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SIFAT - Hoffnung - Heft 1-2022 - Leseprobe

Der spirituelle Pfad enthält die Hoffnung auf eine immer größer werdende Nähe zu Gott und gleichzeitig auch die Hoffnung darauf, dass sich der Friede Gottes durch die Menschen verwirklichen lässt, wenn wir uns dieser Nähe öffnen. Bereits das allererste Heft war von der Idee getragen, den Lesern auf diesem Weg eine Inspiration sein zu können. Liest man den Anfang des Textes von Karima Sen Gupta, dann bekommt man allerdings das Gefühl, dass sich möglicherweise in den letzten fünfzig Jahren wenig verändert hat. Die Akteure und Schauplätze von Konflikten in dieser Welt haben gewechselt, doch sind es nicht weniger schwierige Situationen, nicht weniger Herausforderungen, die heute zu bewältigen sind. Ist das nicht entmutigend? Nein, sagen die unterschiedlichen Autoren in diesem Heft dazu. So erinnert Hazrat Inayat Khan daran, dass wir einen Perspektivwechsel vornehmen können. Nicht die Unzulänglichkeit der Welt ist der Maßstab, sondern der innere Frieden in jedem von uns, mit dem wir der Unzulänglichkeit begegnen. Die Hoffnung – so sagt er – und das Leben seien eins. Das kann ein Ansporn sein, sich immer wieder den Problemen und Konflikten zu stellen im Vertrauen auf den Pfad der im Gebet Saum beschriebenen Verwirklichung. Und so finden wir, dass es eine angemessene Würdigung des 50jährigen Bestehens von SIFAT ist, unsere Leser zu ermutigen, sich nicht von den Unzulänglichkeiten bestimmen zu lassen, sondern die von Hazrat Inayat Khan und anderen in diesem Heft beschriebene Perspektive einzunehmen, um das Leben selbst als Hoffnung zu begreifen.

Der spirituelle Pfad enthält die Hoffnung auf eine immer größer werdende Nähe zu Gott und gleichzeitig auch die Hoffnung darauf, dass sich der Friede Gottes durch die Menschen verwirklichen lässt, wenn wir uns dieser Nähe öffnen. Bereits das allererste Heft war von der Idee getragen, den Lesern auf diesem Weg eine Inspiration sein zu können. Liest man den Anfang des Textes von Karima Sen Gupta, dann bekommt man allerdings das Gefühl, dass sich möglicherweise in den letzten fünfzig Jahren wenig verändert hat. Die Akteure und Schauplätze von Konflikten in dieser Welt haben gewechselt, doch sind es nicht weniger schwierige Situationen, nicht weniger Herausforderungen, die heute zu bewältigen sind. Ist das nicht entmutigend?
Nein, sagen die unterschiedlichen Autoren in diesem Heft dazu. So erinnert Hazrat Inayat Khan daran, dass wir einen Perspektivwechsel vornehmen können. Nicht die Unzulänglichkeit der Welt ist der Maßstab, sondern der innere Frieden in jedem von uns, mit dem wir der Unzulänglichkeit begegnen. Die Hoffnung – so sagt er – und das Leben seien eins. Das kann ein Ansporn sein, sich immer wieder den Problemen und Konflikten zu stellen im Vertrauen auf den Pfad der im Gebet Saum beschriebenen Verwirklichung. Und so finden wir, dass es eine angemessene Würdigung des 50jährigen Bestehens von SIFAT ist, unsere Leser zu ermutigen, sich nicht von den Unzulänglichkeiten bestimmen zu lassen, sondern die von Hazrat Inayat Khan und anderen in diesem Heft beschriebene Perspektive einzunehmen, um das Leben selbst als Hoffnung zu begreifen.

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Zeitschrift für Universalen Sufismus

50. Jg.

Heft 1

April 2022

Hoffnung


Sufismus

ist eine uralte Weisheit und zugleich eine Methode der geistigen Schulung, die

Menschen befähigt, diese Weisheit in ihrem täglichen Leben zu verwirklichen.

Der Universale Sufismus

nach Hazrat Inayat Khan ist nicht auf bestimmte Dogmen, Rituale oder

spirituelle Techniken festgelegt.

Der Universale Sufismus baut eine Brücke über die Unterschiede und Grenzen,

die Menschen und Religionen voneinander trennen. Er ermöglicht auch, die

eigene Religion besser zu verstehen und zu leben, weshalb jeder diesen Weg

gehen kann, unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

Hazrat Inayat Khan

wurde am 5. Juli 1882 in der indischen Stadt

Baroda geboren. Seine hoch angesehene Familie

war durchdrungen vom Geist mystischer Religiosität

und von der Liebe zur klassischen indischen

Musik. Inayat Khan war von Kind auf in Kontakt

mit den geistigen Traditionen des Islam wie des

Hinduismus, in einer Atmosphäre freundlicher

Toleranz über alle konfessionellen Grenzen hinweg.

Im Jahre 1910 bekam er von seinem spirituellen

Lehrer, Abu Hashim Madani, der der Sufi-

Tradition der Chishtis angehörte, den Auftrag,

den Sufismus in den Westen zu bringen. Hier

wurde er der Begründer und das geistige Oberhaupt

(Pir-o-Murshid) der Sufi-Bewegung und ihrer esoterischen Schule, des

Sufi-Ordens (heute Inayatiyya), und er schuf den Universellen Gottesdienst.

Längere Zeit lebte er in Suresnes bei Paris, von wo er oft zu Reisen in die

ganze westliche Welt aufbrach. Seine Vorträge füllen die 13 Bände seiner „Sufi-

Botschaft“. Er starb am 5. Februar 1927 in New Delhi.

Hazrat Inayat Khans Lehre und die seiner Nachfolger ist geprägt von einer

umfassenden Toleranz, einer Verehrung und Liebe zu allen Prophetinnen und

Propheten und Heiligen der Menschheit und einem Verständnis gegenüber der

Vielfalt der religiösen Traditionen und Lebenserscheinungen.


Inhaltsverzeichnis

Hoffnung

Vorwort der Redaktion 4

50 Jahre SIFAT: Eine Rückschau 5

Karima Sen Gupta: Hoffnung und Vertrauen in unserer Welt? 6

Hazrat Inayat Khan: Vollkommenheit 9

Hazrat Inayat Khan: Yogis und Sufis in Indien 13

Pir Vilayat Inayat Khan: Im Leben erwachen 14

Wali van der Zwan: Geerdeter Optimismus bei Hazrat Inayat Khan 17

Nawab Pasnak: Schwierigkeiten und Hoffnung 20

Eine Sufigeschichte: Nie die Hoffnung aufgeben 21

Aus dem Ramayana: Feste Freundschaft 22

Jiddu Krishnamurti: Verzweiflung und Hoffnung 24

Dalai Lama: Mit Hoffnung und Entschlossenheit 26

Pema Chödrön: Den richtigen Wolf füttern 28

Die Überlebensgeschichte der Alice Herz-Sommer:

Ich gebe die Hoffnung niemals auf 32

Martin Buber: Hoffnung für diese Stunde 35

Claudia Nüssen: Maria 2.0 zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit 39

Martin Luther King: I have a dream – Rede vom 28.08.1963 43

Richard Rohr: Lieber Perlen aufreihen als Dreck kehren 47

Steve Kaye: Warum Hoffen so wichtig ist 50

Texte aus den Heiligen Schriften der Weltreligionen 51

Buchbesprechung: Giora Feidman –

Klang der Hoffnung – Wie unsere Seele Frieden findet 55

Blick aus dem Fenster: Combatants for Peace 57

Hazrat Inayat Khan: Zehn Sufi-Gedanken 59

Projekte 60

Impressum 62

Hazrat Inayat Khan: Jubiläums-Edition 63

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 3


Vorwort der Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser,

„[…] Ziehe uns näher zu Dir, in jedem Augenblick unseres Lebens, bis in uns sich

widerspiegelt Deine Gnade, Deine Herrlichkeit, Deine Weisheit, Deine Freude und

Dein Frieden.“ Hazrat Inayat Khan.

Diese letzten Zeilen des Gebets Saum von Hazrat Inayat Khan enthalten alles,

was uns bewogen hat, im Anschluss an das Heft mit dem Titel „Nächstenliebe“

ein Heft zusammenzustellen, in dem es um Hoffnung geht. Der spirituelle

Pfad enthält die Hoffnung auf eine immer größer werdende Nähe zu Gott und

gleichzeitig auch die Hoffnung darauf, dass sich der Friede Gottes durch die

Menschen verwirklichen lässt, wenn wir uns dieser Nähe öffnen. Bereits das

allererste Heft war von der Idee getragen, den Lesern auf diesem Weg eine Inspiration

sein zu können. Liest man den Anfang des Textes von Karima Sen Gupta,

dann bekommt man allerdings das Gefühl, dass sich möglicherweise in den

letzten fünfzig Jahren wenig verändert hat. Die Akteure und Schauplätze von

Konflikten in dieser Welt haben gewechselt, doch sind es nicht weniger schwierige

Situationen, nicht weniger Herausforderungen, die heute zu bewältigen

sind. Ist das nicht entmutigend?

Nein, sagen die unterschiedlichen Autoren in diesem Heft dazu. So erinnert

Hazrat Inayat Khan daran, dass wir einen Perspektivwechsel vornehmen können.

Nicht die Unzulänglichkeit der Welt ist der Maßstab, sondern der innere

Frieden in jedem von uns, mit dem wir der Unzulänglichkeit begegnen. Die

Hoffnung – so sagt er – und das Leben seien eins. Das kann ein Ansporn sein,

sich immer wieder den Problemen und Konflikten zu stellen im Vertrauen auf

den Pfad der im Gebet Saum beschriebenen Verwirklichung. Und so finden wir,

dass es eine angemessene Würdigung des 50jährigen Bestehens von SIFAT ist,

unsere Leser zu ermutigen, sich nicht von den Unzulänglichkeiten bestimmen

zu lassen, sondern die von Hazrat Inayat Khan und anderen in diesem Heft

beschriebene Perspektive einzunehmen, um das Leben selbst als Hoffnung zu

begreifen.

Wir wünschen viel Inspiration beim Lesen der in diesem Heft angebotenen

Texte.

Die Redaktion:

Hans-Peter Baum, Claudia Nüssen, Michael Nüssen,

Regina Armaiti Winkler-Reber

4 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


50 Jahre SIFAT – Eine Rückschau

50 Jahre SIFAT – Eine Rückschau

In diesem Jahr erscheint die Zeitschrift SIFAT im 50. Jahrgang. Dies ist ein

Grund für uns, Rückschau zu halten, im SIFAT-Archiv zu stöbern, ein paar

„Perlen herauszufischen“ und sie unseren heutigen Leserinnen und Lesern

zugänglich zu machen.

Gegründet wurde die „SIFAT Zeitschrift der Sufi-Bewegung“ (anfänglicher

Titel) 1970 von Karima Sen Gupta, Tara Buess und Prof. J.F. van Beek. Das

arabische Wort SIFAT bedeutet Manifestation der Schöpfung.1997 – 2016

übernahmen Marita Ischtar Dvorak und Wolfgang Huraksh Meuthen Redaktion

und Herausgabe.

Derzeit besteht das Redaktionsteam aus Hans-Peter Baum, Claudia Nüssen,

Michael Nüssen sowie Armaiti Winkler-Reber. Bis zum Sommer 2021 war Detlef

Qalbi Marzke ebenfalls aktives Mitglied. Seit 2016 werden das Lektorat und

das Layout von Uta Maria Bauer und Josef Ries vom Verlag Heilbronn gestaltet.

50 Jahre SIFAT. Wie kommt es zu diesem Jubiläum im Jahre 2022? Unsere

Recherchen haben vor Kurzem – zu unserem Erstaunen – ergeben, dass die erste

Ausgabe bereits im Frühjahr 1970 erschien. Was tun mit der rechnerischen Differenz?

Es bleibt dabei … Sifat wird inzwischen 50 Jahre lang herausgegeben,

denn vor dem Start des zweiten Redaktionsteams gab es in den 90ziger Jahren

eine Pause. Wir können deshalb im Jahr 2022 auf die Herausgabe von 50 Jahren

SIFAT zurückblicken und einen runden Geburtstag feiern. An dieser Stelle

sagen wir allen Vorgänger*innen ein großes Dankeschön für ihre hervorragende

Arbeit. Sie haben ein wahres Schatzkästchen an uns weitergereicht.

Wir gehen noch einmal zu den Anfängen zurück und veröffentlichen das Vorwort

der ersten Ausgabe. Außerdem haben wir einen Text aus dem Jahr 1994

– passend zum Thema „Hoffnung“ – von Karima Sen Gupta entdeckt. Vieles

davon ist leider immer noch sehr aktuell. Um auch einen Eindruck der damaligen

Umgangssprache wiederzugeben, belassen wir die Texte im Original.

Vorwort Jahrgang 1, Nr. 1, Frühjahr 1970

Diese vierteljährlich erscheinende Sufi-Zeitschrift ist eine Publikation der

Sufi-Bewegung. Sie möchte eine Verbindung herstellen zwischen den Sufi-Gruppen

im deutschen Sprachbereich sowie ihren Freunden in aller Welt.

In jeder Ausgabe werden Sie einzelne Abschnitte aus wenig bekannten geistigen

Schriften finden, sowie Gedanken aus den Heiligen Büchern der Weltreligi-

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 5


Karima Sen Gupta: Hoffnung und Vertrauen in unserer Welt?

onen, die mehr die Gemeinschaften als die Unterschiede aufzeigen. Ebenso werden

in jeder Ausgabe zeitgenössische Aufsätze von Sufis verschiedener Länder

erscheinen. Wir würden uns darum freuen, wenn wir auch Beiträge aus unserem

Leserkreis in Form von Aufsätzen, Gedichten und Anregungen erhielten. Auf

diese Weise kommen wir uns näher in unseren Gedanken, Erlebnissen und Inspirationen

und tragen damit unseren Teil bei zu einem größeren gegenseitigen

Verständnis im Sinne der geistigen Bruderschaft.

Weiterhin werden wir Nachrichten von allgemeinem Interesse und Veranstaltungen

der Sufi-Zentren bringen.

Wir wünschen unseren Freunden viel Freude beim Lesen unserer kleinen Zeitschrift.

Die Redaktion

Karima Sen Gupta

Hoffnung und Vertrauen in unserer Welt? (1994)

„Die schweren Kämpfe in Bosnien sind an mehreren Orten wieder aufgeflammt. Der

vereinbarte Waffenstillstand wurde nicht eingehalten.“

„In einem Heim für Asylbewerber in Hamburg hat ein Brand am gestrigen Morgen

Schaden in noch unbekannter Höhe angerichtet. Von den Bewohnern ist niemand

verletzt worden. Es bestehe der Verdacht der Brandstiftung, da das Feuer gleichzeitig

an vier Stellen des Gebäudes ausgebrochen ist.“

Eine Giftkatastrophe in Bulgarien bedroht das Naturschutzgebiet im Evros-Delta,

an der griechisch-türkischen Grenze. Über die Ursache der Vergiftung oder die Zusammensetzung

der ins Wasser gelangten toxischen Stoffe gibt es keine Angaben. Im Deltagebiet

des Flusses befindet sich eines der letzten großen Refugien vom Aussterben

bedrohter Wasservögel und anderer Tiere am Mittelmeer.“

Dies sind Nachrichten der letzten beiden Tage. Die Reihe ließe sich beliebig

fortsetzen. Passen sie zu unserem Thema? Passen sie zum Bild des Menschen

in den Heiligen Schriften? – Wenn wir uns die Welt von heute ansehen

mit Kriegen und Flüchtlingen, Streiks, Umweltkatastrophen, sehen wir dann

nicht nur das Chaos? Die Verheißungen der Menschheit scheinen nur schöne

Utopien zu sein, unerfüllbare Wunschträume; vielleicht Vorstellungen von

6 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


Karima Sen Gupta: Hoffnung und Vertrauen in unserer Welt?

einem besseren Jenseits, geboren aus der Hoffnungslosigkeit der jeweiligen Zeiten,

in denen sie entstanden sind, die keineswegs besser waren als die unsrige.

Mit der Erkenntnis, dass die verschiedenen Botschaften durch die Jahrtausende

hindurch nicht mehr erreicht haben als das heutige Chaos, bleibt uns da nicht

nur die Resignation und der Eindruck, dass jede Anstrengung vergeblich ist?

Dürfen wir uns aber einer solchen Resignation hingeben?

Gewiss, es gab immer Kriege, Hungersnöte, Seuchen, Flüchtlingselend,

Zerstörung – und doch ist heute eine andere Zeit. Nie zuvor gab es so ungeheuer

viele Menschen auf der Welt, und es werden immer mehr, täglich fast 90 000.

Nie zuvor gab es so einen Raubbau mit dem heute nicht mehr unerschöpflich

scheinenden Reichtum unserer Erde wie Wasser, Luft, Bodenschätzen, Tieren –

und es gibt immer noch Menschen, deren Gier und Habsucht viel größer ist als

ihr Verantwortungsgefühl gegenüber der ganzen Menschheit. Aber es gab auch

nie zuvor so viele wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Möglichkeiten,

um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Gibt es für uns einen Grund zur Hoffnung? Gibt es einen Grund zu der

Annahme, dass der Mensch je zu dem werden kann, was die Botschafter Gottes,

die Meister und Heiligen als Ideal vor uns gestellt haben? Mit jedem neuen

Meister wurde eine neue Hoffnung geboren, ein neues Licht der Wahrheit, dass

die Nacht der Unwissenheit erhellte. Heute erkennen immer mehr Menschen,

vor allem junge Menschen, dass wir nicht so weiterleben können wie bisher,

wenn die Menschheit und die Welt nicht der totalen Vernichtung anheimfallen

soll. Wir müssen uns der Verantwortung für unsere Mitmenschen, für unsere

Nächsten, das heißt einschließlich der Asylanten, der Drogensüchtigen, der

Aidskranken bewusst werden. Wenn wir endlich damit anfangen, die heiligen

Botschaften ernst zu nehmen, dann werden wir es erleben, dass unsere „Tore

stets offenstehen können und weder Tag noch Nacht geschlossen werden, dass

kein Frevel mehr im Land geschieht, noch Schaden und Verderben“ (Jesaja

60; 11+18). Aber dies verlangt von uns in unserem täglichen Leben ein totales

Umdenken. Wir müssen unsere täglichen Gewohnheiten analysieren, ob sie

nicht aus Habsucht und Neid, Bosheit, Lüge oder nur Bequemlichkeit entstanden

sind. Wir sollten die Beziehungen zu unseren Mitmenschen erforschen und

erkennen, inwieweit sie durch Aggression, Verleumdung oder Vorurteile geprägt

wurden. Aus dieser Erkenntnis können wir dann, das heißt jeder einzelne von

uns, versuchen, unser Verhalten zu ändern. Wir sollten uns bemühen, Unrecht

und Leid zu mildern, wo immer wir ihnen begegnen. Das muss nicht im großen

Rahmen geschehen, denn dort haben die meisten kaum viel Möglichkeiten,

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Karima Sen Gupta: Hoffnung und Vertrauen in unserer Welt?

sondern in unserem Lebensbereich, in der Familie, bei der Arbeit, bei Wahlen.

Damit tragen wir ein wenig dazu bei, dass es wieder etwas mehr Hoffnung im

Leben gibt. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Es ist besser eine Kerze anzuzünden,

als über die Dunkelheit zu klagen.“

Die Heiligen Schriften aller Religionen und die großen Meister der Menschheit

weisen uns die Wege zu dieser Änderung. Aber was nützt der Wegweiser,

wenn der Wanderer ihn nicht beachtet? Auf jeden von uns kommt es an und

hängt es ab, ob wir auf der Erde für alle Menschen Lebensformen finden, die

zwar nicht so übermäßigen Reichtum und Luxus ermöglichen, aber dafür Frieden,

Vertrauen zueinander und Glück. Aus der Hoffnung auf ein friedvolleres

Leben wächst uns die Kraft, es zu gestalten. Im 5. Buch Moses heißt es: „Wähle

das Leben“. Leben kann aber ohne Hoffnung nicht bestehen.

Jedes Kind steht dem Leben zunächst voll Vertrauen und Hoffnung gegenüber.

Jedes Werk, dass wir beginnen, kann nur mit einer hoffnungsvollen Haltung

gelingen. Wenn wir schon zu Beginn am Erfolg zweifeln, setzen wir nicht

unsere volle Kraft ein, und es muss misslingen. Das heißt aber nicht, dass wir

blind gegenüber Schwierigkeiten sein sollen. Ein arabisches Sprichwort sagt:

„Binde dein Kamel an und vertraue auf Gott“, das heißt, tue was in deinen

Möglichkeiten liegt, und hoffe für alles weitere auf die göttliche Hilfe.

Wenn wir uns schließlich vom irdischen, täglichen Leben zum geistigen hinwenden,

so ist jeder Glaube aus der Hoffnung geboren. Wie können wir an

Gott oder an ein Jenseits glauben ohne Hoffnung? Wenn wir erkennen, dass

Gott, der Allmächtige und Allbarmherzige das ganze Universum mit all seinen

vollkommenen Naturgesetzen geschaffen hat und es durchdringt, wenn wir vor

dem Wunder des Lebens staunen, dann werden wir uns bewusst, dass Gott in

allem ist. Alles Gute und Schöne, das wir erleben dürfen, kommt von Gott,

wenn wir auf unsere innere Stimme lauschen.

Alles Schlechte und Böse ist Menschenwerk, das

entsteht, wenn wir uns der inneren Stimme verschließen,

aber das wir auch wieder überwinden

können, mit der Hoffnung auf die Gnade Gottes.

aus: SIFAT Sufi Zeitschrift 1994/1,

Thema: Hoffnung und Vertrauen

Foto: Karima Sen Gupta, 2015

8 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


Hazrat Inayat Khan: Vollkommenheit

Hazrat Inayat Khan

Vollkommenheit

In allen Menschen ist fortwährend das Verlangen wirksam, die Dinge vollkommen

zu sehen – entsprechend der Art und Weise, wie sie als Einzelne die Vollkommenheit

wahrnehmen. Wenn sie diesem Verlangen nachgehen, indem sie

Dinge und Lebewesen beobachten, analysieren und begutachten, fühlen sie sich

enttäuscht und niedergeschlagen und gewinnen den Eindruck, dass die äußeren

Umstände, Personen und Wesen mangelhaft und unzulänglich sind.

Aber es gibt ohne Zweifel eine Sache, die uns am Leben hält: die Hoffnung.

Was heute nicht gut ist, wird morgen gut sein. Ist etwas jetzt noch nicht vollkommen,

so wird es später vollkommen werden. Von dieser Hoffnung lebt der

Mensch. Gibt er diese Hoffnung auf, dann geht sein Leben zu Ende. Hat uns

eine Person enttäuscht, glauben wir, wir könnten in einer anderen Person finden,

was wir erwarten. Sind wir von gewissen Umständen enttäuscht, hoffen

wir, dass andere Konstellationen unsere Erwartungen erfüllen werden. Lehrerinnen

und Propheten haben immer nach oben gewiesen und uns Menschen damit

symbolisch gezeigt, dass es darum geht, weiterhin in Freude und Erwartung auf

hoffnungsvollere Ereignisse zu leben. In der Hoffnung leben, darin liegt das

Geheimnis von Glück und Frieden. Sobald wir jedoch den Gedanken aufkommen

lassen, dass es im Leben nichts gibt, worauf wir uns freuen können, haben

wir mit dem Leben abgeschlossen.

Wenn wir uns unter unseren Freunden und Freundinnen umschauen, sehen

wir, dass diejenigen, die voller Leben sind, und diejenigen, die andere lebensfroh

machen, hoffnungsvoll und mutig auf das Leben blicken und sich darüber

freuen. Sie verdienen die Bezeichnung „Lebewesen“. Es gibt aber auch Menschen,

die nicht lebendig sind, weil sie nichts vom Leben erwarten. Sie haben

die Hoffnung verloren. Sie suchen Rettung, indem sie sich an die Hoffnungsvollen

klammern, die dann in der Gefahr stehen, mit ihnen zu versinken, sofern

ihre Hoffnung nicht genügend gefestigt ist. Seelen ohne Hoffnung sind wie tot.

Aus dieser Perspektive betrachtet, stoßen wir auf das Geheimnis der Idee vom

Paradies, das die erhabenen Seelen aller Zeiten gelehrt haben. In allen heiligen

Schriften finden wir Hinweise auf das Paradies. Das Paradies ist die Hoffnung

auf das Jenseits, die Hoffnung auf etwas Zukünftiges. Findet man auf Erden

keine Gerechtigkeit, so beginnt man zu denken, es werde woanders Gerechtigkeit

geben. Man denkt: „Aber wo? Irgendwo existiert sie. Eines Tages werde ich

Gerechtigkeit finden, wenn nicht hier, dann im Jenseits. Dieser Tag, an dem

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 9


Hazrat Inayat Khan: Vollkommenheit

meine Hoffnung, mein Verlangen erfüllt wird, wird kommen.“ Wer so denkt,

lebt. Man lebt darauf hin, dass der Wunsch, den man hegt, erfüllt wird. Denn

was an einer Person, einer Sache, einer Angelegenheit, einem Zustand unzulänglich

ist, wird in Wirklichkeit nicht immer so bleiben.

Alles wird vollkommen werden, alles muss vollkommen werden. Es ist nur

eine Frage der Zeit und unserer Sehnsucht nach der Vollkommenheit, um die

wir uns alle bemühen und auf die das Universum und die ganze Schöpfung

hinarbeiten. In dieser Vollkommenheit haben die Denker und Geistesgrößen

aller Zeiten das Paradies erblickt. Es gibt dazu eine Textstelle in der Bibel. Ich

erinnere den genauen Wortlaut nicht, aber es heißt dem Sinn nach: Jede Kleinigkeit

wird erfüllt werden – bis auf den letzten Cent. 1 Das besagt, es wird kein

Mangel bestehen bleiben, nichts wird fehlen von all dem, was wir uns einmal in

Gedanken vorgestellt haben, sei es Schönheit, Harmonie, Geborgenheit, Frieden

oder was wir uns sonst noch gewünscht haben. Alles muss erfüllt werden.

Denn in Wahrheit sind es Gottes Wünsche, die in uns Menschen zum Ausdruck

kommen. Es ist nicht das Verlangen der Menschen, sondern das Verlangen Gottes.

Und dieses Verlangen wird immer gestillt werden.

Es gibt einen Tag, an dem alles vollendet werden muss. Zweifellos ist auch

unser Bemühen, die Wünsche unserer Mitmenschen zu erfüllen, eine göttliche

Tat, weil wir ihnen damit das Paradies näherbringen, das auf sie wartet,

wenn ihre Sehnsüchte gestillt werden. Das Leben auf der physischen Ebene ist

begrenzt, aber die Macht der Sehnsucht ist unbegrenzt. Wenn wir im Prozess

der Erfüllung auf der physischen Ebene auf Schwierigkeiten stoßen, so bleibt

doch die Kraft des Verlangens ungehindert bestehen und wird weiterwirken und

ihr Ziel erreichen, wenn sie sich über diese Ebene erhebt und von den Begrenzungen

befreit ist. Deshalb haben die großen Lehrer und Lehrerinnen uns die

Hoffnung auf das Paradies gegeben.

Es gibt in der Bibel eine andere Stelle, wo es im Gebet heißt: „Dein Wille

geschehe wie im Himmel, so auf Erden.“ 2 Es bedeutet: Da sogar bei der Erfüllung

des göttlichen Willens auf Erden Schwierigkeiten aufgrund der Beschränkungen

auftreten können, gibt es bei der Erfüllung der Wünsche eines einzelnen

Menschen erst recht Probleme, weil hinter den Wünschen jedes Menschen der

Wunsch Gottes steht. Wir leben in einer Welt der Begrenztheit und den daraus

1 „Ich versichere euch: Solange Himmel und Erde bestehen, wird kein i-Punkt und kein

Komma im Gesetz gestrichen. Alles muss erfüllt werden.“ (Matthäus 5:18)

2 Das „Vater unser“ (Matthäus 6:10)

10 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


Hazrat Inayat Khan: Vollkommenheit

entstehen Schwierigkeiten in der physischen Welt. Das reine Verlangen aber

kennt keine Grenzen, es wird nur zerschlagen, geschwächt, entkräftet durch

die ständige Konfrontation mit den Einschränkungen auf der irdischen Ebene.

Wenn unsere Sehnsüchte jedoch im günstigen Fall von der Hoffnung genährt

und vom Glauben liebevoll gehalten werden, dann gibt es keinen Wunsch, ob

groß oder klein, der sich nicht eines Tages verwirklicht, wenn nicht auf Erden,

dann im Himmel. Diese Erfüllung allen Verlangens ist es, was als „Paradies“

bezeichnet werden kann.

Jemand ging einmal zu Ali und fragte ihn: „Du sprichst über den Himmel

und das Jenseits, über das Paradies und dass dort unsere Wünsche erfüllt werden.

Was ist, wenn das alles nicht wahr wäre? Dann wären all unsere Bemühungen

auf dieser Erde vergeblich.“ „Nichts wird vergeblich sein“, antwortete

Ali. „Wenn das alles sich nicht erfüllen sollte, würden wir beide, du und ich,

dieselbe Erfahrung machen. Wenn es sich aber erweist, dass es ein Paradies gibt,

dann wärst du der Verlierer und ich der Gewinner, weil ich darauf hingearbeitet

habe und du diese Vorstellung verspottet, nicht daran geglaubt und nichts dafür

getan hast.“ Diejenigen, die auf das Paradies im Jenseits warten oder darauf,

dass alles im Jenseits wahr werden wird, haben noch etwas anderes erkannt,

nämlich dass die Macht des Verlangens so groß ist, dass man seine Verwirklichung

nicht auf das Jenseits verschieben soll. Wenn wir heute etwas vollbringen

können, dann sollten wir damit nicht bis morgen warten. Denn das Leben ist

eine Chance, unser Verlangen hat sehr große Kraft, und die Vollkommenheit ist

für die Seele eine Verheißung.

Wir streben nach Vollkommenheit, weil Vollkommenheit der höchste Zweck

und das letztendliche Ziel der Schöpfung ist. Wäre das nicht so, würde nicht

folgender Satz in der Bibel stehen: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel

vollkommen ist.“ 3 […]

Frage: Wie verwandelt man Hoffnungslosigkeit in Hoffnung?

Antwort: Durch den Glauben. Jetzt können Sie fragen: „Durch den Glauben

an was?“ In erster Linie durch den Glauben an Gott und das Wissen, dass die

Seele ihre Stärke und Inspiration aus der göttlichen Quelle bezieht, dass jeder

Gedanke, jeder Impuls, jeder Wunsch, jegliches Verlangen aus dieser Quelle

stammt und dass in ihrer Verwirklichung das Gesetz der Vollkommenheit erfüllt

wird. Das macht Menschen hoffnungsvoll. Doch manche wissen nicht, was sie

3 Matthäus 5:48

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 11


Hazrat Inayat Khan: Vollkommenheit

tun sollen, was sie tun müssen, wo sie sind, was sie erreichen wollen und ob sie

jemals fähig sein werden, etwas zu erreichen. Sie denken, ihnen fehlten die Mittel,

die Motivation und die Inspiration, um etwas zu vollbringen. Wenn sie sich

aber all das absprechen, dann geht es ihnen tatsächlich verloren. Wenn man sich

die eigenen Fähigkeiten abspricht, gibt man weg, was man eigentlich besitzt.

Die Menschen hingegen, die den göttlichen Vater oder die göttliche Mutter

in Gott sehen, werden sich ihrer göttlichen Erbschaft bewusst und begreifen,

dass es im göttlichen Geist, dass es im Leben keinen Mangel gibt. Es ist nur

eine Frage der Zeit. Setzen wir unsere Hoffnung auf Gott, ist uns die Erfüllung

gewiss. Es ist höchst interessant, das Leben der Großen dieser Welt zu studieren.

Dabei fällt auf, dass einige von ihnen das Ziel ihrer Unternehmungen, kurz

bevor sie es erreicht hatten, aus den Augen verloren haben, während andere all

ihre Unternehmungen zu einem erfolgreichen Abschluss führten, was immer es

auch war. Und stets werden wir feststellen, dass denen, die am Ende scheiterten,

zwar große Kraft gegeben war, jedoch der Glaube fehlte. Bei den anderen dagegen,

die ebenfalls mit großer Kraft ausgestattet waren, wurde diese Kraft durch

den Glauben unterstützt. Menschen mögen über alle möglichen Kräfte verfügen,

auch über Weisheit und Inspiration, aber wenn ihnen der Glaube fehlt,

erreichen sie den Erfolg vielleicht bis zu neunundneunzig Prozent, scheitern

aber am letzten Prozent, und dieser Verlust verschlingt am Ende den ganzen

Gewinn, den sie zuvor errungen haben. Im Westen lautet ein Sprichwort „Ende

gut, alles gut“, und die Leute im Osten bitten in ihrem Gebet: „Gib uns ein

gutes Ende.“ Das heißt, wenn auch im Augenblick eine Schwierigkeit auftritt,

sorgen wir uns nicht darum, weil sich der wahre Erfolg erst am Ende zeigt.

Hazrat Inayat Khan

aus: Centennial Edition, Band 1, S. 418 – 423, Verlag Heilbronn, 2018

Weitere Texte zum Thema Hoffnung:

Hazrat Inayat Khan

Hoffnung“ in „Meisterschaft – Spirituelle Verwirklichung in dieser Welt“, S. 29-33,

Verlag Heilbronn, 2018

Hazrat Inayat Khan

Hoffnung als Kraft der Intelligenz“ in „Centennial Edition, Band 4 – Heilung und die

Welt des Geistes“, S.52-59, Verlag Heilbronn, 2022

12 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


Hazrat Inayat Khan: Yogis und Sufis in Indien

Hazrat Inayat Khan

Yogis und Sufis in Indien

Besucht man in Indien Orte großer Yogis und großer Sufis, dann findet man

in der Gegenwart von Yogis eine starke Atmosphäre, die den Eindruck vermittelt,

dass alles wertlos ist und nichts im Leben die Mühe lohnt. Sie wünschen

sich nur eines: von allem Weltlichen wegzukommen und sich auf diesem Wege

darüber zu erheben. In Gegenwart der Yogis erhält man das Gefühl, dass man

keinen Augenblick länger in dieser Welt bleiben möchte. Man möchte sich in

Höhlen und Wälder zurückziehen und sein ganzes Leben in ewigem Frieden

zubringen, der einzig wahren Glückseligkeit und Zufriedenheit, die es gibt. In

der Gegenwart von Yogis entwickelt sich das Gefühl, als würde nichts existieren,

nicht einmal Bäume, Pflanzen, Vögel. Der überwältigende Einfluss der Yogis

wirkt so, dass man sich im Moment der Begegnung blind und taub für die Welt

fühlt. Man spürt nur das Eine Ewige Sein, alles andere existiert nicht. In der

Gegenwart von Yogis kann man sogar an den Punkt gelangen, wo man überhaupt

nichts mehr über irgendwelche Existenz weiß.

In der Gegenwart von Sufis spürt man eine Atmosphäre von Liebe, Güte,

Zuneigung, Dienen, Geselligkeit und Freundlichkeit, weil das zentrale Thema

der Sufis Gott ist, der oder die göttliche Geliebte. So leben die Sufis in der

Präsenz ihres oder ihrer Geliebten und betrachten die Liebe als Leben. In der

Begegnung mit ihnen spürt man die Fülle der Freude und den Duft von Rosen

und Weihrauch, die mit der Freude auch die Ekstase bringen. Manche Menschen,

die enttäuscht, todunglücklich und in Not sind, suchen die Gegenwart

von Sufis auf und finden dort in ihren Worten, Blicken, ihrem Schweigen, ihrer

Atmosphäre neuen Mut, um weiterzukämpfen und im Leben nach vorne zu

schauen. Ist es auch jetzt nicht gut, morgen wird es besser sein; selbst, wenn ich

jetzt nichts verstehe, morgen werde ich etwas verstehen. Das, was heute nicht

erreicht werden kann, wird morgen zu erreichen sein.

Sufis haben immer Hoffnung, weil ihre Reise zur Vollkommenheit zunächst

in der menschlichen Seele beginnt, worin sie die Erfüllung ihres Aufenthalts

auf Erden sehen. Dagegen beginnt nach der Lehre der Yogis die Reise mit dem

Ziel, das eigene Selbst zu verlieren und in der Vollkommenheit Gottes zu leben.

Wenn die Sufis ihr Ziel, die Vollkommenheit der menschlichen Seele zu erkennen,

erreicht haben, dann bringt das weitere Ziel, nach dem die Yogis streben,

nicht mehr so viele Schwierigkeiten mit sich. Die Sufis können dann leichter

das Ideal erreichen, das einen Schritt weiter liegt. Zunächst machen die Sufis

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 13


Pir Vilayat Inayat Khan: Im Leben erwachen

also den ersten Schritt: Sie erfahren die Vollkommenheit der menschlichen

Seele. Im zweiten Schritt lernen sie, die Vollkommenheit des göttlichen Seins

zu erkennen.

Für den einen ist der Yogi-Weg angemessener, aber, soweit ich sehen kann,

spricht der Sufi-Weg viele Menschen an. Stellen Sie sich vor, wenn alle Suchenden

die Welt verlassen und in Höhlen und Wälder gehen müssten, um weise

zu werden! Was wäre dann die Welt ohne irgendwelche weisen Menschen? Die

Kraft, die Yogis ausstrahlen, ist so stark, dass ihre Gegenwart berauschend wirkt.

Für das indische Temperament ist die Methode der Yogis sehr anziehend; vairagia

[der Weg der Loslösung und des Gleichmuts] ist sehr beliebt bei den Menschen

in Indien. Die bloße Gegenwart von Yogis überzeugt viele Leute von der Nichtigkeit

des Lebens.

aus: Hazrat Inayat Khan, „Die Sufi-Botschaft von Hazrat Inayat Khan,

Centennial Edition Band 1, S. 272f, Verlag Heilbronn, 2018

Pir Vilayat Inayat Khan

Im Leben erwachen

Wie unsere persönlichen Probleme zu Katalysatoren

für spirituelle Kreativität werden

Können Sie sich vorstellen, wie Ihre Probleme aus Gottes Perspektive aussehen

könnten oder gar, wie Gott sie lösen würde? Fragen Sie sich jemals, was der

Grund für Ihre Lebensumstände ist? Haben Sie je in Erwägung gezogen, dass

die quälenden Dilemmas, die Ihr tägliches Leben belasten, Sie herausfordern,

sich neuen Denkweisen zu öffnen? Können Sie spüren, in welcher Hinsicht

diese Schwierigkeiten Mittel sind, durch die sich etwas Geheimnisvolles, vielleicht

sogar Großes bemüht, durch Sie auf die Welt zu kommen?

Unsere Meditationen haben uns bereits auf die Gipfel der spirituellen Transzendenz

getragen, wo uns ein herrlicher Überblick über die ganze Schöpfung

und Einblicke in die Geheimnisse des Lebens gewährt wurden. Nun ist es an der

Zeit, diesen Überblick auf den gewöhnlichen Bereich des täglichen Lebens zu

konzentrieren. Denn auf das Erwachen jenseits des Lebens muss das Erwachen

im Lebens folgen. Auf dieser Stufe der Erkenntnis sind Sie in der Lage, das Licht

der Intelligenz des Universums auf Ihre Probleme zu richten, anstatt Dinge,

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Pir Vilayat Inayat Khan: Im Leben erwachen

danach zu beurteilen, wie sie Ihrer persönlichen Sicht erscheinen.

Dieser Schritt wird im Sufismus tanzil genannt – die Art und Weise, wie sich

das göttliche Denken in der Welt der Phänomene zum Ausdruck bringt. Wenn

wir im Umgang mit unseren alltäglichen Lebensumständen die erweiterte Perspektive

und den inneren Abstand anwenden, die wir in unseren vorausgegangenen

Meditationen erarbeitet haben, erscheinen die Probleme, die uns einst

unüberwindbar vorkamen, in einem ganz anderen Licht. Vieles mag sogar wie

der genaue Gegensatz dessen aussehen, was wir früher wahrgenommen haben.

Die Berichte der zur Erde zurückkehrenden Astronauten und ihre Sicht auf

den Planeten Erde aus dem Weltraum veränderten das Bewusstsein der Menschen.

Ähnlich nehmen wir aus der Perspektive des veränderten Bewusstseins

die Erfahrung des menschlichen Lebens plötzlich als so wertvoll, köstlich und

erregend wahr, dass wir beschämt erkennen, wie wir uns bisher von kleinlichem

Groll und flüchtigen Versuchungen beherrschen ließen. Aus der Sicht unseres

höheren Selbst ist es, als seien wir zu einem göttlichen Bankett eingeladen worden

– und hätten dann nur die Krumen von der Erde aufgesammelt.

Ein Grund, warum viele von uns Schwierigkeiten haben, die spirituelle und

die weltliche Dimension miteinander zu versöhnen, wurzelt in der irrigen Vorstellung,

dass das Drama des Lebens – die Mühe, seinen Unterhalt zu verdienen,

das Leiden unter Krankheiten oder der emotionalen Achterbahn in Partnerbeziehungen

– es erschwere, Erleuchtung zu erlangen oder aufrechtzuerhalten.

Dabei kann man die Erleuchtung gerade inmitten schwieriger Situationen finden.

Anstatt der Entfaltung im Wege zu stehen, fordern uns jene Belastungen

heraus, Heldenmut zu entwickeln. Statt dauerhafter Blockaden auf dem

spirituellen Pfad sind die Hindernisse, mit denen wir uns auseinandersetzen,

kreative Katalysatoren für die spirituelle Entwicklung. Was wir als eine Niederlage

empfunden haben, erweist sich in unserer Erkenntnis als ein Sieg. Denn so

wunderschön die Meditation auch ist: Der eigentliche Test unserer spirituellen

Verwirklichung liegt in der Frage, wie gut es uns gelingt, mit unserem Alltag

umzugehen, und ob wir unsere Probleme nun anders in Angriff nehmen oder

nicht. [ … ]

Worum es laut den Lehren der Sufis wirklich geht, ist das Auf–die–Welt–

Bringen der ungeborenen Qualitäten des Universums. Göttlichen Genen gleich,

die in unserer Psyche schlummern, sind Attribute wie Mitgefühl, Erbarmen,

Wahrheit, Macht, Vergebung und zahlreiche andere Qualitäten die Früchte,

die aus den Mühsalen des Lebens geboren werden. Der Schmelztiegel, in dem

dieser alchimistische Prozess vor sich geht, ist die Arena des täglichen Lebens

mit seinen Entscheidungen, die zu fällen, und seinen Problemen, die zu lösen

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 15


Pir Vilayat Inayat Khan: Im Leben erwachen

sind: Soll ich heiraten oder Single bleiben? Soll ich die Wahrheit sagen oder

schweigen? Soll ich der Bestimmung meiner Seele treu bleiben oder soll ich es

mir in einer komfortablen Lebensweise bequem machen? Soll ich die Umwelt

vor Missbrauch und Zerstörung schützen oder mich abwenden und wegsehen?

Die schwierigen Situationen, von denen wir uns mit großer Mühe zu befreien

versuchen, sind in Wirklichkeit die Geburtswehen, durch die Gott ins tägliche

Leben geboren wird, und die Mittel, durch die unsere Seele sich entfaltet.

Aus diesem Blickwinkel ist die Meditation weniger ein Mittel, sich vom Leben

zurückzuziehen, um in höhere Bewusstseinszustände zu erwachen als vielmehr

eine Generalprobe für das eigentliche Leben. Die Meditation ist eine Methode,

die Perspektive zu verändern, um eine Veränderung in den Lebensumständen zu

bewirken. Selbst wenn eine bestimmte Situation sich nicht verändert, kann die

Veränderung unserer Perspektive uns die Erkenntnis ermöglichen, dass etwas,

das uns einst mit Verzweiflung erfüllt hat, eigentlich genau richtig ist und sich

als wertvolle spirituelle Lektion erweist. Bei dieser Lektion geht es immer um

das Entfalten neuer Lebensmuster und Seinsweisen. […]

Was auch immer die tief verwurzelten Gewohnheiten und Umstande sind, die

uns von der Veränderung abhalten – seien es unsere Vorfahren, unsere Erziehung

oder die Kultur, in der wir leben: Sie alle können nur durch eine Version

davon überwunden werden, wie man „sein könnte, wenn man wäre, was man

zu sein vermag“. […]

Der Sufismus betrachtet den fortgeschrittenen Schüler als Vizeregenten Gottes,

der Verantwortung für das Leben der Menschen übernimmt. Anstatt die

Welt hinter sich zu lassen, überschaut der Sufi den Bereich seiner persönlichen

Zuständigkeit und sagt: „Ich war so sehr in meine eigenen persönlichen Probleme

verwickelt oder versuchte, mich vom Leben unterhalten zu lassen, dass ich

vergaß, dass es auch andere gibt, die mich brauchen.“

Aus der Sicht des Sufismus geht es auf dem spirituellen Weg um mehr als die

Distanzierung von den illusorischen Umständen des irdischen Lebens; der Weg

ist kreativ und transformativ.

Unsere Persönlichkeit ist wie ein Klumpen Ton, eine Rolle Garn oder ein

Ballen Tuch, die durch den gestaltenden Einfluss der Probleme und Herausforderungen,

denen wir im Leben begegnen, zu erlesenen Ausdrucksformen im

herrlichen Basar der göttlichen Qualitäten geformt werden. Es gibt nur einen

Unterschied zu den Rohmaterialien des Künstlers oder Handwerkers: Die Fülle

von Gottes Vollkommenheit kann sich ohne unsere bewusste Beteiligung nicht

als Wirklichkeit manifestieren. Hazrat Inayat Khan sagte: „Gott kann einen

16 SIFAT 1 | 2022Hoffnung


Wali van der Zwan: Geerdeter Optimismus bei Hazrat Inayat Khan

höheren Grad von Vollendung in dem Wesen erreichen, das sich an seiner Kreativität

beteiligt.“ Das erhabenste, größte Kunstwerk sind wir selbst, ist unsere

Persönlichkeit. Wir alle verfügen über die Fähigkeit, zu werden, was wir werden

wollen. Unser Leben ist ein großer Verlust, wenn wir von diesem Potential keinen

Gebrauch machen. Deshalb denken Sie daran: Was wir sein könnten, ist

so viel mehr und etwas so viel Größeres als das, was wir bisher geworden sind.

Die Zukunft liegt vor uns, wir erschaffen sie durch unsere Vorstellungskraft –

auf die gleiche Weise, wie die göttliche Vorstellungskraft das ganze Universum

erschafft.

aus: Pir Vilayat Inayat Khan, Erwachen – Eine Sufi-Erfahrung, Goldmann Verlag, 2000

Pir Vilayat Inayat Khan, (1916-2004) war bis zu seinem

Lebensende das geistige Oberhaupt des von ihm gegründeten

Internationalen Sufiordens (Inayatiyya-Orden). Er

lehrte in vielen Teilen der Welt und pflegte den Kontakt mit

Wissenschaftlern und geistigen Lehrern aus allen religiösen

Traditionen.

Wali van der Zwan

Geerdeter Optimismus bei Hazrat Inayat Khan

Glaube ist nur dann Glaube, wenn er gelebt wird und das alltägliche Leben

prägt. Glaube ermöglicht uns, Vertrauen in die Zukunft zu haben, und er

ist ein Gegenmittel gegen unsere Neigung, alles in die eigene Hand nehmen zu

wollen. Letzteres führt leicht dazu, nach irdischer Vollkommenheit zu streben.

Dieser Perfektionismus ist gierig und verlangt nach immer mehr, denn es wird

niemals gut genug sein. Der Versuch, die höchsten Standards zu erreichen, kann

dazu führen, einzig die äußere und materielle Seite des Lebens in den Blick zu

nehmen und die innere Seite außer Acht zu lassen.

Da irdische Vollkommenheit eine Illusion ist, eine lediglich theoretische Möglichkeit,

sind wir niemals in der Lage, diese Standards zu erreichen. Dies könnte

zu einer Haltung des ständigen Selbstzweifels führen, was Stress, Burnout und

niedriges Selbstwertgefühl einlädt. Es mündet nicht nur in mehr Versagen und

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Impressum | Mitteilungen vom Verlag Heilbronn

Impressum

SIFAT – Zeitschrift für Universalen Sufismus

ISSN 1420-1712

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Wolfgang Huraksh Meuthen herausgegeben

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Claudia Nüssen claudianuessen@t-online.de 0049-(0)40 215439

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SIFAT

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In Dezemberheft 2021 ist uns leider ein Fehler unterlaufen

Liebe Leserinnen und Leser,

leider ist uns im letzten Heft mit dem Teil 2 des Interviews mit Sarida Brown ein Fehler

unterlaufen. Wir haben eine vorläufige Fassung abgedruckt statt des endgültigen, von

Sarida Brown autorisierten Textes. Daher möchten wir anbieten, Ihnen diese endgültige

Fassung zukommen zu lassen. Bei Interesse können Sie sich per Mail oder Post wenden an:

Regina Winkler-Winkler Reber, Mail: rwinklerreber@posteo.de Postanschrift:

Regina Winkler-Reber, Am Zeughaus 17, 89073 Ulm.

Ich sende Ihnen dann entweder per Mail oder Post die autorisierte Fassung zu.

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Hazrat Inayat Khan: Jubiläumsausgabe

13-bändige Jubiläumsausgabe von Hazrat Inayat Khan

Die Werke von Hazrat Inayat Khan zählen zu den großen spirituellen Schätzen

dieser Welt. Sie sind tief verwurzelt in der Tradition der Sufis und im Geist der

Einheit der Weltreligionen und Weisheitslehren der Menschheit. Inayat Khans

Lehren sind heutzutage immer noch genauso wirkungsvoll und aussagekräftig

wie vor einem Jahrhundert, als er sie zuerst vermittelt hat.

„Hazrat Inayat Khans zeitlose und zeitgemäße Weisheit enthält eine Lehre für Geist

und Herz eines jeden Menschen und kollektiv sogar für die ganze Menschheit. In

unserer Zeit rapiden globalen Wandels voller Probleme, aber auch voller Möglichkeiten

müssen wir früher oder später die moralische und spirituelle Kultur des Pfads der

Liebe und des Lichts als meistversprechenden Weg zum göttlichen Ziel erkennen. Auf

diesem Weg ist Hazrat Inayat Khan ein äußerst sicherer Führer“.

Band 1

Das innere Leben

• Der Weg der Erleuchtung

• Das innere Leben

• Die Seele – woher und wohin

• Der Sinn des Lebens

Verlag Heilbronn 2018 | gebunden mit Goldprägung

ISBN 978-3-936246-34-6 | 477 Seiten | € 39,80

Pir Zia Inayat-Khan

Band 2 – Die Mystik des Klangs

• Die Mystik des Klangs • Musik • Die Macht des Wortes

• Die Sprache des Kosmos

Verlag Heilbronn 2019 | gebunden mit Goldprägung | ISBN 978-3-936246-39-1 | 323 Seiten | € 29,80

Band 3 – Die Kunst der Persönlichkeit

• Die Entwicklung des Charakters • Die Kunst der Persönlichkeit • Ethik

• Bewusstsein und Persönlichkeit • Kunst, Künstlerinnen und Künstler

• Die Kunst der Musik

Verlag Heilbronn 2020 | gebunden mit Goldprägung | ISBN 978-3-936246-44-5 | 288 Seiten | € 28,00

Band 4 – Heilung und die Welt des Geistes

• Gesundheit • Heilen • Mentale Reinigung • Die Welt des Geistes

Verlag Heilbronn 2022 | gebunden mit Goldprägung | ISBN 978-3-936246-47-6 | 415 Seiten | € 34,80

Band 5 erscheint voraussichtlich in 2024

Wir warten immer noch auf das Erscheinen der englischen Ausgabe und können deshalb

keine genaue Angabe eines Erscheinungsdatums machen.

SIFAT 1 | 2022Hoffnung 63


Hazrat Inayat Khan

Gebet für den Frieden in der Welt

O Du, allmächtige Sonne,

deren Licht alle Wolken vertreibt.

Wir nehmen Zuflucht zu Dir,

König aller Menschen,

Gott aller Gottheiten,

Herr aller Engel.

Wir bitten Dich,

vertreibe den Nebel der Illusion

aus den Herzen der Nationen

und erhebe ihr Leben

durch Deine alles vermögende Kraft.

Gieße aus über sie

Deine grenzenlose Liebe,

Dein immer scheinendes Licht,

Dein ewiges Leben,

Deine himmlische Freude

und Deinen vollkommenen Frieden.

Amen

Friedensgebet

Der gemeinnützige Verein Buch und

Mystik e. V. brachte die Broschüre

Friedensgebet heraus, die diesem SIFAT-

Heft beiliegt. Sie wurde in größerer

Stückzahl gedruckt und wird kostenlos

abgegeben. Über eine kleine Spende freut

sich der Verein natürlich.

Weitere Hefte können unter den Email-

Adressen: info@buchundmystik.de

oder info@verlag-heilbronn.de bestellt

werden. Den Versand übernimmt der

Verlag Heilbronn.

Infos: www.buchundmystik.de

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