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Alnatura Magazin März 2022

Alles für den Bio-Landbau // Gesellschaft: Tierwohl heißt Verantwortung // Lasst uns kochen: Die persische Küche entdecken

Alles für den Bio-Landbau // Gesellschaft: Tierwohl heißt Verantwortung // Lasst uns kochen: Die persische Küche entdecken

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März 2022

ISSN 1612-7153

Gesellschaft

Tierwohl heißt

Verantwortung

Lasst uns kochen

Die persische

Küche entdecken

Alles für den

Bio-Landbau


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Die klimaneutrale

Mühle*

Kompostierung von

Dinkelspelz

Blick auf weitere Klimamaßnahmen

Plan Vivo Projekt

in Nicaragua

Photovoltaikanlage

Umstellung auf vollelektrischen

Fuhrpark

Fernwärme aus

Biogas-Anlage

Lade-Infrastruktur

auf Firmengelände

Regionale Wiederaufforstung

*zertifiziert durch KlimAktiv – register.klimaktiv.de

Home-Office-Angebot

www.bauckhof-muehle.de

Das tun wir in der Bauckhof Mühle,

um unseren Fußabdruck klein zu

halten, Emissionen zu kompensieren

und unseren Beitrag zum Klimaschutz

zu leisten!

Und hier kannst

du mehr erfahren!


MÄRZ 2022

Ab sofort finden Sie

ausgewählte Beiträge auch im

Alnatura Magazin Online!

Seite 22

Alnatura bewegt

Mit der Schäferfamilie

Schenk in der Oberpfalz

Seite 56

Interview

Alnatura trifft Klimaaktivistin

Lea Nesselhauf

von GermanZero

4 Aktuelles von Alnatura

16 Alles über … Hülsenfrüchte

18 Kochen mit Hülsenfrüchten

28 Zu Besuch beim Weingut Brand

34 Gesellschaft Weideschuss

40 Zu Besuch bei Pumpkin Organics

44 Baby und Kleinkind Unterwegs mit Baby

48 Zu Besuch bei Holle

52 Aktuelles aus Bio-Welt und Gesellschaft

54 Lust auf Kultur Wandmalerei

58 Voschau, Impressum

Seite 6

Lasst uns kochen

Persische Küche

Liebe Kundinnen und Kunden,

Prof. Dr. Götz E. Rehn,

Gründer und

Geschäfts führer Alnatura

die gegebene natürliche Wirklichkeit ist

komplex und kompliziert. Wir Menschen

verändern sie in immer größerer Geschwindigkeit

und schaffen eine neue, »künstliche«

Wirklichkeit. Sie besteht für sich und

durchdringt und verwandelt die natürliche

Realität. Es gibt kaum einen Vorgang, eine

Maschine, einen Prozess, ein Programm,

das wir – ohne fachkundig auf dem jeweiligen

Gebiet zu sein – selbst erkennen könnten.

Die Welt ist von sich aus komplex und wir

haben sie durch unsere Handlungen noch

komplizierter und damit undurchschaubarer

gemacht.

Gerade derzeit ist es jedoch wichtig,

den Zusammenhang zwischen den verschiedenen

Phänomenen zu erkennen. Wir nehmen

ein Phänomen wahr, erfassen es mit unserem

Verstand und formulieren einen Begriff dafür.

Mit viel Scharfsinn »zerlegen« wir die Wirk lichkeit

in Einzelbegriffe. Wenn wir die Lebensverhältnisse

auf der Erde neu und nachhaltig

umgestalten wollen, müssen wir aber das

Ganze ins Auge fassen und die Einzelbegriffe

in einen Gesamtzusammenhang bringen.

Diese verbindende gedankliche Tätigkeit

ist Aufgabe der Vernunft.

Ich bin davon überzeugt, dass angesichts

der vielen Herausforderungen auf wirtschaftlichem,

sozialem, künstlerischem und wissenschaftlichem

Feld der Vernunft die bedeutendste

Rolle zukommt. Nur wenn wir das Ganze zu

begreifen streben, können wir vernünftige,

das heißt sinnvolle Verhältnisse gestalten.

Mit besten Grüßen

Alnatura Magazin März 2022

3


Aktuelles

von Alnatura

Alnatura als

Top Company 2022

ausgezeichnet

Wir freuen uns sehr, von der Arbeitgeber-Bewertungs plattform

kununu als Top Company 2022 ausgezeichnet worden zu sein.

Damit gehören wir zu den fünf Prozent der beliebtesten Unternehmen

Deutschlands. Das Besondere: Das Siegel wird nicht von

einer Jury, sondern ausschließlich auf Basis von Mitarbeitenden-

Bewertungen vergeben, die auf kununu abgegeben wurden*.

Laut kununu liegen wir mit 3,8 von 5 Sternen deutlich höher als

der Durchschnitt der Branche Handel, welcher bei 3,3 Sternen

liegt. 82 Prozent der Bewertenden würden Alnatura als Arbeitgeber

weiterempfehlen. Deshalb ein großes Dankeschön an

unsere jetzigen und ehemaligen Mitarbeitenden, die Alnatura

so wertschätzend bewertet haben. Wir nehmen diese Auszeichnung

als Motivation, in Zeiten des Wandels weiterhin eine so

bunte und lebendige Arbeitsgemeinschaft zu bleiben.

* Informationen zu den zu erfüllenden Kriterien können hier nachgelesen werden:

arbeitgeberportal.kununu.com/top-company-siegel-box/

Werden Sie Teil unserer

Arbeitsgemeinschaft – jetzt bewerben

auf alnatura.de/mitarbeit

Testpaket gewinnen

Werden Sie Mitglied bei Mein Alnatura

und melden Sie sich für unser Gewinnspiel

an, bei dem wir 20 Produkttestings

zum Thema Osterbrunch verlosen.

So können Sie mitmachen: Registrieren

Sie sich für die Teilnahme am Gewinnspiel in unserem Mitgliederbereich

und mit ein bisschen Glück erhalten Sie eines von

20 Produkttest-Paketen. Diese beinhalten eine

Alnatura Produktauswahl aus Haferdrink,

Früchtemüsli, Frucht aufstrich Erdbeere mit

Agavendicksaft, Schoko-Nuss-Aufstrich

und Orangensaft, die Sie nach Herzens lust

testen und ausprobieren können. Wir

freuen uns über Ihr anschließendes

Feedback und Ihre Bewertung.

Jetzt mitmachen unter alnatura.de

Wir wünschen Ihnen viel Glück!

Neu

Drei unserer beliebten Bio-Produkte sind nun auch im

praktischen Mehrweg-Pfandglas erhältlich. Kichererbsen

und Mais haben sogar Demeter-Qualität. Alle

drei Produkte sind bereits vorgekocht und damit direkt

verzehrfertig. Sie schmecken als Beilagen oder aromatische

Zutaten in Aufläufen, Suppen oder Salaten.

Das Mehrwegglas kann im Pfand kreislauf bis zu 50-mal

wiederverwendet werden – ein in no vativer und wichtiger

Schritt zur Reduzierung

von Ver packungsmüll.

4 Alnatura Magazin März 2022

Jetzt registrieren


Neu

Knabberspaß

für die Kleinen

Ab sofort gibt es bei uns zwei neue Alnatura Kekssorten

für Kleinkinder: Die Hafer-Kakao­ Kekse in niedlicher

Tierform dürfen sich Kinder ab drei Jahren schmecken

lassen. Sie sind nur mit Bananen flocken gesüßt. Die

Hafer-Dinkel-Herzen mit Himbeer flocken sind mit

Agaven dicksaft gesüßt und für Kinder ab einem Jahr

geeignet. Beide haben Bioland-Qualität.

Gewinnspiel

Gewinnen Sie bei unserem Alnatura

Online-Gewinnspiel eines von acht

Gewinnpaketen (bestehend aus je einem

Ostheimer Holzbauernhof und Alnatura

Bio-Snacks) im Wert von je rund 300 Euro.

Teil nahme schluss ist der 31. März 2022.

Wir wünschen Ihnen viel Glück!

Alle Infos rund ums

Gewinnspiel finden

Sie hier und unter

alnatura.de/gewinnspiel

Alnatura Gemüsesäfte

jetzt aus samenfesten Sorten

Seit der Ernte 2021 setzen wir nur noch samenfeste Gemüsesorten

für unsere feldfrisch verarbeiteten Karotten-, Gemüse- und Rote-Bete-

Direktsäfte ein. Wir möchten dazu beitragen, die Vielfalt der Gemüsesorten

zu erhalten. Samenfest ist eine Pflanzen sorte immer dann, wenn aus ihrem

Saatgut eine gleiche, ver meh rungs fähige Pflanze nach wächst. Im Gegensatz

dazu muss herkömmliches Hybridsaatgut jedes Jahr neu von spezialisierten

Saatguterzeugern erworben werden. Nach Einschät zung der Welternäh rungsorgani

sation FAO gingen in den vergan genen hundert Jahren 75 Prozent der

Sortenvielfalt bei Kulturpflanzen verloren. Der Einsatz von samenfestem

Saatgut sorgt für den Erhalt beziehungsweise den Wiederaufbau der Artenvielfalt.

Stammt das samenfeste Saatgut aus Bio-Landbau, sichert es zudem

den Erhalt gesunder und fruchtbarer Böden – und das hilft Mensch und

Natur gleichermaßen.

Stärkung für hungrige

Entdeckerinnen und Entdecker

Von Anfang an ein Leben lang – Alnatura begleitet

kleine Abenteurerinnen und Abenteurer auf Entdeckungstour.

Ob Familienausflug, Spiel platz

oder Wald-Picknick: Für den großen Draußen­

Hunger gibt es die besondere Alnatura

Bio-Qualität auch für unterwegs. Alnatura

steht für einfache Rezepturen, Zutaten vorzugsweise

in Bio-Verbandsqualität, schonende

Verarbeitung und einen möglichst sparsamen

Umgang mit Salz und Zucker. Mehr unter

alnatura.de/baby

Alnatura Magazin März 2022

5


Adasi –

gelber Linseneintopf

Nân-e Barbari –

warmes Fladenbrot

Gebackener Lachs

in Joghurtmarinade

Tahdig –

duftender Reis

mit Kruste

6 Alnatura Magazin März 2022


LASST UNS KOCHEN

Bulgursalat mit

Kräutern und Feta

Mast o Esfenaj –

Spinat-Joghurt-Dip

Rote-Bete-Salat mit

gerösteten

Kichererbsen

Shole Zard –

Reispudding mit Safran

Persische

Küche

Schnell und einfach zubereitet

Alnatura Magazin März 2022

7


LASST UNS KOCHEN

Dilek (links) und Eda haben

bei Alnatura am Marheinekeplatz

in Berlin-Kreuzberg

alles für die Kochsession

bei Ezgi besorgt.

Die persische Küche ist

vielfältig: Da treffen

Safran auf Rosinen,

Granatapfel auf Butter, es gibt

viel Reis, Zimt, Kurkuma und

Spinat sowie alle Arten von

Hülsenfrüchten – Linsen jeder

Couleur und immer wieder

Kichererbsen. Persisch bekocht

und inspiriert werden Sie in

dieser Ausgabe des Alnatura

Magazins von den Mach erinnen

des Foodblogs Ischta, mit denen

wir zusammen gekocht haben.

Guten Appetit oder, wie man

auf Persisch sagt,

(ausgesprochen »nush-e jan«).

»Wir lieben

die große Auswahl

an Hülsenfrüchten

bei Alnatura. Das fühlt

sich nach zu Hause an.«

Ezgi und Eda Polat

Die Foodblogerinnen lassen sich gerne von den verschiedenen

Esskulturen Berlins inspirieren. Ischta ist vom türkischen Wort

»iştah« abgeleitet und bedeutet Appetit!

MIT ISCHTA DIE PERSISCHE KÜCHE ENTDECKEN

Ischta ist ein Foodblog mit Tausenden Followerinnen und Followern.

Dahinter stehen die beiden Schwestern Ezgi und Eda Polat und

Dilek Topkara vom Café Dilekerei in Berlin. Alle drei sind nicht nur

große »Food Lover«, wie sie auf ihrem Blog schreiben, sondern

auch mit einer zweiten Kultur im Blut aufgewachsen: Ihre Eltern

verschlug es irgendwann aus der Türkei nach Berlin, wo Ezgi, Eda

und Dilek noch immer (sehr gerne) leben. Dilek in Schöneberg,

Ezgi und Eda in Kreuzberg, im Bergmannkiez. Wer hier aufwächst,

wie Ezgi und Eda betonen, der wächst eigentlich mit noch viel

mehr Kulturen gleichzeitig auf. Ein Blick aus dem Fenster von Ezgis

Wohnung am quirligen Mehringdamm lässt an der Aussage keinen

Zweifel – ob Turkish Delights, Börek, libanesische, levantinische

oder indische Delis oder Restaurants: Der Mix auf der Straße ist

ungefähr der, der einst die Vielvölkerküche prägte.

Mehr Infos unter ischta.com und dilekerei.com

8 Alnatura Magazin März 2022


LASST UNS KOCHEN

Bulgursalat

mit Kräutern und Feta

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

200 ml Wasser + 1 EL zum Anrühren

100 g Bulgur

½ Apfel

½ Granatapfel

1 Bund Koriander

1 Bund Petersilie

1 EL Mandeln gehobelt

1 EL Tomatenmark

1 Zitrone

50 ml Granatapfelsaft

2 EL Olivenöl

1 TL Meersalz

½ TL schwarzer Pfeffer gemahlen

100 g Feta

Zubereitungszeit: 20 Min.

Nährwerte pro Portion:

Energie 540 kcal, Eiweiß 19 g,

Fett 24 g, Kohlenhydrate 55 g

ZUBEREITUNG

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen,

Bulgur waschen und hinzugeben. Bei geringer

Temperatur 10 Min. köcheln lassen.

Inzwischen den halben Apfel entkernen

und in dünne Scheiben schneiden. Kerne

aus dem halben Granat apfel herauslösen.

Koriander und Petersilie waschen und grob

hacken. Mandeln kurz in einer kleinen

Pfanne anrösten und beiseitestellen.

Tomatenmark mit 1 EL Wasser verrühren

und mit dem Bulgur vermischen, bis dieser

eine gleichmäßige rote Färbung bekommt.

Zitrone halbieren und auspressen, Saft mit

Granatapfelsaft und Olivenöl verrühren und

gut unter den Salat mischen. Mit Salz und

Pfeffer würzen. Apfelscheiben, Granatapfelkerne

und Kräuter unterheben. Feta

zerbröseln und mit den Mandeln ebenfalls

zum Salat geben.

Um möglichst einfach an die

Granatapfelkerne zu kommen,

Granatapfel mit leichtem Druck auf der

Arbeitsplatte rollen. Deckel und Boden

mit einem scharfen Messer abschneiden,

längs entlang der vom Deckelabschnitt

sichtbaren Trennwände einschneiden,

dann den Granatapfel in Stücke brechen

und Kerne herauslösen. Noch

unkomplizierter geht es mit den

tiefgefrorenen Granatapfelkernen

von Alnatura.

Alnavit

Granatapfelsaft

Kourellas

Feta Natur

Alnatura Magazin März 2022

9


LASST UNS KOCHEN

»In der persischen Küche

kommt ganz viel Joghurt vor:

als Getränk oder als

variantenreicher Dip.«

Dilek Topkara

Mit Fladenbrot

servieren

10 Alnatura Magazin März 2022


LASST UNS KOCHEN

Mast o Esfenaj –

Spinat-Joghurt-Dip

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

1 Knoblauchzehe

300 g Spinat

1 EL Olivenöl + 1 TL zum Garnieren

250 g Joghurt

1 TL Meersalz

2 Prisen schwarzer Pfeffer gemahlen

1 EL Walnusskerne

5 Stängel Dill

ZUBEREITUNG

Knoblauchzehe schälen und fein

hacken. Spinat waschen und klein

schneiden. In einer Pfanne Öl erhitzen

und Knoblauch und Spinat darin

anschwitzen. Anschließend

beiseitestellen.

Joghurt in eine Schüssel geben, mit Salz

und Pfeffer glatt rühren und den Spinat

dazugeben. Spinat-Joghurt-Dip 15 Min.

kalt stellen.

In der Zwischenzeit Walnusskerne

hacken und in einer Pfanne bei

schwacher Hitze kurz anrösten. Dill

waschen und grob hacken.

Den Spinat-Joghurt-Dip mit Dill und

Walnusskernen garnieren und mit

Olivenöl beträufeln.

Zubereitungszeit:

10 Min. + 15 Min. Ruhezeit

Nährwerte pro Portion:

Energie 201 kcal, Eiweiß 10 g,

Fett 13 g, Kohlenhydrate 8 g

Alternativ zum frischen

Spinat kann auch tiefgekühlter

Spinat verwendet werden.

Natural Cool

Blattspinat

(tiefgekühlt), in

Demeter- Qualität

Berchtesgadener

Land

Cremiger Bio-

Joghurt 3,5 %

laktosefrei

Nân-e Barbari –

warmes Fladenbrot

ZUTATEN FÜR 2 STÜCK

375 ml warmes Wasser

1 Pck. Trockenhefe

250 g Weizenmehl Type 1050

+ 3 EL zum Arbeiten und

Bepinseln

250 g Dinkelmehl Type 1050

1 TL Meersalz

1 EL Rohrzucker

1 TL Sonnenblumenöl nativ

1 EL Sesam ungeschält

ZUBEREITUNG

250 ml warmes Wasser in eine Schüssel

geben, Hefe darin auflösen und 5 Min.

ruhen lassen. Weizenmehl, Dinkelmehl,

Salz und Zucker hinzugeben und 5 Min.

zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

Diesen auf einer leicht bemehlten

Arbeitsfläche nochmals 1 Min. kneten.

Schüssel mit Sonnenblumenöl einfetten,

den Teig hineinlegen, mit einem Küchentuch

abdecken und 1 Std. gehen lassen.

2 EL Weizenmehl und 125 ml Wasser in

einen kleinen Topf geben und unter ständigem

Rühren auf niedriger Hitze andicken.

Beiseitestellen und abkühlen lassen.

Teig in 2 gleich große Stücke teilen und

jeweils mit leicht gefetteten Fingern

auf einem mit Backpapier ausgelegten

Backblech oval ausbreiten. Erneut mit

einem Küchentuch abdecken und an

einem warmen Ort 1 Std. ruhen lassen.

Ofen auf 170 °C Umluft vorheizen.

Finger spitzen in den abgekühlten Mehl­

Wasser-Anstrich tunken und die Teiglinge

so ausbreiten, dass beide 1–1,5 cm

dick sind. Mit dem Rest des Anstrichs

bepinseln und nach Belieben mit Sesam

bestreuen. Im Ofen 20–25 Min. goldbraun

backen. Brote aus dem Ofen

nehmen und warm servieren.

Zubereitungszeit: 20 Min. +

2 Std. Ruhezeit + 25 Min. Backzeit

Nährwerte pro Stück:

Energie 941 kcal, Eiweiß 34 g,

Fett 8 g, Kohlenhydrate 176 g

PrimaVera

Weizenmehl

Type 1050,

in Demeter-

Qualität

PrimaVera

Dinkelmehl Type

1050, in Demeter-

Qualität

Dugh – erfrischendes

Joghurtgetränk

ZUTATEN FÜR 4 GLÄSER À 250 ML

500 g Joghurt

500 ml Wasser

1 TL Meersalz

4 Stängel Minze + etwas zum

Dekorieren

Eiswürfel

ZUBEREITUNG

Joghurt, Wasser und Salz in eine große

Schüssel geben und mit einem

Handrührgerät oder einem Schneebesen

verrühren. Minze fein hacken und

untermengen.

Das Joghurtgetränk in mit Eiswürfeln

gefüllte Gläser gießen, mit Minzblättern

dekorieren und servieren.

Zubereitungszeit: 5 Min.

Nährwerte pro Glas:

Energie 91 kcal, Eiweiß 5 g,

Fett 5 g, Kohlenhydrate 6 g

Viele eiweißreiche

Rezepte von

Alnatura rund

um Hülsenfrüchte

und

Co.: Pinterest-

App öffnen,

den bunten

Pincode

scannen und

loskochen.

Alnatura Magazin März 2022

11


LASST UNS KOCHEN

Tahdig –

duftender Reis mit Kruste

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

300 g Himalaya-Basmatireis

1 TL Meersalz

½ Pck. Safranfäden

600 ml Wasser

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

60 ml Olivenöl

60 g Sauerrahmbutter

¼ Granatapfel

3 Stängel Koriander

ZUBEREITUNG

Reis in eine Schüssel geben und mit so

viel Wasser aufgießen, dass es einige

Zentimeter über dem Reis steht. Etwas

Salz hinzufügen und 1 Std. einweichen.

Anschließend gut abtropfen lassen.

Safranfäden 10–15 Min. in 100 ml

heißem Wasser ziehen lassen, bis sich

dieses gelb färbt.

Zwiebel und Knoblauchzehen schälen

und klein schneiden. Öl in einen

beschichteten Topf geben und Zwiebel

sowie Knoblauch darin anschwitzen.

Reis und ½ TL Salz hinzufügen und

weitere 3 Min. unter ständigem Rühren

anbraten.

500 ml Wasser zum Kochen bringen,

den angebratenen Reis hinzufügen

und bei niedriger Temperatur 6–7 Min.

bissfest kochen. Anschließend

abseihen.

Butter in einem beschichteten Topf

erhitzen und die Innenseiten des

Topfes damit bestreichen. Safran

samt Einweichwasser hinzufügen und

den gekochten Reis gleichmäßig auf

dem Boden des Topfes verteilen. Ein

Tuch zwischen Topf und Deckel

klemmen und den Reis bei niedriger

Temperatur 30 Min. garen. In zwischen

Kerne aus dem Granatapfel

herauslösen, Koriander waschen und

grob hacken. Fertigen Reis auf einen

Teller stürzen und mit Granatapfelkernen

sowie Koriander garnieren.

Zubereitungszeit: 15 Min. + 1 Std.

Ruhezeit + 40 Min. Kochzeit

Nährwerte pro Portion:

Energie 526 kcal, Eiweiß 7 g,

Fett 27 g, Kohlenhydrate 62 g

Alternativ zum Koriander kann der

Reis mit Dill oder Petersilie verfeinert

werden. Wer es noch fruchtiger

mag, fügt außerdem Rosinen oder

Berberitzen hinzu.

12 Alnatura Magazin März 2022


LASST UNS KOCHEN

»Ob nun Reis, Fleisch oder Fisch –

viele Gerichte der persischen

Küche kommen aus dem Ofen.«

Dilek Topkara

Gebackener Lachs

in Joghurtmarinade

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

320 g Lachsfilets (tiefgekühlt)

1 Limette

1 Knoblauchzehe

1 TL Harissa

½ TL Paprika edelsüß

½ TL Kurkuma gemahlen

150 g Joghurt

2 EL Olivenöl

1 TL Meersalz

½ TL schwarzer Pfeffer

gemahlen

3 Stängel Koriander

ZUBEREITUNG

Lachsfilets über Nacht im Kühlschrank

auftauen lassen. Limette waschen,

halbieren und von einer Hälfte den Saft

auspressen; die übrige Hälfte in Scheiben

schneiden. Knoblauch schälen und fein

hacken. Mit Harissa, Pap rikapulver und

Kurkuma vermischen und mit etwas

Limettensaft, Joghurt und Olivenöl zu

einer Marinade verrühren.

Lachsfilets waschen und trocken tupfen.

Mit Salz und Pfeffer würzen und

auf ein Backpapier legen. Joghurtmarinade

auf den Fisch geben, Limettenscheiben

dazulegen und 30 Min.

ziehen lassen. Koriander waschen und

grob hacken.

Backpapier so falten, dass ein Päckchen

entsteht. Darauf achten, dass die Filets

nicht zu eng zusammenge drückt werden.

Auf ein Backblech oder in eine Auflaufform

legen und 20–25 Min. im Ofen bei

180 °C Ober-/Unterhitze garen. Aus dem

Ofen nehmen, mit Koriander bestreuen

und mit oder ohne Backpapier servieren.

Zubereitungszeit:

10 Min. + Auftauzeit über Nacht

+ 30 Min. Ruhezeit + 25 Min. Backzeit

Nährwerte pro Portion:

Energie 497 kcal, Eiweiß 36 g,

Fett 34 g, Kohlenhydrate 8 g

Casolare Bio

Olivenöl nativ

extra naturtrüb

Biopolar

Irischer Lachs mit Haut

(tiefgekühlt), Naturlandzertifiziert

Pural

Harissa,

in Demeter-

Qualität

Alnatura Magazin März 2022

13


LASST UNS KOCHEN

Rote-Bete-Salat

mit gerösteten Kichererbsen

»Die Flüssigkeit der Kichererbsen,

Aquafaba genannt, nicht

wegschütten! Sie eignet sich

hervorragend, um vegane

Schlagcreme herzustellen.«

Dilek Topkara

Ein Rezept für eine vegane

Schlagcreme mit Crumble finden

Sie unter alnatura.de/rezepte

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

350 g Kichererbsen (im Glas)

4 EL Olivenöl

1 TL Ras el Hanout

2 Bund glatte Petersilie

1 Zitrone

330 g Rote Bete ungesüßt

(im Glas)

½ TL Meersalz

2 Prisen schwarzer Pfeffer

gemahlen

ZUBEREITUNG

Kichererbsen in ein Sieb geben,

abspülen und trocken tupfen. 1 EL Öl

in eine Pfanne geben und Kichererbsen

bei starker Hitze 2–3 Min.

anbraten. Ras el Hanout hinzugeben,

bei mittlerer Hitze in der Pfanne

weitere 5 Min. schwenken und beiseite

stellen.

Petersilie waschen und grob hacken.

Zitrone halbieren und den Saft

auspressen. Rote Bete abtropfen

lassen und in eine Schüssel geben.

Petersilie, Zitronensaft und 3 EL Öl

hinzufügen, alles gut miteinander

vermengen und mit Salz und Pfeffer

abschmecken.

Zum Schluss die gerösteten Kichererbsen

untermischen.

Zubereitungszeit: 20 Min.

Nährwerte pro Portion:

Energie 552 kcal, Eiweiß 18 g,

Fett 26 g, Kohlenhydrate 50 g

Als Begleitung

Gepa

Mascobado-

Vollrohrzucker

Schwarztrauber

Chardonnay

14 Alnatura Magazin März 2022

Alnatura

Rote Bete

(ohne Zuckerzusatz)

Alnatura

Ras el Hanout

Davert

Jasminreis

Sonnentor

Safranfäden


LASST UNS KOCHEN

Shole Zard –

Reispudding mit Safran

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

125 g Jasminreis

2 l Wasser

½ Pck. Safranfäden

300 g Rohrzucker

100 g Mandeln gehackt

30 g Butter

1/4 Granatapfel

1 TL Ceylon-Zimt gemahlen

Zubereitungszeit: 20 Min. + 12 Std.

Ruhezeit + 1 Std. 20 Min. Kochzeit

Nährwerte pro Portion:

Energie 629 kcal, Eiweiß 7 g,

Fett 20 g, Kohlenhydrate 102 g

ZUBEREITUNG

Am Vortag Reis gründlich waschen, bis

das Wassser nicht mehr trüb ist. Den Reis

über Nacht (für mindestens 12 Std.) in

etwas Wasser ziehen lassen.

Am nächsten Tag Reiswasser abgießen,

Reis mit 1,9 l Wasser in einen Topf geben

und auf mittlerer Hitze unter gelegentlichem

Rühren 1 Std. köcheln lassen.

Safranfäden in 100 ml heißes Wasser

geben und 10–15 Min. ziehen lassen.

Zucker zum Reis hinzufügen und so

lange rühren, bis er sich gänzlich aufgelöst

hat. Safranfäden samt Wasser sowie die

Hälfte der Mandeln unterrühren und

weitere 10 Min. köcheln lassen. Butter

hinzugeben, gut verrühren und mit geschlossenem

Deckel erneut 10 Min.

bei geringer Hitze weitergaren.

Reispudding in kleine Schalen füllen

und abkühlen lassen. Kerne aus dem

Granatapfel herauslösen und mit den

übrigen Mandeln sowie Zimt auf den

Pudding geben.

Traditionell wird der Reispudding mit

1–2 EL Rosenwasser verfeinert.

Er schmeckt sowohl warm als auch kalt

serviert. Mit pflanzlicher Margarine

anstelle von Butter lässt sich der

Reispudding ganz einfach vegan

zubereiten.

Alnatura Magazin März 2022

15


ALLES ÜBER …

Hülsenfrüchte

Sie sind klein, oft unscheinbar in Form sowie Farbe und werden

gerne mit einfachen Gerichten in Verbindung gebracht –

Hülsenfrüchte köcheln hierzulande vor allem in Suppen

oder Eintöpfen. Doch wir sollten Bohnen, Erbsen und

Linsen nicht unterschätzen! Nicht ihren Beitrag für

die menschliche Ernährung und erst recht nicht ihre

Bedeutung für den klimafreundlichen Bio-Acker.

AW

Das steckt drin

Die Familie der Leguminosen, wie man die Hülsenfrüchtler

in Fachkreisen gern nennt, ist groß. Die

bauchige Kichererbse, die vielseitige Sojabohne oder

die braune Tellerlinse gehören genauso dazu wie

beispielsweise die hübsche Lupine. Sie alle eint, dass

ihre Samen in Fruchthülsen (lateinisch legumen)

reifen. Und dass diese Samen einen hohen Eiweißgehalt

haben. In hundert Gramm Sojabohnen stecken

beispiels weise 35 Gramm Eiweiß, im daraus

hergestellten Alnatura Tofu Natur sind es noch

immer stattliche 14 Gramm. Vergleicht man dies

mit einem Schweinekotelett (16 Gramm Eiweiß

je hundert Gramm), so liegen die beiden fast

gleichauf. Kein Wunder also, dass Hülsenfrüchte

als ideale pflanzliche Proteinlieferanten gelten,

die Fleisch gut ersetzen können.

Kichererbsen,

gelbe Linsen,

Berglinsen, Erbsen,

rote Linsen,

Tellerlinsen,

Lupine geschrotet,

im Hintergrund

Edamame

Hülsenfrüchte schmecken

nicht nur in Suppe oder

Eintopf, sondern sind auch

Zutat vieler Alnatura

Produkte.

16 Alnatura Magazin März 2022


Jedes Böhnchen ein Tönchen?

Sie wissen, was gemeint ist! Doch dieser unangenehme

Nebeneffekt des Hülsenfruchtverzehrs muss nicht sein.

Die blähungsverursachenden Inhaltsstoffe bauen sich mit

zunehmender Einweich- und Kochzeit ab und gehen ins Wasser

über. Daher: Langes Garen und das Abschütten des Kochwassers

können Abhilfe schaffen. Verdauungsfördernde Kräuter und

Gewürze wie Kümmel, Koriander oder Kurkuma können zusätzlich

helfen und passen obendrein geschmacklich zu Linsen, Erbsen und

Co. Grundsätzlich besser verträglich sind übrigens geschälte

Sorten wie rote oder gelbe Linsen.

Klimavorteil auf dem Acker

Hülsenfrüchte düngen den Boden auf natürliche Weise.

Denn ihre Wurzeln werden von Knöllchenbakterien

besiedelt, die Stickstoff aus der Luft binden und an

den Boden abgeben. So kann durch den Anbau von

Erbsen, Lupinen und Co. auf chemisch-synthetischen

Dünger verzichtet werden. Für den Bio-Acker

gehören Leguminosen daher grundsätzlich in den

Anbauplan. Dies ist nicht nur eine natürliche Form

der Düngung, sondern spart auch klimaschädliche

Gase, die bei der Herstellung von konventionellem

Dünger automatisch entstehen. Hinzu kommt, dass

die Wurzeln von Hülsenfrüchten tief nach unten

wachsen und den Boden lockern; außerdem

werden die Pflanzenreste zu Humus umgewandelt.

So hat der Bio-Acker ein beachtliches Potenzial,

Gase wie beispielsweise Kohlenstoff aufzunehmen,

welches die Pflanze zuvor als klimaschädliches CO 2

der Atmosphäre entnommen hat.

Vielfalt auf dem Teller

Ein Klassiker der deutschen Küche ist die Linsensuppe –

zubereitet mit getrockneten Teller- oder Berglinsen,

verfeinert mit Essig und Zucker. In den Sommermonaten

hingegen kommen vermehrt frische Hülsenfrüchte auf den

Teller, und zwar in Form der kleinen grünen Gartenerbse

oder der aromatischen Busch- beziehungsweise Stangenbohnen.

In Indien hingegen kocht man aus gelben und roten Linsen die

typischen Dal-Gerichte. Und bei der arabischen Küche dürfen wir uns

für Hummus bedanken, eine orientalisch abgeschmeckte Creme aus

Kichererbsen. Die ursprünglich aus Japan stammende Sojabohne kennen

wir mittlerweile auch hier in verschiedensten Formen: Drink, Schrot, Tofu

und Edamame. Richtig gelesen: Edamame sind unreife, grüne Sojabohnen.

Man kann sie, hierzulande vor allem tiefgekühlt, mit und ohne Schale kaufen.

Die kleinen Bohnen schmecken gekocht und pikant gewürzt als Snack, aber auch

als Beilage, püriert oder im Mix mit Gemüse im Wok-Gericht.

Alnatura Magazin März 2022

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KOCHEN MIT HÜLSENFRÜCHTEN

KostBar-Rezepte sind einfach,

kreativ und mit möglichst saisonalen

Bio-Produkten schnell zuzubereiten. Bald

auch wieder in Ihrem Markt an der

mobilen Kochstation KostBar erlebbar.

Infos unter alnatura.de/KostBar

»Ceylon-Zimt wird vom Ceylanicum-

Zimtbaum gewonnen und hat

einen äußerst geringen Gehalt an

schädlichem Kumarin. Mit seinem

feinen, süßlichen Aroma sorgt er

in orientalischen Gerichten für eine

pikant-süße Note.«

Jana van Treeck, Alnatura KostBar

Adasi – gelber

Linseneintopf

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN

1 große Kartoffel

200 g gelbe Linsen

1 l Wasser

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

2 EL Olivenöl

½ TL Kurkuma gemahlen

½ TL schwarzer Pfeffer gemahlen

½ TL Ceylon-Zimt gemahlen

½ TL Kümmel ganz

1 TL Meersalz

1 Zitrone

1 Bund Koriander

ZUBEREITUNG

Kartoffel schälen und in Würfel

schneiden. Linsen waschen und

zusammen mit der Kartoffel in einen

Topf geben. Mit Wasser aufgießen und

zum Kochen bringen. Zugedeckt

15–20 Min. bei schwacher Hitze

köcheln lassen, bis sie gar sind und

das Wasser verkocht ist.

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen

und klein schneiden. In einer Pfanne in

Olivenöl anschwitzen, dann Kurkuma

und Pfeffer dazugeben und 1 Min.

glasig anbraten.

Zwiebelmischung, Zimt, Kümmel

und Salz zu den Linsen geben

und verrühren. Zitrone halbieren

und etwas Saft auspressen.

Koriander waschen und grob

hacken. Linsengericht nach

Geschmack mit Zitronensaft

und Koriander verfeinern und

anrichten.

Zubereitungszeit:

10 Min. + 35 Min. Kochzeit

Nährwerte pro Portion:

Energie 544 kcal, Eiweiß 30 g,

Fett 13 g, Kohlen ­

hydrate 67 g

Alnatura

Kümmel, Kurkuma,

Ceylon-Zimt

18 Alnatura Magazin März 2022


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Alnatura Magazin März 2022

19


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Vom Orient inspiriert

Linsen sind nahrhafte Lebensmittel, denn sie enthalten viel pflanzliches

Eiweiß, das tierisches ersetzen kann. Hülsenfrüchte helfen auch der Umwelt,

weil sie die Fruchtbarkeit des Bodens erhöhen und mit weniger Aufwand

erzeugt werden können als Fleischprodukte. Trockenfrüchte punkten mit

intensiven Aromen, Mineralien und Vitaminen. Allen fünf Produkten gemein

ist, dass sie abwechslungsreich in der Küche einsetzbar und kombinierbar

sind: beispielsweise für Linsensuppe, -eintopf oder -salat, die mit Pflaumen

oder Datteln orientalisch verfeinert werden.

Bio-Belugalinsen

Diese kleine Linsensorte hat eine kräftige

schwarze Farbe und ist fein-nussig

im Geschmack. Sie wird auch Kaviarlinse

genannt und zerfällt beim Kochen

nicht so leicht – daher schmeckt sie gut

im Salat oder als Beilage.

500 g 2,69 € (1 kg = 5,38 €)

Gelbe Bio-Linsen

Die gelben Linsen sind geschält

und haben eine kurze Garzeit.

Sie schmecken würzig-aromatisch

und eignen sich gut als Zutat

in einem orientalischen Dal oder

einem Püree.

500 g 2,69 € (1 kg = 5,38 €)

20 Alnatura Magazin März 2022

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich

um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.


Rote Bio-Linsen

Mit ihrer kurzen Garzeit und

mehligkochenden Konsistenz sind

die geschälten roten Linsen eine

ideale Zutat für cremige Suppen,

Eintöpfe sowie selbst gemachte

Brotaufstriche.

500 g 1,79 € (1 kg = 3,58 €)

Bio-Datteln entsteint

Die getrockneten Datteln haben einen

fruchtig-süßen und dezent honigartigen

Geschmack. Sie sind ideal zum Naschen

zwischendurch oder als Zutat in Müsli,

Obstsalat oder orientalischen Gerichten.

200 g 1,99 € (100 g = 1,– €)

Bio-Pflaumen entsteint

Die dunklen, blauvioletten Trockenpflaumen

haben ein intensiv fruchtiges

Aroma. Sie werden durch Trocknen und

Pasteurisation haltbar gemacht und

schmecken sowohl pur genascht oder im

Müsli als auch in herzhaften Gerichten.

200 g 2,99 € (100 g = 1,50 €)

Der Markentisch des Monats

Die hier abgebildeten Bio-Produkte finden Sie

in Ihrem Alnatura Super Natur Markt auf dem

Markentisch und im Regal.

Alnatura Magazin März 2022

21


ALNATURA BEWEGT

Goldener Tritt

und scharfer Biss

Die Wanderschäferei in Bayern und Baden-Württemberg gehört zum

immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Doch immer weniger Schäferinnen

und Schäfer machen sich auf den Weg. Alnatura besuchte einen

von ihnen, der auszog, das Hüten zu lernen, sich in Deining in der

Oberpfalz eine Demeter-Schäferei aufbaute und dessen Tochter

nun in seine Fußstapfen treten will.

22 Alnatura Magazin März 2022


ALNATURA BEWEGT

Rund 400 Schafe führt

Franziska von Weide

zu Weide in der weitläufigen

Oberpfalz. Ihre Helfer:

drei Hütehunde.

Schäfermeister Markus Schenk

mit seiner Tochter Franziska.

Sie hat sich für den Beruf ihres

Vaters entschieden.

Es ist frostig, so kurz vor der

Morgen dämmerung. Franziska

Schenk (18) geht schweigend

neben ihrem Bruder Johannes (21). Kurz

schaut sie zum sternenklaren Himmel

hoch. Es wird ein sonniger Tag, freut sie

sich. Nach der Fütterung im Stall wird

sie die 400 Schafe auf der Wiese aus

dem Nachtpferch holen, um mit ihnen

zur nächsten Weide zu wandern. Doch

noch fühlen sich ihre Beine schwer an,

wie jeden Morgen und Abend, und

müssen erst wieder in Gang kommen

nach dem vielen Laufen am Vortag.

Sie schließt den Stall auf. Knapp 1 300

Mutterschafe und Lämmer sowie hundert

Ziegen blöken und meckern im

Chor, wollen gefüttert werden. Auch

zwei Esel machen sich bemerkbar.

Franziska greift zur Schubkarre und füllt

die Futtertröge mit Silage. Johannes klettert auf den Laufkran und

verteilt aus luftiger Höhe frisches Stroh in den großräumigen Boxen.

Danach hilft er seiner Schwester beim Füttern. Das Blöken wird mit

jeder neuen Ladung Futter weniger. Die Bewegungsabläufe der Geschwister

sind fließend. Sie arbeiten in schnellem, aber nicht hastigem

Rhythmus. Zuletzt werden die schweren Wasserbehälter aufgefüllt.

Langsam suchen sich erste Sonnenstrahlen filmreif den Weg

über die hellen Wollkleider friedlich fressender Schafe. Sie schenken

dem Morgen einen Hauch Romantik.

EIN HEUTE SELTENES HANDWERK

Draußen begrüßen acht Altdeutsche Hütehunde den neuen Tag mit

einer kurzen Toberei, während Franziskas Vater Markus Schenk (51)

ihre Futternäpfe füllt. Franziska pfeift nach Beppo, es ist der erste

Hund, den sie allein trainiert. »Er macht schon einen ganz guten Job«,

lobt Vater Markus. Heute wird Franziska mit Beppo die 400 Merino­

Landschafe, Lämmer und jungen Böcke draußen auf den Wiesen

hüten. Schon als Kind hat sie ihren Vater gerne beim Hüten begleitet

und möchte in seine Fußstapfen treten. Sie ist im ersten Lehrjahr,

um Tierwirtin der Fachrichtung Schäferei zu werden. »Es sind immer

mehr junge Frauen, die den Beruf lernen«, stellt Markus, der als

Schäfermeister seine Tochter ausbildet, fest. Bundesweit erlernen gerade

einmal 48 Jugendliche und junge Erwachsene das Schäferhandwerk,

darunter 23 Frauen.

Wie seine Tochter war auch Markus als Kind fasziniert von den

Schafherden. Auf seinem Fahrrad begleitete er fast täglich einen alten

Schäfer, der oft an seiner Grundschule in Heidenheim vorbeizog.

Bald war sein Traumberuf klar: Er wollte Wanderschäfer werden.

Markus borgte sich nach der Ausbildung Geld von Vater und Onkel,

um die ersten 300 Schafe, zwei Hunde und den Karren zum Übernachten

zu kaufen. Dann stürzte er sich in das Aben teuer. »Es hat etwas

Besonderes, allein eine Herde zu führen, mit den Hunden zu arbeiten,

aber auch die freie Natur mit ihren Jahreszeiten zu erleben. Ich habe

neue Landstriche entdeckt und musste mit minimalem Lebenskomfort

Alnatura Magazin März 2022

23


ALNATURA BEWEGT

auskommen, Hitze und Kälte ertragen.

Du gehst mit den Schafen durch dick und

dünn, spürst, wie sie dir vertrauen«, versucht

Markus die Faszination, Anstrengung

und das Abenteuer Wanderschäferei zu

beschreiben. »Und du lernst unterwegs

nicht nur andere Menschen kennen, sondern

auch dich selbst. Wenn tagelang keine Menschenseele

zu sehen ist, musst du schon gut mit dir allein auskommen

können«, hat Markus gelernt. »Wenn du aber viel Glück hast,

kannst du unterwegs sogar die große Liebe finden«, fügt er lachend

hinzu. Seine Frau Sandra lernte er zufällig auf einem Bauernhof

kennen, als er in seiner Not, so tief wie der Schnee, für seine Schafe

dringend Heu besorgen musste. Heute sind sie 20 Jahre verheiratet,

ihre drei Kinder erwachsen. Gemeinsam haben sie in Deining in der

Oberpfalz die Demeter-Schäferei – den Hagnerhof – aufgebaut.

MIT AUGE UND GESPÜR

Franziska und ihr Vater machen sich mit einem voll beladenen Jeep

auf den Weg zur Wiese. Als sie das Gatter öffnen, drängeln sich

die Tiere ungeduldig hinaus. Markus läuft vor den 400 Mutterschafen,

den Zibben, und deren Lämmern voran. Franziska bleibt

hinten. Drei Hunde halten die Schafe zusammen, darunter auch

Beppo. Franziska pfeift und ruft ihnen Befehle zu. Als sie die noch

vom Nebel dampfende Wiese erreichen, schauen sich die Schafe

gelangweilt um. »Sie hätten lieber einen frischen Futterplatz«, so

Franziska. Aber erst, wenn alles ordentlich abgefressen wurde,

geht es weiter. Die junge, zierliche Frau in dem langen Schäfermantel

stützt sich mit beiden Händen auf ihre Schäferschippe, wie

der Hirtenstab genannt wird, und beobachtet die Tiere.

Mittlerweile haben sie mit dem Fressen angefangen und genießen

wie Franziska die Wärme der Sonne. Markus gesellt sich

zu seiner Tochter. »Welche Lämmer würdest du zur Zucht aussuchen?«,

fragt er nebenbei. Sie sieht sich eine Weile um. Dann

wählt sie sicher ihre Favoriten. »Franziska hat ein gutes Auge,

welche Widder geeignet sind. Sie spürt auch sehr schnell, wenn

es einem Tier nicht so gut geht«, freut sich der Vater.

SCHAFE PFLEGEN ÄCKER UND WIESEN

Markus’ Jüngste wird einen leichteren Berufsstart haben als er

selbst, obwohl sich die Bedingungen für die Wanderschäferei

konti nuierlich verschlechtern. Nur noch fünf Wanderschäfereien

»Ein Leben ohne

die Schafe ist für mich

unvorstellbar.«

Franziska Schenk

zählt die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e. V.

»Selbst ich könnte heute ohne die zusätzliche Stallhaltung nicht

mehr überleben«, so Schenk. Dabei wurde die Wanderschäferei

in Bayern und Baden-Württemberg zum immateriellen UNESCO­

Kulturerbe ernannt.

Schafe werden bei niedrigen Woll- und Fleischpreisen zum

Kostenfaktor. Immer neue Straßen zerschneiden die Landschaft,

Triebwege verschwinden, Felder werden zu Bauland oder deren

Pacht unbezahlbar. »In unserem Dorf gibt es keine weitere Viehhaltung

mehr. Viele Bauernfamilien geben auf und mit ihnen geht

der Dorfcharakter verloren«, bedauert Markus die Entwicklung.

»In der intensiven Landwirtschaft kommen Stoppelfelder kaum

noch vor und Schafherden sind oft nicht mehr erwünscht. Viele

Bäuerinnen und Bauern wissen gar nicht mehr, dass der Schaftrieb

über ihre Felder ein Segen ist. Nach dem Abgrasen sind die Wiesen

und Äcker gepflegt und gedüngt, Mäuselöcher werden zugetrampelt.

Bei manchen Saaten entfällt das

mechanische Festwalzen und die Wintersaat

treibt nach einem frühen Abgrasen

kräftiger aus. Nicht umsonst spricht man

vom ›goldenen Tritt und scharfen Biss‹«,

so Schenk. Schafherden sorgen dafür,

dass Kulturlandschaften und Naturschutzgebiete

erhalten bleiben. »Für mich sind

ökologischer Landbau und Landschaftspflege

Priester tum an der Erde«, betont er.

Es ist dunkel geworden und wieder kalt. Alle Arbeit ist getan.

Zu Hause setzt sich Franziska müde, aber gut gelaunt mit den anderen

an den gedeckten Tisch. Wenn die Schafe entspannt und

mit vollen Bäuchen in den neuen Pferch einmarschiert sind, war

es für Franziska – so wie heute – ein guter Tag. KK

Diesen Beitrag finden Sie auch

im Alnatura Magazin Online.

alnatura.de/schaeferin

24 Alnatura Magazin März 2022


Die Schäferschippe, das

Erkennungszeichen der Wanderschäferinnen

und -schäfer,

ist vielseitig einsetzbar. Oben

auf ihrem Stiel sitzt die eiserne

Schippe. Damit kann Franziska

giftige Pflanzen auf der Wiese

ausstechen. Beim Treiben

zeigt sie damit den Hunden

die Laufrichtung an.

Mit dem kleinen Haken fängt sie

verletzte Schafe ein.

ÜBER DIE DEMETER-

SCHÄFEREI SCHENK

• fünf Festangestellte

(davon drei der Familie)

• 68 Hektar Acker, Weiden

und Wiesen in Pacht

• 1 800 Mutterschafe,

zwölf Böcke und etwa

tausend Lämmer

• hundert Ziegen, zwei Esel

und weiteres Kleinvieh

• Holzstall mit Platz für

1 500 Tiere

• Vermarktung von

Schlachttieren

• Landschaftspflege

auf etwa 700 Hektar

Solidarität beginnt

auf dem Acker

200 Bio-Bäuerinnen und -Bauern der Oberpfalz

und Alnatura wollen Partner werden.

D

as erste Treffen zwischen Markus

Schenk, Schäfermeister und Vorsitzender

der Bio-regionalen Genossenschaft

Oberpfalz (BIregO), die auf Druschfrüchte

ausgerichtet ist, und Rüdiger Kasch,

Geschäftsführer von Alnatura, fand auf

Socken am Küchentisch der Schenks bei

Kaffee und Kuchen statt. Trotz Schnee- und

Sturmwarnungen hatte sich Rüdiger Kasch

vom Alnatura Campus in Darmstadt in die

Oberpfalz nach Deining aufgemacht. Sie

sprachen über die Situation der Bio­ Bäuerin

nen und -Bauern in Deutschland, über

schwierige EU-Verordnungen, die diese vor

Herausforderungen stellen, und viele brisante

Themen mehr. Aber vor allen Dingen

ging es darum, auszuloten, wie Alnatura

und die 200 Bio-Landwirtinnen und -Landwirte

der Genossenschaft BIregO zukünftig

zusammenarbeiten könnten. Denn auch

selbst vor Ort den Ausbau der Bio-Landwirtschaft

zu fördern und zu unterstützen,

ist Teil der DNA von Alnatura.

Alnatura Magazin: Was erhoffen Sie sich

von einer Zusammenarbeit?

Markus Schenk: »Wir Landwirtinnen und

Landwirte sind die Ersten in der Wertschöpfungskette

und die Letzten, die bezahlt

werden. Das muss sich ändern. Wir müssen

Saatgut vorlegen, Transporte, Reinigung

und Lagerung des Getreides und den Transport

zur Mühle bezahlen. Vom Wetter abhängig

sowie schwankenden Marktpreisen

und Absatzmöglichkeiten ausgesetzt, stehen

wir oft mit dem Rücken zur Wand. Die Pacht­

Alnatura Geschäftsführer

Rüdiger Kasch (links) im Gespräch

mit dem Schäfermeister und

BIregO-Vorsitzenden

Markus Schenk

preise für Äcker hier in der Region haben

sich zum Beispiel von 2,50 Euro pro Quadratmeter

vor zwölf Jahren auf 6,78 Euro erhöht –

das wird unbezahlbar. Der Boden verkommt

zum Spekulationsobjekt. Wir brauchen einen

Wertewechsel, weg vom Ausverkauf unserer

Lebensgrundlagen, hin zu mehr Respekt für

Mutter Erde. Ohne Landwirtschaft geht gar

nichts. Sie bildet unsere Lebensgrundlage.

Eine solidarische Wertschöpfungskette beginnt

auf dem Acker.«

Rüdiger Kasch: »Da setzen wir an. Die Nachfrage

nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland

steigt kontinuierlich. Um den Bedarf zu

decken, eröffnen wir weitere Alnatura Super

Natur Märkte und versorgen immer mehr

Partner mit Bio-Lebensmitteln, sei es über

Hofläden, in Eigenregie betriebene Alnatura

Partnermärkte sowie über mit uns koope rierende

Supermärkte. Um der steigenden Nachfrage

bei gleich hoher Qualität gerecht zu

werden, braucht es stabile und langfris tige

Kooperationen. Deshalb suchen wir den direkten

Kontakt zu den Bäuerinnen und Bauern.

Wir setzen auf Augenhöhe und Vertrauen.«

Worin spiegelt sich für Sie Vertrauen

konkret wider?

MS: »In fairen Preisen, damit die Bauernhöfe

überleben können. Darüber hinaus benötigen

wir Planungssicherheit und Absatzgarantien.«

RK: »Langfristige Verträge mit Landwirtschaftsbetrieben

sind bei Alnatura Standard. Wir verpflichten

uns auch zur hundertprozentigen

Abnahme der Ackerfrüchte. Die Bio-Qualität

muss aber stimmen.«

Alnatura Magazin März 2022

25


ALNATURA BEWEGT

Rüdiger Kasch

(kleines Bild)

bei der Versammlung

der

Genossenschaft

BIregO. Das

nächste Treffen

ist auf dem

Alnatura Campus

in Darmstadt

geplant.

Genossenschaft BIregO

2014 wurde der Landkreis Neumarkt

in der Oberpfalz staatlich anerkannte

Öko-Modellregion. Aus einem Arbeitskreis

Druschfrüchte entstand die

Genossenschaft BIregO mit derzeit

200 Mitgliedern.

Faire Preise für die Bäuerinnen und

Bauern zu garantieren und gleichzeitig

für die Kundinnen und Kunden einen

vernünftigen Preis zu gestalten, was

bedeutet das konkret für Alnatura?

RK: »Um das möglich zu machen, müssen

wir effizienter werden und wo es möglich

ist, unsere Kosten senken. Wir verbessern

ständig unsere Logistik und steigende Mengen

ermöglichen es uns zum Beispiel, den

Preis für das Alnatura Weizenmehl Type 405

(Demeter) immer noch bei 1,39 Euro zu halten,

obwohl derzeit die Preise für Getreide

davongaloppieren. Das geht in schwierigen

Zeiten zuweilen nur, i ndem wir unsere Gewinnspanne

neu austa rieren und so weit wie

möglich nach unten korrigieren. Oberstes

Gebot ist bei Alnatura, Gewinne nur für sinnvolle

Zwecke einzusetzen. Wir möchten, dass

die Bio-Landwirtschaftsbetriebe und unsere

Kundinnen und Kunden zufrieden sind. Sinnvoll

für Mensch und Erde, dafür ist Alnatura

vor über 30 Jahren angetreten.«

MS: »Auch wir müssen uns so effektiv wie

möglich organisieren, Kosten senken, wo es

geht, und die Qualität unserer Felderzeugnisse

sichern. Deshalb war der Schritt zur Genossenschaft

so wichtig. Im letzten Jahr haben

wir es geschafft, ein gemeinsam finanziertes

Getreidelager in Betrieb zu nehmen. Kurze

Wege und modernste Technologie und

Technik sparen Transport- und Logistikkosten

und garantieren eine stabilere Qua li tät der

Drusch früchte, also alles von Weizen über

Raps, Bohnen bis hin zu Sonnenblumen.«

Sie sprechen davon,

auf Augenhöhe miteinander

umgehen

zu wollen. Wie sieht

das konkret aus?

RK: »Indem wir vor

allem den Landwirtinnen

und Landwirten

zuhören. Höhere Qualitätsanforderungen

an Lebensmittel, Material engpässe und steigende

Preise aufgrund der Coronapandemie,

Ernteverluste durch zu viel oder zu wenig

»Alnatura versteht sich als Arbeitsgemeinschaft für die

Förderung der biologischen Landwirtschaft. Partnerschaft

auf Augenhöhe ist uns dabei ganz wichtig.«

Rüdiger Kasch

Regen und vieles mehr fordern diese immer

wieder neu heraus. Es geht um Verständnis,

Unterstützung und darum, gemeinsam

nach Lösungen zu suchen. Deshalb haben

wir gestern Abend mehrere Stunden miteinander

gesprochen. Es war für mich ein

sehr interessanter und lehrreicher Besuch.«

MS: »Gleichberechtigter Partner zu werden,

heißt für uns, die vielen Einzelinteressen der

oft kleineren Produzenten zu bündeln. Das ist

nicht immer einfach. Es ist leichter, 200 Schafe

zu hüten, als 200 Bäuerinnen und Bauern unter

einen Hut zu bekommen (lacht). Aber die

ersten Schritte sind getan. Das Interesse und

die Erwartungshaltung sind auf beiden Seiten

sehr groß.«

Arbeitet die BIregO bereits mit festen

Partnern und welche Erfahrungen hat

Alnatura mit Genossenschaften?

MS: »Wir arbeiten seit vielen Jahren schon

sehr gut mit der ersten und deutschlandweit

größten Bio-Brauerei Neumarkter

Lammsbräu zusammen (Anm. d.

Red.: auch bei Alnatura im Sortiment).

Neumarkter Lammsbräu

nimmt jährlich die komplette

Brauerei-Gerste ab. Durch die

langfristige Abnahmegarantie

kann die Er zeu ger ge mein schaft

zum Beispiel die Fruchtfolge

auf den Feldern besser planen.

Wichtig für die Brauerei ist, dass dank unserer

Genossenschaft nun ihr gesamtes Getreide

direkt zu unserem neuen Aufbereitungsund

Lagerzentrum gebracht wird. Wir prüfen

die Qualität, reinigen das Getreide, trocknen

und lüften es und kontrollieren die Temperatur.

Das können die wenigsten Bauernhöfe

selbst leisten.«

RK: »Beim Thema Gemüse arbeiten wir bei

Alnatura schon sehr erfolgreich mit einigen

Partnern zusammen: Seit 2019 kooperieren

wir eng mit den Reichenauer Gemüsegärtnerinnen

und -gärtnern. Dazu gehören 60

Erzeugerbetriebe. Das Herzstück der weitreichenden

Kooperation ist eine 40 Hektar

große Fläche, auf der Bio ausschließlich

für Alnatura angebaut wird. Und weitere

Flächen sind geplant. In modernsten Gewächshäusern

kann hier von März bis

Novem ber heimisches Bio-Gemüse für unsere

Märkte geerntet werden. Es ist uns im

Rahmen der Kooperation sogar gelungen,

in dieser wärmsten Gemüseanbauregion

Deutsch lands Ingwer anzubauen – ein Renner

bei unseren Kundinnen und Kunden.

Und auch die heimische Süßkartoffel wird

gut angenommen. Wir konnten als Partner

überzeugen. Es ist wichtig, sich persönlich

zu kennen und zu vertrauen. Es bleibt spannend.«

KK

26 Alnatura Magazin März 2022


Beste Bio-Zutaten für

100 % sündhaft leckeren Genuss.

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ZU BESUCH BEIM WEINGUT BRAND

Ein Hauch von Kalifornien

Die beiden Brüder Daniel und Jonas Brand haben 2015

gemeinsam das Familienweingut in Bockenheim an der

Weinstraße (Pfalz) mit Unterstützung von Alnatura von

einem konventionellen auf einen biologisch wirtschaftenden

Weinbaubetrieb umgestellt. Das Alnatura Magazin besuchte

im letzten Oktober das Weingut zur Weinlese und staunte

nicht schlecht.

28 Alnatura Magazin März 2022


ZU BESUCH BEIM WEINGUT BRAND

in der Pfalz

I

hr lest bitte nur das, was ihr auch selbst essen würdet!«,

ruft Jonas den Erntehelferinnen und -helfern im

Weinberg zu. Allerdings dürfte ihn so gut wie niemand

verstanden haben, denn die Helfenden kommen

aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde und die

wenigsten verstehen Deutsch. Seine Ansa ge bezieht

sich auf die vereinzelten verkümmerten Essig trauben

am prallen Weinstock. Die sind nicht schlimm, aber je

mehr davon in die Traubeneimer geraten, umso weniger

hochwertig würde der Wein. Und das möchten die

beiden ambitionierten Bio-Jungwinzer um jeden Preis

verhindern.

Das Weingut Brand in der Pfalz war das erste, das im

Rahmen des Förderprojektes Alnatura Bio-Bauern-Initiative

von einem konventionellen auf einen biologisch wirtschaftenden

Weinbaubetrieb umgestellt wurde. Das war

2015. »Unser Vater wollte schon immer auf Bio umstellen,

aber er hat noch gezögert.« 2011 fing Daniel an, im elterlichen

Betrieb mitzuarbeiten. Zwei Jahre später kam Bruder

Jonas dazu. »Wir haben zunächst eine Teilfläche auf Bio

umgestellt und dann, nach den ersten Erfahrungen,

den ganzen Weinberg mit rund 20 Hektar«, so Daniel.

GENERATIONSWECHSEL

»Wir haben uns bio ernährt, da war für uns klar, das

wollen wir auch in der Arbeitswelt umsetzen.« Und

wenn man die beiden Brüder auf dem Weingut arbeiten

sieht, denkt man, sie haben wirklich Glück gehabt, dass

ihre Eltern ihnen den Raum zum Experimentieren gegeben

haben. Das auffälligste Merkmal ihres Weinguts:

die Internationalität. Fiona kommt aus Kalifornien, John

aus Schottland, Olga aus Schweden, Pierre aus dem

nahen Frankreich. Wir staunen nicht schlecht über die

Erntehelferinnen und -helfer: Alle tragen hippe Woll­

Ein kleiner Traktor ist bei

der Ernte eine große Hilfe

auf schmalem Gelände im

Weinberg.

Alnatura Magazin März 2022

29


ZU BESUCH BEIM WEINGUT BRAND

ÜBER DAS WEINGUT BRAND

• 1891 in Bockenheim an der

Weinstraße erbaut, seit 1971

Selbstvermarktung des Weinguts

• acht Mitarbeitende; während der

Weinlese zusätzlich bis zu 30

Saisonkräfte

• 2015 als erstes Weingut im

Rahmen der Alnatura Bio-Bauern-

Initiative auf Bio umgestellt

• seit 2018 zertifizierter Bio-Betrieb

mützen, haben Tattoos und wirken eher wie ein Haufen

alter Freunde denn wie Saisonkräfte. Gesprochen

wird im Weinberg Englisch. Alle haben irgendwas

mit »organic wine« zu tun. Kennen sich aus dem

Napa Valley oder Sonoma in Kalifornien oder aus

Stellenbosch in Südafrika. Das ist das Werk von Daniel

und Jonas. Sie haben aus dem elterlichen

Weingut im verschlafenen Die Saisonkräfte, die auf

Bockenheim ein lockeres, multikul turelles

Work-&-Travel-Projekt ge­

dem Weingut Brand die reifen

Trauben ernten, stammen

aus den unterschiedlichsten

Ländern der Erde.

macht. Und bringen die Freundinnen

und Freunde, die sie während ihres

Önologie-Studiums rund um den

Globus kennengelernt haben, in Sachen

Wein ein. Gegenüber vom Weingut

sitzen die Erntehelfenden am

Abend vor einem alten Haus und genießen

den Weißburgunder der

Brand­ Brüder (den es auch bei Alnatura

im Markt gibt). Nach dem Tag im Weinberg ist nun gemeinsames

Entspannen angesagt. Da möchte man sich

am liebsten in die Clique aufnehmen lassen, denn Spaß

scheint garantiert.

WEINBAU IST AUCH WELTANSCHAUUNG

Aber es war nicht immer nur alles Spaß, erklärt Daniel:

»Der Anfang war hart. Es gab Jahre, da hat es sehr viel

geregnet und wir hatten den Pilzbefall Falscher Mehltau,

gefolgt von Jahren, in denen es sehr heiß war und wir

den Echten Mehltau als Problem hatten.« Es mache eben

schon einen Unterschied, ob man diese Pflanzenkrankheiten

mit Chemie bekämpfe oder ob man den Unterstockbereich

der Reben händisch sauber halte. Jonas ergänzt:

»Zudem spielt sich alles in der Schräglage ab. Und

auch wir müssen spritzen. Zwar keine Herbizide oder

Pestizide, aber minimale Mengen natürliches Kupfer. Sonst

kann der Pilzbefall im schlimmsten Fall die gesamte Ernte

vernichten.« Beim Thema Spritzen kam Alnatura gewissermaßen

als Unterstützer bei der Umstellung auf Bio ins

Bio-Landbau trägt aktiv zum Klimaschutz bei

Der Bio-Landbau setzt auf abwechslungsreiche Fruchtfolgen

und verzichtet auf den Einsatz chemischsynthetischer

Pestizide und Düngemittel. Der Boden

enthält dadurch deutlich mehr Humus. Das heißt, er ist

fruchtbarer, denn er beinhaltet mehr Bodenorganismen

und organische Verbindungen. Diese wiederum binden

CO 2 aus der Luft und speichern es. Untersuchungen haben

gezeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden

durchschnittlich zehn Prozent mehr Kohlenstoff binden

als konventionell bewirtschaftete. 1

1

Quelle: Thünen Institut 2019

Das Weingut Brand ist einer von über 80 Betrieben,

die im Rahmen der Alnatura Bio-Bauern-Initiative

gefördert wurden. Weitere Infos und Videos dazu unter

alnatura.de/abbi

30 Alnatura Magazin März 2022


ZU BESUCH BEIM WEINGUT BRAND

Alnatura fördert den Bio-Landbau

Damit es künftig noch mehr Bio-Anbau gibt,

unterstützt Alnatura Bio-Bäuerinnen und -Bauern

finanziell bei der Umstellung vom

konventionellen auf den biologischen Landbau.

Dazu haben wir 2015 die Alnatura Bio-Bauern-

Initiative (ABBI) ins Leben gerufen. 15 000 Hektar

konnten so bereits auf Bio umgestellt werden.

Mit dem Kauf von Alnatura Produkten,

auf denen das Logo »Gemeinsam Boden gut

machen« zu finden ist, unterstützen auch Sie die

Alnatura Bio-Bauern-Initiative.

Die Umstellung des Weinguts Brand wurde durch

die Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI)

gefördert – dadurch konnten Daniel (links) und

Jonas eine besonders ressourcenschonende

Recyclingspritze finanzieren.

Spiel: Die Brüder wollten eine Recycling spritze anschaffen,

die mit zwei Kanälen das Kupfer hinter den Weinblättern

– also alles, was normalerweise vorbeifliegt – wieder

auffängt. 80 Prozent Recyclingquote! Das bedeutet,

dass bei herkömmlichen Spritzen 80 Prozent einfach in

die Luft vernebelt werden. Die Anschaffungskosten dieser

Spritze lagen bei rund 40.000 bis 50.000 Euro, die

von Alnatura getragen wurden. »Wir sind im letzten Jahr

mit 1,2 Kilogramm Kupfer pro Hektar ausgekommen.

Die strengen Kriterien von Bioland hätten uns vier Kilogramm

erlaubt, im konventionellen Bereich wären sogar

sechs erlaubt gewesen«, sagt Daniel stolz.

MEHR BIODIVERSITÄT

Jonas wirkt nicht weniger stolz. Er kniet zwischen zwei

Rebstöcken und fährt mit der Hand immer wieder über

den weichen Humus: »Es gibt seit der Umstellung viel

mehr Biodiversität im Weinberg: Spinnen, sogar Gottesanbeterinnen,

und deutlich mehr Wildpflanzen. Und der

Boden, der Humus, hat sich sichtbar verbessert.« MF

»Wir sind Alnatura sehr dankbar für die

Anschubfinanzierung bei der Umstellung

auf Bio. Das hat uns enorm geholfen.«

Weingut Brand

bei Alnatura

Daniel Brand

Der trockene Weißburgunder

hat Aromen von gelben

Früchten und sein Geruch

erinnert an eine frische

Wildkräuterwiese.

QR-Code scannen

und mehr zu den Brand-

Brüdern erfahren:

Alnatura Magazin März 2022

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AUS UNSEREM SORTIMENT*

Schon probiert?

Sannitica

Rotwein Sicilia Doc Nero d'Avola**

oder Primitivo Igt Puglia

Der Nero d'Avola aus Sizilien hat eine

rubinrote Farbe, ist fruchtig im Geschmack

und duftet nach Johannisbeere und

Walderdbeere. Er passt zu gekochtem,

geschmortem und gebratenem Fleisch sowie

zu edlem Geflügel. Der Primitivo aus Apulien

schmeckt vollmundig und hat Aromen von

reifen Früchten. Er ist ein idealer Begleiter

zu Wild, gegrilltem rotem Fleisch und reifem

Käse. Die ideale Trinktemperatur für beide

Weine liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius.

Nero d’Avola 0,75 l 7,49 € (1 l = 9,99 €)

Primitivo 0,75 l 6,99 € (1 l = 9,32 €)

Läkaa

Bio-Haferkekse Natur

vegan

Diese knusprigen Kekse

bestehen aus 40 Prozent

Haferflocken sowie Rübenzucker

und Weizenvollkornmehl.

Sie sind ideal als süßer

Snack zwischendurch oder

für unterwegs. Der Verpackungsanteil

liegt bei

gerade einmal etwa einem

Prozent (pro hundert

Gramm Produkt).

300 g 1,99 €

(1 kg = 6,63 €)

Neu

Entdecken Sie die

dauerhaft günstigen

Preise in Ihrem

Alnatura Markt.

MorgenLand

Grüne Bio-Gourmet-Linsen vegan

Diese Linsen sind intensiv nussig im

Geschmack und bleiben auch nach dem

Kochen bissfest. So eignen sie sich in der

Küche besonders für Salate, Suppen und

Bratlinge oder verfeinert

mit frischen Kräutern als

Beilage. Sie zählen zu der

Pflanzenfamilie der

Leguminosen, welche

beim Anbau durch die

Anreicherung von

Luftstickstoff in ihren

Wurzeln die

Bodengesundheit

fördern.

500 g 3,79 €

(1 kg = 7,58 €)

SlooOW

Bio-Brötchen Rusti mit Honig oder Vital-Rusti

Der Teig für diese knusprigen Brötchen in Demeter-

Qualität reift mehr als 24 Stunden, bevor er im

Steinofen vorgebacken wird. Die hellen Rustis enthalten

Weizenmehl und werden mit Honig abgeschmeckt, die

dunklen Rustis werden aus Weizen- und Roggenmehl

herge stellt. Verfeinert sind sie mit Sonnenblumen kernen

und Leinsamen. Beide Sorten können einfach zu Hause

im vorgeheizten Backofen in circa zehn Minuten

fertig gebacken werden.

Rusti mit Honig 360 g (4 St.) 2,29 € (1 kg = 6,36 €)

Vital-Rusti 360 g (4 St.) 2,49 € (1 kg = 6,92 €)

32 Alnatura Magazin März 2022

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen.

Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Barnhouse

Bio-Knuspermüsli Krunchy

Low Sugar »Very Berry« vegan

oder »Crazy Nuts« vegan

Beide Knuspermüslis werden mit regionalem Hafer von

Partner-Landwirtinnen und -Landwirten aus Bayern gebacken.

Sie enthalten kein Palmöl, sind reich an Ballaststoffen und

ideal für alle, die bei ihrem Müsli auf wenig Zucker achten.

Die Sorte »Very Berry« ist mit Himbeeren, Heidel beeren und

Tonka verfeinert, die Sorte »Crazy Nuts« mit gerösteten

Haselnüssen, Cashews und Kokos chips. Auch erhältlich in

der Hafer-Basissorte »Plain Grain«.

je 375 g 4,29 € (1 kg = 11,44 €)

Alnatura

Bio-Apfelessig

naturtrüb vegan

Dieser fruchtig-milde Essig wird

in einem natürlichen Gärverfahren

aus dem Direktsaft von in

Deutschland angebauten Äpfeln

hergestellt. Um seine natürlichen

Inhaltsstoffe zu erhalten, wird er

nicht erhitzt. Er ist ungefiltert

und deshalb naturtrüb. Die Äpfel

stammen aus Bioland-Anbau.

Gibt jedem Salat einen milden

Apfelessiggeschmack.

500 ml 1,49 € (1 l = 2,98 €)

Alnavit

Bio-Haferriegel Erdnuss glutenfrei vegan

oder Bio-Haferriegel Schoko glutenfrei vegan

Beide Riegel werden im Ofen gebacken und sind

ideal als Snack für zwischendurch: Der Haferriegel

mit Erdnuss enthält neben Hafervollkornflocken

27 Prozent geröstete Erdnüsse und ist mit

Agavendicksaft gesüßt. Für den Haferriegel mit

Schoko werden ebenfalls Hafervollkornflocken

als Basis verwendet. Verfeinert ist er mit

Cashewnüssen und Schoko stücken, die ihm einen

intensiv schokoladigen Geschmack geben.

je 50 g 1,49 € (100 g = 2,98 €)

Wein des Monats

Vivani

Feine Bio-Bitterschokolade

Caramel Mallorca Flor de Sal vegan

Die Bitterschokolade mit 62 Prozent Kakao

aus der Dominikanischen Republik wird mit

knusprigen Kara mell stückchen und handgeschöpften

Salzblüten vom mallorquinischen Naturstrand und

Schutzgebiet Es Trenc kombiniert. Das Gourmetsalz, das noch

traditionell in den Becken der Meerwassersalinen gewonnen

wird, ist durch seinen besonderen Geschmack eine beliebte

Spezialität der Balearen.

80 g 2,49 € (100 g = 3,11 €)

Mezzogiorno Nero di

Troia IGT

Ein trockener Rotwein aus

der Rebsorte Nero di Troia,

die in Apulien ideale

Bedingungen vorfindet.

Mit dem Duft von roten

Früchten, einer schönen

Reife mit dezenter

Gewürznote und sanften,

feinen Tanninen.

0,75 l 4,99 € (1 l = 6,65 €)

Alnatura Magazin März 2022

33


GESELLSCHAFT

Tierwohl ist unsere

Überzeugung bei Alnatura!

Weitere Beiträge zu

unseren Tierwohlinitiativen

finden Sie unter

alnatura.de/tierwohl

34

Alnatura Magazin März 2022


GESELLSCHAFT

Weideschuss

Verantwortung

bis zum Schluss

Weideschuss – dahinter stehen rund 20 Allgäuer

Bio-Heumilch bauern, denen es darum geht zu zeigen, dass Mensch

und Tier menschheits geschichtlich zusammen gehören und wir

deshalb eine Verantwortung für unsere Nutztiere haben.

Und diese endet für sie nicht bei Aufzucht und Haltung, sondern

schließt auch den Moment des Sterbens mit ein.

I

ch möchte diesem Beitrag einige Dinge vorausschicken:

Auch wer keine tierischen Produkte wie

Fleisch, Milch, Käse, Eier oder Honig isst, wer

meint, dass Weiden oder Almen nicht beweidet werden

sollten, und auch keine Kleidung oder Schuhe aus

tierischen Materialien wie Leder, Daunen oder Wolle

trägt, sollte diesen Beitrag vielleicht trotzdem lesen.

Denn Weideschuss und die Hofschlachtung stehen

für mehr Tierwohl und mehr Respekt vor dem Leben

von Nutztieren.

Bei Weideschuss werden Rinder aufgezogen, getötet

und schließlich zu Fleischgerichten verarbeitet. So wie

es millionenfach jeden Tag auf der Welt und in Deutschland

passiert. Allerdings mit einem großen, entscheidenden

Unterschied: der Tötung auf der Weide und nicht

erst im Schlachthof. »Warum der Name Weideschuss?«,

frage ich den Bio-Landwirt Franz Berchtold, einer der

Gründer der Weideschuss.Bio GmbH. Zu sammen stehen

wir frühmorgens auf der Weide in mitten seiner Rinder

unweit des Ortes Legau im Allgäu. »Weil wir eine ehrliche

Auseinandersetzung mit dem Thema wollen«, antwortet

er. »Jedes Nutztier muss irgendwann sterben.

Aber es soll in Würde sterben und vor allem seine Lebenszeit

möglichst artgerecht ver bringen. Warum soll es auf

den letzten Metern seines Lebens mit gruppenfremden

Tieren zum Schlachthof gebracht werden und womöglich

dadurch Stress ausgesetzt werden?« Er ist überzeugt:

»Rinder sind Gewohnheitstiere, sie lieben die immer

gleichen Abläufe. Tiertransporte sind das komplette

Gegen teil davon.«

Auch das Online-Portal für nachhaltige Kaufberatung

utopia.de widmete sich dem von Alnatura in

die Öffentlichkeit gebrachten Thema »Weideschuss«

und kommentierte insbesondere den Transport zum

Schlachthof folgendermaßen: »Die Tierschutzorganisation

ProVieh kann das bestätigen. Denn vor allem

durch den Wegfall des Transportes werden die Tiere

weniger gestresst.«

Alnatura Magazin März 2022

35


GESELLSCHAFT

Auf dem Bio-Hof von Franz Berchtold bei Legau

leben 65 bis 70 Rinder. Zu fressen gibt es

ausschließlich nährstoffreiches Weidegras und

Heu von den eigenen Wiesen. Die Milch der Kühe

bildet die Basis des besonders aromatischen

Heumilchkäses.

ein Verdienst deutscher Landwirtinnen und Landwirte,

zu denen unter anderem auch Herbert Siegel (Entwickler

der Schlachtbox und Mitgesellschafter der Weideschuss.Bio

GmbH) zählt. Sowohl bei der hofeigenen als

auch der hofnahen Schlachtung gibt es keine Lebendtiertransporte,

den Tieren wird so viel Stress erspart.

Für Franz Berchtold ist der Weideschuss die »ethisch

vertretbarste Methode« der Tötung. »Die Tiere sterben

dort, wo sie gelebt haben – in der Herde.« Und wer schießt?

»Ein Jäger muss dafür eine Zusatzqualifikation erwerben.

Diese kann ein Landwirt aber auch erlangen.« Und was

passiert dann? »Dann kommen wir mit einem speziellen

Transporter und legen das am Boden liegende Rind da

rein. In eine mobile Schlachtbox. Darin blutet das Tier

aus, ehe wir es ins nahe gelegene Schlachthaus bringen.

Das ist Vorschrift.«

»ETHISCH VERTRETBARSTE METHODE«

Während Franz Berchtold mit mir spricht, streichelt er

eines seiner rund 65 Rinder: eine zwölf Jahre alte Kuh, die

in ihrem Leben bereits neun Kälber zur Welt gebracht

hat. »Wir lieben unsere Tiere, darum töten wir sie auf

diese Art und Weise, um ihnen den allerwenigsten

Stress zu bereiten«, sagt der Bio-Landwirt. Nämlich:

auf der Weide, wo die Tiere täglich von Frühjahr bis zum

Anbruch des Winters grasen. Mittels eines schallgedämpften

Gewehrs stirbt das Tier in der Sekunde, in der

das Projektil in den Kopf eintritt. Die anderen Rinder

grasen davon unbehelligt weiter. Franz Berchtold erklärt,

dass maximal drei Rinder an einem Tag auf der Weide

getötet werden dürfen. Beim Schuss muss immer eine

Tierärztin oder ein Tierarzt an wesend sein.

Später lese ich, dass viele Tierorganisationen

es erstrebenswert finden, dass mehr Viehwirtinnen

und -wirte auf hofeigene Schlachtung

umstellen. Dass das nicht häufiger praktiziert

wird, hängt weniger an den Bio-Höfen als an

den Mühlen der Verwaltung, denn die meisten

Veterinärämter erteilen bisher nur im Einzelfall

eine Genehmigung für einen Weideschuss oder

die eigene Hofschlachtung. Allerdings ist seit

dem 9. September 2021 die »Hofnahe Schlachtung«

Bestandteil der EG-Verordnung 853/2004

und damit werden zum ersten Mal Aspekte

des Tierschutzes in den Hygienevorschriften

(Schlacht hygiene) berücksichtigt. Damit existiert

nun eine rechtlich abgesicherte Grundlage

für beantragende Landwirtschaftsbetriebe

und die genehmigenden Veterinärbehörden –

ES GEHT UM EHRLICHKEIT

Ich hätte mir den Akt des Weideschusses persönlich für

diesen Beitrag angeschaut, aber Franz Berchtold und seine

Mitstreiter wollten das nicht: »Das spüren die Rinder. Sie

sind sehr sensibel, wir wollen ihnen jeden Stress nehmen.«

Wie kam es eigentlich zu dem expliziten Namen

»Weideschuss«, frage ich. »Wir beteiligten Bio-Landwirte

haben zwei Jahre über den Namen nachgedacht«,

erzählt mir Franz Berchtold. »Wir wollten keine Verschleierung

à la ›Weidegourmet‹, obwohl unser Fleisch

Gourmetfleisch ist.« Der Ausschlag für den Namen kam

dann aus unerwarteter Richtung: »Die Damen im Büro

der Werbeagentur – allesamt Veganerinnen und Vegetarierinnen

– zuckten zunächst zusammen, als wir den

Namen vorschlugen. Aber nach einem halben Tag haben

einige von ihnen gesagt, sie würden vielleicht auch

mal wieder Fleisch essen, wenn sie wüssten, dass das

Tier so gelebt hat und auf diese Weise getötet wurde.«

MUTTER UND KALB BLEIBEN ZUSAMMEN

Die Rinder aller beteiligten Allgäuer Bio-Betriebe grasen

den Großteil des Jahres auf der Weide oder bekommen

im Winter im Stall das Heu von den hiesigen Wiesen.

Die Milch, die die Kühe geben, bildet die Basis für den

aromatischen Heumilchkäse, den es lokal und in ausge­

36 Alnatura Magazin März 2022


GESELLSCHAFT

wählten Alnatura Märkten unter der Marke Bio-Schaukäserei

Wiggensbach zu kaufen gibt. »Wir hören immer

wieder von Kundinnen und Kunden, dass sie die

Heumilch besser vertragen«, berichtet Franz Berchtold.

Damit eine Kuh Milch geben kann und ihre Milchproduktion

nicht nach spätestens zwei Jahren versiegt,

muss sie mindestens einmal im Jahr ein Kalb zur Welt

bringen. »Bei der konventionellen Tierhaltung werden

die Kälber von der Mutter getrennt und häufig direkt

nach der Geburt weggegeben«, sagt Franz Berchtold.

Auch bei Bio-Milchkühen ist die sogenannte »kuhgebundene

Kälberaufzucht« nicht vorgeschrieben. Bei

Weideschuss hingegen haben die Jungtiere mindestens

drei Monate engen Kontakt zu Muttertieren. Sie dürfen

zweimal täglich zur Kuh und sich in den ersten sechs

Wochen komplett satt trinken. Nach einem allmählichen

Prozess der Entwöhnung fressen sie Gras oder Heu

und kommen in den Herdenverband. »Einige von ihnen

wachsen zu Milchkühen heran, andere werden entweder

als Kälber, Jungbullen oder als Färse (geschlechtsreifes

Rind bis zur ersten Kalbung) geschlachtet und

beispielsweise zu den bei Alnatura angebotenen

Bio-Rindfleischgerichten verarbeitet.«

»Der Weideschuss funktioniert nur,

wenn ich als Erzeuger nur wenige

Tiere halte und ein mobiles

Schlachthaus oder einen Schlachthof in

nächster Umgebung habe.«

Franz Berchtold

Ich möchte von Franz Berchtold wissen: Werden die

Kälber auch durch einen Weideschuss getötet? »Nein,

sie werden bei uns auf dem Hof geschlachtet und konform

zum geltenden Recht mit einem Bolzenschussgerät

betäubt. Wir können nicht alle Kälber mitaufziehen.

Herden haben natürliche Grenzen, auch das gilt es zu

respektieren. Ein Überbesatz an Rindern wäre schädlich

für das intakte Ökosystem unserer Weidelandschaft.

Wären wir nicht, würden die Kälber dem Wolf oder Bären

zum Opfer fallen. Zumindest war es in der Natur einmal

so, bevor der Mensch in das System eingegriffen hat

und angefangen hat, Nutztiere zu halten, Ställe zu

bauen und so weiter.«

WÜRDEN WIR SIE NICHT ZÜCHTEN,

WÜRDEN SIE AUCH NICHT LEBEN

Franz Berchtold vertritt eine klare Position in Bezug auf

Viehhaltung für Milch und Fleisch: »Ein Tier, das nicht

gelebt hat, hat auch nichts von sich gehabt. Wenn ich

höre: Melken und Milchtrinken wären Ausbeutung.

Damit spreche ich dem Tier das Recht ab, hier zu leben!

Das Tier wird bei uns umsorgt. Ein Rind lebt auch nicht

ewig. Kein Lebewesen tut das. Und würde es in der

Wildpopulation leben, würde es vielleicht im Alter

elendig zugrunde gehen. Das könnte in der freien Natur

Tage oder gar Wochen dauern, das Tier würde leiden.

Einem leidenden Pferd gibt man den Gnadenschuss.

Wir würden das definitiv auch machen, wenn es so

wäre. Aber wir lassen es ja so weit nicht kommen.«

Nach einem langen Tag voller Gespräche mit Franz

Berchtold und seinen Mitstreitern, Zeit auf der Weide

und beim abendlichen Melken im Stall fahre ich durch

das hügelige Allgäu, eine von Mensch und Tier gleichermaßen

geschaffene, bäuerlich geprägte Kulturlandschaft

voller Wiesen, Weiden, Weiher, kleiner Wäldchen und

dahinter herausragender Kirchtürme samt Bauerndörfern.

Und immer wieder stehen grasende Rinder in

der Landschaft und erfüllen diese mit ihrem Glockengebimmel.

Ich finde es mutig von Franz Berchtold und den

anderen Allgäuer Bio-Heumilchbauern, dass sie ihre

Produkte »Weideschuss« nennen, in einer Zeit, in der

vieles so be nannt wird, dass es bloß das eigene Gewissen

beruhigt. Vor Augen sehe ich Franz Berchtold in

Gummistiefeln am Abend im warmen Stall, inmitten

der muhenden Rinder und Kälber. Nichts scheint ihm zu

viel. Auch nicht, seinen Tieren einen schnellen, möglichst

stressfreien Austritt aus dem Leben zu geben. Er trägt

Verantwortung aus Respekt und somit Verantwortung

bis zum Schluss. MF

Bei Franz Berchtold (links) zu Hause,

mit Weideschuss-Mitstreiter Alfred Fahr

im Gespräch über weitere Produkte.

Diesen Beitrag

finden Sie auch

im Alnatura

Magazin Online.

alnatura.de/weideschuss

Küchenfertige Fleischprodukte

von Weideschuss:

Gutes Gulasch, Saftige Roulade,

Cordon bleu sowie Böfflamott

und Wiener Schnitzel – erhältlich

vorerst in den meisten Alnatura

Märkten in Bayern und Baden-

Württemberg.

Alnatura Magazin März 2022

37


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Schon probiert?

Alberts

Bio-Lupinenfilet** vegan

Pflanzliches Filet aus Süßlupinensamen,

verfeinert mit verschiedenen Gewürzen. Es

hat eine bissfeste Konsistenz und ist einfach

in der Zubereitung. Mit etwas Öl in eine

Pfanne geben und knusprig braun anbraten.

Das zarte Filet schmeckt pur zu Kartoffeln,

Pasta und Salat oder in Zwiebelrahmsauce

gratiniert im Ofen.

200 g 3,49 € (100 g = 1,75 €)

Söbbeke

Bio-Käse Wilder Bernd**

Der Schnittkäse mit 50 Prozent Fett in der

Trockenmasse hat einen würzigen

Charakter. Herge stellt wird er

in der unterneh menseigenen

Dorfkäserei mit

fair bezahlter Bioland-

Milch aus Nordrhein-

Westfalen und

Niedersachsen.

Affiniert mit einer

Mischung aus

mildem, zwei Jahre

gereiftem

Dinkelkorn und

einem speziellen

Eichen rindensud. Acht

Wochen gereift und von

Natur aus laktosefrei.

je 100 g 2,19 €

38 Alnatura Magazin März 2022

Bio Mare

Geräucherter

Bio-Lachs

oder Geräucherte

Bio-Forellenfilets

Der Lachs stammt aus Aquakulturen vor der irischen und schottischen

Küste, die Forellen aus einer Naturland-zertifizierten Aquakultur in

Griechenland. Sie werden gesalzen und über Buchenholz mit

Wacholderbeeren geräuchert. So erhalten sie ihr leicht rauchiges

Aroma. Ebenfalls bei Alnatura erhältlich: Bio-Garnelen mit Kräutern

und Knoblauch.

Geräucherter Lachs 100 g 6,99 €

Geräucherte Forellenfilets 125 g 6,49 € (100 g = 5,19 €)

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Entdecken Sie

jeden Monat immer

wieder neu die günstigen

Preise in Ihrem

Alnatura Markt.

Taifun

Bio-Feto Natur vegan

Der fermentierte Tofu

wird hergestellt aus

Naturtofu und vegetarischen Joghurtkulturen. Er

schmeckt fein-salzig mit einer angenehm säuerlichen

Note und kann nach Belieben gewürzt werden. Ob pur,

im Salat oder zur Zubereitung von veganen Aufstrichen:

Dieser Tofu ist vielseitig einsetzbar und lässt sich sowohl

kalt als auch warm genießen.

200 g 2,59 € (100 g = 1,30 €)

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** Nicht in allen Märkten erhältlich.


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Alnatura Magazin März 2022

39


ZU BESUCH BEI PUMPKIN ORGANICS

Gemüseliebe

kinderleicht

Viel Gemüse, wenig Fruchtpürees –

das steckt in den Snacks und

Quetschies von Pumpkin Organics.

Denn Gründerin Jaclyn Schnau ist

überzeugt: Es braucht nicht viel Süße,

um Kinder für verschiedene

Geschmacksrichtungen zu begeistern.

Mit ihren Produkten möchte sie Eltern

dabei unterstützen, Kindern schon

früh abwechslungsreiche

Essgewohnheiten beizubringen.

V

iele Eltern kennen das: Mit dem Start in das Beikostalter

haben sie für ihre Sprösslinge Möhren,

Kartoffeln und vieles mehr geschält, gehäckselt,

gekocht und püriert, bis die Küchengeräte glühten – nur

um ab dem dritten Lebensjahr eine hartnäckige Gemüseabneigung

festzustellen. »Möhren will ich nicht«, betont

beispielsweise meine Zweieinhalbjährige gern inbrünstig.

Habe ich etwas falsch gemacht? »Nein, überhaupt nicht«,

versichert mir Jaclyn Schnau, Gründerin des Babynahrungsunternehmens

Pumpkin Organics aus München.

»Selbst Kinder, die zwischen sechs Monaten und zwei

Jahren offen für neue Geschmacksrichtungen waren,

entwickeln häufig eine Abneigung gegen neues, aber

auch altbekanntes Essen. Aber wissen Sie was? Das ist

okay. Diese Phase geht vorbei. Und das Fundament für

40 Alnatura Magazin März 2022


ZU BESUCH BEI PUMPKIN ORGANICS

Für unterwegs

die lebenslange Offenheit gegenüber verschiedenen

Geschmäckern wird in der Babyzeit gelegt – also in

den ersten tausend Lebenstagen. Man spricht hier

von der sogenannten ›Prägenahrung‹. Man kann

mit einem vielfältigen und spannenden Angebot aus

verschiedenen Texturen und Geschmäckern die Liebe

für Gemüse tatsächlich lernen.«

Fünf Sorten Gemüse-Quetschies

aus vollständig recycelbarem

Verpackungsmaterial finden Sie

in Ihrem Alnatura Markt.

MUTTERMILCH ALS VORBILD

Dass kleine Kinder so viele Geschmacksrichtungen

wie möglich kennenlernen, dabei möchte Pumpkin

Organics mit seinen Produkten Eltern so gut es

geht unterstützen. »Denn seien wir ehrlich: Für die

wenigsten Mamas und Papas ist es realistisch, jede

Mahlzeit, jeden Snack frisch und bio zu kochen oder

zu backen. Fertige Babynahrung kann hier Druck rausnehmen.«

Aus dieser Motivation heraus gründete die

gebürtige Kanadierin 2016 Pumpkin Organics. Ihr

Mann Florian Schnau stieg etwas später in das Unternehmen

mit ein.

Die Mission: Baby- und Kindernahrung zu entwickeln,

die statt Fruchtpürees viel Gemüse enthält.

Mittlerweile umfasst das Sortiment unter anderem

Snacks wie Quetschies und Gemüse-Puffs. Moment –

noch mehr Quetschies auf einem schon gut gesättigten

Markt? »Viele Quetschies enthalten jede Menge

Fruchtzucker, den wir genauso wie weißen Kristallzucker

als problematisch für Kinder erachten, wenn

er zu viel konsumiert wird«, sagt Jaclyn Schnau.

»Oft stecken in einem Quetschie über zehn Gramm

Zucker pro hundert Gramm, was mitunter mehr ist als

in hundert Milliliter Coca-Cola. Wir wollten von Anfang

an in unseren Produkten mit weniger zuckerhaltigen

Zutaten auskommen, denn wir sind überzeugt:

Das Verlangen nach süßen Lebensmitteln ist großteils

erlernte Gewohnheit. Deshalb haben wir uns die na­

Jaclyn Schnau leitet

zusammen mit

ihrem Mann Florian

das Unternehmen

Pumpkin Organics.

ÜBER PUMPKIN ORGANICS

• 2016 gegründet

• Standort: München

• über zwölf Mitarbeitende

• Vertrieb der Produkte

in sieben Länder

• vollständig recycelfähige,

aus dem Monomaterial

Polypropylen gefertigte,

aluminiumfreie Quetschie-

Verpackungen

• weitere Infos unter

pumpkin-organics.de

Alnatura Magazin März 2022

41


ZU BESUCH BEI PUMPKIN ORGANICS

»Für uns sind gemeinsame Mahlzeiten

am Tisch ein wichtiges Ritual in der

Familie. Deshalb zeigen wir auf unserer

Website Ideen für Rezepte, die unter

anderem auch mit unseren Produkten

gekocht werden können.«

Jaclyn Schnau,

Gründerin Pumpkin Organics

Die Waffeln schmecken

wunderbar mit Joghurt,

frischen Früchten oder

Erdnussmus und können

auch am nächsten Tag

noch gegessen werden.

Dazu einfach kurz

im Toaster aufbacken.

türliche Grenze von sieben Gramm Zucker pro hundert

Gramm gesetzt. Denn so viel enthält auch Muttermilch.«

Möglich macht das der Einsatz von viel Gemüse, das von

Natur aus weniger zuckerhaltig ist als Obst. Süßkartoffeln,

Karotten, Spinat, Erbsen, Kürbis – all das findet sich zu

erheblichen Anteilen in den Quetschies von Pumpkin

Organics, ergänzt von Obst und Getreide wie Hafer sowie

von Oliven- oder Rapsöl, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren

enthalten.

HOPP ODER TOP? DIE KLEINE TOCHTER ENTSCHEIDET

Alle Rezepte für die Produkte kreiert Jaclyn Schnau in ihrer

eigenen Küche. An ihrer Seite als Chef-Produkttesterin:

ihre zweijährige Tochter Olivia. Die Kleine liebt es, in der

Küche mitzuhelfen. Und sie testet alle Kreationen für

Pumpkin Organics vor. »Sie ist unsere härteste Kritikerin«,

lacht Jaclyn Schnau. »Bei jedem ›No Mama‹ heißt es für

mich: Zurück in die Küche und das Rezept so lange

bearbeiten, bis es von ihr ein ›Mmh‹ bekommt.«

Diesen frühen positiven Umgang mit Nahrungsmitteln

hat Jaclyn Schnau auch in ihrer Kindheit in Moose Jaw

mitten im Farmland Kanadas erfahren. Gemüse kam dort

täglich auf den Tisch. Lebensmittel und die Arbeit, die

deren Anbau macht, wurden in ihrer Familie sehr geschätzt.

Diese Liebe und Passion für gutes Essen und Nachhaltig ­

keit wollte sie auch in ihr Berufsleben einbringen. Nach einem

Studium in Harvard arbeitete sie über zehn Jahre für amerikanische

Lebensmittelgroßkonzerne, um letztlich ernüchtert

festzustellen, dass ihre Ideale von einer bewussten Ernährung

oft auf taube Ohren stießen: »Was zählte, waren die

Finanzen, die Reputation an der Wall Street, vieles wurde

zentralisiert. Ich beschloss, dass ich in diesem System nicht

mehr leben will, sondern wirklich

etwas nachhaltig bewegen möchte.

Deshalb setzte ich bei Babynahrung

an mit der Mission ›Gesunde Kinder

auf einem gesunden Planeten‹ –

und Pumpkin Organics war geboren.«

JAB

Buchweizenwaffeln

mit Gemüsekick

ZUTATEN FÜR 4 PORTIONEN

300 g Buchweizenmehl

100 g Haferflocken Feinblatt

2–3 TL Ceylon-Zimt

3 TL Backpulver

2 Pumpkin Organics Bio-Gemüse-

Getreide-Quetschies Süßkartoffel,

Blaubeere, Birne und Rote Beete

2 TL Kokosöl

550 ml Haferdrink (davon können 150 ml

durch Wasser ersetzt werden)

ZUBEREITUNG

Trockene Zutaten vermengen. Gemüse-

Getreide-Quetschies mit Kokosöl und

Haferdrink mischen. Trockene und flüssige

Zutaten verrühren, pro Waffel 1–2 Schöpflöffel

Teig in ein Waffeleisen geben und

goldbraun backen.

Jaclyn Schnaus

zweijährige Tochter

Olivia hilft tatkräftig

in der Küche mit

und testet neue

Kreationen für

Pumpkin Organics

vor.

42 Alnatura Magazin März 2022


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Binden &

Slipeinlagen

Windeln Pants Feuchttücher

Wechsel zu Materialien pflanzlichen

Ursprungs auf der Haut!

“Würden Sie gerne den ganzen Tag eine Plastiktüte anstatt Unterwäsche tragen? Das ist die

Realität dessen, was Frauen und Babys heute tun, wenn sie konventionelle Standardwindeln,

Binden und Slipeinlagen verwenden. Mit Eco by Naty wollen wir das ändern, denn unsere

Produkte erlauben es, nur pflanzenbasierte Materialien auf der Haut zu tragen.”

– Marlene Sandberg, Gründerin und CEO von Naty

Swedish High-Tech Eco

Alnatura Magazin März 2022

43


BABY UND KLEINKIND

Unterwegs

mit Baby

Ein Ausflug mit Kind ist eine ganz eigene

Herausforderung, die erst einmal gelernt und

bewältigt werden will. Unsere Autorin erzählt

in unserer Kolumne von ihrer größten Panne

und ihrem persönlichen Endgegner.

44 Alnatura Magazin März 2022


BABY UND KLEINKIND

Tipps aus dem

Sortiment*

Erfahren Sie mehr über

die vielfältigen

Verwendungsmöglichkeiten

von

Mulltüchern unter

biobaby.de/mulltuch

N

ie hätte ich gedacht, dass ich einmal

mit so viel Gepäck unterwegs sein

könnte. Doch nun, nach der Geburt

meines ersten Kindes, war das meine Realität.

Ich war zu einer menschlichen Schwerlastträgerin

geworden – und hatte mich daran gewöhnt.

Ungewohnt dagegen, ohne Kind unterwegs

zu sein und nur die eigene Handtasche

zu tragen – wie schwerelos sich das anfühlt!

Immerhin weiß ich mittlerweile nach zweieinhalb

Jahren Erfahrung, was immer dabei sein

muss. Obwohl sich die Packliste für unterwegs

mit den Lebensphasen meiner Tochter stetig

gewandelt hat. Waren es am Anfang Windeln

und Stillschal, die nicht fehlen durften, wurden

daraus später Windeln und Breigläschen, noch

später kamen Snacks für den kleinen Hunger hinzu,

der sich mit Sicherheit immer irgendwann

meldete – ob bei mir oder dem Kind. Treue Begleiter

aber in jedem Alter: Feucht- und Taschentücher,

denn vor Kleckereien, verschmierten

Mündern und schmutzigen Händen (ja, auch

den eigenen!) gibt es kein Entkommen.

Wobei diese Routine nicht ohne einige Vergesslichkeitspannen

entstanden ist, die meistens

so weh taten, dass ich den gleichen Fehler

kein zweites Mal beging. Ich sage nur: Windel

voll im Autohaus ohne Wickelplatz, Reinigen

auf hartem Toilettenkabinenboden mit kratzigem

Hygiene-Papier, weil Feuchttücher vergessen

– meine Kleine hat so tapfer durchgehalten!

Mittlerweile schaffe ich es aber auf Alltagsausflügen,

zuverlässig an alles zu denken und

auch nicht mehr allzu sehr ins Schwitzen zu

geraten, wenn das Kind mal unzufrieden wird

und weint. Wie schnell bin ich in diesen

Momenten früher nach Hause gespurtet!

End gegner sind aber nach wie vor lange

Urlaube. Dafür an alles zu denken, braucht

entweder ein Elefantengedächtnis, tagelange

Vorbereitung oder eine sehr ausführliche,

stetig gepflegte Packliste. Und auf der Fahrt

zum Urlaubsziel rattert es mir dann stundenlang

durch den Kopf, was ich vergessen haben

könnte. Wobei ich doch immer öfter feststelle:

Meist ist es gar nicht so schlimm, wenn etwas

fehlt. Sind es die Hausschuhe, werden einfach

zwei Socken übereinander angezogen. Und

eine Kapuze ersetzt locker mal die vergessene

Mütze. JAB

Was muss mit?

Tipps unserer Hebamme

finden Sie auf

der nächsten Seite.

Biobaby

Zwei große Mulltücher**

Die weichen und saugfähigen

Mulltücher aus hundert Prozent

Bio-Baumwolle sind vielseitig einsetzbar,

zum Beispiel als Spucktuch

oder Windel.

1 Doppelpack 12,95 €

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Baby Feucht tücher

vegan

Die Tücher mit Bio-Calendula

sind ideal für die sanfte Reinigung

von Gesicht, Händen und

Po. Sie sind parfümfrei, alkoholfrei

und ohne ätherische Öle;

die pH-hautneutrale Lotion

spendet zudem Feuchtigkeit.

Hergestellt aus Cellulose aus

nachhaltiger Forstwirtschaft.

1 Pck. (48 St.) 2,79 €

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser

Seite handelt es sich um Anzeigen. Sie

erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura

Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.


BABY UND KLEINKIND

Tipps unserer

Hebamme

Sophia Knauf

Entspannt unterwegs

Sophia Knauf ist Hebamme im Landkreis

Darmstadt-Dieburg. Für einen entspannten

Ausflug mit Kind rät sie: »Packe rechtzeitig

die Wickeltasche. Und achte darauf, ob dein

Kind gut geschlafen hat. Quengelige Kinder

brauchen alles andere als noch mehr Trubel.

Verschiebe den Ausflug ansonsten zeitlich

etwas nach hinten oder lege ihn, wenn möglich,

auf einen anderen Tag. Falls du einen Termin

einhalten musst, schau, dass dein Kind danach

wieder ruhige Momente bekommt, um sich

zu entspannen.«

Nachhaltige Alltagshelfer*

Was muss mit?

• 2–3 Einwegwindeln oder Stoffwindeln

• Feuchttücher

• Wickelunterlagen

• Babycreme gegen wunden Po

• Mullwindeln

• Hygiene-Handspray oder -gel

• Schnuller oder Beißring

• Ersatzkleidung

• Sonnen- oder Regenschutz

• ggf. Fläschchen und Pre-Nahrung sowie

warmes Wasser in der Isolierkanne

• ab dem Beikostalter: Getränk und Snacks

• Lätzchen

• Tüten oder Beutel (z. B. um schmutzige

Kleidung darin zwischenzulagern)

• Trage (wenn das Baby nicht mehr

im Kinderwagen liegen möchte)

• etwas Spielzeug

• Medikamente, falls akut erforderlich

• Snacks und Getränke zur Stärkung

von Mama und Papa

Hydrophil

Kinderzahnbürste »Maus«

Die extraweichen, abgerundeten Borsten

sind gut für empfindliches Zahnfleisch

geeignet, selbst wenn die Kleinen mal

etwas heftiger putzen. Der Griff besteht

aus biologisch abbaubarem Bambus.

Ideal für Kinder ab drei Jahren.

1 St. 2,89 €

So vermeiden Eltern Müll

Sophia Knauf stellt bei ihrer Tätigkeit fest, dass für immer mehr Familien

Nachhaltigkeit wichtig ist und diese deshalb beispielsweise auf Wegwerf ­

Feuchttücher und Einweg-Wickelunterlagen verzichten. »Auch Waschlappen

– transportiert in einem verschließbaren Beutel oder in einer Dose –

sind eine gute Alternative. Und es gibt zahlreiche wasserdichte, waschbare

Wickel unterlagen, über die man zusätzlich noch ein Mulltuch legen kann.

Stillende Mamas können mit waschbaren Stilleinlagen Müll vermeiden und

auch Stofftaschentücher sowie waschbare Stoffwindelhosen werden in

vielen Fami lien wiederentdeckt«, so die Hebamme.

hebammenstuebchen- dieburg.de

46 Alnatura Magazin März 2022


BABY UND KLEINKIND

Emeal

Thermo-Essglas

Das Set besteht aus einem Glas mit

Schraubverschluss, einem Thermobecher

und einem darin integrierten

Löffel. Das Gläschen kann mit

heißen oder kalten Speisen oder

Getränken befüllt werden; der

Thermobecher hält den Inhalt warm

oder kühl. Der Löffel besteht aus

nachwachsenden Rohstoffen auf

Zuckerrohr-Basis und kann recycelt

werden. Ideal für Ausflüge.

1 St. 19,99 €

Squiz

Wiederverwendbare Quetschbeutel

Der auslaufsichere, 130 Milliliter fassende

Quetschbeutel wird in der Schweiz hergestellt

und kann mehr als 50-mal (getestet in einem

europäischen Labor) wiederverwendet werden.

Er ist für Smoothies, Joghurt oder Babybrei geeignet

und kann entweder im Kühlschrank oder

in der Gefriertruhe aufbewahrt werden. Dank

seines patentierten Doppeldruckverschlusses

hält er garantiert dicht. Zerquetschte Bananen

in Hand- oder Schultasche

gehören damit der Vergangenheit

an.

je 1 St. 3,99 €

Quetschies sind eine praktische

Ergänzung für unterwegs. Sie können

aber frische Bio-Lebensmittel nicht

ersetzen. Das Kauen von Apfel,

Karotte und Co. fördert zudem die

Kaumuskulatur.

Biobaby

Dreieckstuch Doppelpack**

Die weichen und saugfähigen

Halstücher aus Mull sind beispielsweise

ideal in Babys Zahnungsphase

mit vermehrter Speichelbildung.

In zwei Längen einstellbar.

1 Doppelpack 9,95 €

mach m!t

Taschentücher

Die vierlagigen Taschentücher bestehen

aus hundert Prozent hygienischen Recyclingfasern

und überzeugen somit

neben Weichheit und Reißfestigkeit

auch durch besondere Umweltfreundlichkeit.

Praktisch für unterwegs für

Groß und Klein. Ausgezeichnet mit dem

Blauen Engel.

15 Pck. à 10 St. 1,59 € (1 Pck. = 0,11 €)

Logodent

Kinderzahnpasta**

Geeignet ab dem ersten

Zahn: Das Zahngel mit

natürlichem, süß-fruchtigem

Bio-Erdbeer- Extrakt

reinigt mit Xylitol und

natürlichem Kieselgel. Frei

von Fluorid.

50 ml 2,99 €

(100 ml = 5,98 €)

Goldi

Kautschukschnuller

Zu hundert Prozent aus Naturkautschuk

und ohne Luftfüllung im Saugteil

gefertigt. Der Schild ist weich und

gerade, wodurch die Lippen- und

Mundmuskeln genug Bewegungsfreiheit

für aktive Muskeltätigkeit haben.

Die Ventilationslöcher verhindern

Festsaugen und helfen, Rötungen

durch Speichel zu vermeiden.

je 1 St. 3,99 €

Der moderne Gummischnuller

wurde in der zweiten Hälfte

des 19. Jahrhunderts erfunden.

Davor waren seit dem Spätmittel

alter sogenannte Lutschbeutel

als Stoffschnuller

verbreitet. Das zusammengeschnürte

Leinentuch wurde

häufig mit einer gesüßten Masse

aus Brot, Zwieback, Mehl und

Brei – meist aus Äpfeln oder

Möhren – gefüllt.

* Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen.

Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.

** Nicht in allen Märkten erhältlich.

Alnatura Magazin März 2022

47


ZU BESUCH BEI HOLLE

Nachhaltig von Anfang an

Seit über 85 Jahren setzt das Babynahrungsunternehmen Holle

konsequent auf Natürlichkeit: Ausschließlich Rohstoffe aus Demeteroder

biologischer Landwirtschaft werden für die Herstellung der

Babykost verwendet. Seine Pionierrolle hat das Schweizer

Unternehmen auch in Sachen Milchnahrung aus Ziegenmilch

bewiesen – mit seiner bald 20-jährigen Erfahrung.

Die Geschmacksnerven von Kindern sind wie ein unbeschriebenes

Blatt Papier: Sie haben noch nicht

viel gekostet und sind sehr sensibel. Deshalb setzen

wir in unseren Babyprodukten auf pure Rezepturen mit

möglichst wenigen Zutaten«, sagt Lana Sudar Busetic,

Key Account Managerin bei dem Schweizer Babynahrungshersteller

Holle. Und diese Zutaten stammen mindestens

aus biologischer Landwirtschaft, wo immer möglich aber

aus biodynamischem Landbau. Deshalb trägt der überwiegende

Anteil der Holle-Produkte das Demeter-Siegel,

eine Besonderheit auf dem Markt von Babynahrungsprodukten.

»Nirgends ist die Erwartung an Qualität so hoch

wie bei Babyprodukten«, betont Udo Fischer, der neben

Anne Mutter und Angelo Ferrara Geschäftsführer von

Holle ist. »Und das ist natürlich nicht erst seit gestern so.

Deshalb wird seit Beginn auf den Einsatz von Pestiziden

und chemisch-synthetischen Düngemitteln auf den Feldern

verzichtet. Rohwaren, Zwischenprodukte und fertige Erzeugnisse

sind ausschließlich in bester Bio-Qualität und

werden fortlaufend kontrolliert.«

48 Alnatura Magazin März 2022


ZU BESUCH BEI HOLLE

ÜBER HOLLE

• 1933 in Arlesheim

in der Schweiz gegründet

• Standort: Riehen, Basel (Schweiz)

• rund 50 Mitarbeitende

• Vertrieb der Produkte in 50 Ländern

auf allen Kontinenten

• Babynahrungsvollsortiment von

Bio-Milchnahrung bis Quetschies

• seit 2013 klimaneutral*,

seit 2021 klimapositiv**

(mehr Infos unter holle-klimapositiv.de)

Auf ausgedehnten Weiden im Südschwarzwald

können die Ziegen nach Herzenslust fressen,

laufen und klettern. Von ihnen stammt die Milch,

aus der Holle seine Säuglingsmilchnahrung

auf Ziegenmilchbasis herstellt.

*/** In Zusammenarbeit mit den Klimaexpertinnen und

-experten von Soil & More Impacts wird der CO2-Fußabdruck

berechnet und in regionalen und internationalen

Minderungsprojekten ein Ausgleich geschaffen.

BIODYNAMISCH SEIT 1934

Und das bereits seit vielen Jahrzehnten: Die Holle-

Nährmittel AG wurde bereits in den 1930er-Jahren im

schweizerischen Arlesheim gegründet. Seit 1934 ist

Holle biodynamisch. Und 1951 erhielt es als eines der

ersten Unternehmen weltweit einen Demeter-Verarbeitungsvertrag.

Eine Bewirtschaftung und Produktion mit

Rücksicht auf die Natur spielt also seit jeher eine wichtige

Rolle. 2013 begann Holle dann, die ersten Milchnahrungen

klimaneutral* zu produzieren. Weitere Produkte

wie Getreidenahrungen und Quetschies folgten.

Seit 2021 geht Holle noch einen Schritt weiter und

stellt seine Milchnahrungen auf klimapositiv** um –

das heißt, es werden mehr Treibhausgase kompensiert

als in dem Bereich verursacht werden. »Klimapositiv ist

der nächste konsequente Schritt zur Gestaltung einer

enkeltauglichen Zukunft«, sagt Udo Fischer.

»AUF ZIEGENMILCH SETZEN WIR SCHON LANGE«

Bereits 2003 hat Holle eine Säuglingsnahrung auf Ziegenmilchbasis

auf den Markt gebracht. Ab 2014 wurde

die Milchnahrung aus Ziegenmilch offiziell von der EU

als Säuglingsmilchnahrung anerkannt. Bis dahin war es

eine Spezialnahrung auf Ziegenmilchbasis. Holle hatte

schon immer im Bewusstsein, dass Ziegenmilch besonders

gut für Säuglinge geeignet ist, wenn Stillen nicht

möglich ist. 1 Die Weiterentwicklung der Rezepturen mit

vollwertiger Bio-Ziegenvollmilch erlaubt seit 2020 den

Verzicht auf Palmöl. Eine gute Alternative für Eltern,

die Milchnahrung ohne Palmöl verwenden wollen.

»Fertigmilch aus Ziegenmilch kann eine Alternative

sein, wenn das Kind den Geschmack einer Milchnahrung

aus Kuhmilch ablehnt oder es Unverträglichkeiten

gegen diese zeigt«, sagt Lana Sudar Busetic. »Solche

Anzeichen von Unver träglichkeiten sollten aber immer

mit einer Fachperson aus dem Gesundheitswesen besprochen

werden.« Die Milch stammt von Ziegen, die

hauptsächlich von Demeter-Milchbäuerinnen

und -Milchbauern im Südschwarzwald gehalten

werden. Die Tiere haben dort viel Auslauf auf der

Weide, Futter in Demeter- oder Bio-Qualität und es

wird auf Enthornung verzichtet.

DIE KLEINEN TESTEN VOR

Von der Rezeptur bis zum fertigen Produkt durchlaufen

alle Kreationen von Holle einen umfangreichen

Prüf plan, bei dem nicht nur eventuelle Rückstände

streng analysiert werden, sondern auch ein geschultes

Sensorik­ Team Geschmack, Farbe, Konsistenz und

Geruch des Produktes beurteilt. »Aber unsere wirkliche

Jury sind die Kinder unserer Mitarbeitenden«,

sagt Lana Sudar Busetic lachend. »Sie dürfen unsere

neu entwickelten Produkte vortesten und man

bekommt sehr oft ungefilterte, wertvolle Rückmeldungen.«

Von feinen Zungen eben. JAB

Neu

Folgemilch ohne Palmöl

eignet sich nach dem

sechsten Monat im

Rahmen einer gemischten

Ernährung aus Flaschenund

Breimahlzeiten.

Für

unterwegs

Entdecken Sie jetzt

in Ihrem Alnatura

Markt die neuen

Quetschies von Holle:

Fruchtpürees mit

Joghurt, geeignet

ab dem achten Monat.

Die Verpackung

besteht aus dem

Kunststoff

Polypropylen und

ist damit sehr gut

recycelbar.

1

Wichtiger Hinweis: Stillen ist das Beste für Ihr Baby, denn Muttermilch versorgt Ihr Baby mit allen wichtigen Nährstoffen,

die es für sein Wachstum und seine Entwicklung benötigt. Informieren Sie sich in Ihrer Kinderarztpraxis, in der Klinik oder

bei einer Ernährungs- und Stillberatungsstelle, falls Sie eine Säuglingsmilchnahrung verwenden möchten.

Alnatura Magazin März 2022

49


AUS UNSEREM SORTIMENT*

Die Kraft der Nacht

Während wir schlafen, ist unsere Haut äußerst munter.

Denn sie nutzt die nächtliche Ruhe, um sich von innen heraus zu regenerieren.

Am nächsten Morgen sieht sie wunderbar erholt aus, besonders wenn sie

mit der richtigen Nachtpflege unterstützt wird. Die Kosmetik von Dr. Hauschka

fördert die nächtliche Regeneration mit einer wässrigen, vitalisierenden

Nachtpflege, die den Rhythmus der Haut respektiert. Sie basiert auf

Heilpflanzenextrakten, die der Haut wichtige Impulse geben.

Gesichtswaschcreme

vegan

Basisreinigung am

Morgen und Abend.

Die Komposition mit

Ringelblume, Kamille,

Johanniskraut, Wundklee

und Mandel belebt und

klärt auf milde Weise.

50 ml 13,– €

(100 ml = 26,– €)

Gesichtstonikum vegan

Die Komposition mit Zaubernuss

und Wundklee stärkt die Haut

und führt zu einem frischen und

belebten Hautgefühl. Ideal nach

der Reinigung oder zwischendurch.

100 ml 22,– €

50 Alnatura Magazin März 2022 * Bei den Produktvorstellungen auf dieser Doppelseite handelt es sich um Anzeigen. Sie erhalten die Produkte in Ihrem Alnatura Super Natur Markt.


Augen-Make-up-Entferner

vegan

Reinigt die empfindliche Haut

der Augenpartie sanft und

zuverlässig – auch von wasserfestem

Augen-Make-up.

Im gleichen Schritt pflegt er

die Haut mit leichten, schnell

einziehenden Ölen.

75 ml 19,50 €

(100 ml = 26,– €)

Tag- und Nachtkur sensitiv vegan

Die Ampullenkur mit Auszügen aus

Borretsch, Perle, Malachit und Eichenrinde

stärkt gerötete, empfind liche

und zu Couperose neigende Haut und

lässt sie frei atmen.

10 ml 21,– € (100 ml = 210,– €)

Nachtserum vegan

Die Komposition mit Apfelblüte

und Apfelfrucht unterstützt den

Rhythmus der Haut und begleitet

durch die Nacht. Ergänzt durch

Zaubernussauszug stärkt sie jede

Haut und lässt sie am Morgen

in neuer Frische strahlen.

20 ml 26,– € (100 ml = 130,– €)

Der Markentisch des Monats

Die hier abgebildeten Naturkosmetik-Produkte

finden Sie in Ihrem Alnatura Super Natur Markt

auf dem Markentisch und im Regal.

Alnatura Magazin März 2022

51


Aktuelles

aus Bio-Welt und

Gesellschaft

PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN

Mittagstisch für bedürftige Kinder

Derzeit geht jedes vierte Kind in Deutschland ohne Frühstück zur Schule –

eine alarmierende Zahl! Auch eine warme Mahlzeit am Tag ist ungemein

wichtig, doch vielen Kindern ist dies nicht vergönnt. Ihre Familien können

es sich oft nicht leisten, worunter zuallererst die Kleinsten leiden. Die Arche

Kinderstiftung setzt sich für mehr Chancengleichheit von Kindern ein und

fördert deshalb ganz besonders die, die es am allernötigsten haben. Neben

vielseitigen anderen Angeboten bietet die Arche einen kostenfreien warmen

Mittagstisch für bedürftige Kinder in vielen Städten Deutschlands an. Ein

Mittagessen ist in den Häusern der Arche für die Heranwachsenden aus

meist sozial benachteiligten Lebensverhältnissen neben dem wichtigen

Aspekt gesunder und vollwertiger Ernährung auch ein Gemeinschaftserlebnis

und ein zentraler Baustein eines geregelten Tagesablaufs.

PAYBACK Kundinnen und Kunden können das Engagement der Arche

Kinderstiftung unterstützen, indem sie ihre PAYBACK Punkte spenden.

Das ist bereits ab einem Stand von 200 Punkten möglich. Einfach unter

payback.de/spendenwelt Projekt aussuchen, Log-in-Daten eingeben

und Punkte spenden.

BUCHTIPP

Orientalische Küche

leicht gemacht

Sabrina Ghayour steht für raffinierte

Köstlichkeiten aus der Küche des Orients.

Das beweist sie bereits in ihren Kochbuch-

Bestsellern »Persiana«, »Orientalia« und

»Vegetariana«, in denen sie die Leserinnen

und Leser mit auf kulinarische Entdeckungsreisen

nimmt. In ihrem neuen Kochbuch

»Simply – Einfache

Rezepte aus den Küchen

Persiens« zeigt sie in

über hundert Rezepten,

wie unkompliziert die

persische Küche sein

kann. Neben grünem

Hummus, Tomaten-

Erdnuss­ Salat, Chorizo-

Börek oder Kebab kommt

dabei auch das Süße nicht

zu kurz. Die Köchin und

Autorin, im Iran geboren

und heute in London lebend, wird gerne als

die inoffizielle Botschafterin der persischen

Küche im Westen bezeichnet. Mit ihren

orientalischen Gerichten sorgt sie auf ihrem

Blog, in Pop-up-Restaurants und in Kochkursen

oder -shows regelmäßig für rege

Begeisterung. »Simply« ist in der deutschen

Übersetzung im Hölker-Verlag erschienen

und für 28 Euro im Buchhandel erhältlich.

Mehr zu Sabrina Ghayour unter

sabrinaghayour.com MF

+++ Ganz in unserem Sinne: Die neue Bundesregierung

macht den Bio-Landbau zum Leitbild

für eine nachhaltige Landwirtschaft. +++

Flächen

gesucht!

Bio wächst weiter:

Alnatura auch in Ihrer

Nähe?

Uns erreichen jeden Tag Anfragen von

Menschen, die sich einen Alnatura

Markt in ihrer Nähe wünschen.

Deshalb suchen wir dringend

Gewerbe flächen. Falls Sie ein

Grundstück ab 2 500 Quadratmetern

oder eine attraktive

Einzelhandels fläche mit mindestens

550 Quadratmeter Verkaufs fläche

kennen, dann melden Sie sich gerne per

Mail unter expansion@alnatura.de.

Mehr Infos für potenzielle Immobilienpartner

gibt es unter alnatura.de/expansion

52 Alnatura Magazin März 2022


AUS DER POLITIK

Neue Regierung will

Familienrecht anpassen

Seit 2019 steigt die Zahl der Scheidungen in Deutschland

wieder an, die Scheidungsrate liegt derzeit bei

knapp 40 Prozent. Damit einhergehend gibt es immer

mehr Patchworkfamilien. Denn die Geschiedenen gehen

oft wieder neue Beziehungen ein, häufig damit

verbun den sind dann andere Familienkonstellationen.

Die neue Bundesregierung möchte die Gesetze an die

veränderten Realitäten in den Familien anpassen. Man

wolle der »gesellschaftlichen Wirklichkeit Rechnung

tragen«, heißt es im Koalitionsvertrag. Dazu gehört die

lange diskutierte Reform des Familienrechts. Patchworkfamilien

sollen in Zukunft gestärkt werden, indem

das »kleine Sorgerecht« ausgeweitet wird. Künftig

könnte es dann neben den leiblichen Eltern bis zu zwei

weitere Elternteile geben. Die Ampel-Koalition spricht

von einer sogenannten »Verantwortungsgemeinschaft«:

Menschen sollen – rechtlich garantiert – füreinander

einstehen können, auch jenseits von Familien- oder

Liebes beziehungen. Darüber hinaus soll die doppelte

Mutterschaft für lesbische Paare möglich sein.

Vereinbart ist ebenfalls eine einkommensabhängige

Kinder grundsicherung, womit Kinderarmut entgegengewirkt

werden soll. MF

BUCHTIPP

Spannende Buchreihe

über unser Morgen

Die Buchreihe »morgen – wie wir leben wollen«, erschienen

in der Edition Integralis, beschäftigt sich mit relevanten

Zukunftsthemen und möchte mit seinen Gesprächen, Essays

und wissenschaftlichen Texten zu neuem Denken anregen.

Jeder Band der Serie, die auf zwölf Teile ausgelegt ist, greift

aktuelle Debatten auf und lässt namhafte Expertinnen sowie

mutige Macher zu Wort kommen. Die Bücher lesen sich wie

eine Sammlung spannender Reportagen im Editorial-Stil.

Abwechslung ist garantiert. Erschienen sind bislang vier Titel

zu den Themen Ernährung, Medien, Umwelt und Wohnen.

Band fünf (Gesundheit) folgte Ende Februar. Erhältlich

ab 24,80 Euro pro Band. Weitere Infos unter

morgen-buecher.de MF

Mehr als 300 europäische Städte

haben sich für den European Green

Cities Award beworben. Der Preis

2022 geht an die französische

Stadt Nantes für das Projekt

»Le Jardin Extraordinaire«.

GREEN CITIES EUROPE

Städte grüner machen

Um mehr Land in Form von Bäumen, Pflanzen, Biodiversität

und Naturerlebnis in die Städte zu tragen, hat die Europäische

Union das Projekt Green Cities Europe ins Leben gerufen. Dieses

sieht die massive Aufforstung in den europäischen Städten vor

und möchte mit dem European Green Cities Award zum »Go

Green« inspirieren. Der Award 2022 geht an die französische

Stadt Nantes für das Projekt »Le Jardin Extraordinaire« – die

Umwandlung eines stillgelegten Steinbruchs mitten in der

Stadt in einen Erlebnispark mit fantastischen Ausblicken. Das

im Steinbruch bestehende Mikroklima erlaubt die Anpflanzung

von exotischen Bäumen bis hin zu Bananenstauden, sodass

der Park eine exotische Atmosphäre versprüht.

Eine Ikone unter den Gebäuden, die für das Projekt stehen,

ist auch der Mailänder Hochhauskomplex Bosco Verticale.

Dieser macht sichtbar, wie Dächer und vertikale Flächen in

den Städten genutzt werden können, wenn anderweitig kein

ausreichender Platz für Grünflächen vorhanden ist. Neben

dem Ziel, CO 2 zu absorbieren, geht es bei dem Begrünungsprogramm

um einen weiteren wichtigen Aspekt: »Wir brauchen

zur Steigerung der Lebensqualität und zur Stärkung von Gesundheit

und Widerstandskräften der Menschen mehr Grünflächen

in unseren Städten«, so César Luena, stellver tretender

Vorsitzender des Ausschusses für Umweltfragen, öffent liche

Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Euro päischen

Parlament.

Dabei hat deren Bedeutung für viele in jüngster Zeit zugenommen:

Während der coronabedingten Lockdowns

wurden die unmittelbaren Grünflächen für einen Spaziergang

oder ein Treffen im Freien noch relevanter. »Lange Zeit, vielleicht

zu lange, wurden Städte und das Land als Gegensätze

angesehen. Aber nur, wenn es uns gelingt, mehr Ländlichkeit

in die Städte und mehr Städtisches aufs Land zu bringen,

können wir die großen vor uns liegenden Herausforderungen

be wältigen«, betont Norbert Lins, Vorsitzender des Ausschusses

für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im

Europäischen Parlament. MF

Alnatura Magazin März 2022

53


Lust auf

Kultur

Warum die Auseinandersetzung

mit Kunst im

Alnatura Magazin?

Alnatura entspringt aus

einem Denken, das die Welt

nicht nur auf das Materielle

reduziert – vielmehr geht

es um die Förderung der

menschlichen Entwicklung.

Murals stellen eine besonders auffällige

Form von Street-Art dar. Die großflächigen

Arbeiten zieren häufig Außenwände

von Gebäuden, Dächer oder Mauern,

wie die berühmte East Side Gallery in Berlin.

Manchmal gibt es Wandgemälde auch

in Innenbereichen. Eines der

beeindruckendsten Murals ist in New York

zu bewundern. Es stammt von dem

kubanisch-amerikanischen Maler José Parlá.

Kreative Wandmalerei

im öffentlichen Raum

Unter kalligrafisch geschwungenen weißen Linien

prallen kräftige Farben aufeinander. Dieses abstrakte

Spektakel findet auf einer 27 Meter breiten

und vier Meter hohen Leinwand im One World Trade

Center in New York statt, das an der Stelle der beiden im

Staub versunkenen Doppeltürme entstanden ist. Das

wahrscheinlich größte Mural New Yorks wurde 2014 von

José Parlá gemalt und trägt den Titel »ONE: Union of

the Senses«. Über acht Monate hat der Künstler in seinem

Atelier in Brooklyn an diesem riesigen Werk gearbeitet,

das seit der Eröffnung die Lobby des neuen World Trade

Centers ziert. Für Parlá ist es ein Bekenntnis zur Diversität:

»Die unterschiedlichen Farben repräsentieren für mich die

unterschiedliche Herkunft der Menschen.« Daher setzt

er trotz der tragischen Ereignisse vom 11. September 2001

auf das Verbindende, Versöhnende von Kunst an dieser

besonderen Stelle.

VIELFALT IST PARLÁS THEMA

Parlá beschreibt, dass er schon lange vor dem eigentlichen

Malprozess ein exaktes Motiv vor Augen hatte: Um die

weißen Linien zu kreieren, sprang er mitten im Pinsel­

54 Alnatura Magazin März 2022


Banksy

in der 41 Avenue

de Flandre, Paris

Murals beim

Spazierengehen entdecken

Wandbilder kann man in Zürich genauso entdecken wie

in Mailand oder Paris. Gerade Paris ist ein Freiluftmuseum

für Murals. Vom Bassin de la Villette über das

13. Arrondissement bis zum Viertel Oberkampf gibt

es in Paris zahlreiche Orte, an denen man Street-Art

begegnet. Die längste Wandmalerei von Paris wurde

2015 in der Rue d’Aubervilliers auf knapp 500 Metern

von Straßenkünstlerinnen und -künstlern wie Kashink

oder Combo angefertigt. Seit 2018 gibt es auch einige

Arbeiten von Banksy in Paris zu bewundern: An einem

Wochenende im Juni 2018 hinterließ der wohl berühmteste

Urban-Street-Artist der Welt unerkannt sieben

Fresken in der französischen Hauptstadt.

East Side Gallery, Berlin

Acht Monate arbeitete

José Parlá an dem größten

Mural New Yorks

»ONE: Union of the Senses«

in seinem Brooklyner Atelier.

strich von der Leiter, auf der er stand. Dadurch wurden

die Pinselstriche von der Kraft des Sprunges beendet und

erhielten so ihre abstrakte Form. Letztlich geht es Parlá

darum, Lebendigkeit abzubilden. Zu dem Gemälde hat

der Künstler auch einen gleichnamigen Kurzfilm produziert,

der den Malprozess dokumentiert und das ihm

wichtige Thema »Vielfalt der Menschen«, egal welcher

Herkunft oder Religion, behandelt. Deutschland zählt

nicht unbedingt wie die USA zu einem klassischen Einwanderungsland,

dennoch hat auch hierzulande jede

oder jeder Vierte einen Migrationshintergrund.

STRASSEN INSPIRIEREN IHN

Parlás explosive und zugleich organische Malerei ist

vom Hip-Hop, der Abstraktion und eben von dem Thema

der Diversität geprägt, das längst unser aller Leben ausmacht.

Der in Miami geborene Sohn kubanischer Einwanderer

lässt sich außerdem von den Städten inspirieren,

die seinen Lebensweg geprägt haben, wie zum Beispiel

In Berlin findet man die größte Ballung an Wandgemälden

in Form der East Side Gallery, also der

einstigen Berliner Mauer, in Friedrichshain. Sie ist mit

1,3 Kilometern die größte Open-Air-Galerie der Welt.

118 Künstlerinnen und Künstler aus 21 Ländern

begannen gleich nach dem Mauerfall, den längsten

erhaltenen Mauerabschnitt zu bemalen. Kurz nach der

Fertigstellung wurde er unter Denkmalschutz gestellt.

San Juan, Havanna, Hongkong oder Miami und New York.

Besonders die Straßen dieser Städte sind für ihn von

Bedeutung, da sie mit ihren Gebäuden, Mauern und

Menschen Geschichten erzählen. Parlá versucht, diese

Geschichten und den kurzen Moment der Gegenwart

auf den Stadtmauern einzufangen und festzuhalten.

Der Kunsthistoriker und Schriftsteller Greg Tate vergleicht

Parlá mit einem historischen Landschaftsmaler, denn er

hält ebenso die Geschichte seiner Umgebung fest. Der

Unterschied ist, dass seine Geschichte aus den Erinnerungen

der Menschen und der natürlichen Verwitterung

seiner oft steinigen Leinwände besteht. Er verbindet die

Stimme der Straße mit abstrakter Kunst. Aktuelle Ausstellungen

und Street-Art-Projekte wie Murals von José

Parlá finden Sie unter joseparla.com. SR / MF

Alnatura Magazin März 2022

55


INTERVIEW

Alnatura trifft

Lea Nesselhauf

Referentin

Klimapolitik bei

GermanZero e. V.

56 Alnatura Magazin März 2022

Zur Person

Lea Nesselhauf, geboren 1996 in Essen,

studierte zunächst Jura mit dem

Schwerpunkt Europa- und Völkerrecht

und absolvierte anschließend einen

Jura-Master im Bereich internationale

Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit

und Umweltrecht in den USA. Seit

Juni 2020 arbeitet sie bei GermanZero e. V.

im Klimapolitik-Team. Als Hauptautorin

für die Kapitel Landwirtschaft, Verkehr

und Klimaschutz im Grundgesetz sowie

als Co-Autorin der Kapitel Energie und

CO 2 -Bepreisung hat sie den Maßnahmenkatalog

zum 1,5-Grad-Gesetzespaket

von GermanZero mitentwickelt.


INTERVIEW

Die Erderwärmung auf weltweit 1,5 Grad begrenzen – das ist nur mit einem

deutlich höheren Tempo noch machbar, sagt der Verein GermanZero und hat der

deutschen Bundesregierung mit einem 1,5-Grad-Gesetzes paket im vergangenen

Jahr gleich konkrete Lösungswege mitgeliefert. Wir haben mit Lea Nesselhauf, die

für GermanZero im Klimapolitik-Team tätig ist, über die Maßnahmen gesprochen.

Frau Nesselhauf, wofür steht die Waage,

die GermanZero im September 2021

vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

aufgebaut hatte?

»Die Waage ist ein uraltes Symbol für Gesetze

und Gerechtigkeit. Sie steht dafür, dass die

Transformation hin zu Klimaneutralität auch

durch Gesetze eingeleitet werden muss. Zugleich

symbolisiert sie die Aufgabe, vor der

wir stehen: Wenn das Klima nicht völlig aus

dem Gleichgewicht geraten soll, müssen

wir die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen

auf null senken.«

Bei der Aktion von GermanZero war

auf den T-Shirts zu lesen: »Change

politics not the climate!« Wie lauten

Ihre politischen Forderungen?

»Wir haben ein 1,5-Grad-Gesetzespaket

geschrieben, mit dem Deutschland bis 2035

klima neutral werden kann – die Bundesregierung

muss es nur noch umsetzen. Wir haben

das getan, weil die Politik in den letzten Jahrzehnten

fast nur auf unsere Individualverantwortung

gesetzt hat: Wir sollten weniger

fliegen, mehr Fahrrad fahren, weniger Fleisch

essen … Dadurch wird der Blickwinkel weg

von den systemischen Stellschrauben gelenkt.

Viele dieser Stellschrauben können aber nur

durch Gesetze gedreht werden: Ich kann als

Einzelperson nicht dafür sorgen, dass die Kosten

für die Umwelt eingepreist werden und

damit Bahnfahren günstiger wird als Fliegen.

Ich kann auch nicht dafür sorgen, dass der

Ausbau erneuerbarer Energien flächendeckend

so koordiniert wird, dass ein stabiles

Energieversorgungssystem der Zukunft entsteht.

Das geht nur durch Gesetze. Deshalb

haben wir ein 1,5-Grad-Gesetzespaket geschrieben,

das sektorübergreifend und

systemisch gedacht ist und die notwendigen

Maßnahmen enthält, um Deutschland bis

2035 klimaneutral zu machen und so unseren

Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Limits

beizusteuern.«

»90 Prozent

der landwirtschaftlichen

Emissionen gehen auf

die Treibhausgase Methan

und Lachgas zurück.

Diese sind sehr viel

klimaschädlicher als CO 2 .

Und fast zwei Drittel

dieser Emissionen stammen

aus der Tierhaltung.«

Lea Nesselhauf

Auf welchen Erkenntnissen beruhen

Ihre Forderungen?

»Die unzureichende Klimapolitik schlägt sich

in Daten nieder: Im Verkehrsbereich lagen die

Emissionen 2019 exakt auf dem gleichen Niveau

wie 1990 – dem Jahr, in dem das Klimaschutz-Rahmenabkommen

der UN geschlossen

wurde. Für die Frage, welche Maßnahmen

am geeignetsten sind, um diesen Trend umzu

kehren, haben wir über 1 100 Studien ausgewertet

und daraus etwa 200 konkrete

Ge setzesvorschläge entwickelt. Diese haben

wir von knapp 150 Expertinnen und Experten

aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung

prüfen und auf unserer Plattform von Bürgerinnen

und Bürgern kommentieren lassen.«

Deutschland hat eine Fläche von 357 588

Quadratkilometern, die Weltfläche

beträgt rund 510 Millionen Quadratkilometer.

Selbst wenn wir alles wie von

Ihnen gefordert machen – reicht das?

»Deutschland hat sich im Pariser Klimaabkommen

dazu verpflichtet, seinen Beitrag

dazu zu leisten, die Erderwärmung auf 1,5

Grad zu begrenzen. Deutschland hat die technischen

und wirtschaftlichen Ressourcen, um

die Transformation hin zur Klimaneutralität

zu leisten. Es ist richtig, dass der Klimawandel

ein globales Phänomen ist, das sich nicht allein

auf nationaler Ebene lösen lässt. Deshalb

haben wir, wo immer das möglich war, auch

europäische Regulierungsvorschläge in unser

Gesetzespaket aufgenommen. Das entbindet

Deutschland aber nicht von seiner Verantwortung,

nationale Maßnahmen zu ergreifen –

das hat auch das Bundesverfassungsgericht

in seinem Beschluss zum Klimaschutzgesetz

im April 2021 bestätigt.«

In einer nachhaltigen Energieversorgung

und fossilfreien Wirtschaft, im Verkehrssektor

sowie beim gut gedämmten und

fossilfreien Wohnen, aber vor allem in

der Landwirtschaft sehen Sie die Lösungen.

Welcher Stellenwert kommt der

Landwirtschaft zu?

»Der Landwirtschafts- und Landnutzungsbereich

ist besonders wichtig, weil er die

größte Quelle für die hochwirksamen Treibhausgase

Methan und Lachgas ist. Gerade

mit Blick auf das Risiko der Überschreitung

klimatischer Kipppunkte ist es sehr wichtig,

diese Emissionen zügig zu reduzieren. Eine

weitere Besonderheit liegt darin, dass es der

einzige Bereich ist, in dem Treibhausgase

nicht nur ausgestoßen, sondern auch auf

natürliche Weise wieder gebunden werden

können, indem zum Beispiel Moore renaturiert

und Wälder aufgeforstet werden sowie

der Humusaufbau in landwirtschaftlichen

Böden zum Beispiel durch mehr Bio-Landbau

gestärkt wird.«

Das Interview führte Matthias Fuchs.

Das vollständige

Interview finden Sie im

Alnatura Magazin Online.

alnatura.de/nesselhauf

Alnatura Magazin März 2022

57


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Herausgeber Alnatura Produktions- und Han dels GmbH, Mahatma-Gandhi-Straße 7, 64295 Darmstadt, Tel. 06151 356-6000, alnatura.de

Öko-Kontrollstelle DE-ÖKO-001 Geschäftsführung von Alnatura Prof. Dr. Götz E. Rehn, Klaus Böhmer, Alexander Hüge, Rüdiger Kasch,

Petra Schäfer, Jessica Schwarz Redaktions leitung Tina Schneyer, Matthias Fuchs, magazin.redaktion@alnatura.de Anzeigen Lena Vollrath,

Mahatma-Gandhi-Straße 7, 64295 Darmstadt Redaktion Lisa Beeretz, Jana Benke (JAB), Anna Brill, Matthias Fuchs (MF), Sebastian

Fuchs, Dr. Manon Haccius, Janina Hinkelbein, Katrin Kasch (KK), Constanze Klengel, Julia Klewer, Nathalie Kokic, Daniel Nedelka, Stefanie

Neumann, Eda Polat, Stefanie Rigó (SR), Dilek Topkara, Jana van Treeck, Christian Tremper, Anja Waldmann (AW), Eva Wohlgemuth

Schlusslektorat Monika Klingemann Verlag mfk corporate pub lishing GmbH, Prinz­ Christians­ Weg 1, 64287 Darmstadt, Tel. 06151

9696-00 Fotos Alnatura: 3 Porträt Rehn, 4 Illustration, 5 / Thommy Mardo: 4 Einkaufsberatung; BMW Presse: 54/55 Atelier Parlá; Oliver

Brachat: 58 Spargelsalat u. Rüblikuchen; »Die Arche« Kinderstiftung: 52; European Nurserystock Association/Phytolab: 53; Matthias

Fuchs: 3 Porträt Nesselhauf, 18 Porträt van Treeck; 28–31, 34/35, 36 Kalb, 37, 56–57, 58 Erdbeeren; Getty Images/Chesnot: 55 Banksy;

Holle baby food AG: 48; margarita-fotografie.com: 46; Monteziego: 49; Melek Özdemir: Porträt Topkara 10, 13, 14; Patrick Pilz: 58

Bikepacking; Ezgi Polat: 3 Rezept, 6–9, 10 Mast o Esfenaj, 11–12, 13 Lachs, 14 Rote-Bete-Salat, 15–17, 18 Adasi, 20/21; Pumpkin Organics

GmbH: 40–42; Stocksy/Lyuba Burakova: 44–45; Unsplash/Julien di Majo: 54 Brooklyn Bridge; VISCOM Fotografie: 50/51; visitBerlin/Philip

Koschel: 55 East Side Gallery; Jonas Werner-Hohensee: 1, 3 Schäferfamilie Schenk, 22–26; Weideschuss.Bio GmbH: 36 Jungrinder

Gestaltung Katrin Ehm, Veronika de Haas, Jenny Heutehaus, Esther Sternkopf (mfk corporate publishing GmbH) Litho/Druckvorstufe:

Lasertype, Darmstadt Druck Mayr Miesbach GmbH, Am Windfeld 15, 83714 Miesbach, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier, ausgezeichnet

mit dem Blauen Engel

Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder – sie sind aus der Perspektive der Verfassenden geschrieben.

Nachdruck, Aufnahme in Online-Dienste und Internet und Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach

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