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Stein 4/2022

Schöner Wohnen

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STEIN<br />

MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK<br />

S 04 | <strong>2022</strong><br />

SCHÖNER WOHNEN<br />

UMBAU MIT STIL<br />

OPULENT<br />

Quarzit macht dieses<br />

Badezimmer in einer<br />

Wiener Dachwohnung<br />

zu einem exklusiven<br />

Wellnesstempel<br />

STARK<br />

Für den Großen Garten<br />

in Dresden fertigt ein<br />

<strong>Stein</strong>bildhauer eine<br />

Marmorkopie des<br />

historischen Herkules<br />

INNOVATIV<br />

Ein erfolgreiches<br />

Geschäftsmodell muss<br />

sowohl dem Markt als<br />

auch dem Wettbewerb<br />

angepasst werden


EDITORIAL<br />

LIEBE LESERINNEN<br />

UND LESER,<br />

Handwerk liegt in der Natur des Menschen. Was hindert<br />

so viele daran, es zum Beruf zu machen?“ Gute<br />

Frage. Seit dem 7. Februar ist diese Kampagne für<br />

mehrere Wochen in TV-Spots sowie auf Motiven im Internet<br />

und ab 11. Februar deutschlandweit auf Großplakaten zu<br />

sehen. Fest steht, die großen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft<br />

wie Klimaschutz, Digitalisierung oder Wohnungsbau<br />

können nur mit Handwerkerinnen und Handwerkern erreicht<br />

werden, die die Vorhaben praktisch umsetzen. „Fachkräftesicherung<br />

ist daher nicht weniger als eine Frage von<br />

Zukunftssicherung und Wohlstandssicherung in unserem<br />

Land“, kommentiert Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer<br />

der Handwerkskammer Region Stuttgart, die Lage. Wohl wahr,<br />

werden sich viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wohl<br />

denken. Sind Sie doch schon seit Jahren mit dem Problem<br />

vertraut. Höchste Zeit also, dass Bewegung in diesen Sachverhalt<br />

kommt, den auch STEIN schon sehr lange auf der<br />

Agenda hat.<br />

Magazin S 04 <strong>2022</strong><br />

Interior: Küche und Bad I Imprägnierung, Säureschutz I Innovation des Geschäftsmodells<br />

stein-magazin.de<br />

S04<br />

STEIN<br />

MINERALISCHE WERKSTOFFE FÜR ARCHITEKTUR UND HANDWERK<br />

SCHÖNER WOHNEN<br />

UMBAU MIT STIL<br />

OPULENT<br />

Quarzit macht dieses<br />

Badezimmer in einer<br />

Wiener Dachwohnung<br />

zu einem exklusiven<br />

Wellnesstempel<br />

STARK<br />

Für den Großen Garten<br />

in Dresden fertigt ein<br />

<strong>Stein</strong>bildhauer eine<br />

Marmorkopie des<br />

historischen Herkules<br />

S 04 | <strong>2022</strong><br />

INNOVATIV<br />

Ein erfolgreiches<br />

Geschäftsmodell muss<br />

sowohl dem Markt als<br />

auch dem Wettbewerb<br />

angepasst werden<br />

Wie sollen auch Projekte, wie das Bad ab Seite 6, entstehen,<br />

wenn nicht durch die professionelle Arbeit von gut ausgebildeten<br />

Handwerkern? Auch das energetisch sanierte Reihenhaus<br />

in London, das Anne Fischer ab Seite 14 vorstellt, ist ein<br />

hervorragender Beweis dafür, dass wir ohne genügend gut<br />

ausgebildete Handwerker den Shift hin zu einer klimaneutralen<br />

Welt nicht schaffen können.<br />

Bei der detailgenauen Arbeit an der Kopie einer Herkulesfigur<br />

stellt der <strong>Stein</strong>bildhauer Frank Schauseil sein ganzes Können<br />

unter Beweis. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 22. Annette Mühlberger<br />

fordert ab Seite 48 dazu auf, auch einmal außerhalb<br />

der gewohnten Denkmuster unterwegs zu sein. Denn Unternehmen,<br />

die jahrelang erfolgreich waren, könnten ihren Wettbewerbsvorteil<br />

verlieren, wenn sie ihr Geschäftsmodell nicht<br />

an den Markt anpassen. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung<br />

sei dort gerade vieles im Wandel.<br />

Titelbild: Lorenzo Zandri, Christian Brailey<br />

2019 kauft Architekt Ben Ridley für sich und<br />

seine Familie ein historisches Reihenhaus im<br />

Norden Londons, das seit Jahrzehnten nicht<br />

renoviert wurde und im Inneren eher<br />

muffigen 70er-Jahre-Flair verströmt. Er will es<br />

renovieren, ohne dabei die vordere Fassade<br />

zu verändern, und nach höchsten Passivhausstandards.<br />

Im historischen Wohnungsbestand<br />

in London ist das eine Herausforderung.<br />

Ridley hat darin allerdings Erfahrung, mit<br />

seinem Büro Architecture for London plant er<br />

häufig die energieeffiziente Renovierung von<br />

Bestandsgebäuden. Er weiß: Deren Wärmeschutz<br />

ist meist veraltet, sie sind im Schnitt<br />

2,5- mal weniger wärmeeffizient als moderne<br />

Häuser ähnlicher Größe.<br />

Wie ein gutes Generationenmanagement gelingen kann, erfahren<br />

Sie im zweiten Teil unseres ausführlichen Beitrags zur<br />

Personalführung. STEIN-Autorin Bärbel Daiber hat dazu auch<br />

ein Interview mit der Arbeits- und Organisationspsychologin<br />

Magdalena Bathen-Gabriel geführt. Mehr dazu ab Seite 58.<br />

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen<br />

Ihre <strong>Stein</strong>redaktion<br />

Redaktion@stein-magazin.de<br />

S04| <strong>2022</strong> 3


S04| <strong>2022</strong> S04| <strong>2022</strong><br />

● Petrografische Familie:<br />

(gemäß EN 12440 Anhang A)<br />

● Typische Farbe:<br />

(gemäß EN 12440 Anhang A)<br />

● Herkunftsort:<br />

● Liefernachweis:<br />

● GEOLOGIE/PETROGRAFIE<br />

Die Iberische Halbinsel ist reich an<br />

Graniten. Zu ihnen zählt auch der Gran<br />

Beige. Meist handelt es sich bei Graniten<br />

um fein- bis grobkörnige Gesteine.<br />

Im Fall des Gran Beige kann man von<br />

einem riesenkörnigen Gestein sprechen,<br />

da die enthaltenen Alkalifeldspäte<br />

Durchmesser von bis zu circa<br />

vier Zentimetern erreichen. Die, in der<br />

EN-Norm aufgeführten zusätzlichen<br />

Angaben zur petrographischen Gesteinsfamilie<br />

Granit, beziehen sich auf<br />

Gemengeteile des Mineralbestands.<br />

Hier wurde das Mineral Biotit besonders<br />

herausgestellt. Dabei handelt es<br />

sich um ein Schichtsilikat, das in sehr<br />

vielen Graniten enthalten ist. Dieses<br />

Mineral weist eine geringe Mohshärte<br />

von 2,5 – 3 auf (damit liegt sie noch<br />

unter der Mohshärte des Calcits in<br />

Marmoren und Kalksteinen), auf der<br />

anderen Seite enthält der <strong>Stein</strong> auch<br />

das Mineral Cordierit, das eine Mohshärte<br />

von 7 - 7,5 aufweist (damit liegt<br />

seine Mohshärte noch über der von<br />

Quarz, die 7 beträgt).<br />

● ARCHITEKTUR<br />

Das riesenkörnige Gefüge macht diesen<br />

Granit zu einem interessanten Dekorgestein.<br />

Aufgrund seiner geringen<br />

Wasseraufnahme von lediglich 0,34<br />

Volumen-Prozent und seinem kompakten<br />

Gefüge ist er frostwiderstandsfähig<br />

und kann sowohl im Innen- als<br />

auch im Außenbereich eingesetzt werden.<br />

Vielfach wird er im Bereich vorgehängter<br />

Natursteinfassaden verbaut.<br />

Die Transluzenz der enthaltenen Alkalifeldspäte<br />

kommt am besten bei polierten<br />

Oberflächen zum Ausdruck.<br />

Auch im Außenbereich ist die Politur<br />

gut haltbar. Da der Abbau in großen<br />

Rohblöcken erfolgt, sind Werkstücke<br />

mit großen Kantenlängen, wie beispielsweise<br />

Thekenabdeckplatten, lange, einteilige<br />

Fensterbänke oder gewendelte<br />

Treppenstufen problemlos herstellbar.<br />

Bei einem Einsatz als Bodenbelag im<br />

Außenbereich mit beflammter Oberfläche<br />

wird im Vergleich zu Graniten<br />

mit einem feinkörnigeren Gefüge eine<br />

ungleichmäßigere Oberflächenrauigkeit<br />

erzeugt, da die Abplatzungen beim<br />

Beflammen an den Quarz-Mineralen<br />

(Quarzsprung) entstehen und diese<br />

lediglich als Zwickelfüllungen in diesem<br />

Granit vorhanden sind. Zwischen<br />

einzelnen Lieferungen kann die Intensität<br />

des Beigetons der Feldspäte<br />

schwanken. Es ist deshalb vorteilhaft,<br />

Mustertafeln in Ausstellungen mit den<br />

jeweiligen Lieferungen abzugleichen.<br />

Dieser Umstand sollte auch bei Nachlieferungen<br />

bedacht werden, da ansonsten<br />

größere Farbunterschiede zwischen<br />

Erst- und Nachlieferung auftreten<br />

können.<br />

Dipl.-Ing. (FH) Detlev Hill<br />

www.steinkultur.eu<br />

KUNDE<br />

INHALT<br />

06<br />

In Moderne Opulenz Elemente baden und<br />

entspannen: können alte Der Friedhöfe Quarzit<br />

aus auflockern, Brasilien wenn mit seiner sie<br />

ungewöhnlichen sich, wie hier in Maserung<br />

bei Nürnberg, macht aus zurück-<br />

diesem<br />

Altdorf<br />

Bad nehmen in einem und Wiener nicht<br />

Loft in den einen Vordergrund wahren Wellnesstempel.<br />

drängen.<br />

22<br />

Eine Arbeit, die den<br />

<strong>Stein</strong>bildhauer Frank<br />

Schauseil gepackt hat:<br />

das Modell und die<br />

Kopie des Herkules aus<br />

dem Jahr 1725 für den<br />

Großen Garten in<br />

Dresden zu fertigen.<br />

34<br />

Die Ein Küchenträume, unter Denkmal-dischutz<br />

Ströhmann stehender wahr<br />

Uwe<br />

macht, Bunker bestehen in München überwiegend<br />

wurde behutsam aus Natursteinviert<br />

und Einfach innen weil mit der<br />

reno-<br />

<strong>Stein</strong>metz dem Naturstein von den „Fade<br />

Vorteilen to Grey“ ausgelegt. des Materials<br />

fest überzeugt ist.<br />

<br />

STEIN ONLINE<br />

STEIN – auf Facebook<br />

Wissenswertes rund um das Thema Naturstein gibt<br />

es auf facebook.com/stein.magazin<br />

STEIN – die Webseite<br />

Fachliches, Interessantes, aber auch Skurriles finden<br />

Sie auf unserer Homepage stein-magazin.de<br />

STEIN – der Newsletter<br />

Regelmäßig Neues aus der <strong>Stein</strong>-Welt, zu abonnieren<br />

auf stein-magazin.de<br />

ZUM SAMMELN<br />

Die neue STEINKUNDE<br />

In dieser Ausgabe: Gran Beige<br />

<br />

Foto: Xxxxxxxx Xxxxxxxxxxxx<br />

Handelsname:<br />

GRAN BEIGE<br />

Biotit-Cordierit-Granit<br />

Gräulich-beige<br />

Garrovillas de Alcon /<br />

Extremadura / Spanien<br />

Im gut sortierten<br />

Fachhandel<br />

SCHÖNE WELT DER STEINE<br />

06 Weiter Wellnesstempel<br />

Handwerkskunst in Kombination mit extravagantem<br />

Material in einem eleganten Wiener Stadtloft.<br />

14 Außen historisch, innen energieeffizient<br />

Ein edwardianisches Reihenhaus in London<br />

wird durch die Renovierung zum Passivhaus.<br />

STEINE BEARBEITEN<br />

22 Der historische Herkules<br />

In Dresden wurde im Rahmen des Skulpturenprogramms<br />

der Herkules überarbeitet.<br />

27 Gran Beige<br />

Die STEINKUNDE stellt einen Naturstein<br />

aus Extremadura in Spanien vor.<br />

30 Naturwerksteinbeläge reinigen, pflegen und<br />

schützen<br />

Praxistipps zum Umgang mit Verschmutzungen auf<br />

Naturstein.<br />

34 Küchen aus einem Guss<br />

<strong>Stein</strong>metz Uwe Ströhmann spricht über die<br />

unschlagbaren Vorteile von Naturstein.<br />

40 Perfekte Fasen für jeden Werkstoff<br />

Die neuesten Schleifköpfe und Fasensupporte<br />

sowie Innovationen bei den Kantenpolierern.<br />

4 S04| <strong>2022</strong>


SCHÖNE WELT DER STEINE<br />

Herausfordernd, aber möglich: historische Häuser nachhaltig<br />

zu modernisieren, ohne sämtliche Original-<br />

Bauteile zu ersetzen. Mit Blick auf das Klima ist das<br />

besonders sinnvoll, weil eine Sanierung im Vergleich zu<br />

Abriss und Neubau ressourcenschonender ist<br />

14 S04 | <strong>2022</strong>


SCHÖNE WELT DER STEINE<br />

HISTORISCH<br />

Die großformatigen Baukörper<br />

des neuen Stadtquartiers in<br />

Genf mit 60 Metern Höhe<br />

werden von einem Fassadenraster<br />

aus Naturstein und Glas<br />

umhüllt<br />

UND<br />

ENERGIE-<br />

EFFIZIENT<br />

Nachhaltige Sanierung Architekt Ben<br />

Ridley hat mit begrenztem Budget ein<br />

edwardianisches Reihenhaus im nördlichen<br />

Londoner Stadtteil Muswell Hill erweitert und<br />

renoviert. Sein Ziel war dabei der in Großbritannien<br />

gültige Passivhaus-Standard. Dafür<br />

legte er die ursprüngliche Struktur des Hauses<br />

frei und ließ in den Wohnräumen, der Küche<br />

und den Bädern italienischen Kalkstein<br />

verarbeiten.<br />

Von Anne Fischer<br />

Foto: Lorenzo Zandri, Christian Brailey<br />

S04 | <strong>2022</strong> 15


SCHÖNE WELT DER STEINE<br />

Die historische Front-Fassade ist optisch unverändert<br />

geblieben, gedämmt wurde innen mit Holzfasern. Die<br />

ehemals abgehängten Deckenbalken liegen wieder frei<br />

A<br />

rchitekt Ben Ridley kauft 2019 für sich<br />

und seine Familie ein historisches Reihenhaus<br />

im Norden Londons, das seit<br />

Jahrzehnten nicht renoviert wurde und im Inneren<br />

eher muffigen 70er-Jahre-Flair verströmt. Er will es<br />

renovieren – ohne dabei die vordere Fassade zu verändern,<br />

und nach höchsten Passivhausstandards.<br />

Denn Großbritannien hat in einem Gesetz für Gebäudesanierungen<br />

eine Null-Emissionen-Grenze für<br />

2050 festgelegt. Es soll im Baubereich dafür sorgen,<br />

dass das Land die 1,5-Grad-Marke der globalen Erwärmung<br />

nicht übersteigt. Im historischen Wohnungsbestand<br />

in London ist das eine Herausforderung.<br />

Ridley hat darin allerdings Erfahrung, mit seinem<br />

Büro Architecture for London plant er häufig die<br />

energieeffiziente Renovierung von Bestandsgebäuden.<br />

Er weiß: Deren Wärmeschutz ist meist veraltet,<br />

sie sind im Schnitt 2,5-mal weniger wärmeeffizient<br />

als moderne Häuser ähnlicher Größe.<br />

Der Gesamtenergiebedarf des typischen Reihenhauses<br />

in Muswill Hill, einem Viertel, in dem noch<br />

viel edwardianische Architektur erhalten ist, soll<br />

drastisch gesenkt werden. Dafür berücksichtigt der<br />

Architekt sowohl den Energieverbrauch des Hauses<br />

selbst als auch die graue Energie für Herstellung,<br />

Transport, Entsorgung und Co. der verbauten Materialien<br />

und Produkte. Bevor er sich mit Produkten<br />

wie Wärmepumpen zum nachhaltigen Heizen beschäftigt,<br />

konzentriert er sich auf die Optimierung<br />

der vorhandenen Substanz. Ridley setzt bei Renovierung<br />

und Umbau deshalb auf:<br />

• eine gut isolierte Gebäudehülle ohne Wärmebrücken,<br />

die in den kälteren Monaten Wärme speichert<br />

und in den wärmeren Monaten Hitze aussperrt: Die<br />

Seiten- und Rückwände des Hauses sind von außen<br />

mit Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol verkleidet.<br />

Die mit Kalkputz verputzten Ziegelwände<br />

schaffen im Inneren Luftdichtheit.<br />

16 S04 | <strong>2022</strong>


SCHÖNE WELT DER STEINE<br />

Foto: Lorenzo Zandri, Christian Brailey<br />

S04 | <strong>2022</strong> 17


STEINE BEARBEITEN<br />

DER HISTORISCHE<br />

HERKULES<br />

Restaurierung<br />

Im Rahmen des Skulpturenprogramms werden<br />

in Dresden die Marmorbildwerke des Großer Garten (siehe STEIN 3/22)<br />

bewahrt. Der <strong>Stein</strong>bildhauer Frank Schauseil fertigt dafür das Modell und<br />

die Marmor-Kopie eines Herkules-Bildwerks und gräbt sich in antike<br />

Details und die Handschrift des Erschaffers Pierre L’Estache.<br />

Von Anne Fischer<br />

Tiefes Detailwissen: Der Bildhauer Frank<br />

Schauseil hat für die Skulptur Ordner voller<br />

Fotos, Details des antiken Vorbildes und<br />

historische Unterlagen gesammelt<br />

Foto rechts: Gott aus Gips: Der erste Teil<br />

des Auftrags bestand in der Bearbeitung<br />

des Gipsmodells. Schauseil brachte dabei<br />

wichtige Aspekte der Formgebung wieder<br />

zum Vorschein<br />

Nach all der Zeit, die Frank Schauseil<br />

inzwischen auf Tuchfühlung<br />

mit Herkules und dessen Sohn<br />

verbringt, lässt sich eine gewisse Besessenheit<br />

nicht verleugnen: Der <strong>Stein</strong>bildhauer,<br />

den der Staatsbetrieb Sächsisches<br />

Immobilien- und Baumanagement<br />

(SIB) mit Modell und Kopie beauftragte,<br />

begeistert sich spürbar für die<br />

vielen Details der Skulptur, die er wieder<br />

zum Leben erweckt.<br />

Dafür fertigte er zuerst das Modell:<br />

Der Kunstformer André Zehrfeld erstellte<br />

einen Abguss der beschädigten und<br />

überarbeiteten Original-Skulptur, die inzwischen<br />

im Innenraum des Palais steht,<br />

weder transportfähig ist, noch erneut im<br />

Freiraum aufgestellt werden kann. Denn<br />

sie hat Witterungsschäden wie Risse<br />

und Brüche und Blessuren von der Bombardierung<br />

Dresdens: Bei den Luftangriffen<br />

1945 wurde das Palais, vor dem<br />

Herkules stand, zerstört und brannte<br />

aus. Dem Gott fehlten danach ein Arm,<br />

die Keule und der Kopf. Das Haupt seines<br />

Sohnes wurde ebenfalls zerstört. In<br />

den 1990er-Jahren wurde die Skulptur<br />

restauriert, die Schnitt- und Klebestellen<br />

an den nötigen Ergänzungen blieben<br />

jedoch sichtbar. Ihr Aussehen entfernte<br />

sich so vom antiken Vorbild in Rom, dem<br />

der einstige Erschaffers Pierre L’Estache<br />

sie nachempfand.<br />

Frank Schauseil überarbeitete deshalb<br />

den Gipsabguss – das Modell für die<br />

Kopie sollte möglichst nah an die Skulptur<br />

von 1725 heranreichen. „Beim überarbeiteten<br />

Original fehlten bei einzelnen<br />

Partien wie dem Löwenkopf bis zu einem<br />

Zentimeter Oberfläche, was die plastische<br />

Wirkung schmälerte. Die komplette<br />

Skulptur wurde außerdem stark<br />

überschliffen und poliert. Eine Kopie<br />

wäre so nicht möglich und auch nicht<br />

sinnvoll gewesen, weil die gesamte<br />

Formgebung verwaschen war und wichtige<br />

Details fehlten“, so Schauseil. Er<br />

baute den Puttenkopf, Herkules’ Keule<br />

und dessen rechte Hand komplett neu<br />

auf. Ein Teil der Original-Keule fand sich<br />

dabei unverhofft noch in den Depots des<br />

Großen Garten wieder. Sie hatte einen<br />

anderen, mächtigeren Duktus als die<br />

spätere Ergänzung.<br />

Für das Modell nutzte Schauseil Fotos<br />

des antiken Herkules-Vorbilds aus der<br />

Sammlung des Vatikan: „Das ist schwieriger<br />

als die Übertragung von einem<br />

Modell, denn erstens beeinflusst der<br />

Standpunkt des Fotografen das Bild.<br />

Dazu kommen Licht- und Schatteneinwirkungen<br />

auf die Höhen und Tiefen der<br />

Skulptur und Feinheiten, die durch das<br />

Medium Foto verzogen werden. Man<br />

braucht also ein sehr gutes Gespür für<br />

die Form, denn der Duktus muss im<br />

Foto: Anne Fischer<br />

22 S04 | <strong>2022</strong>


STEINE BEARBEITEN<br />

Foto: Anne Fischer<br />

S04 | <strong>2022</strong> 23


STEINE BEARBEITEN<br />

NATUR-<br />

WERKSTEINBELÄGE<br />

REINIGEN, PFLEGEN<br />

UND SCHÜTZEN<br />

Instandhaltung Reinigung und Pflege von Bodenbelägen dienen<br />

nicht nur der Optik. Das Ziel dieser Maßnahmen soll immer ein Beitrag<br />

zum Erhalt der Dauerhaftigkeit des Bodenbelages sein, d.h. die Verlängerung<br />

der Lebensdauer des Belages bei Erhalt der wichtigsten<br />

Gebrauchseigenschaften (wie z.B. der Rutschhemmung und der Optik)<br />

und damit ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.<br />

Von Detlev Krüger<br />

Bei der Auswahl von Reinigungsund<br />

Pflegemitteln und den entsprechenden<br />

Verfahren sind die<br />

Säurebeständigkeit und die Oberflächenstruktur<br />

(z.B. Rauigkeit, Porosität,<br />

Oberflächenbearbeitung) der Naturwerksteine<br />

sowie die Zusammensetzung<br />

der verwendeten Fugenmörtel zu<br />

berücksichtigen. Anderenfalls kann es<br />

zu den im Bild sichtbaren Schäden am<br />

Naturwerksteinbelag in Folge der Verwendung<br />

eines ungeeigneten Reinigungsmittels<br />

kommen.<br />

BEGRIFFE UND<br />

REINIGUNGSARTEN<br />

Nach dem Entfernen von Verlege- und Fugenmörtelresten<br />

aus der Verlegung und<br />

Verfugung des Belages (Zementschleierentfernung,<br />

Epoxidharzreste) kommen die<br />

nachfolgend beschriebenen Reinigungsund<br />

Pflegearten zum Einsatz.<br />

Bauschlussreinigung<br />

Diese Reinigung ist ein einmaliger<br />

Vorgang nach Abschluss der Arbeiten<br />

und vor Übergabe der Bauleistung.<br />

Die Reinigung erfolgt mit geeigneten<br />

Reinigungsmitteln und -verfahren in<br />

Abhängigkeit der vorhandenen Bauverschmutzungen.<br />

Die Gebrauchsfähigkeit<br />

der Fläche für die Nutzung ist<br />

zu gewährleisten. Diese Reinigung<br />

obliegt in der Regel dem Ausführungsbetrieb.<br />

Im Anschluss an diese Reinigung können<br />

sich auch Schutzmaßnahmen der<br />

Oberfläche (Basispflege wie z.B. Fleckschutz<br />

etc.) anschließen.<br />

Unterhaltsreinigung<br />

Diese Reinigung liegt in der Verantwortung<br />

des Nutzers der Flächen und dient<br />

der Beseitigung der üblicherweise bei<br />

der Nutzung anfallenden Verschmutzungen.<br />

Durch den Hersteller des Bodenbelages<br />

sollte der Nutzer eine Reinigungsempfehlung<br />

erhalten.<br />

Grundreinigung<br />

Schmutzablagerungen, die sich im Laufe<br />

der Nutzung und im Rahmen der Unterhaltsreinigung<br />

ergeben, sollen durch in<br />

regelmäßigen Intervallen durchgeführte<br />

Grundreinigungen beseitigt werden.<br />

Auch diese Reinigung liegt in der Verantwortung<br />

des Nutzers. Nach der<br />

Grundreinigung kann bei Bedarf die<br />

Schutzmaßnahme des Belages aufgefrischt<br />

werden.<br />

30 S04 | <strong>2022</strong>


STEINE BEARBEITEN<br />

Ungeeignete Reinigungsmittel: So<br />

können Schäden nach falscher Behandlung<br />

aussehen<br />

REINIGEN, PFLEGEN UND SCHÜTZEN VON NATURWERKSTEINBELÄGEN<br />

Grundreinigung<br />

Schmutzablagerungen, die sich im Laufe der Nutzung und im Rahmen der Unterhaltsreinigung<br />

ergeben, sollen durch in regelmäßigen Intervallen durchgeführte Grundreinigungen beseitigt werden.<br />

Auch diese Reinigung liegt in der Verantwortung des Nutzers. Nach der Grundreinigung kann bei<br />

Bedarf die Schutzmaßnahme des Belages aufgefrischt werden.<br />

Bei Flecken und besonderen Verschmutzungen des Naturwerksteins, die durch eine Unterhalts- oder<br />

Grundreinigung nicht entfernt werden können, sind zusätzliche Sonderreinigungen notwendig.<br />

Reinigungsmittel und -verfahren<br />

Foto: Mapei<br />

Bei Flecken und besonderen Verschmutzungen<br />

des Naturwerksteins, die durch<br />

eine Unterhalts- oder Grundreinigung<br />

nicht entfernt werden können, sind zusätzliche<br />

Sonderreinigungen notwendig.<br />

REINIGUNGSMITTEL UND<br />

-VERFAHREN<br />

Die Reinigung selbst kann trocken, feucht,<br />

nass, manuell oder maschinell ausgeführt<br />

werden. Bei der Reinigung mit Hochdruckreinigern<br />

ist ein Düsenabstand von > 30 cm<br />

einzuhalten. Die Temperatur darf bei Epoxidharzfugen<br />

75 °C nicht überschreiten.<br />

Die Reinigungsmittel werden vor allem<br />

hinsichtlich ihres pH-Wertes (wässrige<br />

Systeme) sowie in Bezug auf enthaltene<br />

Lösemittel unterschieden. Darüber hinaus<br />

gibt es Spezialreiniger für Verfleckungen.<br />

Die Reinigung selbst kann trocken, feucht, nass, manuell oder maschinell ausgeführt werden. Bei der<br />

Reinigung mit Hochdruckreinigern ist ein Düsenabstand von > 30 cm einzuhalten. Die Temperatur<br />

darf bei Epoxidharzfugen 75 °C nicht überschreiten.<br />

Die Reinigungsmittel werden vor allem hinsichtlich ihres pH-Wertes (wässrige Systeme) sowie in<br />

Bezug auf enthaltene Lösemittel unterschieden. Darüber hinaus gibt es Spezialreiniger für<br />

Sonderfälle wie Verfleckungen.<br />

Säure Wasser Lauge<br />

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14<br />

Bild – pH-Wert Skala<br />

Bild – pH-Wert Skala<br />

sauer neutral<br />

Saure Reiniger,<br />

wie z.B. Zementschleierentferner, Badreiniger (unverdünnt), Essigessenz<br />

Saure pH-Wert Reiniger, < 3,0 wie z.B. Zementschleierentferner<br />

Badreiniger (unverdünnt) , Essigessenz pH-Wert < 3,0<br />

Schwach saure Reiniger,<br />

Schwach wie z.B. Zitronensäure, saure Reiniger, wie Badreiniger z.B. Zitronensäure, (verdünnt)<br />

pH-Wert 3,0 bis 6,0<br />

Badreiniger (verdünnt) pH-Wert 3,0 bis 6,0<br />

Neutrale Reiniger (Allzweckreiniger) pH-Wert 6,0 bis 8,0<br />

pH-Wert 6,0 bis 8,0, schwach alkalische Reiniger, Intensivreiniger verdünnt<br />

Schwach pH-Wert alkalische 8,0 bis 10,5 Reiniger, Intensivreiniger verdünnt pH-Wert 8,0 bis 10,5<br />

Stark alkalische Reiniger, wie z.B. Natronlauge,<br />

Stark alkalische Reiniger,<br />

wie z.B. Natronlauge, Intensivreiniger unverdünnt<br />

pH-Wert > 10,5<br />

2<br />

alkalisch<br />

S04| <strong>2022</strong> 31


STEINE BEARBEITEN<br />

Interview mit <strong>Stein</strong>metz Uwe Ströhmann<br />

Küchen aus einem Guss<br />

Ströhmann <strong>Stein</strong>design realisiert seit über 50 Jahren Arbeiten in hoher Präzision in <strong>Stein</strong>. STEIN hat<br />

den Meisterbetrieb im Taunus besucht. <strong>Stein</strong>metz- und <strong>Stein</strong>bildhauermeister Uwe Ströhmann<br />

berichtet über die Möglichkeiten und Vorteile bei der Verwendung von Naturstein im Küchenbereich.<br />

34 S04 | <strong>2022</strong>


STEINE BEARBEITEN<br />

Edel und modern: Die Küche ist komplett mit „Pierre Gris<br />

Limestone“ verkleidet, auch die Schubladen. Gefertigt in Dünnsteintechnik<br />

mit acht Millimetern Stärke<br />

STEIN: Herr Ströhmann, warum empfehlen Sie,<br />

Naturstein auch im Küchenbereich zu verwenden?<br />

Uwe Ströhmann: Naturstein ist ein Vollmaterial, das<br />

für Nachhaltigkeit par excellence steht. Es ist langlebig<br />

und verliert auch mit Gebrauchsspuren nicht an<br />

Wert. Mit unserem Service-Team „Servizio by Ströhmann<br />

<strong>Stein</strong>design“ kann Naturstein gereinigt, geschliffen,<br />

imprägniert und saniert werden. Auch Küchenplatten,<br />

die ja meist stark beansprucht werden,<br />

lassen sich reinigen und aufarbeiten. Bei der richtigen<br />

Pflege ist Naturstein eine Investition für die Ewigkeit.<br />

Worauf ist bei der Auswahl des <strong>Stein</strong>es im<br />

Küchenbereich zu achten?<br />

Natursteine sind mehr oder weniger säureempfindlich.<br />

Gerade Obst, Essig, Wein und Zitronensaft greifen<br />

die Platten mit ihrer Säure an, aber auch Tomaten<br />

führen zu Verfärbungen. Wenn wir unsere Kunden beraten,<br />

schauen wir, dass der ausgewählte <strong>Stein</strong> zum<br />

Anwendungsprofil, dem Kunden, dem Entwurf und der<br />

Planung und selbstverständlich zum Budget passt.<br />

Dafür sind wir als <strong>Stein</strong>metze ja die Fachleute. Wenn<br />

sich jemand zum Beispiel eine Show-Küche wünscht,<br />

in der kaum gekocht wird, würde ich einen anderen<br />

<strong>Stein</strong> empfehlen als für tägliche Beanspruchung.<br />

Fotos: Ströhmann<br />

Mit Leidenschaft für Naturstein: <strong>Stein</strong>metz- und<br />

<strong>Stein</strong>bildhauermeister Uwe Ströhmann, Inhaber<br />

Stöhmann <strong>Stein</strong>design aus Hofheim im Taunus<br />

Sie haben es gerade angesprochen: In Küchen<br />

wird in der Regel viel gearbeitet und gewerkelt.<br />

Welche <strong>Stein</strong>e sind für den Dauerbetrieb<br />

besonders geeignet?<br />

Für eine starke Beanspruchung empfehlen wir säureunempfindlichere<br />

Hartgesteine wie Quarzit, Granit<br />

oder Gneis, Porphyr und Serpentin. Hier gibt es<br />

aber auch empfindliche Gesteine. Nicht alle Hartgesteine<br />

sind geeignet. Bei den stark farbigen Natursteinen<br />

muss man ein bisschen vorsichtiger sein,<br />

S04 | <strong>2022</strong> 35


STEINE BEARBEITEN<br />

Moderne Kantenschleifmaschinen passen sich Veränderungen bei den Anforderungen<br />

der <strong>Stein</strong>metzbetriebe an: Die Comandulli Edilplus verfügt beispielsweise<br />

über pneumatisch gesteuerte Einzelanpresszylinder, um eine Fasenbearbeitung<br />

auch nach Massivoptik-Gehrungsverklebungen zu ermöglichen<br />

PERFEKTE<br />

FASEN FÜR JEDEN<br />

WERKSTOFF<br />

40 S04 | <strong>2022</strong>


STEINE BEARBEITEN<br />

Innovationen bei maschineller Kantenbearbeitung Jeder kennt<br />

die Unterschiede zwischen Bandkantenautomaten und Tischkantenschleifmaschinen.<br />

Aber innerhalb der beiden Klassen haben sich –<br />

seit dem immer stärkeren Aufkommen der Keramik sowie immer<br />

kleiner werdenden und auf Gehrung verklebten Werkstücken – einige<br />

Hersteller verschiedene Baureihen für unterschiedliche Anforderungen<br />

einfallen lassen. Andere versuchen, universelle Maschinenlösungen<br />

mit besonderen Features bereitzustellen. Wir stellen drei<br />

Betriebe mit ihren Anforderungen und Kantenschleifmaschinen vor<br />

und berichten über verfügbare Lösungsansätze der Probleme beim<br />

Kantenpolieren und Kantenfasen.<br />

Von Michael Spohr<br />

Foto: Michael Spohr<br />

Moderne Kantenautomaten können<br />

allerhand: Sie polieren und<br />

fasen nicht nur Kanten, sondern<br />

klinken aus, kalibrieren, schneiden Wassernasen,<br />

sägen Gehrungen und erledigen<br />

noch viele weitere Arbeitsschritte bei der<br />

<strong>Stein</strong>bearbeitung. Solange sie im Wesentlichen<br />

Natursteine in verschiedenen Stärken<br />

bearbeiten mussten, hatten die Bandkantenmaschinen<br />

verhältnismäßig leichtes<br />

Spiel. Seit dem Aufkommen der Engineered<br />

Stones und dann noch mehr durch<br />

den Einzug der dünnen Großkeramik in die<br />

<strong>Stein</strong>metzwerkstätten konnten die Hersteller<br />

nicht mehr alle Anforderungen<br />

gleichmäßig abdecken. Etwa zeitgleich<br />

wurden Werkstücke beständig kleiner<br />

sowie dünner. Und schließlich boomt das<br />

Geschäft für Massivoptikfertigteile bei<br />

gleichbleibendem oder sinkendem Absatz<br />

von Massivausführungen.<br />

Eine Lösung wäre die Investition in<br />

mehrere unterschiedliche Maschinen,<br />

die aber für die wenigsten Betriebe infrage<br />

kommt. Während kleinere Betriebe<br />

nicht den erforderlichen Platz<br />

haben, spezialisieren sich größere Betriebe<br />

meist auf ein Geschäftsfeld, was<br />

eher für mehrere baugleiche Maschinen<br />

spricht, als für unterschiedliche Typen,<br />

um jede Anwendung gleichermaßen<br />

perfekt abzudecken. Dies bedeutet:<br />

Wer alles auf einer Maschine will, muss<br />

Einschränkungen in Kauf nehmen.<br />

Und dann ist da noch „das Riesentheater<br />

mit der Fase“, das Gerhard Kraut anspricht.<br />

Während die Unterfase relativ<br />

unkritisch sei, so der Stematec-Geschäftsführer,<br />

sei die Oberfase für jeden Hersteller<br />

die größte Herausforderung. Das Problem,<br />

das immer auch ein Werkzeugproblem<br />

darstelle, sei eine Wellenbildung am<br />

Ende des jeweiligen Werkstückes. Hierfür<br />

haben die unterschiedlichen Anbieter verschiedene<br />

Lösungsansätze entwickelt, die<br />

wir weiter unten vorstellen.<br />

Auf das Thema Keramik angesprochen,<br />

erklärt Gerhard Kraut, dass die<br />

von Stematec angebotenen Kantenschleifmaschinen<br />

erst kürzlich bewiesen<br />

hätten, dass sie auch sechs Millimeter<br />

dünne Porzellankeramikplatten des<br />

Herstellers Laminam hervorragend polieren<br />

und sauber abfasen könnten. Bei<br />

<strong>Stein</strong> & Co. im österreichischen Ennsdorf<br />

habe man das umseitige Kantenbearbeiten<br />

einem interessierten deutschen<br />

Fliesenverarbeitungsbetrieb auf<br />

der kleinen senkrecht arbeitenden Maschine<br />

Verticali 822 vorgeführt.<br />

Wer Materialien besonders geringer Stärken<br />

an der Kante bearbeiten möchte, der<br />

sei zudem auf die Maschinen der Serien F<br />

und P der Firma Busetti hingewiesen. Der<br />

mittlerweile zur Biesse-Gruppe gehörende<br />

Hersteller kommt aus der Glasindustrie<br />

und hat dort Technologien zur Bearbeitung<br />

geringer Stärken zwischen zwei und zwölf<br />

Millimetern (Serie P) sowie drei bis vierzig<br />

Millimetern (Serie F) entwickelt. Gerade<br />

für die dünnen Großkeramikplatten in<br />

Stärken von zumeist sechs und zwölf Millimetern<br />

eignen sich die CNC-gesteuerten<br />

doppelseitigen Schleifmaschinen und Systeme<br />

von Busetti beziehungsweise Intermac.<br />

Weiterer Clou dabei: Die Maschinen<br />

können jeweils zwei Seiten rechteckiger<br />

Platten gleichzeitig bearbeiten. •<br />

STEIN stellt folgende<br />

Firmen vor:<br />

1. DBW Betonsteinwerk GmbH & Co. KG,<br />

Datteln<br />

www.dbw-naturstein.de<br />

2. Zimmer Natursteine,<br />

Montabaur<br />

www.natursteine-zimmer.de<br />

3. Huber & Schlögel GmbH,<br />

Babenhausen<br />

www.huber-schloegel.de<br />

S04 | <strong>2022</strong> 41

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