AUGENBLICK, BITTE

Mediaplanet.Deutschland

EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

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AUGEN-

BLICK,

BITTE

Myopie-

Management

Kinderaugen brauchen besondere

Aufmerksamkeit. Schon die Kleinsten

sollten zur Vorsorge gehen, denn Kurzsichtigkeit

ist auf dem Vormarsch.

Blind bergsteigen?

Andy Holzer inspiriert

mit seiner Geschichte.

Seite 07

Endlich Frühling!

So finden Sie die

passende Sonnenbrille.

Seite 11


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AUGENBLICK, BITTE

VERANTWORTLICH FÜR DEN

INHALT IN DIESER AUSGABE

Carolin Babel

Denken Sie an sich

und Ihre Lieben.

Gehen Sie zur Vorsorge

und nutzen Sie

die Möglichkeiten,

die uns die Augenheilkunde

bietet.

IN DIESER AUSGABE

06

Seltene Netzhauterkrankungen

Katrin und ihr Sohn Lucas

sprechen über die Diagnose LHON

10

AMD und DMÖ

Die frühzeitige Behandlung der

Volkskrankheiten ist entscheidend.

Senior Project Manager: Carolin Babel Business

Development Manager: Sarra Gläsing Geschäftsführung:

Richard Båge (CEO), Philipp Colaço (Managing Director),

Franziska Manske (Head of Editorial & Production),

Henriette Schröder (Sales Director)

Designer: Franziska Lorenz Mediaplanet-Kontakt:

redaktion.de@mediaplanet.com

Coverbild: Shutterstock

Alle mit gekennzeichneten Artikel sind keine

neutrale Redaktion der Mediaplanet-Redaktion.

facebook.com/MediaplanetStories

@Mediaplanet_germany

Please recycle

Kerstin Kruschinski

Stellvertretende

Geschäftsführerin

Kuratorium Gutes

Sehen e. V.

Text

Kerstin Kruschinski

Gut sehen und aussehen –

ein Leben lang

Unsere Augen liefern circa 90 Prozent aller Sinneseindrücke.

Sie bringen uns die Welt scharf, bunt, räumlich und sogar im

Dunkeln nahe. Eine gewaltige Leistung. Kein Wunder, dass

drei Viertel aller Deutschen lieber auf zehn Lebensjahre

verzichten würden als auf ihr Augenlicht.

Doch nichts ist so beständig wie die

Veränderung. Das gilt auch für

unsere Augen. Lässt die Sehleistung

nach oder werden Sehdefizite

nicht rechtzeitig erkannt, kann das

gefährliche Konsequenzen haben. Fatal dabei:

Das Sehen verschlechtert sich oft schleichend

und unbemerkt. Hier kann aber ein einfacher

Sehtest Gewissheit geben. Und diese Routine

sollte bereits sehr früh beginnen.

Kinder und Jugendliche wachsen heute in

digitalen Sehwelten auf. Mit Folgen: Der kurze

Abstand zum Monitor und das fehlende natürliche

Licht sind wesentliche Faktoren für die

Ausprägung einer Kurzsichtigkeit. Erste Studien

zeigen außerdem, dass der Lockdown und

monatelanges Homeschooling eine Kurzsichtigkeitswelle

bei Kindern zur Folge haben könnten.

Schulkinder sollten daher jedes Jahr zum Sehtest.

Denn je früher die Fehlsichtigkeit einsetzt und je

stärker sie ausfällt, desto häufiger drohen schwere

Augenerkrankungen. Die gute Nachricht:

Neue Hightech-Brillengläser und -Kontaktlinsen

können mittlerweile nicht nur Sehdefizite korrigieren.

Sie bremsen nachweislich auch ein weiteres

Ansteigen der Kurzsichtigkeit.

Menschen für gutes Aussehen zu begeistern,

ist vergleichsweise einfach. Gerade wenn die 45

überschritten wurde, greift der ein oder andere zu

Cremes und Fillern, freundet sich mit Fitnessstudio

und Laufschuhen an. Beim Thema Sehen

ist dagegen mehr Überzeugungsarbeit gefragt.

Viele sind zu lange mit unzureichender Sehkraft

unterwegs. Was im besten Fall „nur“ lästig ist,

kann im Straßenverkehr, im Beruf oder beim

Sport zu einem echten Handicap werden. Dabei

sind die Korrektionsmöglichkeiten für Fehlsichtigkeit

heute so gut wie nie. Für jedes Alter, jeden

Geschmack, sogar jede individuelle Lebenssituation

hält die optische Industrie Lösungen bereit.

Getreu dem Motto „Jedem Brillenträger sein

individuelles Glas“ machen komplexe Fertigungsprozesse

und ausgefeilte Technologien die Brille

zu einer immer perfekteren und komfortableren

Sehhilfe. Wer sich für eine individualisierte Gleitsichtbrille

oder eine Bildschirmbrille entscheidet,

trägt quasi Hightech auf der Nase – Technik, die

ästhetisch überzeugt und das tägliche Leben

wesentlich erleichtert.

Wer sein natürliches Aussehen trotz Sehschwäche

beibehalten möchte, hat die Möglichkeit,

sich Kontaktlinsen individuell anpassen zu

lassen. Mithilfe moderner Technik können die

kleinen Helfer anhand der jeweiligen Augeneigenschaften

ausgewählt oder als Unikate

angefertigt werden. Spezielle Materialien und

Oberflächenbeschaffungen haben dazu geführt,

dass Unverträglichkeiten nur noch in seltenen

Fällen auftreten. Auch die refraktive Chirurgie

kann eine Lösung sein, um die Sehkraft wieder

herzustellen, allerdings kommt eine Augenoperation

nicht für jeden infrage.

Ob Klein oder Groß: Unsere Augen verändern

sich stetig. Deshalb sollte der regelmäßige Besuch

beim Augenoptiker zur Routine werden. Es

wäre doch schade, wenn die vielen gut aussehenden

Menschen allen Alters nur schemenhaft

wahrzunehmen wären.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Brillenglasmanufaktur Eugen Stratemeyer GmbH & Co. KG entstanden.

Brillenglas: Auf die Individualität kommt’s an

Text Ulrike Braig

Ulrike Braig

Leiterin Produktmanagement

Brillenglasmanufaktur

Stratemeyer

Weitere

Informationen:

stratemeyer.com

Nur ein geringer Anteil der in Deutschland

verkauften Brillengläser wird auch im Land

hergestellt. Die Brillenglasmanufaktur Stratemeyer

aus Bochum hält an Made in Germany fest. Warum?

Qualitätsbrillengläser sind keine

Massenproduktion. Jede Brille ist

ein Einzelstück, mit den individuellen

Sehparametern auftragsbezogen

angefertigt. Unsere exklusive

Zusammenarbeit mit dem traditionellen Augenoptikfachgeschäft

ermöglicht es uns, die Brillenglasqualität

herzustellen, mit der wir für

Brillenträger die optimale Sehleistung erzielen,

denn das ist Lebensqualität. Wir fertigen mit

Fachkräften, neuester Technologie, höchstem

Qualitätsanspruch und dank Made in Germany

mit schnellen Lieferzeiten, ohne tägliche Luftpostlieferungen

aus Fernost. Wir legen größten

Wert auf Nachhaltigkeit.

Individuelle Sehanforderungen

sind wohl wichtig für gutes Sehen?

Auf jeden Fall! Ein Beispiel: Um mit einer Lupe

gut zu sehen, verändert man die Entfernung

zwischen Auge und Objekt. Dabei gibt es auch

Randunschärfen sowie unterschiedliche Sehfelder.

So, nur viel komplexer, ist das optische

System „Auge/Brille“. Weitere Einflüsse, wie

individuelle Maße, die Sehstärke in Ferne und

Nähe, die Brillenfassung sowie spezielle Anforderungen,

zum Beispiel am Bildschirm oder beim

Autofahren, sind mit einzubeziehen. Sie werden

für die Herstellung eines optimal abbildenden

Brillenglases benötigt, dieses gibt es nicht

„von der Stange“.

Worauf muss man achten,

um eine gute Brille zu erhalten?

Auf eine professionelle Beratung. Ihr Augenoptiker

nimmt sich Zeit und fragt Sie zusätzlich zur

Sehstärkenbestimmung nach Ihren Anforderungen

in Beruf und Freizeit. Anhand dieser wird

das passende Brillenglas ausgewählt, denn hier

gibt es Unterschiede, beispielsweise bei den Sehbereichen.

Sinnvolle Beschichtungen, wie eine stark

reflexmindernde Entspiegelung, ein UV-Schutz,

eine Reinigungsschicht sowie eine Hartschicht,

die vor Kratzern schützen soll, ergänzen die

Auswahl. Es gibt viele gute Allround-Gläser. Für

spezielle Anforderungen, wie ein Bildschirmarbeitsplatz

oder für den Sport, ist jedoch zu einer

hierfür optimierten „Zweitbrille“ zu raten.

Woran erkenne ich ein gutes Glas?

Sie merken nicht, dass Sie Gläser vor den Augen

haben. Sie sehen natürlich und brillant. Gleitsichtträger

haben zudem in der Regel eine schnelle

spontane Akzeptanz in allen Alltagssituationen.


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Optiker, Optometrist,

Orthoptist, Augenarzt

Berufsbilder der Augenheilkunde unter der Lupe.

Text Benjamin Pank

Augenoptiker*in

Verordnete Sehhilfen herstellen und anpassen, das sind die

Haupttätigkeiten eines Optikers. Zudem führt er Sehtests

durch, um herauszufinden, wie die Sehhilfen beschaffen

sein müssen, um Fehlsichtigkeiten zuverlässig zu korrigieren.

Die Tätigkeiten eines Augenoptikers sind vielfältig

und umfassen sowohl handwerkliches Können als auch

Kundenberatung und – bei selbstständigen Augenoptikern

– Marketingmaßnahmen.

Optometrist*in

Die Kompetenzen eines Optometristen gehen über die

Kompetenzen eines Augenoptikers hinaus. Wie ein Augenoptiker

kann er Sehhilfen anpassen und abgeben und die

dafür notwendigen Messungen durchführen. Diese Messungen

sind komplex und ermitteln die exakten Werte,

die zur Korrektur der Sehschwäche gebraucht werden.

Zusätzlich kann ein Optometrist aber auch Augenkrankheiten

erkennen sowie Patienten vor und nach Augenoperationen

betreuen. Die Berufsbezeichnung Optometrist

ist in Deutschland nicht geschützt. Trotzdem besitzen

Optometristen in der Regel eine Hochschulausbildung mit

einem Abschluss, der im Bereich des Bachelors oder des

Masters of Science liegt. Ähnlich wie ein Augenarzt kann

ein Optometrist zusätzlich einen Doktorgrad erwerben.

Orthoptist*in

Orthoptisten diagnostizieren mit ihren spezielle Kenntnissen

Störungen des ein- und beidäugigen Sehens (Orth- und Pleoptik),

vor allem Schielen und einseitige Schwachsichtigkeiten

(Amblyopie), sowie Augenbewegungsstörungen (Motorik)

und Schwierigkeiten der visuellen Verarbeitung (Sensorik).

Sie versorgen Patienten aller Altersgruppen. Bei Kindern

im Säuglings- und Kleinkindalter überwiegen die präventiven

Untersuchungen. Für die Schulkinder steht heutzutage

die Früherkennung und Diagnostik von visuell bedingten

Entwicklungs- und Lernauffälligkeiten im Vordergrund.

Die wachsenden Anforderungen an das Sehen lassen auch

die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen mit Sehbeschwerden

ansteigen, die zunächst manchmal gar nicht

dem Sehen zugeordnet werden. Beispiele hierfür sind

Beschwerden bei der Bildschirmarbeit, Seh-Wahrnehmungsstörungen,

Lese-Rechtschreib-Schwächen oder

Legasthenie.

Neben diesen primär klassischen Aufgabengebieten sind

Orthoptisten auch in der Diagnostik und Therapie der

visuellen Rehabilitation von Patienten mit zerebralen

Sehstörungen nach angeborenen oder erworbenen Hirnschädigungen

und von sehbehinderten Patienten tätig.

Augenarzt/Augenärztin

Ein Augenarzt ist studierter Mediziner, mit einer

zusätzlichen entsprechenden Facharztausbildung. Das

Hauptaufgabenfeld eines Augenarztes ist die (Früh-)

Erkennung und Behandlung von Augenkrankheiten

sowie allen Augenleiden bei Allgemeinerkrankungen,

die mit Sehstörungen einhergehen. Die Verordnung einer

guten Sehhilfe, Brille oder Kontaktlinse und die Behandlung

von Fehlsichtigkeiten gehören zum Alltag. Operationen

sind ebenfalls ein großer Bereich, sowohl funktional

als auch kosmetisch. Eine Domäne der Augenchirurgie

ist auch die operative Behandlung von Netzhauterkrankungen.

Augenärzte führen ferner auch Augenlaser-Operationen

zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit durch. Die

häufigste Augenoperation, die in Deutschland durchgeführt

wird, ist die Entfernung des grauen Stars. Eine

besonders wichtige Zusammenarbeit mit Ärzten anderer

Fachrichtungen wie Internisten, Kardiologen und Diabetologen

prädestiniert ihn als wichtige Anlaufstelle bei der

Beratung und Behandlung von sogenannten Systemerkrankungen

wie zum Beispiel der Zuckerkrankheit und

dem Bluthochdruck.

Messetipps

INTERLOOK – Augenoptik-

Fachmesse im Herzen von NRW

Die INTERLOOK in der Messe

Dortmund ist der Treffpunkt für den

Optiker-Fach- und -Einzelhandel in

NRW. Dank ihrer Größe bietet sie

einen kompakten Überblick über

die wichtigsten Trends, Ideen und

Innovationen rund um die Augenoptik.

Fachbesucher können die neuesten

Brillenkollektionen und Accessoires

ordern und sich zudem schnell und

einfach über Produktinnovationen und

Modetrends der Branche austauschen.

Auch aktuelle Entwicklungen und

Angebote von optischen Diagnostikgeräten

sowie Anregungen und

Ideen zur Kundenbindung und dem

Einzelhandelsmarketing sind wesentliche

Kernbereiche der INTERLOOK. Weitere

Highlights: eine informative Stage

mit Experten der Branche sowie eine

Sonderschau mit aktuellen und trendigen

Top-Modellen.

Termin: 3. und 4. September 2022

Newsletter und weitere Infos:

interlook-messe.de/newsletter

Branchen-News und Aussteller-Insights:

digital.interlook-messe.de

DOC 2022 – 34. Internationaler

Kongress der Deutschen

Ophthalmochirurgen

Renommierte Experten präsentieren

Innovationen und diskutieren die

Goldstandards der Augenchirurgie

mit dem Auditorium. Im Mittelpunkt

steht die DOC Video Live Surgery 3D,

die detaillierte Einblicke in moderne

OP-Techniken ermöglicht. Kurse und

Wetlabs sorgen für eine umfassende

praktische Weiterbildung, OP-Kurse und

Master-Class-Kurse decken wichtige

Teilbereiche ab. Für das medizinische

Fachpersonal in Praxis, OP und Klinik

werden Hauptvorträge, Kurse und

Seminare angeboten, die eine praxisnahe

Fort- und Weiterbildung ermöglichen.

Termin: 23.–25. Juni 2022

Wo: NürnbergConvention Center

doc-nuernberg.de

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Alternativen zur Brille

Interessieren Sie sich für neuartige Linsen und Laserbehandlungen

als Alternative zur Brille?

Das Zentrum für Augenheilkunde des Evangelischen Klinikum Niederrhein

korrigiert alle Brillenwerte mit Hilfe moderner Linsen- und Lasertechnologien.

Unser besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den gewebeschonenden Verfahren.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum der Augenheilkunde

im vorderen und hinteren Augenabschnitt mit modernsten Verfahren an.

Dr. Mark Tomalla

Dr. Mark Tomalla

Zentrum für Augenheilkunde des EK Niederrhein

Fahrner Str. 133 · 47169 · Duisburg · Tel.: (0203) 508-1711 · augenklinik@evkln.de

augenklinik-duisburg.de


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AUGENBLICK, BITTE

Fehlsichtigkeit

bei Kindern

Weitere Informationen:

orthoptik.de

Eine Fehlsichtigkeit (Brechungsfehler

des Auges)

liegt vor, wenn die Brechkraft

des Auges (Hornhaut

und Linse) und die Augenlänge

nicht aufeinander

abgestimmt sind oder eine ungleichmäßige

Wölbung der Hornhaut besteht. Fehlsichtigkeiten

werden im Kindesalter in der

Regel durch Brillen ausgeglichen.

Ist die Augenlänge zu kurz oder die

Brechkraft der optischen Medien zu

schwach, resultiert eine Weitsichtigkeit

(Hyperopie). Die eintretenden Lichtstrahlen

werden folglich nicht auf der

Netzhaut, sondern erst hinter dieser

gebündelt, so können Gegenstände in

der Nähe nicht scharf erkannt werden.

Da Kinder in der Regel eine sehr gute

Akkommodationsfähigkeit (Anpassungsfähigkeit

der Linse) besitzen, kann eine

Weitsichtigkeit oft kompensiert werden

und damit auch lange unerkannt bleiben.

Eine Kurzsichtigkeit (Myopie) entsteht,

wenn der Augapfel zu lang oder die Brechkraft

der optischen Medien zu stark ist.

Die eintretenden Lichtstrahlen werden

bereits vor der Netzhaut gebündelt,

sodass ein verschwommenes Sehen in der

Ferne resultiert.

Eine Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit,

Astigmatismus) kann zusammen

mit einer Weit- oder Kurzsichtigkeit, aber

auch als eigenständige Fehlsichtigkeit

auftreten. Aufgrund ungleichmäßiger

Wölbung der Hornhaut werden die

Lichtstrahlen unterschiedlich gebrochen,

sodass auf der Netzhaut ein verzerrtes

Bild entsteht.

Leider werden sowohl ein- als auch beidseitige

Fehlsichtigkeiten im Kindesalter

häufig nicht erkannt. Eltern können die

FOTO: OES/SHUTTERSTOCK

verminderte Sehschärfe im Alltag oftmals

nicht bemerken und die Kinder halten ihr

Sehvermögen für „normal“. In den ersten

Lebensjahren bis zum Schulalter reift

die Sehschärfe. Wenn in dieser Zeit kein

scharfes Bild auf der Netzhaut gewährleistet

wird, kann sich eine irreversible

Sehschwäche ausbilden, die Einfluss auf

die gesamte Entwicklung des Kindes

und auch auf das Schul- und Berufsleben

haben kann.

Der Berufsverband Orthoptik e. V. erklärt,

dass eine qualitativ hochwertige Abbildung

in beiden Augen auch für ein gutes

gemeinsames Sehen beider Augen erforderlich

ist. Insbesondere einseitige Brechungsfehler

werden meist nicht bemerkt,

da sie ohne Anzeichen einer Sehschwäche

auftreten. Daher wird für alle Kinder eine

augenärztliche und orthoptische Untersuchung

spätestens nach dem zweiten

Geburtstag dringend empfohlen.

Einen wertvollen Beitrag zur Früherkennung

von Fehlsichtigkeiten bieten

die im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge

eingeführten Untersuchungen beim

Kinderarzt. Sollte bei diesem Screening

auch nur ein geringer Verdacht auf eine

Sehschwäche bestehen oder werden unabhängig

davon „Alarmzeichen“ beobachtet,

wird eine rasche Abklärung bei einem

Augenarzt mit Orthoptisten angeraten.

Der Berufsverband Orthoptik e. V. rät

Eltern, dringend auf „Alarmsignale“ zu

achten, die Hinweise auf eine beeinträchtigte

Sehleistung sein könnten: Bei familiärer

Vorbelastung, zeitweiligem Schielen

über den sechsten Lebensmonat hinaus,

Schiefhaltung des Kopfes oder Augenzittern

sollte eine frühzeitige Untersuchung

bis zum zwölftem Lebensmonat erfolgen.

Späteres Augenreiben, vermehrtes

Blinzeln, Zwinkern oder Zukneifen der

Augen, Stolpern sowie das Auftreten von

Kopfschmerzen sollten zeitnah durch eine

augenärztliche und orthoptische Untersuchung

abgeklärt werden.

Bei regelrechter kindlicher Sehentwicklung

beider Augen sollte auch eine

etwaige entstehende „Schulmyopie“

(Auftreten einer Kurzsichtigkeit im

Schulalter) nicht übersehen werden. Das

Freizeit- und Arbeitsverhalten der Kinder

hat nach aktuellen Studien einen gravierenden

Einfluss auf die globale Zunahme

von höheren Kurzsichtigkeiten.

„Eltern sind überrascht, wenn sie

hören, dass jeden Tag zwei Stunden

Aufenthalt im Freien bei Tageslicht,

Leider werden

sowohl ein- als

auch beids eitige

Fehlsichtigkeiten im

Kindesalter häufig

nicht erkannt.

ein ausreichender Naharbeitsabstand

und Naharbeitspausen eine Myopieentwicklung

teilweise verhindern können“,

berichtet Elke van Alen (Orthoptistin) aus

ihrer Praxis.

Sie führt weiter aus, dass Eltern bei familiärer

Vorbelastung mit Kurzsichtigkeit

besonders aufmerksam sein sollten, gerade

in den Wachstumsphasen, zum Schulwechsel

mit zehn bis zwölf Jahren und in

der Pubertät. Ihre Erfahrung ist: „Eltern

sind erstaunt, wenn wir im Rahmen der

Aufklärung zur Myopieprävention darüber

informieren, dass wir heute in vielen

Fällen auch über verschiedene Methoden

in der Lage sind, eine ansteigende Kurzsichtigkeit

abbremsen zu können. Insbesondere

da dies mittlerweile auch mit

Augentropfen oder speziellen Brillengläsern

und Kontaktlinsen möglich ist.“

Eine frühzeitige Aufklärung zu präventiven

Maßnahmen bieten viele Augenärzte

und der Berufsverband Orthoptik

Deutschland e. V. (BOD). Auf der Website

des Berufsverbandes (www.orthoptik.

de) ist eine Liste aller augenärztlichen

Praxen mit orthoptischer Einrichtung

aufgeführt. So finden Sie den Weg zu

Ihren Spezialisten in Ihrer Nähe.

Text Petra Kampmann

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der CooperVision GmbH entstanden.

Myopie Management bei Kindern

Wie sich kindliche Kurzsichtigkeit wirksam mit Einmalkontaktlinsen verlangsamen lässt.

Hans-Peter Platten

Augenoptiker und

Augenoptikermeister

Kastellaun

Text

Anna Stock

,MiSight® 1 day‘-

Einmalkontaktlinsen

sind erhältlich

im augenoptischen

Fachhandel.

Durch die zunehmende Beschäftigung

mit digitalen Medien leiden

immer mehr Grundschulkinder und

Teenager an Kurzsichtigkeit, der

Myopie. Die hohe Fallquote ist durch

die Corona-Lockdowns noch einmal um das

1,4- bis Dreifache gestiegen. 1 Grund für alle Eltern,

aufzuhorchen. Denn unbehandelt schreitet die

Kurzsichtigkeit voran und kann Lernerfolge, die

soziale Integration und damit die Entwicklung

des Kindes empfindlich beeinträchtigen und spätere

Augenerkrankungen begünstigen.

Doppelter Erfolg mit einem Schritt

Viele Eltern sorgen sich um die Augengesundheit

Ihrer Kinder, wissen dabei jedoch nicht, dass

es neben korrigierenden Sehhilfen wie Brillen

und Kontaktlinsen auch Möglichkeiten gibt, das

Fortschreiten der Myopie wirksam zu verlangsamen.

Myopie Management heißt die Lösung, die

ganz ohne dicke Brillengläser und Aktivitätseinschränkungen

zum Erfolg führt und gleichzeitig

zwei Ziele verfolgt.

„Durch Myopie Management mit ,MiSight®

1 day‘ Einmalkontaktlinsen und ihrer Activ-

Control® Technologie wird nicht nur die vorliegende

Kurzsichtigkeit korrigiert, sondern gleichzeitig

auch ihr Fortschreiten um durchschnittlich 59 Prozent

2 verringert.“

Beste Zukunftsaussichten mit MiSight® 1 day!

Neueste Ergebnisse einer siebenjährigen Langzeitstudie

zeigen, dass auch ein Jahr nach Beendigung

des Myopie Managements der Effekt bestehen

bleibt. Die erzielten Erfolge sowohl für das durchschnittliche

axiale Längenwachstum des Auges

als auch die Hemmung der Myopie bleiben bestehen.

Ein sogenannter Rebound-Effekt, wie er bei

anderen Versorgungen auftrat, bleibt aus. 3,4

„Mit MiSight Einmalkontaktlinsen haben wir

nicht nur die ideale Lösung für das Myopie

Management, sie bietet gegenüber einer Brille

den Kindern gleichzeitig auch mehr Lebensqualität

durch die absolute Freiheit und fördert

deren Selbstwertgefühl durch die „unsichtbare“

Korrektur“, so Hans-Peter Platten, Augenoptiker

und Augenoptikermeister, Kastellaun.

Und ab an die frische Luft!

Schon kleine Dinge im kindlichen Tagesablauf

können darüber hinaus zur Augengesundheit beitragen.

Besonders ratsam ist ein täglicher Aufenthalt

im Freien von mindestens 80 bis 120 Minuten.

Das Tageslicht wirkt sich verlangsamend auf das

Augenlängenwachstum aus und hemmt so die

Entwicklung der Kurzsichtigkeit. 5

Weitere Informationen:

coopervision.de/misight-1-day

[1]Wang J et al. Progression of Myopia in School-Aged Children After Covid-19 Home Confinement. [2] Im Vergleich zu einer Einmallinse über einen Zeitraum von drei Jahren. [3] et al. Myopia Progression on Cessation of Dual-

Focus Contact Lens Wear: MiSight 1 day 7-Year Findings. Optom Vis Sci 2021;98:E-abstract 210049 [4] Hammond D, Arumugam B, et al. Myopia Control Treatment Gains are Retained after Termination of Dual-focus Contact

Lens Wear with No Evidence of a Rebound Effect. Optom Vis Sci 2021;98:E-abstract 215130 [5] WHO. The impact of increasing prevalence of myopia and high myopia. A Report of the Joint World Health Organisation (2015).

Available at: ww.who.int/blindness/causes/MyopiaReportforWeb.pdf. Accessed August 2020.


Lesen Sie mehr auf gesunder-koerper.info 5

Augenärzte, Optometristen, Eltern und ein Ziel:

Kurzsichtigkeit frühzeitig erkennen und nach

Möglichkeit einen Anstieg dieser stoppen

Text Esther Adam-Pennewitz

Kinder beklagen sich in der Regel nicht

über schlechtes Sehen, da sie nicht

bewusst bemerken, dass sie die Umwelt

anders wahrnehmen. Für sie ist das der

normale Seheindruck. Sie können ihre

Sehschwäche sehr gut kompensieren.

Deshalb sind Beeinträchtigungen des Sehens für Eltern

und Erziehende oft nur schwer zu erkennen, vor allem da

Probleme nicht immer direkt mit dem Sehen in Verbindung

gebracht werden. Ein beeinträchtigtes Sehen kann

unter anderem zu Unruhe und Konzentrationsschwäche

bei Nahtätigkeiten, wie malen, puzzeln und lesen,

führen. Die Konzentration über einen altersentsprechenden

Zeitraum aufrechtzuerhalten, fällt dem Kind

schwer. Buchstaben und Zahlen werden verdreht und/

oder nicht gerade in die Zeile geschrieben. Das Ausschneiden

mit einer Schere ist schwierig. Aber auch schon vor

der Schulzeit gibt es gewisse Verhaltensweisen, die als

Hinweise auf Sehprobleme gedeutet werden können: Ein

Kind läuft etwa oft gegen Ecken und stößt sich an Kanten,

stolpert gar viel oder greift häufiger mal vorbei. Möglicherweise

verhält sich ein Kind außerordentlich schüchtern,

reagiert eher auf Zuruf und läuft nicht gern herum.

Am Tisch sitzend ist der „Zappelphilipp“ unentspannt

und gar gelangweilt, weil er schlicht nichts zu gucken

hat. All das können Anzeichen für eine gestörte visuelle

Wahrnehmung sein, bei denen eine Untersuchung des

Sehvermögens durch einen Spezialisten ratsam ist.

Bei vorliegender Kurzsichtigkeit (Myopie) kann das Kind

nur in kurzer Entfernung gut sehen. Weiter entfernte

Gegenstände oder Gesichter sind unscharf zu erkennen.

Dies birgt Gefahren und hat Auswirkungen auf

Weitere Informationen:

vdco.de/patienten

den (Schul-)Alltag eines Kindes. Es benötigt zum guten

Sehen eine Korrektion der Fehlsichtigkeit. Myopie und

ihr rascher Anstieg können genetisch veranlagt sein.

Aber auch die Seherfahrungen des Kindes, Hobbys, viel

Nahtätigkeit und nur wenig Aufenthalt im Freien haben

Auswirkungen auf die durchschnittlich schnellere Zunahme

der Augenlänge und damit auf die Höhe der

Myopie. Um die möglichen Folgen einer hohen Myopie

rechtzeitig und bestmöglich zu verhindern, muss eine

funktionierende und vielversprechende Vorsorge bereits

im Kindesalter beginnen. Eine hohe Myopie kann im

späteren Erwachsenenalter von schweren Augenerkrankungen

begleitet sein oder zu solchen führen. In vielen

Fällen werden bisher Brillen mit Standardgläsern und

Einstärken-Kontaktlinsen verordnet. Jedoch korrigieren

diese die Myopie nur, damit das Kind in der Ferne wieder

scharf sehen kann. Sie führen nicht zum Stopp eines

beschleunigten Augenlängenwachstums und halten die

optischen Werte des Kindes nicht konstant.

Neben der Verordnung von Mehrstärken-Kontaktlinsen

sowie innovativen Brillengläsern für myope Kinder

oder der Gabe von Atropin-Augentropfen ist eine der

heute bekannten erfolgreichen Maßnahmen zur Vermeidung

eines starken Anstiegs der Myopie das Tragen von

Orthokeratologie-Kontaktlinsen (kurz Ortho-K). Diese

Kontaktlinsen korrigieren nicht nur die Fehlsichtigkeit,

sondern sie verhindern einen raschen Anstieg der Myopie

bei Kindern. Verschiedene Studien weltweit zeigen

eine deutliche Verlangsamung des Anstiegs der individuellen

Myopie bei Kindern durch die Korrektion mit

Ortho-K-Kontaktlinsen.

Ortho-K-Kontaktlinsen können stets unter Beobachtung

der Eltern angewendet werden, da sie erst abends vor

dem Schlafengehen aufgesetzt und morgens nach dem

Aufstehen wieder abgesetzt werden. Das Verlustrisiko ist

somit sehr gering und das Kind im Alltag kontaktlinsenund

im Allgemeinen auch brillenfrei.

FOTO: PEXELS / PIXABAY

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Hoya Lens Deutschland GmbH entstanden.

Ein neuer Augenblick für Kinderaugen:

Kurzsichtigkeit nicht nur korrigieren, sondern auch

dessen Fortschreiten vermindern – mit MiYOSMART

Text Dr. med. Hakan Kaymak, Pascal Blaser

Dr. med. Hakan

Kaymak

Augenarzt, Augenchirurg

und

leitender Operateur

der Breyer,

Kaymak & Klabe

Augenchirurgie

Pascal Blaser

Medical Affairs

Manager Myopia der

Hoya Vision Care

Fortschreitende Kurzsichtigkeit – mehr als nur dickere Brillengläser

Eine immer weiter fortschreitende Kurzsichtigkeit bringt nicht nur immer

dickere Brillengläser mit sich, sondern erhöht auch das Risiko für verschiedene

Augenerkrankungen im Erwachsenenalter, die dann zu irreversiblen

Sehbeeinträchtigungen führen können. Da die Kurzsichtigkeit häufig im

Schulalter beginnt, sollte möglichst früh begonnen werden, die Kurzsichtigkeit

unter Kontrolle zu bekommen. Ein wichtiger Faktor dafür ist die

Zusammenarbeit von verschiedenen Fachdisziplinen wie der Kinderheilkunde,

Augenheilkunde, Augenoptik und Orthoptik.

Bisher wurden bei Kindern mit einer Kurzsichtigkeit normale Einstärken-Brillengläser

verwendet, die zwar die Kurzsichtigkeit korrigieren,

jedoch wird heutzutage angenommen, dass die Abbildung dieser herkömmlichen

Gläser die Kurzsichtigkeit noch schneller ansteigen lässt. 1

Eine innovative, zukunftweisende Technologie und kindgerechte Lösung

Das MiYOSMART-Brillenglas zur Verlangsamung des Fortschreitens

der Kurzsichtigkeit bei Kindern ist das erste seiner Art und basiert auf

der innovativen „Defocus Incorporated Multiple Segments (D.I.M.S.)“-

Technologie, die in Zusammenarbeit mit einer der weltweit anerkanntesten

Forschungsgruppen der Hongkong Polytechnik Universität entwickelt

wurde. 2 MiYOSMART mit D.I.M.S.-Technologie ist ein spezielles

Einstärkenglas, dessen Vorderfläche Hunderte kleine, fast unsichtbare

Segmente beinhaltet, die eine zweite Bildebene im Auge zusätzlich zur

scharfen Abbildung erzeugen. Dieser Aufbau des Brillenglases ermöglicht

die Verlangsamung des übermäßigen Längenwachstums des Auges und

damit das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit. 3 Gleichzeitig sehen die

MiYOSMART-Brillengläser wie ganz normale Brillengläser aus und bieten

nach einer kurzen Eingewöhnungszeit klares Sehen unter verschiedenen

Anforderungen. Da Kinder sehr aktiv sind, wurde für MiYOSMART ein

besonders robustes Material mit einem 100-prozentigen UV-Schutz für

alle Outdoor-Aktivitäten gewählt.

Der erwiesene Nutzen und weltweiter Erfolg

MiYOSMART ist eine sichere und effektive Methode zur Therapie der

Myopie. Es wurde klinisch bewiesen, dass das Fortschreiten der Myopie

nach zwei Jahren des Tragens von MiYOSMART um durchschnittlich 60

Prozent verlangsamt werden kann 3 und dass dieser Effekt über das dritte

Therapiejahr hinweg bestehen bleibt. 4 Acht von zehn Kindern benötigten

im dritten Jahr der Studie keine neuen Brillengläser, da sich die Stärke

nicht oder nur gering geändert hat. 4 Zudem wurde das übermäßige

Augenlängenwachstum auf das Niveau eines altersgerechten physiologischen

Wachstums reduziert und damit normalisiert. 5

Rund eine Million Kinder tragen bereits das innovative Brillenglas

MiYOSMART. 6 In Asien, Australien, Kanada, Frankreich und Italien ist es

bereits seit Längerem auf dem Markt, seit Frühjahr 2021 ist es auch in

Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar.

Quellen: [1] Christine F. Wildsoet, Audrey Chia, Pauline Cho, Jeremy A. Guggenheim, Jan Roelof Polling, Scott Read, Padmaja Sankaridurg, Seang-Mei Saw, Klaus Trier, Jeffrey J. Walline, Pei-Chang Wu, James S. Wolffsohn; IMI – Interventions for Controlling Myopia Onset and Progression

Report. Invest. Ophthalmol. Vis. Sci. 2019;60(3): https://doi.org/10.1167/iovs.18-25958 [2] https://www.topuniversities.com/universities/hong-kong-polytechnic-university [3] Lam CSY, Tang WC, Tse DY, Lee RPK, Chun RKM, Hasegawa K, Qi H, Hatanaka T, To CH. Defocus

Incorporated Multiple Segments (DIMS) spectacle lenses slow myopia progression: a 2-year randomized clinical trial. British Journal of Ophthalmology. Published Online First: 29 May 2019. doi: 10.1136/bjophthalmol-2018-313739 [4] Lam CS, Tang WC, Lee PH, et al Myopia control

effect of defocus incorporated multiple segments (DIMS) spectacle lens in Chinese children: results of a 3-year follow-up study British Journal of Ophthalmology Published Online First: 17 March 2021. doi: 10.1136/bjophthalmol-2020-317664 [5] Kaymak H, Graff B, Neller K, Langenbucher

A, Seitz B, Schwahn H. Myopietherapie und Prophylaxe mit „Defocus Incorporated Multiple Segments“-Brillengläsern [Myopia treatment and prophylaxis with defocus incorporated multiple segments spectacle lenses]. Ophthalmologe. 2021 Dec;118(12):1280-1286. German.

doi: 10.1007/s00347-021-01452-y [6] Hoya-interne Daten. Basierend auf der Anzahl der verkauften Gläser gemäß den Hoya-Verkaufsdaten (Stand: Dezember 2021).


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AUGENBLICK, BITTE

„Mein Sohn war

stärker als ich“

FOTO: PRO RETINA E. V.

Die Diagnose LHON stellt Betroffene

und ihre Angehörigen vor große

neue Herausforderungen. So auch

bei Katrin. Bei ihrem Sohn Lucas

wurde die Diagnose vor drei Jahren

gestellt. Nachfolgend schreibt

Katrin, wie sie damit umgegangen

sind und wie es ihnen heute geht.

Lucas war elf Jahre alt, als er scheinbar plötzlich

Schwierigkeiten beim Lesen bekam. Auch in

der Schule konnte er der Schrift des Lehrers

an der Tafel nur noch schwer folgen. Anfangs

dachte ich, dass er eine neue Brille bräuchte, machte einen

Termin beim Augenarzt und bat den Lehrer, Lucas nach

vorne zu setzen, damit er dem Unterricht besser folgen

konnte. Lucas ging mit der Situation sehr entspannt um:

„Mach dir keine Sorgen, Mama, wenn ich das linke Auge

zukneife, kann ich alles wieder sehen.“

Dem Augenarzt war schnell klar, dass wir mit einer Brille

nicht weiterkommen. Doch was bei Lucas die Sehprobleme

auslöste, machte ihn ratlos. Also ging es vom

Augenarzt weiter in die Klinik. In der Neurologie war

die Diagnose schnell klar: Sehnervenentzündung. Lucas

wurde aus dem Rücken Nervenwasser entnommen. Es

folgte eine Therapie mit hoch dosiertem Cortison für

zwei Wochen. Jedoch zeigte die Therapie keine Wirkung.

„Eigentlich müsste sich die Sehnerventzündung bei Gabe

von Cortison verbessern“, versicherte mir der Kinderneurologe.

„Eigentlich“, dachte ich, aber warum nicht bei meinem

Kind?

Die Monate vergingen, Lucas sah immer schlechter und

wir waren mehr und mehr verzweifelt. Erst in der dritten

Augenklinik kam dann das erste Mal der Verdacht

auf eine genetisch bedingte Augenerkrankung auf, nachdem

sich auch das zweite Auge verschlechterte. Anfangs

konnte ich das nicht glauben. Schließlich war eine

genetisch bedingte Augenerkrankung in unserer Familie

nicht bekannt. Doch ein Gentest brachte Gewissheit: die

Diagnose LHON. Die Ärztin hielt meine Hand und meinte:

„Ich weiß, wie Sie sich jetzt fühlen. Vielleicht erholt sich

seine Sehkraft wieder nach einem Jahr.“ Mit dieser Diagnose

wurden Lucas und ich aus dem Krankenhaus entlassen.

Der Boden unter mir war wattig, mein Herz ein

stechender Klumpen. Wie es weitergehen soll, wusste ich

in dem Moment nicht.

Ich habe begonnen, mich einzulesen, habe Kontakt

zu anderen Betroffenen aufgenommen und viele Fragen

gestellt. Mein starker Junge hat schneller wieder

zurück ins Leben gefunden als ich. In der Schule wird er

seit einem Jahr von einem Integrationshelfer begleitet.

Er hilft beim Lesen mit dem Bildschirmlesegerät und

liest bei Bedarf vor, was der Lehrer an die Tafel schreibt.

Besonders schwer fällt mir die Tatsache, dass ich meinem

Kind diese Erkrankung vererbt habe. Dann habe ich

sehr traurige Momente, wo ich denke, es hätte auch alles

anders kommen können. Mein ganzes Umfeld erscheint

mir so traurig. Aber ich versuche, positiv zu denken.

Zum Glück hat Lucas seinen Lebensmut nie aufgegeben:

Er hat große Freude an Judo. Zum Judo geht er zusammen

mit sehenden Kindern, und da ist er dann doch nicht

mehr anders!

5 Fakten zu LHON

#1

#2

#3

#4

#5

Die Lebersche hereditäre Optikusneuropathie

ist eine erblich bedingte Erkrankung, bei der

es durch eine mangelnde Energieversorgung

in der Netzhaut zu einer Schädigung des Sehnervs

kommt.

In Deutschland sind ca. 3.000 Menschen davon

betroffen. Meistens sind dies junge Männer

im Alter von 15 bis 30 Jahren.

Die ersten Symptome bleiben oft unbemerkt: ein

plötzlicher einseitiger Sehverlust, der schmerzlos

einhergeht. Das zweite Auge folgt innerhalb

einiger Wochen. Betroffen ist hauptsächlich das

zentrale Sehen, das für das Lesen und das Erkennen

von Gesichtern verantwortlich ist.

Eine vollständige Heilung der LHON ist momentan

nicht möglich. Für die betroffenen Patienten

bedeutet der rapide Verlust ihrer Sehfähigkeit

eine hohe Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Eine Behandlung mit einem Medikament, welches

zu einer Verbesserung der Sehschärfe führen

kann, ist möglich. Eine Gentherapie zu LHON

befindet sich momentan in der Zulassung.

Um die Erkrankung besser zu verstehen, hat die

Selbsthilfeorganisation PRO RETINA eine Verlaufsstudie

zu LHON ins Leben gerufen.

pro-retina.de

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GenSight Biologics, ein Biopharma-Unternehmen aus Frankreich,

hat sich auf die Forschungsarbeit an schweren neurodegenerativen

Augenerkrankungen und Erkrankungen

des zentralen Nervensystems spezialisiert. Die innovativen

Therapieansätze fokussieren sich dabei besonders auf Patientinnen

und Patienten mit Leberscher hereditärer Optikusneuropathie

(LHON) und Retinitis Pigmentosa.

Am weitesten fortgeschritten ist eine Gentherapie, die aus

der Forschung am Institut de la Vision in Paris hervorgeht

und in einem klinischen Studienprogramm bei mehr als 200

Patientinnen und Patienten mit Leberscher Hereditärer Optikusneuropathie

(LHON) entwickelt wird. Der gentherapiebasierte

Ansatz ist so konzipiert, dass beide Augen mittels

einer einzigen intravitrealen Injektion behandelt werden.

Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten eine nachhaltige

Wiederherstellung des Sehvermögens und eine

weitgehende Verbesserung der Lebensqualität zu

ermöglichen. Damit wird ein großer medizinischer

Bedarf in dieser sehr seltenen Erkrankung angegangen.

Von der European Medicine Agency wird

derzeit der Antrag auf Marktzulassung überprüft.

Diese wird für 2023 erwartet.

GenSight Biologics untersucht mit seinem zweiten

Therapiekandidaten eine Behandlung zur Wiederherstellung

des Sehvermögens bei Patienten, die an Retinitis

pigmentosa im Spätstadium leiden. Der optogenetische

Ansatz ist unabhängig von den spezifischen genetischen

Mutationen und hat potenzielle Anwendungen bei anderen

Erkrankungen der Netzhaut, wie der trockenen altersbedingten

Makuladegeneration.


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FOTO: EPO-FILM PRODUKTIONSGES.M.B.H.

Blind bergzusteigen und zu klettern –

das ist für viele vermutlich nicht vorstellbar.

Wie erklären Sie das sehenden Menschen?

Die Blindheit war für mich nie eine Barriere. Ich

habe kein Augenlicht, aber das bedeutet noch lange

nicht, dass ich nicht Ziele erreichen kann, die

für mich erstrebenswert erscheinen. Das habe ich

schon als Kind verstanden und gespürt. Ich habe

mich immer daran orientiert, wohin mich die Sehnsucht

treibt – nicht nur was das Klettern betrifft,

sondern ganz generell im Leben. Das vergessen die

meisten Menschen leider, weil sie sich zuerst an

ihren Voraussetzungen orientieren.

Was ist das Intensivste,

was Sie jemals am Berg erlebt haben?

Da tue ich mir ganz schwer, weil ich schon lange

nicht mehr auf Ranglisten aufspringe. Es gibt keine

besseren oder schlechteren Erfahrungen, sondern

einfach unterschiedliche. Aber natürlich habe ich

ein paar Eckpfeiler. Etwa, als ich nach zwei Versuchen

tatsächlich am Dach der Welt, dem Mount

Everest, angekommen bin und mit im Gepäck hatte,

dass mein Vater in diesen Tagen zu Hause verstorben

war. Das sind emotionale Grenzen. Der Mount

Everest hat mich das Leben und nicht das Überleben

gelehrt. Wir streben alle die Perfektion an, aber das

ist eine komplett sinnlose Investition.

Sehnsucht Berg:

Blind auf

die Gipfel

dieser Welt

Andy Holzer ist Profibergsteiger

und blind. Ein philosophisches

und bildhaftes Interview

mit dem weit gereisten

Osttiroler über Gipfel als letzte

Pinselstriche, emotionale

Grenzerfahrungen und

augenöffnende Botschaften.

Sie haben einmal gesagt: Der Mount Everest

liege nicht in Asien, sondern in jedem von uns.

Wie bezwingen Sie Ihren inneren Everest?

Zuerst gilt es, den eigenen inneren Everest zu entdecken.

Viele von uns sehen nur den Everest des Nachbarn,

doch jeder hat für sich selbst eine ursprüngliche

Sehnsucht. Wenn man dieses Ziel gefunden hat, dann

sind 80 Prozent der Maut schon bezahlt. Aber die Unorientiertheit,

die Ziellosigkeit und das Treiben in

den Möglichkeiten des Universums lassen uns oft im

Dunkeln tappen. Wenn man den Everest gefunden

hat, sollte man ihn auch angehen. Viele Menschen

werden nie hinaufsteigen, weil das Risiko zu hoch

sein könnte. Aber zu scheitern ist nicht schlimm,

es überhaupt nicht zu probieren allerdings schon.

Der Everest ist die Grundsehnsucht des Menschen,

wofür er überhaupt auf diese Welt gekommen ist.

Mein Everest ist es, zu versuchen, das Tempo, in dem

die Menschen getrieben sind, etwas zu reduzieren,

zu erden und auf simple Werte zurückzubringen.

Wie nehmen Sie die Situation wahr,

wenn Sie einen Gipfel erreichen?

Ich steige auf die Berge nicht nur der Berge willen,

sondern weil ich das erleben will, was meine Freunde

erleben. Ich war schon früh motiviert, den ganzen

Horizont zu überklettern, damit ich weiß, wie er

aussieht. Ich habe die Berge abgetastet und sie von

verschiedenen Seiten bestiegen, um sie mir dreidimensional

vorzustellen. Einen Gipfel zu erreichen

ist der letzte Pinselstrich meiner Motivation.

Beim Klettern kommt es ja auch auf die

Koordination von Augen und Händen an.

Wie gleichen Sie den Augen-Part aus?

Meine Eltern haben mich nie als blinden Menschen

erzogen. Ich nehme zwar über meine Augen nichts

wahr, aber ich habe das Leben von sehenden Menschen

gelernt – auf Augenhöhe sozusagen. Mein

Leben ist nicht stockdunkel, sondern voller Bilder,

Muster, Strukturen, Leitfäden und Farben. Denn

ich habe als Kind gelernt, den Sehkortex zu aktivieren

und empfinde deswegen wohl ähnlich wie

Sehende. Aber spannend ist ja, dass normal sehende

Kletterweltmeister zum Teil bewusst ohne Augenlicht

trainieren, weil man damit sein Körpergespür

trainiert und man seine Hände dorthin bewegt,

wo es für das Balancesystem des Körpers am besten

ist. Sehende greifen nach dem, was sie sehen – auch

wenn es physikalisch nicht funktioniert. Denn die

Augen verführen und das ist nicht nur beim Klettern

so, sondern auch im echten Leben.

Text Magdalena Reitbauer

Weitere Informationen: andyholzer.com


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AUGENBLICK, BITTE

Altersbedingte Makuladegeneration

und

diabetisches Makulaödem –

neue Volkskrankheiten

FOTO: AMD-NETZ E. V.

Text Dr. Sandra Jansen

In Deutschland sind fast sieben Millionen Menschen

über 50 Jahre von der altersbedingten Makuladegeneration

(AMD) betroffen. AMD führt zu schweren

Seheinbußen und zur Erblindung im gesetzlichen

Sinne. Unterschieden werden zwei Formen: die trockene und

die feuchte AMD.

Was ist die Makula?

Bei der AMD ist die Stelle des schärfsten Sehens (Makula) in der

Netzhaut betroffen. Über sie erkennen wir Gesichter und können

lesen. Durch die Makula unterscheiden wir feine Details

und sehen in der Ferne scharf.

Trockene AMD – weitverbreitet und riskant

Bei der trockenen AMD lagern sich Abfallprodukte (Drusen)

unter der Netzhaut ab, die im Verlauf der Erkrankung zunehmen.

Die Versorgung der Sehzellen in der Makula wird eingeschränkt

und die Netzhautzellen sterben ab. Liegen die betroffenen Areale

außerhalb der Makula, ist die Beeinträchtigung gering. Ist die

Makula betroffen, kann es zu Seheinschränkungen kommen.

Feuchte AMD – seltener und aggressiv

Die feuchte AMD ist die seltenere Form. Unbehandelt kann

sie schneller zu einer Sehverschlechterung führen. Bei der

feuchten AMD wachsen undichte Blutgefäße in die Netzhaut

und in den Bereich der Makula. Aus diesen undichten

Gefäßen tritt Flüssigkeit unter und in die Netzhaut. Es kann

zu plötzlichen Sehverschlechterungen kommen. Typische

Symptome sind blinde Flecken und verzerrtes Sehen.

Gerade Linien werden von Patienten als gebogene Objekte

wahrgenommen.

Diabetisches Makulaödem

Das diabetische Makulaödem (DMÖ) ist eine Folgeerkrankung

des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Erhöhte

Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße im Auge. Eine

Unterversorgung der Netzhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff

ist die Folge. Wie bei der AMD werden die Blutgefäße

porös und Blut und Flüssigkeit können in die Netzhaut

entweichen. Der Körper versucht, diese „Unterversorgung“

aufzufangen, indem er vermehrt Wachstumsfaktoren produziert,

die für die Neubildung von Blutgefäßen notwendig sind.

Diese gebildeten Blutgefäße sind jedoch schadhaft und entlassen

ebenfalls vermehrt Flüssigkeit in die Netzhaut. Betreffen

diese Veränderungen den Bereich der Makula, spricht

man von einem „Makulaödem“. Wie bei der AMD haben

Betroffene eine Verschlechterung des zentralen Sehens.

Weitere Informationen: pro-retina.de

Therapie der altersabhängigen

Makuladegeneration

und neue Forschungsansätze

Text Prof. Daniel Pauleikhoff

Wenn die Diagnose einer

altersabhängigen Makuladegeneration

gestellt wurde,

ist es wichtig, regelmäßige

Arzttermine wahrzunehmen. Es gibt bislang

keine spezifische Therapie der frühen und

mittleren AMD, die ein Voranschreiten verlangsamt,

aufhält oder zu einer Heilung der

Erkrankung in diesem Stadium führt.

Auch für die trockene Spätform, die geografische

Atrophie, existiert bislang keine zugelassene,

wirksame Therapie zur Verlangsamung

des Fortschreitens der Erkrankung.

Zurzeit werden jedoch zwei prospektive

klinische Studien mit Medikamenten durchgeführt,

die das Komplementsystem limitierend

beeinflussen und so den Verlust der

zentralen Netzhautzellen verlangsamen können.

Die ersten Ergebnisse aus diesen Zulassungsstudien

sind vielversprechend und eine

Zulassung ist beantragt. Für die Behandlung

der trockenen AMD gibt es damit erste Hoffnungsstreifen

am Horizont.

Im Gegensatz zu den trockenen Formen lässt

sich die feuchte Form mit Medikamenten

wirksam behandeln. Seit circa 15 Jahren

wird die Injektions- oder IVOM-Therapie

zur Behandlung der neovaskulären/exsudativen

(feuchten) AMD eingesetzt. Dabei

werden zur Hemmung des sogenannten Vascular

Endothelial Growth Factor (VEGF)

Medikamente schmerzfrei in den Glaskörper

des Auges gespritzt. VEGF-Hemmer sind

Stoffe, die sich gegen Wachstumsfaktoren

richten, die wiederum für die Neubildung

und Durchlässigkeit von Blutgefäßen verantwortlich

sind. Die Therapie ermöglicht durch

Reduktion der Flüssigkeit in der Netzhaut,

die Sehkraft bei der Mehrzahl der Patienten

längerfristig zu erhalten. Für die Mehrzahl

der Patienten mit feuchter AMD ist die intravitreale

VEGF-Hemmung daher eine Langzeit-

oder Dauertherapie, die trotz der

Belastung durch zahlreiche Arztbesuche zu

Injektions- und Kontrollterminen gute Aussichten

auf einen langfristigen Funktionserhalt

bietet. Zukunftsperspektiven bei der

feuchten AMD gehen in die Richtung, Medikamente

mit längerer Wirkungsdauer zu

entwickeln, die größere Abstände der Injektionen

möglich machen. Neue Wirkstoffe wie

Brolucizumab (bereits zugelassen) und

Faricimab sowie operativ eingebrachte Slow-

Release-Systeme (jeweils Zulassung 2022

erwartet) lassen in der nahen Zukunft neue

Therapieoptionen am Horizont erscheinen.

Prof. Daniel

Pauleikhoff

Augenarzt und

Vorstandsmitglied

AMD-Netz e. V.

Weitere

Informationen:

amd-netz.de

QUELLE: AMD-NETZ E. V.

Sehtest mit dem Amslergitter

So nutzen Sie das Amslergitter:

Um Ihr Sehen selbst zu überprüfen, halten Sie die Abbildung im normalen Leseabstand (30 bis 40

Zentimeter). 30 Zentimeter entsprechen der Länge eines Din A4 Blattes. Falls Sie eine Lesebrille

oder Kontaktlinsen benutzen, tragen Sie diese auch bei dem Test. Decken Sie ein Auge ab und

schauen Sie mit dem anderen Auge nur auf den Punkt in der Mitte. Testen Sie auch das andere Auge.

Bemerken Sie eine oder mehrere der folgenden Veränderungen?

• Linien erscheinen wellenförmig, verschwommen oder verzerrt.

• Sie sehen keinen Punkt in der Mitte.

• Bereiche des Gitters sind nicht erkennbar.

• Die Kästchen erscheinen unterschiedlich groß.

• Sie sehen einen grauen Schleier.

• Sie sehen dunkle oder verschwommene Stellen.

Falls eine der Aussagen auf Sie zutrifft, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Falls möglich

markieren Sie den entsprechenden Bereich im Amslergitter und geben auch an, mit welchem

Auge Sie getestet haben.

Zur Dokumentation sollten Sie von Ihnen markierte Tests mit Datum und Angabe des Auges

versehen und aufbewahren.

Bitte führen Sie diesen Test einmal pro Woche durch.


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FOTO: PINKCOFFEE STUDIO/SHUTTERSTOCK

So finden Sie Ihre passende Sonnenbrille

Hätten Sie’s gewusst? Eine Sonnenbrille sieht dann gut aus, wenn sie mit der Gesichtsfläche

harmoniert. Die Gesichtsform ist hingegen weniger wichtig, um eine passende Sonnenbrille zu finden.

Text Petra Waldminghaus

Die meisten von uns achten bei der Brillensuche

auf die Gesichtsform. Einige

versuchen sogar mit viel Aufwand, ihr

Gesicht in einen der geometrischen Prototypen

zu pressen …

Doch das ist bei der Suche nach einer passenden

Sonnenbrille gar nicht so wichtig,

das kann ich Ihnen aus Erfahrung

versichern. Denn es geht viel einfacher!

Die Sonnenbrille hat neben der Schutzfunktion

eine modische Relevanz und

kann deshalb, je nach Typ, auch einmal

„aus dem Rahmen fallen“.

• Die Augenbrauen dürfen vom Glas

verdeckt werden, da die dunkle Tönung

den oberen Abschluss des Gesichts übernimmt.

Auch wenn die Brauen verdeckt

sind, wirkt die Sonnenbrille besonders

harmonisch, wenn der obere Rand der

Fassung deren Form und Verlauf aufnimmt.

Verläuft er gegenteilig, verändert

sich die Wirkung – häufig in Richtung

Extravaganz.

• Die Gläser können deutlich größer

sein, die Bügel sollten jedoch im Schläfenbereich

nicht zu weit abstehen.

• Durch das dunkle und verspiegelte

Glas sind die Augen unsichtbar, sodass

deren mittige Anordnung ihre Bedeutung

verliert.

Warme Hauttypen sollten zu warmen

Gläsertönungen und Rahmen tendieren,

kühle, kontrastreiche Farbtypen hingegen

können zu kühlen Tönungen greifen.

Schauen Sie sich die folgenden Bilder

genau an und vergleichen Sie den Effekt:

Hier wirkt das Gesicht unseres Models

aufgrund der breiteren Wangenund

Kieferknochen flächiger und bietet

Platz für eine größere Sonnenbrille.

Nun sind aber in diesem Jahr viele kleine

Fassungen aktuell und so mancher

trägt bei ähnlichen Proportionen solch

ein hippes Teil – aber ist das auch

empfehlenswert? Was fällt Ihnen bei

bewusster Betrachtung des Bildes

oben direkt auf? Hier meine Analyse

als Brillenexpertin:

• Die Wangenpartie ist betont und

erscheint breiter, dazu wird im

Gegenzug die Stirn optisch

verschmälert.

• Der Augenabstand erscheint durch

die dunklen und zu kleinen Gläser

eng. Die Augen sind somit zur

Nase gerückt.

Dabei sind ohne Brille die Gesichtsproportionen

des Models ausgewogen

und die Augen optimal platziert.

Nehmen wir stattdessen im nächsten

Bild eine größere Fassung mit gleicher

Form, dann verschmälert sich das

ganze Gesicht und sieht sehr viel

ausgeglichener aus. Die Augen

rutschen optisch direkt in die

richtige Position – oder?

Nun noch eine dritte Variante, die noch

etwas größer ist und Form sowie Fläche

des Gesichtes sehr gut widerspiegelt.

Das passt, oder? Die passende

Sonnenbrille ist gefunden.

Beachten Sie auch die Tönung der

Gläser: Die hellere Farbe sowie die

Verlaufsgläser (oben dunkel, unten heller)

setzen noch einen weiteren positiven

Akzent. Denn die Tönung der Gläser

kann Proportionen verbessern oder auch

verschlechtern.

Unser Modell zeigt also deutlich: Wer die Gesichtsfläche beachtet, kann leicht

eine tolle passende Sonnenbrille finden – auch ohne eine aufwendige Analyse

der Gesichtsform.

Weitere Informationen: brillenexpertin.de

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