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Gemälde Alte Meister – Teil 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE IV<br />

OLD MASTER PAINTINGS <strong>–</strong> PART 2<br />

Auctions: Thursday, 31 March & Friday, 1 April 2022<br />

Exhibition: Saturday, 26 March <strong>–</strong> Tuesday, 29 March 2022


OLD MASTER<br />

PAINTINGS<br />

P A R T II


380<br />

MEISTER DER SIENESISCHEN SCHULE<br />

UM 1370/ 1400<br />

MADONNA MIT DEM KIND<br />

Öl auf Weichholz.<br />

42 x 36,5 cm.<br />

Im vergoldeten Ädikularahmen mit seitlichen kannelierten<br />

Pilastern.<br />

Andachtsbild mit Darstellung einer thronenden Madonna<br />

mit dem Kind vor Goldgrund. Die Saumborten<br />

des grünblauen Mantels und des roten Kleides vergoldet<br />

und punziert. In Punziertechnik ebenso die Beschriftungen<br />

der Nimben in gotischen Minuskeln. Die<br />

Farbe des Inkarnats ist hier bereits weit naturalistischer<br />

als noch in den Werken des Duccio di Buoninsegna<br />

(um 1255-1312). Auch der Aufbau zeigt hier<br />

bereits eine Dreieckskomposition. Die passige Umgrenzung<br />

des Goldgrundes weist auf eine ehemalige<br />

Einbringung des Bildes in einem gotischen Rahmen;<br />

die freigebliebenen Eckzwickel sind braun gefasst.<br />

A.R. (1301752)<br />

SIENESE SCHOOL,<br />

CA. 1370/ 1400<br />

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD<br />

Oil on softwood.<br />

42 x 36.5 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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381<br />

JEAN BELLEGAMBE,<br />

CA. 1470 <strong>–</strong> 1534/40, WERKSTATT DES<br />

DIE VERKÜNDIGUNG AN MARIA<br />

Öl auf Holz.<br />

23 x 17 cm.<br />

In teilvergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. hc. Jan<br />

de Maere vom 14. November 2021.<br />

Im Lukasevangelium wird das hier gezeigte Ereignis<br />

der Verkündigung durch den Engel Gabriel, dass<br />

Maria den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen<br />

und gebären werde, geschildert. In einem Innenraum<br />

kniet Maria andächtig in einem langen türkisgrünem<br />

Gewand vor einem Betpult mit zusammengelegten<br />

Händen. Der Hintergrund mit roten Vorhängen weist<br />

auf ihre Bettstatt hin. Vor ihr schwebt der Heilige<br />

Geist in Gestalt einer Taube. Durch einen mit Kandelabern<br />

und Medaillons verzierten hohen Pilaster wird<br />

sie von dem links erschienenen knienden Engel Gabriel<br />

getrennt, der ihr die frohe Botschaft überbringt.<br />

Hinter ihm fällt der Blick nach draußen auf Gebäude<br />

der Stadt Brüssel unter blauem Himmel. Zudem ist<br />

oberhalb seiner großen Flügel auf einer Wolke Gottvater<br />

zu erkennen, der auf goldenen Strahlen den Heiligen<br />

Geist als Taube sendet. Malerei in zurückhaltender<br />

Farbgebung in der typischen Manier einer Verkündigungsszene<br />

der Zeit. Das <strong>Gemälde</strong> weist zudem mehrere<br />

Ähnlichkeiten mit dem Werk des Malers Bernard<br />

van Orley (1491/92-1541) auf, so die Muscheldekoration<br />

der Wand oberhalb des Engels und die plastischen<br />

Elemente wie Kandelaber auf dem Pilaster. Retuschen.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Leegenhoek, Paris. (1302042) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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15


382<br />

ALESSANDRO MAGNASCO,<br />

UM 1667 GENUA <strong>–</strong> 1749 EBENDA<br />

MÖNCHE IN EINER HÖHLE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

72,5 x 55,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In einer steinernen Höhle im Vordergrund ein nach<br />

rechts an einem Felsbrocken neben einem hölzernen<br />

Kreuz kniender Mönch mit geschlossenen Augen,<br />

ganz ins Gebet vertieft. Vor ihm liegend ein weißes<br />

Stoffbündel und ein alter geflochtener Korb, während<br />

seitlich von ihm am Boden, wohl über einem Schädel,<br />

ein aufgeschlagenes Buch liegt. Links hinter ihm ein<br />

älterer Mönch in brauner Kutte mit leicht gesenktem<br />

Kopf, den er in seine rechte Hand abstützt, nachdenklich<br />

einen Schädel in seiner linken Hand betrachtend. Im<br />

rechten Hintergrund hat zudem ein weiterer Mönch in<br />

brauner Kleidung mit Kopfbedeckung die Höhle betreten;<br />

in seinen Händen weitere Gegenstände haltend<br />

und den Blick leicht nach unten gerichtet. Links hinter<br />

ihm ist die Öffnung zur Höhle zu erkennen, durch die<br />

man auf eine Landschaft unter hellblauem Himmel<br />

blickt. Malerei in überwiegend monochromer beigebrauner<br />

Farbigkeit, in nahezu geheimnisvoller Atmosphäre,<br />

mit gekonnt gesetzten hellen Partien, die hier<br />

das Gewand des knienden Mönches, das aufgeschlagene<br />

Buch und ein Stoffbündel besonders betonen.<br />

Wenige kleine Retuschen.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Mario Rossi, Venedig.<br />

Literatur:<br />

Benno Geiger, Magnasco, Bergamo 1949,<br />

S. 138, Abb. 419. (1301755) (18)<br />

ALESSANDRO MAGNASCO,<br />

CA. 1667 GENOA <strong>–</strong> 1749 IBID.<br />

MONK IN A CAVE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

72.5 x 55.5 cm.<br />

Provenance:<br />

Mario Rossi collection, Venice.<br />

Literature:<br />

Benno Geiger, Magnasco, Bergamo 1949,<br />

p. 138, ill. 419.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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383<br />

PIETRO PAOLINI,<br />

1603 LUCCA <strong>–</strong> 1681, ZUG.<br />

DER HEILIGE HIERONYMUS BEI SEINEN STUDIEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

98 x 72 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In einem dunklen Innenraum das Halbbildnis des Kirchenvaters<br />

nach links, in leuchtend roter Kardinalskleidung<br />

und dunklem Untergewand, mit seiner linken<br />

Hand ein aufgeschlagenes Buch haltend, das auf einem<br />

liegenden Schädel abgestützt ist. Hinter ihm rechts<br />

hängend sein leuchtend roter Kardinalshut. Er hat ein<br />

faltenreiches Gesicht, einen langen grauen Bart, einen<br />

Zwicker auf seiner Nase, durch den er mit leicht gesenkten<br />

Augen in das Buch blickt und bei leicht geöffnetem<br />

Mund voller Aufmerksamkeit zu lesen scheint.<br />

Malerei mit starken Kontrasten, bei besonderer Hervorhebung<br />

des charakterisierenden Gesichtes. Wenige<br />

Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Das Motiv des studierenden Kirchenvaters ist mehrfach<br />

auf <strong>Gemälde</strong>n in der Kunstgeschichte zu finden;<br />

erstmals wurde es, wohl auch in Abhängigkeit von<br />

Albrecht Dürer (1471-1528), von Joos van Cleve (um<br />

1485-um 1540) vorgetragen und von Schülern und<br />

Nachfolgern in diversen Variationen wiederholt.<br />

(1301751) (18)<br />

PIETRO PAOLINI,<br />

1603 LUCCA <strong>–</strong> 1681, ATTRIBUTED<br />

SAINT JEROME IN HIS STUDY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

98 x 72 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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17


384<br />

JACOPO AMIGONI,<br />

1682 VENEDIG <strong>–</strong> 1752 MADRID<br />

Amigoni, über dessen Geburtsort zwischen Neapel<br />

oder Venedig diskutiert wurde, gilt als bedeutender<br />

Maler des Rokoko. Seinen Aufstieg verdankte er dem<br />

Bayerischen Kurfürsten Max Emanuel, der ihn ab<br />

1715 mit bedeutenden Aufträgen versah. So entstanden<br />

etwa die Deckengemälte im Schloss Schleißheim<br />

und das Altarbild in der Münchener Frauenkirche.<br />

Auch sein Aufenthalt in Madrid ließ etliche bedeutende<br />

Werke entstehen, wie etwa das Deckenbild im<br />

Saale des Königspalastes in Aranjuez oder <strong>Gemälde</strong><br />

in San Salvador zu Madrid. Bekannt geworden ist<br />

auch das Bildnis des Kastratensängers Farinelli.<br />

MADONNA MIT DEM KIND<br />

Öl auf Leinwand.<br />

79 x 58 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia,<br />

mit Nennung weiterer Vergleichsbeispiele. Zuweisung<br />

durch Expertise von Dario Succi.<br />

Halbbildnis der Maria nach rechts, vor dunklem Hintergrund.<br />

Sie hält das Kind mit beiden Händen, die dem<br />

weißen Windeltuch aufliegen, während die Farben<br />

der Kleidung Mariens die Farbtrias zu Blau, Rot, Weiß<br />

ergänzt. Der Blick der Mutter gilt dem Kind, während<br />

das Kind Blickkontakt mit dem Betrachter aufnimmt.<br />

Zwei Rosen liegen in der rechten unteren Bildecke,<br />

wodurch hier das Bildthema der Rosenmadonna angezeigt<br />

ist, als ein beliebtes Andachtsbildthema des<br />

18. Jahrhunderts. Das Inkarnat in milder Beleuchtung,<br />

bei betontem Sfumato. A.R. (1301733) (11)<br />

JACOPO AMIGONI,<br />

1682 VENICE <strong>–</strong> 1752 MADRID<br />

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD<br />

Oil on canvas.<br />

79 x 58 cm.<br />

An expert‘s report by Dario Succi, Gorizia, listing<br />

further examples of comparison, is enclosed.<br />

Attribution according to expert‘s report by Dario<br />

Succi.<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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385<br />

LUIS MORALES,<br />

UM 1509 BADAJOZ <strong>–</strong> 1586, ZUG.<br />

KREUZTRAGUNG CHRISTI<br />

Öl auf Holz.<br />

55 x 49 cm.<br />

In breitem goldreliefiertem Rahmen.<br />

In engem Ausschnitt Christus mit Dornenkranz sein<br />

Kreuz tragend, wobei die bleichen Hände wirkungsvoll<br />

mit dem Dunkel des Holzes und des Hintergrundes<br />

kontrastieren. Rest.<br />

Anmerkung:<br />

Die Darstellung orientiert sich an Luis Morales, von<br />

dessen Hand ein <strong>Gemälde</strong> gleichen Themas aber etwas<br />

unterschiedlicher Umsetzung sich im Museo del<br />

Pariarca, Valencia, befindet. (1300288) (3) (13)<br />

LUIS MORALES,<br />

CA. 1509 BADAJOZ <strong>–</strong> 1586, ATTRIBUTED<br />

THE BEARING OF THE CROSS<br />

Oil on panel.<br />

55 x 49 cm.<br />

Notes:<br />

The depiction is in the style of Luis Morales, who<br />

created a painting with the same subject but slightly<br />

differently executed, which is today held at the<br />

Museo del Patriarca, Valencia.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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19


386<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

MADONNA MIT KIND, ENGEL UND HEILIGEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

87 x 75 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Im Zentrum dieses <strong>Gemälde</strong>s, vor schwarzem Hintergrund,<br />

die Madonna in rotem Gewand mit blauem faltenreichem<br />

Mantel und weißer Kopfbedeckung, in<br />

ihrer linken Hand eine weiße Lilie als Mariensymbol<br />

hochhaltend, während sie mit den langen schmalen<br />

Fingern ihrer rechten Hand das auf ihrem Schoß stehende<br />

Jesuskind hält. Zahlreiche Blick- und Zeigerichtungen<br />

sind auf diesem Bild erkennbar: Maria schaut<br />

auf den schwarz-weiß gekleideten Ordensbruder hinab,<br />

während dieser ihren Blick entgegnet und auf ein<br />

kleines Modell einer Stadt mit Kirchen zeigt, das<br />

linksseitig ein junger Mann in grün-blauem Gewand<br />

und großer rot-weißer Fahne über seiner Schulter<br />

hält. Er weist mit seinem Zeigefinger wiederum auf<br />

den Mönch und blickt dabei den von Maria gehaltenen<br />

Jesusknaben an. Im unteren Vordergrund ein geflügelter<br />

Engel, der ein dickes Buch hält, das er dem<br />

Ordensbruder überreichen möchte. Bei dem links dargestellten<br />

jungen Mann dürfte es sich wohl um den<br />

Stifter eines Klosters oder einer Klosteranlage handeln.<br />

Malerei in kräftiger Farbgebung mit starker Hell-Dunkel-<br />

Akzentuierung. (1301432) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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387<br />

BERNARDINO LICINIO,<br />

UM 1489 VENEDIG <strong>–</strong> UM 1565, UMKREIS DES<br />

LUCREZIA<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

70 x 56 cm.<br />

In vergoldetem bemalten Rahmen.<br />

Dieses <strong>Gemälde</strong> zeigt den beabsichtigten Freitod der<br />

Lucrezia, nachdem sie von Sixtus, dem Sohn des Königs<br />

von Rom Tarquinius Superbus, vergewaltigt wurde. Vor<br />

dunklem Hintergrund das Halbbildnis der jungen Frau in<br />

eleganter Kleidung mit weißer Bluse und rot- grünem<br />

Gewand, das sie im oberen Bereich geöffnet hat, um<br />

besser den Dolch in ihrer rechten Hand an ihrer Brust<br />

ansetzen zu können. Sie hat langes, leicht gewelltes<br />

dunkelblondes Haar, zartes Inkarnat und gerötete<br />

Wangen und mit ihren großen dunklen Augen blickt<br />

sie entschlossen, den Freitod auszuführen. <strong>Teil</strong>s Risse,<br />

Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Diese tragische und emotionsgeladene Episode wurde<br />

insbesondere von italienischen und niederländischen<br />

Malern des 16. und 17. Jahrhunderts häufig dargestellt.<br />

(1300283) (3) (18)<br />

BERNARDINO LICINIO,<br />

CA. 1489 VENICE <strong>–</strong> CA. 1565, CIRCLE OF<br />

LUCRETIA<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

70 x 56 cm.<br />

€ 16.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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21


388<br />

JOHANN HEINRICH TISCHBEIN D.Ä.,<br />

1722 <strong>–</strong> 1789, ZUG.<br />

DIE ERZIEHUNG DES AMOR<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

97 x 85 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In bergiger, bewaldeter Landschaft die sitzende Göttin<br />

mit muschelartiger Rückenlehne, teils umgeben von<br />

Wolken. Neben ihr der Götterbote Merkur mit seinen<br />

Attributen, einem geflügelten Helm und dem Hermesstab,<br />

auf den er seine linke Hand stützt. Vor ihm<br />

in Rückenansicht der nackte Amor mit einem Buch,<br />

dem gerade das Lesen beigebracht wird. Merkur<br />

weist zudem mit seinem rechten Zeigefinger auf ein<br />

schnäbelndes Taubenpaar hin, was auf eine weitere<br />

zukünftige Aufgabe des Amor als Liebesgott hindeutet.<br />

Auch die Göttin hat ihren linken Zeigefinger erhoben<br />

und ermahnt ihren kleinen Sohn, aufmerksam<br />

den Weisungen des Merkur zu folgen. Gestenreiche<br />

Darstellung in harmonischer Farbgebung eines in der<br />

Malerei beliebten Themas. <strong>Teil</strong>s Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Das Thema des <strong>Gemälde</strong>s wurde von zahlreichen<br />

bekannten Malern umgesetzt, darunter sind Tizian,<br />

Boucher und auch Correggio zu finden.<br />

(1300312) (18)<br />

JOHANN HEINRICH TISCHBEIN T.E.,<br />

1722 <strong>–</strong> 1789, ATTRIBUTED<br />

THE EDUCATION OF CUPID<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

97 x 85 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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389<br />

PAULUS MOREELSE,<br />

1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ZUG.<br />

HEILIGE FAMILIE MIT SEGNENDEM CHRISTUSKIND<br />

(TRINITAS TERRESTRIS)<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

94 x 83,8 cm.<br />

In bronziertem, barockisierendem Rahmen.<br />

Im vorliegenden <strong>Gemälde</strong> springt das segnende<br />

Christuskind durch geschickt eingesetzte Beleuchtung<br />

raumgreifend hervor, während es von Maria, in<br />

sanft schattiertem blauen Umhang gehüllt, auf ihrem<br />

Schoß gehalten wird. Besonders auch ihre gebeugte<br />

Haltung erinnert stark an andere <strong>Gemälde</strong> Moreelses,<br />

wie etwa an die „Hirtin“ im Schloss Pommersfelden<br />

(Inv. Nr. 373) oder auch an die „Frau mit dem<br />

Spiegel“ im Fitzwilliam Museum in Cambridge (Inv.<br />

Nr PD.32-1968).<br />

Provenienz:<br />

Sotheby Parke Bernet, London, 11 Juli 1979, mit<br />

Schwarz-Weiß-Abb., Lot 318, als Louis Testelin.<br />

Alan Jacobs Gallery Ltd., London, als by Jan van Bijlert<br />

(abgebildet in Anzeige: Apollo Magazine, Dezember<br />

1985).<br />

Sotheby‘s, New York, 05. Juni 1986, mit Farbabb.,<br />

Lot 37, als Jan van Bijlert.<br />

Ab 1990 Privatsammlung, Ohio.<br />

Sotheby‘s, New York, 08. Juni 2017, mit Farbabb.,<br />

Lot 11, als Paulus Moreelse.<br />

Literatur:<br />

Eric Domela Nieuwenhuis Nyegaard, Paulus Moreelse<br />

(1571-1638), Leiden 2001, S. 618, Nr. SRH206-1,<br />

als Kopie nach einem nicht mehr bekannten Original<br />

von Paulus Moreelse. (1270095) (13)<br />

PAULUS MOREELSE,<br />

1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ATTRIBUTED<br />

HOLY FAMILY WITH CHRIST CHILD BLESSING<br />

(TRINITAS TERRESTRIS)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

94 x 83.8 cm.<br />

Provenance:<br />

Sotheby Parke Bernet, London, 11 July 1979, with<br />

black and white ill., lot 318, as Louis Testelin.<br />

Alan Jacobs Gallery Ltd., London, as by Jan van Bijlert<br />

(ill. in advert: Apollo Magazine, December 1985).<br />

Sotheby’s, New York, 5 June 1986, with colour ill.,<br />

lot 37, as by Jan van Bijlert.<br />

Since 1990 private collection, Ohio.<br />

Sotheby’s, New York, 8 June 2017, with colour ill.,<br />

lot 11, as by Paulus Moreelse.<br />

Literature:<br />

Eric Domela Nieuwenhuis Nyegaard, Paulus Moreelse<br />

(1571-1638), Leiden 2001, p. 618, no. SRH206-1, as<br />

copy after a lost original by Paulus Moreelse.<br />

€ 4.200 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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23


390<br />

FRA PAOLINO DA PISTOIA,<br />

1490 <strong>–</strong> 1547, ZUG.<br />

Fra Paolino war der Sohn des Malers Bernardino del<br />

Signoraccio. Und wie viele weitere Maler, darunter Fra<br />

Angelico oder Fra Bartolomeo war auch er ein malender<br />

Klostermönch, trat dem Dominikanerorden allerdings<br />

erst im 57. Lebensjahr bei. Ein für ihn verbürgtes<br />

<strong>Gemälde</strong> befindet sich in der Kirche San Paolo in Pistoia.<br />

MADONNA MIT KIND<br />

Öl auf Pappelholz.<br />

53,8 x 39 cm.<br />

In altem Rahmen.<br />

Maria in Dreiviertelfigur sitzend dargestellt, vor einem<br />

grünen, nach beiden Seiten zurückgezogenen Velum,<br />

in rotem Kleid und grünen Umhang, der den Kopf bedeckt.<br />

Das in lebendiger, unruhiger Haltung auf dem<br />

Schoß sitzende nackte Kind greift an den Halssaum<br />

der Mutter und blickt dem Betrachter entgegen, wie in<br />

einem Moment des Beobachtetwerdens. Auffallend ist<br />

die Farbkomposition, die sich auf die drei Farbwerte<br />

Rot, Grün und Inkarnat beschränkt. Dieses Merkmal<br />

ist bei der überwiegenden Zahl der Bilder des Malers<br />

festzustellen. Darüber hinaus auch, dass das Kind im<br />

Gegensatz zur Ruhe der Mutter betont lebendig dargestellt<br />

wird. Der geöffnete Velum-Vorhang findet<br />

sich in der nämlichen Weise auch bei weiteren seiner<br />

Madonnenbilder. Die Farboberfläche ist glatt und feinmalerisch.<br />

Tadelloser Zustand. A.R.<br />

Literatur:<br />

Maria Farquhar, Ralph Nicholson Wornum (Hrsg.),<br />

Biographical catalogue of the principal Italian painters,<br />

London 1855, S. 130. (1300307) (11)<br />

FRA PAOLINO DA PISTOIA,<br />

1490 <strong>–</strong> 1547, ATTRIBUTED<br />

MADONNA AND CHILD<br />

Oil on poplar panel.<br />

53.8 x 39 cm.<br />

Literature:<br />

Maria Farquhar, Ralph Nicholson Wornum (ed.),<br />

Biographical catalogue of the principal Italian<br />

painters, London 1855, p. 130.<br />

€ 17.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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391<br />

VENTURA DI ARCANGELO SALIMBENI,<br />

AUCH GENANNT „CAVALIERE BEVILACQUA“,<br />

1568 <strong>–</strong> 1613, ZUG.<br />

DIE HEILIGE FAMILIE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

74 x 61 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In freier Landschaft in verkürzter Nahsicht Maria in rotblauem<br />

Gewand, auf das nackte, auf einem Strohbett<br />

liegende blonde Jesuskind liebevoll herabschauend.<br />

Dabei hat sie ihre linke Hand fast spielerisch erhoben,<br />

während ihre Recht leicht zur Brust greift. Ihr Blick<br />

und auch ihr Handgestus wird von dem Kind erwidert.<br />

Im Hintergrund links, fast schemenhaft hinter Maria,<br />

ist Josef in beige-brauner Kleidung zu erkennen, der<br />

mit seinen dunklen Augen aus dem Bild herausschaut.<br />

Malerei in weicher Farbgebung. Retuschen,<br />

am unteren Rand teils berieben. (1291614) (18)<br />

VENTURA DI ARCANGELO SALIMBENI,<br />

ALSO KNOWN AS “CAVALIERE BEVILACQUA”,<br />

1568 <strong>–</strong> 1613, ATTRIBUTED<br />

THE HOLY FAMILY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

74 x 61 cm.<br />

Unframed.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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25


392<br />

FRANS FLORIS D. Ä.,<br />

UM 1516 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1570, UMKREIS DES<br />

DIE HEILIGE FAMILIE<br />

Öl auf Holz, teils verstärkt.<br />

72,5 x 58 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In Nahsicht die sitzende Maria in rot-blauem Gewand<br />

und Schleier, dem auf ihrem Schoß sitzenden blonden<br />

Jesusknaben die Brust reichend und dabei mit den<br />

zarten Fingern ihrer rechten Hand dessen Fuß berührend.<br />

Rechts hinter ihr der bärtige Josef in braunem<br />

Gewand, sich auf einen Stock stützend und aufmerksam<br />

beide betrachtend. Links hinter Maria steht Anna<br />

mit weißer Kopfbedeckung und charakteristischem<br />

Gesicht, dem Knaben einen Apfel reichen wollend.<br />

Harmonische Darstellung der Familie in reduzierter<br />

Farbigkeit. Rest. vertikaler Riss, Retuschen.<br />

(1300308) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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393<br />

VENEZIANISCHER MALER<br />

DES SPÄTEN 18. JAHRHUNDERTS<br />

VENETIAN SCHOOL,<br />

LATE 18TH CENTURY<br />

ECCE HOMO<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

130 x 160 cm.<br />

In vergoldetem geschnitzten Prunkrahmen.<br />

Mit dem Hinweis „Ecce Homo“ stellt nach Darstellung<br />

des Johannesevangeliums der römische Stadthalter<br />

Pontius Pilatus dem Volk den gefolterten gefangenen<br />

Jesus vor. Auf der Darstellung sieht man den links<br />

hinter einer Brüstung stehenden Stadthalter in gold<br />

glänzendem Gewand mit Turban, weißem Bart, einem<br />

goldenen Zepter in seiner linken Hand und bei geöffnetem<br />

Mund, mit Handgestus aus dem Bild heraus<br />

und leuchtenden, auf den Betrachter des Bildes gerichteten<br />

Augen, die Frage an das Volk stellend. Rechtsseitig<br />

der gefesselte Jesus mit freiem Oberkörper,<br />

der von einem leuchtend roten Mantel bedeckt wird,<br />

einer Dornenkrone auf seinem Gesicht, einem Spottzepter<br />

in seiner rechtend Hand und bei leicht geöffnetem<br />

Mund, mit fragendem Gesichtsausdruck, den Blick<br />

nach oben gerichtet. Er wird gehalten von zwei Soldaten<br />

in Rüstung und glänzenden Helmen. Pilatus hier das<br />

Volk befragend, weil er keinen Grund für die Verurteilung<br />

des Gefangenen Jesus sieht. In der Kunstgeschichte<br />

der Malerei beliebtes Thema. Verso Unterlegung,<br />

am rechten unteren Bildrand kleine Beschädigungen,<br />

teils Retuschen. (1301613) (18)<br />

ECCE HOMO<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

130 x 160 cm.<br />

€ 25.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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27


394<br />

VENEZIANISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

ENTWURF FÜR DIE ALLEGORIE DER ZEIT,<br />

DIE ERKANNT WIRD<br />

Öl auf Leinwand.<br />

58 x 42,5 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In bergiger Landschaft mit blauem Himmel die Gestalt<br />

einer jungen Frau in einem weißen Tuch und goldenem<br />

Überwurf, an ein Felsenstück gelehnt. Sie wendet<br />

sich der Figur eines alten bärtigen Mannes mit großen<br />

Flügeln und einer Sense in einer Wolke zu, der als<br />

„Chronos“ in der griechischen Mythologie die Zeit<br />

verkörpert. Mit traurigem Blick scheint sie zu erkennen,<br />

was das bedeutet. Seitlich vor ihr auf dem Boden<br />

liegt zudem ein umgefallener wertvoller glänzender<br />

Krug. Malerei in weicher Farbgebung. Retuschen.<br />

(1300346) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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395<br />

EMILIANISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES MANNES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

43,5 x 36,5 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In Nahsicht das ausdrucksstarke Gesicht eines bärtigen<br />

Mannes mit dunklem, gewelltem Haar, den Kopf und<br />

die glänzenden Augen nach rechts oben gerichtet, mit<br />

leicht zusammengezogenen Augenbrauen und halb<br />

geöffnetem Mund. <strong>Teil</strong>s bräunlicher und roter Hintergrund,<br />

der nicht vollendet zu sein scheint. Das bewegte<br />

Gesicht erinnert an die Darstellung eines Apostels.<br />

Qualitätvolle Malerei. Am Rand rest. und Retuschen;<br />

Rahmenschäden. (1291615) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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396<br />

RÖMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STUDIE EINES BÄRTIGEN ALTEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

61 x 74 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In Nahsicht vor braunem Hintergrund das Bildnis eines<br />

<strong>Alte</strong>n mit lockigen grau-weißen Haaren und langem<br />

Bart, den Kopf mit gebräuntem, leicht faltigem Gesicht<br />

und den glänzenden, wohl feuchten dunklen Augen<br />

nach links oben gerichtet. Auch mit dem rechten Arm<br />

seines nackten Oberkörpers scheint er in diese Richtung<br />

zu weisen. Qualitätvolle Malerei mit gekonnter<br />

Licht- und Schattensetzung, dabei das ausdrucksstarke<br />

Gesicht besonders hervorgehoben. Rest., teils Retuschen.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung Antwerpen.<br />

Anmerkung:<br />

Bei dem Dargestellten könnte es sich u.a. um den<br />

Heiligen Hieronymus in der Wüste oder aber auch<br />

um den Heiligen Petrus bei seiner Befreiung aus<br />

dem Kerker durch einen Engel, auf den er gerade<br />

blickt, handeln. (13020512) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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29


397<br />

LUCAS GASSEL,<br />

UM 1500 HELMOND <strong>–</strong> UM 1570 BRÜSSEL, ZUG.<br />

LANDSCHAFT MIT ABRAHAM UND<br />

DEN DREI ENGELN<br />

Öl auf Holzplatte.<br />

79,6 x 113,8 cm.<br />

In dekorativem, teils vergoldetem Rahmen.<br />

Die Darstellung bezieht sich auf den biblischen Text<br />

im 1. Buch Mose (Genesis) 18,1-15. Darin wird erzählt,<br />

dass Gott dem Abraham erschienen sei und ihm<br />

gleich darauf drei Engel erscheinen, denen er entgegenläuft,<br />

sich vor ihnen niederwirft und schließlich zu<br />

sich zu einem Mahl einlädt.<br />

In weiter Landschaft mit hohen Bergen wird dieses<br />

Ereignis hier geschildert: Im Vordergrund rechts der<br />

kniende Abraham vor den drei Engeln. Er begrüßt sie,<br />

lädt sie ein im Schatten eines hohen Baumes niedersitzen<br />

und lässt ihnen ein reiches Mal zubereiten, in<br />

der Mitte des Bildes zu sehen, während seine Frau<br />

Sara sich hinter einer Tür versteckt. Die linke Seite<br />

des Bildes wird fast ganz von dem Hof mit den<br />

prachtvollen Gebäuden des Abrahams eingenommen.<br />

Die Engel kündigen Sara, trotz ihres hohen <strong>Alte</strong>rs, die<br />

Geburt eines Sohnes an. Gestärkt durch das Mahl<br />

des Abraham ziehen die drei Engel weiter nach Sodom<br />

und treffen dort Loth. In der Mitte des Bildes<br />

sieht man sie in Rückansicht auf einem Weg weitergehen.<br />

Im Hintergrund rechts ein großer Hof mit einem<br />

Bauern auf seinem Acker. In der Ferne führt der Weg<br />

weiter zu einem hohen grauen Felsengebirge, auf<br />

dem Gebäude zu brennen scheinen, deren gelb-rote<br />

Flammen in den Himmel reichen; wohl als Andeutung<br />

auf das brennende Sodom. Erzählerische Darstellung<br />

mit vielen Details in harmonischer Farbgebung. Rest.,<br />

Retuschen. (1300606) (1) (18)<br />

LUCAS GASSEL,<br />

CA. 1500 HELMOND <strong>–</strong> CA. 1570 BRUSSELS,<br />

ATTRIBUTED<br />

LANDSCAPE WITH ABRAHAM AND<br />

THE THREE ANGELS<br />

Oil on panel.<br />

79.6 x 113.8 cm.<br />

€ 18.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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398<br />

BENEDETTO LUTI,<br />

1666 FLORENZ <strong>–</strong> 1724 ROM, ZUG.<br />

ALTTESTAMENTARISCHE SZENE MIT ABRAHAM<br />

AM BRUNNEN<br />

Öl auf Kupfertafel.<br />

20 x 25 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Unter blauem Himmel vor einem Brunnen sitzend<br />

eine junge Frau, die aufmerksam die Auszahlung von<br />

Münzen durch Abraham in blauem Mantel und roter<br />

Kopfbedeckung verfolgt, hinter dem mehrere Männer<br />

und ein großes Kamel zu erkennen sind. Rechts vorne<br />

sind mehrere Schafe und linksseitig im Schatten ein<br />

Paar mit einem weiteren Schaf erkennbar. Im linken<br />

Hintergrund der Brunnen, an dem zwei Männer versuchen,<br />

mit Seilen, an denen sich wohl Krüge befinden,<br />

Wasser herauszuschöpfen. Harmonische Malerei in<br />

stimmungsvollem Licht. (1300559) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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31


399<br />

SIMON DE VOS,<br />

1603 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1676 EBENDA<br />

DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN FLORIAN<br />

Öl auf Kupfer.<br />

57,5 x 77,5 cm.<br />

Signiert und datiert „S. D. Vos in. et F. 1641“.<br />

Rückseitiges Etikett der andalusischen Eisenbahn:<br />

„Ferro-corriles Andaluses. De Malaga á Madrid“ in<br />

schwerem Rahmen.<br />

Ganz entsprechend dem Hauptwerk des Malers wird<br />

auch hier die Szene vielfigürlich gezeigt. In spätabendlichem<br />

oder nächtlichem Dunkel spielt sich das Geschehen<br />

vor einer mit Baumwurzeln bewachsenen<br />

Felswand ab, davor ein gemauerter Brückensteg,<br />

über den etliche Männer laufen, zum <strong>Teil</strong> im Harnisch,<br />

während im Zentrum der Heilige ins Wasser gezogen<br />

wird, die Hände am Rücken gefesselt. Das fein gemalte<br />

Seil, an das der Heilige gebunden ist, zieht ein<br />

Folterknecht in hell aufleuchtender Kleidung, links im<br />

Bild, die Haltung angestrengt gebückt. Der Heilige<br />

selbst, in dunkler Kleidung mit rotem Mantel blickt<br />

zum Himmel, sein Haupt von einem Lichtschein umgeben.<br />

Eine Vielzahl von Mittätern, z.T. in Rüstung mit<br />

Waffen, aber auch Knaben mit Fackel oder Laterne,<br />

begleitet von Hunden, ziehen sämtlich in die Richtung<br />

nach links.<br />

Die Darstellung ist insofern von großer Seltenheit, als<br />

die Legende des Heiligen (3. Jahrhundert) unterschiedlich<br />

geschildert wird. Stets ist das Wasser, in<br />

dem Florian ertränkt wurde, aber auch eine Brücke<br />

ein wichtiger attributiver Bildgegenstand. Nach anderen<br />

Überlieferungen wurde der Märtyrer, an einem<br />

Mühlstein gebunden, ins Wasser geworfen. Letztlich<br />

gilt der Heilige daher als Retter vor Feuersbrunst.<br />

Simon de Vos, der bereits zwölfjährig das Studium<br />

bei Cornelis de Vos aufnahm (mit dem er nicht verwandt<br />

war), begann seine künstlerische Laufbahn<br />

zunächst mit kleinformatigen Kabinettstücken, nicht<br />

selten mit humorigen Genreszenen im caravaggesken<br />

Stil. Im <strong>Alte</strong>r von 17 Jahren wurde er als<br />

<strong>Meister</strong> in der Lukasgilde geführt, möglicherweise<br />

arbeitete er auch in der Werkstatt von Peter Paul Rubens.<br />

Aufenthalte in Rom und in Aix-en-Provence<br />

sind belegt, bevor er 1626 wieder nach Amsterdam<br />

zurückkehrte. Nach 1640 wechselte er von Genrethemen<br />

zu Historiendarstellungen und Bibelszenen. In<br />

diese Periode fällt auch die Schaffung des hier 1641<br />

datierten Bildes. A. R. (1301741) (11)<br />

€ 7.500 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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400<br />

CHRISTOPH SCHWARZ,<br />

UM 1545 MÜNCHEN <strong>–</strong> 1592, ZUG.<br />

GANG CHRISTI NACH GOLGATHA<br />

Öl auf Kupfer.<br />

24,5 x 37,2 cm.<br />

In teilebonisiertem Holzrahmen.<br />

Das <strong>Gemälde</strong>, welches auf die große Kreuztragung<br />

von Martin Schongauer zurückgehen mag und diese<br />

kompositorisch aufnimmt, zeigt zentral den unter<br />

dem Kreuz zusammengesackten Christus mit Goldnimbus<br />

und einer reichhaltigen Gruppe von Personen,<br />

die ihn auf dem Weg zum Berg Golgatha begleiten.<br />

Oben rechts mit nicht identifiziertem viergeteiltem<br />

Wappen. <strong>Teil</strong>weise Farbverluste und brachliegender<br />

Malgrund.<br />

Anmerkung:<br />

Eine ebenfalls auf Kupfer gemalte Version des gleichen<br />

Themas mit gleichem kompositorischen Aufbau<br />

mit nur wenigen Varianten, angeboten am 29. Januar<br />

2015 bei Sotheby‘s New York unter Lot 238. Dort<br />

zum Beispiel ohne das Wappen oben rechts über<br />

dem Hügel. Eine weitere Version aus dem Umkreis<br />

von Christoph Schwarz, welche qualitativ nicht weit<br />

von unserem Bild entfernt ist, wurde am 11. November<br />

2016 bei Karl und Faber in München als Christoph<br />

Schwarz, Umkreis, angeboten, sodass auch unser<br />

<strong>Gemälde</strong> im Umkreis von Schwarz entstanden sein<br />

mag. (1270094) (13)<br />

CHRISTOPH SCHWARZ,<br />

CA. 1545 MUNICH <strong>–</strong> 1592, ATTRIBUTED<br />

CHRIST ON HIS WAY TO CALVARY<br />

Oil on copper.<br />

24.5 x 37.2 cm.<br />

Notes:<br />

A painting of the same subject also painted on copper<br />

and the same composition with only few variations<br />

was offered for sale on 29 January 2015 at Sotheby‘s,<br />

New York, lot 238. As an example, the coat of arms<br />

on the hill in the top right is missing. Another version<br />

from the circle of Christoph Schwarz, which is comparable<br />

in quality with the present painting, was offered<br />

for sale on 11 November 2016 at Karl und Faber<br />

in Munich as Christoph Schwarz, circle of, so that<br />

the painting here may have also been created in the<br />

circle of Schwarz.<br />

€ 5.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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33


401<br />

GIOVANNI BATTISTA PITTONI D. J.,<br />

1687 VENEDIG <strong>–</strong> 1767 EBENDA<br />

Als Neffe des Malers Francesco Pittoni (tätig um<br />

1687-um 1718) begann der Künstler in der Werkstatt<br />

seines Onkels zu arbeiten und verfeinerte sein Können<br />

an den Beispielen zeitgenössischer oder etwas<br />

älterer Künstler, wie Sebastiano (1659-1734) und<br />

Antonio Ricci (tätig um 1560-um 1631). Von den Lehren<br />

seiner frühen Ausbildung an hielt der Schüler an der<br />

Wahl des „historischen“ Genres fest, aber es ist klar,<br />

dass er bereits in seinen frühen Werken (Madonna<br />

mit dem Kind und dem heiligen Philipp Neri, Venedig;<br />

Die Segnung Jakobs, Sankt Petersburg, Eremitage-<br />

Museum) sein Werk mit einer neuen dramatischen<br />

Stimmung versieht, die perfekt mit den Ausdruckswerten<br />

des Geistes des zeitgenössischen Melodrams<br />

übereinstimmt. Im Jahr 1716 wurde Pittoni in die<br />

Fraglia der venezianischen Maler aufgenommen und<br />

trat wahrscheinlich im selben Jahr in das Collegio dei<br />

Pittori ein, wo er bis zu seinem Tod blieb. Auf dem<br />

Höhepunkt seines Ruhmes wird Pittoni 1727 zum<br />

Ehrenmitglied der Accademia Clementina in Bologna<br />

ernannt. Er machte sich vor allem durch seine raffinierte<br />

koloristische und schöpferische Kunstfertigkeit<br />

einen Namen.<br />

DER HEILIGE JOSEF MIT DEM JESUSKNABEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

79 x 59 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia,<br />

mit Vergleichsbeispielen, in Kopie.<br />

Die skizzenhafte Darstellung zeigt den sitzenden Heiligen<br />

Josef nach links im Innenraum eines großen<br />

steinernen Gebäudes mit einem Durchblick auf den<br />

hellblauen Himmel mit weißen Wolken. Er trägt ein<br />

rot-blaues Gewand, hat einen grauen Bart, einen<br />

Nimbus oberhalb seines Hauptes und blickt mit einem<br />

intensiven, aber nicht ekstatischen Ausdruck zu<br />

den leuchtenden Himmelvisionen auf. Auf seinem<br />

Schoß das nur mit einem weißen Tuch um die Hüfte<br />

bekleidete Jesuskind, das mit ausgestrecktem rechten<br />

Arm nach oben weist und dessen nachdenkliche<br />

Augen den Betrachter direkt anschauen. Im Vordergrund<br />

rechts ein kleiner geflügelter Engel mit lächelndem<br />

Gesichtsausdruck vor einer roten Draperie, der<br />

voller Elan ein Weihrauchfass schwenkt und dem<br />

<strong>Gemälde</strong> eine Note von Heiterkeit, Leichtigkeit und<br />

Frische verleiht. Ein kleiner am Boden sitzender Engel<br />

mit aufgeschlagenem großen Buch schaut ihm dabei<br />

zu. Die silbrige Tonharmonie, die die Komposition mit<br />

den wenigen Grundtönen von Weiß, Blau, Gelb, Rosa<br />

und Rot durchdringt, schafft eine Wahrnehmungstäuschung<br />

von Farben und Lichtern. Qualitätvolle<br />

Darstellung, durchdrungen von atmosphärischer Leichtigkeit,<br />

leuchtender Farbigkeit und freiem belebenden<br />

Strich. Retuschen. (13017521) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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402<br />

ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

MARIA MIT DEM KIND, SANKT ANNA UND EINEM<br />

HÜNDCHEN<br />

Öl auf Holz, Tondo.<br />

Durchmesser: 66 cm.<br />

In original rundem Rahmen mit Vergoldung und<br />

Groteskenmalerei, Kymationfries und aufgesetzten<br />

Medaillons.<br />

Das Bildthema steht in der Kunstgeschichte einmalig<br />

da, ikonografisch finden sich dafür keine weiteren Beispiele.<br />

Üblicherweise kennt man die Darstellung von<br />

Maria und Kind zusammen mit Mutter Anna und dem<br />

Johannesknaben, der ein weißes Schaf hält, Attribut<br />

für die Opferung Christi. Hier jedoch nimmt ein Hündchen<br />

eine solche Stelle ein, was attributiv als Symbol<br />

der Treue und Wachsamkeit gilt.<br />

Während das Kind den Hund fest umschlungen hält,<br />

scheint Mutter Anna ihn zur Wachsamkeit zu ermahnen.<br />

Ansonsten folgt die Darstellung dem üblichen<br />

Kompositionsschema der im Tondo gemalten „Madonna<br />

und Kind“-Tradition, wie sie von Raffael (1483-<br />

1520) in die Kunstgeschichte eingegangen ist, von<br />

Alonso Berruguete (1486-1561), Francesco Cristofani<br />

il Francabigio (1482-1525) oder Andrea di Michele il<br />

Verrocchio (1435-1488) ebenso aufgegriffen wurde. So<br />

ist das vorliegende <strong>Gemälde</strong> als originelle Besonderheit<br />

der Kunst der Zeit zu sehen. A.R. (1300282) (3)<br />

(11)<br />

ITALIAN SCHOOL,<br />

16TH CENTURY<br />

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD, SAINT ANNE<br />

AND A LITTLE DOG<br />

Oil on panel, tondo.<br />

Diameter: 66 cm.<br />

In original round frame with gilding and grotesque<br />

painting, cymation frieze and applied medallions.<br />

The subject of the painting on offer for sale in this<br />

lot is unique in art history with no other comparable<br />

iconographic examples. It can therefore be regarded<br />

as an original, unique exception of the art of this<br />

period.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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35


403<br />

PAUL BRIL,<br />

UM 1553/54 BREDA <strong>–</strong> 1626 ROM, ZUG.<br />

Bril hatte schon zu Lebzeiten, vor allem in Rom, viele<br />

Maler beeinflusst, wie etwa den Niederländer Cornelis<br />

van Poelenburgh (1586-1667), oder den Frankfurter<br />

Adam Elsheimer (1574/78-1610/20).<br />

DER HEILIGE FRANZISKUS EMPFÄNGT<br />

DIE STIGMATA<br />

Öl auf Holz.<br />

41 x 31 cm.<br />

Verso mit alter typografischer Auktionsnummer.<br />

In vergoldetem, vegetabil beschnitztem Rahmen.<br />

In leuchtenenden Farben und feinen Details stellt der<br />

Künstler eine schroffe Landschaft dar, auf dessen Erhöhung<br />

Franz von Assisi (1181/1182-1226) seine Stigmata<br />

empfängt. Über ihm in dem Geäst sind Vögel zu<br />

sehen, die sicherlich auf die Vogelpredigt des Heiligen<br />

anspielen sollen. Die Stigmata, die in der Legenda<br />

Aurea beschrieben werden, sind hier noch nicht zu<br />

sehen, sondern vielmehr die ursprünglich überlieferte<br />

Vision, die ihn auf dem Berg La Verna ereilte.<br />

(1300286) (3) (13)<br />

PAUL BRIL,<br />

CA. 1553/54 BREDA <strong>–</strong> 1626 ROME, ATTRIBUTED<br />

Even during his lifetime Bril influenced many artists,<br />

especially in Rome, such as the Dutch artist Cornelis<br />

van Poelenburgh (1586-1667), or the Frankfurt artist<br />

Adam Elsheimer (1574/78-1610/20).<br />

SAINT FRANCIS RECEIVING THE STIGMATA<br />

Oil on panel.<br />

41 x 31 cm.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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404<br />

SPANISCHER MALER<br />

DES AUSGEHENDEN 16. JAHRHUNDERTS<br />

ANDACHTSBILD „MARIA MIT DEM KIND UND<br />

EINEM VOGEL“<br />

Öl und Blattgold auf Leinen, auf schwere Holzplatte<br />

aufgezogen, verso zwei Querleisten.<br />

65 x 47 cm.<br />

Rechteckformat mit giebelförmigem oberem Abschluss.<br />

Maria in Dreiviertelfigur nach rechts gewandt, sie hält<br />

auf dem Schoß das Kind, das nach ihrem Gewandsaum<br />

am Hals greift. Ein Vogel sitzt auf dem Unterarm<br />

der Mutter. Beide Figuren mit Krone und Nimbus<br />

dargestellt. Das rote Kleid Mariens in welligen parallelen<br />

Falten, der blaue Mantel zieht über die Knie und<br />

ist in den Faltenhöhen aufgehellt. Das Jesuskind in<br />

einem etwas helleren Rot mit Gewandsaum und Textilmusterung<br />

in Form von Sternchen in Gold. Der Hintergrund<br />

wirkt auf der Leinwandstruktur als matt glänzender<br />

Goldgrund. Die Blicke beider Figuren sind auf<br />

den Betrachter gerichtet. A.R. (1300281) (3) (11)<br />

SPANISH SCHOOL,<br />

LATE 16TH CENTURY<br />

DEVOTIONAL IMAGE “THE VIRGIN AND CHRIST<br />

CHILD WITH A BIRD”<br />

Oil and leaf gold on canvas, laid on heavy wooden<br />

panel, verso two parquetting slats.<br />

65 x 47 cm.<br />

€ 9.000 - € 11.000<br />

Sistrix<br />

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405<br />

MALER DER SIENESER SCHULE<br />

DES 15. JAHRHUNDERTS<br />

DARSTELLUNG ZWEIER ORDENSHEILIGER<br />

Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz.<br />

91 x 73 cm.<br />

Der original Rahmen in der Hauptleiste intarsiert,<br />

umziehend Kehle. Verso zwei Festigungsleisten.<br />

Sankt Franziskus und ein kniender Mitgründer des<br />

Zistensienserordens <strong>–</strong> Bernhard von Clairvaux (?).<br />

Beide Gestalten vor Goldgrund, mit fein punzierten<br />

Schei ben nimben. Der Goldgrund oben halbrund geschlossen;<br />

in den oberen Zwickeln florale Malerei auf<br />

dunklem Grund, mit seitlich kleinen Kämpfern an den<br />

Bildrändern. Die stehende Figur des Franziskus mit<br />

Buch, eine Öffnung des Kleides lässt das Seitenwundmal<br />

sehen. A.R. (1301411) (2) (11)<br />

SIENESE SCHOOL,<br />

15TH CENTURY<br />

DEPICTION OF TWO SAINTS FROM A HOLY<br />

ORDER<br />

Oil/ tempera and gold ground on panel.<br />

91 x 73 cm.<br />

INFO | BIETEN<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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37


406<br />

FRANZ ANTON ZEILLER,<br />

1716 REUTTE <strong>–</strong> 1793 EBENDA, ZUG.<br />

DER HEILIGE SEBASTIAN<br />

Öl auf Tannenholz.<br />

26,4 x 20,5 cm<br />

Verso auf Holz in alter Tintenschrift bezeichnet<br />

„Vom Maler Zeiler in Steinach“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Der Heilige mit den Armen rückwärts an einen Pfahl<br />

gebunden, dabei sind seine Brust und sein Arm mit<br />

Pfeilen durchbohrt; die Halbfigur des Märtyrers in ergreifender<br />

Weise nahe an den Betrachter gerückt vor<br />

einer nächtlichen Stadtsilhouette. Seinen Kopf, von<br />

einem Reifnimbus umgeben, hat der jugendliche Heilige<br />

leicht angehoben und blickt in Leidensmanier mit<br />

herabhängenden Mundwinkeln, gerunzelter Stirn, zusammengezogenen<br />

Augenbrauen und glänzenden<br />

Augen zum Himmel. Von besonderer Schönheit sind<br />

der straffe, nackte Oberkörper, auf dem nur wenige<br />

Blutstropfen erkennbar sind, und das feindrapierte<br />

Lendentuch. Feine, präzise Malerei in weicher Farbgebung,<br />

die ein Schönheitsideal wiedergibt und die<br />

Spuren des Leidens fast aufhebt. (1300693) (18)<br />

€ 3.000 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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407<br />

ITALIENISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE FAMILIE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

110 x 81 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen mit Perlstab- und Blattdekor.<br />

In einem Innenraum mit an der Decke nach rechts<br />

gerafftem braunem Vorhang die sitzende Maria in edlem,<br />

rot-blauem Gewand und heller Kopfbedeckung,<br />

das leicht stehende Jesuskind mit ihrer linken Hand<br />

im Schoß haltend. Mit der Hand ihres rechten Armes,<br />

der von einem seidigen, glänzenden Hemdärmel bedeckt<br />

ist, hat sie einen Apfel erfasst. Das nackte Kind,<br />

nur mit einem durchsichtigen Tuch umhüllt, betrachtet<br />

aufmerksam einen kleinen Stieglitz in seiner linken<br />

Hand. Linksseitig von Maria ein Holztisch, darauf eine<br />

silberne Schale mit Obst. Dahinter Josef in braunem<br />

Gewand und Vollbart, seinen Kopf in seine rechte<br />

Hand abstützend und Maria mit Kind aufmerksam betrachtend.<br />

Malerei mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten,<br />

bei der besonders das feine, fast weiße Gesicht<br />

der Maria mit zart geröteten Wangen und rötlichen<br />

Lippen sowie das zarte Inkarnat des Kindes hervorgehoben<br />

werden. Rest., Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Die Darstellung des Jesuskindes mit einem Stieglitz<br />

weist symbolisch auf den Opfertod Jesu hin: Die roten<br />

Kopffedern des Vogels symbolisieren das vergossene<br />

Blut Christi. (1300647) (18)<br />

€ 7.500 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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408<br />

FLÄMISCHER MEISTER UM 1500<br />

DUNSTAN VON CANTERBURY<br />

Öl auf Holz.<br />

34 x 23 cm.<br />

In breitem Rahmen mit Rankenzier und Wappenmalerei<br />

sowie plastischem Wasserschlag.<br />

In einem Innenraum auf einem Thronsessel sitzt eine<br />

bartlose männliche Person in bischöflichem Ornat und<br />

Insignien, die anhand ihres Attributes der Zange als<br />

Dunstan von Canterbury zu identifizieren ist. Dieser<br />

soll dem Teufel mit der Zange in die Nase gezwickt<br />

haben. Dass er auch ein begabter Goldschmied gewesen<br />

sein soll, zeigen Chormantelschließe und<br />

Kreuz. Links ein Ausblick sicherlich auf die Canterbury<br />

Cathedral, deren Bell Harry, also der Hauptturm, erst<br />

1504 fertiggestellt wurde und hier mit einer Spitze<br />

dargestellt wird, die so nicht ausgeführt wurde. Es<br />

kann sein, dass das <strong>Gemälde</strong> von einem flämischen<br />

Maler so gefertigt wurde, dass er den unfertigen<br />

Turm im <strong>Gemälde</strong> bereits vollendete, ohne das geplante<br />

Aussehen zu kennen. (1300631) (1) (13)<br />

FLEMISH MASTER, CA. 1500<br />

SAINT DUNSTAN OF CANTERBURY<br />

Oil on panel.<br />

34 x 23 cm.<br />

€ 12.000 - € 16.000<br />

Sistrix<br />

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39


410<br />

FRANS FRANCKEN II,<br />

1581 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1642 EBENDA<br />

CHRISTUS BETET AUF DEM ÖLBERG<br />

Öl auf Kupfer.<br />

22 x 17 cm.<br />

Rechts unten signiert „Doffranck“.<br />

Nach dem letzten Abendmahl geht Jesus in Begleitung<br />

zum Garten Gethsemane am Ölberg, um alleine<br />

zu beten. Im Zentrum vor nächtlichem Himmel mit<br />

Vollmond, der auf einer beigen Anhebung kniende<br />

Christus in violettem Gewand, langen rotem Mantel<br />

und hellem Nimbus um sein Haupt, die Arme zur Seite<br />

ausgebreitet und mit traurigem, fragendem Gesichtsausduck<br />

zum Himmel blickend. Im Himmel erscheint<br />

in hellem Licht der zur Seite gewichenen Wolken ein<br />

Engel mit Flügeln, ein Kreuz als Verweis auf die kommende<br />

Leidensgeschichte und einen Kelch in der<br />

Hand haltend. Christus scheint seinen Vater zu bitten,<br />

dass dieser Kelch an ihm vorrübergehen möge. Hinter<br />

ihm liegend seine ihn begleitenden Jünger Petrus,<br />

Johannes und Jakobus der Ältere, die eingeschlafen<br />

sind. Im Hintergrund rechts führt ein Weg zu einem<br />

hölzernen Tor, in dem einige Figuren mit Rüstung zu<br />

erkennen sind, als Hinweis auf die folgende Gefangennahme<br />

Jesu. Erzählerische Wiedergabe, die sich<br />

genau an den Bibeltext hält. Malerei mit gekonnter<br />

Hell-Dunkel-Inszenierung dieses in der Kunstgeschichte<br />

beliebten Motivs. Kl. Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Die ersten beiden Buchstaben der Signatur „Do“ rechts<br />

unten (eine Abkürzung für „D‘ouden“ = der Ältere),<br />

beziehen sich auf Frans Francken II. Der Künstler benutzte<br />

sie manchmal, um seine Unterschrift von der<br />

seines Sohnes, Frans Francken III, zu unterscheiden.<br />

(1302048) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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409<br />

ANTWERPENER MEISTER UM 1550<br />

CHRISTUS MIT DEM KREUZ<br />

AUF SEINEN SCHULTERN<br />

Öl auf Holz.<br />

41,5 x 31 cm.<br />

In breitem Holzrahmen, teils vergoldet.<br />

In Nahsicht das Halbbildnis Christi mit freiem Oberkörper<br />

und gefesselten Handgelenken, in seiner linken<br />

Armbeuge das große schwere Holzkreuz an seiner<br />

linken Schulter festhaltend. Er trägt auf seinem Haupt<br />

eine dornenreiche Krone, durch die seine Stirn, seine<br />

Halspartie und der Schulterbereich mit Blutspuren<br />

versehen ist. Seinen Kopf mit zartem Inkarnat hat er<br />

leicht zur Seite geneigt und schaut mit seinen glänzenden<br />

Augen nachdenklich und traurig nach unten.<br />

Hinter ihm links zudem eine Rundsäule erkennbar.<br />

Qualitätvolle Malerei in der typischen Manier der flämischen<br />

Künstler der Mitte des 16. Jahrhunderts.<br />

Kleinere Retuschen. (1302047) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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411<br />

FLORENTINISCHER MEISTER UM 1520 <strong>–</strong> 1540<br />

MADONNA MIT DEM JESUSKNABEN<br />

UND JOHANNES DEM TÄUFER<br />

Wohl Öl auf Leinwand im Tondo,<br />

montiert auf Holzplatte.<br />

Tondodurchmesser: 59,5 cm.<br />

Holzplatte: 61,5 x 61 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In Nahsicht die sitzende Madonna vor einem braunen<br />

Hintergrund und einem leuchtend roten, zur rechten<br />

Seite gerafften Vorhang, der nach links einen schmalen<br />

Blickwinkel auf den hellblauen Himmel freilässt.<br />

Die Farbe des Vorhangs wiederholt sich im Gewand<br />

der Madonna, die zudem einen grün-blauen Mantel<br />

trägt und mit ihren Händen den nackten Jesusknaben<br />

festhält. Links von beiden stehend in braunem Gewand<br />

mit lockigem gold-blonden Haar der kleine Johannesknabe,<br />

der sich mit ausgestreckten Armen<br />

dem Jesuskind zuwendet. Dieses hält in seiner rechten<br />

Hand fest umklammert einen Rotulus, auf dem<br />

noch das Wort „Dei“ zu lesen ist, ursprünglich für die<br />

Worte „Ecce Agnus Dei“ (Siehe das Lamm Gottes).<br />

Harmonische Komposition in wenigen Farbtönen, dabei<br />

durch das leuchtende Rot Maria besonders hervorgehoben.<br />

Vereinzelt Rest,. kleine Retuschen.<br />

(13017524) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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412<br />

FLÄMISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

PIETÀ<br />

Öl auf zwei zusammengefügten Holztafeln.<br />

64 x 47 cm.<br />

Verso alter Aufkleber und wohl Feuerabdruck der<br />

St. Lukas-Gilde.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Unterhalb des Kreuzesstammes, der von einem goldgelben<br />

Himmelslicht hinterfangen ist, Maria mit leicht<br />

erhobenem Kopf nach oben blickend und mit ihren<br />

Armen auf dem Schoß ihres weiten, faltenreichem<br />

roten Untergewandes den vom Kreuz genommenen<br />

Jesus haltend. Dieser mit hellem Inkarnat und weißem,<br />

glänzendem Lendentuch hält die Arme weit<br />

ausgebreitet und den Kopf zu Seite gesenkt, so als<br />

würden dieser mit Schulter und Armen eine Linie bilden.<br />

Links in rotem Gewand Johannes mit seinen erhobenen<br />

zarten Händen und jeweils links und rechts<br />

des Kreuzes im Hintergrund ein Engel mit großen<br />

Flügeln, einer sich die Tränen trocknend, der andere<br />

die Arme vor der Brust überkreuzt und traurig Jesus<br />

anblickend. Rest., Retuschen, kleine Rahmenschäden.<br />

Anmerkung:<br />

Zahlreiche Künstler haben sich mit der Darstellung<br />

einer Pietà, mit Maria als Mater Dolorosa mit dem<br />

Leichnam des vom Kreuz genommenen Jesus Christus<br />

in ihrem Schoß, in der Bildhauerkunst und in der<br />

Malerei beschäftigt. Hier seien nur zu nennen: Michelangelos<br />

Pietà im Petersdom aus Marmor und die Pietà<br />

von Pietro Perugino. (1300231) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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41


413<br />

MEISTER DER FLÄMISCHEN SCHULE<br />

DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

DER HEILIGE HIERONYMUS<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

82 x 63 cm.<br />

Großformatiges Tafelbild mit Darstellung des Heili gen<br />

in Dreiviertelansicht. In Sitzhaltung nach links, der langbärtige<br />

Kopf leicht geneigt, mit Blick dem Betrachter<br />

entgegen. Die rechte Hand mit betont schmalen Fingern<br />

ist auf die Brust gelegt, die Linke hält ein Buch,<br />

einige Finger in den Seiten, sodass Anfangsbuchstaben<br />

des Textes zu erkennen sind. Trotz des ergrauten<br />

<strong>Alte</strong>rs ist der Körper muskulös gezeigt, was auf italienische<br />

Einflüsse weist. Dies gilt auch für die im dunklen<br />

Hintergrund links erkennbaren Steingesimse.<br />

Auffallend ist das leichte Sfumato, wobei jedoch im<br />

Gesicht eine deutlichere Pinselführung zu beobachten<br />

ist. Bemerkenswert ist überdies der braune Gewandbausch<br />

zwischen Unterarm und Buch, der auf<br />

den ersten Blick einen Schädel assoziieren lässt, als<br />

typisches Attribut des Heiligen, worauf der Maler jedoch<br />

wohl bewusst verzichtet hat. Die Qualität des<br />

<strong>Gemälde</strong>s lässt jedenfalls Werke des Willem Key in<br />

Erinnerung bringen. A.R. (1302044) (11)<br />

FLEMISH SCHOOL,<br />

16TH CENTURY<br />

SAINT JEROME<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

82 x 63 cm.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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414<br />

NEAPOLITANISCHER CARAVAGGIST<br />

DER ERSTEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DER RAUB DER EUROPA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

113 x 138 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Darstellung einer bekannten mythologischen Szenerie:<br />

In waldiger Landschaft die auf einem weißen Stier<br />

sitzende Europa, die Tochter des phönizischen Königs<br />

Agenor und der Telephassa. Sie trägt ein altrosafarbenes<br />

edles glänzendes Gewand und auf ihrem<br />

wohl frisiertem Haar eine goldene Krone, zudem einen<br />

leuchtend roten, hinter ihr wehenden Umhang.<br />

Zeus, der oberste olympische Gott, hatte sich in die<br />

Königstochter verliebt und verwandelte sich wegen<br />

seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier, um<br />

Europa zu entführen. Als Stier gewann er ihr Zutrauen<br />

und so setzte sie sich auf seinen Rücken. Rechts,<br />

oberhalb der Mitte des <strong>Gemälde</strong>s, ein großer geflügelter<br />

Amor, einen Bogen haltend, mit dem er gerade<br />

einen Pfeil abgeschossen hat, der in der Stirn des<br />

weißen Stiers steckt und somit die Liebe zwischen<br />

den beiden evoziert. Rechtsseitig eine Dreiergruppe<br />

von Figuren in edlen Gewändern, die den Verlust und<br />

die anstehende Entführung der Königstochter Europa<br />

betrauern. Malerei mit starker Hell-Dunkel-Akzentuierung,<br />

ganz dem Caravaggismus verpflichtet. Vereinzelt<br />

rest., kleine Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Das Thema mit der Entführung der Europa durch<br />

Zeus als weißen Stier wurde häufig in der Malerei<br />

der Kunstgeschichte aufgegriffen, u.a. von so bekannten<br />

Malern wie Jacob Jordaens (1593-1678)<br />

und Rembrandt van Rijn (1606-1669). (13017528)<br />

(18)<br />

NEAPOLITAN CARAVAGGISTI,<br />

FIRST HALF OF THE 17TH CENTURY<br />

THE RAPE OF EUROPA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

113 x 138 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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43


415<br />

RÖMISCHER MALER<br />

DES BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS<br />

ARKADISCHE LANDSCHAFT MIT ANTIKER<br />

FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Kupfer.<br />

31,4 x 38,7 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> führt eine Ideallandschaft vor, mit knorrigen<br />

Bäumen, dazwischen eine südliche Palme, Flusslauf<br />

in hellem Licht sowie Felsen und Hügel, von der<br />

Nachmittagssonne beleuchtet. Im Schatten der Baumgruppe<br />

links ist Pan zu sehen, der sich von Bacchus<br />

Wein reichen lässt, daneben eine Nymphe und zwei<br />

weitere, die mit einem großen Weinmischgefäß beschäftigt<br />

sind. Im heller beleuchteten Bildzentrum eine<br />

Flötenspielerin, die einen Kinderreigen begleitet. Der<br />

Malstil zeigt sowohl Einflüsse der italienischen Malerei,<br />

wie wir hier Bilder von Andrea Locatelli kennen,<br />

wie auch von Poussin oder <strong>–</strong> was die Lichtbehandlung<br />

betrifft <strong>–</strong> von Claude Lorrain. Das <strong>Gemälde</strong> ist in sehr<br />

guter Erhaltung und von hoher Malqualität. A.R.<br />

(13017526)<br />

ROMAN PAINTER<br />

OF THE EARLY 18TH CENTURY<br />

ARCADIAN LANDSCAPE WITH ANTIQUE FIGURES<br />

Oil on copper.<br />

31.4 x 38.7 cm.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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416<br />

GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI,<br />

GENANNT „IL GUERCINO“,<br />

1591 CENTO <strong>–</strong> 1666 BOLOGNA, ZUG.<br />

BILDNIS EINES BÄRTIGEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

62 x 52 cm.<br />

Halbbildnis nach links in Lebensgröße. Das Gesicht nach<br />

oben, dem Licht entgegengerichtet, die Augen gleichsam<br />

erwartungsvoll geöffnet. Der kurze Knebelbart<br />

bereits ergraut, die Stirne faltig. Ein schlichtes dunkles<br />

Manteltuch liegt über dem Oberkörper, lässt jedoch<br />

Halspartie und einen <strong>Teil</strong> der Brust frei. Diese Art der<br />

Darstellung weist auf einen Apostel hin, möglicherweise<br />

ist hier Petrus gemeint, auf Vergebung hofft,<br />

aufgrund seines Verrates. Das <strong>Gemälde</strong> weist auch<br />

eine gewisse Verwandtschaft mit Guercinos „Der<br />

Evangelist Lukas“ auf, das sich in der <strong>Gemälde</strong>galerie<br />

Dresden befindet; jedoch mehr noch mit einem <strong>Gemälde</strong><br />

„The penitent Saint Peter“ (Der büßende Heilige<br />

Petrus“), um 1624-25, ausgestellt in New York vom<br />

3. November bis 1. Dezember 1989 im Rahmen der<br />

Ausstellung Piero Corsini, Important Old Master<br />

Paintings.<br />

Literatur:<br />

Barbara Ghelfi (Hrsg.), Il libro dei conti del Guercino,<br />

1629-1666, Venedig 1997.<br />

Luigi Salerno, I dipinti del Guercino, Rom 1988.<br />

David M. Stone, Guercino. Catalogo completo<br />

dei dipinti, Florenz 1991.<br />

Massimo Pulini (Hrsg.), Le collezioni ritrovate di<br />

Guercino, Ausstellungskatalog, Mailand 2003.<br />

(13020511)<br />

GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI,<br />

ALSO KNOWN AS “IL GUERCINO”,<br />

1591 CENTO <strong>–</strong> 1666 BOLOGNA, ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF A BEARDED MAN<br />

Oil on canvas.<br />

62 x 52 cm.<br />

Literature:<br />

Barbara Ghelfi (ed.), Il libro dei conti del Guercino,<br />

1629-1666, Venice 1997.<br />

Luigi Salerno, I dipinti del Guercino, Rome 1988.<br />

David M. Stone, Guercino. Catalogo completo dei<br />

dipinti, Florence 1991.<br />

Massimo Pulini (ed.), Le collezioni ritrovate di Guercino,<br />

exhibition catalogue, Milan 2003.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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45


417<br />

DENYS FIAMMINGO CALVAERT,<br />

1640 <strong>–</strong> 1619, ZUG.<br />

Der in Antwerpen geborene Künstler reiste 1560 als<br />

junger Mann nach Italien und studierte in Bologna,<br />

wo er sich für den Rest seiner Karriere niederließ. Sein<br />

Atelier brachte einige der größten Namen der Bologneser<br />

Malerei hervor, wie Domenichino (1581-1641), Guido<br />

Reni (1575-1642) und Francesco Albani (1578-1660).<br />

Seine farbenfrohen Andachtsbilder waren in Bologna<br />

sehr beliebt. In seinem Werk konzentrierte er sich auf<br />

religiöse Themen und schuf sowohl kleine, fein detaillierte<br />

Werke, als auch große Altarbilder.<br />

DIE ANBETUNG DER KÖNIGE<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

75 x 60 cm.<br />

In breitem Holzrahmen.<br />

Nachtstück mit dem am Himmel leuchtenden Stern<br />

von Bethlehem, dem die Heiligen drei Könige zur<br />

Krippe Jesu gefolgt sind. Im Vordergrund links vor<br />

dem Eingang eines Gebäudes mit Stallung die auf einem<br />

Architekturfragment sitzende Maria in rosafarbenem<br />

Gewand, gelblichem Umhang und blauem Mantel,<br />

auf ihrem Schoß den Jesusknaben haltend. Vor ihm<br />

kniend einer der Könige mit weißem Bart, in einem<br />

prachtvoll bestickten, gold-gelb leuchtenden Gewand,<br />

einen goldenen Kelch haltend, dessen Deckel er gerade<br />

geöffnet hat. Er sieht das Kind voller Interesse an,<br />

das mit dem Finger seiner rechten Hand in den Pokal<br />

weist und dabei seine Mutter Maria liebevoll anblickt.<br />

Hinter dem Knienden die beiden weiteren Könige, gehüllt<br />

in edle wertvolle Gewänder, der Rechte in einem<br />

blauen Gewand, mit Broschen und Perlen verziert, ein<br />

weiteres goldenes Gefäß und seinen Turban mit Krone<br />

in der linken Hand haltend, und schließlich der dritte<br />

König in grünem Gewand mit leuchtend rotem Mantel,<br />

einer altrosafarbenen Kopfbedeckung mit Krone, ein<br />

goldenes Gefäß in seiner rechten Hand haltend und<br />

den Jesusknaben intensiv anblickend. Rechts im<br />

Hintergrund das Gefolge der Könige mit Pferden vor<br />

bergiger Landschaft, durch die erzählerisch der Weg<br />

der Könige zur Heiligen Familie mit Figuren wiedergegeben<br />

werden soll. Hinter Maria der stehende Josef,<br />

einen Stab in seinen Händen haltend und rechts des<br />

Jesuskindes sind Ochs und Esel an einer Futterkrippe<br />

fressend wiedergegeben. Qualitätvolles Werk des<br />

Künstlers, bei der die prachtvollen farbintensiven Kleider<br />

in den Vordergrund gestellt werden. Rest., Retuschen.<br />

(13017525) (18)<br />

DENYS FIAMMINGO CALVAERT,<br />

1640 <strong>–</strong> 1619, ATTRIBUTED<br />

THE ADORATION OF THE MAGI<br />

Oil on wood. Parquetted.<br />

75 x 60 cm.<br />

In a wide wooden frame.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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418<br />

OBERITALIENISCHER MEISTER NACH 1620<br />

FORTUNA RICHTET ÜBER DIE BÜRGER<br />

EINER ITALIENISCHEN HAFENSTADT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

159 x 141,5 cm.<br />

In einfachem, vegetabil reliefiertem Rahmen.<br />

Hochrechteckiges Bildfeld mit im Vordergrund auf<br />

einer Glaskugel stehenden Fortuna, zu ihrer Linken<br />

Figuren, denen das Schicksal nicht hold gewesen ist,<br />

auf der rechten Seite reiche Figuren, denen Fortuna<br />

wertvolle Gegenstände zuwirft. Während im Hintergrund<br />

auf der rechten Seite der Handel floriert und<br />

große Handelsschiffe in den Hafen der italienischen<br />

Stadt einfahren, ist auf der linken Seite des Mittelund<br />

Hintergrundes eine Kriegsgaleere zu sehen sowie<br />

ein bewaffneter Überfall auf die Stadt. Das Bild ist<br />

gut vergleichbar etwa mit Szenen, die nördlich der Alpen<br />

entsanden sind wie z.B. ein <strong>Gemälde</strong> von Johan<br />

van Haensbergen (1642-1705), das im Münchener<br />

Kunsthandel zu finden ist und das Schicksal der Bürger<br />

von Amsterdam zeigt, in einer ganz ähnlichen<br />

Weise. Rahmen minimal beschl. (1301753) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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419<br />

LUDGER TOM RING D. J.,<br />

1522 MÜNSTER <strong>–</strong> 1584 BRAUNSCHWEIG, ZUG.<br />

PORTRAIT EINES BÄRTIGEN MANNES MIT SITTICH<br />

Öl auf Tondo aus Kupfer, eingelegt in Holzplatte.<br />

Durchmesser Tondo: 6,8 cm.<br />

In zweifachem, teilvergoldetem und bemaltem Rahmen.<br />

Portrait eines Mannes mit braun-rötlichen Haaren und<br />

Vollbart in einer schwarzen Jacke mit weißem Hemd<br />

und einer dicken Goldkette mit Anhänger um den<br />

Hals. Auf seiner rechten Hand hält er einen grünlichen<br />

Sittich. Bei leicht gerunzelter Stirn blickt er mit<br />

seinen großen dunklen Augen direkt aus dem Bild heraus.<br />

LUDGER TOM RING THE YOUNGER,<br />

1522 MÜNSTER <strong>–</strong> 1584 BRAUNSCHWEIG,<br />

ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF A BEARDED MAN WITH PARAKEET<br />

Oil on copper tondo, inlaid in wooden panel.<br />

Tondo diameter: 6.8 cm.<br />

Provenance:<br />

Christie’s, London, South Kensington, 19 April 2000,<br />

lot 261.<br />

€ 10.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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Provenienz:<br />

Christie‘s, London, South Kensington, 19. April 2000,<br />

Lot 261.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler wurde, ebenso wie sein Bruder Hermann,<br />

von seinem Vater ausgebildet. Er dürfte in der<br />

Werkstatt seines Bruders nach dem Tod des Vaters<br />

gearbeitet haben, wo er 1555 nachgewiesen ist. Ab<br />

1569 war er in Braunschweig tätig. Er malte hauptsächlich<br />

Portraits, insbesondere von Braunschweiger<br />

Patriziern und Geistlichen, sowie Tierdarstellungen<br />

und Stillleben. (1300072) (18)<br />

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49


420<br />

MALER DER MAILÄNDER SCHULE<br />

DES 15. JAHRHUNDERTS<br />

GEMÄLDE MIT BILDNISSEN DER FAMILIE<br />

LANDRIANI-SFORZA<br />

Öl auf Nadelholz.<br />

45 x 52 cm.<br />

Das höchst interessante <strong>Gemälde</strong> zeigt sich im Malstil<br />

zwar keineswegs von der Hand eines der bekannten<br />

Portraitisten, die in höfischem Auftrag wirkten, wie<br />

etwa Giovani Ambrogio de Predis, Domenico Veneziano<br />

oder Zanetto Bugatto. Dennoch ist es als seltenes<br />

Zeitdokument von hoher historischer Aussage. Die<br />

Benennung der drei Bildnisse geht auf Recherchen<br />

der Vorbesitzer zurück. Demnach wären die Dargestellten<br />

zu deuten als Bildnisse der Familie Landriani-<br />

Sforza. Also rechts im Bild die Mutter: Lucrezia Landriani,<br />

(1440-1507) mit zweien ihrer Kinder:<br />

Caterina Sforza (1463-1509), die später als „la tigre di<br />

Forlì“ in die Geschichte einging, sowie ein weiteres<br />

Kind der Lucrezia. Hierbei wurde im Vorfeld Chiara<br />

Sforza (1467-1531) angenommen. Aufgrund der Kleidung,<br />

die im Gegensatz zur mittleren Figur mit Perlenkette,<br />

keinerlei weiblichen Schmuck trägt, sondern<br />

ein goldenes Medaillon mit Frauenkopf, lässt sich auch<br />

vermuten, dass es sich hier um den Sohn Alessandro<br />

Sforza, Signore di Francavilla handelt (1465-1523).<br />

Demnach zeigt das Bildnis auf seinem Medaillon<br />

möglicherweise seine Mutter oder ein Sforza- Familienmitglied.<br />

Die verwandtschaftlichen Beziehungen:<br />

Lucrezia Landriani (porträtiert auch von Domenico<br />

Veneziano) war die Gemahlin des Herzogs Gian Piero<br />

Landriani, einem engen Freund des Herzogs von<br />

Mailand Galeazzo Maria Sforza.<br />

Ihrem Gemahl gebar sie einen Sohn, Piero Landriani,<br />

und eine Tochter, Bianca Landriani.<br />

Als Geliebte des Herzogs Galeazzo, um 1460, gebar sie<br />

diesem vier weitere Kinder:<br />

Carlo Sforza; ferner Caterina Sforza, Chiara Sforza und<br />

Alessandro Sforza. Ihre Kinder aus erster Ehe wurden<br />

legitimiert und am Hof erzogen, akzeptiert von der<br />

zweiten Gemahlin Galeazzos, Bona von Savoyen. Einzig<br />

Gian Galeazzo Sforza folgte als Herzog nach dem<br />

Tode des Vaters. Demnach könnte es sich auch um<br />

das Bildnis der Lucrezia handeln mit den beiden Kindern<br />

ihres Ehemanns Graf Gian Piero Landirano. Also<br />

Piero Landriani, später Castellan der Festung Forlimpopoli<br />

und Bianca Landriani, später verehelicht mit<br />

Tommaso Feo, Castellan der Festung Ravaldino bei<br />

Forli. Dies würde auch erklären, dass das <strong>Gemälde</strong><br />

nicht im Hofauftrag entstand. Jedoch bedarf die genaue<br />

Benennung der Dargestellten noch weiterer wissenschaft<br />

licher Klärung. Riss in der Platte von links bis<br />

zur Mitte, einige Farbabsplitterugen. A.R. (13001213)<br />

(11)<br />

SCHOOL OF MILAN,<br />

15TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF THE LANDRIANI-SFORZA<br />

FAMILY<br />

Oil on softwood.<br />

45 x 52 cm.<br />

The style of this very interesting painting is certainly<br />

not by the hand of one of the well-known portraitists<br />

working on court commissions, such as Giovanni<br />

Ambrogio de Predis, Domenico Veneziano or Zanetto<br />

Bugatto. However, it has high historical value as a<br />

rare contemporary document.<br />

€ 60.000 - € 90.000<br />

Sistrix<br />

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51


421<br />

UMBRISCHER MALER<br />

DES 15. JAHRHUNDERT<br />

BRUSTBILDNIS EINER ELEGANTEN FRAU<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

34 x 25 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Das Halbbildnis nach rechts zeigt vor rotem Hintergrund<br />

eine elegante Dame in gold-gelb-rötlichem<br />

Gewand und darüber einen grünen Mantel tragend.<br />

Sie hat wohlfrisiertes dunkelblondes Haar, das mit<br />

einem Tuch hochgebunden ist und trägt darauf eine<br />

Brosche mit Perlen und goldenem Krönchen. Sie hat<br />

einen leicht rötlichen Mund und ihre hellen Augen<br />

blicken ganz zur Seite aus dem Bild heraus. Malerei<br />

überwiegend in den Farben Rot, Grün und Gelb- Beige.<br />

Hintergrund wohl übermalt, teils kleinere Retuschen.<br />

(13017530) (18)<br />

UMBRIAN SCHOOL,<br />

15TH CENTURY<br />

HALF-LENGTH PORTRAIT OF AN ELEGANT LADY<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

34 x 25 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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53


422<br />

NIEDERLÄNDISCHER MALER<br />

DES FRÜHEN 17. JAHRHUNDERTS<br />

ALLEGORIE DES GESCHMACKS<br />

Öl auf Holz.<br />

47,2 x 38,2 cm.<br />

In dekorativem Flammleistenrahmen.<br />

In waldiger Landschaft in Nahsicht ein elegantes Paar:<br />

die junge Frau in einem eleganten Kleid in rotem Samt<br />

mit Perlenverzierung und weißer Schürze, in der einige<br />

Johannisbeeren und Weintrauben liegen, sowie einem<br />

großen weißen Kragen, der Mann in einem silber glänzenden<br />

Gewand mit großem Kragen, einem grünlichen<br />

Mantel und einem roten Barett. In seiner Linken hält er<br />

ein Glas mit Wein, während er mit seiner rechten Hand<br />

der Frau ein Gebäckstück vor den Mund hält, damit sie<br />

es probiert. Malerei in harmonischer Farbgebung, die<br />

durch die Früchte, den Wein und das Gebäck auf den<br />

Geschmack anspielt. Retuschen. (1300608) (1) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

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Sistrix<br />

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423<br />

CARLO CANNOVARO CALIARI,<br />

GENANNT „CARLETTO“,<br />

1570 VENEDIG <strong>–</strong> 1596 EBENDA, ZUG.<br />

Der Künstler war der jüngste Sohn von Paolo Veronese.<br />

KÖNIGIN TOMYRIS MIT DEM HAUPT DES KYROS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

58 x 106 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem großen Saal ihres Palastes, dessen übergroße<br />

Ausmaße bei der Sicht durch zwei Rundbögen<br />

zu erahnen sind, steht Königin Tomyris unter dem<br />

Baldachin ihres Thrones mit Dienerinnen und zwei<br />

kleinen Knappen, die ihre Schleppe halten. Sie trägt<br />

ein wert- und prachtvolles langes Gewand, teils mit<br />

Goldstickerei und im Bodenbereich mit Hermelin besetzt,<br />

zudem ist der Rand ihrer Schleppe mit Gold<br />

und Edelsteinen besetzt; unterhalb ihrer freien Brust<br />

ein goldener Gürtel und auf ihrem Haupt eine Krone<br />

auf einem schwarzen Schleier und eine Perlenkette<br />

oberhalb ihrer Stirn. Vor ihr im Saal eine Gruppe von<br />

Soldaten, teils in Rüstung und mit Waffen, denen sie<br />

sich mit geöffnetem Mund zuwendet. Vor den beiden<br />

Stufen zu ihrem Thron ein Bediensteter, der den Kopf<br />

des Perserkönigs Kyros aus einer blutgefüllten, goldenen<br />

Schale hebt. Mit Handgestus soll sie den Soldaten<br />

gesagt haben, dass sie nun ihre Warnung, ihn (Kyros)<br />

mit Blut zu sättigen, erfüllt habe. Der Perserkönig Kyros<br />

hatte nämlich versucht, mit seinem Heer ihr Reich<br />

zu erobern. Äußerst qualitätvolle, figurenreiche Malerei<br />

mit vielen Details, die an Arbeiten des Paolo Veronese<br />

(1528-1588) erinnert. <strong>Teil</strong>s rest., Retuschen.<br />

(1291861) (18)<br />

CARLO CANNOVARO CALIARI,<br />

ALSO KNOWN AS “CARLETTO”,<br />

1570 VENICE <strong>–</strong> 1596 IBID., ATTRIBUTED<br />

The artist was the youngest son of Paolo Veronese.<br />

QUEEN TOMYRIS WITH THE HEAD OF CYRUS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

58 x 106 cm.<br />

Exquisite painting with many figures and details, reminiscent<br />

of works by Paolo Veronese (1528-1588).<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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55


424<br />

THOMAS HEEREMANS,<br />

1641 HAARLEM <strong>–</strong> 1694 EBENDA<br />

FREUDEN EINER EISLANDSCHAFT VOR EINER<br />

STADTMAUER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

60,2 x 81,9 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „THMans 1685“.<br />

In kontrastierendem rankendekoriertem Rahmen.<br />

Typisch für Heeremans sind die sich mal von links,<br />

mal von rechts in den Bildraum hineinschiebenden<br />

Architekturen, die er gern im Sommer, aber auch im<br />

Winter wiedergibt. Ein Element, das uns in den Eisbildern<br />

immer wieder begegnet, ist der Eisblock der<br />

schollenartig auf dem Eis liegt und so dem Blick des<br />

Betrachters Halt und Markierung bietet. Er erscheint<br />

etwa auch auf einem <strong>Gemälde</strong> Heeremans, das im<br />

im Rijksmuseum in Amsterdam verwahrt wird (Inv.Nr.<br />

A 1739).<br />

Anmerkung:<br />

Ein <strong>Gemälde</strong>, das eine spätere Variante des hier angebotenen<br />

<strong>Gemälde</strong>s darstellt, ist beim RKD in Den<br />

Haag unter der Nummer 233037 registriert und 1689<br />

datiert. (13006011) (1) (13)<br />

THOMAS HEEREMANS,<br />

1641 HAARLEM <strong>–</strong> 1694 IBID.<br />

ICE AMUSEMENTS OUTSIDE TOWN WALLS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

60.2 x 81.9 cm.<br />

Signed lower right and dated “THMans 1685”.<br />

An element that we encounter time and again in ice<br />

paintings is a block of ice lying on top of the ice like<br />

floes, which offers a point of reference and marker<br />

for the beholder. It also appears in a painting by<br />

Heeremans held at the Rijksmuseum in Amsterdam<br />

(inv. no. A 1739).<br />

Notes:<br />

A painting depicting a later version of the painting on<br />

offer for sale here is listed at the RKD in The Hague<br />

under no. 233037 and is dated 1689.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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425<br />

LUCAS VAN UDEN,<br />

1595 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1672 EBENDA, ZUG.<br />

LANDSCHAFT MIT WASSERFALL<br />

Öl auf zwei verbundenen, horizontalen Holzplatten.<br />

55 x 74 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Blick auf eine weite Flusslandschaft,<br />

auf deren linker Seite ein Felsen mit Burganlage<br />

und einem über mehrere Gesteinsstufen ins Tal<br />

stürzenden Wasserfall. Im Vordergrund, rechtsseitig<br />

des Flusses, ein Weg mit mehreren Figuren, davon<br />

ein Mann in Rückenansicht beim Urinierem vor zwei<br />

hohen Baumstümpfen. Die Figuren lassen an David<br />

Teniers d. J. (1610 <strong>–</strong> 1990) denken. Malerische, teils<br />

humorige Wiedergabe in zurückhaltender Farbgebung.<br />

<strong>Teil</strong>s rest. (1300075) (18)<br />

LUCAS VAN UDEN,<br />

1595 ANTWERP <strong>–</strong> 1672 IBID., ATTRIBUTED<br />

LANDSCAPE WITH WATERFALL<br />

Oil on two joint horizontal panels.<br />

55 x 74 cm.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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57


426<br />

JACOB SAVERY I,<br />

UM 1565 KORTRIJK <strong>–</strong> 1602/03 AMSTERDAM, ZUG.<br />

Bruder des Hans d. Ä. (1564/65-1622) und Roelant<br />

Savery (1576/78-1639), sowie Vater von Hans d. J.<br />

(1597-um 1654), Jacob II (um 1593/95-1651) und<br />

Salomon Savery (1594-um 1665).<br />

LANDSCHAFT MIT DER TAUFE CHRISTI<br />

Öl auf Kupfertafel.<br />

18 x 28 cm.<br />

In einer idyllischen, friedvollen Flusslandschaft unter<br />

teils lichtem blauem Himmel ragen zwei mächtige<br />

alte Bäume nach oben, zwischen denen eine Lichtung<br />

zum Flussufer führt, an dem gerade die Taufe<br />

vollzogen wird. Am Ufer wartet bereits ein Mann mit<br />

Tuch, einige Soldaten in Uniform und ein von Pferden<br />

gezogener Wagen. Auf der unteren rechten Bildseite<br />

sind zudem ein König mit Krone und rotem Mantel<br />

auf einem Schimmel in Begleitung von Soldaten zu<br />

Pferde zu erkennen. Harmonische Malerei mit vielen<br />

Figuren in der typischen Manier des Künstlers.<br />

(1300078) (18)<br />

JACOB SAVERY I,<br />

CA. 1565 KORTRIJK <strong>–</strong> 1602/03 AMSTERDAM,<br />

ATTRIBUTED<br />

Brother of Hans the Elder (1564/65-1622) and Roelant<br />

Savery (1576/78-1639), and father of Hans the Younger<br />

(1597-ca. 1654), Jacob II (ca. 1593/95-1651) and Salomon<br />

Savery (1594-ca. 1665).<br />

LANDSCAPE WITH CHRISTENING OF CHRIST<br />

Oil on copper.<br />

18 x 28 cm.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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427<br />

ISAAK VAN OOSTEN,<br />

1613 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1661, ZUG.<br />

FLUSSLANDSCHAFT MIT FELSEN UND FIGUREN<br />

Öl auf Kupfer. Parkettiert.<br />

26 x 38 cm.<br />

Blick aus der Kavaliersperspektive über einen abwärts<br />

führenden Hang mit links unten liegender, befestigter<br />

Stadt an einem Teichufer und Burgruine, rechts Mühlengebäude<br />

mit Wasserrad vor hohem grauem Felsen.<br />

Auf dem Weg ins Tal mehrere Figuren.<br />

(1300079) (18)<br />

ISAAK VAN OOSTEN,<br />

1613 ANTWERP <strong>–</strong> 1661, ATTRIBUTED<br />

RIVERSCAPE WITH ROCKS AND FIGURES<br />

Oil on copper. Parquetted.<br />

26 x 38 cm.<br />

€ 10.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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59


428<br />

SÉBASTIAN VRANCX,<br />

1573 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1647<br />

RAST EINER BERITTENEN TRUPPE IN EINEM DORF<br />

Öl auf Holz.<br />

60,5 x 107 cm<br />

Links unten alte Galerie-Nr. „85“, verso altes rotes<br />

Wachssiegel mit einer Krone und drei ligierten Buchstaben.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Justus Müller<br />

Hofstede, Bonn, vom 09.08.1980.<br />

Unter hohem hellblauem Himmel mit weiß-grauen<br />

Wolkenformationen ein berittener Trupp auf seinem<br />

Weg von einer Anhöhe in der Mitte des Bildes zu<br />

einem Gasthof auf der vorderen rechten Seite, aus<br />

dem eine Frau einen ankommenden Fußsoldaten<br />

freudig begrüßt. Hinter ihm ein Reiter mit hellgrauem<br />

Hut mit roter Schleife und herabhängendem Gewehr,<br />

dem mehrere Soldaten, teils zu Pferde, folgen. Auf<br />

der linken Bildseite mehrere alte Bauernhäuser, ein<br />

großer Ziehbrunnen und zwei Wagengespanne mit<br />

jeweils zwei Pferden. Neben den Soldaten, teils mit<br />

Rüstung oder mit langen Speeren ausgestattet, sind<br />

auch einfache Bauern und Frauen mit Kleinkindern zu<br />

entdecken. Mittig rechts eine kleine versammelte<br />

Gruppe zu Pferde, hinter der der Blick auf eine weite<br />

bewohnte Landschaft in grünlicher Farbgebung fällt.<br />

Vielfigurige Darstellung in lockerem Pinselduktus mit<br />

Details, die Männer meist mit Hüten, in überwiegend<br />

beige-brauner und grüner Farbigkeit, belebt durch mehrere<br />

rote Kleidungsstücke der Figuren. Rest., vereinzelt<br />

kleine Retuschen. (1301071) (18)<br />

SÉBASTIAN VRANCX,<br />

1573 ANTWERP <strong>–</strong> 1647<br />

A GROUP OF RIDERS RESTING IN A VILLAGE<br />

Oil on panel.<br />

60.5 x 107 cm.<br />

Old gallery no. “85” lower left, old red wax seal with<br />

a crown and three letters in ligature on the reverse.<br />

Accompanied by an expert’s report by Professor<br />

Justus Müller Hofstede, Bonn, dated 9 August 1980.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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429<br />

CAJETAN ROOS,<br />

AUCH GENANNT GAETANO DE ROSA,<br />

1690 WIEN <strong>–</strong> 1770 ROM, ZUG.<br />

LANDSCHAFT MIT VESTATEMPEL UND NUTZVIEH<br />

AN FLUSSUFER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

58 x 72 cm.<br />

In Wellenleistenrahmen.<br />

Weite sonnenbeschienene Flusslandschaft wohl des<br />

Aniene mit Tivoli und dem Vestatempel auf einer Anhöhe,<br />

die optisch mittels des Wasserfalls mit dem<br />

Vordergrundgeschehen verbunden wird. Eine weite<br />

Bogenbrücke überspannt den Fluss, an dem sich verschiedentliche<br />

Rinder laben. Mit flottem Pinselduktus<br />

erfasste Stimmung, die besonders durch das sanfte<br />

Sonnenlicht und die scharfen Reflexe lebt.<br />

(1300626) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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61


430<br />

ANTHONIE PALAMEDES,<br />

1601 DELFT <strong>–</strong> 1673 AMSTERDAM, ZUG.<br />

LANDSKNECHT VOR WINTERLICHER LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

79 x 60 cm.<br />

Vor einem steinernen alten Gebäude stehend ein<br />

Mann mit warmem beigem Mantel, der durch eine<br />

leuchtend rote Schärpe gehalten wird. Auf dem Kopf<br />

eine Pelzkappe und an den Füßen hohe Stiefel, die<br />

mit einem roten herausragenden Einsatz enden. Den<br />

rechten Arm hat er in die Hüfte gestemmt und seinen<br />

Kopf hat er in Richtung einer offenen Tür gewendet,<br />

durch die drei Landsknechte beim Kartenspiel zu sehen<br />

sind. Auf der linken Seite des Bildes sind im Vordergrund<br />

einige Rüstungsteile wie Helm, Harnisch,<br />

Handschuh, Gewehr, Pulvertasche, aber auch eine<br />

Trommel zu sehen; die <strong>Teil</strong>e werden hier gleichsam<br />

einer Stilllebendarstellung präsentiert. Dahinter erstreckt<br />

sich der Blick in die Ferne auf einen schneebedeckten<br />

Berg unter gelb-blauem hohem Himmel, der die Kälte<br />

des Winters erahnen lässt. Malerei in monochromer<br />

Farbigkeit, bei der nur die roten Objekte optisch einen<br />

Akzent setzen. (1300625) (18)<br />

ANTHONIE PALAMEDES,<br />

1601 DELFT <strong>–</strong> 1673 AMSTERDAM, ATTRIBUTED<br />

WINTER LANDSCAPE WITH MERCENARY<br />

Oil on canvas.<br />

79 x 60 cm.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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431<br />

NICHOLAES BERCHEM,<br />

1620 HAARLEM <strong>–</strong> 1683 AMSTERDAM, ZUG.<br />

RUINENLANDSCHAFT MIT HIRTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

85 x 117 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Weite Flusslandschaft mit drei großen antiken kannelierten<br />

korinthischen Säulen mit bewachsenem Architrav,<br />

unter dem ein Podest mit steinerner Vase steht,<br />

daneben ein kleiner Obelisk. Drei vornehme Besucher<br />

zu Pferde sind dabei, die Ruine zu betreten. Ein<br />

junges Paar sitzt dahinter auf einem liegenden Säulenteil.<br />

Umgeben wird die Ruine zudem von einigen<br />

Ziegen und Schafen im Gras und einem Hirten mit<br />

seiner Kuhherde. Über den Fluss hinweg erhebt sich<br />

nach links ein hoher Berg mit Bäumen und dahinter<br />

liegenden, zahlreichen grau-grünlichen Gebäuden. Im<br />

Hintergrund rechts eine ganz in blau-weißer Farbigkeit<br />

gehaltene Berglandschaft unter hohem Himmel<br />

im gelb-blauen Licht der Abendsonne mit weißen<br />

Wolken. Kleine Retuschen. (1300635) (1) (18)<br />

NICHOLAES BERCHEM,<br />

1620 HAARLEM <strong>–</strong> 1683 AMSTERDAM,<br />

ATTRIBUTED<br />

RUIN LANDSCAPE WITH SHEPHERDS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

85 x 117 cm.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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63


432<br />

DAVID VINCKBOONS,<br />

1576 MECHELEN <strong>–</strong> 1629 AMSTERDAM<br />

BAUERNPAAR NACH FESTLICHKEIT<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

19 x 20 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Klaus Ertz,<br />

Lingen, 17. Januar 2022, in Kopie.<br />

Blick in eine Landschaft auf ein Bauernpaar zwischen<br />

zwei Bäumen: der Mann mit weißem Hemd und<br />

leuchtend roter Weste, darüber eine Jacke, hält sich<br />

mit seiner rechten Hand an einem großen Stein fest,<br />

hat den Kopf seitlich nach hinten geneigt und ist dabei<br />

sich zu übergeben. Er wird auf seiner linken Seite<br />

dabei von einer Frau gehalten. Im Hintergrund unter<br />

blauem Himmel sind eine Kirche und Häuser zu erkennen.<br />

Denkbar ist, dass die beiden gerade von einem<br />

dörflichen oder kirchlichem Fest kommen, bei dem er<br />

zu viel getrunken hat. Malerei in zurückhaltender Farbgebung,<br />

dabei die rote Jacke des Mannes besonders<br />

hervorgehoben. <strong>Teil</strong>s rest., kleine Retuschen.<br />

Anmerkung 1:<br />

In Werken des Künstlers, die signiert oder eine Expertise<br />

haben, werden mehrfach Paare dargestellt, von<br />

denen eine Figur ein leuchtend rotes Kleidungstück<br />

trägt, wie auch bei dem hier vorliegenden <strong>Gemälde</strong>.<br />

Anmerkung 2:<br />

Der in Flandern geborene Künstler malte viele kleine<br />

Landschaften und große Genrebilder in der Tradition<br />

Jan Brueghels d. Ä. So schuf er bäuerlich-derbe (wie<br />

hier) und bunte Gesellschaftsstücke aus dem Leben<br />

seines Landes wie eine Bauernkirmes, Hochzeiten,<br />

Kirchweihfeste und Jagden. (13017516)<br />

DAVID VINCKBOONS,<br />

1576 MECHELEN <strong>–</strong> 1629 AMSTERDAM<br />

A PEASANT COUPLE AFTER FESTIVITIES<br />

Oil on canvas. Parquetted.<br />

19 x 20 cm.<br />

Accompanied by a copy of the experts report by<br />

Dr. Klaus Ertz, Lingen, dated 17 January 2022.<br />

€ 13.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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433<br />

ADRIAEN VAN STALBEMT,<br />

1580 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1662 EBENDA<br />

Adriaen van Stalbemt war ein flämischer Maler, Radierer<br />

und Zeichner. Nach seiner Lehre wurde er 1610 in<br />

die Sankt Lukas-Gilde Antwerpen aufgenommen und<br />

zum <strong>Meister</strong> ernannt. Das künstlerische Werk ist ganz<br />

der Tradition der älteren flämischen Schule verpflichtet.<br />

Einige seiner Sujets, wie Landschaften, können durchaus<br />

mit denen von Hendrik van Balen d. Ä. (1575-1632)<br />

verglichen werden.<br />

WALDLANDSCHAFT MIT REITER<br />

Öl auf Holz, Tondo.<br />

Durchmesser: 20,5 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Expertise von Dr. Klaus Ertz vom 19. Januar 2022,<br />

in Kopie beigegeben.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt in einem Wald. In einem<br />

kleinen <strong>Teil</strong> des Vordergrunds, der wie abgeschnitten<br />

vom Mittelgrund wirkt, ist rechtsseitig ein<br />

ruhender Mann mit freiem Oberkörper zu erkennen,<br />

während am linken Bildrand die Staffagefiguren nur<br />

noch teilweise zu sehen sind. Damit bewirkt der<br />

Künstler eine Tiefe des Waldes, die noch hervorgehoben<br />

wird durch die kleinen Figuren im Mittelgrund<br />

und die Wege, die durch den Wald in den Hintergrund<br />

führen. Mit dem alten, bis zum Himmel ragenden<br />

Baum am rechten Bildrand, der aus dem Vordergrund<br />

zu wachsen scheint, werden so gekonnt alle Bildteile<br />

miteinander verbunden. Die vorliegende Waldlandschaft<br />

ist unter dem Einfluss der <strong>Gemälde</strong> von Jan<br />

Brueghel d. Ä. (1568-1625) als ein großes Vorbild entstanden.<br />

Kleine Retuschen. (13017518) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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65


434<br />

JACOB VAN TOORENVLIET,<br />

1635/41 LEIDEN <strong>–</strong> 1719 OEGSTGEEST<br />

Der Maler war Schüler seines Vaters, weitergebildet<br />

in Rom, später in Wien und Leiden tätig. Er wurde bekannt<br />

durch seine vorzugsweise halb bildnisartigen,<br />

halb sittenbildlichen Personendarstellungen höherer<br />

Stände; zahlreiche Werke seiner Hand in öffentlichen<br />

Sammlungen wie Berlin, Bordeaux, Budapest, Graz,<br />

Innsbruck, Karlsruhe, Lüttich, Venedig, Warschau,<br />

Dresden oder Weimar.<br />

JUNGER MANN, DER EINE KÖCHIN BEDRÄNGT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

48 x 40 cm.<br />

Mittig unten signiert „J Toornvliet“.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> ist unter dem Künstlernamen abgebildet<br />

im RKD unter der Abb.Nr. 0000129981.<br />

Wir danken Guido Jansen für freundliche Hinweise.<br />

Diese Arbeit ist 1675 <strong>–</strong> 1679 zu datieren und entstand<br />

in der Zeit des Wienaufenthalts des Künstlers, auf<br />

seiner Rückreise aus Italien.<br />

Hinter einem niedrigen Mauerstück eine junge Frau<br />

bei der Reinigung eines glänzenden Kupferkessels,<br />

den sie seitlich auf einer Tonne mit ihrer linken Hand<br />

festhält. Mit ihrer rechten Hand versucht sie den<br />

Avancen eines rechts von ihr stehenden angetrunkenen<br />

Mannes mit leicht zusammengekniffenen Augen,<br />

der sie umarmt hat, abzuwehren. Sie blickt ihn dabei<br />

missmutig in die Augen. Links sitzt an einem Tisch<br />

ein angetrunkener Soldat, der die beiden aufmerksam<br />

beobachtet. Im Vordergrund links auf der Mauer<br />

liegen Kohlköpfe, was auf den Beruf der Frau als Köchin<br />

hinweisen könnte. Im Hintergrund mehrere Gebäude<br />

im Licht der fast untergegangenen Sonne. Verso eine<br />

Unterlegung, minimale Retuschen. (13006614) (18)<br />

JACOB VAN TOORENVLIET,<br />

1635/41 LEIDEN <strong>–</strong> 1719 OEGSTGEEST<br />

Many of his works are held in public collections in<br />

Berlin, Bordeaux, Budapest, Graz, Innsbruck, Karlsruhe,<br />

Lüttich, Venice, Warsaw, Dresden or Weimar.<br />

YOUNG MAN HARRASSING A FEMALE COOK<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

48 x 40 cm.<br />

Signed “J Toornvliet” at bottom centre.<br />

The painting is illustrated with the artist’s name at the<br />

RKD in The Hague with ill. no. 0000129981.<br />

We would like to thank Guido Jansen for his kind<br />

advice. The art work dates between 1675 and 1679,<br />

when the artist was active in Vienna, on his trip back<br />

from Italy.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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435<br />

CORNELIS DUSART,<br />

1660 HAARLEM <strong>–</strong> 1704 EBENDA, KREIS DES<br />

(ABB. LINKS)<br />

VOR DER SCHÄNKE<br />

Öl auf Holz.<br />

37 x 49 cm.<br />

Rahmen mit alter französischer Künstlerplakette.<br />

In Rahmen im Louis XV-Stil.<br />

Eine Häuserreihe schiebt sich von rechts her keilförmig<br />

in das Bildfeld und bildet zusammen mit einem Gatter<br />

am linken Rand, an dem ein Mann im Begriff ist,<br />

sich zu erleichtern, einen Dorfweg. Hühner, deren<br />

Futterstatt an einem Haus angebracht ist, die aber<br />

auch auf dem Weg ihr Glück versuchen, sind neben<br />

einer Dorfschänke zu sehen. An deren Tür kreidet<br />

eine Wirtin soeben ein weiteres Bier an, das sie im<br />

Begriff ist, einem der fünf Herren zu bringen, die sich<br />

im Außenbereich, dem sonnigen Wetter geschuldet,<br />

aufhalten und von denen eine Rückenfigur stark an<br />

Cornelis Begas Rückenfiguren erinnert mit seinem locker<br />

über die linke Schulter gelegten Mantel. Minimal<br />

rest. (1300648) (13)<br />

€ 3.500 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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436<br />

DAVID DE CONINCK,<br />

UM 1642/44 ANTWERPEN <strong>–</strong> UM 1700 BRÜSSEL,<br />

ZUG.<br />

UFERSTÜCK MIT ENTEN, EULE UND WEITEREN<br />

WASSERVÖGELN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

120 x 173 cm.<br />

Bronzierter profilierter Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Beatrice Luzi, Rom,<br />

25. August 2020, in Kopie. Die Zuschreibung an den<br />

genannten Künstler bestätigt durch Fred G. Meijer.<br />

Horizontale Komposition mit einem Uferstück, neben<br />

dem eine Eiche mit niedriger Verzweigung und Belaubung<br />

steht, daneben in schrägem Auflicht beleuchtet<br />

eine sich auf einen Kormoran herabstürzende Eule<br />

nebst Enten, deren Hälse emporgereckt und deren<br />

Schnäbel geöffnet sind. Entstanden Ende der zweiten<br />

Hälfte des 17. Jahrhunderts.<br />

Anmerkung:<br />

David de Coninck war vorwiegend spezialisiert auf<br />

Stillleben mit Tieren, manchmal in einem Raumin neren,<br />

manchmal in einem natürlichen Umfeld, wie hier an<br />

einem Teich. (1270561) (13)<br />

DAVID DE CONINCK,<br />

CA. 1642/44 ANTWERP <strong>–</strong> CA. 1700 BRUSSELS,<br />

ATTRIBUTED<br />

RIVERSIDE WITH DUCKS, OWLS AND OTHER<br />

WATER FOWL<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

120 x 173 cm.<br />

Accompanied by a copy of the expert’s report by<br />

Beatrice Luzi, Rome, 25 August 2020. The attribution<br />

to the artist has been confirmed by Fred G. Meijer.<br />

The work created towards the end of the second<br />

half of the 17th century.<br />

€ 25.000 - € 35.000<br />

Sistrix<br />

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67


437<br />

DANIEL VAN HEIL,<br />

1604 <strong>–</strong> 1664/84<br />

ITALIENISCHE HÜGELIGE LANDSCHAFT<br />

MIT EINEM BAUERNHOF MIT TURM<br />

Öl auf Holz. <strong>Teil</strong>parkettiert.<br />

64 x 88 cm.<br />

Links unten auf verschattetem Felsen monogrammiert<br />

„D. V. H.“<br />

In Prunkrahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Maurizio Marini, Rom,<br />

in Kopie vorliegend.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Blick auf eine Landschaft<br />

des oberen Latiums, in die rechtsseitig ein großer<br />

Bauernhof mit einem alten quadratischen, in den<br />

Himmel reichenden Turm thront. Linksseitig ein weiteres<br />

großes Gebäude, an dem mehrfache Umbauphasen<br />

zu erkennen sind, mit dahinterliegender ummauerter<br />

Gartenanlage. Im Vordergrund zwei kleinere<br />

Gewässer, davon eines halbrund ummauert, mit zwei<br />

Reitern und sitzenden Hirten, die ihre Ziegenherde<br />

zum Tränken hergebracht haben. Dahinter erstreckt<br />

sich der Blick in eine weite, zunächst flache Landschaft<br />

auf diverse kleinere Häuser und auf eine in der<br />

Ferne im Schatten liegende Stadt. Diverse Staffagefiguren<br />

bevölkern das Bild, so am unteren rechten<br />

Rand auch ein junges, im Gras sitzendes verliebtes<br />

Paar. Der hohe Himmel in blau-grauer, teils in Perlmutt<br />

wiedergegebener Farbigkeit mit größeren Wolkenformationen.<br />

Malerei in überwiegender monochromer<br />

Farbgebung, in der Art des überwiegend für seine<br />

Branddarstellungen bekannten Malers. (1300086)<br />

(4) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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438<br />

WILLEM VAN AELST,<br />

1627 UTRECHT/ DELFT <strong>–</strong> UM 1683 AMSTERDAM<br />

GROSSES FRÜCHTESTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

75,5 x 107 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Stella Rudolph,<br />

Florenz, vom 18. Mai 1975.<br />

Die Früchte auf einem sandigen Boden vor landschaftlichem<br />

Hintergrund abgelegt bzw. in einem Flechtkorb<br />

gruppiert, seitlich rechts eine Distelstaude, links oben<br />

Weinblätter im Gegenlicht. Im Hintergrund abendlicher<br />

Horizont. Feinmalerei mit beinahe theatralischer Lichtführung,<br />

die die Früchte im Zentrum hervorleuchten<br />

lässt. Belebung durch mehrere Schmetterlinge, sowie<br />

eine Schnecke am unteren Bildrand. Der Maler war<br />

Schüler seines Onkels Evert van Aelsts (1602-1657).<br />

1643 wurde er Mitglied der Lukasgilde von Delft. Anschließend<br />

hielt er sich in Frankreich auf, sowie bis<br />

1656 in Italien, um dort unter anderem für Ferdinand<br />

II de Medici, den Großherzog von Toskana zu arbeiten.<br />

Die Insekten in seinen Bildern wurden wahrscheinlich<br />

öfter von seinem Mitarbeiter Otto Marseus van Schrieck<br />

(1619-1678) gemalt. In der beiliegenden Expertise wird<br />

das <strong>Gemälde</strong> mit weiteren seiner Werke verglichen,<br />

mit Verweisen auf Ausstellungskataloge. Auch wird auf<br />

Stilverwandtschaft mit Werken seines Kollegen van<br />

Schrieck verwiesen. A.R. (1301614)<br />

WILLEM VAN AELST,<br />

1627 UTRECHT/ DELFT <strong>–</strong> CA. 1683 AMSTERDAM<br />

LARGE STILL LIFE OF FRUITS<br />

Oil on canvas.<br />

75.5 x 107 cm.<br />

Attached is an expert opinion by Dr. Stella Rudolph,<br />

Florence, dated 18 May 1975.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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69


439<br />

FRANS FRANCKEN D. J.,<br />

1581 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1642 EBENDA, KREIS DES<br />

DARSTELLUNG DER FÜNF SINNE<br />

Öl auf oben abgerundeter Kupferplatte.<br />

21 x 16,5 cm.<br />

Unter hölzernem, oben abgerundetem Passepartout,<br />

in rechteckigem dekorativem Rahmen.<br />

Wir danken Ursula Härting für freundliche Hinweise.<br />

In einer Gartenanlage ein junges, edel gekleidetes<br />

verliebtes Paar, an einem Tisch mit weißer Decke sitzend.<br />

Er mit goldenem Oberteil, roter Pluderhose und<br />

weißem großem Kragen hat mit seiner linken Hand<br />

die neben ihm sitzende junge Frau in blauem Gewand<br />

mit Spitze liebevoll umarmt, während sie mit ihrer<br />

rechten Hand eine Sektflöte nach oben hält und ihn<br />

liebevoll anstrahlt. Auf dem reich gedeckten Tisch<br />

zahlreiche Speisen wie Pasteten, Geflügel, Früchte<br />

und eine silberne Platte mit Austern, die schon in der<br />

Antike als Aphrodisiakum galten. Rechtsseitig weitere<br />

Figuren, darunter eine Dienerin mit einer Platte mit<br />

Fasanenpastete, linksseitig zwei sitzende aufspielende<br />

Musikanten. Im Hintergrund, durch einen gemauerten<br />

Arkadenbogen, fällt der Blick auf ein Schloss<br />

unter hellblauem Himmel. Als dekoratives Beiwerk<br />

sind im Vordergrund ein glänzender Krug sowie eine<br />

Schale mit einer silbernen Kanne zu sehen. Malerei<br />

bei teils raschem Pinselduktus in vielen leuchtenden<br />

Farben. Minimale Retuschen. (1302055) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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440<br />

MAERTEN STOOP,<br />

1620 <strong>–</strong> 1647, ZUG.<br />

INTERIEURSZENE MIT OFFIZIER<br />

Öl auf Holz.<br />

42 x 33 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Durch den Lichteinfall in eine bäuerliche Stube in der<br />

Bildmitte ein leger sitzender, wohl leicht angetrunkener<br />

Offizier, der in seiner linken Hand ein gefülltes Flötenglas<br />

hält, während sein rechter Arm leicht ausgestreckt<br />

ist. Er trägt ein gelb-rosafarbenes Gewand,<br />

ein weißes Hemd, <strong>Teil</strong>e einer Rüstung und einen großen<br />

breiten Hut mit Federn; er hat ein gebräuntes<br />

Gesicht, eine gerötete Nase und mit seinen Augen<br />

schaut er verschmitzt seitlich nach oben. Neben ihm<br />

ein Holztisch mit kleiner Kanne, einem Schälchen und<br />

einem weißen Pfeifchen, während vor ihm auf dem<br />

Boden ein kleiner Hund sitzt und einige Karten sowie<br />

ein Pfeifchen liegen. Rechts am Boden eine hockende<br />

Frau in Rückenansicht vor einer Feuerstelle mit<br />

hängendem Kessel, hinter ihr ein weiterer Beobachter<br />

und ein elegant gekleideter Herr mit Pfeifchen und<br />

seitlich hängendem Säbel vor einer mit grünlichem<br />

Vorhang halb zugezogener Bettstatt. Malerei in der<br />

typischen Manier des Künstlers mit gekonnten Hell-<br />

Dunkel-Inszenierungen. Retuschen.<br />

(13019213) (1) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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441<br />

HENDRICK MAZTENSZOON SORGH,<br />

1610 <strong>–</strong> 1670<br />

INTERIEUR MIT BÄUERLICHEM<br />

PAAR AN EINEM TISCH<br />

Öl auf Holz.<br />

20 x 25 cm.<br />

Monogrammiert „MS“.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. hc. Jan<br />

de Maere, 2021.<br />

Im Innenraum eines alten bäuerlichen Hauses, auf<br />

der rechten Seite im Hintergrund, ein Paar an einem<br />

einfach gedeckten Tisch mit Krug sitzend, der Bauer<br />

mit braunem Gewand und Kappe, die neben ihm sitzende<br />

Frau mit breitem Hut und türkisfarbenem Rock,<br />

beide im Gespräch und beim Essen. Ein kleiner Hund<br />

umkreist den Tisch. Im Vordergrund rechts am Boden<br />

stehend ein glänzender Krug, daneben eine Katze.<br />

Linksseitig an die Wand gelehnt ein alter Besen und<br />

vor einer weiteren Wand eine kleine Bank mit Keramikgefäßen,<br />

einem goldglänzenden Kupferkessel und<br />

auf einem weißen Tuch eine große Artischocke. Malerei<br />

in überwiegend beige-brauner Farbigkeit. Kleine<br />

Retuschen. (1302043) (18)<br />

HENDRICK MAZTENSZOON SORGH,<br />

1610 <strong>–</strong> 1670<br />

INTERIOR SCENE DEPICTCING<br />

A PEASANT COUPLE AT A TABLE<br />

Oil on panel.<br />

20 x 25 cm.<br />

Monogrammed “MS”.<br />

Accompanied by an expert’s report by Prof Dr Dr hc<br />

Jan de Maere, 2021.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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71


442<br />

GOFFREDO WALS,<br />

UM 1595 KÖLN <strong>–</strong> 1638 KALABRIEN, ZUG.<br />

FLUSSUFER MIT STEINERNER BRÜCKE<br />

Öl auf Holz.<br />

Im Queroval 27 x 35,5 cm.<br />

In vergoldetem, rechteckigem Prunkrahmen.<br />

Wir danken Guido Janden für freundliche Hinweise die<br />

Zuschreibung betreffend.<br />

Blick vom flachen Ufer mit drei Männern auf einen<br />

Fluss mit Findlingen, an denen sich das Wasser staut.<br />

Über dieses Gewässer führt eine hohe Brücke, über<br />

die zwei Hirten gerade ihre Ziegenherde treiben. Die<br />

ersten Tiere sind am anderen bergigen und teils bewaldeten<br />

Ufer angekommen, auf dem auch eine alte<br />

hellbraune Steinmauer mit Zinnen zu erkennen ist.<br />

Malerei in überwiegend beige-brauner und grüner<br />

Farbgebung. <strong>Teil</strong>s Retuschen. (13006617) (18)<br />

GOFFREDO WALS,<br />

CA. 1595 COLOGNE <strong>–</strong> 1638 CALABRIA,<br />

ATTRIBUTED<br />

RIVERSIDE WITH STONE BRIDGE<br />

Oil on panel.<br />

In horizontal oval: 27 x 35.5 cm.<br />

We would like to thank Guido Jansen for his kind<br />

advice regarding the attribution of the painting.<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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443<br />

GIOVAN BATTISTA RECCO,<br />

UM 1615 <strong>–</strong> UM 1660,<br />

IN ZUSAMMENARBEIT MIT GIUSEPPE DI GUIDO,<br />

GENANNT „MEISTER VON FONTANAROSA“<br />

KÜCHENSTILLLEBEN MIT MESSING- UND<br />

KUPFER GEFÄSSEN SOWIE ZWEI DIENERN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

118 x 174 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Dem <strong>Gemälde</strong> ist ein Schreiben von Nicola Spinosa<br />

vom März 2020 beigegeben <strong>–</strong> im Zusammenhang<br />

der Komplettierung des Werkverzeichnisses <strong>–</strong> mit<br />

Bestätigung der beiden genannten Maler als Urheber<br />

des <strong>Gemälde</strong>s, mit Hinweis darauf, dass das Werk in<br />

die Zeit Anfang der 1630er-Jahre zu datieren ist.<br />

Das höchst qualitätvolle <strong>Gemälde</strong> ist betont großformatig<br />

angelegt. Die Gegenstände nebeneinandergestellt<br />

in ruhiger Ordnung, von links beleuchtet, was<br />

den metallischen Glanz, vor dem völlig dunklen Hintergrund,<br />

besonders zur Wirkung bringt. Im Hintergrund<br />

zwei Diener, hinter den großformatigen Küchengeräten,<br />

nur im Halbbildnis wiedergegeben, einander zugewandt.<br />

Dabei ist die Figur links im Bild in schräger Körperhaltung<br />

mit Bart und einem leuchtend weißen, turbanartig geflochtenem<br />

Kopftuch gezeigt, womit der Maler eine<br />

bewusste Aufhellung im Bild zu erzielen suchte. Die<br />

Figur am rechten Bildrand eher etwas verschattet, mit<br />

einer roten Kappe und grau-grüner Joppe. In der Zusammenführung<br />

der beiden Bildgattungen, wie Genrebild<br />

und Stillleben, überwiegt hier Letzteres, wobei die<br />

metallischen Gegenstände in betonter Größe wiedergegeben<br />

sind, wie etwa der Dreifußkessel rechts mit<br />

darin eingestellter Schnabelkanne, der liegende glänzende<br />

Eimer im Zentrum des Bildes sowie die Kupfer- und<br />

Messingkessel mit Tellern und Besteck sowie einem<br />

kupfernen Deckel im linken Bildteil. Neben der äußerst<br />

gekonnten Wiedergabe der glänzenden Metalleffekte,<br />

hat der Maler auch einen großen glasierten Tonkrug<br />

ins Bild gesetzt, den der Diener links im Bild umfängt,<br />

mit dunkelgrüner, braun und rötlich gesprenkelter<br />

Keramikglasur. Zweifellos wollte der Künstler hier ein<br />

Höchstmaß an malerischer Fähigkeit Metallglanz darzu<br />

stellen erreichen. Im Sinne dieser Gattungsspezialisierung<br />

ist im vorliegenden <strong>Gemälde</strong> die Zusammenarbeit<br />

der beiden genannten Maler zu erkennen,<br />

wobei der Anteil des Stilllebens dem Maler Giovan<br />

Battista Recco zuzuweisen ist, die Figuren dagegen<br />

schuf Giuseppe di Guido, dessen Gesamtwerk hier<br />

auch überwiegend in der Wiedergabe des Körperlichen<br />

liegt, wie etwa sein berühmtes <strong>Gemälde</strong> des „Heiligen<br />

Hieronymus“, um 1620/40 zeigt. A.R.<br />

Anmerkung:<br />

Giuseppe di Guido (geb. um 1590) war tätig in Süditalien<br />

und Neapel in den Jahren zwischen 1620 und<br />

1640. (1291471) (11)<br />

GIOVAN BATTISTA RECCO,<br />

CA. 1615 <strong>–</strong> CA. 1660,<br />

IN COLLABORATION WITH GIUSEPPE DI GUIDO,<br />

ALSO KNOWN AS “MASTER OF FONTANAROSA”<br />

KITCHEN STILL LIFE WITH BRASS AND COPPER<br />

VESSELS AND TWO SERVANTS<br />

Oil on canvas.<br />

118 x 174 cm.<br />

Unframed.<br />

Accompanied by confirmation letter by Nicola Spinosa<br />

dated March 2020 regarding the attribution to the<br />

artists and dating the painting to the early 1630s in<br />

connection with the catalogue raisonné.<br />

The painting is of large format and executed in high<br />

quality. The items are placed in order next to each<br />

other and lit from the left, which especially highlights<br />

the metallic sheen against the dark background. With<br />

regards to the specialization in this genre the collaboration<br />

between these two artists is revealing whereby<br />

Giovan Battista Recco painted the still life and Guiseppe<br />

di Guido the figures, who focused predominantly<br />

on figural paintings in his ouvre as for example<br />

the famous “Saint Jerome”, created ca. 1620/40.<br />

Notes:<br />

Giuseppe di Guido (born ca. 1590), active in Southern<br />

Italy and Naples between 1620 and 1640.<br />

€ 16.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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73


444<br />

LOUIS DE CAULLERY,<br />

UM 1580 CAMBRAI <strong>–</strong> UM 1621 ANTWERPEN, ZUG.<br />

Der hier angenommene Maler war Schüler von Joos<br />

de Momper d. J. (1564-1635) und wurde 1602 <strong>Meister</strong><br />

der Sankt Lukasgilde als Nachfolger von Paul Vriedeman<br />

de Vries (um 1567-um 1635).<br />

NOBLE GESELLSCHAFT BEI BETRACHTUNG<br />

RÖMISCHER RUINEN EINER HAFENSTADT<br />

Öl auf Kupfer.<br />

50 x 66 cm.<br />

Verso Stempel von Peter Stas und Datierung<br />

„ANNO 1604“.<br />

Blick auf das Gelände im Vordergrund und die römischen<br />

Ruinen dahinter aus leichter Kavaliersperspektive.<br />

Nach rechts senkt sich das verschattete Gelände ab,<br />

hinter einer hell beleuchteten Uferzone mit Hafentempel<br />

und einer gegenüberliegenden Schenke mit<br />

Vordach. Der Bogendurchblick der großen Ruine zeigt<br />

einen großen Platz mit Obelisk, gesäumt von Palastgebäuden.<br />

Die Szenerien im Vordergrund dokumentieren<br />

hier das frühe Interesse der Gesellschaft an der<br />

antiken Geschichte. So stehen einige Gruppen beisammen,<br />

jeweils unterrichtet oder geführt von einem<br />

Kundigen, der auf einzelne Steinstücke oder Antikenreste<br />

verweist. An der linken unteren Bildecke eine<br />

Dreiergruppe: Ein Herr mit breitrandigem Hut in Begleitung<br />

einer Dame und eines Knaben, wobei es sich<br />

hier möglicherweise auch um die Auftraggeber des<br />

<strong>Gemälde</strong>s handeln könnte. Der Maler hat hier größten<br />

Wert auf die besondere Leuchtkraft der Uferzone gesetzt,<br />

und um diese zu erhöhen, den Himmel in betont<br />

kräftigem Blau vorgeführt, die Sonne hinter der<br />

Ruine positioniert und dadurch eine Schattenbildung<br />

erzeugt. Vergleichbare Werke finden sich in den Museen<br />

Hamburg und Reims. (13013214) (11)<br />

LOUIS DE CAULLERY,<br />

CA. 1580 CAMBRAI <strong>–</strong> CA. 1621 ANTWERP,<br />

ATTRIBUTED<br />

ARISTOCRATIC PARTY LOOKING AT ROMAN<br />

RUINS IN HARBOUR TOWN<br />

Oil on copper.<br />

50 x 66 cm.<br />

Verso stamp by Peter Stas and dated “ANNO 1604”.<br />

View in cavalier perspective of the terrain in the foreground<br />

with Roman ruins in the background. Similar<br />

paintings can be found in museums in Hamburg or<br />

the Reims.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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445<br />

FLÄMISCHER MEISTER AUS DEM KREIS<br />

VON JAN BRUEGHEL II UND JAN VAN BALEN<br />

(ABB. RECHTS)<br />

DIE TOILETTE DER DIANA<br />

Öl auf Kupfer.<br />

18 x 26 cm.<br />

Die mythologische Szene zeigt die Jagdgöttin mit drei<br />

Mädchen ihres Gefolges in hellem Licht vor einer verschatteten<br />

Baumgruppe. Diana, mit entblößtem Oberkörper<br />

und nur mit einem blauen Velum bekleidet,<br />

wird soeben ein rotes Band ins Haar gebunden. Daneben<br />

hält eine Jagdbegleiterin einen Speer. Am Boden<br />

erlegte Vögel sowie Jagdhunde. Jagdhorn und<br />

Beutel hängen an einem Baumstamm, der links als<br />

Repoussoir fungiert. Bezeichnend ist die in den Textilien<br />

der vier Frauen einkomponierte Farbtrias Blau,<br />

Rot und Weiß, daneben die Goldfarbe im Kleid der<br />

rechts Stehenden. Seitlich der fein gemalten Baumgruppe<br />

Schneisen als Durchblicke, wie wir sie von<br />

zahlreichen <strong>Gemälde</strong>n Brueghels kennen. Bemerkenswert<br />

ist, dass hier die bekannte Szene ohne den<br />

sonst hier im Hintergrund lauernden Aktäon dargestellt<br />

wurde. A.R. (13005520) (11)<br />

FLEMISH SCHOOL, CIRCLE OF<br />

JAN BRUEGHEL II AND JAN VAN BALEN<br />

(ILL. RIGHT)<br />

THE TOILET OF DIANA<br />

Oil on copper.<br />

18 x 26 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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446<br />

HANS JORDAENS III,<br />

UM 1595 <strong>–</strong> 1643, ZUG.<br />

Maler möglicherweise in Delft, Sohn von Hans Jordaens<br />

oder in Antwerpen als ein Verwandter des Jacob<br />

Jordaens geboren. Es ist bekannt, dass er die Staffagefiguren<br />

für Abraham Gowaerts malte.<br />

MOSES TEILT DAS ROTE MEER<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

75 x 110 cm.<br />

Rechts unten signiert „Jordaens“.<br />

Gemäß Ex 14,21-26 stellt der Künstler in diesem <strong>Gemälde</strong><br />

das Zusammenfließen des vorher getrennten<br />

Meeres nach dem Durchzug des Volkes Israels dar.<br />

Linksseitig das figurenreiche Volk der Israeliten vor<br />

bergiger Landschaft, von denen Moses in grünlichem<br />

Gewand und rotem Mantel mit ausgestrecktem Stock<br />

in seiner rechten Hand das Meer zurückfließen lässt,<br />

in dem rechtsseitig die Ägypter, teils in Rüstung und<br />

auf Pferden, ertrinken. Am unteren rechten Bildrand<br />

mehrere größere Figuren mit ausgestrecktem rechtem<br />

Arm, die das Ereignis verfolgen, darunter eine Frau in<br />

rot-goldenem Gewand. Linksseitig das Volk, von denen<br />

einzelne Figuren besonders herausgestellt werden,<br />

darunter ein stehender Mann mit ausgestreckten Armen<br />

und Turban, eine vor ihm halb hockende Frau mit<br />

Kind, links davon zwei Frauen, die eine Truhe mit goldenen<br />

Gefäßen geöffnet haben und am linken Bildrand<br />

schließlich eine Mutter, ihr Kind in ihrem Schoß<br />

haltend. Dahinter zahlreiche Figuren die mit ihren Tieren<br />

die Anhöhe des Berges erklimmen. Malerei mit besonderer<br />

Herausstellung von vielen Details und der<br />

Figuren des Vordergrunds in ihrer farbenprächtigen<br />

Kleidung, vor der überwiegend grau-bräunlichen Farbigkeit<br />

des Hintergrundes und des Himmels. Rest., teils<br />

Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Das <strong>Gemälde</strong> ähnelt in seiner Komposition mehreren<br />

anderen <strong>Gemälde</strong>n Hans Jordaens‘ mit dem gleichen<br />

Thema. (13006013) (1) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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75


447<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 ROM, ZUG.<br />

Als Sohn des Malers Pieter van Lint (1609-1690) erhielt<br />

er seine künstlerische Ausbildung durch den<br />

<strong>Meister</strong> Pieter van Bredael (1629-1719), der sein Interesse<br />

an der römischen Landschaftsmalerei weckte<br />

und ihn veranlasste, nach Italien zu gehen. Um 1700<br />

ließ sich der Künstler in Rom nieder. Er arbeitete im<br />

Atelier des Gaspar van Wittel (1653-1736), dem erfolgreichsten<br />

und gefragtesten Landschaftsmaler der<br />

Zeit. Um 1715 wurde van Lint in die „Schildersbent“<br />

von Rom aufgenommen, eine Art lokale Gilde, die<br />

1627 von einer Gruppe Nordländer gegründet wurde.<br />

In seiner bildnerischen Produktion, die sich hauptsächlich<br />

auf die Ansichten von Rom und der Landschaft<br />

des Latium konzentrierte, spielten die vom<br />

Klassizismus von Claude Lorrain (1600-1682) inspirierten<br />

Ansichten eine relevante Rolle.<br />

VEDUTE MIT DEM PALAZZO DUCALE AM CANAL<br />

GRANDE<br />

Öl auf Holz.<br />

8 x 19,8 cm.<br />

Verso mit alten Sammlungsetiketten.<br />

In fein geschnitztem vergoldetem Rahmen.<br />

In hochfeinem Duktus die Vedute, die den Blick des<br />

Betrachters über den Canal Grande zur Ponte della<br />

Paglia zum Dogenpalast gleiten lässt, vorbei am Riva<br />

degli Schiavoni zu den beiden Colonne. Van Lint, der<br />

seit 1697 den Bentvueghels, einer Gruppe niederländischer<br />

und flämischer Künstler in Rom, angehörte,<br />

malte vorwiegend fein beobachtete Veduten von Rom,<br />

aber auch seine Ansichten von Neapel und Venedig<br />

sind sehr beliebt, wenngleich uns kein Nachweis überliefert<br />

ist, dass van Lint in diese Städte gereist sein<br />

mag. (1300272) (3) (13)<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 ROME, ATTRIBUTED<br />

VIEW OF THE DOGE’S PALACE ON THE GRAND<br />

CANAL<br />

Oil on panel.<br />

8 x 19.8 cm.<br />

Old collection labels on the reverse.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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448<br />

NEAPOLITANISCHER MALER DES 17. JAHR­<br />

HUNDERTS, KREIS DES JUSEPE DE RIBERA<br />

(1588/91-1652)<br />

PORTRAIT EINES GELEHRTEN ODER PHILOSOPHEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

103,5 x 77 cm.<br />

In prachtvollem teilvergoldeten Rahmen.<br />

Vor braunem Hintergrund, der von links nach rechts<br />

aufhellt, das Halbbildnis eines alten Mannes mit grauen<br />

Haaren, grau-weißem Bart und einem großen Turban<br />

auf seinem Kopf. Er tragt ein weißes Untergewand<br />

und darüber einen braunen Umhang. Mit dem ausgestreckten<br />

Zeigefinger seiner linken Hand weist er auf<br />

den Gegenstand mit Band in seiner Rechten hin. Vor<br />

ihm ein aufgeschlagenes Buch, auf einer Tischplatte<br />

liegend, was auf seine Tätigkeit hinweisen könnte. Er<br />

hat ein feines charaktervolles Gesicht mit leichten Falten<br />

und seine dunklen Augen schauen nachdenklich zur<br />

Seite aus dem Bild heraus. Qualitätvolle Malerei mit<br />

bravouröser Lichtinszenierung und feiner Wiedergabe<br />

von Gesicht und Händen. Rest., Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Jusepe de Ribera war ein aus Spanien stammender<br />

Maler, der im Neapel der Barockzeit tätig war und auch<br />

dort verstarb. Sein naturalistischer Stil, der auch im<br />

vorliegenden <strong>Gemälde</strong> zu erkennen ist, beeinflusste<br />

die Entwicklung eines erneuerten Malstils in Neapel,<br />

dessen Vertreter wie Ribera und seine Schüler sowie<br />

Maler aus anderen Werkstätten der Stadt als Neapolitanische<br />

Schule zusammengefasst werden.<br />

(13017510) (18)<br />

NEAPOLITAN SCHOOL, 17TH CENTURY, CIRCLE<br />

OF JUSEPE DE RIBERA (1588/91-1652)<br />

PORTRAIT OF A SCHOLAR OR PHILOSOPHER<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

103.5 x 77 cm.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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77


449<br />

GILIS VAN TILBURG D. J.,<br />

1615/30 <strong>–</strong> UM 1678, ZUG.<br />

FRÖHLICHE GESELLSCHAFT BEIM FEIERN<br />

IN EINEM WIRTSHAUS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

98 x 122 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In einem großen hohen Wirtshaus, das von links<br />

durch eine Holztür betreten werden kann, sitzen einige<br />

elegant gekleidete Herren mit ihren Hunden in fröhlicher<br />

Runde beisammen; einer von ihnen hält gerade<br />

ein Glas nach oben. Von links nähert sich ihm eine<br />

Dame mit einem Deckelkrug in der Hand, um ihm<br />

nachzuschenken. Hinter dem Herren hängen an der<br />

Wand zwei große Gewehre. Rechtsseitig auf einer<br />

Holzbank sitzt ein Mann, der eine junge Frau umarmt<br />

hat und zu küssen versucht. Im dahinterliegenden<br />

weiteren Raum eine offene Feuerstelle, über der ein<br />

Kessel hängt. Links davon eine junge Frau, die verwundert<br />

mit erhobener Hand auf das Liebespaar<br />

blickt, während der rechts vom Kessel sitzende Mann<br />

unbeirrt sein Pfeifchen raucht. Sonnenlicht fällt durch<br />

die Tür und durch ein schmales Fenster in den vorderen<br />

Raum und bestrahlt die sitzenden Figuren und das verliebte<br />

Paar. Am Boden des Vordergrunds, in Ruhe<br />

schlafend, weitere Hunde und einige liegende Gerätschaften.<br />

Malerei in der typischen Manier des Künstlers,<br />

mit gekonnter Hell-Dunkel-Inszenierung. Kleinere<br />

Retuschen. (1290902) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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449A<br />

NIEDERLÄNDISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. LINKES)<br />

PORTRAIT EINES JUNGEN SOLDATEN MIT<br />

BRUSTPANZER UND MANTELÜBERWURF<br />

Öl auf Holz.<br />

36 x 30 cm.<br />

Verso alter Aufkleber mit Nummer „47“ und Verweis<br />

auf Govaert Flinck (1615-1660) als den Maler dieses<br />

<strong>Gemälde</strong>s sowie zwei Wachssiegel.<br />

Das Brustbildnis des jungen Mannes nach rechts vor<br />

braunem Hintergrund. Er trägt eine silber glänzende<br />

Rüstung, die größtenteils durch einen braunen Mantel<br />

verdeckt wird. Um den Hals hat er ein oranges Tuch<br />

mit Goldfäden geknotet. In seiner am unteren rechten<br />

Bildrand sichtbaren Hand hält er einen glänzenden<br />

Schlachthammer. Auf seinem lockigen Haar trägt er ein<br />

rotes Samtbarett mit weißer und bläulicher Feder. Er<br />

hat den Kopf leicht gewendet und schaut mit seinen<br />

roten Lippen, der geröteten Nase und seinen dunklen<br />

Augen aufmerksam aus dem Bild auf den Betrachter<br />

hinaus. (1300662) (18)<br />

DUTCH SCHOOL,<br />

17TH CENTURY<br />

(ILL. LEFT)<br />

PORTRAIT OF A YOUNG SOLDIER WITH CHEST-<br />

PLATE AND CLOAK<br />

Oil on panel.<br />

36 x 30 cm.<br />

Old label numbered “47” on the back and artist‘s<br />

name Govaert Flinck (1615-1660) and two wax seals.<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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450<br />

TOMMASO RUIZ,<br />

TÄTIG UM 1710 <strong>–</strong> 1750, ZUG.<br />

VEDUTE DES HAFENS VON MESSINA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

60 x 130 cm.<br />

Der weit überwiegende <strong>Teil</strong> der Werke von Ruiz zeigt,<br />

dass er sich vor allem auf betont breitformatig angelegte<br />

Hafenveduten spezialisiert hat. Auch in dieser<br />

Hafenansicht bediente er sich eines Formates, das einen<br />

Panoramablick über die Bucht und die Festungsanlagen<br />

erlaubt, mit der Stadt am Ufer, die sich die<br />

Hänge hochzieht, mit akribischer Erfassung der Bauten<br />

und Kirchen. Der fiktive erhöhte Standpunkt bietet<br />

die Sicht über die Bucht hinweg auf die dahinter sich<br />

bergig anhebende Landschaft, die als schmale Landzunge<br />

rechts ausläuft und am rechten Bildrand noch<br />

den fernen Meereshorizont erkennen lässt. Besonders<br />

detailgenau ist die fünfseitige Fortifikation gezeigt, mit<br />

Fahne und einem weiter rechtsstehenden Leuchtturm.<br />

Im Hafenbecken ein Dreimaster und weitere kleinere<br />

Schiffe. Neben mehreren seiner Neapelveduten sind<br />

etwa auch Hafenansichten von Malta bekannt geworden.<br />

A. R. (1301591) (11)<br />

TOMMASO RUIZ,<br />

ACTIVE 1710 <strong>–</strong> 1750, ATTRIBUTED<br />

VEDUTA OF PORT OF MESSINA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

60 x 130 cm.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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79


451<br />

GERRIT VAN HONTHORST,<br />

1590 UTRECHT <strong>–</strong> 1656 EBENDA, NACH<br />

SATYR MIT EINER NYMPHE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

111,5 x 142 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Das Vorbild zu dem hier vorliegenden Werk wird im<br />

Rijksmuseum in Amsterdam verwahrt (Inv.Nr. SK-C-<br />

1759), ist signiert und mit 1623 datiert. Doch das <strong>Gemälde</strong><br />

war nicht immer in Amsterdam, sondern befand<br />

sich lange Zeit in Deutschland, genauer gesagt in<br />

Schloss Gaibach und dann in Pommersfelden in den<br />

Schönbornschen Sammlungen. Direkt danach gelangte<br />

das Honthorst-<strong>Gemälde</strong> in die Broere Charitable Foundation,<br />

Dordrecht, und von dort als Leihgabe in das<br />

Rijksmuseum.<br />

Das vorliegende Werk <strong>–</strong> über etwaige rückwärtige<br />

Notizen lässt sich aufgrund der Doublierung nichts<br />

sagen <strong>–</strong> wird also in Deutschland nach dem Original<br />

entstanden sein, eventuell um das Honthorst-<strong>Gemälde</strong><br />

formal in mehreren Besitzungen gleichzeitig sehen zu<br />

können. Rest. (1300305) (13)<br />

GERRIT VAN HONTHORST,<br />

1590 UTRECHT <strong>–</strong> 1656 IBID., AFTER<br />

SATYR WITH NYMPH<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

111.5 x 142 cm.<br />

The paragon for the present painting is held at the<br />

Rijksmuseum in Amsterdam (inv. no. SK-C-1759),<br />

signed and dated 1623.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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452<br />

BOLOGNESER MEISTER,<br />

UM 1800, KOPIE NACH GUIDO RENI<br />

SUSANNA UND DIE ALTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

92 x 120 cm.<br />

Thema aus dem <strong>Alte</strong>n Testament. Großformatige Darstellung<br />

vor dunklem Landschaftshintergrund mit der<br />

halbnackten Susanna, die mit einem großen braunen<br />

Tuch um Kopf und Hüfte am Rande eines Springbrunnens<br />

sitzt, der im rechten Hintergrund zu erkennen<br />

ist. Links von ihr die beiden alten Männer, die nicht<br />

nur auf sie im Gespräch eindringen, sondern einer<br />

versucht sogar ihr das Tuch wegzuziehen und hat dabei<br />

seinen linken Zeigefinger auf den Mund gelegt,<br />

um sie vom Schweigen zu überzeugen. Der zweite<br />

bärtige <strong>Alte</strong> hat bereits seine ausgestreckte Hand auf<br />

ihre linke Schulter gelegt. Susanna hat sich den beiden<br />

zugewandt und blickt sie mit ihren großen Augen<br />

entsetzt an. In Abwehrgeste hat sie ihren rechten<br />

Arm ausgestreckt, während sie mit ihrer linken Hand<br />

versucht, das Tuch zu halten. Malerei nach Guido Reni<br />

in überwiegend beige-brauner Farbigkeit, durch den<br />

Lichteinfall von links wird das feine Inkarnat der Susanna<br />

besonders hervorgehoben. Beliebtes Motiv in<br />

der Darstellung von Szenen des <strong>Alte</strong>n Testaments.<br />

(1300461) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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81


453<br />

ANTONIO LUCCHESE FRANCHI,<br />

1634 LUCCA <strong>–</strong> 1709 FLORENZ, ZUG.<br />

Der aus Lucca stammende Maler war ab 1674 in Florenz<br />

tätig und wurde dort als „Il Lucchese“ bekannt<br />

und stieg dort zu einem der bedeutendsten Maler der<br />

Stadt auf, was ihm zahlreiche Aufträge aus dem Adel,<br />

insbesondere der Familie der Medici, eintrug.<br />

CLIO, EUTERPE UND TERPSICHORE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

150 x 125 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Marco Ciampolini,<br />

Siena, vom 8. April 2008 in Kopie.<br />

Pyramidal hebt sich die aus drei weiblichen Figuren<br />

bestehende Komposition empor und evoziert gleichzeitig<br />

eine wirbelnde Kreisform, die aus den konzentrisch<br />

angeordneten Gliedmaßen entsteht. Franchi,<br />

dem das vorliegende <strong>Gemälde</strong> zugeschrieben wird,<br />

stellte die anhand ihrer Attribute zu identifizierenden<br />

Musen Clio (Geschichte), Euterpe (Lyrik) und Terpsichore<br />

(Tanz) dar. (1281211) (299078) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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454<br />

GIUSEPPE DIAMANTINI,<br />

1621 FOSSOMBRONE <strong>–</strong> 1705, ZUG.<br />

DER TOD DER KLEOPATRA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

107,5 x 87 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Im Jahre 30 v. Chr. hatte Kleopatra ihre Macht bereits<br />

verloren. Alexandria war in die Hände der Römer gelangt,<br />

ihr Geliebter Marcus Antonius hat sich das Leben<br />

genommen, Kleopatra selbst ist in ihrem Palast unter<br />

Arrest gestellt und soll bald nach Rom verschifft werden,<br />

um als Kriegsbeute vorgeführt zu werden. Plutarch<br />

berichtet nun, wie Kleopatra stirbt: Sie lässt sich einen<br />

Korb von Feigen (hier Blumen) bringen, an denen<br />

sie sich bedient. Aus dem Korb schnellt eine Kobra<br />

hervor, beißt sie in den Arm, woraufhin Kleopatra<br />

stirbt. Die Kobra ist die Personifizierung der Göttin<br />

Isis, als deren Inkarnation sich Kleopatra, die ja einer<br />

Priesterdynastie entstammt, verehren ließ, weshalb<br />

ihr bei dem Tod Bedeutung zukommt. Ob eine Kobra<br />

als Tötungswerkzeug indes in Frage kommt, wurde<br />

schon in der Antike bezweifelt. Da Kobras wechselwarme<br />

Tiere sind, kann ein ruhiges Verharren in einem<br />

Fruchtkorb in ägyptischen Sommern ausgeschlossen<br />

werden, sodass ein Hereinschmuggeln des Korbes an<br />

den Wachen vorbei unmöglich erscheint. Allerdings<br />

bietet bereits Plutarch bereits Vergiftungsalternativen,<br />

deren Plausibilität höher erscheint, wie ein Wasserkrug<br />

als Schlangenversteck oder eine hohle Haarspange<br />

als Giftbehältnis, das ein wirksameres Gift<br />

beinhalten hätte können, als das Gift einer Kobra, das<br />

einen sehr qualvollen Tod durch Lähmung zur Folge<br />

gehabt hätte. (1291612) (13)<br />

GIUSEPPE DIAMANTINI,<br />

1621 FOSSOMBRONE <strong>–</strong> 1705, ATTRIBUTED<br />

THE DEATH OF CLEOPATRA<br />

Oil on canvas.<br />

107.5 x 87 cm.<br />

Unframed.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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83


455<br />

DOMENICO FIASELLA,<br />

1589 SARZANA <strong>–</strong> 1669 GENUA, ZUG.<br />

BACCHUS UND ARIADNE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

94 x 99 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> geht auf das gleichnamige Werk des<br />

Künstlers Domenico Fiasella zurück, das mit leichten<br />

Abweichungen in der Fondazione Federico Zeri unter<br />

der Nummer 60298 abgebildet ist.<br />

Die traurig an einem Felsen auf der Insel Naxos sitzende<br />

Ariadne, die Theseus auf seiner Fahrt nach Athen einsam<br />

zurückgelassen hatte, hat ihren Kopf gedankenverloren<br />

auf die Hand ihres linken Armes gestützt und<br />

schaut in die Ferne. Neben ihr steht Bacchus, der sie<br />

auf der Insel entdeckt hat, mit wohlgeformter Figur<br />

und seinen Attributen, dem Weinlaub, in Form eines<br />

Kranzes auf dem Haupt und um die Hüften, sowie<br />

mit dem Leopardenfell, das die linke Schulter seines<br />

Körpers bedeckt, der sich sofort in Ariadne verliebt<br />

hatte. Seinen ausgestreckten rechten Arm hält er voller<br />

Anmut über ihren Kopf. Die später vollzogene Verstirnung<br />

Ariadnes (als Sternbild am Himmel) wird durch<br />

einen Sternenkranz über der Hand des Bacchus verdeutlicht.<br />

Qualitätvolle Malerei mit starken Hell-Dunkelund<br />

Farbkontrasten. Am oberen Rand rest., kleinere<br />

Retuschen. (1300321) (18)<br />

DOMENICO FIASELLA,<br />

1589 SARZANA <strong>–</strong> 1669 GENOA, ATTRIBUTED<br />

BACCHUS AND ARIADNE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

94 x 99 cm.<br />

The painting is based on an eponymous work by<br />

the artist Fiasella Domenico, which is illustrated with<br />

slight variations at the Fondazione Federico Zeri with<br />

no. 60298.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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456<br />

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. LINKS)<br />

LOTH UND SEINE TÖCHTER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

133 x 155 cm.<br />

In dekorativem, teilvergoldetem Rahmen.<br />

Dargestellt eine Szene aus dem <strong>Alte</strong>n Testament:<br />

Nach der Rettung aus der brennenden Stadt Sodom<br />

war Loth mit seinen beiden Töchtern ins Gebirge in<br />

eine Höhle geflüchtet. Aus Sorge um fehlende Nachkommen<br />

und in Ermangelung fehlender Ehemänner<br />

wussten sich die jungen Frauen nicht anders zu helfen,<br />

als ihrem Vater Wein einzuflößen und sich des<br />

Nachts zu ihm zu legen. Auf dem <strong>Gemälde</strong> ist im Zentrum<br />

Loth zu sehen, auf dessem rechten Bein eine<br />

seiner Töchter mit teils hochgezogenem Rock und<br />

nacktem linkem Bein sowie mit einem weitem Dekolleté<br />

sitzt, um ihn zu verführen. Sie hält eine große<br />

goldene Schale, die von ihrer stehenden Schwester<br />

mit Rotwein gefüllt wird, die wiederum vor einem<br />

großem Bett mit Baldachin aus rotem Samtstoff und<br />

mit weißen Kissen steht, als Hinweis auf das geplante<br />

Vorhaben der Töchter. Auf der linken Bildseite steht<br />

ein fein gedeckter Tisch mit Früchten und Brotkorb<br />

sowie am Boden ein Weinbehälter. Im Hintergrund<br />

links fällt der Blick aus der Höhle hinaus auf eine<br />

Landschaft mit Gebirge und der brennenden Stadt<br />

Sodom, von der hohe gelbe und rote Flammen, sowie<br />

Rauch und Qualm in den nächtlichen Himmel<br />

steigen. Zudem ist eine kleine graue Gestalt zu erkennen:<br />

Es könnte sich dabei um die Frau des Loth<br />

handeln, die sich bei der Flucht aus Sodom noch einmal<br />

umwandte und dadurch zur Salzsäule erstarrte.<br />

Malerei mit starken Hell-Dunkel-Akzenten, bei der die<br />

Feuersbrunst und die Verführung des Loth im Vordergrund<br />

stehen. Horizontale Rest., sowie weitere kleine<br />

Rest. und Retuschen, an den Rändern teils Farbabrieb.<br />

(1300221) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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457<br />

NEAPOLITANISCHER CARAVAGGIST<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

85,5 x 107 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In der biblischen Geschichte (Dan 13,15-25) wird eine<br />

junge, schöne Frau beim Bad von zwei älteren Richtern<br />

beobachtet. Als sie die zudringlichen Männer zurückweist,<br />

klagen sie sie des Ehebruchs an. Susanna<br />

wurde zum Tode durch Steinigung verurteilt, wird jedoch<br />

durch die Hilfe des Propheten Daniel gerettet,<br />

der die beiden Verleumder enttarnt. Auf dem <strong>Gemälde</strong><br />

ist die schöne Susanna im Bad in Rückenansicht in<br />

einem fast durchsichtigen feinen Gewand zu sehen<br />

mit sorgsam frisiertem Haar, in das eine Perlenkette<br />

eingearbeitet ist. Von rechts bedrängt sie einer der<br />

<strong>Alte</strong>n in leuchtend rotem Gewand und passender<br />

Kopfbedeckung mit erhobenem Fingerzeig, während<br />

der hinter ihm stehende <strong>Alte</strong> die beiden beobachtet.<br />

Malerei mit starker Hell-Dunkel-Inszenierung ganz in<br />

der Art des Caravaggio; durch den Lichteinfall werden<br />

insbesondere das Inkarnat der Susanna sowie Gesicht<br />

und Halspartie des ihr drohenden <strong>Alte</strong>n hervorgehoben.<br />

Beliebtes Motiv in der Darstellung von Szenen des<br />

<strong>Alte</strong>n Testaments. Rest., Retuschen. (1300261) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

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Sistrix<br />

85


457A<br />

ITALIENISCHER MALER<br />

DES BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS<br />

VENUS UND AMOR<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

63 x 75 cm.<br />

In marmoriertem, gold gefasstem Rahmen.<br />

In einer baumbestandenen hügeligen Landschaft mit<br />

im Hintergrund befindlichen Meer, das sich an Felsen<br />

schmiegt, eine unter einem roten Velum liegende<br />

Venusgestalt mit zwischen ihren Schenkeln liegendem<br />

Amor, der durch einen hinter ihm sichtbaren Bogen<br />

und neben ihm liegenden Pfeilköcher erkennbar<br />

ist. Darüber zwei Putti mit Blumen schwebend.<br />

(1301421) (3) (13)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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458<br />

GIOVANNI BATTISTA VANNI,<br />

1599 <strong>–</strong> 1660 FLORENZ<br />

DIE MYSTISCHE VERMÄHLUNG<br />

DER HEILIGEN KATHARINA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

83 x 109 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Alessandro Delpriori,<br />

Universität Florenz, mit weiterführender Literatur und<br />

Werkvergleichen.<br />

Das Bildthema ist im <strong>Gemälde</strong> bereits durch die prominente<br />

Aufschrift links oben genannt „SPONSABO<br />

TE MICHI IN FEDE“ („Ich vermähle mich mit dir im<br />

Glauben“). Diese theologische Vorstellung, die auf<br />

Augustinus zurückgeht, wird in der Kunst vor allem<br />

bei Darstellungen der Heilige Katharina deutlich. Die<br />

Heilige wird hier gezeigt, wie sie in idealisierender<br />

Weise mit Jesus vermählt wird, indem das Kind ihr<br />

einen Ring überreicht. Vermittlerfigur ist die Heilige<br />

Maria, die hier das Kind auf dem Schoß hält. Die<br />

Komposition zeigt einen deutlichen Dreiecksaufbau,<br />

überhöht durch die Nimbusscheibe der Maria. Katharina<br />

von Alexandria hier mit einer Krone, da sie der<br />

Legende nach Tochter des heidnischen Königs Costus<br />

gewesen sein soll, die sich als „ewige Jungfrau“ weihen<br />

ließ. Der Maler hat es verstanden, dem Gesicht<br />

des Kindes einen bereits reifen Ausdruck zu verleihen.<br />

Der Blick des Jesuskindes gilt der Perle des Ringes,<br />

Symbol der Unberührtheit und Reinheit. Demgemäß<br />

trägt Katharina auch Perlen im Schmuck. Dieselbe<br />

Reinheitssymbolik wird auch durch die weiße Blüte in<br />

der Kinderhand ausgedrückt.<br />

Auf die Darstellung der Schmuckelemente hat der<br />

Maler besonderen Wert gelegt. Die Hell-Dunkel-Stilistik<br />

des <strong>Gemälde</strong>s geht auf den Einfluss Caravaggios<br />

zurück, die Farbigkeit, besonders in der Wiedergabe<br />

des rosaroten Marienmantels in der abgeschwächten<br />

Farbtrias Rot-Blau-Weiß zeigt den reifen Stil des Manierismus,<br />

was auf seinen Lehrer Alessandro Allori<br />

(1535-1607) zurückzuführen ist. Die Einflüsse, die auf<br />

ihn in Rom in den Jahren 1624-1632 wirkten, verarbeitete<br />

er nach seiner Rückkehr über Venedig wieder<br />

in Florenz. Linker Bildrand entsprechend der fehlenden<br />

Anfangsbuchstaben der Aufschrift angeschnitten.<br />

A.R. (1301754) (11)<br />

GIOVANNI BATTISTA VANNI,<br />

1599 <strong>–</strong> 1660 FLORENCE<br />

THE MYSTICAL MARRIAGE OF SAINT<br />

CATHERINE<br />

Oil on canvas.<br />

83 x 109 cm.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Dr Alessandro<br />

Delpriori, University of Florence, with reference literature<br />

and examples of comparison.<br />

The subject is stated thanks to a prominent inscription<br />

top left: “SPONSABO TE MICHI IN FEDE” [I will<br />

marry thee in faith].<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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87


459<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BACCHANAL DER PUTTI<br />

Öl auf Leinwand.<br />

121 x 194 cm.<br />

In mit Blüten- und Blattwerk beschnitztem Rahmen.<br />

Küstenlinie, an deren Horizont sich Segelboote abzeichnen,<br />

unter einem dunkel gestalteten Himmel<br />

mit aufgebauschten Wolken, die links und rechts von<br />

Baumkronen flankiert werden. Ein tanzendes Puttobacchanal<br />

das von einer links stehenden Puttogruppe<br />

mit Instrumenten begleitet wird. Rest., Besch.<br />

(1301678) (13)<br />

€ 8.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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460<br />

VENEZIANISCHER MALER DER ZWEITEN HÄLFTE<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DER HIRTENGOTT PAN MIT EINER NYMPHE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

134 x 96 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In Nahsicht vor landschaftlichem Hintergrund die Dreivierteldarstellung<br />

des Gottes Pan mit muskulösem<br />

freiem Oberkörper, in seinen Händen eine kleine Flöte<br />

haltend, mit weiß-grauem Bart, und einem Blattkranz<br />

um sein Haupt. Deutlich erkennbar vom nackten<br />

Oberkörper durch ein weißes und rotes Tuch getrennt<br />

sein Unterkörper eines Widders oder Ziegenbocks.<br />

Hinter ihm stehend eine junge Frau in rot-weißem<br />

Gewand, die mit ihrer linken Hand behutsam seine<br />

Schulter berührt, während der Zeigefinger ihrer aus<br />

weist. Der Hirtengott mit glänzenden, leicht glasigen<br />

Augen schaut leicht desinteressiert zur Seite. Auffallend<br />

im Hintergrund der bewachsene Baumstamm<br />

nach links oben, während ein Baumstumpf nach<br />

rechts hinter seinem Kopf zu sehen ist. Malerei die<br />

wohl auf Johann Carl Loth (1632-1698) zurückgeht, in<br />

teils kräftigen warmen Farbtönen. Vereinzelt kleine<br />

Retuschen, teils leichte Rahmenschäden.<br />

(1301527) (3) (18)<br />

VENETIAN SCHOOL, SECOND HALF<br />

OF THE 17TH CENTURY<br />

PAN, THE GOD OF SHEPHERDS WITH A NYMPH<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

134 x 96 cm.<br />

In gilt frame.<br />

The painting style is reminiscent of Johann Carl Loth<br />

(1632-1698), partially in warm colouration.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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89


461<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

SIEG DER GERECHTIGKEIT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

120 x 180 cm.<br />

In teilebonisiertem Rahmen<br />

Vor unbestimmtem Hintergrund die weiblichen allegorischen<br />

Figuren der Wahrheit und der Gerechtigkeit,<br />

die einander zugewandt sind und sich anhand ihrer<br />

ihnen attributiv zugesellten Gegenstände als Allegorie<br />

des Sieges und der Gerechtigkeit ausmachen lassen.<br />

Rest. (1301861) (13)<br />

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

VICTORY OF JUSTICE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

120 x 180 cm.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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462<br />

ITALIENISCHER MALER UM 1800<br />

ITALIAN PAINTER, CA. 1800<br />

FRAUEN ERBITTEN SCHONUNG<br />

DER BELAGERTEN STADT<br />

WOMEN OF A BESIEGED TOWN<br />

BEGGING FOR MERCY<br />

Öl auf Holz.<br />

127 x 188 cm.<br />

Um 1800.<br />

In plastisch verziertem, mit Weinlaub dekoriertem<br />

Rahmen.<br />

Historiendarstellung eines Ereignisses in der Antike<br />

in betont großem Bildformat. Hauptfiguren sind flehende<br />

Frauen, die den Feldherrn vor der Eroberung,<br />

Zerstörung und Plünderung einer Stadt um Gnade flehen.<br />

Vor den mächtigen Mauern der Befestigung hat<br />

sich eine Unzahl von Menschen versammelt, die sich<br />

ergeben und den Bitten um Schonung anschließen.<br />

Im Hintergrund eine weitere Befestigungsanlage auf<br />

hohem Hügel.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> ist im Sinne der belehrenden, stets<br />

großformatigen Darstellungen der frühen Geschichte<br />

zu verstehen. Die größer wiedergegebenen Figuren<br />

im Vordergrund zeigen junge Frauen und Mütter mit<br />

ihren Kindern, dazwischen Krieger in abwartender<br />

Haltung; im Bildzentrum der geharnischte Feldherr<br />

mit Schild und Feldherrnstab, dem sich eine junge<br />

Frau flehend unterwirft.<br />

Der Malstil zeigt sich klassizistisch, stark geprägt von<br />

der Malerei Frankreichs, wie dies bei der überwiegenden<br />

Zahl der Werke zu sehen ist, die zu Ausstellungen<br />

für den "Prix de Rome" geschaffen wurde. Dieser<br />

älteste Wettbewerb Frankreichs, an dem auch<br />

italienische und deutsche Künstler teilnahmen, wurde<br />

1803 durch Napoleon reorganisiert, als eine Abteilung<br />

der Académie des Beaux-Arts. Großformatige <strong>Gemälde</strong><br />

mit historischen Darstellungen dieser Art wurden<br />

überwiegend nach öffentlichem Auftrag für Lehranstalten,<br />

Rathäuser oder andere öffentliche Staatsgebäude<br />

geschaffen. A.R. (13013522) (11)<br />

Oil on panel.<br />

127 x 188 cm.<br />

Ca. 1800.<br />

€ 18.000 - € 22.000<br />

Sistrix<br />

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91


463<br />

MEISTER DER GROTESKENVASEN<br />

Unter diesem Künstlernamen werden einige italienische<br />

Maler des beginnenden 17. Jahrhunderts<br />

zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal<br />

Stillleben in Vasen mit Groteskenornamentik sind. Zu<br />

diesen zählt auch der junge Giacomo Recco.<br />

BLUMENSTILLLEBEN<br />

Öl auf Holz.<br />

90 x 78,5 cm.<br />

Vor dunklem Hintergrund auf einer Tischplatte ein<br />

prachtvoller Blumenstrauß in einer grünen Keramikvase,<br />

am oberen Ende mit runden hellbraunen Ornamenten,<br />

im unteren Bereich drei liegende hellbraune Delphine<br />

mit großen Augen. Im manieristischen Stil ahmt die<br />

Vase Formen bekannter italienischer Kunsthandwerker<br />

nach. Das Blumenarrangement besteht aus weißem<br />

Schneeball, Narzissen, Rosen, Chrysanthemen, Anemonen,<br />

Tulpen und einigen Gräsern. Malerei, bei der<br />

neben der besonderen Vase die Blumen durch ihre<br />

überwiegend weiß, rosa und rote leuchtende Farbigkeit<br />

herausgestellt werden.<br />

MASTER OF THE GROTESQUE VASES<br />

FLOWER STILL LIFE<br />

Oil on panel.<br />

90 x 78.5 cm.<br />

The nomenclature “Master of the Grotesque vases”<br />

refers to a group of artists who were painting still<br />

lifes in grotesque vases at the beginning of the 17th<br />

century. One of them is thought to be the young<br />

Giacomo Recco.<br />

€ 3.500 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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Unter diesem Künstlernamen werden einige italienische<br />

Maler des beginnenden 17. Jahrhunderts zusammengefasst,<br />

deren gemeinsames Merkmal Stillleben<br />

in Vasen mit Groteskenornamentik sind. Zu diesen<br />

zählt auch der junge Giacomo Recco.<br />

(1270096) (18)<br />

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464<br />

JUAN BAUTISTA DE ESPINOSA,<br />

UM 1584/90 MADRID <strong>–</strong> UM 1626/41<br />

Der Maler, der sich auch religiöser Themen und dem<br />

Portrait annahm, ist jedoch vor allem für seine Stillleben<br />

bekannt. Er wirkte in Toledo und Madrid zwischen<br />

1612 und 1626. Sein Stil verrät auch eine Ausbildung<br />

oder Beeinflussung durch Holland bzw. die<br />

spanischen Niederlande. Nach 1631, mit dem Ableben<br />

des ebenfalls mit Stillleben bekannt gewordenen<br />

Juan van der Haman y León, widmete auch er sich<br />

ganz diesem Sujet. Daneben schuf er auch Wandbilder<br />

in Kirchen, wie etwa in Alcaudete.<br />

STILLLEBEN MIT BLUMEN UND FRÜCHTEN<br />

IN PRUNKVASEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

82 x 118,5 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Juan-Ramon Triado,<br />

Barcelona, vom 2. März 1986.<br />

Wie in dieser Zeitperiode der spanischen Malerei üblich,<br />

zeigt das Stillleben auch hier einen strengen symmetrischen<br />

Aufbau. Dabei werden Blumen, Früchte, eine<br />

prächtige Vase und Prunkschalen gleichermaßen ins<br />

Bild gebracht, und auf einer grauen Steinplatte streng<br />

nebeneinandergestellt. Beinahe ornamental wirkt die<br />

Anordnung <strong>–</strong> auch der Blüten und Früchte. Jede Zufälligkeit<br />

wird vermieden, was sich auch darin ausdrückt,<br />

dass die beiden herabgefallenen Tulpen seitlich der<br />

Vase nahezu spiegelgleich-symmetrisch angeordnet<br />

liegen. Die Farbigkeit zeigt sich gedeckt und zurückhaltend.<br />

Umso prächtiger die Gefäße mit ihren Festons,<br />

umso auffallender auch die hellfarbigen Blüten<br />

im Gesteck, wie Lilien oder Schneeballblumen. Auch<br />

der große libellenartige Schmetterling wirkt eher ornamental<br />

als naturalistisch. Ein weiteres, vom Maler<br />

bekannt gewordenes Stillleben, mit Prunkschalen und<br />

Goldgefäßen auf einem Tischtuch, zeigt sich in ebenderselben<br />

Komposition entwickelt. A.R.<br />

Literatur:<br />

Julio Cavestany, Floreros y Bodegones en la Pintura<br />

Espanola. Catálago Ilustrado. Sociedad Espanola<br />

de Amigos del Arte, Madrid 1936-1940.<br />

Enriqueta Harris, Obras espanolas de autores desconocidos.<br />

Un bodegón de Juan B. Espinosa. „Revista<br />

Espanola de Arte“, T. XII. Jgg. III, 1934-35.<br />

Canton Sanchez, Francisco Javier: Los pintores de<br />

Cámara de los Reyes de Espana. Los pintores de los<br />

Austrias. In: Boletín de la Sociedad Espanola de Excursiones,<br />

1915.<br />

Conde de la Vinaza, Adiciones al Diccionario Histórico<br />

de Juan Augustín Ceán Bermúdez, Madrid 1889.<br />

Arte Historia Castilla y León: Personaje de Juan<br />

Bautista de Espinosa. (1300634) (1) (11)<br />

JUAN BAUTISTA DE ESPINOSA,<br />

CA. 1584/90 MADRID <strong>–</strong> CA. 1626/41<br />

STILL LIFE WITH FLOWERS AND FRUIT<br />

IN MAGNIFICENT VASE<br />

Oil on canvas.<br />

82 x 118.5 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Juan-Ramon<br />

Triado, Barcelona, dated 2 March 1986.<br />

As is typical for Spanish painting of the time, the still<br />

life on offer for sale in this lot also shows a strictly<br />

symmetrical composition. The colouration is muted<br />

and restrained, while the vessels with their festoons<br />

are all the more magnificent. The large dragonfly-like<br />

butterfly appears rather ornamental than naturalistic.<br />

Another still life known by the artist depicts magnificent<br />

bowls and gold vessels, displayed on a tablecloth<br />

and shows the same composition.<br />

Literature:<br />

Julio Cavestany, Floreros y Bodegones en la Pintura<br />

Espanola. Catálago Ilustrado. Sociedad Espanola<br />

de Amigos del Arte, Madrid 1936-1940.<br />

Enriqueta Harris, Obras espanolas de autores desconocidos.<br />

Un bodegón de Juan B. Espinosa. “Revista<br />

Espanola de Arte”, T. XII. Vol. III, 1934-35.<br />

Canton Sanchez, Francisco Javier: Los pintores de<br />

Cámara de los Reyes de Espana. Los pintores de los<br />

Austrias, in: Boletín de la Sociedad Española de Excursiones,<br />

1915.<br />

Cipriano de la Vinaza, Adiciones al Diccionario Histórico<br />

de Juan Augustín Ceán Bermúdez, Madrid 1889.<br />

Arte Historia Castilla y León: Personaje de Juan<br />

Bautista de Espinosa.<br />

€ 50.000 - € 70.000<br />

Sistrix<br />

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93


465<br />

JAN DE HEEM,<br />

1603 <strong>–</strong> UM 1659, ZUG.<br />

OBSTSTILLLEBEN MIT INSEKTEN<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

25,5 x 33,5 cm.<br />

Auf einer steinernen Platte vor dunklem Hintergrund<br />

leuchtende Früchte: weiße und rote Weintrauben,<br />

Pfirsiche und Aprikosen. Belebt wird das Bild von einem<br />

Käfer am linken Rand der Brüstung und von einer<br />

krabbelnden Raupe auf einer Weinrebe am rechten<br />

oberen Rand. Minutiöse Wiedergabe mit gekonnter<br />

Lichtführung, dabei die unterschiedliche Stofflichkeit<br />

des Obstes hervorragend herausgestellt. (†)<br />

(13013147) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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466<br />

GUILLIAM GABRON,<br />

1619 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1678 EBENDA<br />

STILLLEBEN MIT FRUCHTGIRLANDE<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

48 x 64 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In ebonisiertem, durch Goldleiste akzentuiertem<br />

Rahmen.<br />

Beigegeben eine schriftliche Stellungnahme von Dr.<br />

Fred Meijer, in Kopie, der die Autorschaft des vorliegenden<br />

<strong>Gemälde</strong>s bestätigt.<br />

Vor unbestimmtem Grund eine zu den Seiten nach<br />

oben gebundene Fruchtgirlande, innerhalb welcher<br />

Äpfel, Trauben, Pflaumen, Kirschen und Beeren prangen,<br />

die durch fein aufgefasstes Weinlaub begleitet<br />

werden. Vergleichbare <strong>Gemälde</strong> werden beim RKD in<br />

Den Haag dokumentiert unter der Inv.Nr. 16391 und<br />

20805.<br />

Provenienz:<br />

Auktion, Kettner, Berlin, 12. September 1962, Lot 473.<br />

Auktion, Leo Spik, Berlin, 27./ 29. Juni 2002, Lot 324.<br />

(1290278) (13)<br />

GUILLIAM GABRON,<br />

1619 ANTWERP <strong>–</strong> 1678 IBID.<br />

STILL LIFE WITH FRUIT GARLAND<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

48 x 64 cm.<br />

Signed lower left.<br />

Accompanied by a statement in writing by Dr Fred<br />

Meijer, who confirms Gabron as the creator of the<br />

present painting.<br />

Comparable paintings are listed at the RKD in The<br />

Hague with numbers 16391 and 20805.<br />

Provenance:<br />

Auction, Kettner, Berlin, 12 September 1962, lot 473.<br />

Auction, Leo Spik, Berlin, 27/ 29 June 2002, lot 324.<br />

€ 18.000 - € 22.000<br />

Sistrix<br />

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95


467<br />

GIACOMO NANI,<br />

1698 PORTO ERCOLE <strong>–</strong> 1770 NEAPEL, ZUG.<br />

STILLLEBEN MIT BLUMEN UND MELONEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

95 x 73 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In Parklandschaft unter hellblauem, wolkigem Himmel<br />

der Stamm eines Baumes mit nach rechts abgebrochenem<br />

Ast, vor dem auf einem kleinen Steinpodest<br />

eine goldene Fußschale mit rotem Cabochon steht,<br />

die mit einem prachtvollen, zarten Blumengebinde<br />

gefüllt ist. Auf den darüber hängenden Zweigen des<br />

Baumes sind mehrere farbenfrohe Blütengirlanden zu<br />

finden. Links des Podestes eine aufgeschnittene Melone<br />

mit orangem Fruchtfleisch, dazu drei Feigen und<br />

rechtsseitig eine zweigeteilte Wassermelone mit Kernen.<br />

Im Vordergrund auf dem Boden liegend ein geflochtener<br />

Korb, aus dem Blüten geschüttet wurden<br />

und rechts dahinter eine mit blauen Blüten verzierte<br />

weiße Porzellanschale. Zu den in feinen, weichen<br />

Farbtönen wiedergegebenen Blumen gehören: Rosen,<br />

Narzissen, Mohn, Nelken, Astern, Anemonen,<br />

Stiefmütterchen und Maiglöckchen. Malerei in weicher,<br />

zarter Farbgebung bei teils lockerem leichtem<br />

Pinselstrich. Vereinzelt rest., kleine Retuschen.<br />

(1300144) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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468<br />

GIACOMO NANI,<br />

1698 PORTO ERCOLE <strong>–</strong> 1770 NEAPEL, ZUG.<br />

STILLLEBEN MIT BLUMEN UND SCHALEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

95 x 73 cm.<br />

In vergoldeten Prunkrahmen.<br />

In einer Parklandschaft fällt der Blick auf eine Schale<br />

aus karminrotem Ton mit Relief, die auf einem grauen<br />

Steinpodest steht. Darin ein feines Blumengebinde,<br />

das teilweise über den Schalenrand ragt. Im Hintergrund<br />

rechts sind Sträucher mit rötlichen und weißen<br />

Rosen zu erkennen. Im Vordergrund stehen ein goldener<br />

Teller mit farbigen Edelsteinen, sowie eine Deckelterrine<br />

aus Porzellan mit Verzierungen neben einem<br />

weiteren Blumenarrangement und einem Granatapfel.<br />

Malerei in weicher, zarter Farbgebung bei teils lockerem<br />

leichtem Pinselstrich. Vereinzelt rest., kleine Retuschen.<br />

(1300142) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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97


469<br />

GIOVANNI BATTISTA CRESCENZI,<br />

1577 ROM <strong>–</strong> 1635 MADRID, ZUG.<br />

Crescenzi wirkte in Rom und Madrid. In beiden Städten<br />

zunächst auch als Baumeister, der seine Aufträge<br />

wohl auch der Tatsache verdankte, dass er einer der<br />

führenden Familien Roms, der Dynastie der Crescentier,<br />

entstammte. Er war Bruder des Kardinals Pietro-<br />

Paolo Crescenzi, auch sein Sohn erlangte die Kardinalswürde.<br />

Ab 1617 wirkte er in Spanien. In dieser Zeit<br />

dürfte auch das vorliegende <strong>Gemälde</strong> entstanden sein.<br />

Dort wirkte er unter anderem an der Ausmalung im<br />

Escorial, wurde dann königlicher Juror, der Velázquez<br />

zum Sieg verhalf. Sein Malstil ist schon mit dem des<br />

„<strong>Meister</strong>s des Harfford-Stillebens“ verglichen worden.<br />

Zu seinen Schülern zählt Bartolomeo Cavarozzi (1590-<br />

1625).<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND BLUMEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

60 x 75 cm.<br />

Im vergoldeten Rahmen.<br />

Die Bildgegenstände in zwei übereinanderliegenden<br />

Stufen geordnet: Während unten große Früchte, wie<br />

Äpfel, Birnen und Granatapfel neben einem Kürbis liegen,<br />

hat der Maler die Blumen in der oberen Stufe<br />

nebeneinander komponiert, in einem Bildbereich, der<br />

zwar den kleineren <strong>Teil</strong> einnimmt, aber durch die lebendigeren<br />

Farben wirkt. Stufen und Hintergrund sind<br />

in einem Braunton gehalten, was die Farben der Früchte<br />

aufleben lässt. Die klare Nebeneinanderstellung<br />

der Gegenstände wurde alsbald zu einem stilistischen<br />

Merkmal der spanischen Kunst. A.R. (13014825) (3)<br />

(11)<br />

GIOVANNI BATTISTA CRESCENZI,<br />

1577 ROME <strong>–</strong> 1635 MADRID, ATTRIBUTED<br />

STILL LIFE WITH FRUIT AND FLOWERS<br />

Oil on canvas.<br />

60 x 75 cm.<br />

In gilt frame.<br />

€ 12.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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470<br />

VINCENZO CAMPI,<br />

1532/36 <strong>–</strong> 1591, NACHFOLGE<br />

KÜCHENINTERIEUR MIT FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

146 x 215 cm.<br />

Blick in eine Küche mit zahlreichen arbeitenden Frauen<br />

und Männern mit einer großen offenen Feuerstelle im<br />

Hintergrund, einigen kupfernen Kesseln an der Wand<br />

hängend und rechtsseitig mehreren aufgestellten<br />

Zinntellern. Linksseitig zwei Männer beim Ausnehmen<br />

einer hängenden Kuh, in der Mitte eine sitzende<br />

ältere Frau und rechts von ihr zwei weitere Frauen<br />

beim Rupfen und Zerlegen von Federvieh, während<br />

in der Mitte an einem Tisch zwei Frauen gerade Teig<br />

zubereiten. Am rechten Bildrand zudem ein Mann,<br />

der das gerupfte Federvieh gerade auf einen langen<br />

Spieß aufbringt. Im Hintergrund links fällt der Blick<br />

durch eine Tür in einen Festsaal auf einen großen<br />

Tisch mit Tischdecke und rot bezogenen Stühlen, quasi<br />

als Hinweis für das in Vorbereitung befindliche Festmahl.<br />

Im Vordergrund des Bildes am Boden zudem<br />

eine Katze, die sich ein Stück Fleisch geschnappt hat<br />

und von einem kleinen weiß-braunen Hund böse angebellt<br />

wird. Am unteren linken Bildrand zudem ein<br />

Kind mit gold-blonden Haaren, das auf einem umgedrehten<br />

kupfernen Sieb sitzt und versucht bei geröteten<br />

Wangen eine Blase mit Luft zu füllen. Figurenreiche<br />

Darstellung mit vielen, teils humorigen Details. Vereinzelt<br />

Rest., teils Farbabrieb, Retuschen. (1301561) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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99


471<br />

GERRIT VAN HONTHORST,<br />

1590 <strong>–</strong> 1656, KREIS DES<br />

HIRTIN MIT ZWEI JUNGEN TAUBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 66,5 cm.<br />

In breitem ebonisiertem Wellenleistenrahmen.<br />

Pastorale Themen waren dem Geschmack der Zeit<br />

entsprechend und so treffen wir Hirten und Hirtinnen<br />

nicht nur als Staffagefiguren in weiträumigen Landschaften<br />

des 17. Jahrhunderts an, sondern auch als<br />

Einzelfiguren, die wie hier allegorische Funktion haben.<br />

So mögen die beiden jungen Tauben als Hinweis<br />

auf die Frucht der Liebe gelten, die hier durch die<br />

leicht entblößten Brüste der Hirtin provoziert werden<br />

soll. Das <strong>Gemälde</strong> von Gerrit van Honthorst, welches<br />

sich 1652 datiert ist, befindet sich Centraal Museum,<br />

Utrecht.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Jos de Meyere, Utrechtse schilderkunst in de<br />

Gouden Eeuw. Honderd schilderijen uit de collectie<br />

van het Centraal Museum te Utrecht, Utrecht 2006,<br />

Kat. 59. (1300651) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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472<br />

HAARLEMER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

MARKTSTILLLEBEN MIT MANN, EI UND<br />

MARKETENDERIN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

110 x 140 cm.<br />

In goldgehöhtem Rahmen.<br />

Dem <strong>Gemälde</strong> ist in Kopie ein Gutachten von Prof.<br />

Girolamo de Vanna, Rimini, vom 28.9.1988 beigegeben.<br />

Das großformatige <strong>Gemälde</strong> lebt von einem Stillleben,<br />

das aus Textilien, einem großen Messingge fäß<br />

und einigen Gemüsen besteht. Rechts ragt in den<br />

Bildraum eine Figuerengruppe hinein bestehend aus<br />

einer jungen Frau, die in der einen Hand ein strahlend<br />

weißes Ei hält und mit der anderen in einen offenen<br />

Korb greift, der durch ein Textil abgedeckt werden<br />

kann und weitere Eier zu enthalten scheint. Der Korb<br />

steht auf einem Fass, hinter dem ein junger Mann<br />

steht, der einen phallisch konnotierten Stab umgreift<br />

und der Marketenderin näher ist, als es sich für ein<br />

gewöhnliches Kunden-Verkäufer-Verhältnis schickt,<br />

sodass die zweideutige Thematik, die durch den Stab<br />

und das Ei eingeführt wird, unterstrichen wird.<br />

HAARLEM MASTER OF THE 17TH CENTURY<br />

MARKET STILL LIFE WITH MAN, EGG AND<br />

MARKET WOMAN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

110 x 140 cm.<br />

A copy of the expert’s report by Professor Girolamo<br />

de Vanna, Rimini, dated 28 September 1988 is enclosed.<br />

Notes:<br />

The painting on offer for sale here is reminiscent<br />

of a painting listed at the RKD, The Hague, with no.<br />

275252.<br />

€ 13.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Das vorliegende <strong>Gemälde</strong> erinnert in gewisser Weise<br />

an ein <strong>Gemälde</strong>, dass beim RKD, Den Haag, unter<br />

der Nummer 275252 geführt wird. (1300331) (13)<br />

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101


473<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

PRACHTVOLLER OBSTKORB UND ÄFFCHEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

52 x 74 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund auf einer Tischplatte aus<br />

Holz stehend ein geflochtener Korb, darin zu finden:<br />

Äpfel, Pflaumen, helle und dunkle Weintraubenrispen<br />

zwischen Blättern sowie vor dem Korb liegend ein<br />

Zweig mit Aprikosen. Eine kleine, hellgraue Meerkatze<br />

mit schwarzem Gesicht sitzt seitlich des Korbes<br />

und hält eine Aprikose in ihren Pfoten. Erst auf den<br />

zweiten Blick ist eine Kette zu erkennen, an der sie<br />

festgebunden ist. Im Hintergrund rechts ist zudem<br />

ein fliegender Falter zu sehen. Feine Malerei mit starken<br />

Hell-Dunkel-Kontrasten. (1300241) (18)<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

MAGNIFICENT FRUIT BASKET AND MONKEY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

52 x 74 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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474<br />

FRANS VAN EVERBROECK,<br />

UM 1638 <strong>–</strong> UM 1672<br />

Wurde 1654 Lehrling des Jan van Son und 1661/62<br />

<strong>Meister</strong>. Bekannt für seine Früchte- und Blumenbilder.<br />

Werke seiner Hand in der Kunsthalle Karlsruhe (Kat.<br />

Nr. 1910), im Historischem Museum zu Speyer, in der<br />

Painters Stainers Hall, London.<br />

GIRLANDE AUS TRAUBEN,<br />

PFIRSICHEN UND GRANATAPFEL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

60,5 x 104,1 cm.<br />

Signiert und datiert „EVD Broeck 1686“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Das <strong>Gemälde</strong> ist abgebildet im RKD, Den Haag, unter<br />

der Bildnummer 17576.<br />

Vor fast schwarzem Hintergrund die hängende prachtvolle,<br />

an den Seiten nach oben ziehende Girlande aus<br />

Efeuranken mit leuchtenden Früchten, bestehend aus:<br />

in der Mitte einem leicht geöffnetem großem Granatapfel,<br />

nach rechts Pfirsiche, Weintrauben, Johannisund<br />

Stachelbeeren sowie Haselnüsse, zur linken Seite<br />

helle Weintrauben, Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Mispeln<br />

und einem Maiskolben. Die fokussierte Lichtführung<br />

bewirkt das Leuchten der Früchte, die dadurch aus<br />

dem dunklen Hintergrund in hellem Glanz hervortreten.<br />

Der Künstler war vor allem für seine geschmackvollen,<br />

als Kränze oder Girlanden gewundenen Früchte-<br />

und Blumenstillleben berühmt.<br />

Provenienz:<br />

Phillips, London, 27.02.1990, Lot 33, als J.P. Gillemans I.<br />

Christie‘s, New York, 02.06.1988, Lot 67, wie von<br />

Cornelis de Heem. (1300603) (1) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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103


475<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

WILD- UND FRÜCHTESTILLLEBEN MIT JÄGER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

94 x 133 cm.<br />

In freier Natur bei abendlichem Himmel ein Jäger mit<br />

großem beigem Hut, in seinen Händen ein Gewehr<br />

haltend und seine Jagdbeute aufmerksam betrachtend,<br />

die auf einem glatten Holzstumpf liegt. An einer<br />

Schnur hängen einige Vögel, darunter Schnepfen, auf<br />

der Platte und auf einem geflochtenen Korb weitere<br />

Vögel zwischen Melonen, davon eine halbierte Wassermelone,<br />

und Äpfeln. Im Hintergrund links steht ein<br />

Korb, der gefüllt ist mit weiteren Äpfeln, Birnen und einem<br />

großen Granatapfel, während rechts unten die<br />

beiden Köpfe zweier Jagdhunde zu finden sind, von<br />

denen einer interessiert aus dem Bild heraus schaut.<br />

<strong>Teil</strong>s Retuschen. (1291616) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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476<br />

NICCOLINO VAN HOUBRAKEN,<br />

AUCH „NICOLA VAN HOUBRAKEN“,<br />

1663 <strong>–</strong> 1723/24<br />

STILLLEBEN MIT KAISERKRONE, BLAUER<br />

PRUNKWINDE, DISTEL UND BLATTWERK<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

91,2 x 107,2 cm.<br />

In profiliertem Holzrahmen.<br />

Unterholzstillleben mit Pflanzendarstellungen, die wir<br />

so natürlich nicht gemeinsam finden würden. Nur<br />

scheinbar bietet sich dem Betrachter ein natürliches<br />

Beisammensein der dargestellten Blüten dar.<br />

Provenienz:<br />

De Tinkamer, Heemstede.<br />

Sammlung Wilhelmina Gerardina Elias-Vaes,<br />

Rotterdam.<br />

Christie‘s, Amsterdam, 27. April 2010, Lot 1131.<br />

Anmerkung 1:<br />

Ein <strong>Gemälde</strong>, auf dem sich ebenfalls die rötlichen<br />

Blätter der dominierenden Pflanze befinden, wurde<br />

am 21. April 2005 bei Sotheby‘s, London, unter Lot 68<br />

zu 36000 GBP verkauft.<br />

Anmerkung 2:<br />

Das hier angebotene <strong>Gemälde</strong> wird beim RKD,<br />

Den Haag, unter der Nummer 213182 geführt.<br />

Literatur:<br />

Vgl. G.J. Hoogewerff, Abramo Breughel e Niccolino<br />

van Houbraken. ’Pittori di fiori in Italia’, Mailand 1931,<br />

S. 482-494.<br />

Vgl. Mario Gori Sassoli, Per il catalogo di Nicola van<br />

Houbraken. Aggiunte e considerazoni, in: Paragone<br />

3rd series 65-66, 2006, S. 78-99. (1300607) (1) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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105


477<br />

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

ANSICHT VON ANTWERPEN AN EINEM<br />

SONNIGEN TAG<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

96,5 x 151,5 cm.<br />

In ebonisiertem Kehlrahmen.<br />

Von einem Hafenkai aus gesehen wird dem Betrachter<br />

die Stadtsilhouette von Antwerpen offenbar, vor<br />

welcher sich die glatten Bastionsmauern im Sonnenlicht<br />

spiegeln und aufgetakelte Segelschiffe mit niederländischer<br />

Beflaggung den Vordergrund beleben.<br />

Rest.<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

VIEW OF ANTWERP ON A SUNNY DAY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

96.5 x 151.5 cm.<br />

Notes:<br />

The present painting is listed at the RKD, The Hague,<br />

inv. no. 232991.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Das vorliegende <strong>Gemälde</strong> ist beim RKD, Den Haag,<br />

unter Inv.Nr. 232991 verzeichnet. (1290712) (1) (13)<br />

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478<br />

ITALIENISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

ANSICHT EINES MEDITERRANEN HAFENS<br />

MIT FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

100 x 140 cm.<br />

Mittig unten auf Paket monogrammiert und datiert<br />

„FTS 1756“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Blick auf eine Stadt mit großer Hafenanlage und hohem<br />

Leuchtturm, vor der im ruhigen Wasser zwei große Segelschiffe<br />

unter hohem, hellblauem Himmel ankern.<br />

Im Vordergrund ein Uferstück, auf dem Fässer und<br />

verschnürte Pakete abgestellt sind, über die mehrere<br />

Figuren gerade verhandeln, darunter auch ein Mann<br />

in einem orientalischen Gewand mit weißem Turban.<br />

Die Sonne bestrahlt die Szenerie von rechts und wirft<br />

teils große Schatten auf das Ufer und die See. Harmonische<br />

Malerei in reduzierter Farbigkeit. <strong>Teil</strong>s Retuschen,<br />

kleinere Rahmenschäden. (1291641) (18)<br />

ITALIAN SCHOOL, 18TH CENTURY<br />

VIEW OF A MEDITERRANEAN HARBOUR<br />

WITH FIGURES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

100 x 140 cm.<br />

Monogrammed and dated “FTS 1756” at bottom<br />

centre on parcel.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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107


479<br />

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT AUSTERN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

65 x 57 cm.<br />

Vor dunkelbraunem Hintergrund auf einer breiten<br />

Tischplatte, die rechtsseitig mit einem dünnen Tuch<br />

belegt ist, die präsentierten Gegenstände: ein liegendes<br />

Holzfass mit Austern, von denen drei bereits geöffnet<br />

sind und das helle Innere zeigen, ein kleiner<br />

roter Krebs, der Griff eines Messers, eine mit Bast<br />

umwickelte bauchige Weinflasche mit danebenstehendem,<br />

halb gefülltem Glas und schließlich am linken<br />

Rand eine niederländische ovale weiß-blaue<br />

Schale mit darauf liegendem Brot. Das Glas und die<br />

Flasche teils mit Glanzlichtern versehen, unterhalb<br />

der geöffneten Muscheln einige Wassertropfen und<br />

eine Kerbe am Rand der Tischplatte. Feine Malerei<br />

mit starken Hell-Dunkel-Effekten, bei der besonders<br />

das helle Brot und die glänzenden geöffneten Austern<br />

hervorgehoben werden. <strong>Teil</strong>s Retuschen.<br />

(1290272) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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480<br />

EDWAERT COLLIER,<br />

1640 <strong>–</strong> 1708, WERKSTATT<br />

VANITAS-STILLLEBEN MIT VIOLINE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

69 x 86 cm.<br />

Vor mit rotem schweren Brokatvorhang abgedunkeltem<br />

Hintergrund eine massive steinerne glänzende Tischplatte,<br />

die rechts mit einem Tuch bedeckt ist. Darauf<br />

diverse Vanitasobjekte: drei Musikinstrumente mit<br />

Notenblatt, davon eine Violine, ein Totenschädel, drei<br />

Bücher, ein Tintenfass mit Federkiel und Brief, ein<br />

weiterer, aber zerknitterter Brief mit rotem Wachssiegel,<br />

eine erloschene Kerze und eine goldene Tischuhr.<br />

Feines Arrangement der Objekte mit starker Hell-<br />

Dunkel-Betonung. (†) (13013125) (18)<br />

EDWAERT COLLIER,<br />

1640 <strong>–</strong> 1708, WORKSHOP<br />

VANITAS STILL LIFE WITH VIOLIN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

69 x 86 cm.<br />

A solid shiny tabletop is depicted in the foreground<br />

with a heavy red brocade curtain behind it and a dark<br />

background. The tabletop is covered by a white cloth<br />

on the right and holds various vanitas objects. The objects<br />

are accurately arranged and painted in strong<br />

chiaroscuro. (†)<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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109


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481<br />

JAN MYTENS,<br />

UM 1614 DEN HAAG <strong>–</strong> 1670 EBENDA<br />

(ABB. LINKS)<br />

PORTRAIT DER MARIE VON ORANIEN-NASSAU,<br />

PFALZGRÄFIN VON SIMMERN (1642-1688)<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

43,3 x 33,2 cm.<br />

Links mittig signiert „G.Mijtens“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor einem hohen Felsen, der nach rechts den Blick in<br />

eine Landschaft unter abendlichem Himmel freilässt,<br />

das Halbportrait der jungen Prinzessin aus dem Haus<br />

Oranien leicht nach rechts. Sie trägt ein elegantes,<br />

weiß-rosafarbenes Seidenkleid mit weitem Dekolleté<br />

und einen dünnen Schal, den sie mit den zarten Fingern<br />

ihrer rechten Hand hält. Zudem hat sie braune<br />

lockige Haare, trägt Perlenschmuck um den Hals und<br />

an den Ohren und blickt nachdenklich mit ihren glänzenden,<br />

braunen Augen aus dem Bild heraus. Minimale<br />

Retuschen.<br />

482<br />

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS,<br />

KREIS DES PETER PAUL RUBENS<br />

PORTAIT EINES MANNES, WOHL HENDRICK<br />

GOLTZIUS (1558 - 1617)<br />

Öl auf Holzplatte.<br />

48 x 40 cm.<br />

Verso auf Aufkleber als „Hendrick Goltzius“ bezeichnet.<br />

Vor braunem Hintergrund das Brustbildnis leicht nach<br />

rechts, der Dargestellte mit schwarzem Gewand und<br />

großem weißen Mühlenradkragen. Er hat braunes<br />

Haar, einen Kinnbart und mit seinen braunen glänzenden<br />

Augen schaut er ernsthaft seitlich aus dem Bild<br />

heraus. Qualitätvolle, würdevolle Wiedergabe in reduzierter<br />

Farbgebung. Durchgehende vertikale Rest.,<br />

minimale Retuschen. (13006618) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Die niederländische Prinzessin heiratete 1666 den<br />

Pfalzgraf Ludwig Heinrich Moritz von Simmern (1640-<br />

1674); das <strong>Gemälde</strong> dürfte vor ihrer Eheschließung<br />

um 1660/ 1665 entstanden sein. Da die Ehe kinderlos<br />

blieb, erlosch mit dem Tod ihres Mannes die Linie<br />

Simmern-Kaiserslautern.<br />

Literatur:<br />

Alexandra Nina Bauer, Jan Mijtens (1613/14-1670).<br />

Leben und Werk, Petersberg 2006, P. 200, Nr. A 68,<br />

Abb. 68. (1300604) (1) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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111


483<br />

FEDOR STEPANOVICH ROKOTOV,<br />

1735 WORONZOWO <strong>–</strong> 1808 MOSKAU, ZUG.<br />

PORTRAIT DES GROSSHERZOGS KONSTANTIN<br />

ALEXANDROWITSCH ALS JUNGER MANN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

65 x 49,5 cm.<br />

Verso auf Plakette und Aufkleber betitelt „Grand<br />

Duke Constantine“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Im Hochoval das Halbportrait des jungen Großfürsten<br />

(1779-1831) in weißem Gewand mit gelber und blauer<br />

Schärpe sowie mit den Orden des heiligen Andreas<br />

und der heiligen Anna mit rotem Kreuz. Seinen Kopf<br />

mit dem zarten Gesicht und den blauen Augen hat er<br />

leicht nach rechts gewandt und seine rechte Hand<br />

halb erhoben. Feine Malerei in der typischen Art des<br />

russischen Rokoko-Malers, der sich auf Portraitmalerei<br />

spezialisiert hatte. Wenige kleine Retuschen.<br />

(1300506) (18)<br />

FEDOR STEPANOVICH ROKOTOV,<br />

1735 WORONZOWO <strong>–</strong> 1808 MOSCOW, ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF THE YOUNG GRAND DUKE<br />

CONSTANTIN ALEXANDROVICH<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

65 x 49.5 cm.<br />

Label and plaque with title “Grand Duke Constantine”<br />

on the back.<br />

Fine painting typical for this Russian Rococo painter,<br />

who specialised in painting portraits.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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484<br />

GIOVANNI BATTISTA CRESPI,<br />

AUCH GENANNT „IL CERANO“,<br />

1575 <strong>–</strong> 1633<br />

VERMÄHLUNG MARIÄ<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

199 x 200 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben in Kopie eine ausführliche Expertise von<br />

Paolo Vanali ohne Datum. Im Vergleich mit gesicherten<br />

Werken Crespis, kommt Vanoli zweifelsohne zur<br />

Zuschreibung an Giovanni Battista Crespi und dessen<br />

Werkstatt; eine Zusammenarbeit mit Melchiorre Gherardini<br />

(1607-1675) schließt er nicht aus.<br />

Fast quadratische Darstellung nach apokryphen Berichten,<br />

etwa aus der Legenda Aurea. Die Darstellung<br />

geht formal auf Vorbilder von Raffael (Pinacoteca di<br />

Brera) und Perugino zurück. Von dem Hochformat mit<br />

obigem rundem Abschluss (auch Gherardinis Bild in<br />

Mailand folgt diesem Format) entwickelte sich das<br />

vorliegende Format. Dargestellt sind mittig ein Priester<br />

mit ihn flankierenden Maria und Joseph, erkenntlich<br />

an seinem blühenden Stab. Links neben Maria<br />

eine ältere Frau, welche wohl als Heilige Anna identifiziert<br />

werden kann. Desweiteren sind drei weitere<br />

Personen zu sehen, eine mit vergoldetem Silbergeschirr.<br />

Als Sohn eines Malers war Giovanni Battista<br />

Crespi Kopf der Werkstatt, in welcher mehrere Angehörige<br />

seiner Familie tätig waren. Sein Bruder Ortensio<br />

(um 1578-um 1631) und seine Schwester Giulia<br />

etwa.<br />

Provenienz:<br />

Wichtige lombardische Sammlung laut Vanoli.<br />

Anmerkung:<br />

Als Vergleichsbeispiele können geltend gemacht<br />

werden „Die Vermählung der Jungfrau“ von il Cerano<br />

und Melchiorre Gherardini in der Kirche San Giuseppe<br />

in Mailand. Hier scheint vor allem die vermittelnde<br />

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Person zwischen Maria und Joseph interessant zu<br />

sein, dessen Blick spiegelverkehrt zu unserem gerichtet<br />

ist und dessen eine Hand zum Segensgestus<br />

erhoben ist, statt wie bei dem vorliegenden <strong>Gemälde</strong><br />

auf die Schulter des Joseph gelegt ist. Interessant<br />

ist auch ein Blick auf Gherardinis Fresken im<br />

Sacro Monte di Varallo, auf denen ein Jünglingskopf<br />

zu finden ist, ähnlich zu dem am rechten Rand des<br />

vorliegenden <strong>Gemälde</strong>s.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Marco Rosci, il Cerano 1537-1632, Protagonista<br />

del Seicento lombardo, Ausstellungskatalog, Mailand<br />

2005, S. 208-209, Nr. 57. (1301871) (3) (13)<br />

GIOVANNI BATTISTA CRESPI,<br />

ALSO KNOWN AS “IL CERANO”,<br />

1575 <strong>–</strong> 1633<br />

THE MARRIAGE OF THE VIRGIN<br />

Oil on canvas. Old relining.<br />

199 x 200 cm.<br />

Unframed.<br />

A copy of the expert‘s report by Paolo Vanoli (without<br />

date) is enclosed.<br />

Almost square depiction of apocryphal reports such<br />

as the Legenda Aurea. Formally the depiction can be<br />

traced back to paragons by Raphael (Pinacoteca di<br />

Brera) and Perugino.<br />

Provenance:<br />

According to Vanoli important collection in Lombardy.<br />

Notes:<br />

Similar examples can be considered “The Marriage<br />

of the Virgin” by Cerano and M. Gherardini at the<br />

Church of San Giuseppe in Milan.<br />

Literature:<br />

cf. Marco Rosci, Il Cerano, 1537-1632, Protagonista<br />

del Seicento lombardo, exhibition catalogue, Milan<br />

2005, pp. 208-209, no. 57.<br />

€ 45.000 - € 65.000<br />

Sistrix<br />

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113


485<br />

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT ERLEGTEM HASEN UND VÖGELN<br />

Öl auf Holz.<br />

103 x 129 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In einem dunklen steinernen Gewölberaum die erlegten<br />

Tiere auf zwei unterschiedlich hohen steinernen<br />

Ablagen. Im Mittelpunkt ein großer Hase mit braunweißem<br />

Fell, dessen Lauf im oberen Bereich befestigt<br />

ist, daneben zwei große Vögel. Im Vordergrund weitere<br />

erlegte Vögel, meist auf dem Rücken liegend, sowie<br />

eine große Ente und am rechten Bildrand mehrere<br />

kleine Vögel. Das Licht fällt von vorne rechts auf<br />

die Tiere und hebt besonders die weißen Stellen ihres<br />

Federkleides bzw. des Felles des großen Hasen<br />

hervor. Malerei in der typischen Manier der Stillleben<br />

des 17. Jahrhunderts in überwiegend monochromer<br />

Farbigkeit mit gekonnt gesetzter Hell-Dunkel-Inszenierung.<br />

<strong>Teil</strong>s Retuschen. (1301503) (18)<br />

€ 9.000 - € 11.000<br />

Sistrix<br />

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486<br />

PIETER VAN BOUCLE,<br />

UM 1610 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1673 PARIS, ZUG.<br />

(ABB. LINKS)<br />

KÜCHENSTILLLEBEN MIT FISCHEN, FEDERVIEH,<br />

EINEM HASEN UND EINER KATZE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

95 x 112 cm.<br />

In breitem reliefverziertem Rahmen.<br />

Auf einer angedeuteten Tischplatte, deren Holzstruktur<br />

schmucklos wirkt, gegen die in hellen Nuancen<br />

dargestellten Gegenstände, die sich darauf befinden,<br />

sind eine getriebene große Kupferschale und eine<br />

Messingschale <strong>–</strong> vielleicht eine Beckenschlägerschüssel<br />

<strong>–</strong> zu sehen. Darin Rotbarben und eine Scholle<br />

sowie Heringe. Zwischen den Gefäßen eine an den<br />

Gliedmaßen zusammengebundene Gans sowie eine<br />

Ente und ein Hase. Hinter dem Kupfergefäß eine <strong>–</strong><br />

noch lebende <strong>–</strong> Katze. Rest. (1301494) (3) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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487<br />

KAREL VAN VOGELAER,<br />

GENANNT „CARLO DEI FIORI“,<br />

1653 MAASTRICHT <strong>–</strong> 1695 ROM, ZUG.<br />

Der in Italien tätige und dort bekannt gewordene<br />

flämische Maler hat sich spätestens um 1683 in Rom<br />

niedergelassen und war bald so erfolgreich, dass er<br />

für bekannte römische Adelsfamilien wirken konnte,<br />

wie etwa die Pallavicini. Es ist bekannt, dass er mit<br />

Künstlern mit Carlo Maratta zusammengearbeitet hat,<br />

mit denen er zu den bedeutenden Blumenmalern des<br />

17. Jahrhunderts in Italien zählt.<br />

PAAR BLUMENSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

65 x 50 cm.<br />

In gekehltem ornamental verziertem Rahmen.<br />

Vor unbestimmtem Grund, der einzig durch einen<br />

Lichtschein auf eine Tischplatte näher bestimmt wird,<br />

steht jeweils eine Vase, die auf einem Trompetenfuß<br />

ruht und ein dicht gefülltes Blumenbouquet beinhaltet,<br />

das Blätter und Blüten unterscheidlicher Couleur<br />

und Dichte in sich trägt.<br />

Anmerkung:<br />

Ein ähnliches <strong>Gemälde</strong> wurde zum Beispiel am 8.<br />

Dezember 2010 bei Bonhams, London, als Lot 82<br />

angeboten. (1300287) (3) (13)<br />

KAREL VAN VOGELAER,<br />

ALSO KNOWN AS “CARLO DEI FIORI”,<br />

1653 MAASTRICHT <strong>–</strong> 1695 ROME, ATTRIBUTED<br />

A PAIR OF FLORAL STILL LIFES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

65 x 50 cm.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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115


488<br />

FLÄMISCHE SCHULE<br />

DER ZWEITEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

ANNA UND JOACHIM ZU BESUCH BEI MARIA<br />

UND DEM JESUSKIND<br />

Öl auf Kupferplatte.<br />

27 x 36 cm.<br />

In vergoldetem Holzrahmen.<br />

In einem Innenraum mit Säule und einem großen<br />

faltenreichen, zur linken Seite hängendem grünen<br />

Velum, der stehende Joachim in grauem Gewand mit<br />

grauem Haar und Bart, in seiner rechten Hand ein<br />

Buch haltend und auf einen kleinen Vogel mit seiner<br />

Linken weisend, der an einem Band befestigt ist, das<br />

in einem geflochtenem Käfig endet. Neben ihm mit<br />

weißer Kopfbedeckung die stehende Anna. Ihnen gegenüber,<br />

in einem hohen geflochteten Korb sitzend,<br />

Maria in rot-blauem Gewand und großem weißen<br />

Schultertuch, in ihrer Hand das in weiße Laken gehüllte<br />

Jesuskind haltend, das voller Interesse auf den<br />

kleinen Vogel herabblickt. Auch Anna und Joachim<br />

blicken sowohl auf den Vogel, als auch auf das interessierte<br />

Kind. In der Mitte des Vordergrunds ein kleines<br />

Lamm, auf dessen Rücken der junge Johannes<br />

der Täufer sitzt, der den Vogelkäfig hält. Ungewöhnliche<br />

familiäre Darstellung mit den Eltern der Maria,<br />

dem Johannesknaben und schließlich Maria selbst<br />

mit dem Kind. Malerei in zurückhaltender Farbgebung,<br />

dabei durch die Beleuchtung der Gesichter die<br />

einzelnen Figuren besonders hervorgehoben. <strong>Teil</strong>s<br />

kleine Retuschen. (1300089) (4) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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489<br />

BARTOLOMEO BETTERA,<br />

1639 BERGAMO <strong>–</strong> UM 1688 MAILAND, ZUG.<br />

Wie sein berühmter Landsmann Evaristo Baschenis<br />

(1617-1677), ist auch Bettera bekannt für seine Stillleben,<br />

überwiegend mit Musikinstrumenten. Anders<br />

jedoch als Baschenis, fügte Bettera auch noch andere<br />

kostbare Utensilien wie Kästchen, Globen oder Schatullen<br />

hinzu. Werke seiner Hand befinden sich u.a. in<br />

öffentlichen Sammlungen in Kassel, Wien und Turin.<br />

STIILLLEBEN MIT MUSIKALIEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

70 x 105 cm.<br />

In vergoldetem ornamental reliefiertem Rahmen.<br />

BARTOLOMEO BETTERA,<br />

1639 BERGAMO <strong>–</strong> CA. 1688 MILAN, ATTRIBUTED<br />

STILL LIFE WITH MUSICAL INSTRUMENTS<br />

Oil on canvas.<br />

70 x 105 cm.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Bettera war für seine Stillleben, in denen er viel Wert<br />

auf die korrekte Materialwiedergabe legte, bekannt<br />

und verwandte in ihnen häufig verschiedene Musikinstrumente.<br />

Eines seiner <strong>Gemälde</strong> befindet sich sogar<br />

im Saint Luis Art Museum. Das dort verwahrte<br />

<strong>Gemälde</strong> lässt sich gut mit unserem Bild vergleichen,<br />

verfügt es doch ebenso über das gleiche Saiteninstrument,<br />

als auch über die von links repoussoirhaft<br />

hineinragende textile Draperie, die das Instrumentenensemble<br />

überspannt. Rest. (1301993) (13)<br />

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117


490<br />

GIOVAN BATTISTA MORONI,<br />

UM 1525 <strong>–</strong> 1578, NACHFOLGE DES<br />

PORTRAIT EINES EDELMANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

44 x 35 cm.<br />

In dekorativem dunklem Rahmen mit Goldmalerei.<br />

Vor grünlichem Hintergrund das Brustbildnis nach links<br />

eines jungen eleganten Edelmannes mit schwarzer Jacke<br />

mit Goldbordüre und Goldknöpfen, dazu aus dem<br />

hohen Kragen ein schmaler weißer Spitzenkragen herausragend.<br />

Auf seinen schwarzen Haaren trägt er eine<br />

schwarze Kopfbedeckung mit Silberschmuck und einer<br />

eckigen grünen Edelsteinbrosche. Er hat ein weiches<br />

Gesicht, eine ausdrucksstarke Nase und mit seinen<br />

großen glänzenden braunen Augen schaut er leicht<br />

seitlich aus dem Bild heraus. Repräsentative Darstellung<br />

in zurückhaltender Farbgebung. Vereinzelt kleine<br />

Retuschen. (13020510) (18)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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491<br />

ITALIENISCHER MALER<br />

DER MITTE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

JUNGES MÄDCHEN BEIM FADENSPINNEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

75 x 53,5 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem Innenraum vor braunem Hintergrund ein<br />

junges Mädchen in eleganter Kleidung in einem Sessel<br />

sitzend. Sie trägt eine weiße Bluse und einen dunkelblauen<br />

Rock sowie wertvollen Schmuck um ihre<br />

Handgelenke, an ihrem Finger und auf ihren langen<br />

blonden Haaren, zudem an ihrer Schulter eine wertvolle<br />

goldene Brosche. Sie hält eine Handspindel, mit<br />

der sie gerade einen Faden spinnt. Neben ihrer linken<br />

Seite ist zudem eine steinerne Platte erkennbar, auf<br />

der eine Glasvase mit zwei großen rosafarbenen Blumen<br />

steht. Sie hat ein feines Gesicht, einen kleinen<br />

rötlichen Mund und mit ihren großen braunen Augen<br />

schaut sie aufmerksam aus dem Bild heraus. Kleinere<br />

Retuschen. (1301745) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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492<br />

ROELOF KOETS D. J.,<br />

UM 1655 ZWOLLE <strong>–</strong> 1725 EBENDA, ZUG.<br />

OBSTSTILLLEBEN<br />

Öl auf Holz.<br />

69 x 99 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor braunem Hintergrund die Früchte dicht beieinander<br />

auf einer hellbraunen Tischplatte liegend. Zu diesen<br />

gehören auf der linken Seite ein kleiner Korb mit hellen<br />

und dunklen Pflaumen, kompositorisch rechts oben<br />

ein weiterer Korb mit leuchtenden gelb-rötlichen Äpfeln,<br />

in der Mitte der Komposition zwei große gelbliche<br />

Quitten, über denen mehrere Rispen von hellen und<br />

dunklen Trauben liegen sowie am rechten unteren<br />

Rand der Platte zwei weitere gelb-rötliche Äpfel, dazwischen<br />

zahlreiche Blattranken. Malerei mit starker<br />

Hell-Dunkel-Akzentuierung, wobei das von links einfallende<br />

Licht die größeren Früchte hell beleuchtet<br />

und auf den Trauben diverse Glanzlichter setzt. Vereinzelt<br />

kleine Retuschen. (1300087) (4) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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119


493<br />

JAN JANSZ. VAN DER STOFFE,<br />

1611 LEYDEN <strong>–</strong> 1682<br />

EINE KAVALLERIE-SCHLACHTENSZENE<br />

Öl auf Holz.<br />

57,9 x 82,2 cm.<br />

Links unten signiert „JAn. stoffe“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Bewegtes Getümmel einer Schlacht auf weitem Feld.<br />

Rechtsseitig im Vordergrund die kämpfenden Soldaten<br />

mit breiten Hüten auf Pferden: einem glänzenden<br />

Schimmel, auf hellbraunen Pferden und schwarzen<br />

Rappen. Zwei Soldaten sind bereits zu Boden gegangen.<br />

Ein am Boden gekrümmt liegender Brauner<br />

trennt diese Kämpfer von einer weiteren Gruppe Soldaten<br />

im Hintergrund der linken Bildseite. Darstellung<br />

der Schlacht unter hohem hellblauem Himmel, wobei<br />

die kämpfenden Reiter rechts von einer dunklen Kanonenrauchwolke<br />

hinterfangen sind, nach oben fortgesetzt<br />

durch helle, hochziehende Wolken. Rest.<br />

(13006010) (1) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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494<br />

JAN PEETER VERDUSSEN,<br />

UM 1700 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 AVIGNON<br />

Der Antwerpener Maler wurde bekannt für seine<br />

Schlachtenbilder und Jagdstücke. Er war Schüler seines<br />

Vaters Jacob Verdussen, bereiste Frankreich und<br />

war in Marseille für Prinz Amadeo III von Sardinien<br />

tätig sowie in Turin, wo er die Schlachtenbilder von<br />

Parma und Guastalla schuf, die sich im Schloss Turin<br />

befinden. Werke seiner Hand in den Museen zu Avignon,<br />

Marseille, Versailles, Antwerpen und Turin.<br />

TREIBJAGD<br />

Öl auf Leinwand.<br />

34 x 49 cm.<br />

Rechts unten signiert „JP Verdussen“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

JAN PEETER VERDUSSEN,<br />

CA. 1700 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 AVIGNON<br />

His works are held in museums in Avignon, Marseille,<br />

Versailles, Antwerp and Turin.<br />

HUNT<br />

Oil on canvas.<br />

34 x 49 cm.<br />

Signed “JP Verdussen” lower right.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Am Rande eines Waldes eine elegante Jagdgesellschaft<br />

zu Pferde mit Treibern und einer Hundemeute<br />

bei der Verfolgung eines Rehs, das sich in einen nahegelegen<br />

Fluss zu retten versucht, jedoch im Wasser<br />

von den Hunden verfolgt wird. Im Vordergrund rechts<br />

vier Herren einer vornehmer Kleidung mit Dreispitz<br />

und eine Dame zu Pferde, im Innern des Waldes ist<br />

zudem eine Kutsche mit Pferdegespann zu erkennen.<br />

Linksseitig die Treiber, davon einer mit Jagdhorn. Im<br />

Hintergrund links die weite Landschaft mit Schlossanlage<br />

unter hohem blauem Himmel. Kleine Retuschen.<br />

(13006610) (18)<br />

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121


495<br />

PETER LELY,<br />

1618 <strong>–</strong> 1680, KREIS DES<br />

PORTRAIT DES JAMES CECIL,<br />

5. EARL OF SALISBURY (1691 <strong>–</strong> 1728)<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

126 x 101 cm.<br />

Links unten betitelt „The Earl of Salisbury“.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Im Zentrum der in einem Innenraum an einem steinernen<br />

Podest mit Wappenrelief stehende James<br />

Cecil. Er trägt antikisierende Kleidung mit goldenen<br />

Sandalen, an der Hüftseite einen Degen sowie einen<br />

blauen langen Umhang mit Goldrand. Auf dem Podest<br />

ist zudem ein mit Federn besetzter Helm abgelegt.<br />

Der Dargestellte hat ein zartes Inkarnat, gerötete<br />

Wangen und schaut bei würdevoller Haltung mit<br />

seinen dunklen Augen aus dem Bild heraus. Nach<br />

rechts fällt der Blick ins Freie auf einen Springbrunnen<br />

vor einer Brüstung unter blauem Himmel. James Cecil<br />

ist wohl hier als vier- oder fünfjähriger Junge dargestellt,<br />

zu einem Zeitpunkt, als er beim Tod seines Vaters<br />

dessen Adelstitel als Earl of Salisbury, Viscount<br />

Cranborne und Baron Cecil erbte. <strong>Teil</strong>s rest., kleine<br />

Retuschen.<br />

PETER LELY,<br />

1618 <strong>–</strong> 1680, CIRCLE OF<br />

PORTRAIT OF JAMES CECIL,<br />

5TH EARL OF SALISBURY (1691 <strong>–</strong> 1728)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

126 x 101 cm.<br />

Titled “The Earl of Salisbury” lower left.<br />

Notes:<br />

There is an almost identical but inverted mezzotint<br />

etching of the depicted by John Smith (1652-1743),<br />

dating to 1695 or 1696.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BIETEN<br />

Anmerkung:<br />

Es existiert eine fast identische, jedoch seitenverkehrte<br />

Mezzotintoradierung des Dargestellten von John Smith<br />

(1652-1743), die auf 1695 oder 1696 datiert wird.<br />

(1300451)<br />

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496<br />

ENGLISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS,<br />

KREIS DES JOSHUA REYNOLDS (1723 <strong>–</strong> 1792)<br />

BILDNIS EINES VORNEHMEN GENTLEMAN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

92 x 74,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor einer Parklandschaft das Halbbildnis eines stehenden<br />

Gentleman, seine rechte Hand auf eine steinerne<br />

Brüstung gelegt, während er in der Armbeuge<br />

seines erhobenen linken Arms ein kleines Hündchen<br />

mit roter Schleife hält, das mit seinen fast schwarzen<br />

Augen aus dem Bild herausschaut. Er selbst mit<br />

brauner Jacke und Goldknöpfen, darunter eine bestickte<br />

goldfarbene Weste und ein weißes Hemd<br />

mit eng anliegender Halsbinde. Er trägt eine weiße<br />

Perücke und mit seinen blauen Augen schaut er<br />

ernsthaft aus dem Bild heraus. Im Hintergrund links<br />

mehrere Bäume, während nach rechts der Blick in<br />

eine weite Landschaft unter hohem blauen Himmel<br />

wiedergegeben ist. Qualitätvolle Malerei mit besonderer<br />

Herausarbeitung des feinen Gesichts. Zwei kleine<br />

Unterlegungen, wenige kleine Retuschen.<br />

(1300085) (4) (18)<br />

ENGLISH SCHOOL, 18TH CENTURY,<br />

CIRCLE OF JOSHUA REYNOLDS (1723 <strong>–</strong> 1792)<br />

PORTRAIT OF AN ARISTOCRATIC GENTLEMAN<br />

Oil on canvas.<br />

92 x 74.5 cm.<br />

€ 18.000 - € 22.000<br />

Sistrix<br />

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497<br />

JOHAN VAN HAENSBERGEN,<br />

1642 UTRECHT <strong>–</strong> 1705 DEN HAAG<br />

PORTRAIT EINES MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

57 x 46 cm.<br />

Rechts mittig monogrammiert und datiert „J.V.H. Fecit<br />

1692“. Verso mit alten Etiketten.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In hochovalem Ausschnitt das Dreiviertelportrait eines<br />

nach rechts gerichteten sitzenden Mannes. Bemerkenswert<br />

ist, wie oft in den Portraits des Haensbergen,<br />

die Umsetzung der textilen Beobachtung, welche<br />

den Teppich, auf dem der Arm ruht, dreidimensional<br />

hervortreten lässt, während der purpurne Samt, der<br />

die Bedeutung der dargestellten Person herausstellt,<br />

durch helle Glanzhöhen besticht. Hinterfangen wird<br />

die Silhouette des Mannes duch einen in Falten gelegten<br />

Brokatvorhang, der rechts den Blick in eine<br />

Landschaft freigibt. Rahmen besch.<br />

Anmerkung 1:<br />

Die textile Diversität und die genaue Beobachtung<br />

der Gegenstände ist in einem ebenfalls von Jan van<br />

Haensbergen gemalten Bild zu erkennen, das derzeit<br />

im Münchener Kunsthandel angeboten wird und die<br />

Allegorie des Schicksals der Bürger von Amsterdam<br />

darstellt.<br />

Anmerkung 2:<br />

Die Gesichtszüge des Dargestellten erinnern an den<br />

Maler Michiel van Musscher (um 1643-1705 Amsterdam),<br />

der im gleichen Jahr wie van Haensbgergen<br />

gestorben ist. (1301403) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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498<br />

MALER DER ZWEITEN HÄLFTE<br />

DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

JÜNGLING MIT HUND UND FALKEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

127 x 101 cm.<br />

In dekorativem Rahmen mit bekrönendem Wappen.<br />

In einer Waldlandschaft sitzt auf dem Boden ein Jüngling<br />

mit schulterlangen dunkelblonden Haaren in eleganter<br />

gold farbener Kleidung mit geknöpfter Weste<br />

und einem weißen, um den Hals gebundenen Schal<br />

und weißen Hemd, dessen Ärmel unter der Jacke<br />

hervorschauen. Er hält stolz in seiner linken Hand auf<br />

einem Lederhandschuh einen Jagdfalken mit ausgebreiteten<br />

Flügeln nach oben. Ein kleines braun-weißes<br />

Hündchen hat gerade sein linkes Bein angesprungen.<br />

Auf der linken unteren Bildseite liegen ein Fangnetz<br />

und zwei erlegte Vögel. Mit seinen hellen offenen<br />

Augen und seinem zarten Inkarnat blickt der junge<br />

Mann direkt aus dem Bild heraus. Malerei in überwiegend<br />

monochromer beige-brauner Farbigkeit, durch<br />

weiße Stellen aufgelockert. Wenige Retuschen.<br />

(1291165) (18)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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127


499<br />

SAMUEL VAN HOOGSTRATEN,<br />

1627 DORDRECHT <strong>–</strong> 1678 EBENDA, ZUG.<br />

PORTRAIT EINES VORNEHMEN JUNGEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

65 x 54 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor einem steinernen Gebäudeteil, der nach links den<br />

Blick freilässt auf den Himmel im schimmernden Licht<br />

der untergehenden Sonne, das Dreiviertelportrait eines<br />

älteren Jungen in würdevoller Haltung. Er trägt<br />

ein weißes Hemd und darüber ein rotes Gewand aus<br />

Samt mit mittiger Knopfreihe und um die Hüfte einen<br />

Stoffgürtel. Auf den schulterlangen, leicht lockigen<br />

Haaren sitzt ein rotes Samtbarett mit gelber und blauer<br />

Feder. Hinter seiner Schulter ist zudem ein Rosenstrauch<br />

erkennbar. In seiner linken Hand hält er einen<br />

Stock. Er hat ein helles, weiches Gesicht und mit seinen<br />

glänzenden braunen Augen schaut er interessiert<br />

aus dem Bild heraus. Repräsentatives Portrait mit besonderem<br />

Gespür für den Gesichtsausdruck und die<br />

Stofflichkeit der Kleidung. (1300645) (18)<br />

€ 7.500 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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500<br />

JOHANN KUPETZKY,<br />

1666/67 PRAG <strong>–</strong> 1740 NÜRNBERG, ZUG.<br />

PORTRAIT EINES SICH ANKLEIDENDEN MANNES<br />

MIT PFEIFE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

95 x 81 cm.<br />

In barockisierendem vergoldeten Rahmen.<br />

In flottem Pinselduktus ein nach links gewandter junger<br />

Mann in braungelbem Jabot, der im Begriff ist,<br />

sich einen purpurnen Mantel überzustreifen. Eine rote<br />

Kappe, die uns in ähnlicher Form öfter bei Kupetzky<br />

begegnet und die dargestellte Person zu nobellitieren<br />

sucht, überfängt sein Haupt und korrespondiert mit<br />

den sonnengeröteten Wangen und Nase. Im Mund<br />

steckt eine weiße Tonpfeife, deren Qualm auch aus<br />

dem Mundwinkel des Mannes strömt und sich spielerisch<br />

im linken oberen Bildviertel verteilt. Im Schatten<br />

des Umhanges mit kleinem professionell restauriertem<br />

Riss. (1270092) (13).<br />

€ 3.500 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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501<br />

ANTOINE MONNOYER,<br />

1670 PARIS <strong>–</strong> 1747 SAINT-GERMAIN-EN-LAYE, ZUG.<br />

BLUMENBOUQUET IN GLASVASE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

64,8 x 53,8 cm<br />

Links unten an Tischecke monogrammiert „I.B.“.<br />

In dekorativem geschnitztem Holzrahmen.<br />

Vor braunem Hintergrund auf einer Tischplatte stehend<br />

eine Glasvase mit Lichtreflexen, durch die die Stiele<br />

des darin befindlichen, kunstvoll arrangierten Blumenstraußes<br />

zu erkennen sind. Dieser besteht unter anderem<br />

aus zartfarbigen Rosen, Nelken, Chrysanthemen<br />

und Primeln. Malerei bei der die meist mit weißer<br />

und rötlicher Farbigkeit wiedergegebenen Blüten gegenüber<br />

dem dunklen Hintergrund besonders gut zur<br />

Geltung kommen.<br />

Anmerkung:<br />

Dieses hier verwendete Monogramm, das sich auf<br />

Antoines Vater bezieht, wurde von Antoine selbst<br />

und von der Werkstatt seines Vaters verwendet.<br />

(1300601) (1) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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129


502<br />

JEAN GUYNIER,<br />

1630 <strong>–</strong> 1707, ZUG.<br />

SERIE VON SECHS PORTRAITS<br />

VORNEHMER DAMEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Im Oktagonal zwischen 48 x 38,5 cm und 55 x 43,5 cm,<br />

sowie eines 54 x 42 cm.<br />

Vier Portraits verso mit altem Aufkleber und Beschriftung<br />

„J Guynier fecit“, sowie datiert zwischen 1684<br />

und 1691.<br />

In dekorativen vergoldeten Rahmen.<br />

Die Halbportraits der eleganten Damen jeweils vor<br />

dunklem Hintergrund. Sie tragen alle helle Kleider mit<br />

weitem, meist mit Spitze besetztem Dekolleté und<br />

darüber einen Überwurf aus glänzendem Samt, meist<br />

in roter oder blauer Farbgebung, teils mit edler Stickerei<br />

versehen. Zudem haben vier Damen Hochfrisuren<br />

und alle blicken würdevoll aus dem Bild heraus. Repräsentative<br />

Darstellungen mit besonderer Herausstellung<br />

der prächtigen Kleidung. Rest., teils Retuschen, teils<br />

Rahmenschäden. (1300077) (18)<br />

JEAN GUYNIER,<br />

1630 <strong>–</strong> 1707, ATTRIBUTED<br />

SERIES OF SIX PORTRAITS<br />

OF ELEGANT LADIES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

Octagonal formats between 48 x 38.5 and 55 x 43.5 cm,<br />

and one 54 x 42 cm.<br />

Old labels and inscription “J Gurnier fecit” in the<br />

back of four portraits and dated between 1684 and<br />

1691.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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503<br />

ZACARIAS GONZÁLEZ VELÁZQUEZ,<br />

1763 MADRID <strong>–</strong> 1834, ZUG.<br />

PAAR SZENEN AUS DON QUIJOTE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

38 x 30 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Jeweils in eine hügelige Landschaft eingebettet, deren<br />

Funktion bühnenhaft ist für die aus dem Roman<br />

von Miguel de Cervantes übernommenen Figuren,<br />

derer sich Velázquez auch bei anderen seiner <strong>Gemälde</strong><br />

bediente.<br />

Provenienz:<br />

Auktion Barcelona, 28. Oktober 2014.<br />

(1301381) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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504<br />

ITALIENISCHER MALER UM 1790<br />

IDEALE HAFENANSICHT MIT SCHIFFEN<br />

UND RÖMISCHEM TRIUMPHBOGEN<br />

Tempera auf Karton.<br />

55 x 69 cm.<br />

Originalrahmen. Verglast.<br />

Rahmenmaß: 69 x 82 cm.<br />

Die Hafenbucht in hellem Licht einer Nachmittagssonne,<br />

deren Strahlenbündel aus den Wolken ziehen.<br />

Die Ansicht vergleichbar mit Hafenveduten von Neapel,<br />

hier jedoch phantasievoll komponiert. Der große<br />

Bogen fungiert hier als Repoussoir, gibt jedoch den<br />

Figurenschmuck äußerst detailliert wieder. Die reiche<br />

Figurenstaffage zeigt Arbeiter und Handelsleute, teilweise<br />

in orientalischen Kostümen. Insgesamt eine<br />

sehr qualitätvolle Arbeit, dessen Maler links an einem<br />

Stein ein Monogramm hinterlassen hat (P..?) das derzeit<br />

noch nicht zuzuordnen ist. (1300126) (11)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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133


505<br />

ITALIENISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />

17./ 18. JAHRHUNDERTS NACH STICHVORLAGE<br />

VON JACQUES CALLOT (1592 <strong>–</strong> 1635)<br />

BATTAGLIA DEL RE TESSI E DEL RE TINTA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

48,8 x 74 cm.<br />

In marmoriertem und vergoldetem Rahmen.<br />

Entstanden nach dem Kupferstich von Jacques Callot<br />

von 1619, vergleiche Staats- und Universitätsbibliothek<br />

Hamburg (URN: nbn:de:gbv:18-5-PPN172983499X1),<br />

verlegt durch Daman. Das Blatt ist in der Darstellung<br />

seitengleich wie unser <strong>Gemälde</strong>, sodass davon ausgegangen<br />

werden kann, dass das <strong>Gemälde</strong> nach<br />

dem Kupferstich entstand. Das Blatt wurde anlässlich<br />

der Regatten und Spiele auf dem Arno am 25. Juli<br />

1619, dem Festtag des Heiligen Jakobus, veröffentlicht.<br />

Diese Spiele wurden von den beiden mächtigen<br />

Zünften der Weber und Färber organisiert, worauf die<br />

Inschrift am oberen Rand des Bildes anspielt:<br />

„Schlacht von König Tessi und König Tinta“. Zu diesem<br />

Anlass verteilte Cosimo II 500 ovale Fächer an die Damen,<br />

auf denen der Ort des Festes abgebildet war.<br />

Dieser Fächer bestand aus einem Callot-Druck, der<br />

mit Karton hinterlegt war. Diese spezifische Verwendung<br />

erklärt, warum gute Abzüge selten sind und<br />

auch heute noch existieren. Die weibliche Figur, die<br />

im Original auf der unteren rechten Biegung des Fächers<br />

sitzt, hält einen Fächer, der die gleiche Form<br />

wie der Callot-Druck hat und den Fächern entspricht,<br />

die während der Feierlichkeiten an die Damen verteilt<br />

wurden. (1301512) (13)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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506<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. LINKS)<br />

FANTASTISCHE FLUSSLANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

96 x 138 cm.<br />

In teilvergoldetem Rahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf eine zweiseitig<br />

geteilte Landschaft, die links in grünlich-grauem Farbton<br />

einen Fluss mit Turm, diversen Häusern und hohem, silhouettenhaft<br />

schimmerndem Gebirge unter bläulichem<br />

Himmel mit gelblichen Wolkenformationen erkennen<br />

lässt. Nach rechts große knorrige Bäume in<br />

Nahsicht mit einem Weg, auf dem ein Reiter mit<br />

einem weiteren Pferd zu erkennen ist sowie ein Jäger<br />

mit Gewehr, dem sein Hund ins Waldinnere folgt.<br />

Mehrere Staffagefiguren sind auf der linken Seite vor<br />

den Häusern und auf einer Brücke, die zu dem im<br />

Wasser gelegenen Rundturm führt, zu erkennen.<br />

Fantasievolle Darstellung in überwiegend grün-grauer<br />

Farbigkeit, aufgelockert durch die Wolkenformationen<br />

und die helleren Blätter des am rechten Bildrand stehenden<br />

knorrigen großen Baumes. Wenige kleine Retuschen.<br />

(13019217) (1) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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507<br />

NIEDERLÄNDISCHER MANIERIST<br />

DES 16. JAHRHUNDERTS NACH<br />

LEONARDO DA VINCI (1452 <strong>–</strong> 1519)<br />

BILDNIS EINER JUNGEN FRAU<br />

Öl auf Holz.<br />

53 x 44 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Brustbildnis nach links vor bergiger Flusslandschaft<br />

unter blau-grauem Himmel. Die junge Frau in edlem<br />

Gewand mit weitem Dekolleté, das mit einer Bordüre<br />

besetzt ist, schulterlangen gelockten Haaren, wohlgeschwungenen<br />

Augenbrauen, großen dunklen Augen<br />

und einem rötlichen Mund, der entfernt an das Lächeln<br />

der Gioconda erinnert. Malerei in raschem Pinselduktus,<br />

bei der die Farben Beige-Braun und Türkis-Grün<br />

überwiegen. Rest., teils Retuschen.<br />

(1301438) (18)<br />

DUTCH MANNERIST<br />

OF THE 16TH CENTURY AFTER<br />

LEONARDO DA VINCI (1452 <strong>–</strong> 1519)<br />

PORTRAIT OF A YOUNG WOMAN<br />

Oil on panel.<br />

53 x 44 cm.<br />

In gilt frame.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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KATALOG V<br />

SKULPTUREN, KUNSTHANDWERK<br />

& ANTIKEN<br />

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ONE OF THE LEADING AUCTION<br />

HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE V<br />

SCULPTURE,<br />

WORKS OF ART<br />

& ANTIQUITIES<br />

Auctions: Thursday, 31 March & Friday, 1 April 2022<br />

Exhibition: Saturday, 26 March <strong>–</strong> Tuesday, 29 March 2022

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