Allergien und Atemwege

Mediaplanet.Deutschland

EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

ALLERGIEN UND

ATEMWEGE

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NICHT VERPASSEN:

Lebensmittelallergien

Welche Symptome

dafür sprechen, erklärt

Dr. Yvonne Braun.

Seite 6

Leben mit Asthma

Olympiasiegerin

Sandra Völker im Interview.

Seite 12

„Sorgenfrei zu

essen, war lange eine

Herausforderung“

Blogger Frank Leichtle spricht über

sein glutenfreies Leben.

ATMEN SIE DURCH ...

MIT ZERTIFIZIERTEN

ATEMTHERAPEUT*INNEN

ATEM – Der Berufsverband e. V. | Möckernstraße 67 | 10965 Berlin | www.bvatem.de


2

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VERANTWORTLICH FÜR DEN

INHALT IN DIESER AUSGABE

Gulaim Steinrötter

„Einmal tief durchatmen“

ist für viele

Menschen (k)eine

Selbstverständlichkeit.

Zeit, die Perspektive

zu wechseln und

unserer Lunge mehr

Aufmerksamkeit zu

schenken.

Allergien und Atemwege:

Verdopplung der Betroffenen

IN DIESER AUSGABE

08

Rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland (24 Millionen

Menschen) sind von mindestens einer Allergie betroffen.

Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich in den letzten

20 Jahren fast verdoppelt.

Leben mit Neurodermitis

Laura spricht im Interview über ihr Leben

zwischen Kratzen, Niesen und Hoffnung.

15

Aus der Puste

Alles Wichtige über Ursachen, Symptome,

Diagnosen und Therapien der COPD.

Industry Development Manager Healthcare: Gulaim

Steinrötter Geschäftsführung: Richard Båge (CEO),

Philipp Colaço (Managing Director), Franziska Manske

(Head of Editorial & Production), Henriette Schröder (Sales

Director) Designer: Ute Knuppe Mediaplanet-Kontakt:

redaktion.de@mediaplanet.com Coverbild: Privat

Alle Artikel mit der Kennung „in Zusammenarbeit mit“

sind keine neutrale Mediaplanet-Redaktion.

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@Mediaplanet_germany

Please recycle

Sonja Lämmel

Diplom-Oecotrophologin,

Deutscher Allergieund

Asthmabund

Hauptauslöser sind die Gräserpollen,

gefolgt von Baumpollen

(Birke, Erle, Hasel)

und Ambrosiapollen. Auch

Hausstaubmilben, Schimmelpilze

und Nahrungsmittelallergien stehen

auf den ersten Rängen. Aus einem

harmlosen Heuschnupfen kann leicht

ein allergisches Asthma werden. Der

Deutsche Allergie- und Asthmabund

e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht, die

Betroffenen individuell zu beraten und

die Öffentlichkeit über Allergien und

Asthma aufzuklären. Denn eine Allergie

ist keine Bagatellerkrankung. Anlässlich

des 125-jährigen Bestehens des DAAB

haben wir die Kampagne 125 Bäume für

den DAAB gestartet. 125 Bäume werden

gepflanzt. Denn gerade eine saubere Luft

ist für Menschen mit Atemwegserkrankungen

enorm wichtig.

e. V. (DAAB) Gerade eine saubere Luft

ist für Menschen mit

Atemwegserkrankungen

enorm wichtig.

Informieren Sie

sich regelmäßig

über neue

Erkenntnisse zu

Allergien und

Asthma unter:

daab.de

Den Krankheitsbildern gemeinsam ist,

dass sie individuell sehr unterschiedlich

auftreten, sei es in puncto Ursachen,

Ausprägung oder der Therapien, die helfen.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat

die Zahl der Allergiker und speziell der

Menschen mit Atemwegserkrankungen

wie Asthma, COPD oder Bronchitis weiter

zugenommen, ohne dass die Gründe

hierfür letztendlich geklärt wären.

Die Behandlung allergischer Reaktionen

ist stark vom Auslöser abhängig. Neue

Therapieansätze entwickeln sich

langsam und andere werden weiterentwickelt.

Die einzige ursächliche Therapie

ist die Hyposensibilisierung, die nicht

neu ist, aber die Extrakte, die zum

Einsatz kommen, werden immer

weiterentwickelt und spezifischer auf

den jeweiligen Auslöser angepasst.

Dadurch erhöht sich die Chance, dass die

Therapie anschlägt und ein Etagenwechsel

verhindert werden kann. Neue

Applikationsformen der Hyposensibilisierung

steigern die Akzeptanz in der

Bevölkerung. So sind für Pollen und

Hausstaubmilben mittlerweile auch

Tabletten im Einsatz, die der Patient zu

Hause einnehmen kann.

POLLEN

Etwa 15 Prozent der

Bevölkerung leiden unter

der Pollenallergie. Ausgelöst

werden die allergischen

Beschwerden hauptsächlich

durch Pollen von Bäumen,

Sträuchern, Gräsern und

Kräutern.

FOTO: SHUTTERSTOCK

HAUSSTAUB-

MILBEN

Am wohlsten fühlen sich

die kleinen Tierchen

überall dort, wo es warm

und feucht ist: vor allem

im Schlafbereich. Bis zu

10.000 Milben pro Gramm

Hausstaub leben in Kopfkissen,

Bettdecke und

Matratze.

TIERHAARE

Der Körper reagiert nicht

nur auf die Tierhaare selbst,

sondern auf Proteine, auf

Hautschuppen oder auf

Reste von Schweiß, Talg,

Speichel, Kot oder Urin, die an

den Haaren haften.

SCHIMMEL

Wenn der Schimmel

erst einmal in den Wänden

sitzt, können einige

Schimmelpilze bis zu

20 Millionen Sporen pro

Minute bilden. Diese sind

es auch, die allergische

Reaktionen hervorrufen.


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit ALK-ABELLÓ ARZNEIMITTEL GMBH entstanden.

#BeatYourAllergy –

Eine Kampagne von

allergiecheck.de

PHOTO: NAME SURNAME

FOTO: ANGELINA VERNETTI

Bye-bye, Pollenallergie!

Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland sind an einer Allergie erkrankt.

Viele leiden im Stillen, verharmlosen ihre Beschwerden oder wissen von ihrer

Krankheit schlicht nicht. Das möchten wir ändern! In unseren Patientenstorys

erzählen Menschen mit Allergien ihre persönliche Erfolgsgeschichte und wie eine

Allergie-Immuntherapie ihnen geholfen hat.

Text Therese Reimers

Das Video zum

Interview und

weitere Infos zu

#BeatYourAllergy

finden Sie unter:

allergiecheck.de/

luft-und-lunge

Als Bloggerin berichtet

Nina M. normalerweise

mit viel Humor aus ihrem

Familienalltag. Für die

von allergiecheck.de initiierte

Kampagne #Beat-

YourAllergy blickt die Berlinerin zurück

auf die Zeit, in der ihr die Pollenallergie

das Leben schwer gemacht hat. Wie eine

Allergie-Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung

genannt, der Naturliebhaberin

ihre Freiheiten zurückgegeben hat,

erzählt sie uns im Interview.

Wie und wann hat sich die Allergie bei

dir bemerkbar gemacht?

Ich bin auf dem Land groß geworden.

Hinter unserem Haus begannen die

Felder und ich bin immer mit unserem

Hund Gassi gegangen. Irgendwann habe

ich dann gespürt, dass mir auf diesen

Gassigängen immer die Augen und der

Bevor ich die

Hyposensibilisierung

durchgeführt habe, war

die Natur mein Feind.

Hals gejuckt haben. Da war ich so zehn

oder elf Jahre, da ging das los und dann

wurde es eigentlich Jahr um Jahr stärker.

Warum hast du dich für eine Hyposensibilisierung

entschieden?

Bevor ich die Hyposensibilisierung

durchgeführt habe, war die Natur mein

Feind. Es wird grün, die Bäume blühen,

und dann habe ich eigentlich Angst

bekommen, weil ich wusste, es wird mir

schlecht gehen. Sich länger in der Natur

aufzuhalten, war für mich keine Freude,

sondern eher lästig, weil ich dann anfing

zu leiden und mich am Ende wirklich

krank gefühlt habe. Ich hatte Augentropfen,

Nasentropfen, und das hat ganz

schnell nichts mehr gebracht und es

wurde immer schlimmer. Das Schöne ist,

dass ich nach der Hyposensibilisierung

die Natur jetzt auch stundenlang genießen

kann, was ich vorher nicht konnte.

Was rätst du anderen Menschen mit

Allergien?

Also ich glaube, ein erfolgreicher Umgang

mit der Allergie ist, zunächst einmal zu

einer Allergologin oder einem Allergologen

zu gehen. Man sollte wissen, was da

passiert im Körper und was auch passieren

kann, wenn man das nicht behandelt,

und das Ganze nicht einfach so abtun. Ich

würde jedem raten, eine Hyposensibilisierung

zu probieren.


4

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Allergien

in Städten

Menschen in Städten sind deutlich häufiger sensibilisiert gegen Pollen von

Bäumen (Hasel, Erle, Birke, Esche) und Gräsern, aber auch gegen Tierhaare und

Hausstaubmilben. In Kleinstädten beziehungsweise auf Dörfern findet sich bei allen

genannten Allergenen eine geringere Häufigkeit, auch von Allergien selbst.

Text Karl-Christian Bergmann

Ausführliche

Informationen zu

Pollen und Allergien

werden auf der

Website der

Stiftung Deutscher

Polleninformationsdienst

vermittelt.

Von dort kann man

auch eine ausgezeichnete

wöchentliche

Pollenflugvorhersage

kostenlos

per Mail erhalten,

die mit ärztlichen

Hinweisen verbunden

wird.

pollenstiftung.de

Von einer Allergie spricht man,

wenn nicht nur Antikörper im

Blut oder in der Haut (nachweisbar

durch einen Allergietest)

vorliegen, sondern auch Symptome

auftreten, wenn man mit dem Allergen

in Kontakt kommt. Interessant ist, dass

Sensibilisierungen und Allergien häufiger

bei Personen auftreten, die einen

höheren sozioökonomischen Status haben.

Es ist unklar, woher diese Differenz

kommt; sie ist möglicherweise bedingt

durch ein höheres Hygienemaß beziehungsweise

geringeren Kontakt mit

Bakterien, insbesondere in der Kindheit.

In der Stadt ist auch die Kombination

eingeatmeter Allergene in Verbindung

mit einer schlechteren Luftqualität von

Bedeutung. Wenn in einer Stadt bei

einer bestimmten Anzahl von Birkenpollen,

zum Beispiel 100 Pollen/m³ Luft,

gleichzeitig ein höherer Feinstaubgehalt

vorliegt, so sind die empfundenen Beschwerden

größer als an einem anderen

Tag mit der gleichen Pollenmenge, aber

geringerer Luftverschmutzung. Das

bedeutet, dass Apotheken in den Großstädten

von Allergikern häufiger dann

besucht werden, wenn neben den Pollen

in der Luft gleichzeitig mehr Feinstaub

vorliegt.

In Verbindung mit der Luftqualität

wird oft gefragt, ob die Anzahl an

Allergikern in den Großstädten durch

die häufiger schlechte Luftqualität

verursacht wird. Hierzu gibt es keine

eindeutigen Daten. Sicher ist zunächst,

dass die auftretenden Beschwerden bei

Personen, die bereits eine chronische

Atemwegserkrankung in Form von

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Prof. Dr. med.

Karl-Christian

Bergmann

Vorstandsvorsitzender

der Stiftung

Deutscher Polleninformationsdienst

3

Fakten

FOTO: SHUTTERSTOCK

Asthma, COPD oder eine allergische

Rhinitis haben, bei einer schlechteren

Luftqualität höher sind als an Tagen mit

besserer Luft. Ob aber eine schlechtere

Luftqualität auch zur Entwicklung neuer

Allergien führt, ist bisher nicht sicher

belegt. Insgesamt ist feststellbar, dass

sich in Deutschland die Häufigkeit von

Heuschnupfen auf einem hohen Plateau

befindet beziehungsweise nicht mehr

signifikant ansteigt, wie es in früheren

Jahrzehnten der Fall war.

Die Stadt ist mit ihrem besonderen

Milieu, zum Beispiel dem Auftreten

von Hitzeinseln, auch geeignet, neuen

pollenproduzierenden Pflanzen einen

geeigneten Lebensraum zu geben.

Dazu gehört auch der neu im Blick der

Allergologen befindliche Götterbaum,

der allergieauslösende Pollen freisetzt.

Der Götterbaum stammt aus Asien und

wurde aus Freude an neuen Gewächsen

auch in Deutschland gepflanzt, wo er

sich gegenwärtig besonders in Städten

ausbreitet. Die EU hat den Baum auf die

Liste derjenigen Pflanzen gesetzt, die

nicht gehandelt und nicht im öffentlichen

Raum gepflanzt werden dürfen.

Unsere eigene Arbeitsgruppe hat den

Nachweis von Götterbaumpollen in

Berlin und auch die klinische Bedeutung

der Pollen bereits dokumentiert.

Ein anderes Beispiel für ein städtespezifisches

Allergieproblem ist die frühe

Freisetzung von Pollen der Purpurerle.

Sie ist eine Kreuzung aus einer sibirischen

und der europäischen Erle und

besonders kälteresistent. Nicht bedacht

dabei wurde, dass diese Erlenart sehr

früh ihre Pollen abgibt, teilweise schon

im Dezember. Dadurch kann es schon

zum Heuschnupfen vor Weihnachten

kommen, was sich niemand wirklich

wünscht.

Bei der Bepflanzung von Städten, die

allseits gewünscht wird, sollte man also

bei der Auswahl der Bäume eine allergikerfreundliche

Bepflanzung beachten.

Eine ganz besondere „Art“ von

Bäumen in Städten ist der von einem

Berliner Unternehmen entwickelte City

Tree. Dabei handelt es sich nicht um

einen Baum, sondern um ein mit Moos

bepflanztes Gestell, das in der Lage ist,

die Luftqualität der Umgebung bedeutend

zu verbessern. Ein Baum also, der

keine Allergien auslöst, sondern für alle

gesundheitsfördernd ist.

zur

Nasenspülung

in der Pollensaison:

• Die befeuchtende und reinigende Wirkung einer schonenden

Nasenspülung lindert die Symptome des allergischen

Schnupfens. Häufiger am Tag angewandt, befreit

die Nasenspülung von Pollen und anderen Allergenen, so

dass diese sich auf der Nasenschleimhaut erst gar nicht

entfalten können.

• Auch in Zusammenhang mit Corona ist eine Nasenspülung

sinnvoll. Zwar schützt sie nicht vollends vor einer

Infektion, aber sie verflüssigt das festsitzende Nasensekret,

so dass die Flimmerhärchen das Sekret zusammen

mit den Krankheitserregern besser abtransportieren

können und die Virenlast sinken kann.

• Gerade für Allergiker ist es empfehlenswert ein Produkt

ohne Konservierungsstoffe zu verwenden, um so anderen

Allergenauslösern aus dem Weg zu gehen.


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MAN(N) ISST

GLUTENFREI

Frank Leichtle bekam erst mit 47 Jahren die

Diagnosen Glutensensitivität, Laktoseintoleranz,

Fructoseintoleranz und Sorbitintoleranz. Was das

für sein Leben bedeutete und warum er mit seinem

Foodblog andere inspirieren möchte, erzählt der

sympathische Hobbykoch im Interview.

Text Paul Howe

Wie kam es zur Diagnose Ihrer Intoleranzen?

Dass ich Lebensmittelunverträglichkeiten

habe, ist mir schon im Alter von

ca. 18 Jahren klar gewesen, es gab aber

keinen Arzt, der herausfand, um welche

es sich handeln könnte. Erst 2014, als ich

47 Jahre alt war, wurden die Unverträglichkeiten

diagnostiziert. Zuvor ging es

mir immer schlechter. Ich hatte täglich

Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, sehr

oft Durchfall, starke Blähungen, Übelkeit,

war ständig müde, oft unkonzentriert,

hatte depressive Verstimmungen,

oft ein Benommenheitsgefühl, war sehr

anfällig für Infekte, hatte Knochenschmerzen

und Schwellungen der

Fingergelenke. Eine Orthopädin schickte

mich dann erneut zu einem Gastroenterologen,

der erstmals umfassende

Untersuchungen vornahm. Alle Mediziner

davor hatten meine Beschwerden nie

ernst genommen. Er führte eine Stuhlund

Blutuntersuchung durch. Zusätzlich

führte er Atemtests für Laktose, Fructose

und Sorbit durch, die alle positiv waren.

Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen

und wie sahen die folgenden

Monate aus?

Zuerst einmal war ich tatsächlich froh,

endlich eine Diagnose für meine Beschwerden

zu erhalten. Die Hoffnung,

endlich etwas dagegen tun zu können

und auf Linderung meiner Beschwerden–,

überwog zuerst. Das hat sich aber

schnell geändert, als mir das eigentliche

Ausmaß auf mein Leben und meine

Ernährung bewusst wurde. Ich war ein

paar Tage am Boden zerstört und wusste

nicht, was ich überhaupt noch essen soll.

Dann aber hatte mich schnell der Ehrgeiz

gepackt und ich habe die Chance ergriffen,

durch eine den Unverträglichkeiten

angepasste Ernährung endlich wieder

eine höhere Lebensqualität zu erzielen.

Ich habe alles gelesen, was ich über

Unverträglichkeiten an Literatur finden

konnte. Ich habe unseren Haushalt

komplett auf glutenfreie Produkte umgestellt,

zusätzlich die Küchenschränke,

Küchengeräte und das Geschirr gründlich

gereinigt, um Kontaminationen mit

Gluten zu vermeiden. Ich stand stundenlang

im Supermarkt, drehte jede Packung

um und studierte die Zutatenlisten, um

mir einen Überblick zu verschaffen, was

ich von meinem Speiseplan streichen

musste. Im nächsten Schritt musste

ich Familie und Freunde, also alle, bei

denen ich zukünftig zum Essen eingeladen

sein würde, einweihen und darüber

aufklären, was zu beachten sei. Das war

gar nicht so einfach, obwohl mir großes

Verständnis entgegengebracht wurde.

Trotzdem muss ich noch immer die

Augen offen halten, wenn ich zum Essen

eingeladen bin. Es bedarf immer etwas

Organisation im Voraus, damit auch ich

unbeschadet am Essen teilnehmen kann.

Wie entstand die Idee, Ihre Erfahrungen

und Rezepte mit anderen in

einem Blog zu teilen?

Die Idee, mit meinem Foodblog – Man(n)

isst glutenfrei – zu starten, kam mir

relativ bald nach meinen Diagnosen. Da

ich mich schon seit meiner Jugend sehr

für das Kochen und Backen interessiert

habe und mich diese Leidenschaft im

Laufe meines Lebens nie losließ, hatte

ich sehr viel Erfahrung darin gesammelt,

die mir jetzt zugute kam. Mein Ziel war

es, einen Weg zu finden, mich genussreich

trotz der Unverträglichkeiten zu

ernähren. Ich wollte nicht akzeptieren,

dass es ohne glutenhaltige Produkte

nicht möglich ist, schmackhafte Brote

und Kuchen zuzubereiten. Mir ging es

aber nicht darum, nur wieder einen Muffin

essen zu können, sondern um den

Genuss dabei. Und diese Reise hin zum

vollen Genuss trotz Unverträglichkeiten

wollte ich gerne mit anderen teilen.

Ich wollte leckere Rezepte mit schönen

Fotos, die den Betrachter zum Nachmachen

verführen, kombinieren. Und das

ist mir gelungen. Ich zeige mit meinem

Blog, dass sich der Aufwand lohnt und

ein Leben mit Unverträglichkeiten zwar

ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel

FOTO: PRIVAT

PHOTO: NAME SURNAME

bedeutet, das aber nicht heißt, dass der

Genuss dabei auf der Strecke bleiben

muss.

Haben Sie einen besonderen Tipp

(oder gar mehr) für Menschen, die

sich auch gerade mit Nahrungsmittelintoleranzen

auseinandersetzen

müssen?

Mein erster Tipp wäre, sich die Zeit zu

nehmen, sich mit seinen Unverträglichkeiten

nach der Diagnose auseinanderzusetzen,

sich die Zeit zu geben, sich

erst einmal an den Gedanken zu

gewöhnen, und auch die Frustration

darüber erst einmal zuzulassen. Das ist

völlig normal. Doch dann sollte man die

Diagnose als Chance auf ein besseres

und beschwerdefreieres Leben sehen

und nicht nur als Einschränkung, wenn

sie das natürlich auch immer wieder

mal sein wird. Dann rate ich Menschen

mit Unverträglichkeiten, ganz offen

damit umzugehen. Familie, Freunde

und enge Kollegen müssen informiert

und auch geschult werden, damit es

nicht zu Missverständnissen oder

Konflikten kommt. Wenn ich meine

Familie besuche oder von Freunden

eingeladen werde, ist es selbstverständlich,

sich vorher auszutauschen, was es

zu Essen gibt, welche Vorsichtsmaßnahmen

wegen Kontaminationen getroffen

werden müssen, ob ich vielleicht etwas

selbst mitbringen muss oder in welchem

Restaurant wir uns verabreden können.

Ein weiterer Tipp wäre, sich intensiv mit

dem Thema Ernährung mit Unverträglichkeiten

auseinanderzusetzen, alle

Quellen wie Bücher, Zeitschriften und

Blogs zu nutzen, um sich möglichst viel

Wissen anzueignen und um geeignete

Rezepte zu finden. Der Anschluss an

eine Selbsthilfegruppe kann sehr

hilfreich sein, wenn Austausch mit

Betroffenen gesucht wird, gerade auch

für Eltern, die ein Kind mit Unverträglichkeiten

haben.


6

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FOTO: SHUTTERSTOCK

Lebensmittelallergien und

Unverträglichkeiten:

Hören Sie auf Ihren Körper

Dr. Yvonne Braun ist selbstständige Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten und klärt im Interview auf,

was Lebensmittelallergien sind, wie man herausfinden kann, ob man eine

Allergie hat und wie gefährlich Nüsse für ihre Tochter sind.

Dr. Yvonne Braun

Diplom-Oecotrophologin

(Schwerpunkt

Nahrungsmittelallergien

und -unverträglichkeiten)

Text

Paul Howe

Eine Lebensmittelallergie

ist

eine Fehlleitung des

Immunsystems.

Der Körper reagiert

auf harmlose Stoffe

mit einer Abwehrreaktion.

Wann treten in der Regel Lebensmittelallergien

und Unverträglichkeiten

auf?

Bei den Lebensmittelallergien

unterscheiden wir

zwischen den primären

Lebensmittelallergien

und den Kreuzallergien

aufgrund einer Birkenpollenallergie.

Primäre

Lebensmittelallergien

gegen Hühnerei, Kuhmilch,

Nüsse etc. entwickeln

sich oft im Säuglings-

oder Kleinkindalter.

Die Birkenpollen-assoziierten

Lebensmittelallergien entwickeln

sich bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Unverträglichkeiten sind eher ein

Thema der Erwachsenen. Mit

steigendem Alter nimmt die

Häufigkeit der diagnostizierten

Unverträglichkeiten zu.

Ist es ratsam, diese

Lebensmittel im Kindesalter

zu meiden, um einer

Allergie vorzubeugen?

Nein. Wir wissen heute ganz

klar aus Studien: Ein vorsorgliches

Meiden von potenten Allergenen

schützt nicht vor Allergien. Bei

gesunden Kindern sollten alle Lebensmittel

in kindgerechter Form mit der

Beikost eingeführt werden.

Eine

Unverträglichkeit ist

meist ein Enzymdefekt.

Zum Beispiel bei der Laktoseintoleranz

arbeitet

das Enzym, das für die

Spaltung von Laktose

zuständig ist, nicht mehr

ausreichend.

Welche Symptome deuten auf eine

Allergie/Unverträglichkeit hin?

Bei Unverträglichkeiten

sehe ich oftmals Magen-

Darm-Probleme, wie

Bauchschmerzen,

Durchfall, Blähungen

etc.

Typische Symptome

bei Allergien sind

neben Magen-Darm-

Beschwerden auch

Hautreaktionen

(Quaddelbildung, Juckreiz,

Rötung) oder ein

Kratzen/Jucken im Hals.

Anaphylaxien, also schwere

Symptomatiken wie Herz-Kreislauf-

Beschwerden, pfeifende Atmung oder

Atemnot, treten eher bei primären Nahrungsmittelallergien

auf.

Wie sollte man im Ernstfall bei einem

anaphylaktischen Schock reagieren?

Menschen, die ein Anaphylaxierisiko

haben, tragen ein Notfallset immer

bei sich. Dies enthält einen Adrenalin-

Pen, der innerhalb von Minuten zur

Besserung der Symptomatik führt.

Die Anleitung zur Anwendung des

Pens findet man immer im Notfallset.

Reagiert ein Kind nach Verzehr eines

(neuen) Lebensmittels zum ersten Mal

mit schwerer Symptomatik, sollten die

Eltern den Notarzt rufen.

Müssen Betroffene per se Produkte

mit dem Hinweis „Kann Spuren von

Nüssen enthalten“ meiden?

Nein, das kommt tatsächlich darauf an,

welche Art der Allergie vorliegt. Deswegen

ist die fundierte Diagnose bei Lebensmittelallergien

auch so wichtig. Menschen

mit einer primären Nussallergie und

einem Anaphylaxierisiko wird jedoch

dazu geraten, diese Produkte zu meiden.

Sie sind nicht nur Ernährungsberaterin,

sondern auch Mutter von einem

Kind mit einer Nussallergie. Was

sind die täglichen Herausforderungen?

Haben Sie Tipps für betroffene

Familien?

Die tägliche Herausforderung für mich

als Mama einer Allergikerin ist,

meinem Kind ein

weitgehend normales

Leben zu ermöglichen.

Daher ist

unser Leitspruch:

Unser

Kind darf alles

– außer Nüsse

essen! Unser

Familienleben

mit der Allergie

und viele

Alltagstipps und

-tricks dazu teile

ich auf Instagram:

@dr.yvonne.braun.

Setzt sich das

Immunsystem mit

einem Allergen auseinander,

bildet es IgE-Antikörper.

Diese sind im Blut nachweisbar.

Dann spricht man aber

noch nicht von einer Allergie.

Diese liegt erst vor, wenn

nach Verzehr des Lebensmittels

auch allergische

Symptome auftreten.

@dr.yvonne.braun


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7

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Viatris-Gruppe Deutschland entstanden.

Anaphylaxie:

Schnelles Eingreifen kann Leben retten

Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland gelten als Allergiker – das ist im Schnitt rund jeder Dritte.

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass ca. 0,45 Prozent der Gesamtbevölkerung von anaphylaktischen

Reaktionen betroffen sind, von denen etwa zehn Prozent in Schule und Kindergarten stattfinden. 1 Wie kann

geholfen werden und wann dürfen Außenstehende aus rechtlicher Sicht helfen?

Text Miriam Rauh

Markus

Ambrosius

Sträter Rechtsanwälte

PartmbB,

Bonn

Ein Schultag wie jeder andere:

In der Pause wird getobt und

gespielt und manchmal auch

das mitgebrachte Essen von zu

Hause geteilt. Für viele Kinder

ganz normal, für andere kann Essenteilen

lebensbedrohlich sein. Mitunter reichen

Spuren eines Allergens, um schwere allergische

Reaktionen auszulösen, bis hin zum

anaphylaktischen Schock. Sieht man dem

Pausenbrot an, ob ein Sesamkorn darin

ist? Und was, außer Kakao und Zucker, ist

eigentlich in der Schokocreme?

Kinder, bei denen bereits eine Allergie

mit einer Neigung zu Anaphylaxie diagnostiziert

wurde, haben oft ein Notfallset

mit einem Adrenalin-Autoinjektor (AAI)

bei sich. Damit kann die Behandlung einer

anaphylaktischen Reaktion in der Regel

gut und zeitnah bereits vor dem Eintreffen

medizinischer Hilfe eingeleitet werden.

Betroffene benötigen hier aber meist Hilfe

von Außenstehenden, denn selbst wenn

man die Adrenalingabe mit dem AAI geübt

hat, ist ein Notfall ungewohnt und auch

beängstigend. Dem Bedürfnis nach Unterstützung

steht jedoch vielfach die Furcht

von Lehrern, Erziehern oder Passanten

gegenüber, rechtlich für die Medikamentengabe

belangt zu werden.

Die rechtliche Lage

Angst vor juristischen Konsequenzen ist

meist unbegründet. Es gibt eine Reihe

gesetzlicher Regelungen, die Ersthelfer

rechtlich absichern, sodass sehr wohl die

Möglichkeit besteht, Notfallmedikamente

zu verabreichen. Im Falle eines Schadens

träte die gesetzliche Unfallversicherung

ein. „Darüber hinaus können Lehrerinnen

und Lehrer sowie Betreuerinnen und Betreuer

sogar verpflichtet sein, Erste Hilfe

zu leisten“, so Rechtsanwalt Markus Ambrosius,

Partner bei Sträter Rechtsanwälte.

Das gilt auch für den Einsatz von AAI.

Der Umstand, dass ein Kind einen AAI bei

sich trägt, lässt den Rückschluss zu, dass

bereits ein Anaphylaxierisiko festgestellt

wurde. Der AAI wurde dann als Notfallmedikament

verordnet, damit sich kostbare

Zeit, zum Beispiel bis zum Eintreffen eines

Notarztes, überbrücken lässt. Beherztes

Eingreifen, mit der Anwendung des AAI,

kann dann lebensrettend sein. Allerdings,

so Ambrosius, sollten Ersthelfer sich vorab

mit dessen Funktionsweise und auch mit

dem Notfallplan vertraut machen, um eine

schwere Reaktion erkennen zu können.

Was löst Anaphylaxien aus?

Die häufigsten Auslöser von Anaphylaxien

in Europa sind Insektengifte, Nahrungsmittel

und auch Medikamente. Die jeweilige

Häufigkeit ist altersbedingt. So überwiegen

Wespen- und Bienengift bei Erwachsenen,

Nüsse bei Schul- und tierisches Eiweiß aus

Milch und Hühnereiern bei Kleinkindern.

RELATIVER ANTEIL DER HÄUFIGSTEN AUSLÖSERGRUPPEN

in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register, Stand 03/2017 (n = 8046)

Prozent (95-%-Konfidenzintervall)

60

50

40

30

20

10

0

Insektengifte

Nahrungsmittel

Studien kommen zu dem Ergebnis, dass

etwa acht bis zehn von 100.000 Menschen

jedes Jahr eine lebensbedrohliche

Anaphylaxie erleiden. 4 Das bedeutet für

eine Stadt wie Berlin mehr als 300 Fälle

pro Jahr. Und die Verbreitung solcher

Unverträglichkeitsreaktionen nimmt zu.

Adrenalin-Autoinjektor (AAI) in

öffentlichen Einrichtungen?

Besonders tückisch daran ist, dass nicht

alle Betroffenen wissen, dass sie eine

Neigung zur Anaphylaxie haben. Nur zu

oft wird dies erst beim Auftreten einer

akuten Reaktion geklärt. Auch wird,

selbst bei vorliegender Indikation für die

Verordnung eines AAIs, nicht immer ein

AAI verschrieben. Die Hürden sind hoch.

Wie kann man also den Kindern – und

auch Erwachsenen – helfen, die noch

keine Notfallmedikation bei sich haben?

Die Behandlungsmöglichkeit ist klar

und denkbar simpel. Adrenalin kann

mittels AAI rasch intramuskulär appliziert

werden. Es ist möglich, einen

anaphylaktischen Schock durch zeitnahe

Gabe von Adrenalin mittels eines

Medikamente

Erwachsene

Sonstige

Adrenalin-Autoinjektors abzuwenden.

Läge es da nicht nahe, AAIs in Schulen,

Kindergärten, Restaurants und öffentlichen

Einrichtungen zu hinterlegen? Auch

am Arbeitsplatz oder in Betriebskantinen

könnte dies sehr sinnvoll sein, ähnlich wie

es für Defibrillatoren bereits seit Langem

gang und gäbe ist.

Deutschland im europäischen Vergleich

Was hierzulande noch nicht ist, kann werden.

Tragische Ereignisse mit Todesfällen

von jungen Menschen haben in anderen

europäischen Staaten bereits weitergehende

Schritte zur Prävention ausgelöst.

So gibt es etwa in Irland schon seit 2015

die „Emergency Medicines Legislation“.

Sie ermöglicht Einrichtungen wie Schulen

oder Unternehmen, bestimmte verschreibungspflichtige

Notfallmedikamente zu

beschaffen, bereitzuhalten und in Notfällen

zu verabreichen. Voraussetzungen

hierfür sind eine entsprechende Meldung

gegenüber der Arzneimittelbehörde und

die Benennung einer geschulten, verantwortlichen

Person. Zahlreiche bekannte

Unternehmen haben bereits von dieser

Möglichkeit Gebrauch gemacht, so zum

Beispiel die Dublin City University oder

Facebook Ireland Ltd. 7

Ist also die Lösung schon in Sicht?

Letztlich wird es darauf ankommen, viele

Beteiligte zum Helfen zu motivieren. Das

sind zum Beispiel Lehrer und Erzieher in

Schulen und Kindergärten, die sich

informieren sollten, welche Vorerkrankungen

und einhergehende Risiken es bei

ihren betreuten Kindern gibt. Gut wäre, sie

entsprechend in Erster Hilfe zu schulen.

Kinder/Jugendliche

Unbekannt

Quelle: Adaptiert nach Worm M, Francuzik W, Renaudin JM, Bilò MB, Cardona V, Scherer Hofmeier K et al. Factors increasing the risk for a

severe reaction in anaphylaxis: An analysis of data from The European Anaphylaxis Registry. Allergy 2018;73:1322–30.

Relativer Anteil der häufigsten Auslösergruppen in Bezug auf das Alter der gemeldeten Patienten im Anaphylaxie-Register. 5

Laut einer weiteren Erhebung von Lee et al. aus dem Jahr 2014 waren im Zeitraum 2001 bis 2010 42 von 100.000 Personen

von Anaphylaxie betroffen. Der jährliche Zuwachs beträgt 4,3 Prozent – bei nahrungsmittelinduzierter Anaphylaxie sogar

9,8 Prozent. Insbesondere bei Kindern sind hohe Anstiege zu verzeichnen. In dieser Gruppe ist die Rate zwischen 2001 und

2012 von 41 Notfallaufnahmen je 100.000 auf 72 je 100.000 gestiegen. 6

Lehrerinnen und Lehrer

sowie Betreuerinnen

und Betreuer können

sogar verpflichtet sein,

Erste Hilfe zu leisten.

Was ist eine

Anaphylaxie?

Eine Anaphylaxie

ist die Maximalvariante

der

allergischen

Sofortreaktion,

die als akute

systemische

Reaktion den

gesamten Organismus

erfassen

kann und je nach

Schweregrad mit

unterschiedlichen

Symptomen

einhergeht. Die

Erscheinungen

setzen rasch ein

und können sich

bis zum (allergischen)

Schock

entwickeln. Damit

ist eine Anaphylaxie

eine potenziell

lebensbedrohliche

Erkrankung. 2,3

Quellen: [1] European Centre for Allergy Research Foundation (Stiftung ECARF). Anaphylaxie: https://www.ecarf.org/info-portal/erkrankungen/anaphylaxie [letzter Zugriff: 15.03.2022]. [2] Ring J, Brockow K. Anaphylaxie und anaphylaktischer Schock. Notfall

Rettungsmedizin. 2006;9:529-534. [3] Ring J, Brockow K. Anaphylaxie-Leitlinie: Update 2021. Allergo Journal. 2021;30:3. [4] Ring J, Klimek L, Worm M. Adrenalin in der Akutbehandlung der Anaphylaxie. Deutsches Ärzteblatt International. 2018;115: 528-34.

[5] Worm M, Francuzik W, Renaudin JM, Bilò MB, Cardona V, Scherer Hofmeier K et al. Factors increasing the risk for a severe reaction in anaphylaxis: An analysis of data from The European Anaphylaxis Registry. Allergy 2018;73:1322–30. [6] Lee S, Hess PE,

Lohse C et al. Trends, characteristics, and incidence of anaphylaxis in 2001-2010: A population-based study. Journal of Allergy and Clinical Immunology. 2017;139(1):182-88. [7] Health Products Regulatory Authority (HPRA). About the Emergency Medicines

Legislation: https://www.hpra.ie/homepage/medicines/emergency-medicines/about-emergency-medicines [letzter Zugriff: 15.03.2022].


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über Laura erfahren?

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inspirierenden Weg

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@kratzen_bis_

es_blutet

Kratzen, Niesen

und Hoffnung

FOTOS: JONAS KLIEGEL

Laura ist 26 Jahre alt und hat Neurodermitis. Begleitet wird die Hauterkrankung von

einer chronischen induzierbaren Nesselsucht sowie Allergien. Im Interview spricht sie

über ihr Leben zwischen Kratzen, Niesen und Hoffnung.

ATOPIERISIKO

Das Risiko für Neugeborene, eine Atopie zu entwickeln, ist abhängig von der Atopiebelastung in der Familie.


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9

Text Benjamin Pank

Was war der Auslöser für die Neurodermitis?

Meine Neurodermitis habe ich bereits

mit einem halben Jahr bekommen.

Einen Auslöser gab es nicht.

Welche Faktoren spielen eine erhebliche

Rolle für einen Schub?

Schübe kommen und gehen. Heute

sind sie bei mir anders als früher. Der

schlimmste Trigger ist bei mir Stress.

Aber auch wenig Schlaf, Pollen, zu viel

Zucker, zu viel Alkohol verschlechtern

meine Haut. Wenn von diesen Faktoren

zu viele auf einmal auf mir lasten, wird

meine Haut besonders schlimm. Leider

dauert es dann auch wieder länger, bis

sich die Haut erholt hat, wenn ich dann

diese Trigger wieder verringern konnte.

Auch heute gehe ich sehr

offen mit der Erkrankung

um und bekomme viel

Verständnis. Nur einen

Winter lang musste

ich viele abgeneigte

Blicke ertragen. Da habe

ich versucht, ohne

Medikamente den Schub

zu überstehen.

Kinder mit Neurodermitis haben ein

erhöhtes Risiko, später weitere allergische

Erkrankungen zu entwickeln.

War das bei dir auch der Fall?

Meine Allergien haben sich im Laufe

der letzten vier bis fünf Jahre gebildet

und sind mit der Zeit stärker geworden:

Besonders Katzenhaare, Hausstaub und

die Frühblüher machen mir zu schaffen.

Meistens habe ich eine laufende Nase,

juckende Augen und meine Haut wird

dann meistens auch schlechter.

Nesselsucht hatte ich das erste Mal vor

sechs Jahren, es hielt zwei oder drei

Jahre an. Immer beim Sport kamen nach

zehn bis 15 Minuten die Quaddeln und

blieben 30 bis 60 Minuten.

Heute kommen die Quaddeln sehr

selten, sind nicht stark ausgeprägt und

verschwinden schnell, das kann aber

auch am Medikament liegen.

Welche Ratschläge hast du für

„Frischerkrankte“?

Mir hat es geholfen, mir viel Wissen über

die Erkrankung anzueignen und die Erkrankung

zu akzeptieren. Ich habe lange

nach einem guten Arzt gesucht. Es ist

wichtig, einen Arzt zu finden, der die Erkrankung

ernst nimmt und die individuellen

Symptome betrachtet. Einfach nur

Kortison verschreiben hilft niemandem

mit Neurodermitis weiter. Denn heute

gibt es nicht nur Kortison. Da Neurodermitis

in Schüben verläuft und durch

Trigger verstärkt wird, sollte man seine

Trigger herausfinden. Es dauert lange,

aber es lohnt sich. Und jeder Mensch

ist anders. So auch der Umgang mit der

Erkrankung. Nur weil dem einen etwas

hilft, muss es nicht automatisch dem

anderen helfen.

Was musst du bei deiner täglichen

Hautpflege und im Bereich Make-up

beachten? pH-Neutralität? Nebenwirkungen?

Ich habe mich schon in meiner Jugend

nicht viel geschminkt. Das lag aber eher

daran, dass ich lieber länger schlafen

wollte. Doch für Treffen mit Freunden

und Partys habe ich gerne Make-up

getragen. Ich musste auch auf keine

Inhaltsstoffe achten. Heute ist das leider

anders, denn ich habe mein Make-up

entsorgt. Die Ekzeme treten jetzt auch

im Gesicht auf. Egal welche Inhaltsstoffe

das Make-up hätte, es würde die Haut

zusätzlich massiv reizen. Das ist es mir

nicht mehr wert. Denn mein Umfeld

ist eher verwundert, wenn ich dann

doch mal dezentes Make-up auftrage.

Deshalb fühlt es sich sehr befreiend an,

dass mein Umfeld sich an mein Erscheinungsbild

gewöhnt hat.

Es ist sehr wichtig für meine Haut,

sie mit ausreichend Feuchtigkeit und

Fett einzucremen. Da meine Haut sich

schnell an Salben gewöhnt und so die

Wirkung nachlässt, wechsle ich häufig

die Cremes und probiere viel aus.

Welche Reaktionen musstest du in der

Öffentlichkeit einstecken? Hast du

Mobbing erlitten? Wie ist es heute?

Ich hatte eine wirklich tolle Kindheit.

Trotz Ekzem an Hals und Ellenbeugen

wurde ich nicht gemobbt. Auch heute

gehe ich sehr offen mit der Erkrankung

um und bekomme viel Verständnis.

Nur einen Winter lang musste ich viele

abgeneigte Blicke ertragen. Da habe ich

versucht, ohne Medikamente den Schub

zu überstehen, wodurch meine Haut extrem

schlimm wurde. Zusätzlich kämpfte

mein Körper so sehr mit der Entzündung,

dass ich auch bei Temperaturen

um null Grad mit T-Shirt unterwegs war,

weil mein Körper quasi am Brennen war.

Diese Situation konnten viele Menschen

nicht nachvollziehen.

Welches Mittelmaß eignet sich für

dich am besten, um die Neurodermitis

im Zaum zu halten?

Aufgrund der Schwere meiner Neurodermitis

nehme ich an einer klinischen

Studie für ein neues Medikament teil.

Dieses Medikament hilft mir sehr gut.

Parallel achte ich darauf, mein Stresslevel

niedrig zu halten. Dabei hat es mir

beispielsweise geholfen, meine Arbeitsstunden

zu reduzieren.

5

FAKTEN ZU

NEURODERMITIS

• Neurodermitis gehört zur Gruppe der Atopien. Darunter versteht man die

Neigung zu einer verstärkten allergischen Reaktion auf normalerweise harmlose

Substanzen oder Reize der Umwelt. Neben der Neurodermitis gehören auch allergischer

Heuschnupfen und allergisches Asthma zu den möglichen Ausprägungen

einer Atopie.

• Die Neurodermitis ist eine nicht ansteckende Erkrankung.

• Sie betrifft nicht nur die Haut, sondern kann sich auch auf andere Organe

auswirken.

• Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt, aber eine Fehlleitung des

Immunsystems und genetische Faktoren scheinen eine große Rolle zu spielen.

• Die Erkrankung verläuft schubweise und wird häufig durch bestimmte

Trigger ausgelöst.

FOTO: SHUTTERSTOCK


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FOTO: SHUTTERSTOCK

Wie gut ist die Luft,

die wir atmen?

Ohne Luft um uns herum können wir nicht leben. Wir atmen sie ständig und mit

ihr auch darin enthaltene Schadstoffe. Die bekanntesten und für die Gesundheit

am relevantesten sind Feinstaubpartikel (PM10, PM2.5, ultrafeine Partikel),

Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3). Die Hauptquellen von Luftschadstoffen sind der

Verkehr, die Industrie, die Energieerzeugung und der Hausbrand.

Text Dr. Myriam Tobollik

Feinstaubpartikel lösen Entzündungen

und Stress in menschlichen

Zellen aus, die zu akuten

und chronischen Gesundheitsschäden

führen können. Die Weltgesundheitsorganisation

hat festgestellt,

dass derzeit keine Feinstaubkonzentration

benennbar ist, unterhalb derer eine

schädigende Wirkung ausgeschlossen

werden kann. Akute, über Stunden oder

wenige Tage anhaltende Belastungen

können zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen

und zu vermehrten

Krankenhauseinweisungen, meist

aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

führen. Chronische Belastungen

über einen Zeitraum von Monaten

und Jahren können sich auf die Atemwege,

das Herz-Kreislauf-System, den

Stoffwechsel und das Nervensystem

auswirken. Damit kann Feinstaub mitverantwortlich

sein für Erkrankungen

wie zum Beispiel Asthma bronchiale,

Arteriosklerose, Diabetes mellitus Typ 2

oder Demenz, und eine erhöhte chronische

Feinstaubbelastung führt zu einer

erhöhten Gesamtsterblichkeit. Insbesondere

für Menschen mit vorgeschädigten

Atemwegen und für ältere Personen,

aber auch für Kinder mit ihren in der

Entwicklung befindlichen Atemwegen

ist das Risiko gesundheitlicher Schäden

durch Feinstaub erhöht.

Stickstoffdioxid als Reizgas kann bei

hohen Konzentrationen insbesondere

zu obstruktiven, das heißt die Atemwege

verengenden Atemwegserkrankungen

wie Asthma bronchiale führen oder

bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern.

So kann Stickstoffdioxid die

Wirkung von Allergenen auf allergisches

Asthma verstärken. Hohe Stickstoffdioxidkonzentrationen

führen zu vermehrten

Krankenhauseinweisungen. Eine längerfristige

Belastung kann zu einer erhöhten

Gesamtsterblichkeit führen. Menschen

mit Asthma sowie Kinder und ältere

Menschen sind im Allgemeinen einem

größeren Risiko für die gesundheitlichen

Auswirkungen von Stickstoffdioxid ausgesetzt.

Die gesundheitlichen Wirkungen

von Ozon bestehen in einer verminderten

Lungenfunktion, Atemwegsbeschwerden

und der Gefahr der Ausbildung einer

chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

Bei körperlicher Anstrengung

unter erhöhten Ozonkonzentrationen

können sich diese Wirkungen verstärken.

Empfindliche oder Personen mit vorgeschädigten

Atemwegen wie zum Beispiel

Personen, die an Asthma bronchiale

leiden, sind besonders anfällig.

Belastungssituation in Deutschland

Die Konzentrationen von Feinstaub,

Stickstoffdioxid und Ozon sind in den

letzten Jahren in Deutschland kontinuierlich

zurückgegangen. Dennoch

liegen die derzeitigen Konzentrationen

größtenteils über den aktuellen Empfehlungen

der Weltgesundheitsorganisation.

Diese hat im Jahr 2021 ihre

Richtwerte zum Schutz der menschlichen

Gesundheit aktualisiert. So soll der

Jahresmittelwert für Feinstaub (PM2.5)

5 μg/m³ nicht überschreiten. Dies war

jedoch bei 99 Prozent der Messstationen

in Deutschland im Jahr 2020 der Fall.

Gleiches gilt für den Tagesmittelrichtwert

von 15 μg/m³. Im Fall von Stickstoffdioxid

überschritten im Jahr 2020 83

Prozent der Messstationen den aktuellen

Jahresmittelrichtwert von 10 μg/m³.

Den Tagesmittelrichtwert von 25 μg/m³

überschritten 76 Prozent der Stationen.

Bei Ozon lagen im Jahr 2020 fast alle

Messwerte über den aktuellen lang- und

kurzfristigen Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation.

Wie gut ist also die Luft, die wir

atmen?

Fazit: Die Luft, die wir in Deutschland

atmen, ist in den letzten Jahren wesentlich

besser geworden im Hinblick auf die

Belastung mit Luftschadstoffen. Im

Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes

sollte die Belastung weiter

reduziert werden.

Dr. Myriam

Tobollik

Gesundheitswissenschaftlerin

beim

Umweltbundesamt


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Aktuelle Diagnostikmöglichkeiten

beim kindlichen Asthma

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, fast jedes zehnte Kind

ist davon betroffen. Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung der Atemwege, bei der sich

Bronchien anfallsweise verengen und es zu Episoden von erschwerter Atmung und Atemnot kommt.

Diese sind oft begleitet von trockenem Reizhusten und einer „pfeifenden“ Ausatmung.

Text Prof. Dr. med.

Christiane Lex

Viele Eltern fragen sich, ob ihr

Kind bei wiederkehrendem

Husten an einem Asthma

bronchiale leidet. Leider ist

diese Frage oft nicht einfach

zu beantworten. Es gibt nämlich kein

diagnostisches Kriterium, das allein

ausreicht, um eine Asthmadiagnose

bestätigen oder widerlegen zu können.

Zentral für die Diagnosestellung sind

das Vorhandensein typischer subjektiver

FOTO: SHUTTERSTOCK

Beschwerden und der Nachweis einer

variablen Atemwegsverengung mithilfe

von objektiven Lungenfunktionstests.

Der optimale Zeitpunkt für eine Lungenfunktionsuntersuchung

ist allerdings recht

schwierig zu finden: Im beschwerdefreien

Intervall sind die Befunde im Kindes- und

Jugendalter meist normal. Im akuten symptomatischen

Zustand hingegen steht oft

kein Lungenfunktionstest zur Verfügung

oder die Kinder sind manchmal zu krank,

um überhaupt eine entsprechende Diagnostik

durchführen zu können. Aufgrund

dieser Problematik fällt die Diagnosestellung

eines Asthmas bronchiale oft falsch

negativ oder falsch positiv aus.

Vor Kurzem wurde erstmals von einem

Gremium europäischer Experten ein

komplexer Algorithmus zur Diagnosestellung

eines kindlichen Asthmas

bronchiale veröffentlicht. Dieser enthält

die Durchführung mehrerer objektiver

Tests, von denen zwei für eine korrekte

Asthmadiagnose positiv sein sollen.

Basistests sind hierbei die „Spirometrie“,

der „Reversibilitätstest“ und der „FeNO-

Test“. Bei der Spirometrie soll das Kind

tief einatmen und dann so fest und so viel

wie möglich ausatmen. Das Gerät misst

dann, wie viel Luft insgesamt und wie

viel davon in der ersten Sekunde dieses

Tests ausgeatmet werden kann. Wenn die

Spirometrie auf ein Asthma hindeutet,

ist ein „Reversibilitätstest“ der nächste

Schritt zur Diagnosestellung. Bei diesem

Test wird ein Asthmamedikament, zum

Beispiel Salbutamol, verabreicht, um

zu bewirken, dass die Atemwege wieder

„aufgehen“ und die Atmung wieder einfacher

ist. Nach der Inhalation wird die

Lungenfunktionsmessung wiederholt.

Wenn das Kind diesmal deutlich bessere

Werte hat, ist das ein Beweis dafür, dass

die Medikation die Atemwege geöffnet hat

und ein Asthma bronchiale vorliegt. Sollte

dieser Beweis nicht gelingen, kann der

„FeNO-Test“ eingesetzt werden. Mittels

eines Messgerätes wird die Menge des

Stickstoffmonoxids (FeNO) in der ausgeatmeten

Luft des Kindes gemessen. Dieser

Wert steigt bei Entzündungsprozessen in

den Bronchien an.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle

Kinder in der Lage sind, diese Tests technisch

einwandfrei und richtig durchzuführen.

Sollten die Ergebnisse dieser Tests

nicht schlüssig sein, ist eine Reihe weiterer

Tests möglich, um Kinder mit dauerhaften

Beschwerden zu untersuchen. Besonders

häufig werden dann Provokationstests,

zum Beispiel unter Belastung, angewandt.

Wichtig ist es auch, die Tests bei unsicherer

Diagnose zu wiederholen, da die

Symptome und natürlich auch die Tests zu

verschiedenen Zeitpunkten sehr unterschiedlich

sind. Als mögliche Hilfsmittel

können hier die neuen Smartphone-Spirometer

dienen, die zu Hause, zum Beispiel

auch unter Belastung, von den Kindern

selbstständig angewendet werden können.

Ob diese technischen Neuheiten tatsächlich

sinnvoll sind, muss allerdings noch in

Studien untersucht werden.

Wenn die Diagnose schließlich richtig

gestellt wird, bedeutet dies, dass wirkungsvolle

Asthmamedikamente Kindern

nicht unnötig vorenthalten werden. Im

Umkehrschluss können Kindern so auch

unnötige Medikamente mit potenziellen

Nebenwirkungen erspart bleiben.

Prof. Dr. med.

Christiane Lex

Leiterin des

Bereiches Kinderpneumologie/

-allergologie,

Universitätsmedizin

Göttingen

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„Immer das

große Ganze

sehen“

FOTO: ANGELA PFEIFFER

Sandra Völker hat über 50 internationale Medaillen

bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften

und Europameisterschaften gewonnen. Im Interview

spricht die Weltklasseschwimmerin über den

ersten Schock, als sie von ihrer Asthmadiagnose

erfuhr, und erklärt, warum es immer wichtig ist,

zweigleisig zu fahren.

Text Benjamin Pank

Im Olympiajahr 2000 wurde bei Ihnen

Asthma festgestellt. Wie kam es zur

Diagnose? Hatten Sie (plötzlich) Probleme

mit der Atmung?

Ich hatte schon vorher Probleme. Unter

Belastung habe ich kaum Luft bekommen,

ich hatte das Gefühl, mein Hals

macht zu. Aus diesem Grund dachte ich

anfangs auch, dass es etwas mit dem

Hals zu tun hat. Asthma hatte ich gar

nicht auf dem Schirm. Ich habe meinem

Physiotherapeuten davon erzählt und

der hat mir einen Termin im Krankenhaus

gemacht. Dort wurden verschiedene

Tests gemacht, doch ohne Diagnose.

Erst einige Monate später habe ich durch

einen Histamintest die Diagnose Asthma

erhalten.

Was waren Ihre ersten Gedanken und

Sorgen?

Das war hart für mich. Als ich die

Diagnose hörte, war für mich klar, dass

meine Karriere vorbei ist. Damals war

es ja auch noch so, dass Asthmatiker

quasi nicht als lebensfähig galten. Das

hat sich zum Glück geändert. Und auch

ich habe meine Meinung geändert und

angefangen, mich mit der Krankheit

auseinanderzusetzen. Das war auch

mein Rettungsanker, denn ich habe

begonnen, die Diagnose zu akzeptieren

und sie in etwas Gutes umzuwandeln.

Ich habe Asthma zu meinem Thema

gemacht.

... und eine Stiftung für asthma- und

allergiekranke Kinder gegründet.

Ja, denn Trainer und Lehrer sollen eine

entsprechende Ausbildung erhalten,

damit sie lernen, wie man mit kleinen

Asthmapatienten umgeht. Ich möchte

als Leistungssportlerin beispielhaft

dokumentieren, dass Sport auch von

Asthmakranken bei richtiger Therapie

betrieben werden kann.

Aufgeben kam für Sie nie infrage. Ein

Jahr nach der Diagnose (2001) wurden

Sie Weltmeisterin. Wie war das

Gefühl, trotz Asthma solche Erfolge

zu erzielen?

Eigentlich genauso wie davor (lacht). Ich

bin vor der Diagnose den Weltrekord über

50 Meter Rücken geschwommen, ohne zu

wissen, dass ich Asthma habe. Und danach

deutschen Rekord über 50 Meter Freistil

mit dem Wissen, Asthmatikerin zu sein.

Wie ging es nach Ihrer sportlichen

Karriere weiter?

Ich habe mich immer mehr mit der Erkrankung

auseinandergesetzt und bin

auf die Suche nach dem Warum gegangen.

Dadurch habe ich gelernt, dass es

wichtig ist, Medikamente zu nehmen,

aber auch die Komplementärmedizin

nicht außer Acht zu lassen. Also Atemtherapie

plus Medikamente, Akupunktur

plus Medikamente usw. Ich weiß,

dass beide Lager das nicht gern hören.

Doch für mich ist das die Lösung für ein

gutes Leben – trotz Asthma. Aus diesem

Grund würde ich auch jedem Betroffenen

empfehlen, immer zweigleisig zu

fahren und sich nie mit dem Istzustand

abzufinden. Also sich immer zu fragen:

Wie kann ich noch besser zurechtkommen?

Wie stärke ich mich noch mehr?

Heute arbeiten Sie unter anderem

als Speaker, Coach und Motivator.

Wie kam es dazu?

Das ist aus meiner Leistungssportkarriere

und meinen persönlichen Lebensumständen

entstanden. Ich kenne sowohl

Licht als auch Schatten. Anfangs habe

ich nur Schwimmtraining gegeben, doch

es war viel mehr. Die Menschen haben

immer auch ihre persönlichen Themen

mitgebracht. So hat das angefangen.

Heute begleite ich Menschen dabei, den

nächsten Schritt im Leben zu gehen.

LUNGENFUNKTION:

Der „Ein-Minuten-Aufsteh-Test“

Text Marina Oppermann, Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB)

FOTO: SHUTTERSTOCK

Haben Sie häufiger Probleme mit Ihren Atemwegen?

Beispielsweise durch Allergien, kaltfeuchte

Luft oder bei körperlicher Belastung?

Dann machen Sie doch einmal folgenden Test:

Es wird ein sicher an der Wand stehender Stuhl

mit einer Sitzhöhe von etwa 48 Zentimetern

ohne Armlehnen benötigt. Ohne Hilfe der Arme

müssen Sie nun versuchen, innerhalb einer

Minute so oft wie möglich aufzustehen. Beim

Aufstehen darauf achten, dass die Kniegelenke

vollständig gestreckt werden. Dann setzen Sie

sich wieder hin und stehen erneut ohne die Hilfe

der Arme auf.

Dieser Test kann einen Hinweis auf den Zustand

der Lungenfunktion geben. In Studien schaffen

Patienten zwischen 15 und 20 Wiederholungen

pro Minute. Ist der Wert besser, wunderbar. Bei

Werten unter 15 sollten Sie Rücksprache mit dem

Hausarzt halten.

Dieser Test sollte natürlich nicht von

Menschen ausgeführt werden, die sich bei

so einer Übung unsicher fühlen, gebrechlich

sind, Probleme mit den Kniegelenken

oder der Oberschenkelmuskulatur sowie

neurologische Erkrankungen haben oder

zu diesem Zeitpunkt unter einer nicht gut

kontrollierten Atemwegserkrankung

leiden.

Bei Atemwegserkrankungen wie einem

Asthma soll eine optimale Einstellung

der Medikamente für eine gute Kontrolle

des Asthmas sorgen. Bedarfsmedikamente

zur Erweiterung der Bronchien

sollen am besten gar nicht beziehungsweise

nicht sehr häufig eingesetzt werden müssen.

Quelle: Ein-Minuten-Aufsteh-Test, Taschenbuch „Luft nach oben“ von

Dr. Michael Barczok, Bastei Lübbe AG, ISBN 978-3-7857-2631-0


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SANOFI entstanden.

Mehr Informationen und

Möglichkeiten gemeinsam

aktiv zu werden:

asthma-aktivisten.de

@Asthma_Aktivisten

Häufigkeit der Bedarfsmedikation lässt

sich schnell und einfach überprüfen,

ob das Asthma möglicherweise unkontrolliert

ist. Das Ergebnis bietet eine

gute Ausgangsbasis für das Gespräch

mit der Lungenfachärztin oder dem

Lungenfacharzt. So besteht die Möglichkeit,

die Therapie an die Situation

des Betroffenen anzupassen.

Leben mit

schwerem Asthma:

Gemeinsam

aktiv werden

Reizhusten, Atemnot und eingeschränkte

Ausdauer begleiten Menschen mit Asthma oft.

„Ich fühlte mich wie eine Batterie, die vorher voll

war und sich schlagartig entladen hat. Ich dachte

oft, ich mache für meine Frau und meinen Sohn

alles kaputt. Ich konnte zeitweise nichts machen

und Urlaub war nicht möglich“, so erging es

Wolfgang mit seiner Asthma-Erkrankung. Doch

sich damit abzufinden, war keine Option. Es kam

der Punkt, da wollte er mehr. „So kann es nicht

weitergehen. Das kann doch nicht alles (gewesen)

sein – dazu bist du noch zu jung. Du willst doch

noch mal etwas unternehmen können.“

Wer die Gelegenheit

ergreift und

Dinge anpackt,

kann sie verändern

– ob privat,

im Job oder in der

herausfordernden Situation mit einer

chronischen Atemwegserkrankung,

wie schweres Asthma. Laut Umfrage*

versteckt fast die Hälfte (46 Prozent)

aller Betroffenen mit unkontrolliertem

Asthma die eigene Krankheit, um nicht

als „anders“ wahrgenommen zu werden.**

„Es ist eben einfach so“, denken

viele Menschen mit schwerem Asthma.

Es ist Zeit für Veränderung!

Häufig geht die Asthma-Erkrankung

mit Einschränkungen im Alltag einher.

Der Lieblingssport kann nicht

mehr weiterbetrieben werden, Urlaube

müssen gut vorbereitet sein oder auch

das einfache Treppensteigen kann

zur Herausforderung werden. Aber

das muss nicht sein. Die Initiative

„Asthma-Aktivisten“ von Sanofi will zu

neuem Mut, Optimismus und Selbstbewusstsein

inspirieren, um das eigene

Leben wieder in die Hand zu nehmen,

statt sich von der Krankheit kontrollieren

zu lassen. Deswegen engagiert sich

die Initiative für ein klares Ja zu einem

aktiven Leben mit Asthma.

Der Startschuss:

Asthma-Status überprüfen

Die Ersteinschätzung des Asthma-Status

mithilfe des Asthma-Selbsttests ist

dabei ein erster Schritt für einen positiven

Veränderungsprozess. Das Ergebnis

gibt einen Hinweis darauf, ob die

Erkrankung möglicherweise nicht gut

kontrolliert ist. Untersuchungen zeigen,

dass die Mehrheit der Menschen

mit Asthma ihre Asthma-Kontrolle

subjektiv nicht richtig einschätzen

können. Sie geben an, dass ihr Asthma

gut kontrolliert sei, obwohl dies nicht

immer der Fall ist. Das kann unterschiedliche

Gründe haben. Manchmal

werden Situationen, in denen

Asthma-Auslöser befürchtet werden,

vermieden. Das kann der Spaziergang

mit Freunden sein oder sportliche

Aktivitäten, die nicht mehr regelmäßig

ausgeübt werden. Symptome der Asthma-Erkrankung,

wie Kurzatmigkeit,

Husten und Engegefühl in der Brust,

werden hingenommen, ohne mit der

behandelnden Lungenfachärztin oder

dem behandelnden Lungenfacharzt

darüber zu sprechen.

Mit nur vier Fragen zu Beschwerden,

Schlaf, Einschränkungen im Alltag und

Hier geht’s zum

Test: QR-Code

scannen und die

Herausforderung

annehmen: Nur wer

seinen Asthma-

Status kennt, kann

ihn auch verändern.

Offenheit im Arztgespräch lohnt

Für eine passgenaue Behandlungsoption

ist eine aktive Rolle der Betroffenen

im Arztgespräch erforderlich. Fragen

sollten gestellt, Beschwerden und

Einschränkungen besprochen sowie

Sorgen und Ängste mitgeteilt werden.

Ein Asthma-Tagebuch beispielsweise

kann helfen, den Krankheitsverlauf

besser zu verstehen. Es können unter

anderem Symptome, Häufigkeit des

Bedarfsmedikaments sowie Auslöser

(zum Beispiel Pollen, Lebensmittel etc.)

festgehalten werden. Auch dafür bieten

die Asthma-Aktivisten Unterstützung

mit einer Vorlage für ein Tagebuch.

Zudem geben Betroffene wie auch eine

Lungenfachärztin hilfreiche Tipps für

ein erfolgreiches Arztgespräch. Für

Wolfgang, der schon lange mit der Asthma-Erkrankung

lebt, hat die aktivere

Rolle im Arztgespräch viel verändert.

Durch eine Therapieanpassung hat sich

vieles zum Positiven entwickelt: „Ich

habe mein altes Leben zurück. Letztes

Jahr bin ich zum ersten Mal wieder fünf

Kilometer gelaufen.“ Es lohnt sich, aktiv

zu werden – nicht nur im Arztgespräch.

Bewusster leben – leichter atmen

Wie schon mit kleinen Veränderungen

das Leben mit Asthma erleichtert

werden kann, wird auf der Website

Asthma-Aktivisten.de auf vielfältige

Weise beschrieben. Neben Informationen

zum Arztgespräch gibt es mehr

rund um das Leben mit Asthma, wie

beispielsweise auch Sport. Denn

regelmäßiger Sport kann die körperliche

Belastbarkeit verbessern.

„Asthma und Sport – das passt

zusammen und kann weitere positive

Effekte für Menschen mit Asthma

haben. Mit gut eingestelltem Asthma

und langsamen Belastungssteigerungen

ist Bewegung das Beste, was jeder

für sich und seinen Körper unterstützend

tun kann“, so der Sportexperte

Dr. Rainer Glöckl. Er erläutert auf der

Website auch, wie der innere Schweinehund

überwunden werden kann, und

verrät sein persönliches Erfolgsrezept,

um dauerhaft dranzubleiben.

* Umfrage unter 306 Teilnehmern (51 Prozent

Männer, 49 Prozent Frauen) mit unkontrolliertem

Asthma, wie schwerwiegend der Einfluss der

Erkrankung auf den Alltag ist. Auftraggeber der

Befragung ist Sanofi.

** Die Frage wurde von 144 Teilnehmern beantwortet.

MAT-DE-2200914-1.0-03/2022


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Die schwere Infektionskrankheit

Tuberkulose

Vor zwei Jahren erhielt die Tuberkulose- und Lepraärztin Dr. Christine Schmotzer das Bundesverdienstkreuz.

Im Interview spricht sie über die Erkrankung Tuberkulose (TB) und darüber,

warum Armut und TB eine unheilvolle Wechselwirkung haben.

Text

Jenifer Gabel

Hallo Frau Dr. Schmotzer, Grüße nach

Pakistan, wo TB noch eine große Rolle

spielt. Was ist Tuberkulose und um

was für eine Krankheit handelt es sich

dabei?

Das ist ein Bakterium, ein Erreger,

der sich sehr leicht verbreitet und die

Menschen befällt, normalerweise als

Tröpfcheninfektion. Mit TB steckt man

sich immer von anderen Menschen,

gelegentlich auch mal von Tieren an.

In einem Land, in dem es viele TB-Patienten

gibt, die nicht oder nicht richtig

behandelt werden, hat im Prinzip jeder

Mensch ein Risiko, dass er sich auch an

Tuberkulose ansteckt.

Was ist der Hintergrund dazu, dass

nicht ausreichend Behandlungen

durchgeführt werden?

Das hat verschiedene Gründe. Einmal ist

es so, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung,

zum Beispiel in den Dörfern,

fehlt. Wo ist der nächste Gesundheitsposten?

Wo kann man zum Beispiel

die nötigen Labortests machen? Für

die Tuberkulose muss man ja Auswurf

5

FAKTEN ZU TUBERKULOSE

• Tuberkulose ist eine ansteckende Lungenerkrankung,

die durch Bakterien verursacht wird.

• Weltweit erkranken jährlich etwa neun Millionen Menschen,

1,5 Millionen versterben daran.

• In Deutschland ist die Erkrankung mit etwa 4.200 gemeldeten

Fällen (2020) eher selten.

• Unbehandelt führt die Erkrankung in sieben von zehn Fällen

zum Tod.

• Durch Antibiotika ist die Erkrankung aber gut therapierbar, vorausgesetzt,

die Medikamente werden zuverlässig eingenommen.

untersuchen. Ein klassisches Beispiel ist

im Sommer, in der Monsunzeit, wenn

es also regnet, wenn es Überschwemmungen

gibt, dass dann in bestimmten

Dörfern entschieden wird, solange das

Wasser nicht weg ist, können wir nicht

in die Stadt zum Arzt fahren. Hinzu

kommt, dass viele Menschen Prioritäten

setzen müssen: Wofür gebe ich mein

Geld aus? Und es ist natürlich klar in

einer Familie, dass die Versorgung mit

Lebensmitteln das allerwichtigste ist,

jeder muss was essen.

Da sieht man eben, dass Armut und

Tuberkulose eine sehr unheilvolle

Wechselbeziehung miteinander

eingehen. Es gibt aber ja noch mehr

tückische Herausforderungen im

Umfeld der Tuberkulose, ein Begriff

ist das Stichwort Medikamentenresistenzen.

Was steckt dahinter?

Ja, es ist leider so, dass Tuberkulose

nicht isoliert vorkommt. Sondern die

Tuberkulose hat so klassische Verbindungen,

einmal zu anderen Krankheiten

und dann natürlich die Frage der

Antibiotikaresistenzen. Vielleicht zuerst

zu den anderen Krankheiten. Es sind vor

allem zwei, die im Zusammenhang mit

Tuberkulose eine große Rolle spielen:

Diabetes und HIV. Jemand, der zuckerkrank

und/oder HIV-positiv ist, hat ein

wesentlich höheres Risiko, an Tuberkulose

zu erkranken, weil die Abwehr des

Körpers geschwächt ist und damit der

Tuberkuloseerreger aktiv werden kann.

Das bringt uns zu dem anderen Thema.

Man hört ja heutzutage überall, es ist ein

Problem weltweit, dass es bei den

Infektionskrankheiten immer mehr

Resistenzen gegen viele Antibiotika gibt.

FOTO: BERND HARTUNG

Mit Tuberkulose steckt man

sich immer von anderen

Menschen, gelegentlich auch

mal von Tieren an.

Das ist bei manchen Krankheiten kein

großes Problem, weil es eben noch viele

andere Antibiotika auf dem Markt gibt.

Bei Tuberkulose ist das ein echtes

Problem, weil es sowieso nur sehr

wenige Antibiotika gibt, die überhaupt

gegen den Tuberkuloseerreger wirken.

Derzeit gibt es rund 15.000 Fälle im

Land, die sich so eine multiresistente

Tuberkulose holen.

Audiopedia:

So ermöglicht die DAHW Frauen den Zugang zu wertvollem Wissen, das Leben retten kann

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Eine soziale und politische Teilhabe bedarf des Zugangs

zu Informationen. Auch im Bereich der Gesundheitsprävention

und -aufklärung sind sie essenziell.

Eine Open-Source-Plattform für hörbares Lernen eröffnet

hier neue Möglichkeiten. Auch für Tuberkulose

entstehen durch den Einsatz innovativer Informationsund

Kommunikationstechnologien neue Chancen.

„Gerade in den abgelegenen Regionen des Globalen Südens

ist das Wissen über die Krankheit Tuberkulose immer noch nicht

ausreichend vorhanden“, erklärt Carolin Gunesch, die bei der

DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe für Spezialprojekte

und Innovationen zuständig ist. „Die DAHW war ganz gezielt

auf der Suche nach Tools, um die soziale und verhaltensverändernden

Kommunikation zu verbessern. Denn die Frage, wie

man (über)lebenswichtiges Gesundheitswissen trotz vielschichtiger

Barrieren zu marginalisierten, größtenteils nicht alphabetisierten

Bevölkerungsgruppen bringen kann, beschäftigt uns

schon seit vielen Jahren. So stießen wir auf Audiopedia.“

Digitale Wege zu mehr Gesundheit

Audiopedia ist ein weltweites Online-Projekt von URUDI, das

angepasste Audio-Inhalte zur Verfügung stellt. Insbesondere

Frauen und Mädchen, im Globalen Süden werden mit grundlegendem

Wissen versorgt. Die Informationen zu Gesundheit und

Ernährung richten sich in der Regel an Frauen, da sie traditionell

die Verantwortung in den Familien tragen. Doch etwa 500 Millionen

Frauen weltweit sind Analphabetinnen.

Hörbares Lernen

Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm erreichen

die Menschen die Audio-Botschaften durch zwei Komponenten:

zum einen die Audiodateien in der jeweiligen lokalen Sprache,

zum anderen die dafür notwendigen

autarken Abspielgeräte.

So werden die klar verständlichen,

qualitativ hochwertigen Botschaften

zu Tuberkulose auf solarbetriebene

Audioplayer aufgespielt und den Menschen

vor Ort für zwei bis drei Tage

zur Verfügung gestellt, wie z.B. im

DAHW-Projekt in Uganda.

Durch den Einsatz dieser Hilfsmittel

erhalten gerade diejenigen Zugriff auf

Gesundheitswissen, die der Gefahr der

armutsassoziierten Tuberkulose besonders

ausgesetzt sind. Und für die Beantwortung

vertiefender Fragen, erste

Untersuchungen sind Gesundheitsmitarbeiter:innen

der DAHW vor Ort, um

bei Erkennen von Symptomen die Patient:innen

an ein Krankenhaus oder

eine Gesundheitsstation zu überweisen.

Nur wer Übertragungswege, Symptome

und Präventionsmaßnahmen

kennt, kann sich und andere schützen. Eine frühzeitige Diagnose

und Behandlung verhindert schwere Verläufe oder kann den Tod

verhindern und Leben retten!

Weitere Informationen unter: www.dahw.de/tuberkulose

Uganda, im DAHW-Projekt in der West Nile Region: Die Frauen sitzen im Kreis, lachen

und wiegen ihre Körper. In der Hand halten sie ein Gerät, wie man es von Audio-Führungen

im Museum kennt. Populäre rhythmische Musik wird unterbrochen von gesprochenen

Nachrichten, die die Frauen aufhorchen lassen. Pötzlich ist es still. Konzentriert wird der

Stimme gelauscht. Es geht um Tuberkulose, die Übertragungswege und Symptome.

Foto: Sabine Ludwig / DAHW


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ILLUSTRATION: SHUTTERSTOCK

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Aus der Puste

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine

chronisch fortschreitende Erkrankung der Lunge. Sie ist durch

entzündete und dauerhaft verengte Atemwege gekennzeichnet.

Typische COPD-Symptome sind Husten mit Auswurf und

Atemnot bei Belastung, später auch in Ruhe. Das größte Risiko

für COPD haben Raucher und Passivraucher. Alles Wichtige

über Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie der COPD-

Krankheit erfahren Sie hier.

Text Paul Howe

Eine Hauptursache für die

Entstehung und das Fortschreiten

der COPD ist

Zigarettenrauch. Zu den

weiteren Risikofaktoren

gehören die Belastung der

Lunge mit Schadstoffen aus

der Luft, daheim oder am Arbeitsplatz, sowie

Infektionen der Atemwege. Auch erbliche

Faktoren können eine Rolle spielen. Oft wird

eine COPD mit Alpha-1, einer seltenen Erberkrankung,

deren Ursache ein Gendefekt ist,

verwechselt.

Symptome einer COPD

Bei der COPD gibt es eine AHA-Symptomkombination:

Hat der Betroffene Atemnot,

Husten und Auswurf, ist das ein erstes Indiz.

Allerdings könnte das auch für Asthma

sprechen. Eine Lungenfunktionsmessung

gibt dann weitere Klarheit. Mögliche Begleiterkrankungen

der COPD sind Herz-Kreislauf-

Beschwerden.

Diagnostik der COPD

Eine COPD wird durch die Bewertung der

Symptome und eine Spirometrieuntersuchung

diagnostiziert. Damit wird die Lungenfunktion

gemessen, auch wie tief eine

Person einatmen kann und wie schnell die

Luft in und aus der Lunge strömt.

Therapiemöglichkeiten bei COPD

Die erste entscheidende Maßnahme ist ein

Rauchstopp. Entscheidend ist außerdem

Bewegungstraining. Jeder trainierte Muskel

verbraucht weniger Sauerstoff, und folglich

muss weniger Atemluft durch die Lunge

gezogen werden. Es gibt deshalb längst den

sogenannten „Lungensport“. Der wird

natürlich gern vernachlässigt, weil der Patient

aktiv werden muss. Medikamentös sind ein

Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) und ein

Muskarinrezeptor-Antagonist (LAMA)

einsetzbar. Beide öffnen die Bronchien. LABA

simuliert den Prozess ähnlich wie bei Adrenalin,

das die Bronchien weitet, wenn etwa ein

Tier unter Angriff plötzlich flüchten muss.

LAMA wiederum bremst den Vagus, der im

natürlichen Zustand eigentlich die Bronchien

verengt. Oft verordnet der Arzt eine Kombination

aus beidem. Bei Schüben kann der Arzt

zudem Entzündungshemmer verschreiben,

die sonst nur bei Asthma eingenommen

werden. Es handelt sich hier um dem Kortison

ähnliche Substanzen, die in geringer Menge

inhaliert werden. Hinzu kommt ein weiteres

Medikament, das nicht auf Kortison basiert.

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