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2022/13 | Helfensteiner Land

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Helfensteiner

LANDMAGAZIN

MÄRZ 2022 | SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Skate-

Park

HILTENBURG | TANZEN | LUPINEN-KAFFEE| HOFLÄDEN & DIREKTVERMARKTER


Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

bestimmt ist es Ihnen aufgefallen: Das Magazin „Helfensteiner Land“ präsentiert sich

mit dieser Ausgabe in neuem Gewand. Das Media-Team der GEISLINGER ZEITUNG

hat sich mächtig ins Zeug gelegt und ein neues Layout entworfen, das frisch, luftig

und modern daherkommt.

Schon die Titelseite weist auf die Veränderung hin: Diese ist, genauso wie die Seiten

im Innenteil, ruhiger gestaltet. Stichworte im unteren Bereich der Titelseite geben einen

kurzen Einblick, welcher Inhalt den Leser und die Leserin unter anderem erwartet.

Als Hingucker dient der weiß umrandete Kasten mit passendem Schlagwort zum Bild:

Das Gestaltungselement begegnet Ihnen auch immer wieder im Innenteil des Heftes.

30

Was sich indes nicht verändert hat, sind der Inhalt dieses Magazins und die bunten

Geschichten aus der Region, mit denen wir hoffentlich erneut Ihr Interesse wecken.

So haben wir für diese Ausgabe zum Beispiel den inklusiven Skatepark in Geislingen

besucht und mit den Machern über die Anfänge und Entwicklung des erfolgreichen

Projekts gesprochen. Mehr dazu lesen Sie ab der Seite 4.

Auch unsere neue Serie „Natürlich lecker“, bei der wir Hofläden und Direktvermarkter

in der Region vorstellen, entdecken Sie in diesem Heft: Wo kann man rund um die

Uhr selbst frische Milch zapfen? Wer bietet besondere Steakcuts vom Gallowayrind

wie T-Bone- und Porterhouse-Steak an? Und warum fokussiert sich der Landwirt überhaupt

verstärkt auf das Vermarkten? Antworten darauf und weitere Infos rund um

das Thema „Regionale Lebensmittel“ finden Sie auf den Seiten 22 bis 27.

Viele weitere Themen – auch kreativer, musikalischer und sportlicher Art – haben wir

in diesem Magazin für Sie zusammengestellt. Wir hoffen, dass wir Sie mit dem Inhalt

und der neuen Gestaltung begeistern können. Bei Anregungen, Ideen und Wünschen

können Sie sich jederzeit per E-Mail an uns wenden: helfensteiner@swp.de

Nun wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen und

einen schönen Frühling.

Ihre

Heike Siegemund

Verlag & Herausgeber:

Gesamtkoordination:

Gestaltung:

Anzeigen:

Redaktion:

Fotos:

Druck:

Datenschutz:

IMPRESSUM

GEISLINGER ZEITUNG Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hauptstraße 38, 73312 Geislingen/Steige

Heike Siegemund

Christa Borth, Carina Preiß, Svea Volland

Anna-Katharina ter Veen (verantwortlich), Svea Volland (verantwortlich)

Kathrin Bulling (verantwortlich)

Walter Bauhofer: S. 8; Claudia Burst: S. 12 (rechts), 13 (oben), 20, 21, 24, 28, 29; Sabine Graser-Kühnle: S. 17; Patricia J. Moser:

S. 14; privat: S. 3, 15, 18; Heike Siegemund: S.1, 3 – 7, 9 – 11, 22, 23, 26, 27; Markus Sontheimer: S. 13 (unten); Helmut Walter:

S. 31 (unten); Adobe Stock: S. 2, 16: zimuwe, S. 2/3: Erni, S. 12 (links): vvoe; SWP Archiv: S. 31 (oben)

C. Maurer GmbH & Co. KG, Schubartstraße 21, 73312 Geislingen/Steige, www.maurer-online.de

Den Datenschutzbeauftragten erreichen Sie unter: datenschutz@swp.de

2


VORWORT | INHALT

16 18

04

Inhalt

■ 04 | Skatepark

Im inklusiven Skatepark in Geislingen ist gut was los. Die

Macher erzählen von den Anfängen und der Entwicklung.

■ 08 | Rezept

Der Chefkoch kredenzt: Safran-Risotto mit grünem Spargel.

■ 09 | Hiltenburg

Christian Cleve aus Deggingen war mit seinen Enkelkindern

kreativ und hat die Burg als Modell aus Gips gebaut.

■ 12 | Bandporträt „SojaB“

Bei den Proben und Auftritten von „SojaB“ geht‘s

immer lustig zu. Wir stellen die Bandmitglieder vor.

■ 14 | Heiligs Blechle

Eine blaue Biene flitzt durchs Täle: Kai Semilia aus

Bad Ditzenbach präsentiert seine Ape 50.

■ 16 | Kreuzotter

Im Wiesensteiger Hasental wurde eine Kreuzotter

gesichtet. Ein Habitat soll sie schützen.

■ 18 | Tanzen

„Wer tanzt, ist fit“, sagt Carola Loibl aus Geislingen.

Zusammen mit ihrem Tanzpartner hat sie bereits an

mehreren Turnieren erfolgreich teilgenommen.

■ 20 | Lupinenkaffee

Eine gute Alternative zum normalen Bohnenkaffee:

Manuel Ziller aus Böhmenkirch stellt Lupinenkaffee her.

■ 22 | Hofläden

Immer mehr Landwirte in der Region eröffnen

einen Hofladen, in dem sie ihre Produkte anbieten.

Auch Verkaufsautomaten boomen.

■ 28 | Rettung

Das frühere Bundeswehr-Materiallager im „Benzwang“

bei Amstetten dient als Spielwiese zur Schulung

von Feuerwehren und anderen Rettungsinstitutionen.

■ 30 | Wanderung

Endlich Frühling: Helmut Walter nimmt Sie mit zur

Märzenbecherblüte ins Autal bei Bad Überkingen.

3


Lebensg

Robin Thunig ist einer der

Initiatoren des Skateparks und

fungiert auch als Trainer.

Vincent Stampfer und Robin Thunig erinnern

sich noch genau daran: Vor 13 Jahren

besuchten die beiden den damaligen Oberbürgermeister

Wolfgang Amann und fragten,

ob eine Erweiterung des Geislinger Skateparks

möglich sei. „Wir brauchten einfach mehr

Platz“, blickt Vincent Stampfer zurück. Eine

Erweiterung und damit mehr Möglichkeiten,

ihrem Hobby nachzugehen und auf der Anlage

Freunde zu treffen, wünschten sich auch viele

weitere Jugendliche. Dies stellte eine Umfrage

„Wir brauchten

einfach mehr Platz.“

des Jugendgemeinderats unter allen Kindern

und Jugendlichen im Raum Geislingen unter

Beweis, die etwa zur selben Zeit gestartet worden

war.

Eine Projektgruppe entstand

Es entstand schließlich eine Projektgruppe aus

Mitgliedern des Jugendgemeinderats und interessierten

Jugendlichen aus Geislingen. „Wir

haben Aktionen gemacht und Geld gesammelt.

Zum Beispiel hatten wir einen Verkaufsstand

auf dem Geislinger Weihnachtsmarkt“, erzählt

Vincent Stampfer. Mit viel Engagement und

Begeisterung begaben sich die Beteiligten auf

Sponsorensuche und warben für ihr Herzens-

Projekt.

Einzigartige Anlage deutschlandweit

„Irgendwann kam die Idee für einen inklusiven

Skatepark mit dem Stadtjugendring als Projektträger

auf“, ergänzt Vincent Stampfer, der das

Ganze zusammen mit Julia Maurer federführend

vorantrieb. Ein Workshop-Konzept wurde

entwickelt, und immer mehr Interessierte unterstützten

die Aktion. 2012 übernahm der Stadtjugendring

die Trägerschaft: Der inklusive Skatepark

– die deutschlandweit wohl einzigartige

Anlage dieser Art – war auch dank der Finanzierung

durch den Verein Herzenssache und die

Lechler-Stiftung geboren. 2014 stellte die Stadt

Geislingen den Verantwortlichen eine Garage

4


SKATEPARK

Im Skatepark ist

jeder willkommen!

Der inklusive Skatepark in Geislingen ist ein beliebter Treffpunkt

für Kinder und Jugendliche. Ein Rückblick auf die Anfänge und

Entwicklung des erfolgreichen Projekts. | von Heike Siegemund

„Am Anfang war vieles Neuland für uns“, gesteht

der 29-jährige Vincent Stampfer. Doch

schnell spielte sich alles ein, sodass der Skatepark

bis heute ein überaus beliebter Treffpunkt

ist. Das kostenlose Angebot richtet sich an

Menschen jeden Alters – unabhängig von körperlichen

und geistigen Fähigkeiten, von Hautühl

Spaß haben und sich bewegen:

Langeweile kommt im Skatepark

sicher nicht auf.

zur Lagerung der Skateboards, BMX-Bikes,

Rollstühle sowie der Schutzausrüstung und

weiterer Sport- und Spielgeräte zur Verfügung.

Vereinsgründung

„Wir veranstalteten Workshops, Contests, die

Rolli-Rallye, Kindergeburtstage – es waren locker

mehr als 20 Termine im Jahr“, zählt Vincent

Stampfer auf. Im Laufe der Zeit nahm der

Skatepark eine so große Dimension an, „dass

der Stadtjugendring das Projekt nicht mehr als

Träger halten konnte“, fügt Julia Maurer hinzu.

Im Jahr 2016 gründeten die Verantwortlichen

daraufhin den Verein Skatepark Geislingen und

standen fortan auf eigenen Beinen.

5


farbe und Nationalität, vom sozialen und kulturellen

Hintergrund.

„Unser Motto lautet: Jeder ist willkommen“,

sagt Julia Maurer. „Es ist ein niederschwelliges

Angebot. Die Leute dürfen alle Geräte kostenlos

nutzen.“ Der Gedanke der Inklusion steht

dabei stets im Vordergrund. „Es ist völlig egal,

„Die Leute dürfen alle

Geräte kostenlos nutzen.“

Luft-

Hoheit

wo man herkommt, ob man gutes oder gebrochenes

Deutsch spricht“, betont Vincent

Stampfer. „Jeder kann dabei sein“, betont auch

Robin Thunig. Nur eines ist tabu: „Hass oder

Respektlosigkeit sind hier nicht geduldet“, verdeutlicht

er. „Das Skaten gibt vielen Kids eine

Perspektive“, ist der 27-Jährige überzeugt. Und

Maximilian Erhardt ergänzt: „Alle Kinder und

Jugendlichen können den Skatepark nutzen.

Manche haben vielleicht gar nicht das Geld,

sich ein eigenes Skateboard zu kaufen. Bei uns

bekommen sie die Chance, trotzdem skaten zu

können.“ Dies ist auch die Motivation, die Maximilian

Erhardt antreibt: „Ich will, dass jeder die

Möglichkeit hat, diesen Sport zu betreiben und

etwas zu erleben – und dass Kinder, die es

Zuhause vielleicht nicht leicht haben, auf dem

Skatepark eine schöne Zeit verbringen können“,

betont der 24-Jährige.

Ein Vereinsheim – der große Traum

Die Stadt werde durch ein solches Angebot

auch attraktiver, ist sich Vincent Stampfer sicher.

„Es ist einfach schön, wenn man Kindern

ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, freut er

sich. „Wenn wir alle mitmachen, können wir viel

reißen“, fügt die 31-jährige Julia Maurer hinzu.

Ihr ist es auch ein Anliegen, als Multiplikator zu

dienen und andere für Themen zu begeistern,

die wichtig sind für den Zusammenhalt in der

Gesellschaft. Mit Blick in die Zukunft hat Vincent

Stampfer einen speziellen Wunsch: „Ein

Vereinsheim wäre cool“, sagt er und ergänzt

grinsend: „Man darf ja träumen“.


Maximilian Erhardt, Julia Maurer

und Vincent Stampfer (von links)

sind die Vorsitzenden des Vereins.

6


SKATEPARK

Der Verein

Im inklusiven Skatepark

kann man auch die

Perspektive eines

Rollstuhlfahrers

einnehmen.

INFO

Angele

Toranlagen

Ihr Fachbetrieb für Tore & Antriebe

– in Ihrer Nähe

Das ist geboten

16 BMX-Bikes und zehn Skateboards stellen

die Mitglieder des Vereins Skatepark Geislingen

allen interessierten Nutzern kostenlos zur Verfügung.

Darüber hinaus kann man weitere

Spiel- und Sportgeräte wie ein Federballspiel

oder Fußbälle ausleihen, ebenso Schutzausrüstung

wie Helme und Knieschoner. Auf der Anlage

beim TVA-Parkplatz in Altenstadt gibt es

auch mobile Skate-Rampen. Darüber hinaus

bieten die Verantwortlichen sechs Rollstühle

an, „um die Perspektive eines Rollstuhlfahrers

einnehmen zu können und so ein Bewusstsein

für Menschen mit Behinderung zu schaffen“,

sagt Julia Maurer.

Oppinger Grund 5

89191 Nellingen

0176/42509536

info@angele-tore.de

www.angele-tore.de

Do it yourself

Die Reparaturen an den Geräten erledigen die

Vereinsmitglieder selbst. Einige, wie zum Beispiel

Robin Thunig, fungieren auch als Trainer:

Sie greifen Nutzern, die zuvor noch nie auf

einem Skateboard standen, unter die Arme.

Ehrenamt

Dem Verein gehören 40 Mitglieder an. Etwa

20 Helfer sind bei den regelmäßig stattfinden

Workshops im Einsatz. „Der Skatepark ist auch

ein Treffpunkt der Helfer und Institutionen. Viele

sind nicht nur beim Skatepark ehrenamtlich

aktiv, sondern zum Beispiel auch beim Jugendgemeinderat

oder Maikäferhäusle“, sagt Julia

Maurer aus Bad Überkingen. Vorsitzende des

Vereins sind Julia Maurer sowie Maximilian

Erhardt und Vincent Stampfer aus Geislingen.

Spenden erwünscht

Weil der Verein auf Geld angewiesen ist, gibt es

auch die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft.

„Jede Unterstützung ist wertvoll für uns

– auch Sachspenden“, betont Julia Maurer.

Weitere Informationen, auch zu den Terminen

für die Workshops, gibt es im Internet auf:

www.skatepark-geislingen.de

Babys sind wie

Glühwürmchen:

Sie sprühen vor

Energie und sorgen

für leuchtende

Momente.

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Wir unterstützen Sie beim Start

in Ihr neues Familienglück.

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7


REZEPT

ZUTATEN

für 4 Personen

12 Stangen grüner Spargel

30 g Butter zum Braten

70 g Zwiebelwürfel

20 g Olivenöl

240 g Arborio- oder anderer

Risotto-Reis

120 ml Weißwein

900 ml Rinder- oder Gemüsebrühe

(auch Instant)

20 Fäden Safran

50 g Butter

30 g geriebener Parmesan

2 EL geschlagene Sahne

Salz, Pfeffer aus der Mühle

4 Scheiben Parmaschinken

etwas Parmesanscheiben

und frische Kräuter

zum Garnieren

Endlich ist wieder Spargelzeit

Lecker und gesund:

GZ-Küchenchef Walter Bauhofer

präsentiert ein Rezept

für Safran-Risotto mit

grünem Spargel.

Obwohl in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern der

weiße Spargel noch immer das Maß aller Dinge ist, erfreut sich

auch bei uns grüner Spargel immer größerer Beliebtheit, sagt GZ-

Küchenchef Walter Bauhofer. „Weil sein Anbau weniger aufwendig

ist, ist der grüne Spargel meist auch geringfügig günstiger im Handel.“

Denn im Unterschied zu weißem Spargel wächst er über der

Erde und bildet dort den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll –

„so erklärt sich auch die grüne Farbe“. Sein „vornehmer“ Verwandter

hingegen werde bis zur Ernte von Sonnenlicht ferngehalten

und dann mit speziellen Spargelstechern aus der Erde gestochen.

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BUNT UND VIELFÄLTIG

Überkinger Straße 51, Geislingen

Tel. 07331/63406, www.stroehle-blumen.de

Öffnungszeiten: Tägl. 8 – 18 Uhr, Sa. 8 – 13 Uhr

BLUMEN

Zubereitung:

• Den Spargel um die trockenen Endstücke kürzen. Dann die

letzten 3 Zentimeter des Spargels schälen. Die geschälten

Enden in feine Scheiben schneiden. Zusammen mit den verbliebenen

12 Stangen in 30 g Butter anbraten und beiseite stellen.

• Zwiebelwürfel in Olivenöl farblos anschwitzen. Reis zugeben

und ebenfalls anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen. Nun so viel

Brühe zugeben, dass der Reis gerade gut bedeckt ist.

• Safranfäden und angebratene Spargelscheiben zugeben.

Immer wieder nach und nach etwas Brühe zugeben, bis der

Reis bissfest gegart ist. Dieser Vorgang dauert etwa 20 bis

25 Minuten. Bei der Zubereitung laufend schwenken.

• Fertiges Risotto vom Herd nehmen und 50 g Butter, den geriebenen

Parmesan sowie die geschlagene Sahne unterrühren.

Eventuell etwas nachwürzen. Die geschlagene Sahne macht

das Risotto zusätzlich wunderbar cremig und locker.

• Spargel in Parmaschinken einrollen und nochmals kurz in der

Pfanne erhitzen.

• Risotto auf vorgewärmte Teller anrichten und Spargel-Schinken-Bündel

auflegen. Mit Parmesanscheiben und Kräutersträußchen

ausgarnieren.


8


HILTENBURG

„Wir lieben die Hiltenburg“

Christian Cleve aus Deggingen hat mit seinen Enkelkindern Sophia und Kimi Stahl

aus Kuchen die Hiltenburg als Modell aus Gips gebaut. | von Heike Siegemund

Die Idee kam dem fünfjährigen Kimi bei

einem der zahlreichen Ausflüge auf die

Hiltenburg oberhalb von Bad Ditzenbach: „Wir

könnten doch mal eine Burg bauen“, sagte der

Junge mit leuchtenden Augen zu seinem Opa.

Ihm schwebte eine „richtig große“ vor, in der

er selbst als Ritter in Aktion treten könnte.

„So eine große Burg können wir nicht bauen,

aber eine kleinere – das würde gehen“, sagte

Christian Cleve zu seinem Enkel.

Als leidenschaftlicher Modellbauer verfügt der

64-Jährige aus Deggingen über die entsprechenden

Fähigkeiten. So wurde die Idee des kleinen

Kimi in die Tat umgesetzt. Auch seine siebenjährige

Schwester Sophia, die bei den Wandertouren

mit den Großeltern auf Bad Ditzenbachs

Schlossberg ebenfalls regelmäßig mit von der

Partie ist, beteiligte sich am Modellbau und

war begeistert bei der Sache.

Weil Christian Cleves Sohn Timo als

Stuckateurmeister arbeitet, war gleich

klar, aus welchem Material die Burg

bestehen soll: aus Gips. Wie man diesen

anrührt, lernten Kimi und Sophia

schnell. Mit Hilfe von speziellen

Formen gossen sie Miniatur-Ziegelsteine, aus

denen die Burg später zusammengesetzt

wurde. Sophia half außerdem beim Bemalen

der Ziegelsteinchen mit Wasserfarben. „Den

beiden hat das richtig viel Spaß gemacht.

Es war toll“, sagt Christian Cleve.

Die Burganlage – es handelt sich bewusst

nicht um eine Ruine, sondern um eine

ganze, liebevoll gestaltete Burg mit vielen

Details – thront nun auf einer Holzkiste als

Sockel und ist im Wintergarten der Cleves

zu bestaunen. Das Modell ist 70 Zentimeter

lang, 60 Zentimeter breit und 50 Zen-

Burgleben


timeter hoch. „Den Grundriss habe ich im

Internet und im Degginger Heimatbuch nachgeschaut“,

erzählt Christian Cleve. „Die Maße

haben wir dann heruntergerechnet und in etwa

eingehalten.“

Aus Gips und Holz entstand eine Schicht nach

der anderen – zuerst das Plateau mit der Kernburg.

„Nach und nach haben wir dann die Mauern

dazu gebaut.“ Weil es keine Bilder und Unterlagen

gibt, die zeigen, wie die Hiltenburg

tatsächlich einmal ausgesehen hatte, ließen

Christian Cleve und seine Enkelkinder ihrer

Fantasie freien Lauf – wobei sie sich trotzdem

an die Fakten hielten, die überliefert sind. „Am

Anfang war es eine Burg“, sagt Christian Cleve.

„Später entstanden zwei Burgen: die Nordburg,

die die Wehrburg darstellte, und die Südburg.

Dazwischen befand sich ein Wehrgraben.“

Letzterer war genau dort, wo sich heute die

Grillstelle befindet.

Der 64-Jährige baute mit Kimi und Sophia die

Türme der beiden Burgen. Außerdem entstanden

Stallungen und Räumlichkeiten für die Beschäftigten

wie Bäcker und Schmied. Schließlich

erhielt die Burg einen Mauerring, also die

Wehranlage, auch Zwinger genannt. Die Landschaft

um die Burg wurde mit Moos, Rinde,

kleinen Steinchen und Sägemehl angelegt.

Mit Begeisterung halfen Sophia und Kimi

ihrem Opa Christian Cleve beim Bau der

Burganlage.

10


HILTENBURG

Dann ging es ans letzte Ausgestalten der Anlage:

Winzige Figuren hauchen dem Modell

Leben ein. Diese transportieren zum Beispiel in

kleinen Wagen Brennholz und Steine auf die

Burg, halten Wache oder kümmern sich um

die Tiere wie Schafe, Hunde, Pferde, Kühe und

Esel. Auf der Burg und rund herum herrscht geschäftiges

Treiben. Die Figuren sind nur bis zu

zwei Zentimeter groß; um sie bemalen und mit

winzigen Stoffstückchen ankleiden zu können,

arbeitete Christian Cleve auch mit einer Pinzette.

Auch an das Wappen der Helfensteiner

haben die Modellbauer gedacht und zwei davon

an der Burg angebracht.

Insgesamt waren die drei Modellbauer zweieinhalb

Monate mit dem Bau der Burg beschäftigt.

„Die Kinder waren jede Woche ein- bis zweimal

da. Dann haben wir jeweils zwei Stunden gearbeitet“,

erzählt Christian Cleve. „Die beiden lieben

die Hiltenburg. Wir waren oft vor Ort, um uns

alles anzuschauen und Materialien im Wald zu

sammeln.“ Sophia und Kimi jedenfalls sind ganz

begeistert von dem Projekt. Es war allerdings

auch eine Herausforderung für die beiden:

„Das Bemalen war schwierig, weil alles so klein

ist“, erzählt die siebenjährige Sophia.

Unterdessen hat der begeisterte Modellbauer

Christian Cleve schon ein nächstes Projekt im

Auge: Er will die Hiltenburg als Ruine nachbauen

– genauso wie sie jetzt aussieht. „Wenn die

Kinder Zeit und Lust haben, können sie gerne

mitmachen“, sagt er und ergänzt schmunzelnd:

„Ich glaube, sie haben Feuer gefangen für den

Modellbau“.


INFO

Christian Cleve hat auch Informationen

über die Hiltenburg („hochmittelalterliche

Gipfelburg auf dem 716,5 Meter hohen

Schlossberg“) zusammengetragen und diese

handschriftlich am Sockel des Modells

angebracht:

Wie ein Urlaubstag ...

BAD DITZENBACH, GOSBACH UND AUENDORF

• 1100: Entstehungszeit („Hiltiburck“), 120 m

lang und 40 m breit

• 1289: Sitz eines Amtmannes der Helfensteiner

1356: Nebenresidenz der älteren Helfenstein’schen

Linie

1396: Hauptwohnsitz der Grafen von Helfenstein,

Bauerweiterung

• 1441: Teilung der Burg und Umgestaltung

in „Hinteres und Vorderes Schloss“ als

Wohnsitz für drei gräfliche Familien. Erstellung

eines zweiten Mauerrings („Zwinger“)

mit massiven Vorbauten

• 1446 – 1482: Besitz des Grafen Ulrich von

Helfenstein/Verpfändung an Württemberg

• 1516: Zerstörung der Burg durch Niederbrennen

auf Befehl des Herzogs Ulrich von

Württemberg, welcher mit seinem Heer

durch das Obere Filstal nach Blaubeuren

zog

• Bis 1627 blieb die zerfallene Ruine im Besitz

der Grafen von Helfenstein. Auf einen

Wiederaufbau wurde aus Kostengründen

verzichtet

• Ab 1627 diente die Ruine als Steinbruch.

Ein Großteil des Quadermauerwerks wurde

zum Bau einer Sakristei des Chorherrenstifts

Wiesensteig und für den Neubau der

Pfarrkirche Deggingen verwendet

Naturerlebnis

Genuss

Bad Ditzenbach

HEILBAD AUF DER

SCHWÄBISCHEN ALB

Erholung

11


Schwäbische Fiesta

Es ist der pure Spaß am Musizieren, der die Faszination der Band „SojaB“

ausmacht: Bei den fünf Musikanten trifft Virtuosität auf Spielfreude,

die innerhalb von Sekunden aufs Publikum überspringt. | von Claudia Burst

Es ranken sich viele Mythen darum, was der Name

„SojaB“ bedeutet. Sind es die Anfangsbuchstaben der

Bandmitglieder? Dann stünde das O für Ottmar (Dörrer),

das J für Bandleader Juan Carlos (Zuniga Lara), das A für

Andreas (Kröner) und das B für Bodo Florian. Und das S?

Der fünfte Mann in der Band ist Gitarrist und Bassist Michael

Melz. „Das S steht für So called Heinz“, erklärt Ottmar Dörrer

mit breitem Grinsen. „Heinz“ wird Michael Melz von den

Band-Kumpels genannt.

Eine zweite Erklärung lautet „Solidarisch Ja-sagende Biertrinker“,

behauptet Dörrer. Es könnte schon sein: Während

einer Bandprobe im seinem Wohnzimmer stehen zwei

Sixpacks mit Pilsflaschen auf dem Tisch. Wobei lange nur

drei Flaschen davon tatsächlich geöffnet sind. Die Musik

ist deutlich wichtiger.

Sicher ist nur, dass sich Juan, Ottmar und

Bodo (unter Musikern duzt man sich, sagen

sie) schon seit Jahrzehnten kennen und

sich irgendwann Anfang der 2000er Jahre

gemeinsam mit anderen als „St.-Johannes-Band“

zusammenfanden, um Gottesdienste

musikalisch zu bereichern. Bei

Firmungen erweiterten sie ihr Repertoire

mit südamerikanischer Musik. Irgendwann

kam Heinz dazu – und der brachte Andi mit, sagt Juan. Der

musikalische Chilene schwärmt: „Es machte unheimlich Spaß,

den kirchlichen Liedern einen modernen Touch zu geben“.

Um zu erklären, was er meint, stimmt er auf der Gitarre

„Lobe den Herrn, meine Seele“ in der Version von „SojaB“

an. Die anderen sind sofort dabei – mit Bass, Percussions,

Gesang. Die getragene Kirchen-Hymne verwandelt sich in

leidenschaftlichen Lobpreis im Salsa-Rhythmus. Die Füße

tippen, die Hände klatschen. „Die Leute haben sich das

dann dauernd gewünscht“, erinnert sich Juan.

Die Proben

und Auftritte sind

immer witzig!


Es dauerte nicht lange, und „SojaB“ spielten auf Hochzeiten,

Geburtstagen und gaben (ab 2008 erstmals unter dem

Namen „SojaB“) Konzerte. Sie spielten hauptsächlich englische

Oldies und kombinierten diese mit dem chilenischmusikalischen

Feuer von Juan. „Bis unser Barde Ottmar

12

SojaB


SOJA B

Auch dieses Instrument, ein Double Shaker, kommt bei

den Proben und Auftritten von „SojaB“ zum Einsatz.

noch das Schwäbische einbrachte“, erinnert sich Heinz. Und Juan klagt

gespielt: „Die wussten zu jedem spanischen Lied eine schwäbische Übersetzung“.

Anfangs sei er skeptisch gewesen; doch inzwischen ist auch er

glücklich mit der ausgefallenen Vielfalt – etwa, wenn die Kollegen aus

„Vivir sin eire“ „vier Bier sen eire“ machten.

auf der Bühne immer so, sagt Heinz: „Wir spielen, was uns gefällt.

Und dann gefällt es auch dem Publikum“. „Ja, die Proben und Auftritte

sind immer witzig“, bestätigt Juan, der vor allem bei anspruchsvollen

und gefühlvollen Gesang-Parts den Andi vermisst, der bei dieser Probe

nicht dabei ist.

„So lassen sich auch die Übergänge zwischen den Genres kreieren“, führt

Ottmar aus und gibt als Beispiel Jefferson Airplanes „Give me a ticket for

an aeroplane“. Aus dessen letztem Liedvers wurde „gib mir en Schei für

den Flieger“. Danach ging es auf Schwäbisch weiter.

Auch dieses Mal schnappen sich die Bandmitglieder einfach ihre Instrumente

und legen los. Noten braucht keiner von ihnen. Mit Blickkontakt

erkennen sie ihren Einsatz für die Zweit- oder Dritt-Stimme.

Mit vollem Körpereinsatz und Konzentration holen sie die Akkorde aus

den Gitarren, erklimmen hohe Tonlagen oder grooven mit Bass und

Cajon. Man merkt es sichtlich: Sie haben einfach Spaß. Das ist auch

Die Musik haben alle im Blut. Juan hatte noch nie Gitarrenunterricht,

Ottmar, wie er sagt, nur widerwillig. „Wirklich gelernt habe ich es im

Miteinander mit den Kumpels“. Nur Heinz hatte „drei Jahre klassische

Gitarre“ – und das, nachdem er vorher mit Begeisterung Punk-Musik von

den „Sex Pistols“ in einer Band gecovert hatte. „Aber das hat mir echt

was gebracht“, fügt er hinzu.

„Heinz ist der begabteste Gitarrist, den ich kenne“, lobt Juan. Und

schnell wird deutlich, dass es nicht nur der Spaß an der Musik ist, der

die Auftritte der Band „SojaB“ zu etwas Besonderem macht – sondern

die Freundschaft unter Männern, die einander nicht nur frotzeln,

sondern respektieren.


13


Die blaue Biene flitzt

durchs Täle

Kai Semilla aus Bad Ditzenbach bringt mit seiner Ape 50 die Grünabfälle zur Deponie und

sorgt dabei für Entzücken auf der Fahrt und am Ziel. Kaufangebote lehnt er konsequent ab.

| von Patricia Jeanette Moser

In Italien gehören sie zum Alltagsbild: Die

Kleintransporter mit drei Rädern, eines vorne

und zwei hinten. In Bad Ditzenbach und Umgebung

kann es zeitweise zur Begegnung mit der

stahlblauen Ape 50 und ihrem Besitzer Kai Semilia

kommen. Die Ape 50 ist das erste Modell der

Ape-Baureihe, das zur Kategorie der Kleinkrafträder

gehört und das bereits ab 14 Jahren mit

der Führerscheinklasse AM, mit dem Roller- oder

Mopedführerschein, gefahren werden kann.

In mehreren Ausführungen gibt es den Kleintransporter:

mit fester Ladefläche, als Kastenwagen

und Cross. „Ich verbinde viele familiäre

Erinnerungen mit diesem für Italien so typischen

Fahrzeug“, erzählt Kai Semilia, dessen

Nachname seine italienische Herkunft verrät.

„In Kindertagen konnte ich beim Ferienaufenthalt

bei meiner Oma in Sizilien beobachten, wie

Lebensmittellieferungen wie Fisch und Gemüse

vom Händler täglich nach Hause geliefert

wurden – in der Ape“, erinnert er sich gerne.

Sein Onkel in Palermo (Sizilien) verkaufte täglich

mit seiner Ape Käse. Auch in Nord-Italien,

wo Kai Semilias Cousine lebt, gehört die Ape

(übersetzt „Biene“) zum Alltagsgeschehen und

begegnet einem überall – inklusive des markanten

und typischen „Sounds“.

Der Wunsch nach dem Besitz einer Ape reifte bei

Kai Semilia eher im Stillen. Im Jahr 2010 wurde

das Eigenheim in Bad Ditzenbach gebaut. Ein

Jahr später war der Garten fertig. Die Grünabfälle

mit einer Ape abzutransportieren, schien Kai

Semilia dann vorstellbar und sinnvoll. Im Jahr

2012 war es soweit – und Kai Semilia begab

sich auf die Suche nach einer Ape 50. Dabei ging

er strategisch geschickt vor: Er durchforstete

den italienischen Markt über das Internet-Verkaufsportal

„Subito“. Gezielt suchte er in der

Region, in der seine Cousine lebt: in Venetien.

Das in Frage kommende „Objekt seiner Begierde“

wurde von der Verwandtschaft in Augenschein

genommen und für gut befunden.

Kai Semilia fuhr daraufhin mit der ganzen Familie

nach Vincenza und nahm die Ape 50 unter

die Lupe. Ein Fotobuch dokumentiert das Kennenlernen.

„Der Verkäufer hatte noch viele weitere

Ape und sogar einen Ferrari in der Garage“,

erinnert sich der Bad Ditzenbacher. Auf einen

mitgebrachten VW-Bus mit Ladepritsche wurde

die Ape 50 geladen und so nach Deutschland

transportiert. Der größere VW-Transporter aus

Deutschland und die kleine Ape wirken auf den

Bildern fast wie ein „Mutter-Kind-Transport“ in

Kfz-Form. „Wir hätten zwei Ape auf die Ladeflä-

14


HEILIGS BLECHLE

che bringen können. Heute reut es mich, dass ich nicht noch

eine zweite mitgenommen habe“, verrät Kai Semilia schmunzelnd.

Denn in Deutschland erreichen ihn immer wieder

Kaufangebote. „Jedes Mal, wenn ich auf den Grünabfallplatz

komme, könnte ich meine Ape verkaufen – aber ich gebe sie

nicht her“, betont er augenzwinkernd.

Platzsparend wurde das kleine Gefährt zunächst in der Familien-Doppelgarage

geparkt. Mittlerweile hat die Ape 50 ihr

eigenes Domizil bezogen und residiert in einer schmucken

Gartenhütte. „Meine Ape 50 ist eigentlich nichts Besonderes

und ich musste so gut wie nichts investieren“, sagt Semilia.

Die relativ simple Technik verlangt keinen „Schrauber-Einsatz“

oder allzu große Fachkenntnisse. Bevor das italienische

Gefährt auf deutschem Boden fahren durfte, mussten

allerdings die Papiere in eine deutsche Form gebracht werden.

Ein Besuch beim TÜV war notwendig. Ein Tachometer

musste angeschafft und eingebaut werden. Danach stand

dem Einsatz der stahlblauen Ape 50 im deutschen Straßenverkehr

nichts mehr im Weg.

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Der kleine Transporter, Baujahr 1988, ist wie ein Mofa zu behandeln

und benötigt wegen des Versicherungsschutzes nur

einmal im Jahr eine neue Plakette. In der Fahrerkabine hätten

Kai Semilias Frau Manuela und eines der beiden Kinder gut

Platz. In der Ape 50 ist jedoch nur eine Person zugelassen.

Kein Wunder, dass Ausflugsfahrten mit dem Familienwagen

unternommen werden. „Für längere Fahrten zum Spaß hätte

ich nicht die Geduld“, erklärt Kai Semilia schmunzelnd.

Eine Öl-Benzinmischung mischt er sich im Kanister selbst

an. Als kleinste Ape ist die Ape 50 mit einem drehschiebergesteuerten

50-Kubik-Einzylinder-Zweitaktmotor ausgestattet,

der eine Fahrleistung von 1,5 PS garantiert. Gekuppelt

wird mit einem Hebel links am Lenker. Geschaltet wird

durch Drehen des linken Griffs. Mit einem Hebel im Fußraum

lässt sich der Rückwärtsgang einlegen. Das Vorgelegegetriebe

ermöglicht, dass auch rückwärts alle vier Gänge

genutzt werden können. Die Ape 50 kann gut 200 Kilogramm

Nutzlast transportieren, inklusive dem Gewicht des Fahrers.

Die Trommelbremsen an den Hinterrädern werden mit

einem Pedal rechts im Fußraum ohne Bremskraftverstärker

hydraulisch betätigt. Die Trommelbremse am Vorderrad wird mit einem

Hebel rechts am Lenker über einen Seilzug betätigt.

Die Ladefläche mit einfachem Pritschenaufbau und Stahlbordwänden

misst etwa 1,2 auf 1,2 Meter, informiert Kai Semilia, der diesen Bereich in

unterschiedlicher Weise schon genutzt hat. Seine Ape wurde in der

Adventszeit übrigens auch schon mehrfach für den Bad Ditzenbacher

Weihnachtsmarkt zu einem Weihnachtsmarktstand umfunktioniert. An

Silvester kam es schon vor, dass sie zur Bar ausgestaltet wurde. Und

auch zur Fasnet kam die Ape 50 von Kai Semilia bereits zum Einsatz.

Das Schöne an dem Gefährt sei, dass es zu Familienzwecken vielfach

einsetzbar ist und dabei viel Freude im Alltag macht, sagt der Bad

Ditzenbacher. Nicht umsonst trägt sie den Namen „Alessio“, den Namen

seines Sohnes – das verrät auch ein Aufkleber an der Frontscheibe. Mittlerweile

sind die Ape und ihr Fahrer gut bekannt im Täle. Und auch andere scheinen

die Vorzüge des Gefährts für sich entdeckt zu haben, weiß Kai Semilia:

„Mittlerweile sieht man auch einige weitere Ape auf unseren Straßen“. ■

Mit einem VW-Bus wurde die Ape 50 vom italienischen Vincenza

nach Deutschland transportiert (links). Dort kam sie auch zur Fasnet

zum Einsatz.

15


Im Hasental lebt

eine Kreuzotter

Vipera

berus

In Wiesensteig wurde ein Kreuzotterhabitat eingerichtet.

Dieses soll das Leben und Wirken sowie den Schutzanspruch

dieses Tieres ins Bewusstsein rücken.

| von Sabine Graser-Kühnle

An warmen Sommertagen mag man einen Blick auf das schwarzgefärbte Tier

ergattern. Dann scheint es, als räkele es sich wohlig im wärmenden Sonnenlicht.

Und ist der Körper gut aufgewärmt, geht es auf Beutetour. Die Rede ist von der

Kreuzotter. Vor rund 100 Jahren war die Population von Kreuzottern in Deutschland

so ausgeprägt, dass sie gar gejagt worden ist. Das reduzierte die Tierart deutlich.

Dass die Kreuzotter mittlerweile zu den geschützten Tierarten zählt, ist insbesondere

dem Umstand geschuldet, dass der Mensch sein Lebensumfeld immer weiter ausdehnt

und dass mit der zunehmenden Urbanisierung der Kreuzotter ihr Lebensraum

genommen wird.

So auch in Wiesensteig im Hasental, wo die Kreuzotter einst ein gutes Leben hatte.

Als dann das Areal regelmäßig beweidet wurde, fühlten sich die Tiere gestört, zogen

sich weit zurück. Doch seit einigen Jahren mehren sich in Wiesensteig Berichte, eine

Kreuzotter sei gesichtet worden. Meist wurde ein eher dunkles Tier mit kaum sichtbarem

Zackenmuster beschrieben. Teilweise fotografierten die Leute das Tier auch.

Vielfach konnte die Schlange dann als eine harmlose Schlingnatter identifiziert werden,

erklärt Maximilian Groh von der Naturschutzbehörde des Landratsamts. Die

jüngsten Sichtungen belegten jedoch, dass es sich tatsächlich um eine Kreuzotter

handelt. Die Beschreibung legt nahe, dass immer ein und dasselbe Exemplar einer

schwarzen Kreuzotter gesehen wurde. Denn das Aussehen einer Kreuzotter ist vielfältig,

reicht von hell- bis rötlichbraun, grau bis eben zur beschriebenen, nahezu unifarbenen

schwarzen Grundfärbung.

Ein Kreuzotterhabitat zum Schutz des Tieres

Anders als in Wiesensteig, fühlen sich im benachbarten Schopflocher Moor (Kreis

Esslingen) dagegen mehrere Kreuzottern wohl. Der Landschaftserhaltungsverband

(LEV) hat nun zusammen mit der Naturschutzbehörde des Göppinger Landratsamts

ein Schutzgebiet, ein Kreuzotterhabitat, in Wiesensteig eingerichtet. Das ist nötig, weil

der Bewegungsradius der Kreuzotter stark von Menschen frequentiert ist, die ihre

Freizeitaktivitäten dort ausleben. Dieses Habitat soll das Leben und Wirken sowie

den Schutzanspruch dieses Tieres ins Bewusstsein rücken – ohne dass nun jeder

Spaziergänger, Wanderer oder Radler aktiv Ausschau nach der Kreuzotter hält und ihr

Leben erneut stört. Wichtigstes Instrument eines Habitats sind Rückzugsmöglichkeiten

und vor allem Orte, an denen die Schlange den Winter überleben kann, erklärt


KREUZOTTER

Alexander Koch vom LEV. Diese wurden mittels aufgeschichteter,

frostsicherer Holzstapel geschaffen und ersetzen

alte Stapel, die mittlerweile kompostieren und daher

nicht mehr von einer Schlange aufgesucht werden. Zusammen

mit kleinen Ästen und Laub bieten die Zwischenräume

den notwendigen Schutzraum. Zugleich nisten sich dort

Eidechsen ein, ein Leckerbissen für die Kreuzotter. Im Auftrag

der Behörde werden in einer Studie Nachweise für die

Existenz der Kreuzotter und ihren Bewegungsradius im

Oberen Filstal festgehalten. Das bedarf regelmäßiger Gänge

durch das Jagdgebiet der Kreuzotter.

Alexander Koch hat bei seinen Besuchen in Wiesensteig die

Kreuzotter noch nie gesehen, gesteht er. Weil für diese Kontrollgänge

nur ein begrenztes Zeit- und Kostenbudget zur

Verfügung stehen, ist besagte Studie Groh zufolge nur als

eine Momentaufnahme zu sehen. Maximilian Groh bezeichnet

das Kreuzotterhabitat in Wiesensteig als „Spagat“ zwischen

Erholung und Schutz sowie Bewirtschaftung – liegt

es doch mitten in einem touristisch erschlossenen Erholungs-

und Freizeitraum. Wanderer, Spaziergänger und Radler

werden angelockt vom Filsursprung, von den Löwensteinpfaden

und Mountainbiketrails. Obendrein sind das

Hasen- und Schöntal von Schafen beweidet und teilweise

landwirtschaftlich bewirtschaftet. „Dies geschieht aus Rücksicht

auf die Kreuzotter mit Fingerspitzengefühl“, wie Alexander

Koch betont. Trotzdem könne dort noch weit mehr

zum Schutz der Kreuzotter geschehen. Groh verweist hier

auf eine Weidennachpflege, abgestimmt auf die Schlange,

Trotzdem ist jedem bei einer Begegnung geraten, das Tier

weder zu reizen (insbesondere wenn freilaufende Hunde

die Schlange aufstöbern, fühlt sie sich bedroht) oder sie gar

anzufassen, sagt Groh. Mit ihrem Gift tötet die Kreuzotter

auch ihre Beutetiere. Zu ihrem bevorzugten Speiseplan

gehören Mäuse, Frösche und Eidechsen.

Unterdessen haben Maximilian Groh und Alexander Koch

große Hoffnung, dass die eingeleiteten Schutzmaßnahmen

für die Wiesensteiger Kreuzotter einmal zu Nachwuchs und

damit zum Erhalt dieser Tierart im Oberen Filstal führen.

Und wer weiß – vielleicht zieht es ja tatsächlich eine Schopflocher

Schlange auf der Suche nach einem geeigneten

Paarungstier nach Wiesensteig.


Rückzugsmöglichkeiten für die Kreuzotter sind

wichtige Instrumente eines Habitats, betonen

Alexander Koch (links) und Maximilian Groh.

Bitte Rücksicht nehmen

rund um die Papiermühle

sowie auf weitere kleinere Holzstapel am Waldrand, etwa

aus dem Kronenmaterial gefällter Bäume – eine Aufgabe,

die dem Förster übertragen wird. Außerdem nennt Groh die

Schlehen im Hasental, unter derem dichten einsetzenden

Bewuchs die Kreuzotter Rückzugsorte fände, würden sie

denn auf Stock gesetzt werden. Und nicht zuletzt müssten

die Übergänge zwischen Wald und Heide fließender sein, ergänzt

er. Darauf werde mittlerweile schon besser geachtet.

Ihr Biss ist nicht zu unterschätzen

Um alles umsetzen zu können, fehlt jedoch einerseits das

Geld; zum anderen müssten die Privatleute mit ins Boot

geholt werden. Insbesondere die hohe Besucherzahl im

Hasental stört die Kreuzotter. Doch darauf habe man wenig

Einfluss, sagt Groh. Der Appell an alle Besucher lautet daher

klar: bitte Rücksicht nehmen rund um die Papiermühle – und

vor allem Hunde an die Leine nehmen. Auch aus einem anderen

Grund ist das zu empfehlen: Die Kreuzotter gehört zur

Giftschlangenart der Vipern, ihr lateinischer Name lautet

daher „Vipera berus“. Obwohl sie mit 50 bis maximal 90 Zentimetern

zu den kleinen Schlangen zählt, ist ihr Biss nicht

zu unterschätzen. Zwar ist er meist nicht tödlich. Trotzdem

kann es bei Kindern oder alten und vorbelasteten Menschen

angesichts des Nervengifts zu Atemnot, Herzbeschwerden

und starken Schmerzen führen. Rasch herbeigeholte Hilfe

ist in diesem Fall rettend. Es gibt zwar ein gutes Gegengift.

INFO

Finanzierung

Finanziert wird das

Wiesensteiger Kreuzotterhabitat

mit zweckgebundenen

Mitteln aus der

Stiftung Naturschutzfonds

und der Unteren Naturschutzbehörde.

HEIZUNGSBAU

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Tel. 0 73 34 / 85 94

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17


TANZEN

„Wer tanzt, ist fit“

Carola Loibl aus Geislingen tanzt leidenschaftlich

gerne. Mit ihrem Tanzpartner nahm sie

bereits erfolgreich an mehreren Turnieren teil,

unter anderem an der Weltmeisterschaft 2021

in Sardinien. | von Heike Siegemund

Im Alter von 25 Jahren hat sie das Tanzfieber gepackt: Damals verfolgte

Carola Loibl ein Training in Pforzheim – und die Liebe fürs Tanzen

flammte auf. So kam es, dass sie mit ihrem damaligen Mann den Tanzsport

als Hobby für sich entdeckte und erfolgreich an mehreren Turnieren

teilnahm. Nach einigen Jahren Turnierpause (das Tanzen selbst hat

sie in dieser Zeit trotzdem nie aufgegeben und auch als Co-Trainerin ausgeholfen)

startet die heute 55-Jährige aus Geislingen seit Januar vergangenen

Jahres wieder voll durch: Mit ihrem neuen Tanzpartner Alfred

Leschke aus Ulm tritt sie für die Tanzsportabteilung des SSV Ulm bei

unterschiedlichen Turnieren an – und die bisherigen Ergebnisse des

Tanzpaares können sich sehen lassen.

So war das erste Turnier, an dem Carola Loibl nach mehrjähriger Pause

teilnahm, gleich die Landesmeisterschaft des Tanzsportbundes Baden-

Württemberg in Heidelberg im September 2021: Carola Loibl und Alfred

Leschke schafften es hier in der Klasse Senioren III S (der höchsten

Starterklasse Deutschlands) auf Anhieb ins Semifinale und erreichten

den zehnten Platz von 30 angetretenen Paaren. „Damit haben wir alle

enorm überrascht. Das hätte keiner erwartet“, freut sich die Geislingerin

noch heute, die in der Fußgängerzone ein Juweliergeschäft betreibt und

Vorsitzende der Sparte Handel der „Geislinger Sterne“ ist. Trotz großer

Nervosität, „weil die eigene Leistungsfähigkeit und Qualität noch nicht

Auf der Suche nach einem neuen Hobby?

Wir sind Dein Partner in Sachen Tanzen!

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18


ei Turnierwettkämpfen verglichen werden konnten“, habe man als neu

zusammengestelltes Tanzpaar einen sicheren Auftritt hingelegt und

damit auch die eigenen Erwartungen weit übertroffen. „Wir sind als Paar

von Null auf den zehnten Platz gekommen. Das treibt einen an.“

Die Leidenschaft fürs Tanzen

Wer sich mit Carola Loibl über den Tanzsport unterhält, merkt sofort: Sie

brennt für ihr Hobby. Sie spricht vom „Vertanzen“ der Musik, vom absoluten

Abschalten und davon, dass beim Tanzen jeglicher Stress von ihr

abfalle. „Das Tanzen gibt ein gutes Körpergefühl. Man ist fit und fühlt sich

total wohl“, schwärmt sie. Die Kombination mit der Musik hat es ihr angetan.

„Ich bin auch musikalisch und habe zehn Jahre lang Akkordeon und

Klavier gespielt.“ Beim Tanzen werde auch das Gleichgewicht trainiert.

Die Kombination aus Bewegung und Konzentration

beuge außerdem Demenz vor; dies sei wissenschaftlich

erwiesen. „Wer tanzt, ist fit“, bringt es die Geislingerin

auf den Punkt. Ihren jetzigen Tanzpartner hat

Carola Loibl über den gemeinsamen Trainer Mantas

Bruder, Inhaber des Geislinger Tanzstudios „BruSh“,

kennengelernt. „Er hatte mir gesagt, dass er einen

Tanzpartner für mich hätte, und gefragt, ob er einen

Probetermin vereinbaren soll“, erzählt die 55-Jährige.

„Zuerst war ich skeptisch“, gesteht sie. Doch schnell stellte sich heraus,

dass Carola Loibl und Alfred Leschke von der Größe und Musikalität her

wunderbar miteinander harmonieren.

Tanzen gibt

ein gutes

Körpergefühl

Training drei- bis viermal pro Woche

Doch bevor die beiden zum ersten Mal als Tanzpaar an einem Turnier

teilnehmen konnten, stand harte Arbeit bevor: „Wir mussten beide neue

Programme lernen. Den Turniertanz musste ich mir wieder aneignen. Das

war eine große Herausforderung“, blickt die Geislingerin zurück. Neue Choreografien

in allen fünf Standardtänzen Langsamer Walzer, Tango, Wiener

Walzer, Slow Foxtrott und Quickstep mussten „unter coronabedingten Widrigkeiten“,

wie Carola Loibl sagt, erlernt werden. Als die Verordnungen des

Landes Sporttraining in Hallen im Sommer 2021 wieder zuließen, stand

drei- bis viermal pro Woche Trainieren auf dem Programm; hinzu kamen

wöchentliche Einzeltrainingsstunden. Die Arbeit zahlte sich aus: Neben der

erfolgreichen Teilnahme an der Landesmeisterschaft nahmen Loibl und

Leschke an ihrem ersten gemeinsamen großen Turnier teil – dem Deutschland-Pokal

des Deutschen Tanzsportverbands im September 2021. Hier

erreichten sie Platz 52 von 91 angetretenen Paaren. „Wir waren zwar nicht

ganz so locker, weil es ein besonderes Turnier war und wir Druck hatten.

Aber das Ergebnis war auch irre gut“, sagt Carola Loibl. „Durch das enorm

große Starterfeld und die ungewöhnlich hohe Zahl an Paaren, die jeweils

gleichzeitig in einer Runde antraten, war es eine große Herausforderung,

die Fläche, mittanzenden Paare und eigene Choreografie einzuschätzen

und wirkungsvoll zu präsentieren.“

Frankfurt/Main – Dresden – Italien

Die beiden nahmen darüber hinaus im Oktober an den „Mainhatten Dance

Days“ in Frankfurt/Main teil, bei denen sie es ins Finale schafften, sowie

am internationalen Tanzsportturnier „Saxonian Dance Days“ in Dresden

im November. Ein ganz besonderes Erlebnis war die

Teilnahme an der Weltmeisterschaft in der Klasse

Senioren III im italienischen Cagliari im Oktober.

132 Paare aus zwölf Nationen waren bei diesem

Turnier angetreten. „Es waren etwa 90 Paare aus

Italien und zirka 15 aus Deutschland. Die anderen

kamen aus dem restlichen Europa und den USA“,

erzählt Carola Loibl. Es sei ein „Wahnsinns-Erlebnis“

gewesen und ein „Traumwettkampf für jeden ehrgeizigen

Sportler“, schwärmt sie. „Es waren 13 Paare gleichzeitig auf der

Fläche. Man musste sich ausweichen, es ging mit hohem Tempo zur

Sache.“ Disziplin sei in noch höherem Maße notwendig gewesen. Mit der

eigenen Leistung – Lobil und Leschke erreichten Platz 100 – waren die

beiden „hochzufrieden“. Stolz, mit großer Freude und neuen Erfahrungen

im Gepäck kehrten sie nach Deutschland zurück. „Auch in diesem Jahr

wollen wir gerne an großen Turnieren in Italien teilnehmen“, sagt Carola

Loibl. Vorausgesetzt, die Corona-Pandemie lässt dies zu. „Italien ist sehr

rege, was Turniere anbelangt. Dort ist die Begeisterung für den Tanzsport

größer als in Deutschland“, sagt sie.


Unterdessen trainiert sie auch weiterhin wöchentlich drei- bis viermal

jeweils zweieinhalb Stunden lang, um in Form zu bleiben. Weil die Trainingseinheiten

abends stattfinden, kommt sie an diesen Tagen „nie vor

halbzwölf heim“. Dies erfordere freilich Disziplin; „das muss man schon

wollen“. Carola Loibl will – und man darf gespannt sein, welche Erfolge

sie und ihr Tanzpartner in Zukunft einfahren werden.


Die neuesten

Frühlingstrends

sind da!

19


LUPINENKAFFEE

ALBlupino

Von Natur aus koffeinfrei

Einfach mal was anderes anbauen – das war der Gedanke von Manuel Ziller

aus Böhmenkirch. Der Nebenerwerbslandwirt entschied sich für Lupinen und

bietet aus deren Samen alternativen Kaffee an. | von Claudia Burst

Es duftet nach einer Mischung aus gebrannten Mandeln

und Popcorn, wenn der Böhmenkircher Manuel Ziller

Lupinensamen röstet. 25 Minuten lang wirbeln jeweils

1,7 Kilogramm Samen in der 200 Grad heißen Trommel

eines Ladenrösters, bevor sie die gewünschte Bräunung

erhalten. Im Gegensatz zu industriellen Kaffeeröstereien,

bei denen das Rösten zwischen einer Minute und zwei Minuten

bei viel höherer Hitze dauert, ist das eine lange Zeit. Aber

auf diese Art entfalten sich die Aromen am besten, ist der

32-Jährige überzeugt.

Riecht wie echter

Bohnenkaffee und

schmeckt auch so


„Der genaue Röstgrad ist Gefühlssache“, hat er bereits festgestellt.

„Die letzte Minute ist entscheidend für die Qualität.

Da muss man konzentriert bei der Sache sein“, ergänzt er.

Das bedeutet, dass er in diesen Minuten das Sichtglas in der

Rösttrommel nicht aus den Augen lässt und die Bräunung

der Samen und damit den Röstgrad immer wieder mit dem

„Probenzieher“ kontrolliert.

Manuel Ziller ist Anfang September vergangenen Jahres

unter die Kaffeeröster gegangen: Er stellt Lupinenkaffee her.

Im fertiggerösteten Zustand riecht sein „ALBlupino“, wie er

ihn nennt, wie echter Bohnenkaffee – und er schmeckt auch

so. Bloß weniger bitter. „Und er ist von Natur aus koffeinfrei“,

sagt Manuel Ziller zufrieden. Seine Frau Alina ergänzt:

„Bis jetzt hat noch keiner unserer Gäste den Unterschied

gemerkt, der es nicht wusste“.

Die Nische auf dem elterlichen Hof

Eigentlich ist Manuel Ziller Industriemeister bei der Firma

„Emag Laser Tec“ in Heubach. Nebenher erledigt er auf dem

elterlichen Hof „alles, was mit Ackerbau zu tun hat. Ich bin

da reingewachsen. Es macht mir Spaß und hat mich immer

interessiert“, betont er. 2019 beendeten seine Eltern die Tierhaltung.

„Da habe ich nach was Neuem gesucht, nach einer

Nische.“ Weil auch konventionelle Landwirte immer ökologischer

denken, hatte er in Fachzeitschriften bereits über

den Anbau von Lupinen gelesen; jedoch im Zusammenhang,

sie als umweltfreundlichen Gründünger oder Soja-Ersatz

als Tierfutter zu verwenden. „Dass jemand daraus Kaffee

macht, gibt es zwar auch schon – aber sehr selten.“

Ein Feld voller weißer Blüten

Dass Manuel Ziller seinen anfangs noch unkonkreten Gedanken

an Lupinen für Kaffee tatsächlich in die Tat umsetzte,

war dann der Corona-Pandemie und der daraus für ihn

resultierenden Kurzarbeit im Jahr 2020 zu verdanken.

Obwohl es bereits März war und er das infrage kommende

Feld eigentlich zum Anbau von Braugerste verplant hatte,

fing er an, im Internet Saatgut bei Landhändlern in ganz

Deutschland zu suchen. In Ostdeutschland wurde er fündig,

20


Während Manuel Ziller seinen selbst gerösteten

Lupinenkaffee genießt, füllt Alina Ziller den

frisch gerösteten Kaffee in luftdichte Behältnisse.

Die Collage oben rechts zeigt den Weg von

der Pflanze zur gerösteten „Bohne“ .

kaufte 500 Kilogramm Süßlupinen-Saat (190 Kilo pro Hektar)

und säte die Samen Mitte April auf dem Braugerste-

Feld aus. Im Juni freute er sich über ein Feld voller weißer

Blüten. Mitte August fuhr er mehr als fünf Tonnen Ertrag ein

(2,2 Tonnen pro Hektar).

Eine Rösterei muss her

Erst dann fing er an, nach einer Rösterei zu suchen, um die

Lupinensamen rösten zu lassen. Weil die Röstereien jedoch

befürchteten, dass ihre Trommeln den Fremdgeschmack

annehmen, erhielt Manuel Ziller nur Absagen. Also machte

er sich auf die Suche nach einem eigenen Röster und erstand

einen solchen im Mai 2021. „Wir mussten lange experimentieren,

probetrinken und andere probetrinken lassen,

bis wir genau die richtige Hitze-Einstellung und Röstzeit herausgefunden

hatten“, erzählt Manuel Ziller. Die Reaktionen

seien durchweg positiv gewesen, selbst ganz am Anfang

schon, als er noch im Backofen mit dem Rösten experimentierte.

„Keiner von uns hatte wirklich damit gerechnet, dass

der Lupinenkaffee so sehr nach echtem Bohnenkaffee

schmeckt.“

BAUBERATUNG

Der offizielle Start

Am 1. Juni vergangenen Jahres meldete der junge Mann

dann ein Gewerbe unter dem Namen „Alb-Hülsenfrüchte

Manufaktur Ziller“ an, designte gemeinsam mit seiner Frau

Alina die Kaffeepackungen und erstellte eine Homepage

(siehe Info). Erst anschließend machte er sich auf die Suche

nach Verkaufsstellen. „Ich wollte etwas Fertiges anbieten“,

begründet er die Reihenfolge. Alle der sechs Hofläden und

Verkaufsstellen, die er als erstes anfragte, nahmen seinen

Kaffee sofort in ihr Sortiment auf.

Zuhause trinken Manuel Ziller und seine Frau inzwischen

nur noch Lupinen-Kaffee, „weil er viel besser schmeckt“,

begründet Alina Ziller. Ihr Mann ergänzt: „Weil er keine

Kaffeesäure hat und bekömmlicher und koffeinfrei ist, ist er

ein Super-Ersatzprodukt für alle, denen Koffein zusetzt“.

Dass der Kaffee als regionales Produkt keine Transportkosten

und entsprechende Umweltbeeinträchtigungen generiert,

zählt für das Paar ebenfalls zu den Vorteilen.

INFO

Die aktuellen Verkaufsstellen für den

„ALBlupino-Kaffee“ findet man im Internet

unter:

www.alb-lupino.de

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Kostenlos und ganz unverbindlich.

Telefonische Anmeldung erforderlich (0 73 33/83-183).

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Öffnungszeiten:

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Verkauf nur über den Fachhandel.

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21


Einkaufen direkt

auf dem Hof

Immer mehr Menschen schwören auf regionale Produkte.

Viele Landwirte in der Region reagieren auf diesen Trend und

richten einen Hofladen ein.

| von Heike Siegemund und Claudia Burst

Frische und regionale Lebensmittel boomen:

Der Trend, im Hofladen oder beim

Direktvermarkter einzukaufen, ist nach wie vor

ungebrochen. Die Corona-Krise hat sicherlich

ihren Teil dazu beigetragen, dass immer mehr

Menschen das kleine Lädle oder auch den Verkaufsautomaten

beim Landwirt und Erzeuger

für sich entdeckt und die Vorzüge schätzen gelernt

haben. Doch viele Kunden legen generell

großen Wert auf gesunde Nahrungsmittel. Sie

möchten wissen, wo die Produkte herkommen

und gleichzeitig beim Einkauf zum Umweltschutz

beitragen – schließlich haben die Waren

im Hofladen und beim Direktvermarkter

kurze Transportwege.

Der Hofladen der Familie Simon

Auch in der Region denken deshalb immer

mehr Landwirte um und haben einen Hofladen

eingerichtet, zum Beispiel die Familie Simon

aus Amstetten-Reutti. Diese hat sich im November

2020 dazu entschieden, einen kleinen

Laden zu eröffnen und darüber hinaus – gut

sichtbar am Haus und direkt an der Straße –

einen Verkaufsautomaten aufzustellen. Erhältlich

sind sowohl im Laden als auch am Automaten

unterschiedliche Sorten Dosenwurst,

Schweine- und Wildfleisch, geräucherte Produkte

sowie frische Eier aus Freilandhaltung.

„Wir haben einen landwirtschaftlichen Betrieb

und ein eigenes EU-zugelassenes Schlacht-

In „Simons Hoflädle“ in Reutti hilft die ganze Familie mit:

Margret, Johannes, Annkatrin und Jürgen Simon sind

begeistert bei der Sache.


HOFLÄDEN & DIREKTVERMARKTER

häusle“, sagt Jürgen Simon. Der 51-Jährige

hält auf seinem Hof 1400 Schweine, 130 Hühner

und 30 Hasen. Viele seiner Hausmacherspezialitäten

stellt der Metzgermeister selbst

her, zum Beispiel Wurst und Maultaschen. Die

Simons bieten auch einen Partyservice an und

beliefern ihre Kunden zum Beispiel mit gebratenen

panierten Schnitzeln oder warmen Braten

samt Soße.

eine Ausbildung zum Metzger macht, und

Tochter Annkatrin. Letztere kocht zum Beispiel

Marmelade, die ebenfalls im Laden verkauft

wird. Erhältlich sind übrigens auch Nudeln aus

Schalkstetten und Honig vom Nachbarn der

Familie Simon. Besonders gut kommen in

„Simons Holflädle“ Fleischsalat, Sulz, Maul-

taschen und Dosenwurst an. Aber auch

Besonderheiten wie Lammfleisch zum Osterfest

werden gut nachgefragt. Für viele Kunden

bietet der Hofladen auch die Möglichkeit, ein

kurzes „Schwätzle“ mit anderen zu halten und

unter Leute zu kommen, wie Margret Simon

erzählt. „Das ist wie früher im Dorfladen.“

„Der Bauer hat sich bisher immer nur auf das

Produzieren fokussiert und nicht an das Vermarkten

gedacht. Das muss er aber – sonst

gibt es keine Bauern mehr“, erklärt Jürgen

Simon, weshalb er und seine Frau das Hoflädle

eröffnet haben. Der Laden und der Automat

werden sehr gut angenommen, betonen Jürgen

und Margret Simon. „Durch den Automaten

konnten wir auch mehr junge Familien als

Kundschaft gewinnen. Sie haben zuerst die

Produkte im Verkaufsautomaten ausprobiert

und kommen seither auch in den Laden.“

Die ganze Familie ist

mit Feuereifer dabei

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RAUER IN TRAUER UND LEID IN UND LEID TRA

ch bin „Ich Ihre bin Hilfe Ihre „Ich Hilfe bi

in schwerer in schwerer Zeit.“ Zeit.“ in sch

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Die Familie Simon freut sich, dass ihre Kunden

zufrieden sind. „Wenn wir etwas Neues ausprobieren,

stößt das gleich auf großes Interesse“,

sagt Jürgen Simon.

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Die ganze Familie ist mit Feuereifer dabei und

hilft mit – auch Sohn Johannes, der derzeit

24h erreichbar: 24h erreichbar: 07331 - 98 07331 66 82 - 98 9 66 82 9

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Jürgen Simon hat zusätzlich zum

Hofladen einen Verkaufsautomaten

aufgestellt, der gut ankommt.

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23


HOFLÄDEN & DIREKTVERMARKTER

O‘zapft

is!

Die Milchtankstelle der Familie Steeb

Fast wie früher geht es auch an der Milchtankstelle

des landwirtschaftlichen Betriebs von

Eberhard und Michaela Steeb in Lonsee-

Ettlenschieß zu: Dort kann man direkt am Hof

frische Milch selbst zapfen, bei Bedarf auch

mitten in der Nacht. Oder – getreu dem bekannten

Werbeslogan der 1950er Jahre – immer

dann, wenn ein müder Mann munter werden

will. Seit August vergangenen Jahres steht der

Milch-Zapfautomat direkt hinter dem vorderen

Das Zapfen ist

unkompliziert

Eingang des Stalls, der sich etwa 200 Meter

nach dem Ortsende von Ettlenschieß in Richtung

Lonsee rechts der Straße befindet. Jeder,

der Wert auf lokale Waren, auf Nachhaltigkeit

und Müllvermeidung legt, bringt einfach seine

eigene Milchkanne mit. Für all diejenigen, die

sich erst im Vorbeifahren dazu entschließen,

frische naturbelassene Rohmilch mit nach

Hause zu bringen, gibt es als zusätzlichen Service

leere Glasflaschen für einen Euro.

Das Zapfen ist unkompliziert: Die Milchlieferung

beginnt, wenn man auf „An“ drückt

und stoppt, sobald der Käufer ausschaltet. Der

Liter kostet einen Euro. Wer die passende

Münze nicht dabei hat, erhält Wechselgeld.

Die Milchtankstelle wird täglich frisch von der

Familie Steeb aufgefüllt. Und hygienisch ist das

Ganze auch: Wie bei einem Kaffee-Automaten

spült das Gerät seine Leitungen nach der Benutzung

automatisch sauber.

„Wir füttern unsere Kühe mit Gras, Heu und

Mais von unseren eigenen Äckern sowie mit

eigenem Getreideschrot. Ab diesem Jahr werde

ich auch selbst angebaute Ackerbohnen

und -erbsen selber schroten, um Soja- und

Rapsschrot weglassen zu können“, sagt Eberhard

Steeb. Seine Landwirtschaft betreibt der

44-Jährige seit über 20 Jahren.

Um seinen Direktverkauf an der Hof-Stelle weiter

auszubauen, stellt er direkt neben die

Milchtankstelle inzwischen eigene Kartoffeln

im Ein-Kilo- und Zweieinhalb-Kilo-Sack zum

Verkauf sowie in einem weiteren Automaten

(in dem sich auch die Glasflaschen befinden)

seine selbst angebauten Linsen. „Wir planen,

einen Regiomaten zu kaufen. Dort passen auch

die Kartoffeln rein, weil er größer ist. So lässt

sich der Hof-Verkauf nach und nach ausweiten“,

erklärt Eberhard Steeb.

Auf dem Hof von Michaela und Eberhard Steeb in

Lonsee-Ettlenschieß können Interessierte selbst

frische Milch zapfen. Den Milchzapf-Automaten gibt

es seit August vergangenen Jahres.

24


Sie freuen sich auf ein gemeinsames Essen mit Familie

oder Freunden? Dann finden Sie bei uns das richtige

Stück Rindfleisch und die nötigen Beilagen. Entweder von

den eigenen Feldern oder von befreundeten Betrieben.

Wir freuen uns auf euch!

Familie Dauner

BIOHOF DAUNER

Sontbergen 8

89547 Gerstetten

Tel: 0 73 23 / 92 03 12

E-Mail: hallo@biohof-dauner.de

www.biohof-dauner.de

Jeden ersten Samstag im

Monat von 14 – 16 Uhr

Hofverkauf

und 24/7 am Automat

Hofverkauf: Leckeres Rindfleisch,

Käse, Mehl, u.v.m.

Automat: Frische Milch, Käse,

Wurst, Eier, u.v.m.

„Unsere Empfehlung für den

Frühling ist unser leckerer Bio-Joghurt

in verschiedenen Sorten.“

Simone & Oliver Straub

GAIRENHOF GBR

Gairenhof 1

73326 Deggingen

E-Mail: gairenhofgbr@web.de

Insta + FB: @gairenhofgbr

24/7 – Verkauf über den

Hofautomaten

Bio-Rohmilch DE-Öko-006 von unseren

eigenen Kühen. Von regionalen Partnern:

Saisonales Obst, Käse vom

Randecker Maar, Joghurtspezialitäten,

Wurst- und Grillfleisch, Eier, Honig,

Blumensträuße, u.v.m.

„Der Frühling wird bunt. Zu Ostern finden Sie

in unserem Hofladen bunt gefärbte Eier von

unseren glücklichen Hühnern. Zur Belohnung

nach der Eiersuche haben wir leckeren

Eierlikör im Angebot.“ Laura Alena Schmid

ROHRHOF

Weigoldsbergstr. 100

73337 Unterböhringen

E-Mail:

mail@rohrhof-unterboehringen.de

www.rohrhof-unterboehringen.de

SB-Hoflädle direkt am

Hof zwischen Hausen und

Unterböhringen und hat

24 Stunden geöffnet

Eier aus vollmobiler Freilandhaltung

von unserem Hühnermobil,

Eiernudeln, Eierlikör, Apfelsaft,

Birnensaft, Holunderblütensirup,

Konfitüren, Honig und Bienenprodukte

„Wir bieten 100% Natur. Unsere

Forellen wachsen in Naturteichen

mit reinem Quellwasser. Das Wild

stammt aus heimischen Wäldern.“

Peter Seibold

ESELECK FORELLEN

Buchstr. 12,

73347 Mühlhausen

Tel: 0 73 35 / 18 45 24

Mobil: 01 76 - 96 30 21 98

E-Mail: eseleck@web.de

Auf Vorbestellung

Forellen –

frisch und geräuchert

Frisches Wild –

auch küchenfertig zerlegt

„Wir schlachten unsere Rinder

stressfrei mittels Kugelschuss

auf der Weide!“ David Rothfuß

GALLOWAYS VOM REUSSENSTEIN

Hofgut Reußenstein

73349 Wiesensteig

Tel: 01 60 / 7 37 43 37

E-Mail: galloways-vomreussenstein@t-online.de

SB-Hofladen

24 Stunden geöffnet

Rindfleischpakete

4 oder 10kg

Rindfleisch vom Gallowayrind

(besondere Steakcuts, Grillwürste,

Burger Pattys, Dosenwurst,

Rauchpeitschen, Salami)

Mehl aus eigenem Anbau, Eier

„Unser Dinkelmehl wird aus der alten

Dinkelsorte „Oberkulmer Rotkorn“

hergestellt. Ur-Dinkel wird von

Allergikern besser vertragen“

Familie Straub

STRAUB MÜHLENLADEN

Schimmelmühle 1

73312 Geislingen

E-Mail: info@straub-muehle.de

www.straub-muehle.de

Mo. – Fr.: 8.30 – 17.30 Uhr

Sa.: 8.30 – 12.30 Uhr

Weizen-, Roggen- u. Dinkelmehle,

Backmischungen ohne Zusatzmittel,

Müslis, Flocken, Grieß,

Kerne, Saaten, Backzutaten,

Nudeln, Linsen, Reis, Gewürze,

Öle, Geschenkartikel

WEIN

DES MONATS

2019er

Cleebronner

Michaelsberg

Schwarzriesling

1 Ltr. 4.20 €

UWE HAAS

WEINHANDLUNG

Ledergasse 17, 73312 Geislingen

Telefon / Fax 07331/ 416 81

Unsere Kühe leben seit

September 2020 im neuen

Boxenlaufstall mit Weidegang.

Unsere leckere Bio-Rohmilch

und Joghurtspezialitäten von

unserer Molkerei sind in

unserem Verkaufshäuschen

24/7 – rund um die Uhr –

zusammen mit weiteren

Leckereien unserer

regionalen Partner erhältlich.

Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich

von unserem wechselnden Angebot inspirieren:

GAIRENHOF GBR

Gairenhof 1 – 73326 Deggingen

gairenhofgbr@web.de

@gairenhofgbr

Bio-Rohmilch DE-Öko-006 von unseren eigenen Kühen.

Saisonales Obst, Käse vom Randecker Maar, Joghurtspezialitäten, Wurstund

Grillfleisch, Eier, Honig, Blumensträuße und viele weitere Leckereien.

25


HOFLÄDEN & DIREKTVERMARKTER

Selbstbedienung auf Reußensteinhof

Auch David Rothfuß und seine Freundin Katrin

Fischer haben auf ihrem Hof – dem Hofgut

Reußenstein oberhalb von Wiesensteig – einen

Selbstbedienungs-Hofladen eingerichtet, der

rund um die Uhr geöffnet ist. Erhältlich ist hier

Rindfleisch vom Gallowayrind, zum Beispiel

100 Prozent

Verzicht auf

Kraftfutter

besondere Steakcuts wie T-Bone- und Porterhouse-Steak

oder auch Picanha-Steak, hierzulande

bekannt als Tafelspitz. Auch Fleisch zum

Smoken (David Rothfuß: „Das liegt ja auch im

Trend momentan“) sowie luftgetrockneter

Schinken, Grillwürste, Burger Pattys, Dosenwurst,

Rauchpeitschen und Salami sind auf

dem Reußensteinhof zu haben – ebenso Eier

und Gelbweizenmehl, wobei das Getreide aus

eigenem Anbau stammt.

Im Lädle von David Rothfuß und seiner Partnerin

finden die Kunden die Fleisch- und

Wurstwaren in einem Kühlschrank sowie einem

Tiefkühlschrank und einer Tiefkühltruhe. Die

Bezahlung läuft auf Vertrauensbasis: Eine kleine

Kasse steht auf einem Tisch bereit. „Das

funktioniert gut“, sagt Katrin Fischer. Die Kunden

seien alle ehrlich, sodass es noch nie zu

Problemen bei der Bezahlung gekommen sei.

80 Rinder, vor allem Galloway-Rinder, und

100 Hühner leben auf dem Hof nahe der Burgruine

Reußenstein. Die Rinder werden stressfrei

mittels Kugelschuss auf der Weide geschlachtet,

sagt David Rothfuß. „Die Tiere

haben keinen Transport-Stress. Die Schlachtung

erfolgt in gewohnter Umgebung“, betont

der 35-Jährige. Ein Metzger in Weilheim/Teck,

bei dem die Tiere dann 14 Tage im Kühlhaus

„abhängen“, schneidet das Fleisch haushaltsgerecht

zu und stellt auch die Wurst für den

Reußensteinhof her. David Rothfuß und Katrin

Fischer bieten neben den vakuumverpackten

Einzelstücken auch Zehn-Kilo- und Vier-Kilo-

Fleischpakete an. Die Zehn-Kilo-Variante ist auf

Bestellung erhältlich und enthält unter anderem

Bratenstücke, Rouladen, Gulasch, Hüftsteaks,

Hackfleisch, Rostbraten, Suppenfleisch

sowie Suppen- und Soßenknochen. Filets kann

man separat dazukaufen.

Den Hofladen auf dem Reußensteinhof gibt es

inzwischen seit vier Jahren. Für die Zukunft

planen David Rothfuß und Katrin Fischer, den

Hof auf Bio umzustellen und auch Dinkelund

Weizenmehl anzubieten. David Rothfuß

betont, dass derzeit für den Anbau des Gelbweizens

so gut wie keine Pflanzenschutzmittel

verwendet werden und dass die Gallowayrinder

keine Antibiotika und kein gentechnisch

verändertes Futter erhalten. Man lege Wert auf

eine reine Grasfütterung mit „100 Prozent

Verzicht auf Kraftfutter“ – getreu dem Slogan:

„Wir mästen nicht, wir ziehen groß“. ■

Natürlich

lecker

David Rothfuß und seine Partnerin Katrin Fischer halten auf dem Hofgut

Reußenstein 80 Rinder, vor allem Galloway-Rinder. Ihr zweieinhalb Jahre

alter Sohn Karl fühlt sich sichtlich wohl auf dem Hof.

26


HOFLÄDEN & DIREKTVERMARKTER

„Obst aus der Region wird zu unseren

Destillaten, Most sowie wohlschmeckenden

Säften verarbeitet“

Uwe Haas

WEINHANDLUNG UWE HAAS

Ledergasse 17

73312 Geislingen

Tel. 0 73 31 / 4 16 81

E-Mail:

weinhandlung.haas@t-online.de

Mo. – Fr. 8.00 – 12.30 Uhr

14.00 – 18.00 Uhr

Sa. 8.00 – 13.00 Uhr

Mittwoch nachmittag

geschlossen

Edelbrände/Liköre, Apfelsaft,

Apfelmost, Apfel-Birnen Most,

Oberösterreicher Weinbirnenmost,

Württembergische

Genossenschaftsweine

„Aus eigener Landwirtschaft werden

die Tiere auf dem Hof geschlachtet

und verarbeitet. Wir empfehlen

unsere Hausmacher Spezialiäten“

Familie Simon

SIMON‘S HOF-LÄDLE

Ortsstr. 21

73340 Amstetten-Reutti

Tel: 0 73 36 / 92 00 21

E-Mail:

simons.hof_laedle@gmx.de

Di. + Fr.: 16 – 18 Uhr

Sa.: 10 – 12 Uhr

und rund um die Uhr am

Verkaufsautomat vor Ort

Dosenwurst (versch. Sorten),

Schweine- und Wildfleisch,

Gerauchtes,

frische Eier aus Freiland-Haltung

„Probieren Sie den aus

unserer Milch hergestellten

leckeren Albkäse in verschiedenen

Schnittkäsevariationen.“

Familie Frey

MILCHVIEHBETRIEB FREY

Geislinger Weg 1

73345 Drackenstein

Tel: 07335 / 7281

E-Mail:

MilchviehbetriebG.Frey@gmx.de

www.milchviehbetriebfrey.de

24/7 mit Verkaufsautomat

direkt am Hof

Rind- und Ziegenfleisch auf Vorbestellung

bzw. Verfügbarkeit.

Wurstwaren, Rohmilch, Käse, Eier

aus Mobilstall, Honig, Kartoffeln,

Nudeln, Marmelade

„Der Frühjahrsschnitt an den Pflanzen

ist vollbracht, es kann Neues entstehen.

Schaut vorbei, entdeckt Leckeres,

Interessantes und Neues.“

Jutta Blumenröther

JUTTA‘S ALBOBST MANUFAKTUR

Marktstr. 34

89547 Gerstetten-Gussenstadt

Tel: 01 52 / 02 03 36 04

E-Mail: info@albobst.de

www.albobst.de

Fr.: 14 – 17 Uhr

in der Marktstr. 30

und sehr gerne auch

nach Absprache

Alles rund um die Aronia:

Direktsaft, Gelee, Konfitüre,

Sirup, Likör. Eigener Apfelsaft.

Alb-Leisa, Dinkelino und

Buchweizen vom Kornkreis

„Unsere Forellen sind immer köstlich

– ob Müllerin Art, Forelle blau oder

geraucht.“

Martin Seitz

OBERE ROGGENMÜHLE

Obere Roggenmühle 1

73312 Geislingen-Eybach

Tel: 0 73 31 / 6 19 45

E-Mail: roggenmuehle@gmx.de

www.obereroggenmuehle.de

Verkauf von 9 – 19 Uhr

(Mo. + Di. Ruhetag)

Forellen aus eigener Zucht –

frisch und geräuchert

Karl hilft tatkräftig

bei der Versorgung

der Rinder mit.

27


Spielwiese für

Rettungskräfte

Das frühere Bundeswehr-Materiallager im „Benzwang“ bei Amstetten

bietet ein optimales Umfeld zur Schulung von Feuerwehren und

anderen Rettungsorganisationen. | von Claudia Burst

Der Schwerverletzte liegt in einem leeren

15 000-Liter-Tank in einem Bunker. Drei

Feuerwehrkräfte, alle mit Atemschutzgeräten

auf dem Rücken, zwängen sich durch die

schmale Einstiegsluke, um zu ihm zu gelangen.

Gemeinsam kümmern sie sich im Inneren des

Tanks um den verletzten Mann, sichern ihn

auf einer Trage. Dass das auf dem halbkreisförmigen

Untergrund anstrengend ist, hört man

sogar von außen. Nach wenigen Minuten beschleunigt

sich das Atmen der Helfer und geht

in Keuchen über.

Der Schwerverletzte

ist ein

Dummy – bei

dem Einsatz handelt

es sich um ein

Übungsszenario im

Rahmen eines

Sechstage-Kurses

zum Thema „Tunnelsicherheit“

bei der

Geislinger Firma „FBI

GmbH“ am Standort im

Amstetter „Benzwang“.

Diese bietet realitätsnahe

Aus- und Fortbildungen

für Rettungskräfte

aller Art an, wobei die

Buchstaben FBI für „Fortbildung,

Beratung, Industriedienstleistung“

stehen.

„Der Einsatz mit diesen Regenerationsgeräten

und der insgesamt

etwa 30 Kilogramm

schweren Ausrüstung ist so

anstrengend wie ein Marathonlauf“,

erklärt der pädagogische

Leiter Michael Schilling im Anschluss.

Dass Einsätze mit entsprechender

Ausrüstung für die

Sicherheit der Einsatzkräfte noch

andere Herausforderungen mit sich

bringen, haben die Kursteilnehmer

bei diesem Übungseinsatz ebenfalls schnell

festgestellt: Ihre Maske läuft wegen der warmen

Atemluft an und schränkt ihr Sichtfeld ein.

Der Einsatzort ist eng. Um die Trage mit dem

Verletzten aus dem Tank zu bekommen, sind

besondere Anstrengungen notwendig. Es gibt

kein elektrisches Licht und es dauert, bis die

Kollegen einen Strahler aus dem Einsatzfahrzeug

geholt haben.

Während die Theoriephasen aller Kurse im

Schulungszentrum der „FBI GmbH“ stattfinden,

gibt es für die Praxis-Parts fast unendlich viele

Möglichkeiten am neuen Standort des Betriebs,

dem ehemaligen Bundeswehr-Materiallager

bei Amstetten. „Für uns ist das eine tolle Spielwiese.

Hier gibt es für so gut wie alle Szenarien

das passende Übungsfeld. Wir können reale

Wir sind extrem

flexibel. Das ist

unsere Stärke.


Situationen nachstellen – und das in der Abgeschiedenheit,

in der wir keinen stören“, sagt

Geschäftsführer Mark Semmler.

Zum 20 Hektar großen Gesamtgelände, auf

dem sich noch weitere Firmen und Vereine in

den vorhandenen Hallen und Lagerräumen eingemietet

haben, gehören nicht nur die unterirdischen

Bunker, von denen Semmler und sein

Team einzelne nutzen dürfen. Dazu gehören

auch Wald, der sich etwa für Rettungshundestaffeln

als Übungsgebiet anbietet, und Schienen,

auf denen Zug-Unfälle simuliert werden

können. Im Tanklager des ehemaligen Bundeswehrdepots

befinden sich drei 100 000-Liter-

Tanks und Industrieanlagen für entsprechende

Übungseinsätze. Der zum zentralen Heizhaus

gehörende Kaminturm eignet sich für Abseil-

Szenarien, die Dächer anderer Hallen wiederum


RETTUNG

für Schulungen von Firmen, wie Zimmerer oder

Kanalarbeiter, die sich professionell mit Seil

und Haken sichern müssen. In einem Teich

wird bald das Sicherstellen von Tanks bei

Hochwasser geübt werden können; der frühere

Löschwasser-Pool ist tief genug für Tauchübungen.

Weil Mark Semmler mit der FBI GmbH aktuell

auch für die Tunnelsicherheit der Baufirmen zuständig

ist, die für „Stuttgart 21“ zwischen Wendlingen

und Feuerbach die Tunnels bauen, liegt

der Ausbildungsschwerpunkt der FBI GmbH

momentan zu zwei Dritteln in diesem Bereich.

Aber Semmler, der seit über 30 Jahren zur Freiwilligen

Feuerwehr in Geislingen gehört, weiß,

dass die Erwartungen und Anforderungen an

die Feuerwehrangehörigen und Mitglieder aller

Rettungsorganisationen stetig ansteigen und

dass die Institutionen deshalb oft froh über realitätsnahe

Angebote zur Schulung ihrer Einsatzkräfte

sind. Aus diesem Grund baut er den Bereich

der Schulungen von Feuerwehren und

Rettungsorganisationen weiter aus. Das gilt

sowohl in Bezug auf Heiß- als auch auf Kaltereignisse,

also in Bezug auf Einsätze bei

Feuer-Katastrophen als auch bei Unfällen im

Straßenverkehr, während des Betriebsablaufs

oder bei medizinischen Notfällen.

Deshalb freut er sich über die vielen Möglichkeiten

auf dem Gelände und über genügend

Platz für seine Lösch-, Einsatz- und Spezialfahrzeuge

sowie für das umfangreiche Equipment,

das für Schulungen und auch Spezialschulungen

– etwa für Bau-Unfälle – notwendig ist.

„Wir sind extrem flexibel. Das ist unsere Stärke“,

sagt er. Das bezieht sich sowohl auf den Zeiteinsatz

der Fortbildungen, die vom Ein-Abend-

Lehrgang bis zum intensiven Wochenkurs möglich

sind, als auch auf die Vielzahl an Zielgruppen,

die in Bezug auf „Sicherheit“ ausgebildet

werden können. Dank seines Netzwerks und

eines Pools an Honorarkräften kann Semmler

auf Experten zugreifen, die in fast jedem Bereich

adäquat Schulungen ermöglichen. ■

Wie ein Schwerverletzter in

einem engen Umfeld gerettet

werden kann, lernen die

Einsatzkräfte im früheren

Bundeswehr-Materiallager.

INFO

Die Grundausbildung von Feuerwehrkräften

ist auf Landkreis-Ebene möglich, für

Sonderausbildungen und Führungslehrgänge

gibt es die Landesfeuerwehr-Schule

Baden-Württemberg in Bruchsal. „Wir machen

die Kür, nämlich alles, was darüber

hinausgeht“, verdeutlicht Mark Semmler.

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29


WANDERUNG

Von Märzenbechern

und tollen

Aussichten

Jedes Jahr aufs Neue ist sie wunderschön

anzusehen: die Blüte der Märzenbecher

im Autal. Helmut Walter aus Bad Überkingen

nimmt die GZ-Leser mit auf eine herrliche

Frühlings-Wandertour. | von Helmut Walter

Wer würde nicht gerne durch sein Wohnzimmerfenster

schauen und hinunterblicken

nach Bad Überkingen? Maria von Bosnien

hat dies einst getan. Genauer gesagt, hatte sie

den Ausblick von der Traufkante, in allerbester

Wohnlage, schon im 15. Jahrhundert. Doch

mehr dazu später.

Zuerst starten wir die Wanderung im Bad Überkinger

Kurgarten. Parken kann man auf dem

kostenfreien Parkplatz des Thermalbads. So

sind es nur wenige Schritte zu Start und Ziel der

Tour. Wir verlassen den Kurpark über den westlichen

Ausgang und wandern für einige Meter

auf der Filsstraße in Richtung TSV-Halle. Noch

vor dem Sportgelände führt der neugestaltete

Uferweg entlang der Fils. Über eine Bogenbrücke

erreichen wir die andere Flussseite, queren

die Hausener Straße und lassen die Autalhalle

links liegen. Auf Asphalt wandern wir nun

ins Autal hinein. Bei der Otto-Neidhart-Kapelle

geht der Weg in Schotter über und führt in den

Wald. Vorbei an einer Schutzhütte wandern wir

noch etwa 100 Meter und finden schon den

Einstieg zum Brunnensteig. Schon ab Ende Februar

zeigen sich erste weiße Blüten der Märzenbecher.

Das Terrain um die Hanglagen unterhalb

von Türkheim und Aufhausen sind

geradezu ideal für die Frühlingsboten aus der

Familie der Amaryllisgewächse. Unser Weg

führt nun steil und teils über Steintreppen hinauf.

Wie ein weißer Teppich ist der Waldboden

von den Märzenbechern bedeckt. Mit etwas

Trittsicherheit erreichen wir die erste Anhöhe.

Je nach Niederschlag und Schneeschmelze

sprudelt das Quellwasser aus der Brunnensteighöhle.

Mit entsprechender Dynamik schießt

auch der Wasserfall hinunter ins Autal. Stetig

steigend führt unser Wanderpfad hinauf zum

Traufrand. Oben angekommen, biegen wir nach

links und folgen dem schmalen Pfad entlang

der Abrisskante. Immer wieder bieten sich nun

herrliche Aussichtsplätze zum Verweilen.

Unser Weg führt in Richtung Türkheim. Etwa

einen Kilometer vor dem kleinen Ort treffen wir

auf den Platz, an dem von 1250 bis 1525 die

Burg Bühringen stand – erbaut von den Grafen

von Helfenstein, später Alterssitz von Gräfin

Maria von Bosnien und nach deren Tod 1405

an die Reichsstadt Ulm verkauft. Im Zuge der

Fachhandel, Meister- und

Ausbildungsbetrieb für

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INFO

Die Wanderung ist etwa elf Kilometer

lang. Es sind 380 Höhenmeter zu bewältigen.

Für die Gehzeit sollten dreieinhalb

Stunden eingerechnet werden. Unbedingt

sollte man reichlich Zeit für das Naturerlebnis

„Märzenbecher“, die vielen tollen

Aussichtspunkte und eine Vesperrast einplanen.

Mit Ausnahme des Brunnensteigs

gibt es keine Ansprüche an besondere

Techniken, Schwindelfreiheit oder Trittsicherheit.

30


Weißer Teppich

Bauernkriege 1525 ist sie niedergebrannt und wurde von

den Türkheimer Bürgern fast restlos abgetragen. Heute

erinnern nur noch einige Gräben und Wälle an die einstige

Existenz der Burg.

Auf unserem weiteren Weg haben wir eine wundervolle Aussicht

nach Türkheim mit seinem beschaulichen Kirchlein

und erreichen schon schnell den Ort. Es geht vorbei an

der Kirche. Wir bleiben am Traufrand, ignorieren die beiden

Abstiege nach Bad Überkingen und gelangen zum Aussichtspunkt

„Burgstall“.

Die „Burg Türkheim“ als abgegangene Höhenburg entstand

wohl um 1100 und wurde wahrscheinlich ebenfalls von den

Grafen von Helfenstein erbaut. Heute gibt es keinerlei sichtbaren

Reste der Gebäude. Nur einige Wallreste zeugen von

der einstigen Existenz. Die Aussicht ins Tal ist seit fast

1000 Jahren jedoch unverändert. Herrlich schweift unser

Blick hinüber zum Michelsberg, zu den Felsen am gegenüberliegenden

Plateaurand und ins Obere Filstal mit dem

Weigoldsberg im Vordergrund.

Nach einer ausgiebigen Pause setzen wir unsere Wanderung

fort. Auf idyllischem Pfad erreichen wir den Kahlenstein

(675 m ü. NN) mit seiner Höhle, die schon 1892 als

Schauhöhle eröffnet wurde. Seit 1972 ist der Zugang mit

einem Gitter verschlossen und kann nach Absprache mit

dem „Kahlenstein Höhlenverein“ besichtigt werden. Weitere

Infos dazu gibt es unter www.kahlenstein.de.

Wir finden den präparierten Weg nach vorne zum Aussichtsplatz

des 25 Meter hohen Felsens. In den Sommermonaten

bietet ein Bänkle einen der wohl schönsten Aussichtsplätze

im Goißatäle. Weil sich der Ausblick nach Westen richtet, ist

unbedingt zu empfehlen, dort einmal einen Sonnenuntergang

abzuwarten. Zurück am Höhleneingang finden wir den

Weg zum Abstieg nach Bad Überkingen. Über den Wittinger

Weg und die Gartenstraße erreichen wir die Ortsmitte und

letztlich unseren Ausgangspunkt der Wanderung. ■

Wir freuen uns,

Sie im Rössle begrüßen

zu dürfen.

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32

KREUZWORTRÄTSEL

freundlich

Fußstoß

Abgott

ugs.:

schreien,

lärmen

Randmeer

des Atlantiks

einen

Teig

bearbeiten

Spende,

Geschenk

getrocknete

Getreidehalme

Bewohner

von

Venetien

Mineral

engl.:

EDV-Anwender

jemand,

der Eigentum

stiehlt

früher:

Verwalter

Unverheiratete

Schuppenechse

Musikwerk

(lat.)

Anrufung

Gottes

Fechtwaffe

Zurücksetzen

(PC)

Pflanzenspross

Verletzung

Vorname

des

Räubers

Hood

unnatürliches

Benehmen

Teil des

Theaters

Auswahl

Urbarmachung

d. Baumfällung

eine Gemeindebehörde

Heilverfahren

gerade

erst

wissenschaftl.

gebildet

schweiz.

Stadt

und

Kanton

Autoanlasser

anders;

sonst,

auch

genannt

machen

Sachbearbeiter

veraltet:

Hauptstadt

Angelstock

Backwerk

aus e.

Kolbengetreide

Zukunftstraum

Feindschaft,

Streit

hohe

Spielkarte

Durchsichtsbild

(Kurzw.)

erste

Frau

(A. T.)

Wohnraum

feinste

Schmutzteilchen

Epoche

seemännisch:

Schiffstau

luftförmiger

Stoff

früherer

brasil.

Fußballstar

persönl.

Fürwort

(3. und

4. Fall)

österr.:

Kasse

Hasenlager

exakt

Gebieter

ein Verhältniswort

Lebensbund

Raub-,

Pelztier

Schwermetall

eine

Weltreligion

achtenswert,

sittsam

ugs.:

nach

unten

Aufgussutensil

Schmuckstein

Reisebeginn

sorgfältig

zusammenlegen

Laden-,

Schanktisch,

Tresen

Speisesaal

für Studenten

lat.:

Erde

Windschattenseite

Freudenausruf

Perserteppich

Nachlassempfänger

„Wonnemonat“

Vortragender

Varioobjektiv

Buch im

Alten

Testament

höchster

Berg der

Pyrenäen

Weinstockschädling

Finkenvogel

ugs.:

amerik.

Polizist

spanische

Anrede:

Frau

dargestellter

Humor

it. Alpenrandgewässer

(2 Wörter)

Straußnarzisse

Teil des

Fußballfeldes

griech.

Vorsilbe:

Erd...

körperl.-

seelische

Belastung

poetisch:

Frühling

zugeteilte

Menge

Fangvorrichtung

Frühlingsmonat

in der

Antike:

Himmelsgewölbe

16

15

14

13

12

11

10

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5

4

3

2

1

8

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16

2

5

10

14

6

3

15

7

4

13

s1824-1

®

Das nächste

erscheint am 27. Juni 2022.

Frühling

Helfensteiner

LANDMAGAZIN

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