Gesund im Alter

Mediaplanet.Oesterreich

„Das Alter ist für mich eine große Chance, weil es eine Phase ist, in der man die Zeit hat, viele neue Wege zu gehen. Und diese Zeit sollten wir auch nutzen!“ – Rudi Anschober



Um aus dieser Zeit das Beste herauszuholen, ist es wichtig, die Gesundheit bestmöglich zu erhalten. Diesem Thema haben wir unsere neue Kampagne „Gesund im Alter“ gewidmet.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Lesen Sie mehr unter www.gesundimalter.info

GESUND

IM ALTER

FOTO:ULRIK HÖLZEL PHOTOGRAPHY & DESIGN

Rudi Anschober

„Ich habe gelernt, darauf zu achten, was mein

Körper, meine Seele und mein Geist brauchen.

Heute merke ich, dass mir das sehr guttut“, sagt

der ehemalige Gesundheitsminister im Interview.

NICHT VERPASSEN:

Sehen – Ein Sinnesorgan

im Fokus

Seite 3–4

Hören – Wieder am

Leben teilhaben durch

modernste Technik

Seite 5–7

Demenz – Betroffene und

Expert:innen geben Einblicke

Seite 8–11


2 Lesen Sie mehr unter www.gesundimalter.info

Eine Themenzeitung von Mediaplanet

UNSERE PARTNER:

VORWORT

FOTO: BUBU DUJMIC

Österreichische Rheumaliga

Der Verein ist eine österreichweite

neutrale Selbsthilfeorganisation

für Betroffene und Angehörige.

0664/5965849 | info@rheumaliga.at

www.rheumaliga.at

MEDIZINISCHE

KONTINENZGESELLSCHAFT

ÖSTERREICH (MKÖ)

Beratung durch Experten und Bestellung

von kostenlosem Infomaterial / Info-Paket:

Beratungstelefon 0810/100 455

(österreichweit zum Ortstarif)

E-Mail: info@kontinenzgesellschaft.at

www.kontinenzgesellschaft.at

www.youtube.com/kontinenz

Gehen wir neugierig

und aktiv ins

„Abenteuer Alter“!

Österreichischer Seniorenbund

Die schlagkräftige Interessensvertretung

der älteren Generation. Wir sind mit mehr

als 50.000 Freiwilligen in über 2.200

Ortsgruppen bundesweit tätig.

bundesorg@seniorenbund.at

www.seniorenbund.at

Verantwortlich für den

Inhalt dieser Ausgabe:

FOTO: MARIA STEINWENDER

Kerstin Köckenbauer

Senior Project Manager & Business

Development Manager

Mediaplanet GmbH

Business Developer: Kerstin Köckenbauer Senior Business

Developer: Florian Rohm, BA Content and Production

Manager: Viktoria Pisker, BA Lektorat: Joseph Lammertz

Layout: Daniela Fruhwirth Managing Director: Bob Roemké

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße

4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien

Impressum: mediaplanet.com/at/impressum/

Distribution: Der Standard Verlagsgesellschaft m.b.H.

Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. & Co.KG

Kontakt bei Mediaplanet: Tel: +43 676 847 785 115

E-Mail: kerstin.koeckenbauer@mediaplanet.com

ET: 17.03.2022

Bleiben Sie in Kontakt:

@Mediaplanet Austria

@austriamediaplanet

Bleiben wir aktiv, neugierig und hören rechtzeitig

auf unseren Körper – dann werden unsere zwanzig

gewonnenen Jahre zu einem aufregenden und

freudvollen Lebensabschnitt.

Wen sehen Sie, wenn Sie

einen Blick in Ihren Spiegel

werfen? Sicher keine

gebrechliche Figur, die

auf einer Parkbank sitzt

und Tauben füttert, wie

es leider immer noch oft in Medien dargestellt

wird. Ich bin überzeugt, dass Sie eine aktive

und lebensfrohe Person sehen, denn wir Seniorinnen

und Senioren haben die Klischees von

„alt, klapprig, krank“ schon längst überholt.

Als „neue Alte“ sind wir „aktiv, erfahren, engagiert“

– und damit gesünder und fitter als alle

Generationen vor uns. Noch dazu haben wir 20

gewonnene Jahre vor uns. Das macht die Pension

zu einem neuen, bunten und abenteuerlichen

Abschnitt, in dem wir ein neues Kapitel

unseres Lebens aufschlagen können.

Kein Wunder also, dass sich die heutigen Über-

60-Jährigen entgegen aller Vorurteile auch

um bis zu zehn Jahre jünger und mit zunehmendem

Alter immer glücklicher fühlen, wie

Studien belegen. Wir können also zu Recht

selbstbewusst sein und der Welt zeigen, aus

welchem Holz wir geschnitzt sind!

Wir akzeptieren keine

Altersdiskriminierung!

Darum trete ich auch entschieden gegen

Altersdiskriminierung auf! Unter dem Eindruck

der oben erwähnten Klischees werden

ältere Menschen immer noch systematisch

unterschätzt und es werden ihnen Steine in

den Weg gelegt.

Ein paar Beispiele: Mit 75 bekommen Sie trotz

Sicherheiten kaum einen Bankkredit – und

das, obwohl die ältere Generation mit ihrer

Wirtschaftskraft für ein Drittel des privaten

Konsums verantwortlich ist. Auch eine Kreditkarte

wird oft verwehrt – in unserer heutigen

digitalen Welt ist das wie ein De-facto-Verbot

von Online-Shopping, Hotelbuchungen und

Reisen. Bei Freiwilligenorganisationen werden

älteren Menschen Funktionärsposten verwehrt

oder es wird ihnen von der Ausbildung zur

Seelsorgerin oder zum Seelsorger abgeraten –

und das, obwohl Seniorinnen und Senioren

sich jährlich im Gegenwert von 2,5 Milliarden

Euro ehrenamtlich engagieren.

Das sind unhaltbare Zustände, die wir uns

nicht gefallen lassen dürfen. Denn wir

Seniorinnen und Senioren wollen unsere 20

gewonnenen Jahre nicht nur aktiv leben,

sondern auch erleben!

Bleiben wir neugierig!

Die Pension als aufregender dritter Lebensabschnitt

fliegt uns aber nicht zu, sondern wir

müssen uns aktiv dafür entscheiden. Erfolgreiches

und aktives Altern ist das Ergebnis

von Planung, Vorsorge und Konsequenz. Dazu

gehört auch, neugierig zu bleiben, sich persönliche

Ziele zu stecken und soziale Kontakte

zu pflegen. Lebensfreude blüht erst in der

Gemeinschaft richtig auf – das ist auch das

Motto der Seniorenorganisationen mit ihren

vielfältigen Aktivitäten, die Interessierte stets

herzlich willkommen heißen.

Ein Garant für Lebensqualität ist der Erhalt

der eigenen Selbstständigkeit – und das geht

nicht, ohne mobil und aktiv zu bleiben. Seine

Einkäufe selbst zu erledigen, einen Ausflug zu

machen oder ohne Hilfe Freunde zu besuchen

mögen wie Kleinigkeiten erscheinen, die aber

schmerzlich fehlen, wenn man selbst eingeschränkt

ist.

Rechtzeitig auf Warnsignale

des Körpers hören!

Um das zu vermeiden, müssen wir auch ehrlich

mit uns selbst sein und rechtzeitig auf

die Signale unseres Körpers hören. Dass man

beispielsweise auf einmal andere Menschen

schlechter versteht, sich beim Zeitunglesen

schwerer tut oder sich Dinge nicht mehr so

leicht merkt wie früher sind Warnsignale, die

wir auf keinen Fall ignorieren dürfen!

Sich dafür zu genieren oder den Kopf in den

Sand zu stecken, ist das Schlimmste, was wir

tun können. Prävention ist das Stichwort, denn

viele Beeinträchtigungen lassen sich effektiv

behandeln und vorbeugen. Ihre Ärztin oder Ihr

Arzt sind dafür ideale Ansprechpartner und

stehen ihnen als Vertrauenspersonen zur Seite.

Unsere zwanzig gewonnenen Jahre sind ein

Geschenk – machen wir gemeinsam das Beste

daraus!


Ingrid Korosec

Präsidentin des

Österreichischen

Seniorenbundes,

Präsidentin des

Österreichischen

Seniorenrates


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Sponsored by Rodenstock

FOTO: CHRISTOF TRUMMER

B.I.G. EXACT :

Gleitsichtgläser, die halten,

was sie versprechen

Bereits seit 1955 gibt es das Unternehmen Optik Trummer im Zentrum von

Voitsberg. Die hohe Qualität, die die neuartigen Rodenstock-Gläser bieten, hat aber

auch Optikermeister Christof Trummer und nicht zuletzt seine Kunden begeistert.

Was ist das Besondere an den

B.I.G. EXACT -Gläsern?

Wir haben hier zum ersten Mal die Möglichkeit,

das Auge exakt zu vermessen und ein

individuelles Modell des Auges zu erstellen.

Bisher haben sich die meisten Hersteller

an einem Standard-Augenmodell aus dem

19. Jahrhundert orientiert und auf diesem

basierend Gleitsichtgläser gefertigt. Mit

dem DNEye ® -Scanner können wir die Augen

des Kunden genau ausmessen – etwa die

Brechkraft der Hornhaut und die Baulänge

des Auges. Mit dieser Vielzahl an Messdaten

lassen sich Gleitsichtgläser viel besser

berechnen. Mit B.I.G. EXACT bekommen

unsere Kunden das bisher genaueste

Brillenglas.

Worin liegt die Herausforderung bei

Gleitsichtgläsern?

Gleitsichtgläser sind technisch hochkomplex.

Ein normales Brillenglas hat im

gesamten Glas ungefähr dieselbe Stärke.

Bei einem Gleitsichtglas hat man unterschiedliche

Sehstärken in einem Brillenglas

– etwa im oberen Teil eine Korrektur

für die Fernsicht und im unteren optimiert

für geringe Abstände. Das ist die Herausforderung,

das in ein Glas zu integrieren.

Gleichzeitig kommt hinzu, dass nicht nur

jedes Auge unterschiedlich ist, sondern die

Kunden auch jeweils eigene Vorlieben und

Wünsche haben. Die einen verwenden die

Gleitsichtbrille kaum zum Lesen, wollen

aber eine sehr gute Fernsicht haben. Bei

anderen ist es dagegen genau umgekehrt.

Wir helfen den Kunden dabei herauszufinden,

was sie im Alltag wirklich brauchen.

Bei der technischen Umsetzung vertrauen

wir dann auf die ganze Expertise von

Rodenstock.

Wie kommen Kunden zu den maßgeschneiderten

Gleitsichtgläsern?

Der erste Schritt ist der Besuch beim

Rodenstock-Optiker. Hier bekommen

die Kunden nicht nur eine ausführliche

Beratung, sondern können auch gleich ihr

Auge mit dem DNEye ® -Scanner vermessen

lassen. Das ist ein kompaktes Gerät,

die Kunden nehmen davor Platz und es

wird ein 3-dimensionaler Fingerabdruck

vom Auge angefertigt, damit ein exaktes

biometrisches Augenmodell nachgestellt

werden kann. Dabei wird natürlich nicht in

irgendeiner Form in das Auge eingegriffen.

Das Ganze ist darum völlig gefahrlos, auch

gar nicht unangenehm und dauert gerade

einmal wenige Minuten. Dieses Datenpaket

– die Messdaten sowie die Wünsche

des Kunden – wird dann an die Firma

Rodenstock gesendet, wo die Fertigung der

individuell für den Kunden berechneten

Gleitsichtgläser erfolgt. Mit den Daten, die

wir mit dem DNEye ® -Scanner gewinnen,

können die Gleitsichtgläser nun deutlich

besser an die Vorlieben der Kunden

angepasst werden und maßgeschneidert für

ihr Auge gefertigt werden. Das garantiert

unseren Kunden bestmögliches Sehen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den

B.I.G. EXACT -Gläsern bisher gemacht?

Ich muss sagen, die Gleitsichtgläser sind

außerordentlich beliebt. In der Branche gibt

es natürlich viele Versprechungen, was die

Qualität von Brillengläsern betrifft. Die

Rückmeldungen meiner Kunden zeigen

aber, dass die B.I.G. EXACT -Gläser den

hohen Erwartungen auch tatsächlich

gerecht werden. Unsere Kunden sind

wirklich beeindruckt, wie viel schärfer die

Gläser verglichen mit ihren herkömmlichen

Gleitsichtgläsern sind, und sagen, sie haben

noch nie so gut gesehen. Bei Gleitsichtgläsern

gibt es auch aufgrund der unterschiedlichen

Sehstärken im Glas eine gewisse

Eingewöhnungsphase. Mit den B.I.G.

EXACT -Gläsern ist aber auch diese

deutlich kürzer. Dann merken sie fast gar

nicht mehr, dass sie eine Gleitsichtbrille

tragen, weil die Übergänge zwischen den

Sehstärken so homogen und präzise sind.

Es gibt auch kaum unscharfe Randbereiche

oder Schaukeleffekte, was den Sehkomfort

extrem erhöht.

Optik Trummer

Conrad-von-Hötzendorf-Straße 2

8570 Voitsberg

office@optik-trummer.at

+43 (3142) 22636

In die Zukunft sehen?

Das kann zwar niemand, aber

mit „B.I.G. Vision ® for all“ – der

Philosophie von Rodenstock für

höchste biometrische Präzision

beim Sehen – können Kundinnen und Kunden

schon jetzt mit der Vermessungstechnologie

der Zukunft sehen.

250.000-mal pro Tag bewegen sich

unsere Augen. Dabei fokussieren wir auf

unterschiedliche Distanzen und nutzen

gleichzeitig peripheres Sehen, während sich

das Auge bereits wieder auf etwas anderes

konzentriert. Brillengläser müssen darum

das Sehen für viele unterschiedliche Winkel

und nicht nur mittig gelegene Blickrichtungen

unterstützen. Das stellt insbesondere

an Gleitsichtgläser hohe Anforderungen,

denen herkömmliche Gläser oft nicht gerecht

werden können. Denn diese orientieren sich

an einem Standardmodell des Auges, das

aber nur für einen von 50 Menschen wirklich

passt. Jedes Auge unterscheidet sich allein

schon anhand seiner Länge, der Vorderkammertiefe

und der sphärischen sowie astigmatischen

Brechkraft der Hornhaut. Rodenstock

hat sich daran gemacht, diese überkommene

Auffassung vom menschlichen Sehen zu

überwinden, und hat mit B.I.G. Vision ® die

Zukunft der Gleitsichtgläser eingeläutet.

Brillengläser so individuell wie das Auge

Dabei handelt es sich nicht nur um eine,

sondern die Kombination mehrerer bahnbrechender

Technologien aus den Bereichen

Messtechnik, Datenverarbeitung und

Fertigungsanlagen. B.I.G. EXACT ist die

Bezeichnung für die Produktkategorie mit

der höchsten biometrischen Präzision oder

ganz einfach: Brillen für schärfstes Sehen.

Dafür erfasst der Optiker mit dem DNEye ® -

Scanner mehr als 7.000 Messpunkte im

Auge – sogar kleinste Unregelmäßigkeiten

der Hornhaut. Basierend auf diesen Daten

entsteht ein exaktes Modell des individuellen

Auges, anhand dessen B.I.G. EXACT -Brillengläser

berechnet und gefertigt werden.

Das Ergebnis sind ein bis zu 40 Prozent

schärferes Sehen im Nah- und Zwischenbereich,

bessere Wahrnehmung von Kontrasten

und schnelleres Erfassen von Objekten aus

unterschiedlichen Blickwinkeln. Im Alltag

bedeutet das nicht weniger als höchsten

Sehkomfort bei jedem Blick.

Weitere Informationen

zu B.I.G. Vision ®

finden Sie unter:

www.rodenstock.at/

bigvisionforall


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Sponsored by VIDEBIS

Eine Sehhilfe muss

ganzheitlich passen!

Das Unternehmen VIDEBIS („Du wirst sehen“) bietet seinen

Kund:innen eine der weltweit umfangreichsten Produktpaletten an

Sehhilfen an. Das 30-köpfige VIDEBIS-Team, darunter Sehgesunde

ebenso wie Sehschwache, Sehbehinderte und Blinde, versteht

sein Bemühen um Sehhilfe nicht nur rein technisch, sondern

ganzheitlich – passgenau zugeschnitten auf die alltäglichen

Bedürfnisse der einzelnen Kund:innen.

Text Doreen Brumme

VIDEBIS

Das VIDEBIS-Team ist

österreichweit unterwegs.

Neben Filialen in Wien,

Linz, Graz, Klagenfurt und

Innsbruck besucht VIDEBIS

Sie – bei Bedarf – auch

gerne zu Hause oder am

Arbeitsplatz.

FOTO: SHUTTERSTOCK

ICH HABE MEINEN WEG GEFUNDEN UND BIN IHN GEGANGEN!

Herbert Miklin ist von Geburt an fast

blind. Im Interview berichtet der 85-jährige

Volksmusiker aus Kärnten, wie er

mit den Sehhilfen der Firma VIDEBIS

trotzdem am Alltagsgeschehen dranbleibt.

Sein Motto: Das Leben tischt jedem

die eine oder andere Schwierigkeit

auf – es kommt darauf an, für sich einen

erträglichen Umgang damit zu finden.

„Ich wurde bereits fast blind geboren.

Und im Laufe meines Lebens schwächelte

die mir verbliebene Sehkraft

noch weiter. Ich schaffte dennoch

die Schule, auch wenn ich kaum entziffern

konnte, was an der Tafel stand. Selbstverständlich

beeinträchtigte mein Augenleiden

meinen Lebensweg. Aber ich habe mich

damit nicht einfach abgefunden. Ich bin kein

Typ, der Trübsal bläst. Ich wollte nicht als

ICH BIN EIN BEISPIEL FÜR EINE BEST PRACTICE!

Nico Horn leidet an Albinismus. Typischerweise

zieht die Krankheit auch die

Augen in Mitleidenschaft. Von Geburt an

fehlen dem 33-Jährigen 90 Prozent seiner

Sehkraft, er ist zudem weitsichtig und hat

einen Pendelnystagmus (Augenzittern).

Nico Horn arbeitet als Vertriebsleiter in

der Firma VIDEBIS und zeigt Kund:innen

mit seinem Beispiel, wie Sehhilfen zur

praktischen Lebenshilfe werden.

„Ich komme von einem kleinen

Bergbauernhof, bin also ein echtes

Landei. In meiner Familie gab es

vor mir keinen Fall von Albinismus.

Meine Eltern haben mich, zu meinem Glück

und ganz sicher aus Mangel an speziellen

Hilfsarbeiter enden, als der ich dank meines

kerngesunden Körpers bereits Geld verdiente,

sondern besuchte, wenn auch schon älter

als meine Mitschüler, die Handelsakademie

und machte dort meine Matura. Ich habe

immer versucht, mein Leben zu füllen.

Ein Füllstoff war und ist mir die Musik:

Schon von klein auf hatte ich viel für sie

übrig. Ich sang im Kirchenchor und spielte

auf meiner Harmonika Volksweisen nach,

die ich aufgeschnappt hatte. Dafür habe ich

ein Talent. Es ist, als gleiche mein sehr gutes

Gehör die schlechte Sehkraft aus. Das hilft

mir auch im Alltag: Ich erkenne meine Mitmenschen

an ihrer Stimme, während ich ihre

Gesichter nur verschwommen sehe.

Ich bewege mich trotz meiner Quasiblindheit

bis heute frei. Ich lese jeden Tag die

Zeitung. Die Überschriften kann ich bloßen

Auges erkennen. Wenn sie vielversprechend

Beschulungsangeboten für Sehbehinderte

und Blinde, auf eine ganz normale Schule

geschickt. Ihnen war wichtig, dass ich ausprobierte,

was mich interessierte: Fußball,

Basketball, Skifahren. Sie ermutigten mich

stets zu neuen Erfahrungen und nahmen es

gelassen hin, wenn etwas nicht zu mir passte.

Von ihnen lernte ich, mit meinem Albinismus

und der damit verbundenen Sehbehinderung

offen umzugehen.

Das halte ich bis heute so. Denn meine

Offenheit ist es auch, die mir den Zugang zu

unseren Kundinnen und Kunden erleichtert.

Ganz klar, wer zu uns kommt, braucht

eine Sehhilfe. Die bieten wir in weltweit

umfangreichster Vielfalt. Doch keine Sehbehinderung

gleicht der anderen – selbst bei

gleicher Diagnose ist jede Kundinnen- und

sind, nutze ich mein Bildschirmlesegerät

oder meine elektronische Lupe, um den ganzen

Artikel, das Kleingedruckte sozusagen,

zu vergrößern und zu lesen. So bleibe ich am

Tagesgeschehen dran und erhalte mir meine

Unabhängigkeit. Die Lesehilfen sind auch

dann praktisch, wenn ich die Bedienungsanleitung

meiner neuen Uhr oder den Beipackzettel

eines Medikaments studieren möchte.

Meine Sehbehinderung ist eine Schwierigkeit,

die mir das Leben machte. Jeder von

uns bekommt davon die eine oder andere.

Doch es kommt darauf an, dass wir einen

Umgang damit finden, der für uns erträglich

ist. Mit meinen Worten möchte ich anderen,

die auch von einer ähnlichen Sehbehinderung

betroffen sind, zeigen, dass es Hilfsmittel

gibt, mit denen man seinen Alltag

meistern kann. Sie sehen, ich bin damit

schon ziemlich weit gekommen!“

Kundengeschichte individuell. Deshalb

nehme ich mir Zeit, um von jeder Kundin

und jedem Kunden zu hören, welche Hilfsmittel

wie und wo im Alltag unterstützen

können. Wenn Kundinnen und Kunden sich

sehr dabei zurückhalten, dann breche ich das

Eis oft damit, dass ich sage: „Auch wenn wir

nicht das gleiche Augenleiden haben – meine

Sehkraft liegt auch nur bei zehn Prozent!“

Das ist eine Ansage.

Anschließend zeige ich auf, dass ich dank

der individuell angepassten Sehhilfen ein

erfülltes Leben habe. Dank meines Best-Practice-Beispiels

bekommen unsere Kundinnen

und Kunden buchstäblich eine neue Perspektive

für ihre Teilhabe am Leben! Und das ist

unser Ziel, denn wir von VIDEBIS verstehen

Sehhilfe als Lebenshilfe.“

Herbert Miklin

Betroffener

Nico Horn

Vertriebsleiter

VIDEBIS

FOTO: ZVG FOTO:ZVG

Österreichweite COVID-SICHERE Hilfsmittelberatungstage

Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie sich in aller Ruhe – bei Ihnen in der Nähe – beraten.

05. und 06. April 2022 von 10 bis 17 Uhr

Blinden- und Sehbehindertenverband Steiermark

Augasse 132, 8051 Graz

26. und 27. April 2022 von 10 bis 17 Uhr

Blinden- und Sehbehindertenverband Oberösterreich

Makartstraße 11, 4020 Linz

17. und 18. Mai 2022 von 10 bis 17 Uhr

Odilien-Institut Steiermark

Leonhardstraße 130, 8010 Graz

07. und 08. April 2022 von 10 bis 17 Uhr

Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten

Gutenbergstraße 7, 9020 Klagenfurt

21. und 22. April 2022 von 10 bis 17 Uhr

VIDEBIS Innsbruck – Tirol

Amraser Straße 87, 1. Stock, 6020 Innsbruck

28. und 29. April 2022 von 10 bis 17 Uhr

Blinden- und Sehbehindertenverband Salzburg

Schmiedingerstraße 62, 5020 Salzburg

10. Mai 2022 von 10 bis 17 Uhr

Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte

Feldgasse 24, 6850 Dornbirn

Terminvereinbarungen

unter +43 1 27 88 333

oder per E-Mail an

office@videbis.at

Weitere Informationen finden Sie unter:

videbis.at/News/Einladung-HMBT-F-2022


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Cochlea-Implantat

stellt Hörsinn wieder her

Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp ist Experte für das Cochlea-Implantat. Im Interview erklärt er, wie

diese „Hörprothese“ funktioniert und warum man vor einer Operation keine Angst haben muss.

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Ein Cochlea-lmplantat ist eine Hörprothese.

Es besteht aus einem implantierten Teil,

unter der Haut hinter dem Ohr mit einer

Elektrode, die in die Hörschnecke eingelegt

wird und die elektrischen Signale an die Hörnerven

weitergibt. Außen ist ein Sprachprozessor,

der mit dem technischen Fortschritt

alle paar Jahre ausgewechselt wird. Das

Implantat hat eine sehr lange Lebensdauer

von etwa 30 Jahren.

Wann wird das Cochlea-Implantat

eingesetzt?

Das Cochlea-Implantat wird bei Patienten

eingesetzt, bei denen etwa eine angeborene

oder eine im Laufe des Lebens zunehmende

Schwerhörigkeit oder eine akute Ertaubung

vorliegt. Patienten erhalten ein Cochlea-

Implantat also nur dann, wenn das Hörvermögen

auf einem Ohr oder beiden Ohren so

eingeschränkt ist, dass eine normale Kommunikation

und ein offenes Sprachverstehen

nicht mehr möglich sind – auch nicht mit

einem Hörgerät. Nebenbei bemerkt ist das

Cochlea-Implantat die erste und derzeit auch

einzige Methode, einen Sinn des Menschen

wiederherzustellen.

Wie kann man sich den

Eingriff vorstellen?

Die Operation wird nur von erfahrenen und

auf die jeweiligen Geräte geschulten Operateuren

durchgeführt. Die OP selbst besteht

aus einem etwa vier Zentimeter langen

Schnitt hinter dem Ohr und kann auch

in rein örtlicher Betäubung durchgeführt

werden. Die Schmerzen nach der OP sind sehr

gering, weniger als etwa bei einer Rachenmandeloperation.

Man muss vor diesem

Eingriff also keine Angst haben.

Gibt es eine Erfolgsrate für das

Cochlea-Implantat?

Die OP ist nur ein Teil, um mit einem Cochlea-

Implantat wieder zu hören. Zum anderen Teil

muss der Patient selbst etwas beitragen. Denn

nach der OP muss der Patient lernen, mit der

neuen Darreichung von Hörsignalen umzugehen.

Es braucht in der Regel zwischen zwei

Monaten und zwei Jahren an Training, um

mit einem Cochlea-Implantat möglichst

optimale Ergebnisse zu erzielen.

FOTO: ZVG

Univ.-Prof. Dr.

Gerd Rasp

Uniklinikum Salzburg

Landeskrankenhaus

Universitätsklinik für

HNO der PMU

HEIDEMARIE FISCHER IST 59 JAHRE ALT UND SEIT IHRER GEBURT HOCHGRADIG SCHWERHÖRIG. IM FOLGENDEN

INTERVIEW ERZÄHLT SIE, WIE SICH IHR LEBEN DURCH DAS COCHLEA-IMPLANTAT (CI) VERÄNDERT HAT.

Text

Magdalena

Reiter-Reitbauer

Was bedeutet Ihr Cochlea-Implantat für

Sie?

Eine Verbesserung meiner Lebensqualität.

Ich fühle mich unabhängiger als früher.

Ich kann mich mehr in die Gesellschaft

integrieren.

Mein CI hat mein Leben komplett

verändert, seitdem ist es mir möglich,

mein Leben mit allen Sinnen zu

genießen, auch mit dem Hörsinn.

Warum haben Sie sich für ein Cochlea-Implantat

entschieden?

Mein Hörvermögen nahm immer mehr ab

und meine Hörgeräte konnten dies nicht

mehr ausgleichen. Meine Freunde haben mir

erzählt, wie sehr die CI deren Alltag verbessert

haben, sowohl beruflich als auch privat.

Hatten Sie Bedenken, die Operation durchführen

zu lassen?

Ja, etwas Angst hatte ich, ob alles gut verläuft

oder ob es Komplikationen geben würde.

Was hat sich seit dem Eingriff verbessert?

Mein CI hat mein Leben komplett verändert,

seitdem ist es mir möglich, mein Leben mit

allen Sinnen zu genießen, auch mit dem

Hörsinn. Endlich kann ich Gespräche führen,

ohne mich anzustrengen. Die Kinder müssen

nicht mehr alles so oft wiederholen.

Inwiefern hilft Ihnen ihr Cochlea-Implantat

im Alltag?

Ich kann nun mehr an der Gesellschaft

teilnehmen. In der Arbeit bekomme ich bei

den Besprechungen viel mehr mit als mit den

Hörgeräten. Ich bin glücklich, ein CI zu haben.

Telefonieren ist nie möglich gewesen, jetzt

verstehe ich meinen Gatten am Telefon und

ich übe noch fleißig. Meine Kinder sind froh,

sich mit mir gut unterhalten zu können.

FOTO: ZVG

Heidemarie Fischer

(59)

Betroffene

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen,

gibt es Alternativen.

Für Sie ist es kaum wahrnehmbar, wenn Ihre Hörgeräte nicht mehr effektiv

genug funktionieren. Mit einem Cochlea-Implantat können Sie Ihr Umfeld wieder

hören und verstehen:

Während Hörgeräte nur die Lautstärke von Geräuschen und Klängen erhöhen, können

Cochlea-Implantate deren Klarheit verbessern, sodass Gespräche leichter zu verstehen sind 1

In Tests konnten Träger eines Cochlea-Implantats Sätze achtmal besser verstehen

als vorher mit ihren Hörgeräten 2

Im Regelfall werden die Kosten für ein Hörimplantat von Ihrer Krankenversicherung

übernommen

Fordern Sie noch heute Ihr kostenloses Informationspaket an!

Internet: https://mehrhoeren.cochlear.com

E-Mail: hoeren@cochlear.com

Erfahren Sie mehr unter mehrhoeren.cochlear.com

1. Fitzpatrick EM, Leblanc S. Exploring the factors

influencing discontinued hearing aid use in patients with

unilateral cochlear implants. Trends in Amplification. 2010,

14; (4): 199–210. 2. Runge CL, Henion K, Tarima S, Beiter A,

Zwolan TA. Clinical outcomes of the Cochlear Nucleus®5

cochlear implant system and SmartSound 2 signal

processing. J Am Acad Audiol. 2016, 27; (6): 425–440.

Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über die Möglichkeiten

der Behandlung von Hörverlust. Ergebnisse können

abweichen; Ihr Arzt berät Sie bezüglich der Faktoren,

die Ihr Ergebnis beeinflussen könnten. Lesen Sie

stets das Benutzerhandbuch. Nicht alle Produkte sind

in allen Ländern erhältlich. Für Produktinformationen

wenden Sie sich bitte an Ihren Vertreter von Cochlear

vor Ort.

Cochlear, Hear now. And always, Nucleus und

das elliptische Logo sind Marken beziehungsweise

eingetragene Marken von Cochlear Limited.

© Cochlear Limited 2022.

D1963807 V1 2022-02 German (Austria)

Translation and adaptation of D1706316 V2 2020-10


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

INSIGHT

Hertz-Probleme:

Warum das Zuhören

im Alter schwieriger wird

Schwerhörigkeit ist Teil der natürlichen Alterung. Gerade im Alter kann

schlechtes Hörvermögen aber weitreichende Folgen nach sich ziehen.

Text Werner Sturmberger

Beinahe 20 Prozent aller Österreicher:innen

sind schwerhörig – das

sind gesamt rund 1,75 Millionen

Menschen. Die Gründe dafür sind

vielfältig: Erkrankungen wie Infektionen,

Verletzungen und nicht zuletzt Lärmbelastung

können das Hörvermögen mindern.

Letzteres trifft vor allem dann zu, wenn Menschen

etwa beruflich oder auch in ihrer Freizeit

– laute Musik am Kopfhörer – regelmäßig

ungeschützt hohem Schalldruck ausgesetzt

sind. In den meisten Fällen tritt Schwerhörigkeit

aber infolge der natürlichen Alterung im

Rahmen einer allgemeinen Verschlechterung

der Sinnesleistung auf.

Die Altersschwerhörigkeit setzt bei den

meisten Menschen etwa ab dem 50. Lebensjahr

ein. Dies geschieht nicht schlagartig,

sondern schleichend. Die Verschlechterung

des Hörvermögens betrifft aber nicht alle

prinzipiell wahrnehmbaren Frequenzspektren

gleichermaßen. Da die Verschlechterung der

Hörleistung in hohen Frequenzen lange Zeit

von unserem Gehirn ausgeglichen werden

kann, bleibt sie so auch weitgehend unbemerkt.

Erst wenn Hörprobleme auch in einem

Bereich von vier Kilohertz und darunter

auftreten, wird es wirklich problematisch. In

diesem Frequenzband liegt eine Vielzahl von

Lauten, die für das Sprachverstehen essenziell

sind.

Stille mit Folgen

Häufig führt der Verlust der Hörleistung zum

sozialen Rückzug, weil es für die Betroffenen

immer schwieriger wird, Unterhaltungen – vor

allem vor einem lauten Hintergrund, etwa in

einem Restaurant – zu folgen. Irgendwann

ist man es leid nachzufragen, nickt nur mehr

höflich und klinkt sich immer weiter aus.

Schwerhörigkeit vermindert so maßgeblich die

Lebensqualität im Alltag – sie macht ihn aber

auch gefährlicher. Gerade im Straßenverkehr

sind wir auf alle Sinne angewiesen und hören

ein Auto oftmals, bevor wir es sehen.

Schwerhörigkeit kann zudem zu Konzentrations-

und Aufmerksamkeitsproblemen führen

und gilt, wenn sie lange Zeit unbehandelt

bleibt, als ein wichtiger Risikofaktor für das

Entstehen einer Demenz. Dabei ist noch

nicht restlos geklärt, auf welchem Wege dies

passiert. Das Fehlen akustischer Reize führt

zu einem Fokus auf das Hören, und so werden

andere Hirnfunktionen vernachlässigt – so

eine mögliche Erklärung.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Lärmund

altersbedingte Hörminderung lassen sich

gut behandeln – zumindest dann, wenn sie

frühzeitig erkannt werden. Für die Betroffenen

heißt dies, erste Anzeichen einer Hörminderung

ernst zu nehmen – noch besser ab 50

regelmäßig die Hörleistung ärztlich überprüfen

zu lassen. Wer sich frühzeitig für ein

modernes Hörsystem entscheidet, kann

Folgerisiken minimieren und voll im Leben

stehen, denn: Gut hören heißt dazugehören.

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Sprache und Umgebungsgeräusche

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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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FOTO:SHUTTERSTOCK

Sounddesign:

Hörsysteme, die so gut

klingen, wie sie aussehen

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – und Zuhören noch viel

wertvoller. Denn soziale Kontakte sind der Grundstein für ein aktives

und erfülltes Leben. Moderne Hörsysteme machen das wieder in

ungeahnter Qualität möglich.

Text Werner Sturmberger

Sieben Jahre vergehen im Durchschnitt, bis

Patient:innen sich ein Hörgerät anpassen

lassen. Vielen fällt es schwer, sich einzugestehen,

dass sie älter werden und die Sinnesleistungen

nicht mehr die eines Teenagers

sind. Andere wiederum können sich nicht vorstellen,

ein Hörgerät zu tragen. Denn wenn Menschen an

Hörgeräte denken, dann haben sie im Regelfall Bilder

von klobigen, beigen, unansehnlichen Apparaturen

im Kopf. Kaum jemand weiß, wie moderne Hörgeräte

wirklich aussehen, weil man sie schlichtweg nicht

mehr sieht. Das ist durchwegs schade, denn sie überzeugen

nicht nur mit brillanter Klangwiedergabe,

sondern auch mit ihrem Design. Dabei sind sie so

klein, dass sie entweder direkt im Gehörgang verschwinden

oder unsichtbar hinter dem Ohr platziert

werden können.

Doch nicht nur optisch liegen Welten zwischen

den Hörgeräten von damals und jenen von heute.

Mittlerweile handelt es sich dabei um winzige Hightech-Hörsysteme

mit dem unbeschwerten Tragekomfort

moderner In-Ear-Ohrhörer. Diesen ähneln sie

aber auch hinsichtlich ihrer Ausstattung: Bluetooth

(zur Anbindung an unterschiedlichste Audioquellen,

von Smartphone bis Fernseher) und die Möglichkeit,

sie auch unterwegs im Etui kabellos zu laden, sind

mittlerweile Standard. Spitzenmodelle packen neben

der Ladefunktion auch noch UV-Desinfektion und

Trocknung mit in das Aufbewahrungsetui.

Hightech, die man hört

Hörsysteme können aber noch viel mehr als Ohrhörer.

Mittlerweile handelt es sich um regelrechte Akustikrechenanlagen

mit 20 Millionen Transistoren und mehr.

Diese dienen nicht einfach nur der simplen Verstärkung

der Audiosignale, sondern können diese automatisch

an die Bewegungssituation anpassen. Dank

ausgeklügelter Akustik-Bewegungs-Sensorik erkennen

manche Hörsysteme automatisch, was wir gerade

machen, und optimieren die Klangwiedergabe entsprechend

unserer Bedürfnislage. Etwa, ob wir gerade

im Straßenverkehr unterwegs sind oder ob wir in ein

Gespräch vertieft sind. Dank einer Zwei-Wege-Signalverarbeitung

lassen sich Unterhaltungen in brillanter

Hörqualität führen und gleichzeitig alle Geräusche um

uns herum wahrnehmen. Eine Unterhaltung in einem

lauten Restaurant ist für schwerhörige Menschen

oftmals eine Tortur – mit Hightech-Hörgeräten wird

sie so wieder zum reinsten Vergnügen.

Die Hörsysteme namhafter Hersteller werden zudem

immer besser: Regelmäßige Upgrades statten die

Hörsysteme mit neuen Features aus und verbessern

bereits vorhandene. Zusätzlich lassen sich die Hörgeräte

ganz einfach per App bedienen und an individuelle

Vorlieben anpassen. Noch nie war es so einfach, wieder

richtig gut zu hören.

Für alle,

die Sprache

lieben.

Die neuen Pure Charge&Go AX Hörgeräte

sind die weltweit ersten, die Sprache und

Umgebungsgeräusche getrennt voneinander

verarbeiten. Für ein natürliches und kristallklares

Hörerlebnis ohne Kompromisse.

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Kennen Sie die Situation? Bei einem Familientreffen oder bei einer gemütlichen Runde unter Freunden wird Hören oft zur Herausforderung.

Denn Hintergrundgeräusche machen es schwer, sich auf das zu konzentrieren, was Sie hören möchten.

Das neue Pure Charge&Go AX trennt Sprache von Umgebungsgeräuschen und verarbeitet die Klänge in zwei separaten Signalpfaden.

So können Sie Dialogen einfach folgen und die Klanglandschaften um Sie herum genießen.

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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

FOTO: CHRISTOPHER GLANZL

„Man kann der

Krankheit auch

nicht so viel

Raum geben“

Veronikas Bruder bekam vor einigen Jahren die Diagnose Lewy-Body-

Demenz. Warum das die beiden Geschwister näher zusammengebracht hat

und wie wichtig Rituale für sie sind, verraten sie beim Pingpong.

Veronika: „Seit Andreas’ Diagnose vor

etwa vier Jahren spielen wir einmal die

Woche Tischtennis miteinander.“

Andreas: „Am Pingpong gefällt mir

besonders gut, dass es ein harmonisches

Spiel ist, bei dem man den Ball hin- und

herbringt. Man muss nicht unbedingt

gegeneinander, sondern kann, wie wir es

tun, auch miteinander spielen.“

Veronika: „Genau. Ich mag daran, dass

man einerseits seine Feinmotorik trainiert,

dass es aber auch sehr gut möglich

ist, sich dabei zu unterhalten, und dass

es einem auch die Möglichkeit gibt, sich

nicht unterhalten zu müssen. Es gibt keine

Stille, sondern einfach Momente, wo man

mehr auf das Spiel konzentriert ist, und

dann gibt es wieder Momente, wo man

mehr miteinander redet. Als Andreas mir

von seiner Diagnose erzählt hat, damals

auf einer Parkbank in Schönbrunn, da hat

er vorgeschlagen, dass wir Tischtennis

miteinander spielen könnten. Ich fand die

Idee sehr gut und irgendwie ist ein Ritual

daraus geworden. Wir spielen sommers wie

winters, einmal die Woche, jeden Freitag.“

Andreas: „Bei meiner Diagnose sagen

Ärzte alles Mögliche, aber wo sich alle einig

sind, ist, dass sportliche Betätigung auf

jeden Fall gut ist. Besonders gut sind auch

Sportarten, bei denen man etwas steuern

muss. Und da sind wir jetzt wieder beim

Pingpong. Es eignet sich hervorragend,

weil ich den Schläger in der Hand halte, es

kommt ein Ball und das Gehirn muss dann

genau wissen, wie ich jetzt den Schläger

drehen muss. Spiele ich Forehand oder

Backhand? Wie haue ich jetzt genau drauf,

mit welcher Intensität?“

Veronika: „Und ich glaube, wir haben

uns mit diesem Tischtennis, dass es ja jetzt

doch schon eine Zeit lang gibt, ein Stück

Alltag miteinander geschaffen. Für mich ist

es ein kleines fixes Fenster im Alltag meines

turbulenten Lebens – ich bin beruflich sehr

aktiv und habe zwei Kinder. Es ist die Zeit,

wo alles andere abfällt, wir miteinander

Pingpong spielen und es sonst nichts gibt.“

Andreas: „Es gibt diese Dinge, die

kann ich noch machen, dann gibt’s diese

Dinge, die gehen vielleicht nicht mehr

so gut. Wichtig ist, sich auf die Dinge zu

konzentrieren, die Spaß machen, und wenn

das nicht mehr so hinhaut, ist es auch nicht

so schlimm. Man kann der Krankheit auch

nicht so viel Raum geben.“

Veronika: „Ich glaube, als Angehöriger

musst du einmal eine Entscheidung treffen.

Und eine der ersten Fragen, die man sich

stellen muss, ist: Bin ich im Team oder

nicht? Bin ich dabei, bin ich jemand, der

den Andreas regelmäßig sieht, regelmäßig

Zeit mit ihm verbringt, ja oder nein? Wir

waren nicht so viel in Kontakt vorher, also

wir haben uns immer gern gehabt, aber es

war zweifellos nicht so, dass wir uns ständig

gesehen haben. Für mich war dann klar:

Okay, ich möchte ihn da einfach begleiten,

ich möchte mit ihm sein. Und das Tischtennis

ist eine ganz wunderbare Art, regelmäßig

Zeit zu verbringen, weil man, anders als

bei Kaffee und Kuchen, nicht gezwungen

ist, Konversation zu machen, sondern du

hast eine Zeit und verbringst sie miteinander.

Dass man die Dinge, die man miteinander

tut, gern tut, ist wichtig. Sonst sollte

man es bleiben lassen. Denn wenn man es

nicht gerne tut, würde das der andere

spüren.“

Lewy-Body-Demenz

Die Lewy-Body-

Demenz ist seltener als

Alzheimer und wird bei

rund fünf Prozent aller

Demenzerkrankungen

diagnostiziert.

Betroffene zeigen neben

einer fortschreitenden

Gedächtnis- und

Bewegungsstörung

auch auffällig schnelle

Schwankungen ihrer

geistigen Fähigkeiten

und ihrer Wachheit im

Tagesverlauf.

Quelle: Deutsche Alzheimer

Gesellschaft e.V.

Der Podcast auf


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Alle drei Sekunden erkrankt

weltweit ein Mensch an Demenz

Quelle: World Alzheimer Report 2015

41 %

Lösen von

Kreuzworträtseln

intensives

35 % Lesen

häufiges Spielen

74 % von Brettspielen

Wussten Sie,

dass die abgebildeten

Tätigkeiten das

Demenzrisiko

verringern können?

Spielen eines

69 % Musikinstruments

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/69653/Neurologen-fordern-mehr-Engagement-fuer-Gehirngesundheit

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DEMENZ:

Früherkennung

statt Abstellgleis

BIOGEN-159261

Demenz betrifft nicht nur Erkrankte selbst, sondern auch

Angehörige und die Gesamtgesellschaft. Raphael Schönborn,

Geschäftsführer von Promenz, erklärt im Interview, warum das so ist.

Welche gesellschaftliche Tragweite

hat das Thema Demenz, und wie stellt

sich die aktuelle Situation in Österreich

dar?

Wir gehen aktuell in Österreich von

145.000 Betroffenen aus. Aufgrund des

demografischen Wandels spricht die Weltgesundheitsorganisation

davon, dass sich

die Zahl von Menschen mit Demenz bis

ins Jahr 2050 verdreifachen wird. Demenz

ist heute bereits die häufigste Diagnose

bei Pflegebedürftigkeit. Unser Pflege- und

Gesundheitssystem steht aktuell vor

großen Herausforderungen. Parallel dazu

werden wir bis ins Jahr 2030 100.000 neue

Pflegekräfte benötigen. Durch die Corona-

Pandemie hat sich hier die Situation noch

einmal verschärft. Gleichzeitig wissen wir,

dass die Pflege nach wie vor häufig von

An- und Zugehörigen unentgeltlich geleistet

wird. Wir warten aktuell in Österreich

auf die Pflegereform, bei der auch Demenz

ein großes Thema ist.

Demenz betrifft ja nicht nur die Person

selbst, die daran erkrankt ist, sondern

auch die An- und Zugehörigen. Ist das

Thema nach wie vor stark in der Gesellschaft

stigmatisiert?

Demenz ist stark stigmatisiert. Denn die

Diagnose scheint gleichbedeutend mit

Entwürdigung, mit „Du bist nicht mehr

normal“ oder „Du bist geistig nicht mehr in

der Lage, deinen Alltag selbst zu bewältigen“.

Stigma und Scham sind soziale Gefühle,

die zumeist auch vom Familiensystem

übernommen werden. Angehörige wollen

sowohl die Betroffenen als auch sich selbst

schützen und sprechen nicht darüber. Dieses

Schweigen führt dazu, dass es sehr spät zu

einer Abklärung der Erkrankung kommt und

damit auch der Behandlungsverlauf erst viel

zu spät einsetzt.

Warum wäre aber eine Früherkennung

von Demenz so wichtig?

Wir müssen einerseits das Stigma abbauen

und andererseits klarer darstellen, dass man

sehr wohl etwas gegen Demenz unternehmen

kann. Denn derzeit herrschen eine Bagatellisierung

und ein Fatalismus, dass man ja

eh nichts gegen Demenz tun könne. Es wird

häufig vergessen, dass Demenz ein Überbegriff

für verschiedene Erkrankungsformen

ist. Es gibt Medikamente, sogenannte Antidementiva,

die sich sehr wohl positiv auf den

Verlauf und die kognitive Situation auswirken

können. Betroffene sollen selbst noch aktiv

möglichst lange mit ihrer Beeinträchtigung

leben können. Als Promenz stellen wir dazu

auch Selbsthilfeangebote zur Verfügung. Wir

dürfen Menschen mit Demenz nicht aufs

Abstellgleis stellen und sie „verlieren“, sondern

müssen sie in unserer Gesellschaft behalten.

Das ist gleichzeitig auch die beste Prophylaxe.

Was wünschen Sie sich für den Umgang mit

Demenz in der Gesellschaft für die nächsten

Jahre?

Es braucht eine Offensive, die das negative

Bild in der Gesellschaft reduziert. Wir brauchen

ein ausbalanciertes Bild von Demenz und

einen stärkeren Fokus auf die Arbeit mit

Betroffenen im frühen Verlauf. Das wirksamste

Mittel dazu ist die Förderung der Selbsthilfe.

Durch die Selbsthilfe lernen Betroffene,

Akzeptanz für sich selbst zu entwickeln. Wie

bei anderen emanzipatorischen Bewegungen

sprechen die Betroffenen bei Selbsthilfegruppen

wie Promenz für sich selbst und werden

damit für die Öffentlichkeit sichtbar. Demenz

ist nicht gleichbedeutend mit dem Endstadium

Pflegefall, sondern es kann auch ganz

langsam beginnen. Wenn man Demenz früh

erkennt, kann man dagegen etwas tun und

eine gute Lebensqualität haben.

FOTO: ZVG

Raphael

Schönborn, MA

Geschäftsführer

Promenz


10 Lesen Sie mehr unter www.gesundimalter.info Eine Themenzeitun

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FOTO: PRIVAT

Vergesslichkeit

ist nicht gleich

Alzheimer!

Eine frühzeitige Demenzdiagnose kann sich

positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Für Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, Präsident der

Österreichischen Alzheimer Gesellschaft, ist es

deshalb ein Anliegen, mit Vorurteilen über das

„Schreckensbild Demenz“ aufzuräumen.

Univ.-Prof. Dr. med.

Peter Dal-Bianco

FA. Neurologie &

Psychiatrie,

Medizinische

Universität Wien,

em. Präsident der

Österreichischen

Alzheimer Gesellschaft

Zahlreiche Erkrankungen sind mit Tabus und Berührungsängsten

seitens der Gesellschaft belegt.

Wie stark schätzen Sie aktuelle Stigmata rund um

demenzielle Erkrankungen ein?

Viele ältere Menschen, die zunehmend vergesslich

werden, haben Angst vor der Diagnose und den damit

verbundenen sozialen, persönlichen und beruflichen

Konsequenzen. Sie zögern einen Arztbesuch deshalb

lange hinaus oder vermeiden diesen ganz. Verständlich,

denn die Darstellung und Beschreibung Demenzkranke:r

ist oft entwertend, abstoßend und erschreckend.

Man spricht häufig über Demenzpatientinnen und

-patienten, aber leider selten mit ihnen.

Laut Alzheimer’s Disease International erhalten

nur etwa 25 Prozent aller Menschen, die mit einer

demenziellen Erkrankung leben, eine Diagnose. Wie

könnte man es schaffen, die Diagnoseraten entsprechend

zu erhöhen?

Wichtig ist die Aufklärung, damit dieses Demenz-Schreckensbild

aus den Köpfen der Menschen verschwindet.

Die weitverbreitete Meinung „Man kann eh nichts gegen

Demenz tun“ stimmt nicht! Eine frühzeitige Diagnose

ist wichtig und kann den Krankheitsverlauf erheblich

beeinflussen. Denn oft vergehen wertvolle Therapiejahre,

weil die Phase von den ersten Symptomen bis

zur Diagnose sehr lange dauert. Und: Vergesslichkeit

bedeutet nicht gleich, dass eine Alzheimerkrankheit

vorliegt. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen handelt

es sich um sogenannte reversible/sekundäre Demenzformen,

denen andere Organkrankheiten zugrunde

liegen. Behandelt man diese, verschwinden auch meist

die Symptome der Demenz.

Als Beispiel kann eine Depression mit deutlich kognitiver

Beeinträchtigung, etwa Vergesslichkeit, angeführt

werden. Wird die Depression behandelt, verschwindet

auch die Vergesslichkeit. Bei der häufigsten Demenzform,

der Alzheimerkrankheit, gibt es Medikamente, die

das Fortschreiten der klinischen Symptomatik bremsen.

FOTO: ZVG

UNIV.-PROF. DR. MED. PETER DAL-BIANCO

Seit 1997 ÖAG-Vorstandsmitglied und

amtierender Präsident (1997-2002;

2013-2016; 2016-2019; 2019-2022) der

Österreichischen Alzheimer Gesellschaft

(ÖAG)

Arbeits-und Forschungsschwerpunkte:

• Klinische Diagnose und Therapie von

Gedächtnisstörungen und Demenzen

• Zahlreiche klinische Forschungsstudien

neuer Antidementiva

• Prognostische MCI-Forschung

(Patient:innen mit Mild

Cogn. Impairment)

• Prädemenzsyndromabklärung

• Prävention und Risikofaktoren für

Demenzerkrankungen

Mehr Infos: www.dal-bianco.at

Welche Auswirkungen hätte ein Anstieg der Diagnoseraten

auf die Betroffenen oder das Gesundheitssystem,

vor allem dann, wenn die Diagnosen zeitgerecht

gestellt werden?

Wenn die Diagnoserate steigt, bedeutet das für die Betroffenen

und ihre Angehörigen einen wertvollen Zeitgewinn.

Einerseits was die Therapiemöglichkeiten anbelangt,

andererseits heißt eine frühzeitige Diagnose eben auch,

dass Verantwortung übernommen werden kann und

Entscheidungen noch selbst getroffen werden können.

Menschen mit reversiblen Demenzformen profitieren

besonders.

Was das Gesundheitssystem anbelangt, bin ich zuversichtlich,

dass ein Anstieg der Diagnoserate gut beherrschbar

wäre. Schließlich wäre das kein plötzlicher enormer

Ansturm, sondern ein langsamer positiver Prozess.

Gibt es Möglichkeiten, eine Demenzerkrankung zu erkennen,

bevor erste Symptome vorliegen?

Die blutbasierte Frühdiagnostik der Alzheimerdemenz

mittels sogenannter Biomarker ist ein großes Zukunftsthema.

Die Forschung hierzu läuft auf Hochtouren und

stimmt uns zuversichtlich. Wenn sich Demenzsymptome

zeigen, ist das Gehirn schon stark geschädigt. Mit der

Messung solcher spezifischen Biomarker im Blut und der

Rückenmarksflüssigkeit soll die Erkrankung in einem so

frühen Stadium entdeckt werden, dass ihr Fortschreiten

aufgehalten werden könnte.

Welche Rolle spielt im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen

die Prävention?

Das Demenzrisiko kann durch verschiedene Faktoren

positiv beeinflusst werden. So kann bereits im frühen

Lebensabschnitt durch Bildung/Neugier eine gesunde

neuronale „Hardware“ aufgebaut werden. Wir wissen, dass

Funktion und Struktur einander stark beeinflussen. In

jedem Lebensalter können bestimmte Maßnahmen, wie

etwa körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und ein

sozial und geistig aktives Leben, das Demenzrisiko senken.

Wichtig ist auch, dass Grunderkrankungen wie Herz-

Kreislauf-Erkrankungen rechtzeitig behandelt werden.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in der

Versorgung von Menschen mit einer demenziellen

Erkrankung?

Es wurden in den vergangenen Jahren viele sehr gute soziale

Möglichkeiten geschaffen und verschiedene Projekte

initiiert. Sie alle zielen darauf ab, die Lebenssituation der

Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Allerdings

ist die Brücke zwischen Angeboten und Betroffenen/

Angehörigen noch schmal und teils unübersichtlich. Hier

bedarf es Informationen, wie diese Möglichkeiten optimal

genutzt werden können.

Welche Strukturen sind in der Gesundheitsversorgung

zu optimieren, damit Patientinnen und Patienten die

bestmögliche Behandlung und Betreuung erhalten?

Ziel ist es, dass Menschen mit einer Demenz möglichst lange

zu Hause bleiben können. Damit dies gelingt, braucht

es ein Netz aus Unterstützungsmöglichkeiten. Dieses ist

zwar vorhanden, jedoch teils wenig bekannt und deshalb

auch zu wenig genutzt. Hier sehe ich eine wichtige Rolle

beim Case Manager, der die Betroffenen und ihre Angehörigen

an die Hand nimmt und sie durch den Dschungel an

Informationen und Angeboten führt.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat in Kooperation

mit der Gesundheit Österreich GmbH und der

Österreichischen Alzheimer Gesellschaft ein Projekt zur

flächendeckenden Qualitätsevaluierung in Österreich

lanciert. Ziel soll es sein, dass überall in Österreich eine einheitlich

gute Behandlung und Versorgung von Menschen

mit Demenz gewährleistet ist. Das beginnt beim Hausarzt,

der Hausärztin, der/die oft die erste informierte, kompetente

Ansprechperson ist. Er/Sie wird bei Bedarf die betroffene

Patientin, den Patienten an eine Spezialambulanz für

Gedächtnisstörungen überweisen. In die Evaluierung werden

auch Pflegeheime sowie die 24-Stunden-Betreuung zu

Hause einbezogen. Nur wenn wir wissen, wo es hakt und

wo Probleme auftreten, können wir gezielt optimieren.

Zum Schluss: Was tut sich aktuell in der

Demenzforschung?

Nebst der Entwicklung sogenannter Biomarker zur

Alzheimerfrühdiagnose läuft die klinische Forschung auf

Hochtouren, besonders im Bereich der Kausaltherapien.

Diese Therapien sollen den Krankheitsprozess stoppen,

sind jedoch in Europa bislang noch nicht zugelassen.

Österreichische Alzheimer Gesellschaft (ÖAG)

Die Österreichische Alzheimer Gesellschaft (ÖAG)

wurde 1987 in Wien gegründet. Die Gesellschaft hat mehr

als 170 ordentliche Mitglieder: Neurologen, Psychiater

und Grundlagenforscher mit besonderem Interesse an

Demenzerkrankungen.

Informationen über Ziele und Tätigkeitsbereiche der

ÖAG finden Sie unter alzheimergesellschaft.at


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11

Würde begegnen

FOTO: SHUTTERSTOCKDemenz mit

Wenn Menschen an Demenz erkranken, geht

vieles an eigener Identität verloren. Antonia Croy

leitet die Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria und

erläutert im Interview, warum es wichtig ist, das

Selbstwertgefühl von Betroffenen zu stärken.

FOTO: ZVG

Antonia Croy

Präsidentin

Alzheimer Austria

Wie gestaltet sich nach Ihrer Erfahrung

der Weg zu einer Demenzdiagnose in

Österreich?

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die

eine Demenz hervorrufen können. Den

größten Prozentsatz davon macht die

Alzheimererkrankung aus. Obwohl sich

die Diagnosesituation in den letzten

Jahren verbessert hat, gibt es gerade bei

älteren Betroffenen nach wie vor das große

Hindernis, dass Anzeichen und Symptome

einfach dem Alter zugeschrieben werden.

Der Weg zur Diagnose ist mit mehreren

Untersuchungen und verschiedenen

Arztbesuchen verbunden. Es wäre optimal,

wenn viele dieser Termine unter einem

Dach stattfinden könnten – dazu gibt es

bereits Ansätze. Abgesehen davon gibt es

auch ein starkes Stadt-Land-Gefälle, da es

abseits von größeren Städten viel schwieriger

ist, Fachärzte zu finden. In ländlicheren

Gebieten ist Demenz außerdem vielleicht

noch mit einem größeren Stigma behaftet

als in Städten, in denen Menschen anonymer

leben. Man spricht ja schließlich nicht

gerne darüber! Aber es gibt natürlich auch

Menschen – und das sind zumeist jüngere

Betroffene – die bereits erste Anzeichen

abklären lassen.

Als Präsidentin der Selbsthilfegruppe

Alzheimer Austria wissen Sie um die

Bedürfnisse, Ängste und Sorgen direkt

Betroffener und deren Familien. Mit

welchen Fragen kommen Menschen zu

Ihnen?

Die Bedürfnisse von Betroffenen decken

sich nicht unbedingt mit jenen von

Angehörigen. Wir haben neben unseren

Angehörigengruppen auch eine Betroffenengruppe.

Wichtige Voraussetzung dafür

ist, dass Menschen, die an einer Demenz

leiden, nicht in dem Schema sind, in dem

sie ihren Zustand leugnen, sondern sich

ihrer Erkrankung bewusst sind. Wir sehen

oftmals das Verleugnen der Erkrankung

als Fassadenverhalten, um sich selbst zu

schützen. Die Angehörigen, die zu uns

kommen, erkundigen sich häufig über

empfohlene Arztbesuche oder wollen das

Problem der Diagnose abklären. Denn von

der Diagnose hängt natürlich einiges ab.

Ohne Diagnose können Betroffene keine

Therapie und keine Medikamente erhalten.

Auch finanzielle Unterstützungen, wie das

Pflegegeld, und Entlastungsmöglichkeiten

sind an eine entsprechende Diagnose

geknüpft.

Abgesehen von der Diagnosestellung –

welche anderen Themen besprechen

Sie bei Alzheimer Austria noch?

Ein großes Thema ist das Zusammenleben

mit einem Familienmitglied, das

an einer Demenz leidet. Mit Fortschreiten

der Erkrankung wird dies ja zunehmend

schwieriger, da Betroffene unselbstständiger

werden und Angehörige mehr

Aufgaben mit übernehmen und erledigen

müssen. Bei Alzheimer Austria gibt es

verschiedene Angehörigengruppen, etwa

für Partnerinnen beziehungsweise Partner

sowie Söhne und Töchter. Je enger man

mit einer an Demenz erkrankten Person

zusammenlebt, desto schwieriger wird es.

Gerade am Anfang wissen viele oft nicht,

wie man mit der Erkrankung am besten

umgehen soll. Daher sind auch Themen

wie Verhaltensänderungen wichtig zu

besprechen. Menschen mit Demenz

verlieren nach und nach kognitive und

alltagspraktische Fähigkeiten, auch das

Kurzzeitgedächtnis lässt nach und die

Orientierung wird gestört. Es gibt Hunderte

rechtliche, finanzielle und soziale

Fragen. Für Angehörige ist es immer eine

Gratwanderung, Betroffene einerseits

Freiheit zu lassen und ihnen gleichzeitig

Sicherheit zu geben.

Was ist Ihnen persönlich im Umgang mit

Menschen, die mit einer Alzheimererkrankung

leben, besonders wichtig, und

was raten Sie Angehörigen, die sich um

einen an Demenz erkrankten Menschen

kümmern?

Mir ist wichtig, dass wir Verständnis

für Menschen zeigen. Vieles an eigener

Geschichte und eigener Identität geht

durch die Demenz verloren. Wir können

ANTONIA CROY

• Personenzentrierte Psychotherapeutin

in freier Praxis

• Fachtherapeutin für kognitives Training

• Leiterin der Selbsthilfegruppe

„Alzheimer Austria“

• Lehrtherapeutin und Lehrberaterin

der VRP „Vereinigung Rogerianischer

Psychotherapie“

• Publizistin/Autorin („Geistig fit ins Alter”,

„Leben mit Demenz”)

versuchen, uns in die Welt der Demenz

hineinzuversetzen und Betroffene – trotz

gestörter Kommunikation – zu verstehen.

Es ist entscheidend, dass wir die Würde

von Menschen mit einer Demenzerkrankung

bewahren. Schließlich haben sie

sich ihre Erkrankung ja nicht ausgesucht.

Demenz bringt für Betroffene viel Verlust

mit sich. Wir alle, die Betreuung anbieten,

haben eine große Verantwortung für die

Lebensqualität von Menschen mit Demenz.

Es ist wichtig, dass wir Betroffene weiterhin

als wertvolle Menschen sehen. Daher

ist meine Botschaft an Angehörige immer:

nicht diskutieren, streiten, argumentieren

oder ständig ausbessern. Es ist das Ziel, das

Selbstwertgefühl von erkrankten Personen

zu erhalten. Ich erlebe es immer wieder,

dass durch diese Wertschätzung Menschen

richtig aufblühen!

Wie wichtig ist eine stärkere Sensibilisierung

der Öffentlichkeit für das

Thema Demenz?

Die Sensibilisierung für Demenz ist

sicherlich angestiegen. Viele Menschen

wissen, was Alzheimer oder Demenz

bedeutet. Wir brauchen aber eine Sensibilisierung

dahin gehend, dass Demenz kein

stigmatisierendes Thema mehr ist oder

etwas, das man am liebsten von sich

fernhalten möchte. Es ist wichtig, auf

Ängste einzugehen und auf Menschen mit

Demenz zuzugehen – und sie nicht aus

unserer Gesellschaft auszugrenzen!

Alzheimer Austria

Alzheimer Austria ist ein gemeinnütziger Verein von Menschen mit

Demenz und Angehörigen an Demenz erkrankter Personen, sowie von

Personen verschiedener Berufsgruppen, die sich mit dem Thema Demenz

auseinandersetzen. Alzheimer Austria engagiert sich u.a. für die Rechte von

dementiell erkrankten Menschen und deren Angehörigen und setzt sich

für die Erhaltung der Würde dieses Personenkreises ein. Der Verein bietet

Information, Beratung und Unterstützung für Erkrankte und Angehörige in

in ihren individuellen Lebenssituationen an.

Mehr auf alzheimer-selbsthilfe.at


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

INTERVIEW

FOTO:ULRIK HÖLZEL PHOTOGRAPHY & DESIGN

Über die

große Chance,

neue Wege zu gehen

Für den ehemaligen Gesundheitsminister Rudi Anschober

bedeutet „das Alter“ vor allem eines: etwas Positives! Wieso

diese Lebensphase für ihn nichts mit Zahlen, sondern mit

Wahlfreiheit und Zeit zu tun hat, erzählt er im Interview.

Text: Magdalena Reiter-Reitbauer


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Was bedeutet es für Sie, gesund im Alter zu sein?

Die Frage ist, wo beginnt „das Alter“? Ich glaube

nicht, dass es mit Zahlen festlegbar ist. Manche

fühlen sich vielleicht in meinem Alter, mit 61 Jahren,

alt, andere jung. Ich bin noch aktiv tätig und

fröne keinem Pensionistendasein, aber ich habe

mein Arbeitspensum von 150 Prozent in meiner Zeit

als Gesundheitsminister heute auf deutlich unter

100 Prozent reduziert. Ich gönne mir Pausen und

setze meine Prioritäten. Es klingt jetzt vielleicht

erschreckend, aber ich habe mir erst jetzt erstmals

umfassend und präzise die Frage gestellt, was für

Viele von uns haben mehr Freiheiten und

mehr Zeit. Das ist ein großes Geschenk. Ich

definiere Alter daher als etwas sehr Positives!

mich ein gutes Leben ist und was es dafür braucht.

Diese Fragen kann man sich immer nur dann stellen,

wenn man dafür genügend Zeit hat. Ich versuche, mir

das Leben so zu gestalten, dass ich das tue, was mir

Freude bereitet. Es gibt für mich heute eine andere

Form der Wahlfreiheit – das genieße ich sehr.

Durch den demografischen Wandel und die damit

gestiegene Lebenserwartung hat sich das, was wir

als „Alter“ verstehen, in den letzten Jahrzehnten

stark gewandelt. Was ist denn „das Alter“ für Sie?

Für mich ist „das Alter“ eine Lebensphase, die

bedeutend länger dauert als für die Generationen vor

uns. Es ist ein wesentlicher, großer und umfassender

Teil des Lebens und für mich mit großen Chancen

verbunden. Viele von uns haben mehr Freiheiten und

mehr Zeit. Das ist ein großes Geschenk. Ich definiere

Alter daher als etwas sehr Positives! Es ist auch eine

Phase von Chancen und Selbstbestimmungsmöglichkeiten

– solange man keinen Pflegebedarf hat und

selbstständig und selbstbestimmt leben kann.

Sie definieren Alter als etwas sehr Positives.

Gleichzeitig ist das Alter häufig auch negativ konnotiert.

Haben Sie sich schon einmal alt gefühlt?

Das ist schwierig, denn was bedeutet es schon, sich

alt zu fühlen? Ja, ich habe mich müde und ausgelaugt

gefühlt. Ich habe den Eindruck, dass wir in unserer

„Immer-mehr-immer-höher-Gesellschaft“ Jahrzehnte

hatten, in denen das Alter ziemlich zur Seite

geschoben wurde. Aufgrund der demografischen

Entwicklung und der medizinischen Leistungen gibt

es ja immer mehr alte Menschen. Ich sehe daher,

dass sich die Positionierung und die Wertigkeit des

Alters gerade in unserer Gesellschaft ändert – auf eine

positive Art und Weise.

Als ehemaliger Gesundheitsminister haben Sie

sich beruflich intensiv mit Gesundheit in allen

Lebensaltern beschäftigt. Inwiefern hat diese

politische Beschäftigung Sie in Ihrer Gesundheit

geprägt?

Sehr stark! Ich habe mir zu meinem Amtsantritt die

Antrittsreden meiner Vorgängerinnen

und Vorgänger durchgelesen. In

einem Punkt waren sich alle einig: Wir

müssen mehr für die Gesundheitsvorsorge

tun. Leider ist daraus herzlich

wenig geworden. Einerseits, weil

das Thema schwer greifbar ist, und

andererseits, weil es immer tagespolitische

Prioritäten gibt, die finanziell

schwerer dotiert werden. Meine Tätigkeit

als Gesundheitsminister hat mich für das Thema

Prävention extrem sensibilisiert. Ich habe gelernt,

darauf zu achten, was mein Körper, meine Seele und

mein Geist brauchen. Heute merke ich, dass mir das

sehr guttut.

In Ihrer aktiven Zeit als Politiker sind Sie sowohl

mit Ihrer physischen als auch psychischen

Gesundheit sehr offen umgegangen. Braucht es

eine verstärkte Aufmerksamkeit für psychische

Gesundheit im Alter?

Die braucht es nicht nur im Alter, sondern generell!

Das ist eine unserer großen Schwachstellen in einem

sonst hervorragenden Gesundheitssystem. Ich verwehre

mich gegen das Segmentdenken. Die psychische

Gesundheit betrifft genauso wie die physische

Gesundheit uns alle.

Ihr Buch mit dem Titel „Pandemia“ wird in wenigen

Wochen erscheinen. Darin beschäftigen Sie sich

mit Einsichten und Aussichten im Zusammenhang

mit der Corona-Pandemie. Welche Auswirkungen

hatte und hat die Pandemie auf ältere Menschen?

Hohes Alter war und ist in der Pandemie mit einem

erhöhten Risiko verbunden. Ich habe sehr viele

ältere Menschen erlebt, die mit diesem Risiko sehr

vorsichtig umgegangen sind. Gleichzeitig war es für

Menschen, die in Pflegeheimen oder Institutionen

leben, besonders schwierig, weil die Besuchstätigkeiten

zeitenweise eingeschränkt waren. Wenn man

nicht mehr mobil ist, selbst unterwegs sein kann,

sondern tagtäglich auf Besuche wartet, ist das eine

sehr schwierige Situation. Ich erachte es als

spannend, dass die Pandemie auch eine große

Übung in Sachen Solidarität ist. Wie können wir

auf die unterschiedlichen Generationen Rücksicht

nehmen? Wir haben gelernt, dass wir nur

dann sicher sind, wenn alle sicher sind. Das ist

für mich ein neuer Begriff von Solidarität und

Zusammenhalt der Generationen.

Sie sind auch aufgrund Ihrer Social-Media-

Tätigkeit bekannt dafür, viel in der Natur

unterwegs zu sein. Ist das der Schlüssel für

Sie, sich möglichst lange jung zu fühlen und zu

bleiben – wie auch immer „jung“ definiert ist?

Ich bin sehr gerne mit meinen Tieren und anderen

Menschen in der Natur und in Bewegung.

Mehr Zeit als früher als aktiver Politiker zu

haben, bedeutet für mich auch, drei- bis viermal

pro Woche laufen gehen zu können. Ich habe

mir auch als Projekt vorgenommen, einmal

pro Woche einen Stadtteil von Wien, wie etwa

die Steinhofgründe, zu „erlaufen“. Du nimmst

die Gegend ganz anders wahr, und das genieße

ich sehr. Diese Mischung aus Bewegung und

Neugierde halte ich insgesamt für sehr wichtig.

Das Alter ist für mich eine große

Chance, weil es eine Phase ist, in

der man die Zeit hat, viele neue

Wege zu gehen. Und diese Zeit

sollten wir auch nutzen!

Aber natürlich gibt es kein Patentrezept, um fit

zu bleiben. Es kommt immer darauf an herauszufinden,

was einen glücklich macht – das, so

glaube ich, ist Teil des Schlüssels.

Was wünschen Sie sich selbst für Ihr persönliches

Älterwerden und was möchten Sie

unseren Lesern auf diesem Wege mitgeben?

Sich die Neugierde zu erhalten – eine Neugier

auf das Neue und keine Angst vor diesem Neuen

zu haben. Und sich die Lebensfreude zu

bewahren oder zu lernen, sie zu verstärken. Das

Alter ist für mich eine große Chance, weil es

eine Phase ist, in der man die Zeit hat, viele

neue Wege zu gehen. Und diese Zeit sollten wir

auch nutzen!

Wir hören

Ihnen zu.

Denn Beratung wird bei uns Beziehung genannt

und dementsprechend nehmen wir uns Zeit für

Ihre Hörbedürfnisse.

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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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FOTO: SHUTTERSTOCK, JOLYGON

Es ist nicht

immer „nur“

das Alter

Dr.med.univ.

Angelika Reitböck

Ärztin für Allgemeinmedizin

| Fachärztin

für Dermatologie

Präsidentin des

Österreichischen

Hausärzteverbands

Franziska L.

Betroffene

FOTO WALTER, GRIESKIRCHEN FOTO: ZVG

Beschwerden einer Aortenklappenstenose

werden häufig auf das Alter geschoben. Dabei

ist die Erkrankung lebensbedrohlich, wie die

Gespräche mit Dr. Angelika Reitböck, Präsidentin

des Österreichischen Hausärzteverbandes, und

der Patientin Franziska L. zeigen.

Frau Dr. Reitböck, auf welche Alarmzeichen

einer möglichen Aortenklappenstenose

sollten Menschen hören?

Die Aortenklappenstenose ist eine Erkrankung

des hohen Lebensalters und kommt

zumeist ab dem 75. oder 80. Lebensjahr

vor. Betroffene Menschen werden weniger

belastbar und merken das etwa beim Stiegensteigen

oder bei größeren Anstrengungen.

Weitere Anzeichen können Schwindel

oder Ohnmachtsanfälle sein. Wenn man

also bemerkt, dass die Leistungsfähigkeit

nachlässt oder Atemnot auftritt, ist es ganz

wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Denn

dahinter kann eine Aortenklappenstenose

stecken. Zur Erklärung: Das Herz hat vier

Klappen. Die Aortenklappe ist dabei jene

Klappe, die dafür sorgt, dass das sauerstoffreiche

Blut aus dem Herzen in die richtige

Richtung im Körper fließt.

Wie können Ärzte erkennen, ob sich

hinter diesen Beschwerden eine Aortenklappenstenose

verbirgt?

Die Aortenklappenstenose macht beim

Abhören ein sehr lautes Geräusch. Wenn

man das also hört und Patienten gleichzeitig

über Leistungsverlust klagen, werden sie

zum Internisten geschickt. Dort kann dann

das Herz über Ultraschall genauer untersucht

werden und festgestellt werden, ob

die Aortenklappe verkalkt ist.

Sie haben vorhin die Symptome erwähnt,

die ja der weitläufigen Vorstellung

vom allgemeinen Älterwerden sehr

ähnlich sind. Werden die Beschwerden

häufig einfach auf das Alter geschoben?

Absolut! Das sehe ich in meiner Praxis sehr

häufig. Viele Patienten kommen leider erst

sehr spät zum Arzt, weil sie denken, dass sie

einfach alt werden. Daher sind in diesem

Rahmen Vorsorgeuntersuchungen auch im

höheren Lebensalter sehr wichtig.

Was würde passieren, wenn die Aortenklappenstenose

unbehandelt bliebe?

Wenn man nicht behandelt, kann die Aortenklappenstenose

tödlich sein. Es ist eine

sehr ernst zu nehmende, fortschreitende

Erkrankung!

Welche Behandlungsmöglichkeiten

gibt es?

Früher war die Aortenklappenstenose

gefürchtet, weil es einer großen Operation,

in der der Brustkorb geöffnet wurde, bedurfte.

Heute können wir nicht nur Medikamente

verabreichen, sondern auch den Eingriff

über einen Katheter durchführen, um eine

neue Aortenklappe zu platzieren. Dieses

Verfahren hat die Behandlung revolutioniert

und wir können noch mehr Patienten heute

damit weitere Lebensjahre schenken!

Frau L., wie haben Sie erfahren, dass Sie

an einer Aortenklappenstenose leiden?

Hatten Sie zuvor irgendwelche Symptome

oder Beschwerden?

Bei mir ist es so losgegangen, dass ich

oftmals keine Luft bekommen habe. Ich bin

dann zum Arzt gegangen, der mich untersucht

hat und festgestellt hat, dass meine

Herzkranzgefäße verkalkt sind. Diese wurden

dann entkalkt und drei Stents gesetzt.

Bei einer weiteren Untersuchung wurde

dann festgestellt, dass auch meine Aortenklappe

verkalkt ist und dass diese behandelt

werden sollte. Ich muss ehrlich sagen, dass

ich mich zuerst nicht „drüber getraut“ habe.

Aber jetzt bin ich sehr froh, dass ich den

Eingriff vornehmen lassen habe. An dieser

Stelle möchte ich mich an die gesamte Ärzteschaft

wenden, die mich betreut hat. Sie

haben wirklich Hervorragendes geleistet!

Warum hatten Sie zunächst Bedenken,

den Eingriff durchführen zu lassen?

Ich dachte mir, dass ich das mit meinen 88

Jahren nicht überleben würde. Ich wollte

nicht sterben und hatte einfach Angst! Eine

junge Ärztin hat mir dann gut zugesprochen,

dass ich den Eingriff wirklich nicht aufschieben

sollte, weil die Situation einfach nicht

mehr besser wird. Im Nachhinein bin ich

wirklich sehr froh, dass ich mich dafür entschieden

habe. Die Ärzte haben mich sehr gut

betreut und ich habe alles gut überstanden.

Hätten Sie den Eingriff nicht durchführen

lassen, würde es Ihnen heute

vermutlich schlechter gehen?

Wahrscheinlich. Denn mein Zustand wäre

ja immer schlechter geworden. Es hätte ja

sogar plötzlich aus sein können mit mir!

Können Sie also heute sagen, dass sich

Ihre Beschwerden durch den Eingriff

gebessert haben?

Es ist schon viel besser geworden. Natürlich

kann ich heute vieles mit meinen 88 Jahren

nicht mehr. Meine Familie kümmert sich

sehr gut um mich. Dafür bin ich sehr

dankbar. Ich habe ein bisschen Probleme,

wenn ich zu Fuß unterwegs bin, aber dafür

habe ich immer wieder einen Therapeuten.

Schließlich will ich heuer im Mai wieder

nach Meran fahren. Wenn ich früher

hinausgegangen bin, musste ich häufig

stehen bleiben und hatte Atemnot. Ich

wusste immer, wo auf meinen Runden eine

Bank steht, auf der ich mich ausruhen kann.

Dann habe ich mich hingesetzt und bin

später wieder weitergegangen. Das geht nun

besser. Aber natürlich spüre ich auch das

Alter. Ich hätte mir aber nie gedacht, dass ich

einmal so alt werde – und dank der Ärzte darf

ich sogar noch ein bisschen weiterleben!

Quelle: Otto CM. Timing of aortic valve surgery.

Heart 2000; 84:211–8

TRANSKATHETER-AORTENKLAPPEN-

IMPLANTATION (TAVI)

Die TAVI ermöglicht einen perkutanen

Aortenklappenersatz und kann unter

Lokalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt

werden. Bei diesem weniger invasiven

Verfahren sitzt die komprimierte Herzklappe

auf einem Katheter, der dann in den Körper

eingeführt und zur Implantation durch die

native Aortenklappe geschoben wird.

Sobald die Transkatheter-Herzklappe präzise

positioniert wurde, wird sie freigesetzt bzw.

expandiert, so dass sie sich korrekt in der

verkalkten Aortenklappe verankert.

Quelle: Saia F, et al. Routine minimalist transcatheter

aortic valve implantation with local anesthesia only. J

Cardiovasc Med (Hagerstown). 2020 Oct;21(10):805-811

©2022 PP--EU-3906 V1.0


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So bereiten Sie sich auf Ihren

Termin bei Ihrem Hausarzt vor

1

Anfrage einer

3

Herzuntersuchung

Weshalb haben Sie diesen Termin vereinbart?

Ich mache nicht mehr so viel wie früher und/oder

meine Umgebung erkennt Folgendes an mir:

Ihre Herzgesundheit

Üben Sie im Vergleich zu der Zeit vor 6 Monaten noch immer

die täglichen Aktivitäten und Hobbys aus, die Sie immer ausgeübt

haben und die Ihnen Spaß machen?

Ja, meine tägliche Routine ist unverändert

Kurzatmig und schnell außer Atem

Schnell müde

Schmerzen auf der Brust

Schwindel

Herzklopfen

Unterbrechung anstrengender

Tätigkeiten wegen Atemlosigkeit

Ich muss es ruhiger angehen lassen, aber ich bin noch aktiv

Nein, früher war ich aktiver

Sind in Ihrer Familie Herzprobleme aufgetreten?

Ja

Nein

Weiß ich nicht

Hat Ihr Hausarzt Ihr Herz jemals mit einem Stethoskop abgehört?

Wann haben diese Symptome begonnen?

(Beispielsweise: vor einigen Wochen, bei einer bestimmten

Aktivität, Signale seitens Verwandter)

Ja, vor weniger als einem Jahr

Ja, vor über einem Jahr

Nein

Weiß ich nicht

Leiden Sie den gesamten Tag darunter oder

nur zu bestimmten Zeiten?

(Beispielsweise: beim Laufen oder nachts)

Wenn Sie die letzte Frage

mit Ja beantwortet haben:

Wurde Ihnen zu einem früheren Zeitpunkt bereits

mitgeteilt, dass Sie Herzgeräusche haben?

Ja

Nein

Weiß ich nicht

2

Ihre

Symptome im Blick behalten

Ich erlebe die folgenden Symptome

Fragen, die Sie Ihrem

Hausarzt stellen können

Mehr

als üblich

Weniger

als üblich

Müdigkeit/wenig Energie

Kurzatmigkeit nach täglichen

Aktivitäten oder im Liegen

Schwäche/Schwindel

Geschwollene Knöchel oder Füße

Gefühl, dass mein Herz einen

Schlag auslässt, oder Herzklopfen

Zu Ihren Symptomen:

Was bedeuten meine Symptome?

Wie klingt mein Herz, wenn Sie es mit dem Stethoskop abhören?

• Habe ich Herzgeräusche?

• Gibt es etwas, womit ich aufhören muss oder was

ich vermeiden kann, damit sich meine Symptome nicht verschlimmern?

• Woher weiß ich, ob sich meine Symptome verschlechtern?

• Wie kann ich meine täglichen Aktivitäten und Hobbys, die ich

einschränken oder aufgeben musste, wieder aufnehmen?

• Ich glaube, dass ich ein oder mehrere Symptome von

Aortenstenose habe, was muss ich tun?

Schmerzen auf der Brust

Schwierigkeiten, kurze

Entfernungen zu gehen

Ich habe keine Symptome

Wenn Sie eines dieser Symptome erleben oder

merken, dass sie sich verändern oder verschlechtern,

teilen Sie dies unverzüglich Ihrem Hausarzt mit.

Was sind die nächsten Schritte?

Muss ich einen erneuten Termin mit Ihnen machen?

Falls ja, wann?

Muss ich Untersuchungen ausführen lassen?

Wie wird Aortenstenose diagnostiziert?

• Welche Untersuchungen muss ich vornehmen lassen,

damit eine Diagnose gestellt werden kann?

• Muss ich irgendwelche Aktivitäten einstellen,

während ich auf meine Untersuchungsergebnisse warte?

• Wie erhalte ich meine Ergebnisse?

• Mit wem muss ich Kontakt aufnehmen,

wenn ich meine Ergebnisse nicht erhalte?


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Mobilität ist keine

Frage des Alters

FOTO: SHUTTERSTOCK

Osteoporose:

Training

stärkt Knochen

und Muskeln

Großmamas Beine trugen sie in der Früh leichtfüßig

vom Bett in die Küche, in den Stall, in die Schule und

nachmittags aufs Feld. Sie trugen sie durch Krieg und

Wiederaufbau. Sie trugen sie durch mehr als 80 Jahre

Leben. Erinnerungen einer Enkelin.

Text: Doreen Brumme

Körperliche Bewegung regt die

Erneuerung von Knochenzellen an. Auch

im fortgeschrittenen Alter ist es darum nie

zu spät für Physiotherapie, erklärt Prof. Dr.

Heinrich Resch.

Text: Werner Sturmberger

Als Zwölfjährige lebte ich eine

Zeit lang bei meinen Großeltern.

In der Früh stand

Großmama auf, bereitete auf

leisen Sohlen das Frühstück

vor, weckte Großpapa und mich. Nach der

Schule stellte sie mir das Mittagessen und

später dann frisch gebackenen Ameisenkuchen

auf den Tisch, an dem ich Hausaufgaben

machte. Und emsig wie eine Ameise

war Großmama auf den Beinen. Pausenlos.

Während Großpapa außer Haus arbeitete,

kümmerte sie sich um uns, das Haus und

den riesigen Garten dahinter, der uns mit

Obst und Gemüse versorgte.

Ich wuchs heran, die Besuche bei den

Großeltern wurden seltener. Matura,

Volontariat und Studium ließen mir nicht

viel Zeit. Meine Welt wurde größer und

Großmamas kleiner. Ihre Schritte schlurften

bei jedem Wiedersehen langsamer.

Großpapa ließ sich beraten und besorgte

ihr erst Gehhilfen, dann einen Rollator

mit Körbchen und Sitz. Für die Stufen vor

der Haustür zimmerte er ihr eine Rampe.

So konnte Großmama noch teilhaben am

Leben draußen.

Doch irgendwann wollten Großmamas

Beine nicht mehr so richtig. Ihr wurden

Bettvorleger und Türschwellen zur Stolperfalle.

Nach einem Sturz blieb Großmama

ganz im Haus, zu groß war ihre Angst vorm

erneuten Hinfallen. Dann saß Großmama

nur noch. Großpapa ging wieder zur

Beratungsstelle. Die Berater kamen diesmal

sogar ins Haus, um die Situation vor Ort zu

bewerten und die beste Lösung für Großmama

zu empfehlen: in ihrem Fall einen

Rollstuhl. Darin schob Großpapa sie an

sonnigen Tagen in den Garten.

Großpapa, selbst schon lange am Stock,

doch noch rüstig genug, um Auto zu fahren,

besorgte von nun an – mit Großmama

gemeinsam – mit seinem behindertengerechten

Wagen, was die beiden zum

Leben brauchten. Sie besuchten damit auch

regelmäßig die verstreute Familie. Auch

vor der Großstadt machten sie nicht halt –

nachdem sich die beiden wieder beraten

haben lassen. Diesmal dazu, wie sie einen

Behindertenparkausweis bekommen. Damit

ersparten sie sich die elende Suche nach

einem freien Parkplatz und die Parkgebühr.

Ich bin stolz, mutige Großeltern zu haben,

die vor nichts zurückschrecken und immer

noch am Leben teilhaben.

ÖAMTC. Ihre Mobilität zählt.

Was ist Osteoporose und

wer ist davon betroffen?

Bei der Osteoporose handelt es

sich um eine Veränderung im

Knochenstoffwechsel. Diese

führt zu Veränderungen der

Knochenstruktur, Elastizität,

Mineralisation, Zusammensetzung

und Festigkeit.

Diese bedingen wiederum eine

vermehrte Anfälligkeit für Frakturen.

Dabei handelt es sich

weitgehend um Bagatellfrakturen

– also Stürze aus nicht allzu

großer Höhe, die bei einem

gesunden Knochen nicht zum

Bruch führen würden. Gesamt

sind etwa zehn Prozent der

Bevölkerung davon betroffen,

Frauen dreimal so häufig wie

Männer. Sie tritt vor allem im

fortgeschrittenen Lebensalter

auf.

Welche Risikofaktoren

gibt es?

Bislang sind zwölf klinische

Risikofaktoren bekannt. Die

beiden wichtigsten darunter

sind die genetische Veranlagung

und die Tatsache, dass

schon Frakturen aufgetreten

sind. Häufig kommt es bereits

im Alter von 40 bis 50 Jahren zu

Frakturen, die im Zusammenhang

mit einer Osteoporose

stehen, aber nicht mit dieser in

Verbindung gebracht werden.

Darum sollten auch Brüche,

die in jungen Jahren oder noch

vor der Menopause erfolgen,

sorgfältig abgeklärt werden.

Darüber hinaus können auch

Krankheiten und Medikamente

eine Osteoporose verursachen.

Welche Therapiemöglichkeiten

gibt es?

Bei Patienten, bei denen ein

hohes Risiko für eine Fraktur

besteht, wird rasch mit einer

medikamentösen Therapie

begonnen. Dabei verfügen

wir über Medikamente, die

den Abbau der Knochenzellen

bremsen, und andere, die den

Aufbau dieser Zellen fördern.

Mittlerweile gibt es auch

Präparate, die beides können.

Ich brauche aber immer auch

die physikalische Therapie zur

Behandlung der Osteoporose.

Warum ist Krafttraining

und allgemein Bewegung

so wichtig?

Direkte Übertragung von

physikalischer Kraft auf den

Knochen über das Mechanosensorsystem

ist sehr wichtig

und richtig angewandt auch

sehr effektiv. Bewegung und die

Schwingungen, die sie im

Skelett auslöst, fördern

Regeneration und Wachstum

von Knochenzellen, verbessern

aber auch die Muskulatur. Aus

Studien mit Seniorentanzgruppen

wissen wir, dass sich selbst

solche leichten Aktivitäten

positiv auf die Knochen

auswirken. Umgekehrt haben

wir in der Pandemie beobachten

können, dass Bewegungsmangel

einen deutlich

negativen Einfluss hat. Darum

sollte man unbedingt, in

welchem Rahmen auch immer,

aktiv und in Bewegung

bleiben – in jedem Alter.

FOTO: FPETRO DOMENIGG

Univ.-Prof. Dr.

Heinrich Resch

FA für Innere Medizin,

Rheumatologie und

Gastroenterologie,

Osteologe DVO

A ÖAMTC Behinderung & Mobilität - Infos und Beratung

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FOTO: SHUTTERSTOCK

Rheumatologie –

etwas Neues bitte

In der Medizin sind rheumatologische Erkrankungen

Quotenbringer. Ist man selbst betroffen, ändert sich die

Sichtweise. „Rheumen“ wir mit ein paar Mythen auf!

Text OA Dr. Raimund Lunzer

Rheuma liegt eine Autoimmunität

und -inflammation

zugrunde. Dabei greift das

Immunsystem körpereigene

Strukturen an und richtet

Entzündungsreaktionen gegen

sich selbst.

Die Immunologie hat sich in den letzten 20

Jahren sehr weiterentwickelt, was die erfolgreiche

Behandlung von Patient:innen mit

entzündlichen Erkrankungen angeht. Dank

fundierter wissenschaftlicher Forschung

muss man nicht mehr „ein Leben lang“ an

starken Schmerzen leiden – und auch nicht

langsam an einer Erkrankung oder aufgrund

der Therapie sterben.

Kaum eine medizinische Fachdisziplin war

und ist so erfolgreich wie die Rheumatologie:

Ein Stillstand der entzündlichen Aktivität ist

erreichbar! Bis 1945 noch war keine einzige

zielgerichtete Therapie bekannt; auch die

Entwicklung von Kortison entpuppte sich

nach anfänglicher Euphorie und beeindruckenden

Behandlungsergebnissen als nicht

zielführend. Man glaubte, die aggressiv-zerstörenden

Krankheiten „geheilt“ zu haben.

Doch die Nebeneffekte zeigten sich schnell

und lange Zeit blieb Patient:innen nur die

Erduldung der Symptome. Erst nach und

nach verschob sich der Fokus in der Rheumatologie

von abwartender Haltung – aufgrund

teils schwer toxischer Medikamente – hin

zu extrem wirkungsvollen, zielgerichteten

Therapien, die ab 1999 mit Biologika sogar

Schwangerschaft ermöglichten.

Eine Autoimmunerkrankung ist eine

Fehlsteuerung des Immunsystems, bei der

Zellen und Organe als falsch verstandene

Antigene attackiert, Antikörper gebildet

und damit eine Entzündung ausgelöst

werden. Krankheiten wie Typ-1-Diabetes

und Multiple Sklerose bis hin zu Schuppenflechte

und eben Rheuma sind das Ergebnis.

Die Autoimmunerkrankung hierfür ist zwar

eine genetische Grundvoraussetzung, die

auslösenden Momente sind aber extrem

heterogen. Zurückliegende virale Infekte

stehen auch immer wieder im Verdacht als

Auslöser zu wirken.

Als „Big-point“ in der Medizin gilt auch

das sogenannte Mikrobiom des Magendarmtrakts.

Er ist einer der wichtigsten Grundpfeiler

des Immunsystems, was häufig die

Annahme schlussfolgern lässt, Ernährungsänderungen

könnten diese Autoimmunreaktion

bzw. Entzündungsprozesse substanziell

günstig beeinflussen oder gar beenden.

Verbesserungen sind in Einzelfällen durch

Weglassen eines Nahrungsmittels möglich,

ja, nicht jedoch auf breit angelegter Ebene.

Fakt ist, dass Entzündungen gelenksspezifisch

sind, was auch Arteriosklerose begünstigt.

Diesbezüglich haben sich hocheffiziente

biologische Therapien und deren gute

Verträglichkeit nicht vollends durchgesetzt,

weil es heutzutage nicht mehr genügt, sich

nur auf die Reduktion von Schwellungen der

Gelenke zu konzentrieren.

Das Alter kommt ins Spiel

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit

des Immunsystems nach. Folgen

hiervon sind das Entzündungsaltern und

eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit; damit

verbunden sind dann chronische Erkrankungen

bei älteren Menschen.

Ab dem 40. bis 50. Lebensjahr reifen keine

T-Lymphozyten mehr, weshalb das Immunsystem

auf den Bestand, der bis zu diesem

Zeitpunkt gebildet wurde, angewiesen ist.

Die Anzahl unspezifischer „Killerzellen“

nimmt dagegen im Alter zu. Diese Umkehr

der Zellverhältnisse bewirkt eine reduzierte

Produktion von Antikörpern. Kurzum, das

alternde Immunsystem kann bei der Präsentation

neuer Antigene nicht mehr angemessen

reagieren. Mit Impfungen kann man

das Immunsystem im Alter trainieren; auch

cholesterinsenkende Mittel sind sinnvoll.

Maschine Learning Systems und „applikationsgestützte

Gesundheitshelfer“ sind

ebenso im Kommen. Leider werden von

10.000 deutschsprachigen Apps momentan

nur 17 den Mindestansprüchen gerecht.

Letztendlich hängt individueller Behandlungserfolg

nicht nur von biologischen

Faktoren ab, sondern auch vom Zusammenspiel

von Begleiterkrankungen, psychosozialen

Faktoren, Therapieeinhaltung,

Überzeugungen und nicht wissenschaftlichen

Wahrnehmungen.

OA Dr. Raimund

Lunzer

Leitung Rheumaambulanz,

Krankenhaus der

Barmherzigen

Brüder Graz

FOTO: ZVG

Besser leben mit Rheuma:

www.lebenmitrheuma.at

Informationen zu Rheumatoider Arthritis,

Morbus Bechterew (Ankylosierender

Spondylitis) und Psoriasis Arthritis

Expert*innenvideos zu Themen wie Schmerz,

Remission & Krankheitskontrolle

Wirkstoffe einfach erklärt: Wie Rheuma-Medikamente

(Biologika und JAK-Inhibitoren) wirken

Ernährungstipps und

Rezepte zum Nachkochen

Bewegungsübungen und

Yoga zum Mitmachen

Tipps für mehr Lebensqualität von

Betroffenen für Betroffene

uvm.

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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

INTERVIEW

Spina bifida und der Goldstandard Selbstkatheterismus

Der Urologe Univ.-Prof. Dr. Lukas Lusuardi erklärt im Interview, wie sich Spina bifida,

die weitläufig als „offener Rücken“ bekannt ist, von der Kindheit bis ins Alter zeigt.

Prim. Univ.-Prof. Dr.

Lukas Lusuardi

Universitätsklinikum

für Urologie und

Andrologie

Salzburger Landeskliniken

FOTO: SALK

Welches Krankheitsbild steckt hinter

Spina bifida, gerade im Hinblick auf

urologische Fragen?

Spina bifida ist eine angeborene Missbildung

der Wirbelsäule und somit automatisch auch

der Nerven, die im Bereich der Wirbelsäule

und des Rückenmarks vorhanden sind. Je

nachdem wo sich die Läsion befindet, können

die Auswirkungen von Spina bifida sowohl

motorischer als auch neurologischer Natur

sein. Außerdem kann Spina bifida Auswirkungen

auf die Miktion, also die Blasenentleerung,

sowie die Defäkation, den Stuhlgang,

haben. Das bedeutet also, dass Patienten mit

Spina bifida verschiedene Probleme in all

diesen Bereichen haben können – je nachdem

wo die Läsion bei der Geburt auftritt.

Wie geht es dann im Laufe des Lebens

weiter?

Kinder werden gleich nach der Geburt in

erfahrenen neurochirurgischen Zentren

versorgt. Wie sich die Situation bei Menschen

mit Spina bifida entwickelt, versteht

man erst mit dem Heranwachsen. Davon

hängt es auch ab, ob Entleerungsschwierigkeiten

im Bereich der Blase oder des

Darms Probleme bereiten und ob es weitere

Spezialisten aus der Urologie, Proktologie

oder der Pflege, und hier insbesondere der

Stoma- oder Inkontinenzberatung, braucht.

Ergeben sich durch ein höheres Alter

zusätzliche Probleme?

In der Regel ist es so, dass Patienten im

Alter bereits einen gewissen Grad an Versorgung

in ihrem Leben erfahren haben.

Aber natürlich kann sich der Zustand aus

mehreren Gründen im Alter verschlechtern.

So kann es zum Beispiel sein, dass Patienten

etwa im Bereich der Blasenentleerung

gut versorgt waren, sich aber durch neu

eingetretene Erkrankungen im Alter zusätzliche

Probleme entwickeln. Oder wenn der

Patient bislang in der Lage war, sich gut

selbst zu katheterisieren, und im Alter dann

auf Hilfe angewiesen ist.

Warum ist es wichtig, dass Patienten

möglichst lange autonom sein können,

gerade wenn es um das Thema Katheterisieren

geht?

Die ideale Variante für unsere Patienten ist

der aseptische intermittierende Selbstkatheterismus.

Das bedeutet, sich täglich

vier- bis sechsmal selbst zu katheterisieren.

Wenn Patienten älter werden und aufgrund

von zusätzlichen Erkrankungen oder

aufgrund ihres kognitiven Zustandes nicht

mehr in der Lage sind, das gut durchzuführen,

suchen wir nach anderen Möglichkeiten.

Aber solange das Selbstkatheterisieren

autonom gut für Patienten funktioniert, ist

das unser aktueller Goldstandard.

Text

Magdalena

Reiter-Reitbauer

FOTO: ZVG

Alexandra

Fürruther

Kontinenz- und Stomaberaterin,

zertifizierte

Wundmanagerin

Worauf kommt es bei der Anwendung des

Selbstkatheterismus bei Menschen mit

Spina bifida an?

Der Selbstkatheterismus wird nicht vom

Krankheitsbild beeinflusst. Für alle, die

sich selbst kathetern, ist es wichtig, dass sie

aseptisch, das bedeutet keimfrei, und restharnfrei

katheterisieren – das gilt ein Leben

lang. Weiters ist wichtig die richtige Katheterfrequenz

einzuhalten und atraumatisch zu

katheterisieren.

Das bedeutet, es ändert sich auch nichts

mit dem Älterwerden?

Es ändert sich nur der Durchmesser eines

Katheters, da dieser mit dem Alter mitwachsen

muss. Ab dem Erwachsenenalter ändert

sich der Durchmesser bis zum Lebensende

nicht mehr. Patienten sollten wissen, dass

immer wieder neue Produkte auf den Markt

kommen, die beispielsweise eine einfachere

Handhabung ermöglichen oder ein sauberes

Katheterisieren vereinfachen. Daher ist es

wichtig, dass Patienten mit uns in der Pflege

immer in Kontakt bleiben.

Es besteht also die Empfehlung, im Sinne

eines guten Krankheitsmanagements

Bis ins Alter

vertrauensvoll und gut betreut

Im Interview führt DGKS Alexandra Fürruther aus, worum

es beim Selbstkatheterismus geht und wieso regelmäßige

Kontrollen für Menschen mit Spina bifida wichtig sind.

regelmäßig zu Kontrollen zu gehen, um

nicht im Alter Probleme zu bekommen?

Das ist richtig! Die Blase kann bei Menschen

mit Spina bifida bereits geschädigt sein und

sich anders entwickeln als bei gesunden

Menschen. Die Blase kann Harn nicht so

gut speichern oder sich nicht gut entleeren.

Man muss also ständig in Kontrolle bleiben,

damit keine Nierenschäden auftreten oder

etwa auch um zu sehen, ob die Katheterfrequenz

anzupassen ist oder Medikamente

adaptiert werden sollen. Durch das

Älterwerden verändert sich oft auch der

Bewegungsapparat, was zusätzlich zu Einschränkungen

führen kann. Außerdem kann

Inkontinenz entstehen, und gerade ältere

Menschen sollten Harnverlust nicht einfach

so hinnehmen, sondern das mit Ärzten

oder Pflegepersonal besprechen. Wenn man

nichts dagegen unternimmt, geht man das

Risiko ein, dass man Organe, wie zum Beispiel

die Nieren, zusätzlich schädigt.

Woran würden Sie eine gute Compliance,

also das aktive Mitwirken des Patienten

an Therapien, festmachen?

Gerade urologische Themen haben oft etwas

mit Scham zu tun. Es ist wichtig, dass man

auf die Patienten und ihre Fragen eingeht

und ihnen nicht das Gefühl gibt, keine Zeit

für sie zu haben. Denn dann gehen oft

Probleme unter. Daher ist das Vertrauensverhältnis

zwischen Patienten, Ärzten und

Pflegepersonen ganz wichtig!

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INSPIRATION

Wohlfühlinsel

Badezimmer

Unabhängig von seiner Größe ist klar: Unser Bad

kann mehr. Einige Ideen, die einen oft unterschätzten

Raum im Haushalt massiv aufwerten können.

Text: Philipp Jauernik

Wer kennt das

nicht? Der

Wecker läutet,

und der erste Gang

des Tages führt ins Badezimmer.

Dusche und Morgentoilette gehören

zur üblichen Routine zu Beginn des

Tages – oder ein Schaumbad zu einem

gelungenen entspannten Abend daheim.

Das Badezimmer ist damit längst vom

reinen funktionellen Nassraum eines

Haushalts zu einem Ort geworden,

der unser Wohlbefinden positiv

beeinflussen kann.

Wer eine größere Sanierung

anstehen hat, sollte sich hier

besonders viele Gedanken machen.

Aber auch ohne eine solche kann

mit einfachen Kleinigkeiten viel

gewonnen werden.

Denken wir etwa an ein einfaches

Infrarotpaneel: Mit relativ

geringem Aufwand verwandeln

Sie eine Duschkabine in eine

Wellnesszone. Platzsparend an der

Wand angebracht, hilft es, den Körper mit

wohltuender Energie zu versorgen, die lokale

Durchblutung zu fördern und die Muskelspannung

zu senken. Mit einfach einzubauenden

Dampfkabinen hingegen können Verkühlungen

ebenso bekämpft werden wie Schmerzen,

Verspannungen und Hautunreinheiten.

Einen ähnlichen Effekt haben Farbleuchten.

Sie tauchen das Badezimmer je nach Wunsch

etwa in rotes oder blaues Licht. Das lässt uns

besser entspannen und hilft gerade im Winter

gegen Depressionen oder Schlafstörungen.

Auch beim Wasser selbst ist vieles möglich.

Wanne raus/Dusche rein

Haltegriffe, erhöhte WC´s, Duschsitze

Funktionalität im erstklassigen Design

Beginnend bei der Duschvorrichtung: Je nach

Bedarf und Stimmungslage ist es möglich,

den Brausekopf unterschiedlich einzurichten.

Stärkerer oder schwächerer Strahl bis hin zur

Regenbrause – die Möglichkeiten sind vielfältiger,

als die meisten Menschen glauben.

Eine tolle Möglichkeit ist etwa die Schwallbrause.

Hier fällt Wasser ohne Druck in einem

breiten, fächerförmigen Strahl auf den Körper.

Ist es kalt, erzielt das nach einem Dampfbad

einen tollen gesundheitlichen Effekt: Es fördert

die Durchblutung, ist gut für die Haut und

stärkt die Abwehrkräfte im Immunsystem.

Dabei können auch kleine Wassermodule in

Badewanne oder Dusche helfen, über die kalte

Wassergüsse versprüht werden können. Das

fördert die Durchblutung im ganzen Körper,

regt den Kreislauf an und wirkt nach einem

stressigen Tag schlaffördernd.

Bei entsprechend guter Planung sind dem

Bad auf dem Weg zur Wohlfühlinsel keine

Grenzen gesetzt.

FOTO: SHUTTERSTOCK

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DAS BAD umgesetzt und

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Bestattungsvorsorge –

damit auf dem letzten Weg

keine Wünsche offenbleiben

FOTO: PEXELS-DAVID-BARTUS

Eine Bestattungsvorsorge hilft, damit die letzte Feier für die Angehörigen

zu einem unvergesslichen Erinnerungsmoment wird. Jacob Homan ist

Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens Himmelblau in Wien.

FOTO: ZVG

Neben der Trauer kommen bei einem Todesfall zahlreiche

Entscheidungen auf Angehörige zu, die sie in Bezug auf das

Begräbnis und die Trauerfeier treffen müssen – gepaart mit

Zweifeln, ob sie alles ,richtig‘, sprich nach den Vorstellungen

des Verstorbenen, machen. Das fordert zusätzlich. Eine

Vorsorge kann hierbei entlasten.

Jacob Homan

Geschäftsführer

Bestattung

Himmelblau

Über die eigene Sterblichkeit zu sprechen, fällt schwer.

Noch schwerer, sich über das eigene Begräbnis Gedanken

zu machen oder dafür Vorsorge zu treffen. Wie setze

ich den ersten Schritt?

Der Tod und die Sterblichkeit sind noch immer Tabuthemen,

die gerne verdrängt werden. Zugleich merken wir in

der Bestattung ein großes Bedürfnis, darüber zu sprechen

und entsprechend vorzusorgen. Die Hemmschwelle liegt

im ersten Schritt zum Gespräch. Deshalb möchten wir den

Menschen Mut machen und raten im Freundes- und Familienkreis

über Wünsche und Vorstellungen zu sprechen.

Zusätzlich bietet sich ein professionelles Beratungsgespräch

in einem Bestattungsunternehmen an. Wir von Bestattung

Himmelblau bieten das an allen neun Standorten in Wien

kostenlos und unverbindlich an. Im ersten Schritt geht es

darum, sich seiner Wünsche bewusst zu werden und diese

inhaltlich festzuhalten, unbedingt schriftlich.

Insbesondere für die Hinterbliebenen kann es

belastend sein, wenn eine Bestattungsvorsorge fehlt.

Wie erleben Sie das?

Neben der Trauer kommen zahlreiche Entscheidungen auf

Angehörige zu, die sie in Bezug auf das Begräbnis und

die Trauerfeier treffen müssen – gepaart mit Zweifeln, ob

sie alles nach den Vorstellungen des Verstorbenen machen.

Nicht selten kommt es zu Streitereien innerhalb

der Familie, weil man sich nicht einig über die Wünsche

der Verstorbenen ist. Deswegen ist es so wichtig, dass man

sich bereits zu Lebzeiten Gedanken zur eigenen Bestattung

macht und bei der Planung selbst mitwirkt. Zusätzlich

kommt der finanzielle Aspekt hinzu, den ich im zweiten

Schritt mit einer finanziellen Vorsorge regeln kann.

Welche Fragen hinsichtlich der

Bestattungsvorsorge sollte man sich stellen?

Die Wünsche und Vorstellungen, wie die letzte Feier aussehen

soll, sind sehr individuell. Wesentlich ist die Frage

nach der Bestattungsart – Erd- oder Feuerbestattung und in

der Folge die Art der Beisetzung wie Erdgrab oder Urne zu

Hause oder gar eine Naturbestattung. Ein großer Punkt ist

die Trauerfeier: In welchem Rahmen soll diese stattfinden,

welche Musik soll gespielt werden und welche Gäste sind

willkommen? Soll ein Priester oder ein freier Trauerredner

die Zeremonie leiten? Je detaillierter man seine Wünsche

formuliert, desto schöner und individueller kann später die

Feier gestaltet werden. Trotz des schweren Abschieds soll

die Bestattung ein positiver, unvergesslicher Erinnerungsmoment

werden.

Eine Bestattungsvorsorge wird in der Regel beim

Bestatter verfasst und hinterlegt. Was beinhaltet diese?

Wir führen ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem wir

über alles gut informieren und danach die eigenen Wünsche

klären. Diese können im Anschluss schriftlich festgehalten

und im nächsten Schritt auf Wunsch auch die Kosten

für das Begräbnis berechnet werden. Je nach finanziellen

Möglichkeiten bietet sich auch eine finanzielle Vorsorge an:

Entweder kann der Kunde mit einem Einmalerlag auf das

Himmelblaue Vorsorgedepot oder monatlich in eine Sterbeversicherung

einzahlen und so Angehörige von den Begräbniskosten

finanziell entlasten.

Individualität wird bei Ihnen großgeschrieben. Gab es

besonders ausgefallene Wünsche bei einem Begräbnis?

Grundsätzlich versuchen wir, alle Wünsche unserer Kunden

zu berücksichtigen und, wenn immer möglich, umzusetzen.

Außergewöhnliche Wünsche zeigen sich immer wieder bei

der Musik. Oft wird auch etwas sehr Persönliches, das dem

Verstorbenen wertvoll war, mit in den Sarg gelegt – etwa

eine Decke oder ein Stofftier.

Studienergebnisse Himmelblau

Report 2021 zur Vorsorge INFORMATION

beginnen ab einem gewissen

Alter, bei Krankheit oder Tod

eines nahestehenden Menschen,

sich Gedanken über den

eigenen Tod zu machen.

Über 10 %

ist es wichtig, ihren

eigenen Willen auch

nach dem Leben

umzusetzen.

Mehr als 20 %

Rund 50 %

teilen ihre Bestattungswünsche

mündlich den

Verwandten mit.

Fast 40 %

wollen damit

Angehörigen

Entscheidungen

abnehmen.

Quelle: Repräsentative Studie „Himmelblau Report: Im Leben für den Tod vorsorgen“‚

1.000 Österreicher:innen ab 18 Jahren, durchgeführt im Zeitraum von 24.09.2021 bis 01.10.2021 in

Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Marketagent.

Rund 45 %

wollen mit einer

Bestattungsvorsorge

Angehörige finanziell

entlasten.

Bestattung Himmelblau unterstützt Familien

beim Abschied seit 2012. Mit neun Standorten

in Wien und rund 50 Mitarbeiter:innen ist

das größte private Bestattungsunternehmen

Österreichs Ansprechpartner bei Todesfall

und Vorsorge. Mit Kompetenz und Gespür

sorgt das Himmelblau-Team gemeinsam

mit Angehörigen für himmelblaue

Abschiedsmomente, die in Erinnerung bleiben.

Kontakt:

24 h Telefon 01 361 5000

wien@bestattung-himmelblau.at

www.bestattung-himmelblau.at

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