

im Springer-Verlag erschienen.

In dem Sachbuch hält Schmidt-Bleek der

Menschheit die tickende Ressourcen- und

Klima-Uhr vor Augen. Denn, die Weltbevölkerung

steht vor einem Scheidepunkt:

Schafft sie es, sich den globalen Herausforderungen

für eine erfolgreiche Klimawende

zu stellen? Folgt man den Visionen

des Autors, hat die Menschheit noch eine

Chance, die Erde zu retten.

Einen Beitrag dazu liefert auch Rhomberg,

der in einem eigenen Kapitel für „Grüne

Wahrheiten“ einen Blick auf die Bauwirtschaft

wirft und aufzeigt, mit welchen Lösungsansätzen

die Branche hin zu einem

ressourcenschonenden, in Kreisläufen

denkenden und nachhaltigen Bauen kommen

kann. „Die auslösenden und entscheidenden

Fragen, die zu den Erkenntnissen

in diesem Kapitel geführt haben, wurden

mir allesamt von Friedrich ‚Bio‘ Schmidt-

Bleek gestellt“, verneigt sich Rhomberg

nochmals vor dem Vater der deutschen

Umweltforschung.

Insgesamt präsentiert das Buch Schmidt-

Bleeks über Jahrzehnte verfeinertes und

vorsorgendes Ökologiekonzept, in dem

er eine gesamtgesellschaftliche Transformation

und Ressourcenwende für möglich

hält. Der weltweit als Pionier der Ressourcenwende

anerkannte Experte betrachtet

sämtliche Auslöser einer Klimakrise

und ihre Umwelt zerstörenden Bereiche,

schließlich zeigt er ineinandergreifende

Wirkungszusammenhänge auf. Er ist davon

überzeugt, dass eine verantwortungsbewusste

Politik mit klaren Zielen und mit

richtungssicheren sozialen, ökologischen

und wirtschaftlichen Indikatoren eine Ressourcenwende

einläuten kann.

Der Autor und Gründer des ‚Faktor 10 Instituts‘

sieht in der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs

um den Faktor zehn

einen zentralen Hebel: die Bewältigung

der Klimakrise und Beendigung der Umweltzerstörung

in der qualitativen Veränderung

der Ressourcenabhängigkeit von

Produkten und Dienstleistungen werden

so möglich. Ein entsprechend entwickeltes

Konzept, MIPS (Material-Input pro Serviceeinheit),

ermöglicht es, den Ressourcenverbrauch

im Lebenszyklus von Produkten

und Dienstleistungen berechenbar

und damit veränderbar zu machen. Nur so

werde, seiner Ansicht nach, der Weg zu

zukunftsfähigen und zugleich auch nachhaltigen

Produkten gangbar.


Die Welt der

nachhaltigen

Logistik

• logistik-express.com

• umwelt-journal.at

• binnenschiff-journal.at

• mobilitaet.business

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