kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 53

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Bremen + der Norden für die Monate April + Mai 2022

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

Bremen und der Norden

issue 53 | April + Mai 2022

Future Monuments, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro 2015 © Nathalie Anguezomo Mba Bikoro


. grußwort

Anna

Ancher

Sonne

Licht

Skagen

6.3.-19.6.2022

2 kunst:stück

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1 . 25938 Alkersum/Föhr

mkdw.de


. grußwort

Katrin Mundt, Foto: Dirk Rose

European Media Art Festival Osnabrück 2022

Katrin Mundt, Osnabrück // www.emaf.de

Nach einer langen Durststrecke ist die Sehnsucht

nach realen Begegnungen groß. Für

ein Festival wie das EMAF, das zwei Jahre

fast ausschließlich online stattgefunden hat,

gilt das ganz besonders. Wir schauen vorsichtig

optimistisch dem Festivaltermin im

April entgegen und freuen uns auf den Neubeginn

als reales Festival mit Kunst und Gästen

aus aller Welt.

Hat uns die Pandemie einen anderen, bewussteren

Umgang mit den Dingen gelehrt?

Wahrscheinlich haben wir vieles von dem,

das plötzlich nicht mehr wie selbstverständlich

verfügbar war, neu schätzen gelernt.

Ganz in diesem Sinne stellt unser Festivalthema

"The thing is" in Filmprogrammen,

Ausstellungen, Vorträgen und Live-Events

unsere Verbundenheit mit der materiellen

Welt in den Mittelpunkt. Ausgehend von

künstlerischen Projekten betrachten wir,

wie durchlässig die Grenze zwischen unseren

Körpern und unseren Apparaten geworden

ist. Wir wollen diskutieren, wie wir anders

mit den Ressourcen umgehen können, die

unser Planet in schwindendem Maße bereithält.

Und wir stellen Projekte vor, die durch

Design unser Verhältnis zur physischen Welt

– zu den Dingen und Lebewesen, die uns

umgeben – verändern.

Uns ist es wichtig, die Kunst im Dialog mit

gesellschaftlicher Wirklichkeit zu zeigen

und im gemeinsamen Austausch Perspektiven

zu eröffnen, wie wir in einer Welt im

permanenten Wandel besser zusammenleben

können. Festivals bieten dafür den perfekten

Rahmen, da sie für einen bestimmten

Zeitraum Menschen mit unterschiedlichsten

Hintergründen an einem Ort zusammenbringen.

Auch beim diesjährigen EMAF werden

einige dieser Begegnungen digital stattfinden

müssen, und einige bewährte Online-

Formate werden weiterhin das Festival

ergänzen. Aber im Zentrum stehen die gemeinsamen

Erlebnisse mit Kunst, Publikum

und Gästen.

Wir hoffen, auch Sie im April beim EMAF

zu begrüßen!

Katrin Mundt

Leiterin des Filmprogrammes des EMAF und

Teil der Festivalleitung

kunst:stück 3


The

. grußwort

is

thing

№ 35

4 kunst:stück

20.04. — 29.05.

↳ Exhibition

20.04. — 24.04.

↳ Festival


. grußwort

Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, Foto: © Lukas Spörl

Anna Ancher – eine große Entdeckung

Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, Direktorin

Museum Kunst der Westküste I www.mkdw.de

Nach Stationen am Statens Museum for

Kunst in Kopenhagen, den Skagen Kunstmuseer

und dem Lillehammer Kunstmuseum

präsentiert das Museum Kunst der

Westküste in Alkersum auf Föhr als fulminanten

Abschluss die Ausstellung „Anna

Ancher – Sonne. Licht. Skagen.“

Anna Anchers (1859–1935) stimmungsvolle

Bilder aus Skagen, ihre Interieurs, Alltagsszenen

und Landschaften mit ihrem unglaublichen

Gefühl für Licht und Farbe waren in

Deutschland zuletzt vor fast 30 Jahren zu

sehen. Die aktuelle Werkschau mit rund

80 Gemälden und Ölstudien zeigt überdies

noch völlig unbekannte Arbeiten, die erst

bei der seit 2014 durchgeführten Inventarisierung

des Wohnhauses des Künstlerehepaares

Michael und Anna Ancher in Skagen

entdeckt wurden.

Die künstlerische Karriere der bedeutendsten

Vertreterin der Skagener Künstlerkolonie ist

für die damalige Zeit außergewöhnlich: Trotz

Mutterschaft und Ehe konnte sich Anna

Ancher ganz ihrer Kunst widmen und diese

kontinuierlich entwickeln. Sie erfuhr eine

hohe Wertschätzung vonseiten der Presse

und ihrer Künstlerkollegen und war zeitlebens

mit Werken auf Ausstellungen im Inund

Ausland vertreten.

Parallel zeigen wir die Ausstellung „Lights

go out“ unseres norwegischen Artist-in-

Residence Rune Guneriussen. Auf Föhr, in

Skagen und in Norwegen hat dieser während

der „blauen Stunde“ ebenso phantasievolle

wie beunruhigende Lichtinstallationen

in der Natur platziert und diese

fotografiert, Licht spielt also auch bei ihm

eine zentrale Rolle. Lassen Sie sich diese

wunderbaren Ausstellungen nicht entgehen!

Sie bilden vorzüglich das Profil der

Sammlung des MKdW ab, die Sie übrigens

auch in unserer Sammlung Online über unsere

Website von Zuhause aus entdecken

können. Viel Spaß dabei!

Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen

kunst:stück 5


. inhalt

03 Grußworte

03 - Katrin Mundt, European Media

Art Festival Osnabrück

05 - Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen,

Museum Kunst der Westküste

06 Inhalt

06 - Impressum

08 Bremen

18 Ausstellungsverzeichnis

26 - Worpswede

34 - Bremerhaven

40 - Stadtland

42 - Syke

44 - Stade

46 - Agathrnburg

48 - Föhr

50 - Oldenburg

52 - Leer

54 - Wilhelmshaven

55 - Nordhorn

56 - Papenburg

58 - Sögel

38 - Osnabrück

40 - Petershagen

60 Osnabrück

68 Hamburg

xx Specials

64 - European Media Art Festival Osnabrück

66 - Morgenland Festival Osnabrück

DAS TITELBILD

I am Milli

Gruppenausstellung, kuratiert von

Natasha A. Kelly

6. Mai bis 16. Juli 2022

Kunstraum hase29 –

Gesellschaft für zeitgenössische Kunst

↗ www.hase29.de

Der Kunstraum hase29 zeigt ab Mai

die Gruppenausstellung „I AM MIL-

LI“ von und mit Natasha A. Kelly. Ab

Ende April ist außerdem ihre künstlerische

Intervention „Wer war Milli?“

in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

→ Seite 62

Future Monuments, Nathalie Anguezomo Mba

Bikoro 2015 © Nathalie Anguezomo Mba Bikoro

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.yumpu.com/user/agenturh2

IMPRESSUM

H2 Verlag

Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 85999 00

mail@kunststueck-magazine.de

Redaktionsschluss für die ausgabe

Juni / Juli: 15. Mai 2022

anzeigenberatung:

Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00

Mobil: 0152 389 510 24

6 kunst:stück


. grußwort

CURRENCY:

PHOTOGRAPHY

BEYOND

CAPTURE

#CURRENCYDTH

20. Mai —

18. sePteMber 2022

Halle FÜr aktuelle kunst

CliFFord prinCe King, Z (long hair portrait), 2020,

detail, CourtesY oF the artist

© Christoph prinCe King

BEHIND THE

SCENES

#BEHINDTHESCENES

20. Mai —

14. august 2022

PHOXXi.

Haus Der PHOtOgraPHie

teMPOrÄr

Christoph irrgang, aus der serie »Behind the

sCenes«, 2021, detail © Christoph irrgang

CHARLOTTE

MARCH

#CHARLOTTEMARCHDTH

21. Mai —

21. august 2022

saMMlung Falckenberg

HaMburg-Harburg

Charlotte MarCh, donYale luna FÜr tWen, 1966,

detail, © Charlotte MarCh, deiChtorhallen

haMBurg/saMMlung FalCKenBerg

kunst:stück 7


. bremen

8 kunst:stück


. bremen

Prager

Skulpturen

27. Februar bis 29. Mai 2022

Heinz-Günter Prager stellt die grundsätzliche Frage, was

Bildhauerei ist und wie sie wirkt. Dabei stehen zwei Begriffe

im Zentrum: Körper und Maß. Die Ausstellung zeigt

Hauptwerke aus allen Phasen seines Werks. Skulptur steht

immer in Bezug zur Betrachterin. Man nähert sich ihr, umrundet

sie und entfernt sich wieder. Nur so wird der räumliche

Zusammenhang spürbar. Durch seine moderne Verbindung

von Körper, Maß und Werk wurde Prager zu einer

Schlüsselfigur der deutschen Bildhauerei. Die Leihgaben

aus den großen deutschen Sammlungen dokumentieren

das. Pragers Kunst ist eine Einladung, die Formbeziehung

innerhalb seiner Skulpturen und ihre Maße im Verhältnis

zum eigenen Körper zu erleben und zu analysieren.

Rainer Mordmüller

Der Maler und die Skulptur

27. Februar bis 29. Mai 2022

Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet Mordmüllers

langjährige Auseinandersetzung mit der Skulptur. Als

erste eigene skulpturale Artefakte entstanden 1963 verschiedene

Marionetten. 1984/85 modellierte Mordmüller

erstmals eine Gruppe von Plastiken, seit 2019 kam eine

zweite Reihe hinzu. Alle sind über ein frei zu biegendes

Drahtgerüst locker aus Wachs modelliert und anschließend

als Unikate in Bronze gegossen. In ihrem leichten,

raumgreifenden und bewegten Gestus nehmen sie Charakteristika

von Mordmüllers Malerei auf. Mordmüller

lebt und arbeitet in Bremen und Paris.

Frieder Nake

Zeichen. Setzen

27. Februar bis 29. Mai 2022

Frieder Nake war einer der ersten Künstler *innen in Europa,

die Mitte der 1960er-Jahre den Computer als Medium

entdeckten. Dabei ging es nicht um das Finden eines

neuen Bildverfahrens, sondern um eine grundsätzlich andere

Logik wie Kunstwerke entstehen und wirken können.

Ein Mensch schreibt ein Programm, das von einer

Maschine interpretiert und visualisiert wird. Die Stärke

des Rechners liegt in der unaufhörlichen Veränderung, also

in bewegten Bildern. Daraus folgte ein grundlegendes

Nachdenken über Original und Vervielfältigung, über

Konzept und Bild und über Fragen von Betrachterwissen

und Wahrnehmung.

Gerhard-Marcks-Haus

Am Wall 208, 28195 Bremen · www.marcks.de

Abb. v.o.n.u.: Heinz-Günter Prager, Blick in die Ausstellung, VG Bild-Kunst, Bonn

2022 // Rainer Mordmüller, Neigung, 2021, Bronze // Frieder Nake, Blick in die Ausstellung,

2022

kunst:stück 9


. bremen

Verflechtungen. Tilman Rothermel

Standorte - Spielräume - Horizonte

8. Mai bis 3. Juli 2022

Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de

Die Ausstellung „Verflechtungen. Tilman

Rothermel - Standorte - Spielräume - Horizonte“

präsentiert das umfangreiche

Werk des Künstlers Tilman Rothermel.

Seine Arbeiten zeigen einen vielfältigen

künstlerischen Ansatz. Tilman Rothermel

lässt sich weder stilistisch noch inhaltlich

festlegen und probiert sich mit Verve

und scheinbarer Leichtigkeit in unterschiedlichen

künstlerischen Techniken

aus. Schwerpunkt seines Schaffens sind

Malerei und Grafik, in denen Figuration

und Abstraktion eine gleichwertige Rolle

spielen und sich gegenseitig bedingen.

Das Spektrum reicht entsprechend von

eindeutig figurativen Motiven über weitgehend

abstrahierende Arbeiten bis zu

gestisch ungegenständlichen Werken,

zu denen auch die jüngste Serie überwiegend

großformatiger Zeichnungen gehört.

Dieses umfassende Konvolut großer

Blätter, die Tilman Rothermel mit

verschiedenen Reisigbesen und schwarzer

Tusche bearbeitet, sind ein Werkbeispiel

dafür, wie er mit kreativer Energie

die Kunst von allen Seiten durchdringt,

geprägt von einem universellen theoretisch-philosophischen

Hintergrund. Und

von einem unablässigen Austausch mit

anderen.

10 kunst:stück


. bremen

v.l.n.r.: Tilman Rothermel, Frage nach den Gemeinsamkeiten, 1989, Gouache, Pastellkreide, Kohle auf Papier, 70 x 100

cm // o.T., 2021, Tusche // Bister auf Papier, 98 x 62 cm // © Tilman Rothermel bei VG Bild-Kunst, Bonn

Auch diesen Aspekt des Schaffens des

Künstlers will die Ausstellung darstellen,

abbilden und würdigen, denn Tilman Rothermel

ist als Vernetzer besonders wichtig

für die Kunstszene Bremens. In verschiedenen

Projekten, die er initiiert und mit

Kolleg*innen durchgeführt hat – wie z.B.

die Ausstellung „Man spricht vom Krieg“

2014 – besonders aber mit der Galerie Am

Schwarzen Meer bezieht er sein eigenes

Kunstschaffen und -verständnis auf den

Austausch mit anderen. Vor allem für bestimmte

internationale Kontakte, die sonst

in Bremen kaum repräsentiert sind, hat er

Möglichkeiten geschaffen, nach Bremen

zu kommen und hier auszustellen, und hat

weitergehende Kooperationen angeregt.

Daraus sind Kontakte erwachsen, die teilweise

über Jahrzehnte bestehen und zu

einem kontinuierlichen künstlerischen und

persönlichen Austausch geführt haben.

Künstler*innen aus Kuba, den Niederlanden,

Israel, Japan, Tschechien und anderen

Ländern sind durch Tilman Rothermel in

Bremen präsent, in den meisten Fällen hat

er mit ihnen aber auch direkt künstlerisch

zusammengearbeitet, was seinem erweiterten

Kunstbegriff als eines Schaffens entspricht,

das als kollektive Unternehmung

immer inhaltlich, formal und medial offen

ist und entsprechenden Veränderungen

unterliegt. Dies wird in der Ausstellung,

die vor allem in dieser Hinsicht einen retrospektiven

Charakter hat, in der Gegenüberstellung

mit Werken der internationalen

Kolleg*innen deutlich. (Dr. Ingmar Lähnemann)

Öffnungszeiten:

Di-So 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Eintritt frei

Städtische Galerie Bremen

Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

kunst:stück 11


. bremen

Effrosyni Kontogeorgou

Nephelokokkygia

20. Mai (Eröffnung: 20 Uhr) bis 8. Juli 2022

Galerie Mitte Bremen | www.galeriemitte.eu

“Der Mensch ist ein Vogel, unstet,

flatterhaft, unberechenbar,

niemals an derselben Stelle verweilend”

aus der Komödie, Die Vögel, Aristophanes

In ihrer Einzelausstellung “Nephelokokkygia”

in der Galerie Mitte vom 20.05.2022

bis zum 08.07.2022, wird Kontogeorgou

poetische Analogien und wiederkehrende

Strukturen der Utopiebildung, vor allem in

Bezug auf Architektur und Natur untersuchen.

Das Wort Νεφελοκοκυγία “Nephelokokkygia”

(oder auf Deutsch “Wolkenkuckucksheim”)

stammt aus Aristophanes'

Komödie “Die Vögel”. Der Staat “Nephelokokkygia”

besteht aus Wolken (Nebeln)

und dem Gesang des Kuckucks. Ein Reich,

das die Vögel zwischen Menschen und Göttern

errichtet haben. In der Komödie von

Aristophanes werden zwei Athener müde

von der korrupten Stadt und wollen in die

Vogel-Stadt in den Wolken fliehen. Eine

schönwollige Stadt, weich wie ein Mantel,

in dem man sich schlafen legen kann,

so wünschen es sich die zwei geflüchte-

12 kunst:stück


. bremen

Effrosyni Kontogeorgou, Nest-Nephelokokkygia, 2022

ten Athener. Mittlerweile wird der Begriff

“Wolkenkuckucksheim” ähnlich verwendet

wie der des Luftschlosses: als Utopie,

ohne Bodenhaftung, ohne Realitätssinn.

Effrosyni Kontogeorgou setzt sich mit poetischen

Analogien und Strukturen zwischen

verschiedenen (Lebens-)Räumen

auseinander. In den letzten Jahren beschäftigt

sie sich intensiver mit Fragen

der Koexistenz und der Ambivalenz zwischen

Kultur und Natur. Sie bewegt sich

konzeptionell zwischen verschiedenen Medien

und Disziplinen. So realisiert sie begehbare

ortsspezifische Rauminterventionen

durch intensive Auseinandersetzung

mit Institutionen, Ausstellungsräumen und

Architektur. So wird der architektonische

Raum oft selbst zum „Körperteil“ der Ausstellung.

Ihre Arbeit vervollständigt sich

durch die Teilnahme und die Interaktion

der Besucher:innen.

Effrosyni Kontogeorgou (geb. 1980 in

Athen) studierte Malerei/Zeitbasierte

Medien an der Hochschule der Bildenden

Künste Athen. Ihren Master in Digitale Medien

(M.A.) schloss sie an der HfK Bremen

ab, wo sie 2015 Meisterschülerin bei Jean-

François Guiton war.

Sie lebt und arbeitet in Bremen.

Galerie Mitte im KUBO

Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen

kunst:stück 13


. bremen

Nils Rüdiger, i.s.3.21,

60 x 60, Öl auf Leinwand, 2022

In Falten

Malerei von Nils Rüdiger

7. Mai bis zum 24. Juli 2022

Ausstellungseröffnung in Anwesenheit des Künstlers, Samstag 7. Mai, 16 bis 19 Uhr

Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de

Leinwände vom Boden bis zur Decke.

Leinwände im Stapel. Intensiver Geruch

von Ölfarben. Im Atelier von Nils Rüdiger

herrscht kreatives Chaos. Aus dem überbordenden

Fundus seines Ateliers hat der

Bremer Künstler eine Auswahl an neuen

Arbeiten getroffen, die jetzt in der Galerie

im Altbremer Haus gezeigt werden. Es sind

Arbeiten, die in den letzten arbeitsintensiven

Monaten entstanden sind. „Die letzten

drei Monate waren für mich wie künstlerische

drei Jahre“, berichtet der Künstler.

Für Nils Rüdiger ist das Malen ein ständiger

Prozess. Er beschäftigt sich mit einem Charakteristikum

des Barock: Falten und Faltungen,

die ins Unendliche gehen, die mit

Licht und Schatten spielen. Er hat sich tief

eingearbeitet in die Philosophie dieser Epoche.

Es ist für ihn die Transformation vom

barocken Gedanken in die Moderne.

Für den Künstler beginnt ein neues Werk

mit einem schwungvollen Strich auf weißer

Leinwand. Es folgen weitere Striche,

Schwünge und Formen. Er erklärt: „Es entsteht

eine Auseinandersetzung mit dem

Motiv. Jedes Bild ist ein neuer Kampf. Was

ich mache, ist eine räumliche, gegenständliche

Abstraktion, ein Spiel mit Licht und

Schatten, ein Spiel mit allem, was unsere

Wahrnehmung betrifft.“

Gemalt wird mit dickem Farbauftrag, nass

in nass. „Für mich ist diese Arbeitsweise

Neuland. So wie ich jetzt arbeite, muss das

Bild in einem Arbeitsgang fertig werden …

bei größeren Formaten teilweise mehr als

24 Stunden am Stück. Ich finde mein Futter

in der Betrachtung Barocker Formen,

wie zum Beispiel bei Rubens. Es ist das,

was mich antreibt“, führt Nils Rüdiger aus.

In der Vorbereitung für die aktuelle Ausstellung

war der Umstieg von großen

Formaten auf kleinere Formate eine Herausforderung.

Der Künstler hat diese

angenommen und präsentiert nun auch

kleinere Formate, die überzeugen. Der Betrachter

kann sich vertiefen in eine Malerei,

die Farben und Formen, Linien und

Strukturen entwickelt, entfaltet, ausdehnt,

zusammenzieht. Der Betrachter kann sich

im wahrsten Sinne „In Falten“ verlieren.

Nils Rüdiger, 1966 in Bad Reichenhall geboren,

lebt und arbeitet heute in Bremen

als freischaffender Künstler

Öffnungszeiten: sonntags 16–18 Uhr

und nach Absprache. T. 0421 558455

Atelier Brandt Credo

Meyerstraße 145, 28201 Bremen

14 kunst:stück


. bremen

Museumsquartier Osnabrück

Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück

www.museumsquartier-osnabrueck.de

museum@osnabrueck.de

Telefon: 0541 323-2207 / 323-2237

kunst:stück 15


. bremen

Richard Mosse, Tower of Song, 2012, aus der Serie Infra, Digitaler C-Print, 183 x 229 cm, Privatsammlung.

Courtesy of the artist, Jack Shainman Gallery, New York and carlier | gebauer, Berlin/Madrid

Richard Mosse

26. März bis 31. Juli 2022

Kunsthalle Bremen | www.kunsthalle-bremen.de

Der irische Fotograf Richard Mosse (*1980)

hält seit einem Jahrzehnt weltweit politische

und ökologische Krisen fest: Vom

Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik

Kongo, der europäischen Flüchtlings-und

Migrationspolitik bis hin zur Zerstörung

der tropischen Regenwälder. Für

seine großformatigen Fotografien greift

Mosse auf Technologien zurück, die ursprünglich

für militärische oder wissenschaftliche

Zwecke entwickelt wurden.

Sie machen Dinge sichtbar, die für das

menschliche Auge nicht wahrnehmbar

sind. Erstmals zeigt die Ausstellung in der

Kunsthalle Bremen in Deutschland mit

über 70 Fotografien und einer neuen Videoarbeit

einen breiten Überblick über

das Schaffen von Richard Mosse.

Richard Mosses Fotografien und Videos

sind hoch ästhetisch und zugleich aufgeladen

mit politischen und ethischen Fragestellungen.

Er verwendet Bildtechnologien,

die eigentlich für militärische oder wissenschaftliche

Zwecke entwickelt wurden.

Zum einen erforscht und zeigt Mosse so die

Hintergründe und Auswirkungen globaler

Krisen. Zum anderen befragt er die Möglichkeiten

und Grenzen der Fotografie an

sich. So arbeitet Mosse an der Schnittstelle

zwischen politisch motivierter Dokumentarfotografie

und zeitgenössischer Konzeptkunst.

Ursprung dieser Arbeitsweise

ist seine Überzeugung, dass die Verfahren

der konventionellen Dokumentarfotografie

nicht geeignet seien, die komplexen und

oft undurchsichtigen Zusammenhänge der

globalen Krisen und Kriege darzustellen.

Die gemeinsam mit dem Künstler vorbereitete

Ausstellung zeigt erstmals in

Deutschland einen breiten Überblick

über sein Schaffen. Mehr als 70 ausgewählte

Fotografien aus seinen bisherigen

vier großen Werkgruppen „Infra“ (2010–

2014) aus dem Kongo, den „Heat Maps“

(2016–2018) mit Bildern von europäischen

Flüchtlingscamps bis zu seinen aktuellen

Serien „Ultra“ (2019/20) und „Tristes Tropiques“

(seit 2020), in denen er sich mit

der systematischen Zerstörung der Amazonas-Regenwälder

auseinandersetzt. Eine

neue, raumfüllende Videoarbeit aus dem

„Tristes Tropiques“-Werkkomplex ergänzt

die Auswahl der Fotografien.

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207, 28195 Bremen

16 kunst:stück


ARCADE

. bremen

08. –

10.04.22

Teepavillon

Schlossgarten

Oldenburg

BOSMOS

26.04.22

bunkersalon

resonanzraum

Hamburg

30.04. –

29.05.22

Haus 6

Worpswede

Gefördert von der Beauftragten

der Bundesregierung für Kultur und Medien

info@bosmos.eu

bosmos.eu

Grafi k & Satz: 13blitz13.de

kunst:stück 17


. bremen

Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen

www.kunsthalle-bremen.de

– Remix. Die Sammlung neu sehen | bis 13.11.

– Horst Antes. Radierungen | bis 19.6.

– Richard Mosse | bis 31.7.

– Wer war Milli? Eine Intervention von Natasha A. Kelly | 27.4.22

– 30.4.23

Richard Mosse, Madonna and

Child, 2012, aus der Serie Infra

Digitaler C-Print, 88,9 x 71,1 cm

Art Collection Deutsche Börse.

Leihgabe der Deutsche Börse

Photography Foundation. Courtesy

of the artist, Jack Shainman

Gallery, New York and carlier |

gebauer, Berlin/Madrid

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen

www.marcks.de

– Prager Skulpturen | bis 29.5.

– Rainer Mordmüller Der Maler und die Skulptur | bis 29.5.

– Frieder Nake Zeichen. Setzen | bis 29.5.

Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen

| www.staedtischegalerie-bremen.de

– 45. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2021 | bis 17.4.

– Tilman Rothermel. Verflechtungen | 8.5. – 3.7.

Frieder Nake, Dynamische algorithmische

Bilder, 2021, Screenshot,

Gerhard Marcks-Haus

Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof

20 | 28199 Bremen | www.weserburg.de

– Touch me. Kooperations- und Ausstellungsprojekt | bis 17.4.

– Ulla von Brandenburg. Eine Landschaft ohne Blau | bis 8.5.

– So wie wir sind 3.0. Mehr als 190 Werke aus unterschiedlichen

Zeiten unter inhaltlichen / formalen Fragestellungen | bis 21.8.

– Skulpturale Poesie. Ausstellung im Zentrum für Künstlerpublikationen

| bis 14.8.

Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195

Bremen | www.museen-boettcherstrasse.de

– Luigi Colani und der Jugendstil. Natur Mensch Design | bis 19.6.

Tilman Rothermel, Bister auf

Papier © VG Bild-Kunst, Bonn

Städtische Galerie Bremen

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203

Bremen | www.galeriemitte.eu

– Paradies. Versuchungen in Bild und Text | bis 10.4.

– Effrosyni Kontogeorgou. Nephelokokkygia | 20.5. (Eröffnung:

20 Uhr) – 8.7.

Effrosyni Kontogeorgou,

Nest-Nephelokokkygia, 2022,

Galerie Mitte

Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen

www.atelier-brandt-credo.de

– Tine Pockels. abgelegt | bis 24.4.

– Nils Rüdiger. In Falten | 7.5. (Eröffnung: 16–19 Uhr)– 24.7.

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen

www.kuenstlerhausbremen.de

– Jimmy Robert. La musique dans la chambre | bis 18.4.

Güde Renken, Friendship, Objekt,

kunstmix - Produzentengalerie

Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18

28195 Bremen | www.kunstmixbremen.de

– Ulrike Leopold. Floating Silence | bis 22.4.

– Güde Renken. deep friendship | 24.4. – 20.5.

– Künstlergruppe Complex | 22.5. –17.6.

18 kunst:stück


Heinz-Günter

Prager

Skulpturen

27. Februar –29. Mai 2022

Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 Uhr

An jedem 1. Donnerstag im Monat freier Eintritt

Am Wall 208 28195 Bremen

bäuerlegestaltung

www.marcks.de

Gefördert von

Medienpartner

© VG Bild-Kunst, Bonn 2022

freundes

kreis


. bremen & umzu

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof

21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de

– Alexandra Leykauf und Dominik Styk. What We Do In the

Shadows | bis 15.5.

Mónica de Miranda, Whales

whispers, 2020 (Ausschnitt)

© artist, Syker Vorwerk

Galerie Herold | Güterbahnhof Bremen – Areal

für Kunst und Kultur | Beim Handelsmuseum 9 | 28195

Bremen | www.galerieherold.de

– Franziska von den Driesch. Blanko | bis 17.4.

– Kirsten Borchert. The End | 22.4. – 22.5.

– Art & Process. In Beetween States | 27.5. – 3.7.

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke

www.syker-vorwerk.de

– Beyond Homogeneity | bis 8.5.

Kunstverein Achim e.V. | Ausstellungen im Haus Hünenburg

| Schwedenschanze 39 und/oder im Rathaus Achim I

Obernstraße 38 | 28832 Achim | www.kunstverein-achim.de

– Marina Schulz. Beste Reste | bis 8.5.

Marina Schulz, ohne Titel (SchM

VII), 2021, Ausschnitt, Acryl auf

Leinwand, 360 x 250 cm, 2-teilig,

Foto: Cosima Hanebeck © Marina

Schulze VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Kunstverein Achim

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283

Verden / Aller | www.dpm-verden.de

– Dauerausstellung zur Geschichte der Pferde

Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau

| Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle

www.worpswede-museen.de

– Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch | bis 6.11. / Barkenhoff,

Große Kunstschau, Haus im Schluh, Worpsweder Kunsthalle

SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM | Bergstraße | 27726

Worpswede | www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Tote gibt’s hier genug! Fünf lebendige Positionen | bis 8.5.

Heinrich Vogeler, Selbstbildnis

(Ausschnitt), 1914, Öl auf Leinwand,

Waldemar Koch Stiftung/

Dauerleihgabe an die Kulturstiftung

Landkreis Osterholz

GALERIE ALTES RATHAUS | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede

| www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Tage des Kunsthandwerks | Themenausstellung bis 24.4. //

Freiluftausstellung 23./24.4.

Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726

Worpswede | www.nwwk.de

– Irmgard Potthoff. Hätte ich Flügel… | bis 17.04.

– Hans Jürgen Wormeck. Silberzeit, Säurezeit, Tonzeit | 24.4.

– 3.7.

Georgstraße 1980

Hist. Museum Bremerhaven

Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste

27570 Bremerhaven | www.historisches-museum-bremerhaven.de

– Bremerhaven ist Ansichtssache. Fotografien von 1860 bis

heute | 2.4. – 12.6.

20

kunst:stück


Gerd Rokahr, Eremit (Detail)

Kunsthaus Leer

Turnerweg 5, 26789 Leer | 0491 926 1531

www.kunsthaus-leer.de | Di–Do + So 14–17 Uhr

nEphElokokkyGia

20 Mai Bis 8 Juli 22

EröffnunG: 20 Mai 20 uhr

Galerie Mitte Bremen

Beim Paulskloster 12 / 28203 Bremen

Öffnungszeiten: Do/Fr/Sa/So 15 bis 18 Uhr u. n. Vereinbarung

// Ausstellungsraum barrierefrei ↗ galeriemitte.eu


. der norden / oldenburg & umzu

kulturkirche breMerhaVen | Kreuzkirche | BGM.-

Martin Donandt Pl.11 | 27568 Bremerhaven | www.kulturkirche-bremerhaven.de

– Lehe im Wandel. Fotoausstellung Miriam Klingl | 20.5. – 17.6.

Miriam Klingl, Rudi – Wirt

"Kleine Hexe"

PRiVaTGaleRie isaBell suReTH | achterstädterstr. 10/11

26936 stadland | www.ysabel-sureth.de

– Entlang der Stille. Max Schmelcher, Moorskulpturen / Jusha

& Sven Mueller, Lichtbilder | 22.5. – 3.7.

KunsTHaus sTaDe | Wasser West 7 | 21682 stade

www.museen-stade.de

– Heino Jaeger Retrospektive | bis 6.6.

Heino Jaeger, o.T., 1969, Galerie

Zwang © Museen Stade,

Foto: Carsten Dammann

schloss aGathenburG | Hauptstraße | 21684 agathenburg

www.schlossagathenburg.de

– Barbara Dombrowski. Tropic Ice | bis 22.4. / Schlosspark

– Deutscher Karikaturpreis | bis 18.4.

– Material im Raum I .Emilia Neumann, Franziska Reinbothe,

Karolin Schwab, Rainer Splitt | 1.5. – 6.6.

MuseuM kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938

alkersum/föhr | www.mkdw.de

– Andreas Jorns. Inseljugend | bis 27.11.

– Rune Guneriussen. Lights go out | bis 12.6.

– Anna Ancher. Sonne-Licht-Skagen | bis 19.6.

Jusha und Sven Mueller, 20-742_

lights(redmagenta), Acryl und

Ölkreide auf Leinwand, 2020,

Privatgalerie Ysabel Sureth

oldenburGer kunstVerein | damm 2a | 26135 oldenburg

| T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de

– Viktoria Binschtok. Connection | bis 24.4.

– Lea von Wintzingerode | 13.5. – 31.7.

landesMuseuM natur und Mensch | Damm 38–44

26135 oldenburg | www.naturundmensch.de

– Mission 2030 – Globale Ziele erleben | bis 18.4.

– Mumien. Geheimnisse des Lebens | 21.5.22 – 26.2.23

Karolin Schwab, Looking Glass,

2021, Schloss Agathenburg

horst Janssen MuseuM | am stadtmuseum 4–8 | 26121

oldenburg | www.horst-janssen-museum.de

– Nanne Meyer. überAll | bis 15.5.

edith-russ-haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23

26121 oldenburg | www.edith-russ-haus.de

– Mohanakrishnan Haridasan. Sentient Picnic | 27.4. – 12.6.

Rune Guneriussen, Trying

to find a new home, 2021 ©

Courtesy of the artist, Museum

Kunst der Westküste

landesMuseuM für kunst und kulturGeschichte

oldenburG | damm 1 | oldenburg | www.landesmuseum-ol.de

– 100 Jahre Vereinigung für Junge Kunst | bis 1.5.

– Konstruktiv, Konkret, Minimal. Sammlung Hupertz | bis 1.5.

– Unvollendet. Faszination unfertiger Kunstwerke | 10.5. – 18.9.

– Wolfgang Heimbach | 21.5. – 28.8.

22 kunst:stück


HISTORISCHES MUSEUM BREMERHAVEN

Bremerhaven

ist

Ansichtssache

2.4.–12.6.2022

. oldenburg . bremen

Fotografien von 1860 bis heute

An der Geeste

27570 Bremerhaven

Di. – So. 10 – 17 Uhr

Eintritt frei

www.historisches-museum-bremerhaven.de

Entlang der Stille

22.05.2022 - 03.07.2022

Max Schmelcher:

Moorskulpturen

Jusha & Sven Mueller:

Lichtbilder

Öffnungszeiten:

Samstag und Sonntag

14.00 - 18.00 Uhr

& nach Vereinbarung

www.ysabel-sureth.de

kunst:stück 23


. oldenburg & umzu

Franz Radziwill Haus | Sielstraße 3 | 26316 Dangast

www.radziwill.de

– Franz Radziwill – Familie. Freunde. Fremde. | bis 8.1.23

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude

www.galerie-am-stall.de

– Heidrun Pfalzgraf | Gunther Gerlach. Mummenschanz | bis 24.4.

– Fliege + Nouwens | 22.5. – 26.6.

Gerd Rokahr, Selbstporträt mit

Augenbinde, 1976, Radierung,

Foto: Jürgen Bambrowicz,

© Kunsthaus Leer

Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28

26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

– Ziiiiuu ennze ziiiiuu nnzkrrmüüüü? Kurt Schwitters' Ursonate

in der Kunst von heute | bis 22.5.

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1

26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de

– Ostfriesland im Fokus. | bis Ende 2022

– Busy Girl – Barbie macht Karriere. | bis 28.8.

Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721

Emden | www.kunsthalle-emden.de

– Ein Bild der Zeit. Expressionismus in Film und Kunst | bis 12.6.

Fritz Makensen, Müde Moorbäuerin

mit Kind, um 1900, Öl

auf Leinwand, Museum am

Modersohn-Haus, im Ausstellungszentrum

Gut Altenkamp

Kunsthaus Leer | Turnerweg 5 | 26789 Leer

www.kunsthaus-leer.de

– Gerd Rokahr und die Druckgraphik der Moderne | bis 15.5.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp | Am Altenkamp

1 | 26871 Papenburg-Aschendorf | T. 04962.6505

www.gut-altenkamp.de

– Künstlerkolonie Worpswede. Bilder aus dem Teufelsmoor begegnen

den Moorlandschaften im Emsland | bis 10.7.

Mehtap Baydu

Foto: Frederick Vidal, im März in

der Städtischen Galerie Nordhorn

Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen

T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de

– 25 Jahre Kunsthalle Lingen | bis 17.4.

Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529

Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

– Mehtap Baydu. Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2021 | bis 22.5.

Museumsquartier osnabrück | Lotter Straße 2 |

49078 Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de

– Blue Jeans. Kult. Kommerz. Kunst. | 10.4. – 10.7.

– Mounira Al Solh. 13 April, 13 April, 13 April. | bis 13.11.

Ulrike Rosenbach, Art is A Criminal

Action, 1969/2019, Foto auf

Leinwand, 189 x 169,9 cm

© Ulrike Rosenbach, courtesy

PRISKA PASQUER, Cologne

Kunstraum hase29 | Hasestraße 29 | 49074 Osnabrück

www.hase29.de

– I am Milli. Gruppenausstellung, kuratiert von Natasha A. Kelly

6.5. – 16.7.

24 kunst:stück


30.01.—08.05.2022

Syker Vorwerk

Zentrum für zeitgenössische Kunst

www.syker-vorwerk.de

\ Kuratiert von Alejandro Perdomo Daniels

Marwa Arsanios \ Delaine Le Bas /

Helen Cammock / Andrew Gilbert

\ Manaf Halbouni \ Jasleen Kaur /

Mónica de Miranda / Harold Offeh

\ Ahmet Öğüt \ Lerato Shadi

CC-BY-SA 4.0; Ernst Ludwig Kirchner, Erzählende Milli, 1909, Kreide und Farbkreide auf Papier,

Brücke-Museum, Gemeinfreies Werk

Kunstraum hase29

Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V.

www.hase29.de | mail@hase29.de

06.5. - 16.7.2022

kuratiert von Natasha A. Kelly

gefördert durch Stadt Osnabrück, Landschaftsverband Osnabrück e.V.,

Deutsche Postcode Lotterie, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft

und Kultur, Niedersachsen dreht auf, NEUSTART KULTUR, ROSA MAG


. worpswede

26 kunst:stück


. worpswede

Heinrich Vogeler

Der Neue Mensch

Die Jubiläumsausstellung der

Worpsweder Museen

27. März bis 6. November 2022

www.worpswede-museen.de

»Setze an die Stelle des Wortes die Tat!

Demut an die Stelle der Siegereitelkeit –

Wahrheit anstatt Lüge!

Aufbau anstatt Zerstörung.«

Heinrich Vogeler in Das Märchen vom lieben Gott,

Friedensappell an Kaiser Wilhelm II., 20. Januar 1918

Diese Worte Heinrich Vogelers aus seinem berühmten Friedensappell

an Kaiser Wilhelm II. haben in den vergangenen Tagen beklemmende

Aktualität erlangt. Sie zeigen schlaglichtartig, wie

viel dieser Künstler, der als Pazifist aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte

und sich in der Folge radikal mit den gesellschaftlichen

Umbrüchen und Widersprüchen seiner Zeit auseinandersetzte,

uns heute zu sagen hat.

In ihrer großen Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag Vogelers

zeichnen die vier Worpsweder Museen den Weg des Künstlers

vom erfolgsverwöhnten Jugendstilkünstler zu einem visionären

Verfechter gesellschaftlichen Wandels nach. Deutlich wird

dabei, dass Vogeler bereits lange vor dem Ersten Weltkrieg von

der Idee angetrieben war, seine Kunst in den Dienst eines besseren

Lebens zu stellen. Gleichzeitig sind seine ab 1918 auf dem

Barkenhoff entwickelten politischen Ideale ein Vorgriff auf die

Suche Vogelers nach dem ›Neuen Menschen‹ und einer ihm entsprechenden

Gesellschaftsordnung, die seine letzten beiden Lebensjahrzehnte

bestimmte.

Das Vogeler-Jubiläum 2022 bildet den Auftakt zu einem großen

Ausstellungs-, Kunst- und Forschungsprojekt der Worpsweder

Museen. Dieses geht zwischen 2022 und 2027 unter

dem Titel ZEITENWENDE – Kunst im Aufbruch in einer Welt im

Umbruch der Frage nach, welche besondere Rolle Kunst und Kultur

in gesellschaftlichen Umbruchzeiten spielen können und welchen

Beitrag sie zur Gestaltung unserer Lebenswelt und sozialen

Wirklichkeit leisten können.

Parallel zur Ausstellung startet am 12. Mai 2022 die Doku-Fiktion

HEINRICH VOGELER – Aus dem Leben eines Träumers mit Florian

Lukas in der Hauptrolle in den Kinos, die Schlüsselmomente aus

seinem Leben zeigt.

Abb. links: Heinrich Vogeler, Selbstbildnis (Ausschnitt), 1914, Öl auf Leinwand, Waldemar

Koch Stiftung/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz

kunst:stück 27


. worpswede

Mwangi Hutter, Dark Golden Ease, 2019, Wachs, Leinwand, Pigmente, Blattgold, Mwangi Hutter & galerie burster

© Mwangi Hutter/Nacho González (CAAM)

Barkenhoff

Werden

Der Barkenhoff – Lebens- und Arbeitsstätte Vogelers für drei Jahrzehnte – bietet einen

umfassenden Einblick in den künstlerischen und weltanschaulichen Kosmos Heinrich Vogelers.

Vogelers Leben und Werk werden hier zu einem umfassenden sinnlichen Erlebnis!

Große Kunstschau · Historischer Teil

Sommerabend

Im Historischen Teil der Großen Kunstschau werden die künstlerischen und menschlichen

Beziehungen zwischen Vogeler und seinen Worpsweder Malerkolleginnen und

-kollegen lebendig. Der Ausgangspunkt ist Vogelers berühmtes Monumentalgemälde

Sommerabend.

Große Kunstschau · Neuer Teil

Anbruch einer Neuen Zeit?

Im Neuen Teil der Großen Kunstschau wird eine Brücke in unsere Gegenwart geschlagen.

Zeitgenössische Positionen greifen die Themen Vogelers auf und fragen nach

möglichen Entwicklungen und Perspektiven für unser Morgen. Wo finden wir heute

Ansätze für den ›Anbruch einer neuen Zeit‹?

Worpsweder Kunsthalle

Kunst für alle

Mit der Möglichkeit, seine Kunst drucktechnisch zu vervielfältigen, war die Grafik ein

ideales künstlerisches Medium für Vogeler. Sie trug zu seinem Erfolg bei und ermöglichte

ihm, ästhetische Schönheit in viele Lebensbereiche zu tragen. Die grafischen Arbeiten

beleuchten die Entwicklung vom Jugendstil- zum politischen Künstler.

Haus im Schluh

Das Leben gestalten

Das Haus im Schluh widmet sich der Angewandten Kunst in Vogelers Werk. Buchkunst,

Möbel, Silber, Glas, Porzellan, Innenraumarchitektur und sorgfältig ausgearbeitete Entwürfe

vermitteln die Vielfältigkeit Vogelers und die Bedeutung seiner vom Jugendstil

geprägten Idee einer künstlerisch gestalteten Alltagskultur.

28 kunst:stück


kÜnstlerkOlOnIe

WOrpsWeDe

BILDER AUS DEM TEUFELSMOOR TREFFEN AUF

LANDSCHAFTSMALEREIEN AUS DEM EMSLAND

29. märz bIs 10. JulI 2022

Otto Modersohn, Moormädchen neben einem Birkenstamm, Öl auf Malpappe, 1904 ©Otto-Modersohn-Stiftung

Ausstellungszentrum gut AltenkAmp

Papenburg-Aschendorf

Di – So von 10–17 Uhr · www.gut-altenkamp.de


. worpswede

Foto oben: Dietmar Blome // Foto unten: Klaudia Krohn

Tage des Kunsthandwerks Worpswede

Themenausstellung → 27. März bis 24. April 2022

Freiluftausstellung → 23./24. April 2022, 11–18 Uhr

Galerie Altes Rathaus, Rund um die Galerie und auf dem Albert-Reiners-Platz

galerie-altes-rathaus-worpswede.de | tage-des-kunsthandwerks-worpswede.de

„Aufbruch“ unter diesem Motto finden im

Frühjahr 2022 zum fünften Mal die „Tage

des Kunsthandwerks“ in Worpswede

statt. Nicht nur Worpswede begeht dieses

Jahr mit dem 150. Geburtstag Heinrich

Vogelers ein besonderes Jubiläum, auch

die „Tage des Kunsthandwerks“ feiern

ihr 10-jähriges Bestehen. Mit dem Thema

„Aufbruch“ nimmt die Veranstaltung Bezug

auf das Werk und die Person Heinrich

Vogelers, der bis heute einer der bedeutendsten

künstlerischen Persönlichkeiten

des Künstlerdorfes ist und das Kunsthandwerk

entscheidend mit geprägt hat.

So ist es auch ein Anliegen, die Entwicklung

des regionalen Kunsthandwerks, auch

im Kontext zum überregionalen Kunsthandwerk,

aufzuzeigen. Kunsthandwerkerinnen

und Kunsthandwerker aus ganz

Deutschland haben Werkstücke zum Thema

Aufbruch entworfen und angefertigt,

die vier Wochen lang in der Galerie Altes

Rathaus präsentiert werden. Diese besondere

Werkschau stellt hohe Anforderungen

an die Kreativität der ausgewählten Teilnehmerinnen

und Teilnehmer und an die

professionelle Umsetzung der Entwürfe.

Gezeigt wird eine aktuelle Vielfalt der unterschiedlichsten

Gewerke in den Bereichen

Schmuck, Porzellan, Keramik, Holz, Glas,

Metall, Papier, Textil und Leder mit ausgefallenen

Ideen, hochwertigen Objekten

und experimentellen Arbeiten.

Ein Highlight am Ende der Veranstaltung

ist die Freiluftausstellung, bei der ausgefallenes

Kunsthandwerk an bunten Marktständen

die Gartenkulisse rund um die

Galerie prägt. Neben der Vergabe eines Juryund

eines Publikumspreises für herausragende

Leistungen, runden kulinarische Angebote

der örtlichen Gastronomie sowie

musikalische Beiträge und ein kreatives

Angebot für Kinder die Veranstaltung ab.

Galerie Altes Rathaus

und Rund um die Galerie

und auf dem Albert-Reiners-Platz

Bergstraße 1, 27726 Worpswede

30 kunst:stück


04.

18.06.

Mehr Informationen

unter morgenland-festival.com

kunst:stück 31


. worpswede

Irmgard Potthoff

Hätte ich Flügel

6. März bis 17. April 2022

Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de

Ausstellungsansicht

Die Künstlerin lädt den Betrachter ein zu

einer Reise in die Lüfte und regt dabei dazu

an den Ausstellungstitel in Gedanken

weiterzuspielen. Installationen, Grafiken,

Fotos und zwei kurze Videosequenzen

sind die Mittel, mit denen sie diesem Ansinnen

Ausdruck verleiht. Es ist ein Traum

des Menschen Flügel zu besitzen, sich wie

ein Vogel in die Lüfte aufschwingen zu können,

in Windböen zu gleiten und die Welt

von oben zu betrachten. Einer Perspektive,

aus der heraus Abstand zum Alltag

Hans Jürgen Wormeck

Silberzeit, Säurezeit, Tonzeit

24. April bis 3. Juli 2022

Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de

zu gewinnen und alle Herausforderungen

leichter zu sein scheinen, in der unsere Gedanken

und unsere Fantasie beflügelt und

fortgetragen werden können – in eine Unbeschwertheit

und Freiheit. Die Künstlerin

bezieht die räumlichen Gegebenheiten des

Kunstvereins in ihre Ausstellung ein. Durch

die zielgerichtete Anordnung der Werke

über zwei Etagen, das Zusammenspiel von

Himmel und Erde verdeutlichend, gelingt

es beim Durchschreiten einen Perspektivwechsel

zu realisieren

Ich habe Immer gedacht, ich bin der Herr

der Leinwände, der Herr meiner Bilder.

Auch aus der versilberten Fallschirmseide

habe ich Bilder gemacht, obwohl mich der

Ausdruck Bild „dabei von Anfang an verunsicherte,

eher Objekt,Tafel …?

Das eigentliche Staunen aber setzte ein,

als ich schon nach kurzer Zeit bemerkte,

ich bin nicht Herr dieser Bilder, Objekte,

Tafeln, was immer. Sie fliehen. Sie fliehen

vor sich selbst, und somit auch vor mir. Ich

zwänge sie in die schwersten Rahmen aus

Eisen: aber das ändert nur ihr Gewicht. Ich

sperre sie hinter Glas, aber das verhindert

nur, das Material direkt anzufassen.

Der Stoff, aus dem die Bilder sind, nein, das

Material, aus dem der Stoff ist, nein, die

Natur, die dieses Material hervorbringt –

es lässt sich nicht bannen.

Galerie des nwwk im Village

Bergstraße 22, 27726 Worpswede

32 kunst:stück


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kunst:stück 33

info@wagner-immobilien-bremen.de · www.wagner-immobilien-bremen.de


. bremerhaven

Bremerhaven ist Ansichtssache

Fotografien von 1860 bis heute

2. April bis 12. Juni 2022

Historisches Museum Bremerhaven | www.historisches-museum-bremerhaven.de

Fotografien sind mehr als nur Bilder. Die

77 Fotografien jedenfalls, die in der Sonderausstellung

„Bremerhaven ist Ansichtssache“

im Historischen Museums Bremerhaven

zu sehen sind, sind Zeugnisse.

Zeugnisse einer jungen, aber bewegten

Stadt im Wandel der Zeiten zwischen 1860

und der Gegenwart.

Sie zeigen jeweils mehrere Fotos aus der

gleichen Perspektive so, dass Besucher*

innen den Wandel an konkreten Beispielen

anschaulich nachempfinden können.

Dafür wählte Leon von Hassel, der im Historischen

Museum sein Freiwilliges Soziales

Jahr Kultur (FSJ) absolviert, im hauseigenen

Archiv historische Aufnahmen von

den Fotograf*innen Helene Schüler, Hermann

Schlüter, Georg Rogge, Johannes

Fleck und Wolfhard Scheer aus. Anschließend

suchte er bei Streifzügen in der Stadt

34 kunst:stück


. bremerhaven

Abb. oben: Georgstraße 1980 und heute // Abb. unten: Geesteufer 1895 und heute // Museumshafen 1979 und heute

© Historisches Museum Bremerhaven

nach den Standorten, an denen die Motive

aufgenommen wurden und fotografierte

selbst. Arrangiert in 40 Bilderrahmen und

gesäumt durch ein Großbild dokumentieren

die Gegenüberstellungen von historischen

und aktuellen Bildern auf kraftvolle

Art, wie sich das Gesicht der Hafenstadt an

der Außenweser im Verlauf von 16 Jahrzehnten

verändert hat. Eine faszinierende

Metamorphose von markanten Gebäuden,

Plätzen und Zentren des kulturellen Lebens

und der Begegnung in einer Stadt,

die einmal mehrere Städte war.

Baustilistisch grenzt Bremerhaven sich

durch seine recht junge Stadtgeschichte

ein. Vom historischen Stadtkern, der

durch Bauten des Klassizismus, des Historismus

und des Jugendstils geprägt war,

hat die Bombennacht vom 18. September

1944 nicht viel gelassen. Annähernd

97 Prozent von Bremerhaven-Mitte wurden

zerstört, Bremerhaven damit seiner

architektonischen Diversität früherer Tage

beraubt. Besonders auffällig ist dies

an den Hauptzugängen zur Innenstadt,

der Fährstraße und der Lloydstraße zu

kunst:stück 35


. bremerhaven

Theaterplatz 1885 und heute © Historisches Museum Bremerhaven

bemerken. Das heutige Bremerhaven ist

vor allem durch Bauten der Nachkriegsjahrzehnte

gestaltet, die sich hier in vielen

Strömungen wiederfinden. Allen voran

sicher der Brutalismus mit seinen Hochhäusern

und den vielen markanten Bauten

aus der Ära der Neuen Heimat, die hier allgegenwärtig

sind, aber auch aus der Zeit

der Postmoderne. Das „alte“ Gesicht der

Stadt kann vielleicht noch an den Bildern

aus der Hafenstraße erahnt werden, dem

Übergang zum heutigen Stadtteil Lehe, in

dem die Kriegszerstörungen deutlich geringer

ausfielen. Hier lässt sich auch auf

beeindruckende Art entdecken, wie ehemals

prunkvolle Bauten der Vorkriegszeit

zu zweckförmigen „Blöcken“ der Nachkriegszeit

wurden.

Nicht weniger beeindruckend: wie viele

markante Freiräume Bremerhaven erhalten

konnte, die den Wandel von Wachstum,

Zerstörung und Wiederaufbau

überstehen konnten. Bei logistischen Knotenpunkten

wie der Geestekaje oder dem

Hauptbahnhof ist dies praktisch und nutzungsbedingt

nachvollziehbar. Schön aber

auch: Die Lloydstraße, als nördliche Flanke

der historischen Seestadt, konnte ihre

alleenhafte Weite erhalten, wenngleich

sie all ihre prachtvollen Bauten einbüßen

musste. Die Übergänge zu den heutigen

Stadtteilen Lehe und Geestemünde, die bis

1939 nicht zum Stadtgebiet Bremerhavens

gehörten, stellen aktuell die am stärksten

frequentierten Kreuzungspunkt der Stadt

dar und beeindrucken schlicht durch ihre

Dimensionen, die sie schon in den 1950er

Jahren hatten.

Besondere Beachtung verdienen auch die

Blickwinkel auf den Hauptbahnhof und

seine umgebenden Gebäude sowie der

Bereich Alter und Neuer Hafen, der heute

das touristische Zentrum der Stadt bildet.

Hier erkennt man gut, wie sich die

Gestaltung und Nutzung von Flächen, Räumen

und der Bebauung immer mehr dem

Wandel der Zeit angepasst haben. Insgesamt

ist zu bemerken, dass die Zeitreise

durch 160 Jahre Bremerhaven einen sehenswerten

Schnitt durch die Vielfalt der

Seestadt und ihrer Entwicklung zeigt. Die

Motivwahl mag gerne als Aufforderung

verstanden werden, Bremerhaven zur eigenen

Ansichtssache zu machen.

Historisches Museum Bremerhaven

An der Geeste, 27570 Bremerhaven

Dienstag– Sonntag, 10–17 Uhr

36 kunst:stück


. bremerhaven

Der Stern im Emsland

Ein einzigartiges Ausflugsziel für

Einzelbesucher, Gruppen und Familien

Öffnungszeiten

März 11 - 16 Uhr

April bis Oktober 10 - 18 Uhr

(montags geschlossen, außer an Feiertagen,

November bis Februar nach Anmeldung)

49751 Sögel | www.clemenswerth.de

kunst:stück 37


. bremerhaven

Lehe im Wandel

Fotoausstellung von Miriam Klingl

20. Mai bis 17. Juni 2022

Ein Projekt der Kulturkirche Bremerhaven zu Gast im Kleintierforum Lehe

www.kulturkirche-bremerhaven.de

Die Kulturkirche Bremerhaven ist fest verankert

in Lehe, dem Stadtteil Bremerhavens,

der in den vergangenen Jahren auch

in den überregionalen Medien Aufmerksamkeit

erlangt hat. Armutserfahrungen

prägen viele der Menschen, die in Lehe le-

Begleitprogramm:

20.5.2022 | 18 Uhr | Vernissage

Begrüßung: Silke Mohrhoff, Leiterin der Kulturkirche

Bremerhaven, Einführung: PN Andrea Schridde

Künstlerinnengespräch: Helena Erdmann, Psychotherapeutin

für Kinder und Jugendliche, Dipl. Kunsttherapeutin,

Musik: Cafer Isin

22.5.2022 | 16 Uhr | Leher Funken Erlesene Momente

mit Musik, Lesung: Ludmilla Euler

28.5.2022 | 17 Uhr | Susanne Schwan liest aus dem

Buch „Lehe im Wandel“ von Miriam Klingl

02.6.2022 | 12 Uhr | Stadteilspaziergang

und Führung durch die Ausstellung mit PN Andrea

Schridde / Start an der Pauluskirche

38 kunst:stück


.bremerhaven

Fotos © Miriam Klingl // oben links: Rudi – Wirt "Kleine Hexe" // oben rechts:

Kistnergelände, Dämmerung – Gewitter // unten: Rotlicht – Oase (Detail)

ben. Zugleich ist der Stadtteil lebendig und

vielfältig wie kein anderer in der Stadt und

entwickelt sich aus seinem Image heraus.

Die Berliner Fotografin Miriam Klingl wurde

von der Kulturkirche Bremerhaven eingeladen,

Menschen und Orte in Lehe zu

fotografieren und den Wandel festzuhalten.

Sie hat daraus das Projekt Lehe im

Wandel entwickelt. Fast zwei Jahre lang ist

Miriam Klingl viele Male nach Lehe gereist.

Vertraut sind ihr die Menschen und Orte

geworden. Zusätzlich zu den Fotos hat sie

die von ihr fotografierten Menschen nach

ihrer Sicht auf Lehe befragt. So sind sehr

persönliche Foto- und Textarbeiten entstanden,

die in einem Buch zusammengetragen

wurden.

05.6.2022 | 15 Uhr | Stadteilspaziergang

und Führung durch die Ausstellung mit PN

Andrea Schridde/ Start an der Pauluskirche

11.6.2022 | 15–23 Uhr | Lange Nacht der

Kultur, Fotoausstellung von Miriam Klingl

19 Uhr und 21 Uhr | Konzert der Legit Crew,

Hip Hop aus Bremerhaven

17.6.2022 | 18 Uhr | Finissage

19 Uhr | Konzert mit Tobias Wilden, akustische

Gitarre und Klavier

Ausstellungsführungen mit Miriam Klingl:

21.5.2022, 16 Uhr | 10.6.2022, 18 Uhr

12.6.2022, 16 Uhr | 17.6.2022, 16 Uhr

Weitere Informationen zur Ausstellung

und den Kulturgottesdiensten entnehmen

Sie bitte der Homepage:

www.kulturkirche-bremerhaven.de

Öffnungszeiten:

Donnerstag 12–15 Uhr

Freitag 16–20 Uhr

Samstag und Sonntag 15–18 Uhr

Kleintierforum Lehe

Hinrich Schmalfeldtstraße 29

27576 Bremerhaven

kunst:stück 39


. stadtland

Entlang der Stille

Sommer-Ausstellung in der Privatgalerie Ysabel Sureth

22. Mai (Eröffnung: 15 Uhr) bis 3. Juli 2022

Privatgalerie Ysabel Sureth | www.ysabel-sureth.de

Die kommende Ausstellung der Ysabel

Sureth Privatgalerie wird das Künstlerduo

Jusha & Sven Mueller und den Bildhauer

Max Schmelcher zeigen.

Das Künstlerpaar Jusha und Sven Mueller

arbeitet in den Bereichen Malerei, Installation,

Performance und Kunst-am-Bau,

die gemeinsam von ihnen konzeptuell geplant

und ausgeführt werden. In der kommenden

Sommer-Ausstellung „Entlang der

Stille", werden sie ihre Bilder präsentieren.

Der Bildhauer, Max Schmelcher sucht in

seinen Werken die Auseinandersetzung

mit anderen Menschen und Kulturen, ihren

Mythen und Symbolen, ihren Ritualen

und ihren Gefühlen zu den Grundfragen

von Leben und Tod. Er wird Skulpturen

und Wandobjekte zeigen, die er aus seinem

speziellen Werkstoff Moor entwickelt.

Die BesucherInnen sind herzlich dazu

eingeladen, die Räume der Galerie und

der ehemaligen Achterstädter Schule zu

besuchen und in der Abgeschiedenheit

medialer Hektik, inmitten der Weite der

norddeutschen Marschlandschafft, zu

verweilen. Auch der Skulpturengarten

kann während der Austellungszeit besucht

werden.

40 kunst:stück


. stadtland

Abb. oben – linke Seite: Max Schmelcher, Aufbruch, Moor und Pigmente, 107 x 76 cm,

2021// rechte Seite: Jusha und Sven Mueller, 20-742_lights(redmagenta), Acryl und

Ölkreide auf Leinwand, 40 x 40 cm, 2020

Abb. unten – linke Seite: Max Schmelcher, Atmung, Moor und Pigmente, 105 x 105 cm,

2021 // rechte Seite: Jusha und Sven Mueller, 20-741_lights(blueviolett), Acryl und Ölkreide

auf Leinwand, 40 x 40 cm, 2020 (Ausschnitt)

Die Eröffnung der Ausstellung wird von

Sven Mueller textlich begleitet und findet

am 22.5.2022 um 15 Uhr statt. Für das

leibliche Wohl der BesucherInnen wird das

Team von la Tazza sorgen.

Am 25.6.2022 um 17 Uhr wird ausserdem

die Schriftstellerin Inge Merkentrupp aus

Ihrem neuen Werk “Emma Ritter – eines

Tages werde ich berühmt sein“ lesen.

Die Galerieräume der Achterstädterstr. 10/11

zeigen die künstlerischen Positionen jeweils

samstags und sonntags zwischen

14.00 Uhr und 18.00 Uhr (oder nach telefonischer

Vereinbarung), im Zeitraum vom

22.05.2022 bis zum 03.07.2022

Die BesucherInnen werden darum gebeten,

die aktuellen Coronaregeln zu beachten.

Privatgalerie Ysabel Sureth

Achterstädterstraße 10/11, 26936 Stadland

kunst:stück 41


. syke

Manaf Halbouni, ( )ultur, 2020, Lichtplastik, © Künstler, Foto: Tobias Hübel

Beyond Homogeneity

30. Januar bis 8. Mai 2022

Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de

Die großangelegte Themenausstellung

"Beyond Homogeneity", was übersetzt

Jenseits der Homogenität bedeutet, präsentiert

Positionen der internationalen Gegenwartskunst,

die sich mit der Beziehung

von Kunst und Gesellschaft beschäftigen.

Mit unterschiedlichen Mitteln und ästhetischen

Strategien setzten sich die

Künstler:innen innerhalb der Ausstellung

mit den Faktoren und Bedingungen der

immer komplexer werdenden Gesellschaft

auseinander. Da sie nicht nur durch ihre

künstlerische Praxis, sondern auch durch

ihre Biografie und Lebensführung in nebeneinander

bestehenden Kulturzusammenhängen

agieren, beziehen sie Stellung

zur Komplexität der gemeinsamen Wirklichkeit

und machen auf das dialogische

Moment im Aufeinandertreffen der kulturellen

und subjektiven Vielfalt aufmerksam.

Damit trägt sie, so unsere Hoffnung, zur

Gestaltung einer gerechteren, heterogenen

und diversen Wirklichkeit bei.

Künstler:innen: Marwa Arsanios, Delaine

Le Bas, Helen Cammock, Andrew Gilbert,

Manaf Halbouni, Jasleen Kaur, Monica de

Miranda, Harold Offeh, Ahmet Öğüt, Lerato

Shadi

Gefördert durch die Kulturstiftung des

Bundes und Karin und Uwe Hollweg Stiftung.

Führungen: 10. April, 15 Uhr / 8. Mai, 14 Uhr

Syker Vorwerk

Zentrum für zeitgenössische Kunst

Waldstraße 76, 28857 Syke

42 kunst:stück


. syke

TOM SACHS

SPACE

PROGRAM:

RARE EARTHS

#TOMSACHSHAMBURG

19. SEPTEMBER 2021 –

10. APRIL 2022

HALLE FÜR AKTUELLE

KUNST

TOM SACHS

SAM‘S SUIT, 2019, MIXED MEDIA

PHOTO: GENEVIEVE HANSON © TOM SACHS

GUTE

AUSSICHTEN

2020/2021

JUNGE DEUTSCHE

FOTOGRAFIE

#GUTEAUSSICHTENDTH

11. FEBRUAR –

1. MAI 2022

PHOXXI. HAUS DER

PHOTOGRAPHIE

TEMPORÄR

Sophie Allerding, Leuchtende Augen, 2020,

www.guteaussichten.org

TOMI

UNGERER

IT‘S ALL ABOUT FREEDOM

#TOMIUNGERERDTH

27. NOVEMBER 2021 –

24. APRIL 2022

SAMMLUNG

FALCKENBERG

TOMI UNGERER, UNTITLED, 2013

© TOMI UNGERER ESTATE/DIOGENES

VERLAG AG, ZÜ RICH

kunst:stück 43


. stade

Heino Jaeger

Retroperspektive, oder wie man das nennt

5. März bis 6. Juni 2022

Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de

Heino Jaeger ist in aller Munde. Seine erlauchte

Fangemeinde wirbt stetig für sein

Werk und jüngst wurde seine Biografie als

Roman von Rocko Schamoni veröffentlicht.

Jaeger (1938, Harburg – 1997, Bad

Oldesloe) war Künstler, Komiker und Nonkonformist.

Die Rundfunksendungen, mit

denen er in den 1960er- und 70er-Jahren eine

breite Aufmerksamkeit erreichte, machten

ihn zum Vorbild vieler Satiriker*innen.

Obwohl das bildkünstlerische Werk die

größte Konstante seines Schaffens darstellt,

ist es jedoch nahezu unbekannt.

Die Ausstellung im Kunsthaus Stade ist das

Ergebnis der erstmaligen umfassenden

Sichtung und Erschließung des erhaltenen

Bildwerks. In Kooperation mit zahlreichen

Privatsammler*innen konnten Werkgruppen

ausgemacht, Datierungen vorgenommen

und als bislang verschollen geltende

Schätze wiederentdeckt werden.

Die Motive seiner Arbeiten reichen von

volks- und naturkundlichen Objektzeichnungen

über vermeintlich klassisch anmutende

Landschaften, von Straßenszenen

hin zu Interieurs. Personen werden

häufig technisiert dargestellt und treffen

in seinen Zeichnungen und Gemälden

auf Tiere oder Mischwesen. Jaegers

Kindheitserlebnisse aus der Kriegs- und

Nachkriegszeit werden in Darstellungen

von zerstörten Gebäuden, Panzern sowie

zahlreichen Soldatenporträts sichtbar.

Dabei sind die Zurschaustellung des Alltäglichen

einerseits und die gleichzeitige

Infragestellung eines Normalzustandes

andererseits der Kern seiner künstlerischen

Arbeit. Hiervon sind auch seine

Rundfunksendungen geprägt, in denen

er gerne als „Dr. Jaeger“ Ratsuchende

in allen Lebenslagen beriet.

44 kunst:stück


. stade

Abb. oben v.ln.r.: Heino Jaeger, o.T., 1974, Privatsammlung Kiel © Museen Stade // Heino Jaeger, o.T.,

1974, Privatsammlung Kiel © Museen Stade // unten v.l.n.r.: Heino Jaeger, o.T., 1975, Sammlung Ch. Hofmann

© Museen Stade // Heino Jaeger, o.T., undatiert, Galerie Zwang © Museen Stade, Foto: Carsten

Dammann // Heino Jaeger, o.T., 1969, Galerie Zwang © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann

In Ton und Bild wusste Heino Jaeger zu berichten

von den Auswüchsen des menschlichen

Lebens. Er selbst, der 1997 nach jahrelangem

Aufenthalt in einer psychiatrischen

Einrichtung verstarb, hatte so vieles gesehen

und erlebt, dass er wusste, ein "normal"

gibt es nicht. 25 Jahre nach seinem

Tod zeigt die Ausstellung, dass diese Feststellung

noch immer gültig ist.

Mehr als 300 Arbeiten Jaegers werden in

der Ausstellung im Kunsthaus Stade zu

sehen sein. Flankiert von Hörstücken und

originalem Filmmaterial, wird das dichte,

sich zwischen realistischer Wiedergabe,

karikierender Überzeichnung und skurriler

Umwandlung spannende Geflecht seines

Schaffens sichtbar. Die Ausstellung ist eine

erste institutionelle Präsentation des

Werks und zugleich eine Überblicksschau.

In Jägers eigenen Worten: eine „Retroperspektive,

oder wie man das nennt“.

Begleitet wird die Schau von einem Veranstaltungsprogramm

sowie einem ausführlichen

Katalog, der in das Leben und Werk

des Ausnahmekünstlers einführt.

Museen Stade, Kunsthaus

Wasser West 7, 21682 Stade

kunst:stück 45


. agathenburg

Karolin Schwab, Looking Glass, 2021

Material im Raum I

Emilia Neumann, Franziska Reinbothe,

Karolin Schwab, Rainer Splitt

1. Mai bis 6. Juni 2022

Schloss Agathenburg | www.schlossagathenburg.de

Vom 1. Mai bis zum 6. Juni zeigt Schloss

Agathenburg das Ausstellungsprojekt

MATERIAL IM RAUM I mit Werken von Emilia

Neumann, Franziska Reinbothe, Karolin

Schwab und Rainer Splitt. Es ist die erste

Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die

Claudia Rasztar für das Schloss kuratiert,

nachdem die Ausstellungsplanung bis dahin

30 Jahre lang in der Hand von Bettina

Roggmann lag.

Die zweiteilige Ausstellungsreihe MA-

TERIAL IM RAUM von Kuratorin Claudia

Rasztar lenkt die Aufmerksamkeit auf einen

Aspekt, der in der zeitgenössischen

Kunst von großer Bedeutung ist: Es geht

um das Material, aus dem die Werke bestehen.

Die ausstellenden Künstlerinnen und

Künstler benutzen ihre Werkstoffe nicht

als Träger von Inhalten und Motiven, sondern

weisen ihnen die Hauptrolle zu. Glänzende

Farbpfützen aus Polyurethan spiegeln

den Raum, massive Skulpturen aus

Gips fesseln das Auge und durchsichtige

Bilder regen zum Nachdenken an.

Chiffon, Spiegel, Gips –

und eine riesige Farbpfütze

Bei der Künstlerin Franziska Reinbothe

wird das Grundgerüst, aus dem Malerei

in traditionellem Sinne gemacht ist –

Leinwand, Keilrahmen, Farbe – selbst zur

Kunst. In einer Serie aus dem Jahr 2021

spannt sie über verzogene, schiefe, aus

46 kunst:stück


. agathenburg

der Achse geratene Keilrahmen feste Farbbahnen

oder hauchdünne Chiffonstoffe,

die das ungewohnte Gewirr an Leisten

durchscheinen lassen. Rainer Splitt gießt

große Mengen an Farbe wie einen glänzenden

Teppich auf Böden oder Grasflächen.

Seine „pourings“ (Farbgüsse)

verändern die Raumwirkung und Raumerfahrung:

Alles, was sich drumherum oder

über der Arbeit befindet – in diesem Fall

der historische Raum im Schloss mit Stuckrosette

und Kronleuchter – wird reflektiert.

Auch in dem Werk von Emilia Neumann

spielt der Aspekt des Gießens und

Fließens eine große Rolle. Sie arbeitet mit

den Baumaterialien Gips und Beton. Riesige

Formationen sind von ihr zunächst abgeformt

und dann gegossen worden. Zum

Teil liegen den Skulpturen reale Objekte

zugrunde (Helikopter, Surfbretter, Vasen,

Autokarosserien), zum Teil handelt es sich

um abstrakte Formen. Karolin Schwabs

Arbeiten zielen häufig auf das Fließen, auf

das Vorbeiziehen und das Flüchtige ab. Angedacht

ist für das Schloss Agathenburg

ein Guckkasten, durch den man einen Film

sehen kann, der fließendes Wasser zeigt.

Das Fließen und Plätschern sind hier zu

hören und zu sehen, während sich die Arbeiten

der anderen Mitausstellenden tatsächlich

in dem Raum ergießen.

MATERIAL IM RAUM I ist der erste Teil

einer Doppelausstellung. Das über 300

Jahre alte Barockgebäude war der Ausgangspunkt

und die Inspiration für das

Ausstellungskonzept: Die ausgestellten

Werke nehmen entweder Bezug auf

die Materialien, die im Schloss zu finden

sind – Gips, Holz, Spiegel – oder stehen

im Kontrast zu dem historischen Gebäude.

Als zweiter Teil folgt die Ausstellung

MATERIAL IM RAUM II, vom 19. Juni bis

zum 14. August 2022.

– – –

Öffnungszeiten:

Di–Fr: 14–18 Uhr

Sa, So, Feiertage: 11–18 Uhr

Karfreitag geschlossen

Begleitprogramm:

So 1.5., 15 Uhr – Kuratorinnenführung

So 8.5., 15 Uhr – Kunst Kaffee & Kuchen

Sa 4.6., 18.30 Uhr – Art & Aperitif

Gefördert durch das Niedersächsische

Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Schloss Agathenburg

Hauptstraße 45, 21684 Agathenburg

Emilia Neumann ist 1985 in Hessen geboren

und lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Sie hat Bildhauerei an der Hochschule für

Gestaltung in Offenbach und in Granada

studiert und 2013 ihr Diplom in Bildhauerei

bei Wolfgang Luy und in Soziologie / Theorie

der Medien bei Marc Ries gemacht.

www.emilianeumann.com

Franziska Reinbothe ist 1980 in Berlin geboren

und lebt und arbeitet in Leipzig.

Studiert hat sie Medienkunst und Malerei

/ Grafik an der Hochschule für Grafik und

Buchkunst Leipzig, wo sie seit 2019 auch

künstlerische Mitarbeiterin ist.

www.franziska-reinbothe.de

Karolin Schwab, geboren 1987 in Stralsund,

studierte von 2008 bis 2011 bildende Kunst

an der Universität Greifswald, von 2011 bis

2013 an der University of East London (UK)

und 2014 bis 2016 an der Universität der

Künste in Berlin. Sie war Meisterschülerin

bei Ai Weiwei. Unter anderem erhielt

sie ein Reisestipendium des Mecklenburgischen

Künstlerhauses Schloss Plüschow

und 2019/20 das Malt AIR Stipendium der

Kunsthalle Aarhus (DK). Karolin Schwab

lebt und arbeitet in Berlin.

www.karolinschwab.com

Rainer Splitt, 1963 geboren in Celle, hat

an der HBK in Braunschweig studiert sowie

an der École des Beaux Arts in Nîmes

und der School of Visual Arts in New York.

Er war u.a. 1990 DAAD-Stipendiat in New

York, 1997 Stipendiat der Villa Massimo in

Rom und 1999 der Barkenhoff-Stiftung in

Worpswede. Rainer Splitt lebt und arbeitet

in Berlin. www.rainersplitt.de

Die neue Kuratorin auf Schloss Agathenburg

Claudia Rasztar studierte Kulturwissenschaften,

Kunstgeschichte und Romanistik

an der Sorbonne, der École du Louvre in

Paris und der Universität Bremen. Anschließend

unterstützte sie die Galerie Katrin

Rabus in Bremen, führte Interessierte

durch die Kunsthalle Bremen und leitete

die Galerie art & arche im Schloss Wendhausen

bei Braunschweig. Seit 1996 arbeitet

Claudia Rasztar als selbständige Kunstund

Kulturwissenschaftlerin mit Partnern

wie Galerien, Museen und privaten Clubs

sowie Hotels und Stiftungen zusammen:

Für die Hamburger Kunsthalle ist sie seit

2015 in der "Bildung & Vermittlung" tätig

und für die Stiftung Kulturglück seit 2019

Projektleiterin von "happy veddel" und

"Hereinspaziert! Mein Weg zur Kunst". Auf

Schloss Agathenburg übernahm sie 2021 die

Ausstellungsplanung und kuratierte mit

MATERIAL IM RAUM I ihre erste Ausstellung

für das Schloss.

kunst:stück

47


. föhr

Anna Ancher

Sonne. Licht. Skagen.

6. März bis 19. Juni 2022

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

»Sie war in der dänischen Kunst die

Erste, die es richtig verstand,

einen Sonnenstrahl einzufangen.«

Anna Ancher (1859−1935) ist in Dänemark

eine der beliebtesten Künstler*innen des

ausgehenden 19. Und beginnenden 20.

Jahrhunderts. Als Mitglied der bedeutenden

Skagener Künstlerkolonie war

sie maßgeblich an der Herausbildung realistischer

und impressionistischer Strömungen

in der skandinavischen Malerei

um 1900 beteiligt. Ihr Schaffen zeichnete

sich durch einen besonders innovativen

Karl Madsen, Skagen-Maler, Kunsthistoriker und späterer

Direktor des Statens Museum for Kunst, Kopenhagen,

sowie erster Direktor des Skagens Museum

Umgang mit Licht und Farbe aus. Anna

Anchers Darstellungen von Lichtreflexionen

und Schattenwürfen in zahlreichen

Genre- und Landschaftsbildern sind meisterhaft.

Ihrer Zeit voraus, fand sie schließlich

zu einer abstrahierenden Formensprache.

Die Auswahl der Werke ermöglicht

umfassende Einblicke in Anna Anchers soziales

Leben und das Alltagsgeschehen

in Skagen.

48 kunst:stück


. föhr

In den Jahren 2020 und 2021 präsentierten das Statens

Museum for Kunst in Kopenhagen und Skagens

Kunstmuseer in Dänemark sowie das norwegische

Lillehammer Kunstmuseum die bislang umfangreichsten

Anna-Ancher-Einzelausstellungen. Das

MKdW, das den größten Bestand an Arbeiten der

Skagener Künstlerkolonie in Deutschland vorweisen

kann, knüpft an diese Tournee an und zeigt

über 80 Gemälde und Ölstudien von Anna Ancher.

Die Schau steht unter der Schirmherrschaft

von Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft

und Kultur in Schleswig-Holstein, und I. E.

Susanne Hyldelund, Botschafterin des Königreichs

Dänemark in Deutschland.

Zur Ausstellung ist ein Katalog in deutscher und

englischer Sprache erhältlich.

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

Die Erkundung der

aktuellen Ausstellungen

ist auch

virtuell über

MKdW-3D

möglich.

Alle Abbildungen von Anna Ancher

Abb. obenv.l.n.r.: Selbstporträt, um 1879 ©

Art Museums of Skagen // Drei alte Frauen

beim Nähen eines blauen Kleides für ein

Kostümfest, 1910 © Art Museums of Skagen

// Frau Ane Brøndum in der blauen Stube,

1913 © Art Museums of Skagen // Abb. unten

v.l.n.r.: Sonnenschein in der blauen Stube,

1891 © Art Museums of Skagen // Spielende

Kinder am Strand von Skagen, um 1905 © Art

Museums of Skagen // Mondklarer Abend am

Leuchtfeuer von Skagen, 1904 © Museum

Kunst der Westküste // Auf der Gartenbank,

Helga Ancher und Ane Møller, um 1889 © Art

Museums of Skagen, Foto: Audbjørn Rønning,

Stiftelsen Lillehammer Museum // Ane

Hedvig Brøndum, am Tisch sitzend, 1910 ©

Museum Kunst der Westküste

kunst:stück 49


. oldenburg

50 kunst:stück


. oldenburg . bremen

Interaktive Installation aus Sound,

Licht und Skulptur

Künstlerduo BOSMOS mit Arcade

in Oldenburg, Hamburg und Worpswede

– – –

www.bosmos.eu

8.–10. April 2022

Teepavillon im Schlossgarten, Gartenstr. 37, Oldenburg

26. April 2022

zu Besuch beim bunkersalon des resonanzraum, Feldstraße 66, Hamburg

30. April bis 29. Mai 2022

kooperatives Ausstellungsprojekt der Künstler:innenhäuser Worpswede

und Galerie KW/RANDLAGE im Kunst- und AtelierHaus6, Findorffstr. 6,

27726 Worpswede

Seit seiner Gründung 2008 stellt das Künstlerduo BOSMOS Sound,

Licht, Skulptur und Bühnenbild in den Mittelpunkt seiner künstlerischen

Produktion – eine neuartige Form des Theaters ohne

Darsteller:innen. Dabei tut sich bis heute eine Verschiebung auf: Während

früher die Theaterbühne für BOSMOS der Darbietungsort von

Live-Aufführungen und Performances war, bietet heute der Ausstellungsraum

für Lars Unger und Wilco Alkema einen neuen Kontext.

Bei der interaktiven Installation Arcade verändert sich auch die Rolle

des Publikums fundamental: Die Gäste sind nicht nur Zuschauende,

sondern aktive Mitspielende im intuitiven, gemeinsamen Kreativitätsprozess.

Anfassen unbedingt erwünscht!

Bei Arcade bespielen zwei Menschen über zwei Steuerpulte gemeinsam

eine Licht-Klang-Skulptur. Mit dem einen können Lichtsignale, mit

dem anderen elektronische Sounds aktiviert werden, die in Echtzeit

in der Licht-Klang-Skulptur wiedergegeben werden. Eine spontane

Aufführungs-Situation – mal improvisierte Jamsession, mal komponierte

Anordnung – entsteht. Die hybride Mensch-Maschinen-Schnittstelle

wird durch das computerbasierte Innenleben und die begrenzten

Bedienelemente der Steuerpulte bestimmt.

Mit Arcade knüpft BOSMOS an die Anfänge der prozessualen Medienkunst

der 60er Jahre an, in denen die Grenzen zwischen Autor:in,

Ausführenden und Publikum sich begannen aufzulösen. Statt auf

Originalität und Genialität der Künstler:innen wurde auf Interaktion,

Partizipation und Vernetzung mit dem Publikum gesetzt. In dieser

Tradition stehend bringt Arcade die Gäste in eine unmittelbare Interaktion

mit dem Kunstwerk und den Mitspielenden am anderen Spieltisch.

Die kompositorischen Ergebnisse sind dabei immer einzigartig,

nicht reproduzierbar und nur von kurzer Dauer.

Der Titel lässt es bereits vermuten: Die raumgreifende Installation ist

von nostalgischen Spielautomaten aus den 80er Jahren inspiriert. Wie

die berühmten Arcade-Spiele soll auch das Kunstprojekt zu kurzweiligen

und unkomplizierten Spiel-Sessions einladen – Popkultur trifft

Klanginstrument und bildende Kunst. Und das an drei Orten!

Gefördert durch den BBK-Bundesverband im Rahmen von Neustart Kultur

Abb.: Lichtpult (oben) und Tonpult (unten), Grafik: © Menso von Ehrenstein

kunst:stück 51


. leer

Horst Antes, Gefleckte Figur, 1982, Lithographie, 42 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Gerd Rokahr

und die Druckgraphik der Moderne

20. März bis 15. Mai 2022

Kunsthaus Leer | www.kunsthaus-leer.de

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die

phantasievolle, mehrdeutige und zuweilen

rätselhafte Bildwelt des ostfriesischen

Künstlers Gerd Rokahr (*1942). Bereits seit

seinem Studium an der Staatlichen Kunstschule

Bremen in den 1960er-Jahren beschäftigt

sich der Druckgraphiker, Illustrator

und regionalgeschichtliche Autor

aus Esens mit dem Menschen und dessen

Seelenleben.

Empfindungen, Träume sowie besondere

Eigenarten gewinnen in den von ihm aus

wenigen Linien und Flächen entwickelten

Figuren Gestalt. Eine auf nur wesentliche

Elemente reduzierte, an die kindliche Ausdrucksweise

erinnernde Formensprache

zeichnet auch seine Landschaftsdarstellungen

aus. Die in Schwarzweiß oder in

zarten Farbtönen gearbeiteten Blätter

(Radierungen, Linolschnitte und Lithogra-

52 kunst:stück


. bremen . leer

Abb. oben: Gerd Rokahr, Der Eremit spielt Blindekuh, 1976, Radierung,25 x 32 cm, Foto: Jürgen Bambrowicz, © Kunsthaus

Leer // links darunter: Ludwig Meidner, Selbstbildnis, 1923, Radierung, 40 x 30 cm, © Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches

Museum der Stadt Frankfurt am Main // rechts: Gerd Rokahr, Selbstporträt mit Augenbinde, 1976, Radierung, 38 x 27 cm,

Foto: Jürgen Bambrowicz, © Kunsthaus Leer

phien) spielen mit den Sehgewohnheiten

und fordern so zu einer vertiefenden, vielschichtigen

Betrachtungsweise heraus.

Gemeinsam mit den Werken Gerd Rokahrs

aus dem Bestand des Kunsthauses präsentiert

die Ausstellung Druckgraphiken von

namhaften Künstlern und Künstlerinnen der

Klassischen Moderne. Sie stammen aus des

Künstlers privater Graphiksammlung, mit

deren Aufbau er kurz nach Abschluss des

Studiums begann und die vom Anfang des

Buchdrucks im 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart

reicht. Mit herausragenden Arbeiten

etwa von Max Liebermann, Käthe Kollwitz,

Ludwig Meidner, Renée Sintenis, aber

auch von Friedensreich Hundertwasser, Karl

Heinrich Greune oder Horst Antes bezieht

die Ausstellung die zweite Hälfte des 20.

Jahrhunderts mit ein. Sie gibt sowohl Einblicke

in die im deutschsprachigen Raum

des vergangenen Jahrhunderts entstandene

graphische Kunstproduktion als sie

auch Rokahrs Auseinandersetzung mit den

Werken seiner eigenen Sammlung zeigt.

Kunsthaus Leer

Turnerweg 5, 26789 Leer

kunst:stück 53


. wilhelmshaven

Lars Fiske, aus dem Comic "Herr Merz. Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz.“

erschienen im avant-verlag, 2013

Ziiiiuu ennze ziiiiuu nnzkrrmüüüü?

KURT SCHWITTERS’ URSONATE in der Kunst von heute

12. März bis 22. Mai 2022

Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

Rrummpff tillff toooo? Die Faszination für

Kurt Schwitters’ von 1922 bis 1932 entstandene

Ursonate ist auch nach 100 Jahren

ungebrochen. Die Kunsthalle Wilhelmshaven

würdigt dieses Schlüsselwerk der

europäischen Moderne mit einer Ausstellung,

in der die vielfältige künstlerische Resonanz

auf das Lautgedicht lebendig wird.

Klangkunst, Performance, Hörspiel, Pop-

Musik, Comic und Film zeichnen Schwitters’

Einfluss auf Musik, Kunst und Alltagskultur

nach.

Die Ausstellung präsentiert die Ursonate

in Partitur, Ton- und Filmaufnahmen,

geht ihrer Werkgeschichte nach, zeigt Vorläufer

der Lautpoesie, skizziert die Faszination

der Kultur- und Geisteswelt für alles

Ursprüngliche und zeigt vor allem die

Werke internationaler zeitgenössischer

Künstler*innen, die von Schwitters inspiriert

wurden. Ein umfangreiches Programm

von Gesprächen, Vorträgen, Führungen

und Performances begleitet die

Ausstellung. Auch in Wittmund – dem

Wohnort von Schwitters’ Vorfahren – fin-

det eine Performance der Ursonate statt.

Natürlich auf dem Kurt-Schwitters-Platz.

Mit Worten, Klängen, Bildern und Interpretationen

von: Kurt Schwitters I Hugo Ball I

Joseph Beuys I Jaap Blonk I Pavel Büchler

I Chumbawamba I Brian Eno I Lars Fiske I

Thomas Hirschhorn I Stephan von Huene I

Joan Jonas | Patricia Kopatchinskaja, Reto

Bieri, Lukas Fierz I Norbert Lange I Else Lasker-Schüler

I El Lissitzky I Jackson Mac Low,

Anne Tardos I Filippo Tommaso Marinetti

I Jan van Mehan I George Melly I Christian

Morgenstern I Wolfgang Müller I Christopher

Nielsen I Nico Pachali I Lisa Paclet I Benjamin

Patterson I Rainer Maria Rilke I Paul

Schuitema I Astrid Seme I August Stramm

I Grzegorz Sztwiertnia I Emmett Williams

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch,

Freitag, Samstag, Sonntag 11–17 Uhr

Donnerstag 11–20 Uhr, montags geschlossen

Kunsthalle Wilhelmshaven

Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

54 kunst:stück


. nordhorn . bremen

Mehtap Baydu, Cocoon-Koza, 2015 Videoperformance

Mehtap Baydu

Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2021

20. März bis 22. Mai 2022

Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

Mehtap Baydu wurde 2021 mit dem Kunstpreis

der Stadt Nordhorn ausgezeichnet.

Ihr künstlerisches Werk umfasst vor allem

Performance, Installationen, Video und Fotografie.

Dabei ist ihr eigener Körper meist

der Ausgangspunkt für die Formen und die

Themen ihrer Arbeiten. Haut, Körperhülle

oder Kleidung; immer wieder macht sie die

Schnittstellen zwischen sich selbst und der

Welt sichtbar. Die Basis ihrer Erzählungen

sind die Geschlechterrollen. Sie lässt aber

bewusst die Spannungen zwischen Stärke,

Selbstbewusstsein, Verletzlichkeit und

Ausgesetzt-Sein bestehen, denn auch der

entblößte, vermeintlich schutzlose Körper

birgt ein Inneres unter der Oberfläche,

welches sich nicht ohne weiteres preisgibt.

Gleichzeitig zeichnen sich Mehtap Baydus

Werke aber auch durch eine metaphorische

Ebene aus. Sie enthalten zahlreiche

Verweise auf die verschiedenen kulturellen

Zusammenhänge, die sich zum Beispiel

aus der Biographie der Künstlerin erge-

ben, die in der Türkei geboren wurde und

nach einem Kunststudium in der Türkei

und in Deutschland inzwischen in Berlin

lebt. Traditionen, Normen, Rituale oder

Codes zeigt sie in ihren Widersprüchen,

aber auch als verbindende Elemente. Die

Kunst von Mehtap Baydu ist eine Herausforderung

an die Wahrnehmung von Grenzen

zwischen Individuum und Gesellschaft

sowie zwischen Ein- und Ausgrenzungen

in Religion, Kultur und Politik.

Die Städtische Galerie Nordhorn wird die

erste institutionelle Einzelausstellung von

Mehtap Baydu in Deutschland zeigen, mit

einer Auswahl von skulpturalen und fotografischen

Arbeiten sowie Performance

– sowohl als Dokumentation als auch live

vor Ort. Zur Ausstellung wird eine Publikation

erscheinen.

Städtische Galerie Nordhorn

Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück 55


. papenburg-aschendorf

Künstlerkolonie Worpswede

Bilder aus dem Teufelsmoor begegnen

den Moorlandschaften im Emsland

29. März bis 10. Juli 2022

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de

„Birken, Birken, Kiefern und alte Weiden.

Schönes braunes Moor, köstliches Braun!

Die Kanäle mit den schwarzen Spiegelungen,

asphaltschwarz. Die Hamme mit ihren dunklen

Segeln, es ist ein Wunderland, ein Götterland.“

So fasziniert schilderte Paula

Modersohn-Becker im Sommer 1897 ihre

Begegnung mit der Landschaft rund um

das Dorf Worpswede. Das Teufelsmoor

zog sie alle in den Bann: Hans am Ende,

Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz

Overbeck und Hermine Overbeck-Rothe,

Ottilie Reylaender, Heinrich Vogeler oder

Carl Vinnen. Mit ihren Werken haben die

Worpsweder Malerinnen und Maler die-

sem besonderen Landschaftstypus und

seinen Bewohnern ein Denkmal gesetzt.

Anhand von rund 100 Gemälden und Grafiken

spürt die Ausstellung der Faszination

nach, die Paula Modersohn Becker einst

in ihr Tagebuch schrieb. Neben den prominenten

Ansichten weiter Landschaften

unter hohen Himmeln zeigt die Ausstellung

die typischen Katen der Moorbauern

und die Zeugnisse ihrer harten Arbeit, den

Torfstich. Zugleich schlägt die Schau eine

Brücke zur regionalen Malerei im Emsland,

denn auch Papenburg liegt inmitten einer

Moorregion.

56 kunst:stück


. papenburg-aschendorf . bremen

Abb. v.l.o.n.r.u.: Otto Modersohn, Birken im Moor, um 1894, Öl auf Malkarton, Otto-Modersohn-

Stiftung // Fritz Makensen, Müde Moorbäuerin mit Kind, um 1900, Öl auf Leinwand, Museum am

Modersohn-Haus // Ottilie Reylaender, Spiegelung, um 1901, Öl auf Pappe, Worpsweder Kunststiftung

Friedrich Netzel

Gezeigt werden u.a. Werke von Hans am Ende, Fritz

Mackensen, Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker,

Fritz Overbeck und Hermine Overbeck-Rothe,

Ottilie Reylaender, Heinrich Vogeler und anderen

Vertreterinnen und Vertretern aus der Gründerzeit

der Künstlerkolonie, die 1889 ihren Anfang nahm.

Das Ausstellungszentrum ist dienstags bis sonntags

zwischen 10 Uhr und 17 Uhr geöffnet. Am Wochenende

ist auch das Café geöffnet und bietet hausgemachten

Kuchen an.

Weitere Informationen zu Eintrittspreisen, Coronabedingten

Einschränkungen sowie weiteren Veranstaltungen

sind unter www.gut-altenkamp.de oder

auf Facebook zu finden.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

Am Altenkamp 1, 26871 Papenburg-Aschendorf

kunst:stück 57


. sögel

50 Jahre Museum:

Schloss Clemenswerth im Jubiläumsjahr

1972 öffneten sich erstmals die Türen des Emslandmuseums

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, 49751 Sögel | www.clemenswerth.de

2022 ist ein besonderes Jahr für das Emslandmuseum

Schloss Clemenswerth: 1972,

und damit genau vor 50 Jahren, öffneten

sich erstmals die Türen des Museums. „Wir

blicken auf sehr erfolgreiche, spannende

und herausfordernde fünf Jahrzehnte zurück,

in denen sich das Schloss zu einem Museum

mit vielen Facetten entwickelt hat,

das mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen

immer wieder spannende Bögen

vom Heute ins Barock schlägt!“, sagt Museumsdirektor

Oliver Fok. Das Emslandmuseum

hat sich mit seinen Ausstellungen und

vielschichtigem Programm, das verschiedene

Alters- und Zielgruppen anspricht,

einen Namen in der norddeutschen Kulturlandschaft

gemacht. „Unser Museum

versteht sich als kultureller Ort im ländlichen

Raum, der den Menschen zugleich Ausstellungen

und Events bietet. Es ist ein Raum

der Begegnungen für Einheimische als auch

für Touristen“, so Fok.

Schloss Clemenswerth wurde von 1737

bis 1747 vom Architekten Johann Conrad

Schlaun erbaut. Bauherr war der aus dem

Hause Wittelsbach stammende Kurfürst

und Erzbischof von Köln, Clemens August.

Als Jagdstern in der Mode der Zeit errichtet,

ist das Schloss heute die einzig erhaltene

Alleesternanlage weltweit und verbindet

Kunst und Natur in besonderer Weise.

Seine harmonische Schönheit zeigt sich

aus der Vogelperspektive: Acht Lindenalleen,

jede zweite doppelreihig angelegt,

führen zum Mittelpunkt des 42 Hektar

großen Waldparks: dem Hauptschloss.

Um dieses, gruppiert wie Planeten um ihre

Sonne, befinden sich acht sogenannte

Kavaliershäuser. Fünf von diesen sowie

das Schloss selbst beherbergen das

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth.

Ausstellungen zur fürstlichen Wohnkultur,

zur barocken Jagd, zur Baugeschichte

und die historische Schlossküche mit dem

berühmten Clemenswerther Jagdservice

geben Einblicke in das Leben vor fast 300

Jahren. Zudem gibt es moderne und zeitgenössische

Kunst zu entdecken, wie das

Gesamtkunstwerk in Glas von Wolfgang

Pohl und eine spannende Schau von

Studio-Keramik.

58 kunst:stück


. bremen . sögel

links: Zentralpavillon // oben: ParkArt findet in diesem Jahr am 13./14. August statt // unten: Der Künstler Wolfgang Pohl bei

einer Führung durch seine Glasausstellung // Blick in die Bauausstellung // Fotos: © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Auch in seinem Jubiläumsjahr hat das Museum

wieder ein umfangreiches Angebot

erarbeitet. Dazu zählen u.a. die Sonntags-Führungen

(jeden letzten Sonntag

im Monat von März bis Oktober), die Restaurierungs-

(05.05.) und die Antiquitäten-

Sprechstunde (21.05.) sowie ein „Totenpuzzle“

mit Rechtsmediziner a.D. Prof. Dr.

Klaus Püschel (19.05.), der Camera-Obscura-Workshop

(05.–7.08.) und die Ferienaktionen

für Kinder. Ebenfalls in Planung

sind die Märkte Fest der Sinne (11./12.06.),

der Kunstmarkt ParkArt (13./14.08.) und

der Adventsmarkt (03./04.12.) sowie ein

„Frühstück am Schloss“ (03.07.), die Barocktage

(16./17.07.), die MASQUERADE

(27./28.08.), der Falknertag (04.09.) und

die Schleppjagd (25.09.). Anlässlich des

50jährigen Bestehens des Museums wird

zudem die Sonderausstellung „Abenteuer

Museum“ (20.08.–31.10.) gezeigt, die Einblicke

in die komplexen Aufgabenfelder

der Kulturinstitution Emslandmuseum

Schloss Clemenswerth gibt. Im Pavillon

Clement August, der bis in den Sommer

hinein umfangreich saniert wird, werden

in sechs Räumen nicht nur die klassischen

Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen

und Ausstellen beleuchtet, sondern

auch die Entwicklung der Museumspädagogik,

der Veranstaltungsangebote und der

Dienstleistungen aufgezeigt. Ein gewagter

Ausblick auf „Das Museum der Zukunft“

rundet die Ausstellung ab.

Geöffnet ist das Museum täglich (außer

montags, Ausnahme: Feiertage) im März

von 11–16 Uhr und von April bis Oktober von

10–18 Uhr. Weitere Informationen (u.a. zu

den Corona-Regeln): www.clemenswerth.de

kunst:stück 59


. osnabrück

Ulrike Rosenbach, Art is A Criminal Action, 1969/2019, Foto auf Leinwand, 189 x 169,9 cm

© Ulrike Rosenbach, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne

Blue Jeans

Kult. Kommerz. Kunst.

Werdegang eines kulturgeschichtlichen Phänomens

10. April (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 10. Juli 2022

Kulturgeschichtliches Museum | www.museumsquartier-osnabrueck.de

Blue Jeans stehen seit mehr als 150 Jahren

für ein Lebensgefühl von Freiheit und unkonventioneller

Lässigkeit. Das Klischee

vom ungebundenen Cowboy lebt noch

genauso nach wie die Legende von der

Revoluzzerhose der 68er. Aber mit diesem

Kleidungsstück verbindet sich inzwischen

mehr als Kult und Nostalgie. An ihm

lassen sich gesellschaftliche Geschichten

des zweigeteilten Deutschlands, der 68er-

Protestbewegung, der Frauenemanzipation,

der Geschlechterstereotypen oder der

Schwulenbewegung erzählen. Namhafte

Künstlerinnen und Künstler haben die Blue

Jeans in ihre Kunst integriert, haben deren

Symbolkraft aufgegriffen, überspitzt

dargestellt oder kritisch hinterfragt. Andere

haben Entwürfe für die Jeanswer-

60 kunst:stück


extras

bung geliefert. Modegeschichte,

Werbestrategien

und Kunstpositionen lassen

sich somit am Werdegang

der Blue Jeans veranschaulichen.

Das Museumsquartier Osnabrück

widmet diesem

kulturgeschichtlichen Phänomen

vom 10. April (Eröffnung:

11.30 Uhr) bis

zum 10. Juli eine facettenreiche

Ausstellung, in der

Werke berühmter Künstlerinnen

und Künstler wie

Joseph Beuys, VALIE EX-

PORT, Wang Bing, Ian Berry

und weitere die Blue

Jeans in der Kunst zeigen

und Themen wie Identität,

Kultobjekte oder Produktion

behandeln. In Kombination

mit Fotografien, Film

und Musik, mit Zeitungsartikeln

und Zeitschriften, mit

Jeans-Originalen und Designstücken

taucht die Ausstellung

in die Legenden

und Geschichten rund um

die Blue Jeans ein, lässt ihre

Vielschichtigkeit erkennen

sowie ihre identitätsstiftende

Rolle reflektieren.

Mit der Karriere der Blue

Jeans von der Arbeiterhose

zum allgegenwärtigen Kleidungsstück

kommen auch

die Schattenseiten eines

Massenartikels zum Tragen:

die Massenproduktion

und ihre Folgen für Mensch

und Umwelt. Die Produktion

der Blue Jeans gilt als eine

der schädlichsten in der

Textilindustrie. Seit einigen

Jahren suchen umweltbewusste Produzenten

nach nachhaltigen Alternativen,

sowohl beim Einsatz von Rohstoffen als

auch bei der Nachbehandlung der Hosen.

Studierende der Universität Osnabrück

haben im Wintersemester 2021/2022 die

Schattenseiten, Nachhaltigkeitssiegel, Innovationen

und Möglichkeiten der Wiederverwendung

recherchiert. Ihre Ergebnisse

fassen sie für den Ausstellungsteil „Produktion

und Nachhaltigkeit“ zusammen

und machen das Thema mit Exponaten

und partizipativen Elementen zugänglich.

Im umfangreichen Rahmenprogramm zur

Ausstellung können in Upcycling-Workshops

eigene Jeanskreationen entworfen oder in

Jeans-Tausch-Börsen Alternativen zur Wegwerfmentalität

wahrgenommen werden.

Fragen der Zukunftsgestaltung zu Ressourcenverbrauch

und Nachhaltigkeit, zu Individualität

und Konformität können in dem

vielfältigen Vermittlungsprogramm diskutiert

werden. Hierin erklärt Ninke Bloemberg

(Fashion Curator, Centraal Museum, Utrecht)

am Beispiel Alter Meister, warum Levi Strauss

die Blue Jeans nicht erfunden hat. Ruedi Karrer,

Direktor des weltweit einzigen, markenunabhängigen

Jeansmuseums in Zürich, illustriert

mit Hilfe einiger Prunkstücke seiner

Jeans-Kollektion, was einen echten Blue Jeans-

Fan aus-macht, warum Blue Jeans nicht gewaschen

werden sollten und woran Plagiate zu

erkennen sind. Carl Tillessen (Trendanalyst,

Autor, Designer und Dozent) spricht über die

Blue Jeans als Dauerbrenner in der Mode und

Thomas Rau (Architekt & Visionär) über seine

bahnbrechenden Konzepte für Nachhaltigkeit

und zirkulaire Ökonomie. Uwe Gansfort (Geschäftsführer

der C&A „Factory for Innovation

in Textiles“, kurz: FIT) und Prof. Dr.-Ing. habil.

Maike Rabe (Leiterin des Forschungsinstituts

für Textil und Bekleidung, Hochschule Niederrhein)

diskutieren über ein Pilot-Projekt, dass

die Blue Jeans-Produktion nach Jahrzehnten

wieder an den alten Textilstandort Mönchengladbach

zurückholen möchte.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind

Ian Berry, Joseph Beuys, Thorsten Brinkmann,

Hans Eijkelboom, Elmgreen & Dragset, VA-

LIE EXPORT, Axel Lieber, „Meister der Blue

Jeans“, Ulrike Rosenbach, Karlheinz Weinberger

und Wang Bing.

Die Ausstellung „BLUE JEANS – Kult. Kommerz.

Kunst.“ ist eine Kooperation mit dem Fachgebiet

Textiles Gestalten des Fachbereichs Kultur-

und Sozialwis-senschaften der Universität

Osnabrück und dem Museums- und Kunstverein

Osnabrück e. V.

Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung

Niedersachsen, der Niedersächsischen

Sparkassenstiftung und der Stiftung der Sparkasse

Osnabrück.

Das Vermittlungsprogramm wird unterstützt

durch die Felicitas und Werner Egerland Stiftung.

Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

kunst:stück

61


. osnabrück / bremen

I am Milli

Gruppenausstellung, kuratiert von Natasha A. Kelly

6. Mai bis 16. Juli 2022

Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de

Der Kunstraum hase29 zeigt ab Mai die

Gruppenausstellung „I AM MILLI“ von

und mit Natasha A. Kelly. Ab Ende April

ist außerdem ihre künstlerische Intervention

„Wer war Milli?“ in der Kunsthalle Bremen

zu sehen.

Die Gruppenausstellung in der hase29

knüpft an den Dokumentarfilm „Millis Erwachen“

an. Kommunikationssoziologin,

Autorin, Kuratorin und Künstlerin Natasha

A. Kelly porträtiert darin acht Schwarze

FLINTA, die über ihre Erfahrungen mit Rassismus

im Kulturbetrieb sprechen und berichten,

wie die Beschäftigung mit Kunst

ihnen half, diese Erfahrungen zu verarbeiten.

Die Dokumentation feierte 2018 auf

der Berlinale Premiere und gewann den

Black Laurel Film Award in den USA.

Namensgeberin des Filmtitels ist die

„Schlafende Milli“ auf dem expressionistischen

Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner

aus dem Jahr 1911. Das Bild gehört

zur Sammlung der Kunsthalle Bremen

und zeigt eine nackte Schwarze Frau, die

schlafend auf einem „Rollbett“ liegt. Farbgebung

und Darstellung von „Milli“ suggerieren

eine vermeintliche sexuelle Freizügigkeit.

Die porträtierte Person wird

zum exotisierten und erotisierten Objekt.

Bei ihrer ersten Begegnung mit dem Bild

in der Bremer Kunsthalle erkannte Kelly

den Auftrag, „Milli“ aus ihrer Rolle des Objekts

eines weißen deutschen Künstlers zu

befreien und sie zum Subjekt zu machen.

In der Gruppenausstellung in Osnabrück

sind Arbeiten von einigen Protagonistinnen

aus dem Dokumentarfilm sowie

weiterer Schwarzer Künstlerinnen zu sehen.

Ihre Filme, Performances, Bilder, Fotografien,

Installationen und Objekte verleihen

ihnen eine eigene selbstbestimmte

62 kunst:stück


. osnabrück / bremen

linke Seite: Anh Trieu, Hennig Fehr, Philipp Rühr // rechts Portrait Natasha A. Kelly: Samia Rachel

Identität als Schwarze Frauen innerhalb

der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft.

Sie alle sind „Millis“ Erbinnen und

definieren ihre Rolle als Schwarze frauisierte

Subjekte in der (Kunst-)Geschichte mit

ihren jeweiligen Arbeiten um. Zugleich fordern

sie die Betrachtenden und Lesenden

auf, ihre kolonialisierten Seh- und Denkgewohnheiten

zu hinterfragen.

Zu sehen sind etwa Fotografien der Fotoserie

von Nathalie Anguezomo Mba Bikoro,

die sich mit der Auslöschung der Geschichten

von Schwarzen FLINTA und dem kolonialen

Menschenhandel mit Afrikanerinnen

befassen und auf dem Cover dieses Heftes

zu finden sind. Künstlerin Masheo antwortet

auf Kirchners Gemälde mit einer Rollenumkehr,

in der der weiße deutsche

Künstler nackt auf einem Diwan liegend

zum Objekt der malenden kamerunischen

Zirkusartistin Milli wird. Kelly steuert mit

der Künstlerin Monilola Olayemi Ilupeju

das performative Teilprojekt „Milli’s Ghost“

bei. Weitere Arbeiten stammen von Sonia

E. Barrett, Zari Harat, Nadu Hormann,

Mwangi Hutter, Belinda Kazeem-Kaminski,

Magda Korsinsky und Patricia Vester.

Wenige Tage vor der Ausstellung in Osnabrück

startet außerdem die Präsentation

von Natasha A. Kellys künstlerischwissenschaftlicher

Recherchearbeit „Wer

war Milli?“ in der Kunsthalle Bremen. Darin

kommentiert sie die Darstellung von „Milli“

und weiterer Schwarzer Modelle auf

Kirchners Bildern. Darüber hinaus analysiert

sie Klischees Schwarzer Frauen und

erzählt zugleich deutsche Geschichte aus

der selten beachteten Schwarzen feministischen

Perspektive. Die Intervention ist

vom 27. April 2022 bis zum 30. April 2023 im

Einzelraum neben Kirchners „Schlafender

Milli“ installiert.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 14 bis 18 Uhr, Do

16 bis 20 Uhr, Sa 11 bis 15 Uhr; montags

sowie sonn- und feiertags geschlossen;

Eintritt frei

Kunstraum hase29

Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

kunst:stück 63


. osnabrück

The thing is. Vom Leben der Dinge

European Media Art Festival 2022

Festival: 20. – 24. April 2022 | Ausstellung: 20. April – 29. Mai 2022

Osnabrück | www.emaf.de

Hoffnungsvoll blickt das European Media

Art Festival (EMAF) auf ein neues Festivaljahr.

Mit einem reichhaltigen Angebot an

Filmscreenings, Ausstellungen, Talks und

Performances sowie einem umfangreichen

Campus-Programm soll nach zwei Online-

Ausgaben endlich wieder ein Programm

für die Öffentlichkeit folgen. Neben einem

aktiven, künstlerischen Austausch vor Ort

wird die 35. Ausgabe des EMAF zudem in

Teilen auch digital mitzuverfolgen sein.

Auch in diesem Jahr widmet sich das

EMAF wieder einem speziellen Thema.

Unter dem diesjährigen Motto The thing

is versammeln sich künstlerische Arbeiten

und theoretische Beiträge, die sich mit unserer

Verstrickung in die Welt der Dinge

beschäftigen. Es soll darum gehen zu erkunden,

wie unsere gemeinsame Wirklichkeit

aus dem Zusammenspiel, der Reibung

und den Widerständen zwischen Körpern

und Dingen entsteht. Denn solange – nicht

nur pandemiebedingt – persönliche Beziehungen

zunehmend als entkörperlicht und

abstrakt erfahren werden, die immer komplexer

werdenden Beziehungen zwischen

Menschen und Apparaten die Grenze zwischen

belebten und unbelebten Wesen

verschieben und die materiellen Grundlagen

unserer Existenz auf diesem Planeten

auf dem Spiel stehen, sind wir mit der Frage

konfrontiert, wie wir (besser) mit den

Dingen leben und vielleicht sogar von ihnen

lernen können.

Die von Inga Seidler kuratierte Ausstellung

setzt sich mit Objekten unserer Gegenwart,

des alltäglichen Lebens und

des spekulativen Designs auseinander. In

Installationen, Skulpturen und Videoarbeiten

fragt sie danach, was ein “Ding“

ausmacht, betrachtet Quasi-Objekte und

Hybride. Ausgehend von unserer Verwobenheit

in die Welt der Dinge untersucht

sie die Beschaffenheit, Produktionsbedingungen,

Bedeutungen, Funktionen und

das Design von Objekten.

Sieben Filmscreenings und eine Performance,

zusammengestellt von Sirah

Foighel Brutmann und Eitan Efrat, feiern

die relationalen Aspekte des bewegten

Bildes. Unter dem Titel It’s rather a verb

[Es ist eher ein Verb] legt das Programm

das Augenmerk auf die Bewegungen, die

Positionen innewohnen, und die Verben,

auf die sich Substantive stützen. Es stellt

64 kunst:stück


. osnabrück

linke Seite: Installation “Synthetic Seduction”, Stine Deja & Marie Munk, 2019 // oben: Filmstill “Home When You

Return” by Carl Elsaesser, US, 2021 // unten: Filmstill “Bashtaalak sa’at / Shall I Compare You to a Summer's Day?”

Mohammad Shawky Hassan, EG/LB/DE, 2022

Werke in den Mittelpunkt, die nicht-lineare

Prozesse nutzen und darstellen, während

Interaktionen mit Dingen – Steinen, historischen

Objekten, Müttern und Autos – audiovisuell

Gestalt annehmen.

Die von Daphne Dragona kuratierten Talks

untersuchen, was es aus der Perspektive

unterschiedlicher Zeitlichkeiten, Ontologien

und Weltsichten bedeutet, mit Dingen

zu leben und für sie zu sorgen. Sie fragen

nach der Rolle von Kunst und Design bei

der Herstellung und Aneignung von bzw.

Absage an Dinge mit dem Ziel, ein dauerhaftes

Verhältnis zur Umwelt und zu

unserem Planeten zu bewahren oder

wiederherzustellen.

Muñoz verbindet in ihren Arbeiten auf eigenwillige

Weise dokumentarische, fiktionale

sowie performative Elemente. Die Britin

Emily Wardill lotet mit ihren filmischen Erzählungen

aus den letzten 15 Jahren die Grenzen

von Bild, Sprache und Erinnerung aus.

Auch das Campus-Programm ist wieder an

verschiedenen Orten der Osnabrücker Innenstadt

und in den Festivalkinos zu entdecken.

Präsentiert werden die Arbeiten

von Studierenden der Hochschulen aus

Bremen, Braunschweig, Halle an der Saale,

Osnabrück, Wien und Amsterdam.

Diese Fragestellungen werden auch

auf die Wettbewerbs-, Langfilm- und

Performanceprogramme ausstrahlen,

in denen die Materialität unserer Erfahrung

– unser Verhältnis zu Objekten,

Körpern und Räumen – eine

zentrale Rolle spielt.

Darüber hinaus werden in der neuen

Sektion Artists in Focus zwei Filmkünstlerinnen

ausführlich gewürdigt. Die puertoricanische

Künstlerin Beatriz Santiago

kunst:stück 65


. osnabrück

Morgenland Festival Osnabrück 2022

4. bis 18. Juni 2022

Osnabrück | www.morgenland-festival.com

Die Corona-Pandemie hat auch den Musikveranstaltern

das Leben schwer gemacht.

Das Morgenland Festival Osnabrück hat

dennoch jedes Jahr eine Lösung gefunden.

Die 2020er Edition konnte in großen Teilen

digital durchgeführt werden und hat über

85.000 Menschen erreicht. Die 2021er Edition

fand komplett open air im Schlossinnenhof

statt und präsentierte Musiker, die

zurzeit in Deutschland leben. So konnten

Quarantäne und allzu viele PCR Tests umgangen

werden.

Das 18. Morgenland Festival Osnabrück

wird vom 4. bis 18. Juni 2022 Projekte präsentieren,

die aufgrund der Pandemie in

den beiden letzten Jahren nicht realisiert

werden konnten. Doch weit mehr als dies,

präsentiert das Programm viele spannende

Eigenproduktionen.

In Koproduktion mit dem Theater Osnabrück

entsteht derzeit die erste Musiktheaterproduktion

des Festivals: Kinan Azmehs

„Songs for Days to Come“. Das Werk basiert

auf Gedichten von 14 syrischen Lyrikerinnen

und Lyrikern und befasst sich

mit der jüngsten Geschichte Syriens - und

beschreibt gleichzeitig unser von weltweiten

Fluchtbewegungen geprägtes Zeitalter.

Die Premiere des Werkes am 4. Juni

2022 ist gleichzeitig die Eröffnung des diesjährigen

Morgenland Festival Osnabrück.

Eine weitere Zusammenarbeit mit dem

66 kunst:stück


. osnabrück

linke Seite oben: All Star Band © Andy Spyra // links unten: Yasamin Shahhosseini, Foto: privat

oben rechts: Kinan Azmeh © Liudmila Jeremies

Theater Osnabrück präsentiert die junge

Generation syrischer KomponistInnen

im Zusammenspiel mit dem Osnabrücker

Sinfonieorchester unter der Leitung von

Daniel Inbal. Auf dem Programm stehen

Werke von Angela Boutros, Basilius Alawad,

Naïssam Jalal, Mevan Younes und

Mohannad Nasser.

Der Freundeskreis des Festivals hat 2020

sieben Werke bei MusikerInnen in Auftrag

gegeben, um ihnen in der schwierigen Zeit

der Pandemie (bezahlte) Tätigkeiten zu ermöglichen.

Die Werke von Jalgasbek Iles

(Kasachstan), Dima Orsho (Syrien), Merima

Ključo (Bosnien-Herzegowina), Moslem

Rahal (Syrien), Yasamin Shahhosseini

(Iran), Salman Gambarov (Aserbaidschan)

und Ibrahim Keivo (Syrien) werden am

8. Juni von der Morgenland All Star Band

und Gästen uraufgeführt, ein globales

Soundgeflecht zwischen traditioneller

Musik, Jazz und Rock.

Yasamin Shahhosseini ist eine junge Komponistin

und Oudspielerin in Teheran, die

mit ihrem Instrument neue stilistische Wege

erkundet: Ihre Improvisationen ziehen

ihre Kraft aus der Tradition und sind zugleich

durchpulst vom Drive des modernen

Lebens. Erstmals wird sie mit dem legendären

Kamancheh-irtuosen Kayhan Kalhor

auf der Bühne stehen.

Der iranische Musiker Mehdi Aminian wurde

in Isfahan geboren. Er verließ seine Heimat

im Alter von 17 Jahren und studierte

in Bosnien, Rumänien, Malaysia, Österreich

und den Niederlanden. 2013 gründete

er "Roots Revival", eine Organisation, die

den Dialog verschiedener musikalischer

Traditionen fördert. In Kooperation mit

dem Morgenland Festival entstand sein

Projekt ‚Timbres of Middle-East-Europe‘,

das den Verbindungen der Musik des Balkans

und des Vorderen Orient nachspürt.

Das Festivalprogramm, 4.–18. Juni, bietet

viele weitere musikalische Entdeckungen.

Programm & Ticketing ab 21. April

www.morgenland-festival.com

kunst:stück 67


. hamburg

Fotografie neu denken

Ausstellungen zur 8. Triennale der Photographie in Hamburg

www.deichtorhallen.de

Im Rahmen der 8. Triennale der Photographie

präsentieren die drei Häuser der

Deichtorhallen Hamburg ab dem 20. Mai

ihre Ausstellungsprojekte, welche das diesjährige

Thema Currency aus unterschiedlichen

Blickwinkeln beleuchten.

Wie verändert sich unser Blick auf die Welt

durch die Flut an Bildern, mit denen wir

durch Massenmedien und Internet konfrontiert

werden? Und welchen Einfluss

hat diese Entwicklung auf die fotografische

Praxis? Die Ausstellung CURRENCY:

PHOTOGRAPHY BEYOND CAPTURE in der

Halle für aktuelle Kunst untersucht die Frage

nach der Bedeutung und Funktion der

Fotografie im sogenannten „retinalen Zeitalter“,

in dem Bilder das Sehen und Gesehen-werden

grundlegend mit prägen.

Gezeigt werden Fotografien, die sich von

konventionellen Portraits oder dem konservativen

Anspruch „Wahrheit“ abzubilden

lösen und zunehmend selbst als Rahmen

erzählerischer Erfindungen fungieren.

„Currency“ lädt dazu ein, Fotografie als

Medium völlig neu zu denken.

Am Beispiel der Sammlung F.C. Gundlach

stellt die zweiteilige Ausstellung BEHIND

THE SCENES im PHOXXI den kulturellen

Wert einer privaten Kunstsammlung als

machtvolle Form einer „Währung“ vor.

Fotografien Christoph Irrgangs zeigen die

sonst im Verborgenen stattfindenden Prozesse

von Austausch und Veränderung,

denen die Sammlung kontinuierlich unterliegt,

und machen diese der Öffentlichkeit

zugänglich. Der zweite Ausstellungsteil

zeigt Fotografien und Filmen der

Foto-Redakteur*innen Anna Gripp und Denis

Brudna. Diese dokumentieren das Geschehen

auf der Paris Photo, der weltweit

größten Messe für Photographie, welche

im Kontext der Triennale als „Börse“ des

68 kunst:stück


. hamburg


Abb. v.l.n.r.: Clifford Prince King, Z (long hair portrait), 2020, Courtesy of the artist © Christoph Prince

King // Christoph Irrgang, aus der Serie »Behind the Scenes«, 2021 © Christoph Irrgang // Charlotte

March, Untitled (Ischia), 1953, 23 x 24 cm, Baryt, schwarzweiß © Charlotte March, Deichtorhallen

Hamburg / Sammlung Falckenberg

Mediums eine neue konzeptionelle Rahmung

erfährt.

Die groß angelegte Werkschau über CHAR-

LOTTE MARCH (1929 – 2005) zeigt einen

seinerzeit gänzlich neuen Blick auf die

Modefotografie. Als erste Fotografin, die

mit schwarzen Models gearbeitet hat und

stets selbstbewußte Frauen präsentierte,

zeigen die aus Magazinen bekannten Arbeiten

die humanistische und emanzipatorische

Haltung der Fotografin auf. Zugleich

werfen bisher unbekannte Aufnahmen aus

dem Bestand der Sammlung Falckenberg,

die etwa auf Reisen oder im Alltag Marchs

entstanden sind, einen Blick auf die

sozialen Ränder der Gesellschaft und die

marginalisierten Orte der Stadt. Der Bezug

zu „Currency“ liegt hier vor allem in

der Frage nach dem kulturellen Wert des

Archivs und der Neuverhandlung der Modefotografie

begründet.

CURRENCY:

PHOTOGRAPHY BEYOND CAPTURE

Ausstellung zur Triennale der Photographie

20. Mai – 18. September 2022

Halle für aktuelle Kunst

Deichtorhallen Hamburg

BEHIND THE SCENES

Ausstellung zur Triennale der Photographie

20. Mai – 14. August 2022

PHOXXI. Haus der Photographie temporär

Deichtorhallen Hamburg

CHARLOTTE MARCH

Ausstellung zur Triennale der Photographie

21. Mai – 21. August 2022

Sammlung Falckenberg

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg


. hamburg

Tomi Ungerer

It's All About Freedom

27. November 2021 bis 24. April 2022

Sammlung Falkenberg in Hamburg-Harburg | www.deichtorhallen.de

#TomiUngererDTH

Tomi Ungerer (1931–2019) gilt als einer der

einflussreichsten Zeichner, Illustratoren

und Kinderbuchautoren. Publikationen wie

Die drei Räuber, Heute hier, morgen fort

und Der Nebelmann machten ihn weltberühmt.

Darüber hinaus schuf Ungerer Plakate

gegen den Vietnam-Krieg und Rassenkonflikte,

unternahm Milieustudien in

der Hamburger Herbertstraße, verarbeitete

zeichnerisch kriegstraumatische Erinnerungen

oder erstellte Großcollagen

im Spätwerk.

In der großen Ausstellung TOMI UNGERER

– IT’S ALL ABOUT FREEDOM zeigen die

Deichtorhallen Hamburg in der Sammlung

Falckenberg in Zusammenarbeit mit dem

Tomi Ungerer Estate und dem Musée Tomi

Ungerer in Straßburg einen umfassenden

Querschnitt durch neun Jahrzehnte seines

künstlerischen Schaffens – von Zeich-

nungen aus den 1930er-Jahren bis hin zu

Objekten aus den 2010er-Jahren.

Die Ausstellung, die zum 90. Geburtstag

von Tomi Ungerer eröffnet wird, präsentiert

knapp 400 Exponate und wirft ein

neues Licht auf Ungerers Werk, indem sie

die politischen und stilistischen Linien und

Brüche in seiner künstlerischen Dimension

nachvollziehbar macht. Mit zahlreichen unveröffentlichten

Arbeiten sensibilisiert sie

zudem für die künstlerische Dimension seines

umfangreichen Werkes, das etwa Bezüge

zu Lyonel Feininger und John Heartfield,

aber auch zu Martin Kippenberger

oder Martha Rosler aufweist.

Ein thematischer Strang der Ausstellung

in der Sammlung Falckenberg spürt den

Verbindungen zwischen Motiven aus Ungerers

Kinderbüchern und Motiven aus

70 kunst:stück


. hamburg

seinen gesellschaftspolitischen sowie biographischen

Büchern nach. Gezeigt werden

außerdem unveröffentlichte Werke

und Werkgruppen aus dem Frühwerk als

auch Vorstudien für Bücher oder Beobachtungen

aus seiner Zeit in den USA, Kanada

und Südirland. Ein speziell für Kinder eingerichteter

Raum präsentiert die zeichnerische

Erzählwelt seiner Kinderbücher.

Darüber hinaus sind Filme mit und über

Tomi Ungerer in der Ausstellung zu sehen.

Der unmittelbare Bezug zur Sammlung Falckenberg

wird in der Ausstellung mit ausgewählten

Exponaten aus der Sammlung

eindrucksvoll veranschaulicht.

Abb.: links: Tomi Ungerer, With no eyes to cry with, Zeichnung

für Slow Agony, 1971-1983, Schwarzer Fettstift, lavierte

farbige Tuschen und Tusche, 60,7 × 89,8 cm, Sammlung

Musée Tomi Ungerer – Centre international de

l'Illustration, Foto: Musées de la Ville de Strasbourg/Mathieu

Bertola, © Diogenes Verlag AG, Zürich/Tomi Ungerer Estate

// rechts: Tomi Ungerer, Untitled, 2013, © Tomi Ungerer

Estate/Diogenes Verlag AG, Zürich // Tomi Ungerer, Ohne

Titel, Zeichnung für Otto, 1999, Schwarzer Bleistift und lavierte

Farbtinte, 29,7 × 21 cm, Sammlung Musée Tomi Ungerer

– Centre international de l'Illustration, Foto: Musées

de la Ville de Strasbourg/Mathieu Bertola, © Diogenes Verlag

AG, Zürich/Tomi Ungerer Estate

TOMI UNGERER – IT’S ALL ABOUT FREE-

DOM ist eine Ausstellung der Deichtorhallen

Hamburg/Sammlung Falckenberg

in Kooperation mit dem Musée Tomi Ungerer-Centre

international de l’Illustration

und dem Tomi Ungerer Estate

Deichtorhallen Hamburg

Sammlung Falkenberg

Wilstorfer Straße 71, 21073 Hamburg

kunst:stück

71


Motiv nach: Heinrich Vogeler, Selbstbildnis (Ausschnitt), 1914, Öl auf Leinwand, Waldemar Koch Stiftung/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz

Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch

Die Jubiläumsausstellung der Worpsweder Museen

27. März bis 6. November 2022

www.vogeler22.de

www.worpswede-museen.de

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