Österreichs Landwirtschaft

Mediaplanet.Oesterreich

Österreichs Landwirtschaft sichert durch wertvolle regionale Lebensmittel die Lebensqualität in unserer Heimat – sie ist ein Grundstein einer krisensicheren Gesellschaft.

Mit der Kampagne bieten wir Landwirtinnen und Landwirten einen informativen Ratgeber, der unterstützen soll, Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Tierwohl und Digitalisierung im Betrieb zu integrieren. Gleichzeitig klären wir Endverbraucher:innen auf, wie sie die heimische Landwirtschaft durch bewussten Konsum aktiv unterstützen können.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Ein umfassender Ratgeber im Bereich Nachhaltigkeit, Tierwohl und Digitalisierung

Lesen Sie mehr unter www.zukunftindustrie.info/landwirtschaft

Österreichs

Landwirtschaft

FOTO: KARIN METZ

Klimahoffnung

Landwirtschaft

Bäuerin Karin Metz und Bauernbund-

Präsident Georg Strasser im Gespräch über

die Verantwortung der Landwirtschaft

Digitalisierung

Tierwohl

Forstwirtschaft


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

IN DIESER AUSGABE

05

Hannes Royer

Der Obmann von Land schafft Leben im

Gespräch über das Thema Tierwohl

FOTO: BAUERNBUND

08

Karin Metz & Georg Strasser

Die Bäuerin und der Bauernbund-

Präsident sprechen über

den Klimawandel und die

Verantwortung der Landwirtschaft

10

Forstwirtschaft

Was steckt in einem Hektar Wald?

FOTO: LAND SCHAFFT LEBEN FOTO: UNSPLASH

Neue Chancen für

die Landwirtschaft

Wer offenen Auges durch Österreich

reist, lernt die herrliche,

gepflegte Landschaft samt

kulinarischer Vielfalt zu

schätzen. Bei Einwohnerinnen

und Einwohnern und Urlaubsgästen

gefragt sind lebendige Almen, Wälder und

Felder, Seen mit Trinkwasser qualität und regionale

Spezialitäten. All das entsteht jedoch nicht von

selbst, sondern ist eng mit der aufwändigen Arbeit

unserer österreichischen Land- und Forstwirtschaft

verbunden. Versorgungssicherheit durch

beste Lebensmittel, nachhaltige Energie und Rohstoffe

sollte auch nicht primär als Luxus, sondern

vielmehr als unverzichtbare Lebensgrundlage für

die Zukunft verstanden werden. Steigende Anforderungen

bei sinkendem Wertschöpfungsanteil

für die Bäuerinnen und Bauern sind jedoch ein

Faktum, auf das Politik und Gesellschaft genauso

wie die bäuerlichen Familienunternehmen reagieren

müssen. Erstere ist gefordert, wirtschaftliche

Zukunftsperspektiven für die Höfe zu bieten. In

der Wertschöpfungskette braucht es verlässliche

Partnerschaften mit einem fairen Anteil für alle –

so auch für die Bäuerinnen und Bauern.

Die bäuerlichen Familienunternehmen selbst

verfolgen unterschiedliche Strategien, um der

Gefahr von immer mehr Leistung für weniger

Lohn entgegenzutreten. Spezialisierung, um die

Kosten zu senken, oder Diversifizierung zwecks

Risikostreuung sind gegeneinander abzuwägen.

Angesichts von Corona und Klimaverschlechterung

haben bäuerliche Familienunternehmen

gute Erfahrungen damit gemacht, auf mehrere

Standbeine zu setzen. Unterschiedlichste Produkte

werden erzeugt und mitunter auch selbst

verarbeitet und vermarktet. Wofür unsere bäuerlichen

Familienunternehmen generell stehen

ist die hohe Qualität. Nicht umsonst hat sich

Österreichs Landwirtschaft als Feinkostladen bzw.

Tierwohl-, Nachhaltigkeits- und Bioweltmeisterin

einen Namen gemacht. Und wir sollten bedenken:

Was in unserem Einkaufswagen und Kühlschrank

bzw. auf unserem Teller liegt, entscheidet mit

darüber, wie produziert wird, wie es den Tieren

geht und ob unser Land nachhaltig und flächendeckend

gepflegt wird.

Allgegenwärtig ist heutzutage das Thema

Digitalisierung – in Betriebsführung und Vermarktung,

genauso wie in Bildung, Beratung und

anderen Bereichen. Eine Umfrage hat hier

deutlich gezeigt, dass die Bäuerinnen und Bauern

digitalen Anwendungen nicht nur offen gegenüberstehen,

sondern diese auch bereits in

erheblichem Ausmaß nützen. Klarerweise passt

nicht jede Technik zu jedem Betrieb; die Kosten-

Nutzen-Relation muss passen. Besonders

erfreulich ist es in jedem Fall, wenn digitale

Anwendungen zu einer Win-Win-Situation für alle

Beteiligten führen und Tierwohl und Wirtschaftlichkeit

Hand in Hand gehen. Automatische

Fütterungssysteme werden beispielsweise von

den Tieren geschätzt, weil sie laufend fressen

können. Und Kühe etwa, die sich wohlfühlen,

geben mehr Milch und sind gesünder. Die

Bäuerinnen und Bauern freut auch die Arbeitserleichterung,

es bleibt mehr Zeit für andere

Aufgaben bzw. die Tierbetreuung selbst. Ähnliches

gilt auch für automatische Ausmist-,

Einstreu- und Tiergesundheits-Monitorings oder

Melksysteme. Auch wenn in der kleinen österreichischen

Betriebsstruktur die damit verbundenen

Investitionen oft nur schwer zu stemmen sind,

stellen Digitalisierung und Innovation wichtige

Zukunftsfelder dar, die auch der Landwirtschaft

und Gesellschaft enorme Chancen bieten.

FOTO: LKÖ-APA-FOTOSERVICE-SCHEDL

FOTO: SHUTTERSTOCK

Josef Moosbrugger

LK-Präsident

VERANSTALTUNGSTIPPS

Künstliche Intelligenz in der

Landwirtschaft – Was ist realistisch?

21.04.2022, Online

LFI Österreich, https://oe.lfi.at/webinar-das-ist-if-2

Digitalisierung in der

landwirtschaftlichen Praxis

02.06.2022, Online

LFI OÖ, www.ooe.lfi.at/digitalisierung

Zertifikatslehrgang Gemüseraritäten und

Sortenspezialitäten

26.04.2022, Innsbruck

LFI Tirol, www.tirol.lfi.at

NEUE WIESELBURGER MESSE

12. bis 15. Mai 2022

www.messewieselburg.at/wieselburger-messe

Geoinformationssysteme in der Land- und

Forstwirtschaft – Einführung in QGIS

1 Jahr ab Freischaltung, Online

LFI Österreich, www.lfi.at/digitaleslernen

Klimafit ist zukunftsfit –

wie Landwirt*innen dem

Klimawandel erfolgreich begegnen

17.05.2022, Online

LFI Österreich, https://oe.lfi.at/ideenacker-6

Neue Sensortechnologien

im Pflanzenbau

19.05.2022, Online

LFI Österreich, https://oe.lfi.at/webinar-das-ist-if-2

Wie geht’s meiner Kuh?

Digitales Tiermonitoring mithilfe des Farm-

Life-Welfare-Index

30.06.2022, Online

LFI Österreich, https://oe.lfi.at/webinar-das-ist-if-2

Steirisches Kernobstseminar

31.05. und 01.06.2022, St. Kathrein am Offenegg

LFI Steiermark, www.stmk.lfi.at

Lehrgang Professioneller Kräuteranbau

16.09.2022, Online

LFI Steiermark, www.stmk.lfi.at

Zertifikatslehrgang Altes Wissen aus der

Natur – nachhaltig und naturbewusst leben

13.10.2022, Graz

LFI Steiermark, www.stmk.lfi.at

Hygieneschulung und Praxistipps

für Verarbeitung von Almmilch

27.04.2022, Online

LFI Tirol, www.tirol.lfi.at

Mäh dich frei – Sensenmähkurs

für Nicht-Landwirte

20.05.2022, Imst

LFI Tirol, www.tirol.lfi.at

Milchverarbeitungskurs

für Almsenner*innen

23.11.2022, Imst

LFI Tirol, www.tirol.lfi.at

Bleiben Sie in Kontakt:

@austriamediaplanet

@Mediaplanet Austria

Project Manager: Christina Karner Senior Business Developer: Florian Rohm, BA Content and Production Manager: Viktoria Pisker, BA Lektorat: Sophie Müller, MA

Layout: Daniela Fruhwirth Managing Director: Bob Roemké Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien

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EXPERTISE

Digitale Maschinen

als smarte Erntehelfer

Die Feldarbeit wird zunehmend effizienter.

Möglich machen das vor allem intelligente Systeme.

Text Johannes Lau

Traktoren und Mähdrescher sind in

der modernen Landwirtschaft nicht

bloß Fahrzeuge: Immer häufiger

stehen Landwirt:innen damit smarter

Erntehelfer zur Seite. Agrarmaschinen

sind nämlich zunehmend mit einem

komplexen Innenleben ausgestattet, das die

Fahrzeuge digital vernetzt und so die Abläufe in

der Landwirtschaft automatisiert und effizienter

gestaltet: „Landwirtschaft 4.0“ oder „Smart

Farming“ lautet das Motto auf den Äckern von

heute. Die Richtung gibt dabei aber immer noch

der Mensch vor, sodass weiterhin Bäuerinnen

und Bauern selbst ihre Runden auf dem Acker

drehen: Smarte Lenksysteme und digitale Mähwerksassistenten

können ihnen dabei jedoch

unter die Arme greifen. Der Computer übernimmt

zum Beispiel das Manövrieren, während

sich der/die Landwirt:in um die Anbaumaschine

kümmert. Aber auch analytisch können

digitale Erntesysteme ihren Beitrag leisten:

Ausgehend von verschiedenen Faktoren wie

Koordinaten, Saat- und Erntegut und der

Bodenbeschaffenheit ermittelt das Programm,

welche Maschinenteile zum Einsatz kommen

sollten und wie sie sich möglichst wirkungsvoll

ausrichten lassen.

Dabei wird die Bäuerin oder der Bauer aber

nicht zur Sklavin oder zum Sklaven der Maschine:

Viele solcher Mechanismen sind derart flexibel,

sodass sie je nach persönlichen Präferenzen

programmiert werden

können. Somit verbinden

sich die Expertise von

Landwirt:in und System:

Traditionelle Erfahrungswerte

und

digitale Datensätze

werden

gewinnbringend

verknüpft.

Moderne Erntehelfer und intelligente Assistenzsysteme

steigern daher auch die Produktivität

und Nachhaltigkeit: Mähbalken werden

so ausgerichtet, dass sie das Feld möglichst

vollständig abernten, oder die zum Einsatz

kommenden Klingen werden ausgehend vom

Boden angepasst. Anstatt wie früher für jedes

Feld ein einheitliches Programm abzuspulen,

sind moderne Landwirtschaftsmaschinen

somit in der Lage, in Echtzeit auf einen veränderten

Untergrund zu reagieren.

Bei Bedarf ändern diese Gerätschaften

durch eine Kombination verschiedener Analysemethoden

und Sensorsysteme auch situativ

den Pflugmechanismus oder wechseln

auf eine andere Saatstärke. Anstatt das ganze

Feld einheitlich mit Chemie zu fluten, lassen

sich so zudem Dünger und

Pflanzenschutzmittel

punktuell

und präzise

dort einsetzen,

wo sie tatsächlich

benötigt

werden. Aber

nicht nur bei

der Fahrt auf

dem Feld

helfen diese

Technologien:

Managementsysteme, die alle Daten

des Betriebs untersuchen, unterstützen den/

die moderne:n Landwirt:in bei der möglichst

effizienten Verwaltung: Aufgrund dieses

Informationsplus kann man etwa bessere Entscheidungen

über die Aussaat oder optimale

Erntezeiten fällen.

Nicht nur dem Ernteergebnis kommen diese

Technologien zugute, sondern auch den

Maschinen selbst: Optimierte Fahrwege und

Maschineneinsätze bewältigen mehr Arbeit mit

weniger Aufwand. Auch der allgemeine

Verschleiß und der Kraftstoffverbrauch

verringern sich durch den Einsatz intelligenter

Erntemaschinen, deren Betrieb zudem durch

integrierte Wartungsprogramme verbessert

wird. Ein Reparaturbedarf wird bereits vorab

identifiziert, damit es nicht während des

laufenden Betriebs zu bösen Überraschungen

wie einem teuren Totalausfall kommt. Zusätzlich

erhalten die Maschinen wichtige Informationen

auch zunehmend aus der Luft: Mit

verstärkt eingesetzten GPS-Systemen oder

Videodrohnen erlangt man gerade auf größeren

Flächen einen viel besseren Überblick, wenn

man die Arbeitsfläche von oben betrachtet,

anstatt nur vom Traktorsitz aus. So

lassen sich die eigenen Felder schon

einmal bequem vom Hof aus inspizieren.

FOTO: VISUAL GENERATION VIA SHUTTERSTOCK

Auf gutem Grund.

Ein guter Boden ist weltweit für Millionen

von Landwirten die Grundlage all ihrer

Arbeit. Wir helfen ihnen dabei, ihn für

künftige Generationen fruchtbar zu halten

und bieten als einer der international

führenden Anbieter von Landtechnik

zuverlässige Maschinen. Wir setzen

auf modernste landwirtschaftliche

Informationstechnologie, Qualität und

Innovationen.

Sicher. Besser. Ernten.

claas.at


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EXPERTISE

FOTO: INNOVATION FARM

Österreichs

Landwirtschaft

Ausreichend Essen und Trinken ist für Menschen in der westlichen

Welt selbstverständlich geworden, obwohl sich allein seit 1960 die

landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Österreicher:in von 0,44 ha

auf 0,27 ha nahezu halbiert hat. Die Produktivität pro Flächeneinheit

konnte jedoch fast verdoppelt werden. Ein Grund dafür ist die

Verwendung immer besserer Technik.

Josef Penzinger

Agrarexperte und

Autor

Ludwig

Schwarzmayr

CEO Landwirt.com

Thomas

Mühlbacher

CEO & Sales

Landwirt.com

FOTO: JOSEF PENZINGER

FOTO: LANDWIRT.COM

FOTO: LANDWIRT.COM

Zirka Mitte der 1980er Jahre

begann der Einsatz von

Elektronik zur Steuerung von

Maschinen. Landtechnik wurde

digital. Zirka ab Beginn der

2000er-Jahre begannen auch

in Österreich Betriebe in GPS-Lenksysteme

zu investieren. Damit werden Traktoren und

zugehörige Geräte nicht mehr nur von dem/

der Fahrer:in gesteuert, sondern auch mit

Hilfe eines GPS-Signals, das auf zwei Zentimeter

genau arbeiten kann. Bei Geräten

wird dadurch immer die volle Arbeitsbreite

genutzt, d. h. Überlappungen werden vermieden.

Das führt durch Einsparung von

Treibstoff, Dünger, Pflanzenschutzmitteln

etc. sowohl zu Kosteneinsparungen als auch

zu positiven ökologischen Effekten. Durch

diese hohe Präzision kann jährlich pro

Hektar Acker ungefähr die CO 2 -Menge von

1.000 km Autofahren eingespart werden. Bei

einem durchschnittlichen österreichischen

Betrieb sind das in Summe rund 20.000 km

pro Jahr.

Mit „Landwirtschaft 4.0“ werden Maschinen,

Geräte und Büro miteinander vernetzt.

Der Zustand von Böden, die Entwicklung

von Pflanzenbeständen und der Gesundheitszustand

von Tieren können mit Sensoren

gemessen werden. Diese Messergebnisse

sind um vieles präziser als Erkenntnisse

aus der Beobachtung mit dem freien Auge.

Daraus lassen sich Bewirtschaftungsmaßnahmen

ableiten und später deren Erfolg

messen. Das betrifft betriebswirtschaftliche

Kennzahlen genauso wie Auswirkungen auf

die Umwelt, beispielsweise die positive Wirkung

von Erosionsschutzmaßnahmen. Auch

das Wohlbefinden von Tieren wird messbar.

Einflüsse und Auswirkungen können

ebenfalls in Zusammenhang gebracht und

positiv beeinflusst werden.

Die Verbreitung digitaler Technik in österreichischen

Betrieben ist recht unterschiedlich.

Da es ohne digitale Technik sicherlich

nicht möglich sein wird, die Produktivität

weiter zu steigern und gleichzeitig auch

ökologisch nachhaltiger zu werden, hat das

BMLRT das Projekt INNOVATION FARM

initiiert. An drei Standorten in Österreich

werden verschiedene digitale Technologien

analysiert und der daraus entstehende

Nutzen über Fachmedien und Schulungen

der Landwirtschaftskammern an die Bäuerinnen

und Bauern kommuniziert. Wenn

der Nutzen von digitaler Technik erkennbar

und nachvollziehbar ist, wird eine weitere

Verbreitung in der Landwirtschaft gut

funktionieren.

Dass die Landwirtschaft offen für digitale

Systeme ist, die konkreten Nutzen bringen,

lässt sich am Beispiel der Online-Handelsplattform

Landwirt.com zeigen. Seit bereits

mehr als 20 Jahren werden auf Landwirt.

com von vielen verschiedenen Landtechnikhändlerinnen

und -händlern Neu- und

Gebrauchtmaschinen angeboten. Damit ist

es für Bäuerinnen und Bauern viel einfacher,

die für sie passenden Maschinen zu

finden und deren Preise zu vergleichen.

Beim Fortschritt der Digitalisierung in der

österreichischen Landwirtschaft werden

wohl weiterhin Unterschiede bestehen

bleiben. Einige Betriebe werden in den

kommenden zehn Jahren erst damit

beginnen, diese Technik einzusetzen,

während andere in diesem Zeitraum einige

Arbeitsschritte bereits mit vollständig

autonom arbeitenden Robotern erledigen

werden.

FOTO: INNOVATION FARM


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INTERVIEW

Hannes Royer

Obmann Land

schafft Leben

FOTO: LAND SCHAFFT LEBEN

Herr Royer, Tierwohl ist heute in aller Munde.

Was bedeutet dieser Begriff eigentlich?

Hannes Royer: Ganz allgemein steht der Begriff Tierwohl

für verbesserte Haltungs- und Produktionsbedingungen als die

gesetzlichen Mindeststandards erfordern – in vielerlei Hinsicht.

Da geht es zum Beispiel um die Fütterung, die medizinische

Versorgung, um Hygiene, aber natürlich auch darum, wie

das Tier gehalten wird. Hat es viel Platz im Stall oder wenig?

Hat es einen Auslauf? Kann es seine natürlichen Bedürfnisse

ausleben?

Woran können Konsumenten Produkte mit hohen

Tierwohlstandards erkennen?

Royer: Fast jede Handelskette im Lebensmitteleinzelhandel

führt mittlerweile eigene Tierwohlprogramme und auch

einzelne NGOs vergeben Tierwohl-Siegel. Was tatsächlich unter

Tierwohl fällt und was nicht, ist aber nicht rechtlich definiert,

und dementsprechend unterschiedlich können die Standards

sein, die hinter den einzelnen Marken und Siegeln stecken. Ist

etwa Schweinefleisch mit einem Tierwohlsiegel gekennzeichnet,

bedeutet das nicht automatisch, dass sich das Schwein

draußen im Schlamm suhlen durfte. Weiters wird nicht nur im

Bio-Segment auf Tierwohl geachtet. Auch konventionelle Ware

kann unter höheren Tierwohlstandards produziert werden.

Woher sollen Konsumenten, denen

Tierwohl wichtig ist, dann überhaupt

wissen, welche Produkte sie

kaufen können?

Royer: Information lautet hier das

Um und Auf – und diese hängt momentan

leider noch gänzlich von der Eigeninitiative

der Konsumenten ab. Wir

selbst müssen uns über die Standards,

die hinter den einzelnen Marken und

Siegeln stecken, informieren und diese

mit unseren eigenen Erwartungen an

das Thema Tierwohl abgleichen. Der

Auftrag gilt hier aber ganz klar der

Politik: Wir brauchen dringend eine verpflichtende Kennzeichnung

tierischer Produkte nach Herkunft und Haltungsform.

Nur so können wir hinsichtlich Transparenz in der österreichischen

Lebensmittelproduktion wirklich etwas weiterbringen.

Am Beispiel Ei lässt sich das gut beobachten. Seit Jahren

erkennt man auf einen Blick, aus welchem Land das Ei kommt

und wie die Henne gehalten wurde – mit dem Resultat, dass

in Österreich niemand mehr ein Käfigei im Supermarktregal

dulden würde.

Was kann jeder Einzelne tun, um Tierwohl zu fördern?

Royer: Das ist ganz klar: sich informieren und beim Einkauf

zu den Produkten greifen, die unseren Werten entsprechen.

Denn mit jedem Einkauf vergeben wir auch einen Produktionsauftrag.

Das Ausmaß des gesellschaftlichen Diskurses rund um

Tierwohl spiegelt sich noch nicht wirklich in unseren Einkaufsgewohnheiten

wider. Man nennt das auch „Consumer Citizen

Gap“: Ich behaupte, dass mir Tierwohl wichtig ist, handle beim

Einkauf dann aber doch wieder gegen meine Prinzipien und

greife zum günstigsten Stück Fleisch. Der eine oder andere

kann das vielleicht an sich selbst beobachten – und dann

bewusst dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.

FOTO: LAND SCHAFFT LEBEN FOTO: LAND SCHAFFT LEBEN

Wir brauchen dringend eine

verpflichtende Kennzeichnung

von Herkunft und Haltungsform.

Hannes Royer, Bio-Bergbauer und

Obmann von Land schafft Leben

Wieviel

Tierwohl

steckt in

„Tierwohl“?


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

FOTO: BAUERNBUND


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Entgeltliche Einschaltung

HOFER:

Ein klares „JA“ zu

fairen Beziehungen zwischen

Handel und Landwirtschaft

Um Kund:innen genussvolle Produkte aus Österreich anbieten zu können

braucht es vor allem eines: faire Partnerschaften mit unseren Bäuerinnen

und Bauern. Diese sind bei HOFER gelebte Realität und das seit jeher.

Der Lebensmittelhändler HOFER

führt ein großes Sortiment an

regionalen Lebensmitteln mit

einer besonders nachhaltigen

Note. Im Mittelpunkt stehen die

Menschen hinter den Produkten. Das Angebot

an regionalen und qualitativen Lebensmitteln

ist nur dank eines starken Netzwerkes von

heimischen Landwirt:innen möglich. HOFER

setzt dabei auf langfristige und stabile Partnerschaften,

transparente Kommunikation

auf Augenhöhe und Handschlagqualität.

Für die Bäuerinnen und Bauern bedeutet

dies außerdem, dass sie sich auf eine faire und

transparente Entlohnung verlassen können.

Die Konditionen werden gemeinsam mit

dem Diskonter verhandelt und langfristig

umgesetzt und aufrecht erhalten – und dies

unabhängig von temporären Schwankungen

und externen Einflussfaktoren wie etwa Rohstoffpreise.

Getroffene Zusagen sind für beide

Seiten verbindlich und werden eingehalten.

Gerade in puncto Tierwohl hat HOFER

bereits sehr viele Maßnahmen umgesetzt:

mehr Tierwohl, Erhalt der Regionalität, Förderung

der kleinbäuerlichen Strukturen und

faire Marktverhältnisse. Darüber hinaus übererfüllt

das Unternehmen bereits seit Jahren

die Qualitätsmaßstäbe der österreichischen

Fleischproduktion hinsichtlich Nachhaltigkeit,

Regionalität und Tierwohl, und zwar

mit der BIO- und Nachhaltigkeitseigenmarke

„Zurück zum Ursprung“ sowie mit dem Tierwohl-Projekt

FairHOF.

Mit FairHOF, das im Jänner 2017 gemeinsam

mit dem Fleischverarbeiter Hütthaler ins

Leben gerufen wurde, hat HOFER eine branchenweite

Vorreiterrolle eingenommen und

setzt hohe Qualitätsmaßstäbe hinsichtlich

Nachhaltigkeit, Regionalität und Tierwohl in

der österreichischen Fleischproduktion. Mit

der Familie Hütthaler arbeitet der Diskonter

bereits seit Jahrzehnten zusammen. Ihr

traditionsreicher Familienbetrieb wird seit

120 Jahren in Schwanenstadt, Oberösterreich,

und bereits in vierter Generation geführt.

Worauf es bei der Zusammenarbeit mit

HOFER ankommt, erklärt Florian Hütthaler:

„Ziel von FairHOF ist es, die Produktionsbedingungen

sowohl für die Tiere als auch für

die Bäuerinnen und Bauern zu verbessern

und die regionale Landwirtschaft zu fördern.

Nur so können Kundinnen und Kunden beim

Kauf ein gutes Gefühl haben. Denn: Bei der

Tierwohl-Eigenmarke FairHOF kann man die

Liebe zur Landwirtschaft und die faire Tierhaltung

einfach schmecken.“

Unter der BIO-Eigenmarke „Zurück zum

Ursprung“ produzieren rund 4.500 österreichische

Bäuerinnen und Bauern für HOFER.

Die Produktion erfolgt seit 2008 gemäß dem

„Prüf-Nach!“-Standard, dessen Kriterien nicht

nur die Landwirtschaft sondern auch die

Verarbeitung betreffen und weit über die EU-

Bio-Verordnung hinausgehen. „Zurück zum

Ursprung“ steht dabei für eine klimafreundliche

und humusfördernde Landwirtschaft,

für Tierwohl und Transparenz. Eine der

sogenannten Ursprungs-Bauernfamilien ist

Familie Moser, die auf ihrem Betrieb Milch für

die BIO-Eigenmarke von HOFER produziert.

„Würde es das Programm von HOFER und

‚Zurück zum Ursprung‘ nicht geben, könnten

wir unseren Familienbetrieb nicht mehr in

dieser Form fortführen. HOFER leistet einen

wertvollen Beitrag zur Förderung unserer

kleinbäuerlichen Strukturen und schafft faire

Marktverhältnisse für uns“, erklärt Familie

Moser.

Beide HOFER Eigenmarken unterliegen

hohen Qualitätsmaßstäben – von der Produktion

bis zur Verarbeitung. Den Mehraufwand

für die erhöhten Umwelt- und

Tierschutzauflagen von FairHOF und „Zurück

zum Ursprung“ entlohnt HOFER mit entsprechenden

Aufschlägen. Langfristige Verträge

und Abnahmegarantien bieten den teilnehmenden

Bäuerinnen und Bauern eine stabile

und wirtschaftlich interessante Perspektive.

Weitere Köstlichkeiten aus unseren Regionen

finden Kund:innen beim HOFER Marktplatz.

Frische steht beim Genuss von Gemüse

und Früchten im Mittelpunkt. Ob knackiger

Salat, erntefrische Äpfel oder saftige Tomaten:

Wenn regionales Obst und Gemüse beim

Diskonter zum Verkauf angeboten werden,

hat es meist kaum 24 Stunden vorher das

jeweilige Feld verlassen. Möglich macht das

neben einem ausgeklügelten Logistiksystem

ein ausgedehntes Netzwerk an zuverlässigen,

regionalen Lieferant:innen. Allein im Bereich

Obst und Gemüse verfügt HOFER über 1.500

regionale Partner und sorgt durch den Bezug

vor Ort auch für eine sehr hohe regionale

Wertschöpfung.

Die BACKBOX wiederum hält täglich bis zu

40 Sorten an Brot und Gebäck bereit. Auch

hier setzt der Diskonter abermals auf langjährige

partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Das regional gestaltete, abwechslungsreiche

Produktsortiment wird hauptsächlich in österreichischen

Traditionsbetrieben hergestellt.

Deshalb hat jede Filiale ihr regionaltypisches

Sortiment – vom aromatischen Sonnenblumenbrot

über das vitale Proteinweckerl bis

hin zum knusprigen BIO-Kornspitz. Auch

hier kann man sich auf die Frische verlassen:

Alle Artikel werden bedarfsgerecht mehrmals

täglich frisch aufgebacken.

Für die Kund:innen bedeutet dies beim Griff

ins HOFER-Regal: Sie erhalten genussvolle

Produkte aus Österreich, die unter fairen

Rahmenbedingungen und höchsten Standards

produziert wurden.

FOTOS: SHUTTERSTOCK


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EXPERTISE

Unsere Bäuerinnen und Bauern –

von Klimaopfern zur Klimahoffnung

Georg Strasser

Bauernbund-

Präsident

Karin Metz

Bäuerin

FOTO: BAUERNBUND

FOTO: BAUERNBUND

Neben dem Ukraine-Krieg

ist der Kampf gegen den

Klimawandel eine der

größten Herausforderungen,

mit der wir uns

weltweit und insbesondere

in der Land- und

Forstwirtschaft konfrontiert sehen. Wer

seinen oder ihren Arbeitsplatz unter freiem

Himmel hat, ist als Erste:r betroffen. Die

Klimaerwärmung trifft heimische Äcker,

Wiesen und Wälder mit voller Wucht. Und

spätestens seit dem drohenden Ausfall der

russischen und ukrainischen Exporte rückt

auch die Versorgungssicherheit in den

Fokus der Klimadebatte. „Der Kampf gegen

den Klimawandel und eine ausreichende

Lebensmittelproduktion sind kein Widerspruch,

sondern viel mehr in Einklang zu

bringen“, ist Bauernbund-Präsident Georg

Strasser überzeugt. Denn auch der Klimawandel

gefährde die Versorgungssicherheit,

was sich mit eigenen Augen bereits beobachten

lässt.

Karin Metz baut gemeinsam mit ihrer

Familie im Mostviertel über 150 verschiedene

Kürbissorten an. Die Bäuerin gehört

zu jenen Menschen, die die Auswirkungen

bereits spüren: „Früher war es im März

noch kalt. Der Forst speicherte das Wasser

und lockerte den Boden auf – was essenziell

für die Bodenfruchtbarkeit ist. Jetzt bleibt

der Frost aber weitgehend aus, denn es ist

viel zu warm für diese Jahreszeit. Hitzewellen,

Starkregen und eine massive Trockenheit,

wie wir sie jetzt gerade erleben,

nehmen zu. All das vermindert die Ernteerträge

auf meinen Feldern.“ Gelingt es uns

nicht, dem Klimawandel gegenzusteuern,

werden die Auswirkungen auf die Landund

Forstwirtschaft

und in weiterer Folge

auch auf die Versorgungssicherheit

dramatisch sein.

Strasser, selbst

Landwirt, meint, jede

Herausforderung

birge auch Chancen:

„Wir Bäuerinnen und

Bauern sind nicht

nur Opfer dieser

Entwicklung sondern

auch Hoffnungsträger:innen

im Kampf

gegen die Erderwärmung. Unsere Flächen

und Ressourcen sind das Fundament für

die Erzeugung von erneuerbaren Energien;

genauso, wie ausschließlich eine aktive

Bewirtschaftung des Bodens, der Wälder

und unserer Höfe uns langfristig Eigenversorgung

mit Lebensmitteln garantieren

Wir sind aber auch

gerüstet, in Zukunft einen

noch entscheidenderen

Beitrag zu leisten.

kann.“ Österreichs Landwirtschaft ist

bereits auf einem guten Weg: Seit 1990

konnte der Ausstoß an Treibhausgasen

um 16,3 Prozent reduziert werden. „Wir

sind aber auch gerüstet, in Zukunft einen

noch entscheidenderen Beitrag zu leisten,“

bekräftigt Strasser den Willen der Bäuerinnen

und Bauern.

„Die Landwirtschaft ist der einzige

Sektor, der CO 2 aus

der Atmosphäre

entziehen und im

Georg Strasser,

Bauernbund-Präsident

Boden speichern

kann – etwa durch

Humusaufbau oder

Biomasse wie Holz.

Alle anderen Sektoren,

wie Verkehr

oder Industrie, sind

reine Emittentinnen

von Treibhausgasen.

Wir sollten daher

über eine finanzielle

Abgeltung dieser

Leistungen sprechen“, so Strasser. Ein Zertifizierungssystem

könnte hier die Lösung

sein. Das sogenannte „Carbon Farming“

soll europaweit ausgerollt werden, einen

Gesetzesvorschlag dazu kündigte die

EU-Kommission für Ende 2022 an. Darin

sehe Strasser nicht nur eine zusätzliche

Entgeltliche Einschaltung

DER NACHHALTIGE PARTNER

FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT

Ing. Johann Gram

Geschäftsführender

Gesellschafter

Austro Diesel GmbH

Text

Bernhard Past

Die Austro Diesel GmbH, Massey Ferguson

Generalimporteurin in Zentralund

Osteuropa, feiert heuer ihr 40.

Firmenjubiläum. Kund:innenorientiert

und zuverlässig setzt sie seit 1982 Maßstäbe

für professionelle Beratung, bestes Service und

eine nachhaltige Zusammenarbeit in der Landtechnik.

Im Zentrum der Arbeit stehen seit der

Firmengründung die zufriedenen Kund:innen.

„Wir können sehr stolz darauf sein, dass wir ein

so solides Unternehmen aufgebaut haben, das

für Kund:innen, Partner und Mitarbeiter:innen

gleichermaßen eine Konstante geworden ist. Für

dieses großartige Engagement möchte ich mich

FOTO: AUSTRO DIESEL GMBH

bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken“,

sagt Ing. Johann Gram, geschäftsführender

Gesellschafter der Austro Diesel GmbH.

Seit 40 Jahren kompetenter Partner der

Landwirtschaft

Austro Diesel hat sich in den zurückliegenden

vier Jahrzehnten zu einem gefragten, kompetenten

und zuverlässigen Partner für die

Landwirtschaft entwickelt, und das nicht nur

für Kund:innen in Österreich, sondern in ganz

Zentral- und Osteuropa. Als Pionierin und mit

Ideenreichtum sowie permanenter Weiterentwicklung

hat Austro Diesel ihre Präsenz über die

Jahre hinweg stetig ausgebaut und gefestigt.

Heute betreut Austro Diesel gemeinsam mit

mehr als 100 selbständigen, langjährigen Vertriebs-

und Servicepartnern bereits mehr als

50.000 MF-Traktoren und über 2.000 MF-Mähdrescher

in den elf Austro-Diesel-Märkten

Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien,

Kroatien, Serbien, Montenegro, Mazedonien,

Bosnien-Herzegowina und Kosovo.

Im Schulungszentrum von Austro Diesel in

Schwechat werden die Mitarbeiter:innen der

MF-Vertriebspartner in den Bereichen Verkauf,

Service und Ersatzteile ausgebildet. Denn nur

wer stetig in Aus- und Weiterbildung investiert,

wird langfristig Erfolg haben und auf ein motiviertes

und kompetentes Team zurückgreifen

können.

Branchenführende Ersatzteilversorgung

So hat Austro Diesel auch einen

branchenführenden Ersatzteilservice

geschaffen, der Vertriebspartner

über Nacht mit den

benötigten Ersatzteilen versorgt.

Dies stellt nicht nur während der

arbeitsintensiven Erntezeit einen erheblichen

Mehrwert für die Landwirtinnen

und Landwirte dar, sondern auch während des

gesamten Jahres. Die Betreuung und Beratung

der Kund:innen in sieben Sprachen ist für das

Austro-Diesel-Team dabei eine Selbstverständlichkeit.

Auch während der COVID-19-Krise

konnte Austro Diesel durchgehend die Lieferung

von Maschinen und Ersatzteilen in alle Märkte

gewährleisten.

Preisgekrönte Landtechnik

Im Zentrum der Produktpalette von Austro

Diesel stehen neben leistungsstarken MF-

Mähdreschern, -Futtererntemaschinen und

-Teleskopladern natürlich die Traktoren von

Massey Ferguson. Einer davon ist der mehrfach

ausgezeichnete MF 8S. Der hocheffiziente und

komfortable Traktor gewann jüngst die Auszeichnung

„Farm Machine 2022“ in der Kategorie

„Traktoren von 180 bis 400 PS“ und punktete

bei der internationalen Fachjury vor allem mit

der modernen Kabine und dem All-In-One

Abgasreinigungssystem, das mit Problemen des

klassischen Dieselpartikelfilters aufräumt.

„Unsere Jurymitglieder aus ganz Europa und

Nordamerika rechnen Massey Ferguson hoch

an, dass man diesen Traktor mit viel Ingenieur:innenleistung

völlig neu entwickelt hat –

anstatt einfach bewährte Komponenten zu

kombinieren“, lobt die Jury.

Schon vorher konnte der MF 8S internationale

Expert:innen überzeugen: Er gewann u. a. die

internationalen Auszeichnungen „Tractor Of

The Year 2021“, „Red Dot Product Design Award

2021“ und den ungarischen „Product Development

Award 2022“.

„Diese Auszeichnungen machen unser Jubiläumsjahr

2022, in dem übrigens auch Massey

Ferguson selbst sein 175. Jubiläum feiert, zu

einem ganz besonderen Jahr“, freut sich

Ingenieur Johann Gram.


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Bäuerin Karin Metz und

Bauernbund-Präsident Georg Strasser

FOTO: BAUERNBUND

Einkommensquelle für die Familien von

Bäuerinnen und Bauern, sondern auch eine

Möglichkeit, mehr CO 2 im Boden zu speichern

und so der Klimaneutralität näher zu

kommen.

Klar ist für den Bauernbund-Präsidenten

aber auch, dass der Klimawandel nicht

an den Grenzen Österreichs haltmache. Es

brauche ein Zusammenwirken aller Kräfte

auf globaler, europäischer und nationaler

Ebene, wie er bekräftigt. Die Weichen für

eine grüne Zukunft werden daher auch in

Brüssel gestellt.

2023 startet die Europäische Union in

eine neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik

(GAP). In Einklang mit den durchaus

ambitionierten Klimazielen des Green

Deals werden die Anforderungen auch

an Österreichs Bäuerinnen und Bauern

deutlich höher. „Sowohl die Direktzahlungen

als auch das Agrarumweltprogramm

ÖPUL ermöglichen jedem Betrieb eine

individuelle Lösung für eine nachhaltigere,

standortgebundene Landwirtschaft.“ Und

tatsächlich weist die neue GAP eine grünere

Note auf: „Das ÖPUL-Budget wird um 30

Prozent erhöht, die europaweite Vorreiterrolle

Österreichs in der biologischen Landwirtschaft

ausgebaut. Ziel bis 2030 ist ein

Bioanteil von 30 Prozent“, erklärt Strasser.

Ein weiterer Schritt in Richtung

großflächiger Klimaschutz ist das

Das ÖPUL-Budget wird um 30 Prozent

erhöht, die europaweite Vorreiterrolle

Österreichs in der biologischen

Landwirtschaft ausgebaut. Ziel bis 2030

ist ein Bio-Anteil von 30 Prozent.

Investitionsprogramm „Energieautarke

Bauernhöfe“. Ab 2030 sollen 100 Prozent

des Stromes aus erneuerbarer Energie stammen.

Dazu beitragen sollen möglichst viele

energieautarke Höfe von Bäuerinnen und

Bauern, die Strom etwa aus Photovoltaikanlagen

auf Stalldächern erzeugen.

Bäuerin Karin Metz blickt trotz der

veränderten klimatischen Bedingungen

optimistisch in Zukunft. Sie wird nun noch

stärker als bisher auf Fruchtfolge, humusbildende

Maßnahmen und resistentere Sorten

setzen. Das kostet aber auch mehr, zieht der

Bauernbund-Präsident Bilanz: „Bäuerinnen

und Bauern spielen eine Schlüsselrolle im

Kampf gegen den Klimawandel. Den Weg zu

mehr Klimaschutz und Artenvielfalt unter

Bewahrung der Versorgungssicherheit

können sie aber nicht alleine gehen. Mehr

Leistung für weniger Geld geht sich nicht

aus – mit roten Zahlen ist es schwer, grüner

zu werden. Es braucht ein klares Bekenntnis

aller Akteurinnen und Akteure entlang der

Wertschöpfungskette zu regionalen Lebensmitteln.

Nur so schaffen wir den grünen

Systemwandel!“

Georg Strasser,

Bauernbund-Präsident

Entgeltliche Einschaltung

Hand in Hand

in die Zukunft

Fam. Sommer

Hier finden Sie Infos über

die Familie Sommer und ihre

gesamte Produktpalette,

exklusiv erhältlich bei Spar:

interspar.at/shop

FOTO: FAMILIE SOMMER

Bei unserem Essen sind uns zu Recht Qualität und

Naturbelassenheit wichtig. Innovation spielt dafür

eine wichtige Rolle. Familie Sommer und Spar

haben gezeigt, wie das funktionieren kann.

Es gibt Momente, die uns besonders träumen

lassen. Oft sind es Augenblicke, in denen

wir uns mit der Natur verbunden fühlen. Sie

hat etwas an sich, die Landschaft, das uns

träumen lässt.

Für Familie Sommer aus Kleinraming, gleich an

der Grenze zwischen Nieder- und Oberösterreich, ist

dieser Traum Wirklichkeit. Bereits seit Generationen

bewirtschaftet die Familie einen Milchhof in der idyllischen

Bergkulisse im Bezirk Steyr-Land, wo es noch

viel unberührte Natur gibt.

Doch für die heute aktive Generation der Familie,

Liana und Bernhard Sommer, war der Wunsch nach

„Mehr“ da. 2018 haben die beiden daher ein Start-up

gegründet. Seither stellen sie aus ihrer eigenen Milch

ihre eigenen Produkte her und bringen sie in Kooperation

mit Spar in den Handel. Damit haben sie einen

lang gehegten Wunsch in die Tat umgesetzt.

Gute Produkte müssen auch vermarktet werden,

damit sie ihren Weg zu Genießer:innen im ganzen

Land finden können. Daher sind die Produkte in

modernem und künstlerisch anspruchsvollem Design

gehalten. Die kreativen Produktnamen kombinieren

das „JO“ von Joghurt mit den Zusätzen, die auf die

Geschmacksrichtungen verweisen. Das Ergebnis sind

Produktnamen wie JO’hann, JO’hanna, JO’ela und

JO’mama.

Liana Sommer hatte die Idee für das Start-up

während ihrer zweiten Schwangerschaft. Nachdem ihr

Sohn Michael auf

die Welt gekommen

war, wollte sie ihn

mit selbstgemachter

und möglichst natürlicher

Beikost ernähren.

Also nahm sie das am eigenen

Hof angefallene Naturjoghurt

aus der vor Ort gemolkenen Milch und mischte es mit

Apfelmus und Haferflocken.

Ein Erfolgsrezept, das sich bewährte. Die Zusammenarbeit

mit Spar bestand zunächst aus fünf regionalen

Supermarktfilialen, die beliefert wurden. Die

Produkte kamen gut an, also wurde das Liefergebiet

auf ganz Österreich erweitert. „Durch die Kooperation

mit Spar konnten wir nachhaltig wachsen. Anfang

2020 stellten wir unseren ersten Mitarbeiter ein, mittlerweile

besteht unser Team aus 14 Personen“, erzählt

Bernhard Sommer.

Die Grundsätze sind von Beginn an gleichgeblieben,

Familie Sommer folgte ihnen von Anfang an. „Unser

Ziel war es, ein komplett naturbelassenes Produkt

zu kreieren. Das Joghurt ist ungesüßt und entsteht

ohne fertige Fruchtzusätze. Wir verwenden nur ganze

Früchte, die wir von Bäuerinnen und Bauern aus der

Umgebung holen. Es gibt also keine Zusatz- und Konservierungsstoffe“,

erklärt Bernhard Sommer. Daher

kommt auch die Marke Sommer Naturrein.

Die Produktpalette der innovativen Familie ist

FOTO: FAMILIE SOMMER

heute schon auf viel mehr Sorten herangewachsen.

Neben der Variante mit Apfel können Genießer:innen

etwa auch zu Himbeere, Marille und Heidelbeere

greifen. Und immer können sie sich darauf verlassen,

dass alles von Familie Sommer selbst auf ihrem Hof

hergestellt wurde.

Dank der Kooperation mit Spar haben die regionalen

und naturbelassenen Produkte der Familie

Sommer eine größere Verbreitung erfahren. Hier sind

zwei Familienbetriebe zusammengekommen – der

große Händler und der innovative Landwirtschafts-

Familienbetrieb. Jede Seite tut das, was sie am besten

kann: Die Sommers stellen tolles Joghurt her und Spar

sorgt mit seiner Infrastruktur für die Verbreitung der

Produkte. Diese Partnerschaft wurde mittlerweile

prämiert: Dass Sommer Naturrein von einer kleinen

Marke zu einem großen Betrieb wachsen konnte, der

eine Vielzahl an Sorten in ganz Österreich anbietet,

wurde von der Lebensmittelpraxis mit „Fairer

Partner“ ausgezeichnet. Dies zeigt einen Weg auf, der

sich für alle lohnt, am meisten aber für die innovativen

Landwirtinnen und Landwirte der Familie

Sommer aus Kleinraming.


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

8–11 Tonnen CO 2

-Bindung/Jahr

Eine Buche bindet ca. 12,5 kg CO 2

pro Jahr. Bei gleicher Höhe und

gleichem Durchmesser kann eine

Buche sogar durchschnittlich 40 %

mehr CO 2

aufnehmen als eine Fichte.

Bäume im Wachstum speichern

mehr CO 2

und geben gleichzeitig

mehr Sauerstoff

ab – ähnlich dem angekurbelten

Metabolismus von Menschen

in der Jugend.

3.400 ha

Waldzuwachs/Jahr

Umgerechnet sind das mehr als

4.700 Fußballfelder. An einem Tag

wächst bereits die Holzmenge für

2.160 Holzhäuser nach.

65 Baumarten

wachsen in den

Wäldern Österreichs

80 % der Baumarten sind Nadelbäume,

20 % Laubbäume. Die Fichte ist

mit einem Anteil von 57 % die mit

Abstand am häufigsten vorkommende

Art in Österreich. Zweithäufigster

Baum ist mit 12 % die Buche.

48 % der Gesamtfläche

Österreichs sind Wald

Die Waldfläche von rund vier

Millionen Hektar entspricht

der Größe der Schweiz.

1 ha Wald

ILLUSTRATIONEN: SHUTTERSTOCK

67.000 Arten

Fauna und Flora

45.000 Tierarten und 3.000

Farn- und Blütenpflanzen sind in

Österreichs Natur beheimatet.

¾ der Waldfläche

Österreichs werden bereits aktiv

und nachhaltig bewirtschaftet

Seit mehr als 165 Jahren haben wir in

Österreich eines der strengsten

Forstgesetze weltweit. Es darf nicht

mehr geerntet werden, als nachwachsen

kann.

80–100 Jahre

wird ein Baum, bevor er gefällt wird

Ein aktiv bewirtschafteter Wald, dem

regelmäßig ausgewachsene Bäume für

die Holzverarbeitung entnommen werden,

ist äußerst nachhaltig, da verpflichtend

junge Bäume nachgesetzt werden

müssen.

15–30 Tonnen

Sauerstoff/Jahr

Eine 20 m hohe Fichte gibt pro Tag

rund 21.000 Liter Sauerstoff an die

Umwelt ab. Das entspricht dem

durchschnittlichen Sauerstoffbedarf

von 35 Menschen an einem Tag.

Quellen: https://www.bfw.gv.at/waldwissen-forschung/wissen-rund-um-den-wald/

https://www.waldgeschichten.com/

https://landforstbetriebe.at/themen/forstwirtschaft

https://www.waldtrifftschule.at/

https://www.holzistgenial.at/blog/10-fakten-zum-wald-in-oesterreich/

https://www.proholz.at/argumente/wald-schafft-luft

Das PEFC-Siegel!

FÜR PRODUKTE AUS GARANTIERT NACHHALTIGER WALDWIRTSCHAFT.


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Einblick in die Branche

Pflanzen züchten – Zukunft sichern

Ing.

Josef Fraundorfer

Geschäftsführer

FOTO: SAATBAU LINZ

Pflanzenzüchtung ist die

Schlüsseltechnologie für

die Herausforderungen der

Zukunft – allen voran für den

Klimawandel.

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft

und insbesondere die Pflanzenproduktion

vor neue Herausforderungen. Die Pflanzenzüchtung

kann auf unterschiedliche Weise auf

geänderte Bedingungen reagieren, um deren

Auswirkungen abzumildern. Züchtungsunternehmen,

wie die SAATBAU LINZ, investieren

konsequent in die Anpassung neuer Sorten an

Hitze, Trockenstress sowie Krankheits- und

Schädlingsdruck.

Anforderungen an Züchtung und Sorte

Indem Sorten zur Verfügung gestellt werden,

die unter veränderten Klima- und Witterungsbedingungen

hinreichend stabile Erträge sowie

Qualität ermöglichen, leistet die Züchtung

einen wesentlichen Beitrag zur Klimaanpassung

der Landwirtschaft. Pflanzenzüchtung

und insbesondere die Selektion neuer Sorten

erfolgt unter den jeweils gegebenen klimatischen

Standortbedingungen, wodurch ein

natürlicher Anpassungsprozess vorgezeichnet

ist. Die Züchter der SAATBAU LINZ steuern

dies, indem sie ihre Selektionsversuche in

Gebiete mit hohem Klimastress verlegen.

Dadurch ist es möglich, noch besser angepasste

Sorten zu entwickeln. Der Fokus liegt auf

einem verstärkten Wurzelwachstum, optimaler

Jugendentwicklung und Gesundheit, um

hohe Ertragsleistungen unter wechselnden

Wetterlagen zu garantieren. Sorten, die diese

Anforderungen erfüllen, werden von uns mit

dem „Klimafit“-Siegel ausgezeichnet.

Regionale Züchter sind gefragt

Regionale Züchter, wie die SAATBAU LINZ,

haben ihren Fokus immer noch auf die

Anforderungen ihres regionalen Umfeldes

gerichtet, ohne dabei die internationalen

Märkte aus den Augen zu verlieren. So werden

in unseren Zuchtgärten auch noch Kulturen

bearbeitet, die weit weg sind von einer globalen

Bedeutung, aber regional eine Rolle spielen.

Die Landwirtschaft steht am Beginn der

Wertschöpfungskette. Wollen wir diese

sicherstellen, müssen wir laufend in zukunftsfitte

Sorten investieren.

Entgeltliche

Einschaltung

Lesen Sie mehr

unter

saatbau.com

Bäuerliche Familien wirtschaften nachhaltig

Entgeltliche

Einschaltung

Lesen Sie mehr

unter

nutztier.at

Sie planen eine Familienfeier

in Ihrem Lieblingsgasthaus?

Wissen Sie, woher das Fleisch

kommt, das dort zubereitet und

gegessen wird? Nein?

Österreichische Bäuerinnen und Bauern

arbeiten tagtäglich für die Produktion von

hochwertigen Lebensmitteln. Der Verein

Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ)

setzt sich seit Jahren für eine hundertprozentige

Herkunftskennzeichnungspflicht für die

Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung

ein, damit die Konsument:innen wissen,

woher die konsumierten Lebensmittel

kommen. Dies bringt mehr Transparenz auf

die Teller und den kleinstrukturierten tierhaltenden

Familienbetrieben in Österreich

eine Zukunftsperspektive.

Herkunftskennzeichnung als Grundlage

„Die heimische tierhaltende Landwirtschaft

garantiert Produktqualität und Tierwohl, die

eine Basis für die Herkunftskennzeichnung

und Verfügbarkeit darstellen“, betont Josef

Fradler, Obmann des Vereins Nachhaltige

Tierhaltung Österreich. „Wir in Österreich

produzieren im Sinne einer nachhaltigen

Kreislaufwirtschaft unter Einhaltung höchster

Produktions-, Umwelt- und Tierwohlstandards.

Ein strenges Tierschutzgesetz, eine

enge Partnerschaft mit Tierärzt:innen sowie

regelmäßige Kontrollen untermauern dies.“

Mit Transparenz handeln

Die heimischen Produkte im Gasthaus, in der

Kantine, im Krankenhaus oder im Altersheim

brauchen eine sichtbare Kennzeichnung.

Sie verdienen es, wertgeschätzt zu

werden! Im Lebensmittelhandel sind

Kennzeichnungssysteme bereits gut

etabliert. Besonders das AMA-Gütesiegel

zeigt die österreichische Herkunft bei vielen

tierischen Produkten an. Wir beim NTÖ

haben uns zusammen mit unseren Partnern

die Einführung einer verpflichtenden

Kennzeichnung tierischer Lebensmittel auch

im Außer-Haus-Konsum als Ziel gesetzt.

Zum Wohl aller Beteiligten – sowohl der

Konsument:innen als auch der Bäuerinnen und

Bauern – wird uns das auch gelingen!

FOTO: ARGE RIND/LEHMANN

Josef Fradler

Obmann Nachhaltige

Tierhaltung Österreich

Nachhaltigkeitsforschung zur Sicherung

der Ernährungsbasis unserer Wiederkäuer

Grünland ist mit 1,34 Millionen Hektar die flächenstärkste

landwirtschaftliche Kulturart in Österreich. Mit seiner

ökologisch so wichtigen Vielfalt an Nutzungstypen und

Pflanzengesellschaften ist Grünland die wesentliche

Grundlage der Versorgung unserer Wiederkäuer mit

Grundfutter und damit die wirtschaftliche Basis für die

Produktion von Milch und Fleisch. Grünland sichert

aber auch wichtige Ökosystemleistungen, wie unter

anderem sauberes Trinkwasser, Biodiversität und eine

Kulturlandschaft mit höchstem Erholungswert.

FOTO: HBLFA RAUMBERG-GUMPENSTEIN

FOTO: HBLFA RAUMBERG-GUMPENSTEIN

DI Dr. Bernhard

Krautzer

Leiter Institut für

Pflanzenbau und

Kulturlandschaft

HBLFA Raumberg-Gumpenstein

FOTO: HBLFA RAUMBERG-GUMPENSTEIN

Die Qualität und Ertragsfähigkeit

des Wirtschaftsgrünlandes

(Wiesen und Weiden mit drei und

mehr Nutzungen pro Jahr) bauen

auf der Verwendung von Saatgut hochwertiger,

ausdauernder Gräser und Kleearten auf,

die den Klima- und Standortverhältnissen

in Österreich möglichst gut angepasst sind.

Diese Verhältnisse befinden sich jedoch in

starkem Wandel. Ein weltweit einmaliges

Experiment am Institut für Pflanzenbau der

Forschungsanstalt HBLFA Raumberg-Gumpenstein

zur Simulation der zu erwartenden

Klimaänderungen (Projekt ClimGrass) macht

einen Blick auf die künftigen Auswirkungen

des Klimawandels auf das österreichische

Grünland möglich. Zusammengefasst ist

zu erwarten, dass der Temperaturanstieg

bei einer gleichzeitigen Zunahme niederschlagsfreier

Perioden einen erhöhten

Trockenstress und damit verbunden deutliche

Ertragsrückgänge auf Grünlandflächen

hervorrufen wird, mit allen daraus resultierenden

ökonomischen Folgewirkungen.

Diese schon für die nahe Zukunft zu

erwartenden Veränderungen erfordern

daher eine intensive Erforschung von

Strategien, um die Nachhaltigkeit in der

Grünlandbewirtschaftung zu sichern. Basis

dafür wird die Verwendung von Saatgutmischungen

aus Grünlandgräsern und Kleearten

sein, die auch unter den geänderten

Bewirtschaftungs- und Klimabedingungen

nachhaltig gute Erträge und beste Futterqualität

liefern.

In einem langfristig angesetzten Zuchtprojekt

der HBLFA Raumberg-Gumpenstein

werden trockenheitsverträgliche,

krankheitsresistente und langlebige Gräserund

Kleesorten aus Zuchtmaterial von

heimischen Wiesen entwickelt. Regionales

Pflanzenmaterial, das schon von Natur aus

über Jahrzehnte und länger an bestimmte

Standortsbedingungen angepasst ist, bringt

dabei für den/die Züchter:in einen deutlichen

Mehrwert gegenüber Material mit

unbestimmter Herkunft.

Mittelfristig werden neue, bisher noch

nicht in Grünland-Saatgutmischungen

verwendete, Arten – im Verbund mehrerer

Forschungseinrichtungen – auf ihre

qualitativen Eigenschaften geprüft und

bundesweit in unterschiedlichen Klimaregionen

in Versuchsmischungen eingesetzt.

Die daraus gewonnenen Daten geben Rückschluss

auf die Möglichkeiten der künftigen

Verwendung dieser Arten.

In einem groß angelegten, mehrjährigen

Screening an mehreren Standorten werden

viele international bereits verfügbare Gräser-

und Kleesorten auf ihre Eigenschaften

in Hinblick auf Krankheitsresistenz, Trockenverträglichkeit,

Ausdauer, Ertrag und

Qualität unter österreichischen Klima- und

Standortsbedingungen geprüft. Mit diesem

Wissen können schon heute Qualitäts-Saatgutmischungen

für das Grünland mit dem

besten verfügbaren Spektrum an geeigneten

Arten und Sorten zusammengestellt

werden.

Ausgestattet mit den aus den Projekten

gewonnenen Informationen und Zuchtmaterialien

wird es gelingen, das österreichische

Grünland in seiner Vielfalt zu erhalten

und mittels angepasster Saatgutmischungen

als qualitativ hochwertige Ernährungsbasis

für unsere Wiederkäuer nachhaltig zu

sichern.


Diese Ausgabe hat

Sie überzeugt?

Sie möchten Ihre Lösungen auch österreichweit

Landwirt:innen und Entscheidungsträger:innen der

Agrarwirtschaft vorstellen?

Melden Sie sich bei uns unter christina.karner@mediaplanet.com und

vereinbaren Sie ein persönliches Gespräch. Wir beraten Sie gerne.

Lesen Sie mehr unter www.zukunftindustrie.info/landwirtschaft

FOTO: CHRISTIAN WIDELL VIA UNSPLASH

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